BRÜCHSAIER POST I Redaktion nnl Ter!«*! Bruchsal, Vörthatrafie 11, Telefon Nr. 8121 Besngipreia: Monatlich DM 2 JO einschließlich Trigergebihr. Postiuatellung DM 2.45 inaüglicfa ZnateUgeböhr. — Eraeheint an jedem Tag der Tode, anBer aonn* und feiertaga RHEINISCHES TAGBLATT SÜDDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG AnaesgeapreDe bat Preisliste. — Bankkonten! Spar» nnd Kredit« bank Bruchaal Nr. 603; Stadt. Sparkasse Philippaburg Nr. 1037, Poatacheckkontai Amt Karlsruhe Nr. 36440. — Bei Störnng durch hshere Gewalt besteht kein Eraaganapruch. Hummer 196 Montag, 25. August 1952 Einzelpreis 20 Pfennig Moskau wünscht Viererkonferenz bis Oktober Sowjets beantworten Deutschlandnote der Westmächte vom 10. Juli - Standpunkte laut Kreml „etwas angenähert" MOSKAU. Die Sowjetunion hat die Deutschland-Note der Westmächte vom 10. Juli mit dem Vorschlag beantwortet, in nächster Zeit — auf jeden Fall bis Oktober — eine Deutschland-Konferenz von Vertretern der vier Großmächte abzuhalten. Al; Programmpunkte dieser Konferenz nennt die Sowjetunion die Vorbereitung eines Friedensvertrages mH Deutschland, die Bildung einer gesamtdeutschen Regierung und die Abhaltung gesamtdeutscher freier Wahlen. Gleichzeitig soll über die Einsetzung einer Kommission verhandelt werden, die sich davon zu überzeugen hätte, daß in Deutschland die Vorbedingungen für die Abhaltung freier Wahlen gegeben sind. Die Sowjetunion schlägt die Teilnahme von Vertretern der Deutschen Demokratischen Republik und der Deutschen Bundesrepublik an der Konferenz vor. Den Vorschlag der Westmächte, eine internationale Kommission mH der Ueberprüfung der Voraussetzungen für freie Wahlen zu beauftragen, bezeichnet die Sowjetunion als „Beleidigung des deutschen Volkes“. „Am objektivsten wäre eine Kommission, die im Einvernehmen mit den vier Mächten von den Deutschen selbst aus deutschen Vertretern — beispielsweise Abgeordnete der Volkskammer der DDR und des westdeutschen Bundestages gebildet wurde“. In der Sowjetnote, die den Vertretern der Westmächte in Moskau am Sonnabend überreicht wurde, wird festgestellt, durch den Notenwechsel in der Frage von Viermächtefoesprechungen seien die Standpunkte „etwas angenähert“ worden. Die Sowjetregierung sehe jedoch keinen Grund, den Umfang der Fragen, die auf einer Konferenz von Vertretern der vier Mächte erörtert werden, entsprechend dem Vorschlag der Westmächte lediglich auf das Problem der Kommission für gesamtdeutsche Wahlen zu beschränken. „Die Sowjetregierung hält es für notwendig, daß diese Konferenz in erster Linie solche wichtigen Angelegenheiten wie die eines Friedensvertrags mit Deutschland und die Bildung einer gesamtdeutschen Regierung behandelt“. Auch über den Abzug der Besatzungstruppen soll', in dieser Konferenz verhandelt werden. Die Sowjetunion wirft den Westmächten in ihrer Note vor, sie seien direkten Verhandlungen mit der Sowjetunion über einen Friedensvertrag mit Deutschland und über die Bildung einer gesamtdeutschen Regierung ausgewichen. Sie stellt fest, die Anspielungen ihrer letzten Note auf die Potsdamer Beschlüsse seien von den Westmächten falsch interpretiert worden. In der sowjetischen Note vom 24. Bankräuber werden aasgeliefert FRANKFURT. Die Frankfurter Kriminalpolizei teilte am Sonnabend'mit, daß die in Besancon festgenommenen Bankräuber Maiß und Maikranz ausgeliefert'werden, sobald sie dort eine Haftstrafe wegen unerlaubten Grenzübertritts verbüßt haben. Die französischen Polizei- und Justizbehörden hätten der deutschen Polizei größtes Entgegenkommen gezeigt. Kriminalrat Kalk, der die Täter am Freitag in Besancon kurz vernommen hat, berichtete, Maiß habe zugegeben, daß die Bande auch noch für andere Straftaten außer den Banküberfällen in Frankfurt und Kronberg verantwortlich sei. „Es hat mich bedrückt“, habe Maiß gesagt, „wir wären sowieso nicht mehr weit gekommen und gezwungen gewesen, in Frankreich noch einmal ein Ding zu drehen. Das wollte ich nicht dazu haben, deshalb habe ich mich gestellt“ Er sei auf den Vorschlag von Maikranz nicht eingegangen, mit den restlichen 150 Mark an die Riviera zu fahren und dort das Ende abzuwarten. Die Frankfurter Kriminalpolizei versicherte, daß die französische Polizei alle Vorkehrungen getroffen habe, um ein erneutes Entkommen der Mörder zu verhindern. Der Tag ihrer Auslieferung werde geheim gehalten, um Uebergriffe der empörten Bevölkerung zu vermeiden. sehen Katholikentages in Berlin war die Schlußfeier im Olympia-Stadion; zu der Hunderttausende katholischer Christen aus allen deutschen Ländern und viele ausländische Besucher am Sonntag zusammengeströmt waren. Das Stadion, das bereits fünfzig Minuten vor Beginn der Feier wegen Ueberfüllung geschlossen werden mußte, war mH den Fahnen der deutschen Bistümer, Berlins and der Bundesrepublik und der weißgelben Kirchenfahnen geschmückt. Am Marathon-Tor war das 24 Meter hohe Kreuz aufgestellt, unter dem vor einem Jahr der Deutsche Evangelische Kirchentag seinen Abschluß gefunden hatte; Ihm gegenüber lenchete das Motto des Katholikentages „Gott lebt“. Die Schlußfeier, an der zwanzig Bischöfe, darunter die Erzbischöfe von Paderborn und München-Frei- sing, Dr. Jäger und Dr. Wendel, der Erzbischof von Köln, Kardinal Dr. Frings und der apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Münch, teilnah- men, wurde von der Präsidentin des Katholikentages, Hedwig Klausener, eröffnet. Sie begrüßte vor allem diejenigen, die ihre Teilnahme am Katholikentag nur unter Opfern möglich machen konnten, und verlas Grußbotschaften des Bundeskanzlers Dr. Adenauer, des Bundesinnenministers Dr. Lehr und des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Ehard. Nach Frau Klausener sprachen der Präsident des Zentralkomitees des Deutschen Katholikentages, Karl Fürst zu Löwenstein, und als Sprecher der Katholiken des Bistums Berlin Rechtsanwalt Dr. Waltzog. Der apostolische Nuntius für Deutschland, Erzbischof Münch, nannte den 75. Deutschen Katholikentag ein „großes und wunderbares Jubelfast der deutschen Katholiken“. Das in hervorragender Weise den katholischen Brudersinn kundgetan habe. In Anerkennung der Liebe und Treue der deutschen Katholiken zum Papst erteilte der Nuntius der Versammlung den apostolischen Segen. Hedwig Klausener richtete ein Grußwart an alle Kriegs gefangenen in Ost und West und ermahnte die Verantwortlichen, die Kriegsgefangenen bald freizugeben. In anschließenden Wortei faßte der Bischof von Berlin, Wilhelm Weskamm, noch einmal die Erkenntnisse des Katholikentages zusammen. Er dankte den Organisatoren des Katholikentages, dem Senat von Berlin, der Evangelischen Kirche und den evangelischen Christen für die dem Kirchentag ge- Mai sei nicht von einer „Wiederherstellung des Vier- mächte-Kontrollsystems“, sondern von der Notwendigkeit die Rede, „die Grundsätze des Potsdamer Abkommens für die Wiedererrichtung Deutschlands als eines geeinten, unabhängigen, friedliebenden und demokratischen Staates zu beachten“. In der sowjetischen Note wird behauptet, das* „Banner separate Abkommen“ sei WOstdeutschland im Gegensatz zu dem Willen des deutschen Volkes auferlegt worden. Solange dieses „Abkommen in Anführungsstrichen“ bestehe, könne vor irgendeiner „Aktionsfähigkeit“ einer gesamtdeutschen Regierung nicht die Rede sein. Die Sowjetunion bestehe nach wie vor darauf, daß ein künftiges geeintes Deutschland „in keine Koalitionen oder Militärbündnisse Die neue sowjetische Note zur Deutschlandfrage ist am Sonntag in den Hauptstädten der drei Westmächte sehr ungünstig aufgenommen worden. Amtliche Kommentare wurden noch nicht gegeben, doch stimmten Beobachter darin überein, daß die Note nichts wesentlich neues enthält. In politischen Kreisen Londons ist man der Ansicht, daß die neue Note sorgfältiger als die früheren formuliert wurde. Der Vorschlag, die Wahlprüfungs- kommissdon aus Vertretern der beiden deutschen Parlamente zusammenzusetzen, sei zweifellos ein Versuch, auf die deutsche Oeffentlichkeit prapagan- distisch einzuwirken. Der Vorschlag den Oktober als letzten Tt«-’« für dieAbhaltung einer Viererkonferenz zu nennen, solle vermutlich den Eindruck erwecken,, daß Moskau den Westmächten Zeit zur Ueberprüfung der sowjetischen Vorschläge gibt. Londoner Kreise sind jedoch der Ansicht, daß dieser Termin die Ratifizierungsdebatten über che Deutschland- uhd Etiropa-Verträge stören soll, die gerade im Oktober in Bonn und Paris stattfinden könnten. Der allgemeine Eindruck in London kann auf die Formel gebracht werden; Die Sowjetunion hält an ihrem Standpunkt fest, „das Pferd am Schwanz aufzuzäumen“. Politische Beobachter glauben, es bestehe wenig Aussicht, daß die Westmächte die sowjetischen Vorschläge für die Tagesordnung einer Viererkonferenz annehmen. Diese Ansicht wird auch von diplomatischen Kreisen in Washington geteilt. Die Note wird ln der amerikanischen Hauptstadt als neuer Versuch gewertet, zwischen den Westmächten Uneinigkeit zu schaffen und die Ratifizierung der Deutschland- und Europaverträge durch die Bundesrepublik zu verhindern. währte Unterstützung. An Papst Pius XII. richtete der Bischof Worte des Dankes für die Botschaft an den Katholikentag, und den Oberhirten aller deutschen Bistümer dankte er für ihre Teilnahme an den Feiern. Zwei Freuden, so sagte der Bischof, nähmen die Katholikentagsbesucher aus Berlin mit nach Hause: Die Einheit der Herzen und die Freude eines großen Gottvertrauen. Als die beiden großen Sorgen der Katholischen Kirche bezeichnete er die Gefährdung der Jugend durch eine gottlose materialistische Erziehung und die Frage nach der Zukunft des deutschen Volkes. Nach dem Schlußwort von Bischof Weskamm wurde das Allerheiligste in feierlicher Prozession, van über 100 Ministranten begleitet, zum Altar getragen. Andächtig sprach die Versammlung da9 Vaterunser und das apostolische Glaubensbekenntnis. Dann erteilte der Kölner Erzbischof Kardinal Frings der Versammlung mit dem Allerheiligsten den sakramentalen Segen. STALDEN (Schweiz). Die vier Schweizer Höhlenforscher. die seit zehn Tagen in dem großen Höllocfa*- Grottengebiet in der Mittelschweiz vom Wasser eingeschlossen waren, haben sich am Sonntagabend nach einer Meldung des Senders Bern ans eigener Kraft befreit. Die Nachricht von der Befreiung der vier Forscher, über die bisher noch keine Einzelheiten bekannt sind, kam am Ende eines Tages, an dem die Hoffnung auf Rettung der Forscher von Stunde zu Stunde gesunken war. Zum erstenmal hatte der Leiter der Rettungsaktion, der Schweizer Professor Gro- bet, erklärt, die Lage der Forscher sei gefährlich geworden. Seit Sonntagfrüh hatte es ununterbrochen geregnet, der Wasserstand in der Höhle war weiter gestiegen, und es bestand wenig Hoffnung, vor Dienstag wieder in die Höhle Vordringen zu können. Alle vier Forscher sind gesund. Sie erschienet) am Sonntagabend plötzlich auf der Straße im Mouta- thal und gingen in ein Gasthaus, als sei überhaupt eintritt, die sich gegen irgendeine Macht richten, welche mit ihren bewaffneten Streitkräften am Kriege gegen Deutschland teilgenommen hat“. Diese Bestimmung solle in keiner Weise das Recht Deutschlands berühren, sich zu friedlichen Zwecken mit anderen Nationen zu verbinden. „Sie schließt jedoch für Deutschland die Möglichkeit aus, sich mit solchen Gruppierungen zu verbinden aus, die wie beispielsweise der nordatlantische Block aggressive Ziele verfolgen und deren Tätigkeit die Gefahr eines neuen Weltkrieges mit sich bringt“. In der Sowjetnote wird betont, die „Maßnahmen, die jetzt in der Deutschen Demokratischen Republik zur Stärkung ihrer Sicherheit getroffen werden“, würden auf Ersuchen der Bevölkerung eingeleitet, die durch Spione, Saboteure, Terroristen und durch Schmuggler aus den Westzonen geschädigt werde. Bonn prüft Antwortnote Zuständige Stellen der Bundesregierung prüfen gegenwärtig die Antwortnote der Sowjetunion an die Westmächte. Offiziell ist der Bundesregierung bisher der Text der sowjetischen Vorschläge von der alliierten Hohen Kommission nicht übermittelt worden. Wie in Bonn erklärt wird, kann daher, eine Stellungnahme nicht vor Eingang des offiziellen Textes erfolgen. Der Bundeskanzler soll auf dem Bürgenstock unmittelbar nach Eingang des genauen Textes unterrichtet werden. Diplomatische- Beobachter in Paris sagten, die Sowjetunion habe im März vorgeschlagen, daß Vertreter einer gesamtdeutschen Regierung an der Außenministerkonferenz über einen Friedensvertrag teilnehmen sollten. Jetzt habe die Sowjetunion vorgeschlagen, daß bei der Konferenz im Oktober schon über die Vorbereitungen für den Friedensvertrag gesprochen werden soll. Zu der Zeit werde jedoch noch keine gesamtdeutsche Regierung bestehen. In London wird angenommen, daß die Westinächte zur Beantwortung der sowjetischen Note das gleiche Verfahren anwenden werden, wie in früheren Fölsen. Sie werden also wahrscheinlich wieder einen Dreier-Ausschuß bilden, der in einer der drei Hauptstädte die Antwort formuliert. Die Bundesregierung soll auch diesmal zu den Beratungen hinzugezogen und um ihre Meinung gefragt werden. Tiefbewegt gedachte der zweite SPD-Vorsitzende Ollenhauer seines toten Freundes. Wenn Schumacher auch Intellektueller gewesen sei, so habe doch keiner vor ihm in der deutschen Arbeiterbewegung wie.er die Spannungen zwischen Arbeitern und Intellektuellen überwunden. Schumacher habe das Vertrauen und die Liebe der Arbeiter wie kein anderer seit Bebel gehabt. Er sei Politiker mit der Leidenschaft seines ganzen Herzens gewesen und habe die Politik nicht als Beruf, sondern als Berufung aufgefaßt. Ollenhauer erinnerte an die leidenschaftlichen Auseinandersetzungen, die Schumacher als Oppositionsführer im Bundestag führte. „Diese sachlichen Meinungsverschiedenheiten werden weiter bestehen, denn die Politik Schumachers war und ist die Politik der SPD.“ Die Politik des Oppositionsführers sei eine staatspolitische Leistung gewesen, die den innen- und auenpolitischen Interessen der Nation große Dienste geleistet habe. Die SPD habe einen schweren und unersetzlichen Verlust erlitten, und die Sache der Freiheit und der Demokratie in der ganzen Welt habe einen ihrer großen Vorkämpfer verloren. Bundespräsident Heuß wies in seinen Abschiedsworten auf die Tragik des Lebens von Dr. Schumacher hin, die in seinem äußeren Schicksal, liege, das er so souverän in seinen Willen gepreßt habe. Es habe oft geheißen, Schumachers Leben sei unvollendet gewesen. „Aber sein Leben war in dem inneren Sinne vollendet und erfüllt, weil es beispielhaft war in der Treue zu sich selbst" Er wollte mit sich selber im Reinen bleiben. Er hat damit eine moralische Kraft geschaffen.“ Der Bundespräsident erinnerte an seine ersten Begegnungen mit Dr. Schumacher. Sel- nichts passiert. Die vier Forscher, die gegen 20 Uhr wieder in die Freiheit zurückkehrten,\ sagten, ihre Lage sei nicht so schlecht gewesen. Dir. Bögli, der Führer der vier Forscher, sagte; „Wir haben keine Angst gehabt Wir haben die vorhandenen Lebensmittel sorgfältig aufgeteilt und nur zweimal am Tage gegessen. E 9 war genug für zwei Monate in der Höhle. Wir trieben Gymnastik, um uns warm zu halten. Wir haben gesungen, um uns den Mut zu erhalten.“ Die Forscher haben während der Gefangenschaft auch noch Messungen durchgeführt. Die vier Forscher, die den Wasserstand laufend überprüft hatten, wateten oft bis zu den Hüften im Wasser, als sie durch den Höhlengang vorstießen. Schon dachten sie, die Freiheit erreicht zu haben, als sie plötzlich vor dem verschlossenen Eisentor standen, das Eindringlinge aus der Höhle femhalten soll. Sie mußten erst das Tor aufsprengen, bevor sie in das Tal zurückkamen. Erst als sie die Halle des Hotels betraten, wo die Rettungsmannschaften warteten; wurden sie überhaupt bemerkt. Brentano: Saarfrage darf nicht stören BONN. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundes- tagsfraktion, Dr. von Brentano, erklärte am Sonntag von Pressevertretern in Bonn, daß die Saarfrage auf keinen Fall den Prozeß der europäischen Integration stören dürfe. Brentano, der an den Besprechungen mit dem Bundeskanzler auf dem Bürgenstock teilgenommen hatte, kündigte an, daß Dr. Adenauer auf der nächsten Sitzung des Ministerausschusses des Europaratee in Straßburg die Denkschrift der Bundesregierung vor-, bringen will, in der die Saarregierung eines Verstoßes gegen die vom Europarat beschlossene Konvention der Menschenrechte bezichtigt wird. Die CDU wünsche, daß der Straßburger Schritt unternommen wird. ■ Brentano glaubt nicht, daß die für den 29. August angesetzten deutsch-französischen Saarver- bandlungen zu einem Erfolg führen werden. „Euro- päisien ng der Saar darf nicht Legalisierung der jetzigen Verhältnisse bedeuten.“ Brentano leite mit. daß vor den -ie"en Bundestagswahlen nicht mehr mit großen Kabinettsveränderungen zu rechnen sei. Ob ein Ministerwechsel im Vertriebenenministerium vorgencanmen wird, sei Sache des Bundeskanzlers. Ein Verteidigungsrniniste- rium würde nicht mehr gebildet werden. Für seine Person lehnte Brentano die Uebemahme des Außenministeriums „wenige Monate vor der Wahl“ ab. Bel der Ernennung Dr. Peter Pfeiffers zum kommissarischer Personalchef im Auswärtigen Amt könne es nicht bleiben. Eine Neubesetzung sei eine absolute Notwendigkeit. Dabei gehe es nicht um die Person Pfeiffers, sondern „um die Tendenz der Besetzung“. BHE und Bonner Koalition BONN. Der erste BHE-Vorsitzende Waldemar Kraft erklärte am Sonntag im Anschluß an eine BHE- Vorstandssitzung in Bonn, daß die CDU/CSU nicht offiziell an den BHE wegen einer Beteiligung an der Bundesregierung herangetreten sei. Wenn man an den BHE herantreten würde, so würde der BHE verhandeln. Liste Ober Zwischenfälle an die Alliierten BONN* Die Bundesregierung hat der alliierten Hohen Kommission eine Liste über die laufenden Uebergriffe sowjetischer Soldaten und Volkspolizisten an der Zonengrenze übermittelt. Sie bietet die Hohen Kommissare um eine Stellungnahme darüber, weiche Maßnahmen getroffen werden können, um die Uebergriffe zu verhindern und erhebt die Frage, ob alles geschehen ist, um die Zwischenfälle zu verhindern. ten habe er einen Menschen von so wacher und zugleich disziplinierter Bewußtheit kennengelernt. Schumacher habe für ihn immer vor dem weiten, flachen Land seiner Heimat an der Weichsel gestanden, „wo keine Lyriker wachsen, aber herbe Realisten der Volksbehauptung in die Bewährung gestellt sind“. Für den Bundestag gedachte Vizepräsident Professor Carlo Schmid des Toten, mit dem eine der größten Gestalten der Geschichte der deutschen parlamentarischen Demokratie dahingegangen sei. Das Parlament sei Dr. Schumacher viel mehr als nur das Organ" gewesen, durch das der Staat dem Volke die Gesetze gibt. Schumachers Ueberzeugung sei gewesen, daß Freiheit und Recht auf die Dauer nur mit den Mitteln einer alle Konsequenzen ihrer selbst bejahenden parlamentarischen Demokratie erhalten werden können. Die Auseinandersetzung zwischen Regierung und Opposition, die Dr. Schumacher immer suchte und in die er selbst soviel Leidenschaft trug, habe er einmal als das Lebensblut der Demokratie bezeichnet. Sie verrotte, wenn der Kompromiß vor der Auseinandersetzung und dem vollen Auskämpfen der Kräfte stehe. All sein Tun habe deshalb immer das Ganze des Wirkens dieses Parlaments erfaßt.“ Vizekanzler Blücher, der im Namen des Bundeskanzlers sprach, wies auf die Präambel des Grundgesetzes hin. in der das deutsche Volk sich zu seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen und zu dem Willen bekenne, nationale und staatliche Einheit zu wahren. Diese Worte hätten für Schumacher Gelöbnis und Erfüllung bedeutet. Der Schlußsatz der Präambel, daß das ganze deutsche Volk aufgefordert bleibe, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden, sei für Schumacher Befehl gewesen. „Hier ist die Gemeinsamkeit mit ihm für alle diejenigen beschlossen, die den Glauben an unser Volk, an seine Kraft und seinen Willen zur Wiedervereinigung nicht verloren haben.“ Die Bundesregierung und der Bundeskanzler hätten das Anliegen, in dieser Stunde ihre Ehrfurcht zu bekennen vor einem Manne, der in solcher Hingabe dem Vaterland diente und unvergleichliche Kräfte des Geistes und des Willens nur für seine Aufgabe und für das Ganze hergab. Das unerschrockene Eintreten Dr. Schumachers gegen die bolschewistische Gefahr nach 1945 würdigte der DGB-Vorsitzende Christian Fette. „Es bleibt Kurt Schumachers unbestrittenes Verdienst“, sagte er, „daß er schon früh und immer wieder auf die Gefahren aus dem Osten aufmerksam machte. Besonders habe er sich der Sache der schaffenden Menschen verpflichtet gefühlt. Sein Kampf um den sozialen Fortschritt und um ein Demokratisierung der Wirtschaft sei auch der Kampf der deutschen Arbeiterschaft. die Schumacher ein dankbares Andenken bewahren werde. Für die Sozialistische Internationale nahm Julius Braunthal von Kurt Schumacher Abschied. Er 75. Deutscher Katholikentag beendet Bischof Weskamm: Einheit der Herzen und Freude eines großen Gottvertrauens BERLIN. Abschluß nnd Höhepunkt des 75. Deut- Ungünstiger Eindruck in den westlichen Hauptstädten Schweizer Höhlenforscher befreiten sich selbst „Wir hoben keine Ingst gehabt, wir haben gesungen, um ans den Mat zu erhalten" Abschied von Kurt Schumacher Trauerfeier im Bundeshaus - HeuB: „Beispielhaft in der Treue zu sich seihst" BONN. Im Plenarsaal des Bundestages nahm die Bundeshauptstadt Bonn am Sonnabend in einer Trauerfeier von dem verstorbenen SPD-Vorsitzenden and Führer der Opposition, Dr. Kart Schumacher Abschied. Rote Nelken schmückten die Fassaden beiderseits des Rednerpultes, von dem der Führer der Sozialdemokraten so oft gesprochen hatte and vor dem nun der Sarg auf gebahrt war. Seite 2 / Nummer 196 Montag, 25. August 195? Auch amerikanische Mission bei der Montanunion Arbeitsprogramm der Hohen Behörde fär die Anlaufzeit fertiggestellt nannte den Toten eine große Gestalt des deutschen und internationalen Sozialismus. Die deutschen Arbeiter hätten ihn geliebt, in der Sozialistischen Internationale sei er geachtet und bewundert worden. Der Sarg mit der sterblichen Hülle Dr. Schumachers wurde am Sonnabend in einem Trauerzug durch die Bundeshauptstadt geleitet. Die Freunde und Mitarbeiter des Verstorbenen und viele andere Trauergäste folgten dem Sarg bis zur Autobahn Bonn—Köln. Zur gleichen Stunde wie in Bonn fand auch in Berlin eine Trauerfeier für den verstorbenen SPD-Vorsitzenden statt Sonnabendnacht traf der lange Trauerzug mit der sterblichen Hülle des SPD-Vorsitzenden Dr. Kurt Schumacher in Hannover ein. Zehntausende von Menschen hatten sich entlang der Autobahn eingefunden, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. In fast fünfzig Wagen gaben über zweihundert Freunde und "Mitarbeiter dem Toten des letzte Geleit. : Unter wolkenverhangenem Himmel nahm am Sonntag die Bevölkerung der niedersächsischen Landeshauptstadt in einer Trauerfeier Abschied von Dr. Kurt Schumacher. Unter den Klängen eines Trauermarsches aus der „Eroica“, wurde der Sarg aus der Kuppelhalle des neuen Rathauses getragen und auf einem Katafalk auf der Rathaustreppe abgesetzt. Unter den' Trauergästen sah man Vizekanzler Blücher, den Berliner regierenden Bürgermeister Reuter, Minister des niedersächsischen Kabinetts, den Senatspräsidenten von Bremen, Wilhelm Kaisen, und zahlreiche Vertreter ausländischer sozialistischer Organisationen. Nach Erich Ollenhauer als erstem Redner würdigte der Sozialminister Albertz, der im Namen der niedersächsischen Landesregierung sprach, besonders das Wirken Schumachers für die deutsche Einheit. Wenn heute niemand mehr die Grenzen zwischen , den Ländern der Bundesrepublik fühle, so sei das nicht zuletzt auf Schumachers Arbeit zurückzuführen. Außer dem Oberbürgermeister von Hannover, Wilhelm Weber, der auf die enge Verbindung zwischen der niedersächsischen Landeshauptstadt und Schumachers hinwies, überbrachten die ausländischen Sozialisten die letzten Grüße ihrer Parteien: Harry Eamshaw sprach für die britische Labour- Party, George Bruteile für die französische Schwesterpartei, der Däne H. C. Hansen für die Sozialisten det nordischen Länder und der Wiener Oberbürmei- ster Jonas für die österreichischen Sozialisten. Nach den Abschiedsworten des stellvertretenden Vorsitzenden des DGB, Georg Reuter, setzte sich der Trauerzug durch die Straßen Hannovers nach dem Friedhof Ricklingen in Bewegung. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden traten die nächsten Verwandten tiefbewegt an das Grab. Frau Annemarie Renger, die Sekretärin des Verstorbenen, warf als erste Blumen auf den Sarg. Ihr folgten Erich- Ollenhauer, Carlo Schmid, der Berliner Bürgermeister Fritz Reuter und die anderen Trauergäste. Klibansky will Hintergründe aufdecken FRANKFURT. Der Auerbach-Verteidiger Rechtsanwalt Klibansky begrüßte am Samstag die vom bayrischen Justizminister Weinkamm gegen ihn eingereichte Beleidigungsklage, da sie ihm Gelegenheit gebe, die wirklichen Hintergründe des Verfahrens und Urteils gegen Auerbach aufzuzeigen. Er habe das bisher mit Rücksicht auf das schwebende Verfahren vermieden. Gleichzeitig wirft Klibansky dem Justizminister „klare antisemitische Tendenz“ vor, da nur ein Ermittlungsverfahren gegen ihn und nicht auch gegen den zweiten Verteidiger Auerbachs, Rechtsanwalt Dr. Panholzer, beantragt worden 6ei, der den Auerbach- Richtem die gleichen Vorwürfe wie er gemacht habe. Im übrigen schließe das gegen ihn eingeleitete Ermittlungsverfahren die eine Lücke, die noch im Vergleich des Falles Auerbach mit dem Fall Dreyfuß bestanden habe. Auch während und nach dem Verfahren gegen Dreyfuß habe man dessen Verteidiger mit allen möglichen Verfahren überzogen. Britisches Flugzeug in der Sow|etzone notgelandet BERLIN. Ein britisches Frachtflugzeug vom Typ York mußte — wie am Sonntag von britischer Seite amtlich bekanntgegeben wurde — auf dem Flug von Berlin nach Hamburg am Sonntagfrüh an einem bisher nicht genau bekannten Ort in der Sowjetzone notlanden. Dabei ist wahrscheinlich ein Mitglied der dreiköpfigen Besatzung getötet worden. Die Maschine, die der Air Charter-Gesellschaft gehört, flog für die kommerzielle Luftbrücke Hamburg — Berlin. Gründe für die Notlandung sind bisher nicht bekannt geworden. Die. britischen Dienststellen in Berlin haben mit den sowjetischen Behörden Fühlung aufgenommen, um Maschine und Besatzung sicherzustellen. LONDON. Genau wie Großbritannien werden auch die USA eine Regierungsmission zum Sitz der Hohen Behörde der Montanunion nach Luxemburg entsenden. Der Präsident der Hohen Behörde, Jean Monnet bestätigte' dies am Sonnabend nach seinen zweitägigen Londoner Besprechungen über eine enge Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der Kohle- und Stahlgemeinschaft. Er kündigte an, daß er abschließende Besprechungen über die USA-Mis- sion unmittelbar nach seiner Rückkehr von London nach Luxemburg mit dem amerikanischen Sonderbotschafter für Europa, Draper, ; führen werde. Ihre Errichtung sei im Prinzip schon vot einiger Zeit vereinbart worden. Wer an der # Spitze der USA-Mission stehen wird uncf wann sie in Luxemburg eintrifft, ist noch nicht bekannt. Voraussichtlich wird sie sich ähnlich zusammensetzen wie die britische Mission. Monnet kündigte seinen Besuch in Deutschland für die allernächste Zukunft an. Wahrscheinlich werde er noch im September'nach'dem ersten Treffen der Beratenden Versammlung der Montanunion reisen. Er werde wahrscheinlich Bonn und das Ruhrgebiet aufsuchen. Genaue Pläne seien aber noch nicht festgelegt. Gegenwärtig sei in Luxemburg eine ungeheure Arbeit zu leisten, um die Dinge voranzubringen. „Sobald wir aber den Kopf wieder über dem Wasser haben, wollen wir alle sechs Länder besuchen.“ Monnet fügte hinzu, er habe einen ausgezeichneten ersten Eindruck von der Hohen Behörde und setze ih alle Mitglieder das größte Vertrauen. „Ich bin glücklich über die freundschafliche und enge Verbundenheit, die sich unter uns entwickelt und die besonders auch durch die gute Zusammenarbeit mit Vizepräsident Etzel und Dr. Potthoff charakterisiert wird.“ Die Hohe Behörde der Montanunion hat ihr Arbeitsprogramm für die Anlaufzeit fertiggestellt. Es umfaßt Aufgaben aus fünf großen Sachgebieten, die von der Hohen Behörde nach dem Vertrag bis zu ihrer zweiten Sitzung am 10. Januar 1953 erledigt werden müssen. Das Arbeitsprogramm ist von den Schumanplan- Experten der in Luxemburg anwesenden Delegationen der sechs Länder in einer von der Hohen Behörde gesetzten Frist von 48 Stunden aufgestellt und der Hohen Behörde vorgelegt worden. Die fünf großen Aufgaben, die das Arbeitsprogramm der Hohen Behörde auf gibt, sind: 1. Die Aufstellung einer Gesamtübersicht über die Lage in den Montanindustrien der sechs beteiligten Länder. 2. Die Aufstellung eines Haushaltvoranschlages für das erste Rechnungsjahr der Hohen Behörde, das vom 10. August dieses Jahres bis zum 30. Juni 1953 läuft. 3. Die Berufung eines Sachverständigenaus- FREIBURG, Bundesernährungsminister Niklas er- öffnete am Sonntag in Freiburg den 41. Deutschen Weinbaukongreß, an dem Delegationen aus allen deutschen Weinbaugebieten und zahlreiche Gäste aus dem Ausland, darunter der Präsident des Internationalen Weinamtes, Baron le Roy, Paris, teilnehmen. In seiner Ansprache wies der Minister darauf hin, daß auch im Weinbau Höehstproduktion und beste Qualität nur dsum eraielt werden können, wenn die Erkenntnisse der Forschung und Wissenschaft auf kürzestem Wege der-Praxis zugänglich gemacht werden. Gerade für Deutschland, dessen Rebfläche nur 1,56 Prozent der gesamten Weinbaufläche der Welt ausmache, sei die Frage der betrieblichen Förderung von entscheidender Bedeutung. Die Bebauungskosten, seien in den letzten 15 Jahren um über 100 Prozent gestiegen, die Weinpreise hätten sich dagegen kaum erhöht. Das Ziel könne daher nur eine Kostensenkung in der Produktion sein. Der Minister setzte sich ferner für eine Steigerung der Qualität der deutschen Weine ein und sagte, es sei in den letzten Jahren erfreulicherweise gelungen, den Weinverbrauch von drei Litern auf etwa acht Liter pro Kopf der Bevölkerung zu erhöhen. Dieser Erfolg müsse durch eine einheitliche Werbung weiter ausgebaut werden. Graf Matuschka-Greiffenclau, der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes bezeichne!« die diesjährigen Emteaussichten beim Wein als im allgeihei- nen gut. Bei Fortdauern günstiger Witterung sei mit einem sehr frühen und guten Herbst zu rechnen, der mengenmäßig allerdings 20 bis 30 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres liegen dürfte. Die zu erwartende Menge werde trotzdem noch über den Durchschnitt der letzten 20 Jahre hinausgehen. Der Schusses, der auf dem Gebiet des Transportwesens die Voraussetzungen für die Herstellung eines gemeinsamen Marktes für Kohle und Stahl im Gebiet der Montanunion feststellen und den Erlaß notwen- dieser Vorschriften zur Beseitigung der Diskriminierungen in den Frachttarifen der Mitgliedsländer Vorschlägen soll. 4. Die Aufnahme von Verhandlungen mit allen Ländern, die mit den Ländern der Montanunion in handelsvertraglichen Beziehungen auf dem Gebiet von Kohle und Stahl stehen. 5. Die Übernahme der Zuständigkeit für die Kohleverteilung unter den Schumanplanländern und gegenüber der OEEC, beginnend mit dem ersten Quartal 1953. Persien verständigungsbereit ? TEHERAN. Wenn Persien keine andere Wahl bleibt, so wird es sich, schließlich einem Schiedsgericht in der Frage der Entschädigung der Anglo-Ira- nian Oil Company unterwerfen. Dies erklärte, wie am Sonnabend aus Teheran berichtet wurde, ein Mitglied der persischen Oelkommission. der Oelfach- mann Hasseebi. Die Kommission berät die persische 'Regierung in Oelfragen. Hasseebi betonte, daß sich eventuelle Verhandlungen nur auf die Entschädigungsfrage und den Verkauf des Erdöls an Großbritannien beziehen würden. Alormzustand in Kairo KAIRO. Der Militärbefehlshaber von Kairo hat am Sonnabendabend in der ägyptischen Hauptstadt den Alarmzustand verkünden lassen. Motorisierte Truppen mit heulenden Sirenen und grell leuchtenden Scheinwerfern jagten, von Drei-Tonner-Lastwagen und Jeeps gefolgt, durch die Straßen Kairos und verkündeten die Warnung der Armee, daß keine Unruhen geduldet würden. Die ^Truppendemonstration erfolgte zur gleichen Zeit, als die Wafd-Partei und die ihr verbündeten Parteien die 25. Wiederkehr des Todestages Saad Zaghluls, des „Vaters der Nation“ und Begründers des Wafd, feierten. Kommunisten richten sich ein TOKIO. Die Kommunisten begannen am Sonnabend in Pan Mun-jon, dem Ort der Waffenstillstandsverhandlungen in Korea, ein solides Haus Zu bauen, in dem sich in Zukunft die Unterhändler an den Verhandlungstisch setzen werden. Damit scheinen sie andeuten zu wollen, daß sie bereit sind, die nun schon fast Vierzehn Monate dauernden fruchtlosen Verhandlungen noch unbegrenzt fortzusetzen. Bisher tagten die UNO-Unterhändler in einem Zelt. Radio Peking verbreitete am Sonnabend die Behauptung, daß sich Japan darauf vorbereite, in den Koreakrieg einzutreten. Redner forderte Stabilisierungsmaßnahmen auf dem deutschen Weinmarkt und handelspolitischen Schutz für den deutschen Wein. Der deutsche Weinbau könne seine Probleme nicht mehr länger nur mit eigenen Kräften meistern. Der internationale Weinaustausch dürfe nicht zum Kampf aller gegen alle führen. Die eventuelle Einbeziehung des Weines in den „Grünen Plan“ habe bei den deutschen Winzern Beunruhigung hervorgerufen. Vor der Bundesregierung erwarte die deutsche Winzerschaft neben einem handelspolitischen Schutz eine großzügige Aktion zum Bau winzergenossenschaftlicher Keller., um die Einlagerungsmöglichkeiten zu vergrößern. Fahrbare Badewanne und eleklr. Fliegenfänger KÖLN. Von einer fahrbaren Badewanne über einen Thermometer-Löffel bis zum elektrischen Fliegenfänger zeigt die dritte Erfinder- und Neuheiten-Aus- stellung, die am Sonnabend in Köln eröffnet wurde, insgesamt über zweihundert höchst orignelle Erfindungen. Die fahrbare Sitzbadewanne soll das Badezimmer ersetzen und kann nach Gebrauch in ein Möbelstück verwandelt werden. Der Thermometerlöffel ist zur Erleichterung viel beschäftigter Mütter für die Babies gedacht. Das in den Löffel eingebaute Thermometer zeigt jederzeit die Temperatur des Essens. Der elektrische Fliegenfänger soll die Fliegen durch Duftmittel an einen Kontakt locken, an dem sie einen elektrischen Schlag erhalten und in einem Wassernapf fallen. Unter den vielen anderen Neuheiten ist auch ein kombiniertes Reisebügeleisen, das wahlweise auch als Heizofen oder zum Kochen verwendet werden kann. Die Ausstellung dauert bis zum 31. August und will unentdeekten Erfindern Gelegenheit geben, ihre Konstruktionen der Oeffentlichkeit vorzustellen. Evelyn Sieber gefunden KASSEL. Die vier Jahre alte Evelyn Sieber, deren Entführung am 8. August in München in der ganzen Bundesrepublik Aufsehen: erregt und umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ausgelöst hatte, ist gefunden worden. Sie wurde am Sonnabend in Hoof bei Kassel von der Kriminalpolizei in Zusammenarbeit mit der Gendarmerie ermittelt. Bei ihrem Entführer handelt es sich um einen Strafgefangenen, der Anfang Juli dieses Jahres aus dem Zuchthaus Freiburg entwichen ist und in der Folgezeit eine größere Anzahl von Straßenüberfällen und Diebstählen verübt hat. Gegen den Entführer und eine weibliche Begleiterin, deren Namen bisher von der Kriminalpolizei nicht bekanntgegeben wurden, ist Haftbefehl ergangen. Hup-Protest der Berliner lernte BERLIN. Etwa 150 Westberliner Aerzte protestierten am Samstagnachmittag in Westberlin mit einem Hup-Konzert gegen die Verzögerung ihrer Honorarforderungen. Während im Hause des DGB in der Schlüterstraße Vertreter der Kassenärzte und der Berliner Sozialversicherung unter Vermittlung des DGB über den vor Wochen entstandenen Konflikt verhandelten, fuhren sie draußen auf und ab und verursachten durch ständiges Hupen einen ohrenbetäubenden Lärm. Ein Passant, der von Polizisten wegen Widerstandes vorläufig festgenommen worden war, wurde von Demonstranten aus dem offenen Polizeifahrzeug befreit. Zu ernsteren Zwischenfällen kam es nicht. Die Aerzte verlangen höhere Honorare für ihre Leistungen von der Versicherung. * Geheimnisvolle Sprengkörper angespült WILHELMSHAVEN. Ampullen unbekannter Art, die in den letzten Tagen an der Küste des Jeverlandes von Horumersiel bis Wilhelmshaven angespült worden sind, haben sich als hochexplosive Sprengkörper erwiesen. Es sind nach den bisherigen Feststellungen kleine, zwei bis fünf Zentimeter lange Glasampullen zweifacher Art: die einen haben einen Quecksilberbelag, während die anderen aus Klarglas bestehen und eine helle Flüssigkeit enthalten. Wenn die beiden verschiedenartigen Ampullen zusammengebracht werden, explodieren sie. Es wird vermutet, daß es Sprengmunition deutscher Herkunft aus den letzten Kriegswochen ist, die nicht mehr allgemein bekannt geworden ist und bei Kriegsende an der Nordseeküste versenkt wurde. Bisher 600 Kolchosen in der Sowjetzone BERLIN. In der Sowjetzone sind seit dem Ulbricht- Aufruf zur Gründung sogenannter „landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften“ fast 600 solcher Genossenschaften gegründet worden oder in der Gründung begriffen. Wie der SED-Parteiideologe Fred Oelsner — der sowjetischen „Täglichen Rundschau“ zufolge — auf einer Besprechung des SED- Zentralkomitees erklärte, sind 240 Produktionsgenossenschaften gegründet, während für 330 Genossenschaften Gründungskomitees bestehen. Hleu*e RuhdstUau BERLIN. In einer Feierstunde legte der Bundesministet für die Vertriebenen, Dr. Lukaschek, am Sonnabend am Kreuz der ostdeutschen Heimat auf dem Westberliner Kreuzberg unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden einen Kranz nieder. NEU DELHI. Die indische Regierung hat beschlossen, den Feldzug des passiven Widerstandes, der von Indern und Afrikanern in der Südafrikanischen Union durchgeführt wird, zur Kenntnis der UNO-Vollversammlung zu bringen. BONN. Im Bundesgesetzblatt ist am Samstag das Gesetz über die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten veröffentlicht und damit verkündet worden. BERLIN. Der Staatspräsident der Sowjetzonenrepublik Wilhelm Pieck (SED) ist ,am Sonnab^pd nach mehrwöchigem Urlaub nach Ostberlin zürückgekehtw Sein Urlaubs«** war geheimgehätten'Worden. . FRANKFURT. Eine neue ruhegehaltsfähige Zulage für für alle Beamten forderte der Happtvorstand der Deutschen Pöstgewerkschaft äüf einer Sitzung in Frankfurt. . DÜSSELDORF. Prof. Dr. h. c: Gustav Lindemann, der mit Louise Dumont 1905 das Düsseldorfer Schauspielhaus gründete, erhielt am Sonnabend, dem Vorabend seines M. Geburtstages, das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik. ROSENHEIM. Dr. Jakob Fischbacher wurde auf dem dies jährigen Landesparteitag der Bayernpartei am Samstag ln Rosenheim zum neuen Landesvorsitzenden der Partei gewählt. Fischbacher gehört dem extremen Flügel an. DEN HAAG. Die Wiedergutmachungsverhandlungen der Bundesrepublik mit dem Staate Israel und den jüdischen Weltorganisationen, die insgesamt eine Wiedergutmachungsleistung in Höhe von 3,5 Milliarden Mark vorsehen, werden nach Mitteilungen gut informierter Beobachter im Haag diese Woche abgeschlossen werden können. WIEN. Der französische Staatssekretär Maurice Schuman wird, wie am Sonnabend in Wien bekannt wurde, vom 1. bis 3. September der österreichische" Hauptstadt Wien einen Besuch abstatten. LONDON. Der ehemalige britische Verteidigungsminister Shinwell setzte sich am Sonnabend nachdrücklich für die Kürzung der zweijährigen Mllitärdienstzeit in Großbritannien ein. Ein Jahr genüge. TEHERAN. Fünfzehn Generäle der persischen Armee, darunter ein Marschall, sind, wie am Sonnabend in Teheran bekanntgegeben wurde, auf die Pensionierungsliste gesetzt worden, HONGKONG. Vertreter der kleinen portugiesischen Kolonie Macao- und chinesische Unterhändler erzielten, wie am Sonnabend aus zuverlässiger Quelle v“rlautet, eine Einigung in dem seit Wochen schwebenden Grenzatreit. Niklas eröffnet Deutschen Weinbaukongreß Handelspolitischer Schatz für den deutschen Weinbau gefordert WIllV *1**1 . fc Mfctti****** Copyright by Verlagshau« Reutlingen, Oertel 4c Spflrer 29 . (Nachdruck verboten) Der Millionär war fraglc» auch ein guter Schauspieler, denn er machte ein erschrockene» Gesicht und große Augen. „Das ist mir allerdings ganz unbekannt. Inspektor. Keine Ahnung habe ich von diesen Dingen. Sie glauben doch nicht, daß ich ein Bild für eine ungeheure Summe gekauft hätte, wenn mir bekannt gewesen wäre, daß es sich um ein gestohlenes handelt?“ ^ , Roscoe antwortete mit aller Gemütsruhe: „Doch, das glaube ich, Herr ShadwelL Eben weil ich die vorhin schon angezogenen Angewohnheiten und Großhergzigkeiten verschiedener Sammler von Kunstgegenständen kenne. Sie sind ein bekannter Mäzen und Gemäldesammler. Ich kann mir nicht denken, daß es Ihnen unbekannt bleibt, wenn auf dem internationalen Kunstmarkt etwas Besonderes vor sich, geht Und der Diebstahl eines Murülo aus einem der größten und bedeutendsten Museen der Welt dürfte doch immerhin als etwas Besonderes anzusprechen sein.“ David Shadwell blieb seinerseits auch ganz ungerührt. Sein Gesicht verzog sich zu einem überlegenen, geringschätzigen Lächeln. Den Blick fest auf Roscoe geheftet, erwiderte er in großartiger Betonung jeder Silbe: „Das werden Sie mir erst beweisen müssen, Inspektor!“ „Das ist nicht meine Sache, Herr Shadwell,“ lachte Roscoe amüsiert, „sondern diejenige des Staatsanwaltes! Ich vermute, daß Sie zu mir gekommen sind, damit Ich Ihnen das gestohlene Bild wieder heranschaffe, ja?“ „Natürlich. Weil Ich Ihren Namen in Verbindung mit den Ereigrfissen in Surbiton in den Zeitungen gelesen habe, ließ ich mich zu Ihnen führen.“ Sherlock Roscoe schüttelte sanft den charaktervollen schmalen Kopf. „Sir Sie befinden sich zwar in dem bekannten, berüchtigten und berühmten Zimmer zwohiundert- dreizehn vom C. I. D. (Criminal Investigation Department) in New Scotland Yard, aber für solche ganz gewöhnlichen Hauseinbrüche ist nicht das Morddezernat zuständig, sondern das Einbruchsdezernat. Vielleicht bemühen Sie sich, auf Zimmer dreihundert- elf.“ „Erlauben Sie, Inspektor 1“ brauste David Shadwell auf und wurde rot vor Aerger. „Bei dem Diebstahl meines MuriUogemäldes dürfte es sich meiner Ansicht nach doch nicht um einen ganz gewöhnlichen Diebstahl handeln.“ „Doch, Sir, Ihrer Schilderung nach handelt es sich um einen ganz gewöhnlichen Diebstahl. Jimmy, sei so freundlich und führe Herrn Shadwell nach Zimmer dreihundertelf zu Inspektor Crewe!“ Wütend erhob sich der Millionär, grüßte kurz und unfreundlich, setzte seinen Hut auf, klemmte aas Einglas ins rechte Auge und riß die Tür auf. Mit einem fröhlichen Blick auf seinen Vorgesetzten ging Jimmy hinterher. „Dem hast Düs ja ziemlich gegeben, Sherly“, sagte der Sergeant frohlockend und sich die mächtigen Tatzen reibend, als er wenige Minuten später wieder eintrat. „Ein unangenehmer Mensch, dieser Shadwell!“ „Sehr unangenehm. Ich mag keine arroganten Menschen. David Shadwell ist außerdem ein schwarzes Schaf, das es schon mindestens eiif halbes dutzendmal verstanden hat, sich aus mulmigen, unangenehmen Affären herauszuziehen. Er gehört sicher zu den fanatischsten Sammlern, die unsem Globus bevölkern, und ich möchte nicht wissen, wieviel geklaute Bilder er in seiner berühmten Sammlung angehäuft hat. Fraglos unterhält er Beziehungen zu •den internationalen Räubercliquen, die sich mit Diebstählen von Kunstgegenständen befassen, genau wie dieser Burlington-Kimicby, aber es ist noch nie geglückt, ihn einer Sache zu überführen. Der Mann ist aalglatt, und sein enormer Reichtum gestattete es ihm stets, die besten Anwälte zu engagieren. Natürlich hat Shadwell gewußt, daß man den Murülo aus dem New Yorker Metropolitan-Museum gestohlen hat.“ „Hättest ihn doch einmal fragen sollen, Woher er Kenntnis davon besaß, daß Burlington im Besitze des Bildes war.“ Roscoe klappte den Deckel der Akten James F. Burlington auf, langte zu dem Rotstift, stemmte dann die EUbogen auf, blickte Jimmy lächelnd an und erwiderte: „Mein Junge, ich woüte ihn erst danach fragen, doch unterließ ich es, weü ich die Überzeugung hatte, daß der Mann uns doch bloß einen Bären aufgebunden hätte Crewe mag sich jetzt mit ihm amüsieren. Natürlich ist Shadwell nicht ganz interesselos für uns. Ich möchte sogar behaupten, daß der Diebstahl in seinem Hause unsere ganz besondere Liebe verdient. Aber warten wir erst mal ab, was Crewe feststellt.“ Zögernd, seinen Chef mit kritischen Augen ansehend, sagte Jimmy: „Du, ich glaube, du hast einen ganz besonderen Verdacht, Sherly.“ „Stimmt Aber jetzt scher dich doch gefälligst hinaus. Ich habe zu arbeiten. Willst du abends wieder nach Surbiton hinaus, Freundchen?“ „Natürlich will ich hinaus. Ich muß einwandfrei feststellen, ob Fräulein Wigmore wirklich diejenige ist, die sich da nachts zu schaffen macht.“ „Tu das, mein Sohn! Es ist wirklich von einiger Wichtigkeit. Nicht so sehr für mich, aber für dich!“ „Aus dir wird selbst dem Teufel seine Großmutter nicht schlau!“ murrte Jimmy und schlug die Tür hinter sich zu. Roscoe lachte vergnügt hinter ihm her. IU. .Die Leiche Anna Pentervilles, die vor einem guten halben Jahr beigesetzt worden war, hatte man ausgegraben. Sie lag auf dem Seziertisch, und Dr. Pur- ley machte rieh mit zwei Assistenten daran zu schaffen. Der Erfolg verlief negativ. „Ich halte es für am richtigsten, wir ziehen Doktor Miller und Professor Jermyn hinzu“, sagte Burley am Schluß seines kurzen mündlichen Berichtes zu Inspektor Roscoe. „Jermyn ist einer der bedeutendsten Giftspezialisten Englands, und Doktor Miller ist sein bewährter Assistent. Die beiden Herren haben schon verschiedene ganz hervorragende Leistungen vollbracht. Ich glaube nämlich, einige ganz geringfügige Spuren entdeckt zu haben, die Ihren Verdacht möglicherweise gerechtfertigt erscheinen lassen könnten, Inspektor, und aus diesem Grunde möchte ich die Verantwortung, weil ich weiß, wa9 für Sie von der Untersuchung abhängt, nicht aüein übernehmen.“ „Tun Sie, was Sie für richtig halten, Doktor. Für müh ist die Hauptsache, zu wissen, ob die Penter- ville eines natürlichen Todes gestorben ist, oder ob man der Natur gewaltsam ins Handwerk gepfuscht hat. Holen Sie sich in Gottes Namen den Professor mit seinem Assistenten zu Hilfe.“ Roscoe hatte mit Schwierigkeiten gerechnet, weil die Aerzte damals keinerlei Anzeichen für eine Vergiftung festgesteUt hatten. Im übrigen hatte Sherlock Roscoe eine ganze Menge Leute auf die Beine gebracht, und jeder von ihnen hatte seinen ganz bestimmten Auftrag. Alle Maßnahmen Hefen zurzeit nur auf zwei Dinge hinaus: den Mann mit dem kleinen schwarzen Schnurrbart zu finden,- der Dorothy Matthew so hartnäckig von Kalifornien nach Europa gefolgt war, um zu einem sehr beachtenswerten Augenblick spurlos von der Bildfläche .zu verschwinden, und zu ermitteln, was die Matthew seit halb vier Uhr nachmittags am letzten Sonntag getan hatte. Möglicherweise hatte sie sogar in dieser Zeit eine Unterredung mit demjenigen gehabt, der hinterher zu ihrem Mörder geworden war. Roscoe war nach Lage der ganzen Sache geneigt, dieser Möglichkeit eine starke Wahrscheinlichkeit beizumessen. Er war sich aber auch klar darüber, daß es überaus schwer war, die gewünschten Informationen von reinen Leuten zu erhalten. Es wurde nach einem ganz bestimmten, schon oft erprobten System gehandelt, und der Inspektor war nicht verzagt. Er hatte schon mindestens ebenso schwierige Probleme zu lösen verstanden. Stündlich erwartete er nun eine günstige Nachricht von dem Fahndungsbeamten, aber niemand meldete sich. Inspektor Crewe vom Diebstahlsdezernat trat in Roscoe« Büro. „Nun, wie war es in Shadwells Palais, William?“ Crewe, ein kleines, hageres Kerlchen mit flinken Katzenaugen und eingedrückter Nase — sie war ihm vor Jahren von einem Einbrecher zertrümmert worden —, nahm erst Platz, ehe er sprach. Sein ungewöhnlich tiefer Baß stand mit seiner übrigen Erscheinung im grellen Kontrast „Tscha — das teure Bild ist geklaut worden. Allem Anschein nach hat der Dieb es auf den Murülo abgesehen gehabt Er muß auch mit der Geographie der Museumsräume ziemlich genau Bescheid gewußt haben. Eingedrungen ist er auf die einfachste Art und Weise, indem er ein paar Eisenstäbe aus dem Fenstergitter herausgeschnitten hat und dann in aller Gemütsruhe eingestiegen ist. Den Köter hat er vorher mit einer vergifteten Wurst ins Jenseits geschickt“ (Fortsetzung folgt) Montag, 25. August 1952 SPORTSEITE Nummer 196 / Seite t Sensationen zum Auftakt der Punktspiel-Serie VfB Mühlburg — TSG Ulm 46 7:1; Eintracht Frankfurt — SpVgg Fürth 4:1; Kickers Offenbach — FSV Frankfurt 5:0; VfB Stuttgart — BC Augsburg 3:2; 1. FC Nürnberg — Stuttgart» Kiekers 2:5; VfR Mannheim — Bayern RJünchen 3:0; 1860 München — S.V Waldhof 2:0; Schweinfurt 05 — Vikt Aschaffenburg 1:2. - Der erste Funktspielsonntag in Süddeutscfalands erster Liga endete nicht ohne Ueberraschungen. Die größte Sensation war die Niederlage des 1. FC Nürnberg auf Eigenem Platz durch die Stuttgarter Kickers, die mit 2:5 die Oberband behielten. Den 2. Auswärtserfolg des Tages landete Viktoria Aschaffenburg bei Schweinfurt 05 und ist damit auf dem besten Wege, eine Art „Angstgegner“ von Schweinfurt zu werden, denn auch im letzten Jahr glückte es den Ascfaaffenburgern, alle vier Punkte von Schweinfurt zu holen. Erster Tabellenführer der süddeutschen Oberliga sind die Offenbacher Kickers, die den FSV Frankfurt mit 0:5 überfuhren. Ebenfalls mit „zu Null“ blieben VfR Mannheim über Bayern München und 1860 München über Waldhof Mannheim erfolgreich, wobei der VfR mit 3:0 und 1860 mit 2:0 siegte. weil er einen Flankenball von Waldner außerhalb des Spielfeldes (!) mit der Hand gespielt hatte. Das Spiel artete aus. Die Augsburger kannten gegen die nur zehn VfB-Spieler durch Schlumpp und Bie- singer auf 3:2 verkürzen. Eine Konzessionsentscheidung des Schiedsrichters hatte den Platzverweis von Augsburgs Mittelläufer Hampel in der 78. Minute zur Folge, weil er ebenfalls Hand gespielt hatte. Der Schiedsrichter mußte mit einem Poldzeikordon vom Platz geleitet werden. Eintracht Frankfurt — Spvg Fürth 4:1 Die Frankfurter Eintracht schlug Fürth überraschend hoch mit 4:1 Toren. Die Gäste konnten gegen die stabile Abwehr der Frankfurter ihre Kombinationen nicht voll entfalten. Die Eintracht ging bereits in der siebten Minute durch einen Foulelfmeter von Schieth mit 1:0 in Führung. Außenläufer May konnte erst in der 23. Minute durch einen unvermuteten 20 m-Schuß ausgleichen. Sieben Minuten später zog Pfaff an Knoll vorbei, flankte wuchtig, Schieth sprang dazwischen und lenkte zum 2:1 ein. Eintracht mußte in der zweiten Halbzeit zunächst auf Dziwoki verzichten, der bei einem Rückzieher unglücklich gefallen war. Ebeling erhöhte in der 60. Minute auf 3:1. Die Fürther fanden sich jetzt nicht mehr und wurden nur noch vereinzelt durch Alleingänge von Hoffmann, Brenzke und Appis gefährlich. Eintracht spielte überlegen und kam in der 66. Minute durch Dziwoki zum verdienten 4. Tor. 1. FC Nürnberg — Stuttgarter Kickers 2:5 Der 1. FC Nürnberg verlor gegen Kickers Stuttgart mit 2:5 Toren. Das Eckenverhältnis lautete 12:1 für Nürnberg. Die Stuttgarter kamen mit vereinzelten Steilpässen zu ihren Erfolgen. Das Führungstor markierte Scholz in* der 12. Minute. Pflum und Dreher fügten bis zur Pause zwei weitere Treffer an. Zu Beginn der zweiten Halbzeit schien sich eine Wendung anzubahnen, als Morlock der erste Gegentreffer gelang Ein unnötiges Selbsttor von Vetter verhalt den Stuttgartern jedoch wieder zu einem 3 -Tore-Vorsprung. Kallenbom verkürzte erneut auf 2:4, doch ein Fehler des Nürnberger Torwarts Fösel hatte durch Scholz das 2:5 zur Folge. VfB Stuttgart — BC Augsburg 3:2 (3Ht) In seinem ersten Punktspiel besiegte der Deutsche Fußballmeister VfB Stuttgart vor 10 000 Zuschauern den BC Augsburg mit 3:2 Toren. Kronenbitter, Bai- tinger und Schlienz sorgten für den 3:0-Pausenstand des VfB. In der 58. Minute wurde durch eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters Rosenkranz, Kassel, Stuttgarts Mittelstürmer Wehrte vom Platz gestellt, Durlach holte in Augsburg wertvollen Punkt ASV Feudenheim — Jahn Regensburg 2:3; Schwaben Augsburg — ASV Durlach 0:0; SSV Reutlingen, gegen SV Darmstadt 98 0:1; Karlsruher FV — FC Bamberg 7:0; Union Bückingen — Bayern Hof 1:2; 1. FC Pforzheim — ASV Cham 1:2; Hessen Kassel — VfL Neckarau 0:0; SV Wiesbaden — FC Singen 04 1:0; TSV Straubing — FC Freiburg 2:2. Bei der zweiten Liga Süd, die am Wochenende mit ihren Punktespielen begann, setzte sich der „Neuling“ KFV durch seinen überraschend hohen 7:0-Sieg über den 1. FC Bamberg an die Tabellenspitze. Bayern Hof dagegen fertigte den anderen Neuling in' der zweiten Liga, die Union Bückingen, mit 1:2 ab und setzte sich damit in der Tabelle hinter den KFV auf den 2. Rang. Auf den weiteren Plätzen folgen der ASV Cham, der in Pforzheim gegen den 1. FC mit 1:2 gewann, Jahn Regensburg, das aus Feudenheim mit einem 2:3-Sieg heimkehrte, der SV Darmstadt, der sich gegen den SSV Reutlingen ein 0:1 holte, sowie der SV Wiesbaden, der den FC Singen mit einem 1:0 nach Hause schickte. Die beiden Exoberligisten Schwaben Augsburg und VfL Neckarau enttäuschten. Schwaben erreichte za Hause gegen Durlach nur ein 0:0, und auch Neckarau kam bei Hessen Kassel über das gleiche Ergebnis nicht hinaus. Die große Ueberrasehung gleich am ersten Spieltag: in nicht weniger als 4 Spielen holten sich die Gastmannschaften die Punkte. Ex-Weisenauer Mattes heran und der Ball landete in Schwaben Augsburg — ASV Durlacfa 0:0 Im ersten Verbandsspiel in der zweiten Liga Süd auf dem Augsburger Schwabenplatz trennten sich vor rund 6000 Zuschauern Schwaben Augsburg und der ASV Durlach unentschieden 0:0. Das IvXAAc Spiel nahm in beiden Halbzeiten sehr harte Formen an und sah die Augsburger mei- . stens überlegen, doch konnten sie sich gegen die .aufopfernde Deckungsarbeit der Gäste ndchit durchsetzen. Die Schwaben warteten mit einer Ueberrasehung auf. Der Stürmer Schiffer, der bereits bei der Spielvereinigung _ Fürth einen Vertrag unterschrieben hatte, wurde wieder für den TSV Schwaben spielberechtigt und war in diesem Spiel auch die treibende Kraft im Angriff. Feudenheim — Jahn Regensburg 2:3 Schon in der ersten Minute kam Feudenheim zur 1:0-Führung durch ein Eigentor des Regensburger Verteidigers Wagner. Eine Minute später hatte der vorzügliche Läufer Popp aber ausgeglichen, und vor dem Wechsel ergab sich durch ein weiteres Tor von Staffer die verdiente Führung der konstruktiver spielenden Bayern. Allerdings hatte Feudenheim durch seinen Halbrechten Schnepf die Chance eines Elfmeters, die aber Niemann im Regensburger Tor durch eine feine Parade zunichte machte. Nach der Pause kam Regensburg durch seinen Mittelstürmer Hubeny zur 3:1-Führung. Der einsetzende Endspurt der Gastgeber ergab noch einen Treffer durch den schußkräftigen Linksaußen Busch, doch zum Ausgleich reichte es den Feudenheimern trotz gewaltiger Anstrengungen nicht mehr. Schiedsrichter Ritter, Wiesbaden, leitete das spannende Spiel vor 2000 Zuschauern sehr gut. SSV Reutlingen — Dannstadt 98 0:1 Der SSV Reutlingen, der erstmals mit dem früheren Kreuznacher Torhüter Klein antrat, verlor sein Heimspiel gegen Darmstadt 98 verdient mit 0:1, was vor allem auf die schwache Leistung des einheimischen Angriffs zurückgeht. Die 3000 Zuschauer im Ringelbach-Stadion erlebten einen SSV, der völlig außer Rand und Band schien und in mannschaftlicher Hinsicht den Gästen aus Darmstadt klar überlegen war. Die Entscheidung fiel in der 45. Minute, als sich der einheimische Mittelläufer Müller drei Spielern der Gäste gegenübersah und Reeg am Torschuß nicht hindern konnte. Torhüter Klein vermochte das Leder nur noch ins eigene Netz zu klatschen. Drei Minuten nach Wiederanspiel hatte Reutlingen die große Ausgleichs-Chance, als Fischer im Darmstädter Strafraum Hand beging, aber Langjahr verschoß den fälligen Elfmeter, den der Darmstädter Torhüter Ruhl wegfaustete. Union Bückingen — Bayern Hof 1:2 Vor 7000 Zuschauern unterlag Union Böckmeen im ersten Pflichtspiel gegen FC Bayern Hof nach ausgeglichenem Spiel mit 1:2 Toren. Das Spiel hatte vor allem in der 2. Häfte dramatische Höhepunkte, als Böddngen unter allen Umständen versuchte, die Führung zu erzielen und aus einer drückenden Ueberlegenheit der Platzbesitzer heraus die Gä9te den Siegestreffer erzielen. SV Wiesbaden — FC Singen 04 1:0 Der SV Wiesbaden gewann am Sonntag das erste Spiel der neuen Saison auf eigenem Platz gegen den FC Singen 04 knapp mit 1:0 Toren. Die Gäste lieferten den Kurstädtem, die vor dem Tor entschlossener waren, eine durchaus ebenbürtige Partie. Sie waren in ihrem Zuspiel genauer und im Mittelfeld sogar überlegen, nur vor dem Tor haperte es. Torlos ging es in die Pause, nachdem ein Klimmeckschuß vom Lattenkreuz zurücksprang und so eine mögliche Führung nicht zustande kam. Im Anschluß an die sechste Wiesbadener Ecke, die prächtig herinkam, flog der mtm i SÄSSftSBJKi-»:.:. Chams Abwehr hielt stand- (1. FC Pforzheim — ASV Cham 1:2). Unser Bild zeigt den ausgezeichneten Mittelläufer Weindl (5) rechts im Bilde im Kopfball- Duell mit Hastreiter. Grobs, Dritter von links, beobachtet die Szene, während Kneisl zu^ Torsidierung zurückläuft. Ganz links K. Rau. Aufn.: G. Oberst der 5£. Minute zum einzigen Tor des Tages im Netz. Die Singener versuchten nun mit aller Macht den Ausgleich zu erzwingen, doch ihr Sturm war zu schußschwach. Die Wiesbadener hatten noch zwei aussichtsreiche Gelegenheiten, doch blieb es bei dem einen Tor. Das Eckenverhältnis lautete am Ende 8:7 für die Gäste, die in Hammel, Homburger und Dr. Joachimski ihre besten Leute hatten. KFV — FC Bamberg 7:0 Im ersten- Punktspiel in der zweiten Liga erreichte der wiederaufgestiegene KFV gegen den 1. FC Bamberg einen selbst ln dieser Höhe verdienten 7 ^-Erfolg. Anfänglich hielten die Bamberger das Geschehen noch offen, der Widerstand ließ aber nach dem ersten KFV-Treffer, von Steidinger in der 21. Minute erzielt, merklich nach. Streckenweise kombinierte der KFV sehr gefällig und diktierte besonders im zweiten Abschnitt das Geschehen eindeutig. Die Tore erzielten Kittlitz (2), Ehrmann (2), Steidinger, Koch und Lichter. Das faire Spiel wurde von Rödenhausen (Gießen) vor 4000 Zuschauern sicher geleitet. KSV Hessen Kassel — VfL Neckarau 0:0 Der im vergangenen Jahr aus der 1. Fußball-Liga Süd abgestiegene VfL Neckarau kam am Sonntag beim KSV Hessen Kassel vor 6000 Zuschauern zu einem glücklichen 0:0-Unentschieden. Die Gastgeber hatten vor altem in der ersten Halbzeit gegen die mit nur drei Mann stürmenden Gäste klare Vorteile und einige gute Chancen. Aber der Neckarauer Schlußmann Bahlke war unüberwindlich. Nach der Pause bekamen die Kasseler in der 76. Minute von*dem sicher amtierenden Schiedsrichter Reuß (Aschaffenburg) einen Foulelfmeter zugesprochen, aber Bahlke hielt auch diesen von Hosung geschossenen Ball. Bei den Gastgebern gefielen vor altem Verteidiger Knothe, der zuvor für sein 200. Spiel geehrt wurde, die beiden Außenläufer Metzner und Dinger sowie Mittelstürmer Dauber. Bei Neckarau fielen neben Bahlke noch Mittelläufer Kästner und der Halbrechte Schmelzin- ger besonders aut Eine bittere Pille für Erstes Spiel der Saison an! eigenem 1. FC Pforzheim — ASV Cham 1:2 (0:1) 1. FC Pforzheim: Scheib; Schmidt, Biedenbach; Vogt, Krüger, Neßmann; Rau, Grobs, Kerkhoff, -Brand, Hastreiter. ASV Cham: Kurnpfmülter; Kneisl, Legin; Uebe- lein I, Weindl, Danhauser; Burkhardt, Hochmuth, Holzmann, Krachowitzer, Gießen. Eine bittere Pille, aber sie mußte geschluckt werden: Der 1. FC Pforzheim hat sein erstes Spiel der Saison, dazu noch auf eigenem Platze, verloren. Der verdiente 2:1-Sdeg des ASV Cham im Brötzinger Tal darf als Ueberrasehung gewertet werden, denn nach dem guten Spiel gegen Holstein Kiel hoffte man allenthalben auf einen Sieg in diesem ersten Tref- - fen, doch die Fünferreihe ist in ihrer gegenwärtigen Verfassung noch nicht in der Lage, gegen eine Mannschaft mit einer starken Verteidigung erfolgreich zu bestehen. Man sollte nach diesem ersten Punktespiel zwar noch in der kritischen Beurteilung etwas zurückhaltend sein, aber soviel muß jedenfalls gesagt werden, daß mit der Stürmerleistung des gestrigen Tages der Weg in die Oberliga niemals erreicht werden kann. Solange ein Spieler während des Angriffs noch zögernd überlegen muß, wohin er den Ball abspielen soll und solange er nicht weiß, wohin er in Stellung laufen muß, kann kein erfolgreiches Spiel zustande kommen. Die Niederlage ist für den 1. FC Pforzheim deshalb besonders schmerzlich, weil man in Erinnerung an die vergangene Saison. nur zu gut weiß, daß die am Anfang verlorenen Punkte sehp gefehlt haben und weil ein Müblbuig gewann unangefochten VfB Mfihlburg — TSG Ulm 7:1 Im ersten Oberligapunktespiel kam der VfB Mühlburg am Samstag gegen den Neu- / (G ling Ulm zu einem klaren un d selbst in dieser Höhe verdienten 7:1-Sieg. Gegen das reife, streckenweise wundervoll laufende Kombinationsspiel der Mühlburger Mannschaft reichte der Eifer und Einsatz der Ulmer Dek- kung, der man die mangelnde Erfahrung nur zu deutlich anmerkte, nicht aus. Mit etwas mehr Schußglück hätten die ohne M. Fischer und Rastetter angetretenen Gastgeber sogar noch deutlicher gewinnen können. Kunkel, Strittmatter, Schlümberger (Ulm), Beck, Roth (Foulelfmeter) Kunkelmann, Beck und Strittmatter schossen die Tore. Vor 13 000 Zuschauern leitete Meißner, Nürnberg, das faire Spiel einwandfrei. Hoher Offenbacher Sieg über FSV Frankfurt Vor 22 000 Zuschauern schlugen Kickers Offenbach im Punktspiel der ersten süddeutschen Fußbailiga den FSV Frankfurt mit 5:0. Die mit einer geschlossenen Leistung aufwartenden Offenbacher beherrschten jederzeit die Lage, - während der FSV, der gute Einzelkönner in seinen Reiherr'hat, noch Zeit brauchen wird, um eine schlagkräftige Formation auf die Beine zu stellen. Torschützen für Offenbach: Kaufhold (14. und 26. Minute), Baas (57. und 70. Minute) und Schreiner (67. Minute). 1860 München — Waldhof Mannheim 2:0 Zwei Mannschaften, die im Vorjahre oft hart gegen die Gefahr dös Abstieges kämpfen mußten, 1860 München und Waldhof Mannheim, trafen gleich im ersten Punktspiel aufeinander. Die Löwen sicherten sieh zwar verdient, aber hart umstritten die ersten Punkte der Saison und dürften vor altem das gute Spiel ihres ausgezeichneten Mittelstürmers Baumgartner als Erfolg verbuchen, während der junge Mittelläufer Westkamp noch nicht ganz die Erwartungen der 15 000 Zuschauer erfüllen konnte. Bei Waldhof überraschte die gute Leistung der sogenannten „alten“ Spieler Lip- poner, Trautmann, Schall und Herbold. In der 15. Minute gingen die Münchner mit einem prächtigen Kopfball ihres Mittelstürmers Baumgartner in Führung. Erst in der 78. Minute erzielte Münchens Linksaußen Hornauer den zweiten Treffer. Kölner RV 77 Deutscher Meister im Frauen-Doppel- zweier Bei den Deutschen Rudermeisterschaften für Frauen, die am Wochenende auf der Lahn in Bad Ems ausgetragen wurden, fielen am Sonntag die ersten Entscheidungen. Deutscher Meister 1952 im Doppelzweier für Frauen wurde der Kölner Ruderverein 1877 in 3:58,1 Minuten vor der Mannheimer Amicitia. den 1. FC Pforzheim Platze gegen den ASV Cham verloren Rückhalt gleich zu Beginn — und seien es auch nur zwei Punkte — sehr tröstlich sein kann. Die Pfarzhedmer Elf kommt aber trotzdem in der Edozelkritik nicht schlecht weg, denn man muß der Hintermannschaft und Läuferreihe ein gutes Zeugnis aussteilen. Biedenbach und Schmidt durften wieder Sonderbeifall einheimsen. Beim ASV Cham ragte Mittelläufer Weindl rein körperlich und hinsichtlich seines Könnens über seine Kameraden hinaus. Ihm und dem gut aufgelegten Sturm kann der ASV den Sieg verdanken. Die Chamer Neuzugänge Doruhauser (ehemals Herne) Hochmuth (von Jahn Regensburg) Holzmann (von Straubing) und Krachowitzer führten sich gut ein. Unter den Pforzheimer Neuzugängen ragte Hastreiter heraus, der jedoch nicht in der Form wie gegen Holstein Kiel spielte. Karl Rau hat ebenfalls nicht seine sonstige Leistung erreicht. Wenig glücklich erwies sich die Aufstellung von Kerkhoff (vormals Preußen Münster) als Mittelstürmer. Nach 30 Minuten Spielzeit, als es 1:0 für Cham stand, versuchte man die Konsequenzen zu ziehen und nahm Kerkhoff in die Läuferreihe zurück. Für ihn ging nun Vogt in die Sturmmitte, der auch tatsächlich weit produktiver war. Grobs und Brand gaben sich zwar viel Mühe, hatten aber mit ihrem Zuspiel wenig Glück. Scheib im Tor konnte gegen die beiden Gegentreffer nichts aus- richten.. Das Spiel war ein typischer Punktekampf, beiden auf beiden Seiten mit großem Einsatz gekämpft wurde. Die Wendung des Treffens zugunsten des Clubs hätte sicherlich eingesetzt, wenn Schiedsrichter Rütten, Stuttgart beim Stand von 0:1 für Cham einen Händeelfmeter gegeben hätte, der bombensicher fällig war, als Kneisl im Strafraum den Ball mit dem Arm ins Feld zurückschlug. Auch gegen Schluß der ersten Halbzeit hatten die Chamer viel Glück, denn immer wieder stellte sich ein Bein dazwischen. Schließlich schrien die Zuschauer nach Fufiball in Zahlen Kickers Offenback — FSV Frankfurt -5* VfB Mühlburg — Ulm 16 ^7:1 Eintracht Frankfun SpVgg. Fürth 4:1 VfB Stuttgart — BC Augsburg 3:2 1. FC Nürnberg — Stuttgarter Kickers 2:8 Schweinfurt 05 — Viktoria Aschaffenburg 1:2 60 München - SV Waldhof 2:0 VfR Mannheim — Bayern München 3:0 Kickers Offenbach 1 5:0 2:0 BC Augsburg 1 2:3 0:2 VfR Mannheim 1 3:0 2:0 Schweinfurt 05 1 1:2 0» 1860 München 1 2:0 2:0 1. FC Nürnberg 1 2:5 0:2 VfB Mühlburg 1 7:1 2:0 SpVgg. Fürth 1 1:4 0» Eintr. Frankfurt 1 4:1 2:0 TSG Ulm 46 1 1:7 0:2 Stuttg. Kickers 1 5:2 2:0 SV Waldhof 1 0:2 0:2 Aschaffenburg 1 241 2:o Bayern München 1 0:3 0:2 VfB Stuttgart 1 3:2 2:0 FSV Frankfurt 1 0:5 0:2 Haben Sie richtig getippt ? West-Süd-Block: 2222101 1 221222 Nord-Süd-Block: 22120121121120 3. Lisa Süd: ASV Feudenheim — Jahn Regensburg 2:3 Schwaben Augsburg — ASV Durlach 0:0 SSV Reutlingen — SV Darmstadt 98 0:1. Karlsruher FV — FC Bamberg 7:0 Union Böckingen — Bayern Hof 1:2 1. FC Pforzheim — ASV Cham 1:2 Hessen Kassel — VfL Neckarau 0:0 SV Wiesbaden — FC Singen 04 1:0 Karlsruher FV 1 7:0 2:0 VfL Neckarau 1 0:0 1:1 Bayern Hof 1 2:1 2:0 Schw. Augsburg 1 0:0 1:1 ASV Cham 1 2:1 2:0 ASV Durlach 1 0:0 1:1 Jahn Regensburg 1 3:2 2:0 ASV Feudenheim 1 2:3 0:2 SV Darmstadt 89 1 1:0 2:0 Union Böckingen 1 1:2 0:2 SV Wiesbaden 1 1:0 2:0 1. FC Pforzheim 1 1:2 0:2 TSV Straubing 1 2:2 1:1 FC Singen 04 1 0:1 0:2 FC Freiburg 1 2:2 1:1 SSV Reutlingen 1 0:1 0:2 Hessen Kassel 1 0:0 l:l FC Bamberg 1 0:7 0:2 1. Amateurliga Nordbaden: Kirchheim — Schwetzingen OKI Käfertal — Daxlanden 1:5 Viernheim — Knielingen 2:1 Hockenheim — DSC Heidelberg IK) Kirrlach — Brötzingen 4:0 Leimen — Birkenfeld 4:0 Friedrlehsfeld — Rohrbach 8:0 Friedrichsfeld 1 8:0 2:0 Knielingen 1 1:2 0:2 Daxlanden 1 5:1 2:0 DSC Heidelberg 1 0:1 0:2 Leimen 1 4:0 2:0 Birkenfeld 1 0:4 0:2 Kirrlach 1 4:0 2:0 Brötzingen 1 0:4 0:2 Viernheim 1 2:1 2:0 Käfertal 1 1:5 0:i Hockenheim 1 1:0 2:o Rohrbach 1 0:8 0:2 Kirchheim 1 0:0 1:1 Phönix Karlsruhe _ , _ _ Schwetzingen 1 0:0 1:1 1. Württembergische Amateurliga: SG Untertürkheim — FV Korpwesthetm Spfr. Stuttgart — SpVgg. Feuerbach 1:0 VfL Sindelfingen — SC Schwenningen Normannia Gmünd — SC Geislingen VfL Kirchheim — VfR Heilbronn FC Eislingen — VfB Friedrichshafen VfR Schwenningen — Stuttgarter SC FV Ebingen — VfR Aalen FC Eislingen 2 10:3 5:1 Spfr. Stuttgart 2 2:0 4:0 Norm. Gmünd 3 9:? 4:2 VfR Heilbronn 2 7:2 3:1 SG Untertürkheim 2 2:1 3:1 VfR Schwenningen 2 2:1 3:1 VfR Aa’en 2 3:2 3:1 VfL Sindelfingen 3 8:3 3:3 *1 (abgebr.) 5:1 3:2 1:1 2:8 1:0 1:2 VfB Friedrichsh. SC Schwenningen FV Kornwestheim Stuttgarter SC VfL Kirchheim SC Geislingen SpVgg. Feuerbach FV Ebingen 2:3 4:7 0:9 0:1 1:4 2:4 2:7 3:5 2:2 2:2 2:4 1:3 1:2 1:5 1:5 0:4 Oberliga Nord: Hamburger SV — Altona 93 Bremer SV — Arminia Hannover VfB Lübeck —Werder Bremen Concordia Hamburg — Holstein Klei Harburger TB — Bremerhaven 93 Göttingen 05 — Eimsbüttel Eintracht Osnabrück — FC St. Pauli Hannover 96 — VfL Osnabrück 1. Liga West: Rotweiß Essen — Bayer Leverkusen Borussia M.-Gladbach — Schaikc 04 Alemannia Aachen — Borussia Dortmund Spfr. Katernberg — Preußen Münster Horst/Emscher — 1. FC Köln Fortuna Düsseldorf — Meldericher SV Preußen Dellbrück — Schwarzweiß Essen SV Heme/Sodingen — SpVgg. Erkenschwick 1. Liga Südwest: TuS Neuendorf — VfR Kim Eintracht Trier — Tura Ludwigshafen 1. FC Kaiserslautem — FV Engers Mainz 05 — Wormatla Worms Saar 05 Saarbrücken — FK Pirmasens Borussia Neunkirchen — FV Speyer VfR Frankenthal — VfR Kaiserslautem Phönix Ludwigshafen — 1. FC Saarbrücken Berlin: Spandauer SV — Viktoria Südring — Helgoland VfB Britz — Südstem Marathon — Sperber Privat: FC Zürich — Union Berlin 4:3 2:0 3:1 8:0 2:0 2:4 3:1 1:3 8:1 2:8 1:3 3:3 1:2 4:3 4:2 2:2 7:1 1:1 8:0 1:2 2:4 2:8 3:4 1:2 0:3 1:1 4:3 3:0 3:1 dem Seitenwechsel in der 68. Minute bereits „Tor“, als Neßmanns Geschoß an der Innenkante der Querlatte abspritzte. Beim Nachschuß behinderten sich Neßmann und Grobs gegenseitig, so daß kein guter Schuß herauskam. Wenige Minuten vorher hätte es auch schon zum Ausgleich kommen können, als Hastreiter unglücklicherweise nur den Pfosten traf. Der spielentscheidende Treffer fiel in der 87. Minute durch den Chamer Halbrechten Krachowitzer, der im Anschluß an eine schulmäßig vorgetragene Kombination von Gießen fein bedient wurde und aus dem Lauf heraus den Ball ins Netz jagte. Die Zuschauer wanderten ab, noch ehe der Club in der 80. Minute durch Kopfball von Hastreiter zum Ehrentreffer kam. G. O. / Seite 4 / Nummer 196 Montag, 25. August 19öi Deutsche Badamateure vom Pech verfolgt Giancola (Italien) Amateur-Straßenmeister Der Italiener Luciano Giancalo gewann am Samstag in Luxemburg den ersten Wettbewerb der Rad- weltmeister schäften 1952, das Straßenrennen der Amateure über 175 km in 4:22:11,8 Stunden im Spurt gegen dreizehn Fahrer. Auf den nächsten Plätzen kamen ein: van de Brekel (Holland), Olympiasieger Noyelle (Belgien), Ludwig (Luxemburg), Gelissen (Holland), Kooyman (Holland), Michel (Frankreich), Aanrad (Holland), van Genechten, Grondelaers (beide Belgien), Bruni (Italien), Joergensen (Dänemark) und Anquetil (Frankreich). Entscheidung ln der letzten Runde Die Straßenmeisterschaft der Amateure wurde von 112 Fahrern aus 24 Nationen auf einer zehnmal zu durchfahrenden Rundstrecke von 17,5 km bestritten. Bereits in der zweiten Runde gab es auf der hügeligen Strecke einen Massensturz, bei dem der Deutsche Meister Walter Becker (Queidersbach) einen Knöchelbruch • erlitt. Während Becker ins Krankenhaus gebracht wurde, mußte der Olympiadritte Ziegler (Schweinfurt) wegen Maschinenschadens auf geben, da der Ersatzteilwagen nur drei Räder mitführte, die schnell vergriffen waren. Neben den beiden Deutschen wurde auch der Titelverteidiger Ghidini (Italien) in den Sturz verwickelt, er setzte das Rennen zwar fort, konnte aber den Zeitverlust nickt wieder aufholen. Nach diesem Zwischenfall bildete sick eine aus de Los Santos (Uruguay), van de Brekel (Holland), B. J. King (England), Thomas (Frankreich) und Nencini (Italien) bestehende Spitzengruppe, die in der vierten Runde von der Hauptgruppe, angeführt von Olympiasieger Noyelle (Belgien) wieder eingeholt wurde. Bei einem weiteren Ausreißversuch am Ende der siebenten Runde hielt der Italiener Fantini am längsten aus, der noch mit SS Sekunden Vorsprung in die letzte Runde ging. Bald hatte das Hauptfeld aufgeschlossen. Wenige Kilometer vor dem Ziel spurteten sechs Fahrer nach vorn, eine Verfolgergruppe schloß auf, und das Rennen wurde unter 14 Fahrern im Spurt entschieden. Der Italiener Giancola, der in Helsinki nicht startete, behauptete sich ganz knapp in Front. Deutsche Fahrer hatten Pech Von den deutschen Fahrern beendeten Reitz (Wiesbaden), Tülier (Wuppertal) und Maue (Schopp) das Rennen. Von ihnen kam Reitz als bester Deutscher dicht hinter der Spitzengruppe ein. Mit etwas größerem Rückstand folgte Tülier, während Maue nach einem Sturz in der neunten Runde aussichtslos an das Ende des Feldes zurückflel. Bei dem Massensturz in der zweiten Runde verletzte sich der Deutsche Meister Walter Becker so schwer, daß ihm im Krankenhaus eine Wunde am linken Bein oberhalb des Knöchels genäht werden mußte. Dem Olympiadritten Ziegler (Schweinfurt) zerbrachen beide Räder, so daß er zu Fuß am Ziel ankam. Dort berichtete er: „Im Augenblick des Sturzes gab es für mich nur eins: runter vom Rad und Hände über den Kopf, denn Menschen und Maschinen lagen haufenweise übereinander. Als ich aus dem Knäuel der gestürzten Fahrer und verbogenen Maschinen hervorkroch, saßen schon andere auf den im Materialwagen mitgeführten drei Ersatzrädern.“ Den sechsten deutschen Teilnehmer, den Schweinfurter Zeißner (Achter in Helsinki), ereilte in der achten Runde das Schicksal. Nachdem er durchweg in der Spitzengruppe placiert war, kam er mit zweieinhalb Minuten Rückstand mit einem luftleeren Vorderreifen am deutschen Ersatzteillager an. Als er seinen Rückstand nicht wieder gutmachen konnte, gab er in der neunten Runde das Rennen auf. Folks im nächsten Jahr nach US1 Die Doppelweltmeister im Rollschuh- und Eiskunstlauf, Ria und Paul Falk (Düsseldorf) erklärten •m Freitagmorgen einem dpa-Vertreter in Frankfurt, daß sie nicht vor April nächsten Jahres als Berufsläufer nach Amerika gehen wollten. Sie hofften. im Januar oder Februar ihr Debüt als Berufssportler in einer Eisrevue in Deutschland zu geben. Ehre Tournee, die sie gegenwärtig durch Süddeutschland führt, soll das Ende ihrer Amateurlaufbahn sein. Sie würden weder an den Deutschen Rollkunstlauf-Meisterschaften in Schwabach noch an den Weltmeisterschaften in Dortmund teilnehmen. Paul Falk sagte noch, daß er und seine Frau nur dann xpit der amerikanischen Eisrevue „Holiday on Ice“ •bsehließen würden, wenn der Vertrag ihren Wünschen entspräche. Heimsiege in der nordbadischen Amateurliga Birkenfeld und Brötzingen verloren jeweils auswärts mit 4:0-Toren Kirchheim — Schwetzingen 0:0; Käfertal — Daxlanden 1:5; Viernheim — Knielingen 2:1; Hockenbeim gegen DSC Heidelberg 1:0; Kirrlach — Brötzingen 4:0; Leimen — Birkenfeld 4:0; Friedricfasfeld — Bohrbach 8:0. Sieben Spiele standen auf dem Programm der nordbadischen Amateurliga am ersten Spieltag, wobei es nicht ohne Ueberraschungen abging. So zeigte der Neuling Kirchheim dem letztjährigen Zweiten Schwetzingen die Zähne und nahm den Spargelstädtern nach einem torlosen Unentschieden einen Punkt ab. Besser machte es Däxlanden, das in Käfertal mit 5:1 Toren die Oberhand behielt, und der vorjährige Vierte Friedrichsfeld feierte gegen Rohrbach sogar einen 8:0-Sieg. Jeweils 4:0 hieß es ln Kirrlacb und Leimen, wo die Pforzbeimqr Mannschaften Brötzingen bzw. Birkenfeld zn Gast waren. Der mit Spannung erwartete Start des früheren Dresdener SC endete beim FV Hockenheim mit einer 0:1-Niederlage. Viernheim erreichte gegen den Aufsteiger Knielingen gerade noch einen 2:l-Erfolg. Kirrlacb — Brötzingen 4:0. — Die Brötzinger Germanen hatten im ersten Verbandsspiel gegen Kirrlach keinen ihrer besten Tage erwischt, doch konnten sie bis zur Pause noch einen einigermaßen gleichwertigen Gegner abgeben, da die Platzelf lediglich einen Treffer durch Hendel markieren konnte. Dann aber im Verlauf der zweiten Spielhälfte erwies sich Kirrlach eindeutig als die bessere Mannschaft und kam durch Wüst in der 46. und 68* Minute zum. 3:0. Fünf Minuten vor Spielende markierte Has noch den vierten Treffer. Leimen — Birkenfeld 4:0. — Die Gäste aus Birkenfeld zeigten in Leimen nicht ihre beste Leistung. Andererseits aber hatten sie es auch kollosal schwer, da die Platzelf über eine gute schlagsichere Hintermannschaft verfügte. Bis zur Pause war Leimen durch Treffer von Dimmel und Filsinger F. bereits 2:0 in Führung gegangen. Nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste einige gute Chancen, die jedoch nicht wahrgenommen wurden. Allmählich bekamen die Platzherren wieder Uaberwasser und Dimmel und Filsinger R. schickten durch 2 weitere Treffer die Gäste restlos auf die Verliererstraße. Kirchheim ^ Schwetzingen 0:0. — Schwetzingen mußte zu diesem Spiel mit vier Ersatzleuten antre- ten und vor allem auf seinen Mittelstürmer Haug verzichten. Kirrlach führte eine eifrige Hintermannschaft ins Feld und hatte zudem in seinem rechten Verteidiger Haug den besten Mann auf dem Platze. Zwar wurde vom Schiedsrichter ein in der 87. Minute gefallenes einwandfreies Tor nicht gewertet, jedoch sprach das Eckenverhältnis mit 9:2 zugunsten Kirch- heims. Hockenheim — DSC Heidelberg 1:0. — Der spielentscheidende Treffer fiel bereits in der 8. Minute, nachdem Brandenburger eine Ecke präzis hereingab und Konzi durch Kopfstoß verwandelte. Der DSC war zwar die technisch bessere Elf, doch glich Hok- kenheim durch seinen Spieleifer und konsequentes Decken dieses Plus aus. Friedrichsfeld — Rohrbach 8:0. — Die Rohrbacher Kantemiederlage dürfte wohl kein gerechter Maßstab für die Stärke der Elf sein, denn Friedrichsfeld wartete zwar mit einer sehr guten Leistung auf, doch waren die Rohrbacher keineswegs 8 Tore schlechter. Die Tore fielen durch Pister (2), Döht (2), Berger (2), Hees und Brenner. Käfertal — Daxlanden 1:5. — Der Neuling Käfertal zeigte gegen Daxlanden ein sehr eifriges Spiel, konnte aber dem Können der Gäste nichts Gleichwertiges entgegensetzen. Bis zur 9. Minute hatte sich Daxlanden durch Müller und Schwall bereits eine 0:2- Führung herausgespielt Zum ersten, aber auch einzigen, Gegentreffer kamen die Platzherren in der 33. Minute durch Schwobel. Ein eindeutiger Foulelfmeter, den Rastetter unhaltbar, verwandelte, ergab das 1:3. Müller und Kuhn stellten durch 2 weitere Treffer in der 83. und 85. Minute den Endstand auf 2:5. Viernheim — Knielingen 2:1. — Der Nguling Knie- lingen hinterließ in Viernheim einen recht guten Eindruck. Bei Viernheim machte sich vor allem die Rückwanderung von Bolleyer recht angenehm bemerkbar. Bereits in der 6. Minute markierte Bolleyer den Führungstreffer, der bis in die zweite Hälfte hinein behauptet werden konnte. Erst 3 Minuten nach dem Wiederanspiel gelang den Gästen durch Bechtold der Ausgleich. Beiderseits verstärkte man nun den Einsatz. Viernheim war die glücklichere Elf, denn Bolleyer konnte in der 75. Minute nach einem Verteidigungsfehler den siegbringenden Treffer schießen. Fußball-Vereinspokal ausgelost Die Auslosung des Fußball-Vereinspokals, dessen nächste Runde am 5. Oktober gespielt wird, ergab am Samstag in Frankfurt folgende SDiele: Waldhof gegen Fürth, Worms — Trier, HSV — Neunkirchen, Dellbrück — Offenbach, Aachen — Nürnberg, Con- cordda Hamburg — Mühlburg, Hamborn — St. Pauli, Rotweiß Essen — VfL Osnabrück oder Phönix Ludwigshafen. Für die zweite Runde des Amateur- Bundespokals ergab sich nachstehender Spielplan: Berlin — Niedersachsen, Bremen — Hamburg, Westfalen — Mittelrhein, Schleswig-Holstein — Nieder - rhein, Hessen — Baden, Württemberg — Bayern, Südwest — Südbaden, Rheinland zog Freilos. Höpner wieder Deutscher Meister Durch einen über zwölf Runden erfochtenen Punkt' sieg verteidigte der Deutsche Halbschwergewichts» mejster Willi Höpner Hamburg) 78,8 kg, am Samstag bei einer Hamburger Berufsboxveranstaltung seinen Titel gegen Heina Sachs (Krefeld) 78,2 kg, erfolgreich. Der Meister verhielt sich in den ersten 3 Runden defensiv. Da der Herausforderer seiner Rolle nicht gerecht wurde, blieb der Kampf uninteressant. In der vierten Runde ging Höpner zum Angriff über und brachte seine Linke wiederholt wirkungsvoll ins Ziel. In der sechsten Runde blutete Sachs unterhalb des linken Auges. Der Krefelder versuchte, in der achten Runde dem Kampf durch einen überfallartigen Angriff eine Wendung zu geben, wurde aber abgewiesen. Von der sechsten Runde an mehrten sich die Pfiffe der unzufriedenen Zuschauer. In der zehnten Runde erlitt auch der Meister eine blutende Wunde unterhalb des rechten Auges. Die letzten Runden des Kampfes verliefen bei abwartender Haltung Höpners ebenfalls ruhig, so daß sich da» Pfeifkonzert in der zwölften Runde steigerte. Ergebnisse der Rahmenkämpfe: Weltergewicht: Zetzmann (Hamburg) Punktsieger über Schneider (Celle). Mittelgewicht: Starosch (Essen) Punktsieger über Spitzkopf (Harnbg.). Halbschwergewicht: Baleer (Celle) Punktsieger über den Dänischen Meister Erik Jensen. Auch der letzte Kampf des Hamburger Berufsboxabends ging über die Runden. Jimmy King (USA) erfocht über acht Runden einen klaren Punktsieg über den Hamburger Halbschwergewichtler Paul Schirrmann. Erstmals ein Deutscher Straßen-Weltmeister Der Schwenninger Heinz Müller kam zu einem großen Erfolg Der Deutsche Heinz Müller (Schwenningen) gewann am Sonntag die Weltmeisterschaft der Berufsstraßenfahrer über 280 Kilometer im Spurt mit Handbreite gegen, den Schweizer Gottfried Wellemann, dem eine halbe Radlänge zurück der Münchner Ludwig Hörmann auf dem dritten Platze folgte. Damit fiel zum erstenmal in der Radsportgeschichte eine Straßenweltmeisterschaft an Deutschland. Selbst im deutschen Lager hatten die größten Optimisten nicht mit einem solchen Erfolg gerechnet. Müller, der seine gute Form bereits bei der Deutschlandrund fahrt durch einige Etappensiege unterstreichen konnte, erhielt starken Beifall der rund 100 000 Zuschauer. Die deutsche Kolonie trug ihn auf den Schultern zum Siegespodest» wo ihm UCI-Präsident Achille Joinard (Paris) das regenbogenfarbene Weltmeister- Trikot überstreifte. Zahlreiche deutsche Zuschauer vermerkten mit Erstaunen, daß bei der Siegerehrung nicht — wie sonst üblich — die Nationalhymne, sondern ein unbekannter Marsch gespielt wurde. Berufsstraßenfahrer von neun Nationen starteten am Sonntagmorgen auf der 17,5 km langen Dreiecks- Strecke bei Luxemburg, auf der am Samstag die Amateurweltmeisterschaft entschieden worden war. Bereits eine Stunde vor dem Start hatten sich rund 100 000 Zuschauer eingefunden. Nach Schluß der zweiten Runde setzten sich Varnajo (Frankreich) und Die- derich (Luxemburg) vom Felde ab und führten vorübergehend mit fast vier Minuten Vorsprung, in der 9. Runde schlossen Kirchen (Luxemburg), Bartali (Italien) und Dekkers (Holland) zu den beiden Spitzenreitern auf. Auf dem letzten Drittel der Strecke machte sich das Hauptfeld energisch an die Verfolgung, hierbei gab der Münchner Ludwig Hörmann verschiedentli chden Ton an. In der 15. Runde lag das Feld wieder geschlossen beisammen, so daß in der 17. und letzten Runde die Entscheidung im Spurt fallen mußte. Bis dahin hatten die großen Favoriten Kühler (Titelverteidiger), Schweiz, van Steenberghen (Belgien) und Magni (Italien) nicht einmaldie Initia- I tive ergriffen und schonten sich offensichtlich für den Kickers Offenbach Süddeutscher Jugendmeister A-Jugend des 1. FC Pforzheim nach schönem Spiel au! dem 3. Platz Im Kampf um die Süddeutsche Jugend-Fußballmeisterschaft holte sich am Sonntag ln Friedrichshafen Kickers Offenbach mit 2:1 den Meistertitel. Bereits znr Halbzeit waren die Hessen durch ihren Halbrechten Finke nach einem schnellen Durchbrach in der 17. Minute in Führung gegangen. Der linke Läufer Kaiser konnte eine Viertelstunde später durch einen verwandelten Foulelfmeter das Ergebnis auf 2:0 verbessern. Den angestrengten Bemühungen der Ulmer gelang der verdiente Ehrentreffer ln der ersten Halbzeit nicht mehr, sogar ein Elfmeter, der bei dem Durcheinander entstanden war, wnrde durch den ansgezeichneten Offenbacher Torhüter Natale abgewehrt. Erst in der 41. Minute gelang es dem Halblinken Ruoff 1m Nachschuß, unhaltbar vor dem Tor stehend den Torhüter zu überwinden. Trotz einer starken Drangperiode in dem unheimlich schnellen Kampf, der sich ln der letzten Viertelstunde fast nur noch im Offenbacher Raum abspielte, waren die Bemühungen der Ulmer nicht mehr erfolgreich. Im Spiel um den dritten und vierten Platz trafen daß es mit 0:0 in die Pause ging. Ein Irrtum des sich am Sonntagnachmittag der 1. FC Pforzheim und sonst ausgezeichneten Pforzheimer Torhüters, der der FV Oetigheim. Die Pforzheimer errangen Dank aus dem Gehäuse gelaufen war, brachte die Oetig- besserer Taktik und kräftigeren Durchschlagsvermö- heimer zwar in der 55. Minute in Führung, doch gens mit 3:1 den dritten Platz. Bereits die erste stellten die Pforzheimer bald darauf innerhalb von Halbzeit brachte eine drückende Ueberlegenheit der acht Minuten das Resultat auf 3:1. Pforzheimer, doch setzten sie sich gegen die sich . , _ tapfer wehrenden südbadener nicht recht durch, so Erste Femzebübertragung eines Fußballspiels Endspurt. Die gleiche Taktik verfolgte der Deutsche Heinz Müller, der während des ganzen Rennens nicht einmal in Erscheinung trat Auf der Zielgeraden zog er hart an der rechten Straßenseite fahrend den Spurt an, während der Schweizer Weilemann ganz auf der ginken Seite fuhr. Die Entscheidung war äußerst knapp und viele Zuschauer, die nicht genau auf der Ziellinie standen, glaubten den Schweizer als Sieger zu sehen. Eine halbe Radlänge zurück folgte Ludwig Hörmann, der die Straßenmitte einhielt. Bei dieser Verteilung gab es ohne jede Behinderung eine einwandfreie Entscheidung. Das offizielle Ergebnis Neuer Straßenweltmeister: Heinz Müller (Schwenningen) 7:05:51 Stunden. 2. Gottfried Weilemann (Schweiz) eine Handbreite zurück. 3. Ludwig Hörmann (München) eine halbe Radlänge zurück. 4. Fiorenzfl,. Magni (Italien). 5. Robert Varnajo (Frankreich). 6. Franhof (Holland). 7. Jean Baldassari (Frankreich). 8. Louis Bobet (Frankreich). 9. Rik van Steenberghgn; (Belgien), alle die gleiche Zeit wie Heinz Müller. D£r Deutsche Peter Schulte mußte in der 9. Runde wegen Reifenpanne aufgeben. Sein Landsmann Heiner Schwarzer, der trotz Verbotes der Rennleitung auf Schulte warten wollte, schied ebenfalls aus dem Rennen aus. Pech für Gino Bartali Ganz anders dagegen verhielt sich Ludwig Hörmann. Er war mehrmals dabei, als die „Post abging“. Aber Hörmann setzte jedesmal auf das falsche Pferd, auch wenn es Gino Bartali hieß. Der Campionissimo war auch einer von denen, die; sich vergeblich bemühten, einen ernstlichen Vorsprung zu unternehmen. Aber auch Bartali mußte sich nach drei Runden von der ihn erbittert jagenden Meute wieder einfangen lassen. Heinz Müller vertraute bis zum Schluß auf seine Spurtfähigkeiten, und dadurch gelang dem 26 Jahre alten der große Schlag, Deutschland im Radball mit der Schweiz punktgleich In den Spielen um die Radball-Weltmeisterschaft sind Deutschland und die Schweiz mit je 6:0 Punkten punktgleich. Deutschland schlug Frankreich 5:2, das Saarland wurde 8:1 abgefertigt und Dänemark mit 9:1 besiegt Die Spiele um das Radball-Turnier werden am Montag fortgesetzt Ein Turner mehr, ein Funktionär weniger Albert Zellekens verzichtete auf Südamerika- Heise zugunsten eines Aktiven Der Kunstturnwart des Deutschen Turnerbvmdes, Albert Zellekens, Frankfurt, gab ein gutes Beispiel vorbüdlicher Führung, als er seine Passage für die Südamerikafahrt der deutschen Kunstturner strich und dafür mit Hans Pfann (Neuötting) einem weiteren Turner die Südamerika-Reise ermöglichte. Die Einladung aus Südamerika lautete ursprünglich auf Sieben Turner und zwei Begleiter. „Das ist. kein echtes Verhältnis“, erklärte Albert Zellekens, und stellte durch seinen Verzicht die Proportion richtig. 8:1 ergibt auch eine sehr viel bessere Optik als 7:2, nicht zuletzt für den Veranstalter, der die nicht unerheblichen Reisekosten der Südamerika-Reise der deutschen Kunstturner zu zahlen hat. Reisebegleiter ist endgültig der Hamburger Hans Reip, der mit folgenden Turnern die Südamerika- Reise antreten wird: Erich und Theo Wied, Friedei Overwien, Alfred Schwarzmann, Jakob Kiefer, Helmut Bantz, Adalbert Dickhut und Hans Pfann. Die deutsche Mannschaft wird am 7. September Deutschland auf dem Luftweg nach Rio de Janeiro verlassen. Ijx Südamerika sind insgesamt fünf Schauturnen, davon drei in Brasilien und zwei in Chile, vorgesehen. Oberitnliens Kunstturner unterlagen Württemberg Vor 2000 Zuschauern besiegte am Samstagabend eine Württemberg! sehe Kunsttumriege eine Auswahl von Oberitalien, in der sieben Olympiateilnehmer Standen, mit 283,50:278,50 Punkten. Bester Einzeitur- ner war Theo Wied mit 48,75 Punkten vor seinem Bruder Erich Wied mit 47,90 Punkten. Auf dem dritten Platz folgte als bester Italiener Luigi Zanetti mit 47,65 Punkten. Die weitere Placierung lautet: Vierter W/a wi*d da s Wetter ? Ein Tiefdruckgebiet gelangt in unseren Bereich. Heute noch trocken, wolkig bis aufhedtemd. Höchsttemperaturen am Tage zwischen 20 und 25 Grad. Nachte um 10 Grad. Morgen Uebergang zu unbeständiger Witterung. Sepp Rennen, Württemberg, 46,90 Punkte. 5. Karl Landenberger, Württemberg, 46,90 Punkte. 6. Heinz Ziegele, Württemberg, 46,00 Punkte. 7. Fabio Bona- cina, Italien, 45,90 Punkte. 8. Mario Smeraldi» Italien, 45,90 Punkte. In der Wertung der einzelnen Geräte bewiesen die Württemberger ihre Ueberlegenheit am Barren, Seitpferd, Boden und Reck, während die Italiener an den Ringen einen ganz knappen Vorsprung verausturnen konnten. Das Kampfgericht, das sich aus zwei Italienern und zwei Württembergem zusammensetzte, hat leider aus den Erfahrungen in Helsinki nichts gelernt und bewertete die einzelnen Turner viel zu hoch. Die Bestnote «hielt Theo Wied mit 9,9 Punkten für seine Uebung am Reck. Theo Wied war außerdem am Barren mit 9,7 Punkten und an den Ringen mit 9,85 Punkten der beste Mann. Am Seitpferd und am Boden stellten die Italiener mit Smeraldi (9,7 Punkte) und Camoli (9,8 Punkte) die besten Turner. Deatschland-Finnland ini Turnen in Karlsruhe Der Kunsttumwflrt des Deutschen Turnerbundes, Albert Zellekens, Frankfurt, teilte am Samstagabend einem DPA-Vertreter mit, daß der Kunsttumkampf Deutschland — Finnland endgültig am 2. November 1952 in Karlsruhe stattflnde. Der Länderkampf wird in.der Karlsruher Markthalle ausgetragen, die zu diesem Zweck auf ein Fassungsvermögen von 12 000 Zuschauern gebracht wird. Unter dem Ehrenvorsitz von Bürgermeister Brauer trat am Freitag im „Haus des Sports“ das Schiedsgericht für die Auswahl von Turnfest-Plakats zum Deutschen Turnfest 1953 in Hamburg zusammen. Den Plakat-Wettbewerb schrieb die Stadt Hamburg aus. Es gingen 137 Entwürfe ein. Den ersten Preis im Werte von 2 500 Mark erhielt Christoph Heiduck (Kassel) für seine moderne Arbeit, die die einstimmige Aberkennung des unter Leitung von Professor Dr. Hölscher "(München) stehenden Schiedsgericht fand. Zum erstenmal in der Geschichte des deutschen Fernsehens machte der NWDR Hamburg am Samstag in Hamburg mit mehreren Fernsehkameras 90 Minuten lang Aufnahmen eines Fußballspiels in Direktübertragung. Die Femseh-Sendung des Oberligakampfes HSV—Altona 93 vom Hamburger Rothem- baum muß — technisch gesehen — trotz mancher Schwierigkeiten als gelungen bezeichnet werden. Die wesentlichsten Momente wurden von den Fernsehkameras gut gefaßt, und die Bewegungen der Spieler und des Balls waren trotz abendlicher Dämmerung und dadurch bedingten ungünstigen Lichtverhältnissen gut zu erkennen- Für die drei Rundfunksprecher war die Femsehübertragung ein gewagtes Unternehmen. Denn im Gegensatz zu sonstigen Sportreportagen, bei denen die Zuschauer nicht mit eigenen Augen das Spielgeschehen verfolgen können, mußten die Sprecher beim Fernsehen besonders aufmerksam sein. Alle drei Reporter bemühten sich offensichtlich, die Ereignisse humorvoll und allgemein verständlich zu schildern. Es wurden allerdings zu oft „gurte Ratschläge“ erteilt, die fehl am Platze schienen. Auch gab es Namensverwechslungen. Es bleibt abzuwarten, ob nicht durch derartige Uebertragungen von Fußballspielen kl der Zukunft wie in anderen Ländern die Zuschauer von den Sportplätzen femgehalten werden. Garmische Bobwelüneiifersdiaft in Gefahr In einem Schreiben an die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen mahnte der Präsident des Sportkomitees, unverzüglich jnit den Sommerarbeiten an den Sportstätten zu beginnen. Es sei sonst nicht mehr die Gewähr gegeben, die großen repräsentativen Sportveranstaltungen des kommenden Jahres, in deren Mittelpunkt die Bobweltmeisterschaft steht — die erste Weltmeisterschaft nach dem Kriege in Deutschland — reibungslos abzuwickeln. Bürgermeister Josef Zwerger erklärte dazu am Samstag, Garmisch sei auf die Dauer nicht in der Lage, die riesigen Sportanlagen zu unterhalten. Bei großen repräsentativen Sportveranstaltungen müßten das Land Bayern und der Bund helfen, Eine vom bayrischen Ministerrat ernannte Kommission wird in der nächsten Woche die Olympia- Sportstätten besichtigen und darüber entscheiden, ob ein Vorschuß für die Ueberholungs- und Ergänzungsarbeiten vor allem auf der Olympia-Bobbahn gegeben werden soll. 48 Teilnehmer aus neun Nationen Wenn es bei den Profis auch hur neun Nationen waren, die ihre Besten nach Luxemburg entsandten, so befanden sich unter ihnen mit Ausnahme des verletzten Fausto Coppi und des erkrankten Hugo Kohlet alle Fahrer von Rang und Namen, die Aussichten hatten, den begehrt«! Weltmeistertitel zu gewinnen. Umso schwerer hatten es die Deutschen Hörmann, Müller, Holthöfer, Schwarzer und Schulte, hier zu bestehen. Peter Schulte war gleich vom Start weg einer der eifrigsten, und die wenigen deutschen Besucher hatten Angst um den kleinen, ehrgeizigen „Kölschen Jung", daß er sich durch sein allzu häufiges Führen der Hauptgruppe zu früh verausgaben würde. Ein starker Nordostwind hatte das, was auf der Strecke an Schwierigkeiten fehlte, ausgeglichen. So blieben die Profis mit .den Rundenzeiten durchweg hinter den Vortagsresultaten der Amateure. Schwarzer batte Reifenschaden Deutschland hatte während des Rennens zwei Fahrer verloren. Der Vorjahressechste, Heinrich Schwarzer, erlitt Reifenschaden. Peter Schulte hielt in der zehnten Runde an und wollte Schwarzer sein Hinterrad geben, aber da legten die nachfahrenden Sport- kommissare gleich ihr Veto ein, und so mußte Schwarzer das Rennen aufgeben. Schulte hatte durch diesen Zwischenfall wertvolle Zeit verloren und gab resigniert nach wenigen Kilometern die Verfolgungsjagd auf, als er sah, daß es jetzt kein Aufschließen zum Gros mehr gab. Der Bielefelder Werner Holthöfer hielt sich bis zum Ende des Rennens in der Hauptgruppe und kam auch am Ziel in der zwanzig Mann starken Hauptgruppe, in der sich auch Bartali, Kühler, Bevilacqua und van Esch befanden, an. Petry (Wiesbaden) wurde als Dreißigster placiert. NSU-Sieg in Holland Im Motorradrennen von Tubbergen (Holland) siegte in der Klasse bis 125 ccm der holländische Fahrer de Graef auf einer NSU-Rennfox, die ihm für dieses Rennen von den NSU-Werken zur Verfügung gestellt worden war. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 112,95 km/std, die schnellste Runde fuhr er mit 115,16 km/std. Zweiter wurde mit 40 Sekunden Rückstand Simon auf Mondial, während die beiden Eysink- Werksfahrer mit 2:08 Min. und 3:20 Min. Rückstand den dritten und vierten Platz belegten. Das neue Ralhaus im Entstehen Fertigstellung des Rohbaues noch vor Ablauf dieses Jahres Nicht nur der eingeborene, auch mancher „reig‘- flickte“ Bruchsaler machte sich in den letzten zwei Jahren Gedanken über die „drohende Verödung“ der oberen Kaiserstraße. Tatsache ist und bleibt jedenfalls, daß anderswo, in der Friedrichstraße, in der Hoheneggerstraße, mehr gebaut wurde und in diesem Gebiet ein neues Geschäftszentrum entstand. Nun hat sich das Blatt gewendet: Die Stadt Bruchsal baut ihr großes und modernes Rathaus und damit zieht neues Leben ein in die obere Kaiserstraße, und wahrscheinlich stellen wir keine Fehldiagnose, wenn wir annehmen, daß der Neubau des Rathauses den Beginn mancher Privatbauten nach sich zieht. Denn sein Geschäft in unmittelbarer Nähe des Herzens der Stadt zu bauen, stellt sicherlich ein nicht zu unterschätzendes Plus dar. Das sonst so stille Viereck Rathausstraße, Alte Straße, Blumenstraße, Kaiserstraße, hat sein Gesicht in den letzten Wochen völlig verwandelt. Bretterzäune, Bauhütten, hohe Laufkräne, Zementsilos, gestapelte Steine, gestapeltes Eisen sind heute seine Kennzeichen. Wer es noch nicht weiß, daß die Firma Stumpf zu den leistungsfähigsten Unternehmen gehört, kann sich beim Rathausbau erneut davon überzeugen. Einiges wird schon deutlich sichtbar, was auf dieser Baustelle alles entsteht: Die drei Geschosse des Neubaues zur „Blume, die von der Blumenstraße an die Rathausstraße verlegt wird, stellen ein beredtes Zeugnis für das Tempo des modernen Bauens dar. — Unter solchen Umständen wirkt die Versicherung des Stadtbauamtes, daß der Neubau des Rathauses bis Weihnachten unter Dach und Fach ist, durchaus glaubhaft.. In der großen, eben erst ausgehobenen Baugrube, die die Fundamente des Rathauses aufnehmen soll, herrscht ein Leben und Treiben wie in einem Bienenkorb. Vom Morgen bis zum Abend sind die fleißigen Hände der Werkleute in Bewegung. Alles klappt wie am Schnürchen, nicht zuletzt ein Verdienst des umsichtigen Kranführers, der Augen hat wie ein Luchs und sich seiner Verantwortung zu jeder Zeit bewußt ist. In einer Ecke der großen Baustelle gähnt eine besonders tiefe Grube dem Betrachter entgegen. „Hier herein kommt der Heizkeller des neuen Rathauses, er macht mehr Arbeit als die übrigen Fundamente. In nassen Jahren haben wir hier mit erheblichen Mengen von aufsteigendem Drudewasser zu rechnen, deshalb muß der Keller sorgfältig isoliert werden!“. „Wann wird das Rathaus beendet sein?“ — „Wir rechnen mit annähernd 2 Jahren, bis der Bau bezogen werden kann, sofern uns immer, nun ja, das liebe Geld zur Verfügung steht!“. (!!) Xur vollständig anscjefiillle Anträge Die Feststellung von VertreibungsschS den, Kriegssaehsdiäden und Ostschäden Das Amt für Soforthilfe teilt mit: Die Bundesregierung hat in einer öffentlichen Bekanntmachung zur Einreichung der Anträge auf Feststellung von Vertreibungsschäden, Kriegssachschäden und Ostschäden aufgefordert. Zweck der Schadensfeststellung ist es, den Lastenausgleich vorzubereiten und den Geschädigten eine amtliche Bescheinigung über ihren früheren Besitz zu beschaffen. Die Schadensfeststellung begründet jedoch keinen Anspruch auf Berücksichtigung im Lastenausgleich. Ob und inJCceuz und qnet ducchs Sladtgescfiehm TSV 08. Die TSV Bruchsal hält am Samstag, 30. 8., 20 Uhr, im Vereinslokal Gasthaus zum Ochsen eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab. Erscheinen dringend erwünscht. Kreissängertag vom 5. bis 7. September. Der Verkauf von Festbüchern und von Eintrittskarten für die einzelnen Konzerte erfolgt ab heute im Musikhaus Müller, Kaiserstraße 21, und im Zigarrenhaus Kußmann, Bahnhofsplatz. Liederkranz Bruchsal. Dienstag, 26. Aug., 20 Uhr, Ferienzusammenkunft im Cafe Kuli. Zahlreiches Erscheinen erbeten. Versicherungspflicht. Die Deutsche Angestellten- Krankenkasse (Ersatzkasse) teilt mit: Soeben wurde das Gesetz über die Heraufsetzung der Versicherungspflichtgrenze in der Sozialversicherung verkündet. Im § 17 dieses Gesetzes wird folgendes bestimmt: „Wer bei einer Krankenversicherungsunternehmung versichert ist und i mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes nach § 1 vers'icherungspflichtig wird, kann den Versicherungsantrag zum Ende des Monats kündigen, in dem er den Beginn der Versicherung nach § 1 nachweist“. — Mit anderen Worten: Von der Heraufsetzung der Versicherungspflichtgrenze in der Krankenversicherung werden nur Angestellte betroffen. Zum Teil waren sie bisher in privaten Krankenversicherungsunternehmungen versichert. Ab 1. September 52 fallen sie nun unter die Versicherungspflicht. Sie P. Rupert Mayer, ein moderner Bekenner Lichtbildervortrag des Jesuitenpaters We ber von St. Blasien im Jugendheim von St. Peter Die katholische Kirche in Süddeutschland verzeichnet eine ganze Reihe von Persönlichkeiten, die der Seligsprechung durch die höchste Autorität in Rom harren: U. a. P. Jordan von Gurtweil bei Waldshut und P. Rupert Mayer, München. Ueber Leben und Werk des letzteren, P. Rupert Mayer, hielt am Freitag P. Weber S. J., St. Blasien, im Jugendheim von St. Peter einen prachtvollen Lichtbildervortrag. Die Persönlichkeit Mayers kennzeichnete sein Mitbruder so: P. Rupert Mayer scheute keinen Kampf für Christi Reich auf dieser Erde. P. Mayer wurde am 23. Januar 1876 in Stuttgart geboren. Eine Schwester von ihm trägt in Japan das Ordpnskleid. In Freiburg (Schweiz), München und Tübingen studierte er Theologie und wurde am 2. Mai 18JJ3 durch Bischof Keppler-Rottenburg zum Priester geweiht. Nach einem Jahr Kaplanstätigkeit in Spaichingen trat Rupert Mayer dem Jesuitenorden bei. Im Jahre 1912 berief ihn der jüngst verstorbene Kardinal Faulhaber als Männerseelsorger nach München. Den ersten Weltkrieg machte P. Rupert als Divisionspfarrer mit und verlor dabei ein Bein. P. Mayer gehörte zu jenen tapferen und unbeugsamen Männern, die vor niemanden zu Kreuze krochen, erst recht nicht vor Hitler. Jeden Tag stand er auf der Kanzel, um für die Rechte Gottes einzutreten. U. a. erklärte er einmal, einen „Völkischen Beobachter“ in der Hand haltend: „Solche Zeitungen liest man nicht, man bestellt sie ab!“. Der Zulauf zu P. Mayer durch die Bevölkerung wurde immer größer, da griff am 11. Juni 1937 die Gestapo ein. P. Mayer, der Volks- und Caritasapostel, wurde verhaftet. Stadelheim, Landsberg, Sachsenhausen waren die Stationen seines Leidensweges. Trotz aller Qual und Bedrängnis blieb er der mutige, unbeugsame Mensch, der sich nicht von. dem als recht erkannten Weg abbringen ließ. Der Zusammenbruch von 1945 brachte P. Mayer die Freiheit, sofort ging, er in die Öffentlichkeit, um wieder die Seelen um sich zu scharen. Die Münchener liebten ihn wie einen Vater, verehrten ihn wie einen Heiligen. Am 1. November 1945 hauchte P. Mayer am Altäre stehend sein Leben aus. Das Grab P. Rupert Mayers ist heute ein Wallfahrtsort, zu dem täglich Tausende von Menschen pilgern, Männer, Frauen und Kinder, um sich Trost zu holen in ihren Nöten und Sorgen und P. Mayer um seine Fürsprache beim Herrgott zu bitten. (!!) Festliches Debüt der Unterländer Volksbühne: ^ „Wilhelm Teil”-ein starkes; Erlebnis Wohlgelungene Freilichtaufführung auf dem Schloßgartenspielplatz Zunächst: Die „Wilhelm Tell“-Aufführung der Unterländer Volksbühne, mit der dieses Theater in Bruchsal sein Debüt gab — überzeugender hätte man sich die. Vorstellung des in Bruchsal bereits heimisch gewordenen Gastes nicht vorstellen können — wurde zu einem Erlebnis. Zu einem Erlebnis, das man nicht so schnell wird vergessen können. Das war der vorherrschende Eindruck: Glutvolles lebendiges Theater, unmittelbar In der Wirkung, mitreißend, begeisternd, doch nicht pathetisch. Hierüber verblaßten so manche kleine Nichtigkeiten, die zu Beginn der Aufführung stören wollten, der unmittelbare Eindruck ließ die Umwelt vergessen, die sich zuweilen mit Motorenlärm und dumpfem Eisenbahnrollen bemerkbar machte. Trotzdem: Hier herrschte das Dichterwort, hier herrschte die Geste, hier herrschte Schiller, der ewig junge, unvergängliche Freiheitsrufer. * Eine dynamisch kraftvolle und unerschöpfliche Quelle freiheitlicher Begeisterung ist dieser „Wilhelm Teil“. In diesem Schauspiel schlägt von der ersten bis zur letzten Stunde das Herz des Volkes. Das Verdienst Dr. G. Starks als Gastregisseur war es, den Grundgehalt des Werkes bloßgelegt, alles Störende mit scharfem Schnitt entfernt zu, haben, um in den gewaltigen Volkszenen (Der Schwur auf dem Rütli, Der Apfelschuß) das Geschehen auf der Bühne einfach aus dem Rahmen des schlechthin Möglichen herauszustellen. Das war kein Spiel mehr, das war Leben, das war Gesinnung, die Ausdruck suchte und — fand. Dabei trotzdem schlicht — und eben deshalb überzeugend und packend.^ Zur Aufführung selbst: Mit wenigen szenischen Mitteln, mit der Natur als Kulisse und einigen wenigen Stilelementen wurde ein Höchstmaß an Wirklichkeitsnahe geschaffen. Der Kompromiß zwischen Naturbühne und Rampe, zwei Gegensätze, die sich ausschließen, wurde glücklich gelöst. Die Regie schließlich verzichtete auf Aeußerlichkeiten und gewann so dem Werk Intensität und eine unmittelbare Wirkung, die man sich nicht besser hätte vorstellen können. Staatsschauspieler Albert Hermann a. G. in Gestalt, Ausdruck und Ton der ideale Teil, gestaltete seine Rolle als Mensch, aus ihm, seinen Zügen und Worten strahlte der Geist von Freiheitssehnsucht und Vaterlandsliebe. Und Hörrmann war nicht der Held, der in tragischem Pathos wirkt, er war einer der Eidgenossen, einer aus der Vielzahl derer, die ebenso gedrückt und geplagt wie er der Freiheit eine Gasse brachen. • Und würdigen wir die anderen Leistungen, dann dürfen wir die des Ensembles vor allem nicht vergessen. Man weiß, wie schwer gerade „Wilhelm Teil“ mit der Vielzahl bedeutsamer Chargenrollen zu einem einheitlichen Bild zu formen ist. Erinnern wir uns der Rütliszene, der Apfelschußszene und der von Geßlers Tod. Das Ensemble entledigte sich der hier gestellten schwierigen Aufgabe mit beachtlichem Können. Und hier wie auch in anderen Szenen fühlte man deutlich die Hand des erfahrenen Regisseurs —, der die Handlung straffte, wo immer es möglich war. * Die Darsteller: Nennen wir zunächst Anna Antonis als Gast in der Rolle der Hedwig, Maria Dangelmayr als Armgard und Ria Wullinger als Berta. Diese Darstellerinnen gewannen ihren Rollen wesentliche Züge ab. Sie zeigten sich ihren männlichen Partnern ebenbürtig und liehen ihren Gestalten persönliche Züge. Willy Höhmann (Stauffacher), Heins Weismantel (Melchtal), Franz Mothav (Rösselmann), ,Chr. Lenn- bach (Attinghausen), sie alle überzeugten schlechthin und beeindruckten durch ihr wohl nuancierte Darstellung. Und schließlich Kristian von Mücke als Geß- ler und Gegenspieler Teils, ideal in der Maske, ein Landvogt wie ihn sich Schiller vorgestellt haben mochte: ein Bösewicht aus Machtrausch, zynisch und in menschlichen Zügen noch brutal. müssen also von diesem Zeitpunkt ab Beiträge an eine Krankenkasse der Sozialversicherung (Orts-, Betriebs- oder Ersatzkrankenkasse) entrichten. Da der 31. August in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, müssen die Angestellten bei ihrem privaten Krankenversicherungsunternehmen bis spätestens 30. August „nachgewiesen“ haben, daß sie ab 1. September unter die Krankenversicherungspflicht fallen. Der Nachweis kann erbracht werden durch Vorlage einer Gehaltsbescheinigung oder durch eine Bescheinigung jener gesetzlichen Krankenkasse, in der sich der Betroffene ab 1. September versichert. Wer das versäumt, wird, da die privaten Krankenversicherungsuntemehmen dann erst frühestens zum 30. September erfolgen kann, für den Monat September Beiträge sowohl in der sozialen als auch in der privaten Krankenversicherung entrichten müssen. Mozartchor Bruchsal, 20 Uhr Gesamtprobe zu Mozarts „Requiem“ in der neuen Gewerbeschule. Freie Leserzuschrift: wieweit festgestellte Schäden im Lastenausgleich zu berücksichtigen sind, wird durch das Lastenaua- gleichsgesetz bestimmt. Die Anträge sind auf amtlichen Formblättern, die durch die Gemeindebehörden des Wohnsitzes der Antragsteller den Geschädigten ausgegeben und auch wieder entgegengenommen werden, zu stellen. Die Antragstellung auf Schadensfeststellung muß innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Lastenausgleichsgesetzes, also bis spätestens 27. 8. 1953, erfolgen. Zur Durchführung der Schadensfeststellung ist es unbedingt erforderlich, daß die Anträge vollständig und gut leserlich (möglichst mit Schreibmaschine oder in Blockschrift) ausgefüllt werden. Mit einer überstürzten, lückenhaften oder fehlerhaft ausgefüllten Schadensanmeldung ist dem Geschädigten nidit gedient, da durch zeitraubende Rückfragen, die hierdurch notwendig werden, eine Schadensfeststellung nur verzögert wird. Da die Schadensfeststellung die Grundlage für jede Entschädigungsleistung mit Rechtsanspruch im Rahmen des Lastenausgleiches sein wird, ist es unerläßlich, daß die Schadensanträge- so gewissenhaft und vollständig als nur möglich ausgefüllt werden. Zur Antragstellung steht ein hinreichender Zeitraum zur Verfügung. Soweit Geschädigte zur Ausfüllung der umfangreichen Antragsvordrucke infolge Alters nicht in der Lage oder schreibungewandt sind, wird durch die Ge- schädigten-Organisationen und nach Möglichkeit auch durch die Gemeindebehörden die erforderliche Hilfe zur Antragstellung gewährt. Man maß immer zwei Seilen hören Antwort auf den Bericht in unserer gestrigen Ausga be „Ihr seid zum Arbeiten hier, nicht zum Vergnügen" fenstadt, ob in England oder Deutschland, ereignen sich leider solche Fälle. In ihrem Bericht lese ich von Boykott und Schlägereien wegen einer englisch-deut- Die Tochter eines hiesigen Bürgers, die bereits 16 Jahre in England lebt und dort verheiratet ist, befindet sich zur Zeit mit ihrer Familie in Bretten auf Urlaub. Sie schreibt uns zu dem gestrigen Bericht: „Ich bin erschrocken und enttäuscht über den falschen und schädigenden Bericht in Ihrer Zeitung, und ich möchte es nicht unterlassen im Interesse der Wahrheit und der Gerechtigkeit darauf zu antworten. Der Name Prof. Jußman ist mir garnicht bekannt. Wenn schon jemand sich über solche Prrbleme genau und wahrheitsgetreu äußern kann, dann nur diese Stelle in England, die für diese Zwecke eingerichtet ist, um arbeitende deutsche Frauen und Mädchen in England zu betreuen und zu'versorgen. Ich selbst lebe schon 16 Jahre in England. Meine deutsche Heimat ist mir noch genau so lieb wie früher und es ist mir ein besonderes Bedürfnis, Nachrichten zwischen England und Deutschland genau zu verfolgen. Ich werde versuchen, die einzelnen Punkte ihres Berichtes zu beantworten, und dann meine eigenen Erfahrungen sachgemäß schildern. Die beiden angeführten Fälle- in ihrem Bericht, welche sich in Hüll zugetragen haben sollen, sind allgemein außergewöhnlich. In einer internationalen Haschen Ehe. Das kann es wohl geben! Aber nur in bestimmten Kreisen. Ordentliche Menschen, ob Deutsche, oder Engländer lieben dies nicht. Vielleicht nur gewisse Schichten. Ich selbst habe viele Bekannte in England, die durch mich deutsche Frauen und Mädels bei sich aufgenommen haben. Mit ganz geringen Ausnahmen besteht fast durchweg ein einwandfreies Verhältnis. Die meisten dieser Deutschen sind so glänzend in England untergebracht, daß sie meistens ihren Aufenthalt in dem gastfreundlichen Land verlängern. Wenn natürlich einige Faulpelze glauben, sich dort bequemen zu können, sind sie falsch am Platze und in keinem Lande gerne gesehen. Zusammenfassend möchte ich dem Schreiber dieser Zeilen ans Herz legen, daß seine Worte nicht der Versöhnung beider Länder dienen, sondern ein leichtsinniges Geschwätz darstellen, das nie den Tatsachen entspricht, und von allen anständig denkenden Menschen, ob Engländer oder Deutsche, verworfen wird.* E. R. Die Wallfahrt nach Berlin Von Pfarrverweser Menzer-Bruch sal St. Paul z. Zt. Berlin Trotz des Versagens der verbilligten Sonderzüge aus den Ostgebieten, trotz der Absage von 92 Schulquartieren in Ostberlin waren am Donnerstag abend bereits 100 000 Gäste aus ganz Deutschland eingetroffen. Ganz Berlin steht unter dem Zeichen der Männer, der Frauen und der Jugend des kleinen goldenen Tatzenkreuzes. Sie beginnen das Straßenbild, die U- und S-Bahn zu beherrschen. Da kam in den letzten Wochen das Wort von der „Wallfahrt nach Berlin“ auf. Nicht zu einm Gnadenbild, nicht zu einer Wallfahrtskirche, zu einer Großstadt wallfahren die Menschen. Dorthin, wo der neuralgische Punkt so viel geistiger Entscheidung, so viel politischer Ber deutung zu finden ist. Hier in der Großstadt selbst, im Trubel und Leben der Weltstadt wollen die Tausende bekennen: Gott lebt. Und darum ist ganz Berlin ihr Wallfahrtsort. Nur besonderem Glück hatte ich es zuzuschreiben, daß ich in der Halle in einer der ersten Reihen einen Ehrenplatz erhalten und so aus nächster Nähe die große Eröffnung miterleben konnte. Die drei großen Hallen des Berliner Messegeländes und am Funkturm waren durch Lautsprecher verbunden. Die vielen erschienenen Bischöfe hatten sich in den einzelnen Hallen verteilt und konnten aus den verschiedenen Hallen sprechen. Der erste Präsident des Berliner Katholikentages, Frau Hedwig Klausener, begrüßte tief ergriffen in fraulicher Herzlichkeit die vielen Tausend Gäste und wurde immer wieder, vor allem bei der .Begrüßung des Episkopates, der Ausländer und der evangelischen Brüder stürmisch unterbrochen. Bischof Wilhelm Weskam, der Berliner Oberhirte, verlas einen Brief des Papstes an den Berliner Katholikentag, für den die Gläubigen ergriffen, mit dem Lied: „Fest soll mein Taufbund immer stehen“ dankten. Mit unaufhörlichem Beifall wurde das Grußwort der evangelischen Kirche durch Präses D. Kreysslg aufgenommen. Er gab auch bekannt, daß auf Anregung des katholischen Bischofs von Berlin die Schlußfeier des Katholikentages unter dem gleichen großen Kreuz im Olympiastadion stattfinden werde, das vor 2 Jahren zum ersten Male bei der Schlußfeier des evangelischen Kirchentages aufgerichtet wurde. Seine Worte aus 1. Mos., 13: Lasset nicht Zank sein, wir sind doch Brüder, fanden nicht endenwollenden Beifall. Als dann nach dem preisgekrönten Chorwerk von Franz Philipp (Freiburg) die Tausende Pater Mario Galli lauschten, der über das Wort sprach: „Ich bin der Herr Dein Gott“, da wurde es zum ersten Mal spürbar: „Gott lebt“. — Wie in einer großen Symphonie sprach dieser junge gottbegnadete Priester zu Herz und Geist der Gläubigen. Wir lachten, weinten, bebten und beteten in einem immer wieder mit ihm. Selbst hingerissen vergaß er sich immer wieder ganz und mußte fortwährend zum Lautsprecher gedrängt werden. Wie selten in einem Gottesdienst ergriffen, strömten die Tausenden nach dem Abendgebet, dem gemeinsamen bischöflichen Segen und nach dem Lied: „In dieser Nacht“, hinein in die nächtlich helle Großstadt. Mit ihnen wirklicher als je der „Lebendige Gott“ in den Gläubigen, ergriffen bebenden Herzens. SdlOII im Luftschlllzkollor | JCtank seid ist teuec! Wie heifeal habe ich so manchem Ohnmächtigen mit Klosterfrau Melissengeist geholfen. 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'August 1952 t Unerwartet sicherer Steg der Kreisanswahlelf Kreis Neustadt wurde in Deidesh eim klar mit 6:2 distanziert Kreis Neustadt — Kreis Bruchsal 2:6 (1:2) Wenn man auch nach den letzten Begegnungen unserer Fußball-Auswahlmannschaft des Kreises Bruchsal wenigstens mit einem Teilerfolg beim neuerlichen Auftreten gegen den Kreis Neustadt/Weinstraße gerechnet hatte, so darf man sagen, daß unsere heimische Elf am gestrigen Sonntag in Deidesheim alle auf sie gesetzten Erwartungen übertroffen hat. Der klare 6:2 Sieg überrascht in jeder Hinsicht; er ist irti übrigen der Erfolg einer vorbildlichen Mannschaftsleistung. Spielern und Verbandsfunktionären, vorweg Kreisfachwart Baumann-Wiesental, sei an dieser Stelle für ihren schönen Erfolg aufrichtigster Dank gesagt. Die sich wie folgt zusammensetzende Bruchsaler Kreisauswahl Seitz (Bretten), Herbstrieth (Forst), Kochers - Mpch (Huttenheim - Kronau), Klötzer (VfB Bruchsal), Vetter (Neudorf), Mack (VfB Bruchsal), Fürsicht (Bretten), Voeke (Kronau), Tritschler (Bretten),Wittemann (Huttenheim) hatte eine aus Spielern der Vereine Ruppertsberg, Neidenfels, Lambrecht, Deidesheim, Wachenheim und Weidenthal zusammengesetzte Elf zum Gegner, die die Ueberlegenheit der Gäste sehr deutlich zu spüren bekam. Die Elf des Krs. Bruchsal begann recht verheißungsvoll. Schon in der 4. Minute hatte Vocke eine Kombination mit dem 1:0 abschließen können. Nach ausgeglichenem Spiel, wobei beide Mannschaften wiederholt zu Ecken und ausgelassenen Torgelegenheiten kamen, fiel in der 23. Minute der Ausgleich der Gast- Seitenwechsel zum zweiten Mal erfolgreich, sodaß man beim Stande von 1:2 in die Pause ging. In der zweiten Spielhälfte hatte sich die Bruchsaler Auswahl mt den kleinen Platzverhältnissen besser abfinden können, als dies in den ersten 45 Spielminuten der Fall war, und bestimmte nunmehr das weitere Geschehen eindeutig. Ein von Wittemann getretener Eckball fand direkt den Weg ins Netz. Bald darauf erhöhte Tritschler auf 4:1. Nach kernigen Schüssen von Vocke und Wittemann fälschte ein Verteidiger der Neustadter Auswahl ins eigene Tor und schließlich war es nochmals Vocke, der mit dem 6. Treffer den Torreigen für die Bruchsaler abschloß. Fast zusammen mit dem Schlußpfiff kamen die Gastgeber zu ihrem 2. Erfolg. Wie bereits erwähnt, wartete die Bruchsaler Auswahl mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung auf, wobei es keinen Ausfall gab. In Abwehr, Spielaufbau und Schußfreudigkeit wurde Vorbildliches geboten, wie sich auch jeder Spieler restlos einsetzte. Nicht unerwähnt soll die herzliche Kameradschaft sein, mt der man unsere Elf in Deidesheim aufgenommen hatte. Ueberaus kameradschaftliche Worte, gewechselt von den Kreisfachwarten Baumann und Droxes, sowie der gegenseitige Austausch von Geschenken, besiegelte erneut die aufrichtige Verbundenheit der beiden Fußball-Kreise. Dank auch dem SV Deidesheim für sein vorbildliches Entgegenkommen. Die ersten Punkte für Kronaus Handballer TSV Bretten auch im zweiten Spiel noch ohne Punkte geber. Der Kronauer Vocke war schließlich kurz vor sicht vollauf bestätigt. Verbandsliga: TSV Kronau — Durmersheim 8:6 (5:4) Kronau’s Verbandsliga-Handballelf absolvierte ihr zweites Punktespiel vor heimischer Umgebung und hatte dabei Durmersheim zum Gegner. Nach der knappen Niederlage in Rintheim war schon klar geworden, daß sich der einzige Vertreter unseres Kreises in der höchsten Handballklasse nicht als Punktelieferant zeigen würde. Durch den knappen, aber verdienten Sieg über Durmersheim wurde diese An- Ingendtnrnier des FU Germania Forst ein Erfolg Forst. Ueber das Wochenende veranstaltete der FC Germania Forst ein großes Fußballturnier für A-Jugendmannschaften, an dem sich insgesamt 16 Vereine beteiligten, und das zu einem vollen sportlichen Erfolg für den Veranstalter wurde. Mit Recht konnte man hier wieder feststellen: „Wem die Jugend gehört, gehört die Zukunft!“ Einmal warteten die Vereine mit durchweg guten Leistungen auf; was aber noch erfreulicher war, ist der Umstand, daß die jungen Sportler ohne jegliche Voreingenommenheit und mit einer Einsatzfreudigkeit auf dem Platz sich bewegten, an dem sich mancher alte Sportler ein Beispiel nehmen könnte. Das Fest begann bereits am Samstag nachmittag, wobei folgende Paarungen ausgelost wurden: VfB Bruchsal — Unteröwisheim 1:0 Germania Karlsdorf — Viktoria Ubstadt 1:0 FC Heidelsheim — 08 Bruchsal 5:0 Wie die Ergebnisse schon zeigen, wurde an diesen Vorrundespielen schon äußerst hart gekämpft. Eine Ausnahme machte hierbei die junge Mannschaft des FC Heidelsheim, die ihren Gegner aus Bruchsal sicher mit 5:0 Toren distanzieren konnte und deren Sieg nie in Frage stand. In dem anschließenden gemütlichen Beisammensein, begrüßte der I. Vorsitzende des FC, Josef Burger, alle Anwesenden. Auch der stellvertretende Kreisfachwart Robert Kretzler richtete herzliche Worte der Begrüßung an die Jugendlichen und bat sie, in diesem gesunden Geiste auch in Zukunft weiterzuarbeiten. Die Spiele wurden gm Sonntag mit einem Treffen der AH-Mannschaften der Vereine Forst und VfB Bruchsal eingeleitet. Nach wechselvollem Kampf, bei dem es einige lustige Zwischenfälle gab, trennten sich die Senioren mit 2:1 Toren. Tumierverlauf am Sonntag: Jgd. FC Hambjrücken — 08 Mannheim 2:1 Mannheim zeigte zwar den technisch besseren Fußball, zog aber gegen die äußerst einsatzfreudige und kampfstarke Mannschaft aus Hambrücken doch den Kürzeren. Neudorf — Kirrlach 0:2 Das Spiel stand eindeutig im Zeichen Kirrlachs, das dank seines technischen Könnens das Treffen über die ganze Spieldauer überlegen gestalten konnte. Oberhausen — Graben 0:1 Hier wurde äußerst verbissen um den Sieg gekämpft. Die Entscheidung fiel erst in den letzten Minuten zu Gunsten für Graben, das hiermit weiterhin Teilnehmer im Turnier ist. Südstern Karlsruhe — FC 1912 Wiesental 0:2 . Nach torlosem Halbzeitstand konnte Wiesental dank seiner besseren’ Kondition und seiner größeren Reserve das Spiel noch zu seinen Gunsten entscheiden. Hiermit war die Vorrunde beendet. Bei den für die Zwischenrunde sich qualifizierten Mannschaften gab es folgende Paarungen: 08 Bruchsal — FC Heidelsheim n. V. 0:0 Zwei gleichwertige Gegner lieferten sich einen äußerst verbissenen Kampf, bei dem es zwar keine sportlichen Leckerbissen, dafür aber ein Spiel voller Einsatz und jugendlichem Draufgängertum zu sehen gab. Sieger durch Los 08 Bruchsal. Kirrlach — Wiesental 0:3 Wie in der Vorrunde gegen Südstern Karlsruhe, war Wiesental auch gegen Kirrlach tonangebend und konnte bis zum Schlußpfiff einen überzeugenden 3:0- Sieg herausspielen. Im letzten Spiel in der Zwischenrunde standen sich die Mannschaften von Hambrücken und Graben gegenüber. Das ausgeglichene Spiel, bei dem keine Mannschaft nennenswerte Vorteile erzielen konnte, endete unentschieden. Sieger durch Los wurde Graben. Nach diesem Stand hatten sich folgende Vereine für die Endrunde qualifiziert: VfB Bruchsal — Graben und Karlsdorf — Wiesental. Die Ergebnisse aus der Endrunde lagen bei Redaktionsschluß noch nicht vor, so daß über Resultat und Endsieg erst in der nächsten Ausgabe berichtet werden kann. * Spvgg. Oberhausen — FC 23 Hambach/Pfalz 7:0 Ganz klar zeigte sich die Mannschaft Oberhausens den Gästen, die in der Bezirksklasse spielen, von Anfang bis zum Schluß überlegen. Bereits in der 10. Minute fiel das Führungstor, dem bi$ zur Pause zwei weitere folgten. Auch nach Stellungswechsel diktierte Oberhausen das Spielgeschehen, was sich in vier weiteren Toren ausdrückte. Die Gäste spielten korrekt, leider konnten sie nicht einmal den Ehrentreffer erzielen. Der Schiedsrichter Hubbuch aus Forst leitete hervorragend. II. Mannschaften 13:0. /III Turnier des FV 09 Philippsburg Das Turnier der alten Herren nahm einen recht ansprechenden Verlauf und zeigte oft, daß die ehemaligen Aktiven immer noch etwas zeigen können. Die Ergebnisse: Oberhausen — Altlußheim 1:0 Philippsburg — Graben 1:2 Altlußheim — Huttenheim 4:0 * Oberhausen — Graben 1:1 Philippsburg — Huttenheim 0:0 Im Propagandaspiel als Einlage des Nachmittags gewannen die technisch besseren Altlußheimer verdient, wenn auch mit 4:1 etwas zu hoch. Die Fortsetzung der AH-Spiele brachte folgende Paarungen: Oberhauseft — Philippsburg 1:0 Huttenheim — Graben 0:1 Altlußheim — Graben 0:2 Altlußheim — Philippsburg 2:0 Im Freundschaftsspiel Oberhausen '— Graben wurde Graben nach Verlängerung mit 1:2 Toren Tumier- sieger. FV 09 lb Philippsburg — TSV Wiesental 6:1 Die lb-Mannschaft stellte ihre gute Form erneut mit einem klaren- Sieg gegen die fair und einsatzfreudig spielenden Turner aus Wiesental unter Beweis. Die Gäste schossen zwar den Führungstreffer, konnten aber in der Folge nicht verhindern, daß die größere Spielerfahrung der Platzbesitzer sich durchsetzte und mit einem zahlenmäßig zu hohen Ergebnis das Spiel eindeutig für sich entschieden. Vom Anspiel weg entwickelte • Kronaus Elf ein überaus schnelles Spiel und gestaltete die Auseinandersetzung leicht feldüberlegen. Spieltechnisch konnten die Gäste den Gastgebern nichts Gleichwertiges entgegensetzen. Leider litt das Spiel zeitweise unter recht mäßiger Schiedsrichterleistung, so daß sich ein zügiger Spielablauf nicht entwickeln konnte. Dies vor allem auch deswegen, weil die Gäste eine unnötig harte Note in die Partie brachten. Kronau führte schon nach wenigen Minuten mit 3:1. Beim Stande von 5:4 wechselte man die Seiten. Die Platzherren gaben die Führung nicht aus der Hand und siegten sicher mit 8:6 Toren. Erwähnenswert ist dabei, daß die Gäste nur zu einem Spieltor kamen, während die fünf restlichen Treffer aus Strafwürfen resultierten, die der Strafstoßspezialist Landmesser sicher einbrachte. Für die Ueberlegenheit der Gastgeber zeugt, daß sämtliche acht erzielten Treffer erspielte Tore waren. » TSV Bretten — VfB Mühlburg 6:7 (3:3) | tes Verbandsspiel in der neuen Saison. Während Bretten in der ersten Halbzeit die Partie ausgeglichen gestalten konnte und auch in der zweiten Halbzeit stellenweise tonangebend war — es führte 6:5 — verschenkte es buchstäblich in den letzten Spielminuten Sieg und Punkte. Ausführlicher Bericht in unserer morgigen Ausgabe. TSV Bretten in Zaisenhausen erfolgreich Aus Anlaß des 30jährigen Bestehens des Turnvereins Zaisenhausen wurde gestern ein Jubiläumsturnen veranstaltet, zu dem Turnvereine aus nah und fern gekommen waren. Es wurden beachtliche Leistungen gezeigt, die den hohen Stand der Ausbildung der heimischen Turner verrieten. In fast allen Disziplinen konnte sich der TSV Bretten Sieg oder Platz sichern. Abermals eine stolze Bilanz für den rührigen TSV. Hier die Ergebnisse: Turner, Oberstufe, Fünf-Kampf: 1. Egon Dopf, TV Gochsheim, 44,8; 2. Peter Brettel, TV Flehingen, 44,6; 3. Alwin Speck, «Obergrpmbach, 44,3. Mittelstufe: 1. Karl Delitz, TSV Bretten, 43,3; 2. A. Muckenfuß, 42,8; 3. Helmut Wirth, TSV Bretten, 42,7. Unterstsafe: 1. Werner Heinzmann, Eppingen, 42,1; 2. Rudolf Ludwig, TV Jöhlingen, 41,5;, 3. Herb. Maier, TSV Zaisenhausen, 41. Jugend (16—18 Jahre): 1. Wilhelm Lampert, Eppingen, 44,8; 2. Kurt Nuffer, TV Jöhlingen, 42,3; 3. Rolf Cordier,, TSV Bretten, 42,1. Jugend (14—16 Jahre): 1. Karl Herzer, TSV Bretten, 44,1; 2. Emil Lindenfelser, TV Obergrombach, 43,9; 3. Johann Grill, TV Flehingen, 42.3. Turnerinnen: Geräte-Vierkampf: 1. Tilly Müller, TSV Bretten, 34,2; 2. Inge Schmitt, TSV Bretten, 33. 14—16jährige: 1. Iris Diefenbacher, TSV Bretten, 33,8; 2. Katinke Rückei, TV Sulzfeld, 31,4; 3. Ursula Riegler, TSV Bretten, 31,2. Leichtathletik, 3-Kampf, Oberstufe: 1. Frank Maier, TV Jöhlingen, 262 Pkt.; 2. Werner Mößner, TSVBretten, 250; 3. Fritz Kögel, TV Gondelsheim 237. Unterstufe: 1. Fritz Landmesser, TSV Bretten, 271 Pkt.; 2. Bertram Nauwerk, TSV Bretten, 238; 3. Alfr. Knopp, TV Hoffenheim, 232. Jugend-Dreikampf: 1. Günther Klein, Zaisenhausen, 280 Pkt.; 2. Hubert Schmich, TSV Bretten,,258. Jugendturnerinnen, Jahrg. 34—35: 1. Johanna Herzer, TSV Bretten, 236,5 Pkt. Jahrgang 36—37: 1. Iris Diefenbacher, TSV Bretten, 220 Pkt. In der 10 mal 100 m-Staffel wurde 1. Sieger TSV Unglücklich verlor der TSV Bretten auch sein zwei- Bretten vor Sulzfeld und Gochsheim. Fußball - Lektion für den Fl/ Wiesental Nur wenige Freundschaftsspiele am gestrigen Sonntag FV Wiesental — VfR Pforzheim 1:7 (0:0) Die Gäste aus Pforzheim, denen man die langjährige Zugehörigkeit zur nächsthöheren Spielklasse erheblich anmerkte, kamen im Freundschaftsspiel gegen FV Wiesental auch in dieser Höhe zum verdienten Erfolg. Die in allen Teilen eindeutig überlegenen Pforzheimer erteilten so den außer Tritt geratenen Gastgebern eine tüchtige Fußball-Lektion, die man eigentlich nicht erwartet hatte. Zwar entwickelten die Einheimischen in den ersten 15 Spielminuten ein prachtvolles Tempo, konnten aber mit einer geradezu harmlos wirkenden Stürmerreihe die gegnerische Hintermannschaft nicht gefährden. Im weiteren Verlauf erspielten sich dann die Gäste eine erdrückende Ueberlegenheit und nur der aufopfernden Arbeit der Wiesentaler Hintermannschaft war es zu danken, daß die erste Halbzeit torlos über die Strecke gebracht werden konnte. Nach dem Wechsel war dann der Bann gebrochen. Schaudt lenkte in der 52. Minute zum Eigentor ein, innerhalb weiterer 15 Minuten kamen die Pforzheimer durch Vogler zu drei Treffern, denen Was- serbech und Böhmer weitere Erfolge anfügten. Ein weiteres Eigentor von Wittmer führte zum 0:7 und erst in der 85. Minute kamen die Platzherren, deren Stürmerreihe ein Totalausfall war, durch Kallenber- ger zum Ehrentreffer. 08 Bruchsal — Bauschlott 3:5 (2:2) Im Freundschaftsspiel verlangten die Platzherren den der A-Klasse angehörenden Gästen aus Bauschlott alles ab. Man konnte indessen nicht verhindern, daß es zu einer knappen Niederlage kam, weil die an sich schon körperlich überlegenen Gäste auch spielerisch etwas voraus, und auch den längere?! Atem hatten. Immerhin muß man den Gastgebern bescheinigen, daß sie sich recht gut gehalten haben. Obwohl der recht sandig gewordene Platz an beide Mannschaften erhöhte Anforderungen stellte, entwickelte sich doch ein schnelles Spiel, bei dem zunächst die Platzbesitzer in Führung gingen. Bald glichen die Kirrladis Cberform ergab doppelten Punktgewinn Germania Brötzingen wurde sicher mit 4:0 geschlagen 1. Amateurliga: Olympia Kirrlach — Germ. Brötzingen 4:0. (1:0) Vor 800 Zuschauern gab es in Kirrlach einen erfolgreichen Start der Olympia-Elf in die neue Verbandsrunde der 1. Amateurliga zu sehen, an dem man sich begeistern konnte. Eine ausgezeichnete Mannschaftsleistung führte die Einheimischen zum ersten, überzeugend herausgespielten Sieg, der auch in dieser Höhe vollauf seine Richtigkeit hatte. Hätte nicht Brötzingens Torhüter in der ersten Hälfte sich als ganz überragender Könner gezeigt, hätte das Resultat leicht noch höher ausfallen können. Jedenfalls ein vollkommen geglückter Auftakt für Kirrlach. Vom Anspiel weg bedrängte Kirrlachs Stürmerreihe Brötzingens Tor, doch zunächst war es Schuß- pech, wenn es zu keinem Zähler reichte. Das übrige tat der famose Pforzheimer Torhüter. Zwar kamen gegen Mitte der ersten Halbzeit auch die Gäste auf, sodaß das Spiel ausgeglichener wurde, dennoch kamen die Gastgeber noch vor Seitenwechsel durch Händel zum Führungstreffer, sodaß man mit 1:0 In die Pause ging. Bald nach Wiederanspiel erreichte Wüst für Kirrlach das 2:0. In der Folgezeit ließ sich Brötzingens Hintermannschaft durch die blitzschnellen Kirrlacher Kombinationszüge nicht mehr so leicht überraschen. Ein 20 m-Strafstoß, von Wüst abgefeuert, führte bald zum 3:0. In der 75. Minute fällte der Unparteiische eine recht harte Elfmeter-Entscheidung gegen die Gäste. Hoffarth vergab diese Chance, indem er den Ball neben das Netz jagte. Schließlich führte eine Kombination Sturm-Haas durch letzteren zum 4:0. Die Gäste zeigten sich nicht nur als faire und anständige Verlierer, sondern kämpften trotz des Rückstandes bis zum Schluß. Die Gastgeber zeigten kaum Schwächen und waren in Spielaufbau und Einsatz ihrem Gegner klar überlegen 1/ergeßlichkeit oder böse Absicht? Zechprellereien nehmen überhand — Gespräch mit einer Bedienung In den Sommermonaten sind Gastwirtschaften beliebte Ausflugsziele. Es ist angenehm, unter schattigen Bäupien zu sitzen, das kühle schäumende Bier, den süffigen Wein zu trinken, ein Paar heiße Würstchen oder ein saftiges Kottelet zu genießen. Wenn zudem aus irgend einer Ecke des Gartens aufmunternde Musik erschallt, wenn Musiker in Hemdsärmeln schmetternde Märsche, liebenswerte Volkslieder und einschmeichelnde .Tanzweisen zum Besten geben, gewinnt das Leben für viele von uns einen besonders freundlichen Glanz, und der schwere Tritt des Alltags verstummt vor diesen leiblichen und seelischen Genüssen. Durch die engen Wegehen zwischen den Tischen zwängen sich Kellner und Kellnerinnen, beladen mit Bierkrügen, mit Tellern und Schüsseln voll leckeren Speisen. Herr M. weilte auch an einem Sonntagnachmittag in einem solchen Gartenlokal, mit seiner Freundin. Beide hatten gut gegessen und getrunken, und die Zeche hätte einen ganz ansehnlichen Betrag ausgemacht. Aber warum denn zahlen, wenn man sich davor drücken kann! Der „saubere“ Kavalier flüsterte seiner Nachbarin einige Worte ins Ohr, diese verzog ihren purpurrot geschminkten Mund zu einem Lä- cheln, — ihre Kellnerin stand gerade an der Theke,— beide erhoben sich von ihren Plätzen und gingen rasch, aber doch nicht wieder zu rasch, um kein Aufsehen zu erregen, aus dem Garten. Als sie aus der „Gefahrenzone“ waren, freuten sie sich köstlich darüber, daß sie dem Wirt ein Schnippchen schlagen konnten, daß sie einen „so billigen“ Nachmittag erlebten. In Wirklichkeit haben sie aber nicht den Wirt, sondern die „Bedienung betrogen“. Eine Frau vielleicht, die 10, 12 und mehr Stunden am Tage umherrennen muß, um die vielen Wünsche ihrer Gäste zu befriedigen, die sich ihren Lebensunterhalt wahrhaftig schon schwer genug verdienen muß. Wir unterhielten uns dieser Tage mit einer Kellnerin, sie war in einer großen Gaststätte tätig. Jeden Tag während des Sommers 10, 12, 14 Stunden auf den Beinen, sie stammte aus Danzig, hatte Heimat, Hab und Gut verloren. Sie schuftete im wahrsten Sinne des Wortes, morgens, mittags und in den Abendstunden in der Wirtschaft, und wenn sie dann nach Hause kam, oft todmüde, mußte sie noch für ihren Mann und für ihre Kinder dasein, mußte Strümpfe stopfen, putzen, waschen und den Speisezettel für den nächsten Tag vorbereiten; Man sah es der Frau an, daß ihre Kraft bald zu Ende war. Aber sie wollte und mußte in der „Saison“ durchhalten, um das teure Leben zu meistern, um mit ihrer Familie allmählich wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Gestern, so sagte sie, hätte sie aufgrund der von ihr aufgetragenen Speisen und Getränke 30 Mark verdient .. hätte.. in Wirklichkeit betrug der Verdienst nqr 17 Mark, da gewisse Gäste, did bei ihr im Wert von 13 Mark verzehrt und getrunken hatten, „davongegangen“ wären, ohne zu bezahlen. Sie mußte für den Schaden aufkommen. Sie sagte uns auch, daß sie solche Erfahrungen fast täglich machen müsse. Ein kleiner Prozentsatz der Gäste' vergäße allerdings einfach, zu bezahlen, und sie kämen dann meistens am nächsten oder übernächsten Tag wieder zurück, um ihre Schuld zu begleichen, aber die anderen, die die Mehrzahl darstellten, seien wirkliche Zechpreller, die es darauf anlegten, zu betrügen. Solche Vorfälle nähmen erschreckend überhand . . . Sie könnte und wollte auch nicht immer sofort kassieren, in erster Linie mit Rücksicht auf die Gäste. . . Wieder einmal ein kleines Bild, das dunkle Schatten auf die helle Fröhlichkeit des sommerlichen Lebens wirft. Wird auch die Ehrlichkeit immer seltener in unserer menschlischen Gesellschaft? Wir, die wir sie noch in uns fühlen und glauben, ein Gewissen zu besitzen, sollten sie mit Eifer und mit Sorgfalt schützen und erhalten. Und auf jene gewissenlosen, eigensüchtigen Räuber achten, die unter uns, neben uns wandeln . ., (dpz) br-r Gäste aus und legten einen weiteren Treffer vor, doch noch vor der Pause kam die 08-Elf zum 2:2. Nach Wiederanspiel bestimmten großteils die Bauschlotter das Spielgeschehen, die das Resultat bald auf 2:4 schraubten und nach einem Anschlußtreffer der Bruchsaler durch ein vermeidbares fünftes Tor ihren Sieg Sichergestellt hatten. VfB Bruchsal lb — Weiher 1:3 (0:0) Die tapfere Mannschaft Weihers zeigte gegen die VfB-Reserven wenig Scheu und lieferte ein Spiel, das die zahlreichen Zuschauer recht angenehm überraschte. Vor allem hatten die Gäste den Gastgebern an Einsatz einiges voraus, was. auch den Sieg voll rechtfertigt; und weiter darf gesagt werden, daß man die Bruchsaler schon wesentlich besser geäehen hatte. Letzteres sollte keinesfalls eine Schmälerung des Achtungserfolges der Gäste sein. Die über eine lange Spielstrecke fast ausgeglichen und bis dahin torlos verlaufene Partie wurde erst gegen Spielende entschieden, als Kreppeins fairer Torhüter „Rempler“ zum 1:0 führte. Für Weiher allerdings war dieser Rückstand das Signal zum energischen Endspurt, der durch schöne Kombinationen und entschlossenes Handeln zu den drei spielentscheidenden Toren führte, an denen das Schlußdreieck des VfB nicht ganz schuldlos war. Hambrücken — Dielheim 2:2 (1:1) Am Sonntag trugen die Hambrücker Fußballer ein Freundschaftsspiel gegen die erste Mannschaft des 2. Amateur-Vereius Dielheim aus. Das Vorspiel in Dielheim war 4:2 verloren für die Gastgeber ausgefallen. In der ersten Spielhälfte zeigten die Gäste keine besonderen Leistungen. Dagegen gefielen die Platzbesitzer zunächst sehr gut. Sie waren ihrem Gegner überlegen und konnten auch schon in der 12. Spielminute durch ein Tor des Halbrechten Franz Notheisen, das der Linksaußen P. Göckel gut vorbereitet hatte, in Führung gehen. Im weiteren Spielverlauf schafften die Gäste infolge eines Fehlers, der dem Hambrücker Torwart unterlaufen war, den Ausgleich. Nach Seitenwechsel kamen die Dielheimer etwas besser ins Spiel, während die Gastgeber leicht nachließen. So konnten die Gäste schließlich durch ein schönes Tor in Führung gehen. Doch nun rafften sich die Einheimischen nochmals ernsthaft zusammen, und Mittelstürmer P. Mohr schaffte den verdienten Ausgleich. 2. Mannschaften 1:1 VfB Bretten — Frankonia Karlsruhe 2:4 In einem Freundschaftsspiel verlor gestern der VfB Bretten unglücklich gegen die Frankonen aus Karlsruhe, die den Sieg nicht ganz unverdient mit nach Hause nahmen. Ausführlicher Bericht in unserer morgigen Ausgabe. wicbu. üamucku) Von einem Personenzug erfaßt Langenbrücken. Im Bahnhof Langenbrücken ereignete sich in der Frühe des vergangenen Freitag ein schwerer Unfall. Der bei dem z. Zt. hier abgestellten Bauzug beschäftigte Rottenführer-Anwärter E. Schönbacher von Bruchsal, wollte eine elektrische Bohrmaschine von den Geleisen holen. Dabei wurde er von dem herannahenden Personenzug Heidelberg- Karlsruhe erfaßt. Schönbach erlitt lebensgefährliche Verletzungen, die eine sofortige Ueberführung in das Bruchsaler Krankenhaus' erforderlich machten. Dies und das aus Weiher Weiher. Aufgeboten .sind: Eisendreher Theodor Schäfer, Hauptstraße 144, und Zigarrenmacherin Gertrud Meister, Forsterstraße 18; der technische Zeichner Eduard Simon, Brunnenstraße 33, und Elisabeth Holzer, Hauptstraße 56. Am 26. August begeht Frau Anatholia Lang, Hauptstraße 115, Mutter unseres Bürgermeisters, in bester Gesundheit ihren 72. Geburtstag. Wir wünschen der allseits geschätzten, fleißigen Frau einen gesegneten Lebensabend im Kreise ihrer Kinder, von denen 2 brave Söhne den Heldentod starben. D.