BRÜCHSAIER POST Redaktion and Verlag: Bruchsal, Worthstraße 11, Telefon Nr. 2121 Bosoftpreiat Monatlich DM 2.80 einschließlich Trigergebflhr. PoaUuatellung DM 2.45 zuzüglich Zustellgebühr. — Erichelat an jedem Tag der Woche, außer sonn- and feiertags RHEINISCHES TAGBLATT SÜDDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG Anzeigenpreise laut Preisliste. — Bankkonten] Spar« and Kredit« bank Bruchsal Nr. 603; Stadt. Sparkasse Philippsburg Nr. 1037. Postscheckkonto: Amt Karlsruhe Nr. 36440. — Bei Störung durch höhere Gewalt besteht kein Ersatzanspruch. Nummer 177 Samstag, 2. August 1952 _ Einzelpreis 20 Pfennig ■■ Olympische Ehrentafel 100 m Rücken, Männer: Goldmedaille: Yoshinobu Oyakawa (USA) 1:05,4. Silbermedaille: Gilbert Bozon (Frankreich) 1:06,2. Bronzemedaille: Jack Taylor (USA) 1:06,4. Turmspringen, Männer: Goldmedaille; Sammy Lee (USA), 156,28 Punkte. Silbermedaille: Joaquin Capilla (Mexiko) 145,21. Bronzemedaille: Günther Haase (Deutschland) 141,31. 4 mal 100 m Kraul Frauen Goldmedaille: Ungarn (I. Novak, E. Novak, Temes, Szoke) 4:24,4 Minuten (neuer Welt- und olympischer Rekord). Silbermedaille: Holland (Linssenvaessen, van Voom, Termeulen, Heyting-Schumacher) 4:29,0. Bronzemedaille: USA (Lavine, Stepan, Alderson, Ka- wamoto) 4:30,1. Säbel-Einzel Goldmedaille: Pal Kovacs (Ungarn) acht Siege. Silbermedaille: Aladar Gerevich (Ungarn) 7 Siege. Bronzemedaille: Tibor Berczelly (Ungarn) 5 Siege. Arndt gegen Gutachten für HeuB BONN. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Arndt hat am Freitag an den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts ein Schreiben gerichtet und für seine Person erklärt, daß es nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 30. Juli jetzt ebenfalls nicht zulässig sei, ein Rechtsgutachten über die streitigen Vertragstexte durch das Bundesverfassungsgericht zu erstatten. Was in einem förmlichen Verfahren gegenwärtig noch nicht möglich sei, könne nicht gleichzeitig in einem formlosen Verfahren statthaft sein. England ratifiziert Deutschland-Vertrag Vertagungsantrag der Opposition abgefeimt - Ed en: Deutschland eingliedern oder verbannen LONDON. Mit einer Mehrheit von 40 Stimmen sprach sich das britische Unterhaus am Freitag für die sofortige Ratifizierung des Deutschland-Vertrages aus. Es stimmte nach einer dramatischen Aussprache ferner der britischen Garantie für die Europäische Verteidigungsgemeinschaft und dem Zusatzpro" tokoil zum Atlantikpakt vom 27. Mai zu* Für die drei Abkommen stimmten 293 Abgeordnete, dagegen 253. Ein Antrag der oppositionellen Labour-Fraktion, die Ratifizierung des Deutschlandvertrages bis zum Herbst zu vertragen, wurde mit 294 gegen 260 Stimmen abgelehnt. Die Labour-Sprecher begründeten ihren Antrag auf Vertagung der Ratifizierung noch einrhal mit dem Hinweis auf eine etwaige Konferenz der vier Großmächte. Außenminister Eden erklärte jedoch, die Ratifizierung werde die Aussichten auf eine Verständigung mit der Sowjetunion eher fördern als beeinträchtigen. Der Höhepunkt des Angriffs aus dem Lager der Labour-Fraktion war eine Rede des Abgeordneten Dalton, der in der Wiederbewaffnung Deutschlands die „Gefahr des deutschen Militarismus“ sah und vor der Möglichkeit einer neuen Rapallo-Politik warnte. In seinem Schlußwort sagte Außenminister Eden: Ich glaube nicht, daß Deutschland nur auf der Grundlage von Erinnerungen an die Vergangenheit behandelt werden kann. Ein Versuch dieser Art würde früher oder später zu der gleichen Art von Problemen führen, die wir in den dreißiger Jahren hatten. Wenn wir die Grundlagen für ein neues Europa legen wollen, müssen wir entweder Deutschland in die Familie der Nationen eingliedern oder es für immer verbannen.“ Eden fuhr fort, er habe sorgfältig erwogen, ob die Entscheidung bis Ende Oktober zurückgestellt werden könne. Würde man warten, dann würde Europa sagen: „Das sind wie- Saargespräch für eine Woche unterbrochen Hallstein and Blankenborn berichten Adenauer - „Stark von einander abweichende Thesen" PARIS. Die deutsch-französischen Besprechungen über eine etwaige Europäisierung der Saar, die am Freitagvormittag im französischen Außenministerium begänne»; sind nach Abschluß der ersten Sitzung bis zum nächsten Freitag unterbrochen worden. Staatssekretär Hallstein und Ministerialdirektor Blanken- faorn sind bereits nach dem Bürgenstock bei Luzern abgereist, um Bundeskanzler Dr. Adenauer, der dort seinen Urlaub verbringt, über die erste Besprechung zu unterrichten. Hallstein gab wegen des schwierigen Charakters der Verhandlungen bisher keine Erklärung ab. Die Besprechungen am Freitag dauerten fast vier Stunden. Die weiteren Verhandlungen sollen ebenfalls in Paris geführt werden. Von deutscher Seite wird erklärt, daß es sich nicht um eine echte Konferenz handle, sondern nur um Besprechungen, bei denen beide Seiten ihre Standpunkte vortragen und einander anzunähern versuchen. Vor Beginn der Besprechung waren die Mitglieder der deutschen und der französischen Delegation Gast bei einem Essen, das der deutsche Geschäftsträger Dr. Hauenstein gab. Außenminister Schuman, der die französische Delegation leitet, war dienstlich verhindert. An der Eröffnungssitzung im Privatkabinett des französischen Außenministers nahmen außer Hallstein und Blankenhom auch Dr. Grewe vom Auswärtigen Amt und Gesandter Dr. Ophuels teil. Auf französischer Seite waren neben Schuman der Leiter der Europaabteilung im französischen Außenministerium, Seydoux, der Chef der Saarabteilung, de Beaumarchais, und Schumans Kabinettschef de Bourbon- Busset vertreten. Der Pressechef des französischen Außenministeriums sagte am Freitag, daß die Unterbrechung der Saarverhandlungen so kurz nach Konferenzbeginn keine Uefoerraschung sei. Es wäre verfehlt, aus der Absetzung der ursprünglich vorgesehenen Nachmittagssitzung zu schließen, daß es sofort zu einer Krise gekommen sei Richtig sei vielmehr, daß die französische und anschließend die deutsche Delegation ihre Auffassung über die Möglichkeit einer Lösung des Saarproblems dargelegt haben. Danach hätten Französischer Widerstand gegen EVG PARIS. In den Reihen der französischen Politiker wächst nach der Weigerung der Vereinigten Staaten, Frankreich mehr als ein Drittel der von ihm geforderten Offshore-Aufträge zu erteilen, der Widerstand gegen die Ratifizierung des Vertrages über die europäische Verteidigungsgemeinschaft. Ueber die Hälfte der 75 radikalsozialistischen Abgeordneten in der Nationalversammlung haben sich — wie der Reuter-Korrespondent Harold King am Freitag berichtete — nunmehr den Deputierten angeschlossen, die der Ratifizierung des EVG-Vertrages, von dem die Beteiligung der Bundesrepublik an der Verteidigung Westeuropas abhängt, feindselig gegenüberstehen. Der frühere Staatssekretär im französischen Kriegsministerium und jetzige radikalsozialistische Abgeordnete Bourges-Manoury erklärte in einem am Freitag veröffentlichten Zeitungsartikel, der EVG- Vertrag habe durch die Offshore-Entscheidung Washingtons „seine letzte Aussicht eingebüßt“, von der Nationalversammlung ratifiziert zu werden. In dem Artikel, der nach Annahme parlamentarischer Beobachter in enger Fühlungnahme mit dem französischen Kabinett abgefaßt wurde, heißt es ferner: „Wer könnte sich vorstellen, daß sich das französische Parlament damit einverstanden erklären würde, das französische Heer als das Aschenbrödel in die europäische Gemeinschaft eintreten zu lassen, in der es nur das Kanonenfutter stellen würde, und dies zu einem Zeitpunkt, in dem sich französische Stahlwerke der Waffenfabrikation zum Vorteil deutscher, britischer oder italienischer Stahlfirmen enthalten würden?“ sich dann die Konferenzteilnehmer entschlossen, erst in acht Tagen nach gründlicher Ueberprüfung der Vorschläge die eigentlichen Verhandlungen zu beginnen. Bei der gegenseitigen Unterrichtung se die Atmosphäre gut gewesen. Die Besprechungen Außenminister Schumans und Staatssekretärs Hallstein in Paris haben, wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend berichtete, eine Gegenüberstellung der „allem Anschein stark voneinander abweichenden“ deutschen und französischen Thesen über die Europäisierung der Saar ermöglicht. In der nächsten Sitzung werde man versuchen, diese beiden Thesen in Ueber- einstimmung zu bringen. Dem AFP-Bericht zufolge wird in Paris darauf hingewiesen, daß der Schaffung des „europäischen Saargebietes“ die de facto- Abtrennung des Saarlandes vom deutschen Gebiet zugrunde liegt, „während von keiner de faeto-Ab- trennung irgeneines Teils des französischen Territoriums die Rede ist.“ der die Engländer — sie wollen in dieser Sache gar nicht mitmachen.“ Das Oberhaus hatte am Donnerstagabend mit 74 gegen 32 Stimmen den Antrag der Labour-Opposi- tion, die Ratifizierung des Deutschlandvertrages zu verzögern, abgelehnt. Das Ergebnis der Ratifizierungsdebatte im Unterhaus — eine ungewöhnlich hohe Regierungsmehrheit von 40 Stimmen — wird in London als echter parla' mentarischer Sieg Churchills und Edens betrachtet. Auf Labourseite konnte allerdings diesmal nicht von einer Bevan-Revolte, sondern eher von einer Revolte des rechten Flügels gesprochen werden. Donnelly in Bonn BONN. Der neue amerikanische Hohe Kommissar in Deutschland, Walter Donnelly, ist am Freitag in Bonn eingetroffen. Vor Pressevertretern sprach er die Hoffnung auf baldige Herstellung normaler diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und den USA aus. „In Ausführung der Deutschlandpolitik meines Landes in dieser Zeit des Uebergangs hoffe ich, so schnell wie möglich normale diplomatische Beziehungen hersteilen zu können. Die Verwirklichung dieses Zieles hängt selbstverständlich von dem Tempo ab, mit dem die Bonner Konventionen und der EVG-Vertrag durch die Teilnehmerstaaten rat! fiziert werden.“ Donnelly sprach seine Freude darüber aus, in Deutschland arbeiten zu können. „Ich stehe vor einer verantwortungsvollen Aufgabe und ich freue mich, hier im gemeinsamen Interesse unserer beiden Länder tätig sein zu können.“ Der neue Hohe Kommissar lobte das von seinem Vorgänger McCloy begonnene Werk und schloß mit der Versicherung, daß die in Deutschland akuten Probleme trotz ihrer Schwierig' keit durch Zusammenarbeit der freien Völker gelöst werden und damit den Völkern eine Zukunft in Frieden und Sicherheit garantiert werden könne. Stevenson, Eisenhower und Europa SPRINGFIELD (Illinois). Auf seiner ersten Pressekonferenz nach seiner Nominierung sagte der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Gouverneur Stevenson, am Donnerstag in Springfield, er stimme in allen Fragen der amerikanischen Europapolitik im wesentlichen mit den Ansichten seines republikanischen Gegners Eisenhower überein. Stevenson kündigte an, daß er den Wahlkampf Anfang September mit aller Kraft aufnehmen werde. Im Wahlkampf solle nichts gesagt werden, was das Vertrauen der Alliierten Amerikas erschüttern und ihre Hingabe für die gemeinsame Sache verringern könne. Staatsgrenzen sind keine Kirchengrenzen Dibelius warnt vor Versuch der Kirchenspaltung - Mahnung an die Planer von Brandenburg BERLIN. Der evangelische Bischof von Berlin, D. Dr. Otto Dibelius, hat an die Ffarrer von Berlin und! Brandenburg ein Rundschreiben gerichtet, in dem er sich gegen jeden Versuch wendet, die Kirche zu spalten. „Kein Staat“, so heißt es in dem Rundbrief, „hat das Recht, die Einheit der Kirche Jesu Christi anzutasten. Wir können uns mit mancherlei Gestal* tungen des politischen Lebens abfinden, aber wir können niemals- dem Satz zustimmen, daß Staatsgrenzen zugleich Kirchengrenzen seien und daß’ wenn der Staat seine Grenzen schließt, die Kirche sich in diese Grenzen mit einschließen lassen müsse- Wir haben das in der nationalsozialistischen Zeit nicht gekonnt, wir können es auch heute nicht.“ Für den Fall, daß Behinderungen auftreten, fordert Bischof Dibelius von den Pfarrern gewissenhaft die Weisungen ihrer Kirchenleitung einzuhalten, auch wenn diese „nur mühsam und spät“ zu den Pfarrern durchdrängen. Die Pfarrerschaft müsse sich in jedem Fall einmütig um diejenigen scharen, die für sie als Vertreter der echten und für alle gemeinsamen Kirchenleitung erreichbar sind. Im Arbeitsministerium der argentinischen Hauptstadt soll Eva Peron auf gebahrt bleiben, „bis der letzte Argentinier die Tote gesehen hat “ — . wie am Freitag amtlich bekanntgegeben wurde, bis zum 9. August. Unser Bild zeigt die Bahre im Arbeitsministerium. Die sterbliche Hülle Eva Perons wird nach ihrer Ueberführung in das Gewerkschaftsgebäude in Buenos Aires am 10. August „ein Jahr lang nicht sichtbar sein“, da die Arbeiten zur Konservierung des Leichnams diesen Zeitraum in Anspruch nehmen, gab die argentinische Regierung am Freitag bekannt. „Hier darf es Absplitterungen nicht geben. Die Erfahrungen mit den Deutschen Christen von einst reden eine laute Sprache. Wer für eine politische Gewalt gegen die Leitung seiner Kirche optierte, wäre ein ungetreuer Hirte seiner Gemeinde und hätte seinen Lohn dahin.“ Bischof Dibelius erklärt in seinem Rundschreiben, die Pfarrer würden im Gottesdienst und wo es sonst am Platze sei, von der Einheit der Kirche zu reden haben, damit die Gemeinde das große Anliegen der Kirche recht verstehe und es betend mittragen könne. Lilie Präsident des Lutherischen Weltbundes HANNOVER. Der Landesbischof von Hannover D. Dr. Hanns Lilje, wurde am Freitag nachmittag von der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes mit 154 von 178 Stimmen für fünf Jahre zium Präsidenten des Lutherischen Weltbundes gewählt. Er tritt damit die Nachfolge des turnusmäßig ausscheidenden bisherigen Präsidenten Bischof Prof. Dr. Nygren an. Nüchterne Bilanz Dr. E. G. In ihrer fast dürren, Nüchternheit glich die Bilanz, die der britische Außenminister Eden in seiner Rede zur Deutschlandpolitik dem Unterhaus vorlegte, eher der kühlen Kalkulation eines Geschäftsmannes als der Konzeption eines Staatsmannes, der ein bestimmtes Anliegen — hier die Ratifikation der Verträge — zum guten Ende bringen wollte. Aber gerade diese überlegende Sachlichkeit war es, die diese Rede bedeutsam und für uns Deutsche nachdenkenswert machte, ganz abgesehen davon, daß Eden damit auch im Unterhaus seiner Sache den besten Dienst geleistet haberi dürfte. Nachdenkenswert, weil sie uns noch einmal an den Ausgangspunkt des Weges zurückführt, den wir bisher hinter uns gebracht haben, und uns zeigt, daß die — durchaus nicht voll ausgereiften — Früchte, die wir mit den Verträgen ernten, nicht allein der scharfe Ostwind vom Baum hat fallen lassen, daß sie aber auch kaum reifer geworden wären, wenn wir, wie mitunter gesagt wird, den Baum nur kräftiger geschüttelt hätten. „Diese Politik ist nicht die Erfindung einer einzelnen Macht oder einer Partei; sie ist langsam und, so möchte ich himzufügen, zögernd akzeptiert worden, weil sie unvermeidbar erschien, nachdem die Zusammenarbeit der vier Mächte unmöglich geworden war.“ Langsam und zögernd — darauf kommt es in diesem Zusammenhang an. Und wenn Eden später fortfährt, es sei eine schwere Entscheidung gewesen, Westdeutschland zur Verteidigung von Westeuropa mit heranzuziehen („viele von uns zögerten, der Premierminister zögerte weniger al9 die meisten von uns“), so darf man diesen bedachtsamen Formulierungen ja wohl entnehmen, daß, so hoch man auch die fördernde Wirkung von Stalins Obstruktionspolitik einschätzen mag, es dennoch, und zwar unabhängig davon, eine schwere Aufgabe war, an den Punkt zu gelangen, an dem wir heute mit unserem Verhältnis zu den Westmächten stehen. Hieß für die Alliierten diese Aufgabe, über den Schatten des Siegers zu springen, im besonderen über den düsteren Schatten, den Herr Morgenthau über Deutschland geworfen hatte, so mußte die deutsche Politik den Nachweis erbringen, daß dieser Schatten nicht nur keine Daseinsberechtigung hatte, sondern sich mit der Zeit auch schädlich auswirken würde. Und daß wohlgemerkti nicht nur wegen der Russen. Eden wies auf den springenden Punkt dieser Problematik hin, alse er vor einer Wiederholung der Fehler warnte, die nach dem ersten Weltkrieg gemacht wurden. „Wenn wir nicht wünschen, daß sich unsere Beziehungen zu Deutschland in eine gefährliche Gegnerschaft verwandeln, müssen wir vorwärts gehen.“ Wenn irgendwo, so wird an dieser Stelle sichtbar, daß unser Verhältnis zu den Alliierten nicht nqr, wie man uns manchmal glauben machen will, lediglich von den Russen bestimmt wird, sondern daß es ebenso sehr ein Problem für sich ist, das von den beiden Partnern, den Deutschen und den Westmächten, gelöst werden muß — ohne jede Rücksicht auf die Haltung des Kreml. Wie anders wäre auch sonst ein europäischer Fortschritt möglich? Wenn die Bereinigung der deutschalliierten Beziehungen in der europäisch-atlantischen Form, die man ihnen geben will, lediglich ein Ergebnis des russischen Druckes wäre, würde gerade das Konstruktive und Dauerhafte fehlen, das über das augenblicklich Zweckmäßige und Notwendige hinausgeht. Es wäre eine Bereinigung im Zeichen des Negativen, das der Druck aus dem Osten bedeutet, und nicht des Positiven, das in einer echten, ehrlichen und restlosen Ueberwindung der Nachkriegszeit besteht. Mag, wie Eden sagte, die Berliner Luftbrücke der Wendepunkt in der Nachkriegsgeschichte gewesen sein — die neue Entwicklung, die hier begann, wird erst die Zukunft gewonnen haben, wenn sie von allen Alliierten nicht mehr als notwendiges oder kleineres Uebel, also nicht unter dem Gesichtspunkt einer Alternative betrachtet wird, sondern als die einzige Möglichkeit, die die Zukunft verbürgt. Daß das nicht einfach ist, hat Eden in seiner Rede nicht verschwiegen. Erfreulicherweise. Denn damit hat er auch die Leistung der deutschen Politik unterstrichen, die die oft verkannte schwierige und undankbare Aufgabe zu bewältigen hatte (und noch hat), die Allieirten zur Aufgabe unzeitgemäßer, d.h. noch von mehr oder weniger starken Schatten des Siegerstandpunktes überlagerten Positionen zu veranlassen und zu gleicher Zeit den Kredit, den sie bisher in den westlichen Hauptsädten erworben hat, noch zu mehren. Edens nüchterne Bilanz, die er naturgemäß als englischer Minister zog, gab gleichwohl ein — fast skelettartiges — Bild der gesamten alliierten Deutschlandpolitik, aus dem sich zugleich bündige Schlüsse auf die Aufgabe und Leistung der deutschen Außenpolitik ziehen ließen. Tschuikow protestiert wegen Interzonenhandels BERLIN. General Tschuikow, der Chef der sowjetischen Kontrollkommission in Deutschland, hat bei den Hohen Kommissaren der Westmächte gegen angebliche Störungen des Interzonenhandels protestiert. Wie der Sowjetzonen-Nachrichtendienst ADN am' Freitag meldet, wirft Tschuikow den Besatzungsbehörden der Westmächte in Deutschland vor daß sie und die Bundesbehörden Maßnahmen getroffen hatten, um den Handel zwischen West T und Ostdeutschland einzuschränken. - wie an den Vortagen trafen auch Freitag wieder über tausend Flüchtlinge aus Sowjetzone in Westberlin ein. Die Erwartung die Monatswende ein Nachlassen der Flüchüir welle bringen würde, hat sich damit nicht bestäl Die Flüchtlingsstelle des Berliner Senats schlißt der Tatsache, daß ganze Familien die Reise rrilt i pack ohne Schwierigkeiten machen konnten, daß Flucht von den Sowjetzonenbehörden geduldet o gar gewünscht wird. Die in der Sowjetzone k sierenden Gerüchte über neue Reisebeschränkuni nadi Berlin vom 1. August an, haben sich bis j nicht bewahrheitet. , Seite 2 / Nummer 177 Samstag, 2. August 1951 Acheson nach Honolulu abgeflogen WASHINGTON. Der amerikanische Außenminister Acheson flog am Freitag von Washington nach Honolulu ab. Er wird dort am Montag mit den Außenministern Australiens und Neuseelands Besprechungen über die Organisation der Verteidigung des Pazifiks aufnehmen. Acheson wird von Sonderbotschafter Jessup, Admiral Radford, dem Oberbefehlshaber der USA-Flotte im Pazifik, und den Unterstaatsekretären für Europa und Ostasien vom USA- Außenministerium begleitet. Im Falle einer sowjetischen Aggression im Pazifik würden Australien und Neuseeland zur Verteidigung der USA, Japans oder der Phillippinen eine Million kämpfende Truppen stellen, sagte der australische Botschafter in den USA Percy Spender am Donnerstagabend in San Franzisko. EU Tote bei Schiffsunglück in Boulogne BOULOGNE. Das größte französische Baggerschiff, die 1289 Tonnen große „Pas de Calais“, sank am Freitagmorgen im Hafen von Boulogne nach einer heftigen Explosion, die die ganze Stadt erschütterte. Elf der siebzehn Besatzungsmitglieder, unter ihnen der Kapitän, wurden getötet. Die „Pas de Calais“ hatte am frühen Morgen bei Baggerarbeiten im Hafen einen Torpedo an die Oberfläche gebracht. Er war zwischen zwei Baggerschaufeln eingeklemmt Ein Besatzungsmitglied versuchte sofort, den Torpedo zu entschärfen. Doch löste er sich aus seinem Halt fiel hinab und explodierte. Die sechs Ueberlebenden, von denen einer schwer verletzt wurde, sind von einer Schute an Bord genommen worden. Die „Pas de Calais“ war während des Krieges im Hafen von Nantes versenkt worden. Nach Kriegsende wurde sie gehoben und wieder in Dienst gestellt. Schlechte Führung der Staatsgeschäfte Text des Ultimatums an Faruk veröffentlicht - „Im Namen der Streitkräfte und der Nation" KAIRO. Das . ägyptische Oberkommando veröffentlichte am Freitag den Text des Ultimatums; mit dem General Nagib am 20. Juli „im Namen der Streitkräfte und der Nation“ die Abdankung und Abreise König Faruks erzwang. In dem Ultimatum wurde Faruk vorgeworfen, er habe durch schlechte Führung der Staatsgeschäfte und Mißachtung der Verfassung die Leiden Aegyptens in dieser Generation verschuldet. Er sei dafür verantwortlich, daß die Aegypter ihr Leben und ihr Eigentum nicht so gesichert ansahen, und ihm sei der schlechte Ruf zu danken, den Aegypten in der Welt genossen habe. Faruk9 Haltung habe Verräter und Personen begünstigt, die sich der Bestechung schuldig machten. Sie hätten sich auf Kosten der Armen und Hungrigen bereichert. Diese Verhältnisse hätten sich im Palästinakrieg und dem ägyptischen Waffenskandal widerspiegelt. Faruk habe sich in die darauffolgenden Gerichtsverfahren eingemischt und dadurch das Vertrauen in die Justiz untergraben. In einer Pressekonferenz sagte General Nagib am Donnerstagabend, das Heer, das sich jetzt „Tag und Nacht“ einer radikalen Säuberung in den eigenen Reihen unterziehe, erwarte von allen anderen Gruppen das Gleiche. Ohne jeden Verzug sollten alle Gruppen des öffentlichen Lebens, die politischen Parteien ebenso wie die Regierungsbehörden, gründlich mit den Mißständen auf räumen. Parteien und Vereinigungen sollten ihre Programme klar und deutlich bekanntgeben, so daß jedermann versteht, welche Ziele sie verfolgen. Alle politischen Angelegenheiten würden der Regierung überlassen, die Schadensfeststellung kann beginnen ln 10 Tagen werden die Formblätter für Anträge ausgegeben BONN. Die Bundesregierung hat am Freitag in einer öffentlichen Bekanntmachung zur Anmeldung von Schäden, die im Verlauf von Krieg und Vertreibung entstanden sind, aufgerufen. Diese Schäden sollen auf Grund des Feststellungsgesetzes, das im April verkündet worden ist, von Amts wegen festgestellt werden. Die Feststellung der Schäden bleibt die Grundlage der Geltendmachung von Ansprüchen im Rahmen des Lastenausgleichs. Ein Rechtsanspruch auf Entschädigung ist aber mit der Feststellung nicht verbunden. Nach Mitteilung des Bundesfinanzministeriums werden die Formblätter, auf denen die Anträge gestellt werden müssen, in etwa zehn Tagen ausgegeben werden können. Für die Entgegennahme der Anträge ist in der Regel die Gemeindebehörde zuständig, in deren Bereich der Geschädigte seinen ständigen Aufenthalt hat. Der Antrag kann bis zum Ablauf eines Jahres nach Inkrafttreten des Lasten- ausgleichsgesetzes gestellt werden. Das bedeute, daß bis zum Heihst nächsten Jahres noch Anträge eingereicht werden können. Das Feststellungsgesetz unterscheidet drei verschiedene Schäden: 1. Vertreibungsschäden. Diese haben allen diejenigen erlitten, die aus den Gebieten jenseits der Oder-Neiße-Linie oder jenseits der Grenzen des Deutschen Reiches nach dem Stand von Ende 1937 ausgewiesen wurden oder geflüchtet sind. Die dabei erlittenen Schäden können Vermögenswerte, Hausrat, Anteilrechte oder andere privatrechtliche Forderungen umfassen.. 2. Kriegsschäden. Dies sind Schäden, die in der Zeit vom 26. August 1939 bis 31. Juli 1945 unmittelbar durch Kriegseinwirkung im Bundesgebiet oder Westberlin entstanden sind. 3. Ostschäden. Dies sind Schäden, die Personen, die nicht selber Vertriebene sind, an Vermögenswerten erlitten haben, die sich jenseits der Oder- Neiße-Linie befanden. Anträge können nur von natürlichen Personen gestellt werden. Juristische Personen wie Aktiengesellschaften usw. sind nicht antragsberechtigt. Vertreibungsschäden und Ostschäden werden nur dann festgestellt, wenn der Antragsteller am 31. Dezember 1950 im Bundesgebiet oder in Westberlin wohnte. Für Kriegsschäden gilt diese Einschränkung nicht Hohlwegler zur Abstimmung im Bundesrat STUTTGART. Der badisch-württembergische Arbeitsminister Erwin Hohlwegler (SPD) äußerte sich am Freitag vor Pressevertretern zu der Abstimmung im Bundesrat über das Betriebsverfassungsgesetz. Er betonte, daß die Vertreter des Landes Baden- Württemberg im Bundesrat aus reinen Zweckmäßigkeitsgründen übereingekommen seien, nicht für die Anrufung des Vermittlungsausschusses zu stimmen, da nur drei weniger wichtige Abänderungsvorschläge aus den wechselnden Abstimmungen hervorgegangen seien und damit nichts erreicht worden wäre. Die übrigen 19 Abänderungsvorschläge, von denen auch Baden-Württemberg einige für wichtig gehalten habe, seien dagegen schon vorher mit verschiedenen Mehrheiten abgelehnt worden. Auf die Feststellung eines Pressevertreters, daß sowohl der DGB als auch die SPD scharf gegen das Gesetz zu Felde gezogen seien und Hohlwegler sich damit doch in Gegensatz zu seiner Partei und den Gewerkschaften gestellt habe, antwortete der Minister: „Ich bin vereidigt auf das Land Baden-Württemberg und nicht auf die SPD und die Gewerkschaften“. Er haibe also die Interessen des Landes zu wahren. Der Minister wies darauf hin, daß im Kabinett ein gemeinsamer Standpunkt zum Betriebsverfassungsgesetz erarbeitet worden sei. Der Ministerrat habe es schließlich den vier Bundesvertretem überlassen, je nach der Situation zu handeln. Neue Einkommensgrenzen am 1. September BONN. Das vom Bundsrat am Donnerstag gebilligte Gesetz über die Erhöhung der Einkommensgrenzen in der Sozial- und Arbeitslosenversicherung wird am 1. September in Kraft treten. sie nach den Bestimmungen der Verfassung behandeln solle. Die Wafd-Partei veröffentlichte ein Manifest an das ägyptische Volk, in dem Verhandlungen mit Großbritannien bis zum Abzug der britischen Truppen aus Aegypten abgelehnt werden. Der Wafd sprach sich in dem Aufruf dafür aus, daß über die Einheit des Niltals durch eine freie Volksabstimmung im Sudan befunden werden soll. Die Bildung des von den Westmächten angeregten Nahost-Kom- mandos wird von dem Wafd abgelehnt, eine Stärkung der Araberliga und des Blocks der asiatischafrikanischen Staatengruppe befürwortet. Mossadeq beschneidet Rechte des Schahs TEHERAN. Ueber Einschränkungen der Rechte des Schahs von Persien berichtete die der persischen Regierung nahestehende Zeitung „Bahkter-Em-Rooz“ am Donnerstagabend. So hätten sich der Schah und die Regierung Mossadeq darüber geeinigt, daß der Souverän ausländische Diplomaten künftig nur mit Zustimmung des Ministerpräsidenten empfängt Auch die Ueberreichung von Beglaubigungsschreiben soll durch das Außenministeriums in die Wege geleitet und in Gegenwart des Außenministers stattfinden. Parlamentsabgeordnete und Politiker können nur noch auf Wunsch des Schahs in Audienz empfangen werden. Andere namhafte Persönlichkeiten bedürfen zum Empfang durch den Schah der Zustimmung des Ministerpräsidenten. Bisher wurden Begegnungen mit dem Souverän durch den Hofminister arrangiert. Der Schah soll sich ferner mit einer Forderung von Majlis-Abgeordneten einverstanden erklärt haben, daß der Hofminister, der bisher vom Schah selbst bestimmt wurde, vom Parlament gewählt wird. Yoshida übernimmt Verteidigungsamt TOKIO. Der japanische Ministerpräsident Yoshida ernannte sich am Freitag zum Generaldirektor des neuen „Amtes für öffentliche Sicherheit“ Japans, das am Freitag gebildet wird. Das Amt — allgemein „Verteidigungsamt“ genannt — ist eine Zivilbehörde und überwacht die Tätigkeit des Seesicherheitsamtes (Küstenwache) und der 75 000 Mann starken staatlichen Polizeireserve, die als der Kern einer künftigen Verteidigungsarmee Japans angesehen wird. Yoshida erklärte, er übernehme das Amt des Generaldirektors „einstweilen“ wegen der großen damit verbundenen Verantwortung selbst. Siebenstündige Schlacht ln Korea TOKIO. In einer siebenstündigen Schlacht konnten UNO-Streitkräfte am Freitag an der koreanischen Westfront eine strategisch wichtige Höhenstellung zurückerobem, die in den vergangenen Wochen mehrmals den Besitzer gewechselt hatte und in den letzten zehn Tagen in kommunistischer Hand war. Bei den koreanischen Waffenstillstandsverhandlungen in Pan Mun-jon erzielten Stabsoffiziere der beiden Delegationen am Freitag einige Fortschritte über den Wortlaut eines Waffenstillstandsabkommens. Nach Mitteilung eines UNO-Sprechers kam man jedoch in der entscheidenden Frage des Kriegsgefangenenaustausches einer Einigung nicht näher. Im Brennpunkt Ägypten und Persien Die Ereignisse in Aegypten und Persien haben im Nahen Osten eine explosive Lage geschaffen. Als Durchgangsgebiet zwischen Westeuropa und Süd- und Ostasien ist der Landgürtel zwischen dem Mittelmeer und dem Indischen Ozean für die Sicherheit der freien Welt von überragender Bedeutung. Der Seeweg durch den Suezkanal und das Rote Meer bildet den Nervenstrang des britischen Commonwealth zwischen Grobritannien und Australien. Ueber den Nahen Osten führen die Luftwege nach Europa, nach Südafrika und nach dem Femen Osten. Die Oelfelder in Arabien, Persien und dem Irak sind für die Oelver- sorgung der westlichen Welt unentbehrlich. Mehr denn je ist die Frage offen, wie sich die Beziehungen Aegyptens zu Großbritannien und dem atlantischen Verteidigungssystems gestalten werden. Da in absehbarer Zeit an die Errichtung eines Mittelostkommandos in der Suezkanalzone mit ägyptischer Beteiligung kaum zu rechnen ist, soll das Mit- ehpran LIBYEN -Khar Seeweg Luftweg rn Öl weg (Pipelines) hartum Jüdischer Ozean ■drwoPi telostkommando seinen Sitz auf Cypem finden. Die sofortige Schaffung eines alliierten Mittelostkom- jnandos ist umso dringlicher geworden, als Persien durch die Politik Mossadeqs zu einer der schwächsten Stellen der Fronten im Kalten Krieg geworden ist. Dr. W. P. Internationaler JuristenkongreB beendet BERLIN. Nach siebentägigen Beratungen beendete der Internationale JuristenkongreB in Westberlin am Donnerstag mit der Annahme verschiedener Entschließungen seine Arbeit. Er beschloß die Errichtung eines Ständigen Ausschusses zur Beobachtung des Systems des Unrechts hinter dem Eisernen Vorhang. Der Kongreß sprach sich ferner dafür aus, die Dokumentensammlung, die unter dem Titel „Ungerechtigkeit als System“ über die Sowjetzone zusammengestellt wurde, den sowjetischen Besatzungsbehörden und der Sowjetzonenregierung zu übersenden. Außerdem sollen die Dokumente dem UNO-Generalsekretär mit der Bitte um entsprechende Maßnahmen überreicht werden. Die Schauprozesse in der Sowjetzone gegen die Mitarbeiter des Westberliner Untersuchungsausschusses freiheitlicher Juristen wurden verurteilt. In einer anderen Entschließung wurde die Sowjetunion des Völkermordes beschuldigt. Waldemar Bonseis gestorben MÜNCHEN. Der Dichter Waldemar Bonseis, bekannt durch sein Buch „Die Biene Maja“, ist im Alter von 72 Jahren in Ambach am Starnberger See gestorben. Kruppscher Fomilienbesitz freigegeben ESSEN. Die Villa Hügel der Familie Krupp im Essener Süden ist nach siebenjähriger Beschlagnahme von den Engländern geräumt und der Stadt Essen übergeben worden. Wie die Essener Stadtverwaltung am Freitag mitteilte, bleiben nur noch das Gästehaus und einige kleinere Gebäude beschlagnahmt. Die Familie Krupp beabsichtigt nicht, die Villa Hügel wieder zu beziehen. Zur Zeit schweben Verkaufsverhandlungen. Der jetzige Chef de* Hauses Krupp, Alfred Krupp von Bohlen und Haibach, läßt sich an einer anderen Stelle in dem großen Park des Hügel-Komplexes ein neues Haus bauen, das er mit seiner jungen Frau beziehen will. Kohlen für Westberlin auf Lastautos BERLIN. Das Schiffshebewerk Rothensee kn Mittellandkanal bei Magdeburg ist am Freitag bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt worden. Die Maßnahme wird von den Sowjetzonenbehörden mit Re- pareaturarbeiten an der Schleuse begründet. Der Schiffahrtsverband für das westdeutsche Kanalgebiet in Dortmund teilte am Freitag mit, daß die Mehrzahl der Schiffe auf dem Mittellandkanal bereits bei Bekanntwerden der Sperrabsichten von ihrer Fahrt nach Berlin zurückgerufen und umdirigiert worden sind. Dadurch seien Stauungen an der Zonengrenze vermieden worden. Die für Westberlin bestimmten Kohlenladungen seien zum großen Teil in Braunschweig auf Lastautos umgeladen worden, da die Beförderungsmöglichkeiten der Bundesbahn begrenzt seien. Mit Vieh und Hausrat über die Zonengrenze HANNOVER. Mit sieben Pferden, 31 Rindern und ihrem gesamten Hausrat sind drei Familien aus dem Kreis Worbis an der Sowjetzonengrenze geflüchtet und am Donnerstag im Kreis Duderstadt (Niedersachsen) eingetroffen. Sie haben sich der Zwangs» evakuierung entzogen und wollen weiter ins Bundesgebiet wandern. Zunächst wurden sie in das Notaufnahmelager Uelzen — Bohldamm überwiesen. Mit seiner an. beiden Beinen gelähmten 45jährigen Frau entkam ein 43jähriger Einwohner aus dem Sperrgebiet der Sowjetzone kürzlich bei Helmstedt über die Zonengrenze in das Bundesgebiet. Der Flüchtling, dessen Sohn bereits im Juni aus dem Sperrgebiet zwangsevakuiert wurde, hatf££'i0e‘*1So- wjetzone verlassen, weil er befürchtete, ebenfalls umgesiedelt zu werden. Er bettete seine Frau in Ermangelung eines Rollstuhls in einen alten Handwagen und zog 6ie, von den Volkspolizisten unbemerkt, durch das Sperrgebiet über die Grenze. Autobus verlor Vorderrüder - eil Tote RANGUN. Elf Menschen wurden getötet, als ein Autobus auf der Fahrt von Rangun nach Mandalay die Vorderräder verlor und sich überschlug. Nach den am Freitag in Rangun ein treffenden Berichten waren die Opfer burmesische Pilger, die zu einem buddhistischen Fest nach Mandalay fuhren. Zwanzig Personen wurden bei dem Unglück verletzt. Kinderlähmung in Nordrhein-Westfalen DÜSSELDORF. Die Kinderlähmung in Nordrhein- Westfalen hat auch in der letzten Woche zugenommen. In der Zeit vom 20. bis 26. Juli wurden 301 Neuerkrankungen und 13 Todesfälle gezählt. In der Woche davor waren 217 Neuerkrankungen und 14 Todesfälle gemeldet worden. In diesem Jahr sind bisher 113 Todesfälle in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen. •■■uir reese k *v k Jr* KRIMINALROMAN Copyright by Verlagshaus Reutlingen, Oertel * Spörer 10. (Nachdruck verboten) „Ich möchte Sie sprechen, Herr Inspektor. Mir ist nämlich noch etwas eingefallen. Gestern dachte ich nicht daran. Vielleicht ist es auch wertlos für Sie. Darf ich nach London kommen?“ „Nein, bleiben Sie gefälligst in Surbiton!“ rief Roscoe barsch zurück. „Es wird sich schon etwas ereignen. Sonst noch was, Fräulein Wigmore?“ Zögernd und eingeschüchtert rief sie zurück: „Nein.“ Roscoe legte schmunzelnd den Hörer auf die Gabel zurück, nahm ihn aber sofort wieder ab und wählte die Nummer 22. „Hallo, Jimmy, bist du da? Komm doch gleich mal rüber. Habe einen ganz famosen Auftrag für dich. Nein, ich gehe allein zum Claridge-Hotel.“ Umständlich zündete der Inspektor sich eine Zigarre an und wartete auf das Erscheinen seines Assistenten, der denn auch nicht länger als zwei Minuten auf sich warten ließ. Jimmy reckte den langen Hals nach vorn und fragte mürrisch: „Was soll ich denn tun?“ „Etwas, was du wahrscheinlich sehr viel lieber tust, als mit mir nach Claridge zu gehen, mein Sohn“, schmunzelte Roscoe. „Ich glaube, du hast tatsächlich schon Eindruck auf sie gemacht!“ „Eindruck, auf wen?“ „Nun, auf wen wohl anders als auf Fräulein Wig- more, du dreimal verdammter Idiot du! Halt! Wenn du es wagst, deinen Vorgesetzten mit deiner geballten Riesenpranke zu drohen, dann werde ich dir ein Disziplinarverfahren an den Hals hängen! Und ich werde dir dann auch nicht den Auftrag geben, den ich dir zugedacht habe, und der dir sicher sehr angenehm ist.“ „Was ist das für ein Auftrag, Sherly?“ „Ethel verlangt mich dringend zu sprechen, will das aber nur in London tun. Ich vermute nun, daß sie hofft ich schicke dich mit unserem Rolls Royce, um sie zu holen. Also gondele los, mein Junge. Werdet eine ganz angenehme Fahrt haben, denn die Sonne lacht. Beneidenswerter junger Mann du!“ „Ist das wahr?“ stieß Jimmy hervor und wurde rot bis an die Haarwurzeln. Seine Augen strahlten. Er erreichte Surbiton in Rekordzeit. Zurück brauchte er die doppelte Zeit Es war wirklich eine sehr angenehme Fahrt gewesen. Jimmy sagte es ihr, als sie von ihm in das große, unfreundliche Gebäude am Victoria Einbankment geführt wurde, steigerte die Sache noch um einen Grad, indem er ihr erklärte: „Es war die angenehmste und schönste Autofahrt, die ich je gemacht habe, gnädiges Fräulein!“ „Ich habe Ihnen doch gesagt, daß ich kein .gnädiges Fräulein 1 bin, sondern ein ganz gewöhnliches Fräulein Wigmore!“ wies sie ihn heiter zurecht, gefiel sich dann aber sofort darin, einigen Hochmut an den Tag zu legen. Er führte sie durch das Labyrinth von Gängen, und endlich landeten sie vor der Amtszimmertür Roscoes. Der Inspektor war schon zurück aus Westend. „Sie waren am Telefon so schrecklich unfreundlich zu mir, Herr Inspektor,“ beschwerte sie sich. Er reichte ihr die Hand und kniff das eine Auge zu. „War ich das? Sie dürfen mir das rächt verübeln, Fräulein Wigmore, ich weiß, mitunter bin ich unausstehlich, aber ich bin hinterher immer bestrebt, die Sache wieder auszuwetzen. Und das hoffe ich, getan zu haben, indem ich Ihnen die beschwerliche Reise mit der Eisenbahn durch eine sicher recht angenehme Autofahrt ersetzt habe.“ Sie nahm Platz und errötete leicht Ein scheuer Blick wanderte zu dem herkulischen Sergeanten hinüber, der an die Wand gelehnt stand. „Ach ja, es scheint ja ausnahmsweise heute mal die Sonne.“ „Nun, was gibt es denn? Was ist Ihnen noch eingefallen, Fräulein Wigmore? Bin mächtig gespannt.“ „Hoffentlich enttäusche ich Sie nicht, Herr Inspektor. Ich habe gestern nicht daran gedacht, und ich glaube sogar, daß es nicht von besonderer Wichtigkeit ist aber Sie haben ja mit aller Entschiedenheit verlangt, daß wir auch darüber mit Ihnen sprechen sollen, was wir für nebensächlich und unwichtig halten.“ „Das stimmt. Also was ist Ihnen denn noch eingefallen?“ „Vor einigen Wochen war ich mit der Katalogisierung einer bestimmten Sammlung von Kupferstichen beschäftigt. Herr Burlingthn arbeitete in seinem Zimmer. Die große Schiebetür zur Galerie war weit geöffnet. Als ich gelegentlich einmal einen Blick in das Arbeitszimmer warf, sah ich Herrn Burlington gedankenversunken vor dem Schreibtisch sitzen. Den Oberkörper hatte er weit vorgebeugt, und in der Hand hielt er den großen Patentbleistift, den Sie sicher auf dem Schreibtisch haben liegen sehen.“ „Ja, ich habe ihn gesehen“, unterbrach Jimmy sie lebhaft. „Ein mordsgroßer Bleistift, so dick wie ein Daumen, dreieckig, die Spitzen schraubbar, auf der einen Seite Blei-, auf der anderen Seite Tintenstift Den meinen Sie doch, Fräulein Wigmore?“ „Ja, diesen Bleistift meine ich. Herr Burlington benutzte ihn häufig, stets aber zu Unterschriften in Briefen. Da ich eine Frage zu stellen hatte, ging ich ins Arbeitszimmer. Da überall dicke Teppiche liegen, hörte Herr Burlington mich nicht, und er war auch so in Gedanken versunken, daß er jäh aufschreckte, als ich ihn ansprach. Und nun geschah etwas, das mich einigermaßen verwunderte. Mit jäher Hast, und als wäre er soeben bei einer bösen Tat ertappt, griff er plötzlich nach dem vor ihm liegenden Blatt Papier, knüllte es zusammen und schleuderte das Knäuel in den Papierkorb. Wie gesagt, mir fiel sein sonderbares Benehmen auf. Als ich mich nachher allein befand, holte ich das Papierknäuel aus dem Papierkorb heraus, glättete den Bogen und wunderte mich.“ „Wieso wunderten Sie sich?“ „Weil absolut nichts Besonderes auf dem Blatt stand.“ „Was stand denn drauf? Wissen Sie es noch?" „Ja, ganz genau, ich habe es mir gemerkt. Zwei Wörter nur standen auf dem Papier, aber sie waren viermal geschrieben, immer in derselben schönen, großen Schrift, die Herrn Burlington eigen war. vielleicht waren die Buchstaben ganz besonders schön geschrieben, mit besonderer Sorgfalt und Liebe, möchte ich fast sagen.“ „Wie hießen die beiden Wörter?“ heischte Roscoe ungeduldig. Ethel Wigmore öffnete die Handtasche und nahm ein zweimal gefaltetes Blatt Papier in Quartgröße heraus, das arg zerknittert war. „Ich weiß nicht, wie ich dazu gekommen bin, jedenfalls habe ich das Blatt Papier aufgehoben, und hier ist es.“ Der Inspektor riß es ihr förmlich aus der Hand. Jimmy trat mit zwei Schritten heran und blickte Roscoe über die Schulter. Beide lasen, was dort in großer kalligraphischer Schrift mit Bleistift geschrieben stand: Arbuthnot Kimicby Arbuthnot Kirnicby Arbuthnot Kirnicby Arbuthnot Kirnicby „Das ist doch ein Name!“ rief Ponder verwundert aus. „Freilich ist‘s ein Name, und sogar einer, der mir gar nicht einmal ganz unbekannt ist, mein Junge!“ „Sie kennen den Mann mit dem Namen Arbuthnot Kimicby?“ „Nein, ich kenn ihn nicht, aber ich muß ihn irgendwann und irgendwo schon einmal gelesen haben, nur kann ich mich im Augenblick nicht erinnern. Vor einigen Wochen war das mit dem Papier hier?“ Ethel nickte. „Ist es eine wertvolle Mitteilung, Herr Inspektor?“ Roscoe überhörte die Frage. Seine Lippen formten mehrere Male den Namen Arbuthnot Kimicby, aber e* war nichts zu hören. Tief Atem schöpfend hob er den Kopf und legte das Papier auf den Schreibtisch. „Es ist ein seltsamer Name, er ist mir nicht unbekannt, und doch versagt hier mein Gedächtnis. Aber ich glaube, Sie haben unserer Sache einen überaus wertvollen Dienst geleistet, Fräulein Wigmore. Vielleicht ist dieses Papier sogar der Schlusses zu all den vielen Rätseln, denen wir auf die Spur gekommen sind.“ Sie atmete erleichtert auf. „Und ich dachte schon, wie töricht es von mir gewesen sei, Ihnen diese belanglose Geschichte erzählt zu haben.“ Roscoe legte sein tadelloses Gebiß bloß. „Es ist immer dieselbe verdammte Geschichte: die wertvollsten Dinge werden vom Publikum für die belanglosesten gehalten. Sagen Sie mir noch eins: aus welchem Grunde haben Sie das Blatt Papier aufgehoben?“ Er und auch Jimmy beobachteten ihre Verlegenheit. „Weshalb ich es getan habe, weiß ich selbst nicht recht. Es muß Ihnen doch genügen, daß ich es getan habe, Herr Inspektor.“ (Fortsetzung folgt) Samstag, 2. August 1952 SUDWESTDEl/TSCHER SPIEGEL Nummer 177 / Seite v JLnhalter-Fähren" ist zu einer geföhrliclien Seuche geworden Autobahn in der Gefahrenzone des Verbrechens Mit dem nordbadischen Mot-Konunissariat auf Autobahnstreife - Kampf dem reisenden Verbrechertum - Technik hilft Gefahren bannen Die Polizeiorgane mit ihrem weitverzweigten Netz und ihren technischen Hilfsmitteln führen Tag und Nacht einen erbitterten Kampf gegen die st eigenden Unfallziffern und das reisende Verbrechertum, das sich mit der Zeit von der Eisenbahn auf das schnellere Transportmittel, dem Auto auf der Autobahn, „verlagert“ ha*, „per Anhalter“, wie man zunächst ohne Argwohn diese aus Kriegs- und Nachkriegszeiten stammende schlechte Angewohnheit nennt, fährt sich natürlich billiger, wenn nicht gar kostenlos. Doch wie viele Kosten und bittere Tränen der Reue diese Reiseart mit sich bringen kann, wird ersichtlich, wenn man einmal in die Akten der Polizei schaut, die ein bezeichnendes Bild auf unsere gegenwärtige Situation werfen. Das Mot.'Kommissariat der Landespolizei in Karlsruhe- Durlach gab der Presse Gelegenheit, Einblick in seine vielseitige und gefahrvolle Arbeit zu nehmen. Bei einer Orientierungsfahrt auf der Autobahn zwischen Durlach und Bruchsal konnte man feststellen, welche Ausmaße das „Anhalter“-Unwesen> das reisende Verbrechertum und die sich ausbreitende Prostitution auf der Autobahn angenommen haben. Es ist Ferienzeit. Das Wandern und Reisen gehörte echon seit eh und jeh zu den hochsommerlichen Monaten, bei den wechselnden Zeiten nur eben mit am deren Vorzeichen. Die heutige Jugend hat im Zeitalter des Autos selbstverständlich weiter entfernte Reiseziele, obwohl sie weder Auto noch mehr Geld als die Jugend früherer Jahre besitzt. Die Bahnfahrt bei' spielsweise vom Rheinland an den Bodensee wäre zu kostspielig, aber verkneifen will man sich diese Fe- rienreise nicht. Also suchen die Pfadfinder zunächst den Pfad zur Autobahn, der vom Elternhaus weg aus noch zu Fuß gefunden wird. Dann aber suchen die Pfadfinder keinen Pfad mehr, denn sie haben die breite, verlockende Straße vor sich und sind bereits — ohne es zu ahnen — eigentlich vom Pfade abgekommen. So wollen wir zunächst einmal den harmlosen, den alltäglichen Fall herausnehmen, wie wir ihn mit der Polizeistreife unterwegs an der Autobahn erlebten. An den Ausfall- und Einfahrtsstraßen zur Autobahn bei Durlach herrschte reger Betrieb. Eine wahre Invasion reiselustiger Fußgänger, die doch so gerne fahren wollten, ist ausgebrochen. Sehen wir uns die Wartenden und Winkenden einmal näher an. Langsam fahren wir an sie heran, die noch nichtsahnend auch unserem ersten nichtkenntlichen Polizeiwagen zum Anhalten zuwinken. Er hält auch, aber — zum peinlichen Schreck der Umstehenden— werden die Personalausweise verlangt, die auf den Hinweis „Kriminalpolizei“ auch schleunigst hervorgeholt werden. Und jetzt heißt es: Aufsteigen auf den Polizei-Last- sSkSbS „Wo sind Ihre Papiere, bitte?“ Das ist die erste Frage, die von den Beamten des Mot. Kommissariats gestellt wird. Die „Weißen Mäuse“, wie der Kraftfahrer die Polizei wegen der weißen Mütze nennt, geben sich erst nach sorgfältiger Ueberprüfung zufrieden. Aufnahmen (4): Günter Oberst wagen und mitkommen zur Vernehmung! Das Mot- •Kommissariat hat für diese Orientierungsfahrt nämlich gleich ein Aufgebot von Beamten und Fahrzeu gen mitgenommen, um an der Autobahn alles aufzulesen, was sich dort verbotenerweise aufhält. Kaum ist unsere Kolonne einige hundert Meter weiter, als der erste Wagen wieder an den Straßenrand fährt. Dort stand nämlich ein Mann, der beim Herannahen des Fahrzeuges sofort das Winken einstellte und seitwärts in die Büsche springt. Der Polizeibeamte springt auch seitwärts und bringt den nichts Gutes Ahnenden wieder aus dem Wald heraus. Die Nachprüfung ergibt: Er hat keine Papiere bei sich. Aufsteigen und Mitkommen! Weiter geht die Fahrt in Richtung Bruchsal. Die Autobahn hat in bestimmten Abständen in den Wald einführende Halteplätze, die als Raststellen für Kraftfahrer besonders beliebt sind. An einer solchen Raststelle halten auch wir und sehen uns die Parkenden dort etwas genauer an. Da ist ein Motorradfahrer aus der französischen Zone. Seine Papiere sind in Ordnung, die Nummer seines Fahrzeugs steht nicht in der Suchliste. Auch das „Album“ der von den Staatsanwälten Gesuchten kennt seinen Namen nicht. Ein Femlastzug hat den Schatten dieses Rastplatzes auch ausgenutzt. Auch hier keine Beanstandung. Auf der Weiterfahrt bemerken wir auf der Gegenseite einen haltenden Lastzug. Zwei Frauen stehen dabei, während die Männer sich am Wagen zu schaffen machen. Bei der Personenkontrolle bestätigt sich der Verdacht nicht' Der Wagen hat nur eine kleine Panne, die Beifahrerinnen können sich ausweisen, es ist eine Finnin und eine Schwedin. Schließlich kommen wir an den Rastplatz bei der Tankstelle an der Ausfahrt Bruchsal. Dort herrscht reger Betrieb. Autos kommen und gehen. An den die Bartstoppeln abzunehmen. Auch hier Kontrolle. Wasserstellen sind einige Fernfahrer gerade dabei, Bei einigen jugendlichen Ferienwanderem gibt es wieder Beanstandungen. Als wir wieder weiterfahren wollen, bietet sich ein interessanter Fall, der einer der vielen 'sein mag. Ein Lastzug hält an. Auf der Beifahrerseite steigt eine Frau aus, deren Haut nach ihrem Aeußeren zu schließen schon einige Zeit kein Wasser mehr gesehen haben dürfte. „Wo haben Sie ihre Papiere?“ Sie weiß es nicht. Auch über die Person des Fahrers, der auf der anderen Seite von ihr von einem anderen Beamten verhört wird, macht sie keine präzisen Angaben, die sich vor allem nicht mit dem decken, was der Fahrer sagt. Die Verdachtsmomente verstärken sich. Es bleibt nichts anderes übrig: Einsteigen und mitkommen. Wir wollen einmal verfolgen, wie es vor sich geht, wenn eine mitgenommene Person im Polizeigebäude dann eingehend vernommen wird. Papiere sind also keine vorhanden. Es ist in den meisten Fällen nicht anzunehmen, daß Die technische Ueberprüfung wird mit den modernsten Geräten vorgenommen. Hier sehen wir ein Scheinwerfer-Prüfgerät in Aktion. Er mißt die vorgeschriebene Höhe und Stellung der Lampen. die Angaben der Festgenommenen glaubhaft sind. Die Polizei setzt mm ihren ganzen Apparat in Bewegung. Fernschreiben gehen hinaus. Zur Nachprüfung, ob der Festgenommene unter einem oder oftmals auch mehreren Namen gesucht wird, stehen dicke Nachschlagwerke zur Verfügung. Bei den meisten vorübergehend Festgenommenen ist neben den jugendlichen Wanderern und den gewerbsmäßig „Verdächtigen“ zumindest auch immer der „mittellose Student“ vertreten. Einem solchen kam man kürzlich auf die Schliche, als sein schön gemaltes Schild „Student nach München“ genauer untersucht wurde. An der Stelle, an welcher München stand, waren auswechselbare Schilder, die wohl die meisten Städte des Bundesgebietes enthielten Einmal wollte der „Student“ nach Stuttgart, dann nach Hamburg, und dann schließlich wieder nach Freiburg. Je nach Belieben wurde ein Schild ausgewechselt, und schon ging es munter nach der anderen Richtung. Unterwegs lebte er auf gut Glück mit etwas Nachhilfe aus der Tasche der gutgläubigen Fahrer, die den „mittellosen Studenten“ mitnahmen. Tricks des reisenden Verbrechertums Es klingt amüsant, wenn es nicht so traurig wäre, Hauptkommissar Z i z m a n n, den Leiter des Mot.- Kommissariats für Nordbaden, über die jüngsten Erfahrungsberichte von den reisenden Verbrechern reden zu hören. Vielfach haben diese Personenkreise eigene Wagen, nicht selten allerdings auch geliehene. Sind die Diebesfahrten erfolgreich, wird das Verleihgeschäft beliebig verlängert. Aber wir hören zur Befriedigung, daß die Polizei einen weitreichenden Arm hat. In letzter Zeit war es möglich, kaum eine Stunde nach verübtem Verbrechen die flüchtigen Autos mit Funkstreifenwagen zu stellen und die Fahrer zu überführen. Ein Kapitel für sich ist die gewerbsmäßige Unzucht von manchen „Autobahn- bienen“. Diese „Auch-Damen“ leben oft monatelang auf der Autobahn, schlafen in Lastkraftwagen,fah ren von Ort zu Ort und sind eine gesundheitliche Gefahr für den Kraftfahrer. Nach den Statistiken werden vom Mot.-Kommissariat wöchentlich rund 15 Frauen festgenommen, von denen zehn bis zwölf geschlechtskrank sind. Es ist nachgewiesen, daß der Stand der Berufskraftfahrer gegenwärtig die Berufsgruppe mit den meisten Geschlechtskrankheiten ist. Unter den Dirnen befinden sich nicht selten Mädchen von kaum 16 Jahren. Vom Schaden sittlicher Art abgesehen, hat die Unfallziffer durch die „Anhalter“ stark zugenommen. Meistens können die winkenden Reisenden die Annäherungsgeschwindigkeiten eines Fahrzeuges schlecht schätzen. Ein Fahrzeug, das mit 80 Stundenkilometer Geschwindigkeit angefahren kommt, legte in einer Sekunde 22 Meter zurück. Ist der Fahrer gezwungen, scharf zu bremsen, begibt er sich selbst in Gefahr durch Schleudern usw. Er hat dann für seine Nächstenliebe oft noch den eigenen Schaden in Form eines zünftigen Unfalls. Im Juli dieses Jahres sind 92 Unfälle so zustande gekommen. Die gesetzliche Grundlage für das Verbot des Aufenthaltes von Fußgängern und Radfahrern auf der Autobahn liefert die Autobahn-Bauordnung, die besagt, daß nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer die Fahrbahn nicht betreten dürfen. Interessante technische Ueberprüfung Unsere Fahrt ging inzwischen von der Ausfahrt Bruchsal über die Bundesstraße nach Gondelsheim in Richtung Breiten. Auf freier Strecke wurde dort eine interessante technische Kontrolle der durchkommenden Fahrzeuge durchgeführt, bei der alle technischen Hilfsmittel eingesetzt wurden. Angefangen beim Spielraum des Lenkrades über das Rücklicht und die Bremsen, kann die Polizei an Ort und Stelle alles überprüfen, was zur ordnungsgemäßen Fahrbereitschaft eines Wagens gehört. Wichtig ist die Nachprüfung, ob ein Wagen überladen ist. Hierzu fährt der Lkw. langsam über eine Vorrichtung, deren Zeiger unbestechlich ist. Die zahllosen Gefahren, die an der Autobahn lauem, zwingen die Polizei zu energischen Maßnahmen. Das wirksamste Mittel zur Bekämpfung liegt Neben dem reisenden Verbrechertum gilt der Kampf dem Dirnen-Unwesen. Täglich werden in Nordbaden rund 15 verdächtige Frauen festgenommen und überprüft. Der Beamte auf unserem Bild hat einige für das Frauenzimmer peinliche Fragen. jedoch in den Händen des Kraftfahrers selbst, der sich und dem ganzen Verkehr den besten Dienst erweisen kann, wenn er bei „Anhaltem“ grundsätzlich nicht anhält. Mögen die Gründe für das Fahren „per Anhalter“ in manchen Fällen noch so sozial erscheinen, so wiegen sie die Gefahren nicht auf, die damit verbunden sind. Der Menschenfreundlichkeit Vorgehen muß die Sicherheit, denn wer wollte es verantworten, daß aus den gegenwärtigen Zuständen auf der Autobahn eine Gefahr entsteht, deren Ausmaße in ihrer Mannigfaltigkeit auf Jahre hinaus Schaden am Volksvermögen und der Volksgesundheit bedeutet! Es wird am Kraftfahrer selbst liegen, das Bemühen der Polizei um Sicherheit und Anständigkeit auf den Autobahnen zu unterstützen. Er wird selbst der Nutznießer dabei sein, denn es geht um seine Sicherheit. G. O. Heiratsschwindler in Phantasie-Uniform Ein falscher Marine-Oberleutnant aus Pforzheim - Viele Frauen fielen auf ihn herein Klein und bescheiden, im marineblauen Zweireiher, stand der 25jährige Kellner Hans Roth aus Pforzheim wegen Rückfallbetrugs vor dem Karls ruher Schöffengericht. In diesem Anzug — jetzt ohne goldene Knöpfe, Orden und Auszeichnungen — hatte der junge Mann sein Hochstaplergastspiel gegeben, bei dem er badisch-schwäbisch-slangamerikanisch kauderwelschend einen US-Marineoberleut- nant spielte. In seiner Phantasieuniform nannte er sich „Harry Hendersen“, fuhr in einem geliehenen Mercedes einen Monat lang spazieren und blieb 300 Mark Miete schuldig. Unbehelligt kaufte er ln PX-Läden ein und löste am amerikanischen Schalter verbilligte Fahrkarten zum Nachteil der Bahn. Aufsteigen und mitkommen, das ist dann das Ende uom Lied. Ganze Gruppen jugendlicher Wanderer erhoffen auf der Autobahn billige und rasche Beförderung. Daß es polizeilich verboten ist, sich als Fußgänger auf der Autobahn aufzuhalten, wissen die meisten nicht einmal. Unser Bild zeigt einen Jugendlichen, der sich nicht ausweisen konnte und zu einem engeren Verhör auf die Wache mitgenommen wurde. Mit Sack und Pack verläßt er gerade den Lastwagen der Landespolizei. Im November 1951 lächelte sich „Harry“ auf dem Karlsruher Bahnhof eine 37jährige Emilie an, die für die Marine schwärmte. „Guten Abend, Senorita“, sagte der Kavalier aus Uebersee und erzählte ihr, er sei in Brasilien geboren und absolviere einen Offi- zierslehrgamg in Pforzheim. Emilie verliebte sich in den angeblichen Oberleutnant, der versprach, sie zum Standesamt zu führen. Sie pumpte ihm nicht nur 80 Mark für den Lehrgang, sondern weitere 1000 Mark, gab ihm eine goldene Uhr und einen Ring im Wert von 850 Mark, die „Harry“ einem Taxifahrer verpfändete. Durch ihren Bruder bei einer Bank verschaffte sie ihm ein Darlehen von 4500 Mark, die Harry zum Kauf eines Autos verwenden wollte. Insgesamt zahlte sie 6500 Mark Lehrgeld an Harry, dessen Eheversprechen nicht ehrlich gemeint war. Er bändelte mit anderen Frauen an, denen er für ihr Geld kostbare Geschenke machte. Bei seiner Festnahme fand man ein Leporello-Album mit Adressen von Schönen, denen er den Hof gemacht hatte. Erstaunlich ist, wie leicht Gutgläubige auf diesen falschen Oberleutnant hereingefallen sind, der einen recht primitiven Eindruck macht. Aber er hat schon — Sohn achtbarer Eltern, denen er bereits viel Kummer bereitete — ein bewegtes Vorleben als Schwindler und Hochstapler hinter sich. Nach der Währungsreform betätigte er sich als Kellner und Schwarzhändler und gefiel sich. Anfang 1949 in der Rolle eines amerikanischen Sergeanten und Lagerverwalters, der einer Frau die Uhr abknöpfte. Auf der Autobahn tauchte er als falscher Kriminalbeamter auf. Während diese Fälle dank der Amnestie straffrei ausgingen, schickte ihn das Pforzheimer Schöffengericht im April 1950 für eineinhalb Jahre ins Gefängnis und charakterisierte ihn als Nichtstuer, als abgefeimten, gewissenlosen Verbrecher, der keine Einsicht kenne und sich noch als Held fühle. Damals hatte er sich bekanntlich als Doktor und Assistensarzt ausgegeben und eine Frau um Geldbeträge erleichtert. Nach einem Unfall ließ er sich als Hotelier und Fabrikant in einem Krankenhaus aufnehmen ohne zu bezahlen. Der Richter ließ es nicht gelten, daß Harry damals in Pforzheim keine Arbeit gefunden habe. Zum Heiratsschwindel meinte Harry alias Hans, er habe mit Eine Radar-Station auf dem Feldberg Gemeinde Feldberg und der Naturschutz sind ge gen das Projekt auf dem Schwarzwaldberg Die Alliierten haben die Absicht, auf dem höchsten Gipfel des Schwarzwaldes, dem 1495 Meter hohen Feldberg, eine Radarstation zu errichten. Wie in Freiburg bekannt wird, sind die zuständigen deutschen Stellen schon vor einiger Zeit von dieser Absicht unterrichtet worden. Sie sind jedoch bisher noch nicht im Besitz irgendwelcher Einzelheiten dieses militärischen Projektes. Mit den vorbereitenden Arbeiten und der evtl. Ausführung des Baus wurden die in Südbaden stationierten Einheiten der französischen Luftwaffe beauftragt. In der vergangenen Woche wurden auf dem Gelände des Feldbergs die ersten Vermessungen vorgenommen. Wie von den zuständigen deutschen und von den französischen Stellen in Freiburg übereinstimmend betont wird, werden die französischen Vorschläge über die Errichtung der Radarstation, sobald sie in allen Einzelheiten vorliegen, zunächst Gegenstand von Verhandlungen auf der lokalen Ebene bilden. Die Gemeinde Feldberg und andere Interessenten können bei diesen Verhandlungen ihre Bedenken gegen das Projekt verbringen und Gegenvorschläge unterbreiten. Wenn bei diesen Verhandlungen keine Einigung zustande kommt, wird auf höherer Ebene zwischen deutschen und französischen Stellen in Freiburg verhandelt werden. Führen auch diese Verhandlungen zu keinem Ergebnis, so werden als letzte Instanzen das deutsche Büro Blank und das alliierte Sicherheitsamt eine Lösung suchen. Vor allem Naturschutzkreise lehnen das Projekt auf dem Feldberg entschieden ab, weil das Gesamtfeldberggebiet zum Naturschutzgebiet erklärt ist und weil militärische Bauten, gleichviel welcher Art sie sein mögen, nach Ansicht dieser Kreise die charakteristische Feldberglandschaft in imtragbarer Weise beeinträchtigen würden. Obwohl die Einzelpläne noch nicht vorliegen, hat auch die Gemeinde Feldberg bereits vorsorglich gegen das Projekt protestiert. EUwonger Bahnbof erweitert Die Umbau- und Renovierungsarbeiten am Ell- wanger Bahnhof sind dieser Tage abgeschlossen worden. Innerhalb von neun Monaten wurden zwei neue Schalter- und Warteräume sowie eine neue Gepäck- und Expreßgutabfertigung gebaut. Außerdem wurde eine 30 Meter lange Wandelhalle geschaffen. Die Halle wurde mit einer kleinen Feier eröffnet. Emilie nach Frankreich auswandem wollen und sich daher die Uniform schneidern lassen. Mädels gegenüber gab er sich als Sohn eines brasilianischen Kaffeebesitzers aua Vor Weihnachten ließ er sich die Uniform anfertigen. Aus Lust am Autofahren habe er Wagen gemietet, um es seinen autofahrenden Offizierskameraden gleichzutun. Zur Faschingszeit unternahm er eine Spritztour nach Hamburg wo er mit einer Christa Emiliens Moneten verpulverte. Emilie erzählte er das Märchen, er ftiüsse die Braut eines eifersüchtigen Kameraden, im Taxi verfolgen, wofür er das Geld benötige. Das Gericht bedachte den falschen Marineoberleutnant wegen Rückfallbetrugs in zwei Fällen mit 20 Monaten Gefängnis, wobei es nicht ohne Bedauern von Zuchthaus und Ehrverlust absah. Kurzmeldungen aus Südwestdeutschland :: Den Bürgern der Stadt Ehingen wird von der Stadtverwaltung eine 18seitige Broschüre mit 62 Paragraphen vorgelegt, die eingehende Vorschriften zum Schutze des Verkehrs auf öffentlichen Straßen und Anlagen und zum Schutz der Bevölkerung gegen nUi-C iHtitl iT 5. JulM7. ftug. im Bürgtet der Gotietourg. vJOft-JCpgnMC Jäglidi 20 Uhr auher Montag und Donnerstag. Auskunft ■ Alle Reisebüros oder Verkehrsveroln _ Jagsthausen . Telefon Berlldilngen 95 belästigenden Lärm enthält. Wer zum Beispiel Blumentöpfe falsch anbringt oder Fahnen an einer ungeeigneten Stelle aushängt, wer den Kinderwagen verkehrsgefährdend schiebt oder Kindern erlaubt, auf öffentlichen Straßen zu spielen, wird künftig von der Stadtverwaltung zur Ordnung gerufen. :: Das schwäbische' Oberland blieb bisher von der Kinderlähmung fast ganz verschont. Nur im Kreis Ravensburg traten sieben Erkrankungen auf, und zwar je drei Fälle in Aulendorf und Waldsee und ein Fall in Ravensburg selbst. :: Vor einem halben Jahr hatte der „Bund der Steuerzahler“ den Haushaltplan der Stadt Andernach von 1950/51 geprüft und dabei festgestellt, daß die Kommunalsteuern gesenkt werden können. Der Andernacher Stadtrat hat nun nach langen Kämpfen mit der Stadtverwaltung die Grund- und Gebäudesteuem von 250 auf 235 Prozent und auch 1 die Gewerbesteuer von 255 auf 235 Prozent gesenkt.. :: Die Stadt Aalen feierte das Richtfest für 158 Wohnungen, die in drei verschiedenen Stadtteilen gebaut werden. Durch den von der Stadt betriebenen Wohnungsbau werden in diesem Jahr insgesamt 174 Wohnungen errichtet. In Aalen gibt es zur Zeit noch 1 400 Wohnungssuchende und 450 Elendsquartiere. :: Genau 24 Stunden befand sich ein 24 Jahre alter Hilfsarbeiter aus Weiler bei Schorndorf in Freiheit. Er war am Sonntag aus der Untersuchungshaft, in der er sich wegen Betrugs und schweren Diebstahls befand, entwichen. Am Montag nahm ihn eine Polizeistreife in der Wohnung eines Freundes, zu dem sich der Ausbrecher geflüchtet hatte, wieder fest. :: Die von der Kriminalpolizei Baden-Baden am Dienstag eingeleitete Suche nach dem ehemaligen württembergisch-badischen Befreiungsminister Gottlob Kamm, Stuttgart, wurde am Donnerstag eingestellt Wie die Kriminalpolizei mitteilt, ist der sät Sonntagvormittag Vermißte bei seiner Tochter in Fellbach bä Stuttgart eingetroffen. :: Fünf Männer im Alter von 25 und 30 Jahren werden sich demnächst vor dem Gericht in Hädel- berg zu verantworten haben, weil sie in der Nacht zum vergangenen Sonntag in der Nähe des Hädel- berger Schlosses ein 29 Jahre altes Mädchen mißhandelt und vergewaltigt haben. Seite 4 / Nummer 177 Samstag, 2. August 1IC2 /Plcine kleine ^J-amilie Ein Heiterer Roman von Anneliese Bohlmann Copyright by Hera-Verlag, Wilhelmshaven. — Fressereehte durch Münchner Roman-Verlag G. m. b. H.. München-Pasing (23. Fortsetzung) Sonnenwendfest in der Bar: Sonne, Mond und die Zeichen des Tierkreises, Kerzen als Symbole des lebendigen Lichtes und Gesang . . . Hawaii: BHiten- ketten, Baströckchen, Ukulele . . . Das alles in einem Raum mußte eine wahrhaft teuflische Mischung ergeben. Armer Chris! „Jaa“, meinte ich, mit dem faulen Ja, das eigentlich ein Nein ist, „es wäre aber doch auch nett, wenn man es einheitlich gestaltete. Man könnte es auch japanisch machen“, auf etwas mehr kam es nun wirklich nicht an. „Japanisch?“ fragte er gedehnt. „Nun, so ein Blütenfest mit Lampions, Blumenketten und Bildern vom Fudschijama an den Wänden.“ Mein Gast schien von dieser Idee sehr angeregt. Er fing an, von Seidenpapaierlatemen zu sprechen und Kellnern, die als Kuli mit Strohhüten, und Bardamen, die als Geishas angezogen würden. Immer stärker entzündete diese Idee neue Gedanken, daß er nur so sprühte und mir langsam vor meinem eigenen Einfall grauste. Als Herr Lehmann die Kapelle in prima japanische Kostüme aus Kunstseide mit so netten kleinen Blumen, Teddybären und Micky Mäusen bestickt, auftreten ließ, kam seine Begeisterung zum Höhepunkt Er stand auf, ging zu unserem einzigen Lehnstuhl hin, öffnete die Aktentasche und zauberte eine Flasche Blackberry-Likör heraus. „Darauf müssen wir anstoßen, gnädige Frau.“ Ich holte die Gläser und rieb sie mit einer Serviette blank. Der Brombeerenlikör floß dunkel und ölig in die Schalen. Mir schmeckte er sehr gut und ich trank gleich Herrn Lehmann mein Glas leer. „Pikante Anrichtungen“, schwärmte er. „Huhn mit Reis und Curry“, .Langustenschwänze mit Mayonnaise“, .Toast mit Thunfisch“, und was die Leute da sonst essen. .Geisha-Häppchen“, .Japan-Bissen“, .Kirsch- blüten-Cocktail“, ,Harakiri-Drink“, ,Fudshne daß sie deshalb eine bloße „Erbauungsanstalt“ werde Bischof Berggrav wandte sich dann gegen die »talitäre Tendenz des modernen säkularen Wohlfahrtsstaates, die schließlich zur Staatsvergötzung >ühre. Er faßte seine Darlegungen in die Worte zusammen, die Kirche müsse die volle Freiheit der Versündigung und Diakonie behalten, sie dürfe nicht zum Werkzeug irdischer Machtpolitik werden und solle darüber wachen, daß das Erziehungsrecht prinzipiell bei den Eltern bleibe. „Laßt uns das Leben wählen!“ Nachdem mm feststeht, daß von den 20000 Evangelischen, die am Stuttgarter Kirchentag vom 27. bis 31. August teilnehmen sollten, nur ein ganz kleiner Bruchteil die Zonengrenze wird überschreiten dürfen, haben der Präsident des Kirchentages, Dr. von Thadden und der württembergische Landesbischof D. Haug, in einem „Wort zur Lage“ zu dieser Situation Stellung genommen. Darin heißt es: „Daß man unseren Brüdern aus dem Osten den Weg nach Stuttgart verwehrt, reißt uns aus aller Illusion. Nun muß sich in Stuttgart entscheiden, ob wir den Tod oder das Leben wählen. Selbstsucht, Ueberheblichkeit und Leichtsinn sind ebenso der Tod wie die Angst. Aber die Hände Gottes fassen, die Er uns in Jesus Christus reicht, das ist Gewißheit, Getrostheit, Furchtlosigkeit und Liebe. Das ist das Leben. Laßt uns das Leben wählen.! Die Brüder und Schwestern aus dem Osten erwarten das.“ Fritz Behn schuf Porträtbüate des Papstes Der Münchner Bildhauer Professor Fritz Behn hat eine Porträtbüste von Papst Pius XII. geschaffen, die nach Mitteilung des Kimstier* später in edlem Material ausgeführt werden soll. Professor Behn hatte sein Atelier in der „Sacristia“ im Camposanto Teutonico in Rom auf geschlagen und nahm zwei Wochen lang ständig an den Pape taudien zen teil, um Studien und Skizzen zu machen. Pius XII. erteilte dem protestantischai Künstler, der dem Vatikan von Kardinal Faulhaber empfohlen worden war, zum Abschied seinen Segen und schenkte ihm die päpstliche Medaille. Kirchenleittmg gegen Sonntagsgesetz Die Leitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau hat in einem Schreiben an die Abgeordneten des hessischen Landtages ihre Bedenken gegen die. derzeitige Fassung des Sonn- und Feiertagsgesetzes zum Ausdruck gebracht. Da da9 Gesetz in der vorliegenden Fassung nicht geeignet ’ erscheine, den bestehenden Uebelständen abzuhelfen, werde sich die Kirchenleitung nicht damit abfinden, wenn das Gesetz demnächst ohne weitere Abänderung in dritter Lesung angenommen werden sollte. Es wird vielmehr angeregt, die Vorlage an den Hauptausschuß zurückzuverwaisen, damit in erneuten Verhandlungen mit den Beteiligten das neu gewonnene Material berücksichtigt und ausgewertet werden kann. In dem Schreiben wird die Zuversicht ausgesprochen, daß unter Wahrung der berechtigten Anliegen des Sportes eine friedliche Lösung des Problems im Interesse der gesamten Bevölkerung gefunden werden kann. Einweihung der Heimschule in Ludwigshafen In Ludwigshafen am Bodensee wurde jetzt die zweite Heimschule der Evangelischen Jugend in Baden eröffnet. Nachdem kn Herbst 1949 in Neckarzimmern die erste Heimschule ihre Arbeit begann, wurde für die südbadische Zone die Schaffung einer gleichen Einrichtung notwendig. Zunächst fand die Heimschule im Mutterhaus in Nonnenweier Unterkunft,. was auf die Dauer infolge der zu großen Beanspruchung des Mutterhauses nicht möglich war. Nun ist sie in Ludwigshafen am Bodensee in ein eigenes Heim eingezogen. In den Heimschulen soll hei- mat- und berufslosen jungen Mädchen die Möglichkeit einer gründlichen Ausbildung gegeben werden. Der theoretische Unterricht bis hin zur praktischen Arbeit — einschließlich Gartenbau und Kleintierpflege — ist den Mädchen während der fünfmonatigen Heimschulzeit eine gute Vorbereitung auf ihren 7monatigen praktischen Einsatz in einem Haushalt. Nach dieser Zeit kehren sie zu einer kleinen Prüfung zurück zur Schule, um anschließend als Hausgehilfin irgendwo in einer Familie Dienst zu versehen. Missionsärztliche Klinik eröffnet Eine neue missionsärztliche Klinik ist in Würzburg eröffnet und dem seit 1922 bestehenden Missionsärztlichen Institut angegliedert worden. In der neuen Klinik, die über eine Tropenmedizinische, eine Chirurgische und eine Innere Abteilung und eine Uro- logische Station verfügt, werden heimkehrende kranke Missionare aufgenommen und Aerzte und Pflegepersonal für die Mission ausgebildet. Die Klinik zählt über 150 Betten. Sie steht allen Patienten — vor allem Versorgungsberechtigten — offen, die an Tropenkrankheiten leiden, auch ehemaligen Kriegsgefangenen. Unsere Schachecke Nr. 11 Aus der Schachwelt: Der diesjährige XXVI. Badische Schachkongreß findet vom 2. bis 10. August in Rastatt statt; hierbei wird wieder der Zusammenschluß des Südbad. Schachverbandes mit dem Badischen Schachverband vollzogen. *•'* Eine „Seeschlange" glossiert von E. Bamin, Stuttgart Alljährlich zur Sauregurkenzeit taucht auch die berüchtigte „Seeschlange“ auf. Auch wir wollen heute eine solche in Freiheit dressiert vorführen. 1. f5 — f6. Damit ist die schwarze Dame außer Kurs gesetzt. Die Ueberlegung, daß, wenn Schwarz jetzt nicht ziehen müßte, Weiß schon K — c5, b5 — 6 matt setzen könnte, führt uns schon einen Schritt näher zur Lösung. 1. . . . Ke7 — b6, 2. Kb4 — c,3, Kb 6 — c 7 (K X b 5?, cb — c7!) • 3.-7. Kc3 — d2 — el — f2 — gl — h2, 8. Kh2 — hl. Der weiße König muß ein Tempo verlieren, um das oben erwähnte Matt zu erreichen. Dieser Dreieckmarsch kann nur hier im weißen Eckfeld geschehen, auf allen anderen weißen Feldern des ganzen Brettes bekäme der Reisekönig ein Schachgebot, natürlich mit nachfolgendem DXTf8. Der schwarze König muß indessen pendeln. 9.—14. Zug: Khl— gl— f2 — el— d2 — c3— b4. Der König auf dem Rückmarsch, immer hübsch farbentreu auf den schwarzen Feldern (um den Leu auf g 8 nicht zu wecken!) 14. .. . Kb8 — c7. Nun ist die Situation umgekrempelt: der schw. König geht! 15. Kb4 — c5, beliebig 16. b 5 — b 6 matt. E. Zacken, Zoppot „Berliner Lokalanzeiger“ 1926 o b c d • t g h matt in 16 Zügen. Es hängt alles an dem bekannten seidenen Faden! Natürlich hat dieser Reisekönig auch Nerven wie breite Bandnudeln, sein Ritt ins Niemandsland jedoch ist eine Bravourleistung und seine weitausholende. Taktik wurde mit seinem Sieg gekrönt. — — Wir konnten die Lösung freilich — wegen Platzmangel — nur skizzenhaft bringen. Lösungen und sonstige Zuschriften an W. Liede, Pforzheim, Habermehlstraße 24. Wia wird da$ Wmttmr ? Gewitterneigung und leicht unbeständig Der Hochdruckeinfluß über dem Kontinent läßt nach, so daß mit schwachen Randstörungen allmählich wieder etwas feuchtere Luftmassen in unseren Raum gelangen können. Der Witterungscharakter wird deshalb bei allmählich aufkommender Gewitterneigung leicht unbeständig bleiben. Heiter bis wolkig, zeitweise schwül und Neigung zu örtlichen Gewitterstörungen. Temperaturen im allgemeinen noch über 25 Grad, Winde aus Süd bis Südweät '»trptr Ji-Ui. cfCelswki cuft' die Jugend der*'Ulett' Bildbericht von der Olympiade r i **««• $|gg§j MS l|lllf|t§P SSMiy v . v<-\. >#.&S: '-.v Goldmedaille für Pat McCormick Nach dem Kunstspringen der Männer gewann die USA durch Patricia McCormick auch die Goldmedaille im Kunstspringen der Frauen vor Mady Moreau (Frankreich) und Joe Jensen (USA). Die Siegerin blieb in ihren Leistungen unerreicht. Sie zeigte Schraubensaltos aus dem Stand und aus dem Sprung und beherrschte ihren Körper meisterhaft. Eine „Bronzene“ für Potzernheim Der deutsche Rad-Sprintermeister Werner Potzernheim (Hannover) bekam eine „Bronzene“ im 1 QOO-Meter-Malfahren. Unser Bild zeigt Werner Potzernheim (Mitte) mit seinem Betreuer „Matze“ Schmidt (rechts) und einem begeisterten japanischen Kollegen. ’ Pollay auf „Adular" zeigte bei der Dressurprüfung des olympischen Reitturniers in Helsinki eine so hervorragende Leistung, daß viele Experten auf der Tribüne in ihm bereits den Sieger in der Einzelwertung und damit den Gewinner der Goldmedaille sahen. Frankreichs Rekordschwimmer Jean Boiteux war der Held des Mittwochnachmittags, als er den Endlauf über 400 Meter Kraul der Männer ganz knapp vor seinem großen Rivalen Ford Konno gewann. Vor übergroßer Begeisterung sprang der Trainer sofort in voller Kleidung ins Wasser, Am Mittwochnachmittag schied als 4 . deutscher Boxer der Heidelberger Federgewichtler Willi Roth durdi eine knappe Punktniederlage gegen den Kanadier Walters aus dem olympischen Boxturnier aus. Der Heidelberger (hinten) lag gegen den starken Kanadier, der zu den Favoriten im Federgewicht zählt, fast pausenlos im Angriff. — Nach Ansicht deutscher Experten hätte Roth siegen müssen. Herbert Klein im Endlauf über 200 m Brust Drei Japaner, zwei Amerikaner, ein Australier ein Franzose und der deutsche Rekordschwimmer Der deutsche Weltrekordschwimm er Herbert Klein (München) erreichte am Freitag im Olympiaschwimmstadion den Endlaut über 200 m Brust, der am Sonnabend ausgetragen wird. Klein gewann den zweiten Zwischenlauf mit 2:37,0 Minuten. Mit der gleichen Zeit hatte er am Donnerstag auch seinen Vorlauf gewonnen. Zwei Zehntel Sekunden schneller als Klein war der Australier Davies, der mit 2:36,8 Minuten den am Donnerstag aufgestellten olympischen Rekord des Amerikaners Holan einstellte. Ergebnisse der beiden Zwischenläufe über 200 m Brust., Männer (die acht schnellsten qualifizierten sich für den Endlauf): 1 Zwischenlauf: 1. Davies (Australien) 2:36,8 (olympischer Rekord eingestellt), 2. Komadel (Tschechoslowakei) 2:38,8. 3. Hirayama (Japan), 2:39,1. 4. Holan -(USA) 2:39,2. •2.^Zwiscl»enlauf: 1 ..Klein (Deutschland) 2:37,0. 2. Kajakawa (Japan) 2:37,3. 3. Staßforth (USA) 2:38,7. 4. Nagasawa (Japan) 2:39,0. 5. Lusien (Frankreich) 2:39,1 Minuten Kajikawa bedrohte Klein 8000 Zuschauer füllten bei sommerlich warmer Witterung und Sonnenschein das Olympiastadion, als die beglen Zwischenläufe über 200 m Brust der Männer gestartet wurden. Während der erste Zwischenlauf noch im Gange war, hielt sich Herbert Klein im angrenzenden Sprungbecken auf, um sich an die Wassertemperatur zu gewöhnen. Nach einer kurzen Begrüßung des Franzosen Lusien nahmen die acht Schwimmer auf den Startblöcken Aufstel- Ausklong der Olympiade Die XV. Olympischen Sommerspiele in Helsinki klingen am Sonnabend und Sonntag mit folgendem Programm aus: Samstag: 8 Uhr: Basketball, Endspiele. 9 Uhr: Wasserball, Endrunde. 10 Uhr: Radrennen: Straßenrennen über 187,2 km. 13 Uhr: Reiten: Jagdspringer der Vielseitigkeitsprüfung. 15 Uhr: Basketball: Endspiele. 16 Uhr: Schwimmen: 200 m Brust Männer, Endlauf. 400 m Freistil Frauen. Endlauf 1500 m Freistil, Endlauf Turmspringen Frauen, Entscheidung Wasserball: Entscheidung. 18 Uhr: Fußball: Endspiel Ungarn — Jugoslawien. 18.30 Uhr: Boxen: Entscheidung. Sonntag- 7 Uhr: Reiten: Jagdspringen (Preis der Nationen), erste Runde. 14 Uhr: Vorreiten des Siegers der Dressurprüfung Jagdspringen (Preis der Nationen), zweite Runde. 18 Uhr: Schlußfeier. lung. Klein war nach dem Startschuß wie am Donnerstag als erster im Wasser und sicherte »ich bereits nach zehn Metern einen Vorsprung von einem Meter. Bis zur ersten Wende hatte Staßforth den Vorsprung jedoch aufgeholt, so daß beide zugleich auf die zweite Bahn gingen. Nach 75 m hatte Klein erneut einen halben Meter Vorsprung vor Staßforth und dem Japaner Kajikawa, bei der zweiten Wende lag er klar in Führung. Auf der dritten Bahn vergrößerte er seinen Vorsprung durch einen Zwischenspurt. Nach 150 m war der Abstand zu seinen Konkurrenten noch größer. 30 m vor dem Ziel war aber plötzlich der Japaner fast neben Klein, der sich jedoch durch einen energischen Endspurt mit Handschlag vor dem Japaner durchsetzte. Die Teilnehmer am Endlauf über 200 m Brust Den Endlauf über 200 m Brust beetreiten folgende acht Schwimmer: 1. Hirayama (Japan), 2. Davies (Australien). 3. Komadel (Tschechoslowakei), 4. Klein (Deutschland), 5. Kajikawa (Japan), 6. Staßforth (USA), 7. Nagasawa (Japan), 8. Lusien (Frankreich). Der Amerikaner Holan, der am Donnerstag neuen olympischen Rekord mit 2:36,8 Minuten schwamm, konnte sich damit nicht für den Endlauf qualifizieren, da der Franzose Lusien eine Zehntel Sekunde schneller war. Japan brachte drei Konkurrenten in den Endlauf. Ungarns Statlel in Wettrekordzeit Ungarn gewann die 4mal 100-m-Kraulstaffel für Frauen in der neuen Welt- und olympischen Rekordzeit von 4:24,4 Minuten. Der alte Weltrekord wurde ebenfalls von Ungarn seit diesem Jahre mit 4:27,2 gehalten. Der olympische Rekord wurde bereits von den USA im Vorlauf von 4:29,3 (1948) auf 4:28,1 verbessert. Ungarn holte sich damit bei den Frauen die dritte olympische Goldmedaille. Holland wurde Zweiter mit 4:29,0 vor den USA, di* ihre Vorlaufzeit nicht erreichen konnten (4:28,1) und mit 4,30,1 Dritte wurden. Schnellste Deutsche der 4mal 100-m-Kraulstaffel der Frauen war Gisela Jakob mit 1:08,7 Minuten. Die Zeiten der übrigen drei Schwimmerinnen: Elisabeth Rechlin 1:09,2 Minuten, Vera Schäferkordt 1:10,0, Kathi Jansen 1:12,4. Die Weltrekordstaffel Ungarns schwamm folgende Zwischenzeiten: Ilona Novak 1:07,8 Minuten, Judit Temes 1:05,8, Eva No- vak 1:05,1, Katalin Szoke 1:05,7. Die deutsche Staffel kam auf den 7. Platz. USA-Sieg Uber 100-m-Rücken Olympiasieger im 100-m-Rückenschwimmen der Männer wurde der Amerikaner Yoshinobu Oyakawa, der mit 1:05,4 Minuten seinen am Donnerstag mit 1:05,7 aufgestellten olympischen Rekord noch verbesserte. Das .Duell zwischen den beiden Weltrekord-Inhabern Gilbert Bozoh (Frankreich) und Allan Stack (USA) entschied der Französe zu seinen Gunsten. Zwischen beide schob sich noch der Amerikaner Jack Taylor. Große Leistung Haases brachte „Bronzene" Der Amerikaner Sammy Lee verteidigte seinen 1948 gewonnenen olympischen Sieg im Turmspringen der Männer erfolgreich. Europameister Günther Haase konnte seinen dritten Platz, den er sich bereits nach der Pflicht erkämpft hatte, halten und wurde Gewinner der Bronzemedadlle. Es stand von vornherein fest, daß Günther Haase gegen die Elite aus Uebersee einen schweren Stand haben würde. Sein achtbarer dritter Platz innerhalb einer dicht zusammenliegenden Gruppe von acht Springern war jedoch ein außerordentlicher Erfolg des Europameisters. Haase lieferte sich mit dem Amerikaner Jahn McCormack um die Bronzemedaille einen erbitterten Zweikampf, der erst beim letzten Sprung für Haase entschieden wurde. Der Amerikaner holte hier nur 14 Punkte heraus, während Haase für seinen dreieinhalbfachen Salto 16,5 Punkte erhielt. Damit war der Medaillengewinn sichergestellt. Ueberragend war das Können des erneuten Goldmedaillengewinners Sammy Lee. In seinem letzten Sprung bot er eine Glanzleistung und erhielt dafür die höchste Note von 20 Punkten. Drei Medaillen für Ungarns Säbelfechter Das olympische Säbelfechttumier endete mit einem überlegenen Erfolg der Ungarn, die mit Pal Kovacs, Aladar Gerevich und Tibor Berczelly alle drei Medaillen gewannen, nachdem sie bereits den Mannschaftssieg davongetragen haben. Die ungarischen Säbelfechter wiederholten damit ihren Erfolg von 1948, wo sie mit Gerevich ebenfalls den Olympiasieger stellten und auch den Mannschafts-Wettbewerb gewannen. Die deutschen Fechter konnten sich gegen die internationale Spitzenklasse nicht durchsetzen und schieden bereits in den Vorentscheidungen aus. USA Sowjetunion Ungarn Schweden Italien Tschechoslowakei Frankreich Finnland Australien Norwegen Schweiz Südafrika Jamaika Dänemark Türkei Japan Kanada Argentinien Neuseeland Brasilien Indien Rumänien Jugoslawien Luxemburg Deutschland Holland Iran England Polen Die vergebenen Medaillen 32 22 12 10 7 6 5 5 5 3 2 2 2 2 2 1 1 1 1 1 1 1 1 1 17 27 9 12 7 3 5 3 2 2 6 3 3 1 5 2 1 13 16 16 9 2 3 4 10 3 6 1 2 1 3 1 2 1 1 1 12 4 8 1 Libanon Oesterreich Belgien Spanien Mexiko Inoffizielle Nationenwertung Die inoffizielle Nationenwertung der XV. Olympischen Spiele hat nach den Entscheidungen des Freitag folgendes Aussehen (es wird wie folgt gewertet: sechs Punkte für den Ersten, fünf für den Zweiten, vier für den Dritten, drei für den Vierten, zwei für den Fünften und einen Punkt für den sechsten Platz): 1. Sowjetunion 424,5 Punkte. 2. USA 371,5. 3. Ungarn 211. 4. Schweden 195,5. 5. Deutschland 133,5, 6. Finnland 117,5. 7. Frankreich 106,8. 8. England 103. 9. Italien 99,8. 10. Schweiz 83,5. 11. Tschechoslowakei 79,5. 12. Australien 67. 13. Japan 54,5. 14. Südafrika 43,5. 15. und 16. Dänemark, Holland je 42,5. 17. Norwegen 42. 18. Argentinien 40,5. 19. Iran 40. 20. Jamaika 31. 21. Türkei 29,8. 22. Kanada 26. 23. Oesterreich 23. 24. Aegypten 22. 25. Rumänien 18,8. 26. und 27. Brasilien, Neuseeland je 15. 28. und 29. Indien, Korea je 13. 30. Luxemburg 12. 31. und 32. Libanon, Polen je 11,5. 33., 34., 35., 36. Jugoslawien, Trinidad, Uruguay, Mexiko je 8. 37. Portugal 6. 38. und 39. Belgien, Spanien je 5. 40. und 41. Philippinen, Venezuela je 4. 42. und 43. Kuba, Pakistan je 3. 44. und 45. Bahamas, Chile je 2. 46. Griechenland 1,5. 48. und 48. Bulgarien, Singapur je 1. Edgar Basel im Endkampf gegen Brooks Der kleine Weinheimer wuchs über sich selbst hinaus und hat eine Medaille in der Tasche Der Deutsche Fliegengewichtsmeister Edgar Basel (Weinheim) erreichte am Freitag durch einen Punktsieg über den Russen Bulakow den Endkampf im Fli egengewicht beim olympischen Boxturnier. Er trifft am Samstag auf den Amerikaner Brooks, der W. Toweel (Südafrika), den Bruder des Berufsboxweltmeisters, nach Punkten schlug. Da im olympischen Boxturnier nur Gold- und Silbermedaillen vergeben werden und keine Bronzemedaillen, steht Edgar Basel somit bereits als Medaillengewinner fest. Es liegt nunmehr an ihm, ob er am Samstag die erste goldene oder eine weitere silberne für Deutschland holt. Vorsichtig und abtastend begannen beide Boxer auf Distanz den Kampf, wobei Basel seine florettartige Linke sauber an seinen Gegner führte, damit punktete und sich durch einige Rechtshaken bis zum Ende der ersten Runde einen kleinen Vorsprung verschaffte. Bulakow traf lediglich die Deckung Basels. Auch konnte der Weinheimer die Wucht der Schläge durch geschicktes Mitgehen abschwächen. In der zweiten Runde lag Bulakow im Angriff, aber Basel fing ihn sauber ab und landete aus dem Kontern heraus rechte Haken am Kopf des Sowjetrussen. Dieser versuchte, als richtiggehende Kampfmaschine in der Mittelrunde die saubere Distanzarbeit des Deutschen zu durchbrechen und ihm den Nahkampf aufzuzwingen. Basel war jedoch klever genug, sich immer wieder rechtzeitig aus dem Nahkampf zu lösen, und konnte dabei — vor allem in der Schlußrunde — sogar serienweise Haken auf Kopf und Körper des Russen landen. Edgar Basel mußte die gefährliche Rechte des Sowjetrussen praktisch nur zweimal nehmen. Mit 2:1 Richterstimmen fiel der Sieg an Edgar Basel. Gespannt lauschte Edgar Basel, der Deutsche Flie- Keine „Bronzene" für Deutschlands Fußballer Schwedens Fußballer gewannen gegen Deutschland 2:0 und holten die bronzene Medaille Vor 25 000 Zuschauern fand die deutsche Mannschaft in der ersten Halbzeit keinen Zusammenhang. Schon in den ersten Minuten wurde klar, daß Herberger diesmal ohne Doppelstopper spielen ließ, wobei Sommerlatt und Schröder für den Aufbau sorgen sollten. Nach nervösem Start fand der Angriff gegen die körperlich überlegene schwedische Deckung nicht die richtige taktische Einstellung. Die Bälle wurden hoch in den Strafraum gespielt, so daß die schwedischen Deckungsläufer leicht mit dem Kopf abwehrten. Der schwedische Angriff gewann mit wenigen Spielzügen stets viel Raum und hatte in der 9. Minute die erste Chance, als Löfgren freistehend aus 16 m Überweg schoß. Eine Minute später köpfte Sommerlatt eine Flanke Ehrmanns gegen die Latte. Die aufkeimenden deutschen Hoffnungen wurden sofort erstickt, als in der 11. Minute der schwedische Rechtsaußen Bengtsson zuerst den Verteidiger Jäger hakte, so daß dieser zu Fall kam und dann flankte. Rydell nahm den Ball aus der Luft und schoß für Schönbeck unerreichbar zum 1:0 ein. In der zweiten Viertelstunde sah man verteiltes Spiel. Die deutsche Mannschaft schaltete auf Flachspiel um, fand aber in der schwedischen Deckung keine Lücken. Schönbeck mußte zweimal in höchster Not durch Faustabwehr klären. Fünf M' nuten vor der Pause hatten die Deutsch«! großes Glück, als Löfgren gegen den Pfosten schoß und Brodd den Abpraller dem am Boden liegenden Schönbeck in die Arme schoß. Zur zweiten Hälfte kam die deutsche Mannschaft etwas verspätet aus den Kabinen, da Herbergers „Ansprache“ anscheinend etwas länger ausgefallen war. Die deutsche Elf ergriff sofort die Initiative und hatte zum ersten Male während des Spiels torreife Chancen. Das Publikum pfiff in der 48. Minute lebhaft, als Svensson knapp vor Stollenwerk rettete und der italienische Schiedsrichter Orlandini unmotiviert ab- pfiff, obwohl der Ball noch in Tomähe in deutschem Besitz war. Nachdem Schönbeck bei einem Schuß Löfgrens Glück hatte, übernahm die deutsche Mannschaft von der 60. bis zur 80. Minute das Kommando. Ein erneutes Pfeifkonzert gab es, als Orlandini ln der 63. Minute ein Handspiel im schwedischen Strafraum nicht ahndete. Schröder versuchte verschiedentlich mit Kopfbällen und Weitschüssen das Geschick zu wenden, doch waren alle Bemühungen erfolglos. In den letzten zehn Minuten baute die deutsche Mannschaft gegen die hart einsteigenden Schweden sichtlich ab. Schäfer und Zeitler humpelten nur noch auf dem Feld herum und hatten sichtlich Mühe, an den Ball zu kommen. Vier Minuten vor Schluß erzielte Löfgren aus einer an sich harmlosen Situation nach einem Fehler Schäfers den zweiten schwedischen Treffer, der alle Träume auf eine Bronzemedaüle endgültig auslöschte. gengewichtsmeister, in seiner Ecke auf das Urteil der Richter. Auch die wenigen deutschen Schlachtenbummler in der Messehalle warteten auf die Stimme des Lautsprechers, der in finnischer Sprache den Sieger zu verkünden hatte. Sie wurden lange auf die Folter gespannt, denn die finnische Ansage ist recht umständlich, zeitraubend und oft unverständlich. Plötzlich aber hörte man über den Lautsprecher: „Basel Saksa“, und Sekundenbruchteile später entfesselten die wenigen Deutschen einen Begeisterungssturm, daß sogar die anderen Zuschauer in den Beifall einfielen. Währenddessen hatte sich von einem Mann die ungeheure Spannung gelöst, und still und leise verzog er sich in eine Ecke. Eugen Böhm, der Sportwart des Deutschen Amateurboxsportverbandes, hatte Tränen in den Augen und konnte vor Rührung kein Wort herausbringen. Edgar Basel selbst kletterte freudetrunken aus dem Ring, und als wir ihm zu seinem Erfolg gratulierten, konnte er es fast immer noch nicht fassen, daß er eine Medaille erkämpft hatte. „Na, Edgar, sag doch etwas“, forderten seine Freunde ihn immer wieder auf. Heidemann unterlag Europameister Chychala Günter Heidemann, der deutsche Weltergewichtler aus Berlin, der die Chance hatte, ln den Endkampf vorzustoßen, verlor am Freitagabend gegen den polnischen Europameister Chychala'knapp nach Punkten. Der Berliner lag zwar pausenlos im Angriff, konnte aber durch eine Lücke auf seiner rechten Deckungsseite die wuchtig geschlagenen linken Haken des Polen nicht immer vermeiden. Heidemann hielt seinen Gegner zwar immer sauber auf Distanz, setzte aber kaum seine Rechte, die er als Aufwärtshaken hätte schlagen sollen, ein, so daß der Pole knappe Vorteile hatte, ln der Schlußrunde wollte der Deutsche eine Entscheidung erzwingen und kam mehrmals mit sauber gestochenen linken Geraden an den Kopf des Europameisters durch, ohne aber dessen knappen Vorsprung aufholen zu können. Mit 60:56, 60:38 und 56:60 Punkten ging der knappe Sieg an den Europameister. Nach dem Ausscheiden Heidemanns ist der Fliegengewichtler Basel der einzige, der die deutschen Interessen in der Endrunde vertritt. Deutsche Mannschaft an zweiter Stelle In der Mannschaftswertung liegt Deutschland nadl den beiden ersten Prüfungen der Military hint* Schweden an zweiter Stelle vor England und Fran* reich. 1. Schweden: 160,2 Minuspunkte. 2. Deutschland: 225,5 Minuspunkte. 3. England: 246,4 Minuspunkte. 4. Frankreich: 264 Minuspunkte. 5. USA: 547,2 Minuspunkte. 6. Portugal: 608,0 Minuspunkte. 7. Dänemark: 748,9 Minuspunkte. 8. Irland: 893,8 Minuspunkte. Alle anderen Mannschaften wurden disqualifiziert. Sind Frauen anders? / Von Dorothy Thompson In einem blauen Seidenkleid mit kleinen hellen Mustern, einem dunklen Hut mit Schleier und einem dezenten Make-up, kultiviert, stattlich und mit der Selbstsicherheit einer Dame, die überall in der Welt zuhause ist und die genau weiß, was sie will, — so begegnet uns die jetzt 58jährige Dorothy Thompson in Hamburg. Sie spricht liebenswürdig, aber überlegt, sie beherrscht die deutsche Sprache recht gut, und sie scheint auch die Deutschen gut zu kennen. Das ist nicht verwunderlich, denn schon vor 27 Jahren war sie in Berlin Korrespondentin der „New-York-Post“. Auch ihren späteren Gatten, den Dichter Sinclair Lewis, lernte sie in Deutschland kennen. Sogar Hitler wurde von Dorothy Thompson einmal interviewt. Für das, was dabei herauskam, wurde sie 1934 aus Deutschland ausgewiesen. Ihre dreimal wöchentlich erscheinenden Artikel werden von mehr als 10 Millionen Amerikanern gelesen und von vielen weiteren Millionen im Rundfunk gehört. Der Aufstieg ist ihr nicht leicht gemacht worden. Einst hat sie Eis verkaufen müssen, um ihr Studium zu finanzieren, später ist sie dann nach harter Arbeit nicht nur eine berühmte Journalistin, sondern auch Begründerin der WOMAN-Organisation de^ Mütter aller Nationen geworden. Sie ist selbst Mutter und hat einen erwachsenen Sohn. Sie bangt um ihn genau so wie andere Frauen, die den Krieg fürchten. Sie ist überzeugt, daß die Quelle der weiblichen geistigen Macht eine grundsätzlich andere als die des Mannes ist. Danach handelt sie. Weil ich wissen wollte, wie die Frauen zum Kriege eingestellt sind, habe ich kürzlich einen Brief an etwa 50 bekannte amerikanische Frauen geschrieben. Ich stellte darin die These auf, daß es in uns Frauen „eine bisher unerschlossene Quelle geistiger Macht“ gebe, die, wenn sie einmal freigelegt sei, vielleicht zu einer Revision der bisherigen, fast ausschließlich auf Macht beruhenden Politik führen könnte, die die Welt vor eine unermeßliche Gefahr gestellt hat. Unter den Antworten war eine von einer Frau, die wie ich Journalistin ist, und die ich sehr bewundere. Sie schrieb: „Ich bin mit Ihnen ganz der Meinung, daß die bisherige Machtpolitik uns zu etwas führt, was das genaue Gegenteil von Frieden, Fortschritt und Demokratie ist. Aber ich kann nicht mit Ihnen darin übereinstimmen, daß sich in uns Frauen .eine bisher unerschlossene Quelle geistiger Macht* verbirgt, durch die wir den Männern überlegen wären. Daß wir Frauen Kinder gebären, scheint mir nur ein biologisch interessanter Umstand zu sein, aber ich sehe darin durchaus keine Gewähr für Weisheit, Voraussicht und moralische Kraft. Ich gebe zu, daß Frauen bisher noch keine Kriege geführt haben, aber ich kenne unter uns Frauen ebenso viele hysterische Kriegsbejaher wie unter den Männern, und ich bezweifle, ob es heute mehr Frauen als Männer gibt, die durch die Gefahren, die die Zukunft zu bringen droht, im tiefsten bewegt und beunruhigt sind.“ Was meine Kollegin mir geantwortet hat, kann ich nur unterschreiben. Aber ich frage mich: warum ist es so? Was die von mir auf gestellte These angeht, so muß ich folgendes dazu sagen; Ich meinte, wir Frauen selbst hätten die in uns liegende geistige Macht bisher nicht erschlossen, nicht realisiert, und ich habe nicht gesagt und meine es — zum Ärger meiner ultrafeministischen Freunde — auch nicht, daß diese geistige Macht den Männern „überlegen“ oder für irgend etwas „eine Garantie“ sei. Ich glaube vielmehr, daß die Quelle der weiblichen geistigen Macht eine grundsätzlich andere als die des Mannes ist, die sich aus anderen Instinkten und Erfahrungen nährt, und daß eben diese Verschiedenheit eine der wichtigsten Voraussetzungen des Gleichgewichts im Spiel der menschlichen Kräfte sein könnte. Die Frauenbewegung hat, glaube ich, bis heute eher zu einer Verminderung dieser rein weiblichen Kräfte geführt. Sicher haben wir im Kampf für gleiche Rechte einen großen Teil unserer Ziele erreicht. In dem Kampf aber um eine gültige, alle Menschen verbindende Ordnung, die uns Frauen und unseren Lebensnotwendigkeiten entspräche und Rechnung trüge, haben wir bis heute so gut wie nichts erreicht. Im Gegenteil, die Frauen haben bei ihrem Kampf um gleiche Rechte noch dazu beigetragen, die Überlegenheit des männlichen Geschlechts zu proklamieren, denn als „erfolgreichste“ Frauen werden diejenigen — und besonders von Frauen — bewundert, die in ihrem Denken und Fühlen dem Mann am ähnlichsten sind. Elegantes Tagessportkleid ans reiner Importwolle, mit einer Baumwollpiquet- Scbleife versehen. (Modell Lißner u. Rös- ner, Berlin). Ich darf vielleicht daran erinnern, daß es sehr viel längerer Zeit bedurfte, bis die Männer sich in einem anderen als einem rein biologischen Sinne „Vater“ fühlten, als die Frauen brauchten, um „Mutter“ zu sein. Nach Robert Briffault war es die Frau, die Mutter, der die Zivilisation der Menschheit zu verdanken ist. Sie war es, die den Mann veranlaßte, seine Jagden Dorothy Thompson auf wilde Tiere aufzugeben und den Boden zu beackern, damit man an einem Platz mit einem Dach über dem Kopf seßhaft werden konnte. Weshalb? Um ihre Kinder länger und sicherer bei sich haben Allerlei Kniffe j Unangenehmer Kohlgeruch f wird durch eine Schnitte frischen | Brotes, die während des Kochens x über den Kohl gelegt wird, absor- | biert. | Angesengte Stellen an Klei- | dern reibt man mit einer frisch ge- | schnittenen Zwiebel kräftig ein; X dann wird das Kleidungsstück in f kaltem Wasser eingeweicht. X Büchsenöffner funktionieren | besser, wenn man sie vor Benutzung | kräftig mit heißem Wasser über- f gießt. | Flecken von Gummischuhen, | Fahrrädern usw. lassen sich von | blanken Böden leicht entfernen, | wenn man ein Baumwolltuch mit | etwas Spiritus oder Benzin (Vor- f sicht!) befeuchtet und über dieFlek- | ken wischt. | Frische Grasflecken können I von Kleidern entfernt werden, wenn I man den Fleck schnell mit einem | Stück frischen weißen Brotes reibt. | DumpfenGeruch aus Wäsche- | schränken hält man fern, indem | man ein Stück guter Seife — unver- | packt natürlich — zwischen die | Wäschestücke legt. | Alte Wolle wird wieder wie | neu, wenn man sie nach dem Auf- x trennen auf kleine Papptäfelchen | wickelt, ausgiebig mit lauwarmem | Wasser befeuchtet und dann eine x Nacht über in ein Frottierhandtuch | einschlägt. Dann wird sie an der | Luft — nicht in der Sonne ge- J trocknet und aufgewickelt. | Frische Wolle reizt bisweilen | unangenehm die Haut. Man kann | diesen Übelstand beseitigen, wenn X die juckenden Wollsachen umgekehrt X — die auf der Haut liegende Seite | nach außen — und ganz leicht mit | einem mäßig erwärmten Bügeleisen X überstrichen werden. | Messinggeschirr, das oft zu | Schmuckzwecken verwendet wird, I kann man sehr leicht für immer | sauber halten, wenn man es mit X farblosem Schellack ganz dünn über- | zieht Der Überzug ist unmerkbar, | macht weiteres Putzen aber un- X nötig. Der Überzug kann mit Hilfe | von Alkohol jederzeit entfernt wer- | den. I ♦ Sandseife oder ein sandiges Putz- X mittel durch eine Fleisch- | m a s c h i n e getrieben, schärft auf X einfache Weise das Messer. x zu können. Kurz: die Zivilisation begann mit dem Verlangen nach Häuslichkeit. Die Frau gebiert ja nicht nur, sie ernährt auch ihr Kind. Nichts ist durch Aufregungen, von außen oder innen, leichter gestört als diese Funktion. „Die Milch bleibt weg“, heißt es, und dieses ist bei den Menschen ebenso wie bei den Tieren der Fall. Ich bin Gutsbesitzerin und weiß, daß jede Veränderung bei den Kühen eine Verringerung der Milchproduktion mit sich bringt, daß Hühner Ruhe für ihre Eierproduktion brauchen. Und wenn eine Schafherde erschreckt wird, kommen die trächtigen Schafe zu früh nieder. Das weibliche Geschlecht bedarf also der Ruhe sehr viel mehr als das männliche, undz war, weil seine Angehörigen sonst ihre Funktion als Frau nicht erfüllen können. Wenn ich aus meinen Erfahrungen als Landfrau weiter erzählen darf: wir haben gerade eine Kuh schlachten müssen. Belle war unerträglich für die ganze Herde. Sie hielt sii in ständiger Aufregung, durchbrach die Hürden, jagte, sie von einer Weide zur anderen; sie nahm von dem neugeborenen Kalb überhaupt keine Notiz, leckte es nicht'einmal sauber. Kurz, Beiles Anwesenheit brachte den Milchertrag der ganzen Herde immer weiter herunter, so daß, als sie im Schlachthof geendet hatte, der Milchertrag sofort wieder anstieg. War Belle eine moderne Frau? War sie eine jener Fahnenträgerinnen? Unter uns Menschen hätte man sie vielleicht als den „geborenen Führer“ angesehen und, wäre sie vielleicht der erste weibliche General geworden. Kühe sind offenbar gegen Führer und Führerschaft. Unter uns Menschen aber scheint das Gegenteil eher der Fall zu sein. Wir bewundern eine Frau als „fortgeschritten“ und „überlegen“, wenn sie männliche Eigenschaften hat. Ich bin überzeugt, daß die Frauen noch heute unter dem Minderwertigkeitsgefühl einer lange unterdrückten Rasse leiden. Sie verfechten nicht ihre eigenen Erfahrungen, sie richten sich nicht nach ihren eigenen Instinkten, sie haben weder Zutrauen zu ihrer eigenen Klugheit, noch kämpfen sie für ihre eigenen Werte. Und deshalb sage ich, daß sie die ihnen eigenen Kräfte bis heute noch nicht für die Entwicklung der Gesellschaft in die Waagschale geworfen haben. Anstatt die Art und den Willen der Männer zu ergänzen und auszugleichen, rivalisieren sie mit ihnen und eifern ihnen nach. Sie sind be-, geistert, wenn man ihnen sagt, daß sie „den Verstand des Mannes“ haben, also ob der Verstand von allen übrigen Funktionen eines Menschen abzutrennen wäre. Wie die Mutter in der Kinderstube zwischen den streitenden Kindern zu vermitteln und auszugleichen versucht, so sollten die Frauen beständige Warner gegen die Anwendung von Gewalt sein und die Vermittlung und Verständigung unterstützen. Aber sie scheuen sich, auszusprechen, was sie instinktiv fühlen, wahrscheinlich, weil dieser Instinkt rein weiblich ist und sie ihn deshalb für minderwertig halten. Sie stimmen einer Politik und Taten zu, die „gegen ihre Natur“ sind, weil sie noch nicht genügend emanzipiert sind, um ihrer eigenen Natur zu vertrauen. Durch diesen Mangel an Vertrauen aber tragen sie selbst dazu bei, die Pläne der Natur und ihre Gesetze zu vereiteln, nach denen die Welt sich ständig verändert, aber doch im Gleichgewicht bleibt. Dies alles ist eine Beichte, eine Analyse meines eigenen Lebens und ist deshalb vielleicht nicht zu verallgemeinern. Aber, ich glaube, daß ich eine Frau meiner Zeit bin. Und wenn ich heute über mein Leben nachdenke, so habe ich vieles zu bedauern, was ich gegen meine Instinkte tat, wahrscheinlich weil sie nicht übereinstimmten mit der Haltung von Männern, die ich und alle Welt achteten und bewunderten. Auf der anderen Seite weiß ich, daß die Ereignisse mir oft recht gaben, wenn ich selbst mir einmal erlaubte, einer rein „weiblichen“ Reaktion spontanen Ausdruck zu geben. Denn wir alle wiessen viel mehr, als wir imstande sind, mit unserem Gehirn zu denken. Die Dichter und Mystiker, die die Begabung haben, diese Reserven des Unbewußten zu erschließen, sind immer die besten Richter, denn sie richten, wie Walt Whitman sagte, „nicht nach Gesetz und Paragraphen, sondern wie das Licht richtet, das auf ein hilfloses Ding fällt.“ Es war der gleiche Dichter, der den Amerikanern in seinem Vermächtnis riet, „möglichst viel Zeit mit kleinen Kindern und Müttern zu verbringen“. Die Frauen, glaube ich, werden ihre Revolution erst dann beendet haben, wenn sie nicht nur im äußeren Leben gleichberechtigt sind, sondern wenn sie es wagen, sich als gleichberechtigt in der Macht zu fühlen, die ihrem Schoß entspringt, ihren Nerven, ihrer Mütterlichkeit — und nicht nur ihren Köpfen und Gehirnen. Europäisdi gedacht Das Hochzeitsfest eines erst kürzlich aus Sibirien heimgekehrten Mädchens, das in einer Militärküche in Munsterlager tätig ist, wurde von den Offizieren der dort liegenden englischen Einheit finanziert. Die Engländer brachten auch zahlreiche Hochzeitsgeschenke und feierten mit in der Flüchtlingsbaracke. Eine war unehrlich Um die Ehrlichkeit der Straßenpassanten zu prüfen, klebte J. W. Dygendhal aus Sala (Schweden) einen Fünfkronenschein auf den Sattel seines Fahrrades und stellte es vom Haus. Zwei Tage blieb er unangetastet, am dritten war er verschwunden — Frau Dygendhal hatte die Rechnung beim Bäcker damit bezahlt imsis mm iiiillli f jlpp”f Wmm t%r W%: Jugendlich beschwingtes Cocktailkleid aus einer Schweizer Taft-Qualität, mit Metallgoldfäden- durchwirkt. Als Verwandlungskleid kann es mit einer in der Taille schließenden Jacke und ohne Jacke getragen werden. (Modell Lißner u. Rösner, Berlin). (2 Fotos: Laux Studios) 'JöejlLiek zu DCitidern Man kann von Kindern nicht mehr erwarten, als man ihnen bietet"« • Mutter und Sohn hatten sich auf diesen Nachmittag gefreut. Sie wollten einkaufen gehen und dann Eis essen. Aber nun sitzen sie in der Konditorei, und es ist alles ganz anders. Der Tag war heiß, das Gedränge in den Straßen und Kaufhäusern groß. Beide sind müde, die Mutter ist nervös, das Kind ungeduldig. Es sitzt nicht still, rutscht auf dem Stuhl herum und klappert mit dem Eßlöffel auf die Tischplatte. Je deutlicher die Mutter die Blicke und stummen Kommentare der Umsitzenden spürt, desto gereizter wird sie. Schließlich fährt sie das Kind laut und erregt an. Die Folge? Der Junge schämt sich, weint, und die Stimmung ist endgültig dahin. Hätte sich die Mutter einem Erwachsenen gegenüber ebenso benommen?. Hätte sie da nicht versucht, mit einem ruhigen Wort die Situation zu retten? Es wäre ihr wohl kaum eingefallen, ihn vor anderen Menschen öffentlich bloßzustellen. Aber von ihrem Kinde glaubt sie, daß es solche Gefühle nicht kenne. Ein wenig mehr Höflichkeit gegen Kinder, keine groben Zurechtweisungen oder gar Schläge, wenn fremde Menschen dabei sind! Man kann von Kindern nicht mehr erwarten, als man ihnen bietet. Kinder werden auch einmal Erwachsene sein, und wie sollen sie Rücksicht gegenüber den Mitmenschen lernen, wenn ihnen selbst keine Rücksicht entgegengebracht wird? Dorf der Junggeselfen Letnitza in Jugoslawien ist ein Dorf, in dem nur jeder zehnte erwachsene Mann verheiratet ist. Das Dorf hat die verhältnismäßig größte Zahl von Junggesellen in der ganzen Welt. „Ja“, sagen die bedauernswerten Junggesellen, „wie sollen wir denn zu meiner Frau kommen, wenn wir kein Geld haben? Selbst eine häßliche kostet bei uns 3000 Dinar, und will man eine schöne haben, dann muß man sogar 15 000 Dinar anlegen. Wir möchten alle sehr gern eine Frau haben. Schenkt sie uns viele Töchter, und können wir die gut verkaufen, dann werden wir reich!“ Absatz-Attentat Um seiner Frau Luigia das Tragen von überhohen Stöckelschuhen zu verleiden,. sägte Antonio Rivella aus Florenz ihr ein Paar besonders hohe Absätze an. Als Luigia den Fahrdamm überschreiten wollte, brachen sie ab. Sie selbst brach sich das Bein und verklagte den Gatten wegen vorsätzlicher Körperverletzung. I ..♦>♦»»« » »♦»»« . . . . .H l .. um Iimimw 'Dömateu qe^üUiq ? I Tomaten auf türkische Art: Zutaten: 12 Tomaten, */« Pfund Gehacktes, 1 Tasse Reis, Zwiebel, Petersilie, Salz, Pfeffer, Margarine. Die Tomaten werden ausgehöhlt und mit dem Gehackten und dem weichgekochten Reis sowie den Gewürzen gefüllt Man deckt die Tomaten mit. den abgeschnittenen Deckelchen wieder zu und gibt sie mit viel Fett in die Pfanne. Das ♦ ausgehöhlte Tomatenfleisch gibt man ebenfalls in die Pfanne, löscht etwas ab I und erhält damit eine Soße. Auf kleinem Feuer läßt man die Tomaten weich- | dünsten. I Tomatengemüse: Zutaten: Tomaten, Fett, Salz, Pfeffer, Zucker, Curry, Paprika, | Dill, etwas Büchsenmilch, 100 g Hackfleisch, etwas Bouillon (ungefähr eine Tasse)! * Mehl. Man läßt reichlich Fett in einer Pfanne zergehen und setzt die Tomaten, die vorher mit einer Nadel mehrmals durchstochen wurden, damit sie nicht platzen, dicht nebeneinander. Jede einzelne wird mit Salz, Pfeffer, Zucker, Paprika und’ Curry bestreut In die Zwischenräume gibt man das Hackfleisch, löscht nach dem Anbraten mit der Bouillon ab und läßt das Ganze zugedeckt weichdünsten. Zur Soße wird etwas Mehl mit der Büchsenmilch angerührt. Damit sie einen würzigen Geschmack erhält, gibt man noch feingewiegten Dill daran Tomatenspeise auf französische Art: Zutaten: Vs Pfund Spaghetti, Tomaten, 100 g Schinken, Fett, Mehl, etwas Rotwein, Nelke, Pfeffer, Salz, Paprika, geriebener Käse. Die Spaghetti werden in Salzwasser abgekocht und mit kaltem Wasser abgeschreckt Aus Fett und Mehl wird eine helle Einbrenne bereitet, die mit Rotwein abgelöscht wird: Etwas weichgedünstete Tomaten werden durchs Haarsieb gestrichen, zu der Einbrenne gegeben und mit den Gewürzen abgeschmeckt. Der Schinken wird in kleine Würfelchen geschnitten und mit den Spaghetti zur Soße gegeben. Alles zusammen läßt man noch einmal aufkochen und bestreut die Speise vor dem Anrichten mit geriebenem Käse. Für Pauluskirche und Siedlungskindergarten: $1. Paul soll wieder im alten Glanz erstehen Bazar dient einem guten Werk — Siedlungskindergarten eine dringende Notwendigkeit Wenn Sie am kommenden Wochenende sich am Bazar der Pfarrei St. Paul in der Justus-Knecht-Schule beteiligen, so fragen Sie sich oder Sie werden gefragt, wozu all dies dienen soll. Diesmal für etwas ganz Großes! Zuerst für die Pauluskirche. Sie wurde 1945 fast vollständig zerstört. Schnell hat damals Geistl. Rat Weiskopf sie wieder als Notkirche aufbauen lassen. Nur das Allernotwendigste wurde damals aufgebaut, um überhaupt Gottesdienst halten zu können. Noch dient nur ein armseliges Holzhäuschen als Tabernakel. Der Holzaltar entspricht kaum den primitivsten Anforderungen, so daß schon das Heiligtum der Kirche, der Altar, neu aufgebaut werden muß. Weiterhin verlangt der Innenraum eine Kanzel, eine neue Decke (die jetzige besteht aus einer losen, fast gefährlichen Zusammenfügung von Heraklitplatten) sinnvolle Kirchenfenster, sowie den Einbau einer schönen Orgel. Die Kirche kann aber nur dann ein würdiger Gottesraum werden, wenn ein kleiner Chor angebaut wird, um den sich dann auch Räumlichkeiten für eine Sakristei finden werden. Der Aufbau eines Glockenstuhles, die Anschaffung einiger Glocken, sowie die Erneuerung der durch den Krieg noch schwer getroffenen und zum Teil schwer beschädigten Außenwände der Kirche, kann das Gotteshaus auch nach außen hin zu einem würdigen Anziehungspunkt für die Pfarrangehörigen und viele andere Gläubigen machen. Von außen und innen soll das Gotteshaus dann den Gläubigen sagen: Halt ein — denn der Ort, wo Du stehst ist heilig. Zu diesem Erneuerungswerk soll der Bazar einen Grundstock schaffen. Seit neuestem will auch die Kirchenbehörde in Freiburg einen größeren Betrag für diesen Wiederaufbau der kriegszerstörten Kirche zur Verfügung stellen. So kann man hoffen, daß recht bald die Pauluskirche als Schmuckkästchen in Bruchsal sich aus Trümmern und primitivem Notaufbau erneuert. „Und für Siedlungskindergarten“ heißt es auf den Hinweisen zum Bazar. Darauf warten schon lange viele Familien der Joß-Fritz-, Kändelweg- und Bü- chenauer-Waldsiedlung. Viele Mütter aus diesen Gebieten müssen tagsüber zur Arbeit gehen und wissen nicht, wohin mit ihren Kleinkindern. Da soll bald der in der Büchenauerstraße geplante Kindergarten den Müttern Friede und Freude, den Kindern Glück und eine rechte Erziehung bringen. Denn der Kindergarten will nicht nur bewahren, er will auch erziehen. Und ganz Bruchsal muß ein Interesse daran haben, daß auch in den Siedlungsgebieten schon die Kleinkinder eine rechte Erziehung haben. Denn was am Kleinkind gut oder aber auch schlecht gemacht wird, wirkt sich immer im ganzen Leben aus. Wer daher Verantwortung für unsere Jugend, ein Herz für die Kinder und deren Familien in den Siedlungen hat, wird am nächsten Sonntag zum Bazar in die Justus-Knecht-Schule kommen und bei diesem Werk für den Siedlungskindergarten mit dabei sein. Ihm und der Erneuerung der Pauluskirche soll der Bazar dienen. -x- Ausstellung der Bausparkasse Wüstenrot Bedauerlicher Verkehrsunfall Prof. Dr. Otto Müller f Gestern, am Freitag, den 1. August, starb plötzlich unerwartet an einer Herzembolie Professor Dr. Otto Müller. Mit ihm ist eine Persönlichkeit dahingegangen, die im Dienste der Jugenderziehung mit größtem Erfolge tätig war. Viele Jahre hindurch ■wirkte er an der Mädchenrealschule (Mozartschule), und als im Zuge des Neuaufbaues des Bruchsaler Schulwesens die Mozartschule mit dem Realgymnasium verschmolzen wurde, war Dr. Müller bis zu seiner Zurruhesetzung im Jahre 1951 am Realgymnasium tätig. Aber auch nach seiner Pensionierung hat der rastlose und mit der Jugend eng verbundene Erzieher sich noch weiter zur Verfügung gestellt, und Unterricht in der Höheren Handelsschule Bruchsal erteilt. Mit Professor Dr. Müller ist eine ausgeprägte Persönlichkeit und ein vortrefflicher Erzieher dahin gegangen. Begeistert für alles Gute und Schöne vermochte er auf Grund seines tiefen Wissens seine Schüler zu fesseln und mitzureißen. Neben seiner rein schulischen Tätigkeit hat er sich auch schriftstellerisch betätigt, und eine Reihe trefflicher dichterischer und dramatischer Werke sind aus seiner Feder hervorgegangen. Sein freundliches, liebenswürdiges Wesen hat ihm auch in der Bevölkerung Bruchsals viele Freunde erworben. Nun ist' der weißhaarige Feuerkopf mit dem jugendlichen Herzen plötzlich von uns gegangen. Bei allen, die ihn kannten, bei seinen Schülerinnen und Schülern ebenso wie seinen Kollegen, wird er in bleibender Erinnerung weiterleben. Siadtumscfiau Geschäftliches. Das Reisebüro Herberger, Bruchsal weist darauf hin, daß es mit dem „Bruchsaler Schloßkurier“ mehrtägige Gesellschaftsreisen ins Ausland veranstaltet. U. a. stehen auf dem Programm, Fahrten nach Oesterreich, ins Berner Oberland und nach Paris zum Fußball-Länderspiel. Aerztlicher Sonntagsdienst. Falls der Hausarzt nicht zu erreichen ist, stehen zu Hilfeleistungen zur Verfügung: Dr. Richter, Schillerstr. 16, Tel. 2698, und Dr. Matthis, Schillerstr. 14; Tel. 2346.Zur Abgabe von Arzneimitteln ist die Hirschapotheke dienstbereit. Gruppe der Heimatvertriebeien (BvD): Montag, 4. August, 20.30 Uhr findet im „Engel“ eine wichtige Mitgliederversammlung statt. Einladung hiezu ergeht an alle Heimatvertriebenen und die einzelnen Landsmannschaften. Wichtige Tagesfragen und Aussprache über den Ausflug stehen auf der Tagesordnung. Alle Heimatvertriebenen erscheinen vollzählig. Die „Bayern-Gemeinde“ trifft sich erst wieder am Samstag, 13. September, im „Winzerstüble“ (Göpf- rich) um 20.30 Uhr. MGV „Cacilia“ Der Männerchor singt am Sonntag, 3. August, beim Bazar der Pfarrei St. Paul. Treffpunkt um 20 Uhr in der Justus Knecht-Schule. Montag, 4. August, Wiederbeginn der Proben. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. (Ausflug). Obst- • und Gartenbauverein. Der am Sonntag, 3. August vorgesehene Ausflug nach Mannheim und Schwetzingen muß besonderer Umstände wegen auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden. Arbeitsgemeinschaft der Bruchsaler Vereine. Die Vereine werden gebeten, ihre Vertreter am Montag, 4. August, zu einer Sitzung zu entsenden. Diese beginnt um 20.30 Uhr im Brauereiausschank Denner in der Huttenstraße. Der Großsporttag steht vor der Tür, es ist deshalb erforderlich, daß alle Vereine anwesend sind. Die Totosaison beginnt wieder Strahlend nahmen kürzlich die zwei glücklichen Gewinner aus Oestringen ihren Schede entgegen. Wer wird als nächster sich diesen glücklichen Gewinnern anschließen? Diese Frage bewegt alle Tipfreunde. Beim WB- Toto winkt das Glück. Tageskalender für 2. Angnst Casino-Lichtspiele, „Einmal nur leuchtet die Liebe“, 17, 19 Uhr. „Desperados“, 22.15 Uhr. Europa-Lichtspiele, „Der keusche Lebemann“, 17, 19, 21 Uhr. „Diamandenjagd im Urwald“, 15 Uhr. Schloß-Theater, „Liebesnächte in Sevilla“, 16.45, 18.30, 20.45 Uhr. „Abenteuer im Wilden Westen“, 22.45 Uhr. Scheffelklub, Kegelabend in der „Scheffelhöhe“ mit Damen. Beginn 20 Uhr. Kleintierzuchtverem, Monatsversammlung im „Ochsen“. Beginn 20 Uhr. Motorfahrer-Klub, 20 Uhr Monatsversammlung in der „Winzerstube“. Pfarrkirche St. Paul, 16 Uhr Auftakt zum Bazar in der Justus-Knecht-Schule. Tagesfialeniler für 3. August Casino-Lichtspiele, 15, 17, 20 Uhr „Einmal nur leuchtet die Liebe“, 22.15 Uhr „Desperados“. Europa-Lichtspiele, 17, 19, 21 Uhr „Der keusche Lebemann“, 14.30 Uhr „Diamantenjagd im Urwald“. Schloßtheater, „Liebesnächte in Sevilla“, 14, 16.15, 18.30, 20.45 Uhr, „Abenteuer im Wilden Westen“ 22.45 Uhr. Odenwaldklub, 7.09 Uhr Abfahrt zur 8. Programmwanderung nach Heidelberg. Hambrücken. Die Bausparkasse GdF Wüstenrot führt am Sonntag im unteren Rathaussaal eine Ausstellung durch, wobei Bezirksvertreter Wiech- mann, Bruchsal, den Besuchern kostenlos Rat und Auskunft erteilt. Die Ortsvereine beteiligen sich am Wochenende wieder an Veranstaltungen der Nachbarvereine: Der Musikverein ist am Samstag abend beim Musikfest in Forst und am Sonntag beim Bezirksmusikfest in Mörsch zu Gast. Der Radfahrerverein „Edelweiß“ weilt am Sonntag in Oestringen und der MGV „Eintracht“ in Neuthard. Die erste Mannschaft des Fußballvereins beteiligt sich am Turnier in Neudorf. — Der hiesige Theaterring will auch im kommenden Winterhalbjahr im Werktagsabonnement 12 Aufführungen des Bad. Staatstheaters besuchen. Der Besuch erfolgt in Abständen von drei Wochen jeweils Donnerstagabends mit dem Omnibus von Hambrük- ken aus, erstmals im September und letztmals Mitte April. Wer sich noch für die Teilnahme interessiert, muß sich bis spätestens 9. August bei Lehrer Brech- ter im Rathaus anmelden. k. Turnen und Sport am Wochenende Oberhausen. Der kommende Sonntag steht in Oberhausen ganz im Zeicheh des Sports. Der Turnverein 1900 veranstaltet sein Turn- und Sportfest, dessen Auftakt um 9 Uhr vormittags ein leichtathletischer Mannschaftskampf zwischen den Vereinen Philippsburg, Wiesental und Oberhausen bildet. Der Nachmittag bringt nach einem geschlossenen Marsch der beteiligten Vereine vom Vereinslokal aus durch die Waghäusler-, Werder-, Wiesentaler- und Philippsburgerstraße zunächst ein Fußballspiel gegen den TSV Rheinhausen. In der Spielpause treten die Schüler zum Bau von Pyramiden und zu einem 3 mal 1000 m Staffel-Lauf an. Ein Schauturnen schließt sich an. Im Rahmenprogramm zeigt sich die neugebildete Turnerinnen-Riege des Turnvereins neben anderen Turnerinnen-Abteilungen aus dem Kreis zum erstenmal in der Oeffentlichkeit. Auch die Spielvereinigung Oberhausen trägt nach der Sommerpause ihr erstes Freundschaftsspiel aus. Mit Rücksicht auf das Fest des Turnvereins beginnt das Treffen erst um 17 Uhr. Als Gast wird der Fußballverein Berghausen erwartet. * Bereits für vergangenen Samstag war ein Experi- mental-Vortrag des bekannten Hypnotiseurs Indra Yoga angesetzt. Der Vortrag mußte seinerzeit aus- fallen, um die letzten Gastspiele der Bauembühne Will Maree nicht zu stören. Der Vortrag wird nunmehr heute, Samstag, nachgeholt. Im Alter von 52 Jahren verstarb nach langem, schwerem Leiden der allseits beliebte Herr Alfred Wittmer. Er wurde unter starker Beteiligung der Bevölkerung zu Grabe getragen. II. (Schluß) Der Lehrer und Mensch Dr. Münch sollte gezeichnet werden, aber es ist unmöglich nicht zu erwähnen, daß er auch als „Privatmann" den Menschen seiner Umgebung gehörte, manchem zum Vorbild. Schon bald nach seiner Ankunft wurde er z. B. Präsident des Männer-Gesangvereins „Liederkranz“, Bruchsal, und blieb es, wie kein anderer zuvor, über 16 Jahre von 1916 - 1933. Man ernannte ihn zum Ehrenpräsidenten, trotz der geforderten Gleichschaltung. Als 2. Landesvorsitzender des Bad. Sängerbundes und als Vorstandsmitglied des Deutschen Sängerbundes wirkte er allerdings bis zu seinem Tode. In den Kreisen der Sänger war er ein Festredner, als er die höchsten Ehren in Stadt, Kreis, Land und Reich erfuhr. Er sprach wie selten einer. Ein gottbegnadeter Redner. Würde die Gabe des gesprochenen Wortes ebenso klassifiziert werden wie es Schriftsteller, Sänger und Schauspieler werden, er wäre einer der ersten im Reiche geworden. Er fand begeisterte Zuhörer, bei hoch und nieder, gab Impulse für das Leben oder die Arbeit und ließ einem vergessen, was beides so schwer macht. Sein Wort fand auch mit der Feder beredten Ausdruck. „Bruchsal im Weltkrieg“ ist heute noch im Besitz mancher Bruchsaler Familie. Ehemalige Schüler halfen ihm gern bei der großen Sammelarbeit von Personalien für das Werk. Der Gesangverein „Liederkranz“ besitzt noch in einem Einzelexemplar eine Arbeit in 24 Spalten, in der die Geschichte des Rheins he im. Gestern abend ereignete sich am Ortsausgäng gegen Philippsburg ein bedauerlicher Verkehrsunfall. Ein achtjähriger Junge fuhr mit seinem Rad einem Motorradfahrer ins Vorderrad und wurde zur Seite geschleudert. Er mußte bewußtlos weggetragen werden. Das Rad war stark beschädigt. Den Motorradfahrer, der in mäßigem Tempo fuhr, trifft vermutlich keine Schuld. Das Befinden des Jungen hat sich gebessert. Am Sonntag beteiligt sich der Angelsportverein am Philippsburger Preisangeln. Die Vorbereitungen für das große Fischerfest mit Preisangeln im Störloch in Rheinsheim am 10. August sind in vollem Gange. Die nächste Besprechung des Festausschusses ist heute Samstag im Vereinslokal.. Die Freiwillige Feuerwehr nimmt mit der gesamten Aktivitas am 50. Stiftungsfest der Rheinhauser Feuerwehr teil. Der Verein für deutsche Schäferhunde führt am Sonntag, 3. 8., 9.00 Uhr, auf dem Uebungsplatz am Rhein eine Junghundebeurteilung durch. Der Flüchtling Heinz Mädel, der auf seinem Arbeitsplatz in Mannheim dieser Tage mit seinem Bagger einen schweren Unfall erlitt, befindet sich außer Lebensgefahr^ Neudorf. Nachdem die Sommersperre im Fußball vorüber ist, rollt wieder Sonntag für Sonntag die runde Kugel auf den Sportplätzen, und alle Fußballfreunde verbringen den Sonntagnachmittag bei ihrem Verein. Gleich zu Beginn der neuen Saison hat die Fußballvereinigung Neudorf ihr Sportfest. Kommenden Sonntag, den 3. August, findet auf den hiesigen Sportplätzen ein Turnier statt, zu dem 6 Vereine ihre Zusage gegeben haben. Es sind dies: Hambrücken, Huttenheim, Neuthard, Liedolsheim, Rheinsheim und Friedrichstal. Dazu kommen noch das Spiel Neudorf II-Hambrücken II und ein AH- Spiel Neudorf-Friedrichstal. Im Mittelpunkt des Turniers steht das Propagandaspiel Neudorf I gegen Friedrichstal I, das um 16 Uhr beginnt. Das Sportfest selbst beginnt um 12.30 Uhr und wird um 19 Uhr mit der Preisverteilung beendet. Es gibt daher für jeden Fußballfreund genügend Unterhaltung, und da durch den Klubhauswirt für Speise und Trank genügend gesorgt ist, kann jeder Besucher neben dem Spielgenuß, sich auch durch Speise und Trank gemütlich laben. Neudorf berichtet Neudorf. Im Alter von 74 Jahren starb Frau Friederike Katharina Peter zur „Alten Brauerei Pe- Vereins aus Anlaß des 80jährigen Jubiläums 1933 erschien ein feiner ziselierter Bericht dabei über das Kulturschaffen in unserer Stadt, während der letzten 100 Jahre. Die Liebe zum Buch veranlaßte ihn auch jahrelang, die Leitung der Städtischen Volksbücherei zu übernehmen, bis man ihn 1935 unfreundlich als untragbar enthob. Der es veranlaßte war kein Schüler von ihm, keiner seiner Sänger und kein Besucher seiner Bücherei, obwohl von hier, denn sonst hätte er es nicht gekonnt. Mit bangem Herzen verfolgte er schließlich das letzte Kriegsgeschehen. Gebrochen war er nach der Katastrophe des 1. März 1945 und, als ob er das Ende und die Schwere dieser Geißel nicht sehen sollte, starb er 64jährig in den Tagen des Einmarsches französischer Truppen in unsere gequälte Stadt am 3. April 1945 im hiesigen Krankenhaus. Und der Mann, der Tausend Vieles war und gegeben hatte, der trat, wie einst Mozart, mit nur 6 Begleitern auf zweirädrigem Handkarren den letzten Weg an. Hofpfarrer Böhler, der jahrelang mit ihm an der Schule wirkte, segnete ihn und sein Grab. Stadtpfarrer Stöckle gab ihm das letzte Geleit. Sängerkreisführer Ruf sprach — trotz Ausgehverbot auf Umwegen zum Friedhof gekommen — begleitet von Ferdinand Schroff, dem Verstorbenen Dank für seine Tätigkeit um das deutsche Lied aus. Kein Kranz konnte ihm die Anerkennung zeigen, die sonst wohl Tausende bewiesen hätten. A.B. Kinderbrezelfest in Odenheim Rotes Kreuz sehr aktiv — Ein folgenschwerer Ernteunfall Odenheim. Der Musikverein veranstaltet am kommenden Sonntag das schon traditionelle Oden- heimer Kinderbrezelfest. Im Mittelpunkt des Festes, das bereits am Samstagabend im Gemeindegarten beginnt, steht am Sonntagnachmittag gegen 13 Uhr der Kinderfestzug. Er scheint dieses Jahr besonders schön zu werden. Seit einigen Tagen schon sind fleißige Kinderhände an der Arbeit. Wagen werden gerichtet und geziert, Kostüme entworfen. Die Kinder sind voll Begeisterung bei der Sache. Im Festzug werden verschiedene bekannte Gestalten aus der deutschen Märchenwelt vertreten sein. An dem Fest werden sich auch einige auswärtige Musikkapellen beteiligen. Es ist vorgesehen, den Festzug am Montagnachmittag zu wiederholen und das Fest am Abend mit einem gemütlichen Beisammensein ausklingen zu lassen. Dieser Tage wurden einem hiesigen Tabakpflanzer 80 Tabakstöcke herausgerissen. Für den Täter, der bisher leider noch nicht ermittelt werden konnte, wäre eine empfindliche Strafe wohl angebracht. Beim Abladen von Getreide im Anwesen des Landwirtes Franz Bott, Rathausstraße löste sich der am Heuaufzug angebrachte Teller und fiel der Tochter des Landwirtes auf den Kopf. Diese trug eine Gehirnerschütterung davon. Glücklicherweise wurde die Wucht des Aufpralles dadurch herabgemindert, daß der Teller zuvor auf das Heu fiel. Am Wochenende: Jungtierschan Am Sonntag, 3. August, veranstaltet der Kleintierzuchtverein Helmsheim eine Jungtierschau mit Gartenfest in den schattenspendenden Anlagen des „Rappengarten“. Die Schau zeigt nur erstklassiges Tiermaterial. Der Kreisbeauftragte für Geflügelzucht, Biedermann-Untergrombach, für Kaninchenzucht Eisenmann-Bruchsal, werden der Veranstaltung beiwohnen. Die Interessenten der Nachbargemeinden Heidelsheim, Gondelsheim und Neibsheim und nicht zuletzt alle Einwohner Helmsheims sind herzlich eingeladen. Ein Festtag der kath. Pfarrgemeinde Karlsdorf Die kath. Pfarrgemeinde feierte am Sonntag das Fest ihres Kirchenpatrons, des hl. Jakobus. Nach althergebrachtem Brauch versammelten sich in diesem Jahre wieder die Ortsvereine auf dem Mühlenplatz, um in geschlossenem Zug mit Fahnen und Musik zum Gotteshaus zu gelangen. Nach dem Gottesdienst in der festlich geschmückten Pfarrkirche fand die Prozession durch die Ortsstraßen statt. Die Sänger und Sängerinnen des Kirchenchores unter Leitung von Hauptlehrer Westermann gaben dem Hochamt ein eindrucksvolles Gepräge. Die Sänger der Liederhalle beteiligten sich am Samstag, 2. 8. beim Gartenfest ihres Nachbarvereins „Eintracht“ Neuthard. Abfahrt der Sänger um 20 Uhr beim Vereinslokal „Zur Krone“. Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen bittet die Vereinsleitung. ter“ und wurde in den Abendstunden des Mittwoch zu Grabe getragen. Die Verstorbene stammte aus Bremerhaven. Der MGV „Liederkranz“ sang seiner Gastgeberin das letzte Lied und legte einen Kranz an ihrem Grabe nieder. Pfarrer Müller, Graben, sprach am Grabe tröstende Worte zu den Angehörigen. Der Sportfischerverein Bruchsal veranstaltete am letzten Sonntag sein Sommerfest beim Baggersee des Kieswerkes der Gebrüder Prestel, das der Verein als Fischwasser gepachtet hat. Das Fest war allseits gut besucht. Die Jünger Petri aus Huttenheim und Philippsburg waren besonders gut vertreten. Nachdem die Angelplätze ausgelost waren, ging es ans Fischen. Groß war jedesmal die Freude, wenn ein „Zünftiger“ angebissen hatte. Neben der Fischerei konnte auch Auge und Hand einer Prüfung unterzogen werden. Wertvolle Preise waren zu erschießen und zu erkegeln. Folgende Angler konnten sich für Preise qualifizieren: 1. Trauth Eugen, Philippsburg; 2. Bader Arnold, Huttenheim; 3. Bischoff Ludwig, Philippsburg; 4. Strassei Ludwig, Huttenheim; 5. Sauer Heinz, Bruchsal. Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Musikverein Karlsdorf, der unter Fr. Grumanns Leitung sein Können unter Beweis stellte. Am 1. August wurde Frau Frieda Heil, Kapellen- str. 36, 70 Jahre alt, am gleichen Tag vollendete Anton Heilig II, Zimmermann, Huttenheimer Str. 29, sein 72. Lebensjahr. Am 3. August kann Bahnarbeiter a. D. Gustav Wilhelm, Kirchstr. 11, seinen 70. Geburtstag feiern. -V- Nachrichten aus Forst Forst. Als Vikar wurde der Neupriester Daum aus Völkersbach hierher versetzt. Wir wünschen ihm ein erfolgreiches Schaffen in seinem ersten Wirkungskreis. In den letzten Tagen wurden die Diensträume und das Treppenhaus im Rathaus einer gründlichen Renovierung unterzogen. Gestern feierten Maria Blumhofer, geb. Kling, Wwe. Josefstraße 22, und Landwirt Martin Schneider, Ub- stadterstraße 30, ihren 76. Geburtstag. Auf die Vollendung seines 77. Lebensjahres blickt heute der Rentner Max Schäffner, Dörnigstraße 13, zurück. Am gleichen Tage wird Landwirt Oswald Wiedemann, Schwa- nenstraße 33, 74 Jahre alt. Den Hochbetagten herzliche Glückwünsche. Am Sonntag fährt der MGV Frohsinn nach Gernsbach, wo er sich anläßlich des 110jährigen Stiftungsfestes des Männergesangvereins an dessen öffentlichem Wertungssingen beteiligt. Die Fahrt wird mit Omnibussen durchgeführt. Sie ist gleichzeitig der diesjährige Vereinsausflug. Die Emtearbeiten können in unserer Gemeinde als • abgeschlossen betrachtet werden. Die Druschergebnisse lassen vielfach zu wünschen übrig und entsprechen etwa 50 bis 60 Prozent der Ernte des vergangenen Jahres. Neudorfer Geschehen Sportfest der SpVgg. Neudorf Direktor Dr. Mftndi znm Gedenken *nnni9tp|g 4 wäscht allein im Nu F5II & Schmolz Bruchsal Du sparst Geld - und Zeit dazu | Samstag, den 2. August 1952 Neue Filme in Stadt und Land „Einmal nur leuchtet die Liebe“ im Casino Wenn man diesen Film gesehen hat, ist man um #in Erlebnis mehr bereichert. Ein Erlebnis, das weniger aus dem Geschehen auf der Leinwand resultiert, denn vielmehr aus dem Wesen dieses Filmes, der behutsam die große Liebesgeschichte zweier Menschen unseres Alltags erzählt. Die Geschichte von Claudia und Jerome haben wir alle einmal in unserer Jugend erlebt, die erste große Liebe. — Das Thema Liebe hat der Film in unzähligen Auflagen bearbeitet. Hier nun sehen wir einen Streifen, der die Schicksale zweier junger liebender Menschen künstlerisch gestaltet hat. Es gibt da keine lauten Töne, fade Schwarzweiß-Malerei. Dieser Film lebt, weil er dem Leben abgelauscht ist. Die Franzosen sind Meister in der psychologischen Gestaltung. Die katholische Filmliga bezeichnet dieses französische Liebesdrama als einen Film von poetischer Dichte und tiefem Wahrheitsgehalt. In den Hauptrollen begegnen wir Alida Valli und Jean Marais. — Von Freitag bis Sonntag zeigen die Casino-Lichtspiele als Spätvorstellung den Farbfilm „Desperados“ mit Glenn Ford. Schauplatz des dramatischen Geschehens ist hier wieder einmal der Wilde Westen. Der Titel spricht für sich. „Der keusche Lebemann“ im Europa Vierzehn Tage nach der Welturaufführung dieses Lustspielfilmes der neuen deutschen Filmproduktion, die am 17. Juli in Frankfurt stattfand, machen wir Bekanntschaft mit diesem Streifen, in dem Komik, zwerchfellerschütternde Komik, Triumphe feiert. Das Drehbuch wurde nach dem gleichnamigen Schwank von Arnold und Bach geschrieben. Beinahe selbstverständlich also, wenn der Film sich der Pointen annimmt und mit schier unerschöpflichen Gags auf neuen Hochglanz poliert Diese Asse des deutschen Lustspielfilms: Georg Thomalla, Grete Weiser, Joe Stöckel, Ursula Herking, Karl Schönböck finden wir hier in einem Team vereinigt, das die turbulenten Einfälle des Drehbuchs wirkungsvoll zur Geltung bringt. Dieser Film stellt keinen anderen Anspruch, als den, zwei Stunden lang zu unterhalten. Die Europa-Lichtspiele zeigen von Freitag bis Donnerstag als Spätvorstellung „Diamantenjagd im Urwald“, einen Streifen mit dem „Spurenmenschen“ Johnny Weismüller. In den Spätvorstellungen: „Diamantenjagd im Urwald“ mit dem „Supermenschen“ Jony Weißmüller als Titelhelden. „Liebesnächte in Sevilla“ im Schloß-Theater Im Mittelpunkt dieses Farbfilms berauschender Prachtentfaltung, es ist ein amerikanischer, steht Rita Hayworth, der Star, tanzend, singend und leidenschaftlich wie die Liebesgeschichte der Carmen, die hier in einem Ausstattungsfilm erneut gestaltet wurde. Das Andalusien vergangener Tage bildet den Hintergrund der dramatischen Handlung. Ein Film, der seine Freunde finden wird. — Als Spätvorstellung bringt das Schloßtheater von Samstag bas Sonntag „Abenteuer im Wilden Westen“. „Eva und der Frauenarzt“ in Philippsburg „Eva und der Frauenarzt“ ist der erste deutsche Aufklärungsfilm der neuen Produktion. In seiner geschickt aufgebauten Handlung, die sicher an den Klippen des Themas vorbeigeht, an denen weniger verantwortungsbewußte Autoren scheitern, werden die Zusammenhänge des werdenden Lebens aufgezeigt. Dieser Film verdient Beachtung, da er das Thema „Aufklärung“ nicht zum Vorwand schwüler oder kitschiger Kolportage macht. IP Wm. Von links nach rechts: Das Glück kann so groß sein, daß es zwei Herzen kaum zu fassen vermögen. Alida Valli und Jean Marais in „Einmal nur leuchtet die Liebe“ (Casino- Lichtspiele). Die Liebe scheint nicht zu kurz zu kommen, auch wenn der Film „Der keusche Lebemann“ heißt. In dieser Szene Marianne Koch und Gg. Thomalla. — Die Eltern sind immer überrascht. Jedenfalls macht Joe Stöckel hier den Eindruck. Grete Weiser hat es geahnt, zumindest tut sie so wie es das Drehbuch des Lustspielfilms „Der keusche Lebemann“ verlangt. (Europa-Lichtspiele) Fotos: Deutsche Commerzfilm (1), Grimm/CCC/PRISMA (2). tWwwfe wmm **"•:*. ♦ * ' f?.' « V W.4 „Konzert in Tirol“ in Odenheim Heli Finkenzeller, Hans Holt und Fritz Kampers sind die Stars dieses beschwingten Unterhaltungsfilmes, dem die Wiener Sängerknaben ihre herrlichen Stimmen leihen. „Die Taverne von New Orleans“ in Wiesental Abenteuer und Dramatik zeichnen diesen Streifen aus. Eroll Flynn ist der Held des Geschehens. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Ein Film, der Spannung und Unterhaltung verspricht. „Himmel über den Sümpfen“ in Weiher Die Italiener haben in diesem künstlerisch wie historisch bedeutsamen Film das Leben und Sterben Maria Gorettis, die im Jahre 1950 heilig gesprochen wurde, geschildert. Der Film, der dreimal ausgezeichnet wurde, lief vor Wochen bereits in der Kreisstadt und fand große Beachtung. (lollesdienstordnimg Katholische Gottesdienste Stadtkirche: 6 Uhr Frühmesse; 8.15 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt u. Monatskommunion der Männer und Jungmänner;; 11 Uhr Singmesse mit Predigt; 20 Uhr Corporis-Christi-Bruderschaftsandacht mit Segen. Notkirche: 7 Uhr Frühmesse mit Monatskommunion der Männer u. Jungmänner; 9.15 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt. St. Paul: 7.30 Uhr Frühmesse; 9 Uhr Frühgottesdienst; 10.30 Uhr Pfarrgottesdienst, keine Andacht. Notkirche: 8 Uhr Singmesse. Donnerstag 20 Uhr Andacht. St. Paulusheim: 7. Uhr Frühmesse; 9 Uhr Amt; 20.30 Uhr Abendandacht. St. Peter: 7 Uhr Frühmesse mit Ansprache; 9 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt; 20 Uhr Andacht. Hofkirche: 7 Uhr Frühmesse mit Monatskommunion der Männer und Jungmänner; 8 Uhr Jugendgottesdienst mit Predigt; 9 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt; 10.30 Uhr Singmesse mit Predigt; 19.30 Uhr Cor- poris-Christi-Andacht mit Segen. St. Maria: 7.30 Uhr Singmesse mit Predigt. Kath. Stadtpfarrkirche Philippsburg: 5.30 Uhr hl. Messe; 7.30 Uhr hl. Messe für die Verstorbenen, Gefallenen und Vermißten der Jahrgänge 1922/23. Monatskommunion der Frauen und Mütter; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst; 20 Uhr Andacht zur Gewinnung des Portiunkula-Ablasses. Evangelische Gottesdienste Evang. Stadtpfarramt Bruchsal. 8.30 und 9.30 Uhr Gottesdienst, Pfr. Dr. Scheuerpflug. Mittwoch, 6. 8.: 7.15 Uhr Morgenwache. Die Abendgottesdienste fallen mit Rücksicht auf die Abendvorträge der Zeltmission aus. Evang. Gemeinschaft, Moltkestr. 3: 9.30 Uhr Predigt. Untergrombach: Sonntag, 13.30 Uhr Gottesdienst, Pfr. Dr. Scheuerpflug. Liebenzeller Gemeinschaft: Beteiligung an der Zeltmission, Vorträge 15 und 20 Uhr. DURO Dom ... stoppt Zahnzerfalll Todes-Anzeige Nach Gottes heiligem Willen wurde heute mein lieber Mann und guter Vater Dr. Otto Müller, Professor unerwartet in die Ewigkeit abberufen. Bruchsal, den 1. August 1952 IN TIEFER TRAUER: Sofie Müller, geb. Funk Elisabeth Müller und Anverwandte. Beerdigung: Montag, den 4. August 1952, 14 Uhr. ST0TT6ABT Bäckerei-Fachausstellung mit internationaler Beteiligung 26. Juli bis 6. August täglich 9 bis 18 Uhr Die große Fachausstellung vom täglichen Brot / Vom weißen Mehl bis zum knusprigen Backwerk / Große Musterbäckerei mit modernsten Badeöfen und Bäckerei» maschinen im Betrieb / Brot unter der Lupe der Wissensstoff / Eine umfassende Sdtair voller Anregung Dazu der herrlidie Hähenpark mit seiner Blumenpracht, den Wasserspielen, Sesselbahn, Kleinbahn, Aussichtsturm o • o o o o o o o Oeffentliche Ausschreibung Die „Neue Heimat“ Gemeinnützige Baugenossenschaft für den Landkreis Bruchsal e.G.m.b.H. hat in Siedlungsbauten im Landkreis Bruchsal folgende Arbeiten zu vergeben: 1. Erd- und Maurerarbeiten, 2. Steinhauerarbeiten, 3. Zimmerarbeiten, 4. Blechnerarbeiten, 5. Frischwasserinstallation-Versorgung und Abwasserinstal- lation, 6. Elektroinstallation, 7. Gipserarbeiten, 8. Glaserarbeiten, 9. Schreinerarbeiten, 10. Schlosserarbeiten, 11. Kleineisenteile, 12. Plattenlegerarbeiten, 13. Malerarbeiten, 14. Tapezierarbeiten In Frage kommen in den Gemeinden: Forst 4 Doppelwohnhäuser, Karlsdorf 3 Doppelwohnhäuser, Oestringen 2 Doppelwohnhäuser, Helmsheim 2 Doppelwohnhäuser, Odenheim 1 Doppelwohnhaus, Bruchsal 1 Zweifamilienhaus Einsichtnahme in die Planunterlagen täglich von 8—9 Uhr morgens in unserem Büro, Bruchsal, Haydnstr. 2a. Angebotsunterlagen können ab 2. 8. 52 gegen Gebühr von DM 1.— in unserem Büro, Bruchsal, Haydnstr. 2a abgeholt werden. Angebote müssen bis zum 11.8.1952 vormittags 10 Uhr bei uns abgegeben sein. Angebotseröffnung am 11. 8. 1952, vormittags 10 Uhr Bruchsal, Haydnstr. 2a. Die Vorstandscbaft „Neue Heimat“ Gern. Baugenossenschaft f. d. Landkreis Bruchsal e.G.m.b.H. Qescfiäftsempfehlung^! Der verehrfen Einwohnerschaft von Oberhausen und Umgebung zur Kenntnis, dafj wir ein Möbel-Verkauf- und Auslieferungslager in den Geschäftsräumen der Firma Benjamin Samuel in Oberhausen, Wiesentalersfrafje 32 eröffnet haben. Ein Besuch wird Sie von der Güte unserer Möbel überzeugen! 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Bauabschnitt der Weststadtschule folgende Arbeiten zu vergeben: Elektr. Licht- und Kraftinstallation, Uhren-, Signal- und Schulfunkanlage, Heizungsanlage, Be- und Entwässerungsinstallation, Gipserarbeiten Angebotsvordrucke können in doppelter Fertigung zum Preis von DM 2.—, soweit Vorrat reicht, ab Montag, den 4. ds. Monats bis einschl. 13. ds. MO' I nats im Baubüro in der Ju- ! stus-Knecht-Schule abgeholt i werden. Die Angebote sind in ver- I schlossenem Umschlag mit ent- 1 sprechender Aufschrift bis spä- j testens : Montag, den 25. Aug. 52, 9 Uhr ! im Baubüro in der Justus- ; Knecht-Schule abzugeben, zu | welcher Zeit die Oeffnung der j Angebote erfolgt. Stadtbauamt Bruchsal — Hochbau — Neubau — D a ^ ° ft uns** } ^'‘ 0 Un Lste\to" 9 sr6U ‘!n • ! ■ Aöoked 3 und ' I ; i|^ 8 e iÄ-" vws 'j ~ B fahre" GEBR. KLEIN KARLSRUHE BAD. RüPPURRERSTR. 14 Saubere zuverlässige Größere Menge Bruchsteine preisgünstig abzugeben. 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