Erscheint Dienstag, Donnerstag und Samstag. Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mk. SO Ps., durch die Post bezogen 1 Mk. 75 Ps. Der Landbme für den Amtsbezirk Sinsheim und Umgebung. Einrückungsgebühr die kleingespaltene Zeile oder derenRaum 10 Pf. Reklamen werden mit 30 Ps. die Zeile berechnet. Briefe undGelder frei. jKs 95. Dienstag den 15. August 1882. 43. Jahrgang. Deutsches Reich. Karlsruhe, 10. Aug. Man darf wohl annehmen, daß der Großherzog Ende September oder Anfang Oktober nach fast einjähriger Abwesenheit dauernd in die Residenz zurückkehrt. Dann wird auch wohl die Wiederübernahme der Regierungsgeschäfte durch den Landesherrn selbst erfolgen. Nach der Rückkehr von Bad Kreuth soll, wie verlautet, noch ein kürzerer Aufenthalt auf der Mainau und sodann zunächst die Uebersiedelung nach Schloß Baden stattfinden. — Me Zahl der prächtigen Wohnsitze unseres Großherzogs hat sich durch den Ueber- gang des Schlosses Zwingenberg aus der Allodialverlassenschaft des Markgrafen Max in das Eigenthum des Großherzogs um einen weiteren vermehrt. Neben Heidelberg, Baden, Freiburg, Mainau kann auch Zwingenberg vermöge seiner schönen Lage genannt werden und ein mittelgroßes Land dürfte nicht leicht eine gleiche Anzahl reizvoller, fürstlicher Residenzen sein eigen nennen. (S. M.) Freiburg i. Br., 12. Aug. Der neunte badische Feuerwehrtag wurde eröffnet. Der Fremdenandrang ist bereits heute groß. Die Ausstellung von Feuerlösch-Geräthschaften ist stark beschickt. München, 11. Aug. Der Kaiser von Oesterreich ist heute Früh zum Besuche seiner Tochter Gisela hier eingetroffen und nahm bei derselben Wohnung. Der Kaiser reist morgen Abend wieder ab. München, 12. Aug. Durch allerhöchste Entschließung ist genehmigt worden, daß zum Bau einer altkatholischen Kirche in München im ganzen Königreich Sammlungen stattfinden dürfen. Berlin, 10. Aug. In publicistischen und diplomatischen Kreisen mißt man der Begegnung der Kaiser von Oesterreich und Deutschland umsomehr symptomatische Bedeutung bei, als sie gerade in einem Augenblicke erfolgt, wo die egyptische Angelegenheit durch die angebahnte Verständigung zwischen England und der Pforte eine günstigere Wendung nimmt, welche hereibgeführt zu haben zum großen Theile gerade der vermittelnden Thätigkeit Oesterreichs und Deutschlands zugeschrieben wird. Desto mehr erscheint das neuerlich durch die Begegnung der Monarchen illustrirte österreichisch-deutsche Bündniß im Lichte einer europäischen Friedensbürgschaft. Berlin, 11. Aug. Der Kaiser ist wohlbehalten in Babelsberg eingetroffen. Berlin, 11. Aug. Der „Reichsanzeiger" bringt an der Spitze des Blattes einen Erlaß des Kaisers an den Reichskanzler aus Gastein, 4. Aug., welcher anläßlich des Berichts über die Ergebnisse der Reichs-Post- und Telegraphenverwaltung von 1879 bis 1881 die hohe Befriedigung des Kaisers über die bedeutenden Fortschritte in allen Zweigen dieser Verwaltung und deren sachliche und finanzielle Ergebnisse ausdrückt und seine besondere Freude ausspricht, daß die Verwaltung auch der geistigen Ausbildung und der Förderung der wirth- schaftlichen Lage des zahlreichen Personals unausgesetzt Sorge trägt. Der Kaiser spricht dafür allen betheiligten Beamten seinen kaiserlichen Dank aus. Die gedeckte Korvette „Gneisenau" und der Aviso „Ziethen" werden zur Entsendung nach dem Mittelmeer in Dienst gestellt. Berlin, I I. Aug. Der König von Griechen- > land begab sich heute Abends 7 Uhr nach Babelsberg, um dem deutschen Kaiserpaar einen Besuch abzustatten. Kiel, 11. Aug. Zwei Offiziere der hier liegenden russischen Fregatte sind bei der Aufnahme des Festungsterrains ertappt worden. Der gestern stattgehabte Selbstmord eines russischen Offiziers an Bord des erwähnten Schiffes wird damit in Verbindung gebracht. (N.-Z.) Hamburg, I I. Aug. Die Straßen unserer Stadt sind prächtig geschmückt. Sechstausend Sänger sind bereits angekommen. Der gestrige Festcommers verlief in glänzender Weise. Das Wetter ist prachtvoll. (F. I.) Hamburg, 12. Aug. Nachdem die Sänger im Laufe des gestrigen Tages die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt hatten, begann um 6 Uhr Abends das große Festconzert unter der Leitung des Professors Bernuth mit dem Liede: „Die Himmel rühmen". Nachdem der Beifallssturm sich gelegt, hielt Präsident Dr. Hachmann eine längere Ansprache und brachte schließlich das Hoch auf den Kaiser aus: „Des deutschen Kaisers Majestät, sie strahle für alle Zeiten! Seine Majestät Kaiser Wilhelm lebe hoch!" Das Publikum stimmte mit größter Begeisterung stehend ein, worauf Bernuth die Hymne erklingen ließ: „Den König segne Gott". — Auch die folgenden Gesänge wurden exact vorgetragen; einzelne erzielten einen überraschenden Effect. Auf dem Festplatze sind viele Tausende versammelt. Nach dem Concert vertheilten sich die einzelnen Vereine in die Zelte, andere besuchten den Zoologischen Garten, woselbst Monstreconcert stattfand. (F.J.) Hamburg, 12. Aug. Der heutige große Festzug marschirte gegen 3 Uhr von dem Steinthorplatz ab, durchzog mit in den Zügen vertheilten 14 Musikkorps die aufs prächtigste geschmückten und mit jubelnden Menschenmengen angefüllten Straßen bis zum Festplatz vor dem Dammthor in ungefähr I V- Stunden. Hamburg, 12. Aug. Der Festzug verlief in gelungenster Weise, den Glanzpunkt bildete das Bundesbanner auf einem riesigen Wagen, welcher eine reichgeschmückte und bemannte Althamburgische Galeere darstellte. Das erste Fest-Concert hat alle Erwartungen übertroffen. Das Wetter ist prachtvoll. Hamburg, 12. Aug. Das zweite Festconcert verlief programmmäßig und mit günstigem Erfolge. Nach dem Gesang der Hymne dankte Rutz-München im Namen der fremden Sänger für den Empfang und brachte ein Hoch auf Hamburg aus. Sodann verlas Präsident Hachmann unter großem Jubel das Telegramm des Kaisers. Die volksthümlichen Lieder hatten den größten Erfolg. Gegen Schluß des Concerts versagte das elektrische Licht, ohne daß jedoch Unfälle entstanden. Ausland. Wien, 9. Aug. Die in Konstantinopel zwischen der Pforte und dem englischen Botschafter ohne Jngerenz der Konferenz unterhandelte Militärkonvention ist dem Vernehmen nach dem Abschluß nahe. Die Konferenz wird sich nach erfolgtem Abschluß sofort vertagen, d. h. sie wird aussprechen, daß angesichts der jetzt zu eröffnenden militärischen Aktion zunächst keine politische Aufgabe vorliege, sondern daß die Thätigkeit der Diplomatie erst dann wieder beginne, wenn es sich darum handeln werde, auf Grund der eventuellen militärischen Resultate Zustände aufzurichten und sicherzustellen welche der Wiederkehr ähnlicher Ereignisse wie die jetzigen vorzubeugen geeignet wären. (Karlsr..Z.) Alle Nachrichten aus Ischl konstatiren die diesmal wo möglich noch gesteigerte Herzlichkeit der Kaiserbegegnung, und schon der Umstand, daß — zum ersten Mal — die Kaiserin sich zur Begrüßung auf dem Bahnhof eingefunden hatte, bekundete auch äußerlich, daß die Begrüßung nicht sowohl dem Verbündeten, als dem Freunde und Verwandten des Kaiserhauses galt. Kaiser Franz Josef kehrt, nach den jetzt definitiv getroffenen Dispositionen, am 27. August lnach Wien zurück. Der König von Serbien'trifft morgen Nachmittag hier ein.l Ischl, 10. Aug. Der Deutsche Kaiser verblieb Vormittags in seinen Gemächern, wo er den Besuch des Oesterreichischen Kaisers empfing, der eine Stunde dauerte. Um I V- Uhr wurde Kaiser Wilhelm vom Kaiser Franz Josef zur Hoftafel abgeholt. Um 3 Uhr begab sich der Deutsche Kaiser in Begleitung des Oesterreichischen zum Bahnhofe, woselbst beide Monarchen sich in herzlicher Weise von einander verabschiedeten. Rom, 10. Aug. Alle circulirenden Meldungen in Betreff militärischer Rüstungen Italiens, die über das Maß der um diese Zeit alljährlich zu Manöverzwecken erfolgenden Einberufungen hinausgingen, sind total unbegründet. Die italienische Regierung hat sich bisher durch die egyptische Frage absolut zu keinerlei militärischen Vorkehrungen veranlaßt gesehen. Mailand, 11. Aug. Der Deutsche Kronprinz kehrte heute Vormittag, vom König Hum- bert begleitet, von Monza hierher zurück und reiste mit dem König alsbald nach Arona und Baveno weiter. Von dort aus hat sich der König nach Turin begeben. London, 11. Aug. Aus Suez wird gemeldet, daß Oberst Jones bei seiner Rückkehr aus Jsmailia berichtete, daß zwei Bahnzüge mit egyp- tischen Soldaten seewärts abgefahren seien; doch ist in der Nähe von Suez noch nichts vom Feinde zu bemerken. Herr von Leffep's hat in Jsmailia eine Ehrengarde von Soldaten Arabis, welche die Kanalstation sowie die Wachhäuser besetzt halten. Die geflüchteten Europäer sangen an dorthin zurückzukehren, da Leffeps die Aufrechterhaltung der Ordnung garantlrt. London, 11. Aug. Arabi soll beim Samstaggefechte einen Obersten, einen Hauptmann und 76 Mann an Tobten und viele Verwundete verloren haben. (N. Fr. Pr.) London, 12. Aug. Die Pforte acceptirte ausdrücklich die Forderung Englands, welche eine schärfere Erklärung gegen Arabi Bey selbst in der Proclamation verlangt, sowie die Bedingung, daß die türkischen Truppen in Egypten keine strategischen Bewegungen ausführen dürften, ohne vorher die Zustimmung des englischen Kommandeurs eingeholt zu haben. London, 12. Aug. Die egyptischen Truppen werfen immer neue Verschanzungen auf. Vor Ramleh, in einer Entfernung von 5000 Meter, arbeiten sie eben an einem mächtigen, 30 Fuß hohen Erdwalle. General Wolseley wird am nächsten Mittwoch hier erwartet, auch sollen bis dahin Truppen in genügender Anzahl ausgeschifft sein, unl zu einem sofortigen Angriffe auf Arabi's > Stellung schreiten zu können. Es werden bittere I Klagen gegen Herrn v. Leffeps laut, dem man weideutige Haltung und verdächtige Verbindungen mit Arabi vorwirft, welch' Letzterer soeben in Nefisch, in nächster Nähe von JSmailia, fein soll. Wie Londoner Blättern gemeldet wird, steht König Johann von Abyssinien jetzt an der Grenze seines Königreiches mit einer Truppenmacht, in der Hoffnung, mit seinen alten Feinden, den jetzt von Arabi befehligten Egyptern, zusammenzustoßen und England solche Dienste zu leisten, welche dasselbe bewegen dürften, Abyssinien wieder zu einem direkten Zugänge zur Meeresküste zu verhelfen. Konstantinopel, 10 . Aug. Die Proklamation des Sultans soll im Wesentlichen folgendermaßen lauten: Da der Khedive der Vertreter des Souveräns ist, so schulden ihm Alle Gehorsam. Arabi Pascha verkannte schon einmal die Autorität des Khedive, allein zum Bewußtsein seiner Pflicht zurückgekehrt, bat er um Pardon, welchen er erhielt; wir überhäuften ihn sogar mit Wohlthaten. Dessen ungeachtet verging sich Arabi neuerdings bei mehrfachen Gelegenheiten (welche die Proklamation aufzählt) gegen seine Pflichten, namentlich ergriff Arabi eigenmächtig die Aggresiive zu Maßregeln gegen die Kriegsschiffe Englands, unseres alten Freundes und Alliirten und verkannte derart neuerdings die Autorität des Khedive. Demach er- klären wir Arabi Pascha als Rebellen und er- laffen diese Prolamation, damit es Alle wissen und damit die Autorität des Khedive keine Beeinträchtigung erleide. Konstantinopel, 11. Aug. Ueber die Proklamation wird weiter mitgetheilt: Der Sultan mißbilligt den Versuch Arabi's, sich an die Stelle der Autorität des Khedive zu setzen, und sagt: Die Akte Arabi's gegen die Autorität Tewfik's, welche insurrektionell und verbrecherisch sind, verstoßen gegen die Vorschriften des heiligen Scherigesetzes, welches die Zuwiderhandelnden mit strenger Strafe bedroht. Warschau, 12. Aug. Wie verlautet, soll der Zar in kurzem hier eintreffen. Es sind bereits von der Staatskaffe für innere Nestaurirung der beiden kaiserlichen.Palais 80,000 Rubel angewiesen. Verschiedenes. = Sinsheim, 17. Aug. Bei der letzten Ziehung der Herzog!. Meiningifchen fl. 7 Loose hatte ein hiesiger Einwohner das Glück, den Haupttreffer von ca. Mk. 25,700 zu erhalten. (?) Sinsheim, 12. Aug. Dem Vernehmen nach finden am 1. und 2. September D eta che- ments-Uebungender55. Jnf.-Brigade zwischen Sinsheim und Eschelbronn statt. * Hilsbach, 12. Aug. Letzten Dienstag legte der auch in weiteren Kreisen wohlbekannte hiesige Bürgermeister K. Lang nach beinahe22jähriger Dienstführung in Folge freiwilliger Entsagung sein Amt nieder. Diese lange Dienstzeit ist an sich schon ein Beweis für die Tüchtigkeit und Thätigkeit des bisherigen Ortsvorstandes, und die hiesigen Einwohner gaben dem Gefühle der Dankbarkeit gegen Herrn Lang auch in der Widmung eines prachtvollen Ruhesessels zu erkennen. Die Kunde von dieser Ehrengabe wurde Herrn Lang Abends vom neugewählten Bürgermeister, den Mitgliedern des Gemeinderaths, dem ev. Geistlichen und den beiden Hauptlehrern überbracht, wobei die Mitglieder des Gemeinde- rathes den Dank der Gemeinde aussprachen und der ev. Geistliche in warmer Ansprache den Gefühlen bestimmteren Ausdruck gab. Unter Fackelbeleuchtung begab man sich mit dem tiefbewegten alten Ortsvorsteher an der Spitze und unter Begleitung einer großen Volksmenge in die Brauerei Eggensperger, woselbst sich die Mitglieder des Gesangvereins und viele andere Bürger zu einem Abschiedsbankette einstellten. Nachdem der tüchtig geschulte hiesige Gesang- verein mehrere Lieder vorgetragen hatte, begrüßte Herr Kaufmann Hagmaier Herrn Bürgermeister Lang im Namen seiner Freunde; Pfarrer Fuchs schilderte in ausführlicher Darstellung die vielfachen Obliegenheiten eines Ortsvorstandes als Verwaltungsbeamten, Vorsitzender des Schulraths und des Armenraths. Redner erklärte hiebei ausdrücklich, daß er von allen Lobeserhebungen absehen und nur auf die That- sache Hinweisen wolle, daß sämmtliche Bezirksbeamte, welche seit mehr als 20 Jahren den Bezirk verwalteten, alle Herrn Lang als pünktlichen und gewissenhaften Beamten achteten; — daß auch derselbe Mann durch kluge Berücksichtigung anderer Meinungen im Gemeinderathe stets die Einigkeit in dieser Behörde zu erhalten wußte, und es in Folge hievon in den letzten 20 Jahren keine ortsbürgerliche Parteien dahier gegeben habe. Mit Recht wurde begeistert in die verschiedenen Hochrufe von der munteren Gesellschaft eingestimmt. Erst in später Abendstunde trennte man sich, um den Mann, dem das abendliche Fest galt, unter Fackelbeleuchtung nach seiner Behausung zu geleiten, woselbst der Gesangverein noch einige Lieder vortrug. Möge Herr Altbürgermeister Lang, wonach er sich schon lange sehnte, seiner ferneren Lebenstage in Ruhe sich erfreuen, und die Gemeinde Hilsbach in dem neuen Bürgermeister einen ebenso tüchtigen wie auch ebenso lange haltbaren Ortsvorstand haben! * Flinsbach, 11. Aug. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Herr Michael Senges von hiesiger Gemeinde wieder gewählt. Derselbe steht seit dem Jahre 1860 an der Spitze der Gemeindeverwaltung von Flinsbach und wurde ihm auch gestern von Seiten der Gemeindebürger das Zeugniß der vollsten Zufriedenheit ausgestellt, indem ihm 51 Stimmen von den 53 erschienenen Wählern zufielen. Flinsbach, 12. Aug. Bei der gestern dahier stattgefundenen Bürgermeisterwahl wurde unser bisheriger Ortsvorstand M. Senges einstimmig wiedergewählt. Dieses Wahlresultat ist gewiß für beide Theile ein ehrendes Zeugniß. Es herrschte darum auch am gestrigen Tag in unserem Dorfe gerechte Freude. Man konnte diese Freude um so mehr kundgeben, da unsere Landleute nach den schweren Ecntegeschäften sich wohl auch einen verdienten Tag der Ruhe und des geselligen bürgerlichen Lebens gönnen konnten. Unser neuer Herr Amtsvorstand sprach sich über unser Wahlergebniß sehr befriedigend aus. Schon in den Mittagsstunden versammelten sich Bürger in den Wirthschaften, schwenkten die braungefüllten Gläser und riefen unserm Bürgermeister ein wohlverdientes „Lebe hoch" zu. Und in der That, dieser Hochruf ist wirklich ein wohlverdienter. Seit 22 Jahren begleitet M. S e n g e s dieses Amt mit Gewissenhaftigkeit, Umsicht und Thatkraft. Auch der Gesangverein „Frohsinn" konnte nicht still schweigen zu einem solchen Freudenfest, zumal der Wiedererwählte seit mehr als 30 Jahren Mitglied desselben ist. Ein Fackelzug, wie denselben Flinsbach wohl noch nie gesehen hat, bewegte sich vom Lokal aus vor die Wohnung unseres Vertrauensmannes. Hier wurde ein paffendes Lied vorgetragen, worauf Hauptlehrer Kuhn, als Direktor unseres Vereins, herzliche Worte an den Verein, an den Bürgermeister, sowie an die bereits ganz versammelte Gemeinde richtete. Ein auf Letzteren ausgebrachtes „Hoch" wurde mit Begeisterung ausgenommen und erwidert. Tief ergriffen dankte Hr. Senges für die ihm erwiesene Ehre und versprach auch fernerhin sein Amt wie bisher zu verwalten. Der Einladung zu einem Bierbankett wurde natürlich sofort Folge geleistet. Da fehlte eS nicht an ernsten wie an scherzhaften Vorträgen und können wir nicht unterlassen her- vorjuheben: „Ein Bauernmädchen", vorgetragen von den Dragonern Schmitt und Vierling, sowie »Der blo Rock", vorgetragen von dem Tenoristen B räum er. Kurz, es war ein so echtes Gemeindefest. Möge nun dieser Tag jedem Einwohner in steter Erinnerung bleiben, möge Jeder beherzigen was er da getobt, möge Jeder bedenken, daß er ein Glied vom großen Ganzen ist, dann wird auch fernerhin unser Wollbachdörfchen den Ruf und Rang einnehmen, welcher ihm seit Jahrzehnten von auswärts gezollt wird. )( Reckarbischofsheim, 13. Aug. So wäre denn die unter bangen Sorgen begonnene Ernte glücklich eingeheimst, eine Ernte, wie solche bezüglich der Quantität sowohl als der Qualität schon lange nicht mehr zu verzeichnen war. Die meisten Halmfrüchte wurden hier auch trocken eingebracht, da die Landwirthe mit Ausnahme einiger gar zu Aengstlichen oder Vertrauenslosen bei der anfänglich noch regnerischen Witterung mit der Arbeit etwas zurückhielten. Nur die kühle Witterung übrigens machte es möglich, daß die schwere und große Arbeit in verhältnißmäßig so kurzer Zeit vollbracht werden konnte. — Wenn die jetzige trockene Witterung längere Zeit anhält, wird auch die sich da und dort schon zeigende Kartoffelfäulniß Nachlassen, was besonders im Hinblick auf die Verhältnisse der geringen Leute sehr zu wünschen wäre. — Auch das prächtig stehende Oehmt- gras wird dann gut eingebracht werden, so daß der Tisch für das liebe Bich in kommendem Winter besser und reichlicher gedeckt sein wird, als dies im vergangenen Jahre der Fall war. —Obst gibt es mit Ausnahme der Zwetschgen, soweit die Bäume noch gesund sind, nicht viel; nur hie und da sieht man einen vollhängenden Apfelbaum oder Birnbaum. — Bezüglich des Weinbaues, der hier auch vertreten ist, leben bei den jetzigen warmen oder vielmehr heißen Tagen die schon ziemlich geschwundenen Hoffnungen wieder etwas auf, indem man glaubt, daß der August das Versäumte in seinem „Kochen" noch nachholen könne und wenn dann der September noch etwas braten wird, so werde der diesjährige Wein doch noch trinkbar. Dies wäre den Winzern als Ersatz für ihre viele Mühe um so mehr zu wünschen, da die Traubenstöcke sehr voll hängen. Gebe Gott, daß auch in dieser Beziehung die Befürchtungen der Kleinmüthi- gen und Vertrauensschwachen zu Schanden werden. — Rappenau, 9. Aug. Die seit 22. Juli vollendete Wasserleitung, welche Herr Rei- chardt auf der Saline im Badhotel errichten ließ, findet nicht nur bei den Kurgästen, sondern auch allgemeine Anerkennung, da durch sie der längst tief empfundene Mangel an gutem Trinkwasser beseitigt wurde. Das Problem, wie die 25 Meter tiefer gelegene Quelle auf die Saline geleitet werden kann, hat Herr Ingenieur K. v. Langsdorf in Frankfurt auf's Beste zu lösen verstanden, indem er das in der Nähe der Quelle vorbeifließende Bächlein zum Betrieb eines Pumpwerks verwendete, durch welches die im Hotel errichteten Brunnen gespeist und »täglich 240 Hektoliter Wasser geliefert werden. Wir wollen hiebei nicht unterlassen, die Leistungen des Hrn. H. Mächtle, Heilbronn, rühmend anzuerkennen, welcher die Röhrenlegung übernommen und auf's Beste ausgeführt hat. Die Salinebewohner sind sehr erfreut, daß Hr. Reichardt ihnen die Mitbenützung seiner Leitung gestattet, noch mehr aber darüber, daß die Salineverwaltung auf's eifrigste bemüht sein soll, dafür zu sorgen, daß die Leitung durch sämmtliche Dienstwohnungen und Fabrikgebäude weiter geführt wird. (N.-Z.) Wiesenthal, 10. Aug. Leider muß ich Ihnen wieder von einem Selbstmord aus hiesiger Gemeinde berichten. Gestern ertränkte sich die ledige Vorsteherin des Ordens Wittmer in den Fluchen des Rheins. Die Leiche ist noch nicht aufgefunden, da hoher Wasserstand ist. — Karlsruhe, 12. Aug. Der „Staatsanzeiger" Nr. 27 von heute enthält (außer Perjonalnachrichten): Verfügungen und Bekanntmachungen der Staatsbehörden: 1) Des Großh. Ministeriums der Justiz des Kultus und Unterrichts: Den Rechtsanwalt Konstantin Feh- renbach von Wellendingen betr. 2) Des Landgerichts Offenburg: Die Neuwahl für die Notarskammer Offenburg betr. 3) Des Großh. Ministeriums des Innern: ». Die Ernennung der Bezirksraths-Mitglieder für den Amtsbezirk Wiesloch betr.; b. die Versammlung der Centralkommission für die Rheinfchiffsahrt betr. ** Karlsruhe, 12. Aug. Wie wir dem Programme des hiesigen Lehrinstitut; und Pensionats von Premierlieutenant a. D. Fecht entnehmen, ist der Lehrplan dieser Anstalt so eingerichtet, daß sowohl diejenigen Schüler, welche ein Gymnasium besuchten, als auch solche, welche einer Real- oder höheren Bürgerschule angehörten, behufs Vorbereitung für das Freiwilligen- Examen an dem Unterricht Theil nehmen können. Dem Zögling bleibt überlaffen, von drei Sprachen (Lateinisch, Englisch, Französisch) die beiden zu wählen, in denen er geprüft sein will. Da bei dem Lehrplan namentlich eine allgemein wissenschaftliche Bildung der Schüler in das Auge gefaßt ist, erlangen dieselben in der Anstalt eine gründliche Vorbildung für den kaufmännischen und jeden technischen Beruf. Wie aus den dem Programm angeschloffenen Prüflings- ergebniffen hervocgeht, haben schon dreimal sämmtliche Abiturienten das Examen bestanden und im Ganzen seit dem 6jährigen Bestehen der Anstalt von 90 Kandidaten 73 den Berechtigungsschein erlangt. — NrSargrmünd, 10. Aug. Die Diöce- ssan-Synode, welche hier tagte, hat mehrere erwähnenswerthe Beschlüsse gefaßt, z. B. daß beim Zusammentreffen des Reformationsfestes mit Kirchweihen die letzteren verlegt werden sollen; überhaupt seien diese ein Krebsschaden für das sittliche Volksleben und wäre es daher angewandt, solche auf einen Tag zu verlegen, wodurch manchem Unfug vorgebeugt werden würde. Auch hier, wie in der Heidelberger Synode, wurde der Entschluß gefaßt, sich die Fürsorge der entlaffen Sträflinge in entsprechender Weise angelegen sein zu laffen. — (Großer Tumult in einer Kirche.) Aus Zwitta« wird uns gemeldet: In der hiesigen Pfarrkirche gab es kürzlich einen argen Skandal, der große Dimensionen annahm, fo daß es zu Tätlichkeiten gekommen wäre, wenn sich nicht die Polizei rasch ins Mittel gelegt hätte. Der dortige Cooperator Pater Johannes steht nämlich bei den Kirchenbesuchern in außerordentlicher Gunst, die er sich durch Vertheilung von Geschenken erworben haben soll. Hiedurch hat sich zwischen ihm und dem Pfarrer ein Mißverhält- niß gebildet und jüngst erschien auf der Predigerkanzel anstatt des erwarteten Kooperators der Pfarrer Kuhn. Sogleich begannen einige Kirchenbesucher zu murren, die Rufe: „Herunter von der Kanzel!" wurden immer häufiger und lauter und die Haltung der gegen die Kanzel vordringenden Menge wurde so drohend, daß der Pfarrer die Kanzel verlassen und von der Sakristei aus durch eine Hinterthüre entfliehen mußte. Die inzwischen erschienene Polizei verhinderte weiteren Skandal und nahm drei Rädelsführer in Haft. Weitere Verhaftungen folgten, nachdem die Brünner Staatsanwaltschaft die Untersuchung wegen Religionsstörung anordnete. Sämmtliche Kirchenbesucher werden einem Verhöre unterzogen. — Wesel, 8. Aug. Der gestern Nachmittag 5 Uhr 50 Min. fällige Eilzug vom Oberrhein nach Holland erlitt kurz vor der Einfahrt in den hiesigen Bahnhof eine Entgleisung. Wie immer, war auf dem Perron eine große Menschenmenge versammelt, um den Zug abzuwarten, darunter viele, welche Angehörige empfangen wollten. Man hörte den Zug heranbrausen, das Bremse-Signal ertönen, aber — der Zug blieb aus. Erst nach längerem Warten kam die abgerissene Lokomotive heran mit dem Packwagen und brachte die Nachricht, daß der übrige Theil des Zuges diesseits der Fluthbrücke entgleist sei. Das Entsetzen war begreiflich, namentlich bei Denjenigen, welche liebe Angehörige erwarteten. Alles eilte sofort zur Unglücksstätte. Mit Blitzesschnelle verbreitete sich die Schreckensnachricht durch die Stadt. Boten eilten in ihrer Aufregung durch die Straßen, um Aerzte und Krankenträger herbeizurufen, um Wagen zu requiriren. Und bald wälzte sich ein Strom der Bevölkerung über die Chaussee nach der Unglücksstätte. Fast der ganze Zug lag gleich einem Trümmerhaufen da, die zwei ersten Wagen 1. und 2. Klasse fanden wir mit abgebrochenen Rädern umgelegt nach der Chausseeseite, dann folgte der 3. Wagen, ebenfalls 1. und 2. Klasse, der daS Unglück verursacht hatte; derselbe lag mit seinen Vorderrädern tief im Boden vergraben, während der Hintere Theil drohte, den Abhang nach der Wiese hinabzustürzen; er hatte seine Puffer tief in den folgenden 4. Wagen eingebohrt und sich in demselben verwickelt; der 4. Wagen war in gleicher Weise zugerichtet; der 5. Wagen war nur halb entgleist, noch weniger der 6.; unversehrt blieben der 7. Wagen und der Postwagen. Das Ge- sammtbild der Zerstörung war gräßlich interessant. Die Schienen waren ausgeriffen, gleich dünnen Eisendrähten, die man nach Belieben winde» kann, da, wo sie abgebrochen waren, ragten sie 3 bis 4 Fuß hoch schlangenförmig empor. Die zerbrochenen Räder waren nah und fern zerstreut, ebenso die Bolzen, die zerbrochenen Achsen, die Thüren und Fensterscheiben, kurz — alles erdenkliche Material lag zerbrochen in Hunderten von Fezen auf und über den Bahnkörper weggeschleudert. Und bei alledem ist glücklicherweise kein Menschenleben zu beklagen. Vier Herren und drei Damen trugen mehr oder weniger starke Kontusionen davon. Als der Zug durch das Fort brauste, zersprang die Bandage des 3. Wagens und wurde, wie der dort stehende Posten aussagt, weit weggeschleudert. Der Zugführer gab das Nothsignal und da der Zug die beiden Lippebrücken passiren mußte, auch vorher nicht zum Stehen gebracht werden konnte, ließ der Zugführer mit voller Dampfkraft fahren, sonst wäre der ganze Zug in die Lippe gestürzt. Kaum hatte er die beiden Brücken passirt, da trat die Katastrophe ein. — (Schnee im August.) Aus Johannisbad meldet man: „Vorgestern u. gestern herrschte auf dem Hochgebirge Schneefall. Unsere und die preußische Telegraphen-Verbindung mit der Schneekoppe wurde durch Sturm heute zerstört; hier herrscht mäßiger Westwind." — Sinsheim, 11. August. (Schöffengericht .) Vorsitzender Gr. Herr Amtsrichter Schindler. Als Schöffen die Herren Bürgermeister Müller von Neckarbischofsheim und Gemeinderath Brecht von Michelfeld; Vertreter der Gr. Staatsanwaltschaft Herr Rechtspraktikant Walz und als Gerichtsschreiber Herr Aktuar Freimüller. Es kamen folgende Fälle zur Verhandlung: 1. Heinrich Hotz von Neckarbischofsheim wurde wegen Uebertretung des Fischereigesetzes zu einer Geldstrafe von 20 Mk. verurtheilt. 2. Die Anklage gegen Heinrich Hoffmann von hier wegen Diebstahls wurde vertagt. 3. Friedrich Stichling von Daisbach wurde wegen Diebstahls zu einer Gefängnißstrafe von 16 Tagen verurtheilt; dagegen wurde dessen Ehefrau von der Anklage der Hehlerei freigesprochen. 4. Johannes Hildenbrand von Weiler wurde wegen Beleidigung des Löwenwirths Johannes Rudy von da zu einer Geldstrafe von 3 Mk. verurtheilt. -1t- Sinsheim. Auf die am Sonntag den 20. ds. Mts. stattfindende hiesige Kirchweihe dürfte es rathfam sein, wenn die Landwirthe und Händler der umliegenden Ortschaften sich an dem am Freitag dahier stattfindenden Wochenmarkte recht zahlreich zum Verkauf von Butter, Eier, Käse, Frühobst u. s. w. einstellen würden, da wie bekannt an diesem Tage stets mehr verlangt als angeboten wird. >M- Sinsheim, 13. Aug. Bei der am 9. Aug. in Baden stattgefundenen 3. Ziehung hat unter den hier verkauften Loosen L.-Nr. 32795 den 182. und L.-Nr. 74527 den 868. Gewinn erhalten. Die „Expeditton des Landboten." Hopfe«. Nürnberg, 12. Aug. Das bessere Wetter erweckt neue Hoffnungen für die Pflanzen. Im Geschäft der gleiche Stand wie die letzten 14 Tage, alte Hopsen werden glatt genommen und gut bezahlt, bis Mk. 50 für 1879r, bis Mk. SO für 188Or, 1881r erzielten Mk. 135—170 für gepackte Sorten, Mk. ISO bis 200 für Spalter Siegel; 5 Ballen neue (1882r) Steiermärker fanden zu Mk. 300—325 Nehmer. Schifffahrts-Nachrichten. Bremen 6. Aug. Der Postdampfer „Main" vom Nordd. Llohd in Bremen ist gestern wohlbehalten in Southampton angekommen. Bremen, 8. Aug. Der Postdampfer „Salier" vom Nordd. Lloyd in Bremen ist gestern wohlbehalten in Newyork angekommen. Laut Telegramm find die Hamburger Postdampfschiffe: „Frisia", am 26. Juli von Hamburg und am 29. Juli von Havre, am 8. August, „Bandalia", am 23. Juli von Hamburg direkt expedirt, am 6. August in Newyork angekommen; „Silesia", am 4. August von Newyork in Hamburg eingetroffen; „Suevia", am 27. Juli von Newyork, am 8. August von Cherbourg nach Hamburg weitergegangen; „Gellert", am 9. August von Hamburg nach Newyork abgegangen; „Rhenania", am 24. Juli von St. Thomas nach Hamburg, am 9. August in Havre angekommen; „Santos", von Brasilien, am 9. August in Hamburg eingetroffen. Bremen, 10. Aug. Der Postdampfer „General Werder" vom Norddeutschen Lloyd in Bremen ist gestern wohlbehalten in Southampton angekommen. frankfurter Weldconrs vom 12. Aug. 1882. Dukaten.9. 55—60 20 Franken-Stücke ... 16. 25—29 Engl. Sovereigns.... 20. 35—40 Russische Imperials ... 16. 73-78 Dollar in Gold .... 4. 16—20 Großh. Bezirksamt Sinsheim. Die Herbstübungen der Truppen betr. Nr. 9103. Nach Mittheilung der Intendantur der 28. Division sind bei dem anberaumt gewesenen Termin zur Vergebung von Manöverbedürfnissen und Gestellung von Fuhren Offerten auf Fuhrenleistung nicht eingegangen. Demgemäß wird der Bedarf an Fuhren auf Grund des Gesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden, von den Truppentheilen durch Requisition von den Gemeinden direct sicher gestellt werden. Hievon geben wir den Gemeinderäthen unter Hinweis auf das Reichs- gesetz vom 13. Februar 1875 und die dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen (Reichsgesetzblatt von 1875 S. 52 und 261, von 1878 S. 229) Kenntniß. Sinsheim, den 12. August 1882. _«^Jung. [1158] Schluß-Aertheilung. Mit gerichtlicher Genehmigung vom 8. Aug. 1882 Nr. 16136 kommt aus der Konkursmasse des Bierbrauers Adolf Heiß dahier der Betrag von M.5,729. 26. zur Schluß- vertheilung. Das Verzeichniß der hiebei zu berücksichtigenden Forderungen im Betrage von M. 60,308. 57. ist bei der Gerichtsschreiberei dahier zur Einsicht der Betheiligten niedergelegt worden. Sinsheim, 12. August 1882. , Der Konkursverwalter: U164] I Weber. II. Ankündigung. Montag den 28. August d. Js. Nachmittags y 5 3 Uhr versteigere ich im Rathhaus zu Bar- g e n in Folge richterlicher Verfügung die dem Mathias H e l f e r i ch, Kommissionär in Bargen gehörigen, in Nr. 56 deS Landboten näher beschriebenen Liegenschaften wiederholt mit dem Bemerken, daß der endliche Zuschlag um das sich ergebende höchste Gebot erfolge, auch wenn solches unter dem Schätzungspreise, welcher l 1,700 M. beträgt, bleiben würde. Neckarbischofsheim, 4. Aug. 1882. Der Gr. Notar. Gärtner. [1159] öekauntmachung. Nr. 5222. Mittwoch, den 16. d. M., werden auf diesseitigem Bureau Nachmittags 2 Uhr folgende Gegenstände gegen Baarzahlung öffentlich versteigert: 9 Gewehre, 2 Pistolen, 2 Stöcke und sonstige Geräthschaften. Sinsheim, 10. August 1882. Gr. Amtskasse: [ 1162 , Zopf. Liegenschafts- Bersteigerung. Mit obervormundschaftlicher Genehmigung vom 19. Julid.J. Nr. 15,022 lassen die Erben der verlebten Feldmesser Kaspar Greder Eheleute hier Donnerstag den 24. August l. I. Mittags 12 Uhr im Rathhause hier unten beschriebene Liegenschaften der Erbtheilung wegen öffentlich zu Eigenthum versteigern, wobei der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis oder darüber geboten wird: ». Ein einstöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stallung, Keller und Garten, Anschlag 2000 M. d. 1 Hektar 32 Are Acker in 13 Parzellen, Anschlag 2610 „ Gesammt-Anschlag 4610 M. Dühren, 9. August 1882. Bürgermeisteramt. Sterzrnbach. [1156! Wolfhard, Rthschrbr. Obergimpern. Licgenfchafts- Bcrftcigernng. Aus der Verlassen- schast der f Peter Sommer Wittwe, Theresia geb. Geier von hier, werden mit obervormundschaftlicher Genehmigung vom 29. Juli 1882 Nr. 15479 im hiesigen Rathhause am Freitag den 1. September d. I. Mittag» 1 Uhr öffentlich zu Eigenthum versteigern: Ein Wohnhaus mit Stallung nebst 22 Nth. Garten dahier am Herrenweg, im Anschlag von 800 M. Der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis oder mehr geboten wird. Obergimpern, den 11. Aug. 1882. Bürgermeisteramt. Gabel. s 1154s Gabel. Bekanntmachung. Bei der heute im Rathhause zu Rappenau von dem Unterzeichneten Notar vorgenommenen öffentlichen Verloosung der von Schreiner Christian Dörzbach in Rappenau verfertigten Commode fiel der Gewinn auf LooS Nr. 248. Sinsheim, 12. August 1882. Großh. Notar: [1163] 3 Weber._ Kirchardt. Bvllsaftige« Emmenthaler empfiehlt A. Dehoff. Das Geschäftszimmer des Unterzeichneten befindet sich 65 Haufitstrasse 65II* Stock und empfiehlt sich in Klug- niii j>l»!Wchki, Vertretungen bei Großh. Amtsgericht hier und auswärts, Vetreibnng von ansstehenden Forderungen auf gütlichem und gerichtlichem Wege. Kostenberechnung billig. UQ44] _ M, Wächter* Badischer Frauenverein. Auf den 3. Dezember findet alljährlich dieBerleihungvonEhren- gaben für langjährige treue Pflichterfüllung an solche weiblicheDienst- boten statt, welche bei einer im Umfang des Großherzogthums sich aufhaltenden Dienstherrschaft in einer und derselben Familie ununterbrochen mindestens 25 Jahre in Ehren und Treue gedient haben; für 40- und für 50jährige Dauer des Dienstverhältnisses sind besondere Abstufungen der Ehrengeschenke bestimmt. Anmeldungen Hierwegen sind baldigst bei dem nächsten Frauenverein einzureichen. In demselben sind deutlich anzugeben Namen, Alter, Konfession und Heimathsort des Dienstboten; ferner Namen und Stand der Dienstherrschaft, nebstdem müssen die Eingaben versehen sein: 1. mit einem einläßlichen Zeugnisse der Dienstherrschaft über die Zeit des Diensteintritts nach Jahr und Tag, die Art der Dienstleistung (wie Kindsmädchen, Köchin, Haushälterin und dergl.), über einen etwaigen Uebergang von der ursprünglichen Dienstherrschaft auf ein anderes Familienglied oder einen andern Leiter des betreffenden Anwesens mit näherer Angabe des Sachverhaltes, über eine etwa eingetretene Unterbrechung des Dienstverhältnisses, über den Lebenswandel des Dienstboten im Allgemeinen und dessen Verhalten der Dienstherrschaft gegenüber; dabei sind besonders hervorragende Leistungen oder empfehlende Eigenschaften anzugeben; im Falle der Verwandtschaft des Dienstboten mit der Dienstherrschaft ist das Verwandtschaftsverhältniß genau zu bezeichnen; 2. mit Zeugnissen der geistlichen und weltlichen Ortsbehörden über Sittlichkeit und den Leumund der Vorzuschlagenden und Beurkundung der Nichtigkeit des Inhaltes der in der Anmeldung beziehungsweise in dem Zeugnisse der Dienstherrschaft enthaltenen Angaben. Die Bezirks- und Ortsbehörden, wie die Frauenveretne werden gebeten, diese Aufforderung thunlichst zu verbreiten, auch ergeht an die verschiedenen Zeitungen, Amtsverkündigungs- und Ortsblätter des Landes das Ersuchen um Aufnahme dieses Aufrufs in ihre Spalten. Die Frauenvereine, bei welchen Anmeldungen einlaufen, werden eingeladen, nach § 4 und 6 Abs. 2 der Bestimmungen über die Verleihung von Ehrengaben an weibl. Dienstboten zu verfahren, insbesondere die Vorlagefrist (15. Oktober) einzuhalten. Karlsruhe, den 1. August 1882. Der Vorstand. Unterzeichnete ist gerne bereit, etwaige Anmeldungen anzunehmen und bei Ablauf der oben bezeichneten Meldungsfrist an die zuständige Behörde einzusenden. Sinsheim, den 11. August 1882. Sophie Laurop, Vorsteherin des Frauenvereins. Vorschuß-Verein Ueckarbischossheliu, emgetrageve Genossenschaft. Der hiesige Vorschußverein hat die jährliche General - Versammlung auf Dienstag den IS. August Nachmittags 3 Uhr im Rathhaus dahier festgesetzt. Zur Verhandlung kommen: 1) Mittheilung des RechnungsergebniffeS, 2) Vertheilung des Reingewinns, 3) Abänderung der §§ 47 und 48 der neuen Statuten, 4) Wahl der austretenden Verwaltungsrathsmitglieder. Neckarbischofsheim, den 9. August 1882. (1146) Der Vorstand. A,s KmißWe Kichmilikn. pr. Ltr. 86 , pr. % Ltr. 22 Pf. f T»aVM*7tn ausgezeichneter Triebkraft extra dazu hergestellt.) Dürre Zwetschgen pr. Mn- 27 M, gestoßen. Zucker und Kochzucker, S gemahl. Zimmt, SSS gewaschene große und kleine Rosinen, Mandeln, Citronen u. s. w. Alle Artikel in bester Qualität empfiehlt G. Grpf, Conditur. mmmmm zu billigsten Preisen empfiehlt -F r ********************* Danksagung. | 1 Herzlichen Dank * - für die Beweise inniger Theil- nahme bei dem Verluste unseres lieben Kindes 8 oWe Aatharina Storft, besonders für die reichliche Blumenspende und zahlreiche Leichenbegleitung. ^ Sinsheim, 14. Aug. 1882. ? DU ftatietaden, £vniet 6 tU 6 tnen. ♦********************** Lehrlings-Gesuch. 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