Erscheint Dienstag, Donnerstag und Samstag. Abonnementspreis für hier und auswärts frei ins Haus geliefert nur 1 Mk. 50 Pf. Ter Landvote. Anzeiger für den Amtsbezirk Sinsheim und Umgebung. Einrückungsgebühr die kleingespaltene Zeile oder derenRaum 10 Pf. Reklamen werden mit 20 Pf. die Zeile berechnet. Briese undGelder frei Jfs 20 Dienstag den 15. Zeöruar 1887. 48. Jahrgang. * politische Umschau. Sinsheim, 14. Februar 1887. Der Lahrer „Anzeiger für Stadt und Land" schreibt: „Wir haben zuverlässig erfahren, daß die Zentrumsleitung wünscht, es möge den Zcntrums- kandidaten kein imperatives Mandat gegeben werden, man wolle also dieselben weder für noch gegen das Septennat verpflichten. Die neugewählten Abgeordneten werden in Berlin gemeinsam berathen wie sie in Anbetracht der gegenwärtigen Lage zur wiederkehrenden Militärvorlage sich verhalten werden." Auch der „Badische Beobachter" gibt die gleiche Wahlparole aus. Wenn er damit die Mahnung verbindet Z e u - trums-Abgeorduete zu wählen, so hat er von seinem Stande als Organ der Zentrumspartei dazu gewiß nicht nur das volle Recht, sondern er erfüllt damit als Parteiblatt eine selbstverständliche Pflicht gegen feine Partei. Wollte er aber, was doch für ein Zentrumsblatt ebenso sebstverftändlich sein müßte, auchgegenden P a p st seiner Pflicht Nachkommen, so dürfte er nur die Wahl solcher Zentrumsabgeordneten befürworten, die f ü r das Septennat zu stimmen bereit sind. Nur insofern er die Opposition gegen das Septennat als unerläßliche Bedingung für die Zuwendung von Zentrumsstimmen nicht länger aufrecht erhält, steht die Wendung, die er ein paar Tage nach dem Erscheinen der Note des Kardinals Jacobini gemacht hat, mit den päpstlichen Intentionen wenigstens nicht mehr in so schroffem Widerspruch wie seine Haltung unmittelbar nach der Publikation jenes wichtigen Aktenstückes, wenngleich auch jetzt noch von der sympathischen Stimmung für die deutsche Reichsregierung, welche den Heil. Vater bewogen hat, die Zustimmung zum Septennat zu empfehlen, im „Bad. Beobachter" keine Spur zu entdecken, noch weniger für die hohe politische Mission, die der Papst dem Zentrum im Hinblick auf den gefährdeten Weltfrieden zudachte, das geringste Ver- ständniß zu bemerken ist. Wenn aber der „Badische Beobachter" und andere badische Zentrumsorgane fortfahren, ihre Parteigenossen einzuladen, schon im ersten Wahlgang für deutsch freisinnige und demokratische Kandidaten, wie die Herren Pflüger, Lipp, Dillinger und Kohn, zu stimmen, ja wenn sie solche, wie die Herren Lipp und Dillinger, geradezu als Zentrumskandidaten bezeichnen, Männer, welche sich dem Septennat gegenüber keineswegs freie Hand Vorbehalten, sondern mit aller Entschiedenheit sich als Septenna tsgegner erklären, so handeln diese badische Zentrumsblättcr direkt gegen die von ihnen selbst als septennatsfreundlich anerkannten Absichten und Wünsche des Heiligen Vaters, und es heißt den Namen des Pap st es freventlich mißbrauchen, wenn man aus der Jacobini'schen Note den Satz, welcher dem Zentrum Lob spendet, heraushebt und mit der Ueberschrift: „Im Namen des Heiligen Vaters" abdrucken läßt und gleichzeitig die Wahl von Personen empfiehlt, die entschlossen sind, Alles zu thun, was im Widerspruch mit der Haltung des Papstes in der Septennatsfrage steht. Zur Geschichte und Wirkung des Jacobini- schen Septennatsbriefes schreiben die Münchener Neuesten Nachrichten: Wir können auf das bestimmteste erhärten, daß die Veröffentlichung unmittelbar auf Veranlassung des Vatikans vorgenommen worden ist, nachdem Baron Fran- ckcnstein auch dies zweite Schreiben den Weg des ersten gehen ließ und trotz des ausdrücklichen Auftrags der Mittheilung an seine Parteigenossen das Aktenstück ruhig in seine Tasche steckte. Der letzte Schritt der Kurie, die Veröffentlichung des Schreibens, muß tiefen Eindruck auf das Gemüth des Freiherrn Arbogast zu Franckenstein gemacht | haben, denn wir hören aufs zuver läsfigste, daß j er nunmehr gewillt ist, seinen hartnäckigen Wider- s stand aufzugeben und im neuen Reichstage, falls er gewählt wird, dem Wunsche des Papstes nachzukommen und für das Sepiennat zu stimme»." In ganz Bayern wird in sämmtlichen Schulen am 21. Februar, am Tag der Reichstagswahlen, der Unterricht ausgesetzt, damit keinem Lehrer sein Wahlrecht veikürzt werde. Die Schweiz spricht nicht viel von Rüstungen, trifft aber alle Vorbereitungen. In kürzester Frist kann sie, wenn's gilt, 100000 Mann an die Grenzen werfen, ohne Reserven. Der Botschafter Frankreichs in Petersburg soll, wie versichert wird, dem Minister des Aeußeren, Flourens, mitgetheilt haben, es erhelle aus einer Unterredung mit einer einflußreichen Persönlichkeit des russischen Hofes, daß im Falle eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich letzteres nicht auf Rußlands Unterstützung rechnen könne; jedoch sei der Czar freundlich gegen Frankreich gestimmt und wenn ein Kriegsfall eintreten sollte, würde er es für seine Pflicht halten, bei Deutschland Vorstellungen zu machen, um den Krieg zu verhindern. Ueber die neuesten französischen Truppe ndislokationen bringen die „Berl. Polit. Nachr." aus zuverlässiger Quelle folgende Mittheilungen: „Zunächst ist hierzu die Bestimmung zu zählen, wonach die vierten Bataillone der Jnfanterie- regimenter nach der Grenze geschickt und dort in eben jenen Barackenbauten untergebracht werden sollen, von denen neuerdings so viel die Rede gewesen ist. Hieraus dürfte schon zur Genüge erhellen, wie falsch und grundlos die Version ist, als sollte in den Baracken Unterkunft für die aus den feuchten Kassematten der Sperrforts zu evakuirenden Besatzungen geschaffen werden. Im Gegentheil: die Kasernements der Sperrforts sind mit Truppen dermaßen überfüllt, daß sie für keine weitere Mannschaft mehr Raum gewähren, am wenigsten für die Truppenmassen, die gegenwärtig in dem Grenzrayon gegen Deutschland angehäuft werden. Bei den zur Zeit im Gange befindlichen militärischen Bewegungen hinter der französischen Grenze handelt es sich speziell um Logements für die nach Verdun und Toul bestimmten vierten Bataillone und die nach Epinal dirigirte Kavalleriebrigade. Auch verkehren ununterbrochen Proviantzüge nach der Grenze, insbesondere nach Verdun und Toul, kurz, so zu sagen unter unseren Augen vollziehen sich an unserer Grenze umfassende Vorkehrungen, welche nur dann einen vernünftigen Sinn haben können, wenn sie nahe bevorstehende Ereignisse einzuleiten bestimmt sind. Wir können noch aus derselben Quelle hinzusügen, daß die militärische Eisenbahnkommission ununterbrochen arbeitet und daß in Algier Vorbereitungen getroffen werden für die schleunige Zurückbeförderung der dort befindlichen vierten Bataillone nach Frankreich." Deutsches Weich. Karlsruhe. Seine Königliche Hoheit der G r o ß- Herzog haben gnädigst geruht, dem Vorstand des Vermessungsbureaus der Domänendirektion, Forst-Geo- , meter Emil Bürgin, den Titel „Forst-Obergeometer" zu verleihen, ferner den praktischen Arzt Hermann Schäfer in Lörrach zum Bezirksarzt in Sinsheim, und den praktischen Arzt Dr. Friedrich König in Möhringen zum Bezirksarzt in Stockach zu ernennen. Mainz, 10. Febr. Nach einer dem „Fr. I." von sehr glaubwürdiger Seite gewordenen Mittheilung hat Bischof Dr. Paulus Haffner bei einem Festmahle in der Patrizier-Familie L. unserer Stadt erklä-t, daß auch er für das Septennat eingenommen sei. Dasselbe wird von Herrn Regens und Domkapitular Dr. Mou- fang, dem klerikalen Reichstagsabgeordneten, versichert. München. 12. Febr. Die „N. Nachr." erhalten von Rom „aus bester Quelle" die Nachricht, daß der Papst durch die Widerwilligkeit der Centrumsführer aufs schmerzlichste bewegt wurde; er sehe das Fehischlagen seiner Vorstellung gerade als ein Zeichen für den Verfall seines Einflußes a». Zugleich wird von demselben Blatte gemeldet, daß die vom Papste veranlaßte Publikation der Noten Jacobinis ein unwiderlegbarer Beweis der Unzufriedenheit des Papstes über das Verhalten Wiudthorst's und Franckenstein's sei. Berlin, 10. Febr. Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sitzung aus Antrag der hessischen Regierung den kleinen Belagerungszustand über Offenbach und Umgegend verhängt. Die Maßregel ist erfolgt im Anschluß an die Vorgänge in Frankfurt. Ueber eine Verhängung des Belagerungszustandes über Stettin verlautet im Bundesrath noch nichts. Ausland Wien, 11. Februar. Der Nachfolger des Generals Kaulbars als russischer Militärattache in Wien, Oberst Dimitry Zujew, ist hier eingetroffen und wird nächster Tage vom Kaiser empfangen «erden. Budapest, 12. Die Leitung des Finanzministeriums übernimmt nach dem demnächstigen Rücktritt des Grafen Szapary vorläufig Ministerpräsident Tisza und giebt dafür das Portefeuille des Innern an Baron Orczy. den Minister am Hoflager, ab. Tisza geht heute nach Wien zu den Berathungen der Delegationsvorlagen. Die Kredilforderung beträgt voraussichtlich 60 Millionen. Paris, 11. Febr. In der Kammer beantragte Perin eine Resolution, welche die Regierung aufforderte, ein Gesetz über die Einführung einer alleinigen progressiven Einkommensteuer vorzulegen. Der Finanzminister bekämpfte diesen Antrag, die Kammer nahm denselben jedoch mit 286 gegen 238 Stimmen an, aber ohne die Worte: „alleinige progressive." Die Kammer beschloß ferner, die Militärvorlage erst nach den Getrcidezöllen zn berathen. — Der Armeeausschuß beschloß die Abschaffung der Militärgeistli- chen in Friedenszeiten. Die auf das Personal und den Festungsdienst der Militäringenieure bezüglichen Bestimmungen wurden angenommen. Der Kriegsminister wird morgen angehört werden. Wie überraschend schön drückt eine Pariser Zeitung die französische Friedensliebe aus, nämlich so: „Die Kammer hat 86 Millionen Francs bewilligt, ohne 'zu debattiren, das iLand giebt sie, ohne zu zählen, und die Regierung wird sie am besten verwenden, wenn sie sich ganz von den Friedensgefühlen des Volkes beeinflußen läßt." London, 11. Febr. Der Times wird aus Petersburg gemeldet, daß eine baldige Einberufung der russischen Reservisten zu kurzen militärischen Uebungen bevorstehe. — Katkoff betrieb in Moskau eine Maffeneingabe, welche vom Zaren verlangt, daß er die panslavistische Idee, welche darin besteht, nicht nur Bulgarien, sondern alle christlichen Nationen des Balkans zu unterwerfen, verwirkliche. Die Eingabe zählt schon lausende von Unterschriften. verschiedenes. * Sinsheim, 12. Febr. Tie Telegra- phen-Anstalten sind Seitens des Reichspost- amts angewiesen, sowohl am Tag der Wahlen, wie auch am Tag der Ermittlung des endgiltigen Wahlergebniffes bis 10 Uhr Abends bezw. bis zur erfolgten Abtelegraphirung des Wahl-Telegramms in Dienst zu bleiben. * Sinsheim, 14. Febr. Die gestern Abend vom „Liederkranz Sinsheim" veranstaltete theatralisch - musikalische Abend - Unterhaltung ,m Saale zum „Löwen" war so außerordentlich zahlreich besucht, daß viele der Spätestkommen- den gezwungen waren, aus die Orchestertribüne zu flüchten. Das aus fünf Nummern zusammengesetzte Programm war auch diesmal sehr sorgfältig gewählt und die präcise und originelle Ausführung deffelben eine sehr lobenswerlhe, so daß den Darstellern nach jeder Nummer der wohlverdiente Beifall in reichlichem Maße von * den Zuhörern gespendet wurde. ^Janz besonders aber waren es die mit unübertrefflicher Komik zum Vortrag gebrachten „Lebensmüden" und die parodistische Operette „Der Taucher", welche zu stürmischem Beifall und Hervorruf aufforderten und als die eigentlichen Glanzstücke des Abends bezeichnet werden können. Erregten bei letzterem die wirklich prächtigen Kostüme allgemeine Bewunderung, so gab die durchaus glatte und freie Vortragsweise davon Zeugniß, daß der wackere Dirigent und sämmtliche Darstellenden es an Opfern an Zeit und l'iühe nicht haben fehlen laffen, um den Mitgliedern etwas wirklich Künstlerisches zu bieten. Der gestrige Abend kann sonach den früheren vom Liederkranz gegebenen Fastnachtsaufführungen in jeder Hinsicht als ebenbürtig zur Seite gestellt werden. Die ausgezeichnete Stimmung unter den Anwesenden übertrug sich selbstverständlich auch aus die nachfolgende Tanzunterhaltung, welche die zahlreichen Theil- nehmer bis in die frühen Morgenstunden vereinigte. Wir sind deshalb überzeugt, daß Alle die besten und nachhaltigsten Eindrücke des so schönen Abends mit nach Hause genommen haben. * Sinsheim, 14. Februar. Vorgestern in Kirchardt im Saale zur „Krone" und gestern im „Röffel" zu Eichtersheim fanden auf Veranlaffung des national-liberalen Bezirksvereins Wahlbesprechungen statt, welche sich einer sehr zahlreichen Betheiligung zu erfreuen hatten. Bei der Versamirlung in Kirchardt traten die Herren Amtsrichter Schindler und Oberamtmann Becker, in Eichtersheim Herr Profeffor Schick und die vorgenannten beiden Herren, sowie Herr Pfarrer Gräben er von Eschelbach als Hauptredner auf, welche in übersichtlicher Weise den Zweck und die Ziele der jetzigen Bewegung sormulirten und manches Wort ernster Ermahnung an die Anwesenden richteten. Die hiebei auf Kaiser und Reich und unfern allverehrten Landessürsten ausgebrachten Toaste wurden von den Versammelten mit freudiger Begeisterung ausgenommen und herrschte beider Orts die gehobenste patriotische Stimmung. In dieser Stimmung trennte man sich und darf daher kein Zweifel sein, daß der Ruf „Alle Mann an die Wahlurne!" von der reichstreuen Wählerschaft einmüthig befolgt und unserm Candidaten, Freiherrn v. Göler, am 21. Februar zu einem glänzenden Sieg verhelfen wird. * Sinsheim, 14. Februar. Wir brachten in der Nummer vom 25. v. M. die Nachricht, daß der 58 Jahre alte ledige Schachtelmacher und Strohflechter Gallus Wetzel von Grombach, ein dem Branntwein ergebener Mensch, wegen verschiedener im Monat Dezember verübter unsittlicher Handlungen ins hiesige Amtsgefängniß eingeliefert worden sei. Dem haben wir beizufügen, daß Wetzel Hierwegen vorgestern von der Mannheimer Strafkammer zu 2 Jahren 3 Monaten Zuchthaus und 5jährigem Ehrenrechtsverlust verurtheilt wurde. -Z- Von der Elffnz, 12. Febr. Wir theilen Ihnen mit, daß zu unserer großen Freude der bisherige Reichstags-Abgeordnete für den 13. Wahlkreis und Kandidat der vereinigten conser- vativen und nationalliberalen Partei für die bevorstehende Reichstagswahl, Freiherr E. A. von Göler in Karlsruhe, persönlich sich seinen Wählern vorzustellen die Güte hat. Er wird sein Programm entwickeln Mittwoch den 16. Februar in der Wahlversainmlung, zu der die conservative Partei des Bezirks sämmtliche Wähler nach Steinsfurth in den Saal deS Gasthauses zur „Krone" einladet. Die Versammlung nimmt Nachmittags 3 Uhr (nach Ankunft des Zuges von Heidelberg) ihren Anfang. Wir hoffen auf eine zahlreiche Betheiligung und wünschen dieser Versammlung besten Erfolg. O Aus dem Amtsbezirk, 12. Febr. Fischerei- berechtigte dürfte die Nachricht intercffiren, daß nach Inkrafttreten der Novelle zum Jagdgesetz Reiher und Fischottern nicht mehr zum jagdbaren Wild zählen, und deshalb die von den Fischerei- berechtigten erlegten Thiere nicht mehr an den Jagdberechtigten abgeliefert werden müffen. — Däs landwirthsch. Gaufest des Pfalzgauverbandes wird dieses Jahr in Eberbach abgehalten. — Breiten, 10 . Febr. Gestern Abend sprach hier vor einer äußerst zahlreich besuchten Versammlung der bisherige Vertreter des Bezirks Freiherr v. Göler über die bisherige Thätigkeit deS Reichstags, kritisirte mit scharfen Worten das Verschleppungssystem und das Benehmen der Mehrheit gegenüber der Militärvorlage, kennzeichnete den Ernst der gegenwärtigen politischen Situation, trat warm für die Militärvorlage ein und erklärte sich bereit, abermals den Bezirk im Reichstage zu vertreten. Begeisterte Anerkennung wurde ihm zu theil. An einer Wiederwahl ist nicht zu zweifeln. — Aus Baden. Wir nehmen mit Vergnügen davon Akt, daß der Mannheimer Metzgerbursche, welcher mit dem 600 Mk. betragenden Erlös von drei verkauften Ochsen angeblich durchgebrannt und in Württemberg verhaftet wurde, sofort wieder auf freien Fuß gestellt ward, nachdem sich seine Unschuld herausstellte. — Dagegen ist es erwiesen, daß einem Kaufmann in Heidelberg während einer der letzten Nächte von einem Spitzbuben 3000 Mark aus seiner Kaffe gestohlen wurden. Leider sind in Heidelberg derartige Dinge nichts seltenes, da tatsächlich fast kein Tag vergeht, ohne daß die dortigen Blätter nicht von allerhand Lokaldiebereien zu erzählen wüßten. — Letzter Tage starb in TauberbischofSheim der Gerbermeister Ham- macher an einer Blutvergiftung, veranlaßt durch eine vor 10 Tagen beim Lederschneiden erhaltene Schnittwunde. — Ein Arbeiter aus Neckarau, welcher einen nach Schwetzingen fahrenden Strohwagen am Umstürzen verhindern wollte, büßte seine edle Bereitwilligkeit mit einem Armbruch. — Und in Wabern wurde ein Ackersmann von einem Stier, den er im Stalls anbindcn wollte, mit den Hörner an die Wand gespießt, so daß der Bedauernswerthe ohne Zweifel jetzt schon dem Tode verfallen sein dürfte. — Ein von Kiinzelsau gebürtiger, im Elsaß ansäßiger junger Mann, Apotheker, hat dieser Tage in der „rothen Kreuz" - Lotterie 150000 Mark gewonnen. — Der geniale Schöpfer des „Bavaria"- Coloffalstandbildes und sämmtlicher plastischer Erzmonumente in München, Ferd. v. Miller, ist am Donnerstag dortselbst gestorben. — In Sampiero bei Cagliari stürzte während einer öffentlichen Aufführung eine ins Meer hineingebaute Tribüne ein; von 57 Personen, welche in die Fluthen stürzten, ertranken 18 und zwei erlitten Beinbrüche. — In Montecchino bei Piacenza (Italien) ereignete sich ein entsetzlicher Muttermord. Eine greise Bäuerin wurde von ihrem Sohne, der sie nicht weiter ernähren wollte, schlafend mit Petroleum begaffen und angezündet. Die Unglückliche wurde verkohlt aufgefunden. — Es gibt doch noch vernünftige Franzosen, wenn auch nicht viele, sogar Franzosen, vor denen die deutsche Reichsopposition sich schämen muß. So z. B. führt die Pariser Zeitung „Paris" an, es sei zu wünschen, daß ein deutscher Reichstag gewählt werde, der das Septennat bewillige, „weil dann die Unsicherheit aufhöre, die auf den Geschäften der Welt liege." Also diesem französischen Blatte selbst erscheint eine starke deutsche Heeresmacht nicht als Gefahr für Frankreich, sondern als Bürgschaft des Friedens. Auch der „Matin" erklärt es als die Ansicht der französischen Diplomatie, daß Bismarck aufrichtig den Frieden wolle, „seitdem sein Zweck, die Gründung des deutschen Reiches, erreicht sei." Mehr Verständniß für den großen Staatsmann bei dem Erbfeind, den er geoemüthigt, als unter dem Volke, das er groß und herrlich gemacht. — In dieser Zeit der Kriegsgerüchte mag folgende etwas militärisch angehauchte Militäranekdote erzählt werden: Ein wehrpflichtiger Ostschweizer wollte auf einen plötzlich eintreffenden Marschbefehl hin seine Ausrüstung Nachsehen und in guten Stand setzen. Alles fand sich richtig vor bis auf die P a t r o n t a s ch e. Trotz verzweifelten Suchens war keine Spur von dem unentbehrlichen Ausrüstungsgegenstand zu entdecken und dem Mund des ordnungsliebenden Wehrmannes entfuhr manch vaterländisches Kraftwort. Schließlich stellte sich durch Verrath eines 5jährigen Mädchens heraus, daß die Frau Gemahlin unseres Füsiliers die Patrontasche als Tournüre schon seit längerer Zeit in Gebrauch hatte. — Adelina Patti, die berühmte Sängerin, die gegenwärtig in San Franzisco konzertirt, hat am Mittwoch in Lebensgefahr geschwebt. Ein Irrsinniger schleuderte während des Konzertes im Opernhaus daselbst eine Bombe gegen sie, die jedoch zu früh platzte und den Irrsinnigen selbst verletzte. Kumoristisches. — (Bedenkliches Zeiche n). Nnn Gast rochen, wie gefällt Dir Dein Lehrer? — Ach Papa, der weiß ja gar nichts, der fragt mir ja Alle», heute hat er wieder gefragt, wer Amerika entdeckt hat. — (Richtige Bermuthung.) Hausirer (der von einem Herrn die Treppe hinabgeworfen wurde): „Gott der Gerechte, mir scheint, der will nichts von mir kaufen!" — (Verkannt.) Herr: „ . . . Wie, Amalie, Sie glauben, ich liebe Sie nur ihres Geldes willen? O, wie täuschen Sie sich! Ich würde Sie heirathen, auch wenn Sie, statt einer Million nur — eine halbe hätten!" — (Aergerliche Witterung.) „Nein, ist das ein dummes Wetter, heut' kalt, morgen warm: Da weiß man wirklich nicht, soll man seinen Winterpaletot oder seinen Sommerüberzieher — versetzen!" — (Erster Gedanke.) Maurer (der drei Stock hoch von einem Gerüst heruntergefallen, aber ohne Verletzung davongekommen iß, zu den anderen Maurern): „Sacra, das ist aber schnell gegangen!" — (Vorsorge.) „Herr Advokat, i' mScht mi' nur erkundigen, was kost't, wenn ma' Ein' a' Ohrfeig'» ohne Ueberlegung hinhaut?" — „Je nachdem — bis zu 20 Mark!" — Sakra! * Sie san theuer! Aber da — in Gott's Nam' — da san meine 28 Mark!" — „Was fällt Euch denn ein? Seid Ihr denn schon verurtheilt?!" — „Na! I' Hab' mein' Nachbarn die Ohrfeig'» no' gar net geb'n — aber krieg'n thut er 's, darauf können S' ihna verlassen, und da brauchet i' halt wegen'n Zahl 'net extra 'reinz'fahren'»! (Fl. Bl.) — (Das Vorrecht des Alters.) „Kindchen Kindchen, Du bist erst siebzehn Jahre alt und willst nun schon heirathen. Hast Du Dir diesen Schritt auch reiflich überlegt? Warte doch noch ein paar Jahre, denn Du bist noch gar zu jung!" — „Zu jung? Großmama, wie oft haben Sie mir nicht erzählt, daß Sie schon mit sechzehn Jahren geheirathet haben!" — „Ja, i—ch! — ich bin auch Deine Großmutter!" — (Kaltes Blut.j Offizier (zum Rekruten Müller, der zum ersten Mal eine Kanone abprotzen soll): „Kerl, Du zitterst wie ein altes Weib, ein Soldat muß kaltes Blut haben." — Müller: „Darum, Herr Lieutenant, weil mein Blut zu kalt ist, zittere ich. Mich friert eben." — WelkarSifchofsheim, 13. Febr. (Ergebniß der am 9. Februar 1887 stattgehabten Schöffengerichtssitzung.) 1. U.S.S. gegen Dienstmagd Christine Saffrich von Großeicholzheim z. Zt. in Feudenheim wegen Diebstahls und Unterschlagung wurde die Angeklagte in eine Gesammtgefängnißstrafe von 10 Tagen und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurrheilt. 2. U.S.S. gegen Schuster Jacob Keitel Ehefrau Regina geborene Röckert von Ehrstädt wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung wurde die Angeklagte in eine Gesammtgefängnißstrafe von 6 Tagen unter Kostenfolge verurtheilt. 3. U.S.S. gegen Christof Heinrich Schramm, Schuhmacher von Siegelsbach, zuletzt wohnhaft daselbst und Friedrich Heilmann, Schuhmacher von Eschelbronn, zuletzt wohnhaft daselbst wegen unerlaubter Auswanderung wurde jeder der Angeklagten in eine Geldstrafe von 50 Mark, welche im Fall der Unbeibringlichkeit in eine Haftstrase von je 12 Tagen umgewandelt wird, sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurtheilt. 4. U.S.S. gegen Johann Baptist Nimes, Schuster von Malsch, wegen Bedrohung und Bettels wurde der Angeklagte wegen Bedrohung in eine Gefängnißstrafe von 8 Tagen und wegen Bettels in eine Haftstrase von 6 Tagen, sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurtheilt, die Untersuchungshaft wird auf die Strafe angerechnct. 5. U.S.S. gegen Schmied Karl Braun von Helmstadt wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt wurde der Angeklagte in eine Gefängnißstrafe von 10 Tagen, worauf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet wird, sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurtheilt. Iiranksnrl a. M. 4ptzl. Stadl-Hörig. Tii. ir. von 1875. Die nächste Ziehung findet im März statt. Gegen de» Coursverlust von ca. 4 pHt. bei der Aus- loosung übernimmt das Bankhaus Hark Weuöurger, ILerN«, Kranzöstlche Straß« 13, die Versicherung für eine Prämie von 8 1?f. pro 100 Mark. Brnchsaler Marktbericht vom 12. Februar. Waizen pr. Ztr. M. 9.20. Kernen pr. Ztr. M. 9.—. Roggen pr. Ztr. M. . Gerste pr. Ztr. M. 7.50. Hafer pr. Ztr. M. 6.—. Welschkorn M. 6.75.. Misch- srucht M 6.75. Heu pr. Ztr. M. 3.10. Kornstroh pr. Ztr. M. 3.20. Butter V» Kilo M. —.75. Eier 10 Stück —.70. Milchschweine das Paar M. 14—18. Läuferschweine M. 50—60. Kartoffeln (20 Liter. 65 Pf. Aus dem Schweinemarkt waren 134 Milchschweine und 16 Läufer angetrieben. Frankfurter Geldeours vom i i. Febr. 20 Franken-Stücke ... 16. 9—12 Engl. Sovereigns. ... 20. 34—39 Dollar in Gold .... 4. 16-19 Russische Imperials ... 16. 64-68 Dukaten. 9, 55—59 \ r Amtliches VerMLiMSS-latl Kr Ses AmtsSezirL ZinsheiM ««> Sie Amlsgerichtsbczirke Sinsheim sn- Rerkarbilchssslzei» >. > Ersatzgeschäft belr. > 3468. Die Gemeindebehörden der Bezirke, welche mit der Ein- ! sendung der Stammrollen noch im Rückstände sind, werden veranlaßt, solche längstens bis zum nächsten Botentag bei Vermeiden der Absendung eines Wartboten hierher vorzulegen. Sinsheim, den 13. Februar 1887. Gr. Bezirksamt. Lecker. [236 J Raab. Das statistische Jahrbuch für 1886 betr. Nr. 3324. Die Bürgermeisterämter erhalten mit nächstem Botengang die Echebungsbogen zum Jahresbericht für 1886 in doppelter Fertigung mit dem Auftrag, dieselben ge n a u auszufüllen und ein Exemplar anher vorzulegen. Das weitere Exemplar ist in der Gemeinderegistratur aufzubewahren. Sinsheim, 11. Februar 1887. Großh. Bezirksamt. [234] Becker. • Hages-Grdrmng für die am Freitag de» 18. d. M., Vormittags 9 Uhr, in Sinsheim stattfindende Bezirksrathssitzung. I. Oeffentliche Sitzung. a. Zur öffentlichen Verhandlung ausgesetzte Verwaltungssachen: 1. Die Festsetzung der Entschädigung für die an Milzbrand umgestandene Kuh des Johannes Lörz Joh.S. von Hilsbach. 2. Die Festsetzung der Entschädigung für die an Rauschbrand umgestandene Kuh des Adam Gebhardt von Kirchardt. 3. Die Abänderung des Kassenstatuts der Fabrikkcankenkasse von Völker. Marx und Comp, in Waibstadt. 4. Die Anlage eines Wasenplatzes auf Gemarkung Weiler. 5. Die Anlage eines Wasenplatzes auf Gemarkung Siegelsbach. H. Geheime Sitzung. 1. Die Revision des Bezirkseinquartirungskatasters. 2. Die Abhör der gemeinsamen Gemeindekrankenkassen-Rechnung in Neckarbischofsheim. 3. Die Abhöc der Gemeinderechnung von Wollenberg. Vorstehendes bringen wir mit dem Ansügen zur öffentlichen Kennt- niß, daß die bezüglichen Aktenstücke zur Einsicht der Betheiligten und der Herren Bezirksrälhe vom 15. d. Mts. an, auf diesseitiger Kanzlei offen liegen. Sinsheim, den 1l. Februar 1887. Großh. Bezirksamt. Becker. [230] Raab. Nr. 1393. 1. Johann Georg Vogel, Steinhauer, geb. am 22. November 1860 in Weiler, zuletzt wohnhaft daselbst, 2. LudwigNößler,Landwirth, geb. am 20. Februar 1858 in Eschelbach, zuletzt wohnhaft in Hoffenheim, 3. Karl Christof Ludwig, Schlosser, geb. am 2. Dezember 1858 in Hoffenheim, zuletzt wohnhaft daselbst, werden beschuldigt, Vogler und Rößler als beurlaubte Reservisten, Ludwig als Wehrmann der Landwehr ohne Er- laubniß ausgewandert zu sein. Ueber- tretung gegen § 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuchs. Dieselben werden auf Anordnung des Grobherzoglichen Amtsgerichts Hierselbst auf Dienstag, den 5. April 1887, vormittags 9 Uhr, vor das Großherzogliche Schöffengericht Sinsheim zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach § 472 der Strafprozeßordnung von dem Königlichen Bezirkskommando zu Bruchsal ausgestellten Erklärung ver- urtheilt werden. Sinsheim, den 1. Februar 1887. Müller. Gerichtsschreiber des Grobherzoglichen Amtsgerichts. Hages-Hrdnmrg zur Schöffengcrichtssitzung vom Dienß- t»g den 15. Februar 1887. Vormittags 9 Uhr. 1. I. A.S. gegen Taglöhner Ludwig Klein von Sennfeld, wegen Bettels und Landstreicherei. 2. I. A.S. gegen die Dienstmagd Katharina Barbara Vögele von Sinsheim, wegen Diebstahls. 3. I. A.S. gegen Adolf Willmann und Jakob Weikum von Steins- furlh, wegen Betrugs. Vormittags 9 V 2 Uhr. 4. I. A.S. gegen Maurer Georg Vetter von Hilsbach, wegen Diebstahls. Sinsheim, 13. Februar 1887. Gr. Amtsgericht. [241] Schindler. Kirchardt. Drei Stück sehr schöne Öriginal- S im men. thaler Zuchtfarren hat unter Garantie zu verkaufen Kopp. Hengsthalter. Brautschleier abgepaßt und am Stück, Brautkränze, Muster Corsetten auch für Kinder, frisch eingetroffen bei M. Freudenberger, Eifenbahnstraße. Ztammtzch-Vecheigerung. Die Gemeinde Rohrbach versteigert im Gaben- schlag Freitag den 18. Februar 1887, Nachmittags 2 Uhr beginnend, gegen Baarzahlung: 40 Eichstämme, worunter sich 12 Stück sogenannte Holländer befinden, die übrigen Stämme eignen sich zu Bau- und Nutzholz, und 1 Forlenstamm. Rohrbach, den 12. Februar 1887. Bürgermeisteramt. [228] Grat. AMD iE- Ztammhch-Versteigmma Mittwoch den 23. Februar 188? Mittags 1 Uhr versteigern wir im hiesigen Gabenschlag: 33 Eichen, 7 Forlen * 4 Erlen, mit zusammen 56 Festmeier, wozu Liebhaber einladet. Hilsbach, den 12. Februar 1887. Das Bürgermeisteramt. Huber. 4MB ♦ 12321 Lang. Stminhch-VttstkiMllg. Am Samstag den IS. d. M. BoruiittagS S Uhr _ [versteigern wir aus hiesigem Gemeindewald „Distrikt 'großer Wald" ^ 170 Eichenstämme, ^ (worunter sich mehrere sog. Holländer befinden). Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Sinsheim. Waibstadt, 12. Februar 1887. Bürgermeisteramt. Völker. [242] A. Zürn. *M?JäDs »Mf» Stmnlhch-VkrstkMlliig. Am Freitag den 18. d. Mts. Nachmittags 1 Uhr werden im hiesigen Gabenschlag: 7 Eichen und 8 Forlen, mit zusammen 19,01 Festmeter versteigert. Daisbach, 12. Februar 1887. Bürgermeisteramt. GlaSbrenner. [227] Glasbrenner. Hoffenheim. ÄWchchDlßkMW. Am Donnerstag den 17. d. Mts. Nachmittags 1 Uhr [werden im hiesigen Gemeindewald gegen Baarzahl- [ung vor der Abfuhr versteigert: 63 Eichen, 1 Hainbuche, 3 Elsbeer, 20 Aspen. Hoffenheim, 11. Februar 1887. Bürgermeisteramt. Engelhardt. [224] Grimm. Die Freiherrlich LouiS von Göler'sche Verwaltung versteigert aus dem Streitwalde, Eschel- bronner Weg, zu Daisbach Donnerstag, 17. Februar l. 3. vormittags 10 Uhr -24 Ster buchen und eichen Brenn- und Nutzholz. Ster Stöckholz, 1000 Wellen, 1 Stamm I. Sorte eichen, 1 Stamm Idlerskirfche. __[235| Ein Lehrling» welcher das Rasieren lernen will» kann sofort eintreten. (204) Larl Trost. Einen schönen Zuchl-Kver, 10 Monate alt, verkauft Johannes Rudy, Weiler. Liegenschafts- Versteigerung. -‘ Freitag den 85. d. Mts., Nachmittags 1 Nhr. werden mit obervormundschaftlicher Genehmigung vom 2. d. Mts. Nr. 1016 auf dem Rathhause in Neidenstein aus der Verlassenschaft des Philipp Trautmann, Zimmermann von da, wegen Erbvertheilung öffentlich versteigert. Lagerbuch Nr. 230. Ein ein» und zweistöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stallung und Balkenkeller, nebst 63 Meter Hausgarten am Brunnenberg, einerseits Robert Jakob und Georg Weis, anderseits Bernhard Bodenheimer und Heinrich Böbel Wittwe, Tax 2500 M. Neidenstein, 11. Februar 1887. Das Bürgermeisteramt. Böbel. [2261 _ Grab. Bekanntmachung. Mit obervormundschaftlicher Genehmigung lassen die Erben des s- Jakob Michel von hier am Samstag den 26. Februar d. Is., Mittags 12 Uhr, im Rathhause dahier gegen baare Zahlung öffentlich zu Eigenthum versteigern. 1. Ein einstöckiges Wohnhaus mit Scheune und Stallung im untere« Dorf, neben August Laule und Ludwig Schieck, vornen die Straße hinten Philipp Adam Senges, nebst J / 2 Platz neben der Hauptstraße und ea. 10 Ruthen Hosplatz allda, neben selbst und der Straße nach Waibstadt, Anschlag 2800 M. Zweitausend achthundert Mark. Der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis oder darüber geboten wird. Helmstadt, 11. Februar 1887. Bürgermeisteramt. Braun. [229s Weiser. Bauarbeiten Vergebung. Nachstehende Arbeiten zum Neubau eines Wohnhauses hier sollen in Accord zur Ausführung gegeben werden: Im Anschlag: Mark. Maurerarbeit 2352 Steinhauerarbeit 477 Zimmerarbeit 1307 Schreinerarbeit 488 Verputzerarbeit 553 Eisenwaaren 65 Glaserarbeit 200 Anstreicherarbeit 133 Blechnerarbeit 73 Pläne, Kostenanschlag und Bedingungen liegen bei dem Unterzeichneten zur Einsicht aus, woselbst bis M i t t- woch den 16. d. MtS. die schrist- lichen Angebote im Einzelnen oder im Ganzen einzureichcn sind. Rappenau, 10. Februar 1887. Ehr. Straub. [217 > 'il - §tof|. fii ÄNtsnskiidchkii. Die Lieferung von circa 3500 kbm Kalkstein-Bahnschotter, frei Verladen in Bahnwagen einer Güterstation der Strecken Durlach-Heidel- berg, Heidelberg-Jagstfeld oder Meckesheim-Neckarelz, soll im Submissionswege vergeben werden und sind Angebote auf einen Theil oder die ganze Lieferung bis zu dem auf Montag den 21. Febrnar l. I. Vormittags S Uhr anberaumten Termine anher einzureichen. Die Lieferungsbedingungen liegen inzwischen auf dem diesseitigen Geschäftszimmer zur Einsicht auf. Heidelberg den 10. Februar 1887. Oroßy. ZSaynSau-Inspektor. Einladung. Mittwoch den 16. Februar, Nachmittags 3 Uhr, (nach Ankunft des Zuges) wird der Kandidat der vereinigten conservativen und nationalliberalen Partei Freiherr K. A. v. Köler im Saale des Gasthauses „z. Krone" in Steinsfurth in einer Wahlversammlung persönlich erscheinen und sein Programm entwickeln. Wir laden zu dieser Versammlung die sämmtlichen Wähler des Bezirkes ein. Namens der conservativen Partei: Pfarrer Strauß und Bürgermeister Brenneisen von -Reihe n. Pfarrer Hesselbacher und Gemeinderath Stork von Rohrbach. Leonhard Freimüller und Wilhelm Streik von St eins furth. Spar- mld Vaiskükalft Sillsheim. Annahme von Spar- und Mündelgeldern unter Bürgschaft der Stadgemeinde Sinsheim. Gewährung von Darlehen zu billigem Zinsfuß, sowie Abhandlung von Liegenschaftskaufschillingen unter günstigen Bedingungen. 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