Erscheint Dienstag, Donnerstag und Samstag. Abonnementspreis für hier und auswärts frei ins Haus geliefert nur 1 Mk. 50 Pf. J!S 108. Ter Lan-bote. Anzeiger für den Amtsbezirk Sinsheim und Umgebung. EinrückungSgebühr die kleingespaltene Zeile oder derenRaum 10 Pf. Reklamen werden mit 20 Pf. die Zeile berechnet. Briefe undGelder frei Dienstag dm 13. Septemöer 1887. 48. Jahrgang. ' politische Kmschau. Sinsheim, 12. September 1887. KaiserWilhelm reiste gestern nach Stettin zu den Manövern und reist am 17. September Abends nach Berlin zurück. Das Programm ist amtlich mitgetheilt. Czar Alexander kommt nicht. Die Königsberger Korpsmanöver, an welchen in Stellvertretung des Kaisers Prinz Albrecht theilgenommen hat, sind in jeder Beziehung befriedigend verlaufen. Die zahlreichen Festlichkeiten, mit welchen Königsberg die Anwesenheit des Kaisers zu feiern gedachte, haben auf Wunsch deffelben auch in seiner Abwesenheit ftatlgefunden und sind ebenfalls glänzend verlaufen. Prinz Albrecht kehrte am Samstag Nachmittag nach Berlin zurück. Bismarcks Organ, die „Nordd. A. Z.", hat sich zum zweitenmal über die deutsche Politik Rußland gegenüber ausgesprochen. Sie erklärt, Deutschland sei des russischen Entgegenkommens nicht bedürftig. Deutschland knüpfe weder Befürchtungen noch Hoffnungen an die ruffische Politik und erwarte von dieser weder Handlungen noch Unterlaffungen durch Opfer an Jntereffe oder Würde: die Stärke der deutschen Politik bestehe in ihrer Bedürfnißlosigkeit, es fehle ihr jeder Grund, Rußland Dienste zu erweisen, um Gegendienste zu erwarten. Achtung vor den Verträgen sei ihr Ziel. Brieflichen Meldungen aus Sophia zufolge sind derBildung desneuen bulgarischen Kabinets sehr lebhafte Auseinandersetzungen zwischen dem Prinzen Ferdinand und den Mitgliedern der gewesenen Regentschaft, wie auch des früheren Kabinets vorangegangen. Prinz Ferdinand stellte die Alternative auf, daß er entweder ein rein militärisches Kabinet bilden, oder das Land verlaffen und in beiden Fällen Diejenigen zur Verantwortung ziehen werde, die ihn nach Bulgarien beriefen, um ihm im Augenblicke des dringendsten Bedürsniffes ihre Unterstützung zu verweigern. Diese entschiedene Sprache des Prinzen, verbunden mit den Berichten aus Konstantinopel über die Wirkungen, welche die endlose Ministerkrise auszuüben beginne, führten indirekt zur Konstituirung des jetzigen Ministeriums. Im englischen Parlament befürwortete der Abgeordnete Tanner die Uebergabe der Insel Helgoland an Deutschland. Der Minister antwortete, ihm sei unbekannt, daß Deutschland Helgoland zu erwerben wünsche oder daß es eine Drohung für sich darin sehe, daß Helgoland im englischen Besitz sei. Ist dieser Vorgang nur ein Vorstoß? Der ehemalige Polizeiinspektor Schnäbele wird am 10. Oktober pensionirt werden. Er wird, wie aus Nancy gemeldet wird, seinen ursprünglichen Beruf als Lehrer wieder ausnehmen und in einer Privatschule dieser Stadt deutschen Unterricht ertheilen. Vermuthlich wird er dabei auch noch die gleiche Nebenbeschäftigung wie früher in Pagny betreiben. Aus Melbourne 7. ds. meiden die englischen Blätter: Nachrichten aus Samoa zufolge landete das deutsche Geschwader, nachdem es dem König Malietoa wegen auf deutschen Plantagen verübter Räubereien eine schwere Geldbuße auserlegt hatte, 500 bewaffnete Matrosen, welche die Flagge Tamaseses, des nebenbuhlerischen Königs, aushißten, ihn zum Monarchen der Samoainseln ausriefe« und Malietoa den Krieg erklärten. & tzterer wollte Widerstand leisten, allein der britische und der amerikanische Konsul riethen ihm, sich in das Unvermeidliche zu fügen, und erklärten, daß ihre Negierungen Tamasese als König nicht anerkennen würden. Die Deutschen erklärten, daß sie die Neutralität von Apia verbürgen würden, wenn ihre Truppen unbehelligt blieben. Deutsches Weich. Stuttgart, 10. Sept. Staatsrath Schmid ist zum Minister des Innern ernannt worden. Berlin, 8. Sept. Fürst B i s m a r ck ist heute von Kiffingen abgereist und wird morgen in aller Frühe hier erwartet. Am Samstag kommen Kaiser und Kaiserin von Babelsberg hieher, um sich am Sonntag nach Stettin zu begeben, wohin Fürst Bismarck sie vermuthlich begleiten wird. — 9. Sept. Dem Reichstage werden mehrere wichtige elsaß-lothringische Gesetze zugehen, über welche, wie man hört, zwischen Fürst Hohenlohe und Fürst Bismarck Besprechungen statlge- funden haben. — 10. Sept. Der Reichskanzler Fürst Bismarck begab sich um 1% Uhr nach Babelsberg zum Vortrag beim Kaiser. Königsberg, 8. Sept. Der gestrige Fackelzug der Studierenden verlief glänzend. Im Innern des Schloßhofes brachte der Senior des Korps Masovia ein Hoch auf den Kaiser aus. Heute Mittag begab sich der Prinz zum Kaiserrennen nach Metgethen. Für heute Nachmittag ist der Besuch der Universität in Aussicht genommen. Um 6 Uhr findet das Festeffen des Provinzinalverbandes statt. Ausland. Wien. 9. Sept. Bukarester Depeschen zufolge habe der Kriegsminister den höheren Offizieren in Sofia erklärt, die bulgarische Regierung sei entschlossen, einer bewaffneten Intervention den äußersten Widerstand zu leisten. Brünn, 9. September. In Pausram fand ein nationaler Bauern tag statt, wobei die Gründung eines deutschen Nationalvereins beschlossen und die Nothwendigkeit der Einigkeit der Deutschen betont wurde. Budapest, 9. Sept. Prinzessin C l e m e n t i n e von C o b u r g, die Mutter des Fürsten Ferdinand, ist vom Damen-Wohlthätigkeits-Verein in Philippopel zur Ehrenpräsidentin gewählt worden. Die Prinzessin erklärte telegraphisch die Annahme der Ehrenstelle. Rotterdam, 8. Sept. Hiesige Sozialisten hatten gestern Abend im Volkskaffeehause eine Festlichkeit zu Ehren des Sozialistenführers D o- mela-Nieuwenhuis vorbereitet. Als letzterer mit mehreren Anhängern vor dem Kaffeehaus erschien, suchte die auf der Straße versammelte große Volksmenge den Eintritt zu hindern, so daß die Polizei den Weg erst srei- machen mußte. Die Menge griff darauf das Kaffeehaus mit Steinwürsen an, riß die daran befindliche rothe Fahne herab und verbrannte dieselbe auf der Straße. Trotz des Abwehrens der Polizei drang die Menge in das Kaffeehaus ein und zerstörte dasselbe vollständig. Die Sozialisten waren inzwischen aus dem Haus geflüchtet. Die antisozialistischen Kundgebungen dauerten den ganzen Abend fort, erst gegen Mitternacht gelang es. die Ruhe wieder herzustellen. Paris, 10. September. Bei dem gestrigen Bankett im Miluärkasino zu Castelnaudary brachte Kriegsminister Ferron einen Toast auf das 17. Armeekorps und dessen Kommandeur aus und sagte, der angestellte Versuch habe den Eifer der Civilbehörden und die Hingabe der Bevölkerung gezeigt, von denen man alles verlangen könne, wenn es sich um die Interessen des Vaterlandes handle. Der Versuch habe jeden Zweifel, der in der Nation obgewaltet, beseitigt und dem Parlamente, sowie dem Volke ein Vertrauen eingeflößt, das es bisher nicht besessen. Er danke dem Armeekorps und dessen Chef, namens der Negierung und des Landes. — Dem „Temps" wird telegraphirt, Frankreich wolle seinen Konsul aus Rustschuk abberufen, da derselbe Drohbriefe erhalten habe und seines Lebens nicht mehr sicher sei. Es herrsche große Anarchie in Rustschuk. London, 10. September. Bei dem heute Nachmittag in Mitchelstown in Irland stattgehabten Meeting, das gegen den Haftbefehl Wider den Deputirten Obrien sich aussprechen sollte, wurden die Polizeimannschaften mit Stockschlägen und Steinwürfen mißhandelt und theil- weise schwer verletzt. Die Polizei gebrauchte infolge dessen die Schußwaffen, wodurch zwei Personen getödter wurden. Sofia, 8. Sept. Heute wurde der Mas, betr. die Aushebung des Belagerungszustandes, veröffentlicht, und die Opposition bereitet nunmehr die Herausgabe von Blättern vor, welche das gegenwärtige Regiment bekämpfen solle». Merschiedenes. * Sinsheim, 10. Sept. Unserem Berichte über die gestern in hiesiger Stadt begangene Geburtstagsfeier Seiner Königlichen Hoheit des Grobherzogs haben wir folgendes nachzutragen: Vormittags 11 Uhr fand auf dem Karlsplatze die Verlheilung der vom Gemeinderath Sinsheim gestifteten Medaille für 20jäh- rige Dienstzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr an 18 Feuerwehrmänner statt. Herr Gemeinderath Himmelstein, welcher namens des Kollegiums den Vertheilungsakt vornahm, indem er in kurzen einleitenden Worten die Veranlassung der Stiftung darlegte und auf das warme Jntereffe hinwies, welches die Stadt an dem Bestände der Feuerwehr habe, gleichzeiitq aber auch seine volle Anerkennung über die Thätigkeit derselben aussprach. In einem Nachwort legte Herr Himmelstein den Dekorirten ans Herz, die Medaille stetssorl in Ehren zu halten und ermahnte dieselben, sie möchten wie bisher, auch ferner dem schönen Beruie der Feuerwehr sich widmen. Mit einem Hoch auf die Freiwillige Feuerwehr schloß derselbe. Der 2. Kommandant, Herr Sladtrechner Schick, dankte in seinem und im Namen der Mitdekoririen für das sinnige Ehrenzeichen und brachte auf den Gemeinderalh, „den Beschützer und Förderer des SinSheimer Feuerlöschwesens", ebenfalls ein Hoch aus. Die Medaille erhielten die Herren: Sladtrechner Ludwig Schick, 2. Commandanl, Philipp Weder, Tambour, Jakob Link, Landwirth, Jakob Schick, Landwirth, Wilhelm Grrmm, Ziegler, Georg Keller, Bierbrauer und Johann Schick. Landwirth — für 22jährige Dienstzeit; die Herren: Philipp Bauer. Musiker, Heinrich Morano, Taglöhner. Jakob Kunzelnik, Landwirth, Kon- rad Flühr, Waagmeister, Anton St euer - wald, Schneider, Heinrich St reib, Sattler, Jakob Wirth, Schreiner, Adolf Gebhardt, Blechner und Karl Blum, Kaufmann — für 21jährige Dienstzeit; Karl Doll, Straßenwart und Valentin Rohleder, Taglöhner — für 20jährige Dienstzeit. — Mittags 1 Uhr fand, wie bereits erwähnt, im Gasthaus zur „Sonne" ein Festessen statt, welches sehr zahlreich besucht war und einen seiner Bedeutung entsprechenden, schönen und würdigen Verlauf nahm. Den Toast auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog brachte der Großh. Nmtsvorstand Herr Oberamlmann Becker aus. Unter Hinweis auf den ungewöhnlich zahlreichen Besuch der Versammlung aus allen Kreisen und Ständen, der ohne Zweifel dem Einfluß der glänzenden Tage zuzuschreiben sei, die sich eben jetzt in unserer Nähe abgespielt, anläßlich welcher viele unserer Bezirksangehörigen Gelegenheit hatten, die erhabene Person unseres Landesfürsten zu begrüßen — wies der Herr Redner zunächst aus die hohen militärischen Funktionen hin, welche diesmal zur Anwesenheit des hohen Herrn im Bezirke Veranlaflung gaben und gedachte in einem historischen Rückblick der besonderen Verdienste, welche speziell unser Großherzog an der Gründung des neuen deutschen Reiches sich erworben. Insbesondere erinnerte Redner daran, wie Großberzog Friedrich nach Errichtung des Reiches auch einen thalsächlichen Beweis seines hohen patriotischen Opfermuthes an den Tag legte, indem er, auf seine eigene Militärhoheit verzichtend, sein Contingent dem großen deutschen Heere unmittelbar einreihte, zu desien tüchtigstem Bestandtheile es nunmehr gehöre. Wie aber unser Landesfürst auch den inneren Fragen stets die allseitigste Fürsorge zutheil werden lasie, das sei ebenfalls während seines jüngsten Besuches unserer Gegend jedermann zum erneuten Bewußtsein gekommen. Und ebenso, wie Großherzog Friedrich bei uns der Interessen der Landwirlh- schast treibenden Bevölkerung aufs wärmste fich angenommen, so sei dies nicht minder in anderen Theilen unseres Landes bezüglich des Gewerbes der Fall, und ein Blick auf unsere aufblühenden Städte zeige, wie hier das Streben der Regierung des Großherzogs auf eine großartige kommerzielle Entwickelung, dort auf die ausgiebigste Pflege der Wissenschaften, dort auf höchste Entfaltung des ueuerwachten Kunstgewerbes und Pflege und Förderung der schönen Künste sich geltend mache. So sei eine harmonische Entwickelung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens bei uns zu bemerken, und so müffe deshalb das badische Volk mit besonders gehobenen Gefühlen, gemischt mit Stolz und hoffnungsfreudiger Zuversicht, den Tag der Wiederkehr des Geburts« festes des Landesherrn festlich begehen. Wenn wir den Landesfürsten auf seiner gestrigen Reise von der Schwarzbach nach der lieblichen Mainau in Gedanken begleiten, mit ihm den Weg gehen durch die gesegneten Fluren der Pfalz und der Rheinebene, durch die herrlichen Thäler des Schwarzwaldes, den sagenreichen Höhgau mit seinen Burgen und Schlössern bis an das Seegestade, wo die majestätischen Gipfel der Alpen ihre Grüße über die ruhigen Gewäffer des Untersees herübersenden, und wenn auf dieser weiten Fahrt durchs Land von hunderten von Dörfern und Städten die Glocken von den Kirchthürmen herniederklangen und Thäler und Höhen widerhallten von dem Tosen der Geschütze — da habe wohl auch unfern Landesherrn ein mächtiges Gefühl ergriffen und sei es ihm sicherlich neuerdings vor Augen getreten, wie die verschiedenen und verschiedenartigen Theile unseres engeren Vaterlandes ihr vornehmstes gemeinschaftliches Band erkennen in der gemeinsamen treuen Anhänglichkeit an unser erhabenes Fürstenhaus, als dessen Haupt und Träger wir Großherzog Friedrich besitzen. Nachdem der Herr Redner zum Schluffe hervorgehoben, daß auch die Bewohner unserer Stadt und unseres Gaues, der erst vor Kurzem wieder einen besonderen Beweis landesvälerlicher Huld erfahren, noch niemals in der Bethätizung patriotischer Gesinnung hinter anderen • zurückgestanden seien und sich mit Recht zu den besten Söhnen des Vaterlandes stellen dürften, forderte er die Versammlung auf, sich mit ihm in dem Ruf zu vereinigen: „Seine Königliche Hoheit unser Großherzog lebe hoch!" Dreimal durchbrauste das „Hoch" begeistert den Saal und die Feuerwehrmusik, deren gelungene Vorträge zur Hebung der freudigen Fcstesstim« mung wesentlich beitrugen, fiel mit einem kräftigen Tusch ein. * Sinsheim. II. Sept. Alljährlich ereignen sich zahlreiche Unglücksfälle beim Ostbrechen und mehr noch beim Tabak-Aushängen, indem der Eine vom Baum, der Andere von irgend einem Gebälk herunterstürzt und entweder den Hals oder verschiedene Glieder bricht. Da in gegenwärtiger Zeit die bezeichneten Arbeiten wieder vorgenommen werden, möchten wir jeden der dabei Betheiligten, dem Gesundheit und Leben und das Wohl der Seinen am Herzen liegt, recht eindringlich zur Vorsicht ermahnen. Als erneuten Beweis, wie überaus nothwendig diese ist, führen wir gleich zwei in der „Kcaichgauer Zeitung" verzeichnete Unglückssälle vom letzten Mittwoch an. Der eine ereignete sich in Friedrichsthal, woselbst ein 60jähriger Mann beim Tabakaufhängen vom Schopf hcrunterfiel und sich dadurch schwere innerliche Verletzungen zuzog. Auf die gleiche Art, jedoch mit tödtlichem Ausgang, verunglückte der Landwirth Valentin Leber in Neudorf. Während der verflossenen Kirschenernte halten wir ebenfalls verschiedene Unglücksfälle mitzutheilen gehabt. Die daran geknüpften Mahnungen sollen in der oben ausgesprochenen eine zeitgemäße Wiederholung finden. Pf Michelfeld. 10. Sept. Auch hier wurde das Geburtsfest unseres allgeliebten Großherzogs festlich begangen. Böllerschüsse und Glockengeläute verkündeten dasselbe am Vorabende, was beides am Festtags selbst früh 'A6 Uhr sich wiederholte. Die Straßen waren beflaggt. Um 9 Uhr vormittags war Festgottesdienst und bewegte sich zur Theilnahme an demselben die Schuljugend vom Schulhause aus in einem Zuge zur Kirche. Abends '/z9 Uhr fand vor versammelter Casino- gesellschast im „Adler-Garten" bengalisches Feuerwerk statt, welchem später im Saale „Zum Adler" eine angenehme, muntere und fröhliche Unterhaltung folgte. § Hclmstadt, 11. Sept. Nachdem die Truppenübungen bei uns ihr Ende erreicht haben, ist auch das alltägliche Leben wieder eingekehrt und Ihr in letzter Zeit saumselig gewesener Correspondent findet nunmehr Muße, Ihrer Redaktion wieder einmal einen kleinen Beitrag zu liefern. Wie Ihnen aus der s. Zt. in Ihrem geschätzten Blatte abgedruckten Dislokation erinnerlich sein wird, war der hiesige Ort sehr stark und volle 23 Tage mit Truppen belegt und waren insbesondere auch die Höchstbesteuerten damit in geeignetem Maße bedacht. — Trotzdem hier sowohl die Quartiergeber als auch die Quartiernehmer, soviel ich bis jetzt erfahren konnte, in jeder Hinsicht zufrieden gestellt, sind nur in zwei Fällen Klagen laut geworden, die jedoch durch das energische Eintreten der Einquartierungs- Commission ihre sachgemäße Erledigung fanden. Im Uebrigen herrschte also nur eine Stimme des Lobes und sind die Soldaten gewiß ungern aus ihren hiesigen Quartieren geschieden. Dem musikalischen Ohr war während der Einquartierungsdauer mancher Genuß geboten, da von Anfang an die Kapelle des Grenadierregiments 110 unter der bewährten Leitung des Herrn Musikdirektors Schirbel hier einquartiert war, welche ihre herrlichen Weisen bald im Park des Berlichingen'schen Schlosses, bald im Hofe der Weller'ichen Besitzung — wo die höheren Offiziere Wohnung bezogen hatten — spielte. Der Familie Weller speziell aber wurde am Vorabend des Abmarsches von der genannten Kapelle ein aus mehreren Stücken bestehendes Abschiedsständchen gebracht. All dies ist nun vorüber: es waren der Lasten und Mühen viele, doch auch manche vergnügte Stunden hatten die Soldaten gebracht und soll ihnen deshalb ein freundliches Gedenken werden. 2. Hilsbach, 10. Sept. Vergangenen Donnerstag Nachmittags kam der Müller Gemeinderath Sauter beim Abstellen des Werkes in das Getriebe zweier Mühlräder, wodurch ihm der linke Arm stark verquetscht wurde. — Aus Baden. Der Artillerie-Sergeant, welcher am Montag auf dem Manöverfelde bei Hclmstadt durch eine unversehens losgegangene Kanone schwer verletzt wurde, soll in dem Laza- reth zu Karlsruhe, wohin man ihn verbrachte, bereits am andern Tage verstorben sein. — In Bruchsal wurde der Caffirer Stadermann der Central-Weichen- und Maschinenfabrik Schnabel und Hennig dortselbst wegen Unterschlagung verhaftet. Nach der „Kraichg. Ztg." handelt es sich um 10000 Mk., nach andern Nachrichten gar um 40000 Mk. — In Oberhausen fiel dieser Tage das 2jährige Söhnchen des Wagners Hermann Rothard in die im Hofe befindliche, volle eingedeckte Psuhlgrube und ertrank. — Vor einigen Tagen ertranken im Rhein bei Linkenhrim zwei Burschen im Alter von 24 bis 26 Jahren beim Kiesführen. Der Nachen, mit vier Mann besetzt, kippte um, so daß zwei ihren Tod fanden, während die andern sich durch Schwimmen relteten. — Der au Athmungsbeschwerden leidende Eierhändler Jakob Klump in Karlsruhe, welcher Freitag nachts am Fenster seiner zwei Etagen hoch gelegenen Wohnung Luft schöpfen wollte und sich anscheinend zu weit herausbeugte, stürzte hinab und wurde alsbald als Leichs vom Platz getragen. — Ein Bauer von Kartung bei Sinzheim hat sich aus Reue, weil er einen Weinberg zu billig verkauft habe, erschoffen. — Ferner hat ein stellenloser Kellner in der Nähe des früheren sog. Jesuiten-Schlößchens bei Baden seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. — In Freiburg siel der ledige Schieferdecker Konrad Bern» von Thayingen (Schweiz) vom Dache eines Neubaues in der Bismarckstraße und starb sofort an den Folgen des dabei erhaltenen Schädelbruchs. — Ein eigenartiges Geschenk ist dem Reichskanzler dieser Tage in Kiffingen zuzegangen. Dasselbe besteht in einer echten indianischen Friedenspfeife, die aus dem Besitze eines indianischen Häuptlings stammt. Dieselbe ist dem Fürsten Bismarck von einer nordamerikanischen Verehrerin als ein Zeichen der Anerkennung seiner Verdienste um die Erhaltung des Weltfriedens verehrt worden. — In Leipzig wurde am 9. ds. die erste allgemeine AusstellungfürVolks-Gesund- heitspflege eröffnet. — Alle Gasthöfe in Toblach, in Niederdorf, Jnnichen und im weiten Umkreise sind überfüllt, und zwar von Engländern, die aus ganz Tirol zusammengekommen sind, um das deutsche Kron- prinzen-Paar zu sehen und in s-iner Nähe zu weilen. — In Neusiedl bei Nikolsburg brach ein großer Brand aus, der innerhalb 2 Stunden 108 Häuser einäscherte. Eine Frau fand, laut „Fr. Ztg.", in den Flammen den Tod, mehrere Kinder werden vermißt. — Ganz Toulouse lacht und Deutschland lacht mit. Alle Spione hatte die Polizei wieder laufen lassen müssen, aber endlich hatte sie einen Hauptfang gemacht, 6 Herren auf einmal, die zwar vortreffliches Französisch sprachen, aber sich durch ihren Accent als Deutsche verriethen, wie die Polizei sagte. Aber siehe da, es waren nicht Deutsche, sondern 6 Abgesandte der Pariser Geheimpolizei. WumänisLe 6 ptzt. Htente. Die nächste Ziehung findet am 1. Oktober statt. Gegen den Conrsverlust von ca. 5 pGk. bei der Ausloosung übernimmt das Bankhaus Gart HleuSnrger, Merlin, ArauMlche Straß« 13 die Versicherung für eine Prämie von 4 2ksg. pro 10« Mar«. Kopftnöerrchte. Schwetzingen, 10. Sept. Gestern wurde eifrigst gehandelt; die Händler suchen meist prima Waare an sich zu bringen und zahlen für solche gerne Mk. 90. Mittlere Sorte zu Mk. 70—80, sekunda 60—70. Zum Abwiegen gelangten 137 Ztr. zur Stadtwaage. Aus Bade», 9. Sept. Das Hopfengeschäst hat in den jüngsten Tagen einen lebhafteren Charakter angenommen. An allen Produktionsplätzen unserer Gegend befinden fich fremde und einheimische Käufer und sind infolge der starken Nachfrage die Preise im Steigen begriffen. Prima Waare wird bis zu Mk. 80 und an bevorzugten Plätzen selbst bis zu Mk. 90 bezahlt. Auch am Nürnberger Markt herrscht ein sehr reger Verkehr. Krona«, 8. Sept. Nachdem die Hipfenkäufer noch in voriger Woche auf die Forderungen von 50 bis 60 Mk. seitens unserer Prodncenten nur em vornehmes Kopfschütteln hatten, sind in den letzten Tagen gerne 70—80 Mk. und darüber bezahlt worden. Leider läßt die Ernte an Menge sehr zu wünschen, während die Qualität unser kleindoldigen Waare mit Recht sehr geschätzt wird. Von der Tauber 9. Sept. In der Gegend von Neustadt a. Aisch wurden bis jetzt von Händlern 70 bis 80 Mk. für den Ztr. Hopfen geboten. Die Producenten beachten jedoch diese Angebote nicht, da sie aus höhere Preise rechnen. — Kppiuge«, 9. Septbr. (Schw e i n e markt.) Heute waren die Preise 6—12 Mark per Paar. Keidekderg, 10. September. (Marktpreise.) Heu per Ctr. Mk. 2.70 bis 3.-, Stroh per Ctr. Mk. 2.40. bis 2.60. Butter in Ballen 90 bis Mk. 1.05. Butter in Pfund Mk. 1.10 bis 1.20, Eier per Hundert Mk. 4.80 Mk. 5.80, per Stück 5 bis 7 Pfg. Neue Kartoffel, per Malter 250 Pfund Mk. 8.— bis 9.50, per 20 Liter Mk. 1.20 bis 1.40. Bremen, 7. Sept. Der Postdampser „Amerika," vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. — 10. Sept. Der Postdampser „Ems," vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist heute 4 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Amtliches VeMMMgsbla tk lsr dev AmksSeürK Sinsheim srrZ Sir AmlsgerichtsberirLe Sinsheim rm- NtckarbilchslchriA Bekanntmachung. Die Bekämpfung der Reblausgefahr betr. Nachdem in letzter Z it das Vorkommen der Reblaus in der Umgebung von Biebrich a. Nh. nachgewiesen worden ist und die Annahme besteht, daß das Insekt s. Zt. durch Bezüge von Neben aus Cannstatt in Württemberg dorthin verschleppt wurde, erscheint es dringend geboten, alle Reben, welche seit Anfangs der siebenziger Jahre von einem der beiden Orte nach dem Gcoßherzogthum bezogen worden sind, einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen. An die Besitzer von Rebanlagen oder Reben, welche innerhalb der erwähnten Zeit Wurzelreben aus einem der erwähnten Orte bezogen haben, ergeht deßhalb die Aufforderung, über solche Bezüge und über den j tz'gen Standort der betreffenden .Reben schleunigst Mütheilung an die agriculturchemische Versuchsstation Karlsruhe gelangen zu lassen. Die Mittheilung ist auch dann zu erstatten, wenn die betreffenden Reben ein vollkommen gesundes Aussehen zeigen. Karlsruhe, den 5. September 1887. Großherzogliches Ministerium des Innern. Der Ministerialdirektor: Eisenlohr. [1407J Blattner. Die Betreibung der Gemeindeausstände ' für 1887 betr. Nr. 15 678. Die Gemeinderäthe der Gemeinden des Bezirks, welche mit der gemäß diesseitiger Verfügung vom 2. v. Mls. Nr. 13 739 Landbote Nr. 92 zu machenden Anzeige im Rückstände sind, werden an die Erledigung mit Frist von acht Tagen erinnert. Sinsheim, den 8. September 1887. Großh. Bezirksamt. Becker. [1412] Den neuen Schädling an Kartoffeln und Tabakpflanzen betr. Nr. 15 770. Diejenigen Bürgermeisterämter des Bezirks, welche mit der mit diesseitiger Verfügung vom 9. v. Mts. Nr. 14 100, Amtsblatt Nr. 94. verlangten Anzeige noch im Rückstand sich infinden, werden hieran dringend erinnert. Sinsheim, den 10. September 1887. Großh. Bezirksamt. Becker. [1420] Die Herbstübungen pro 1887 hier die Abschätzungen der Flurschäden betr. Nr. 15 562. An die Gemeindebehörden des Bezirks: Indem wir auf die diesseitige Verfügung vom 19. v. Mts. Nr. 14 608 — Amtsblatt Nr. 99 — Hinweisen und auf die Instruktion — Reichsgesetzblatt 1887 Seite 434 — zur Ausführung des Gesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875 — Reichsgesetzblatt Seite 52 — und der dazu ergangenen abändernden Bestimmungen des Gesetzes vom 21. Juni 1887 — Reichsgesetzblatt Seite 245 — aufmerksam machen, veranlassen wir die Bürgermeisterämter derjenigen Gemeinden, auf deren Gemarkung Trurpenübungen stattgefunden haben, beziehungsweise stattfinden, sofort durch Ausschellen bekannt ZN machen, daß die wegen Flurschäden entstandenen Forderungen bei dem Orts- vorstande unverzüglich und längstens bis zum 14. September d. I. anzumelden sind. Die einkommenden Anmeldungen werden sodann vom Ortsvorstande dur-b Ausfüllen der Kolonnen 1 — 7 der Nachweisung Beilage E. — Reichsgcsetzblatt 1887 Seite 482 — (die Impressen können von den Ortsvorständen bei der Buchdruckerei von G. Becker in Sinsheim bezogen werden), gewannweise in der Reihenfolge wie die betreffenden Grundstücke liegen, zusammengestellt. Kolonnen 6 und 7 sind mit Blei auszufüllen. Wollen die Betheiligten keine bestimmte Entschädigungsforderung stellen, so bleibt Kolonne 6 a unausgefüllt. Die deßfallsigen Nachweisungen sind von dem Ortsvorstande der Abschätzungskommission bei ihrem Eintreffen zur Prüfung und weiteren Ausfüllung vorzulegen. Bürgermeister und Feldhüter müssen beim Schätznngstermin anwesend fein nnd über die Lage der beschädigten Grundstücke und deren Besitzer der Abschätzungskommission genaue und zuverlässige Auskunft geben können. Sodann darf nicht unterlassen werden, die beschädigten Grundbesitzer darauf hinzuweisen, daß sie dem Abschätzungsgeschäst anwohnen sollen und Ansprüche, die in Folge de? Ausbleibens der Betheiligten nicht gehörig erm ttelt werden können, unberücksichtigt bleiben, sowie, daß sie, wenn zur Vermeidung größeren Schadens eine Aberntung der beschädigten Felder vor dem Eintreffen der Abschätzungskommission angezeigt erscheint, die Entscheidung des Ortsvorstandes darüber anzurusen haben, ob und in wie weit die Aberntung einzutreten hat; die alsbaldige Aberntung ist anzu- ordnen, insoweit beim Verbleiben der Früchte aus dem Felde ein höherer als der durch die Truppen verursachte Schaden entstehen würde, namentlich also bei Früchten, die dem Verderben ausgesetzt sind. Wird die Aberntung angeordnet, so hat der Bürgermeister in Gemeinschaft mit zwei unparteiischen Ortseinwohnern den Stand der beschädigten und abzuerntenden Felder, das Quantum (Fuder u. s. w.) und die Qualität der übriggebliebenen Früchte und deren etwaige weitere Verwendbarkeit (z. B. als Viehsutter) und den hiernach sich ergebenden Umsang des Schadens sestzustellen. lieber das Ergebniß ist ein Protokoll aufzunehmen, welches alle Punkte enthält, die bei der Schadensermittelung maßgebend waren, damit die Abschätzungskommission, der seiner Zeit das Protokoll zuzustellen ist, dem letzteren alle Anhaltspunkte entnehmen kann, welche für ihre Prüfung nothwendig sind. Ist der Ortsvorstand selbst der Beschädigte, so muß er die Nothwendigkeit der Aberntung vor dem Eintreffen der Abschätzungskommission, sowie den Umsang des Schadens durch zwei unparteiische Zeugen constatiren lassen. Beschädigungen, welche nicht durch Truppenübungen selbst, sondern auf andere Weise, im Besondern dadurch entstanden sind, daß die Betheiligten das rechtzeitige Abernten unterlassen haben, begründen keinen Anspruch aus Vergütung. Arbeiten und Aufwendungen, von welchen die Interessenten gewußt haben, daß sie durch die Truppenübungen der nächsten Tage zerstört werden mußten, begründen einen Anspruch ans Schadloshaltung gleichfalls nicht. Schließlich bemerken wir, daß die Abschätzungskommission aus dem Unterzeichneten Amtsvorstande als Kommissär der badischen Landesregierung, dem Königlich Preußischen Major vom 2. Badischen Grenadier-Regiment Nr. 110, Herrn Putzki und dem Jnie»dantur-Rath Herrn Volmar, sowie den Herren Gutspächter Seitz in Babstadt und Bezirksrath und Gastwirih Julius Schieck in Neckarbischossheim als Sachverständigen besteht. Der Tag des Zusammentritts der Kommission im Bezirk, beziehungsweise des Beginns des Abschätzungsgeschästs, wird noch besonders bekannt gemacht. Wir sehen spätestens auf 17. September seitens der obenbezeichneten Gemeindebehörden einer berichtlichen Anzeige darüber entgegen, ob auf ihren Gemarkungen Flurschäden vorgekommen sind und deßhalb die Abschätzungskommission dortselbst in Thätigkeit zu treten hat. Sinsheim, den 7. September 1887. Großh. Bezirksamt. Becker. [1387] II. Mühle- Versteigerung mit event. Mühle-Verpachtung. Die Erben der f Müller Leonhard ! Scheid Eheleute von hier lassen im Rathhause dahier Montag den 26. September 1887, Uaihmittaag 4 Uhr. einer zweiten öffentlichen Versteigerung zu Eigenthum mit Zuschlag auch unter dem Anschlag und eventuell für den Fall der Nichtgenehmigung dieses Zuschlags zur Verpachtung aussetzen. Die sog. „Schmollen-Mühle" mit aller liegenden und fahrenden Zugehörde, insbesondere: 1 . Lagerbuch Nr. 4926. 13 Ar Hofraithe, darauf Gebäude Nr. 489. Eine dreistöckige Kunstmühle nebst Mühle-Einrichtung, Wasserbau, zweistöckige Schälmühle, einstöckiges Wohnhaus , Holzremise mit Wohnstube, Scheuer mit Stallung, Schopf und Schweinställe, mit einer Mauer umgeben und mit anliegenden: 3 Ar 90 Meter und 13 Ar Garten, 92 Ar 75 Meter Wiesen und 11 Ar 10 Meter Acker und Baumstück. 2 . Lagerbuch Nr. 4057. 56 Ar 45 Meter Acker und 3. Lagerbuch Nr. 4920. Eine obiger Mühle nahegegenüberliegende Quelle mit Wasserleilungs- recht. Alles Nr. 1 bis 3 ein zusammenhängendes Ganzes in der Gewann Schmollenmühle und Dahn an der Elsenz, Gemarkung Sinsheim, unweit der Stadt Sinsheim an der Hauptstraße von Heidelberg nach Heilbronn, im Gesammt-Jnventur- Anschlag von 5«««« Mark. Fünfzigtausend Mark. Der Steigschilling ist mit fünf Prozent Zins vom Tag des Zuschlags an zu einem Fünftel baar und der Rest in drei gleichen Martinizielern 1888/1890 nach notarieller Verweisung zu bezahlen. Die übrigen Bedingungen können jeden Vormittag auf meinem Geschäftszimmer an der Hauptstraße Nr. 262 gegenüber dem Gasthaus „zum Löwen" dahier eingesehen werden. Sinsheim, 5. September 1887. Gr. Notar: I. P. Edler. [1406] Bekanntmachung. Iftr. 183. Mit höherer Ermächtigung wird zur Aufstellung des Lagerbuches der Gemarkung Rohrbach Tagsahrt auf die Tage Montag den 19. und Dienstag den 20. September d. Z., jeweils Vormittags 8—12 und Nachmittags 2—6 Uhr, in das Rathhaus zu Rohrbach anberaumt. Gemäß Art. 7 der Allerhöchstlandesherrlichen Verordnung vom 11. September 1883, letzter Absatz (Gesetzes- und Verordnungsblatt Nr. 20) werden die Eigenthümer von Liegenschaften, zu deren Gunsten Grunddienstbarkeiten bestehen, hiermit aufgefordert, in obiger Tagfahrt dem Unterzeichneten Lagerbuchsbeamten dieselben unter Anführung der Rechtsurkunden zu bezeichnen. Gleichzeitig werden die Grundeigenthümer aufgefordert, die seit dem 1. Mai 1886 in ihrem Grundeigenthum eingetretenen aus dem Grundbuch« nicht ersichtlichen Veränderungen in obiger Tagsahrt dem Unterzeichneten anzumelden und über die in der Form der Grundstücke eingetretenen Veränderungen , die vorgeschriebenen Handrisse und Meßurkunden abzugeben, widrigenfalls dieselben auf Kosten der Betheiligten von Amlswegen beschafft werden müßten. Sinsheim, den 10. September 1887. Der Beamte für Aufstellung des Lagerbuches: U. Baumann, Bezirksgeometer. [1419] Ucrgciwng m Kai-AMe». Kommenden Dienstag den 13. d. Mts., Vormittag» 10 Uhr, werden in dem Forst hause des Wimpfen er Forstwaldes. die zur Anbringung eines Futterganges an dem Slallgebäude daselbst erforderlichen Bauarbeiten als: Maurer- und Steinhaurrarbeit im Betrage von Mk. 470,52, Zimmerarbeit „ „ „ „ 235,36, Schlosserarbeit „ „ „ „ 9.—, Glaserarbeit „ „ „ „ 30,— durch öffentliche Versteigerung in Accord vergeben. Voranschlag und Accord liegen von heute an auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme der Interessenten offen. Wimpsen, 7. September 1887. Großh. Bürgermeisterei Wimpfen. Ernst. fl 390] i'tCfC empfehlt die Buchdruckerei von G. Becker Liegenschafts- Versteigerung. Mit obervormundschaftlicher Geneh- l migung vom 7. September d. I. Nr. 6766 lassen die Anton D i l l i n g e r, Landwirth, Erben von hier im Rathhause dahier am Mittwoch den 28. September!. 3., Nachmittags 1 Nhr, ihre sämmtlichen (75 Ar 44 Meter) Aecker, Gärten und Wiesen, bestehend in 14 Parzellen auf hiesiger und theils auf Waibstadter Gemarkung liegend, öffentlich zu Eigenthum versteigern, wobei der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis oder mehr geboten wird. Neidenstein, 7. September 1887. Das Bürgermeisteramt. Bödel. (1409) Miliilitiiindiliii!|. Mein Geschäftszimmer befindet sich vom V. d. Mts. an im zweiten Stock des Kaufmann Leopold Reinach- sche« Hanfes gegenüber dem Gasthaus „zum Löwen" an der Hauptstraße dahier. Sinsheim, 4. September 1887. Gr. Notar: J. P. Edler. litoimtnieinfleucr. Mit 1. Oktober werden sämmtliche Branntweine und Liqueure bedeutend theuerer. Ich empfehle solche! zur Versorgung noch zum bisherigen Preise bis Ende September. (1308s V. Erpf, Conditor. Zur Saat: Böhmisches vom Prinzeffin von Löwenstein'schen Gute Langenzell, sowie Korn 3S vom Prinzeffin von Löwenstein'schen Spelz in vorzüglicher Qualität. Gebr. Oppenheimer. Tabaknadel billigst bei (1398s Carl-Fiseher. Die Backofenbauerei Zol). Leiörecht in Kirchheim bei Heidelber erlaubt sich, die von ihr erstellten, meh fach prämiirten Backöfen für Holz- ur Steinkohlenfeuerung den Herren Int ressenten in empfehlende Erinnerung z bringen. Die vielen mir übermittelte Anerkennungsschreiben legen am beste Zeugniß ab von dem hohen praktische Werth meines Fabrikats, so daß je! weitere Anpreisung vollständig als übei flüssig erscheint. Für jede von mir gl lrefcrte Arbeit wird Garantie geleist und auch alle Reparatur mit peinliche Gewissenhaftigkeit ausgesührt, ebenso wie Bedienung zugesichert. Gar besonders mache ich noch aufmerksam ai die äußerst zweckmäßigen, von mir koi struerten Dampfapparate, die ich ebenfall um sehr annehmbaren Preis absetze, du selben sind an jedem Ofen anzubringei Bitte um geneigten, recht zahlreich« Zuspruch. Joy. «Leiörecht, Backofenbaue Wm Wkchck Sinslifim. Die Schule beginnt Donnerstag den 15. September l. I Bormittags 8 Uhr. Etwaige Neuanmeldungen nehme ich bis zu diesem Tage täglich entgegen. (1413) Ritter, Vorstand. Privat-fiealschllle Waibstadt. Das neue Schuljahr beginnt Mittwoch den IS. September d. I.» Morgens 8 Uhr. Anmeldungen neu eintretender Schüler haben beim Verwaltungsraths-Vorfitzenden Bürgermeister Völker zu geschehen. Die Prüfung der Schüler findet Mittwoch den IS. September d. I., Vormittags statt. Verwaltungsrath. Vorsitzender: Völker. (1411] Zum Beginn des neuen Schuljahres der Höheren Bürger- W M schule empfehle ich sämmtliche in hiesiger Anstalt eingeführten k ◄ Lehrbücher, ► 2 Schreib- & Zeichnenmaterialien. [ £ Jabot) »Oll, Sinsheim, Jjj Buchbinderei und Schreibmaterialienhandlung. in bester Qualität, zur Bereitung von Most, billigst bei U373I Gebrüder Ziegler. Weinsteinsäure Zum Beginn des neuen Schuljahres der Höheren Bürgerschule empfiehlt sämmtliche in hiesiger Anstalt eingeführten Lehrbücher, Schreib- und Zeichnenmaterialieu (1341> G. Münzesheimer. ad Zchumb. Katte, Warme, Soot- und Aoucheöäder können räglich genommen werden. Die Besitzer von Bad- 'W* karten werden gebeten, dieselben bei der jetzigen günstigen Witterung noch zu verwerthen, da sie nächstes Jahr keine Giltigkeit mehr haben. (923) K. Schumb. Mädchen, welche das Kleidermachen gründlich erlernen wollen, ertheilt Unterricht Sinsheim. Maria Spiegel. (1380) Kleidermacherin. Aechte Tyroler Kraut- und Kemüse- hobel mit und ohne Kasten, auch Krantbohrer empfiehlt 8m5heim. Carl-Fischer. Kirchardt. Stahlschauseln u. Stahlspaten, ächt amerik. Dunggabeln in bester Qualität billigst bei (301 > Heinrich Waidler. Dienstag den 13. September werde ich in Sinsheim im Gasthause „zur Po st" von 1 — 7 Uhr Sprechstunden halten. Zahnarzt Marcuse* (1410) Heidelberg. Most-Ersatz. Sämmtliche zur Herstellung eines vorzüglichen, gesunden und erfrischenden Getränkes erforderlichen Artikel liefert in bester Beschaffenheit und billigem Preise die Apotheke in Sinsheim. 100 Liier stellen sich auf ca. 4 Mk. 80 Pfg. (1394s Gin krästiger Junge aus anständiger Familie, der Lust hat die Bäckerei zu erlernen, kann sofort eintreten bei (1347) I. Fink. Urne grüne Lerue empfiehlt billigst (1285) K. Spiegel. Klikcht-Gksllch. Ein Knecht, welcher im Fahren gut bewandert und tüchtiger Pferde- wart ist, wird zu sofortigem Eintritt gesucht. Gute Zeugniffe erforderlich. Solche, welche beim Militär, event. reitenden Waffengattung gedient, erhalten den Vorzug. Wilhelm Rex, 11414) Bierbrauer. Eine Partie dürres örennhoh hat zu verkaufen, wer? sagt die Expedition d. Blattes. (14153 Merßzeuge empfiehlt J. Roll. Das größte Bettfedern-Lager von C. F. Kehnroth, Hamburg versendet zollfrei gegen Nachnahme (nicht unter 10 Pfund) neue Bettfedern für 60 Pf. das Pfund, sehr gute Sorte 1,25 Pf., Prima Halbdaunen 1,60 u.2 M. Prima Ganzdaunen per Pfund 2 M. 50 Pf. Bei Abnahme von 50 Pfund 5% Rabatt. Jede nicht convenirende Waare wird umgetauscht. Sonnen- und Regen-Schirme für Herren und Damen in größter Auswahl, empfiehlt billigst Hugo Seufert. Reparaturen werden bestens ausgeführt. (629) Beste amerikanische Holzuägel billigst bei tUill). öchttdcr. Fortuna. Heute Abend Brauerei „Pfeuffer". Redaktion, Druck und «erlag von «. Becker in SinShei«.