BRÖCHSALER POST RwlakÜM faJ Verla*! Bruchsal, Worthstraße 11, Telefon Nt. 1121 Beeagapreitt Monatlich DM 2.80 einadtlieBlidi Trlgergebik», Poetioetellunj DM 2.45 euzüglich Zustellgebühr. — Eraebelnt an jedem Tag der Tode, außer tonn- and feiertags RHEINISCHES TAGBLATT SÜDDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG Anzeigenpreise iant Preisliste. — Bankkonteni Spar- and Kredit- bank Brodbaai Nr. 603; Stadt. Sparkasse Philippaburg Nr. 1087. Postscheckkonto! Aaat Karlsruhe Nr. 36440. — Bei Störung dnrdt hShere Gewalt besteht kein EraaganaprnA. Nummer 290 Samstag, 13. Dezember 1952 Einzelpreis 20 Piennig SPD-Mißbilligungsantrag gegen Adenauer angekündigt Ollenhauer fordert Neuwahlen vor dritter Lesung - Auch im neuen Bundestag keine Zustimmung BONN. Der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer kündigte am Freitag in Bonn einen sozialdemokratisdien Mißbilligungsantrag gegen Bundeskanzler Dr. Adenauer an. Er forderte gleichzeitig, daß vor der dritten Lesung der deutsch-alliierten Verträge eine Bundestagsneuwahl stattfindet. Dem Bundeskanzler soll die Mißbilligung wegen „seines Eingreifens in ein schwebendes Verfahren“ ausgesprochen werden. Ollenhauer erklärte vor Pressevertretern, die SPD betrachte die Situation als sehr zugespitzt. Der Konflikt gefährde die Demokratie und komme einer Verfassungskrise sehr nahe. Bundespräsident und'Verfassungsgericht seien in die politische Auseinandersetzung einbezogen worden. Die deutsche Bevölkerung müsse vor der endgültigen Entscheidung über die deutsch-alliierten Verträge die Möglichkeit haben, ihren politischen Willen durch eine Neuwahl neu zu dokumentieren. Die SPD würde den Verträgen aber auch in einem neu gewählten Bundestag nicht zustimmen. Ihrer Ansicht nach sei es möglich, zu neuen Verhandlungen mit den Alliierten zu kommen, da sich allgemein die Auffassung durchsetze, daß die vorliegenden Verträge durch die Entwicklung überholt sind. Es müsse eine friedensvertragsähnliche Regelung getroffen werden, bei der den Alliierten durch Vereinbarung nur die Fragen reserviert bleiben dürften, die sich auf Berlin, die deutsche Einheit und die Stationierung der Truppen beziehen. Es sei für die Bundesrepublik möglich, mit den freien Völkern auf der Basis freier Partnerschaft zusammenzuarbeiten. Gegenwärtig sei eine verfassungsrechtliche Klärung der Verträge notwendig. Verträge, deren Verfassungsmäßigkeit nicht durch das Verfassungsgericht festgestellt ist, wären für die SPD ohne Verbindlichkeit. Ollenhauer nimmt Einladung an Ollenhauer teilte ferner mit, daß er dem Bundeskanzler ab Mittwoch zu einer Aussprache zur Verfügung stehe. Er habe dies Dr. Adenauer mitgeteilt. Ollenhauer sagte, es wäre vielleicht besser gewesen, wenn diese Einladung früher erfolgt wäre. Die SPD sei aber der Auffassung, daß ein solcher Wunsch des Bundeskanzlers akzeptiert werden müsse. Die Aussprache werde nur erfolgreich sein, wenn der Bundeskanzler den Willen habe, den sachlichen Inhalt der Politik der SPD auch zu respektieren und daraus Folgerungen zu ziehen. Lagebesprechung bei der SPD Der Parteivorstand der SPD, der Fraktionsvorstand der sozialdemokratischen. Bundestagsfraktion, sozialdemokratische Länderchefs, Länderminister und die führenden SPD-Juristen traten am Freitagvormittag im Bundeshaus in Bonn zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um die durch die Behandlung der außenpolitischen Verträge und durch den Verfassungsstreit geschaffene Lage zu besprechen. Brentano warnt vor Mißbrauch des BVG Dr. Schäfer (FDP): Keine Staatskrise, sondern ein „negativer Kompetenzkonilikt" Ächeson rechnet mit Verzögerung WASHINGTON. USA-Außenminister Aeheson flog am Freitag mit der Privatmaschine Präsident Tru- mans, der „Independence“, nach Paris ab, wo er die amerikanische Delegation bei der am Montag beginnenden Konferenz des Atlantikpakt-Rates leiten wird. Aeheson, der in Begleitung von Finanzminister Snyder und dem Direktor des Amtes für gemeinsame Sicherheit, Harriman, reist, sagte, die bevorstehende Tagung des NATO-Rates werde „der ganzen Welt das Weiterbestehen der Einheit und Zusammenarbeit des Westens beweisen“. Er rechne mit einer Verzögerung bei der Fertigstellung der Pläne für die westliche Verteidigung im Jahre 1953. Aeheson fügte jedoch hinzu: „Wir können alle stolz auf die Tatsache sein, daß die Verteidigungskräfte des atlantischen Raumes heute wesentlich stärker sind als vor vier Jahren.“ In einer vorbereitenden Erklärung Achesons heißt es, der USA-Außenmini- ster erwarte keine Entscheidungen von besonderer Tragweite auf der Tagung des NATO-Rates. OEEC-Ministerkonlerenz eröffnet PARIS. Eine zweitägige Ministerkonferenz des Europäischen Wirtschaftsrates (OEEC) begann am Freitagnachmittag unter dem Vorsitz des britischen Außenministers Eden im Chateau de la Muette in Paris, dem Sitz der Organisation. Für die Deutsche Bundesrepublik nimmt Vizekanzler und ERP-Minister Blücher an der Konferenz teil. Europa muß mehr produzieren und Amerika mehr von Europa kaufen — diese Forderung richtete der amerikanische Sonderbeauftragte für Europa William Draper am Freitag an die Minister der OEEC-Staa- ten, die am gleichen Tage in Paris zu einer Tagung zusammengetreten sind. Als besonders bemerkenswert hob Draper hervor, daß sich die europäischen Minister um ein gesundes Wirtschaftsprogramm bemühten, durch das die amerikanische Wirtschaftshilfe verringert und bald ganz auf sie verzichtet werden kann. Es sei nun an der Zeit, daß sich der USA-Kongreß und die europäischen Parlamente mit dieser Frage beschäftigen. Europäische Gesundheitskonferenz PARIS. Im Quai d'Orsay begann am Freitag morgen die Europäische Gesundheitskonferenz. Die französische Regierung hatte alle Mitglieder des Europarates zu ihr eingeladen. Geplant ist ein enger Zusammenschluß der westeuropäischen Staaten auf dem Gebiete des Gesundheitswesens zur gemeinsamen Entwicklung der medizinischen Forschung und dem gemeinsamen Ausbau der Gesundheitsfürsorge. Die Delegierten wurden bei ihrer Eröffnungssitzung im historischen Uhrensaal des Quai d'Orsay von Außenminister Schuman in einer Ansprache willkommen geheißen. Den Vorsitz der Konferenz führt der französische Gesundheitsminister Ribeyre. Die deutschen Delegierten sind Legationsrat Dr. Jordan und Ministerialrat Dr. Hagen. (Auswärtiges Amt und Bundesinnenministerium) Vertreter aus fünfzehn europäischen Staaten erörterten den Plan des französischen Gesundheitsministers Paul Ribeyre, eine gemeinsame europäische Gesundheitsbehörde zu schaffen. Diese Behörde soll nach dem Vorbild der Montanunion organisiert werden. An ihrer Spitze sollen ein Ministerrat, ein Sachverständigen Ausschuß und eine Hohe Behörde stehen. BONN. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundes- tagsfraktion, Dr. von Brentano, erklärte am Freitag in einer Rundfunkansprache, daß die Verfassung mit der Achtung vor den verfassungsmäßigen Organen und mit der Anerkennung politischer Entscheidungen der hierzu berufenen Volksvertretung stehe und falle. „Wer das VerfassuRgsgericht anrtift, um seine Zuständigkeit zu mißbrauchen;" gefährdet in unverantwortlicher Welse die verfassungsmäßige Ordnung“. Die SPD habe bereits durch ihr früheres Klageverfahren beim Bundesverfassungsgericht den Deutschen Bundestag, das alleinige zur politischen Willensbildung und -entscheidung berufene staatsrechtliche Organ, in dieser Entscheidungsfreiheit gehindert. Das ganze deutsche Volk wisse, daß mit der Annahme oder Ablehnung des Deutschlandvertrages über Leben und Zukunft Deutschlands entschieden werde. Die SPD habe aber schon zu einem Zeitpunkt geklagt, zu dem die Verhandlungen über den Inhalt der Verträge noch nicht einmal abgeschlossen waren. Der zweite Vorsitzende der FDP, Vizepräsident Dr. Schäfer, wandte sich am Freitag in Bonn vor Pressevertretern dagegen, im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um das Bundesverfassungsgericht von einer Staatskrise zu sprechen. Es gehe um einen Streit von Bundesorganen um Zuständigkeiten, um eine Art „negativen Kompetenzkonflikt“. Man müsse berücksichtigen, daß die Bundesrepublik erst am Beginn ihres staatlichen Werdens stehe. In dieser Situation seien viele Probleme noch sehr deutungsfähig. Die Frage sei jetzt „wo werden Gesetze gemacht?“ und „ist das Bundesverfassungsgericht dazu berufen, Gesetze zu machen?“ Es habe sich gezeigt, daß das Bundesverfassungsgerichtsgesetz und auch die Bestimmungen des Grundgesetzes über das Bundesverfassungsgesetz reformbedürftig seien, sagte 'Schäfer. Im parlamentarischen Rat sei nicht daran gedacht gewesen, das Bundesverfassungsgericht auch zum Schiedsrichter für die politischen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Opposition zu machen. Es bleibe jetzt abzuwarten, was Karlsruhe im, Streit um die Verfassungsmäßigkeit der Verträge tue. Verfassungsgericht tagt KARLSRUHE. Das Bundesverfassungsgericht beriet am Freitagnachmittag in einer Plenarsitzung über die Begründung seines Beschlusses vom Montag, wonach Gutachten auch für die Entscheidungen der beiden Senate verbindlich sind, ist erst im Laufe des heutigen Tages zu rechnen. Französischer Deutschland-Protest Wegen angeblicher „Wiedergeburt des Nationalsozialismus" - Maurice Schumann nimmt Stellung PARIS. Der Rat der Französischen Republik (erste Kammer des Parlaments) protestierte am Freitag in einer Entschließung gegen die „Wiedergeburt des Nationalsozialismus in Deutschland“ und forderte die französische Regierung auf, dieser gefährlichen Entwicklung mit Wort und Tat entgegenzuwirken. Der Abstimmung ging eine ausführliche Deutschlanddebatte voraus, in der vor allem das Verdener SS-Treffen, die Uebergabe der KZ-Archive in Arolsen an deutsche Stellen, der Tod des französischen Soldaten in Ockfen, die Saarwahlen und der Fall Krupp zur Sprache gebracht wurden. Vor allem aus Kreisen der gaullistischen Sammlungsbewegung und der Volksrepublikaner wurden Klagen vorgebracht. Der Staatssekretär im französischen Außenministerium Maurice Schumann sagte in der Debatte, es habe weder für deutsche noch für alliierte Stellen eine rechtliche Handhabe gegeben, um das Verdener SS- Treffen zu verbieten. Andererseits müsse hervorgehoben werden, daß General Steiner und der Vertreter der Bundesregierung sofort von den „Unverschämtheiten Ramckes“ abgerückt seien. „Im Falle Krupp haben wir das Recht, die Entwicklung zu bedauern. Wir können aber nichts tun“, sagte Schumann. Die Absage des Treffens der Ritterkreuzträger auf Wunsch der Bundesregierung, die Desavouierung Ramckes durch den Bundeskanzler und die Rede von Bundespräsident Heuß in Bergen-Belsefi seien dagegen Zeichen, die trotz allem Hoffnung auf die Bildung einer europäischen Gemeinschaft aufkommen ließen. Mit starkem Beifall quittierte das Haus diese Erklärung Schumanns. In seiner Entschließung stellt der Rat der Republik unter anderem fest, daß offizielle deutsche Persönlichkeiten — darunter auch Minister — Propagandamaßnahmen und Methoden ermutigten, die an „die schlimmsten Stunden des Pangermanismus“ erinnern. Die französische Regierung wird -aufgefordert, durch ihre Maßnahmen zu beweisen, „wie notwendig es ist, eine für die Zukunft der deutsch-französischen Beziehungen und der ganzen freien Welt katastrophale Entwicklung aufzuhalten.“ Pinay stellt erneut Vertrauensfrage PARIS. Der französische Ministerpräsident Pinay stellte am Freitagabend in der Budget-Debatte der Nationalversammlung erneut die Vertrauensfrage, weil die Versammlung die Herausnahme eines Artikels über die Steuerreform aus der Budget- Gesetzesvorlage des Ministerpräsidenten beschlossen hat. Die Abstimmung wird am kommenden Dienstag stattfinden. In einer Rede voll ungewöhnlicher Schärfe und Bitterkeit wandte sich Pinay gegen die Versuche, in der Nationalversammlung Steuersenkungen und gleichzeitig Ausgabenerhöhungen durchzudrücken. Die Aussichten Pinays, bei der Vertrauensabstimmung am kommenden Dienstag den Sieg davonzutragen, wurden am Freitagabend in der Nationalversammlung als sehr fragwürdig bezeichnet. Guilkrame warnt die Marokkaner RABAT Der französische Generalresident in Marokko, General Guillaume warnte die marokkanische Bevölkerung am Donnerstagabend in einer Rundfunkrede vor „schlechten Ratgebern“, die nur darauf aus seien, die traditionelle Freundschaft zwischen Frankreich und Marokko zu trüben. Am Donnerstagabend stieg die Spannung erneut auf einen Höhepunkt, als Tausende marokkanischer Demonstranten sich um die beiden wichtigsten Städte Marokkos, Casablanca und Rabat, sammelten. Novelle zum Bundesveriassungsgerichtsgesetz? BONN. Das Bulletin des Presse- und! Informationsamts der Bundesregierung kritisierte am Freitag die bisherige Tätigkeit des Bundesverfassungsgerichts. Es erhebe sich die Frage, ob die jetzige Struktur des Gerichts in allem seiner eigentlichen Aufgabe entspreche. „Mgn könnte an die Möglichkeit denken, daß durch eine Novelle zum Gesetz über das Bundesverfassungsgericht, die von den dazu befähigten gesetzgebenden Körperschaften eingebracht wird, das bisherige Gesetz ergänzt und nach den gewonnenen Erfahrungen präzisiert wird.“ Die bisherigen Erfahrungen sollten Anlaß geben, ernsthaft darüber nachzudenken, wie das Gleichgewicht und die rechte Ordnung der Instanzen gefestigt werden könnten. Adenauer berichtete dem Kabinett BONN. Bundeskanzler Dr. Adenauer berichtete am Freitag vor dem Bundeskabinett über die Lage im Hinblick auf den Streit um die Verfahren vor dem Verfassungsgericht. Wie ein Regierungssprecher sagte, sind bisher keine neuen Momente aufgetreten. Der Bundeskanzler hatte den Standpunkt des Kabinetts am Donnerstag vpr dem Bundestag dargelegt und erklärt, daß es weder eine Staatskrise noch einen Verfassungskonflikt gebe. Bild links: Der neue israelische Staatspräsident Jzhak Ben Zwi. Bild rechts: Bei den blutigen Ausschreitungen in Casablanca verhaftete die französische Polizei über 1000 Marokkaner. Deutscher Konflikt 1952 C E. G. Der Historiker, der einmal die Geschichte der heftigen Krise schreibt, die die Bundesrepublik im Dezember 1952 durchlebte, ist zu beneiden; denn der Stoff läßt an dramatischen Verwicklungen nichts zu. wünschen übrig. Aber er wird sich nicht damit begnügen können, den spannungsgeladenen Verlauf dieser Tage zu schüdern, sondern er wird fragen müssen, wie es denn dahin kommen konnte — zu dieser Krise, die damit nicht aus der Welt geredet wird, daß Regierungschef und Koalitionssprecher nach der Methode Coue versichern: es ist keine Krise. Sollte sich fast das gesamte Ausland und ein beträchtlicher Teil des Inlandes so getäuscht haben? Denn es ist anderer Auffassung, und selbst der Bundespräsident, als er in der bisher schwersten Stunde seines Amtes dem deutschen Volke seinen Entschluß- plausibel machen mußte, hat das Wort Staatskrise ausgesprochen, ohne es so kategorisch zurückzuweisen, wie es von Regierungsseite geschieht. Im Gegenteil, er hat ausdrücklich gesagt, daß es ihm fern läge, die Dinge zu bagatellisieren . . . Gewiß, Minister sind nicht gestürzt, der Bundespräsident ist noch im Amt, und das Bundesverfassungsgericht tagt, obwohl es sich vom Bundeskanzler und seinem Justizminister abkanzeln lassen mußte wie ein Schuljunge, der eine schlechte Arbeit geschrieben hat. Aeußerlich ist also nichts passiert. Aber innerlich? An der Stelle, die man als die Seele der Demokratie bezeichnen könnte? Und an der sie Schaden nehmen kann, auch wenn die Regierung Abstimmungen gewinnt? • Der Historiker wird zuerst einmal einen Sieg Adenauers konstatieren. Daran ist nicht zu rütteln. (Ob es ein Pyrrhussieg ist, ein Sieg über die deutsche Demokratie oder ein Sieg für die deutsche Demokratie, wird längst entschieden sein, wenn diese Tage geschichtsschreibungsreif sind.) Und er wird dem Kanzler Mut und Energie bescheinigen, jene Eigenschaften, also, die ein Staatsmann braucht, wenn der Widerstände überwinden will, die seiner Politik im Wege stehen. Adenauer hat den Stier bei den Hörnern gepackt. Aber dieser Stier ist eben doch zugleich das Zugtier unseres jungen Staates. Das ist es, was die Lage so unheilvoll kompliziert. Der Historiker wird in diesem Zusammenhang — vielleicht hat es der erste Kanzler der Deutschen Bundesrepublik auch getan — einen Seitenblick auf Bismarck werfen, der in der sogenannten Konfliktzeit in Preußen gegen das Parlament regierte und nach seinem ersten großen außenpolitischen Erfolg 1866 die berühmte Indemnitätsvorlage einbrachte. Der preußische Landtag genehmigte sie und billigte damit alle Maßnahmen, die Bismarck gegen den Willen des Parlaments oder ohne sein Einverständnis getroffen hatte. Aber dieser Weg, ein Ziel zu erreichen, war damals möglich — wenn auch für die spätere Entwicklung keineswegs unproblematisch —, denn der deutsche Parlamentarismus steckte noch in den Kinderschuhen, und es war vor allen Dingen ein König da, der regierte und die höchste Verantwortung trug. Heute ist das anders. Heute ist der Weg zum politischen Erfolg nicht nur mit guten Vorsätzen, sondern auch mit demokratischen Prinzipien und Institutionen (kopfstein-)gepflastert, zu denen auch so unbequeme Einrichtungen wie ein Bundesverfassungsgericht oder eine Opposition gehören. Sie mögen von einem zielbewußten Regierungschef manchmal sehr störend empfunden werden, aber sie sind nun einmal da, und gerade die Opposition in ihrer Stärke und ihren Möglichkeiten nicht in die politische Rechnung einsetzen, ist eine ebenso unverzeihliche Unterlassungssünde, als wenn sich ein Feldherr über die Kräftegruppierung des Gegners einfach hinwegsetzt. • Deshalb wird der Historiker, der dem Konflikt von 1952 auf den Grund gehen will, das Verhältnis (bzw. Mißverhältnis) von Regierung und Opposition bis in seine Wurzeln verfolgen müssen. Dabei wird er als Ausgangspunkt fesjstellen, daß die Opposition keine echte Alternative zür außenpolitischen Konzeption des Bundeskanzlers hat, daß sie keinen besseren und sicheren Weg weiß, ja, daß sie sogar im Grundsätzlichen gewisse Berührungspunkte mit den Auffassungen des Regierungslagers hat Weshalb also ist es — mögen die Ansichten in den innerpolitischen Fragen noch so weit auseinandergehen — in der Außenpolitik dennoch zu einer so unfruchtbaren Spannung gekommen, die sich in der Erschütterung dieser Krise zum erstenmal entladen hat? Weshalb hat man sich auf Bundesebene so heillos auseinander laviert, während man in einzelnen Ländern noch zusammen auf der Regierungsbank sitzt und auch gut miteinander auskommt. Diese naheliegende Frage stellen heißt aber bereits sie beantworten. Denn hier wird offenbar, daß es weniger sachliche, sondern vorwiegend persönliche Ursachen sein müssen, die in Bonn eine so tiefe Kluft aufgerissen haben. Mit einem Wort: es war die politisch und psychologisch falsche Behandlung des verstorbenen Oppositionsführers Dr. Schumacher durch den Bundeskanzler (vor allem als sich die großen außenpolitischen Probleme der Verträge abzuzeichnen begannen), die jetzt ihre Früchte trägt. Man kann die zweitstärkste deutsche Partei nicht so als quantite negligable behandeln, wie es „der Mann der einsamen Entschlüsse“ damals tat, und zugleich von ihr verlangen, daß sie an demselben Strang zieht. Wenn man sich erinnert, daß eine Aussprache des Kanzlers mit dem Oppositionsführer schon etwas so Exzeptionelles war, daß die Presse in großen Schlagzeilen darüber berichtete, auch wenn nichts dabei herausgekommen war, so ist das vielleicht das bezeichnendste Schlaglicht, das auf die damalige Situation fiel. An Bismarcks (zu seiner Zeit noch begreiflichem) Irrtum hätte Adenauer lernen können, wie man die SPD nicht behandelt. Die Fronten aullockern, nachdem sie so festgefahren sind, ist jetzt sehr schwierig; ob es dem Bundeskanzler, der einen versöhnlichen Brief an Ollenhauer geschrieben hat, gelingt? Es wäre wünschenswert. Denn der Leidtragende ist, wie dieser Konflikt zeigt, nur die deutsche Demokratie. • Diese Feststellung muß der Historiker auch treffen, Wenn er sich dem Bundesverfassungsgericht zuwen- Seite 2 / Nummer 290 Samstag, 13. Dezember 195g det, das mit seinem Beschluß diesen lange schwelenden Konflikt ausgelöst hat und nun den Prügelknaben abgeben muß. Denn nichts anderes bedeutet die Behandlung dieses höchstrichterlic|T,en Gremiums durch den Regierungschef und seinen Justizminister. Wenn Dr. Adenauer erklärte, die Geisteshaltung in Karlsruhe sei gelinde ausgedrückt „merkwürdig“, und zugleich kaltlächelnd feststellte, das BVG habe schon einmal verfassungswidrig gehandelt, als es die SRP- Mandate für erloschen erklärte, und wenn Dr. Dehler den Richtern die ausreichende Qualifikation bestritt („es sind zu wenig erfahrene Richter dort“) und ihren Beschluß „ein Unikum“ nannte, so kann man nur hoffen, daß die Herren wußten, was sie sagten. Vor allem aber was sie taten, als sie mit diesen massiven Angriffen das Vertrauen des deutschen Volkes in sein höchstes Gericht erschütterten. Der Historiker aber wird an dieser Stelle in den Annalen der Bundesrepublik den Gründungstag des Bundesverfassungsgerichts aufsehlagen, an dem es von allen Seiten als eine Säule unserer jungen Demokratie gepriesen würde, um es als eine Ironie unserer schnelllebigen Zeit und als ein Symptom unseres unausgeglichenen 1 politischen Lebens festzustellen, daß'das BVG in so kurzer Frist schon nach den Worten von Bundestagspräsident Df. Ehlers eine reformbedürftige Institution geworden ist, die „in einem falschen Augenblick und mit falschen Mitteln“ geschaffen wurde. Mit besonderer Aufmerksamkeit wird der Historiker das Schweigen verzeichnen, das im Bundestag herrschte, als die Opposition ihre Vorwürfe gegen die Regierung erhob und der Bundeskanzler dazu Stellung nahm. Wenn er die Geschichte dieser Tage schreibt, wird es entschieden sein, ob dieses Schweigen ein erstes Zeichen der Umkehr war oder ob es neues Unheil kündete. UNO-Charta muß überprüft werden Dulles kündigt Revisionskonferenz für dos Jahr 1955 an DENVER (Colorado). Der künftige amerikanische Außenminister John Foster Dulles kündigte am Donnerstag eine Konferenz der UNO-Mitgliedstaaten zur Revision der UNO-Satzung an. Er sagte, die Konferenz werde wahrscheinlich 1955 stattfinden. In einer auf Tonband gesprochenen Rede, die für die Tagung des Rats der Protestantischen Kirchen der USA in Denver bestimmt war, sagte Dulles, die UNO- Charta müsse überprüft werden, damit die UNO aktionsfähiger werden kann. Die Revisionskonferenz werde ebenso bedeutsam sein wie die Gründungsversammlung der Vereinten Nationen. Zur amerikanischen Auslandshilfe sagte'Dulles, das amerikanische Volk müsse allen materiell Schlechtergestellten künftig großzügigere Unterstützung zukommen lassen. Er forderte eine stärkere Respektierung der Menschenrechte in den USA, da jede Diskriminierung ein „moralischer Schlag ins Gesicht der christlichen Zivilisation“ wäre und das internationale Ansehen der USA gefährden müsse. Abschließend sagte Dulles: „Die internationalen Probleme sind kompliziert geworden, _ und unsere internationalen Verpflichtungen haben zugenommen. Aber ich glaube, daß wir der guten amerikanischen Tradition weiterhin treu bleiben und unsere Außenpolitik weiter von Offenheit, Einfachheit und moralischer Sauberkeit leiten lassen können.“ Jede Abänderung der gegenwärtigen UNO-Satzung muß in der Vollversammlung mit Zweidrittel-Mehrheit angenommen werden und unterliegt im Sicherheitsrat dem Veto der sieben ständigen Mitglieder. Artikel 109, Absatz 3 der UNO-Satzung sieht vor, daß der Vorschlag zur Einberufung einer Konferenz Verwaltungsaufbau im neuen Bundesland Noch nicht endgültig - Auch nichtgenannte Orte haben die Möglichkeit, sich zu bewerben STUTTGART. Ministerialdirektor Dr. Spreng vom Staatsxninisterium befaßt sich in der neuesten Ausgabe des Staatsanzeigers für Baden-Württemberg (Nr. 61) unter der Ueberschrift „Verwaltungsaufbau vorläufig abgeschlossen“ mit der Frage, nach welchen Gesichtspunkten die Spitze der zentralen und regionalen Landesmittelbehörden verteilt werden sollen. Als Diskussionsgrundlage enthält der Aufsatz eine Zusammenstellung, aus der sich, wie Dr. Spreng feststellt, lediglich ergeben soll, welche Behörden für eine Verteilung in Frage kommen. Die Aufteilung auf die einzelnen Regierungsbezirke und Städte sei dabei nach folgenden Gesichtspunkten vorgenomimen: „Soweit eine bestimmte Regelung durch Verordnung der vorläufigen Regierung bereits erfolgt oder in einem Gesetzentwurf vorgesehen ist, wurde diese übernommen. Im übrigen sind die Städte als Sitz einer Behörde aufgeführt, in denen eine solche Behörde schon bisher vorhanden war“. Dr. Spreng betont, daß es. sich um eine völlig vorläufige und unverbindliche Aufteilung handele. Die Orte, die nicht genannt seien, hätten ebensogut die Möglichkeit, sich um den Sitz einer Behörde zu bewerben und bei der endgültigen Verteilung auch berücksichtigt zu werden. Regierungsbezirk Nordwürttemberg: Stuttgart: Regierungspräsidium einschließlich Oberschulamt und Außenstelle des Landesausgleichs ^ amt, Archivdirektion, Oberlandesgericht, Landesamt f. Wiedergutmachung, Landeskriminalamt, Landesamt für Verfassungsschutz, Landesvermessungsamt, Ober- ftnanzdirektion, Landeshauptkasse, Münze, Statistisches Landesamt, Landesgewerbeamt mit Edchdirek- tion, Fürstdirektion, Landesversorgungsamt, Oberversicherungsamt, Landesarbeitsgericht, Landesausgleichsamt. Göppingen: Oberste Dienststelle der Bereitschaftspolizei. Ludwigsburg: LandesamV für Umlegung und Siedlung, Hauptstaatsarchiv. Regierungsbezirk Nordbaden: Karlsruhe: Regierungspräsidium einschließlich Oberscbulamt und Außenstelle des Landes ausgleichs - amtes, Rechnungshof, General-Landesarchiv, Oberlandesgericht, Landesamt für Wiedergutmachung, Kriminalhauptstelle, Landesvermessungsamt — Außenstelle, Autofoahnamt, Staatsschuldenverwaltung, Münze, Landesgewerbeamt mit Eichdirektion — Außenstelle, Forstdirektion, Oberversicherungsamt Mannheim: Landesarbeitsgericht. Regierungsbezirk Südbaden: Freiburg: Regierungspräsidium einschließlich Oberschulamt und Außenstelle des Landesausgleichsamt, Nebenstelle des Generallandesarchivs, Landesamt für Wiedergutmachung, Kriminalhauptstelle, Oberbergamt Geologisches 'Landesamt, Landesgewerbeamt — Außenstelle, Forstdirektion, Landesversorgungsamt, Oberversicherungsamt, Landesarbeitsgericht Konstanz: Oberversicherungsamt Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern: Tübingen: Regierungspräsidium einschließlich Oberschulamt und Außenstelle des Landesausgleichsamts, Landesamt für Wiedergutmachung, Verwaltungsgerichtshof, Kriminalhauptstelle, Landesgewerbeamt — Außenstelle, Forstdirektion, Landesarbeitsgericht. Bebenhausen: Oberlandesarbeitsgericht. Reutlingen: Oberversicherungsamt Sigma r i n g e n : Staatsarchiv. Dr. Spreng erklärt in seinem Aufsatz, es bestehe Uebereinstimmung, daß die zentralen und regionalen Landesmittelbehörden möglichst dezentralisiert untergebracht werden sollen. Vor der Verteilung der Sitze der Behörden müsse aber im einzelnen geprüft werden, wie die Unterbringungsmöglichkeiten an den in Frage kommenden Orten sind, inwieweit Umbauten oder Neubauten notwendig werden und welche Ausgaben dafür erforderlich sind. Ferner müßten die Wohnungs- und Verkehrsverhältaisse berücksichtigt werden. Städte, die sich um Behörden mit größerem Personalbestand bemühen, sollten sich darüber im klaren sein, daß sie bei einer Berücksichtigung finanzielle Verpflichtungen eingehen, die eine gewisse Benachteiligung der ortsansässigen Bevölkerung zur Folge hätten. Diesen Gesichtspunkten komme eine erhebliche Bedeutung zu In einer Betrachtung über den allgemeinen bisherigen Verwaltungsaufbau weist Ministerialdirektor Dr. Spreng darauf hin, daß das Ueberieitungs- gesetz, wie sich aus seinen Bestimmungen deutlich ergebe, vorläufigen Charakter habe. Dies gelte nicht zuletzt auch für das Gebiet und den Sitz der Regierungspräsidien selbst. Zunächst habe an den bisherigen Grenzen festgehalten werden müssen, weil das Recht in den einzelnen Ländern bzw. Landesbezirken unterschiedlich gewesen sei oder sich seit 1945 einander abweichend entwickelt habe. Es bestehe kein Zweifel, daß er in vielen Punkten noch der Verfeinerung, auch der Korrektur bedürfe. Die vorläufige Regierung werde allerdings gut daran tun, von sich aus der einmal Geschaffene nicht zu ändern, sondern abzuwarten, bis sich bestimmte Wünsche und Absichten der Legislative zeigten. Bei einer endgültigen Regelung müßten vor allem folgende Probleme sorgfältig geprüft werden: „Welche Verwaltungsaufgaben können wegfallen? Welche Zuständigkeiten lassen sich auf nachigeordnete Behörden übertragen? Welche Befugnisse können auf Einrichtungen der Selbstverwaltung übergeleitet werden?“ über die Revision der UNO-Charta im Jahre 1955 auf die Tagesordnung der Vollversammlung gesetzt werden muß, wenn bis dahin noch keine Revisionskonferenz abgehalten wurde. Tiygve Lie fordert Beweise UNO - NEW YORK. Der UNO-Generalsekretär Trygve Lie hat in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an den Leiter der amerikanischen UNO-Delegation, Warren Austin, hieb- und stichfeste Beweise für die einer Anzahl amerikanischer Angestellter beim UNO-Sekretariat vorgeworfene staatsfeindliche Betätigung gefordert. Ohne derartige Beweise könne er keinen der Angestellten, die von amerikanischer Seite aus Sicherheitsgründen als ungeeignet für den Dienst bei der UNO bezeichnet werden, entlassen. van Fleet warnt Kommunisten vor Offensive SEOUL. General van Fleet, der Oberbefehlshaber der UNO-Truppen in Korea, warnte die kommunistischen Truppen am Freitag vor einer Winter- Offensive in Korea. Er sagte auf einer Pressekonferenz, die chinesischen Truppen würden sehr schwere Verluste erleiden, wenn sie im Winter angreifen sollten. Sie wären auf einen Winterkrieg nicht richtig vorbereitet, während die UNO-Truppen besser ausgerüstet seien als irgendeine Armee in der Geschichte. Kümpfe im Tonking-Delta HANOI. Während die Kampfpause vor der französischen Festung Nasam weiter andauert, kam es am Freitag im Tonking-Delta, hundert Küometer südlich Hanoi, wieder zu zwei schweren Gefechten mit den Vietminh-Truppen. In Hanoi wurde in der Nacht zum Donnerstag Kanonendonner gehört, als Vietminh-Verbände einige kleine Stützpunkte in etwa zehn Kilometer Entfernung von der Stadt angriffen. Revolte in Ekuador niedergeschlagen BUENOS AIRES. Nach der Niederschlagung eines Putschversuches in Ekuador, die den gewaltsamen Sturz der ekuadorianischen Regierung Ibarra zium Ziel hatte, herrschte am Freitag im Lande völlige Ruhe. Dies geht aus Meldungen hervor, die nach dem mißlungenen Putschversuch in Buenos Aires eintrafen. Der Führer der Umsturzbewegung, der Bürgermeister von Guayaquil und Leiter der Oppositionspartei, Guevara Moreno, und andere Mitglieder der Partei sind verhaftet. Saarbrückener Täter stellten sich SAARBRÜCKEN. Die vier Männer, die am 20. November den Ueberfall auf die Wohnung des Mitgliedes der nicht zugelassenen demokratischen Partei Saar, Georg Geiger, in Saarbrücken verübten, haben sich vor etwa acht Tagen der Polizei gestellt. Diese Tatsache, die in Saarbrücken nur gerüchtweise bekannt geworden war, wurde am Freitag vom Polizeipräsidenten Lackmann bestätigt. Nähere Auskünfte über die Täter waren jedoch weder von ihm noch von der Staatsanwaltschaft oder einer anderen zuständigen Stelle zu erhalten. Die Untersuchung des Falles liegt jetzt in den Händen der Staatsan-v waltschaft. Neues kurz gesagt: * Das Hauptamt für Soforthilfe weist darauf hin, daß Anträge auf Gewährung von Kriegs schaden- rente mit rückwirkender Kraft vom 1. April 1952 an nach dem Lastenausgleichsgesetz bis zum 31. Dezember dieses Jahres eingereicht werden müssen. * Der holländische Außenminister Beyen sagte am Freitag, der Gesetzentwurf zur Ratifizierung des Vertrages über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft liege jetzt dem Staatsrat (Beratende Körperschaft der Krone) vor und werde dem Parlament unverzüglich übergeben werden. * Das geplante amerikanische U-Boot, das mit Atomkraft betrieben werden soll, wird mit akustisch gelenkten Torpedos ausgerüstet sein, erklärte der amerikanische Admiral Wallin. * Ministerpräsident Nehru wurde am Freitag zum sechstenmal zum Vorsitzenden der indischen Kongreßpartei gewählt, die die Regierungsmehrheit hat. * Der Güter- und Personenverkehr auf den Neben- und Hauptstrecken in der Sowjetzonen-Repu- blik soll künftig in den Nachtstunden wesentlich eingeschränkt werden, um dadurch Gehälter und Löhne einzusparen. * Nach mehr als vierjähriger Fahndungsarbeit konnten drei Männer aus Köln im Alter von 25 bis 30 Jahren als die mutmaßlichen Mörder einer Geschäftsfrau aus Brühl ermittelt werden. Schweres Verkehrsunglück in München MÜNCHEN. Bei einem schweren Verkehrsunglück wurden am Freitagabend in München 21 Personen verletzt. In der Neuhauserstraße, eine der Hauptverkehrsadern der bayerischen Hauptstadt, geriet ein Omnibus der Bundespost auf dem glatten Pflaster ins Rutschen und fuhr in einen entgegenkommenden Straßenbahnzug der Linie 19. Der Straßenbahnwagen wurde auf der einen Seite vollkommen aufgerissen, beim Autobus wurde die Stirnseite eingedrückt. Flugzeugabsturz in Mittelirankreich PRIVAS. Ein viermotoriges Flugzeug stürzte am Freitagabend in den Bergen von Mittelfrankreich bei Saint Bauzile ab und ging in Flammen auf. Es handelt sich wahrscheinlich um ein französisches Zivilflugzeug. Bis jetzt ist nicht bekannt, wieviele Menschen an Bord waren. Der Schein der Flammen von der Unglücksstelle konnte durch den Nebel bis ins Tal herab gesehen werden. Rettungsmannschaften haben einen Anstiegsweg von etwa eineinhalb Stunden bis zur Absturzstelle zurückzulegen. Volkspolizei drosselt Berlin-Verkehr BERLIN. Der Verkehr zwischen der Sowjetzone und Westberlin wird von der Volkspolizei immer stärker eingeschränkt. Sie hat am Freitag erneut einen Grenzübergang zwischen der Sowjetzone und Westberlin für jeden Verkehr gesperrt. Damit besteht für die Bevölkerung der Sowjetzone nur noch an fünf Stellen die Möglichkeit, in den amerikanischen und britischen Sektor zu gehen. Aber auch diese Uebergänge sind größtenteils nur stundenweise geöffnet. Länder wollen nicht 44 Prozent ab«eben Finanzminister gegen Senkung der KaKee-, Tee- und Zuckersteuer BONN. Die Finanzminister der Länder haben am Freitag nach mehrtägiger Debatte die Forderung des Bundes auf einen Anteil von 44 Prozent an den Erträgen von Einkommen- und Körperschaftssteuer im Haushaltsjahr 1953/54 abgelehnt. Nach ihrer Auffassung ist der jetzt geltende Anteil von 37 Prozent für -den Bund ausreichend. Die meisten Länder seien nicht in der Lage, mehr aufzubringen. 44 Prozent seien selbst für reiche Länder zuviel. Die Mindereinnahme, die als Folge des niedrigeren Satzes von 37 Prozent für den Bund entsteht, soll dadurch ausgeglichen Werden, daß die Investitionen des Bundes nicht aus Steuergeldern, sondern durch Anleiheaufnahme finanziert - werden. Dementsprechend sollen diese Ausgaben, zu denen u. a. 400 Millionen für den Wohnungsbau gehören, in den außerordentlichen Haushalt verlagert werden. Größere Ausgabenstreichungen werden auch von den Länderfinanzministern nicht für möglich gehalten. Die Länderfinanzminister haben sich ferner gegen eine Senkung der Kaffee- und Teesteuer ausgesprochen, da sie bei der außerordentlich schwierigen Finanzlage von Bund und Ländern nicht möglich sei. Auch eine Senkung der Zuckersteuer würde von den Länderfinanzministern abgelehnt. Auch gegen einen Wegfall der Notopfermarke Berlin, der von der Bundesregierung für die Zeit nach dem 31. März 1953 vorgeschlrgen worden ist, haben sich die Finanzminister ausgesprochen. Dagegen haben sie einen Gesetzentwurf der Bundesregierung über Steuerbegünstigung für Darlehen an den Lastenausgleichsfonds gutgeheißen. Zulage auch für Arbeiter 4er Länder BONN. Auch Arbeiter bei Landesbehörden sollen auf Beschluß der Tarifgemeinschaft deutscher Länder im Dezember eine einmalige Zulage erhalten. Wie am Donnerstag mitgeteilt wurde, soll diese Zulage der im Juli vertraglich vereinbarten Zulage entsprechen, die je nach Lohnhöhe 70 bis 90 Mark betrug. DM-Purität zum Dollar BONN. Das Bundeskabinett hat am Freitag beschlossen, dem Internationalen Währungsfonds gemäß den Satzungen des Abkommens über den Internationalen Währungsfonds sowie den Aufnahmebedingungen für die Bundesrepublik als Parität für eine D-Mark einen Wert von 0,211588 Gramm Feingold vorzuschlagen. Auf der Basis von 35 US-Dollar gleich eine Unze Feingold hat die D-Mark einen Wert von 0,238095 US-Dollar. Diese Bewertung entspricht dem derzeitigen Wechselkurs zum US-Dollar. MÄNNER Roman von ^/Michaela Harald Banmgartan Copyright by Carl Dunker-VerLag durch Verlag v. Grab erg & GÖrg, Wiesbaden ‘36.) Nachdruck verboten Der Sekretär Steinfurth, der mitten im Salon Wendlands stand, hielt eine Besuchskarte in der Hand. „Dr. Stefan Garrian — Kriminalkommissar —“ las er vor. Wendland räusperte sich. „Wissen Sie, daß Michaela gestern abend mit diesem Manne zusammen war, Steinfurth? Ja — sie ist mit ihm ausgegangen.“ Der Sekretär zog die Brauen hoch „Unangenehm, Herr Wendland, aber Fräulein Michaela hätte auf keinen Fall die Karte aus Frau Hegels Garderobe mitnehmen dürfen.“ „Da haben Sie recht. Aber sie kennen ja Michaela. Hätten Sie es für möglich gehalten, daß Michi mit einem-wie war der Titel? — Kriminalkommissar — ausgehen würde? Das ist eine ganz und gar verrückte Geschichte.“ „Vielleicht hat sie es getan, um zu vertuschen, daß sie eine Dummheit gemacht hat, Herr Wendland.“ „Mag sein. Vielleicht kennt sie diesen Dr. Garrian schon länger. Sie war gestern abend so erregt am Telefon. Sie erinnerte mich sehr an jenen Morgen in Lugano, als sie kedne_ fünf Minuten länger im Park-Hotel bleiben wollte, obgleich ich doch nicht einmal gefrühstückt hatte.“ Er weidete sich einen Augenblick an der Verblüffung seines Sekretärs dann sagte er: „Also holen Sie den Herrn herauf.“ Wendland trat ans Fenster und starrte auf die Straße hinaus. Aus dem bewegten Leben der Großstadt wuchs vor ihm seine stille Villa in Düsseldorf auf, mit dem großen Park, in dem Michaela spielte. Sie war ein süßes, zartes Kind und stand mitten auf einem sonnenbeschienenen Rasenfleck. Sie sprach tönende Worte vor sich hin und machte große, beschwingte Gesten. Sie war sechs Jahre alt und eine Waise. Bin ich immer gut zu ihr gewesen? fragte sich Wendland. Aber er konnte sich keine Vorwürfe machen. Er hatte alles versucht, sie in dem bürgerlichen Leben zu verankern, in dem sie aufgewachsen war. Aber wie hätte man Michaela fesseln können? Sie hatte das Blut ihres Vaters, und Michael Birk war ein Mann von ungeheurer Vitalität gewesen, mit dem unauslöschbaren Fernweh des Deutschen. Nichts hatte ihn zurückhalten können, als Professor Erdmanns- ■ torf seine Expedition an den Amazonas machte, von der niemand zurückkehrte. Niemand — alle hatte der Urwald verschlungen. Er erinnerte sich an seine Schwester Helene Da war der Salon mit dem großen, hellen Flügel. Wie oft hatte sie abends mit ihrer hübschen, geschulten Stimme Arien von Mozart, Verdi gesungen. Die Türen zu der großen Terrasse waren offen, und man hörte sie bis zu dem Weiher, der mitten im Park lag. Arme Helene! dachte Wendland traurig, du hast den Tod deines Mannes nie verwunden. Deshalb konntest du nicht mehr lange leben. Als Andreas Wendland sich an- das Spielzimmer erinnerte, in ‘dem Michaela groß geworden war, mit den rosenfarbenen Vorhängen, dem schmalen, weißen Regal, in dem die Puppen saßen, denen Michaela stundenlang vorspielte, trat er mißmutig vom Fenster zurück. Immer hatte sie Theater gespielt. Erwartungsvoll hob er den Kopf, als es an de? Tür klopfte. „Herein!“ rief er laut. Stefan Garrian trat ein. Er machte eine knappe Verbeugung. Ein hageres, ernstes Gesicht, eine gutgewölbte, breite Stirn, graue, lebendige Augen, stellte Wendland fest. Er mußte zu ihm aufsehen. Garrian war groß und breitschultrig. Er sah aus wie ein Sportsmann und zugleich wie ein Grübler. Sein Anzug war unauffällig, aber gut geschnitten und verriet, daß der Mann Wert auf sein Aeußeres legte. Wendland war zufrieden. „Bitte, nehmen Sie Platz, Herr Doktor“, bat er. Er schob Garrian selbst das elfenbeinerne Kästchen mit Zigaretten näher. „Rauchen Sie?“ „Danke“, erwiderte Garrian und wartete, bis sich Wendland ihm gegenüber gesetzt hatte. Seine Unwissenheit hemmte ihn. In welchen Beziehungen stand Michaela zu diesem Mann? „Ich möchte hören, ob Sie etwas Näheres über Frau Elisabeth Hegel aussagen können“, sagte er langsam. Wendland zerdrückte seine Zigarre in einem Aschenbecher. „Ich war nur ein einziges Mal mit Frau Hegel zusammen. Es handelte sich um eine private Auskunft“ „Darf man fragen, was das für eine Auskunft war?“ „Ich habe Frau Hegel eingeladen, um mich über Fräulein Birks Talent zu erkundigen.“ Er machte eine Pause und hob flüchtig lächelnd den Kopf. „Genügt Ihnen diese Auskunft.“ „Nein“, zögerte Stefan und sah Wendland mit vollem Blick an, „sie genügt mir nicht. Es handelt sich darum, ob Frau Hegel wirklich Selbstmord beging. Hatten Sie den Eindruck, daß Frau Hegel am Premierenabend bereits die Absicht hatte, aus dem Leben zu scheiden?“ „In keiner Weise. Sie war anfangs sogar sehr froh gestimmt. Wahrscheinlich habe ich sie enttäuscht. Ich hätte mich mehr über ihre eigene Leistung unterhalten sollen als nach Fräulein Birk zu fragen. Das Gespräch stockte. Der Name Michaelas bedrückte Garrian. Wendland beobachtete ihn scharf. „Wir wollen nicht aneinander vorbeireden“, sagte er plötzlich. „Fräulein Birk hat mich gestern angerufen. Sie hat eine große Dummheit begangen, als sie meine Einladungskarte aus Frau Hegiels Garderobe mitnahm. Vor allem aber, daß sie Ihnen dies verschwieg. Sie wünschte nicht, daß dadurch ihre Beziehungen zu mir bekannt würden. Es ist nämlich ihre fixe Idee, sich ganz aus eigener Kraft und ohne Protektion durchsetzen zu wollen. Aber jetzt hat sie ja tatsächlich 'ihr Ziel ohne meine Hilfe erreicht, und wir können die Heimlichkeiten beiseite lassen.“ Erheitert lachte er. „Wußten Sie nicht, daß Michaela meine Nichte ist?“ Unwillkürlich erhob sich Stefan. „Nein, das wußte ich nicht.“ Wendland sah, wie Garrian blaß wurde. Angelegentlich beugte er sich über den Zigarettenkasten, um Stefan Zeit zu lassen, sich zu sammeln. Wie schwach selbst so energische Männer wurden, wenn das Herz sprach. Umständlich wählte er eine Zigarette und fragte leichthin: Wo haben Sie meine Nichte eigentlich ken- nengelemt, Herr Doktor?“ „In Lugano.“ Wendland zündete sich die Zigarette an. Das angestrengte Lächeln Stefans verriet ihm die Erregung, in der er sich befand. Er liebt sie, stellte er bei sich fest, und es erschien ihm wichtig, diesen Mann näher kennenzulemen, obwohl es sinnlos war, Michaela beeinflussen zu wollen oder ihr gar Vorwürfe zu machen. Aber seine sorgenvolle Liebe zu Michaela trieb ihn dazu. „So, so — in Lugano“, wiederholte er. Ein Klopfen störte. Der Sekretär kam herein. „Die Herren vom Winkler-Konzern warten im Konferenzzimmer drei!“ sagte er. Garrian erhob sich sofort. „Ich will nicht länger stören, Herr Wendland.“ Abwehrend hob Wendland die Hand. „Aber nein, bleiben Sie noch ein wenig. Wir haben ein Thema gefunden, das uns beide mehr als alles andere interessieren dürfte. Lieber Steinfurth, bitten Sie die Herren, sich eine kleine Weile zu gedulden.“ Der Sekretär verzog keine Miene. Er wandte sich der Tür zu, aber als er die Hand auf den Drücker legte, rief Wendland: „Einen Augenblick noch! Herr Doktor, hätten Sie Zeit, eine Tasse Kaffee mit mir zu trinken? Es plaudert sich besser.“ Die hellen Augen Stefans strahlten. Das war also das Geheimnis Michaelas! Wie töricht er gewesen war. „Gern, mit Vergnügen.“ „Das freut mich, — Herr Steinfurth, wollen Sie das bitte veranlassen.“ Als der Kellner nach zehn Minuten hereinkam, saß Herr Andreas Wendland neben einem dem Kellner unbekannten Herrn auf dem Sofa. Eine Brieftasche lag auf dem Tisch, die Wendland zu sich steckte, als der Kellner den Kaffee servierte. Die beiden Herren hatten sich Zigarren angesteckt. Der Fremde hielt eine Fotografie in der Hand. Gewohnt, mit einem diskreten Blick alles zu beobachten, erkannte der Kellner auf dem Bild ein Kind, mit langen, schlanken Beinen, das mitten auf einer Wiese stand und die Arme ausbreitete. Der Fremde lächelte das Bild an, und der sonst so überaus reservierte Herr Andreas Wendland sagte herzlich: „Das ist Michi mit zwölf Jahren.“ Worauf der Fremde das Bild Herrn Wendland zurückgab, der es sorgsam in seiner Brieftasche verwahrte. „Wünschen Herr Wendland auch Kuchen?“ fragte der Kellner. (Fortsetzung folgt) 4 4 gamstag, 13. Dezember 1952 Nummer 290 / Seite S "fiel /Sattlet aufi dem SiKretthton So entstand und verging Patinos Zinnkonzern - Glanz und Elend Boliviens - Vom Gold, Silber und Zinn auf Blei heruntergekommen Bolivien hat jetzt seine erschöpften Zinngruben verstaatlicht. Unser Mitarbeiter Dr. Rudolf Theis beschreibt die Hintergründe dieses staatlichen Zugriffs, nämlich die Tragödie des Inkastaates von Pi- zarro bis zu Patino. „Aviva“ rufen 2000 Minenarbeiter, die in der Grube Catavi in Cochabamba zusammengeströmt sind. „Aviva!“ Der tausendfache Ruf bricht sich, an den Fördertürmen, Kesselhäusern und Waschkauen der Grube. Blitzlichter flammen auf und die Kurbeln der Kameramänner surren, während Boliviens neuer Staatspräsident Paz Estenssora vor den Augen der 2000 Minenarbeiter das Dekret zur Verstaatlichung aller bolivianischen Zinngruben unterzeichnet Es ist ein historischer Augenblick. Neben Estenssora steht sein Bergbauminister Juan Lechin. „Die lange Zeit der Unterdrückung und der Herrschaft des Imperialismus ist vorüber“, ruft der Minister leidenschaftlich ins Mikrofon. Rasender Applaus von 2000 begeisterten Minenarbeitem ist die Antwort. Aus Anlaß dieses Ereignisses haben alle Häuser von Cochabamba geflaggt — bis auf eines. Es ist die Villa eines der reichsten Männer der Welt. Simon I. Patino heißt er. Multimillionär Patino ist vor einigen Tagen in seinem schweren Reisewagen fortgefahren. Er legt keinen Wert darauf, vor seinen Fenstern den Jubel der Minenarbeiter von Cochabamba über die Verstaatlichung der Zinngruben zu erleben. Denn 80 Prozent dieser Gruben gehören ihm, gehörten ihm bis zum 31. Oktober 1952. Seit diesem Tage sind sie Besitz des Staates Bolivien. Vom kleinen Angestellten zum Zinnkönig Seit diesem Tage ist die Geschichte des Patino- Konzerns, des größten Zinn-Konzems der Erde, zu Ende. Sie ist 47 Jahre alt und begann im Jahre 1905. Damals war Simon I. Patino kleiner Angestellter eines deutschen Handelshauses in Cochabamba, das die vielen Zwergbetriebe des jungen Zinnbergbaues in Bolivien mit allen Artikeln des Bergbauzubehörs belieferte. Patino saß damals in der Kreditabteilung des deutschen Unternehmens und hatte die Verantwortung für die Kreditgewährung an die Kunden der Firmen. Dabei hatte er Pech. Ein Portugiese, dem er einen größeren Kredit eröffnet hatte, stellte seine Zahlungen ein. Patino wurde kurzfristig entlassen und haftete für den Schaden, den die deutsche Firma durch ihn erlitten hatte und den er nicht bezahlen konnte, weil er keinen roten Heller besaß. Ihm blieb nichts anderes übrig als die Zinngrube zu übernehmen, die der Portugiese als Sicherheit verpfändet hatte. 1 Er hätte in seinem Leben nichts Besseres tun können. Denn die Grube war die reichste Zinngrube der Welt. Ein Jahr später begann mit dem Siegeszug des Automobils die große Konjunktur in Zinn. Pa- tino flössen märchenhafte Gewinne zu. Er kaufte eine Zinngrube nach der anderen auf. So entstand der Patino-Konzem. 25 Jahre später heiratete der Sohn des millionenschweren Simon I. Patino eine Bourbonenprinzessin und wieder zwei Jahrzehnte später verlor der millionenschwere Simon I. Patino durch einen einzigen Federstrich seines Gegenspielers Paz Estenssora sein gesamtes Vermögen. Boliviens Zinnreichtum erschöpft Was allerdings Paz Estenssora am 21. Oktober 1952 mit einem einzigen Namenszug getan hat, hätte die Entwicklung der Dinge in einigen Jahren ohnehin getan. Denn Boliviens Zinnminen sind erschöpft. Und die Tage, in denen die Mienenbesitzer mühelos Millionen verdienen, sind für immer vorbei. Die Produktionskosten steigen unaufhörlich und fressen 40 Millionen drohen mit Boykott Doch dahinter stehen weitere 160 Millionen Menschen Deutschland, das stets gute Beziehungen zur arabischen Welt unterhielt, ist in Gefahr, diese Freundschaft zu verlieren. Nach den ergebnislosen Verhandlungen der arabischen Delegation in Bonn drohen arabische Staaten mit dem Boykott deutscher Waren, der Kündigung von Handelsverträgen und dem Abbruch der Verhandlungen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Die arabischen Staaten fürchten, daß die Waren, die die Bundesrepublik im Rahmen des Wiedergutmachungsabkommens an Israel liefern wird, dem Aufbau einer starken Industrie dienen und den jungen Staat in die Lage versetzen werden, zu einem zweiten Waffengang anzutreten. Die arabische Blok- kade ist bisher mit Erfolg bemüht gewesen, der israelischen Wirtschaft die Luft abzudrosseln. Israel hat in der Tat mit Wirtschaftsschwierigkeiten zu kämpfen, die sicher nicht aufgetreten wären, wenn es mit den arabischen und asiatischen Ländern normale Wirtschaftsbeziehungen unterhielte. Die Raffinerien in Haifa würden zum Beispiel nicht nur mit einer Kapazität von fünfundzwanzig Prozent arbeiten. Die Lieferung deutscher Walzwerkprodukte, Stahlerzeugnisse und Maschinen, die auf der israelischen Wunschliste an erster Stelle stehen, würde die arabische Wirtschaftsblockade weitgehend zur Unwirksamkeit, verurteilen. Die arabischen Staaten haben für das Wiedergutmachungsabkommen wenig Verständnis, obwohl sich die deutschen Regierungsvertreter in Bonn bemüht haben, den Arabern die deutsche Situation klarzulegen. Denn die Ablehnung des deutschen Wiedergutmachungsabkommens würde die Bundesrepublik ebenso in Schwierigkeiten bringen wie der Verlust der arabischen Freundschaft. Dem deutschen Export ginge, wenn der arabische Boykott verwirklicht würde, ein Absatzgebiet verloren, das zu den zukunftsreichsten der Erde gehört. Ueber vierzig Millionen Menschen mit einem riesigen Bedarf an Gebraiuchsgütem aller Art gehören zur arabischen Welt. Rund zweihundert Millionen Mohammedaner zwischen Marokko und Indonesien sympathisieren mit den arabischen Staaten. Ein Boykott deutscher Waren würde wahrscheinlich in seinen Auswirkungen jedoch nicht nur auf den arabischen Raum beschränkt bleiben, sondern von der gesamten mohammedanischen Welt unterstützt werden. Schon jetzt droht der deutschen Wirtschaft ein Exportverlust von drei Milliarden Mark, wenn die arabische Kundschaft ihre Bestellungen bei westdeutschen Firmen zurückzieht. die Gewinne fast gänzlich auf. Unter den Minenarbeitem aber, Indios und Mischlingen, die unterernährt sind, in erbärmlichen Verhältnissen leben und sich mit dem Rauschgift der Kokablätter aufrecht halten, die sie fortgesetzt kauen, lebt der Mythos von den sagenhaften Gewinnen der ausbeuterischen Kapitalisten weiter. Längst sind inzwischen die astronomischen Gewinne zerronnen. Längst sind unter dem Zwang der Gesetze die Kapitalisten zu sozial gesonnenen Männern geworden, die ihren Arbeitern Wohnungen und Spitäler bauen. Zu diesen Männern gehört Simon Patino. Bolivien war einst sagenhaft reich Patinos Schicksal ist das Schicksal Boliviens, des „Bettlers auf dem Silberthron“. Von Jahrhundert zu Jahrhundert geht es mit diesem reichen Lande bergab. 1532 nahm Pizarro, der früher einmal Hirte gewesen war und es später als einer der brutalsten spanischen Conquistatoren in Südamerika zum General gebracht hatte, in Caxamalka den Inkahäuptling Atahualpa gefangen. Für seine Freilassung forderte er ein Lösegeld in Gold. Die Inkas sollten einen Raum von 6Vs Meter, 5 Meter Breite und 2,70 Meter Höhe mit Gold anfüllen. Dann würde er ihrem Häuptling Leben und Freiheit schenken. Binnen 24 Stunden wurde das verlangte Lösegeld bezahlt Binnen 24 Stunden wurde der Raum mit purem Golde angefülit. Lachend kassierte Pizarro die 56 000 kg reinen Goldes und ließ dem Inkahäuptling den Kopf atoschla- gen. Das war vor 400 Jahren. Blei jetzt der Reichtum des Landes Hundert Jahre später war in ganz Bolivien kein Gramm Gold mehr zu finden, waren in Cuzco, der alten Hauptstadt des Landes, sämtliche Tempel längst ihrer Wände aus purem Golde beraubt Aber 100 Jahre später entstand in der Bergwüste des Potosi in Bolivien, 4000 m über dem Meere, eine riesige Stadt Potosi war damals mit 160 000 Einwohnern die reichste und eine der schönsten Städte des spanischen Kolonialreiches. Denn der Potosi, der che Stadt gleichen Namens überragt, war in seinem Innern aus fast reinem Silber. Heute sind die Silberminen von Potosi genau so erschöpft wie die Zinnminen von Cochabamba. Heute sind Boliviens Bleivorkommen der Reichtum des Landes, sein einziger. Böhmen ist vom Golde über das Silber und über das Zinn auf dieses billige Mineral heruntergekommen. Wer aber wird es abbauen, wenn das Land nach dem Beispiel Persiens durch seinen fanatischen Nationalismus alle ausländischen Geldgeber abschreckt? Tod im Grab Als der Totengräber von Walthamstow bei London dieser Tage die Bretter von einem vorbereiteten Grab hob, sah er in der Grube eine schwarzgekleidete Frau mit Brille liegen, die ihre Hände über der Brust gefaltet hatte. Wie er kurz danach bei dem gerichtlichen Totenschautermin erklärte, bekam er einen gewaltigen Schreck. Mit einem langen Stab stellte er fest, daß die Frau steif und tot war. Sie war selbst in das Grab gestiegen und hatte sich dort zum Sterben niedergelegt. Der Arzt stellte fest, daß sie eines natürlichen Todes durch Herzschwäche gestorben ist. ismmm Togliattis Leibwächter wurde Millionär Reclus Morari, der Leibwächter und Fahrer des italienischen Kommunistenführers, ist Millionär geworden. Er gewann im Fußball-Toto über 54 Millionen Lire, wovon er der Partei und den Waisen in Korea einige Millionen spenden will. Seine bisherige Tätigkeit bei Togliatti wird er beibehalten und nicht „wegen der paar Millionen seine Gesinnung ändern“. U.B. zeigt Morari mit seiner Tee hier. Kinder werden aus der Retorte geboren Der Mensch als Zuchtobjekt / Künstliche Befruchtung - Segen oder Unsegen? / Das Veto der Kirche Als 1951 die Deutschen in die Ukraine eindrangen und sogenannte Landwirtschafts-Kommissare einsetzten, waren diese erstaunt über die große Rolle, die damals schon die künstliche Befruchtung in der Viehzucht spielte. Kurz nach dem Zusammenbruch opponierten Öberösterreichische Bauernfrauen heftig, als die Amerikaner zur Verbesserung ihrer Milchviehrassen künstliche Befruchtung anrieten und gleich zur Tat schritten. Heute weiden die Ergebnisse dieser Aktion friedlich auf den Almen, und ihre Besitzer sind sehr zufrieden, da sich ihre Milchproduktion sehr gehoben hat Die künstliche Befruchtung hat drei Vorzüge: Man kann sich auf wenige, aber hochqualifizierte Vatertiere beschränken und deren Erbmasse besser aus- nutzen; sie ermöglicht die Befruchtung einer weit größeren Zahl von Muttertieren; sie sichert die Fortpflanzung der besten Vatertiere über weite Strecken hin. Deshalb hat man gerade in großräumigen Ländern wie Rußland und Amerika die besten Erfahrungen mit dem „neuen System“ gemacht , Seine Entwicklung geht auf Versuche zurück, die schon vor 160 Jahren unternommen würden. Damals arbeitete der italienische Arzt Spallanzani erfolgreich mit einer Hündin, die, künstlich befruchtet, 3 Junge zur Welt brachte. Schon wenige Jahre später zog der englische Chirurg John Hunter die naheliegende Folgerung und unternahm den ersten Versuch mit Menschen. Ein Ehepaar bekam das erste „Baby aus der Retorte.“ „Unverantwortliche Materialverschwendung“ Die weitere Entwicklung sorgte in erster Linie für den Ausbau der künstlichen Befruchtung im Dienste an der Viehzucht. Man scheute sich jedoch nicht, die dabei gewonnenen Erkenntnisse auch auf Menschen anzuwenden. Heute hat diese Methode in manchen Ländern schon zu schwierigen politischen, moral! sehen und sozialen Problemen geführt. In den USA wurden bis 1941 bereits 3 649 nachge- wieseme Fälle von künstlicher Befruchtung beim Menschen gezählt. Heute liegt die Zahl der Fälle bei etwa 20 000. Einige tausend lebende „Test-Tube- Babies“ sind kürzlich festgestellt worden. Uebrigens gibt es auch in anderen Lnädem, zum Beispiel in Frankreich und England, solche Kinder. »na ÄttiwisW:':; Die in dem Stützpunkt Nasam vollkommen eingeschlossenen französisch-vietnamesischen Streitkräfte unternahmen zu Beginn dieser Woche einen starken Aufklärungsvorstoß durch den Ring der Vietminh-Truppen. Bei diesem ersten großen Ausbruch stießen die Verteidiger zwölf Kilometer in die Stellungen der Vietminh-Einheiten vor. Unser Bild zeugt von der Härte der Kämpfe. An dem Ausbruch beteiligte Fallschirmjäger haben eine feindliche Stellung eingenommen. Dabei fielen ihnen verwundete Vietminh in die Hände. USS K1 jagt Atombomben-U-Boot Künstliche Ohren und Radaraugen ersetzen das Sehrohr Zur Abwehr feindlicher U-Boote haben die USA kürzlich ohne großes Aufsehen den ersten Unterwasser-Jäger der Welt in Dienst gestellt, der die Bezeichnung „USS K-l“ trägt. Im äußeren Aufbau zeigt dieses Boot gegenüber anderen U-Booten nur wenige Unterschiede, abgesehen von dem stumpf zulaufenden Bug und einer Reihe von Spezialantennen, die auf seinem Oberdeck zu finden sind. Das Herz dieses Jägers sind seine Suchgeräte, die, gemessen an den Konstruktionen des 2. Weltkrieges, um ein vielfaches empfindlicher und genauer geworden sind. Die Reichweite wurde erheblich vergrößert und die Empfindlichkeit soweit gesteigert, daß der Horcher in der Lage ist, damit sogar die Größe der Fische auf seinem Gerät abzulesen, die sich im Erfassungsbereich des Geräts tummeln. Auch die Tourenzahl der Schrauben läßt sich genau ermitteln. Mit Hilfe komplizierter Rechenanlagen wird der Kurs des feindlichen U-Boots dauernd überprüft und so der eigene Angriffswinkel errechnet Sobald die Geräte das Eintreten des Feindes in den eigenen Wirkungsbereich anzedgen, wird ein automatisch gesteuerter Torpedo zum Ziel gestartet. In zahlreichen Versuchsfahrten wird nun dieses Katz- und Mausspiel zwischen U-Booten und U-Bootsjägem geübt Der amerikanische Chef der Versuchsabteilung, Kapitän Hydeman von der Submarine Force, erklärte, daß damit ein revolutionierender Schritt in der U-Bootabwehr getan worden sei, den selbst Fachleute des Marinewesens im 2. Weltkrieg noch als gänzlich imdiskutabel angesehen hätten. Auch die deutschen Schnorchel-U-Boote mußten beim Angriff immer wieder kurz ihr Sehrohr ausfahren. Auf der K-l ist das überflüssig geworden. Hier ersetzen die künstlichen Ohren des Super-Sonargerätes und die Radaraugen jede optische Sicht Auch kein Aufgrundgehen selbst in 100 Meter Tiefe wird künftig einem gejagten U-Boot Ruhe verschaffen. Aus diesem Schlupfwinkel wird der Unterwasserjäger den Feind ebenfalls vertreiben können. Das K-l-Boot wurde in erster Linie gebaut, um auch gegen U-Boote mit Atomantrieb gewappnet zu seih, die wochenlang unter Wasser bleiben können. Der Ruhm der Amerikaner läßt die östliche Welt nicht schlafen. So verkündete erst vor wenigen Monaten Frau Ligetti, Referentin im ungarischen Unterrichtsministerium, daß man „die wissenschaftliche und praktische Menschenzüchtung“ anstrebe. Man werde nur mit „auserlesenen männlichen Edelexemplaren“ arbeiten. Die natürliche Fortpflanzung sei zu einer „nicht zu verantwortenden Materialvergeudung“ geworden. Weitere Entmenschlichung? In dieser Behauptung liegt ein Kern Wahrheit, wenn man bedenkt, daß in den USA mit dem Sperma eines einzigen Spenders durchschnittlich vierhundert künstliche Befruchtungen vorgenommen werden. Hier ist das System schon weitgehend kommerzialisiert worden. Es gibt Spezialkliniken, die Zeugungsampullen mit Hinweis auf die wahrscheinlichen Eigenschaften des Kindes zu entsprechend hohen Preisen verkaufen. Ob ein Kind, in Abstimmung auf die Eigenschaften der Mutter, schwarz oder blond, kräftig oder zierlich, einfach oder kompliziert sein soll — das alles läßt sich angeblich einwandfrei in der Ampulle liefern. Der Sperma-Spender, der der „Kundschaft“ auf jeden Fall unbekannt bleibt, wird für eine Entnahme mit zehn bis zwanzig Dollar bezahlt. Allerdings sind die Nebenwirkungen des Systems nicht nur erfreulich Die Möglichkeit der unbewußten Inzucht und Blutschande ist sehr weitgehend gegeben, bei einer weiteren Verbreitung der Methode sogar unvermeidlich. Auch sind eigenartige psychische Auswirkungen festgestellt worden: In Oklahoma zum Beispiel wurde der Stiefvater eines „Test-Tube-Babys“ von rasender Eifersucht auf den unbekannten Sperma-Spender befallen, obwohl er den Vorschriften gemäß seine schriftliche Einwilligung zur künstlichen Befruchtung der Gattin gegeben hatte. Das führte schließlich zu Wutanfällen gegenüber seiner Frau; er jagte sie aus dem Hause, stahl ihr aber später das Kind, das er merkwürdigerweise abgöttisch liebte. Ganz abgesehen von solchen Erscheinungen, liegt in der Anwendung der künstlichen Befruchtung beim Menschen nicht ein Mißbrauch der persönlichen Freiheit, der über eine überspitzte Planung in der öffentlichen Bevölkerungsschicht zu einer weiteren Entmenschlichung führt? Die römisch-katholische Kirche und die anglikanische Kirche haben sich jedenfalls energisch gegen die Methode der künstlichen Befruchtung ausgesprochen, die sie nur in ganz bestimmten Sonderfällen gelten lassen wollen. Siebrauchen nicht rot zu werden wenn Sie nicht wissen, daß . . . . . . das Wort Lumberjack ursprünglich die volkstümliche Bezeichnung für die amerikanischen Holzfäller ist und soviel wie „polternder Hans“ bedeutet. . . . die durchgehende Stundenzählung von 1 bis 24 erst vor fünfundzwanzig Jahren, im Mai 1927, von der damaligen Reichsbahn eingeführt wurde. . . . nach Ermittlung des holländischen Gallup-Insti- tuts seit sechs Jahren ununterbrochen Churchill an der Spitze der populärsten Männer der Welt steht t . . . die Redensart „Die Welt mit Brettern vernagelt“ von Johannes O. Variscus, alias Joh. Sommer, in seiner „Ethnographia mundi“ Im Jahre 1608 geprägt wurde. ... sich Bienen nicht mehr als 3 km von ihrem Korb zum Nektarsammeln entfernen; ... die Bewohner der Londoner „Straße der Millionäre“ ein eigenes Privatregiment unterhalten, das unerwünschte Elemente von dem exklusiven Viertel der Hauptstadt femzuhalten hat; ... das Mittelmeer um ein Drittel größer Ist als Grönland; ... Helgoland nach den Vermutungen der Geologen erst nach der Steinzeit zur Insel wurde; ...bereits vor Christi Geburt in China Fußball gespielt wurde; . . . das Weihnachtsfest in Deutschland in diesem Jahre zum 1139. Male offiziell begangen wird. Es wurde nämlich anno 813 auf Beschluß der Synode von Mainz als Feiertag eingeführt. Denn andere wissen es auch nicht. * * * * * * * * * * * * „/t&ziA/Afr * * JtZ&to/c/ÄA * * /£/> * * //t/> * * //Ifr ARWA AR WA AR WA ARWA AR WA / 38 9 / /turtle 39 9i ARWA impft kodbarcnArw* noblem für 7,9QDA v °n4, . . . denn elegante . 90 DM an erhältlich bis z*« * * * * * Seite 14 / Nummer 290 Samstag, 18. Dezember 19M nfPlmffl Ein heiterer Roman von ALFONS VON CZIBULKA Copyright IMS by C. Bertelsmann Verlag Gütersloh 16. Fortsetzung i Dieser Mahnung, Maß zu halten, die sonst bei den Musikanten wohl nötig gewesen wäre, hätte es an diesem Abend nicht erst bedurft. Nicht, daß es an Fröhlichkeit gefehlt hätte. Aber von ällem Anfänge an lag die Stille festlicher Erwartung über dem vom Geschimmer der Kerzen durchglitzerten Raum. Auch die Lautesten und Fröhlichsten redeten nur leise. Selbst der Puppenbaron, den seine zum Beruf gewordene Liebhaberei dazu gebracht hatte, das ganze Leben nur als ein Puppenspdel anzusehen, dessen Schnüre ein Höherer bewegt, und der daher zu beißendem Spotte über alles Menschliche neigte, hielt seine Zunge im Zaum. Und sogar der gerne und viel redende Direktor der kaiserlichen Oper dämpfte die sonst so rollende Stimme eines Heldenvaters zu feierlichem Geflüster. Wie Kinder vor dem Weihnachtsbaum, so harrten sie alle etwas Wunderbarem entgegen. Und als dann die schöne Marianne von Genzinger Ihr Glas hob, weil mit dem Wachsrauch der Kerzen wieder ein Schweigen durch- den Raum zog, und mit beseligtem Blick andächtig und innig in die Stille hinednsprach: „Morgen kommt die Kaiserin!“ begann dieses Wort, wie das silberne Glöcklern, ehe die Türen zum Lichterbaume sich öffnen, durch alle Herzen zu klingen und aus allen Augen zu strahlen und auch aus denen des Haydn. Bald nach Sonnenaufgang probte der Kapellmeister noch ein letztes Mal mit den Fanfarenrei- tem. Zwischen Schloßtor und Dorf probte er, in der Auffahrtsallee, neben der, von neugierigen Dprf- kindem umkreist und umlärmt, sich seit dem ersten Margenschein schon die Banderien der Edelleute ordneten, mit denen Fürst Esterhazy die Monarchin aus Oedenburg einzuholen gedachte. Staubfahnen wehten jenseits des Dorfes über der Dammstraße. Dort txabte das Regiment Husaren, das der, Fürst einst der Kaiserin-Königin geschenkt hatte mit Roß und Troß, mit Sack und Pack. Daß Regiment war für heute zum Spalier befohlen. Drei Meilen weit, von Oedenburg bis Esterhäz, sollte al>le fünfzig Schritt, bald rechts, bald links der Straße mit ergriffenem Pallasch ein Reiter halten. Dazwischen sollte das Landvolk stehen aus allen Dörfern, Flecken und Märkten: die Bauern und Bäuerinnen, die Weinbauer, die Hirten und Seefischer, die Handwerker und Bürger, die jetzt, von ihren Pfarrern und Dorfältesten geführt, mit Bannern und Fahnen singend und farbenbunt von allen Seiten durch den leuchtenden Morgen wie eine Wallfahrt gezogen kamen und auch ihre Kranken und Alten auf Wagen und Karren mit sich führten, auf daß sie gesundeten Im Anblick der irdischen Majestät. Und auch eisgraue Soldaten humpelten heran, die, ehe es ans Sterben ging, noch einmal ihre Kaiserin sehen wollten, für die sie in Ehren gefochten. Die Fanfarenprobe dauerte lange. Immer wieder hatte der Hauptmanm der fürstlichen Leibkompanie an Sitz und Sattlung zu nörgeln. Als Haydn endlich wieder dem Schlosse zuging, fuhr eben die Durchlaucht in offener, goldüber- schäumter Galakarosse achtspänrüg aus dem Tore heraus. Bescheiden trat der Kapellmeister neben den rechten der beiden präsentierenden Grenadiere, zog den Dreispitz und verneigte rieh ehrerbietig. - „Bonjour der Maestro!“ rief der Fürst aufgeräumt und ließ halten, damit Fanfarenreiter und Banden rien vor und hinter dem Wagen einschwenken konnten. Er sah vergnügt zu dem schon in aller Morgenfrühe tiefblauen, von Sonnenfunken überglitzerten Himmel auf. „Ein 1 richtiges Kaiserwetter heute! Was? ... Es ist doch alles in Ordnung, Haydn?“ Der Kapellmeister bejahte. Esterhazy lachte erfreut. „Magnifique! . . . Wird heute ein anstrengender Tag für Ihn werden, mein lieber Kapellmeister. Aber tröst Er sich, für mich auch. Er kann wenigstens zu Hause bleiben und braucht nicht nach Oedenburg zu fahren . . . Au revodr, Haydn!“ Er gab dem Kapellmeister die Hand. Die acht Schimmelhengste zogen an. Die hohen, goldene Kreise sprühenden Räder knirschten im Kies. Die Fanfarenreiter begannen zu blasen. In weißem, mit dem Goldenen Vließe geschmückten Marschallsrock, das breite rotleuchtende Band des Großkreuzes des Theresienordens schräg über der Brust, schmetternde Fanfarenreiter voraus, von Standarten und Fahnen umflattert, fuhr Fürst Nikolaus der Prachtliebende seiner Kaiserin- Königin entgegen. Haydn blieb noch eine Weile stehen, blickte der hinter Staubschleiem verschwindenden Karosse nach, bis sich das Vivatrufen aus dem Dorfe in der Feme verlor. Dann machte er kehrt und durchquerte langsam den Schloß'hof. Er wollte nach Hause. Er hatte heute noch nicht gefrühstückt. Es war ja erst sieben, und von Schönbrunn nach Esterhäz waren es zehA Meilen. Vor elf konnte die Kaiserin nicht kommen, und wenn sie mit Zaubexpferden fuhr. Selbst die fürstlichen Leibgrenadiere und die Ehrenschwadron der Esterhazy-Husaren hatten erst um halb elf rechts und links der Freitreppe zur Parade gestellt zu sein. Auch die Gäste waren erst um diese Zeit zum Empfang gebeten und die dienstfreien Hausoffiziere, die Schloß- und Gutsbeamten, die Dienerschaft und das übrige Gutsvolk in den Schloßhof befohlen. Weü aber auch drei oder vier Stunden nicht allzuviel bedeuten, wenn eine Kaiserin erwartet wird, und man noch allerlei zu ordnen und zu tun hat, strebte der Kapellmeister, der eine Weile geruhsam dahingeschlendert war, doch bald wieder eiligen Schrittes dem Musikantenhause zu. Eine halbe Stunde wollte er sich nach der Hast und dem Trubel dieser Woche Zeit für das Frühstück gönnen. Aber nicht mehr. Er mußte ja im Gartensaal noch einmal die zum Empfang befohlene Begrüßungskantate proben, wollte sich dann die Generalprobe des Balletts für die morgige Oper ansehen und auch dabei sein, wenn der Ballettmeister mit den Ungarburschen und -mädeln noch einmal die Tänze' draußen auf den Parkwiesen übte. Als er, von der Schloßterrasse kommend, an den Kavaliershäusem vorbeieilte, hörte er aus einem der Fenster über sich eine näselnde Stimme: „Wohin rennt denn der Haydn?“ Er hob den Kopf und lachte. Hatte er sich‘s doch gedacht! Der Puppenbaron natürlich! Stand im Fenster und hatte Kasperl und Teufel im Arm. Der Freiherr von Pauersbach liebte es, Vorstellungen auch außerhalb des Marionettentheaters zu geben, und wenn auch nur der Rahmen seines Fensters die Bühne war. Darum beugte ja jetzt der Kasperl seine Schnabelnase zum Fenster heraus, drosch mit den Fäusten aufs Gesimse und krähte eigensinnig: „Wohin der Haydn so rennt, will ich wissen!“ „Zum Frühstück, Kasperl “ antwortete der Kapellmeister vergnügt. „Warum denn?“ brummte es vom andern Arm des Puppenbarons. „Weil er Hunger hat, dummer Teufel!“ meckerte der Wurstel, rollte die Augen, drehte böse den Kopf I und schlug, den Schwarzen zwischen die Homer. „Und weü der Mensch von der Musik allein nicht leben kann, Kasperl,“ ergänzte der Puppenbaron. „Soll er halt bei uns frühstücken, der Haydn!“ rief wieder die freche Stimme. Haydn lachte. „Geht nicht, Kasperl. Hab keine Zeit. Muß nach Haus. Hab mir doch den Weigl bestellt.“ „Z‘haus kriegst ja doch, nix Gescheites. Entweder ist d‘ Butter ranzig oder die Kipfel sind von voriger Wochen . . . Kennst doch deine Alte!“ Der Kapellmeister lachte laut, winkte zum Fenster hinauf und trabte, ohne sich noch einmal umzuschauen, weiter. Hinter ihm krähte es fröhlich: .„Oder die Milli ist anbrennt . . . Wirst es schon sehen!“ Und dann kam noch ein „Mio carissimo Moestro“, so flötend und täuschend, daß Haydn sich suchend umbliekte, weü er wirklich glaubte, es sei die Signora. Doch da sah er den Schalk in den Augen des Pauersbach, der wie ein Satyr lachte, indes der Teufel dem Kapellmeister die höürote Zunge herausstreckte und der Kasperl vor Vergnügen wie ein Geißbock zu meckern begann. Haydn drohte belustigt hinauf. Solche Kapriolen und Spaßetteln mochte er für sein Leben gern. Dennoch eilte er weiter, denn es drängte die Zeit. Im Rosengarten, unfern der Stelle, wo er ihr an jenem Sommermorgen mit dem Beweisstück seiner verübten Sünde in die Arme gelaufen, begegnete Haydn der Mutter des Fürsten. Sie trug einen Strauß letzter goldgelber Rosen im Arm. Die alte Fürstin hob ihm die Hand, die außer dem Krückstock auch noch eine Gartenschere hielt, zum Kusse entgegen. Sie strahlte vor Vergnügen. „Bonjour, mein Lieber! . . . Diesmal glaube ich Ihm seine Probe aufs Wort. Hab ihn vorhin bei den Rössern gehört, wie Er sein Kreuz gehabt hat mit dem Kapitän der leibkompanie . . . Bin nämlich auch schon seit aller Früh auf den Beinen.“ Sie gab ihm den Stock zum Halten, bückte sich steif und mühsam über einen Busch, schnitt drei Rosen, legte sie zu den übrigen, lächelte und sagte: „Muß doch einen Buschen für unsere Kaiserin schneiden. Das gehört sich doch so. Hab sie doch oft auf den Knien gehalten, Haydn. Wie sie noch ganz klein war, so drei oder vier Jahre alt. Bald nach meiner Hochzeit ist es gewesen.“ Die Greisin nickte versonnen. „Ja, Haydn . . . Und jetzt ist das Reserl eine große Kaiserin. Die größte wird man einmal sagen. Glaub Er mir nur! . . . Und auch schon fast eine alte Frau.“ Sie hob die Lorgnette und musterte ihn wohlgefällig. „Wie adrett und proper Er wieder beisammen ist! Das ist recht! . . . Na, und nun sag Er, wie fühlt Er sich? Er hat Angst . . . Wie?“ Haydn antwortete fröhlich. „Angst? Nicht ein bißl, fürstliche Gnaden.“ Seit den gestrigen Worten der Genzinger „Margen kommt die Kaiserin“ blühten in seinem Herzen nur mehr Freude und Zuversicht. Die Fürstin wiegte den Kopf und lächelte gütig. „Was? Keine Angst? . . . Ja, pumpert Ihm denn'gar' nicht das Herz? Von Ihm hängt doch jetzt der Ruhm von Esterhäz ab. Ohne Ihn wäre ja dies ganze Spektakel hier nur wie eine pompöse Oper ohne musi- que ... Und da hat er keine Angst? Das gefält ,mir. Hab Ihm ja schon immer gesagt, daß ich Ihn gut leiden kann und Er ein trätabfes 'Mannbüd rist . Sie brach ab, hob den. Kopf zu den Fenstern des von Erwartung durchsünmten Musikantenhauses, schnupperte eine Weile und verzog dann die Nase. „Da hat doch eine die Milch überlaufen lassen. Wül hoffen, daß es nicht die Seinige war. Täte mir leid tun Seine Morgenschokolade, Haydn.“ Sie nahm ihren Stock, den er noch immer hielt, nickte freundlich und wandelte weiter mit dem Strauß goldgelber Rosen im Arm. Die Seinige war es. Das hatte Haydn schon bemerkt, als er die Stiege heraufkam und sich seiner Wohnungstüre näherte. Dazu hätte es gar nicht erst der vorbeischlurfenden Sonnleitner bedurft, die mit alterssteifen Hexenknien ihren Morgengruß knickste Jakqble saß am Ende der ersten Bank. Er hockte da Tag für Tag, gewissermaßen ganz am Rande der Klasse, ganz am Rand aller Ereignisse überhaupt Ein rundes, rotbackiges Gesicht wie ein kleiner Apfel, ein bißchen krumm. Schwarze Haare standen borstig äuf drin Kopf und hingen in die niedrige Stirn. Die kleinen tiefliegenden Augen dusselten freundlich ins Klassenzimmer hinein, hoben sich manchmal, guckten dann freundlich auf den Mann, der .vor der Bank stand und eifrig redete. Der Mund des- jaköble ^hien sich immerfort in einer stillen Heiterkeit nach beiden Seiten zu den abstehenden Ohren hin verbreitern zu wollen. Den Finger streckte Jaköble nie. Seine Heiterkeit war eine ganz unbeteiligte. Er saß jede Stunde in gleicher Weise, die kleinen Hände mit schwarzen Fingernägeln lagen auf der Bank, meist halb verdeckt von schlotternden und ausgefransten Aermeln eines Kit- telchens. Wurde Jaköble aufgerufen, so erhob er sich bedächtig, eine kleine Gestalt in zerschlissenen Hös- lein, krummen Beinchen in zu großen oder zu kleinen und stets schmutzigen Schuhen. Er stand dann da und lächelte freundlich zum Lehrer hinauf und wenn er eine Antwort fand, so waren die dunklen Aeuglein’ vor Freude glitzerig und der Mund zog sich breit. Meist sagte Jaköble aber nichts und lächelte nur! Dann durfte er sich wieder setzen und der Lehrer wie der Jaköble waren miteinander zufrieden. Der Bpb, weil er wieder sitzen durfte, der Lehrer, weil er in der ganzen, Zeit seiner Dienstjahre nichts von seiner Güte verloren hatte und die kleinen Menschlein liebte, zumal er die Fähigkeit hatte, sich an einem Anblick wie ihn Jaköble bot, mit einem stülen Humor zu ergötzen. Sicher, der kleine Kerl war ewig schmutzig, dürftig und es kostete Mühe, ihn in der Klasse mitzubrbigen — aber wenn er in seiner Biederkeit dastand, so als sei er über irgend etwas immerzu glücklich und habe sein Glück zu verschenken, dann konnte man nicht mißbilligend feststellen, daß er ein hoffnungsloser Dummkopf sei — ach, dann mußte man das Jaköble wunderbarer Weise iiebhäben. Aber einmal geschah etwas Ungeheuerliches. Als der Lehrer die Schulstube betrat, zeigte der Nachbar von'Jaköble-sein Heft. Da saß auf .der Hausaufgabe ein riesendicker Klecks, wie ein böses schwarzes T3er über Sätzen mit „daß“ und „weil“. Kleckse mochte der Lehrer, nicht leiden. Sein Gesicht wurde streng und verlangte Aufklärung. „Der Jaköble, der Jaköble!“, schluchzte der unglückliche Besitzer des Heftes". Der Lehrer wandte sich bekümmert an Jaköble. Der guckte vom Klecks zum Lehrer und sagte nichts. Und als er gefragt wurde, gab er die schwarze Tat zu. Worauf der Lehrer den Jaköble aus der Bank holte, um ihn mit väterlichem und mit scheinheiligem Bedauern dazu bemerkte: „Nein, so ein Malheur! Grad heut muß der Madame Haydn die Milch anbrennen. Grad heut!“ Nachdem der Kapellmeister hinter seiner Türe verschwunden war, wartete die Garderobierin und Tugendhüterin noch eine Weile. Hoffte sie doch, Ohrenzeugin eines solennen Ehetanzes mit hohem C-Geschmetter und donnerndem Männerzom zu werden. Doch sie hoffte vergebens. Als die Aloysia Apollonia ihren Kapellmeister entgegen ihren sonstigen ehelichen Gepflogenheiten freundlich begrüßte und dann sichtlich zerknirschten Gemütes zu reden beginnen wollte, lachte Haydn und meinte mild: „Weiß‘eh schon. Die Milch is an- brannt. Hab‘s schon g'rochen.“ Sogar zu der sanftmütig vorgebrachten Bitte, nicht böse zu sein, rang sie sich durch. Da sie heute natürlich länger zu ihrer Toilette und vor allem zu ihrer Caiffüre brauchen werde, habe sie sich, so berichtete sie demutsvoll, gleich in aller Frühe über das Bügeln ihrer Robe gemacht, die sie zu Ehren der Frau Kaiserin anzulegen gedenke, und da sei das Malheur halt passiert. Das wäre zwar noch kein Grund gewesen, die Milch für die Frühstückaschoko- lade überlaufen zu lassen. Weil es Haydn aber freute, daß sogar über der Seele seiner Ehewirtin ein Kaiserhimmel blaute und selbst die Aloysia Apollonia diesen Tag als einen festlichen empfand, er sich auch durch einen raschen Blick überzeugt hatte, daß sie sich zwecks Vorbereitung ihrer Festcoiffüre kein Menuett oder Notturno ins Haar gedreht, blieb er friedlich und sagte nur: „Mach dir nix draus! Sowas kann Vorkommen.“ Dann lachte er wieder laut, weil ihm die Warnung des Kasperl einfiel: „Oder die Milli is anbrennt, wirst es schon sehen!“ Er trat an den Tisch, griff in den Brotkorb, biß im Stehen von einem Kipfel ab, bestrich den Rest mit Butter und fragte: „War der Weigl schon da? Es ist nämlich schon halb acht.“ „Nein, Joseph,“ antwortete die Aloysia Apollonia müd, „noch nicht. Aber wannst willst, hol ich ihn dir gleich.“ Diese Dienstwilligkeit und verwandelte Humeur seines sonst so kantigen Hauskreuzes kamen dem Haydn verdächtig vor. Nochmals musterte er mit prüfendem Seitenblick ihr Haar und schielte auch nach der Brennschiere, ob sie hinter dieser unerklärlichen Sanftmut nicht nur das schlechte Gewissen über eine Untat verberge. Als er jedoch nicht dip geringste Spur einer solchen zu entdecken vermochte, auch in der Nähe der Brennschere keine beschriebenen Notenblätter liegen sah, vermochte er sich diese plötzliche Milde und Sanftheit nür dadurch zti erklären, daß das Nahen der irdischen Majestät selbst Drachen in Lämmer verwandelt und in dieser Welt auch heute noch Zeichen und Wunder geschehen. Aber, zu den Weigls wollte er doch lieber selber. Sei es, weil er den Geruch angebrannter Milch nicht ausstehen konnte,. sei es, weil er auf diese Weise doch noch zü einer Morgenschokolade zu kommen hoffte. Die. Weigls wohnten am anderen Ende des Ganges. Schon von weitem hörte Haydn das glockenreine, fröhliche Trällern der Sängerin. Als er klopfte, brach es mit einem jauchzenden Schleifer ab, und die kleine, rosige Madame Weigl öffnete ihm selber die Türe, „Jeesas, der Haydn!.,,. Hat sich der. Joseph am End verspätet? Grad hat er zu Ihnen wollen. Hat schon sein Dreispitz auf. Wir haben nur noch rasch g'frühstückt . . .“ „Rasch ja grad nicht,“ verbesserte der seiner seelischen und leiblichen Beschaffenheit gemäß langsam und behäbig aus dem Nebenzimmer tretende Cellist. „Rasch nicht, aber dafür gründlich ... Und das ist auch nötig, mein Lieber. So ein Tag braucht eine solide Unterlag. Das ist grad so, wie wann man auf einen guten Wein geht.“ „Auch ohne Wein dreht sich mir heut vor läuter Freud schon der Kopf,“ rief die Weigl vergnügt, schlang die Arme um den Hals des Kapellmeisters Ernst über seine Knie zu legen. Es geschah, daß Jaköble zwar in die gewünschte Stellung kam, der Lehrer aber nicht mit der Prozedur begann, da er zu seinem Erstaunen den Hosenboden des Jaköble losgelöst in der Hand hielt und blüfft auf das Stück blauweiß gestreiften Hemdes schaute, das von Jaköbles Hinterteil zu ihm hinaufleuchtete. Er stellte Jaköble auf die krummem Beine, reichte ihm den abgerissenen Hosenboden und führte ihn hinaus. Er rief seiner Frau und bat sie, die Hose zu flicken und Jaköble stieg die Streppe zur Wohnung hinauf. Er begriff noch nicht ganz, was geschehen war. Aber als er dann kn Wohnzimmer stand und ihm klar wurde, daß sein Hemd hintenrausguckte und vielleicht noch etwas mehr, da fing er an zu weinen und über sein Apfelgesicht kugelten die Tränen weg und unter der Nase glänzte es zum schmerzlich verzogenen Mund hin, dieweil er voller Scham mit beiden Händen den abgerissenen Hosenboden zu ersetzen suchte. Die junge Frau des Lehrers besah sich den Schaden. Es war eine traurige Angelegenheit. Ehe Hose war nicht zu retten. Nach einigem Nachdenken, währenddem sie voller Mitleid die ganze Dürftigkeit des Jaköble wahmahm, stieg sie auf den Speicher und kam fröhlich zurück, „Du müßt nicht weinen, Büble“ sagte sie, schau nur, was ich gefunden habe. „Eine Hose fürs Jaköble. Ist sie nicht schön?“ Und sie wies den Buben an, sein zerstörtes Kleidungsstück abzulegen, um die neue Hose zu probieren. Jaköble stieg noch immer schluchzend aus seinem Beinkleid und dann in die hingehaltene Hose. Sie paßte. Jaköble fuhr sich mit schmutzigen Händen über die Augen und unter der Nase durch, dann ( guckte er an sich hinuter und stand ganz versunken in die unbeschreibliche Pracht der schwarzen, sauberen Hose aus geripptem Samt. Er steckte die Hände in die Tasche und fuhr dann noch verstohlen über den Hosenboden. Sagen tats Jaköble nichts, er schaute aber die Frau an und das kleine verschmierte Bubengesicht war mehr Seligkeit, als Worte' hätten kund tun können. Er guckte* abwechselnd auf die Hose und in das lächelnde Gesicht über sich und hätte in solchermaßen entzückter Betrachtung geraume Zeit verbracht, wenn ihn nicht endlich eine Hand zur Glastür geschoben und eine freundliche Stimme in die Schule zurückgeschickt hätte. Ja da stand das Jaköble dann vor der Klasse, strahlend und seine Augen glitzerten wie schwarze Glaskugeln, sein Mund war breit über die roten Backen gezogen und seine ganze Haltung eine einzige Frage an den Lehrer: „Wie gefall ich dir?“ und an die sprachlosen Kinder: „Was sagt ihr jetzt?“ Dann setzte sich Jaköble in seine Bank auf den äußersten Platz, ganz am Rand der Klasse und er schaute immerzu auf seine neue Hose aus schwarzem Samt. H Am Rande der Klasse / Wie Jaköble zu einer neuen Hose kam Von Gisela Geiss, Pforzheim und jubelte: „Heut kommt die Frau Kaiserin! Haydn, idi bin ja so froh!“ „Deshalb brauchst mir ja zwar nicht gleich untreu werden,“ meinte lachend der Cellist, blickte sich um, deutete nach dem noch gedeckten Tisch und sagte: „Wann du fünf Minuten früher kommen wärst,, Haydn, hälfst mit uns frühstücken können. Aber so is nicht ein Bröserl mehr da. Wegen der soliden Unterlag, weißt.“ Er schob den Dreisptiz in den Nacken, hob den Deckel von einer grün und blau geblümten Porzellankanne und schielte hinein. „Nicht einmal mehr ein Schokolad . . .“ Er sah auf, schüttelte mißbilligend den rundlichen Kopf und fragte erstaunt: „Was hast denn, Haydn? Was machst denn für ein G'sicht? Ich glaub gar, du hast Angst vor der Frau Kaiserin ... .“ „Angst?“ antwortete Haydn nun doch verdüsterten Gemüts und fächelte sich mit dem Schnupftuch die von der kleinen, weißen Perücke der Weigl zurückgelassenen Puderspuren von der lichtblauen Brust. „Angst? Daß ich nit lach!“ Er deutete mit dem Kopf in die Richtung seines ehelichen Logis. „Aber die Milch hat s‘ anbrennen lassen. Fangt schon gut an der Tag!“ Doch das Omen trog. Dieser Tag ging in Glorie zu Ende. XIV In der Weite und Weiße des Schloßhofs ein festliches Bild. Rechts und links der geflügelten Treppe, zu Füßen der marmornen Figuren und bronzenen Laternen das Moosgrün und Gold der Husarenschwadron, das Rot und Silber der fürstlichen Grenadiere. Im Halbrund des Hofes, an den im Mittagsglast flimmernden Mauern der Schloßflügel in himmelblauer Parademontur die Hausoffiziere, Beamte und Dienerschaft und dann unübersehbar das Gutsvolk. Auf der wedßschimmemden, jetzt wie eine mächtige Estrade wirkende Freitreppe, an den Fenstern und auf den Baikonen Kavaliere und Damen in leuchtenden Farben und weißen Perücken. Da und dort noch ein letztes Geflüster, ein fröhliches Lachen, das leise Klirren von Degen und Sporen oder das Schnauben und Scharren von Pferden auf mattgelbem Kies. Dann über allem nur noch Sonne und blauender Himmel, Erwartung und festliche Stille, Näher und näher hp ,; — - f'-p’oooschlag. Aus den gelblichen Staubschleiern an den ersten Häusern des Dorfes, das die Sicht auf die von Oedenburg kommende Straße verwehrt, löst sich der Regimentstrompeter der Esterhazy-Husaren, sprengt durch die Auffahrtsallee, pariert. Auf seinem wie Marmor leuchtenden Schimmel hält er unbeweglich zwischen den schwarzen, goldfunkelnden Flügeln des Schloßtores. Seine Trompete blitzt auf, stößt steil gegen den von Sonnenpfeilen durchzitterten Himmel. Dreimal erklingend, schmettert hell das Kaisersignal durch die in der Mittagssonne flirrende Helle des Schloßhofs. Kurze Kommandorufe. Ein Wald von Pallaschen wächst aus den Scheiden, flammt eines Atems Länge über den Köpfen der Reiter, senkt sich zu Hüfte und Schenkel. Leibkompanie und Ehrenschwadron erstarren zu roten und grünen, Silber- und goldüber- schimmerten Mauern. ' J Ueber den Dächern des Dorfes weht ferner Fän- farenschall. Vivatrufe sind zu’ hören. Hufschlag uncf das Rollen von Rädern. Staubsäulen jagen heran. Aus der Dorfstraße taucht von Standarten und Fahnen umflattert eine Karosse. Zwischen den beiden, vor den Wachthäusem des weitöffenen Schloß tors zu Bildsäulen erstarrten Grenadieren fallen die acht Lipizzaner in Schritt. Der Präsentiergriff klirrt. Der Generalrparsch schmettert. Die Kesselpauken wirbeln, und dröhnen. Die Feidmusik schlägt ein. Der Ruf „Maria Theresia!“ jauchzt auf. Ueber dem Schlosse steigt langsam die Kaiserstandarte. Wie vor einem Menschenalter auf dem Reichstag zu Preßburg zischen wieder die Krummsäbel der Magnaten aus samtenen, von Juwelen blitzenden Scheiden. Wieder wie damals lodert aus flammenden Herzen der Schrei: „Unsere Herrin und Königinl“ Tief neigen sich die weißen Perücken an Fenstern und Baikonen und an der Brüstung der Freitreppe. Dort aber, wo demütig das Gutsvolk steht, beugen sich, wie vorhin auf den Landstraßen und in den Dörfern, anbetend und gläubig die Knie, als zöge ein Heiltum vorbei. In hohen, mächtigen Gängen runden die acht Lipizzaner den Schloßhof. Langsam, feierlich, von Jubel umtost, von Vivatrufen umdonnert, zieht Maria Theresia an der Seite des Fürsten in Esterhäz ein, hält an der Freitreppe. Als wäre er noch Kornett oder Leutnant, springt der alte Marschall und Fürst aus der Karosse, hilft der Monarchin aus dem Wagen. Die Mutter des Fürsten tritt lächelnd heran. Ihre altqn Knie vergeblich zum Hofknicks zwingend, Tränen der Liebe und Rührung in den ümfaltelten Augen, reicht sie der Kaiserin den Rosenstrauß. Mit Umarmung und zärtlichem Kuß dankt Maria Theresia der Greisin. Dann sieht sie auf, läßt den Blick bewundernd über die Schloßfront gleiten. Langsam, da und dort mit einem gütigen Lächeln oder einem scherzenden Worte grüßend, steigt die Kaiserin die Stufen der Freitreppe empor. Wieder bleibt sie stehen, betrachtet den in der Mittagsglorie strahlenden Bau und das festliche Bild. Wieder donnert und jauchzt aus Schloßhof und Fenstern das Vivat! Sie wendet sich dem Schlosse zu, tritt ein. Vor der Empore des Gartensaals klingt leise, süße Music. Sie dankt mit einem Neigen des Kopfes. Noch weiß sie nicht, wer dort oben auf der weißen Empore inmitten des lichtblauen Wölkchens der fürstlichen Musikantenmonturen den Zauberstab führt. Weit öffnen sich die hohen, gläsernen, von zart geraffter Seide verschleierten Türen. Wie der Tag aus dem Morgen steigt, so blenden aus dem kühlen Dämmern des Saales, sonnenüberstrahlt, umspielt und vergoldet von dem Lichte und den ersten Farben des Herbstes, die weiten Prospekte des Parkes auf, die hellen Wiesen und dunklen Alleen, die Bos- kette und Baumgruppen, die sandsteinemen Figuren und schimmernden Wege, die Teiche und Tempel und ferne Orangerie und Eremitage. Mit einem leisen Ausruf des Entzückens verhält Maria Theresia den Schritt, wendet dann lächelnd das Haupt und sagt: „Merveilleux, mein Fürst! Wird mir schier mein Schönbrunn nicht mehr gefallen.“ Dann schreitet sie, gefolgt von der summenden Schar der Gäste, auf die Terrasse hinaus. Es ist nicht mehr die junge Königin von einst, nicht mehr die schönste aller Frauen, die, überstrahlt von Ungarns heiliger Krone, umwallt von der Goldflut ihres Haares, von Jubel umdonnert, den Krönungshügel hinaufsprengte zu Preßburg und dort, auf weißem Zelter haltend wie ihr eigenes, schon in die Unsterblichkeit reitendes Denkmal, ihr Schwert in die vier Winde blitzen ließ, als Zeichen und Schwur, daß sie das Ungarvolk schützen und schirmen werde gegen alle Feinde des Landes. (Fortsetzung folgt) (< Der Oiristbaum 1052 Symbol der Hoffnung und des Lebensmutes Der Ausgangspunkt des eigentlichen Weihnachtsbaumes ist das Elsaß, für das Sebastian Brandt 1494 in seinem Narrenschiff die Sitte bezeugt, grünes Tannenreis ins Haus zu stecken. Um 1600 schmückt man in Schlettstadt das Grün mit Äpfeln , und Oblaten, das die Kinder am Dreikönigstag plündern dürfen, ähnlich in Straßburg 1605. Trotz kirchlicher und politischer Verbote im 17. Jahrhundert greift der schöne Brauch weiter, um zunächst nur in den gebildeten Kreisen geübt, eroberte er sich immer weitere Kreise. Leipzig 1767, Berlin 1780, später das Rheinland, Graz 1813, Münster 1825, Laibach um 1870. Lange Zeit wurde seine Verbreitung aufgehalten — auch in Deutschland — durch schon bestehende andere 'Weihnachtsabzeichen, wie die Weihnachtspyramide im Vogtland, im Erzgebirge, in Berlin und Hamburg, wie das Weihnachtsgestell auf den ost- und nordfriesischen Inseln und der Christblock in Ostfriesland, Westfalen und Thüringen. Alles aber konnte den Siegeszug des Christbaums über die ganze Welt nicht verhindern. Für uns alle ist der Tannenbaum heute das Symbol der Weihnacht. Dichter und Musiker haben sein Lob gesungen und gepriesen. Der schimmernde Lichterbaum am Heiligabend ist die Krönung der Weihnachtszeit, deren Zauber uns immer wieder erfaßt. Weihnachten mit seinem gemütsbetonten Sinn und seiner Innerlichkeit ist ein typisch deutsches Fest. Deutsche Weihnachtslieder sind überall in der Welt bekannt, und wo Deutsche irgendwo daheim oder in der Fremde Zusammenkommen, brennt der Lichterbaum. Die schrecklichen Jahre, die hinter uns liegen, haben uns diese Liebe zum Weihnachtsfest und seinem Symbol nicht nehmen können. Nun, in diesem Jahr erleben wir Deutschen, obwohl die Welt immer noch von Krisen und Unruhe geschüttelt wird, ein hoffnungsvolles Weihnachtsfest. Das Leid der letzten 10 oder 15 Jahre ist noch nicht vergessen, die Wunden, die der Krieg schlug sind noch nicht überall vernarbt, aber wir haben doch neuen Mut gefaßt und neue Hoffnung beseelt uns. Symbol dieser Hoffnung, dieses Glaubens und dieses Lebensmutes ist der Christbaum 1952. Tageskafonder für 13. Dezember MGV „Lyra“, 19.30 Uhr Treffen der Sänger im Vereinslokal (Ständchen). Europa-Lichtspiele Bruchsal, 17, 19 und 21 Uhr „Die Heilige von Fatima“. , Schloßtheater Bruchsal, 16, 18 und,20 Uhr „Die Diebin von Bagdad“, 22 Uhr „Es geht um 50 000 Dollar“. Casino-Lichtspiele Bruchsal, 15 Uhr „In Rache vereint“, 17 und 20 Uhr „Der Fall Cicero“, 22 Uhr „In Rache vereint“. Badisches Staatstheater, 20 Uhr im Opernhaus „Gräfin Mariza“, 20 Uhr im Schauspielhaus „Iphigenie“. Kleintierzuchtverein, 19 Uhr Weihnachtsfeier in der ASV-Sporthalle im mittleren Schloßgarten. Tageskalender für 14. Dezember Schloßtheater Bruchsal, 14 Uhr „Bambi“, 16, 18 und 20 Uhr „Die Diebin von Bagdad“. Europa-Lichtspiele Bruchsal, 14.30, 17, 19 und 21 Uhr „Die Heilige von Fatima“. Casino-Lichtspiele Bruchsal, 13.30 Uhr „In Rache vereint“, 15, 17 und 20 Uhr „Der Fall Cicero“, 22 Uhr „In Rache vereint“. Badisches Staatstheater, 14.30 Uhr im Opernhaus „Undine“, 20 Uhr im Opernhaus „Der Vetter aus Dingsda“, 20 Uhr im Schauspielhaus „Europa und der Stier“. Verein für Deutsche Schäferhunde, 10 Uhr Jung- hunde-Beurteilung auf dem Viehmarktplatz an der Büchenauerstraße. Möbel Schilling bürgt für Qualität und Preiswürdigkeif Philippsburger Stadtnotfzen Rotes Kreuz Philippsburg Das Rote Kreuz Philippsburg Veranstaltet am 21. Dezember, 19.30 Uhr in der städt. Festhalle eine Weihnachtsfeier mit Theateraufführung. Aufgeführt wird: „Das Köhlerkind vom Wildbachgrund“. Im unterhaltenden Teil wirkt ferner Frau Anneliese Bi- schoff-Gehring, Bruchsal mit, die schon zweimal hier mit Erfolg beim roten Kreuz mitwirkte und noch in bester Erinnerung ist. Die Einwohnerschaft ist herzlich eingeladen. Gloria-Lichtspiele Philippsburg Am Samstag, 20.30 Uhr, Sonntag 19 und 21 Uhr und am Montag 20.30 Uhr läuft in den Gloria-Lichtspielen der Farbfilm mit Johannes Heesters: „Tanz ins Glück“, nach der gleichnamigen Operette mit weltbekannten Melodien. — Dienstag und Mittwoch, jeweils 20.30 Uhr, ein herrlicher Abenteuerfilm: „Der geheimnisvolle Reiter“ mit Ken Maynard und seinem Wunderpferd Tarzan. Drei Angeklagte vor dem Bruchsaler Schöffengericht: Das alte Lied: „Fndis, da hast die Dans gestohlen! Ein Monat Gefängnis für jungen Mann wegen eines Sittlichkeitsdeliktes an einem schwachsinnigen Mädchen ff Angeklagt war ein 22jähriger, verheirateter Mann aus B. wegen eines Sittlichkeitsdeliktes nach § 176,2 StGB. B. hatte am 12. 4. 1952 eine 20jährige Schwachsinnige mißbraucht. Der Vater des Mädchens hatte Strafantrag wegen tätlicher Beleidigung gestellt. Die Frage, mit der sich das Gericht während einer zweistündigen Sitzung auseinanderzusetzen hatte, war die, ob der Angeklagte nach den Bestimmungen des § 176,2 StGB, zu bestrafen sei oder wegen einer tätlichen Beleidigung. Zur Klärung des Falles hatte das Gericht zwei medizinische Sachverständige und fünf Zeugen geladen, die über den Umfang des Schwachsinns bei dem Mädchen sich ausließen. War die Schwachsinnigkeit so groß und auch so offensichtlich, daß der Täter ohne weiteres diesen Schwachsinn als Geisteskrankheit erkennen mußte? Der Sachverständige bejahte diese Frage für den Psychologen, gab aber zu verstehen, daß ein Mensch ohne ein gewisses Maß an Urteilsvermögen diese Art des Schwachsinnes wahrscheinlich nicht in seiner Tragweite würde erkannt haben. Der Lehrer des Mädchens stellte fest, daß jeder die große Abnormalität hälfe sehen müssen. Andere Zeugen schließlich betonten, die Zwanzigjährige habe zuweilen vernünftige Antworten gegeben und sich an Unterhaltungen beteiligt. Das Gericht kam nach Lage der Dinge zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte den Schwachsinn nicht als Geisteskrankheit erkannt habe und verurteilte ihn nur gemäß des Strafantrages wegen tätlicher Beleidigung zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat. In der Nachmittagssession des Bruchsaler Schöffengerichtes wurde ein Familienvater wegen erwiesener Blutschande zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Wer stahl die Gans? Wegen schweren Diebstahls im Rückfall hatte sich der 38jährige Rentner Sch. aus B. vor dem Schöffengericht zu verantworten. In der Nacht vom 9./10. Aug. 1952 war er von einer Polizeistreife kurz vor seiner Wohnung gestellt worden. An seinem Fahrrad fehlte das Rücklicht. Sch. hielt an, stieg ab und kam mit den Beamten in eine Unterhaltung. Dabei entdeckte einer der Polizisten auf dem Gepäckträger des Rades eine in ein Trikothemd eingewickelte Gans. Nach der Herkunft des Tieres befragt, antwortete Sch. mit ausweichenden Redensarten und verwickelte sich in Widersprüche. Daraufhin wurde er auf die Polizeiwache gebracht. Die Polizeistreife, Unheil ahnend, wies ihm wegen Verdunkelungsgefahr den Notarrest als Domizil an. Bei der Vernehmung am nächsten Morgen blieb Sch. bei seinen widerspruchsvollen Aussagen und brachte auch vor der Kriminalpolizei, die ihn wenige Stunden später auf Grund einer dienstlich gefertigten Strafanzeige abermals verhörte, keine neue Nuance in den Fall. Die Herkunft der Gans blieb bis zum darauffolgenden Tag, einem Montag, ungeklärt. Es erwies sich jedoch, daß sie einem Fabrikanten in B. gestohlen worden war. Hauptargument des Angeklagten blieb: „Ich habe die Gans von einem Unbekannten geschenkt bekommen. Im übrigen war ich zu der fraglichen Zeit, am Samstagabend, so betrunken, daß ich ohne mein Dazutun in den Fall verwickelt wurde.“ Obwohl neunmal vorbestraft, zum Teil einschlägig, bestritt Sch. auch dieses Mal ähnlich wie in früheren Verhandlungen, jegliche Schuld. Er zeigte die Miene eines Biedermannes. Waren 2 u Beginn der Verhandlung sechs geladene Zeugen erschienen, so waren es bei der Vertagung der fünfstündigen Sitzung zwölf Zeugen, deren Einvernahme sowohl von Anklagebehörde wie auch von der Verteidigung beantragt worden war. Das mysteriöse Dunkel der Affaire hatte sich nur insoweit gelichtet, als die Glaubwürdigkeit des Angeklagten hinsichtlich seiner „Volltrunkenheit“ mehr denn je in Frage stand. Hier stand Zeugenaussage gegen Zeugenaussage, das Stimmenverhältnis 2:2. Die Polizisten, die in der fraglichen Nacht mit dem Angeklagten zu tun hatten, äußerten sich übereinstimmend dahingehend, Sch. sei nicht betrunken gewesen, zum mindesten habe er keinen Rausch gehabt. Das Gericht vertagte sich einem Beweisantrag der Verteidigung folgend, die ein medizinisches Sachverständigengutachten für den Angeklagten gefordert hatte. Die neue Verhandlung findet am 22. Dezember, 9.15 Uhr, statt. Inhaltsstoffe einheimischer Arzneipflanzen Die Verwendung pflanzlicher Heilmittel beruht auf den in ihnen enthaltenen Wirkstoffen, die man wegen ihrer verschiedenen chemisch-physikalischen Eigenschaften in verschiedene Gruppen einteilt. An erster Stelle stehen die A1 k a 1 o i d e, sie kommen im Pflanzenreich als freie Basen oder gebunden als Salze vor. Durch geeignete Verfahren werden diese physiologisch wirksamen Stoffe isoliert und in solche Arzneiformen gebracht, wie sie zur Behandlung des Kranken gebraucht werden. Aber nicht nur das reine Alkaloid wird verwendet z. B. als Lösung in Ampullen zur Einspritzung unter die Haut. Auch als Extrakte oder Tinkturen, aus den entsprechenden ■ Pflanzenteilen werden diese Heilstoffe dem Patienten dargereicht. Neben den Alkaloiden sind hierbei noch andere ergänzende Wirkstoffe, sogenannte Baiaststoffe, enthalten, die oft eine erhöhte Arzneikraft bewirken. Besonders die Nachtschattengewächse sind wegen ihres Alkaloidgehaltes höchst wichtige Arzneipflanzen: In schattigen Bergwäldern blüht im Frühsommer die Tollkirsche, die das stark wirkende Atropin und Hyoszyamin enthält. Auf Schutthaufen trifft man hin und wieder das Bilsenkraut und den Stechapfel, die ebenfalls zur Herstellung der genannten Alkaloide dienen. —• Zur Zeit der Grasblüte gelangen die Sporen eines Pilzes auf die Aehren des Roggens, entwickeln sich dort, wenn das Getreidesaatgut nicht gebeizt wurde, zu einer Dauerform — dem Mutterkorn. Dieser dunkelviolette, an Reservestoffen reiche Parasit wird beim Ausdreschen des Getreides gesammelt und zu Plaidoy er für die Einheitsgewerkschaft Gewerkschaftssekretär Maier-Mannheim im Diskussionsabend der „Jungen Union“ „Wo steht die Gewerkschaft heute?“, so lautete das Thema, über das am Donnerstag die „Junge Union“ im Gasthof zum „Wolf“ diskutierte. Zunächst sprach Gewerkschaftssekretär Maier-Mannheim eine Stunde lang über die Entwicklung der Gewerkschaft, ihre Bestrebungen, ihre Absichten, ihre Ziele, ihre Mängel und ihre Schwächen. Der Referent bekannte sich klipp und klar zur heutigen Einheitsgewerkschaft und lehnte die Gründung weltanschaulich orientierter, d. h. christlicher Gewerkschaften ab. ßn Gegensatz zu den anglikanischen Ländern, England, Amerika, die keine „Richtungsgewerkschaften“ gekannt hätten, seien die deutschen Gewerkschaften nach parteipolitischen Gesichtspunkten entstanden: Freie Gewerkschaften, Hirsch-Dunkersche Gewerkschaften, christliche Gewerkschaften. Die nach der Katastrophe von 1945 entstandene Einheitsgewerkschaft kranke an einer gewissen Heterogenität d. h. Uneinheitlichkeit der in ihr zum Ausdruck kommenden Meinungen. Man müsse jedoch bedenken, daß die Einheitsgewerkschaft ein junges Gebilde sei, daß die alten Menschen, die in ihr den Ton angäben, nicht von heute auf morgen so geläutert würden, daß sie die frühere Richtung ganz vergäßen. Die christlichen Arbeitnehmer seien nicht ganz unschuldig, wenn in der Gewerkschaft oft*nur sozialistisches Gedankengut zum Vorschein komme. Vielfach fehle es an der erforderlichen Aktivität der christlichen Arbeiterbevölkerung. In Amerika und England stünden Geistliche der- Verschiedensten Konfessionen an führender Stelle innerhalb der Gewerkschaften. Niemand nehme Anstoß, wenn ein Gewerkschaftskongreß mit einem Gottesdienst begonnen und beendet werde. Diese echte Toleranz, diese echte Neutralität, das sei es, was uns in Deutschland fehle, nicht nux in den Gewerkschaften, auch bei den Parteien. Jeder müsse sich darüber im klaren sein, daß in der Gewerkschaft nur so viel christliches Gedankengut verarbeitet werden könne, als in die Gewerkschaft hineingetragen werde. Wie oft höre man bei Delegiertenwahlen das Wort, was kümmert mich das schon, ohne dabei zu bedenken, daß die Delegierten die leitenden Persönlichkeiten bestimmten. Es sei nicht gleichgültig, ob ein Sozialist oder ein Christ in führender Stellung zum Zuge komme. Der Redner schloß seine Darlegungen mit den Worten: Jammern und Klagen, das hilft uns nichts und bringt uns nicht vorwärts, auf die Aktivität vor allem der christlichen Kräfte komme es an, um entscheiden mitzureden. (!!) Arzneibereitungen verarbeitet. Die Mutterkornalkaloide Ergotamin und Engometsin werden in der Frauenheilkunde hoch geschätzt, ebenso die noch mit enthaltenen Amine. Eine weitere wichtige Gruppe sind die Glykoside. Man versteht darunter in der Pflanzenwelt vorkommende chemische Verbindungen, die als den einen Bestandteil Zuckerarten, als den andern Alkohole haben. Außer den Blütenfarbstoffen gehört hierzu das herzwirksame Digitoxin, Gitoxin und Gitalin, enthalten in den Blättern des roten Fingerhutes. Sein Lieblingsstandort sind lichte Nadelholzwälder. Besonders auf den Bundsandsteinböden des Schwarzwaldes leuchten seine purpurnen Blüten in den Sommermonaten. Das Deutsche Arzneibuch schreibt eine Wertbestimmung der Fingerhutblätter am Froschherzen vor. Wenn 1 Gramm des pulverisierten Blattes 2000 Gramm Frösche tötet, so hat e3 einen Wirkungswert von 2000 Froschdosen und somit den vorgeschriebenen Gehalt. — Das Glykoxid Arbutin in den Bärentraubenblättern wirkt bei entzündlichen Erkrankungen der Hamwege desinfizierend. Als weitere glykoxidführende Droge sei noch die als Abführmittel gebrauchte Rinde des Faulbaums genannt, die aber erst nach einjährigem Lagern verwendet werden darf, da sie frisch brechenerregend wirkt. Die köstlichen Blütendüfte verdanken wir den ätherischen Oelen. Sie kommen aber auch in Blättern und Wurzeln vor und werden in Drüsenhaaren und Oelzellen, der Pflanzen abgeschieden. Gewonnen werden diese ätherischen Oele hauptsächlich durch Wasserdampfdestillation. Wer kennt nicht Teeaufgüsse der alten Volksmittel Pfefferminze oder Kamille? Der Grund für ihre Anwendung ist in dem Gehalt an ätherischen, das heißt flüchtigen Oelen zu suchen. Diese wiederum haben als Bestandteile verschiedene Stoffe, die unseren Arzneischatz bereichern, so das Menthol der Pfefferminze und das Azulen der Kamille. Pflanzensäuren, Harze und Bitterstoffe in den Wurzelstöcken des Wurmfarns machen ihn zum Träger seiner wurmwidrigen Eigenschaften; die Farnwurzel liefert das beste Bandwurmmittel. In den zuständigen Forschungsinstituten werden Arzneipflanzen laufend auf Wirkstoffe untersucht und Anregungen über die bestmögliche Verarbeitung einheimischer Drogen gegeben. Auf diese Weise gelang es, von zahlreichen Auslandsdrogen unabhängig zu werden. Alfred Rayer Berufsschule Rheinshefm einge weiht In Anwesenheit von Kreispfleger Ehr brecht und Schulrat Faulhaber Die Einweihungsfeier der neuen Berufsschule wurde zu einem netten Erlebnis. Frl. Mader und die beiden Jahrgänge der Mädchen hatten sich aber auch viele Mühe gemacht. Der Raum war stimmungsvoll geschmückt und beleuchtet mit selbstgebastelten Ampeln. Nach einem Einleitungslied begrüßte Frl. Mader die Gäste, den Vertreter des Landrats und der Landkreisselbstverwaltung, Kreispfleger Ehrbrecht, den Vertreter des Kreischulamtes, Schulat Faulhaber, Pfr. Oscar Frey und Schulleiter Heckei u. a. m. Sie gab vor allem ihrer Freude Ausdruck, endlich ein eigenes Heim zu haben und dankte der Landkreisselbstverwaltung für die Beschaffung der Schulmöbel und der Gemeindeverwaltung für die Renovierung des Saals. Die Ansprachen der Gäste streiften zunächst die Bedeutung der Erziehung der Jugendlichen und klangen in einem Glückwunsch aus, der in erster Linie den Mädchen, ihrer Lehrerin und schließlich der ganzen Gemeinde galt. In reichem Programm brachten die Mädchen dann Lieder, Gedichte und Spiele zu Gehör, 1 die ein volles Lob verdienen. Den Schluß bildete die Verteilung von Geschenkpaketchen an die Mädchen. Anschließend lud Pfarrer Oskar Frey die Gäste zur Ein Jnwel des Spätbarock: Die St. Michaelskapelle in Ottenheim Führt uns der Weg von Zeutern in das Katzenbachtal, so taucht plötzlich vor unseren Blicken, umgeben von der hügligen Landschaft, ein Dorf auf mit seiner hochragenden Kirche; ein Bild seltener Verbundenheit von hoheitsvoller Schöne und Lieblichkeit: Odenheim, eingebettet in bewaldete Hügel mit seiner Barockkirche auf der Höhe. So haben die Fürstbischöfe des 18. Jahrhunderts gebaut, daß es uns immer eine Augenweide bleibt — Landschaft und Bauwerk ein vollendetes Ganzes! Die Michaelskirche beherrscht das Bild auf der Anhöhe und ist ein wohlgelungenes Kunstwerk des Spätbarock. Ein breiter Treppenaufgang führt allmählich empor, und wir stehen auf dem Kirchplatz, der von einer Mauer, die an alte Befestigung erinnert, eingefaßt ist. Von hier schweift unser Blick hinunter ins Dorf mit seinen sehr alten Fachwerkbauten, bis hinüber zu den Wäldern und fruchtbaren Halden auf den Hügeln. Es mutet-uns eigenartig an, wenn man in einem Dorf vor einer solchen Kirche steht, die ein Stadtbild in großartiger Weise zieren könnte, vor allem durch den Turm mit doppelter Haube und Latemen- aufsatz. Betreten wir das Innere des Gotteshauses, so sind wir zum zweiten Mal überrascht; denn von Säulen getragen, liegt in geradezu klassischer Art ein weites, helles Kirchenschiff vor uns, das mit feinem Rocaille- Schmuck lieblich verziert ist. An Stück- und Holzschnitzwerk ist die Kirche reichlich ausgestattet. Der Hauptaltar von lf87, ein Baldachin auf vier Säulen stehend, erinnert entfernt an den Hochaltar der Bruchsaler Peterskirche; so auch die rechts und links des Altars stehenden Heiligenfiguren des Petrus und Paulus. Es sind dies zwei sehr gute Skulpturen,' von welchen der Kunsthistoriker Rott vermutet, daß sie aus der ehemaligen Stiftskirche des Klosters Odenheim stammen. Sehr ansprechend sind auch die beiden Seitenaltäre; vor allem ist die Himmelfahrt Mariä's sehr fein dargestellt. Leider wurde bei späterer Renovation zuviel Vergoldung angewandt und damit das ursprüngliche BUd beeinträchtigt. Ein Schmuckstück der Kirche bildet die Kanzel, die mit reizenden Putten verziert ist. Ueber dem Schalldeckel aber schwebt eine große, edle Engelsgestalt. Die Verschalung der Kanzeltreppe ist mit Reliefs der Evangelisten geschmückt. Im Querhaus fällt über einem Seitenaltar ein großes Schnitzwerk auf, das den hl. Michael darstellt, wie er den Teufel bekämpft. Nach „Rott“ soll dies früher das Mittelstück des Hochaltars gewesen sein. Es ist ein unbedingt festlicher Eindruck, den diese, wie alle Barockkirchen, ausübt: die weißen, mit vergoldetem Stuck verzierten Wände, auf welchen sich duftig die Malereien abheben.. Auch das Glockengeläute ist von selten herrlichem Klang, wenn es über das Hügelland weit in das Tal hineinschallt, die frommen Beter ruft und die vielen Kapellen und Wegkreuze grüßt, die der Kraichgau birgt. M. O. Die St. Micfaaelskapelie in Odenheim Besichtigung der neuen Kinderschule ein, die ein reiches Lob erntete. Mit der Uebergabe der neuen Berufsschule ist ein neuer Stein in den Aufbau einer im Krieg stark betroffenen Gemeinde gefügt. • Die Viehzählung zum Jahresabschluß hatte folgendes Ergebnis: Pferde 67, Rinder-335, Schweine 636, Ziegen 352 und Hühner 2830. • Der Junge, von dem wir kürzlich berichteten, dem in einer einzigen Nacht alle seine 15 Brieftauben von einem Steinmarder umgebracht wurden, erlebte nun doch eine Genugtuung. Nachdem in der Zwischenzeit noch 3 Hühner hatten dranglauben müssen, ging der Marder endlich in die Falle. Es handelt sich um ein kräftiges Tier von t8 cm Länge, von der Nase bis zum Schwanz gemessen. * Heute Samstag, 13. Dez., 14.30 Uhr wird auf dem Rathaus das Holz am „Alten Sträßle“ verlost. Zur Verfügung stehen 16 Lose. * Am Sonntagnachmittag findet im Gasthaus zum Löwen die Generalversammlung des Angelsportvereins statt, zu der sämtliche Mitglieder unbedingt erscheinen sollten. S i. * Winterferienlager der Bruchsaler Schulen Vom 27. Dez. 1952 bis 8. Januar 1953 findet im Jugenderholungsheim Lam/Bayr. Wald ein 14tägiges Ferienlager für Bruchsaler Schüler im Alter von 10 bis 16 Jahren statt. Rund 60 bis 70 Kinder freuen sich schon auf dieses Erlebnis in dem mit Naturschönhei- ten einzigartig gesegneten Bayrischen Wald und auf den Aufenthalt in dem 578 m hoch gelegenen, schneesicheren kleinen Luftkurort Lam in der Nähe des kleinen und großen Arbers. Unter Leitung und Aufsicht von Studienrat Loewe und zwei weiteren Lehrkräften werden die Teilnehmer Gelegenheit zu Skisport, Rodeln und Wanderungen in frischer Winter- und Gebirgsluft haben. Das Haus, in dem allein Bruchsaler Schüler Aufnahme finden, ist mit Zentralheizung und Warmwasser ausgestattet. Die Kinder werden in kleinen Zimmern mit je 6—12 Betten untergebracht. Außerdem stehen zwei Tagesräume zur fröhlichen Unterhaltung und Spiel zur Verfügung. Die Abfahrt zum Ferienlager erfolgt am 27. Dez., 5.19 Uhr mit einem Sonderwagen der Bundesbahn. Die verhältnismäßig geringen Kosten für den 14tägigen Ferienaufenthalt betragen 66.— DM und schließen Unterkunft, volle Verpflegung und Fahrtkosten ein. Noch einige wenige Plätze sind frei. Weitere Anmeldungen für das Ferienlager werden noch bis spätestens 17. Dez. von Studienrat Loewe, Gymnasium oder bei Studienassessorin Frl. Voth, Realgymnasium, entgegengenommen. Samstag, 13. Dezember 1952 Nummer 290 / Seit -- 19 Qtoiib' 9 wtK *9 mag.. .. BOBOSXOP für die Woche vom 14. bis 20. Dezember 1952 Schatze, 29. 11. ■— 21. 12. Verhindern Sie auf jeden Fall, öasman Ihnen in Hinsicht auf ein Vorhaben auf die Bchlioie kommt. Man wird Ihren Plan sonst unter allen Umstanden zu vereiteln suchen. Der Schaden, der daraus entsteht, trifft aber nicht nur Sie, Ihre Verantwortung ist aus diesem Grunde sehr groß! Der Dienstag und der Donnerstag sind zwei Tage, die Ihnen die Gefahr eines mate- nellen Verlustes bringen können. Hier kommt ec dsrauf an, daß Sie nicht zu vertrauensselig sind. Arbeiten Sie nicht..mit einem unbekannten Dritten zusammen! Steinbock, 22. 12. — 20 . X. Ausgezeichnete Tendenzen! Der Dienstag allerdings wird noch einigen Aerger bringen, der aus Irgendeinem unerfindlichem Grunde auf geschäftlicher Basis entstehen wird, sich ynter Umständen aber auch auf private Basis verlagert. Hier müssen' Sie vofzubeugeh ver- euchen. Die Liebe ist am Freitag und am Sonnabend besonders günstig beeinflußt. Die Vorhaltungen, die man ihnen von älterer Seite macht,, sind nicht ganz zutreffend. Sie sollten nicht vor einer allerdings diplomatisch vorzubringenden Entgegnung Zuruckschrecken, die Ihnen wieder etwas Duft schaffen wird, wenn Sie sich itt die Enge getrieben fühlen.' Hüten Sie sich aber vor Uebertreibungen! Wassermann, 21. I. -- 18. 2, Sie sind ajif dem besten Wege, sic* bei einem langjährigen Freund des-Fische-Zeichens unbeliebt zu machen. Trotzdem kann; nian ihnen nicht nachsagen, daß Sie keinen Charakter haben. Der Grund der steigenden Ablehnung Ist nur'der, daß* Sie zu laut und deutlich Ihre Meinung äußern. Höhnten Sie Viren Hitzkopf etwas bändigen, wäre das nicht nur für Sie viel besser, besonders, wenn Sie auf eine . friedliche - Losung dieses Freundsehaftszwistes Wert legen, sollten, rische, 1 J. 2. — 20 . J. 3}e sind vor nicht allzu langer Zelt einem Menschen etwas nahe -getreten, und ftun haben sich daraus etwas unerfreuliche Konsequenzen ergeben. Ihre Lage ist nicht gerade sehr beneidenswert, Denken Sie daran, daß, wer im Glaskasten sitzt, besser nicht mit Steinen wirft . . . Lediglich auf dem geschäftlichen Sektor scheint es Ihnen wider Erwarten gut zu gehen. Versuchen Sie einmal, ein wenig sparsamer zu wirtshaften, und Sie werden von dem Erfolg überrascht sein. Sie haben eine sehr gute Arbeitskraft, der Sie eine besondere Anerkennung' zollen »Uten. Widder, ZI. 3. — 20. 4. Eine ausgesprochen schöne Woche eteht Ihnen bevor, die Ihnen Gelegenheit gibt, sich in beruflicher Hinsicht einem neuen Ziele zuzuwenden. Die in den Abendstunden des Freitag zu erwartende Damenbekanntschaft wird sich zu einer erfreulichen Verbindung erweitern lassen. Seien Sie sehr vorsichtig mit Wechselge- •ehäften, hier droht Ihnen eine große Gefahr in Gestalt eines geplatzten Wechsel*. Sie sollten auf den gutgemeinten Ratschlag eine* älteren, erfahrenen Menschen hören, der es offensichtlich gut mit ihnen meint. m N SER Gratijprobt von Dr. Ronlichior & Co., Louphoim D5&3 /Wttbg. BRIEFKASTEN Dan Anfragen bitte die volle Inschrift beifügen - Auskunft erfolgt ohne Gewähr Sorgen und’ Wünsche Mietzuschlag: „ Meiq Haus wurde 1900 erbaut. Damit wurden drei Wohnungen bezugsfertig. Nach dem 1. 4. 1924 wurden zur Vergrößerung von zwei Wohnungen zwei weitere Zimmer im Dachgeschoß des Hauses eingerichtet Die Dachgauben mit Fenstern waren schon vor dem 1. 4. 1924 vorhanden. Für die zwei neuen Räume im Dachgeschoß wurde ^ine Miete verlangt, die der Altbaumiete angepaßt war. Darf für diese zwei neuen Räume im Dachgeschoß auch die Miete um 10 Prozent ab 1. 10. 1952 erhöht werden? Wenn nicht, gelten diese neuen Räume, die etwa im Jahre 1930 errichtet wurden, als Neubauten und darf dafür Neubaumiete berechnet werden?“ — Antwort: Da die beiden Räume am 1. 4, 1924 noch nicht bezugsfertig waren, gilt hierfür die VO über den allgemeinen Mietzuschlag nicht. Es kommt § 2 der VO 71/51 in Betracht Hiernach kann die Miete bei Wohnraum, der bis zum 17. 10. 1936 bezugsfertig wurde, erhöht werden, wenn sie hinter der ortsüblichen Miete für Wohnraum gleicher Art, Lage und Ausstattung nach dem Stand vom 17. 10. 1936 zurückbleibt. Der Antrag muß aber bis 31. 12. 1952, also bis Ende dieses Jahres, bei der Preisbehörde gestellt werden. 65: „Bekanntlich werden Lohn- und Gehaltsempfänger bei Staat oder Stadt nach Erreichen des 65. Lebensjahres entlassen. Ich habe jedoch auch schon festgestellt, daß bei der Stadtverwaltung in Pforzheim Arbeitskräfte über das 65. Lebensjahr hinaus beschäftigt werden. Wieso ist das möglich?“ — Antwort: Arbeiter, Angestellte und Beamte müssen Kraft Gesetzes mit Vollendung des 65. Lebensjahres aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden. Um Härten zu vermeiden, werden Arbeiter und Angestellte solange über das 65. Lebensjahr hinaus weiterbeschäftigt, bis sie in den Genuß der Invaliden- bzw. Angestelltenrente kommen. In der Regel handelt es sich um 2 bis 3 Monate. Beamte werden nur dann aus^ nahmsweise weiterbeschäftigt, wenn ein dringendes dienstliches Bedürfnis hierfür vorliegt, also insbeson dere bei Spezialkräften, für die ein geeigneter Ersatz nicht rechtzeitig zur Verfügung steht. Die Entscheidung hierüber trifft im Einzelfall der Stadtrat. Schweine-Rotlauf: „1.) Welche Gebühren kann ein Tierarzt bei der Behandlung von Schweine-Rotlauf verlangen? Der Arzt kam an zwei Tagen und nahm zwei Einspritzungen vor. Werden die Medikamente gesondert berechnet? Wie hoch sind die Kosten hierfür? 2.) Meine alten Hühner haben Kalkfüße. Weiches ist die Ursache und wie kann ich es verhindern, daß auch die jungen Hühner mit der Zeit Kalkfüße bekommen? An was liegt es, wenn Hühner leberkrank werden und was kann man dagegen unter nehmen?“ — Antwort: 1.) Für die Gebührenbe- rechnung eines Tierarztes sind noch die Richtlinien der Reicbstierärztekammer maßgebend. Diese legen lediglich die Mindestgebühxen für eine Behandlung fest, die je nach der Entfernung und sonstigen Umständen verschieden hoch sind. Die Berechnung der Medikamente erfolgt gesondert. Die im Einzelfall zu verwendete Menge von Medikamenten kann nur vom behandelnden Tierarzt festgestellt werden. 2.) Kalkbeine bei Hennen; auch Fußkratze oder Beinräude genannt, wird durch #ine Milbe hervorgerufen, die sich unter die Schuppen gräbt'. Die grauweißen, harten Ablagerungen der Milben an den Beinen, die wie mit Kalk oder Mörtel bestreut aussehen treten bei Junghennen kaum auf. Treten sie bei alten Hühnern auf, dann sind diese in der Regel so alt, daß sie bei einem richtigen Umtrieb in der Hühnerhaltung schlachtreif sindr. Will man aber dagegen Vorgehen, so sind die Ställe mit den Sitzstangen gründlich mit Juristische Auskünfte __ __ Streitfall: „Ich habe mein Geschäft an meinen stier, 21 . 4 . - zo. 5 . Hier spricht di* Liebe ein Machtwort J fohn verpachtet Im Pachtvertrag ist u. a. angegeben. Sie haben »ich in der letzten zeit intensiver um einen daß ich monatlich 8ß Mark und meine Fraiu das Essen Menschen bemüht, der trotz eines schweren Schlage», den ' Sie ihm versetzt haben, noch immer zu Ihnen hält. Endlich winkt ein guter • Erfolg, und Sie können mit Beruhigung teststellen, daß Sie schon ein ganzes Stück weitergekommen sind. Die Geschäftslage ist besonders günstig für Menschen, di* in der Industrie arbeiten, während Menschen freier Berufe sich großen Schwierigkeiten gegenüberge- itellt sehen. Es gilt, sich vor dem Wetten zu hüten! Zwillinge, 21. S. — 21 . 6. Machen Sie sich wegen eines Briefes, der im Laufe der Woche bei Ihnen ankommen wird, keine Sorgen. Die Nachrichten sind zwar alle* andere als gut, ab Konzert im „Grünen Hof“ Heidelsheim. Der Handharmonikaklub Untergrombach lädt die Einwohnerschaft zu einem. Konzert ein, das am Sonntag um 20 Uhr im „Grünen Hof“ stattfindet. Es ist ein auserlesenes Programm schöner und bekannter Melodien', gespielt vom Orchester und Akkordeonquintett. Als Solist tritt der Deutsche Handharmonikaamateurmeister Ernst Wächter auf. Ferner wird zum ersten. Male das neuartige Instrument „Elektronium“ vorgeführt. 65 Jahre alt Obergrombach. Am Montag nächster Woche kann der Bahnarbeiter und frühere Bürgermeister Karl Eppele I in noch guter Gesundheit seinen 65. Geburtstag begehen. Der Jubilar wurde nach dem Zusammenbruch als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt und hat dieses schwere und verantwortungsvolle Amt bis zum Jahre 1948 versehen. Wir entbieten ihm zu seinem Jubelfeste herzliche Wünsche und alles Gute für die Zukunft. ' S- Zwei Altersjubilare Helmsheim. Am 13.'Dez. feiert Frau Frieda Schmidt geb., Schwedes, Hauptstr. 71, ihren 74. Geburtstag. Die Jubilarin ist noch rüstig. Der Rentner Jakob Glück II, Obergrombacherstr. 12, kann am 14. Dez. sein 71. Lebensjahr beschließen. Beiden Alters- jubilaren entbieten wir die herzlichsten Glück- und Segenswünsche. u - Odenheimer Kurzberichte Odenheim. Die Viehzählung ergab folgenden Bestand: 121 Pferde, 659 Stück Rindvieh, darunter 347 Kühe, 725 Schweine, 68 Schafe, 261 Ziegen, 4683 Hühner, 141 Gänse, 92 Enten und 267 Bienenvölker. Das" Volksbildungswerk für den Landkreis Bruchsal-führt im Saale' des Gasthauses „zur Blume ‘ einen Tanz- 'und' Anstäri^äkurs durch. Anmeldungen ■werden von Berufsschullehrer Dcäl und dem : Inhaber der „Blume* entgegengenommen. Rosa Scheuring, Rathausstr. 369, beging ihren 72. Geburtstag. Heute, Samstag, feiert Neubürger Franz Kuschnir, Hauptstr. 37, seinen 70. und am 12- Dez. Mesner Otto May, Mittelstr. 142, seinen 74. Geburtstag. Den Jubilaren gelten unsere herzlichsten Glückwünsche! w ' Weihnachtsfeier an zwei Abenden Karlsdorf. Wegen der ungünstigen Raumverhältnisse findet die Weihnachtsfeier des FC Karlsdorf an zwei Abenden statt. Für die Mitglieder im alten Ortsteil und die I. Mannschaft am Samstag, 13. Dezember, für die Mitglieder des neuen Ortsteils (nördlich der Saalbäch) söwie die II. Mannschaft am Sonntag, 14. Dezember. (Saalöffnung 19 Uhr). Lieblich dnflet der Weihnaditskadieii Seit jeher spielen die Gewürzdrogen für die Weihnachtsbäckerei eine große Rolle, hängt doch von der richtigen Auswahl der Gewürze der Geschmack und somit die Zustimmung oder Ablehnung für das Festgebäck ab. Sind die Gewürze für Nase und Gaumen richtig dosiert; die Zutaten gut ausgewählt, so hat das Backpulver die Aufgabe, den Teig aufzulockern und das Gebäck porös zu machen. Dies wird dadurch erreicht, daß unter dem Einfluß. der Backhitze Kohlendioxyd entwickelt wird. Das einfachste Mittel hierfür ist Natron (=doppeltkohlensaures Natron) das dabei in Soda zerfällt und für den Geschmack nicht gerade vorteilhaft ist. Deshalb verwenden wir andere Triebmittel: Hirschhornsalz, Dieses zerfällt bei 60 Grad in Wasser, Ammoniak und Kohlendioxyd. Die Kohlensäure (Kohlendioxyd plus Wasser) treibt den Teig auf, während das Ammoniak zunächst gelöst bleibt und dann später in der Backofenhitze vergast, sodaß keine Beeinträchtigung des Geschmacks erfolgen kann. Für die Lebkuchenbäckerei ist Pottasche (kohiensaures Kalium) der beliebteste Backzusatz, während sich sonst eine Mischung von 1 Teil Natron und 2 Teilen Weinstein als Wirksames Backpulver bestens bewährt hat. Von diesem trockenen Gemisch reichen 15 Gramm für ein Pfund Mehl. maacnenKreises eine menge rvieiuungs- uiiu vimuic- , Für die Gewürze gilt, daß sie alle fein pulverisiert stücke sowie Strickwaren hersteilen, welche fast | und trocken sein sollen. Man kaufe sie erst kurz vor Vom Backpulver und den Weihnachtsgcwürsen dem Gebrauch, damit sie-nicht durch langes Lagern in Papierbeuteln geschmacklich vermindert werden. Als Zimt bezeichnet man die innere Rindenschicht des Zimtbaumes. Seine Heimat ist Ceylon. Aus Ostindien stammt der Ingwer; man benützt die Wurzelknollen der Pflanze, während äls Gewürznelken, die noch nicht entfalteten Blütenknospen des Gewürznelkenbaumes dienen. Als Lebkuchengewürz gebraucht man die Samenkörner eines in Afrika und Indien vorkomiAenden Strauches — die Kardamomen. Unreife Pfefferfrüchte geben den schwarzen und reife Früchte den etwas schärferen weißen Pfeffer. Bekannt ist der einheimische Anis und der etwas feiner schmeckende Sternanis aus Ch 1 '- na. Als Muskatblüte bezeichnet man den orangegelben Samenmarttel der Muskatnuß. Die Narbenschenkel der Crocuspflanze liefern den echten Safran; er dient zum Gelbfärben des Backwerks. Süße und bittere Mandeln sind äußerlich nicht voneinander zu unterscheiden, wer aber auf eine betöre Mandel beißt, wird sie nicht verwechseln. Mm achte darauf, daß nur ganze Samen der Mand*' - verwendet werden, keine Bruchstücke, da diese g* ranzig schmecken. Wer den köstlichen Duft der V nille schätzt, verwendet gerne Vanilllnzuckr Schließlich sei noch an die Verwendung von R - senwaiser erinnert, das manchem Gebäck e angenehmes Aroma gibt. Klein-Susi hat eine Fülle von Wünschen, ein Brief an das Chiistkind macht Sie aller Sorgen frei! '•MT" •ytV; Samstag, 13. Dezember 1952 /Oeiknackl nutet blühenden Kizschnfveißen Winterruhe IfiBt sich wesentlich verkürzen - Der chloroformierte Flieder - Auch die Buche grünt nicht nur zur Sommerzeit Zahlreiche Chroniken und Legenden wissen von wunderbaren, leuchtenden Bäumen zu berichten, die mitten im Winter, in der Heiligen Nacht, zu neuem Leben erwachen. Immergrüne Pflanzen gelten seit jeher als Symbol der Wiedererstehung der Natur. Schon die alten Römer schmückten daher ihr Heim zur Jahreswende mit blühenden Zweigen, aus deren Blütenpracht sie die Fruchtbarkeit des neues Jahres erkennen wollten. So bestehen zwischen dem Weihnachtsfest und immergrünen Pflanzen, dem „Christbaum“, der Mistel, der Stechpalme und Christrose, heute noch enge Beziehungen; auch die alte Sitte, Zweige von Laubbäumen ins Zimmer zu stellen, damit sie um die Weihnachtszeit blühen, ist ebenfalls ein Ausdruck der Sehnsucht nach dem Lenz. Wer die Geheimnisse des Pflanzenlebens kennt, kann sich mitten im Winter sogar an blühenden Kirsch-, Flieder-, Kastanien- und Haselnußzweigen erfreuen. Nach Ansicht der Wissenschaft dauert nämlich die notwendige Winterruhe unserer heimischen Laubhölzer viel kürzere Zeit, als der jahreszeitliche Rhythmus dies erkennen läßt. Während die Kirsche in der Natur erst Ende April wieder zu neuem Leben erwacht, erschließen sich ihre Zweige unter menschlicher Obhut und unter günstigen Bedingungen bereits zum Weihnachtsfest. Linde und Buche dagegen bedürfen eines langen Winterschlafes. Die Kätzchen der Haselnuß beenden ihre Ruhepause bereits im November, wogegen ihre Blattknospen selbst bei behutsamer PSege erst im März zur Entfaltung kommen. Mandelröschen bereits im Oktober Auf diesen nunmehr auch wissenschaftlich fundierten Tatsachen beruht der Brauch, die Ruhezeit bei verschiedenen Pflanzen zu verkürzen. Luftwärme allein tut es allerdings nicht. Doch gibt es zahlreiche Hilfsmittel, diesen Vorgang zu beschleunigen. Ein solches Mittel ist in erster Linde der Aether, dessen Wunderwirkung noch längst nicht genügend bekannt ist. Ein gängiges Rezept lautet zum Beispiel: Man bringe Flieder oder andere Zweige im Spätherbst für zwei Tage in einen gut schließenden Kasten, umgebe die Töpfe mit trockenem Sand und lasse dann bei Zimmertemperatur in den Kästen etwa Aether verdunsten (auf 100 Liter Luft etwa 30 bis 40 Gramm). Darauf gieße man die Pflanzen tüchtig, spritze sie gut ab und stelle sie in einem warmen Zimmer ans Fenster. Das Mandelröschen vergilt diese Behandlung, wenn sie etwa Ende November erfolgt, bereits. vierzehn Tage später mit lieblichen Blüten. Bei späterer Anwendung der „Aethermethode“ erschließt es sich in entsprechend kürzerer Zeit und beweist damit, daß es bereits Mitte Dezember seinen Winterschlaf in Wirklichkeit' beendet hat. Weißer Flieder aus dem Wasserbad An Stelle von Aether lassen sich auf Chloroform, Blausäure, Formaldehyd und Azetylen in ähnlicher Weise verwenden. Ja, selbst Papier-, Sägespäneoder Tabakrauch vermögen das Wunder der vorzeitigen Erschließung der Knospen zu vollbringen. Noch einfacher ist aber das Verfahren, das der Wiener Pflanzenphysiologe Hans Molisch dem Naturfreund empfiehlt. Man lege abgeschnittene Zweige der Süßkirsche, Haselnuß oder des Flieders etwa neun bis zwölf Stunden in lauwarmes Wasser von dreißig bis fünfundreißig Grad und stelle sie anschließend in eine wassergefüllte Vase in die Nähe des Fensters. Die ,gebadeten“ Zweige kommen .innerhalb weniger Tage zur vollen Entfaltung, während die anderen wesentlich mehr Zeit dazu brauchen. Beim Flieder unterbleibt bei dieser Behandlung allerdings die Entwicklung der Farbe, er blüht j immer nur weiß. Neue Experimente haben erwiesen, daß wärmeres Wasser die Badezeit wesentlich verkürzt. Bei rund fünfzig Grad darf sie nur noch Sekunden dauern. Selbst die Buche, die sich mit den üblichen Mitteln nicht treiben läßt, kann auf diese Weise und unter Anwendung einiger Stunden zusätzlicher Beleuchtung zum Blühen gebracht werden. Ein wel- Alexander aus Mezedonien kam einst in eine entlegene goldreiche Provinz von Afrika. Die Einwohner gingen ihm entgegen und brachten ihm Schalen dar voll goldener Früchte. „Esset ihr diese Früchte bei euch!“ sprach Alexander; „ich bin nicht gekommen, eure Reichtümer zu sehen, sondern von euren Sitten zu lernen.“ Da führten sie ihn auf den Markt, wo ihr König Gericht hielt. Eben trat ein Bürger vor und sprach; „Ich kaufte, o König, von diesem Mann einen Sack voll Spreu und habe einen ansehnlichen Schatz in ihm gefunden. Die Spreu ist mein, aber nicht das Gold; und dieser Mann will es nicht wieder nehmen. Sprich ihm zu, o König; denn es ist das Seine.“ Und sein Gegner, auch ein Bürger des Ortes, antwortete: „Du fürchtest dich, etwas Unrechtes zu behalten; und ich sollte mich nicht fürchten, ein solches von dir zu nehmen? Ich habe dir den Sack verkauft nebst allem, was drinnen ist; behalte das Deine. Sprich ihm zu, o König.“ Der König fragte den ersten, ob er einen Sohn 'habe. Er antwortete: „Ja.“ Er fragte den andern, ob er eine Tochter habe, und bekam „ja“ zur Antwort. „Wohlari!“ sprach der König, „ihr seid beide rechtschaffene Leute; verheiratet eure Kinder untereinander und ’ gebet ihnen den gefundenen Schatz zur Hochzeitsgabe — das ist meine Entscheidung.“ Alexander erstaunte, da er diesen Ausspruch hörte. „Habe ich unrecht gerichtet“, sprach der König, „daß du also erstaunest?“ — „Mit nichten“, antwortete teres Mittel zum Abkürzen des Winterschlafs ist eine Warmwasserinjektion in die Basis der Knospe. Allerdings erfordert diese Methode Uebung und Geschick. Wer die Natur liebt, dem bieten sich also genügend Möglichkeiten, sein Heim auch im Winter, insbesondere zur Christnacht, mit blühenden Zweigen zu schmücken. Alexander, „aber in unserm Lande würde man anders richten.“ — „Und wie denn?“, fragte der afrikanische König. „Beide Streitende“, sprach Alexander, „verlören die Häupter, und der Schatz käme in die Hände des Königs.“ Da schlug der König die Hände zusammen und sprach: „Scheint denn bei euch auch die Sonne, und läßt der Himmel noch auf euch regnen? Alexander antwortete: „Ja.!“ — „So muß es“, fuhr der König fort, „der unschuldigen Tiere wegen sein, die in eurem Lande leben; denn über solche Menschen sollte keine Sonne scheinen, kein Himmel regnen!“ Eine Handvoll arabischer Sprichwörter Wir haben noch niemandem Gutes getan — wie kommt es, daß wir so viel Schlechtigkeit erdulden müssen? Mißtraue dem Pferd, das sich von jedermann satteln läßt, und der Braut, die den Vorbeigehenden zulächelt. Lasse keinen Baum fällen, der dir Schatten spendet. Man fragt eine alte Frau: „Was hast du lieber, einen Mann oder einen Topf mit Honig?“ Sie antwortet: „Ach, ich habe keine Zähne mehr zum Beißen!“ Es gibt kein schlimmeres Unglück als das, was einem gerade widerfahren ist. Man fragte ihn: Wann geht die Welt unter? Er antwortete: An dem Tage, an dem ich sterben werde. W,'. immm ", *w/ iL*V*V' Der „Bettler-König “ von Hamburg, August Goerigk, ist in dar Hansestadt auf offener Straße einem Herzschlag erlegen. Der aus Ostpreußen stammende Sattlermeister hinterläßt ein Sparkassenkonto mit rund 10 000 Mark zusammengebettelten Geldern . — Das mittlere Bild zeigt seltsame Küchenlampen, die aus Streckmetall bestehen, das ursprünglich zum Festhalten des Decken- und Wandputzes verwendet werden sollte . In einer Düsseldorfer Ausstellung sind diese „Dinger M von ornamentalem Reiz zu sehen. München hat seine Faschingsprinzessin: Prinz Paul II. hat die 19jährige Inge Neidler auserkoren. Zusammen zeigen sie sich auf. dem Bild noch recht bürgerlich, während der HofTnarschall der „Narhalla bereits den „närrischen Anstands-Wauwau u spielt. Der afrikanische Rechtsspruch Sinngeschichte von Johann Gottfried Herder _ Nummer 290 / Seite ^ Abendkleid - einmal auf altgriechisdi - ji Ein Abendkleid in altgriechischem Stil schlägt ein Düsseldorfer Salon für die Wintersaison vor. Es ist aus rotbraunem Samt gearbeitet und wird auf dem Rücken mit Goldkordeln gehalten. Die dazu gehörige Stola ist abknöpfbar. Schneebälle und Eiskristalle Heiteres zur ernsten Winterzeit Nun fällt der Schnee in dichten. Flocken, das Thermometer stürzt mit Schwung. Wir schlüpfen in die warmen Socken und schimpfen auf die Witterung. Es sinkt der Stimmungspegel auch, es steigt allein der Rumverbrauch. Fliegende Blätter * Große Freude herrschte gestern auf der Neustraße, wo drei Frauen sich so lange Neuigkeiten erzählt hatten, bis sie auf dem Bürgersteig angefroren waren. Die Nachbarn liefen mit Töpfen voll heißen Wassers herbei, wobei es viel Gelächter gab. Düsseldorfer Lokalnotiz aus dem Jahre 1879 *" ’ Der Winter ist ein rechter Mann, kernfest und auf die Dauer; sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an ■ und scheut nicht süß noch sauer. Mathias Claudius Unter den Ueppigkeiten hiesiger Jugend ist sonderlich das Schlittenfahren in Mißbrauch geraten: Da nicht nur die Knaben, sondern auch die Töchter mit ihnen bis zur späten Nacht in der Stadt herumgefahren sind. Daher werde hiermit den Frauenzimmern das Schlittenfahren verboten. Der Rat der Stadt Bern (1708) Heute, Kinder, woll'n wir's wagen, heute wird das Eis wohl tragen, darum los, wer laufen kann, Mütze atif und Schlittschuh an. Adolf Holst Schleppkleider beim Schlittschuhlauf sind zu vermeiden, weü die Schleppe durch die rasche Bewegung in höchst unästhetische Schwingungen versetzt wird. Aus einem Anstandsbüchlein (1885) jBöcftei füc den lüeifutachistisch Die Eroberung des Weltalls / von Bonesteii-Ley Ein sensationelles Buch über die Weltraumforschung in der Franckh'schen Verlagsbuchhandlung W. Keller & Co., Stuttgart-O. (Preis DM 12.80.) — Nach einem sensationellen Erfolg der -amerikanischen Originalausgabe erscheint dieses Werk nun auch in England, Finnland, Holland, Japan, Italien, Schweden und in der deutschen Ausgabe. Das Au- genzeitalter der Himmelskunde, das der Kenntnis und der Beschreibung der sichtbaren Bewegungen der Himmelskörper gewidmet war, mußten viele Probleme ungelöst bleiben. Die zweite Epoche der Astronomie, die eingeleitet und gekennzeichnet ist durch den Gebrauch des Fernrohrs, brachte mit vielen neuen Erkenntnissen ebenso viele neue Fragen, vor allem über die Oberflächenerscheinungen der Planeten — Fragen, an deren Beantwortung wir he- rangehen können, wenn wir in der dritten Epoche der Astronomie stehen, deren Beginn wir jetzt erlebt haben, nachdem die ersten Versuchsraketen — V 2, und ihre Nachfolger — Höhen erreicht haben, die zu erzielen bisher der Traum aller Weltraumforscher gewesen ist Welten jenseits unserer irdischen Welt zu erkennen und aus solcher Erkenntnis Rückschlüsse zu ziehen auf die Gesetze, welche die Geschichte der Erde und ihre Stellung im Universum bestimmen — das ist eine Aufgabe, die in greifbare Nähe gerückt ist, nachdem die technischen Voraussetzungen für die Weltraumfahrt geschaffen sind, wie dieses Buch mit eindringlicher Anschaulichkeit zu schildern weiß. schuldig zu werden. Auch Kräfte der Läuterung steigen auf und führen zu einem überzeugenden Ende der erregenden Abenteuer dieses Romans, der in den schönsten Landschaften und Städten spielt, an der Adria, in Wien, Paris, Mexiko und der Schweiz. Ludwig E. Wolff: , DIE SPIELER Roman aus der letzten Glanzzeit des deutschen Kaiserreichs. Süd-Verlag, Konstanz. (Preis DM 6.80.) Mit einer ungeheuren Spannung setzt von der ersten Zeile an dieser Roman ein, und er erweist von neuem, welch großes schriftstellerisches Können die ungewöhnlichen Erfolge von Ludwig E. Wolff begründete. Es ist die Geschichte eines Mannes mit heißem Herzen, der an der gesellschaftlichen Ordnung rüttelt, des Rittmeisters Albrecht von Löcknitz. Von der Familie verstoßen, geliebt von vielen Frauen, scheitert er als Offizier, muß die Uniform ausziehen und gründet einen Spielclub. Salons und Spielclubs, Kutscherkneipen und Rennplätze, Vergnügungs-Etablissements und stille Landhäuser im kaiserlichen Berlin und seiner Umgebug sind die Schauplätze der Handlung. Gesellschaft und Halbwelt jener glanzvoll-eigenartigen Epoche geben sich ein fesselndes Stelldichein. Vermögen wachsen empor und schwinden dahin, volles brausendes Leben strahlt noch alle Kraft aus in dieser Zeit und für ihre Menschen. Aber in dem lebendigen Panorama der schon überreifen Zeit wird zugleich auch die Brüchigkeit der Epoche sichtbar, aus der die Katastrophen der folgenden Jahre geboren whirden. C. G. Florestan: HORTENSIANA ODER GÄRTNEREI AUS LIEBE Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart. (Preis DM 10.80) Dies ist ein Gartenbuch, welches wir uns unterhaltsamer und liebenswürdiger kaum denken können. Aber obwohl aus Berufung geschrieben, ist es wohlverstanden kein „Berufsbuch“ im eigentlichen Sinne, sondern dient jedem, dem die Beschäftigung mit den Pflanzen eine wirkliche Herzensangelegenheit ist, ob er sich nun Besitzer eines großen Gartens nennt, ein bescheidenes Hausgärtchen betreut, oder nur ein Blumenfenster pflegt. Was nicht alles an Wissenswertem vermag der Verfasser dem Gartenfreund auf knapp 230 Seiten mitzuteilen, und welche Anregungen kann sich der „ausgepichelte“ Fachmann daraus entnehmen. So ist hier ein reizvolles Geschenkbuch entstanden, das durch die feinen Zeichnungen des Meisters Willy Widmann bereichert, in die Hand aller gehört, die die „Gärtnerei aus Liebe“ pflegen. Eva Marianne Gowenius: KRISTINE Katzmann-Verlag, Tübingen. (Preis DM 7.80.) — Von dies« begabten Schriftstellerin liegt nun ihr drittes Buch „Kristina“ vor, in dem sie mit fraulichem Einfühlungsvermögen und guter Beobachtungsgabe den Lebensweg der blonden Kapitänstochter Kristina schildert. Ein junges Mädchen, schön, klug und voll starken Willens verläßt, um der Armut und dem. Verlust ihres Vaterhauses zu entgehen, ihren Weg und schließt die Ehe mit einem ungeliebten Männe. Sie meistert diese Ehe nicht. Schuld erwächst aus Schuld und das einst so erwartungsfroh dem Leben entgegengehende Menschenkind verhärtet mehr und mehr, bis der Tod die selbstgeschmiedete Fessel löst und eine Zeit des Glückes mit dem für sie bestimmten Manne folgt. Aber Gott führt seltsame Wege und das Glück endet jäh, da eine tückische Krankheit ihr auch den geliebten Mann nimmt. Kristina muß durch die Nacht tiefster Verzweiflung und erst nach Jahren erkennt sie den Sinn des Weges, den sie geführt wurde. Christian Dior: ICH MACHE MODE 88 Seiten mit mehr als 100 Abbildungen. Halbleinen DM 4.85. Thiemann‘sche Verlagsbuchhandlung, Wiesbaden. — Der bekannte Pariser Modeschöpfer Christian Dior plaudert üben sein Leben und seine Arbeit. Diese Selbstbiographie erschien unter dem Titel „Jes suis Couturier“ in dem Pariser Verlag du Conquistador. Christian Dior schildert in einem charmanten Plauderton seine Arbeit als Maler und als Modezeichner für führende Pariser Modehäuser bis zur Eröffnung seines eigenen Modehauses in Paris im Jahre 1949. Von seiner ersten Modevorführung an stellte sich Christian Dior durch sein ausgezeichnetes Fingerspitzengefühl für die modische Entwicklung an die Spitze der bekannten Pariser Modehäuser. Das Buch ist reich illustriert und zeigt mehr als 100 Abbildungen aus den Dior-Kollektionen. Es ein Buch, das nicht für Fachleute geschrieben ist,# sondern für jede Frau, die Freude an modischen Dingen hat.. Maria von Kirchbach: DREIGESPANN Roman einer Ehe. Süd-Verlag, Konstanz. (Preis DM 6.80.) — Diese Dichterin hat ihre Erfolge mit einer großen Zahl vielgelesener Romane errungen. Sie ist eine Meisterin in der Behandlung auch der gewagtest« Stoffe. In dem Roman „Dreigespann“ versteht Maria von Kirchbach es wieder, das fast Unsagbare mit aller Ehrlichkeit eines klugen .Verstandes und eines warmen Herzens diskret uiid doch klar auszusprechen. Ein Kind von einem andern Mann in einer Ehe, die glücklich scheint — davon handelt der neue Roman „Dreigespann“ der weitbekannten Erzählerin Maria von Kirchbach. Der berühmte Dirigent Lamoral verlangt leidenschaftlich nach einem Sohn, doch er vermag nicht, das Leben eines Kindes zu erwecken. Seine Ehe droht daran zu zerbrechen, und seine glanzvolle Laufbahn als Musiker ist schwer gef ährdet durch die Enttäuschungen seines privaten Lebens. Mit einem verzweifelten Schritt sucht Ginette Lamoral ihrer Ehe und ihrem Mann zu helfen, ein Kind wird geboren, aber Ginette vermag nun nicht mehr, mit dem ihr angetrauten Gatten eine echte Ehe zu führen. Drei Menschen durch Liebe und Schuld aneinandergebunden sind in Gefahr, sich ganz in der Verwirrung ihrer Gefühle zu verlieren. Doch aus den dunklen Urgründen des Daseins erwuchs ihnen nicht nur der Zwang, „Das große von Erna Zietzschmann. Großformat. 496 Seiten. Dazu 64 teüs vierfarbige Tafeln und 145 Zeichnungen. Abwaschbarer Einband. Preis DM 29.—. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Mit dem Rezensionsexemplar des Verlages flatterte uns folgendes lustige Gedicht über dieses prächtig ausgestattete kurzweilige Standardwerk moderner Koch- und Küchenkunst auf den Redaktionstisch. Wir möchten es unseren Lesern nicht vorenthalten, um ihnen die Lektüre unseres eigenen zustimmenden Urteües „schmackhaft“ zu machen: Wenn bei des Morgens Küchenplagen / nicht alles klappt, wie‘s klappen soll, / mußt du das große Kochbuch fragen, / denn das ist guten Rates voll. / Es tröstet dich mit Wilhelm Busch / und zeigt dir, wie man‘s machen muß. / Es tut in vielen hundert Bildern / genüßlich dir „was Leckres“ schildern. / Je nach Geschmack und Wirtschaftsgeld / Rezepte sind zur Wahl gestellt, / Damit des Kochens edle Ku»st / nicht bleibe — angebrannter Dunst! Der Küchenzettel ist und bleibt ja das Stimmungsbarometer der häuslichen Gemütlichkeit. Um ihn der Familie auch bei knapp bemessenem Wirtschaftsgeld möglichst abwechslungsreich zu gestalten, hat eine koch- und küchenkundige Hausfrau und anerkannte Kochbuch" Autorität auf ihrem Gebiete im großen Kochbuch mit seinen über 2 % Tausend Stichwörtern 1300 neuzeitliche Rezepte für jeden Geschmack und Geldbeutel leicht verständlich zusammengestellt. Vor altern ist auch die Diätküche behandelt. In diesem wirklich praktischen Ratgeber findet die moderne Hausfrau alles, was man über Küchenfragen wissen mpB (u. a. Ratschläge und Tabellen für die elektrische Küche). So enthält das Buch 22 Kapitel über allgemeine Gerichte — 14 Kapitel über das Backen — CKapitel über Getränke — 13 Kapitel über das Ein- machen — 10 Kapitel über Küchen- und Haushaltsfragen. Die Ausstattung mit vielen Kunstdrucktafeln, die zur Hälfte vierfarbig sind, und mit der großen Zahl erläuternder Zeichnungen ist mustergültig. Ansprechend sind auch die einfallsreichen Illustrationen des Buchkünstlers; eingestreut heitere Weisheiten in Sprichwort und Vers, um die Arbeit der Hausfrau schon des Morgens mit Humor, Lust und Liebe zu würzen. Der abwaschbare Einband ist für den täglichen Gebrauch besonders praktisch. Man sollte „Das große Kochbuch“ als repräsentatives Geschenk für die Familie, von dem alle profitieren, für den Weihnachtswunschzettel schon jetzt vormerken. Jack London: AN DER WEISSEN GRENZE Dieser im Universitas-Verlag, Berlin-W 30, verlegte Roman, einer der besten Jack London's, erschien bisher nur 1933 in einer bald darauf beschlagnahmten Auflage. Er ist also bei uns noch kaum bekannt. In diesem Buch steht im Mittelpunkt des Geschehens ein Mädchen, die mutterlose Tochter eines Pioniers aus der Goldgräberzeit. London schildert in seiner packenden Art den Kampf der Männer um dieses ursprüngliche Naturkind, das ihnen an Ge- wandheit und Unerschrockenheit nichts nachgibt. Hans Reimann: LITERAZZIA Ein Streifzug durchs Dickicht der Bücher. 320 Seiten. (Preis DM 3.30.) Verlag Pohl & Co., München 13. Dieser eigenwillige, erstmalige, zeitgemäße, ebenso freche wie gründliche Beitrag zur heutigen Literaturgeschichte wurde vom Verlag in der Art eines Taschenbuches aufgemacht. Die Literazzia bespricht rund ein halbes Tausend für‘s Sortiment wichtige Bücher (Neuerscheinungen), eingerahmt durch amüsante, zum Thema gehörende Abhandlungen (T. E. Lawrence, Karl Kraus, Emst Jünger, Bert Brecht, Karl May usw.) Ein prachtvolles, abscheuliches, großartiges Buch. Iin i ♦ ♦ WSpQkftaub Obenkw denken tvahlat aus wlleOXZaeem'^ C ADVENTS- UND WEIHNACHTS - KERZEN KERZENHALTER — CHRISTBAUMSCHMUCK Gewürze u. 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