BRUCHSALER POST Redaktion and Verlag: Brn&s*l, Wörthstraße 11, Telefon Nr. 2121 Beangepreie: Mon*tli& DM 2.80 eintdiließlidb Trigergebdhr. Poftaaitellnng DM2.45 lutiiglidi Zustellgebühr. — Erseheint an jedem Tag der Woche, außer sonn« and feiertags RHEINISCHES TAGBLATT SÜDDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG Anzeigenpreise iaut Preisliste. — Bankkonten: Spar, und Kredit, bank Bruchsal Nr. 603; 9tädt. Sparkasse Philippsburg Nr. 1037. Postscheckkonto: Amt Karlsruhe Nr. 36440. — Bei Störung durch höhere Gewalt besteht kein Ersagansprudl. Nummer 166 Montag, 21. Juli 1952 Einzelpreis 20 Pfennig Olympiade durch Präsident Paasikivi eröffnet 70 Nationen bei der feierlichen Zeremonie im Stadion zu Helsinki - Nurmi entzündete die olympische Flamme HELSINKI. Die XV. Olympisdien Sommerspiele worden am Samstag vor 70 000 Zuschauern im überfüllten Olympiastadion Helsinkis um 13.22 Uhr durch den finnischen Staatspräsidenten Paasikivi eröffnet. Unfreundliches Wetter herrschte in der finnischen Hauptstadt, doch trotz Regenschauer und sogar Blitz und Donner ließen sich 70 000 nicht davon abhalten, dem Aufmarsch der Aktiven aus 69 Nationen beizu- wohnen. Pünktlich 12 Uhr deutscher Zeit erschien Finnlands Staatsoberhaupt, begleitet vom ClO-Präsi- denten Sigfrid Edstroem, und dem Präsidenten des Organisationskomitees, Baron Eric von Frenckell. Mit Handschlag wurden die Mitglieder des CIO, unter ihnen die beiden Deutschen, der Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg als Ehrenpräsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und Dr. Ritter von Halt, der Präsident des NOK, begrüßt. Zehn Minuten später begann der Einmarsch der olympischen Wettkämpfer. Im Marathontor erschien zunächst nach der Musik „Einzug der Gladiatoren' traditionsgemäß Griechenland als Ursprungsland der olympischen Spiele. In langer Reihe folgten dann die übrigen Nationen nach dem finnischen Alphabet, stets mit Jubel von der Menge begrüßt. An der Ehrenloge des finnischen Staatspräsidenten wurden die Fahnen zum Zeichen des Grußes gesenkt, während die Aktiven mit Blickwendung dem finnischen Staats' Oberhaupt ihren Gruß entboten. Mit besonderem Bei fall wurde die Abordnung Japans bedacht und auch die Delegation der ’ Sowjetunion wurde mit höflichem Beifall begrüßt Ihr Fahnenträger senkte jedoch nicht die Fahne mit Hammer und Sichel. Die Mannschaft des Nachbarlandes Schweden konnte sich besonderen Beifalls erfreuen. Rauschender Beifall für Deutschland Rauschender Beifall erfüllte das weite Stadionrund, als die deutsche Mannschaft nach den Klängen „Alte Kameraden“ im Marthontor erschien. An der Spitze marschierte der Zehnkämpfer Friedl Schirmer mit der schwarz-rot-goldenen Fahne der Bundesrepublik. Ihm folgten die Offiziellen, Dr. Danz, Dr. Bauwens und Willi Daume. Hinter ihnen marschierten die deutschen Frauen und Männer, alle in der offiziellen Olympiakleidumg. Auch Schirmer senkte die Flagge zum Gruß, und die deutsche Mannschaft folgte mit Blickwendung. Lebhaften Beifall erhielt auch dite Vertretung der USA. die neben der Sowjetunion mit je 333 Aktiven die stärkste Mannschaft stellte. Auch ihr Fahnenträger senkte die Flagge nicht, da es die Verfassung so gebietet. Der Beifall steigerte sich zum Orkan, als Finnlands Vertretung als gastgebende Nation den Beschluß des einstündigen Einmarsches bildete. Nachdem die Nationen auf dem Rasen Aufstellung genommen hatten, begrüßte Eric von Frenckell die Sportler, Ehrengäste und Besucher. Anschließend begab sich Staatspräsident Paasikivi zum Rednerpodium und sprach die Worte: „Ich erkläre die XV. Olympischen Spiele neuer Zeitrechnung in Helsinki für eröffnet.“ Tausende von Brieftauben wurden hochgelassen, um nach altem Brauch die olympi sehe Botschaft in aller Welt zu verkünden. Nach dem Abspielen olympischer Fanfaren begleiteten 21 Salutschüsse das Aufziehen der oylmpischen Fahne. Unmittelbar darauf erschien der Schlußläufer der 24- tägigen Stafette mit der olympischen Fackel. Als die Menge in ihm den berühmten finnischen Läufer, den mehrfachen Weltrekordmamn und neunmaligen Olympiasieger Paavo Nurmi, erkannte, kannte der Jubel keine Grenzen. Nach einer Ehrenrunde im Stadion übergab Nurmi seinem Landsmann Kolemainen die Fackel, der sie auf den 72 m hohen Turm trug und dort das olympische Feuer entzündete. Gleichzeitig erklang die olympische Hymne, von der Menge in andachtsvoller Rühe angehört Heikko Savolainen, Finnlands bester JJerätetumer und Teilnehmer an fünf Olympischen Spielen, sprach für die 5 870 Olympiakämpfer im Stadion von Hel sinki den olympischen Eid. Heikko Savolainen ist einer der erfolgreichsten Sportler Finnlands. Von 1927 bis 1937 gewann er 28 Landesmeisterschaften und 1931 sicherte er sich in Paris die Weltmeisterschaft. Bei seinem ersten Olympiastart 1928 in Ansterdam holte sich Savolainen auf Anhieb die Broncemedaille. In Los Angeles kam der Finne drei- Die ersten Goldmedaillen verteilt 10 000 Meter: Gold: Zatopek (Tschechoslowakei). Silber: Mimoun (Frankreich). Bronze; Anufriew (Sowjetunion). Hocksprung Männer: Gold: Davis (USA) SUber: Wiesner (USA). Bronze: da Conceicao (Brasilien). Diskus Franen: Gold: Romaschkowa (Sowjetunion). SUber: Bagrjancewa (Sowjetunion). Bronze; Dumbadse (Sowjetunion). Sowjetunion führt in der Nationenwertung Die inoffizielle Punktwetrung ergab nach den Sonntagskämpfen folgenden Stand der Nationenwertung: 1. Sowjetunion 19 Punkte, 2. USA 11, 3. Tschechoslowakei 6, 4. Frankreich 5, 5/6/7. Schweden, Großbritannien, Brasilien je 4, 8/9. Japan und Finnland je 3. 10/11. Rumänien und Oesterreich je 2. Alle übrigen Nationen brachten es bisher auf keinen Punkt. Die Wertung erfolgte nach dem System: 6 Punkte für den 1., 5 für den 2. usw. bis 1 Punkt für den 6. Platz. mal zu olympischen Ehren. Im Reck turnen gewann er die Silbermedaille, im Barrenturnen holte er sich die Broncemedaille,. die er auch für seinen dritten Platz in der Geamtwertung erhielt. Auch in Berlin wurde Savolainen als drittbester ausgezeichnet und 1948 in London gelang ihm der Gewinn der Goldmedaille. In Helsinki nimmt der 44jährige Arzt zum fünften Male an den Olympischen Tumwettkämpfen teil. Der Zwischenfall bei der Olympia-Eröffnung Das Organisationskomitee gab über den Zwischenfall am Samstagabend ein amtliches Kommunique heraus, in dem es heißt, daß die Deutsche Barbara Rotraut Pleyer kurz nach Mittag mit anderen Zuschauern im Block C 35 Platz genommen habe. In einem geeigneten Moment sei sie in ihrem langen weißen Kleid, das sie bei der Ankunft im Stadion offensichtlich hochgeschürzt hatte, um die Bahn gelaufen und habe das Rednerpodium erreicht. Dort habe sie auf finnisch die Worte: „Meine Freunde“ und auf englisch „Ladies and Gentlemen“ gesagt. Fräulein Pleyer, so heißt es in dem Kommunique weiter, sei eine fanatische Friedensidealistin. Sie habe erklärt, es sei ihr einziges Ziel, alle Nationen zu vereinen. Die Eröffnungszeremonie habe sie als die einzige Gelegenheit betrachtet, wo sie ihren Plan zur Vereinigung der Nationen verkünden konnte. Da sie hierfür Ijeine offizielle Unterstützung fand, habe sie sich entschlossen, selbst zu handeln. Bei der Vernehmung durch die Polizei sei sie ruhig gewesen. Fräulein Pleyer stammt aus Tübingen, ist 32 Jahre alt und Studentin. Vor ihrem Erscheinen im Stadion wurde sie in einem nahegelegenen Park mit einer brennenden Fackel umhergehend gesehen. Barbara Rotraut Pleyer traf am Sonntagabend im Flugzeug auf dem Hamburger Flughafen ein, wo sie von der Kriminalpolizei in Empfang genommen wurde. Elly Heuß-Knopp gestorben Trauer im deutschen Volk - Anteilnahme in der ganzen Welt - Fahnen auf halbmast BONN. Die Gattin des Bundespräsidenten, Frau Elly Heuss-Knapp, hat am Sonnabendnachmittag im Bonner Universitätskrankenhaus nach langest schwerem Herzleiden im Alter von 71 Jahren für immer die Augen geschlossen. Ihr Tod löste im deutschen Volk Anteilnahme und Trauer aus. Stündlich gehen in der Villa Hammerschmidt, dem Wohnsitz des Bundes Präsidenten, Beileidstelegramme aus der ganzen Welt und aus der Bundesrepublik, auch aus allen Kreisen der Bevölkerung, ein. In einer Rundfunkansprache würdigte Bundeskanzler Dr. Adenauer am Sonnabend die Persönlichkeit von Frau Elly Heuss-Knapp ,deren Leben besonders im Dienste der deutschen Frauen und Mütter gestanden habe. Die Verstorbene entstamme einer Familie ,in der christlich-humaner Geist und politischsoziale Verantwortung eine klare Verpflichtung waren. „Ihre Fürsorge für die Mütter wird fortleben und weiterwirken. Von uns ging ein guter Mensch, eine gütige und tapfere Frau. Wir gedenken ihrer in Dankbarkeit und tiefer Trauer und ihres Mannes, unseres verehrten Bundespräsidenten, in herzlichem Mitempfinden.“ In allen Teilen der Bundesrepublik wehten am Sonntag die Flaggen auf den öffentlichen Gebäuden auf halbmast. Die Bundestagssitzung am Sonnabend war sofort nach Bekanntwerden des Todes von Frau Elly Heuss-Knapp für einige Minuten unterbrochen worden. Die Abgeordneten nahmen stehend die Mitteilung des Bundestagspräsidenten Dr. Ehlers entgegen, der der politischen und sozialen Leistungen der Heimgegangenen gedachte".. Die Rundfunksender legten vor und nach Bekanntgabe der Trauexkunde eine Pause ein, brachen teilweise heitere Programme ab und würdigten das Leben und Wirken der Verstorbenen. Unter den ersten Beileidstelegrammen waren die der englischen Königin Elisabeth, des französischen Staatspräsidenten Auriol, des spanischen Staatschefs General Franco, des Schweizer Bundespräsidenten Kobelt, des französischen Außenministers Schuman und der alitierten Hohen Kommissare in der Bundesrepublik. Das diplomatische Korps in der Bundeshauptstadt trug sich in die Kondolenzliste ein. Ferner gingen Beileidsbotschaften von Bundesratspräsident Kopf, den Regierungschefs der Bundesländer, vom DGB-Vorsitzenden Christian Fette und von den deutschen Parteien ein. Als einer der ersten übermittelte der Herausgeber der jüdischen Wochenzeitschrift Karl Marx, dem Bundespräsidenten sein Mitgefühl. Aus Helsinki trafen im Bundespräsidialamt Beileidstelegramme von der deutschen Olympia-Mannschaft ein. Die Trauerfeier für die verstorbene Gattin des Bundespräsidenten findet am kommenden Mittwoch um 17 Uhr in der Luther-Kirche in Bonn statt. Anschließend an die Feier wird die sterbliche Hülle zur Ueberführung nach Stuttgart zum Bahnhof geleitet, Die Beisetzung in Stuttgart wird am Donnerstag stattfinden. Dabei wird nur der engste Familien- und Freundeskreis zugegen sein. Das Bundespräsidialamt bittet, auf Wunsch der Verstorbenen von Kranzspenden Abstand zu nehmen und stattd essen des Deutschen Müttergenesungswerkes zu gedenken. * Der badisch-württembergische Ministerpräsident Dr. Maier hat dem Bundespräsidenten am Sonntag- morgen telegrafisch die herzliche Teilnahme der Landesregierung zum To'de seiner Gattin ausgesprochen, Frau Heuss-Knapp, betont Dr. Maier, stehe als leuchtendes Bispiel einer dem sozialen Fortschritt dienenden Frau vor dem deutschen Volk. Als Abgeordnete des ersten württembergisch-badischen Landtags habe sie seit Kriegsende an dem politischen und geistigen Wiederaufbau mitgearbeitet. Ihr Wirken werde unvergessen sein. Betriebsverfassungsgesetz verabschiedet Koalition: ,Nene Etappe auf dem Weg zu echter Neuordnung - Opposition: Nur eine Fassade BONN- In seiner letzten Sitzung vor den Parla- mentsferien verabschiedete der Bundestag am Sonnabend das heftig umstrittene Betriebsverfassungsgesetz, das die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Betrieb regelt. In dieser Sitzung wurden auch die Versicherungspflichtgrenzen für die Sozialversicherung erhöht. Außerdem wurde der neue Wohnungsbauminister Dr. Neumayer vereidigt und die Immunität des Abgeordneten Hedler zur Vollstreckung, einer Gefängnisstrafe aufgehoben. Bei der großen Aussprache über das Betriebsverfassungsgesetz, dessentwegen die Regierungskoalition diese ursprünglich nicht geplante Sitzung am Sonnabend durchgesetzt hatte, prallten noch einmal die Meinungen aufeinander. CDU/CSU, FDP und DP be- zeichneten das Gesetz als eine neue Etappe auf dem Weg zu einer echten Neuordnung und das kühnste soziale Experiment der Welt, dessen Ziel es sei, eine echte Partnerschaft in den Betrieben herzustellen. Die SPD lehnte es ab, da er den Arbeitnehmern weniger gebe, als sie heute durch die Ländergesetze bereits hätten und nicht die von den Sozialdemokraten erstrebte demokratische Wirtschaftsordnung schaffe. Erich Ollenhauer (SPD) warf der Koalition vor, daß sie die beherrschende Position der Unternehmer erneut verankern wolle und nicht berat sei, das „Haus aus der wilhelminischen Periode“ abzureißen, sondern nur gewillt, ihm eine neue Fassade zu geben. Bei der namentlichen Abstimmung stimmten 195 Abgeordnete der Regierungsparteien und der Föderalistischen Union für das Gesetz und 140 Abgeordnete der SPD', KPD, eines Teiles der FU und der FDP-Abgeordnete Stegner — dem das Gesetz zu sehr von den Verhältnissen der Großbetriebe ausgeht — gegen das Gesetz. Sieben Abgeordnete, darunter einige vom Gewerkschaftsflügel der CDU, enthielten sich der Stimme. Das Betriebsverfassungsgesetz räumt den Arbeitnehmern das Mitbestimmungsrecht in sozialen, personellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten ein. Das personelle Mitbestimmungsrecht ist auf Betriebe mit mehr als zwanzig wahlberechtigte Arbeitnehmer — das sind Arbeitnehmer, die das 18. Jahr vollendet haben und die bürgerlichen Ehrenrechte besitzen — beschränkt- Das Recht wird durch die Betriebsräte ausgeübt, die jeweils für zwei Jahre gewählt werden und deren Größe sich nach der Belegschaftsstärke richtet In Aktienkapitalgesellschaften und Kommanditgesellschaften und in Gesellschaften mit beschränkter Haftung und bergrechtlichen Gewerkschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit — in den letzten beiden Fällen, wenn sie mehr als 500 Arbeitnehmer beschäftigen — erhalten die Arbeitnehmer ein Drittel der Sitze im Aufsichtsrat. Das gilt jedoch nicht für sogenannte Tendenzbetriebe. Der Bundestag erhöhte die Versicherungspflichtgrenzen in der Krankenversicherung auf 6000 Mark jährlich, in der Angestellten- und Invalidenversicherung und in der Unfallversicherung auf 9000 Mark jährlich, und in der Knappschaftsversicherung auf 12 000 Mark im Jahr. Die bisherige Bestimmung, daß jedermand sich ohne Rücksicht auf die Höhe seines Einkommens in der Krankenversicherung freiwillig weiterversichem kann, bleibt- bestehen. Gedenkstunde IQr die Opfer des 20. Juli BERLIN. Eine Gedenkstunde für die Opfer des 20. Juli 1944 vereinte am Sonntag im Hofe des ehemaligen Reichskriegsministeriums in der Bendlerstraße in Westberlin zahlreiche führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der ehemaligen Reichshauptstadt. An der Stätte, wo vor acht Jahren die ersten Hinrichtungen von Teilnehmern an der Verschwörung gegen Hitler stattfanden, legte die Witwe des dort erschossenen Generals Olbricht den Grundstein zu einem Denkmal, das künftig als ständiges Mahnmal an die Opfer des 20. Juli erinnern soll. Der Feierstunde, zu der der Senat in Berlin eingeladen hatte, wohnten auch viele Angehörige der Hingerichteten bei. Der regierende Bürgermeister von Berlin, Emst Reuter, bekannte sich in seiner Ansprache zu dem Geist, der diese Kämpfer beseelte, die in einer Zeit schwerer Bedrängnis gegen das Gesetz, aber für das Recht eingetreten seien. Zusammen mit Frau Olbricht legte er die Urkunde über die Stiftung dieses Denkmals in den Grundstein. Mutter der Mütter Frau Elly Heuß-Knapp, die jetzt für immer che Augen geschlossen hat, verkörperte ihrem Wesen nach die mütterliche Frau fern jeder hohlen Konvention. In einem reichen und langen Leben galt ihr Sorgen der Familie im weitesten Sinne des Wortes. Mit ihrem Manne, mit dem sie 43 Jahre glücklicher und harmonischer Ehe verbanden,, war sie in Notzeiten und auf der Höhe des Lebens im echten Sinne menschlich und geistig Gefährtin. Als Kind eines kultivierten Straßburger Bürgerhauses ging sie einen Weg, der für junge Mädchen dieses Kreises um die Jahrhundertwende ungewöhnlich war. Die Tochter eines berühmten Professors — ihre Mutter entstammte einem kaukasischen Adelsgeschlecht — suchte den Weg in die soziale Arbeit. Ihr Interesse für Sozialpolitik, für Bürgerkunde und Volkswirtschaftslehre führte sie in den Kreis von Friedrich Naumann. Hier lernte sie Theodor Heuß kennen, mit dem sie 1909 die Ehe schloß. Schon, als Zwanzigjährige arbeitete Elly Heuß an Zeitschriften mit. Im Laufe ihres Lebens schrieb sie eine ganze Reihe von Büchern, darunter in der Berliner Zeit nach 1918 eine kleine „Bürgerkunde und Volkswirtschaftslehre für Fortbildungsschulen“. Sie hielt Vorträge, organisierte die Frauenarbeit im Roten Kreuz und war ehrenamtlich in der Wohlfahrtspflege tätig. Das alles zu einer Zeit, in der die Frau im Beruf kaum zu finden war. Als 1919 den Frauen in Deutschland das Wahlrecht gegeben wurde, begann für Elly Heuß auch die Mitarbeit im politischen Raum. Seit jener Zeit war es eines ihrer Ziele, den deutschen Frauen die Wichtigkeit politischen Mitar- beitens deutlich zu machen. Menschlichkeit, Fraulichkeit und Natürlichkeit prägten das Wesen dieser Frau. Sie verkörperte in sich die kluge Atmosphäre des deutschen Gelehrtenhauses, echten Familiensinn und die Bereitschaft zu öffentlichem Wirken, das sich in der modernen Zeit auch den Frauen erschloß. Sie behielt dabei immer ihre schlichte Mütterlichkeit und Güte, fern jeder Emanzipation und jedem Personenkult. Als Theodor Heuß nach 1933 von den Nationalsozialisten aus seinem Wirkungskreis vertrieben wurde, sargte Elly Heuß-Knapp mit Ihrer Aktivität, ihrer nimmermüden Tatkraft für ihre Familie. Das war ihr Beitrag zur inneren Emigration. Nach 1945 konnte Elly Heuß diese Arbeit an den Werbetexten wieder ruhen lassen. Ihre geistige Reichweite konnte sich nun wieder voll im sozialpolitischen und kulturellen Bereich entfalten. Als das Schicksal nach den Jahren der Dunkelheit von 1933 bis 1945 Elly Heuß-Knapp 1949 an der Seite ihres Mannes in das Palais des ersten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland führte, wirkte sie wie eine besorgte Hausmutter fort für das Wohl der Frauen, der Kinder und der Familien. Nichts lag Elly Heuß-Knapp in ihrem Wesen ferner, als die Rolle der „first lady“ des Landes zu spielen. Sie blieb auch auf der Viktorshöhe und später in der Villa Hammerschmidt ihrem Wesen treu. Mag der Schatten der nagenden Krankheit auch bereits über den letzten Jahren gelegen haben, Elly Heuß- Knapp wäre in ihrer schlichten, liebenswerten Würde auch ohnehin stets im Hintergrund geblieben. Das Wesen glänzender Repräsentation lag ihr nicht. Dazu war sie der Not und der Sorge des Volkes und unserer Zeit zu sehr verbunden. In den ersten Jahren nach 1949 hat sie den Bundespräsidenten noch hie und da bei offiziellen Besuchen begleitet. Seit Monaten war es still um sie geworden. Der Bundespräsident, der einmal seine Frau als die „Gärtnerin seines Lebens“ bezeichnet hat, erfuhr in seinem persönlichsten Bereich gemeinsam mit seinem Sohn und .dem geliebten Enkelkind einen schweren Verlust. Mit ihm trauert in ehrlicher Anteilnahme das deutsche Volk. Es wird nie vergessen, daß eine Frau diese Erde verließ, die in allem ihrem Tun und Lassen immer für jene arbeitete und dachte, die — wie EUy Heuß-Knapp einmal sagte—auf der „Schattenseite des Lebens“ stehen. Idenoner: Europäische Organisation vordringlich BAMBERG. Bundeskanzler Dr. Adenauer forderte an Lr°5 mtag ln Bamberg, schnell eine europäische pohtische Organisation zu schaffen. Er kündigte an, daßjdie Außenminister der Schumanplanländer in der kommenden Woche in Paris die Anfänge dieser europäischen Organisation besprechen werden. „Nur wenn Europa zusammengefaßt wird, kann es der Gefahr, ein Anhängsel Rußlands zu werden, entgehen.“ Es gehe darum, ob Europa christlich bleibe oder heidnisch werde. Der Bundeskanzler sprach auf der Abschlußkundgebung der staatspolitischen Tagung der „Gemeinschaft katholischer Männer Deutschlands . Tr?f‘.^ denauer bet °nte erneut, daß die Europäische Verteichgungsgemeinschaft keine aggressiven Absichten habe, sondern Europa nur stark machen wolle um das Risiko für einen Angreifer möglichst groß zu halten. Der EVG-Vertrag und der Deutschland- yertrag seien der einzige Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands. „Wir wollen keinen Krieeg mit der Sowjetunion, aber wir wollen unsere Menschen in Freiheit zurückhaben.“ Er sei überzeugt, daß die Spannungen zwischen Ost und West eines Tages ohne „Heißen Krieg“ beigelegt werden. Die Europäische Verteidigungsgemeinschaft dürfe nicht nur unter militärischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Sie sei dazu bestimmt, einen Krieg zwischen euro- päisxhen Völkern unmöglich zu machen. „Ich be- daure, daß nicht alle die Bedeutung der Verträge sehen wollen. Wem die Partei über Vaterland und Volk steht, versteht in Wahrheit nicht die Zeichen dieser Zeit“ Seite 2 / Nummer 166 Montag, 21. Juli 1952 MeCloys Nachfolger: Walter I. Donnelly luBenpolitische Offensive Oesterreichs WIEN. Eitle große Informationsaktion über die Probleme im heutigen Oesterreich und über den Abschluß eines Staatsvertrages kündigte die österreichische Regierung am Samstag an. Sie beabsichtigt, „die Aufmerksamkeit der auswärtigen Regierungen erneut auf den unwürdigen und unhaltbaren Zustand zu lenken, der sich aus der fortdauernden Besetzung. Oesterreichs mehr als sieben Jahre nach seiner sogenannten Befreiung ergibt.“ Die österreichische Regierung hat ihre Missions- schefs bei den Mitgliedsstaaten der UNO angewiesen, ein Memorandum über die Aufhebung der Besetzung und die Wiederherstellung der vollen Souveränität Oesterreichs zu überreichen, damit die Regierung des betreffendes Landes über die österreichische Frage bereits gründlich informiert ist, falls diese vor die UNO gebracht werden sollte. „Noch Meilen voneinander entfernt" TOKIO. Zu den Geheimbesprechungen der Waf- fenstilistandsdelegation in Pan Mun-jon verlautete am Sonntag aus alliierten Kreisen in Tokio, daß beide Seiten in der schwierigen Frage des Kriegsgefangenenaustausches „noch Meilen voneinander entfernt“ seien. Amerikanische Trägerflugzeuge der 5. USA-Luft- flotte im Femost flogen am Sonnaberid neue erfolgreiche Angriffe auf ausgewählte Kraftwerke in; Nordkorea. Tramon wieder im Weißen Haus WASHINGTON. Präsident Truman kehrte am Sonnabend wieder ins Weiße Haus zurück und sagte, er fühle sich ausgezeichnet. Der 68jährige Präsident Will in dieser Woche nach Chikago reisen, um dort auf dem Nationalkonvent der Demokraten eine Rede zu halten, sobald der neue Präsidentschaftskandidat nominiert worden ist. Fette: Eine Herausforderung DGB-Yorsitzender kritisiert Betriebsverfassungsgesetz - DGB wird nicht die Nerven verlieren FRANKFURT. Der DGB-Bundesvorsitzende Christian Fette erklärte am Sonntag auf der Abschlußkundgebung des ersten Bundestreffens der Gewerkschaftsjugend im Frankfurter Stadion, der Deutsche Gewerkschaftsbund erkenne die offensichtliche Herausforderung, die in der Verabschiedung des Betriebsverfassungsgesetzes liege. Er werde dennoch in dieser Situation im Interesse der organisierten Arbeitnehmer nicht die Nerven verlieren. Sein Handeln werde vielmehr diktiert bleiben von seiner Verantwortung gegenüber dem deutschen Volke. Fette kritisierte, daß das Betriebsverfassungsgesetz trotz zweijähriger Vorarbeit der Gewerkschaft in seinen wichtigsten Paragraphen bereits im Bundestagsausschuß für Arbeit und Wirtschaft in einem „Hennecke-Tempo“ unter Dach und Fach gebracht worden sei. Die gleiche Methode habe man in der zweiten und dritten Lesung angewandt. Unter Hinweis auf einen Brief des Bundeskanzlers in dem Dr. Adenauer schreibt, dem DGB biete sich die Möglichkeit, bei den im nächsten Jahr stattfindenden Bundestagswahlen auf dem verfassungsmäßigen Wege seine Ansichten über das Betriebsverfassungsgesetz durchzusetzen, erklärte Fette: „Wir werden den Bundeskanzler nicht enttäuschen“. Zwar werde die Mehrzahl der Jugendlichen dann das wahlfähige Alter noch nicht erreicht haben. „Wenn ihr nicht wählen könnte, so könnt ihr aber wühlen.“ Fette sagte, der DGB sei nicht zufrieden mit der Demokratie, „die wir jetzt haben“. Der Zerschlagung der Einheit der Gewerkschaften dürfe und werde nicht in Erfüllung gehen. „Wartet und hofft nicht auf Gesetze, Gesetze bringen immer nur das, was ihr euch selbst erstritten habt“, rief Georg Reuter den jungen Gewerkschaftlern zu, die sich am Samstagabend zu einer Kundgebung in der Frankfurter Festhalle versammelt hatten. „Eure Macht und die Macht der Gewerkschaften sind in der Lage, Berge zu versetzen, wenn ihr es wollt.“ Zu Beginn der Konferenz hatten sich die Versammelten erhoben, um in einer Minute des Schweigens der verstorbenen Gattin des Bundespräsidenten zu gedenken. McCloy verließ Bonn BONN. McCloy, der mehr als drei Jahre lang Hoher Kommissar der Regierung der Vereinigten Staaten in Deutschland war, hat am Sonntagabend Bonn verlassen, um heute von Bremerhaven aus nach die USA zurückzukehren. Zum Abschied sangen ein Kinderchor und die halbe „amerikanische Kolonie“ in Plittersdorf bei Bonn, die sich zum Abschied MeCloys versammelt hatte, den deutschen Schlager: „Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen . .“ EVG-Busschuß des Bundestages BONN. Der vom Bundestag beschlossene Ausschuß zur Mitberatung des Vertrages über die Europäische Verteddigungsgemeinschaft und der damit zusammenhängenden Abmachungen hat sich am Sonnabend konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde Franz Josef Strauß (CDU/CSU), zum stellvertretenden Vorsitzenden Fritz Erler (SPD) gewählt. Dem Ausschuß gehören je acht Vertreter der CDU/CSU und der SPD, drei Sdbiwere Zusammenstöße in Teheran Sultaneh will Oelraifinerie in Ibadan wieder in Gang bringen TEHERAN. Anhänger des zurückgetretenen persischen Ministerpräsidenten Mossadeq gerieten bei einem Zusammenstoß mit Polizei und Militär am Sonntag im Bazar-Viertel von Teheran in ein schweres Handgemenge, bei dem nach amtlichen Berichten sechs Personen verletzt wurden. Die Mossadeq-Anhänger behaupten indessen, zwei Personen seien getötet worden. Moss adeq - freund liehe Parlamentsabgeordnete protestierten am Sonntagfrüh nach Bekanntwerden der Berichte über die blutigen Zusammenstöße. Insgesamt über 100 Demonstrant«! sind seit Uebemahme der Regierung durch den neuen Ministerpräsidenten Sultaneh bis zum Sonntagfrüh in Haft genommen worden. Teheran, das noch immer unter Kriegsrecht steht, hat von Sonntagabend an Ausgangssperre während der Nachtstunden. Am Sonnabend blieben sämtliche Läden und Büros in Teheran geschlossen. Auch am Sonntagfrüh ruhte das Geschäftsleben dort, als sich Mossadeq-Anhänger an verschiedenen Stellen des Viertels versammelten, um die Rückkehr Mossadeqs zur Macht zu fordern. Die Mossadeq-freundlichen Parlamentsab geordneten erschienen am Sonntagfrüh vergeblich im Parlament. Der Sprecher des .Hauses hafte die von .ihnen geforderte Sitzung ■ auf den Dienstag verschoben. Die Abgeordneten wollen ein Gesetz -durchbringen, nach dessen Bestimmungen jeder Ministerpräsident oder Minister mit zehn Jahren Zuchthaus bestraft werden soll, der eine Rückkehr der britischen Fachleute nach der Raffinerie .von Äbadan gestattet. Ghavam hatte am Sonnabend alle Behörden im Lande angewiesen, rücksichtslos gegen alle Kräfte durchzugreifen, die sich der neuen Politik widersetzen sollten. Der Sender Teheran forderte die Bevölkerung auf, Ruhe' zu bewahren. In der Sendung heißt es: „Diejenigen, die bis jetzt ihre Taschen gefüllt haben, indem sie aus Mossadeqs Kämen Kapital schlugen und in Abadan Maschinen stahlen, sind aus dem Geschäft gekommen. Sie versuchen nun, Unruhe zu stiften.“ Der neue Premier kündigte der Presse an, er werde sich um die Wiederaufnahme der Arbeit in der Raffinerie von Abadan bemühen. der FDP und je einer der DP/DPB und FU an. Von der CDU/CSU sind es neben Strauß Paul Bausch, Heinrich Gerns, Martin Hedx, Dr. Jäger, Paul Lücke, Ernst Majonica, Frau Dr. Probst. Von der SPD neben Erler Helmut Bazille, Alfred Gleisner, Dr. Greve, Willi Mellies, Dr. Menzel, Professor Dr. Carlo Schmid, Herbert Wehner. Von der FDP August Martin Euler, Dr. Mende, Artur Stegner, von der DP/DPB Dr. Mühlenfeld, von der FU Dr. Besold. Voikskammersitzung einberuien BERLIN. Die Sowjetzonen-Volkskammer wird am kommenden Mittwoch in einer außerordentlichen Sitzung das Gesetz „über die weitere Demokratisierung des Aufbaues' und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Ländern der Sowjetzone“ beraten. Der Gesetzentwurf, der die Zentralisierung des Sowjetzonen-Staatsapparates vorsieht, wurde dem Kabinett erst am Donnerstag von Ministerpräsident Grotewohl dem Kabinett unterbreitet. Der Sowjetzonen-Ministerrat beschloß, den Entwurf der Volkskammer zur „unverzüglichen Beratung und Verabschiedung“ zuzuleiten. BVN jetzt „Bund für Freiheit und Hecht" DUESSELDORF. Der nicht-kommunistische Bund der Verfolgten des Nazi-Regimes (BVN) heißt jetzt „Bund für Freiheit und Recht“. Die Teilnehmer der jährlichen BVN - Bundesdelegiertenkonferenz beschlossen diese Umbenennung am Sonnabend in Düsseldorf. Die Delegierten bestätigten den bisherigen Bundesvorstand für das neue Geschäftsjahr. Ihm gehören an: Peter Luetsches, Düsseldorf, CDU, Herbert Dewald, Berlin, SPD, Franz Fackler, München, CSU, Karl Siebertz, Remscheid, SPD, Jakob Weynand, Frankfurt, SPD. SPD beriet Iktionsprogiamm BONN. Der Parteivorstand, der Parteiausschuß und die Kontrollkommission der SPD berieten am Samstag ein Aktionsprogramm, das bis zum Herbst fertiggestellt werden soll. Das Hauptreferat hielt Willy Eichler. Die Sitzung wurde am Sonntag fortgesetzt. Rüstungsproduktion in der Sowjetzone BERLIN.. Franz Dahlem vom SED-Politbüro rief am Sonntag in Dresden die Sowjetzonenbevölkerung' zu größeren Kraftanstrengungen auf, damit die Sowjetzone durch Uebererfüllung der Wirtschaftspläne zur Rüstungsproduktion übergehen könne. Jede Tonne Stahl, die über den Plan produziert werde, ermögliche es, die zur bewaffneten Verteidigung notwendige Produktion zu schaffen. Dahlem sprach auf einer Kundgebung ehemaliger Spanienkämnfer. Fenstersprung brachte keine Rettung BERLIN. Mit dem Ruf: „Ich bin unschuldig, helft mir, helft mir“, sprang am Sonnabend nachmittag ein von Volkspolizisten bedrängter Mann aus einem, Fenster im ersten Stock des Ostberliner Reichsbahnämtergebäudes in der nlvalidenstraße. In dem Gebäude befindet sich eine Dienststelle des Sowjet- zonen-Staatssicherheitsdienstes. Mehrere Augenzeugen berichteten, daß der Mann das Fenster aufgerissen hatte und zunächst durch mehrere Zivil- beamte und uniformierte Volkspolizisten am Springen gehindert wurde. Während sich auf der Straße eine größere Menschenmenge ansammelte, gelang es ihm jedoch, sich loszureißen und auf die Straße hinabzuspppgea.. „Gleich darauf. stürzten mehrere* Zivilisten und Volkspolizisten aus dem Haupteingang des Eisenbabngebäudes auf den Flüchtenden zu und überwältigten ihn. Mit Boxhießen sei dann dei Flüchtling in das Haus zurückgezerrt worden. Nach den Mitteilungen der Augenzeugen war der Hilferufende ein etwa 40jähriger, dunkelhaariger Mann in Arbeitskleidung mit schwarzer Hose und dunkelblauem Jackett. Schiffskatastrophe vor der amerikanischen Küste Munitions-Explosion setzt norwegischen Frachter in Flammen NEW YORK. 45 von insgesamt 49 Menschen an Bord des norwegischen 5 OOO-Tonnen-Frachtschiffes „Black Gull“ konnten am Sonnabend gerettet werden, nachdem ihr Schiff in der Nacht vom Freitag rd. 100 km vor der Ostküste der USA in der Nähe des Staates New York in Flammen aufgegangen war. Der Frachter, der mit einer Ladung von Explosivstoffen von Bremen nach New York unterwegs war, wurde infolge einer Explosion an Bord in Flammen gesetzt. Der schwedische Dampfer. „Gripsholm“, der als erster an der Unglücksstätte erschienen war. konnte die gesamte Mannschaft und die Passagiere bis auf vier Personen in Sicherheit bringen. Die vier noch Vermißten waren aus 10 Meter Höhe von dem brennenden Schiff abgesprungen. Die nächtliche See war von dem brennenden Frachter und den Leuchtzeichen der Küstenwache hell erleuchtet. Einer der überlebenden Passagiere berichtete am Samstagabend nach seiner Ankunft auf Staten Island von dem Kampf der 49 Menschen gegen den Tod auf dem brennenden Frachter in der nächtlichen See. Eine blonde Stewardesse, die nur unter dem Namen „Suzanne“ bekannt ist, sei die Heldin der „Black Gull“ gewesen. Nach der Explosion der Sprengstoffe in den Laderäumen des Frachters sei sie ruhig und besonnen durch das Schiff gegangen, habe den Passagieren geholfen, Rettungsgürtel anzulegen und das einzige übriggebliebene Rettungsboot zu besteigen. Selbst im Rettunsboot sei die Hitze des Brandes noch so stark gewesen, daß sich die Schiffbrüchigen an der Außenwand des Rettungbootes unter Wasser halten mußten. Erst als das Rettungsboot weiteT von den lodernden Flammen des Schiffsbrandes entfernt war, krochen sie zurück ins Boot. Die näheren Umstände, die zu dem Brand führten, sind noch immer nicht geklärt. Die Reederei des norwegischen Frachters gestattete dem Kapitän der ..Blade Gull“ und der Mannschaft nicht, der Presse Auskünfte zu geben. Das Schiff, das mittlerweile völlig ausgebrannt ist, wurde am Samstagabend von einer New Yorker Bergungsgesellschaft nach New York eingeschleppt, es ist reparaturfähig. „Die Frau oom Moor" Heimdtroman von Maria B e r ch t o n.bf e i t •( Alle Beeilte: Prometheus-Verlag, Gröbenzell 56. (Nachdruck verböten) Aber da schrie die Walp hell hinaus: „Das „hist mir dicht an, Rakel!“ Denn insgeheim' hatte die Walp schon lange Angst, daß die Rake wahrjnachen würde, was sie einst prophezeit hatte: „Wenn alles in Ordnung ist auf dem Moorhof und du den Mann hast, den schimmelblonden, dann geh 1 ich, Walp. Gleich geh* ich dann. Wieder ins Moor zu den Hasen und Füchsen und Duckenten und Feuernattern . . .“ Ein so bitteres Wort war das gewesen, damals nach jenem halbverdeckten, inwendig blutenden Streit.' Und nun? Wollte die Rake wirklich gehen? „Was tatst denn so allein im Moor? Hast keine Wart und keine Pfleg! Rake, sei gescheit! Hast mir denn die raschen Wörteln immer noch nicht verziehen’“ „O Walp!“ lächelte die Rake. „Weißt ja, wie gern ich dich hab. Aber gehn muß ich halt doch . Da horchte die Walp noch erschrockener auf. Meinte die Rake ein anderes Geh‘n? Aber so weit konnte es doch'noch nicht sein bei ihr; denn, in den nächsten Tagen besann sich die Rake auf einmal wieder darauf, daß sie noch Beine hatte. Eine große Unruh* kam über sie. Sie huschte wieder mit wehenden 'Kitteln hinaus auf die Birkenstraße und saß dort- lange am Wegrand im jungen Gras, still und stumm, als horchte sie ins Weite. Sie spürte ein’ Ziehen und Zerren in den Füßen, eine seltsame Wanderlust und war doch gleichzeitig so müde, so abgründig müde, daß es sie zur Erde niederzog wie ein Tier, das schlafen oder sterben will. Einmal hob der Peter das federleichte Bündel vom Boden auf und trug es zurück ins Haus. Er stolperte nicht ein einzigesmal dabei. „Hast mich gesund gemacht, du!“ sagte er weich. „Ja . . .“ sagte die Rake und schlief schon halb. Er bettete sie selber in der Kammer der Elis, wo jetzt die Rake ihre Liegestatt hatte. Aber in der Sonnenwendnacht war die alte Rake dann doch verschwunden. Sie mußte in jener Stunde fortgehuscht sein, als Walp und Peter Hand in Hand ein Stück ins Moor gegangen waren, um die Bergfeuer anzuschauen. Schier unzählige und ganz wunderbare gab es in jener Nacht. Alle Gipfel waren damit besteckt und oft vereinten sich die Feuer zu rotgoldenen Ketten. Ein Lichterdiadem trug die Nacht hoch über dem schweigenden Moor „Sie wird auch die Feuer anschauen gegangen sein“, tröstete sich die Walp, als sie beim Heimkommen die Rake nimmer fand. Aber dann wuchs ihre Angst. Sie lief mit dem Peter nochmals ins Moor, wo sie riefen, lockten und flehten. Es kam keine Antwort. Das Land schwieg still In dieser Nacht schlief die Walp schlecht Auch der Peter war unruhig. Sie horchten beide, ob nicht ein Tappeln und Rascheln und Knarren im Treppenhaus die Heimkehr der Alten verriete. Aber die Rake kam nicht. Und die Walp lief umsonst immer wieder in die Kammer der Elis hinüber. Es war kein Atem mehr darin, kein silbriges Köpfl flimmerte bleich auf dem Kissen. Da gestand die Walp dem Peter ihre große Sorge, daß die Rake nun gegangen sei ohne Wiederkehr. Der Peter beruhigte sie, so gut er konnte, aber auch er war bedrückt; denn er hatte sie lieb, die alte Rake. „Gleich morgen geh‘n wir ins Moor und holen sie wieder“, sagte er endlich. „Du weißt ja, Walp, wo -sie wohnt.“ Und schon im Morgengrauen gingen sie los, Peter und Walp — genau so, wie einmal die Walp ganz allein. Aber wieder war es, als wäre die sonst so moorkundige Walp auf eine Irrwurz getreten. Kreuz und quer führte sie den Peter. Und schließlich geschah ihr wie schon einmal: sie ließ sich von der unheimlichen Straße ins Unwegsame verlocken, von jener überwucherten Ruine einer Straße, der alten Römerstraße „Tut dir dein Bein weh?“ fragte die Walp besorgt, wenn es gar zu toll kam mit Gräben und Tümpeln und Wildwuchs bis zum Knie. Da lachte er nur. Wie sollte ihm denn was wehtun? Die „gute Schmier“ der alten Rake hatte längst jeden ziehenden Schmerz aus seinen Knochen vertrieben. Und endlich standen sie im Mittagsglast wie zwei verlaufene Kinder am Rande der Unendlichkeit, dort, wo einmal die flatternde blaue Schürze der Walp den Weg gewiesen hatte. Heute wehte nichts Blaues im Moor. „Die Hütte? Wo ist sie nur?“ stammelte die Walp verstört. „Sie muß doch zu finden sein. Sind ja die Herren von» Gericht auch ins Moor gefahren, noch dazu mit dem Auto, und haben — die Elis geholt..“ Nach Radspuren suchte die Walp. Und dann waren es schließlich’drei einsame Birken, „die ihr den Weg wiesen. Sommerlich war nun ihr Laub. Und zu ihren Füßen war- der Boden zerwühlt. Schwere, schwarze Erdbrocken- dörrten in Sonne und Wind. Keine Blume wuchs dort. Das Moor lag ohne Laut Und die Walp stand und starrte verzaubert. .Wo war die Hütte? Wo die Birkenbank? Wo das Gärl- lein mit der blauen Schürze am Zaun? Und wo das Weibl, das seltsame, das mit einem Glasscherben die Erde gelockert hatte? O du dunkelroter Schlaf unter Mohn! Was war damals Traum gewesen, was Wirklichkeit? Die Walp kannte sich nimmer aus. Das Recht der Arbeitnehmer Der Bundestag hat mit der Verabschiedung des Betriebeverfassungsgesetzes ein dornenvolles Stück legislatorischer Arbeit nach einem letzten Hürden- la-uf über die Hindernisse von Geschäftsordnungs- bestimmungen abgeschlossen. Nach zweijährigen Beratungen ist nun das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer in den privaten Betrieben gesetzlich verankert. Ein entscheidender Abschnitt in der sozialpolitischen Entwicklung Deutschlands ist damit ein- geleitet worden, und ein Vergleich mit der Bedeutung des Betriebsrätegesetzes von 1920 erscheint durchaus gerechtfertigt. Die sozialdemokratische Opposition und der Deutsche Gewerkschaftsbund sind allerdings aus verschiedenen Gründen mit dem neuen Betriebsverfassungsgesetz nicht einverstanden. Während der .zweiten Lesung des Entwurfes hat die SPD zum erstenmal in der Geschichte des Bundestages die Taktik angewandt, durch Dauerreden die Verabschiedung zu verzögern. Es ist ihr jedoch nicht gelungen, die Schlußdebatte bis nach den Parlamentsferien hinauszuziehen und die Verabschiedung in die erhitzte Atmosphäre der Auseinandersetzung über die Ratifizierung des deutsch-alliierten Vertragswerkes zu verlegen. _ - Der DGB hat einen grundsätzlichen Einwand gegen das neue Gesetz erhoben: Das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer und Beamten der öffentlichen Dienste ist nicht darin enthalten. Aber auch sonst sind zahlreiche Forderungen der Gewerkschaften nicht erfüllt worden. So verlangte der DGB, dag die Aufsichtsräte der Betriebe zur Hälfte den Arbeitnehmervertretern zustehen sollten, von denen nur zwei die Betriebsräte — nicht die Arbeitnehmer selber — wählen sollten, während die übrigen die Gewerkschaften zu benennen gehabt hätten. Gegen dieses undemokratische Verfahren, das den Gewerkschaftsführungen eine große Macht, den Betriebsangehörigen jedoch keinen unmittelbaren Einfluß mehr auf ihren Betrieb gegeben hätte, haben sich nicht nur die Regierungsparteien gewandt, sondern auch zahlreiche Gewerkschaftsmitglieder, so zum Beispiel der Lokomotivführergewerkschaft in Koblenz. Nach dem jetzt angenommenen Gesetz wird ein Drittel der Aufsichtsratsmitglieder von den Arbeitnehmern gewählt werden. Eine wesentlich größere praktische Bedeutung erhalten jedoch die Betriebsräte., die auch in den kleineren Unternehmungen ohne Aufsichtsrat auf die Wirtschaftsführung Einfluß nehmen können und nicht, wie bisher, auf die personellen und sozialen Fragen beschränkt sind. In der Debatte der zweiten Lesung, die allerdings fast ausschließlich ein Monolog der Opposition war, wurde von Koalitionsseite die Bedeutung des Gesetzes richtig als ein erster Schritt in unerschlossenes Neuland bezeichnet, als beginn eines Weges, an dessen Ende weder die Alleinherrschaft der Gewerkschaften noch die Rückkehr zum patriarchalischen System des vorigen Jahrhunderts stehen wird, sondern die echte Partnerschaft und das Miteigentum der Betriebsangehörigen, wie es in einigen fortschrittlichen Unternehmungen der Bundesrepublik sehr zur Genugtuung der Arbeitnehmer und leider zum Mißvergnügen der Gewerkschaften schon angestrebt wird. ' Nach den Parlamentsferien wird, der Bundestag sich mit .dem nächsten Schritt auf diesem Wege befassen, mit dem sogenannten Personalvertretungsgesetz, das vor allem den Arbeitnehmern in den Betrieben der öffentlichen Hand die gleichen Rechte sichern soll, ohne die Weisungspflicht der obersten Behördenleiter gegenüber ihren Beamten zu untergraben. Der Bundestag kann seine Ferien antreten in dem Bewußtsein, der Bundesrepublik die modernste Sozialverfas- sung -gegeben' za‘haben,' die* es'heute in der Welt gibt ' ; ' ' a-Z. Zieme UuH'i&di.'iu. BERLIN. Der Polizeischvtz- ai den Uebergängen Westberlins zur Sowjetzone ist in den letzten Tagen wesentlich verstärkt worden. BERLIN. Der Generalsekretär der Sowjetzonen-LDP, Herbert Täschner, ist am Freitag verhaftet und mit Handschellen gefesselt in das Ministerium für Staatssicherheit in Berlln-Lichtenberg gebracht worden. Die Verhaftung, heißt es, sei wenige Stunden vor seiner beabsichtigten und seit Wochen vorbereiteten Flucht nach Westberlin erfolgt. SAARBRUECKEN. Die Christlich Demokratische Union des Saarlandes hat den ihr vom saarländischen Innenministerium am 14. Juli zurückgegebenen Registrierungsantrag' mit Datum vom 15. Juli erneut eingereicht VATIKANSTADT. Papst Pius XU. ist am Sonnabendabend in seine Sommeresidenz' Castel Gandolfo in den Albanerbergen übergesiedelt. BELGRAD. Marschal! Tito empfing am Wochenende in seinem Sommersitz auf der Insel Brioni zahlreiche prominente’ Gäste aus dem Ausland. BELGRAD. Die Ausbildung. Disziplin und Härte der jugoslawischen Soldaten und die Fähigkeiten der ju^bsla- wlschen- Offiziere machen einen ausgezeichneten Eindruck, erklärte der Beauftragte für militärische Hilfeleistung bei der USA-Botschaft in Belgrad. General Harmony, am Sonnabend. WASHINGTON. Der amerikanische Marineminister Dan Kimball gab am Wochenende bekannt, daß die USA-Flotte ein zweites mit Atomkraft angetriebenes Unterseeboot in Auftrag gegeben hat BUENOS AIRES. Die Besserung, die in dem Gesundheitszustand der schwerkj anken Frau Eva Peron am Sonnabend eingetreten ist. hält weiter am, gab ein Krankenbericht am Sonntag bekannt. SOEUL. Der Kongreß der Liberalen Partei in Taljon hat am Sonnabend den südkoreanischen Präsidenten Syngman Rhee einstimmig erneut als Präsidentschaftskandidaten nominiert. oz Und auch der Peter begriff nichts. Was hatte sie nur, seine Walp? Wie gebannt stand sie und lauschte mit zuckenden Lippen. Dah-doom — dah-doom — dah-doom — kam es fernher übers Moor. Da war es der. Walp, als hätte ihr die rätselhafte alte Rake aus dem Lande Zeit- vorbei noch einen letzten Gruß gesandt. „Hörst?“ fragte sie leise. Aber der Peter hörte nichts.' Wie sollte er auch? Er war nicht geboren im großen jMoo r - — ENDE — Sommer, Urlaubszeit und die Absicht, Unsere Leser mit etwas ganz anderem zu überraschen, ließ unsere Wahl auf einen ausgesprochenen Kriminalroman fallen, der ab Dienstag, 22. Juli, zum Abdruck gelangt. Das verbietet uns natürlich, auch nur irgend eine Andeutung über seinen Inhalt vor- wegzunehmen. Man muß ihn selbst lesen und wird aus der Spannung nicht herauskommen: Dec foti m Sütßitök von Willy Reese ■\rptr (Helsinki cuft' die Jugend der* Vielt' $ ZaUpek UoiU dU eisU QotdntedaitU dee SpUU Am ersten Tag ausschließlich olympische Bekorde in den Entscheidungen der Leichtathletik - Medaillensegen am Äniang für die russischen Leichtathleten — Torkämpfe in verschiedenen Sportarten - Nicht befriedigendes Abschneiden der deutschen Turner - Fußballer durch einen klaren Sieg über Aegypten unter den letzten acht Mannschaften des Olympischen Fußball- Turniers .Drei „Goldene" und vier Olympia-Rekorde Erster Tag mit glanzvollem sportlichem Auftakt - Sowjetunion bekam die meisten Medaillen Bei den XV. Olympisdien Spielen in Helsinki war es am Sonntag, dem ersten Tag, der Leichtathletik Vorbehalten, die ersten Olympiasieger zu küren. Vor über 70 000 Zusdiauern lieferten sich die Athleten aus aller Welt heiße Kämpfe, und es nimmt nicht wunder, daß bei diesem Zusammentreffen dea besten Sportler die olympischen Rekorde, vier an der Zahl, nur so purzelten. Den Vogel schoß die Sowjetunion ab* Im Diskuswerfen stellte sie alle drei Medaillen-Gewinnerinnen, wobei die Olympiasiegerin Nina Romaschkowa mit dem Siegeswurf von 51,42 m einen der zwei noch bestehenden, von Deutschen gehaltenen olympischen Rekorde, brach in der Qualifikation auf 41,37 m kam, in der Entscheidung jedoch mit 41,03 m abgeschlagen endete. Deutsche 800 m-Löufer im Zwischenlauf Die drei deutschen 800 m-Läufer Günther Steines (Koblenz), Heins Ulzheimer (Frankfurt) und Urban Cleve (Krefeld), bestanden in den Vorläufen und nehmen heute an den Zwischenläufen teil. In den Vorläufen war klar zu erkennen, daß die starken Läufer sich Zurückhaltung auferlegten und lediglich auf Platz liefen. Die absolut beste Vorlaufzeit schaffte Heinz Ulzheimer mit 1:51,4 Minuten. Der Frankfurter startete im sechsten Lauf auf der Innenbahn, übernahm nach einem Fehlstart die Spitze und führte die erste Runde in 55,7 Sekunden. 200 Meter vor dem Ziel wurde er voir dem Inder Dhanoa überspurtet, jedoch behielt Ulzheimer auf der Zielgeraden die Oberhand. Ein merkwürdiges Rennen lief Urban Cleve. Er lag bei 200 Meter an letzter Stelle und schob sich hinter dem in scharfer Fahrt führenden Olympia-Programm für Montag Die XV. Olympischen Spiele sehen für Montag, den dritten Wettkampftag, folgendes Programm vor: 7 Uhr: Wiegen der Ringer für den freien Stil. Fechten: Erste Vorrunde im Mannschaftsflorett. Turnen: Kürübungen des Zwölfkampfes. 8 Uhr: Rudern. Zweiter Vorlauf. 9 Uhr: Ringen. Freistil. 9—13 Uhr: Ledchathletik: Stabhochsprungausscheidung. Kugelstoßen-Ausscheidung. Weifsprung-Ausscheidung. 50-km-Gehen. 12 Uhr: Moderner Fünfkampf: Reiten. Segeln: Größere Boote, Olympia-Einheitsjollen. 14 Uhr: Fechten: Zweite Vorrunde im- Mannschaftsflorett 14 bi« 17 Uhr: Leichtathletik: 400 m Hürden; Zwischenläufe. Kugelstoßen-Entscheidung (Männer). 100- m-Zwischenläufe. 100-m-Frauen, erster Vorlauf. Weitspmng-Entscheidsung (Männer). 800-m- Zwischenläufe. 100-m-Entscheidung (Männer). 400-m-Hürden-Entscheidung. 100-m-Frauen, zweiter Vorlaut 15 Uhr: Zwölfkampf-Kürübungen. Rudern: Zweiter Vorlauf. 18 Uhr: Fußball: Polen — Dänemark in Abo. Türkei — Antillen in Lathi. Schweden — Norwegen in Tampere. Ungarn — Italien in Helsinki. 10 Uhr: Ringen: Freistil, Fortsetzung. Zeitangaben in deutscher Zeit). , Boysen (Norwegen) nach 400 Meter an die vierte Stelle. Bei 550 Meter wurde vorne das Tempo verschärft und Cleve fiel zunächst ruckartig zurück. Er fand aber, in der Zielkurve wieder Anschluß und blieb auf der Zielgeraden auf dem zweiten Platz Der Deutsche Meister Günther Steines begnügte sich mit dem dritten Platz im Vorlauf. Er übernahm in der Schlußrunde auf der Gegenseite die Führung, ließ sich aber in der Zielgeraden Zeit und wurde von Pearman und Tschewgun überspurtet. 10000m-Sieg in olympischer Rekordzeit Zatopek verbesserte die alte, von ibm 1948 aufgesteltte olympische Rekordzeit Der tschechoslowakische Langstreckenläufer Emil Zatopek wiederholte am Sonntag in Helsinki seinen olympischen Sieg von 1948 über 10 000 Meter. Der Tschechoslowakei war es damit Vorbehalten, die erste Goldmedaille der XV. Olympischen Spiele zu gewinnen. Zatopek siegte in der neuen olympischen Rekordzeit von 29:17,0 Minuten. Der alte olympische Rekord stand auf 29:59,6 Minuten, den Zatopek 1948 in London aufstellte. V0& Die tschechische Lokomotive, Emil Zatopek, wiederholte gestern seinen Olympiasieg von 1948 und gewann den 10 000 m-Lauf in neuer olympischer Rekordzeit. Die Wettkämpfe begannen Vor über 15 000 Zuschauern begannen am Sonntag morgen irti Olympiastadion in Helsinki die leichtathletischen Wettbewerbe der Olympischen Spiele mit den Qualifikationskämpfen im Diskuswerfen der Frauen. Dabei schnitt die Deutsche Meisterin Märian- ne Werner (Preußen Münster) hervorragend ab. Hinter N. Romaschkowa (Sowjetunion) mit 45,05 Meter und der Weltrekordhalterin Nina Dumbadse (Sowjetunion), die im Trainingsanzug antrat, und 43,20 Meter erreichte, belegte sie mit 41,37 Meter den dritten Platz. Sie blieb damit allerdings fast fünf Meter hinter ihrer bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin erzielten Meisterleistung zurück. Die viertbeste Leistung vollbrachte wieder eine sowjetische Sportlerein, E. Bagrjancewa, mit 40,73 Meter. Zu Beginn der Wettkämpfe marschierten das Kampfgericht und die Teilnehmer hintereinander aus dem unterirdischen Eingang zürn Wettkampfplatz. Der Abmarsch erfolgte in gleicher Weise. Weithin sichtbare drehbare Anzeigetafeln mit schwarzen Ziffern, auf weißem Grund unterrichteten die Zuschauer, deren Zahl sich bis zum Abschluß der Wettkämpfe fast verdoppelt hatte, vorbildlich. Bereits kurz nach einem Wurf stand die Leistung schon auf der Anzeigetafel. Zum erstenmal seit 1936 griff am Sonntagabend die deutsche Fußballmannschaft in das Olympische Fußballturnier ein. In Abo war Aegypten der Gegner, der in der Ausscheidungsrunde überraschend Chile bezwungen hatte. Vor 10 000 Zuschauern stellte sich vor dem italienischen Schiedsrichter Bamardi die deutsche Mannschaft wie folgt: Schönbeck, Eber- le, Post, Sommerlatt, Jäger, Gleixner, Mauritz, Stollenberg, Schröder, Schäfer und Klug. Die deutsche Mannschaft war bereits am Sonntag vormittag vom olympischen Dorf nach dem 167 km entfernten Abo gefahren um sich mit den Stadtverhältnissen vertraureu machen. Da sich Hinterstocker beim Training am Vormittag noch eine Fußverletzung zuzog, entschloß sich Bundestrainer Herberger, Mauritz aufzüstellen. Beim Betreten des elastischen Rasenbodens erhielten die in grün-weiß gekleideten Aegypter stärkeren Beifall als die im weißem Jersey und schwarzen Hosen spielenden Deutschen. In der Ehrenloge sah man den Präsidenten des Deutschen Fußballbundes, Dr. ^Suwens, Vizepräsident Huber und Generalsekretär Dr. Xandry. Deutschland führte zur Panse 2:0 Die deutsche Mannschaft war sofort im Bilde, und die Kombinationen liefen gut, obwohl der Halblinke Schäfer zur Bewachung des aegyptischen; Mittelstürmers nach hinten beordert wurde. Sommerlatt und Gleixner waren dafür besonders eifrig in der Offensive. Aegypten wurde zeitweilig weit in seine eigene Hälfte zurückgedrängt. Pech hatte bereits nach fünf «5* WMLv Sowjet-Fußballer nicht goldmedaUIenreif Das erste Auftreten sowjetischer Fußballsportler im Olympia-Turnier gegen Bulgarien am 15. Juli in Kotka hat einen Nimbus zerstört. Im Mittelpunkt der Kämpfe standen naturgemäß die Laufwettbewerbe. Hier holte sich über 10 000 m der Olympiasieger von 1948, die „tschechische Lokomotive“ Emil Zatopek, erneut die olympischen Ehren. Er gewann in der neuen olympischen Rekordzeit von 29:17,0 Minuten von dem Franzosen Mimoun und dem Sowjetrussen Anufriew. Zatopek nahm damit gleichzeitig erfolgreiche Revanche für die kürzlich von der sowjetischen Elite in Kiew erlittene Niederlage. Der dritte neue olympische Rekord fiel im Hochsprung der Männer. Hier siegte der 2,08 m große amerikanische Student Walter Davis mit 2,04 m vor seinem Landsmann Ken Wiesner (2,01 m). Die Amerikaner setzten damit die in der Geschichte der olympischen Spiele nur zweimal unterbrochene Siegesserie der USA-SRringer fort. Ueber 400 m Hürden fiel zwar noch keine Entscheidung, doch wurde ebenfalls der bestehende olympische Rekord (51,1 sek) verbessert. Der Amerikaner Charles Moore empfahl sich für den olympischen Lorbeer in der vorzüglichen Zeit von 50,8 Sekunden. Wenig verheißungsvoller Auftakt für deutsche Leichtathleten Der erste Tag der leichtathletischen Wettbewerbe war wenig verheißungsvoll für die deutschen Kämpfer. Ueber 100 m der Männer kam Werner Zandt (Stuttgart) nach seinem Vorlaufsieg (10,7) im Zwischenlauf nur auf 10,8 Sekunden und wurde um Handbreite von dem Engländer Jack auf den vierten Platz verwiesen. Auch Erich Fuchs (Kaiserslautem) schied aus. Fuchs erlief sich im Vorlaut mit 10,8 sek nur den dritten Platz, der für eine Qualifikation zum Zwischenlauf nicht ausredchte. Im Diskus der Frauen enttäuschte Marianne Werner (Wuppertal), die zwar Minuten Gleixner, als er einen Scharfschuß an das Außennetz jagte. Die Aegypter ließen erstmalig ihr Können aufblitzen, als Elmeckawi und Eldizwi an der Außenlinie entlang stürmten, doch verfehlte der Scharfschuß von Eldizwi knapp das Tor. Die deutsche Mannschaft lag dann meist im Angriff, während sich der Gegner auf einzelne Durchbrüche beschränkte. In der 34 Minute brachte Klug Deutschland mit 1:0 in Front, und bereits fünf Minuten später erhöhte Schröder auf 2:0. Bei diesem Ergebnis blieb es bis zur Pause. Ein wolkenbruchartiger Regen vermochte das gute Kombinationsspiel der Deutschen nicht zu stören. Ausgeglichene zweite Halbzeit Die zweiten 45 Minuten konnten die Aegypter zum großen Teil ausgeglichen gestalten. Nach dem Wiederanspiel setzten sie alles auf eine Karte. Pausenlose Angriffe wurden vor allem von dem rechten Flügel vorgetragen, der die linke Abwehrseite der Deutschen wiederholt in Bedrängnis brachte. Die Deutschen überstanden jedoch die Drangperiode und kamen in der 58.. Minute durch Schröder, der einen Paß von Mauritz verwandelte, zum dritten Treffer. Ganz überraschend fiel in der 63. Minute durch Eldizwi das Ehrentor für die Aegypter. Mit steilen Durchbrüchen versuchte der ägyptische Sturm die deutsche Abwehr in der Folge zu erschüttern. In der 68. Minute gab es eine gefährliche Situation vor dem deutschen Tor, als Elmackawi einen Freistoß über die Mauer hob, Torhüter Schönbeck aber Eldiz- wis Schuß aus der Gefahrenzone boxte. Die letzte Viertelstunde stand im Zeichen leichter deutscher Ueberlegenheit. Nach dem 3:1-Sieg sagte der Präsident des Deutschen Fußballbundes, Dr. Bauwens, „Unsere Mannschaft hat sehr gut gespielt. Der Sieg ist absolut verdient und hätte leicht höher aus- fallen können. Das Publikum hat mich enttäuscht Es ist nicht so objektiv wie in Helsinki“. Zatopek ließ in keiner- Weise erkennen, daß er im Frühjahr eine Herzschwäche überstanden hatte. Er setzte sich nach rund zwei Kilometern an die Spitze des 32 Läufer starken Feldes und verschärfte das Tempo derartig, daß ihm zunächst nur der Franzose Mimoun und der Engländer Pirie zu folgen vermochten. Nach fünf Kilometern, die in 14:43,3 Minuten zurückgelegt wurden, war nur noch Mimoun bei ihm. Obwohl Zetapok seinen bekannten abgekämpften Eindruck machte, dauernd mit offenem Mund lief und die Zunge ausstreckte, war er keinesfalls erschöpft. Bis acht Kilometer hiel Mimoun stand, dann war aber auch seine Widerstandskraft gebrochen. Zatopek dehnte seinen Vorsprung bis zum Ziel auf über 100 Meter aus. Während der letzten Kilometer des Rennens tobte durch das Stadion ein Jubelorkan, wissen doch gerade die Finnen die Leistung eines großen Langstreckenläufers am besten zu schätzen. Aus dem Hinterfeld arbeitete sich langsam Anufriew nach vom und holte hinter Mimoun für sein Land die erste Medaille. Mit Zatopek und Mimoun belegten die gleichen Läufer über 10 000 Meter die ersten Plätze, • wie vor vier Jahren in London. Die ersten sechs Läufer dieses Rennens unterboten den Olympischen Rekord von London, der auf 29:59,6 Minuten stand. Bei der ersten Siegerehrung im Olympiastadion, bei der die drei Erstplacierten vom ClO-Präsiden- ten Sigfrid Edstroem ihre Medaillen und von einem in Nationaltracht gekleideten Finnen Nelkensträuße erhielten, sang der tschechoslowakische Block die Nationalhymne mit. Neuer Olympischer Hürdenrekord Mit 50,8 Sekunden stellte der Amerikaner Charles Moore in der Zwischenrunde des 400-m-Hürdenlaufes einen neuen olympischen Rekord auf. Er verbesserte Jugoslawien-Sowjetunion blieb unentschieden Das Spiel Jugoslawien — Sowjetunion endete 5:5- unentschieden, nachdem auch die Verlängerung von zweimal 15 Minuten keine Entscheidung gebracht hatte. Damit wird ein Wiederholungsspiel notwendig, das am Dienstag in Tampere ausgetragen wird. Oesterreich schlug Finnlund 4:3 Mit dem Spiel Oesterreich — Finnland, wurde am Samstag im Olympiastadion zu Helsinki das olympische Fußballtumier gestartet. In diesem ersten Wettkampf nach der Eröffnung der Spiele siegte Oesterreich mit 4:3 Toren. Die Torschützen waren für Oesterreich: Gollnhuber (zwei), Stumpf und Grohs, für Finnland: Stolpe (zwei) und Rythkoenen. damit den Rekord seines Landsmannes Cochran aus dem Jahre 1948 um ’/io Sekunden. Charles Moore War in seinem olympischen Rekordlauf nicht zu halten. Der Sowjetpusse Julin der mit 52,4 Sekunden Zweiter wurde, wurde glatt abgehängt. Auch der als stark eingeschätzte Italiener Fi- liput endete weit abgeschlagen. pggjijsjSjj miiit M’IM Aach er hat seine Goldmedaille Der mfr’"' Riese (2.08 Meter moß) svrar ’’ 2.04 Meter hoch und gewann seine Goldmedaille mit einem neuen olympischen Rekord. Hier gibt Walter — seine Riesengestalt bietet die für Hochsprungleistungen nötigen Voraussetzungen — seinem Landsmann Dean Shmith, der auf der 100 m- Strecke antreten wird, eine Probe seines Springvermögens. Davis sprang Olympisdien Hochsprung-Bekord Der Amerikaner Walter Davis stellte am Sonntag im Olympiastadion zu Helsinki im Hochsprung der Männer mit 2,04 m einen nenen olympischen Rekord auf. Er verbesserte damit den alten Rekord seines Landsmannes Johnson aus dem Jahre 1936 um einen Zentimeter. Diese neue olympische Rekordhöhe »enügte dem Amerikaner Walter Davis auch zum olympischen Sieg und damit zur Goldmedaille, der ersten, die die USA bei den XV. Olympischen Spielen errangen. Der Versuch von Davis, 2,07 Meter zu überspringen, scheiterte. Er knüpfte mit diesem Sieg an die Erfolgsserie seiner Landsleute an, die lediglich 1932 durch den Kanadier Naughton (1,97) und 1948 in London durch den Australier Winter (1.98) unterbrochen wurde. „Er hob sein Bein und war drüber“ Es ist nicht uninteressant zu wissen, daß der Olympiasieger (2,04) die beachtliche Größe von 2,08 m aufzuweisen hat. Mit seiner kalifornischen Rolle hob er sich mühelos über die Latte. Vier Stunden dauerte der Kampf, in dem die Sonne den Hochspringern zu schaffen machte. Die Ueberraschung war der dünnbeinige Brasilianer Teiles, der sich in einem prächtigen Rollstil präsentierte. diese Weite im Vorkampf nicht. Im ersten Wurf des Vorkampfes warf sie 39,77 m, der zweite Wurf war ungültig, und der dritte von 41,03 reichte nicht für den Endkampf. Olympischer Rekord im Diskus der Frauen Bufilunds Werferinnen waren eine Klasse für sich per erste neue olympische Rekord bei den XV. Olympischen Spielen in Helsinki fiel am Sonntag im Diskuswerfen der Frauen. Die Sowjetrussin Nina Romaschkowa schleuderte den Diskus 50,84 Meter weit und fiberbot damit erbeblich den seit 1936 bestehenden olympischen Rekord der Deutschen Gisela Mauermeyer von 47,63 Meter. ~ Die erste Goldmedaille bei den Olympischen Spielen überhaupt sicherte für die Sowjetunion Nina Romaschkowa .deren olympischer Rekordwurf von 50,84 Metern nicht mehr überboten wurde. Wenn ihre Landsmännin Nina Dumbadse auch nicht den ersten Platz belegte, so wurde doch mit diesem Sieg erneut unterstrichen, daß die Sowjetunion im Diskuswerfen der Frauen die führende Position in der Welt inne hat. Drei Sowjetfahnen am Siegesmast Bei der Siegerehrung im Diskus der Frauen wehten drei Sowjetfahnen am Siegesmast. Den kraftvoll gepeitschten Würfen der untersetzten blonden Romaschkowa hatten die übrigen Konkurrentinnen nichts entgegenzusetzen. Mit fast viereinhalb Meter Vorsprung gewann sie die Konkurrenz. Der Siegeswurf von 51.42 m wurde im dritten Durchgang des Vorkampfes erzielt, nachdem für den zweiten bereits 50,84 m gemessen waren. Die Weltrekordhalterin Dumbadse mußte sich mit dem dritten Platz zufrieden geben. Ihre Landsmännin Bagrjancewa lief ihr überraschend den Rang ab. Dumbadse schien ihre alte Sicherheit verloren zu haben. Nach einer Vorkampfserie von 45,85, 40,27- und 44,10 m kam sie im ersten Wurf der Entscheidung auf 46,26 m, was zur Bronzemedaille reichte. Alle drei Russinnen waren in der Drehung schneller als die übrigen Werferinnen und wurden auch im Armzug von keiner erreicht. Marianne Werner nicht im Endkampf Die deutsche Diskusmeisterin Marianne Werner (Wuppertal) vermochte im Diskuswurf nicht an ihre in den letzten Monaten in Deutschland gezeigten stabilen Leistungen anzüknüpfen. Während sie am Sonntagvormittag bei der Qualifikation im ersten Wurf mühelos auf 41,37 m gekommen war, erreichte sie Glänzender Start der deutschen Fußballer Deutschland gewann gegen Aegypten 3:1 - Gate Leistungen der deutschen Mannschah Die deutsche Fußballelf erzielte in ihrem ersten Spiel innerhalb des Olympischen Turniers am Sonntag einen verdienten 3:1 (2:0)-Sieg über Aegypten. Brasilien behielt gegen Luxemburg mit 2:1 (1:0) die Oberband, während die Begegnung zwischen Jugoslawien und der Sowjetunion nach Ablauf der regulären Spielzeit 5:5 unterschieden stand, so daß eine Verlängerung notwendig wurde. Bei der Pause führten die Jugoslawen 8r0. \ « Seite 4 / Nummer 166 Montag, 21. Juli 1952 Deutsche- Ue&etcaschÜHgsecfotg^ auf dec Solitude Ueber 400 000 an der Rennstrecke - Deutscher Fahrernachwuchs bestand Bewährungsprobe - Sensationelle deutsche Siege in unteren Klassen (VON UNSEREM SPORTREDAKTEUR GUNTER OBERST) Der Große Preis von Deutschland und 5. Weltmeisterschaftslaut für Motorräder am gestrigen Sonntag auf der verbesserten Rennstrecke der Solitude bei Stuttgart, die von über 400000 Menschen umsäumt war, brachte den Beweis, daß die deutsche Motorradindustrie mit ihren Konstruktionen wieder den Anschluß an die Weltfabrikate gefunden hat. Wohl fehlte die neue BMW, deren Abwesenheit sehr vermißt wurde, denn sicherlich wären die erwarteten 500 000 Zuschauer gekommen, wenn Georg Meier mit von der Partie gewesen wäre. Hinzu kommt noch, daß Weltmeister Duke wegen seiner Verletzungen auf dem Schottenring ebenfalls nicht starten konnte. Doch der Verlauf der einzelnen Rennen ließ diesen Mangel' bald vergessen, zumal andere deutsche Fabrikate große Erfolge errangen. So das Neckarsulmer NSU-Werk, dessen eine Rennfox von dem jungen Nachwuchsfahrer Werner Haasin einem begeisternden Rennen gegen die Mondial des Weltmeisters 1951, Carlo Ubbiali, zum vielumjubelten Sieg gesteuert wurde. Einen weiteren deutschen Triumph gab es in der 250 ccm-Klasse durch den ebenfalls noch jungen DKW-Fahrer Fel- genheier, der nach dem Sturz der Weltmeister Ruffo und Lorenzetti, beide Italien, zum Sieg kam. Bemerkenswert, daß in dieser Klasse die ersten fünf Fl ätze von deutschen Maschinen belegt wurden. Die Rennen der schweren Maschinen ab 350 ccm und der 500 ccm Seitenwagen gewannen zwar die hochentwickelten und schon seit vielen Rennen bewährten Nortons, Gileras und AJS, doch auch hier konnten deutsche Fabrikate einwandfrei das Tempo der Ausländer mithalten und auf achtbare Plätze kommen. Der fünfte Rang des DKW-Fahrers Kluge in der 350 cm-Klasse und die guten Plätze der BMW-Gespanne sowie das Abschneiden von Friedei Schön auf Horex undBaltisberger auf BMW in der 500 ccm-Klasse lassen erkennen, daß man auch bei einem Weltmeisterschaftslauf wieder mit deutschen Maschinen zu rech nen hat. Das gestrige Solitude-Rennen war der Höhepunkt der diesjährigen deutschen Motorradsport- Saison. ^ Irländer Armstrong auf seiner Norton übernahm bald Schon Stunden vor Beginn des Rennens strömten die Zuschauer — soweit sie nicht schon am Samstag gekommen waren — auf den teilweise verstopften Anfahrtsstraßen nach der traditionsreichen SoHtude- Renn strecke, die am Sonntag wohl ihr größtes Fest seit Bestehen feiern durfte. Klangvolle Namen von Fahrern und Maschinen füllten das Programm. Weltmeister, Weltrekordfahrer und die Namen vieler Nationen beanspruchten das besondere Interesse. Vor Beginn des Rennens begrüßte Oberbürgermeister Dr. Klett die Zuschauer mit herzlichen Worten. Er gedachte des Bundespräsidenten, dessen Gattin am Samstag verstorben ist. Sensation schgh beim ersten Lauf Dann wurden die 29 Maschinen des 125 ccm-Ren- oens an den Start geschoben. Pünktlich um 9 Uhr senkte sich die Startflagge und das Solituderennen 1952 mit seiner erstklassigen Besetzung nahm seinen Anfang. In der ersten Startreahe stand der Weltmeister des Jahres 1951, Ubbiali, mit seiner Mondial, die er auch in diesem Jahr von Sieg zu Sieg führte. Neben ihm war H. P. Müller, ebenfalls mit einer italienischen Mondial. Die zweite Startreihe bildeten drei NSU-Rennfoxe und die MV-Augusta des Italieners Sala. Am schnellsten kam Ubbiali vom Start.' H. P. Müller tauchte trotz seines schwachen Starts als Erster nach der ersten Runde auf, gefolgt von Copeta, Italien, und Weltmeister Ubbiali. Nur 22 der'gestarteten 29 Fahrer haben die erste Runde beendet. Den ersten Sturz des Tages verursachte der Oesterreicher Schneeweiß, der aber unverletzt blieb. In der zweiten Runde stürzte am Dreispitz der Stuttgarter Daiker. Der junge Neckarsulmer Haas, der erstmals auf eine NSU-Werkmaschine gesetzt wurde, ging in der dritten Runde in Führung und schaffte einen neuen Rundenrekord. Der Engländer Cecdl Sandford auf MV-Augusta rückte immer stärker nach, galt er doch als edner der heißen Favoriten dieses Rennens. Die dritte Runde brachte bereits das Ausscheiden von H. P. Müller, der wegen Maschinenschaden aufgeben mußte. Nach der sechsten Runde lag Ubbiali wieder an der Spitze. Er, Haas, Copeta und Sandford wechselten ständig in der Führung. Gegen Schluß des Rennens fiel Copeta zurück, während Haas das Rennen seines Leben® gegen den italienischen Weltmeister fuhr. In der vorletzten Runde ging er beim Glemseck an dem Italiener vorbei, doch am Frauenkreuz hielt Ubbiali wieder die Spitze. Im Schattengrund hatte Haas wieder 20 Meter Vorsprung vor dem Weltmeister. Mit knappem Vorsprung ging Ubbiali in die letzte Runde vor Haas, Doch im Schattengrund war Haas wieder 10 Meter vor Ubbiali. Die Sensation schien sich anzubahnen und wurde Wirklichkeit: Haas besiegte den Weltmeister. Ein großer Augenblick dieses Solitude-Renntages. Auch der fünfte Platz von Luttenberger auf NSU wurde stark gefeiert Haas fuhr in der letzten Runde einen neuen Rundenrekord von 120 Stundenkilometer. Nur mühsam konnte er sich nach dem Rennen den Weg zur Siegerehrung bahnen. Bundesverkehrsminister See- bohm legte ihm den'Siegerkranz um und als erste Fahne ging das schwarz-rot-goldene Banner am Siegesmast empor. Audi zweites Rennen ein deutscher Sieg Eine ausgezeichnete Besetzung wies das Rennen der 250 ccm Solomaschinen auf. Weltmeister und Weltrekordfahrer standen in den vorderen Stetreihen. 22 Fahrer nahmen das Rennen auf, unter ihnen die neue deutsche Zweitakt-DKW- Maschine, die Zweizylinder-NSU-Werksmaschine und die Horex von Gablenz, die den Kampf mit den Moto-Guzzis der Weltmeister Ruffo, Lorenzetti und Andersen. Das Feld kam geschlossen vom Start. Aus der ersten Runde kam Weltmeister Ruffo als erster heraus, gefolgt von Andersen, ebenfalls auf Guzzi, und dem Engländer Lomas, der die NSU-Zweizylinder-Werksmaschine steuerte. Wünsche auf DKW mußte bereits nach der ersten Runde am Ersatzteillager anhalten. Nach der dritten Runde lag Weltmeister Bruno Ruffo klar an der Spitze vor seinem Landsmann Lorenzetti und der NSU von Lames. Ruffo versuchte dem Feld davonzufahren und wurde dabei von seinem Stallgefährten Lorenzetti unterstützt, der die hinter ihm lie genden Maschinen zurückhieit, und so den Weltmel ster abschirmte. In der 6. Runde gelang es aber Lomes, den Italiener Lorenzetti zu überholen und auf den zweiten Platz vorzurücken, Ruffos Abstand verringerte sich mit zunehmender Rundenzahl. In der 7, Bunde schloß Lorenzetti zu dem führenden Ruffo auf, während Lomas einige Sekunden einbüßte. Ruffo und Lorenzetti jagten sich gegenseitig und holten das letzte aus ihren Maschinen heraus, bis Lorenzetti in der achten Runde die Führung übernahm. Lomas konnte aus dieser Jagd ebenfalls Boden gewinnen und fand Anschluß an die führenden Italiener. Doch aus der letzten Runde kam als erster nur Felgenheier auf DKW* während die drei führenden Maschinen ausblieben. An zweiter Stelle folgte Hein Thom- Frikker. Lomas mußte in der vorletzten Runde wegen Motorschaden aufgeben. Ruffo und Lorenzetti stürzten 500 Meter vor Start und Ziel, bevor sie in die letzte Runde einfahren konnten. So kam es, daß in der letzten Runde fünf deutsche Fahrer in Führung lagen. Sie passierten in der Reihenfolge Felgenheier (DKW), Hein Thom-Prikker (Moto-Guzzi), Gablenz (Horex), Kluge (DKW) und Gehring (Moto- Guzzi) die Ziellinie. Also fünf Deutsche an der Spitze. Beim Sturz der beiden Italiener kam Lorenzetti mit dem Schrecken davon, während Ruffo lediglich eine Fuß Verletzung davontrug. Irischer Sieg in der 350 ccm-Klasse Auch im Rennen der 350 ccm-Klasae waren trotz des Ausfalls von Weltmeister Duke starke Maschinen und Fahrer am Start. Den Ehrenplatz in der vordersten Startreihe nahm der Deutsche Meister Roland Schnell (Karlsruhe) ein. Der AJS-Fahrer Jack Brett (England) erwischte den besten Start. Schon nach der zweiten Runde übernahm Lomas, diesmal auf AJS, che Führung. Wünsche auf DKW lag zu diesem Zeitpunkt als bester Deutscher auf dem 6. Platz. Der die Führung, die er allerdings eine Runde später an den Australier Ken Kavanagh (Norton) abgeben mußte. Bekanntlich fuhr im letzten Jahr der Australier auf seiner 500 ccm Norton den bisherigen Soli- tuderekord. Der Abstand von Kavanagh und Armstrong betrug rund 400 Meter. Bei der Jagd zwischen diesen beiden Norton-Fahrem wechselte die Führung jedoch bald wieder. Wünsche hatte besonderes Pech, denn er verlor seinen linken Fußraster, so daß er die Hauptzeit des Rennens sein Bein nicht aufstellen, sondern hinten Wegstrecken mußte. In -der 7. Runde war der Rundenrekord des Weltmeisters Duke, den der neunten Runde überholte die Gilera Merlos die Norton von Smith und nahm den zweiten Platz hinter Oliver ein. Da gab es in der neunten Runde eine Sensation. In dem Augenblick, in welchem Oliver zur letzten Runde Start urjd Ziel passierte, zeigte sein Seitenwagenrad eine Rauchfahne. Oliver mußte mit dem Tempo herunter, Merlo ging an ihm vorbei und übernahm die Spitze. Oliver mußte noch vor dem Frauenkreuz ausscheiden, während Merlo dem Ziel zustrebte. Oliver scheint auf der Solitude immer von besonderem Pech verfolgt zu sein, denn schon im letzten Jahr verlor der Weltmeister sein Seitenrad und mußte in führender Position ausscheiden. Der Engländer Smith versuchte in der letzten Runde die schnelle Gilera noch einzuholen, was ihm auch gelang. Trotz Olivers Ausscheiden gab es also durch Smith einen Norton-Sieg über die starke Vierzylinder-Gi- lera. Der Endkampf dieser beiden Seitenwagen-ma- schinen gehört mit zu den Sensationen des diesjährigen Solitude-Rennens. Dreifacher Norton-Sieg in der 500 ccm-Klasse Das Rennen der 500 ccm-Solomaschinen bildete den Abschluß und. Höhepunkt dieses großen Renntages auf der Solitude. Neben den Nortons, Augustas und AJS standen der Hockenheim-Sieger Friede! Schön mit seiner Horex und die einzige BMW-Werks- maschine, gesteuert von Baltisberger, wobei es sich nicht um die neue Konstruktion handelt, mit der Georg Meier das Schottenrennen gewann. Insgesamt waren 26 Maschinen am Start. Kavanagh setzte sich mit seiner Norton sofort an die Spitze des über mehrere Runden dicht geschlossenen Feldes. Friedei Schön schob sich rechtzeitig in die Spitzengruppe hinein, in der er verbissen Anschluß hielt. Auch Baltisberger versuchte sich zu halten und lag nach der dritten Runde an zehnter Stelle. Nach vier' Runden hat■ - Solitude-Rennen in diesem Jahr vor einer Rekord-Zuschauerzahl von über 400 000 Motorsportbegeisterten er im vorigen Jahr aufgeätellt hatte, bereits unterboten, ein Beweis, wie scharf dieser Lauf der 350 ccm-Klasse ausgefahren wurde. In der 9. Runde stürzte der sich trotz seiner Behinderung so glänzend haltende Siegfried Wünsche, doch blieb er erfreulicherweise unverletzt. Während die beiden Spitzenfahrer unbehindert dem Ziele zustrebten, entwickelte sich ein spannender Kampf um den dritten Platz zwischen Lawton, Lomas und Ring. Doch konnte Ewald Kluge als bester deutscher Fahrer sich noch vor Ring auf den fünften Platz schieben. So gab es in dieser Klasse einen Doppelsieg von Norton mit Armstrong und Kavanagh, während Lomas auf AJS auf den dritten Platz kam. Vierter wurde der Norton-Fahrer Lowton, während Ewald Kluge in diesem Weltklassefeld einen beachtlichen fünften Platz auf der Werks-DKW belegte, Irlands Fahne ging zu Ehren Armstrongs am Mast empor. Oliver wieder vom Pech verfolgt Den Ehrenplatz am Start zur 500 ccm-Seitenwagen- klasse nahm Weltmeister Oliver ein, während in der zweiten Startreihe eine Norton zwischen zwei italienischen Gilera stand. Die deutschen Farben vertraten einige BMW-Gespanne, unter ihnen Eberlein/ Sauer und Ebersberger/Strauß. Als erster kam Olivers Gespann in die Kurve am Glemseck, und er lag auch nach der ersten Runde in Führung. In der Kurve am Glemseck stürzte schon in der zweiten Runde der in der Weltmeisterschaft führende Italiener Milan! mit seiner Vierzylinder Gilera. Damit war der Weg frei für Weltmeister 1951 Oliver, der seinen Vorsprung Runde um Runde vergrößerte. Im Kampf um die Plätze fuhr der Feldberg-Sieger Noll ein scharfes Rennen gegen die belgischen Norton-Fahrer Masuy, dessen Beifahrer Jenkinsen mit seinem roten Vollbart wieder besonderes Interesse erregte. Auch das BMW-Gespann Eberlein/Sauer hielt sich gegen die ausländische Konkurrenz recht gut. Die zweite noch im Rennen verbliebene Vierzylimder-Gilera von Merlo, rückte dichter an die Maschine des an zweiter Stelle liegenden Engländers Smith heran, während Oliver einem sicheren Siege zuzusteuern schien. In Xscori gewann Großen Preis von England Alberto Ascari (Italien) gewann am Samstag in Silverstone den Großen Preis von England der Formel II-Rennwagen, der als Wertungsiauf zur diesjährigen Automobilweltmeisterschaft zählt, in 2:44,41 Stunden für 402 km, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 146,32 km in der Stunde entspricht. Der Sieger führte mit seinem Ferrari-Rennwagen das Teilnehmerfeld vom Start bis ins Ziel an und stellte mit 151,40 km in der Stunde einen neuen Stundenrekord auf. Den zweiten Platz belegte Ascaris Landsmann Piero Taruffi, ebenfalls auf Ferrari, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 144,53 km in der Stunde. Der Engländer Mike Hawthom wurde auf Cooper-Bristol mit 142,78 km in der Stunde dritter. Die Franzosen Manzon und Trintignant schieden mit ihren Gordini-Rennwagen frühzeitig aus. Ascari führt' numehr in der Weltmeisterschaftswertung mit 26 Punkten vor Taruffi mit 19 und Farina mit 13 Punkten. Zweiter Sieg Taruffi* Im Anschluß an den Weltmeisterschaftslauf wurde ein Rennen für formelfreie Rennwagen ausgefahren, das ebenfalls Piero Taruffi (Italien) auf Ferrari als Sieger sah. Er legte die 35 Runden gleich 165 km in 1:06:02,8 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 149,78 km'Std. zurück. Zweiter: Luigi Villoresi (Italien) — Ferrari 149,23 km/Std.. Dritter: Francisco Landi (Brasilien) — Ferrari 145,99 km/Std. Die Pechsträhne des britischen Nationalrennwagens BRM hielt auch in diesem Rennen an. ten die drei Nortonfahrer Armstrong, Kavanagh und Lawton schon einen deutlichen Vorsprung herausgefahren, während sich hinter dieser Spitzengruppe ein scharfer Kampf um die Plätze entspann. Der Weltmeister von 1949, Leslie Graham, England, auf seiner MV-Augusta blieb den führenden Nortons hart auf den Fersen. Der an vierter Stelle liegende Graham mußte in der 10. Runde am Ersatzteillager halten, womit ein scharfer Favorit um seine Chancen' kam. Er mußte Kerzenwechsel vornehmen. Ausgezeichnet lag bis dahin der Horex-Werksfahrer Friedei Schön der noch vor dem Weltmeister Umberto Masetti auf dem achten Platz auftauchte. Karl Rührschneck auf Norton, der erste deutsche Privatfahrer, fiel weiter und weiter zurück und kam im Mittelfeld auf einen elften Platz. Der Rundendurchschnitt für In ollen Klassen sah man spannende Kämpfe die Spitzengruppe kletterte nach der Hälfte des Rennens auf 133,9 km/std. Dieses mörderische Bennen konnten die beiden BMW-Privatfahrer Groß und Barth nicht durchhalten und mußten sich in der 10. Runde überrunden lassen. Inzwischen konnte Kavanagh den Rundenxekord, den im Vorjahr Weltmeister Duke auf 136 km/std. stellte, auf 136,3 verbessern. In der 12. Runde stieg dieser Rekord sogar auf 136,7. Kavanagh vergrößerte drei Runden vor Schluß des Rennens seine Führung auf 17 Sekunden und es sah schon ganz nach einem Sieg Kavanaghs aus. Da glückte in der vorletzten Runde dem bisher an zweiter Stelle liegenden Armstrong zu dem Spitzenreiter auf zuschließen und ihn in der letzten Runde sogar zu überholen. Armstrong, der erstmalig für den Nartan- Rennstall in diesem Jahr verpflichtet war, holte gleich beim erstenmal einen Sieg heraus. Ergebnisse der einzelnen Bennen: 125 ccm Solo: 1. Werner Haas, Augsburg, auf NSU. Zeit: 58:28,8 Min. gleich 117,73 km/h. 2. Carlo Ubbdala, Italien, auf Mondial. Zeit: 58:29,5 Min. gleich 117,71 km/h. 3. Cecil Sandford, England, auf MV-Augusta. Zeit: 59:41,9 Min. gleich 117,29 km/h. 4. Alfrede Copeta, Italien, auf MV-Augusta. Zeit: 59:27,0 Min. gleich 1:55,81 km/h. 5. Hubert Luttenberger, auf NSU. Zeit'. 1:00,26 Std. gleich 113,9 km/h. 6. Zinzani, Italien, auf Moriai. Zeit: 1:02:22,4 Min. gleich 110,39 km/h. 250 ccm Solo: 1. Rudi Felgenheier, Niederlahnstein, DKW, 1:05:51,3 gleich 125,46 km/h 2. Heinrich Thom- Prikker, Bad Godesberg, Moto Guzzi, 1:06:42,5 gleich 123,85 km/h. 3- Hermann Gablenz, Karlsruhe, Horex, 1:08:15,8 gleich 121,03 km/h. 4. Ewald Kluge, Ingolstadt, DKW, 1:08:23 gleich 120,82 km/h. 5. Gotthilf Gehring, Ostelsheim, Moto Guzzi, 1:08:23,5. gleich 120,8 km/h. 6. Wheeler, England, Moto Guzzi, 1:08:48,7 gleich 120,07 km/h. 350 ccm Solo: 1. Reginald Armstrong, Irland, Norton, 1:13:49,9 std. gleich 130,55 km/h. 2. Ken Kavanagh, Australien, Norton, 1:13:50,2 gleich 130,54. 3. Bill Lomas, England, AJS, 1:14:18,2 gleich 129,72, 4 . William Lawton, England, AJS, 129,70. 5. Ewald Kluge, Ingolstadt, DKW, 127,44. 6. Emi Ring, Australien, AJS. 500 ccm Seitenwagen: 1. Cyril Smith/Bob Clements, England, Norton, 59:17,0 Min. gleich 116,14 km/h. 2. Emesto Merlo/Dino Magri, Italien, Gilera, 59:17,3 gleich 116,13. 3. Jacques Drion/Bill Onslow, Frankreich, Norton, 1:01:05 gleich 112,71. 4. Marcel Masuy/ Denis Jehkinson, Belgien, Norton, i:01:07,l gleich 112,65. 5. Julien Deronne/Georg Weißgerber, Belgien, 1:01:08,4 gleich 112,61. 6. Wilhelm Noll/Fritz Crom, Kirchbain, BMW, 1:01:09,6 gleich 112,39. ■ 500 ccm Solo: l. Reginald Armstrong, Irland, Norton, 1:32:35,7 gleich 133,85. 2. Ken Kavanagh, Australien, Norton, 1:32:36,1 gleich 133,83. 3. Sid Lawton, England, Norton, 1:32:36,3 gleich 133,83. 4. Leslie Graham, England, MV-Augusta, 1:33:40,1 gleich 132,42. 5. Aüguste Goffin, Belgien, Norton, 1:37:07,5 gleich 127,60. 6. Hans Baltisberger, Betzingen, BMW, 1:37: 18,0 gleich 127,35. Nach dem Pflichtturnen bisher nur Vierter Deutsche Turnermannschaft begann unter keinem glücklichen Steen Die olympischen Turnwettbewerbe wurden am So nntag mit dem Pflichtturnen der Gruppe n fortgesetzt. Mit 279,3 Punkten vermochte Deutschland zwar diese Gruppe siegreich zu beenden, doch turnten in der Gruppe I am Stam»tag die Sowjetunion mit 284,35, die Schweiz mit 281,85 und Finnland mit 280,45 Punkten besser, so daß bei Ausstehen der Gruppe ni Deutschland bisher nur den vierten Platz in der Mannschaftswertung belegt. . Das Turnen der deutschen Riege stand unter keinem günstigen Stern, denn sie hatte einen ausgesprochen schlechten Tag und schien übermüdet. So kam sie bei den Pflichtübungen nicht entfernt an ihre ge-' wohnten Leistungen heran.' Erst am letzten Gerät (Pauschenpferd), das 9onst als schwächste deutsche Disziplin angesprochen werden kann, kam die deutsche Mannschaft in eine ansprechende Leistungshöhe Die Leichtathletik-Sensation: Helsinki hatte schon vor Beginn der Olympischen Spiele seine große Sensation in der Leichtathletik. Der amerikanische Kugelstoßer Perry O'Brien (unser Bild) zeigte im Training eine völlig neue Kugelstoß-Technik. Nicht weniger als 18 mal wuchtete dieser die Kugel hinaus, und jeder Wurf lag über 17 Meter. und konnte dadurch wenigstens Japan (Gruppe I) mit 277,85 Punkten auf den fBffften Platz verweisen- Nur wenn die Deutschen beim Kürturnen am Montag ihre Sonntagsleistung verbessern, können sie den Olympiasieger von 1948, Finnland, noch übertreffen. Von den acht deutschen Turnern kam nur Helmut Bantz ungefähr an seine Form heran und placierte sich mit 56,40 Punkten zusammen mit dem Schweizer Tschabold auf dem fünften Rang hinter Stalder mit 57,15 Punkten und drei Sowjetrussen (alle Gruppe D. Mannschaftswertung in der Gruppe II: 1. Deutschland: 279,3 Punkte. 2. USA 271,3. 3. Polen 269,25. 4. Oesterreich 265,40.' 5. Dänemark 263,35. 6. Luxemburg 254,25 Punkte. In der Einzelwertung der Gruppe II belegte Helmut Bantz (Langerfeld) mit 56,40 Punkten den ersten Platz vor Scrobe (USA) und Stoffel (Luxemburg) mit je 55,56 Punkten, Sauter (Oesterreich) mit 55,40, Theo Wied (Stuttgart). Alfred Schwarzmann (Goslar), Hans Pfann (Neu-Oetting) mit je 55,35 Punkten. Jakob Kiefer (Bad Kreuznach) mit 54,80 und Stout (USA) mit 54,40 Punkten. Beste an den einzelnen Geräten in der Gruppe II waren: Pauschenpferd: Dickhut und Sauter je 9.60 Punkte. Ringe: Alizaky (Aegypten) 9,45. Rede: Schwarzmann 9,70. Barren: Bantz 9.60. Boden: Jokiel (Polen) 9,55. Pferd. Jfcng: Bantz, Theo Wied, Algizakv und Girardi (Oesterreich) je 9,45. Beste Einzelturner beider Gruppen (I und II): Pauschenpferd: Chaguinian 9.90. Ringe: Chaguinian 9.80. Reck: Laitinen, Savoiainen (beide Finnland) und Guenthard (Schweiz) je 9,75. Barren: Eugster (Schweiz) 9,85. Boden: Uesako (Japan) und Jokiel (Polen) je 9,55. Pferd, lapg: Takemoto, Uesako (beide Japan), Caklec (Jugoslawien) je 9,55. Stalder führt in der Einzelwertung In der Einzelwertung übernahm der Schweizer Weltmeister Sepp Stalder mit *T15 Punkten die Führung. Auf den nächsten Plätzen folgten mit Chaguinian 57 Punkte, Mouratov 57 Punkte und Tsehukarin 56,85 Punkte, drei sowjetische Turner. Victor Tschu- karin, der mit reichen Vorschußlorbeeren bedacht wurde, versagte im Bodenturnen (8.65 Punkte), bewies aber in den anderen Uebungen großes Können. Auch sein Landsmann Chaguinnian bot eine überzeugende Leistung unct gefiel vor allem durch seine Eleganz Der Schweizer Tschabold belegte mit 56,40 Punkten vor dem Japaner Kaneko mit 56,30 Punkten den fünften Plat^ nach den Pflichtübungen. Montag, 21. Juli 1952 Nummer 166 / Seite 5 Binger-Auftakt mit deutscher Niederlage Seit Sonntagfrüh standen sich in der Messehalle XI to Helsinki die Ringer in den ersten Vorentscheidungskämpfen im freien Stil gegenüber. Die Halle war überraschend gut besetzt und zeigte kaum eine Lücke. Unter den Zuschauern sah man auch den Präsidenten des NOK, Dr. Karl Ritter von Halt, den Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg und Dr. Bauwens. Der Auftakt für Deutschland war keineswegs überzeugend. Der Dortmunder Federgewichtler Rolf Ellerbrock hatten den Finnen Rauno Mäkinen zum Gegner, der dem Deutschen schon rein körperlich überlegen war. Der Standkampf in den ersten sechs Minuten verlief noch einigermaßen ausgeglichen, so daß die Kampfrichter ein unentschieden gaben. Die Auslosung gewann dann Ellerbrock, so daß der Finne als erster zu Boden mußte. Der Dortmunder, im Freistil unerfahren, konnte mit dem dauernd von der Matte flüchtenden Finnen nicht viel anfangen, während der Finne eine Wertung erzielte, als Ellerbrock zu Boden mußte. Dies reichte zu einem denkbar knappen Punktsieg, wobei sich jedoch die Kampfrichter mit 3:0 Richterstimmen völlig einig über den Sieg von Mäkinen waren. Trotz seiner Niederlage ist Ellerbrock noch nicht aus dem Rennen, da ein Ringer erst nach zwei Niederlagen aus dem Wettbewerb ausscheidet. Mackowiack klarer Punktsieger über Cecdüni Im zweiten Kampf der Weltergewichtsklasse im freien Stil, die noch in das Programm der Vormittagskämpfe beim olympischen Ringertumier eingeschaltet wurde, besiegte der Deutsche Meister Anton Mackowiack (Heros Dortmund) den starken Italiener Arvedo Cecchini nach Punkten mit 3:0. Der Italiener ließ den Deutschen nicht zu Wartungen kommen, so daß der Kampf länge Zeit ohne Ergebnis stand. Erst in den letzten Minuten war Mackowiack in den Kampfhandlungen der bestimmende Mann, der in der letzten Minute seinen Gegner zu Boden riß und seine bereits klare Führung durch einen Nackenhebel vergrößerte, wobei der Italiener durch geschicktes Kontern knapp einer Niederlage entging. Unmittelbar darauf kam der Gong. Mackowiack wurde mit 3:0 Richter stimmen Sieger nach Punkten Leichter überlegener Punktsieger Max Leichter (Frankfurt-Eckenheim) kam im Halbschwergewicht zu einem überlegenen Punktsieg gegen den Finnen P. Sepponen. Der Frankfurter war durch seinen Gegner nie gefährdet. Er war in den letzten Minuten des Kampfes am stärksten und brachte hier den Finnen mehrfach an den Rand der Niederlage. Dieser jedoch war wendig genug, die entscheidende Niederlage abzuwenden, den überlegenen 3:0-Punktsieg Leichters konnte er jedoch nicht verhindern. Heini Weber Schultersieger Der zweite deutsche Ringer, der am Sonntag in das Olympische Turnier im freien Stil eingriff, war der Deutsche Fliegengewichtsmeister Heim. Weber (Göppingen), auf den der Deutsche Atbletenbund mit die größten Hoffnungen setzt. Weber konnte die Erwartungen auch restlos erfüllen und besiegte den Engländer Cheethman nach 6:15 Minuten mit Köpfzug entscheidend. Weber war sofort der aggressivere Ringer, so daß sich der Engländer voll und ganz auf die Defensive beschränken mußte. Setzte Weber seine raffinierten Fallgriffe an, dann kam Cheethman in starke Bedrängnis. Er war jedoch gewitzigt genug und vor allen Dingen auch körperlich etwas stärker, so daß er jedesmal entweichen konnte. Die Bo- denrunde- wurde zugunsten Webers ausgelost, der den Engländer sofort bei der ersten Griffhandlung von hinten umfaßte und auf die Schultern zwang. Qualifikationshöhe 1.87 Meter Im Olympiastadion fanden am Sonntagvormittag die Qualifikationskämpfe der Männer im Hochsprung statt, wobei eine Höhe von 1.87 Meter zu überspringen war. Insgesamt 36 Leichtathleten beteiligten sich an diesem Kampf, in dem sich lediglich 28 qualifizieren konnten. Alle Favoriten waren darunter u. a. der Franzose Damitto, der 1948 in London mit 1.95 Meter Fünfter wurde,der Endländer Pater- son, der Rumäne Soeter, der Schweizer Wahli und schließlich alle gemeldeten Amerikaner, deren .Eleganz und Leichtigkeit, mit der sie die Höhe, bezwangen, besonders bestach. Deutsche nehmen im Hochsprung der Männer nicht tdlL VleuUaws landete Btttv-Uo- gegen ten Unerwartet schnelles Ende für den langen Hein ans Hamburg Der Kampf um die Doppelmeisterschaft im Schwergewicht der Berufsboxer zwischen dem Europatitelhalter Heinz Neuhaus (Dortmund) und dem Deutschen Meister Hein ten Hoff (Hamburg), d^r am Sonntag auf der Dortmunder Kampfbahn Rote Erde vor 47 600 Zuschauern ausgetragen wurde, nahm ein unerwartet schnellesfnde. Bereits nach 80 Sekunden wurde der lange Hamburger entscheidend getroffen, so daß Europameister Ncuhaus nun auch den Titel eines Deutschen Meisters erhielt, auf den er zwei Jahre vergeblich gehofft hatte. ten Hoff hatte als erster den Ring betreten und wurde mit Ausnahme vereinzelter Pfiffe sehr freudig begrüßt. Verständlicherweise erhielt der unmittelbar darauf eintreffende Dortmunder Lokalmatador den stärkeren Beifall. Während die Trainer der beiden Meister, Franz Mück (Hamburg), und der frühere Europameister Jupp Besselmann, die Handschuhe aus- Die Gegner des gestrigen Boxtages: Links Europameister und Deutscher Meister Heinz Neuhaus, rechts der besiegte Hein ten Hoff. losten, wurden die prominenten Gäste, unter anderen der frühere Europameister Adolf Heuser, der Deutsche Mittelgewichtsmeister Hans Stretz und der Manager des Empiremeisters Williams, Ted Broadribb, vorgestellt. Ringrichter war der Berliner Gerhard Seewald. Erste entscheidende Niederlage als Berufsboxer Beide Boxer waren sehr offensiv und begannen den Kampf mit lebhaftem Schlagabtausch. Der Deutsche Meister ten Hoff, der mit 98,1 kg rund 400 gr weniger wog aus Neuhaus, schien konzentrierter und schickte seine Linke maßnehmend vor. Neuhaus ließ sich jedoch nicht einschüchtem, sondern antwortete mit einem linken Haken zum Kopf des Hamburger, ohne Wirkung zu erzielen. In der 80. Sekunde traf der Dortmunder seinen Gegner jedoch mit einem rechten Haken aufs Kinn und die Halsschlagader, ten Hoff ging sofort zu Boden, versuchte aber vergeblich, sich bei „sieben“ wieder zu erheben. Ringrichter Seewald zählte den geschlagenen Deutschen Meister unter frenetischem Jubel der völlig überraschten Zuschauer aus. Damit erlitt Hein ten Hoff seine erste entscheidende Niederlage als Berufsboxer, während Heinz Neuhaus neben der Europameisterschaft nun auch den Tites eines Deutschen Schwergewichtsmeisters erhielt. Werner Handtke neuer Deutscher Leichtgewichtsmeister Durch einen ko.-Sieg in der siebenten Runde über den Titelverteidiger Herbert Gläser (Gelsenkirchen) sicherte sich der Berliner Werner Handtke am Sonntag in Dortmund die Deutsche Mittelgewichtsmeisterschaft der Berufsboxer. Der neue Meister (60,3 kg), stellte sich in ausgezeichneter Verfassung und mit der richtigen Einstellung seinem Gegner und übernahm bereits nach der ersten Runde die Initiative im Ring. Gläser (61,2 kg) enttäuschte dagegen. Er mußte bereits in der zweiten Runde zweimal bis „acht“ die Bretter aufsuchen und ging in der siebenten Runde nach einem Kopftreffer erneut zu Boden. Nach einer anschließenden Schlagserie wurde Gläser in der siebenten Runde knieend ausgezählt. Hudes — Sänger unentschieden Der Halbschwergewichtskampf zwischen Dieter Coppi Gesamtsieger der Tour de France Italiens Badsport-Idol fuhr in der Tour ein großes Rennen Der Italiener Fausto Coppi beendete am Samstag im Pariser Prinzenparkstadion erwartungsgemäß die Tour de France über 23 Etappen siegreich. Gewinner der letzten Etappe wurde am Samstagabend auf der Strecke Vichy—Paris über 354 Kilometer der Franzose Antonin Rolland. Hucks (Mörs) und Heinz Sänger (Celle) über sechs Runden endete mit einem für Hucks schmeichelhaften Unentschieden. Sänger war technisch besser. Während sich die Schwergewichtler Al Hoosman (USA) und Werner Wiegend (Luxemburg) ebenfalls mit einem Unentschieden begnügen mußten, erzielte der Krefelder Heinz Sachs gegen den belgischen Schwergewichtler Heyen einen knappen Punkterfolg. Deutsche Segelflieger aus Spanien zurück Der ‘ Freiburger Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hoffmann empfing am Freitagabend zusammen mit Vertretern des Badischen Sportbundes und des Luftsportverbandes Baden den Weltmeisterschaftszweiten Dr. Frowein bei seiner Rückkehr von den Segel- flugweltmeisterschaften in Spanien. Die gesamte deutsche Mannschaft war bereits am Nachmittag in Kehl von Vertretern des Deutschen Aeroclubs und der Stadt Kehl offiziell begrüßt worden. Auch Hanna Reitsch, die Madrid auf dem Luftwege verlassen hatte, war aus Frankfurt nach Kehl gekommen. In der Begleitung von Dr. Frowein befanden sich seine Freiburger Mannschaftskameraden und die zweite Pilotin der Weltmeisterschaftsdritten Hanna Reitsch, Elisabeth Häfner. Der Münchener Erich Ziegler, der beim Zielflug mit seiner „Mü 17“ abgestürzt war und eine Wirbelsäulenverletzung erlitten hatte, mußte in einem Madrider Krankenhaus Zurückbleiben. Sein Zustand hat sich noch nicht gebessert. Niederländer wurde Zehnter Der deutsche Derbysieger 1950, Niederländer, mit dem deutschen Meisterjockey Otto Schmid im Sattel, belegte am Samstag in dem mit 27 650 Pfund am reichsten ausgestatteten englischen Pferderennen, den „King Georg VI. und Queen Elizabeth Stakes“ in Ascot den zehnten Matz. Niederländer wurde von Otto Schmid gleich nach dem Start auf dem dritten Platz gehalten, fiel jedoch wenig später auf der 2414 Meter langen Distanz' gegen die Klassepferde aus England zurück. Sieger und damit Gewinner der für den ersten Platz ausgesetzten 23 502 Pfund Sterling. wurde Aga Khans dreijähriger Hengst Tulyar. Ruderer und Segler im Olympia-Wettbewerb BDC Hannover wurde Dritter - Nur ein deutscher Vorlauisieg der Ruderer Der 32jährige Italiener Fausto Coppi trug sich nach seinem Erfolg im Jahre 1949 (vor Bartali) damit zum zweitenmal in die Siegerliste der Tour de France ein, deren erster Wettbewerb schon im Jahre 1903 ausgefahren wurde. Er siegte in diesem Jahre bereits in der Italienrundfahrt. Fausto Coppi gewann von insgesamt 23 Etappen, die über 4 807 Kilometer führten, allein fünf. Nach dem zehnten Teilabschnitt übernahm er das Gelbe Trikot, das äußere Zeichen des Spitzenreiters in der Gesamtwertung, und. gab dieses bis zum Abschluß vor 32 000 begeisterten Franzosen im Pariser Prinzenparkstadion nicht wie- Olympia-Sdunuck in den Straßen von Helsinki Die Straßen der finnischen Hauptstadt stehen seit Tagen im Zeichen der fünf olympischen Ringe. UeberaU sieht man farbenfrohe Girlanden flattern, die die Flaggen und Wimpel der in Hel- tinki bei den XV. Olympischen Spielen vertretenen Nationen tragen. der ab. Zweiter in der 39. Tour de France wurde der Belgier Stan Ockers mit 28:17 Minuten Rückstand hinter Coppi. Ueberraschend gut hielt sich der Spanier Ruiz, der immerhin den starken «Italiener Gino Bartali mit 47 Sekunden Vorsprung noch auf den vierten Platz verweisen konnte. Fiorenzo Magni aus Italien, der Sieger der Fernfahrt Rom—Neapel—Rom 1952, endete hinter Jean Röbic auf dem sechsten Platz. Italien gewann somit auch in der Nationenwertung. Der Ergebnisse der Tour de France 23. und letzte Etappe: 1. Antonin Rolland (Frankreich) 11:28,55 Stunden; 2. Gottfried Weilemann (Schweiz); 3. Hank Faanhoff (Holland); 4. Andre Rosseel (Belgien); 5. Adolphe Deledda (Frankreich); 6. Jean Goldschmidt (Luxemburg) alle gleiche Zeit wie Rolland. Gesamtwertung der Tour de France: 1. Fäuslo Coppi (Italien) 151:57,10 Stunden; 2. Stan Ockers (Belgien) 152:25,27 Stunden; 3. Bemardo Ruiz (Spanien) 152:31,48 Stunden; 4. Gino Bartali (Italien) 152:32,35 Stunden; 5. Jean Robic (Frank.). 152:32,46 Stunden; 6. Fiorenzo Magni (Italien) 152:35,35 Std. Nationenwertung: 1. Italien 455:56,40 Stunden; 2. Frankreich 456:21,56 Stunden; 3. Belgien 456:51,36 Stunden; 4. Spanien 458:50,24 Stunden; 5. Holland 458:56,32 Stunden; 6. Südost-Frankreich 460:22,46 Stunden. £)er deutsche Meister-Vierer des DRC Hannover mit G. Dwisselmann, K. Schulze, H. Weyer, G. Voge- ley und Steuermann H. J. Wienken wurde am Sonntagmorgen im vierten Vorlauf des Vierers m. St. bei den olympischen Ruderwettkämpfen auf dem Medla- thisee auf den dritten Platz verwiesen. Sieger wurde das Schweizer Boot, das die 2 000 m in 7:20,7 Minuten zurücklegte, vor Argentinien mit 7:24,4 Minuten. Diese beiden erstplaoierten Boote qualifizierten sich damit für die Vorschlußrunde. Der deutsche Vierer hat allerdings noch die Möglichkeit, sich durch ein gutes Abschneiden* am Montag im Trostlauf ebenfalls für die Vorschlußrunde zu ualifizieren. Den einzigen deutschen Sieg bei den Vorläufen verbuchten die deutschen Meister im Zweier m. St., H. J. Manchen/Hainold und Steuermann Noll (Vegesacker RV). Sie legten die 2000 m-Distanz in 8:02,3 Min. zurück und verwiesen Belgien (8:05,3), Finnland (8:06,6) und Brasilien (8:19,0) auf die Plätze. Der Vegesacker Zweier erreichte damit als erster deutscher Teilnehmer bei der olympischen Ruderregatta bereits die Vorschlußrunde. Er trifft hier auf die Sieger und Zweitplacierten der übrigen Vorläufe sowie die Qua- ldfikanten aus dem Trostlauf, wobei allerdings die Gegner noch nicht feststehen, da die Läufe der Vor- die Vorschlußrunde zu qualifizieren. Krogmann wurde Dritter Werner Krogmann (NRV Hamburg) belegte am Sonntag in der 'ersten olympischen Segelregatta für Finndinghds einen beachtlichen dritten Platz hinter den beiden nordischen Booten aus Dänemark und Norwegen. Der Hamburger verwies dabei Holland, Italien, Oesterreich, Spanien, England, Uruguay, Australien, Südafrika, Jugoslavien, Kanada, Irland und die Schweiz auf die nächsten Plätze. In der Drachen-Klasse kam das deutsche Boot Gustel X (Kieler Yachtclub) auf den vierten Platz. Sieger wurde hier Holland (Thalatta) vor Norwegen (Pan) und Dänemark (Snude). Den 5. Platz belegte Schweden vor Portugal, Argentinien, Kanada, Italien und Oesterreich. . Die olympischen Segelregatten des Sonntags fanden ihren Abschluß mit dem Rennen der Starboote, „Paka V“ mit Birnrny Fischer als Steuermann und Klaus Wunderlich als Vorschotmann kamen in diesem Rennen nicht über den achten Platz hinaus. Hier gab es den ersten Sieg der USA (Comanche). Italien, die Bahama-Inseln, Portugal, Kuba, Frankreich und Schweden überfuhren als nächste die Ziellinie. Ulla Knab holle sich Sonderbeifall Gerade in dem Augenblick, als sich am Samstag die olympischen Vertreter von 70 Nationen auf einem Platz 300 Meter hinter dem Schwimmstadion zum Einmarsch ins Olympia-Stadion aufgestellt hatten, ging ein wolkenbruchartiger Regen nieder. Im Nu war der Platz von den Athleten blankgefegt, die sich überall unter schützende Dächer und Lagerschuppen verkrochen. Lediglich die ganz in weiß gekleidete sowjetische Mannschaft hielt zunächst eisern aus und trotzte dem Wetter. Als der Regen jedoch immer stärker wurde, bröckelten plötzlich die ersten Russen aus der Kolonne ab und nacheinander verließen auch die sowjetischen Teilnehmer im Laufschritt den Platz. Nur noch die Träger der Schilder der teilnehmenden Nationen standen einsam und verlassen im Regen, mit leichtem weißen Hemd und Hose bekleidet. Da erbarmte sich die Heidelbergerin Ulla Knab des frö stelnd dastehenden Trägers des Schildes mit der Aufschrift „Saksa“ (Deutschland), setzte im Sprintertempo über den Platz und hängte ihm ihren Regenmantel um. Die Vertreter von 70 Nationen, die diese kleine Geste sahen, brachen in stürmischen Beifall aus, al» Ulla Knab wieder unter das schützende Dach der Tribüne zurückeilte. Ihr Beispiel machte Schule und bald waren fast alle der regennassen Schilderträger regengeschützt eingehüllt. Indien im Endspiel Der vielfache Hockey-Olympiasieger Indien qualifizierte sich am Sonntag durch einen 3:1 (3;1)-Sieg über England für das Endspiel des Olympischen Turniers in Helsinki. Im Endspiel 1948 in London hatte sich Indien über den gleichen Gegner mit einem 4:0- Sieg die Goldmedaille gesichert. Mit einem 1:0-Sieg über Pakistan qualifizierte sich auch Holland für das Endspiel, das damit zwischen Indien und Holland ausgetragen wird. England und Pakistan werden um die Bronzemedaille kämpfen. Australien gewann Tennis-Länderkampf ohne Punktverlust Um wenigstens den Ehrenpunkt zu retten, setzte Deutschland im abschließenden Doppel gegen die talentierten australischen Nachwuchsspieler Lew Load/ Ken Rosenwall die Senioren Ernst Buchholz und Engelbert Koch ein. Trotzderrf blieben die Deutschen auch hier ohne Sieg, denn die ausgezeichnet spielenden jungen Australier kamen zu einem me gefährdeten 6:4. 6:l-Erfolg. Damit gewann Australien den Länderkampf mit Deutschland 12:0. Weiterer australischer Sieg Australien setzte auch am letzten Tage des dreitägigen Tennisländerkampfes gegen Deutschland im Münchener Iphitos-Stadion seine Erfolgsserie fort. Die beiden Nachwuchsspieler Beppo Pöttinger (Hamburg) und Lew Hoad (Australien) eröffneten die Kämpfe des Sonntags. Pöttinger hatte dem harten Spiel seines Gegners zwar einige gute Momente entgegenzusetzen, ohne jedoch den glatten 6:0, 6:3-Sieg des Australiers verhindern zu können. Damit erhöhte Hoad das Ergebnis auf 9:0 für Australien. Flom schlug Drobny ln fünf Sätzen Vor 1 500 Zuschauern gewann der Amerikaner Flam das Herreneinzel im internationalen Turnier des Düsseldorfer Rochus-Club durch seinen Endspielsieg über Jaroslav Drobny 3:6, 6:4, 3:6, 6:1, 6:2. Becker Amateur-Straßenmeister Der 19jährige Pfälzer Walter Becker (Queidersbach) holte sich am Sonntag auf einer 90 km langen Rundstrecke.in Iggelheim bei Speyer in 5:25 Stunden im Spurt den Titel eines Deutschen Straßenmeisters der Amateur-Radsportler von Schmücker (Fröndenberg), Wolf, Moll (beide Köln), Dörflinger (Niedereschenbach), • und Bingen (Köln-Kalle). Becker war dem Feld um fast vier Minuten davongefahren, wurde aber 20 km vor dem Ziel von einer sechsköpfigen Verfolgergruppe wieder eingeholt. Von den 199 Fahrern trafen nur etwa 50 am Ziel ein. Deutscher Jugendstraßenmeister wurde der 17jährige Nikolaus Ostheimer aus Mühlheim (Kreis Offenbach). Den Titel der Altersfahrer holte sich der 43jährige Frankfurter Erich Bamberg. Deutscher Meister im Verfolgungsfahren über 4000 Meter wurde bei den Deutschen Radamateurmeisterschaften in Dudenhofen bei Speyer am Sonnabend der Vorjahressieger „Hanne“ Schiiebener (Berlin) in 4:17,2 Minuten von dem Deut="hen Straßenmrister des letzten Jahres, Holzmann (Frankfurt/M.). Den dritten Platz belegte Böhlke (Berlin) vor Neußer (Herpersdorf). Für den Endlauf um die Deutschen Meisterschaften der Amateurflieger über 1000 Meter qualifizierten sich der Deutsche Meister und Olympia- 'teilnehmer Potzernheim (Hannover) und Westerhold (Köln) sowie überraschend der erst 19jährige Lokalmatador Backof. Heilige Nesse für Olympiakämpfer Der apostolische Vikar von Finnland, Monsignore G. P. B. Coppen, zelebrierte am Sonntag erstmalig in einer im olympischen Dorf errichteten Notkirche die heilige Messe im Beisein zahlreicher Olympiateilnehmer. Neben deutschen Sportlern, so zum Beispiel der Mannschaft des Kölner Achters und dem Hammerwerfer Storch, waren besonders Franzosen, Italiener, Japaner und Filipinos bei dem Gottesdienst vertreten. Die Notkirche im olympischen Dorf wird von Pater N. Veenker betreut, der in Kreisen der Dorfbewohner scherzhaft der „Olympische Kaplan“ genannt wird. Zahlreiche evangelische Olympiateilnehmer nahmen am Sonntagvormittag am Gottesdienst in den evangelischen Kirchen der Stadt Helsinki teil. Helsinki m Fahrt durch den „längsten Tunnel der Welt* Auf der Fahrt von Turka nach Helsinki durchquert die Eisenbahn das russische Festyngsgebiet von Pork- kala. Die Fahrt über 32 Kilometer dauert eine Stunde und sechs Minuten; während dieser Zeit werden aile Zugfenster mit regelrechten „Eisernen Vorhängen “ versehen, so daß in den Abteilen Licht gebrannt werden muß, als wenn man durch einen Tunnel fährt. Deshalb wurde die Strecke scherzhaft „der längste Tunnel der Welt “ getauft. Auch die Türen werden unter russischer Kontrolle verschlossen und erst nach Durchfahrt des Sperrgebietes wieder geöffnet. Unser Bild zeigt das Anbringen der „Eisernen Vorhänge “ durch finnische Eisenbahner. Walch wieder Tennlsclub-Vereinsmeister Am vergangenen Wochenende trug der 1. Tennisclub Pforzheim seine Vereinsmeisterschaften aus. Nach schönen Spielen'qualifizierten sich in der Klasse A die Herren Walch und Rößle für das Endspiel, das Walch sicher mit 6:1, 10:8 gewinnen konnte. Im Herrendoppel, Klasse A, konnte die Kombination Walch/Rößle durch einen 6:3, 6:4-Sieg über Dr. Ha- mana/von Rotsenthal die Vereinsmeisterschaft erringen. Für eine Ueberraschung sorgte der 17jährige, erst seit zwei Jahren spielende Junior Ostermayer, der in drei Konkurrenzen erfolgreich sein konnte. Es ist erwähnenswert, daß dieser Spieler überhaupt zum erstenmal an einem Turnier teilnahm. In der Herrenklasse B errang er gegen Wetzel mit 10:8, 4:6, 6:4 den Titel. Mit 6:3, 6:4 holte er sich gegen Hayler auch die Juniorenmeisterschaft. Auch im Doppel der Junioren errang sich das vielversprechende Talent zusammen mit Hayler mit 6:2, 6:2 die Meisterschaft. In der Klasse A der Damen holte sich Frl. A. Lang gegen E Lang mit 6:3, 6:4 den Titel. Im letzten Doppel der Damen konnte sich Frau Haas/Walch mit 5:7, 6:4 und 6:3 gegen Frau Vorwerk/ H. Schmidt den Titel holen. Bei den Juniorinnen im Einzel besiegte Reuchle mit 6:2, 6:1 Kraus sicher. Frau Haas/Walch gewannen das Mixed gegen Frau Vorwerk/Schmddt mit 5:7, 6:4, 6:3 Sätzen. Wie wird das Wetter? Ein Hochdruckgebiet breitet sich in unserem Raui aus. Heute warm und trocken mit Tagestemperature zwischen 25 und 30 Grad. N ichts Abkühlung bis 1 Grad. Wechselnde schwache Winde Wenn „Snoddai" singt, etiiüeU Sifiweden Ein Holzfäller krempelt ein Volk um — 40 000 TasdientücEer —Autogramme kosten 60 Pfennig Triumphiere, altes Europa — Amerika hat dir nichts mehr voraus! Während wir noch bis vor wenigen Wochen auf Trümmern unserer alten Kultur sitzen mußten, um tränenden Auges von amerikanischen Sanges-Heroen wie Frank Si- natra oder dem „Weiner“ Johnny Ray zu träumen, können wir uns jetzt in die Brust werfen und ausrufen: Was ihr habt, haben wir schon lange! Schaut nach Schweden! Hört euch den Shanty-Sänger G ö s t a Nordgren an! Der 25jährige ehemalige Holzfäller bringt mit seinem Gesang fertig, was eine Welt bisher für unmöglich gehalten hat: er verwandelt allabendlich die sonst so kühlen Schweden in ein Volk von schreienden, klatschenden, brüllenden und pfeifenden Enthusiasten. Männer trampeln sich v^r Begeisterung gegenseitig auf die Füße, und Backfische brechen in Tränen aus, wenn der hagere, dicklippige, schüchterne junge Mann seine alten Seemannslieder mit Akkordeonbegleitung vom Stapel läßt. Seit seinem ersten öffentlichen Auftreten Idol geworden, am 23. April ist Gösta Nordgren, genannt Snoddas“ zum schwedischen National- .Angezapftes Telefon Von der Mißachtung der Menschenrechte in Amerika In den USA wurde kürzlich ein Prozeß verhandelt, der einige interessante Einzelheiten über das sogenannte „wire-tapping“, das heißt das Anzapfen von Telefonleitungen und das Abhören von Gesprächen, enthüllt hat. Beamte der politischen Polizei, des FBI, gaben im Laufe der Verhandlung nämlich offen zu, daß sie Gespräche zwischen der der Spionage angeklagten Judith Coplon und ihrem Anwalt auf diese Weise abgiehört hätten. Obwohl es sich nun hier um eine inzwischen verurteilte Spionin handelte, schreibt die „Washington Post“: „Es ist gesetzwidrig und widerspricht auch amerikanischem Empfinden, wenn vertrauliche Gespräche zwischen Klient und Anwalt abgehört werden. Es ist, als ob jemand die Beichte eines anderen bei einem Priester abhören wollte.“ Weniger dieser spezielle Fall hat nun die amerikanische Öffentlichkeit zum Nachdenken gebracht, als die Berichte, aus denen hervorgeht, daß nicht nur beim FBI das Abhören geduldet wird, sondern auch bei verschiedenen „ausgewählten“ Privatleuten. Man habe es mit einer „unkontrollierten Praxis“ zu tun, schreibt das genannte Blatt weiter, die auf eine dehnbare Anordnung Präsident Roosevelts aus dem Jahre 194o zurückgehe und die dann stillschweigend von Truman verlängert worden sei. „Der Grund dafür, daß dies zugelassen wird, ist die Furcht, daß andere amerikanische Freiheiten durch Verbrecher gefährdet werden könnten, die die innere Sicherheit untergraben.“ Über diesen abschließenden kommentierenden Satz der „Washington Post“ wird mancher Amerikaner stutzen, t- d auch gerade wir Deutschen machen uns unsere eigenen Gedanken über das stille Eingeständnis, das darin liegt. Also ist man in den Vereinigten Staaten zu der Überzeugung gekommen, daß man der Spionage- und Untergrundarbeit nur mit ganz bestimmten Methoden beikommen kann. Nannte man aber nicht ähnliche Methoden und nennt man sie nicht auch heute noch „Gestapo - Methoden?“ Und weiter: liegt dieser Fall nicht ähnlich wie der beispielsweise, da man Deutsche .für ihr Vorgehen gegen Partisanen verurteilte, während man heute in Korea zu einem gleichen Vorgehen gezwungen ist und dies auch offen zugibt? „Snoddas* wurde durch einen Zufall entdeckt. Bei einer halböffentlichen Veranstaltung sang er ein paar schlichte Holzhackerlieder und hatte das Glück, daß diese Veranstaltung vom Rundfunk übertragen wurde. Schon wenige Tage später konnten sich die Programmgestalter im Funkhaus vor begeisterten Zuschriften nicht mehr retten. Gösta mußte an die Öffentlichkeit, ob er wollte oder nicht. Schon bei seine:.! siebten Auftreten zahlten 7000 Menschen schweres Eintrittsgeld, um die Stimme des „göttlichen“ Sängers zu hören. In seinen ersten drei Auftrittswochen brach er in 30 Vorstellungen 36mal alle Besucherrekorde der Theater. Kürzlich hat „Snoddas“ einen Filmvertrag unterzeichnet, der ihm umgerechnet 36 000 Mark einbringen wird. Seine Schallplatteneinnahmen erreichten in drei Wochen die Höhe von 18 000 Mark. Und das alles zusätzlich zu einem Durchschnittsverdienst von täglich etwa 1200 Mark. Wenn man dazu bedenkt, daß bis jetzt monatlich 40 000 Taschentücher mit seinem Porträt verkauft worden sind, an denen er pro Stück 60 Pfennig verdient, kann man sich, auch ohne Steuerbeamter zu sein, das Einkommen des Shanty-Sängers Gösta Nordgren vorstellen. Ein briefliches Autogramm „Snoddas“ kostet 30 Pfennig. Wenn man diesen I trag nicht mit einschickt, braucht man gar nicht erst zu schreiben. Gösta bekommt wöchentlich ungefähr 2000 Briefe, darunter unzählige Liebeserklärungen. „Ich habe geliebt so manches Mal“, schrieb ihm eine Dame in den besten Jahren, „aber keinen so sehr wie dich, Snoddas!" Der Sänger hat sich jetzt einen Privatdetektiv zugelegt, der ihn' vor allzu handgreiflichen Gunstbezeugungen seiner Verehrer schützen soll. Denn viele sind schon verletzt worden im Kampf um das Privileg, in seiner Nähe stehen zu dürfen. Vielleicht sehnt sich Gösta manchmal nach den stillen Wäldern Nordschwedens zurück, wo er einstmals unbehelligt Bäume fällte und mit seinem Gesang höchstens die Bären zu einem zustimmenden Brummen veran- laßte. Werner Heb ermann i Mit staunenden Kinderaugen betrachtet dies Rehkitz die Welt, deren Licht es eben erblickt hat. Alle Scheu und alle Anmut des Tieres liegt über diesem rührenden Geschöpf (Foto: Tolle) KULTUR NpTIZEN Die peruanische Indianersängerin Tms Sumac, die mit ihrer beinahe fünf Qktaven umfassenden Stimme als ein musikalische» Wunder gilt, fand im Frankfurter Althoff- bau bei ihrem ersten Auftreten in Deutschland ein beifallsfreudiges Publikum, da» von der weichen, in den höchsten wie in tiefen Lagen reinen Stimme immer wieder Zugaben forderte. Der amerikanische Dirigent Leopold Sto- kowski leitete in Hamburg mit dem Sinfonieorchester des Nordwestdeutschen Run- funks das erste seiner drei Deutschland- Konzerte. Stokowski, der ohne Taktstock dirigiert und das Orchester nur mit zweckmäßig-plastischen Handbewegungen und Gesten im Sinne seiner Absichten .und Klangvorstellungen führte, schöpft aus einem Schatz reicher Erfahrungen. Schlagtechnik und Vortragsart stehen im Zeichen einer paradierenden und technischen Meisterschaft, die bewußt auf orchestrale Wirkungen und virtuose Effekte hinzielt. Die bildhafte Übereinstimmung von Bewegung und Klang bietet zugleich einen starken optischen Reiz. Die Besucher dankten mit Begeisterungskundgebungen. Mit den Bayreuther Festspielen, die am 23. Juli eröffnet werden, überträgt der deutsche Rundfunk zum erstenmal seit 1939 wieder eine künstlerische Veranstaltung in alle fünf Erdteile. Übertragungen wünschen das Saargebiet, Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Holland. Italien, Jugoslawien, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Australien, Japan, Kanada, Nordafrika und die Südafrikanische Union. Räucheropfer nach Verhaftung Tokio. — Bei dem. Versuch, ein Hochspannungskabel zu stehlen, wurde in Tokio ein Arbeiter von der Polizei überrascht, bevor er seine lebensgefährliche Tat ausführen konnte. Der Dieb, der nicht geahnt hatte, daß das Kabel unter Spannung stand, brachte im Gefängnis der Polizei ein Dankopfer mit Räucherstäbchen dar. Nashornkäfer-Invasion Sydney. — Die kürzlich auf den Tongainseln im Südpazifik ausgebrochene Nashornkäferplage hat noch nicht nachgelassen. In Scharen überfallen die 10 bis 12 Zentimeter großen Tiere Plantagen und Kokospalmen und fressen sie kahl. Alle Schiffe erhalten Befehl, nachts auf der Reede zu ankern, da man eine Verschleppung der Käfer befürchtet. Atempause / Von Georg Büsing In der Bahnhofshalle. Mittag. Menschen hasten hin und her. An den Fahrkartenschaltern warten lange Schlangen. Es wird viel genörgelt. Besonders der dicke Herr am Schalter 7 will sich gar nicht damit abfinden, daß er noch immer nicht' an der Reihe ist. Ein Mädelchen mit blonden Ringellöckchen trippelt durch den Eingang. Mit hellen, lachenden Augen durchquert es die Halle. Die Leute bleiben stehen und sehen dem lieben Geschöpf nach. Die Karren der Gepäckträger vergessen das Weiterrasseln. Es ist andächtig still, als das Kind am Schalter 7 halt macht Der dicke, nörgelnde Herr löst gerade seine Karte. Das Mädelchen schiebt sich vor ihn, reckt sich auf den Fußspitzen hoch und ruft mit einem Sümmchen wie Silberglocken: „Vati, Hildchen ist da.“ Der Schalterbeamte steckt den Kopf durch die Klappe und lächelt dem Sümmchen zu: „Vati hat Arbeit, Hildchen! Lauf schnell wieder zu Mutti!“ „Eben liebhaben“, bettelt die Kleine mit erhobenen Ärmchen. Und da bückt sich der dicke, nörgelnde Herr, der Ungeduldige, der es eben noch so eilig hatte, zu der Kleinen hinab, faßt sie behutsam unter die Arme und hebt sie auf die Schalterbrüstung. Dabei hat sich der griesgrämige Ausdruck seines Gesichtes ganz verloren. Die Kleine schlingt sekundenlang die Ärmchen um ihren Vati und ward dann von dem dicken Herrn wieder zu Boden gesetzt. Ihre Füßchen trippeln dem Ausgang zu. Es ist noch immer still -in der Halle. Auf allen Gesichtem, den alten und jungen, den sorgenvollen und unlustigen, liegt für Sekunden ein Abglanz des Lichtes, das dies blondgelockte Kinderköpfchen in die rauchgeschwärzte Halle strahlte. gttd)fe ftnb bod) beffere 9Kenfd>en EINE GESCHICHTE VON GERD ANGERMANN Seit der alte Fuchs den zweiten Schlaganfall erlitten hat, sitzt er im Ausgedinge und sammelt bunte Kieselsteine. Er läßt sich von seinen Kindern ernähren, wartet die Enkelkinder und erzählt den Kleinen am Abend vor dem Schlafengehen Geschichten. Anfangs erzählte er ihnen immer aus seiner eigenen Jugendzeit. Aber seit ihn sein Bruder, der geistiicher Rat ist, deshalb einmal ordentlich ins Gebet genommen hat, befleißigt er sich moralischer Sentenzen, die er zwecks besserer Verdaulichkeit gerne in das Gewand der Fabel oder des Märchens kleidet. Die jungen Füchse können sich für diese Art von Geschichten jedoch nur wenig erwärmen. Und ehrlich gesagt: auch dem Alten schaffen sie auf die Dauer nicht ganz die Befriedigung, die ihm sein Bruder versprochen hat. So kommt er eines abends auf eine gänzlich neuartige Idee. Er erzählt seinen Enkelkindern zum erstenmal von den Menschen. Von den Menschen wissen die Kleinen noch so gut wie gar nichts. Anfangs sind sie deshalb noch ein wenig mißtrauisch, Wtemcficn ein Wen&cfk sein Was leide ich darunter, daß wir Menschen so viele Zeit des Zusammenseins unnütz miteinander zubringen, statt uns in ernster Weise über ernste Dinge zu besprechen und uns einander als strebende, leidende, hoffende und glaubende Menschen zu erkennen zu geben! Mögen auch die Wege, auf denen wir dem Ziele zuzustreben haben, noch im Dunkel liegen:, die Richtung, in der wir gehen müssen, ist klar. Miteinander haben wir über den Sinn des Lebens denkend zu werden, miteinander darum zu ringen, zu einer weit- und lebensbejahenden Weltanschauung zu gelangen, in der unser von uns als notwendig und wertvoll erlebter Trieb, zu wirken, Rechtfertigung, Orientierung, Klärung, Vertiefung, Versitt- iichung und Stählung findet und daraufhin fähig wird, definitive und vom Geist wahrer Humanität eingegebene Kulturideale zu verwirklichen. Und wieviel mehr trifft es noch zu, daß so viel an Ungerechtigkeit und Gewalt und Lüge, die jetzt Unheil über unsere Menschheit bringen, kraftlos werden würden, wenn nur eine Spur von Nachdenken über den Sinn der Welt und des Lebens unter tms aufkäme. Durch seine Geringschätzung des Denkens hat unser Geschlecht den Sinn für Wahrhaftigkeit und mit ihm auch den für Wahrheit verloren. Darum ist ihm nur dadurch zu helfen, daß man es wieder auf den Weg des Denkens bringt. Sein Menschenleben neben dem Berufsleben rettet sich, wer auf die Gelegenheit aus ist, in persönlichem Tun, so unscheinbar es sei, für Menschen, die eines Menschen bedürfen, Mensch zu sein. Dadurch stellt er sich in den Dienst des Geistigen und Guten. Kein Schicksal kann einem Menschen dieses unmittelbare menschliche Dienen im Nebenamt versagen. Nur, was aus dem Denken geboren, sich an das Denken wendet, kann eine geistige Macht für die ganze Menschheit werden. Nur was in dem Denken der Vielen wieder gedacht und dabei als Wahrheit erfaßt wird, he-hzt • natürlich mitteilbare und d- ’'”'n' 1 r> Überzeugungskraft. Nur wo fortwährend an das Bedürfnis nach denkender Von Albert Schweitzer Weltanschauung appelliert wird, werden alle geistigen Fähigkeiten des Menschen wachgerufen. In keinem Falle dürfen romantische Gefühle und Phrasen unser Geschlecht abhalten, sich vorzustellen, was Vernunft eigentlich sei. Sie ist nicht dürrer Verstand, der die vielgestaltigen Regungen unseres Seelenlebens nicht aufkommen läßt, sondern der Inbegriff aller Funktionen unseres Geistes in ihrem lebendigen Zusammenwirken. Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen. Unsere törichte Versäumnis ist, daß wir mit der Gültigkeit nicht ernst zu machen wägen. Wie wollen die große Last wälzen, ohne uns des die Kraft verhundertfachenden Hebels zu bedienen. Wer sich vomimmt, Gutes zu wirken, darf nicht erwarten, daß die Menschen ihm deswegen Steine aus dem Wege räumen, sondern muß auf das Schicksalhafte gefaJßt sein, daß sie ihm welche daraufrollen. Die Begeisterung, die aus dem Denken kommt, verhält sich zu der, die aus wirren Gefühlen besteht, wie der Wind der ragenden Höhen zu dem, der zwischen Hügeln weht. Wenn wir wieder wagen, das Licht der Vernunft zu suchen, verkümmern wir nicht zu einem Geschlecht, das keines Enthusiasmus mehr fähig ist, sondern wir gelangen zu der großen und tiefen Leidenschaft der großen und tiefen Ideale, Diese werden uns so erfüllen, daß die, in denen wir jetzt leben, uns als armselige Aufregungen entschwinden werden. Um aus dem Sinnlosen, das uns gefangen hält, wieder zum Sinnvollen zu gelangen, gibt es keinen anderen Weg, als daß ein jeder wieder auf sich selbst zurückkehrt und daß wir alle miteinander darü- über nachdenkend werden, in welcher Weise sich unser Wille zum Wirken und zum Fortschritt aus einem Sinn, den wir unserem Leben und dem Leben um uns herum geben, herieitet. Wenn im Frühjahr das welke Gras der Wiesen dem Grün Platz macht, so geschieht dies dadurch, daß Millionen von Trieben aus den Wurzeln neu sprossen. Auch kann die Gedanken- emeuerung, die für unsere Zeit kommen muß, auf keine andere Weise zustande kommen, als daß die Vielen ihre Gesinnungen und Ideale aus dem Nachdenken über den Sinn des Lebens und den Sinn der Welt neu gestalten. Und wie groß sind die Aufgaben, die der Geist in Angriff zu nehmen hat! Er soll wieder Verständnis für die wahre Wahrheit schaffen, wo nur noch die Wahrheit der Propaganda gilt. Er soll den unedlen Patriotismus absetzen und den edlen, auf die Ziele der Menschheit ausschauenden inthronisieren, wo die trostlosen vergangenen und gegenwärtigen politischen Ereignisse nationale Leidenschaften auch bei denen unterhalten, die sich innerlich dagegen wahren. Er soll wieder zur Anerkennung bringen, daß Kultur eine Sache der Menschen und der Menschheit ist, an der die Völker teilhaben, wo jetzt die nationale Kultur als Ideale verehrt wird und der Begriff der Kulturmenschheit in Trümmer gegangen ist. Daß jeder in der Lage, in der er sich befindet, darum ringt, wahres Menschentum an Menschen zu betätigen: davon hängt die Zukunft der Menschheit ab. Alle Tatsachen sind Wirkung von geistiger Kraft; die erfolgreichen von Kraft, die stark genug ist, die erfolglosen von Kraft, die nicht stark genug ist. Viel Kälte ist unter den Menschen, weil wir nicht wagen, uns so herzlich zu geben, wie wir sind. Nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität des Wirkens kommt es an. Es tut not, daß unser Tätigkeitswille zum Bewußtsein seiner selbst komme und aufhöre, blind zu sein. ihr Großvater möchte ihnen hier — um irgend einer dummen Belehrung willen — wieder einmal einen rechten Bären aufbinden. Aber bald merken sie, daß dem nicht so ist. Und nun wächst ihr Interesse von Minute zu Minute. Als sie dann gar hören, daß die Menschen Räuber wie sie sind, freuen sie sich solch unerwarteter vornehmer Verwandtschaft nicht nur auf das herzlichste, nein: sie bekunden für ihre neuen Vettern, die wie sie in fremde Ställe einbrechen, schlagen und beißen, stehlen und morden, sogleich auch das vollste Verständnis. „Denn“, sagen sie sich, „auch die Menschen wollen ja leben!" Und daß dies auf dieser Welt einzig und allein so und nicht anders möglich ist, glauben sie aus eigene Erfahrung zu wissen. Kurz und gut, die jungen Füchse sitzen mit gespitzten Ohren und feuchten Nasen. Sie klatschen ein über das andere Mal mit ihren Pfoten Beifall und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, als ihnen der Großvater auch noch erzählt, wie klug die Menschen sind. Viel klüger noch als sie, die Füchse! Denn wo sie sich mit ihren Krallen und Zähnen begnügen müssen, haben die Menschen die raffiniertesten Werkzeuge zu ihrer Verfügung: Kanonen und Bomben, Gewehre und Flugzeuge, mit denen sie ihre Opfer viel rascher und sicherer um die bewußte Ecke bringen, als dies den technisch so beschränkten Füchsen möglich ist. „Nein, diese Men sehen . . .!“ sagt der Großvater ein über das andere Mal. „Diese Menschen . . .!“ Und die kleinen Füchse denken, wie schön das doch wäre, wenn sie auch so klug wären. Dann würde es vielleicht bald schon genügen, wenn sie nur noch ein einziges Mal im Monat oder gar im ganzen Jahr auf die Jagd gingen. Man könnte Vorräte anlegen und die übrige Zeit mit allen anderen Tieren in Freundschaft leben . . . „Ach, wäre das schön!“ Schließlich wird der Alte vom vielen Erzählen müde. Es fällt ihm auch nichts mehr ein, und so sagt er denn: „Schluß für heute, morgen ist auch noch ein Tag. Marsch Ochsen auf dem Flugplatz Buenos Aires. — Für 4000 Pesos pachtete Lucio Elizadle von zwei Männern ein 50 Hektar großes Weidegeländ'. bei Carle« Casares, errichtete einen ;tspieligen Drahtzaun und ließ 300 Ochsei. uarauf weiden. Vier Wochen später erhielt er amtliche Anweisung, Drahtzaun und Ochsen zu entfernen. Die Weide war ein Militärflugplatz und die angeblichen Besitzer Schwindler. Harry Fiel, der Abgott sehr vielei Jungens von gestern, wird am 12. Juli sechzig Jahre alt. Mit seinem Namen verbindet man die Erinnerung an zahlreiche gutgebaute Abenteuerfilme voll Spannung und Sensation. jetzt ins Bett!“ Die Kleinen sind folgsam, bedanken sich und wollen gehen. Da fällt dem Jüngsten von ihnen noch etwas ein. „Großvater“, bellt er, schon in der Tür der Höhle: „Großvater, etwas hast du uns aber ganz zu erzählen vergessen. In wessen Stallungen brechen die Menschen eigentlich ein?“ Und: „Ja!“ heult nun auch der Zweitjüngste, „Das mußt du uns noch sagen: Wen sie mit ihren Flugzeugen beschleichen?“ Der Dritte will wissen, wessen. Knöchlein sie mit ihren Kanonen knacken — und so geht das fort.. ... , Der Großvater weiß zuerst nicht, was diese Fragen bedeuten sollen. Er wittert eine. Falle. Aber dann merkt er, daß die Kleinen sie wirklich nur aus argloser Dummheit gestellt haben. Also klärt er sie geschwind noch auf, daß die Menschen mit ihren vorzüglichen Werkzeugen natürlich nicht nur auf Hühner und Gänse Jagd machen, sondern sich damit vor allem untereinander bekriegen. Als die kleinen Füchse draußen in der kühlen Nachtlftft stehen, sind sie maßlos enttäuscht. „So eine schöne Geschichte war das heute abend“, sagen sie. „Und jetzt stellt sich heraus, daß wieder kein einziges Wort davon wahr ist. — Oder glaubt ihr wirklich, daß sich die Menschen untereinander . . .!?“ „Nie im Leben!" bellt der Jüngste. „So dumm sind ja nicht einmal die Ochsen und Kühe! Und dann die Menschen! Wo Großvater doch selbst gesagt hat, wie klug sie sind! Klüger sogar als wir!“ Und schimpfend trollen sie sich nach Hause. Dem Großvater in seinem Bau aber fällt ein, daß er seinen Enkelkindern eines ganz zu sagen vergessen hat: Daß die Menschen zwar klüger als die Füchse — die Füchse aber doch die besseren Menschen sind! 10a nun ? Warum Ihre Frau sich nur für andere nett anzieht? Weil Sie es ja dock nicht bemerken und nie ein anerkennendes Wort findent Warum Ihr Mann so oft und gern ins Wirtshaus geht? Weil Sie es anscheinend nicht verstehen, es ihm daheim gemütlich zu machenl Warum Ihr Mann so viel netter gegen andere Frauen ist als gegen Sie? Weil auch Sie meist viel weniger nett gegen ihn sind, als es andere Frauen zu sein pflegenl Warum Ihre Frau immer recht haben will? Weil Sie ihr dann, wenn sie wirklich im Recht ist, nicht auch einmal recht geben! Warum Ihre Frau es nicht lassen kann, ihrer besten Freundin alles anzuvertrauen? Weil Sie ihr nicht der gute Freund sind, dem • tan altes anvertrauen kann! Schönes Alter In einem Wettbewerb um die schönsten Fesseln in Carnoustie (England) schnitten die Damen schlecht ab Sieger wurde der 0jährige James M’NeiL Die Rolle des Teufels im Salzburger „Je- ’rmann“ wu^do von der Festspielleitung mit Per Schmidt vom Düsseldorfer Schauspielhaus neu besetzt. * ir t ^«RSSSTÜ tQU MuttcUtaqe Es Ist in jedem Jahr im Juli so: Mag das Wetter auch sonst nicht gerade günstig sein und mancher Regenschauer die Sommertage trüben, um die Mitte des Monats bis zum Augustanfang hin steigt das Thermometer ganz plötzlich über die dreißig Celsiusgrade hinauf, die Sonne brennt wie in den Tropen auf die schwitzenden Menschen, die Eisverkäufer haben Hochsaison und in den Badeanstalten herrscht ein dichtes Gewühl abkühlungsuchender Menschen. Das sind die „Hundstage“. Sie haben, wie die Eisheiligen', noch kein Jahr versäumt, sie kommen bestimmt, wenn auch manchmal etwas zu früh oder ein wenig später. Eigentlich sollen sie um den 24. August ihr Ende finden. Sie richten sich aber nicht so genau nach diesen Daten und halten auch wohl niemals die vier vorgesehenen Wochen bei uns aus. Aber — wie gesagt — mit ihnen rechnen muß man unbedingt. Das tun alle Seebäder und Eissalons und sogar die städtischen Sprengwagenfahrer . . . Warum aber heißen die Tage eigentlich so? Es ist eine „Hundehitze“ an den Hundstagen, zweifellos, aber eine Verbindung zwischen den beiden Worten besteht nicht. Die heiße Zeit, in der die Sonne die Grade 120 bis 150 der Ekliptik oder das Zeichen des Löwen durchläuft, heißt deshalb so merkwürdig, weil die entsprechende Jahreszeit, bei den Griechen Opera genannt, dadurch bestimmt wurde, daß der Hundsstern Sirius dann mit der Sonne auf- und unterging. Kluge Menschen, die etwas von der Wetterkunde verstehen, fahren gern erst nach dem 20. Juli auf Urlaub, und man muß es ihnen lassen, sie sind nur ganz selten vom Wetter enttäuscht worden. Natürlich fällt auch in den Hundstagen Regen, aber die Nässe trocknet so rasch wieder, wie sie entstanden ist und die Sonne strahlt bald wieder von dem klaren und tiefblauen Himmel. Für Urlaubsreisende haben die Hundstage also immerhin wesentliche Vorteile. Für die anderen Menschen freilich, die arbeiten müssen, können sie zu einer recht unangenehmen Sommerüberraschung werden. Da hilft dann nur ein Mittel: Nach des Tages Mühen kopfüber in die kühlen Fluten — möglichst mit einer doppelten Portion Speise-Eis in der Hand! (ü) Berühmte Gäste aus Berlin Sdiftneberger Sänoerhnaben eroberten Brndisal im Sturm Ein gehaltvolles Programm: ernst und besinnlich, heiter und beschwingt. — Ein ausverkauftes Haus und glückliche Menschen im Saal und auf der Bühne. Vor dem Bruchsaler Einzelrichter: 4 Monate Geiängnis für uiteidlidie Falsdianssage Dreimal vorbestraft war ein junger Weinheimer, der sich jetzt vor dem Amtsgericht Bruchsal wegen uneidlicher Falschaussage zu verantworten hatte. Gefängnisstrafen wegen Diebstahls, fortgesetzten Diebstahls und Straßenraubs charakterisierten diesen Angeklagten, der sein neuerliches Vergehen zunächst hartnäckig geleugnet hatte. In einem Alimentenpro- zeß hätte er wider besseres Wissen eine falsche Aussage gemacht, die den Gang der Verhandlung nicht unwesentlich beeinflußt hatte. Obwohl der vernehmende Richter ihn wiederholt belehrt hatte, blieb er bei seiner falschen Aussage. Vor dem Amtsgericht Bruchsal entschuldigte er seine Handlungsweise mit sehr fadenscheinigen Gründen, u. a. damit, daß ihm die Tragweite seines Handelns nicht zu Bewußtsein gekommen sei, daß er überhaupt die diesbezügliche Belehrung nicht verstanden habe. Das Gericht war anderer Auffassung und widerlegte seine Einlassungen in allen Punkten. Der Staatsanwalt beantragte vier Monate Gefängnis und ging mit diesem Strafantrag über die Grenze der Mindeststrafe, drei Monate Gefängnis,- hinaus. U. a, betonte er, daß der Angeklagte durch seinen seitherigen Lebenswandel bewiesen habe, ihm sei wenig Glauben zu schenken. Als ein Mensch, der „Gerichtsprais“ habe, mußte ihm die Tragweite einer falschen uneidlichen Aussage bekannt sein. Außerdem sei die falsche Aussage gemacht worden, um sich vor einer Verantwortung zu drücken. Das Gericht entsprach dem Antrag der Anklagever- tretürig. -w- Herautgeber: C. & H Kröte, Brncbial. Geidiiftitlelle and Redaktion: Brucbsal. Wörthatr. 11. Redaktion: Hana Stander. Brorkaa!. Veraotwortlidi für Aareigen: Reiabold Bork, Brachte!. Z. Zt. iat Preisliste Nr. 3 nn 1. April 1952 gültig. Kaum ein Knabenchor ist in den Nachkriegsjahren so bekannt geworden wie gerade die „Schöneberger Sängerknaben“. Von Bühne, Film, Funk und Schallplatte kennt sie jedermann. Und jedermann ist begeistert -von diesen glockenhellen Knabenstimmen. Kein Wunder also, wenn das Gastspiel dieses Knabenchores auch in Bruchsal zu einem Erfolg wurde, zu einem Erfolg, wie ihn die Aula der Justus-Knecht- Schule seit vielen Monaten nicht mehr aufzuweisen hatte, Ueberhaupt: in Bruchsal gab es in diesem Jahr noch kein erfolgreicheres Gastspiel. » Der Saal war am Samstagabend ausverkauft. Und einige der Jüngsten des Chores machten Stimmung. „Das Programm 20 Pfennig! — 20 Pfennig das Programm!“ So und ähnlich schwirrten wohl eine viertel Stunden lang die kehlreinen Stemmen durch den Saal: der Kontakt zwischen Gästen und Publikum war bereits hergestellt ehe das erste Lied ertönte und mit herzlichem Beifall quittiert wurde. Jawohl, das waren Kinder, Berliner Kinder, die keck und kindlich unbefangen die Herzen im Sturm eroberten. * Und dann kam ihr erster Auftritt. Besonnen und gefaßt, aber unbeschwert und ohne viel gelästerte Bühnenroutine betraten sie die Rampe, herzlich, sehr herzlich begrüßt. Nicht minder lebhaften Beifall empfing Gerhard Hellwig, der Dirigent der „Schöneberger Sängerknaben“, dieser Mann, der in knapp vier Jahren einen Chor aus dem Nichts schuf und zu einem Begriff im In- und Ausland machte. Wenn man diese Stimmen hört, dann glaubt man kaum, daß diese Jungen während der Berliner Blockade ihren Spielplatz auf Berliner Straßen und Plätzen hatten. Ja, dort sammelte sie Gerhard Hellwig. Was er aus und mit ihnen machte, ist erstaunlich, bewundernswert. * Das Programm: Volkslieder, Opernchöre und Chorsätze der großen Meister des Deutschen Liedes, Und schließlich die Volksmusik, die wir Schlager nennen. Wer glaubte, daß das eine das andere ausschließe, wurde eines Besseren belehrt. Aufgaben, so vielgestaltig sie nur sein können, wurden mit Bravour gelöst. Bitte, das war keine Routine. Das war eher die Frucht musikalischer Erziehung, die Früchte trug, weil sie bei jungen, unverbogenen Menschen angewandt wurde, die noch für ein schönes Ziel zu begeistern waren. Diese jugendliche Begeisterung sprach vor allem aus den Darbietungen der leichten Muse. Nennen wir das Wiegenlied „Mach die Aeuglein zu und träum von schönen Dingen“ oder „Komm wir bauen uns ein Zelt“ oder „Berliner Jungens die sind richtig“. Alles Lieder im populären Volkston, beschwingt, heiter, aber mit Herz und Gemüt. • Jugendliche Begeisterungsfähigkeit wurde gebannt lind überschattet vom Ernst, der aus den Werken unserer großen Klassiker sprach: Schuberts 23.Psalm „Gott ist mein Hirte“, Mendelssohns „Hebe deine Augen auf“, Schumanns „Die Rose stand im Tau“. Hier bewießen die „Schöneberger Sängerknaben“ ihr vielseitiges Können in der Meisterung schwieriger und schwierigster polyphoner Chorsätze. Hier waren sie- nicht mehr Berliner Jungen, die ihre Freude am Singen zum Ausdruck brachten, hier war der Chor ein Klangkörper, ein Instrument, das die Schwingungen und Stimmungen großer Meister,- die erhabene Größe ernster Musik ausdrückte. Das gleiche galt für die Wiedergabe des „Abendsegens“ aus Humper- dincks „Hänsel und Gretel“ und des „Chors jüngerer Pilger“ aus „Tannhäuser“ von Richard Wagner. ¥ Erwähnen wir. schließlich noch das musikalische Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ (Musik: H. Bergese, Text: Anneliese Schmölke). fin bunter Vorbei war das, heiter und humorvoll. Eine. Auf gäbe, die, Die Sdiulenflassangsfeier in Philippsburg Guter Besuch — Gehaltvolle Entlassungsfeier In der städtischen Festhalle konnte am Samstagabend Rektor Heilig nach einem Vorspruch einer Entlaßschülerin eine sehr zahlreiche Elternschaft, Freunde der Volksschule, Vertreter der Gemeinde, der Kirche und der Schulen zur weltlichen Schulentlassungsfeier versammelt sehen und willkommen heißen mit dem Wunsche, die Anwesenden mögen nach einem unterhaltenden und genußreichen Abend als Freunde der Schule die Veranstaltung verlassen. In seinen Ausführungen sprach Rektor Heilig der Gemeindeverwaltung seinen und der Schule Dank aus, für die in den letzten Wochen empfahgene Unterstützung durch Beschaffung von AuSstattungs- und Unterrichtsmitteln. Damit sei es der Schule ermöglicht, den Unterrichtsplan recht gehaltvoll und umfassend zu gestalten. Durch künftigen Unterricht in Englisch und späterer Ausdehnung auf Französisch soll den Schülern auch in sprachlicher Hinsicht eine wesentliche Förderung für den späteren Lebensweg gegeben werden. Die Prüfungen in der Volkschule haben nur gute und recht gute Ergebnisse gezeigt. Recht herzliche Worte fand Rektor Heilig für den von hier scheidenden Lehrer Osang, den die Schule nur ungern verliere, denn er habe große Leistungen für die Jugend und ihre Erziehung mit Erfolg vollbracht. Für seinen ferneren Lebens- und Berufsweg gab er ihm die besten Wünsche mit auf den Weg. Einen besonderen Erfolg habe Herr Osang mit der Gründung der Zeitschrift „Frohe Jugend“ erzielt, die heute in 10 000 Exemplaren bereits erscheine und in den. Kreisen Bruchsal, Bretten, Karlsruhe und Ettlingen wohlwollende Aufnahme auch als Unterrichtsmittel gefunden habe. Auch für den scheidenden Studenten Kratzmeier, der seit dem Frühjahr hier sein Schulpraktikum absolvierte, sprach er Worte höchster Anerkennung und die Hoffnung aus, daß nach der hervorragenden Schulprüfung, die Herr Kratzmeier hier ablegte, diese wertvolle Kraft wieder der Schule in Philippsburg zugewiesen werden möge. Nach einem Schülerchor „Am Brunnen vor dem Tore“ ergriff Lehrer Osang das Wort, um zunächst seinen persönlichen Dank für die anerkennenden Worte und guten Wünsche des Schulleiters auszusprechen. In ausgezeichneter Rede sprach Herr Osang übet* die Bedeutung des Pädagogen Friedrich Fröbel, dessen 100. Todestag man in diesen Tagen in aller” Welt in ehrendem Gedenken begehe. 1840 habe Fröbel den ersten Kindergarten gegründet — er lebte von 1782 bis 1852 — und sei maßgeblich an der Schaffung der Einheit der Erziehung der Jugend tätig gewesen. Die gesanglichen Einlagen der Entlaßschüler zeigten eine ausgezeichnete Schulung und ansprechende Klangfülle. Rektor Heilig sprach in herzlichen und mahnenden Worten letztmals zu den aufmerksam lauschenden Entlaßschülern (33'Mädchen, 22 Knaben). Die Sehnsucht nach'der Freiheit sei verständlich, aber neue ; Pflichten, neue Aufgaben werden an die nun Schulentlassenen herantreten. Die Schule habe ihre Pflicht getan, um das Rüstzeug zu geben auf dem fernen Lebensweg mit Erfolg bestehen zu können. Nur Arbeit und Fleiß, Lust, Liebe und Freude seien die Grundlagen zu großen Taten. Seid stark und willig, bleibt treu dem Elternhaus, der Schule, der Kirche, der Heimat, meidet die Lüge, seid immer wahr, waren die letzten Mahnungen des einstigen Erziehers an die nqn ins Leben tretenden jungen Menschen. Mit allerherzlichsten Wünschen und einem inhaltsvollen Dichterwort schloß Rektor Heilig seine Ausführungen, um anschließend die Zeugnisse auszufolgen. Für besonders gute Leistungen wurden mit einem Buchpreis Ottmar Belle und Maria Zimmermann ausgestattet. Die Bekanntgabe der Sieger aus den Bundes- jugeridspielen gab einen Einblick in die sportliche Tüchtigkeit unserer Schuljugend. 77 Sieger aus den Jahrgängen 1938/41 sind eine beachtliche sportliche Leistung. Reger Beifall belohnte die Sieger. Mit zwei weiteren Prologen und einem Schlußgesang fand die eindrucksvolle Entlaßfeier ihr Ende und befriedigt traten Besucher und Erzieher und die neugebackenen Erwachsenen den Heimweg an. Mögen die Wünsche der Jugend und der Erwachsenen sich erfüllen zum Segen ihrer selbst und unserer Heimat. obwohl ganz anderer Art, nicht minder schwierig war als die vorhergehenden, aber trotzdem auch mit Geschick und großem Können gelöst wurde. Und hatten die Darbietungen der „Schöneberger Sängerknaben“ das Publikum zuvor ergriffen ob der Innerlichkeit ihres Vortrags, "nach der Pause brachten die Berliner Jungen ihr Publikum zum Schmunzeln. * Stürmischer Beifall quittierte das Gastspiel der „Schöneberger Sängerknaben“. Beifall, der sich von Darbietung zu Darbietung steigerte und schließlich nicht mehr enden wollte. „Pack die Badehose ein* und „Auf Wiedersehen!“ waren Zugaben neben einigen anderen bereits erwähnten Titeln, mit denen sich der Chor verabschiedete. In summa: Ein Erfolg in allen Stücken, ein Erlebnis nicht nur für die vielen, vielen Berliner, die hier Gelegenheit hatten, ein Wiedersehen mit Menschen aus der alten Heimat zu feiern, ein Erlebnis auch für die Bruchsaler. -w- 40 Jahre Priester Am Sonntag vor 8 Tagen feierte H. H. Pfarrer Krems in Neuthard unter stärkster Anteilnahme der ganzen Bevölkerung sein 40j ähr. Priester-Jubiläum. Der von Freiburg stammende Herr, der mit dem ehemaligen südbadischen Staatspräsidenten Leo Wohlleb auf der gleichen Schulbank saß, war ü. a. in Karlsruhe, in Ken- zingen, in Säckingen, in Donaueschingen, in Lahr- Dinglingen tätig. Seit 14 Jahren wirkt der Jubilar äußerst segensreich in Neuthard. . Wenn es irgendwo in der Gemeinde zu helfen gibt, Pfarrer Krems ist immer zur Stelle, und niemand geht ohne einen guten Rat von dannen, wenn er sich vertrauensvoll an den Pfarrherrn wendet. Mit ausgesprochener Liebe hängt die Neutharder Bevölkerung an ihrem Pfarrherrn, so daß ihn die besten Wünsche der ganzen Gemeinde für die Zukunft begleiten. Stadtumschau Montag, den 21. Juli 1952 VfB Bruchsal. Fußballtraining, morgen, 22. Juli; für dje Aktiven, am Donnerstag, 24. Juli. Die Jugendmannschaften sowie die Spieler der AH und Privatmannschaft treten am Mittwoch, 23. Juli, .zum Training an. Beginn jeweils um 18 Uhr. Insbesondere ist der restlose und pünktliche Besuch des Trainings für die Aktiven Pflicht, da ab der kommenden Woche Trainer Holziegel das Training leitet. Nachmals „Schöneberger Sängerknaben“. Wegen des großartigen Erfolges ihres Gastspiels am Samstagabend, entschlossen sich die Schöneberger Sängerknaben heute abend ihr Gastspiel zu wiederholen. Karten sind an der Abendkasse erhältlich. Tageskalender fftr.21. Juli Schöneberger Sängerknaben. Wiederholung des Gastspiels in der Aula der Justus-Knecht-Schule. Beginn 20 Uhr. •Schloßtheater Bruchsal, 18.30 und 20.45 Uhr „Blutfehde“. ’ Casino-Lichtspiele Bruchsal. 17 und 20 Uhr „Großstadtgeheimnis“. Europa-Lichtspiele Bruchsal. 17, 19 , und 21 Uhr „Neptuns Tochter“. Verein der Hundefreunde. 20 Uhr Monatsversamm- lung in der Brauerei Dehner. MGV „Liedertafel“. Ab heute bis Montag, 18. August finden keine Chorproben statt. Nächste Probe nach den Ferien, Dienstag, 19. August. ist reine (Pefa-Olauf* VeWiau&t&ackß kaufen Sie daher nur im FACHGESCHÄFT! Wir bieten Ihnen Mäntel ln bester Qualität! Verarbeitung ab DM 150,— . in größter Auswahl Pelz-Kraulh-Bruchsal Kaiserstraße 73 — Ruf 2600 uronkot, Geschwüre, Milch&chorf, Houfjucken f e rb fanw egau, Hautscheden u. aite, sditechf •Ü. Wunden beseH. die seit 25 Jahr, bestens >ewährte Rusdi-Safbe. In allen Apotheker rhoWtch. Chem. leb. Sdmeider. Wiesbader Meute letzter Tag! . 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Die Fesseln, die nach dem Zusammenbruch den deutschen Segelfliegern auferlegt wurden, sind gefallen, wie in vielen Dingen erwuchs auch im Segelflugsport aus den Trümmern neues Leben. Den Be- wejs hierfür lieferten schon wiederholt jene alten und jungen Anhänger des Segelflugsportes, die neben vielen anderen Flugveranstaltungen, jetzt diesen Bruchsaler Großflugtag ausrichteten. Was einst auf der Wasserkuppe und der Rositter Nehrung zu einmaligen Erfolgen führte, hat seine Früchte auch auf die neue Zeit übertragen. Doch gerade das ist dem nicht verwunderlich, der die Zukunft der Fliegerei kennengelemt hat. Ein eindrucksvolles Bild gerade darüber bot die Bruchsaler Flugveranstaltung auf dem Flugplatz am Kändelweg. Fachsimpelnd umlagerte man die liebevoll behüteten Maschinen, Kind und Kegel waren dabei; kurz eine Zusammengehörigkeit und Kameradschaft, die als vorbildlich gelten darf. Daß das herrliche Sommerwetter auch die Bevölkerung Bruchsals und der umliegenden Ortschaften auf den Plan gerufen hatte, versteht sich bei dem herrlichen Sommeijvetter von selbst. Gut über 2000 mögen es gewesen sein, die sich das seltene Ereignis nicht entgehen ließen und die ihre Freude an dem so wunderbaren fliegerischen Geschehen haben durften. Fürwahr ein prachtvolles Bild, wenn die stolzen Vögel fachmännisch gesteuert, majestätisch in der Luft schwebten, wozu das Hügelland des Eichelberges eine fürs Auge herrliche Silhouette abgab. Unter den vielen Gästen bemerkte man auch Bürgermeister Prof. Bläsi. Bereits am Samstagabend versammelten sich die einheimischen und auswärtigen Segelflieger in der Aula der Gewerbeschule zur Vorführung eines wunderbaren Farbfilms über den Alpensegelflug. Der Sonntagvormittag war hauptsächlich der Schulung und Uebennrüfung der noch nicht zugelassenen Fluglehrer gewidmet. Am Nachmittag wurde dann der Großbetrieb gestartet, wozu die Ortsgruppen Baden- Baden, Mühlacker, Neckargemünd, Walldorf, Vai-’ hingen/Enz und schließlich die Bruchsaler «selbst mit ihren Maschinen aktiv waren. Neben Schulflügen gab es mit den doppelsitzigen Maschinen Mü. 13 und Gö. 4 auch Passagierflüge, die sehr starken Anklang fanden. Leider kam der bekannte Kunstflieger Klöckner ohne Maschine, so daß gerade die mit größter Spannung erwarteten Vorführungen ausfallen mußten, was der Veranstaltung etwas an Reiz nahm. Im übrigen klappte unter der Leitung eines Mannheimer Flugsachverständigen alles bestens, wie auch den rührigen Bruchsaler Segelfliegern volle Anerkennung für die Veranstaltung des Flugtages gebührt. Wer an einem Passagierflug interessiert ist, kann während der ganzen Woche die gebotene Möglichkeit nützen, da die Maschinen eigens für diesen Zweck zur Verfügung stehen.. Man sollte sich die Gelegenheit ein Stüde Welt von oben zu sehen, eigentlich nicht entgehen lassen. R. h. Neues aus der Bädergemeinde Langenbrücken. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen: Durch das staatliche Gesundheitsamt Bruchsal einen neuen Hebammenkoffer für die Gemeindehebamme beschaffen zu lassen. Außerdem wurde der Bedarf an Ausrüstungsgegenständen für die Freiw. Feuerwehr für das Jahr 1952 festgelegt. An erster Stelle stehen Schlauchmaterial. Zur Umlegung von neuem Baugelände im Gewann Achtmorgen wurde die Umlegungskommission bestellt. Mit der Umlegung soll beschleunigt begonnen werden. Ein Stundungsgesuch für Grundstückskaufgelder wurde genehmigt. Zur besseren Versorgung der Bevökerung mit Wasser aus der allgemeinen Wasserversorgung soll mit der Badenwerk AG. ein zusätzlicher Vertrag abgeschlossen werden, der den Leistungspreis für die Entnahme von Strom neu regelt. Die Leitung der Volksschule veranstaltete gestern ihre Schulentlassungsfeier. 22 Mädchen und 10 Jungen nahmen in dieser Feierstunde Abschied von der Schule. Ein wichtiger Schritt im Leben der jungen Menschen wurde getan. Gestern noch Schüler, heute Bürger! Das Programm der Feier war außer Ansprachen in Gedichtform aufgegliedert und sprach von der Schönheit, von der Wahrheit, von der Reinheit und von Gott. Diese Entlassungsfeier wurde zu bleibender Erinnerung für die scheidenden Schüler und deren Eltern. Generalversartmtluiig des FV 09 Phllippsburg Einstimmige Wiederwahl des bisherigen Gesamtvorstandes Am'Samstagabend hatte sich die Philippsburger Fußballfamilie recht zahlreich im „Einhorn“ versammelt, um sich in einer Generalversammlung über die Ereignisse und Erfolge Bericht erstatten zu lassen. Vorstand Hermann Pfeiffer nahm in großen Zügen aus dem Vereinsgeschehen des vergangenen Jahres das wichtigste heraus. Dank einer von Idealismus des Sports beseelten Mitarbeiterschaft ist die Bilanz des Jahres doch auf allen Gebieten sehr aktiv. Wenn auch' durch einiges Mißgeschick der Aufstieg in eine höhere Klasse nicht erreicht werden konnte, so zeigte doch die gute Beteiligung an der Versammlung, daß ein reges Yereinsleben herscht und der Zukunft ruhig entgegengesehen "werden kann. Erwin Kuchler gab aus seinem Protokollbuch bemerkenswerte Auszüge. Seit der letzten Generalversammlung hat sich doch wieder viel auf dem grünen Rasen abgespielt. Auch für seine Mitglieder veranstaltete der Verein einige Feste, die auch für den Rechner Bardenheuer einen erfreulichen Zuschuß für seine Kasse brachten. In seinem Bericht erfuhren wir einiges über die Bewegung innerhalb der Vereinsfinanzen. Die Lage ist als sehr gut zu bezeichnen und die Verpflichtungen, die der Verein durch den Ausbau seiner schönen Platzanlage mit dem erbauten Sporthaus übernommen hat, können ohne weiteres erfüllt werden. Hermann Schäfer hatte bereits vorher in die Buchhaltung Einblick genommen, und seine langjährige Erfahrung auf dem Gebiete berechtigte ihn dazu, den ordentlichen Zustand der Kasse zu bestätigen. • Ueber das spielerische Geschehen gab Albert Batz- ler in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Spielausschusses ein. Bild. Auch er war mit dem Erfolg zufrieden, wenn auch noch' manches zu wünschen übrig blieb. Ergänzt wurde sein Bericht durch den Vereinsstatistiker Erhard Gilliar, der in genauen Zahlen über die einzelnen Spiele berichtete. • Karl Veith, der einen hervorragenden Anteil an der erfolgreichen Arbeit des Spielausschusses hat, ergänzte den Bericht und schilderte in beredten Worten den Ablauf des Spielbetriebs. Nach all diesen Berichten wurde der Vorstandschaft ohne Widerspruch Entlastung erteilt. Bei der nun stattfindenden Wahl wurden einstimmig wieder gewählt: Hermann Pfeiffer als I. Vorstand, Ed. Lang als II. Vorstand, Erwin KucSiler als Schriftführer, G. Bardenheuer als Rechner, Ludwig Bischoff, A. Böllinger, K. Herdle, H. Heiler und R. Bühle'r als Beiräte. Karl Veith, Albert Batzler, Ad. Klambeck und P. Maas als Mitglieder des Spielausschusses, Ph. Lang als Platzwart und Maas als Pressewart. Zu Kassenprüfer wurden bestellt: Baumann und Ed. Gilliar. Der Beirat wurde durch zwei weitere Mitglieder ergänzt. Nach harmonischem Verlauf und der Erledigung einiger interner Vereinsangelegenheiten konnte Hermann Pfeiffer mit einem kurzen Ausblick für die kommende Spielzeit die erfolgreiche Versammlung beschließen. Die Slaliel-Einlelliing der Handball-Bezlrkslilasse Veränderungen innerhalb der Staffeln dürfte Interesse steigern Die endgültige Entscheidung über die Zusammensetzung der Handball-Bezirksklasse fällte am letzten Wochenende der Verbands-Handball-Ausschuß. Die Situation War beim Verbandsfachtag in Seckenheim bekanntlich nicht völlig geklärt worden. Während die Verbandsklasse einschließlich Südbaden in drei Staffeln spielen wird, wobei Kronau in der Staffel 2 verbleibt, und starke Mannschaften wie Mühlburg, Rintheim, Bretten, St. Leon, Beiertheim, Niederbühl, Durmersheim, Kappelwindeck und Gaggenau zum Gegner hat, setzten sich die vier Staffeln der Handball-Bezirksklasse aus folgenden Mannschaften zusammen: Staffel I: TV 96 Seckenheim, VfL Neckarau, SG Mannheim, TV Großsachsen, TV Hemsbach, TG Laudenbach, TV Schriesheim, TSV Viernheim, TV Alt- lußheim und FV 09 Weinheim. Staffeln: SG Nußloch, SG Walldorf, Germ. Dossenheim, TSV Handschuhsheim, TB Heidelberg, TSV Wieblingen, TSG Ziegelhausen, SG Kirchheim, TSV Oestringen, TV Leimen und TSV Rotlb. Staffel III: TV Knielingen, TV Linkenheim, TV Daxlanden, TV Odenheim, TSG Bruchsal, TSV Neuthard, TV Graben, Pol. SV Karlsruhe, TV Eggenstein. Staffel IV: Tschft. Durlach, FrSpVgg. Karlsruhe, TV Ettlingen, TSV Bulach, TSG Pforzheim, Germ. Brötzingen, TV Brötzingen und TV Ispringen. Zur Verbandsliga steigen die Ersten der Staffeln I und II auf» während die Staffelsieger III und IV mit dem südbadischen Staffelsieger V um den Aufstieg zur Gruppe Mitte kämpfen müssen. In der Staffel I und II steigen weiter je zwei Vereine ab, in III und IV nur einer, damit die Staffeln in naher Zukunft auf zehn Vereine kommen. Bei der Gestaltung der Bezirksklassen-Staffeln wir zweifellos notwendig geworden, die bisherige Misere des Bruchsaler Kreises, bzw. die alte Staffel IV aufzuheben. Man tat dies dadurch, daß man einen Teil der Karlsruher Vereine dem Pforzheimer Bezirk zuteilte, und den andern zu Bruchsal stellte. Der TSV Oestringen wurde'dabei allerdings der Heidelberger Staffel zugeteilt, während die Mannschaften des Kreises Bruchsal — wie aus der Neueinteilung zu ersehen ist — sich mit den Vereinen Knielingen, Linkenheim, Daxlanden, Eggenstein und Polizei Karlsruhe zu messen haben. Jedenfalls kann die Neugestaltung der Handball- Bezirksklasse in der jetzigen Form nur begrüßt werden, zumal zu den Mannschaften unseres Heimatkreises endlich auch neue Vereine gestoßen sind, die den Schluß zulassen, daß einmal das spielerische Niveau, gesteigert und zum ändern auch das Interesse am Handball überhaupt gehoben wird. R. H. Handballsihiedsiiftiler kameradsdialtlidi verbunden Kreis Heidelberg gewann Freundschaftstreffen 11:6 Das traditionelle Handballschiedsrichter-Treffen zwischen Bruchsal und Heidelberg, das gestern in Odenheim stattfand, wurde abermals zu einem vollen Erfolg. Beide Vereinigungen waren vollzählig erschienen, und der kameradschaftliche Geist, der seither schon beide Sportkreise verband, kam auch bei diesem dritten Treffen zum Ausdruck. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand naturgemäß das Auswahlspiel zwischen Heidelberg und Bruchsal. Anfänglich waren die Bruchsaler leicht ton- Was den Mohnanbauer interessiert Mohnkapseln, gleichgültig ob ganz oder zerkleinert, die gesund, trocken und hellfarbig sind, werden von den Sammelstellen der landwirtschaftlichen Genossenschaften aufgekauft. Der Anfall an leeren Mohnkapseln beträgt gewichtsmäßig etwa die Hälfte der geernteten Mohnsaatmenge, so daß bei einem Ertrag von 10 bis 16 dz Mohnsaat je Hektar 5 bis 8 dz Kapseln zu erwarten sind. Der Preis für Mohnkapseln mit einem Stengelanteil bis 3 cm ist DM 14.— je 100 Kilo, so daß auch die Ablieferung kleiner Mengen lohnt. Nicht übernommen werden Mohnkapseln, die dunkel bis schwarz aussehen, Schimmelbildung zeigen oder muffig riechen. Eine restlose Erfassung der Kapseln liegt im Interesse der Volksgesundheit. Es sollte jeder Mohnanbauer seinen Teil zum Gelingen dieser Aktion durch Ablieferung der Mohnkapseln beitragen. 3. Dill Kraldigan-Gesililcklidikeilswelfbewerb 1952 Auf dem Waldparkring in Mingolsheim werden wieder Motoren dröhnen Unter dieser Bezeichnung wird am Sonntag, 27. 7. auf dem Waldparkring in Mingolsheim der Motor- Sportring „Kraichgau“ seine diesjährige Veranstaltung durchführen. Nach einjähriger Pause, die durch mannigfache Gründe bedingt war, entschloß man sich nun zur Durchführung einer Veranstaltung, die weniger den Charakter eines absoluten Geschwindigkeitsrennens trägt, sondern vielmehr in die Reihe der in den vergangenen Jahren so sehr beliebt gewordenen „MotoCroß“-Veranstaltungen zählt. Diese Veranstaltungen sind offen für jeden Besitzer eines im öffentlichen Verkehr zugelassenen Motorrades mit und ohne Beiwagen. Sie gibt daher einer viel größeren Zahl Motorradfahrer Gelegenheit, sich motorsportlich zu betätigen. Befahren wird die weithin bekannte Strecke des Waldparkringes .mit einigen eingebauten Hindernissen und zusätzlich ein etwa 700 m langes Waldgeländestück mit verschiedenen natürlichen Hindernissen, die jedoch so ausgesucht und angelegt sind, daß sie ohne Gefahr für Mann und Maschine bei vernünftigem Befahren überwunden werden können. Gewertet wird in den bekannten Gruppen (bis 100 ccm, bis 125 ccm, bis 250 ccm, bis 350 ccm und über 350 ccm). Die Strecke selbs ist 4—6mal zu durchfahren. Die Nenngelder betragen 3,— bzw. 4,— DM für Solo- und Beiwagenmaschinen. Alle näheren Einzelheiten, die Ausschreibungen und Nennformulare sind bei der Geschäftsstelle des Motor- Sport-Ring „Kraichgau“ (Kurhaus Gantner) in Mingolsheim zu erhalten oder werden portofrei den Interessenten zugesandt. Nennungsschluß ist der 25. Juli 1952. Für die Sieger und Platzierten stehen wertvolle Ehrenpreise zur Verfügung. Mit dieser Veranstaltung nehmen die motorsportlichen Ereignisse auf dem Waldparkring wieder einen neuen Anfang. Auf der Strecke, wo sich vor zwei bzw. drei Jahren bei den damaligen Ausweisfahrer-Rennen Männer wie Baltisberger, Friedei Schön und Luttenberger wertvolle Punkte zur Erlangung ihrer Fahrerlizenzen einheimsen konnten. Leider konnte damals der vielverheißende Anfang infolge finanzieller Schwierigkeiten nicht weitergeführt werden. Nunmehr hat man sich aber zur Durchführung dieser „Moto Croß“ Veranstaltungen entschlossen, die einem wesentlich größeren Kreis von Motorsportlern Gelegenheit bieten, sich zu betätigen. Die Siegerehrung wird am Abend im Park-Cafe Gantner bei einem gemütlichen Beisammensein und einer Gartenillumination 'stattfinden. angebend und erzielten auch den Führungstreffer und konnten nach dem Ausgleich abermals ein Tor vorlegen. Obwohl Heidelberg auf einige aktive Spieler zurückgegriffen hatte, schaffte es bis zur Halbzeit nur eine 4:3-Führung. Bruchsals Stürmer hatten oft Schußpech, was vor allem in der zweiten Halbzeit wiederholt zum Ausdruck kam. Allerdings hatten die Heidelberger in ihrem 25jährigen aktiven Torwart eine wertvolle Stütze. Nach dem Wiederanspiel änderte sich die Situation schlagartig zugunsten Heidelbergs, dessen Stürmerreihe die Bruchsaler Hintermannschaft wiederholt überliefen. Das Spiel endete mit einem ll:6-Erfolg der Heidelberger Schiedsrichtervereinigung. Mit diesem Erfolg konnten sie die Vorjahrsniederlage ausgleichen. Der TV Odenheim hatte die Veranstaltung bestens vorbebreitet, sodaß man sich anschließend in der Bahnhofsrestauration noch zu einem harmonischen Beisammensein treffen konnte. Ernteaussichten gut Unteröwisheim. Begünstigt durch das beständige Sommerwetter, ist die Ernte in vollem Gange. Sie wird bei anhaltendem Schönwetter im Laufe der nächsten Woche soweit beendet sein. Die maschinelle Umstellung in vielen landwirtschaftlichen Betrieben fördert die Erntearbeit ungemein. Zum andern sind mehrere Bulldogs vom Morgengrauen bis in die Nacht hinein zur Einbringung der Ernte eingesetzt. Trotz des trockenen Frühjahrs und Sommers steht das Getreide verhältnismäßig schön. Das Dreschergebnis der Gerste steht dem des letzten Jahres nach, da die Gerste feinkörniger ist. Auch das Leben ist eine Schule. Untergrombach. Am Samstag abend fand im St. Elisabethenhaus die Schulentlassungsfeier der 8. Klasse statt Der Klassenlehrer, H. Hemberger, Rektor Speck und Bürgermeister Gebhard Krieger gaben den Entlaßschülern gute und nützliche Ratschläge für ihr ferneres Leben mit auf den Weg. 77 junge Menschen (45 Knaben und 32 Mädchen) nahmen am Schluß der schlichten Feier ihre Zeugnisse in Empfang. Sie werden von der Schule ins Leben gehen, das Leben wird sie aber wieder in die Schule nehmen. Der -Kinderchor der Volksschule unter Leitung von Herrn Link und der Handharmonika-Bezirksmeister, Jugendspieler Gerhard Schneider gaben durch musikalische Vorträge dem Abend einen harmonischen Rahmen. Die Rundesiiigeiidspiele in Phllippsburg 300 Knaben u. Mädchen der Volksschule nahmen teil Am 15. Juli wurden unter Gesamtleitung des Bürgermeisters Odenwald, Turnwart des TV 1891, und des gesamten Lehrkörpers der Volksschule die Bundes-Jugendspiele durchgeführt. Die Jugend war mit Begeisterung bei der Sache und erzielte beachtenswerte Leistungen. Siegerliste: Jahrgang 1938 — Knaben — Gottschlich Fritz, 50 Punkte, Dahm Arnold, 47 Punkte, Steiner Helmut Mensdienbildner, Ifenschenptleger, Erzieher -Zu Friedrich Fröbels 100. Todestag am 21. Juli 1952 II. Teil bedeutendster Zug an Fröbels erster Schul- Von Dr. Bertold K. Weis Als bedeutendster Zug an gründung erscheint jedoch die religiöse Ausrichtung. Eine Höherentwicklung des Menschen ist nach Fröbels Anschauung nicht möglich „ohne eine Annäherung an das Ebenbild Gottes“. Der Mensch muß in seinem ganzen erzieherischen Bemühen an sich und den anderen danach streben, „das Göttliche in sich individuell darzustellen“. Diese Gedanken durchziehen auch Fröbels, im Jahre 1826 erschienenes pädagogisches Hauptwerk „Die Menschenerziehung“. Hauptmerkmal dieser Erziehungslehre ist die Forderung, daß der Erzieher nicht mit einem vorgeprägten formalistischen und intellektuellen Maßstab an sein Werk herangehen, daß er seinen Zögling nicht gewaltsam zurechtbiegen, sondern der im Kind vorgebildeten Anlage nachgehen und sie im Einklang mit dem Ewigen und Göttlichen entwickeln soll. Das ist eine Erkenntnis, die mutatis mutandis für jeden Erzieher heute noch gilt. Die bequeme Neigung, mit dem Sieb eines wissenschaftlichen „Stoffplanes“ an die Jugend heranzugehen und das „Menschenmaterial“ durch dieses Sieb zu rütteln, ist zu verführerisch, als daß die großen und kleinen Vereinfacher jemals ganz davon ablassen könnten. Mit wachsender Klarheit formt Fröbel den Gedanken eines einheitlichen, in allen seinen Teilen aufeinander abgestimmten, in sich ausgewogenen Erziehungswesens, von der Vorschule bis zur Universi- tät.Auch hier überraschen revolutionäre Vorschläge. Die höhere Schule soll sich in einen wissenschaftlichen und einen praktischen Zweig gliedern, die Be- rufsschulbildung soll gleichberechtigt und gleichwertig neben die wissenschaftliche Schule treten, ein Verlangen, dem sich intellektueller Hochmut auch heute noch oft genug verschließt. Auch diese Schätzung praktischer Bildung ruht auf religiösem Grund. Fröbel verkündet ein neues Ethos der Arbeit: „Gott schuf den Menschen, ein Abbild seiner selbst, zum Bilde Gottes schuf er ihn; darum soll der Mensch schaffen und wirken gleich Gott. — Dies ist der hohe Sinn, die tiefe Bedeutung, der große Zweck der Arbeit.“ Aus dieser Haltung erklärt sich die bedeutende Rolle, die Fröbel dem Gedanken der Arbeit in der Erziehung beimißt. Noch einmal, von 1831 — 1836, verbringt Fröbel Jahre fruchtbaren pädagogischen Wirkens in der Schweiz. Der Plan des Kindergartens gewinnt in dieser Zeit klare Gestalt. Er soll keine Kinderbewahr- und keine Beschäftigungsanstalt sein. Derartige Einrichtungen hatte es schon lang gegeben. Fröbel sieht in der frühen Kindheit einen organischen Bestandteil der individuellen Entwicklung, eine Entwicklungsstufe, die ebenso der erzieherischen Weisung bedarf wie jede andere. Man erkennt, daß Fröbel den Menschen nicht als Erscheinung, sondern als Organismus, nicht als gegebenen Rohstoff, sondern als wachsende, sich entwickelnde Wesenseinheit betrachtet. Aus der Notwendigkeit erzieherischer Hilfe für das frühe Kindesalter ergibt sich die Auseinandersetzung mit den Mitteln und Methoden der Erziehung auf dieser Altersstufe. Nach der Rückkehr aus der Schweiz entstehen die bekannten „Spielgaben“, die ersten aus dem Wesen des Kindesalters entwickelten, zugleich aber in den Zusammenhang einer philosophisch - spekulativen Erziehungslehre eingeordneten Spiel- und Beschäftigungsmittel. Die Gründung des Allgemeinen Deutschen Kindergartens schließt sich an, Fröbel selbst bestimmt den 1. Mai 1840 als Stiftungstag. In den folgenden Jahren setzt Fröbel seine ganze Kraft an die Verbreitung dieser Idee. Er schafft den Beruf der Kindergärtnerin und gründet das erste Kindergärtnerinnenseminar, in einer Zeit, die sich gegen die Vorstellung der berufstätigen Frau sträubte, eine umwälzende Tat. Auch die Vereinigung der Kinder aller Stände im Kindergarten bedeutet eine sozialpädagogische Leistung, die im Zeitalter der Restauration und Reaktion Vorurteilslosigkeit verlangte. ■ Es wäre ein Wunder, wenn Fröbels Reformgedanken und Reformtaten undwidersprochen geblieben wären. Schon die Anstalt in Keilhau wurde durch eine preußische Regierungsverordnung an den Rand des Ruins gebracht. Man machte Fröbel nacheinander den Vorwurf des Demagogentums, des Atheismus, des Sozialismus. Die Kindergärten wurden in Preußen verboten und erst lang nach Fröbels Tod wieder zugelassen. Zweimal faßte Fröbel den Entschluß, nach Amerika ausz erwandern, um dort, in einem freien,. vom Alpdruck traditioneller Vorurteile unbelasteten Land seine Pläne ungestört zu verwirklichen. Die Auswanderungspläne wurden nicht ausgeführt. Fröbels Mitarbeiter wollten von Auswanderung nichts wissen. Eine vollständige- Würdigung des reichen Lebens- Werks Fröbels ist auf engem Raum auch nicht andeutungsweise möglich. ■ Die tiefsinnige spekulative Begründung seiner Pädagogik, seines „sphärischen Gesetzes“, seines Begriffes der „Lebenseinigung“ entzieht sich jeder flüchtigen Deutung. In der Betonung des spezifisch deutschen Charakters seiner Erziehungslehre hat Fröbel einen Begriff des nationalen Bewußtseins geprägt, der für unser heutiges Bemühen um die Einordnung nationaler Eigenart in den größeren Zusammenhang der Völkergemeinschaft richtungweisend sein kann. Eduard Spranger hat in seiner Schrift „Aus Friedrich Fröbels Gedankenwelt“ darauf hingewiesen, daß für Fröbel deutsche Erziehung notwendig auch immer Menschheitserziehung ist. Auch das ist ein Gedanke, der uns Fröbels Werk besonders naherücken sollte. Bertold K. Weis 46 Pkt., Braun Willi 45 Pkt., Heuschmidt Hans 44 Pkt. Scudlo Dieter 40 Pkt., Breitenberger Otto 40 Pkt. Mädchen: Diether Helga, 48 Pkt., Mischik Katharina 44 Pkt., Herd Elisabeth, 44 Pkt., Pahling Ther„, 42 Pkt. Riehl Erika, 40 Pkt., Götz Hedwig, 40 Pkt. Jahrgang 1939 — Knaben — Jung Friedr., 58 Pkt., Schrapp Günter, 50 Pkt., Hechler Klaus, 48 Pkt., Alt Konrad, 48 Pkt., Herr Dieter, 47 Pkt., Held Peter, 47 Pkt., Arres Klaus, 44 Pkt., Hummel Manfred, 42 Pkt. Mädchen: Stiemer Hannelore, 47 Pkt., Moos Liane, 47 Pkt., Gilliar Waltraud 46 Pkt., Füger Wiltrud, 41 Pkt., Batzler Uda, 41 Pkt., Hechler Hannelore, 41 Pkt., Herberger Renate 40 Pkt. Jahrgang 1940 — Knaben — Gilliar Rudi 56 Pkt. ; Dörwang Emst, 48 Pkt., Götzinger Hartmut, 48 Pkt., Bischof Hans, 47 Pkt., Frank Manfred, 46 Pkt., Hermann Dieter, 46 Pkt., Riehl Anton, 45 Pkt., Blasius Philipp, 43 Pkt * Mädchen: Gutsohn Siegelinde, 48 Pkt., Schumacher Heiderose, 48 Pkt., Trauth Erika, 45 Pkt., Stäudlin Ilse, 43 Pkt., Winter Edeltraud, 43 Pkt. Jahrgang 1941 — Knaben — Belle Ingo 53 Punkte, Scheuermann Reiner, 51 Pkt., Billmeier Werner, 49 Pkt., Odenwald Hanspeter, 46 Pkt., Gilliar Richard, 45 Pkt., Kürschner Gert, 44 Pkt., Schuhmacher Karl, 43 Pkt., Wagner Werner, 43 Pkt., Hummel Reihhold, 42 Pkt., Noll Helmut 41 Pkt. Mädchen: Albrecht Anneliese, 51 Pkt., Krämer Veronika, 46 Pkt., Reichenstein Sigrid, 45 Pkt., Höß Irmgard, 41 Pkt. Jahrgang 1942 — Knaben — Alt Wolfgang 52 Pkt., Rudelitz Walfried, 50 Pkt., Hügel Dietrich 49 Pkt., Sommer Peter, 48 Pkt., Dahm Klaus, 48 Pkt., Kiesewetter Wolf Jürgen, 47 Pkt., Weindel Heinz, 46 Pkt., Hummel Reinhold, 44 Pkt., Stöhrer Reinhold, 42 Pkt. Mädchen: Weschler Ursula, 48 Pkt., Dörr Christa, 43 Punkte. Mannschaftssieger — Knaben — 1. Klasse 6a mit 60,2 Pkt., 2. Klasse 8a mit 58,5 Pkt., 3. Klasse 5a mit 57 Pkt. und 4. Sieger Klasse 8a mit 57 Punkten. Mannschaftssieger — Mädchen — 1 . Klasse 5b mit 53 Punkten, 2. Klasse 6b mit 51 Pkt. und 3. Sieger Klasse 7b mit 46 Punkten. Amerika-Besuch-Berichtigung Wir begrüßten in der vorletzten Ausgabe unser- Zeitung irrtümlich eine Besucherin mit ihrem Mä. - chennamen. Es muß richtig heißen: Frau Maria Kirch- ner, geb. Jung, nebst Tochter trafen zum Besuch aus USA ein. Herr August Weber ist dieser Tage wieder nach hier zurückgekehrt. Auch ihn heißen wir herzlich willkommen.