S ODWESTDEUTSCHE $olf$Ktfunö für christliche Politik und kultur Nr. 19 / 1. Jahrgang Freiburg i. Br., Samstag, 16. November 1946 Preis 20 Pfennig „Noch immer im Dunkeln" König Georg und Churchill über Deutschland London Die neue Sitzungsperiode des englischen Unterhauses zu Beginn dieser Woche wurde mit einer Thronrede König Georg VI eingeleitet In ihr nieß es: „Meine Minister werden binnen kurzem mit den Vertretern der Vereinigten Staaten, der Sowjetunion und Frankreichs Zusammentreffen, um die Frage der Zukunft Deutschlands zu prüfen. mit dem Ziel, in Deutschland Verhältnisse zu schaffen durch welche die Entwicklung einer echten Demokratie ermöglicht, die Welt vor einem neuen Versuch Deutschlands, die Herrschaft an sich zu reißen, geschützt und von meinem Volk die finanzielle Belastung genommen wird, die es auf Grund der Besetzung zu tragen hat Ich hoffe, daß in naher Zukunft von Großbritannien ein Vertrag mit Österreich geschlossen wird, der es ermöglicht, alle Besatzungstruppen aus diesem Lande abzuziehen.“ In der Debatte sprach dann gleich für die Opposition Winston Churchill. Er sagte in seiner Rede: Die Weltlage habe sich nicht gebessert. obwohl man dem Lande versprochen habe, die sozialistische Regierung werde ihr Bestes tun. Besonders hätten sich die Beziehungen zur Sowjetunion ständig verschlechtert. Die Stärke der britischen und amerikanischen Streitkräfte in Europa sei vermindert worden demgegenüber habe die Sowjetunion ihre Streitkräfte in Europa auf Kriegsstärke gehalten Die Sowjetunion beherrsche nun über ein Drittel europäischen Bodens Die Grenze der Sowjetunion sei die Elbe und es sei unmöglich, vorauszusagen, was für einer Zukunft und was für einem Schicksal Frankreich entgegengehe Es sei gewiß, so führte Churchill weiter aus, daß die Potsdamer Besprechungen, gleich von wem sie geführt worden seien, manches schwerwiegende Vermächtnis für die Zukunft Europas hinterlassen hätten. „Nichtsdestoweniger bleibt die Tatsache bestehen, daß achtzehn Monate nach der Kapitulation Deutschlands und mehr als ein Jahr nach der Kapitulation Japans und trotz der sicheren und hilfre'chen Haltung der Ve.- einigten Staaten die Welt noch immer im Dunkeln. in der Angst und in Verwirrung schwebt. Keine entscheidende Verbesserung ist zp verzeichnen. außer daß durch d ; e Barmherzigkeit Gottes die Kanonen ihr Feuer eingestellt haben.“ Schluß mit Rache und Vergeltung Churchill wandte sich dann der Frage Deutschlands zu „Siebzig oder achtzig Millionen Märtner und Frauen einer alten befähigten and tüchtigen Rasse leben in zerrüttetem und verhungertem Zustand im Herzen Europas. Damit stehen wir Pioblemen gegenüber, die gegenwärtig von den Siegern ungelöst sind Wir und die Amerikaner regieren und verwalten unsere Zonen weiter mit außergewöhnlichen und für uns fast untragbaren Kosten und bei gleichzeitig wachsender Unzufriedenheit der Deutschen Man hat uns nicht berichtet, und ich will nicht erörtern, und ich will nicht zu erörtern versuchen was in der sowjetischen Zone geschieht. Wir sind uns indessen alle darüber einig, daß der richtige Weg der ist. die Deutschen dahin zu bringen sobald wie möglich ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen und ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen, sowie ihnen alle mögliche Hilfe zu geben, aber dabei gleichzeitig legliche Wiederaufrüstung zu verhindern “ Bis letzt habe man nichts von irgendwelchen Voraussagen für die Form des Friedensvertrages mit Deutschland gehört, doch sei es sicher dringlich Frieden mit Deutschland zu Schließen Es müsse Schluß gemacht werden mit Rache und Vergeltung. Man habe ihm gesagt. daß Deutschland bestraft werden müsse. „Wann soll diese Bestrafung beginnen? Es scheint daß diese für lange Zeit festgesetzt werden solle Sie begann 1943 und wurde in den Jahren 1944 und 1945 mit den schrecklichsten Bombenangriffen auf die deutschen Städte fortgesetzt, als die allgemeine Erschöpfuna unter dem Naziregime den letzten Rest von Kraft aus der deutschen Rasse und Nation herausgezogen hatte Der Nürnberger Prozeß ist nun beendet und die schuldigen Führer des Naziregimes sind von den Eroberern hingerichtet worden Man hat den Deutschen erklärt, daß Tausende noch vor Gericht gestellt werden müssen und daß große Kategorien von Deutschen wesen ihrer Verbindungen mit dem Naziregime möglicherweise als schuldig anzusehen scen Aber ich b’n der Memung. daß man auf den einfachen Mann eine gewisse Rücksicht nehmen muß Nicht jeder ist ein Pastor Niemöller oder ein Märtyrer.“ Premierminister Attlee, der gleich nach Churchill das Wort ergriff, sagte, daß jedermann die Schwierigkeiten der Weltemährungslage kenne Zu den Worten Churchills. über das Potsdamer Abkommen bemerkte der Premierminister daß die britischen Delegierten sich mit der Frage zu befassen gehabt hätten, die sie in Potsdam bei ihrer Ankunft vorgefunden hätten, nachdem vor ihrem Eintreffen schon viel geredet worden sei Es sei die Politik der Regierung, und wie er glaube, auch die des Volkes, für die Weltsicherheit und in diesem Rahmen für die Abrüstung zu arbeiten Einseitige Abrüstung sei aber nicht genug, um diese Zieie zu erreichen. „Wir müssen eine geordnete Welt aufbauen, in der Polizeikräfte in der Lage sind, neue Angriffe zu verhindern.“ Neue sowjetische Note über die Dardanellen London. Das Foreign Office hat heute eine neue sowjetische Note zur Dardanellenfrage erhalten Man nimmt an, daß diese Note, die zur Zeit vom Foreign Office eingehend geprüft wird, eine negative Antwort auf die letzte britische Note ist, in der die Einberufung einer internationalen Konferenz zur Behandlung der Meerengenfrage vorgeschlagen wurde. Wie man in London annimmt, wird die Dardanellenfrage in Kürze zu einem offiziösen Meinungsaustausch zwischen Bewis, Molctow und Byrnes in New York führen. Ein neues Massengrab in Südwürttemberg Tübingen. Nach der Aufdeckung der Massengräber von Scherzingen und von Schönberg ist ein weiteres Massengrab in Südwürttemberg aufgefunden worden. Ungefähr 1500 Leichen ehemaliger, aus politischen Gründen Deportierter, die im Konzentrationslager Biesingen bei Hechingen interniert waren, wurden festgestellt. Der Delegue Superieur bei der Militärregierung für Württemberg, Idner, hat beschlossen, eine größere Anzahl ehemaliger Mitglieder der Nazipartei an die Stätte der Hitlerischen Schandtaten zu beordern. Die Exhumierungsarbeiten haben am Donnerstag begonnen und sind mit einer militärischen Zeremonie eingeleitet worden. Die tägliche Brotration herabgesetzt Eine amtliche Mitteilung der Militärregierung Baden-Baden. Offiziell wird folgendes be- kannlgegeben: „Sofort, nachdem es möglich geworden war, die Hilfsquellen der Zone an Lebensmitteln zu veranschlagen, sind von den französischen Besatzungsbehörden die sich von den Voranschlägen ergebenden Einfuhranträge gestellt worden, um die für die Zivilbevölkerung vorgesehenen Rationen auf das in Berlin durch ein gemeinsames Abkommen der verschiedenen alliierten Besatzungsbehörden festgesetzte Niveau bringen zu können. Die von fhaCindigen Stellen der verschiedenen Exportländer eingereichten Einfuhranträge haben bis jetzt, besonders was Getreide betrifft, nicht deif gewünschten Erfolg gehabt. Um zu ermöglichen, daß für alle Verbraucher eine Ration festgesetzt wird, die auch tatsächlich zugewiesen werden kann, sieht sich der General, Commandant en Chef Francais in Deutschland, gezwungen, die tägliche Brotration vom 15. November an von 300 Gramm auf 200 Gramm herabzusetzem. Es werden gegenwärtig Maßnahmen gep/uft, um an die Bevölkerung zusätzliche Nahrungsmittel zu verteilen, doch dürfte kaum vor dem 1. Dezember mit einem praktischen Ergebnis zu rechnen sein. Insbesondere ist die Verteilung von Zucker, Hülsen- früchten, Fischen und Teigwaren vorgesehen. Es wird bei dieser Gelegenheit daran erinnert, daß seit dem 1. Oktober der Deutsche Ernährungsausschuß für die Auflage, Sammlung und Verteilung der Lebensmittel an die deutsche Bevölkerung verantwortlich ist. Die französischen Behörden geben sich dis «jtößte Mühe, die unzureichende Produktion nach Möglichkeit auszugleichen. Um diesen Bemühungen aber zu voller Wirksamkeit zu verhelfen, ist es unbedingt erforderlich, daß die Erzeuger alle Lebensmittel in dem vollen Umfang der für sie festgesetzten Auflage abliefern. gez. Le General d'Armöe Koenig, Commandant en Chef Francais en Allemagne." Das Zwei-Zonenabkommen Britisch-amerikanische Besprechungen in New York Washington. General Lucius Clay, der Stellvertreter des Oberbefehlshabers der amerikanischen Streitkräfte in Deutschland, General Mc Narney, hat sich zu den britisch-amerikanischen Besprechungen über die Zusammenlegung der beiden Besatzungszonen in Deutschland wie folgt geäußert: „Wir hoffen, daß es möglich se'n wird, die Arbeiten und die Beratungen über die wirtschaftliche Vereinigung der britischen und amerikanischen Besatzungszone in Deutschland im Laufe der kommenden Woche abzuschließen. Im Verlaufe einer Pressekonferenz gab General Hilldring bekannt, daß die Konferenz sich eingehend mit der Emährungskrise in der britischen Zone befaßt, und daß die Vereinigten Staaten für eine Angleichung der Lebensmittelrationen eintreten. Sie sind bereit, die Briten zu diesem Zweck zu unterstützen. Der General fügte jedoch hinzu daß lediglich die militärischen Chefs der beiden Nationen befugt seien, die Höhe der Rationen für die deutsche Zivilbevölkerung festzusetzen. Der stellvertretende Unterstaatssekretär Dean Acheson hat erklärt: „Die Besprechungen bedeuten einen Fortschritt im Sinne der Politik Byrnes gegenüber Deutschland, wie er sie vorgezeichnet hatte. Halbe Brotzuteilung in der britischen Zone Düsseldorf. Amtlich wird bekanntgegeben, daß die Brotzuteilung im Ruhrgebiet in dieser Woche um die Hälfte herabgesetzt wird In einigen Städten konnten die Einwohner jetzt schon nur die Hälfte der ihnen theoretisch zustehenden Brotrationen erhalten. Wie ferner die britische Militärregierung für Deutschland bekanntgab. wird an die Bevölkerung des Ruhrgeb'etes Zucker und Trok- kenkartoffeln an Stelle von Brot ausgegeben werden Die Verteilung dieser Nahrungsmittel ist für die Zeit vorgesehen, solange die B’-ot- versorgung nicht voll gewährleistet ist. Die Verteilung von Zucker und Trockenkartoffeln wird mit der neuen Kartenperiode beginnen. Getreide aus der Ostzone in Hamburg Hamburg. Die ersten 500 Tonnen Getreide, die die russische Zone gegen TrHus+rieprodukte liefert, wurden diese Woche im Hamburger Hafen gelöscht. Im Rahmen eines Tauschabkommens werden aus dem Osten insgesamt 100 000 Tonnen Getreide für die britische Zone zur Verfügung gestellt. Ein Teil des Getreides ist an die Küste der russischen Zone gebracht worden Drei Schiffe werden bereits beladen, ein weiteres Schiff ist auf dem Wege in die Ostsee. Außerdem sind Bemühungen im Gange auch Getreidetransporte mit der Eisenbahn zu organisieren. Nachdem jetzt alle Formalitäten erledigt sind, dürften keine weiteren Verzögerungen zu erwarten sein. 8000 Tonnen amerikanischer Weizen sind für die britische Zone in Rotterdam angekommen. Die 8 000 Tonnen stellen ungefähr eineindrittel der Menge dar, die von der britischen Zone bei der gegenwärtigen Rationierung täglich importiert werden muß. Kommunisten stellen den Ministerpräsidenten Paris. Das politische Büro der Kommunistischen Partei hat den Beschluß gefaßt, den Posten des Ministerpräsidenten für ein Mitglied der Partei zu fordern. Außerdem hat das Büro beschlossen, sich an den Nationalrat der Sozialistischen Partei zu wenden, der am 17. November Zusammentritt, und ihm Vorschläge hinsichtlich der Bildung einer Koalitionsregierung auf demokratischer, laizistischer und sozialer Grundlage, unter einem kommunistischen Ministerpräsidenten, zu unterbreiten. Die französischen Wahlergebnisse Paris. Im Innenministerium wird erklärt, daß die bisher bekanntgewordenen Wahlergebnisse 603 Sitze umfassen, die sich wie folgt verteilen: Kommunistische Partei und nahestehende 188 Sitze, SFIO, Sozialisten und Algerier 104 Sitze, Zusammenschluß der Linksparteien 63 Sitze, MRP 162 Sitze, Gemäßigte und PRL (Republikanische Freiheitspartei) 82 Sitze. Verschiedene 5 Sitze. Der Ministerrat hat beschlossen, daß die Regierung zurücktreten wird bis die Nationalversammlung ihr Bureau gebildet hat. Dies wird am 28 November der Fall sein. Aufhebung der Preiskontrolle in USA Washington. „Jede Preis- und Lohnkontrolle ist aufgehoben“, erklärte Präsident Truman, führte jedoch aus, d^ß die Mieten, die Zuckerund Reispreise weiterhin der Regierungskon- trolle unterliegen. Unser Anliegen In den erregenden Aussprachen der letzten Wahlen, in Zeitungsartikeln und politischen Broschüren wird den christlich-sozialen Parteien immer wieder der Vorwurf gemacht, sie treibe mit dem Wort „Sozialismus“ Sfhindluder. Ihr sei es um einen sozialen Neuaufbau von Grund auf nicht ernstlich zu tun, vor allem habe sie noch kein „Programm“ in dieser Hinsicht. Das sei auch kein Wunder, denn hinter ihr verschanzten sich die Reaktionäre. Solche unsinnigen Redensarten beweisen mehr als alles andere, wie weit wir noch im eigenen Volk davon entfernt sind, uns wirklich zu kennen und ernst zu nehmen, wie weit aber auch all der Ungeist noch in uns steckt, welcher den Nationalsozialismus heraufgeführt und dann erhalten hat! Wenn wir bei diesem sozialen Neuaufbau überhaupt einmal vorankommen wollen, dann müssen wir vor allem ganz ehrlich und ganz von unten anfangen. Wir müssen uns bewußt bleiben, daß die Dinge gar nicht so einfach liegen, wie das eine einseitige Propaganda darstellen mag. Es handelt sich nich'. einfach darum, daß man „sozialisiert“ und daß danach alles anders und besser ist. Es handelt sich weiterhin auch nicht einfach darum, daß man höhere Löhne festsetzt, um hinterher zu bemerken, daß der Export zu Weltmarktpreisen unmöglich wird. Und ebenso handelt es sich nicht einfach darum, daß man erfahrene Unternehmer abbaut und an ihre Stelle den unerfahrenen Stellenjäger setzt. Die Sache selbst ist klar, nicht aber der Weg. Es besteht also keinerlei Grund, am ehrlichen Willen innerhalb der Reihen der christlichsozialen Parteien zur sozialen Neuordnung, zur Entproletarisierung, zur Überwindung der Schäden des Kapitalismus zu zweifeln. Denn wo wäre im Laufe de letzten hundert Jahre' der Ruf zur Überwindung der sozialen Not lauter erhoben worden, als gerade bei den Vertretern eines echten Christentums? Weiß man denn nichts mehr von dem Wirken von Männern wie Ketteier, Vogelsang, Baader, Hitze, Sonnenschein, um nur einige wenige Namen anzuführen? Glaubt man denn im Ernste, daß diese Männer ihre Ideen zugunsten der kapitalistischen Ausbeutung hervorgebracht hätten? Wo das Ziel klar ist: nämlich die Überwindung der sozialen Strukturfehler des vorhandenen Wirtschaftssystems, da ist der Weg hierzu noch keineswegs völlig sichtbar. Er ist es auch nicht für die Sozialisten. Man verspricht sich heute von der Verstaatlichung nicht mehr dieselben goldenen Berge wie ehedem. Wenn wir die Zustände in der Verteilung der allzu knappen Lebensgüter im heutigen Alltag betrachten und die Erfahrungen der bisherigen Notjahre der Vergangenheit mitberücksichtigen, dann wird auch der eingefleischteste Sozialist nicht behaupten wollen, daß er darin ein Ideal des Sozialismus oder überhaupt einen Beginn einer sozialen Neuordnung erblicken könnte. Und Rußland? Wenn in dieser ganzen Frage eines feststeht, so ist es dies, daß überhaupt kein System eine grundlegende Besserung gewährleisten kann, solange die Menschen selbst die Reform der Seelen und dei Herzen nicht in die Waagschale werfen können. Solange der Eigennutz überall triumphiert, auch in den proletarischen Schichten, solange ist der Sozialismus ein Wahngeb : lde. Es gab nicht erst eine Verbonzung im Dritten Reich, man kannte sie schon vorher. Was bedeutet sie anderes, als daß Wort und Tat auseinanderklaffen,- daß einzelne sich auf Kosten der Allgemeinheit Vorteile erschleichen. Daher wollen die christlich-sozialen Parteien bewußt, ganz bewußt beim Menschen selbst anfangen Ein neuer Mensch muß erzogen und herangebildet werden, für welchen Gemeinschaftsdenken eine Selbstverständlichkeit ist.' Ohne die Grundlage des Christentums, ohne die Mithilfe der Kirchen erscheint uns jedes derartige Unterfangen unmöglich. Vielleicht lernen die Ewig-Gestrigen nun auch einmal einsehen, daß Sozialismus wirklich nicht lediglich eine Organisations-, sondern eine Menschenfrage ist Daß das geistige Ringen der Gegenwart um diese Fragen geht, beweisen neben vielen anderen die „Karlsruher Hefte, Soziale Reihe“, deren Heft 1 „Der Christ und die soziale Zukunft in Deutschland“ und Heft 2: Jostock, „Das Proletariat'' jetzt vorliegen. Wer nichts anderes kennen würde, als nur diese beiden Heftchen, schon der müßte bekennen, daß er sich darin irrt, wenn er glaubt, für die ehrrch ringenden Christen der Gegenwart sei der So- zalismus nur eine ausgehängte Flagge, welche den sanften Schlaf verbergen soll mit dem das alles betrieben werde. „Gehe man doch endlich mit Entschiedenheit und ohne weiteres Säumen an die Ausführung!“, so ist es in der Enzyklika Quadragesimo Anno zu lesen, jener Enzyklika, welche den sozialen Umbau verlangt. > Seite 2 Sfidwestdeotsebe Volfcsxeltang Samstag, 16. November 1946 / Nr. 19 Ein kleiner Fortschritt in New York Pariser Entscheidung über des freie Gebiet Triest beibehelten New York. Am Dienstag nahmen die Außenminister die Prüfung der Triester Frage wieder auf. Nach einer langen Diskussion über das durch, die italienische Regierung an jede im Viererrat vertretene Regierung gerichtete Schreiben, in dem diese sieh unter gewissen Umständen bereit erklärt gegen die Rüdeerstattung von Triest andere Grenzstreifen an Jugoslawien abzutreten (MarschaU Tito hatte Görz für Triest verlangt), beschlossen die Außenminister die in Paris getroffenen Entscheidungen über die Grenzen und den Grundsatz des Freien Gebietes beizubehalten und jedes zwischen Rom und Belgrad auf Grund direkter Verhandlungen abgeschlossene Abkommen wohlwollend aufzunehmen unter der Bedingung, daß es nicht gegen die in Paris ausgearbeiteten Beschlüsse verstößt Während der Verhandlungen zeigte Molotow eine durchaus nachgiebige Haltung. Die Sitzung hatte mit der Annahme der drei von den Stellvertretern der Außenminister abgeschlossenen Abkommen begonnen, die die Menschairechte, die Auflösung der faschistischen Organisationen und die den Italienern, die in den Reihen der Alliierten gekämpft haben, zu gewährende Immunität betreffen. Diese drei Abkommen stellten den ersten wirklichen Fortschritt für die Konferenz dar. Sie enthalten aber auch bedeutende Zugeständnisse an die sowjetische Auffassung. In der Mittwochsitzung reichte Molotow zur Triester Frage nicht weniger als sechzehn Zusatzanträge ein. Sie zielen auf eine Abänderung des französischen Kompromißvorschlages hin, der von der Pariser Konferenz angenommen worden war und bis jetzt als Grundlage für eine endgültige Regelung betrachtet wurde. Es scheint, daß es Molotow in erster Linie auf einen Zeitgewinn ankommt, der einen erfolgreichen Abschluß der. italienisch-jugoslawischen Verhandlungen ermöglichen könnte. Die wichtigsten dieser Anträge fordern, das Statut von Triest solle nicht vom Weltsicherheitsrat, sondern von den vier Außenministern festgesetzt Werden, die Volftnachten der Triester Regierung sollten vermindert und die fremden Truppen zurückgezogen werden. Diese Zusatzanträge, die den französische» Kompromißvorschlag in seinen wesentlichsten Punkten völlig außer Acht lassen, werden in der nächsten Sitzung erörtert werden. Casperi über Triest Rom. Die Verhandlungen mit Jugoslawien dürfen nicht noch einmal die bereits auf der Pariser Konferenz festgelegten Punkte zur Sprache bringen, erklärte Ministerpräsident de Casperi den Vertretern der Zeitung „Tempo“ gegenüber in einem Interview. Darum können die Verhandlungen und die Abkommen nur als eine ergänzende Maßnahme zum Friedensvertrag betrachtet und von den großen Vier akzep- tert werden Der Ministerpräsident räumt ein, daß die Anerkennung des italienischen Ckarak- ters der Stadt Triest durch Marschall Tito eine bemerkenswerte Tatsache und für uns ein Vorteil Ist. Man müßte jedoch wissen, fügte er hinzu, was Tito unter Autonomie für Triest versteht und in welcher Beziehung Triest zu Jugoslawien stehen soll. Gerechte Verleitung der Lebensmittel USA führt Getreide und Kohlen aus Lake Socoess. Auf der Sitzung der Wirtschafts- und Finanzkommission der Generalversammlung der UNO gab der amerikanische Delegierte, Stevenson, bekannt, daß die Vereinigten Staaten auch 1947 den landwirtschaftlichen Produktionsplan, wie er während des Krieges •ufgestellt worden ist, weiterhin anwenden würden, und daß die Saatflächen nicht verkleinert würden, „uro die Weltnotlage so gut wie nur irgend möglich zu beheben“. „Die Vereinigten Staaten“, fügte er hinzu, „werden die kanadische Resolution, in der verlangt wird, daß die Regierungen Maßnahmen ergreifen, um das Defizit an Brotgetreide zu verringern und um eine gerechte Verteilung der f verfügbaren Bestände zu erleichtern, unterstützen.“ Stevenson lehnte daher die von La Guardia angeregte Schaffung eines neuen internationalen Fonds für Brnährungshilfe, der ab 31. Dezember ^ die UNRRA ersetzen soll, ab und erklärte, daß seine Regierung einem internationalen Unterstützungssystem immer günstig gegenübergestanden habe Stevenson erläuterte den amerikanischen Plan und gab bekannt, daß die Vereinigten Staaten in dem am 30. Juni 1947 zu Ende gehenden Jahre über 10 Millionen' Tonnen Brotgetreide exportiert haben werden, und daß es infolge Fehlens von Transportmitteln unmöglich sei, über diese Ziffer hinauszugehen, und daß auch die Mittel einer wirtschaftlichen Großmacht wie die Vereinigten Staaten ihre Grenzen hätten Im gleichen Zeitraum werden die Vereinigten Staaten zwanzig Millionen Tonnen Kohle ln die Länder, die an Kohlenmangel leiden, ausführen. Nach ihm stellte der Sowjet-Delegierte, Gromyko, fest, daß er „nicht zu rechtfertigende Unregelmäßigkeiten in der Verteilung der verfügbaren Bestände, vor allem an Fetten“ bemerkt habe. Er kritisierte auch „die Bereicherung der Monopole, die ungerechtfertigte Erhöhung der Getreidepreise und die in gewissen Dingen zu verzeichnende Verringerung der Eir.saatflächen, wie in Argentinien, sowie die Verwendung von Brotgetreide zur Fütterung der Tiere“, was vor allem in den Vereinigten Staaten und in Argentinien geschehe. Frankreich wird die Resolutionen, in denen eine Steigerung der Produktion und eine Verbesserung der Lebensmittelverteilung auf der Welt verlangt wird, unterstützen, erklärte der französische Delegierte, Jacques Rueff. Der Unterausschuß wird einen endgültigen Resolutionstext ausarbeiten. „Vofksblodc" an der Spitze KAmmunalwählen in ltalieh. Rom. Bei 856 000 bis jetzt ausgezählten Stimmen, also etwa 60 Prozent der in den sechs Großstädten Rom, Neapel, Florenz, Genua, Turin und Palermo abgegebenen Stimmen ergibt sich folgende Aufteilung: Volksblock (Kommunisten, Sozialisten, Aktionspartei) 393 538 Stimmen, Christliche Demokraten 174 093 Stimmen, Qualunquisten 141 105 Stimmen, Liberale 59 026 Stimmen, Monarchisten 52 334 Stimmen, Republikaner 36 328 Stimmen. 46 Prozent der Wahlberechtigten enthielten sich der Stimme. Diese Wahlen waren, außer durch den vom Volksblock über die Christlichen Demokraten errungenen Erfolg, durch die Stärkung der „Qualunquisten'- gekennzeichnet, die in Palermo die stärkste und in Rem die zweitstärkste Partei nach dem Volksblock und vor den Christlichen Demokraten sind. Englisch-ägyptisches Abkommen Englische Trappen bis 1. September 1948 Kairo. Die Zeitung „Almesri“ veröffentlicht einen Text, von dein sie behauptet, es sei das neue englisch-ägyptische Abkommen, das in London nach den Verhandlungen zwischen Sedky Pascha und Bevm paraphiert worden sei. Dies Abkommen soll die vollständige Räumung Kairos, Alexandrien* und des ganzen Nildeltas bis zum 31 März 1347 vorsehen. Von diesem Tage ab sollen die englischen Streitkräfte nur noch in der Zone des Suezkanals stationieren bis zur endgültigen Räumung des ganzen Gebietes am 1. September 1949. Bundesstaaten in der Sowjetzone Berlin. Wie der Kabinettschef der thüringischen Landesverwaltung, Dr. Spaas, im Verlaufe einer Pressekonferenz mitgeteilt hat, werden alle Länder und Provinzen der sowjetischen Besatzungszone durch Bundesstaaten unter der Leitung von Ministwien und einem Präsidenten ersetzt werden, ln Thüringen soll diese Maßnahme nach der ersten Sitzung des Landtags in löraft treten- Die Landtagssitze Berlin. Die Aufteilung der Sitze in den beratenden Landesversammlungen der deutschen Staaten und Provinzen der Sowjetunion ist folgende: Brandenburg: SED 44 Sitze; CDU 31 Sitze; LDP 20 Sitze: Bauernhilfe 5 Sitze. Mecklenburg-Pommern: SED 45 Sitze; CDU 11 Sitze; Bauernhilfe 3 Sitze. Thüringen: SED 50 Sitze; LDP 28 Sitze; CDU 19 Sitze; Bauemhilfe 3 Sitze. Land Sachsen: SED 59 Sitze; LDP 30 Sitze; CDU 26 Sitze; Bauemhilfe 2 Sitze; Kulturbund 1 Sitz. Provinz Sachsen: SED 51 Sitze; LDP 33 Sitze CDU 24 Sitze; Bauemhilfe 2 Sitze. Generäle auf der Nürnberger Anklagebank Nürnberg. Die einflußreichsten Generäle der ehemaligen deutschen Wehrmacht während des Hitlerregimes und die Haupthelfer des ehemaligen Präsidenten des Volksgerichtshofes Roland Freisler, die beschuldigt werden, hunderte von Menschenleben auf dem Gewissen zu haben, werden sich in zwei Prozessen in Nürnberg zu verantworter haben. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, fallen folgende Generäle unter Anklage: Walter Braudv'tsch, ehemaliger Oberbefehlshaber des Heeres. Heinz Gudertan, ehemaliger Oberbefehlshaber an der Ostfront, und Generalstabschef Franz Haider, ehemaliger Generalstabschef. Erhard Milch, ehemaliger Generalinspekteur der Luftwaffe, Hermann Reinicke, ehemaliger Chef des Allgemeinen Wehrmachtsamtes des OKW, Lothar Rendulie, ehemaliger Oberbefehlshaber der Armeegruppe Nord und Oberbefehlshaber in Norwegen, und Walter Warlimont, ehemaliger Generalstabschef. Im Prozeß gegen die Mitglieder des Justizministeriums, die für die Volksgerichtshöfe verantwortlich sind, werden folgende Angeklagte vor Gericht erscheinen: Der ehemalige Justizminister Dr. Otto Thie- radc, der ehemalige Staatsminister im Justizministerium Dr. Franz Schlegelbender, dar ehemalige Oberreichsanwalt Dr. Lautz, der ehemalige Ministerialdirektor Karl Engert, der ehemalige Chef der Sektion 15 im Justizministerium (war für den berüchtigten Nacht- und Nebelerläß verantwortlich), Dr. von Ammon und der ehemalige Vorsitzende des Volksgerichtshofes in Nürnberg, Oskar Rothaug. Ober“ 30 Tofe eines Eisenbdhtfüinglüdcs Sperrzeichen im Nebel überfahren Bar le Duc. Als am 12. November der Arbeiterzug von Bar le Duc, der nach Chälons-sur- Marne fuhr, im Bahnhof von Revigny anhielt, kam ein in gleicher Richtung fahrender Personenzug auf dem gleichen Gleis herangebraust. Der Zusammenstoß war furchtbar. Von den 6 Wagen des Zuges blieb kein einziger ganz. Die Ursache des Unglücks wird auf den Nebel zurückgeführt, da der Lokomotivführer offenbar die Sperrzeichen nicht gesehen hatte. Auch war die Lokomotive des auffahrenden Zuges nicht mit einer Sicherungsvorrichtung versehen. Sofort wurden Hilfsmaßnahmen getroffen. Gegen 10 Uhr hatte man aus den Trümmern 30 Tote geborgen, unter denen sich der Heizer, der Zugführer und Lokomotivführer des auffahrenden Zuges befanden. Zahlreiche Opfer liegen noch unter den Trümmern. Uber 70 Verwundete wurden in die Krankenhäuser von Bar-le-Duc ein- geliefert. Etwa 10 schweben in Todesgefahr. Unter den Opfern befinden sich zahlreiche Schulkinder. Der Lokomotivführer und der Heizer des geprellten Zuges blieben unverletzt. Mehrere Reisende, welche im Bahnhof von Revigny den Zug bestiegen hatten, wurden auf dem Bahnsteig getötet Sperrstunden für den Strombezug Baden-Baden. Die Militärregierung veröffentlicht eine Verfügung über neue Stromeinsdirän- kungsmaßnahmen, die durch die ungünstige Kohlenlage bedingt sind. Es werden sogenannte Sperrstunden für den Strombezug eingeführt. Fäbrikbetriebe und Werkstätten dürfen in den Stunden zwischen 6.30 und 9 Uhr und 17.30 und 21 Uhr keinen Strom verbrauchen. Bei Verkaufsläden, mit Ausnahme der Lebensmittelgeschäfte Gastwirtschaften und Apotheken, ist der Strombezug zwischen 7 und 8.30 Uhr und 17 und 20 Uhr ebenfalls untersagt. Die zustehenden Stromkontingente beziehen sich bei Industrie und Handwerk auf den Maiverbrauch 1946 Vom November 1940 an dürfen jedoch nur noch 80 Prozent dieser Menge bezogen werden. Bei öffentlichen und Industriellen Verwaltungs- dienststellen ist der Stromverbrauch in den Stunden von 9 bis 17 Uhr untersagt. Bei Haus- baltsstromVerbrauchern und in der Landwirtschaft tritt keine Änderung ein. Amerikanische Hilfe Baden-Baden. Die Militärregierung der französischen Besatzungszone Deutschlands hat «tfte bestimmte Anzahl von Organisationen zugelassen, die mit der Entgegennahme und Verteilung der amerikanischen Hilfslieferungen für die deutsche Bevölkerung beauftragt sind Es handelt sich um den „CouncU of Relief Agen- cies licenced for Operations In Germany“ (C.R.A.L.O.G.) und um die „Cooporative for American Remittances for Europe“ (C.A.R.E.). Verlag. Chrut.ich soziale* v e rla* CtmoH Freiburg i Br RoaastraQe • Tn 27M Anschrift der Sehnftleitung rennenbachersiraße « Verantwortliche! Redakteur: Dr Theo Ueherdlclc Druck H Romtarh £ Co Freiburg t Br StadtgeschäftssieUe Beheif-h“icr * Bertholdsbrunnen, Kaiser-J',sepn-Straß Bezugspreis RM 15# einschließlich Träg-'*-loan, Erscheinungsweise zweima 1 v.-öch»n‘Hcn Tel.-Anschrift: „Süv&ret“ Freiburg CBre'Sgau). Im Spiegel der Woche Les Imbeciles Sicher gibt es auch heute noch sehr viele Menschen, namentlich unter der Jugend, die gar nicht verstehen können, warum ein so furchtbares Schicksal über uns hereingebrochen ist. Und doch war es sogleich nach dem Erscheinen des berühmten Buches „Mein Kampf“ eigentlich einem politischen Kind möglich, die zukünftige Katastrophe voraus zu sagen. Einsichtige Männer genug haben das ja auch getan, wir wissen, mit wie knappen Majoritäten und mit welchen Betrügereien Hitler schließlich zur Macht gelangte. Viele haben damals „Mein Kampf“ mit ungeheurer Begeisterung gelesen, aber sie haben merkwürdiger Weise an dem Kapitel keinen Anstoß genommen, in dem Bismarck angegriffen wird. In diesem Abschnitt stellte Hitler seine Auffassung, man könne sich nur mit dem Glauben an eine „Weltanschauung“ durchsetzen, der Bismarck sehen Lehre gegenüber, Politik sei die Kunst des „Erreichbaren“. Wir mögen bei Bismarck oder Talleyrand, bei Eduard VII. oder Cavour, bei Metternich oder Kaunitz in die Schule gehen, die hervorragendsten Staatsmänner hat immer, neben vielem anderen, sozusagen als selbstverständliches Handwerkszeug, ohne das man gar nicht arbeiten kann, der Sinn für die Wirklichkeit, also eben „die Kunst des Erreichbaren“ ausgezeichnet. Diese Wirklichkeit ist den meisten Menschen merkwündg verschlossen, weil sie nicht in dieser, sondern in ihrer, einer eingebildeten Welt leben. So auch Hitler, der sich in den Glauben an seine Sendung so hineinsteigerte, daß er Politik im luftleeren Raume trieb, als oo Deutschland überhaupt keine Nachbarn hätte. Wer es nicht wußte, hat aus dem Nürnberger Prozeß erfahren, daß er Diplomaten als Betrüger und ihr Handwerk als Schaumschlägerei betrachtete. Abgesehen davon, daß sich in einer solchen kindlichen Auffassung die Grobheit und Unb ildung zeigt, die das ganze Nazisystem kennzeichnet, ist sie so handgreiflich töricht, daß sie in die Wirklichkeit umgesetzt, zu der Katastronhe führen mußte, in der wir leben Wenn jemand über seine Nachbarn oder Arbeitskameraden keine anderen Gedanken kennt als sich mit ihnen zu streiten oder ihnen dieses und jenes wegzunehmen, so wird er wenig Glück auf seinem Lebensweg haben. Diese Faustregel aber empfahl „der Führer“ als Politik den Nachbarn Deutschlands gegenüber. Die Außenpolitik ist die Grundlage jeder Politik überhaupt. Wir mögen uns im Innern paradiesischer Zustände erfreuen, — wovon wir weiter als je entfernt sind — wenn die Außenpolitik fehlerhaft ist, wird alsbald die R a ci c unseres Lebens gänzlichst zerstört werden. Unsere Geschichte ist erfüllt von dieser Unwirklichkeit Leider müssen wir sagen, daß sich in ihr infolge dieses deutschen Lasters glückliche Zeiten so selten vorfinden wie Oasen in der Wüste. Wir waren durch den riesigen Aufschwung seit der Reichsgründung verwöhnt und verloren dadurch die Fähigkeit, unsere eigenen Kräfte und Anlagen richtig einzuschätzen So trug schon seit dem Tode des alten Kaisers, seit 1888, unsere Außenpolitik infolge des irrsinnigen Flottenbaues und — man kann nicht anders sagen — des wohlgepfiegten Unsinns des kaiserlichen Dilettanten Wilhelm II. und seiner byzantinischen Umwelt alle Anzeichen eines kommenden Zerfalls in sich. Wir verstanden es, abgesehen von der kurzen Periode von 1918 bis 1933, immer glänzend, uns aus dem Weltgeschehen auszuschalten, ja, ihm feindlich gegenüber zu stehen. Wir, die wir mit unserer riesigen Industrie und unserer zu schmalen Ernährungsbasis es am aller notwendigsten haben, in friedlicher und geschickter Weise an ihm Teil zu nehmen. Denken wir also über den französischen Ausdruck „les imböciles“ nach, der sich schlecht übersetzen läßt und so ungefähr Leute bezeichnet, die alles falsch machen. Lernen wir von unseren Nachbarn, der Schweiz, Holland, Dänemark und Österreich, wie man es fertig bringen kann, recht wohl in einer Umwelt von Weltmächten zu bestehen. Hüten wir uns, einer neuen Raserei zum Opfer zu fallen. H. E. Empfindlichkeit hinter „Sfacheldraht" Hinter diesem Stacheldraht sind keine Kriegsgefangenen oder Verbrecher, sondern wir meinen die Rubrik in der Zeitung „Das Volk“, unter der sich in Nr. 37 vom 6. November die Schriftleitung mit ihren politischen Gegnern befaßt. Eine sehr sinnige Überschrift übrigens, die weder sozialen noch demokratischen Gepflogenheiten entspricht, denn wir waren bisher der Meinung, man könne sich mit einem politischen Gegner sogar sehr freundschaftlich ohne Stacheldraht aussprechen. Doch dies ist eine Sache des Taktes und des Fingerspitzengefühls, vielleicht sind wir dafür noch zu „bürgerlich“ In dieser Rubrik also regt sich der Schreiber darüber auf, daß wir in unserer Wahlbetrachtung Nr. 15 behaupteten, die Wahlen hätten gezeigt, daß sich das deutsche Volk ln seiner überwiegenden Mehrheit für die beiden sozialistischen Parteien entschieden habe, die SF und die CDU. Das scheint dem Schreiber äußerst unangenehm zu sein und er versucht nun mit den alten abgedroschenen Ladenhütern zu beweisen, wie reaktionär die CDU sei. Wenn es dem Schreiber wirklich um den Sozialismus ginge, dann müßte er sich ja eigentlich freuen über diesen Wahlausgang, wobei ihm selbstverständlich freisteht, die Verwirklichung des Sozialismus von christlicher Seite her zu bezweifeln: als Marxist kann er schließlich nicht aus seiner Haut fahren. Aber darum geht es ihm ja gar nicht Trotz der Not, in der wir uns alle befinden, trotz Demokratie wird im alten Fahrwasser vor 1933 gesegelt, es wird gehetzt, der Gegner verdächtigt und kein guter Fetzen mehr an ihm gelassen. Wir stellen dies lediglich fest und halten es deshalb auch gar nicht für nötig, auf diese Redensarten einzugehen, von den unter christlichem Mantel getarnten Kapitalisten und Reaktionären usw. Wir reichen jedem die Hand, der mit uns am Aufbau an einer wahrhaft sozialen Demokratie arbeitet, wir setzen uns mit jedem auseinander, der auf einer geistigen Basis diese Aussprache Sucht. Wer aber hinter „Stacheldraht“ auf uns Dreck spritzt, hat sich damit selbst genügend gekennzeichnet und leistet weder für Demokratie noch Sozialismus etwas. Wir glauben heute andere Aufgaben zu haben. — st. * Bäuerliche höhere Schule In Frankreich, dem Land zeitgemäßer Experimente, ist von kirchlicher Seite auch der Versuch gemacht worden, eine höhere Schule speziell für den Landmann zu schaffen. Das College Saint-Paul in Marners, Departement Sarthe. verwirklicht diese Idee seit vier Jahren. Die Leitung dieser Schule liegt in den Händen ihres Schöpfers, des Kanonikus Leboisne, der über sein Werk kürzlich in den „Cahiers du clergä rural“ berichtet hat Diese „Schule, des Bauern“ (College du paysan) umfaßt sechs Klassen. Sie gibt eine vollständige Mittelschulbildung, vom bäuerlichen Leben -aus aufgebaut. Die drei wesentlichen Elemente, die sich hier zu einer bäuerlichen Bildung zusammenschließen sollen, sind: 1. handwerklicher und beruflicher Unterricht, sowohl theoretisch wie praktisch unter der Leitung eines landwirtschaftlichen Ingenieurs; 2. „bäuerlich-humanistische“ Studien, d. h. die normale Bildung einer Mittelschule mit besonderer Nähe zur bäuerlichen Wirklichkeit; 3. „bäuerliche Religion“, d. h eine religiöse Unterweisung, die die Punkte des Eingehens der christlichen Lehre in das bäuerliche Leben unterstreicht und im Bauern das Bewußtsein weckt, daß er ein „Mitarbeiter Gottes“ ist. Der Lehrgang schließt je zwei Studienjahre zu einem Zyklus zusammen. Die ersten beiden Jahre führen zu einem Zeugnis über bäuerliche Bildung und Erziehung, die beiden folgenden zu einem höheren Diplom über bäuerliche Kultur und Erziehung Der dritte Zyklus schließt mit einem Zeugnis bäuerlicher Reife ab, M. Leboisne muß allerdings zugeben, daß die bäuerlichen Familien noch nicht die volle Bedeutung dieser Ausbildung erfaßt haben und ihre Kinder häufig nach den beiden ersten Jahren nach Hause holen, um sie in ihrem bäuerlichen Betrieb Weiterarbeiten zu lassen. Seite 4 SfldwestdentscbeVolksseltung Samstag. 16. November 1946 > Nr. 19 Die Brücke im Sturm Von Hermann Ulbrich-Hannibai TBS war eigenartig mit dem Schwiegersohn des englischen Brückenbauers, der Uber den Firth of Tay die größte Brücke der Welt erbauen wollte. Nun, wo dieses Werk technischer Gigantik allmählich der Vollendung entgegenging, war wirklich kein Grund mehr zur Niedergeschlagenheit vorhandöl. Und doch wollte er über das unter seiner Mitarbeit den gurgelnden Fluten des weiten Meerbusens entsteigende Werk technischer Höchstleistung nicht recht froh werden. Er mußte zu oft darüber nachdenken, ob dieser in fast schwindelnder Höhe über das Meer führende Schienenweg auch den Stürmen trotzen würde, die gar zu gern an der schottischen Nordseeküste ihre Gewalt erproben. Aber wo er auch in den fachmännischen Kreisen herumfragte oder in wissenschaftlichen tyerken blätterte, nirgends konnte er etwas Bestimmtes über den Winddruck gegen große, komplizierte Flächen und' im besonderen gegen Gitterbalken finden, nirgends eine Formel darüber entdecken. Und dennoch konnte er nicht umhin, seinen Schwiegervater von seiner Besorgnis zu unterrichten. Der alte englische Brückenbauer, der sein technisches Schaffen schon in verschiedenen Gegenden der Erde erprobt hatte, lachte. Hatte er nicht siebenundzwanzig Jahre lang für dieses Brückenprojekt gekämpft, hatte er nicht, weil keine Eisenbahn Verwaltung den Brückenbau übernehmen wollte, selber die Gründung einer Gesellschaft eingeleitet, hatte er nicht in zehnjähriger Arbeit die parlamentarischen Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt und immer, wenn das Parlament seine Zustimmung verweigerte, den Kampf für die Brücke mit neuem Mut aufgenommen? Und war es ihm nicht endlich doch noch gelungen, nachdem er die Brückenpläne zum drittenmal neu bearbeitet und den Platz, auf dem sie gebaut werden sollten, mehrmals gewechselt hatte, die Welt davon zu überzeugen, daß die Etsenbahn nicht an einer Meeresbucht Stillstehen, sondern sich ihren Weg über das Wasser bahnen müsse? Und nun sollte er etwas auf den Einwand seines Schwiegersohnes geben? Darüber konnte er sich nicht aufregen, darüber mußte er lachen. „Was bis heute niemand weiß“, antwortete er, „brauchen wir auch nicht zu wissen, mein Junge. Die Welt fällt nicht um, weil du sie nicht ln Formeln zu bringen weißt. Frage in Greenwich an. wenn es dir Spaß macht“ Aber für seinen Schwiegersohn war dieses Problem zu ernst, als daß er es außer acht lassen konnte Er fragte beim Königlichen Observatorium ln Greenwich an, aber er konnte auch von dort keine Auskunft erhalten. Ja, man honnte Ihm nicht einmal sagen, mit welcher Geschwindigkeit ein starker schottischer Sturm durch die Luft fährt. Bei ülen Erprobungen, an die man sich dort erinnern konnte, war der Meßapparat Im kritischen Augenblick zusammengebrochen, und ehe er wieder aufgestellt werden konnte, war der Sturm immer vorbei. Die Brücke ging weiter ihrer Vollendung entgegen. Damit wurde die Zuversicht des englischen Brückenbauers immer größer, aber auch die Unruhe seines Schwiegersohnes immer stärker. Zeitweilig, wenn er daran dachte, daß er den Luftdruck des Sturmes mit zwanzig Pfund auf den Quadratfuß berechnet hatte, bekam er seine Ruhe wieder; denn nach dieser Berechnung so nahm er an, müßten die Brückenpfeiler wie Felsen stehen. Als er dann jedoch hörte, daß die Staatsingenieure in Frankreich vierzig Pfund annehmen, und als ihm dann noch ein Bekannter aus Amerika schrieb, daß die amerikanischen Ingenieure die als nicht sehr vorsichtig bekannt sind, fünfzig Pfund rechnen, glaubte er, wieder die Nerven verlieren zu müssen. • Aber sein Schwiegervater wollte von seinen Besorgnissen nichts wissen. Er lachte immer nur. Und da er an die Brücke glaub ce und alle Arbeiter mit ihm, blieb auch dem Schwiegersohn nichts weiter übrig, als sich in dem Glauben an das Werk zu beruhigen, um so mehr, da es zu irgendwelchen Änderungen zu spät war. Am 22. September 1877 wurde die letzte Schiene auf die Brückenschwellen genagelt. Nun stand nach siebenjähriger harter Arbeit die große, über drei Kilometer lange Brücke fertig da. Dreihundertzwanzigtausend Pfund Sterling hatte ihre Erbauung gekostet, die Hälfte mehr, als zwölf Jahre vorher veranschlagt worden war. Gleich nachdem die letzte Schiene festgemacht worden war, donnerte die erste Lokomotive über die gewaltige Brücke. Einige Wochen später fand die offizielle Prüfung statt, bei der sechs schwere Lokomotiven auf jeden Gitterbalken gestellt wurden Und nach weiteren drei Monaten wurde die Brücke feierlich eröffnet. Sie wurde während des W : nters aber nur für den Güterverkehr freigegeben, damit sich die Leute zu beiden Seiten der Bucht, die der Brücke nicht trauten, erst an die Eisenbahnfahrt in schwindelnder Höhe über die Meeresbucht gewöhnen sollten. Ein Monat verging nach dem andern, ein Sommer folgte dem andern. Die Brücke hatte Er war einer von den heimlichen Künstlern, die alles in sich tragen. Viele dieser Art laufen in der Welt umher. Ihre Seelen rauschen durch himmlische Auen; aber die Wirklichkeit findet sie schwach zu Höherem, klein. In jungen Jahren hatte er davon geträumt, ein großer Schauspieler zu werden. Doch — fehlte ihm die Begabung? Oder der Mut, sich ins Licht zu stellen? Oder die Stärke für den Lebenskampf? Nach kurzem Tasten versank er im Nichts. Von der Bühne konnte er nicht lassen. So wurde er Statist Selten besaß ein Mensch größere Kunstbegeisterung als er. Das Dichterwort entzündete Ihn stets aufs neue. Seine Seele sang mit den Worten der Großen. Mit leidenschaftlicher Hingabe tat er seine unbedeutenden Verrichtungen. Keine Probe *war ihm zu lang; keine Mühe zuviel. Sein Beruf war ihm heilig. Nie wich aber die Sehnsucht aus ihm: einmal im Mittelpunkt zu stehen! Hauptperson auf der Bühne zu sein! Die Kämpfe der Helden selbst zu erleben und ihre Worte hinauszurufen! Wie würden sie erklingen — aufwühlend, hinreißend, immer neue Begeisterung entfachend, wenn er sie sprach! Die meisten großen Männerrollen kannte er auswendig Während der andere redete, sprach er sie innerlich mit. Wenn ein Schauspieler unsicher wurde und ängstlich zum Souffleurkasten schaute, lächelte er in mitleidiger Überlegenheit. Ihm würde solches nicht widerfahren; er kannte seine Rollen ... Die Jahre gingen dahin Das Alter nahte. Er führte ein stilles, versonnenes Dasein. Erst wenn abends der Vorhang sich hob, lebte er auf. Die Künstler wechselten. Neue Statisten kamen und gingen. Er blieb. Waren auch seine Beine schon matt, seine Gestalt gebeugt, man gewissermaßen schon lange ihre Verkehrssicherheit bewiesen. Da gingen dem Schwiegersohn des Brückenbauers wieder Gedanken über die Gewalt des Sturmes durch den Kopf. Er wurde von der alten Unruhe befallen, and wieder unterrichtete er seinen Schwiegervater von seinen Befürchtungen. Der alte englische Brückenbauer lachte wie immer. Sahen ihn in seinem Kontor nicht die BUder dieser gewaltigen Brücke von allen Wänden nerab, an? Stand die Brücke, die er in herrlichen Wiedergaben in seinem Kontor täglich vor Augen sah. jetzt nicht schon über zwei Jahre in den Wassern des Firth of Tay? Und hatte sie ihre Probe nicht glänzend bestanden? „Wind, Wind“, beruhigte er seinen Schwiegersohn. „Was sechs schwere Lokomotiven freischwebend trägt, wirft kein Wind um.“ Aber es war dem Schwiegersohn immer, als brause der Sturm in seinen Ohren. Er konnte sich nicht von der Brücke trennen, obwohl er nichts mehr mit ihr zu tun hatte. Einer seiner Freunde suchte ihn an einem Dezembertage dort im „Goldenen Brückenkopf“ auf. um ihn auf Wunsch seiner Frau zu einer großen ausspannenden Reise zu bewegen. Es war ein stürmischer Dezemberabend, an dem sie beide auf der kleinen Eisenbahnstation in dem Wartesaal saßen und von den großen Reisemöglichkeiten sprachen. An den Wänden hingen die beiden Bibelsprüche: „Der Tod ist der Sünde Sold“ und „Bedenke, o Mensch, daß du dahin mußt.“. Sie sahen die Sprüche nicht und dachten nur an ferne Länder. Der Schwiegersohn des Brückenbauers wollte sich dem Bitten seines Freundes fügen. Aber zuvor mußte er noch zu einer Sitzung in den Norden Schottlands fahren. Eigentlich hätte er schon unterwegs sein müsließ ihm, dessen schlichtes, heiteres Wesen ihm viele Freunde geschaffen hatte, seine ärmliche Stellung. In seinem fünfundsiebzigsten Jahre erkrankte er schwer Eine alte Frau, die Im gleichen Hause wohnte, pflegte den Weib- und Kinderlosen. Fieberphantasien jagten durch seinen Geist. Er sah sich auf der Bühne, aber er war mehr der unbedeutende Statist Als großen Künstler, der er, den Menschen unbewußt, bisher schon immer gewesen war, erkannten sie ihn jetzt. Mit Schiller* berauschenden Worten, in Goethes tiefklingender Sprache redete er zu ihnen. Immer neue Welten erstanden durch ihn; er hielt ihr Gefüge zusammen. Er lebte und litt, kämpfte und siegte. Erschüttert blickten die Zuschauer zu ihm auf; sie lachten und weinten und jubelten ihm zu. ... „ Der Arzt sagte zu der Frau, die ihn betreute: „Man merkt, daß er lange bei der Bühne war; was er im Fieber spricht, stammt aus Theaterstücken!“ Als der Kranke nach Wochen genesen war, sah er im Spiegel daß seine tyaare schneeweiß geworden waren. Mit einem Lächeln wehmutsvoller Ergebenheit betrachtete er sein Bild. Nun war er alt Langsam schloß er die Augen. Da kamen sie wieder, die Erinnerungen an seine Fieberträume, und wie in weiter Feme hörte er beseligt eine Stimme erschallen. Er betrat nicht mehr die Bühne. Meist saß er daheim in seiner engen Stube. Stundenlang träumte er. Und was einst fieberhafte Gebilde gewesen waren, wurde in diesem Träumen ihm mehr und mehr zur Wirklichkeit. Sonnige Heiterkeit erfüllte Ihn, als habe er des Lebens Rätsel gelöst. Mit frohem Lächeln auf den Lippen schlief er eines Tages ein, um nicht mehr zu erwachen. Dem Genius f'on Helmut Schulz Zum Leiden bist du geboren, zum Künder des Schönen bestellt. Im Lodern der Flamme erkoren, trägst du die Glut in die Welt. Dein Herz schenkt im Verbrennen das Glück dieser sehnenden Zelt, und keiner vermag je zu nennen das Maß deiner Einsamkeit. Doch einmal, im Schrei des: Vollende! Erstirbt in Verzweiflilng die Ruh. Dann, über der stürmenden Wende, steht Gott — und lächelt dir zu. sen, aber der von Newcastle kommende Zug hatte infolge großen Sturmes Verspätung. Als er in den abfahrenden Zug stieg, dachte er nicht mehr an den Luftdruck des Windes Er war völlig aufgeheitert, öffnete, während sich der Zug in Bewegung setzte, das Fenster und rief seinem Freunde zu: „Wir sehen uns noch in London. Du besorgst die Billette.“ Dann verschwand der Zug mit ihm in der winterlichen Finsternis auf der Brücke über den Firth of Tay. Zwei Stunden, nachdem der diesseitige Brücken wärter den von seinem Sohne geführten Zug hatte vorbetfahren sehen, schickte er seinen Enkel in Nacht cjnd Wind zu dem Stationsvorstand, weü der Brückenwärter vom jenseitigen Ufer ihm auf seine telegraphischen Anrufe keine Antwort gab. Was mochte geschehen sein? Der Leitungsdraht konnte nicht gerissen sein, weil er in die Brückenbalken eingelassen war. Sollte die Brücke — eingestürzt sein? Der Stationsvorsteher machte sich mit dem zurückgebliebenen Freund des Brückeningenieurs auf den Weg nach dem diesseitigen Wärterhaus und weiter nach dem jenseitigen hinüber. Aber plötzlich kamen sie nicht weiter. Sie sahen im Mondenschein die Brücke scharf abgeschnitten und erst ln weiter Ferne wieder das vom Nordufer der Bucht kommende Brückenende. Dazwischen war fast einen Kilometer lang eine leere Strecke, die durch weiße Punkte auf der Wasserfläche bezeichnet wurde. Es war die Brandung, die an der in die Tiefe gesunkenen Brückenstrecke wild aufschäumte. Der Zug war mit ln das Meer gerissen worden. Mit dem Tode mußte der Brückeningenieur die Kenntnis von der Gewalt der Sturmesmacht bezahlen. Der alte englische Brückenbauer nahm in seinem Kontor die Bilder der Brücke von den Wänden und hängte statt ihrer das Bild seix.es Schwiegersohnes auf. Zum Abschluß der Karlsruher Bruckner- Festwoche 1946 wurde die Neugründung des Karlsruher Bruckner-Bundes vorbereitet. Die Veranstaltungen der Bruckner-Woche selbst wurden von allen Kreisen der Bevölkerung stark besucht. In der Eröffnungsfeier sprach der bekannte Historiker Bundesdirektor Prot Dr. Schnabel, während die Gedächtnisrede zum 50. Todestag vom Bruckner-Biographen Prof. Grüninger gehalten wurde In einer Re'he von Konzerten wurden die IV., VIII. und IX. Sinfonie, das Te Deum und die f-moll-M»^e sowie geistliche und weltliche Chormusik aufgeführt. Der bekannte Bildhauer Georg Kolbe hat jetzt mit den Gußvorbereitungen zu seinem Beethovendenkmal begonnen, dessen Modell er bereits 19^7 geschaffen hatte. Kolbe hofft das Denkmal zum 120. Todestage Beethovens am 26. 3 nächsten Jahres zu vollenden. Späte Erfüllung Von Hermann Weick Lilofee Ehe das Spiel beginnt, tritt Herr Smolk von Brake vor den Vorhang. Er ist zur einen Hälfte ein mythisches Wesen wie der „wilde Wassermann“ in der Liedballade — sein Element ist das Wasser, die Untiefe, das Formlose — zur anderen eine balladeske Gestalt, deren Element die Musik ist; er trägt als zeitlose Erscheinung Biedermeierkleidung, hat aber trotz alledem keinen historischen, sondern einen zeitgemäßen Charakter. Wenn er zu den „Damen und Herren“ spricht, so philosophiert er in durchaus modernem Sinne. Selbst „Spuk, Ausgeburt. Traum“, der sich unter die Menschen von Fleisch und Blut mischt, erblickt er in der „eigentlichen Natur“ der Menschen, die voller Angst vor dem Geheimnisvoll-Dämonischen und ohne Hoffnung sind, nichts als „Spuk, Ausgeburt und Gespenst“. Der Mensch ist hier ein nichtiges Etwas, das au* dem Dunkeln kommt und dorthin wieder eingeht, wie es am Beispiel des dumpfen, unfreien Schicksals Lilofees dargestellt wird. Der dazwischen hegende Weg des Menschen befindet sich im trüben Zwielicht und ist nie ganz wirklich und ebensowenig ganz unwirklich. (Aus diesem Grunde ließ wohl der Bühnenbildner (Friedhelm Strenger) die ganze Bildfolge hindurch, aber nicht immer mit ersichtlichen Gründern. den Netzschleier vor der Bühne.) Das ist der Raum, in dem das Spie] um Lilofee gespielt wird und in dem der Mensch nie zum Bewußtsein seiner selbst zu kommen vermag. Ist da der Vorspruch Smolks nicht ein Kommentar des Spiels, dessen illusionsloses Motto „In Wirklichkeit gibt es das alles nicht“ heißt? Solche dumpfe, verhangene Lebensatmosphäre entspricht bis zu einem gewissen Grade durchaus dem Wesen der Ballade Aber sie ist im dramatischen Sinne zu wenig ergiebig, weil hier die Freiheit der Person aufgehoben ist. Da sie vor allem aus der resignierenden Einsicht in die menschlichen Daseinsverhältnisse herrührt wird auch die Form der Ballade durch den philosophisch räsonierenden Smolk aufgelöst Hausmann hat der dramatischen Ballade darum den zweiten, sehr gacnlichen Titel „Ein Stück von Liebe“ hinzugefügt und so eine Folge von teils balladesken und teils realistischen Szenen zustande gebracht Über diese Bildfolge ist eine müde Resignation gebreitet, die von der Spielleitung (Ewald Allner) breit und bisweilen zu schleppend angelegt wurde, selbst dann, wenn sie das Dasein des Menschen im Verhängnis besonders herausarbeiten wollte. Gewiß gehört zu dieser dumpf verhangenen Welt ein maßvolles Verharren in der Bewegung, doch muß auch darin die Zucht und Absicht des Spielleiters spürbar werden. Wenn auch die Welt Smolks und Lilofees mit der vital-eroti- seben Rosas kontrastieren muß, so kann sie doch nicht so auseinanderklaffen, daß der Stil der Auffühi ung zu kurz kommt. Es ist ein kleines Kunststück, die Lilofee in Szene zu setzen (eben weil Smolk in seinem Vorspruch die Illusionen wegnimmt), man wird sich aber solcher gestaltenden Arbeit unterziehen müssen, selbst wenn ein nicht genügend ausgeglichenes Ensemble zur Verfügung steht Ohne die derbe Seemanns*zene, die heiteres Vergnügen auslöste, wärt der Beifall zweifellos nicht so reichlich gewesen. Smolk von Brake (Wolfgang Stumpf) begann im Vorspruch mit breit angelegtem, altertümeln- dem Spiel in Gebärde und Sprache, das er ln den folgenden Szenen noch verlangsamte Er spielte überlegen, mit dem Bewußtsein dessen, der das Spiel um Lilofee in den Händen hält und dem nichts entgehen kann. Wenn er mit breitem, froschähnlichero Mund sein mahlendes, überlegenes oder überlegendes „hm“ sprach, gewann man den Eindruck, daß er im Grunde ein Unhold und Unwesen sei. Lilofee (Dita Roesler a. G.), die ihm von Natui aus schon verfallen ist betonte mehr das Jungmädcnenhafte und unvollkommen Lyrische und weniger den balladesken Charakter dieser schwer zu fassenden Gestalt, die in der sonst realen Welt Verse sprechen muß. Es gibt noch eine Möglichkeit, der Rolle das ihr innewohnende, treibende Melos zu geben, das das schicksalhaft zwangsläufige Ver- fallensein an Smolk noch stärker herausstellen würde, wie es in den Sätzen „Ich habe Angst vor der Welt“ und „Ich möchte hinunter ins Dunkle“ gesagt ist Mutter Klindwoort (Käthe Gothe) überzeugte, vor allem in den Szenen, da sie Lilofee in der Johannisnacht erwartete und wieder verabschiedete. Fridolin, der sich um Lilofee bewirbt (C. E. Dietrich) bot, besonders in der nächtlichen Szene mit Lilofee, eine gelungene Studie, während er in den Szenen an Bord, wie angenagelt am Mastbaum stehend, zu wenig Anteilnahme an seinem Geschick zeigte. Eine merkwürdige Leistung vollbrachte Hanni Schneider-Wenzel als frisch-lebendige Rosa Schnackenberg, wie dieses lebensdurstige Mädchen um den Liebhaber warb, zu derb, den Rahmen der Kunst sprengend, überraschte durch das äußerst realistische Spiel. Köstliche Typen waren die Seeleute Schnaara (Philipp Orlemann) und Kulle (Hermann Wilhelm Frye). Wenn Orlemann sein „Garn spulte“ oder Frye mit unablässigem sachverständigem Eifer seine Wäsche säuberte, gab es nur ein Schmunzeln bei den Zuschauern. Die beiden hatten einen guten Anteil an dem Beifall, der gespendet wurde Fraglich bleibt am Schiuwe aber, ob sich die Freiburger Bühne mit einem so unergiebigen Stoff versuchen soll. Dr. Theo Ueberdick. Zwei Scheiben Brot Eine Scheibe Brot Von mehr ist nicht die Rede. Von einer Scheibe Butterbrot die auf einem Teller lag und übrig blieb. Die andere Scheibe bedeckt und verdeckt unter einem guten Maß hausgemachter Marmelade, alter Bestand, hieß es in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg, hatte der Gast verzehrt Bei seinem Eintreffen hatte die liebenswürdige Familie in dieser Zeit (ob der Leser des Jahres 1956 noch nachfühlen kann, was wir heute darunter verstehen) vor den Gast ein Tablett gestellt mit einer Tasse wärmenden Kaffees und zwei Scheiben Brot So empfingen sie den Geschäftsfreund — sagen wir ruhig, wer er ist. Neuerdings hört man allerdings nur von freunden. Bekannten. Nachbarn und irgend lemand mit dem man zu tun hat, reden Niemand erwähnt mehr den guten und verläßlichen Geschäftsfreund Ist uns der Sinn für eine gediegene Verbindung von Geschäft und Freundschaft abhanden gekommen, so daß wir ihn nun missen, den Geschäftsfreund? Was können wir gediegen nennen, das ist leider wahr... Dieser Freund wurde bewirtet und man Meß ihm Zeit, das üim herzlich Zugedachte zu verzehren. ' Das muß bemerkt werden: dies ist kein Ge- schichtchen von Appetit. Hunger. Esser, und Gelüsten — es wird auch nicht auf jene Geschäfte eingegangen, die der kaufmännischen Verwaltung von Kunstwerten galten. Jene zweite Scheibe Brot hatte der Geschäftsfreund beharrlich abgelehnt — es bleibe unentschieden. ob er noch vom Morgen gesättigt uvar oder * b es ihm ungerecht dünkte soviel Freundlichkeit auszunützen Er dankte und es wurde auch kein weiteres unnützes Wort darüber mehr verloren. Man besprach die geplanten Angelegenheiten, rechnete, verglich und plauderte zwischendurch. Der Geschäftsfreund fuhr alsbald wieder in seinen Wohnort zurück und hätte alsbald die Scheibe Brot vergessen — wenn sie ihm nicht, sorgsam eingepackt, zwischen seinen Papieren wieder beim öffnen der Ledertasche in die Hände geraten wäre. Da hielt er nun das Päckchen. das eine Gabe geworden war ' bewegt in den Händen. Was hatte man ihm heimlich and unbemerkt noch zugesteckt? Eine Scheibe Brot. Aber noch dazu eine Substanz an Feingefühl, Wohlwollen und Fürsorge. Ohne viel Worte zu machen — oder auch nur eines darüber zu verlieren. Davon läßt sich zehren, heute und auch noch später, wird selbst der geneigte Leser im Jahre 1956 noch zugeben. Dem man beides wünschen darf: das tägliche Brot auf seinem Tische und Menschlichkeit in seinem Hause. FHR Samstag, 16. November 1946 / Nr. 19 SfldwtatdeatsebeVoIksseltoBf Seite S Blick über Freiburg und Breisgau Kreise Freiburg und Emmendingen Freiburger Nachrichten Brotrationen im November Die Brotration mußte in der zweiten Hälfte des Monat« November 1946 in der französischen Zone heruntergesetzt werden. Für die Zeit vom 16. bis 30. November 1940 werden folgende Abschnitte aufgerufen: Kinder bis zu drei Jahren erhalten auf die Abschnitte 4 = 500 Gramm, auf 5—125 Gramm und auf 6 — 500 Gramm Brot. Für Kinder von drei bis sechs Jahren gibt es auf die Abschnitte 4 — 1000 Gramm, 5 = 250 Gramm und 6 = 1000 Gramm. Auf die Jugendkarte 1 (sechs bis zehn Jahre) werden auf 4 = 1000 Gramm, 5 — 875 Gramm und 6 = 1125 Gramm zugeteilt Die Jugendkarte 2 (zehn bis achtzehn Jahre) sieht auf Abschnitt 4 = 1250 Gramm, 5 = 450 Gramm und 6 = 1300 Gramm vor. Normalverbraucher erhalten auf Abschnitt 4 = 1000 Gramm, 5 = 750 Gramm und 6 — 1250 Gramm. Die Schwerarbeiterkarten werden wie folgt beliefert: Gruppe I: auf die Abschnitte 2 und 4 insgesamt 750 Gramm; Gruppe II: auf die Abschnitte 26, 49 und 50 insgesamt 1900 Gramm; Gruppe III: auf die Abschnitte 26. 49, 50 und 51 insgesamt 3375 Gramm Gruppe IV: auf die Abschnitte 26. 49 und 50 insgesamt 3750 Gramm. Werdende und stillende Mütter erhalten auf die Abschnitte 751 und 752 zusammen 750 Gramm Brot und Vollselbstversorger auf die Abschnitte 846 bis 850 je 1000 Gramm. Einkellerungs-Kartofleln. Durch Einsatz von allen geeigneten Kraftfahrzeugen werden von Freitag an größere Mengen Einkellerungskartoffeln angeliefert werden. Die Ausgabe muß jeweils noch abends geschehen, damit die Fahrzeuge am Indern Morgen gleich wieder fahren können. Die Bevölkerung wird gebeten, die Abholung auith abends vorzunehmen; ln den betreffenden Geschäften wird das Eintreffen morgens durch Anschlag bekanntgegeben werden. Zucker. Für den Monat November ist eine Ausgabe von Zucker an sämtliche Verbraucher vorgesehen. Wo bleiben die Kindernährmittel? Die Hälfte des Monats November ist vorüber, ohne daß bisher auch nur ein Gramm Nährmittel für Kleinstkinder aufgerufen worden ist. Auf den Abschnitt 6 der Karte KI, auf den es bisher Nährmittel gab, sollen jetzt 500 Gramm Brot ausgegeben werden, wie aus der Bekanntmachung des Ernährungsamtes hervorgeht. Bedeutet dies, daß die Kleinkinder in diesem Monat überhaupt keine Nährmittel bekommen sollen? Für den Fall sollte die zuständige Er- nährungsstelle den Müttern der Kleinstkinder doch mindestens verraten, wie sie die Kinder am Leben erhalten können! Tagnng des Bundes katholischer Jugend Der Kulturkreis des Bundes katholischer Jugend führt am Samstag und Sonntag (16. und 17. 11.) in geschlossenem Rahmen eine Tagung durch, die unter dem Gesichtspunkt der Sozialen Frage steht. Dr. Getzeny, Stuttgart, wird über folgende Themen referieren: Die Grundlagen der christlichen Soziallehre; Das Eigentum im sozialen Denken der Kirche: Kapital und Arbeit, Arbeit und Lohn in der Auffassung der Kirche: Die Neuordnung der Gesellschaft nach Papst Pius XI. Unter den Beteiligten sollen vor allem Handwerker und führende Kräfte der katholischen Jugend vertreten sein. Im Mittelpunkt der Tagung steht eine Gemeinschaftsmesse. Weiter sind im Programm Singkreise und Freizeit zur Aussprache vorgesehen. Professor Gurlitt wieder im Amt Der durch seine Forschungen zur Musikgeschichte des späteren Mittelalters und der Barockzeit weit über Deutschlands Grenzen bekannte Musikhistoriker Professor Dr. Wili- bald Gurlitt, 1937 aus seinem Lehramt an der Universität Freiburg i. Br. entlassen, wurde im Zuge der Wiedergutmachung zum planmäßigen ordentlichen Professor und zum Direktor des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Freiburg 1 Br ernannt Damit ist es ihm dem Begründer des Freiburger Musikwissenschaftlichen Seminars, ermöglicht, seine im Oktober 1919 begonnene Lehrtätigkeit — er hat einen großen internationalen Schülerkreis um sich geschart — erfolgreich weiterzuführen. Außerdem wirkt er seit der Eröffnung der Freiburger Hochschule für Musik als deren stellvertretender Direktor. Soeben hat Professor Gurlitt eine ehrenvolle Einladung der Universität Bern erhalten, das Ordinariat für Musikwissenschaft. das durch den Tod von Ernst Kurth frei geworden ist, im Wintersemester 1946/47 mit regelmäßigen Gastvorlesungen zu vertreten. Al-Fresko-Zeichnongen in St. Martin Die Katastrophe dieses Krieges hat viele wertvolle Kulturbauten zerstört St Martin gehört zu diesen Bauten da es neben dem Münster die älteste Kirche der Stadt ist, mit deren Bau bereits am Ende des 13 Jahrhunderts begonnen wurde. Sia ist in ihrer strengen Anlage und bescheidenen äußeren Gestaltung ein charakteristisches Beispiel einer Bettel ordenskirche. Während das Längsschiff nur noch in den Außenmauern erhalt enist blieb der älteste Teil der Kirche, der Chor mit seinen Kreuzkrippengewölben bisher noch vom Einsturz verschont Er enthält auf dem Gewölbe und an den Wänden Gemälde des Malers Fritz Geig es, einen vollständigen Bilderzyklus neugotischer Kunst Leider haben die Malereien durch das durch die Gewölbe dringende Wasser schon sehr gelitten. Den Witterungseinflüssen eines weiteren Winters hätte das Gewölbe nicht mehr standgehalten. Um es vor der vollkommenen Zerstörung zu bewahren, wurde es jetzt mit einem Schindeldach versehen. Im Langhaus sind die schlanken Rundpfeiler, die die Seitenwände des Mittelschiffes trugen, eingestürzt. Der Putz an den Wänden ist abgeplatzt und hat dabei wertvolle mittelalterliche Wandmalereien zum Vorschein kommen lassen, die wohl aus der Zeit des ausgehenden 14. bis Anfang des 15. Jahrhunderts stammen. Es sind großflächige Malereien, die die Zeichnung al fresko in den Umrissen gut erkennen lassen. Es handelt sich dabei um überlebensgroße Apostel- figuren. Über die Funde werden zur Zeit Untersuchungen angestellt. Freiburger Sänger im Rundfunk Am kommenden Sonntag bringt der Freiburger Männergesangverein von 12 bis 13 Uhr im Südwestfunk eine Liedfolge zum Vortrag. Litauische Malerei und Graphik Mit einer Sonderausstellung im Augustinermuseum treten zum ersten Male zwei litauische Künstler vor die Öffentlichkeit Freiburgs, Professor Adamas Galdikas, der Maler, dei für seine Werke den Grand Prix auf der Pariser Weltausstellung erhalten hat, und Professor V. K. Jonynas, der Graphiker, dem die französische Regierung für seine künstlerische und organisatorische Tätigkeit den Titel eines Offiziers der Ehrenlegion verliehen hat. Wir werden über die Ausstellung, die am Dienstag eröffnet wurde, noch berichten. Eine Pariser Vartetetrnppe in Freibarg Am 20. November gastiert in Freiburg eine Pariser Variete truppe Das Programm dieser Truppe präsentiert sich mit erstklassig ausgewählten Nummern: Geo Standers, Equilibrist auf dem Glas und das Trio Comique Acrobati- que Rascos. die im „Cirque d hiver“ Triumphe feiern. Ebenso ist das übrige Ensemble von Qualität, wie Henry Neuvy, der sich mit einer burlesken Nummer ganz großer Klasse beim Publikum einen Namen gemacht hat. Die Vorstellung findet um 21 Uhr tm Casino statt. Romain Rolland und Deutschland Im Rahmen der Vorträge des Institut Fran- $ais spricht am 19. November 1946 im Friedrichsbau Professor Dr. Angelloz von der Universität Caen über ..Romain Rolland und Deutschland“. Professor Angelloz ist Sekretär der Sociöte des Etudes Germanlques, und in Freiburg schon durch seinen bemerkenswerten Vortrag „Rilke, ein Europäer“ bekannt geworden. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr. Ungenügende Straßenbeleuchtung Vom Bahnhof nordwärts die Bismarckstraße entlang bis einschließlich ihrer Kreuzung mit der Tennenbacher Straße, weder zu einer der drei Unterführungen noch an dieser Kreuzung ist ein Licht. Früh im Dunkel und noch spät in der Nacht müssen viele Menschen, zumal Arbeiter, zu oder von den Zügen, diese Strecken und Durchgänge benützen. Ließe sich bei gutem Willen die Verdunkelung nicht zum Teil aufheben? Fr. Vor geschlossenen Läden Begreiflich, daß die meisten Geschäfte die meiste Zeit geschlossen halten. Doch Zeitverlust für Interessenten aus der Stadt und noch mehr vom Land, daß überall zu verschiedenen Zeiten offen oder geschlossen Ist — und ärgerlich, wenn die Zeiten gar nicht angegeben oder nur bei geöffnetem Geschäft zu lesen sind. Jedes Geschäft sollte sich diese Aufmerksamkeit und Rücksicht angelegen sein lassen. E. Bewerber-Prüfungen der Reichsbank Auf Grund der durch Presse und Rundfunk erfolgten Ankündigung, daß die Re'chsbank in der französischen Zone als erste Behörde wieder Beamtenanwärter einstellt, haben sich zahlreiche Bewerber gemeldet. Die Aufnahmeprüfung findet am 27. November d. J. für den Südsektor bei der Reichsbankstelle in Frei- b u r g statt. Die schriftlichen Prüfungsarbeiten bestehen in der Anfertigung eines Aufsatzes (3 Stunden), buchhalterischen Aufgaben (2 Stunden) und Schnellrechnen 0/i Stunde). In der mündlichen Prüfung werden wirtschaftliche und juristische Fragen behandelt. Schwächere Leistungen in einem Fach können durch gute in den anderen Fächern ausgeglichen werden. Fahrtkosten werden den Kandidaten erstattet, auch wird für die Dauer des erforderlichen Aufenthaltes am Prüfungsort Tage- und Übernachtungsgeld gewährt. Ein Fünftel der neu zu besetzenden Stellen ist Schwerkriegsbeschädigten Vorbehalten, soweit sie sich an dem Wettbewerb erfolgreich beteiligen. Aus den Kreisgebiefen Waldklrch. Am Dienstag, dem 19. November, abends 7*/* Uhr, findet im Gasthaus zum Löwen (Nebenzimmer) eine Mitgliederversammlung statt, wozu auch Nichtmitglieder als Gäste eingeladen werden. Tagesordnung: Vortrag über Herz- und Gefäßkrankheiten, mit Fragen und Antworten. Waldkirch. Am vergangenen Montag starb nach längerer Krankheit der 72 Jahre alte Karl Dold aus Batzenhäusle. Er gehörte lange Zeit der dortigen Textilfabrik an. — Am Sonntag (17. November) feiert die älteste Einwohnerin in der Nachbar gemeinde Gutach, Fräulein Minna Schöninger, die Schwägerin des verstorbenen Herrn Kommerzienrats Alexander Gütermann, ihren 90. Geburtstag. Waldkirch. Allmählich tritt der Winter seine Herrschaft aa Der Schnee zeigt sich seit einiger Zeit auf den Höhen und rückt merklich weiter in die Täler herab. Mit einigem Schrecken sehen viele Menschen angesichts des bescheidenen Holzvorrates den kommenden Monaten entgegen. Auch die Kartoffelversorgung liegt im Elztale noch sehr im argen; die große Mehrzahl der Familien in Stadt und Land ist noch ohne Winterkartoffeln. Auch jene wenigen Glücklichen, die einen kleinen Vorrat besitzen, wissen genau, daß es im Januar oder Februar damit zu Ende geht. Was dann? — Die Milchversorgung ist zur Zeit erträglich; auf diesem Gebiete ist die nächste Zukunft gesichert, die Anlieferungen von Frischmilch sind gut und werden sich jetzt, nachdem das Milchvieh weniger zum Ziehen verwendet wird, vielleicht noch etwas bessern. Wenigstens ein Lichtblick im Dunkel der Zeit. Hartheim (Brsg.). Am vergangenen Freitag starb im Mutterhaus Gengenbach Schwester Johanna geborene Rosa Ritzenthaler im 26. Jahre ihrer Profeß und im 49. Lebensjahr. — Wiederholt wurden an Sonntagen Treibjagden gegen Wildschweine abgehalten, die wenig Erfolg hatten. Am vergangenen Sonntag bestand die Jagdbeute nur in einem kleineren Wildschwein und einem Fuchs. Aus dem Kreis Emmendingen Emmendingen. Unter dem Vorsitz des Landrats Freiherr von Glelchenstein, war am vergangenen Montag die Schlußsitzung der Kreisversammlung in dieser Sitzungsperiode. Der Geschäftsführer der Landkreisselbstverwaltung, Kreisoberinspektor Longerich sprach nach einleitenden Worten des Landrats über den organisatorischen Aufbau und die Aufgaben der Landkreisselbstverwaltung und leitete damit über zur Besprechung des Haushaltsplanes 1946, der in zwei Sitzungen des Kreisausschus- see vorgeprüft worden war und nach Durchsprache von der Kreisversammlung einstimmig verabschiedet wurde. Mit 3 675 400 Mark in Einnahmen und Ausgaben schließt der Haushaltsplan 1946 ab. Der Umlagebedarf beträgt 1 211 655 Mark und bleibt hinter dem des Jahres 1945 zurück. Wie im Vorjahr beträgt die Landkreisumlage 32 Prozent der Steuermeßbeträge. Es ist zu erwarten, daß durch zwangsläufige Einsparungen von Haushaltsmitteln der Umlagebedarf geringer sein wird und die Ersparnisse den Gemeinden auf die Landkreisumlage für 1947 angerechnet werdgen können. Das Kreisvermögen beträgt 1 559 000 Mark. Die durch Kriegsereignisse entstandenen Inventarverluste von etwa 250 000 Mark sind ln dieser Zahl nicht berücksichtigt. Schulden seien nicht vorhanden Mit der Durchsprache des Haushaltsplanes kamen zahlreiche Anträge und Beschlüsse So wurde darauf hingewiesen, daß sich Beamte und Angestellte als Diener des Volkes, der Allgemeinheit, höflich benehmen sollten Da es bei Zuweisung von Lehrkräften möglich wäre, die Landwirtschaftsschulen in Kenziiigen und Waldkirch sofort zu öffnen, sollen nach einer Entschließung der Kreisversammlung die Parteien beim zuständigen Ministerium vorstellig werden. Auf dem Gebiet der Fürsorge wurde einstimmig beschlossen, eine Entschließung aaszuarbeiten, in der beim zuständigen Ministerium eine gerechte Festsetzung der „Hilfsbedürftigkeit“ durch die Gemeinde gefordert wird; gegenwärtig ist jeder gezwungen seinen letzten Sparpfennig aufzubrauchen, ehe er Unterstützung erhält. Die Wiederherstellung der Brücke Weisweil—Ken- zingen und die Instandsetzung da - Straße Waldkirch-Emmendingen wurde als Vordringlich bezeichnet, ebenso die Errichtung einer Omnibuslinie Eltztal-Emmendingen. Obst und Gras an den kreiseigenen Straßen wird der Kreis im Benehmen mit den jeweiligen Gemeinden künftighin in eigene Regie nehmen. Zum stellvertretenden Vorsitzenden der Kreisversammlung wurde das Mitglied Gladitsch (BCSV), Emmendingen, einstimmig gewählt Auf Vorschlag des Kreisversammlungsausschusses wurden drei Spezialausschüsse gebildet: Finanz- und Wirtschaftsausschuß mit den Mitgliedern Faller, Gladitsch, Harbrecht, Rapp und Stelz: Landwirtschaftsausschuß mit den Mitgliedern Engler, Häßig und Reinbold; und ein Sozialausschuß mit den Mitgliedern Boch, Ehret, Gnirs, Kling, Scherer und Schwaab. Ein Appell an die Bauernschaft Emmendingen. In der Schlußsitzung der ICreisversammlung wurde auf Antrag der Sozialdemokratischen Fraktion einstimmig beschlossen. einen gemeinsamen Appell aller vier Parteien an die Bauernschaft des Landkreises Emmendingen zu richten. Darin heißt es: Die Kreisversammlung richtet an die Landwirte und Bauern unseres Landkreises die dringende Bitte, ihrer Ablieferungspflicht, soweit noch nicht geschehen, sofort nachzukommen und zwar nicht nur im Interesse der hungernden Bevölkerung, sondern auch der Landwirte selbst Ein Großteil der Bauern hat seine Abgabepflicht nach besten Kräften erfüllt; doch ein anderer Teit hat für Großschieber und Wucherer mehr übrig als für die hungernde Bevölkerung. Es kann nicht geduldet werden, daß der verantwortungsbewußt* Bauer durch den sabotierenden Bauern Schaden und Kontrollen erleiden muß. Daher möge dieser letzte Appell im Namen der Kreisversammlung die säumigen Bauern an ihre Micht und das Gebot der Menschlichkeit und Nächstenlieoe erinnern. Postverkehr mit JngoslaWien Die Postverwaltung der Volksrepublik von Jugoslawien hat den Postverkehr mit Deutschland eingestellt Von sofort an werden deshalb keine Postsendungen nach Jugoslawien mehr angenommen. Ausgenommen davon sind Sendungen an deutsche Kriegsgefangene in Lagern Jugoslawiens. Deutsche und französische Kammermusik In Michele Aneliir hörten wir eine noch ganz junge Virtuosin, in welcher das französische Kultur.eiben offensichtlich ein grelles geige-isches Talent besitzt. Die ungewöhnlich, oft bizarre, se.ir eigenwillige Gestaltung vo r allem der Älteren Musik, verbunden mit eine: müneioser. ganz zurr. Sp el gewordenen, brillanten Technik verdiente d.e Aufmerksamkeit eines größeren Kreises und wurde bei einer weniger durch Hunger und den tägacn-n schweren Lebenskampf zermürbten Zuhörers haft wohl auch die Stürme der Begeisterung zu entfes- se.n vermögen, wie sie die großen Vlrt tosen oes vergangenen Jahrhundert* trugen und zu Hal.göt- tem der Gesellschaft erhoben In den beiden Capri- cis von Paganin erwies sich die Geigerin a s echte Nachfahrin dieses geigenden Hexenmeisters, des er- bt.des aller Virtuosen der, mit seinem ln t. um nt naturhaft verwaonsen sein Publikum zu bezaubern wußte Paganlm spielte nur e.gene Werkt; a dere Große’ im Reicht der Virtuosen-Kunst. vor a em Liszt, variierten und bearbeiteten die Kompos.t o- nen anderer Meister so daß sie sich ihren darstellerischen Fähigkeiten anpaßten Ein Funke von dlesei, vor allem in Frankreich gewachsenen Auffassung des sich se.bst im Werk darstel.enden Künstlers lebte auch noch in dl-sei' jüngsten Vertreterin französischen Virtuose.i.ums- Die Zeugnisse barocker Musik eine Chaconne von Vitali und Bachs Sonate a-moll wurden ihr völlig anverwandelt uno erweckten in der em°r ende en Musiktrad.tion verbundenen au# Stil- und werkgetreue Wiedergabe eingestellter deutschen Zuhdi erschaff neben aller Bewunderung der technischen und klanglichen Vol.endung mehl Verblüffung a.s wirkliche Befriedig uns Hier zeigte sieh die Tr di- tion eines uns fremden Darstellungssti'as den man kennen und verstehen muß, um ihn zu würchgen. Bekannter und leichter zugänglich ist uns die Kunst Debussys, für weicht Michele Auclaire eine Ideale Interpretin war und auch ihr Begl.iter, Claude Beche, erwies sich als ein meisterhafter Darsteller des französischen Impression.«mm. Der zum Schluß gespielte „Reißer 1 von Wieniawsky dagegen zeigte die Gefahr aller auf die virtuosen Fähigkeiten eines Künstlers abgestimmten Abende, ln welchen neben den gültigen Zeugnissen der gro-en Kunst auch Stücke von fragwürdigem musikalischem Gehabt stehen können. Der wenige Tage nach dem Konzert der jungen französischen Künstlerin gegebene Abend von jungen deutschen Solisten vermochte den Gegensatz, zweier Musikstile unmittelbar und in Interessanter Weise deutlich zu machen Eine Karikatur aus dem deutschen Musikleben des vorigen Jahrhunderts zeigt den berühmte», mit Schumann und Brahmr befreundeten Geiger Joachim, wie er mit großem, professoralem Kouf und kle.nem, schwarz Silhouettenhaft gezeichneten Körper geigend vor einem übergroßen Notenb.ch sitzt. Meisterhaft ist hier das Wesen des deutschen rep o- duzierenden Künstlers lr seiner Bezogenhet auf das durch Ihn zu klingenden. Lebet erweckte Werk erfaßt und getroffen: Die Konzentration auf die objektiv vorhandene, in Notar, sie,zierte Musik, gewissenhafte Aneignung ursprünglich fremder musikalischer Gedanken, zug.eich auch das selbstentäußernde . u- rücktreten des Virtuosen vor dem Schöpfer des Werkes. Diese Auffassung vom Künst.er Ist seither In Deutschland die herrschende geblieben, e wird weitgehend an dem Maßstab der „Werkgerecht g- keit 11 seines Spiels gemessen, seine Fähigkei.en m *- sen im Dienste der Musik stehen, die Künstler u .d Publikum in gleicher Weise für kurze Zelt in den Umkreis ihres Schöpfers bannt. Alice Schönfehd und Hellmut Hide- g ä t h 1 gehören offensichtLch zu einer diese Tradition bewußt hütenden und pflegenden Jungen Generation von Interpreten der musikalischen Vergangenheit. Eine fast schlackenlose Technik zei h- nete vor allem die Geigerin aus {die freilich mit der souverän brillanten Spielmanier der F an.s n s h nicht messen kann). Ein vorbild.iohes Zusammenspie. bei gewissenhafter geistiger Durchdrmgun . uer gegebenen Formen ließ für den Hörer ke’ne leeren, spannungslosein Ste.ler entstehen Das Prog am a: Händel Sonate A-Dur. Beethoven Creutter-S nate, Schubert Duo A-Dur und Cäsar Franck sonate A- Dur war besonders interessant durch de durchgehend gewahrte Tonart. So war es vielleicht ein Zufall, daß der Charakter der verschiedenen Sona en, trotz der großen Stilunterschiede glelcno e' bend uer eines kräftigen, lyrische Partien einschließen-en Pathos war. Der pathetische Stil und das gemüt a)U Liedhafte, vielleicht weniger das spielerisch An mutige, scheint der Begabung der beiden jungen Künstler besonders angemessen zu sein. Die Auswahl der Werke und Ihre wannhaft werkgetreue Wiedergabe schu' den Eindruck eines besonders geschlosesnen und eindrucksvollen Kor.zert- abends. Dr. Hueck. Französische Lieder Nachdem wir reichlich Gelegenheit hatten, französische Klavier- und Kammermusik ’on hochstehendem Niveau kennen zu lernen vermittelte die bekannte Sängerin Nin.n Vailir. erstmalig eine Vorstellung von französischer Gesangskunst. Begin end mit einem Liebeslied des 15 Jahrhunderts, v.rtont von dem Volksaedkennei und -Sammler Tiersot. war fast das ganze Programm, mit Ausnahme das Deutschen Gluck, der aber u. Paris eine besondere Heimstätte und Pflege gefunden hatte dem fianzösischen Lied gewidmet. Das vornehme Pathos eines Rimeau und die edle klassizistische Einfachheit G jcbs wurden nur gestreift Vol 1 zur Entfaltung kam d e Kunst der Sängerin he. den Kompositionen der Meister des 19. Jahrhunderts 1 Gounod B’ze», Char- brier, Franck, Duparc, Faurä wovon nu r die beiden letzteren bis an die Schwelle der Moderne heranführen. Hier zeigte sich eine Stimme von e st un- lichem Umfang, eine höchst artistische Sprachkultur und — wohl mit dieser zusammenhängend — e re reiche Palette von Klangfarben und -Nuancen, d e die Sängerin, sehr routiniert gebrauchte. Es Ist von jeher die besondere Fähigkeit der fran- zös.sehen Musik, einen Zustand ein« Beheben eit oder auch ein Bild in Tönen malend abzuschi -„ern, eine Kunst, Impressionen aller Art musikalisch a s- zudrücken, wie sie weit über den zeitlich begrenzten sogenannten Impressionismus hinausrei'ht. So waren Stücke wie der mit Exotismen durchsetzte „.vb- schied der arabischen Gastgeberin" und cLe ,Gr 1- len“ von Charbrier in dener die ganze summende, heiße Natur eingefangen war am wirkungsvol.sten, aber auch die sehr noble, nie sentimental werdende Tristesse eines Liedes von Duparc für den t.anz 31- schen Gesang wohl sehr bezeichnend Racher Beifall lohnte die Sängerin und ihre ausgezel .-hnete, zurückhaltende und anpassungsfähige Begleiterin. Di. Hueck. % \ Sette 6 Sfldwestdentsche Volfcsieftonf Samstag, 16. November 1946 1 Vr. 19 Beim Kartoffeltransport beachten Das Badische Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung teilt mit: Straßentransporte von Speisekartoffeln, die gegen Einkellerungsscheine oder Bezugsscheine unmittelbar vom Erzeuger bezogen werden, ohne gültige Transportbescheinigung über die gesamte tranportierte Menge, verfallen bei Kontrollen der Beschlagnahme. Als Transportbescheinigung dient die zu diesem Zweck abzutrennende rechte Hälfte der Einkellerungsscheine bzw. die Zweitschrift der Bezugsscheine B. Zur Gültigkeit ist erforderlich, daß auf der Rückseite sowohl das Datum als auch die Stunde des Abganges des Transports inBuchstaben mit Tinte unter Beisetzung des Gemeindesiegels eingetragen sind. Angaben in Zahlen genügen nicht. Eintragungen mit Blei- oder Tintenstift werden von den Kontrollorganen nicht anerkannt. Die Straßentransportbescheinigungen sind vom Verbraucher als Nachweis des ordnungsgemäßen Bezugs der eingekellerten Kartoffelmenge aufzubewahren. Das gleiche gilt für den Frachtbrief beim Bahnversand. Verbesserter Postsparkassendienst Die Einschränkungen des Postsparkassendienstes sind weiter gelockert worden. Postsparer, die nach dem 1. Oktober 1946 Einlagen getätigt haben, können über diese sogenannten Neuguthaben in dem früheren (nicht beschränkten) Umfange verfügen, also folgende Beträge abheben: Bei Rückzahlung im kurzen Weg täglich bis 100 Mark oder monatlich insgesamt 1000 Mark, bei Rückzahlung nach Kündigung ohne Kündigungsfrist Beträge von mehr als 100 Mark bis 1000 Mark, bei Rückzahlung nach Kündigung mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten Beträge von mehr als 1000 Mark. Daneben sind Rückzahlungen aus Altguthaben wie bisher zugelassen. Blitzgespräche Mit Wirkung vom 1. November 1946 dürfen Blitzgespräche im Bereiche der französischen Zone nicht mehr geführt werden, teilt die Oberpostdirektion mit. Höchstgewicht der Postsendungen im Interzonenverkehr Beim Auswechslungspostamt für den Interzonenverkehr in Rastatt gehen täglich zahlreiche Sendungen em, die wegen Überschreitung des Höchstgewichts aus anderen Besatzungszonen zurückgesandt werden und an die Absender zurückgegeben werden müssen. Um die hieraus entstehenden Unannehmlichkeiten zu vermeiden, wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß im Verkehr mit den übrigen Besatzungszonen Deutschlands das Höchstgewicht für Briefsendungen 500 gr beträgt. Überschreitungen dieser Grenze sind nicht zulässig. Der Südwestfunk sendet: Sonntag, 17. November: l'.OO: Lokalprjgramm:- Morgenfeier; 11.45: Religiöse ftvusik; 12 00: Mittagskonzert, Lokalnachrichten; 14 00: Geschichten für große und kleine Kinder; 14 30: Solistlsche Kleinigkeiten; 15.00: Bücherschau; 15.30: ..Stimmen der Heimat“; 16.30; „Von mir zu Dir“ — eine Hörfolge von Horst Uhse; 17.00: Konzert des Großen Orchesters des SWF; 18.45: Musikalisches Zwischenspiel; 19.00: Leopold Zahn: Französische Impressionisten in der Anekdote; 19.15: Melodien auf der Kino-Orgel; 20 15; „Tausend bunte Noten“; 2100; „Die Zauberf.öte“ von Wolfgang Amadeus Mozart; 22.15: Beliebte Schla- germeiodien; 22.45: Amerikanische Tanzmus.k; 23.15: Oskar Joost und sein Orchester. Montag, 18. November: 7.50: Familienfunk; 14.00: Unterhaltungskonzert; 16.30: „Musik für Dich“; 19.00: Unterha.tungsmusik; 19.15; Sportschau am Montag; 20.15: „Musikalisches Rendez-vous“; 21 15: Solistenkonzert; 22.15: „Musik der Welt“; 23 00: „Aus dem Tagebuch eines Verführers“; 23.15: „Tanzende Tasten“; 23.30; Neue Tanzmusik. Dienstag, 19. November: 16.30 Musik zur Teestunde; 19.00: Unterhaltungsmusik; 19.15: Oly Winkler Sö.nr Marie von Ebner-Eschenbach; 20.15; ..Kleines Konzert“; 20.30- Hörsp ei: „Totentanz“ von Marie Luise von Kaschnitz; 21 30: Fünfzehn Minuten alte Musik; 22 15: Das Tanzensemble des SWF.; 23.15: Das kleine Orchester des SWF. Spod-HocUcickU f* du J/B" Der Entscheidung entgegen Der kommende Sonntag bringt im Rahm an der Pokalspiele drei nachzuhoiende Be?.giun s en aus der ersten Zwischenrunde un * fünf Treffen der zweiten Zwischenrunde Der Vfl Freiburg muß infolge der über ihn verhängten Platz.-pc-re n eh W y h 1 e n. Die Spielstarke de: Oberrhelner ist hier zu wenig bekannt um ein- Voraussage t ei.en zu können. Auf alle Fälle Werder d-e Freibuiger auf der Hut sein müssen, um nich eine unange emne Überraschung zu er.eben Mit der Begegnung Löi- fingen — Neustadt wird der närh =te Ge & ner für Villingen ermittelt .werden der wahn.frei .-ich Neustadt heißen wird. Schließlich wird d-s am vergangenen Sonntag unentschieden gebliebene Sp ei Ortenberg — Elge"w. ier in Elgersweier wiederholt werden. In der zweiten Zwischenrunde gibt es m F r e 1 - bürg einen Lokaikampi zwischen dem A S V und Blauweiß. Die Sp.e.stärke beider Mannschaf.en dürfte sich etwa die Waage halten dei ASV hat als Plus den Vorteil des eigener. Platzes D.e Hasl„cner weiden a.lerdings gut daran tun sich bereLs .r der ersten Halbzeit energisch genug einzusetzen, um zu Erfolgen zu kommen. Fortuna Freiburg paus.eit uni wartet auf den Sieger aus der Begegnung Wyhien — VfL Freiburg. Der BatLsche Meister SV Ras.att fährt nach Kuppenheim Wenn er hl r aucn auf stärkeren Widerstand treffen wird als in d.n bisherigen Spielen so sollte er docn unter dm letzten Acht zu finden sein Ein and. rei Sp el. ui- gang käme einer Sensation gleich I s t e i n genießt erneut den Vorzug zu Hause bleiben zu dürfen i-frn Sonntag ist Oflenburg der Gegner, der woal stark genug sein sol.te, die Oberrheiner auszuschalten. Den VfL Konstanz schätzen wir sta.k genug ein, um auch in Stockach zu em.m L.fo.g zu kommen. Das fünfte Spiei der zweiten Zwischenrunde bestreiten B i e 11 g h e 1 m und Leutes- heim, das als eine sichere Sache für B.et.ghe,m angesehen werden kann Nachgemeldet- Pokalspiele Von den am vergangenen Sonntag durchgefüfrrten Poka.spieien werden noch folgende Ergehn.s«e gemeldet: Kuppenheim — Achern 4-J, Leuteshe'm — Appenweier 5:3, Bietigheim - Sinzheim 16:2 istein — Schopfheim 2:1, Vöhrenbach - Stockach 2 3. Spielbeginn ln der badischen Oberliga Noch Sind die Spiele um den „Pc-kai van Baden“ in vollem Gange, haben bereits die ersten Spiele der badischen Oberliga begonnen Den Reigen hat die Staffel Ost eröffnet, d e am vergangenen Sonntag die ersten Rundansp eie dur h- führte. Dabei errang Rid-lfze'i über Gottmaa.ngen einen 2 : 0 -ErfoLg und mu den gleichen Ergebnis ho.te sich Engen in Rielasingen die ersten Punkte Am 17. November nimmt nun auch die Staffel Süd — Oberrhein — dir Meisterschaftsspiele in Angriff. Dieser Staffel gehören folgende zehn Ver ine an: Waldshut, Rheinfelden Wehr Wyhien Fah nau, Zell, Schopfheim, Weil a Rh Tumringm Istein. D.e Paarungen des ersten Sonntags lau en: Rh; n- felden — Weil a. Rh., Zell — Tumringer, und Wehr — Fahrnau Die Staffel West wird, wie wir hören, am 24. November die ersten Meisterschafissple'e starten. Sportverein Betzenhausen auf eigenem Platz Der Sportverein „Sportfreunde Betzenhausen“ nimmt seinen Sportbetrieb vom kommenden Son tag ab auf dem P.atze an der Waldk rcbe.s*raße auf. Als erste Begegnung startet um 14.30 Uhr das Pflichupiel gegen den Sportverein Mü.lheim. Der P.atz ist mit der Straßenbahn, Ha tes.elle Kunradin-Kreutzer-Straße gut zu erreichen. Vor einem weiteren Erfolg des VfR Mannheim? Die süddeutsche Meisterschafisrunde gew.n.it von Sonntag zu Sonntag mehr an Inteie.se. Jt-air Spieltag birgt neue Ubenaschunger in sicn, di das Tabe.lenbild von Grund aui neu gestalten Die beiden Mannschaften, die in letzter Zeit am meis en von sich reden machen, smc der VfR Usnnne.n und Phönix Karlsruhe Auch am kommenden Sonntag kann man zum minde.ten v eier mit dem VfR rechnen, der zi Hausi gegen ' 3 o 3 München antritt Nach denn bisherigen Abschue.den ist man geneigt, den Mannheimern wiederum e-n. große Chance einzuräumen. Phönix Karin ube dagegen spielt in Fi arkftrt gegen der FSV. Die Tatsache, daß dei sonntäglich“ Gastgeber dei Kar.s- ruher am Tabellenende sit t wild diesen zu ei er besonderen Leistung anspcrnen so daß es Phönix schon schwerer haben wild, wiedei zu einem Erto.g zu kommen. Ohne reel ,c Aussichten echt dar Karlsruher FV gege- den 1 FC Nürnberg in den Kampf; selbst der Vorteil des eigenen P at- zes dürfte hier nich* aussch aggtbend se.n. Schweinfurt hat erneu* ein Heimsp.e., aiesinai gegen die Stuttgaiier Kicker« gegen dm einzigen noch ungeschlagener Verein Die Ma uen um Kitzinger haben auct diesesmal wenig auss ch- ten auf einen Erfolg Dei VfB S*ut*gsri hat ln den letzten Spielen kein» überzeugenden Leistu .gen gezeigt, gegen Waldhof sol.te es abe- .uch zu einem Siege reichen. Die übrigen Begegnungen .au- ten: U:m 46 — Bamberg, Kiekers Offenba *b — Eintracht Frankfurt, Spvgg. Fürt' — V-ktor a As- haf- fenburg, Schwaben Augsburg — VfL Neckareu, Bayern München — BC Augsburg VfL — Fortuna im Handball Der Freiburger Hardballsport hat am kommenden Sonntag einen großen Tag Auf seinem' Platz an der Schwarzwaldstraßt hat der VfLFreib-rg seinen lokalen Widersacher Fortuna zu Gast. Wenn auch der VfL durch den neuerlichen Pu lkt- verlust am vergangenen Spieltag etwas zuiüc.gefallen ist, so wird dadurch das Interesse kaum geschmälert werden, denn die Fortunen m essen i -re führende Tabellenposition gegen die naendrä gen- den und ebenfa.ls noch ohne Punkiver.uste m dar Tabelle stehen-den Lörracher verteidigen Auf dar anderen Seite heiß« die Parole für den VfL. wieder Anschluß an die Spitze zu gewinnen — Die nach vier Spielen immer noch ohne Sieg am Taoeli «l.ende erscheinenden Rastatter werden am Sonn ag auch inTeningen kaum Gelegenfre * finden, di se Position zu verbessern Mit Spannung wirn au -h die Begegnung Offenbur* — Lörrache wartet, nachdem die Offenburgei in der. letzten Sp e en eine sich ständig steigernde Leistung vollb-a-ht naben. Auf eigenem P.atz werden sit den Gäs cn aus a:r Grenzecke alles abveriangen Zähr'ngen fanrt nach Schutterwald und muß dort s non einigen Widerstand überwinden um zu einem Erfclg zu kommen. Zur Nachahmung empfohlen! Mit bemerkenswerter Schärfe geht der Landes- sportverband P'a'z-Hessen den us- schredtungen zu Leibe die sich auch in sem.mi Gebiet auf den Sportfeldern breit zu machen aru.. .. So kam es vor einigen Wochen zu einem Spi 1 b- brueh in Ludwigshafen Phönix Ludw tsn.ien e - hielt zwar die Punkte zugesprochen, muß aber wegen mangelnder Platzordnung 300 RM St-afe zahl .n. Der Andernacher Spieler Riemenschnltier — d A -- dernacher hatten übrigens durch ihre hatte Spiel- we.se die Verletzung mehrerer Luawi^so itener t»p.e- ler verursacht — wurde wegen Schicdsr cht f«- i- digung zu zwei Wochen Sperre veru teilt. Schiedsrichter Eigeisheim Mainz wu, a. vo.t der Liste der Oberliga-Spiele gestrichen. Über Vereine unterer Klassen wurden Platzsperren verhängt. Der Spieler Kne'ler We-denthai, wurde für die Dauer von drei Jahten für jeden Spielbetrieb kaltgestellt. Die pfä zisch-hessische Landessportbehörde, die man zu diesem energischen und kranv Uen Einschreiten nur beg.ückwünscher kann kündigt auch für die Zukunft für dit kleinsten Vergehen .die strengsten Maßnahmen an 9 TOTE N TAFEL Statt des erhofften Wiedersehens wurde uns nach langem Bangen die schmerzliche Gewißheit, daß mein inrugstgeliebter Mann unser treusorgender Vater, unser lieber Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Uffz. Alfons Mussler, Mechaniker nicht mehr zu uns zurüclpkehrt. Er starb im Alter von nahezu 41 Jahren im Kriegsgefangenenlazarett Werschetz (Jugoslawien). Weitenung (Amt Bühl), November 1346. In tiefer Trauer: Frau Paula Mussler geb. Frietsch und Kinder, Familie Leo Mussler, Familie Pau-us Frietsch. Am 4. Nov. 1946 verstarb nach Gottes heiligem Wallen, nach langem schwerem Le:den, jud th allzu früh und unerwartet mein treuer Lebenskamerad, unsere herzensgute Mutter Frau Juliane Mecking geb. Hoch im 54. Lebensjahre. Freiburg i Br., 10 . 11. 46, In tiefem Leid* Hans Mecking, Reg.-Insp. a. D., sowie Kinder Hans, Ilse Wolfgang; Maria Mek- king geb. Wittmann und Pflegekind Rosemar.e Für die erwiesene Anteilnahme, für die Blumtn- und Kranzspenden ein henzl Vergelt’s Gott. Amtliche Bekanntmachungen Anordnung übet Höchstpreise für Obst und Gemüse für den Monat November 1946 1 Mit sofortiger Wirkung werden die folgenden Höchstpreise festgesetzt: Erzeuger- Verbr.- A. Obstpreise: höchst- höchst- prf»i«?e pr^’ce RM RM —.25 -.38 —.40 -.60 — 25 - 38 -.06 —.04 — 07 Quitten, je 500 g Walnüsse je 500 g Hagebutten, je 500 g Brennkirschen und Brennkirschenmaische It Anordnung v 15 6 1940 :Bad Staatsanzeiger v 18 6 1940. Folge 65); Brennzwetschgen und Brennpflaumen 'einschließlich Wagens*ädter Pflaumen) Je $00 g 8 Rpf ; für Zwetschgen und Pflaumenmaische ist ein Aufschlag von 10 v H zulässig; Kernobst lt Anordnung Über Erzeugerh0chstpre.se für Kernobst (Bad Wirtschaftsministerium — Preisbildungsstelle v l 9 1946) B Gemüsepreise: 1 KoblgemUse: Kohlrabe Uber 8 cm Durchm —08 —.14 Kohlrabi üb 8 cm Durchm je Stück — 08 —.14 Kohlrabi 6—8 cm Durchm . je Stück — 06 —.10 Kohlrabi. 4—6 cm Durchm je Stück —.05 Kchtrab- nach Gewicht je 500 g —.15 Blumenkohl 26—32 cm Durchm je St —.40 Blumenkohl 20—26 cm Durchm je St — 30 Blumenkmi 15—20 cm Durchm je St —22 Blumenkohl 10—15 cm Durchm Je St — 12 Blumenkohl 5—10 cm Durchm je St —07 Blumenkohl a nach Gew. je 500 g — 30 Blumenkohl B nach Gew„ je 500 g —.20 Wirsing je 500 g Weißkohl je 500 g Rotkohl je 500 g Grünkohl, je 500 g Rosenkohl, je 500 g 2 Blattgemüse: Kopfsalat. 250 g je Stück Kopfsalat. 40C g je S*ück Kopfsalat nach Gewicht unsortiert. «eichte Ware je 500 g Endiviensalat Mindestgew 300 g. je St Endiviensalat. Mindestgew 400 g je St —.14 Endiviensalat nach Gewicht leichte Ware je 500 g Ackersaiat großblättrig, je 500 g Ackersalat kleinblättrig. Je 500 g Mangold Je 500 g E.attspinat Je 500 g Neuseeländerspinat Je 500 g Chinakohl je 500 g —08 Petersilie geb Bund Ca 50 g je Bd — 06 3 WurzeigemQse u Zwiebelgewächse Rettiche. 5 Stück im Bund je Bd. Rettiche feidmaßigei Anbau, nach Gewicht je 500 g Zwiebeln. Je 500 e Karotten ohne Kräjt. je 500 g Butterrüben je 500 g Rote Rüben je o 00 g Weiße Rüben, je 500 g —.20 —.12 — 15 —.10 -.11 —.12 — 30 -70 —.12 —.14 - 24 — 63 - 47 -35 —.19 —.11 —.48 -32 —.11 — 08 — 13 —.14 —.33 —19 — 25 —.16 — 19 —.24 — 18 —.50 1.10 -.15 -20 — 24 —.14 — 10 —.26 — 41 — 10 — 15 — 08 — p s — 07 — 12 0 g — 15 — 25 Je Stück —.18 — 28 Je Stück — 15 — 24 le Stück - 10 — 20 1e 500 g —.25 —.40 jemüse: —.25 —.40 —.10 —.17 » Pilze: je 500 g — 40 — 65 > 500 g — 45 - 70 Schwarzwurzeln je 500 & Lauch Größe l je Stück Lauch Größe 11 Je Stück Lauch Größe 111 je Stück Lauch nach Gewicht je 500 g Sellerie mit Laub Größe l Sellerie mit Laub Größe II Sellerie mit Laub Größe UI Sellerie ohne l aub n Gew 4 F r u c h t g Tomaten je 500 g Tomaten grün je «00 g 5 Fischt Pfifferlinge Sammierpre.s je 500 Steinpilze Samrmerpreis je 500 g Für andere Piizarten gleicher Qualität gelten obige Preise als Richtpreise U Für Treibhauswaren erfolgen Sonderregelungen Ul Die Veroraucaerhöchstpreise dürfe« nicht überschritten werden sie sind nerabzusetzen wenn der Erzeugerpreis zuzüglich Fracht Embal.ageabnützung und der nach der Frischwarenanordnung vom 27 3 1942 zulässigen Groß- und Kieinhandelsspanne einen«; medriaeren Verbraucherhöchstpre is ergeben Die Pre.se’ gelten grundsätzlich - wo nichts besonderes vermerkt — für die Güteklasse A Für Waren anderer Güteklassen sin<* die Preise entsprechend der Wertminderung zu senken Die Sortierungsbestimmungen sind senau einzuhalten IV Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden nach den geltenden Vorschriften bestraft Frei bürg i Br . 1 Nov 1946 Bad Wirtschafts nmisterium — Preisbildungsstelle Bekanntmachung übet die Einschränkung tm elektrischen Stromverbrauch Mit der Verfügung Ni 9 j der Mi.itärregierung haben die Strom^ns-hran- kungsmaßnahmen eine neue Regelung erfanren Die neue Anordnung wird für die msiaitn S.rom« abnehmer erheblich* Einschränkungen mit sich bringen Um der Bevölkerung unnötige Rückfragen und Vorsprachen zu ersparen geben wir nachstehend diejenigen Stellen bekannt an d e sich die Stromverbraucher zu wende* haben ind istne- betriebe wenden sich ir. allen Stromverbrauchsfragen nur an ihre zuständige Fachkomm ssionen Alle anderen Stromverbrauche) müssen si :h an d.«s zuständige StromLeferwert wenden das tn alle i Fragen Auskünfte erteilen wird Wir b;: en die Le- vö.kerung. sich genau an dies- Regelung zu naiten, um damit zu einer reibungslosen Abw^ki ng djs Dienstbetriebes beizutragen Fre bu-g Br . den 30 10 46 Der Ministerialdirektor des Bad. Wirtschaftsministeriums: gez Dr Leibor*»ndt. Stellenangebote | Steilengesuche Tüchtige Möbelschreiner werden eingestellt. Karl Axmann, Stilmöbel, Freiburg, Holbeinstraße 23. Wir suchen Bürokräfte. Einwandfreie Bedienung der Schreibmaschine u. gute Kenntnisse in Stenographie sind Voraussetzung zur Einstellung. Französ. Sprachkennt- nlsse sind erwünscht. Poliztsidirektion Freiburg. Kronenstraße 17. Schmuckfedernfabrik sucht zum Besuche von Putzmacherinnen u Modengeschäften einen Vertreter bzw. Reisenden. Gesucht werden Damen oder Herren mit guten Umgansformen, die Wert auf eine Dauerexistenz legen Bewerbungen unter S I 1932 bef. WEFRA- Werbeges., Frankfurt a. M., StiftStr. 2. 20525B Mann gesucht für einige Tage Gartenarbeit bei guter Verpflegung. Emil- Gött-Straße 18. 100A : Dolmetscherin, 1 Kraft, | Mitte 40, gepfl u. jttn- I ger aussehend, franz. u. engl. (Examen Alliance fran