WOCHENBLATT DER KOMHUNISTISCHEN PARTEI DEUTSCHLANDS /LANDESBEZfRK BADEN Jahrgang 2, Nr. 6 Mannheim, 6. Februar 1947 Preis 10 Pfg. Köln - Mönchen - Moskau Der Vorstand der SPD hatte in seiner bekannten Kölner Resolution vom 25. 9. 1946 den Triumph der Reaktion im westlichen Deutschland festgestellt. Dies war das unausgesprochene Eingeständnis der Folge einer verfehlten Schu- macher-P.olitik der Spaltung und Schwächung der Arbeiterschaft. In der Resolution wird davon gesprochen, daß die SPD ihre politische Mitarbeit von verbindlichen Zusagen hinsichtlich der Sozialisierung, der Versorgung von Sozialrentnern, Flüchtlingen und dergleichen abhängig mache. Zusicherungen von wem? Etwa von den Kräften des deutschen Kapitalismus, die nach der gleichen Erklärung als die Schuldigen in den neuen Organen der Wirtschaft und Verwaltung sitzen? Schumacher und sein Anhang zogen nicht die richtigen Schlußfolgerungen aus ihrer an sich richtigen Erkenntnis. Diese hätte lauten müssen: „Schluß mit der Politik der Spaltung und des Antikommunismus, engste Zusammemarbeit mit den Kommunisten.“ Statt dessen wurde weiter polemisiert, statt' dessen reiste man nach London. Die London-Reise Schumachers Die Wiederaufnahme internationaler Verbindungen der deutschen Arbeiterparteien ist an sich begrüßenswert. Aber brachte diese mit so viel Aufwand herausgestellte und gepriesene Reise dem deutschen Volke irgendeinen Gewinn, als den man dieses Unternehmen so gerne hinzustellen beliebte? Etwa die Vermeidung der Hungerkatastrophe in der englischen Zone? Oder Brechung der Vorherrschaft der Reaktion. Koalition CDU — SPD Inzwischen standen die Wahlen in Hessen vor der Tür. Dr. Schumacher hielt seine Wahlrede in Frankfurt. Es klingt unwahrscheinlich, wenn man sich die Worte in Erinnerung ruft, mit denen er seine heutigen Koalitionspartner in Bayern und Hessen charakterisierte. Er sagte: „Die CDU ist die Partei derjenigen, die alles haben und nichts hergeben wollen. In die CDU sind Hunderttausende aus der Reaktion zugeströmt usf.“ Die CDU, die Partei der kapitalistischen Profitinteressen, der Unterschlupf der Reaktion. Fürwahr, ein würdiger Koalitionspartner. Was nutzt'es, wenn man in der gleicher Rede feststellt, daß man für die Bodenreform sei, während man es ablehnt, mit den Kommunisten eben zur Durchsetzung dieser politisch und wirtschaftlich gleichermaßen bedeutsamen Reform ein enges Kampfbündnis einzugehen, ja statt dessen sich den Feinden der Bodenreform, der Partei der Großgrundbesitzer in die Arme wirft? SPD übernimmt Wirtschaftsamt Der Kampf um die Positionen der SPD in den Regierungen hat inzwischen zu dem gesteckten Ziel geführt. Die Wirtschaftsministerien der US- und der englischen Zone befinden sich alle in sozialdemokratischer Hand. So mußte mit deren Hilfe der bisherige Leiter des Zweizonenwirtschaftsamtes Dr. Müller gehen und an seine Stelle konnte Dr. Agartz, der Wirtschaftspolitiker der Sozialdemokratie, treten. Dieser letzte Schritt konnte nicht getan werden, wenn dieses Zweizonenwirtschaftsamt noch immer der in Köln gefundenen Beurteilung entsprach. Die Gelegenheit zur Kursänderung ergab sich in München. Dort hatten die bayerischen Genossen ‘ der SPD gegen die Koalition mit der CSU rebelliert. Auf der am 11. Januar einberufenen Reichskonferenz mußte Dr. Schumacher die hochgehenden Wogen glätten. Das Ergebnis, die Münchener Resolution sagte u. a.: „Die Sozialdemokratische Partei bekennt sich zu ihrer Kölner Erklärung vom 26. September 1946, die eindeutig die letzten Möglichkeiten positiver sozialdemokratischer Politik umreißt. Der Sozialismus ist die große Aufgabe, die heute schon aktuell ist und von deren Verwirklichung die Zukunft der arbeitenden Massen abhängt." Und weiter: „Der Vorstand und der Parteiausschuß der SPD stellen fest, daß das Inkrafttreten des amerikanisch-britischen Zwei- Zonen-Abkommens einen wesentlichen Fortschritt im Sinne der Überwindung der durch die Zonengrenzen bedingten wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands darstellt.“ Von Köln nach München Offensichtlicheren Widerspruch kann man sich schlechterdings nicht vorstellen. Neben dem grundsätzlichen Festhalten an der Kölner Entschließung steht die Fabel vom wesent- Fortschritt. Neben der Berufung auf den Umstand, daß clie alten Kräfte die Machtpositionen beherrschen, steht die Phrase vom unmittelbar bevorstehenden Sozialismus. Nun, die schaffenden Männer und Frauen spüren diesen Fortschritt täglich am eigenen Leibe. Nicht Besserung, sondern Angleichung an das Elendsniveau der englischen Zone ist bis jetzt die praktische Folge bei immer größer werdender Gefahr der Zerreißung Deutschlands. „Entflechtung" der Konzerne Doch nicht nur die Schumacher sprechen von Sozialisierung. Die bürgei liehe Presse ist voller Meldungen über die „Sozialisierung“ der Stahlindustrie. Entflechtung der Konzerne zur Vorbereitung der Verstaatlichung (die fälschlich als Sozialisierung bezeichnet wird). Und wen hat die englische Militärregierung durch die North German Iron and Steel Control Um ihr strategisches Ziel zu erreichen, suchen die reaktionären Kräfte die Nazis in den Verwaltungen zu halten, das Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte und Gewerkschaften in der Wirtschaft zu beschränken, sich in den staatlichen Wirtschaftsorganen alle wichtigen Positionen zu sichern und die großen fortschrittlichen Maßnahmen der Bodenreform und der Uebereignung der Betriebe der Kriegsverbrecher an das Volk teilweise rückgängig zu machen (bezw. zu verhindern. D. Red.). Ulbricht in der Einheit. (Norddeutsche Eisen- und Stahl-Kontrolle) mit der Konzernentflechtung beauftragt? Den ehemaligen Nazi-Wehrwirtschaftsführer Pg. Din- kelbacl., ein Monopolkapitalist und Reaktionär reinsten Wassers. Wer die von ihm eingesetzten Treuhänder sind, braucht hier nicht erwähnt zu werden. Dinkelbach bürgt für Qualität. Schon wieder: „Der Sozialismus marschiert"? den folgenden Zeilen Wirtschaftsminister Veit ' als der kommende Mann in der Reichspolitik angepriesen wird. Erfährt man aber, daß Herr Minister Veit der Auffassung ist, für seine Tätigkeit im Zweizonen-Wirtschaftsamt dem Parlament von Würtemberg-Nordboden nicht ve-antwortlich zu sein, dann begreift man die wohlwollende Beurteilung von Seiten der CDU. England schafft „Tatsachen“ Wie aber, wenn der Sozialismus die unmittelbare Tagesaufgabe wäre, konnte die SPD zu- j lassen, daß der Paragraph 41 der hessischen : Verfassung auf die Verstaatlichung der chemi- /' sehen Industrie verzichtete? Es erscheint angesichts des Interesses gewisser amerikanischer Kreise an der deutschen Chemie-Industrie zweifelhaft, daß sich die SPD dabei von rein deutschen Gesichtspunkten leiten ließ. Doch wie dem auch sei, die Eile und der Eifer, den , die Akteure des Sozialisierungszaubers in der englischen Zone an den Tag legen, lassen Zu- sammenhänge ahnen, die von der Reise Dr. Schumachers über die Münchener Kursänderung bis zur Friedenskonferenz von Moskau ‘ reichen. England will Tatsachen schaffen. Der ,* große Hintergrund ist der Kampf um die Her- j auslösung der englischen und der unter eng- : lischer Herrschaft befindlichen deutschen Industrie aus den internationalen Konzemverflech- tungen, die der Labour-Regierung die Schlinge am Halse enger und enger ziehen. Der eng- ’ lische Kapitalismus sucht eine Festigung seiner { Position auf dem Kontinent. Britische Sozialisierungspläne und USA-Industrielle Die Braunschweiger Zeitung vom 7. 1. 1947 schreibt: „Es wird angenommen, daß die britische Regierung in irgend einer Form von einer Veränderung ihrer Pläne für die Sozialisierung dar großen Industrie in der britischen Zone . Mitteilung machen wird“, schreibt heute der diplomatische Korrespondent der Times, nachdem kurz zuvor der amerikanische Industrie- , verband beim US-Außenministerium gegen die Sozialisierungspl'äne in der britischen Zone protestiert hatte. Gleichzeitig erklärte General ■ Clay auf einer Pressekonferenz in Berlin, die amerikanische Militärregierung setze sich für eine starke Beteiligung ausländischen Kapitals an der deutschen Wirtschaft ein, allerdings nur im Rahmen einer sorgfältigen Kontrolle. Deutschlands Ausverkauf und die Arbeiterklasse Sagte Dr. Schumacher nicht in Frankfurt: „Hätte man“ nach 1918 die Sozialisierung der Schwerindustrie durchgeführt. . . .“ Ja, Genosse Schumacher, hätte man. Aber darum muß man kämpfen. Mit Plakaten „Der Sozialismus marschiert" war es damals ebensowenig getan, wie heute mit der Proklamation, daß der Sozialismus vor der Tür stehe. Jetzt bereitet „man“ die Sozialisierung vor. Sowohl im Zweizonenrat des Dr. Agartz, wie in den Industrieklubs von Düsseldorf und Essen. Darf es noch Illusionen geben, was dabei herauskommt, wenn nicht die wirklich demokratischen Kräfte, nämlich die Arbeiterklasse die Enteignung der Monopolherren vornehmen und die Betriebe in die Hände wirklich demokratischer Selbstverwaltungsorgane überführen? Wem ist Wirtschaftsminister Veit verantwortlich? Soll die deutsche Arbeiterklasse als politisch fortschrittlichste und wirtschaftlich stärkste Kraft tatenlos Zusehen, wie Deutschlands Ausverkauf, seine Unterwerfung unter die Oberhoheit ausländischer Monopolisten sich vollzieht? Soll sie warten, bis „man“ ihr dies und jenes zusichert? Und soll sie, wenn „man“ etwa nicht geneigt sein sollte, das zu tun, sich beleidigt in den Schmollwinkel zurückzuziehen und darauf verweisen, was die alten kapitalisti- ' sehen Kräfte nicht richtig machen? ’ Die Arbeiterklasse: Deutschlands entscheidende . demokratische Kraft! Das wäre der Weg der Illusion und der 1 Schwäche. Deutschlands entscheidende demokra- | tische Kraft, die Arbeiterklasse, muß das Bild >i des kommenden Deutschlands, wie es sich auf der Moskauer Konferenz darstellt, bestimmen. | Für Deutschlands Rettung und Wiederaufstieg ; Die Frage ist bei uns in Württemberg-Baden durchaus am Platze, wie ein Blick in das Heft Nr. 1 der Süd\,:’üdeutschen Union (Halbmonatsblatt der CDU) beweist. Dort heißt es zur Regierungsbildung hinsichtlich der Besetzung des Arbeitsministeriums durch die KPD und des Wirschaftsministeriums durch die SPD: „Es muß gewisse Bedenken erwecken, daß sich der gesamte Bereich des Wirtschafts- und Soziallebens in sarialistischen Händen befindet.“ Dabei erscheint es zunächst erstaunlich, daß in aber gib es nur einen Weg: Einigkeit aller Schaffenden, Arbeiter und . Bauern, Handwerker und Intellektuellen. Gemeinsames politisches Handeln, um Schritt für Schritt in der steten Erweiterung und Veibes- ^ serung der Rechte des ganzen Volkes eine" sich mehr und mehr vertiefende Demokratisierung ' von Staat und Wirtschaft zu erkämpfen. Der Sozialismus wird dann am Ende dieses zähen . and erbitterten Ringens stehen. Willi Bocpple, M.d.L. Seite 2 Badische Volksstimme Donnerstag, den 8. Februar 1947 Wann kommt das Betriebsrätegesetz? Der Landtag befaßte sich in seiner Sitzung vom 29. 1. 47 auch mit dem schon längst fälligen Betriebsrätegesetz. Dasselbe wurde vom Kontrollrat erlassen, ohne daß der Landtag hierüber befragt wurde, noch kann er Abänderungen treffen oder hat darüber Beschlußrecht. Der Landtag sollte es lediglich zur Kenntnis nehmen. Auf Vorschlag des I andtagspräsidenten wurde es an den Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Warum ist eigentlich unverständlich, denn es kann weder ein Ausschuß noch der Landtag etwas daran ändern. Es ist deshalb wohl erlaubt, in aller Oeffentlich- keit die Frage zu stellen, für was der Landtag da ist und welche Befugnisse er eigentlich hat. Der jetzige Zustand ist unhaltbar. Denn das nord- badisch-nordwürttembergische Volk hat die Abgeordneten zu diesem Landtag wohl deshalb gewählt, damit sie dort selbständig durch Gesetze die Grundlage für geordnete und bessere Verhältnisse schaffen und nicht deshalb, damit sie ein Schattendasein führen. Ein solches Schattendasein aber hat dieser Landtag, wenn er zu den dort vorgelegten Gesetzen nur noch Ja und Amen sagen darf. Wenn die vom Volke angenommene Verfassung, wenn der vom Volke gewählte Landtag einen Sinn und Zweck haben soll, dann nur den, daß er unabhängig und frei nur nach dem Willen des Volkes die entsprechende Gesetzgebung beraten und beschließen kann. ' Wir Kommunisten haben gegen das vom Kontrollrat erlassene Betriebsrätegesetz die stärksten Bedenken. 'Während man durch Presse, Rundfunk und Reden der Arbeiterschaft und den Gewerkschaften das Mitbestimmungsrecht im Betrieb und Wirtschaft zusicherte und dies im Artikel 22 der /khtung! Tellsel&lversgrger! Verschiedene Landrats-, Wirtschaft»- und Ernährungsämter legen eine verdächtige Eilfertigkeit an den Tag, wenn es gilt, durch höhere Verordnungen den Aermsten vom Volke von ihren kärglichen Tagesrationen etwas abzuzwacken. So auch im Falle der Teilselbstversorger. Hier handelt es sich mit geringen Ausnahmen zum größten Teil um Arbeiter, kleine Beamte oder Angestellte, die sich mit vieler Mühe und Aufopferung ein Schwein mästen. Von den geschlachteten Schweinen sollen sie nun, nach einer vom LandwirtschaftsminMe- rinm noch nicht erlassenen Verordnung die Hälfte abliefem. Darüber herrscht bei den Teilselbstversorgern verstandlicherwei.se Unzufriedenheit, die i ch naturgemäß zur Empörung steigerte, weil nun einige allzugeflissentltehe Aemter widerrechtlich verlangten, daß die Ablieferung der Hälfte eines geschlachteten Schweines ab 1. Februar zu erfolgen habe. Unsere Abgeordneten erkundigten sich beim Landwirtschaftsministerium und erhielten dort den Bescheid, daß die Verordnung noch nicht in Kraft getreten sei. Es ist deshalb kein Teilselbstversorger verpflichtet, etwas abzuliefern. Betonen wollen wir jedoch, daß wir dabei nicht für die Herren Fabrikdirektoren, hohen Beamten und sonstigen „Armen“ das Wort reden wollen. Denn es gibt auch bei diesen Herrschaften Menschen, die sich zu den Teilselbstversorgern zählen und sich auch ein Schwein mästen. Diese beziehen durch ihre Verbindungen so viel zusätzliche Nahrungs- und Genußmittel, daß man sie als Teilselbst- Verfassung wiedergelegt ist, Isrt davon in diesem Gesetz nichts zu verspüren. Im Artikel 5 dieses Gesetzes, wo über die Aufgaben der Betriebsräte gesprochen wird, heißt es in den Abschnitten a), b), c), £), e) immer nur: Der Betriebsrat kann beraten, er kann dem Arbeitgeber das oder jenes unterbreiten, oder er soll dem Arbeitgeber behilflich in der Durchführung der Betriebsaufgaben sein usw. Daher muß das Mitbestimmungsrecht, wie es Artikel 22 der Verfassung garantiert, im Betrieb erkämpft werden. Der Schutz für die Betriebsräte ist dazu unerläßlich. Dieses Gesetz dürfte von den Unternehmern nicht beanstandet werden, während es für die Arbeiterschaft eine bittere Enttäuschung sein wird. Die kommunistische Landtagsfraktion wird demnächst dem Landrat einen eigenen Entwurf eines Betriebsrätegesetzes zur Beratung und Beschlußfassung vorlegen. Sie wird dabei bedacht sein und Bezug nehmen auf die in der Verfassung festgelegten Rechte des Artikels 22. Wenn die Verfassung nicht nur einen formalen Charakter haben soll — ähnlich so wie die Weimarer Verfassung —, sondern in der Tct einen tiefen, rechtlichen Sinn und Anspruch, dann muß dies in der Gesetzgebung seinen Niederschlag finden. Wenn die Parteien, die die Verfassung gemacht haben, nicht in den Verdacht kommen wollen, das alte Spiel der Weimarer Republik von neuem zu beginnen, dann müssen sie Farbe bekennen und nrthelfen an einer fortschrittlichen Gesetzgebung. Die Arbeiterschaft mit ihren Gewerkschaften und Arbeiterparteien "hat Mittel und Wege, sich ihr Recht in der Demokratie und Wirtschaft zu erkämpfen. Versorger streichen muß. Denn was die zum Mästen eines Schweines benötigen (Gerste, Kartoffel, Mais usw.), holen sie sich vom schwarzen Markt und entziehen es dadurch der menschlichen Ernährung. Der kleine Mann jedoch stoppelt sich die Kartoffel und andere Futtermittel und holt sich Tag für Tag unter Ausnutzung seiner freien Arbeitszeit die Küchenabfälle zusammen. Am 1. März wird voraussichtlich die Ablieferungsverordnung in Kraft treten. Wir fordern, daß dabei eine strenge Differenzierung in dem oben angeführten Sinne erfolgt. Generalstreik gegen Naziverbrecher in Nürnberg Am Montagnachm'ttag hat die Nürnberger Arbeiterschaft durch einen achtstündigen Generalstreik gegen einen Bombenanschlag verbrecherischer nazistischer Elemente auf das Gebäude der SPD in Nürnberg protestiert. Stuttgart — Eßlingen — Emden — Nürnberg, eine Kette von Verbrechen gegen das deutsche Volk Die Nazibande hat das deutsche Volk ins Verderben gestürzt Jetzt tut sie alles, um den friedlichen Aufbau zu stören. Die einen mit Bomben — die anderen durch Sabotage im Staatsapparat und in der Wirtschaft. Es wird Zeit, daß sich alle Antifaschisten, ganz gleich, welcher politischen Richtung, zusammenschließen und dem Nazispuk, wo er sich auch zeigen mag, zu Leibe gehen. Insbesondere müssen alle Sozialdemokraten und Kommunisten zusammenstehen. Wir verlangen schärfste Bestrafung der Naziaktivisten, Säuberung der leitenden Stellen in Verwaltung und Wirtschaft ven nazistischen und reaktionären Elementen, Enteignung der nazistischen Kriegsverbrecher. allav UJclt Brüssel. In der belgischen Besatzungsarmee sind viele ehemalige SS-Leute, welche durch belgische Spruchkammern zum strafweisen Dienst in Deutschland verurteilt wurden. Rio de Janeiro. Bei den Nationalwahlen haben die Kommunisten sehr hohe Stimmengewinne erzielt. Bagdad. Die Polizei verhaftete 5 Mitglieder des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei im Irak New York. Der bekannte Gangsterkönig AI Capone Ist infolge eines Schlaganfalles gestorben. Washington. In diplomatischen Kreisen Washingtons spricht man davon, daß der neue Außenminister Marshall auf der Moskauer Konferenz eine 19jährige Kontrolle Deutschlands beantragen wird. Kairo. Der ägyptische Ministerpräsident gab bekannt, daß Aegypten seine D.fferenzen mit Großbritannien im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen unterbreiten wird. Die Verhandlungen über die F 'Vision des britisch-ägyptischen Vertrages von ’"*S s'nd abgebrochen worden. In Alexandrien und I airo, sowie an anderen Orten fanden Kundgehun- t -1 und Streiks der Studenten verschiedener Uni- - rsltäten und Schulen statt, in deren Verlauf 64 B'udenten verhaftet wurden. ZSautsaklaktd Rundschau | Emden. Ein Handgranatenanschlag auf das Gebäude der Militärregierung wurde in Emden von Unbekannten verübt. Der Rat der Stadt hat 10 000 Mark für die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Schö.nhausen: Das durch die Bodenreform enteignete Herrenhaus „Bismarck“ in Schönhansen ist in ein Allersheim umgewandelt worden. In dem geräumigen Hause haben vor allem betagte heimatlose üms: edler Aufnahme gefunden. Der Park des Altersheimes dient zugleich als Kindergarten. Hamburg. Im Landtag von Schleswig-Holstein wurde von der SPD- und CDU-Mehrhelt ein Wahlgesetz beschlossen, nach dem nur die Partei im Landtag vertreten sein wird, die in mindestens einem Wahlkreis einen Abegordneten durchbekommt. Die Kommunistische Partei hat gegen dieses Gesetz Protest erhoben, da es undemokratisch ist. Berlin. Der englische Sozialpolitiker Lord Beveridge besuchte vor wenigen Tagen die beiden Vorsitzenden der SED, W'Ihelm Pieck und Oito Grotewohi, und hatte mit ihnen eine längere Aussprache über die Verhältnisse in der Sowjetzone. Nürnberg. Der öffentliche Ankläger der Spruchkammer Amberg wurde wegen Fragebogenfälschung verhaftet. Berlin. Wie der „Vorwärts“ mitteilt, werden die demontierten Betriebe in der Ostsee in die Gesamtforderungen der Sowjetunion an Reparationen in Höhe von io Milliarden Dollar einbezogen. :rn.: Hans Roden Der „Rote Staatarzt“ Zum Tode Dr. med. Max Hodanns Aus Schweden kommt die Nachricht, daß der international bekannte deutsche Sexualforscher Dr. med. Max Hodann in der Emigration in Stockholm kürzlich verstarb. Nachstehende Aufzeichnungen aus dem Leben des Verstorbenen wurden uns von einem seiner besten Freunde zur Verfügung gestellt: 1 Berlin 1933. Nacht vom 27. zum 28. Februar. Der Plenarsitzrngssaal des Reichtagsgebäudes geht in Flammen auf. Auf Anordnung der Hitler-Renu- rung werden in Berlin 130, im ganzen Reich über 2000 führende Kommunisten als „Gegenmaßnahme“ verhaftet Unter ihnen Dr. med. Max Hodann — der „Rote Stadtarzt“. In den Arbeitervierteln der Millionenstadt kannte man ihn unter diesem ehrenden Beinamen genau. Im Beusselkitz, am Bülowplatz, in der „Münze“, am Schlesischen Bahnhof, wie am Friedrichshain wußte man seinen Namen, nicht nur als Arzt, sondern als Menschenfrer >.d und Wohltäter. Seine Betreuung galt den Stadtvierteln, die andere als zu schwierig und hoffnungslos abgelehnt hatten. — ln fachwissenschaftlichen Kreisen durch seine gemeinsame Arbeiten mit Prof. Magnus Hirschfeld bekannt, mit dem zusammen er das „Institut für Sexualwissenschaft“ gründete und leitete, fanden seine volkstümlich gehaltenen Publikationen, in denen er Ideen einer fortschrittlichen Sexualethik vertrat, eine begeisterte Anhängerschaft. Hierbei fehlte es. besonders bei der Streitfrage um den von ihm unter gewissen Voraussetzungen abgelehnten § 2:8, an einer kampfbereRen Gegnerschaft nicht. Seine für die Jugend geschriebenen pädagogisch hervorragenden Bücher „Woher die Kinder kommen“ und „Bub-und-Mädel“-Gespräche über die Geschiechterfraee — von denen das ersten in einer Millionen-Auflage an'Schweizer Schulen als Unterrichtsbuch verwendet wurde — sein für Erwachsene bestimmtes Werk „Geschlecht und Liebe" und viele andere, erschienen in allen Kul- tursprachen. Mehrere Reisen nach Sowjetrußland, deren Eindrücke in dem Buch „Sowjetrußland — gestern, heute und morgen“ gesammelt erschienen, die Berufung seiner Frau Traute Hodqnn als Abgeordnete der Kommunist’schen Partei in den Reichstag, • waren mit die Veranlassung, ihn auf die Liste der gefährlichen Gegner des Dritten Reiches zu setzen, zumal seine Frau, zusammen mit Prof. Käthe Koll- witz, Thomas und Heinrich Mann, für die Präsidentschaft Thälmanns bei der Reichspräsidentenwahl den Aufruf der KPD unterzeichnet hatte. Nach seiner Verhaftung ln dajs Zellengefängnis Moabit übergeführt, wurde er noch einmal ausländischen Journalisten vorgeführt, um sein „Nachvorhandensein* zu beweisen. Dann blieb jode weitere Nachricht aus. Ihm aber gelang die Flucht. Zunächst über die Schweizer Grenze, wo er bei Freunden Aufnahme fand. Von dort trat er eine Vortragsreise nach Palästina an, kehrte nach Paris zurück, wo er am Grabe seines nach Frankreich emigrierten Freundes Prof. Magnus Hirschfeld sprach und wandte sich dann nach Spanien, um sich als Hosp'ialarzt in den Reihen der „Internationalen Roten Brigade“ am Freiheitskampf zu beteiligen. Quer durch Europa, von Spanien über Norwegen nach Schweden führte dann Ilodann der Weg, mit dem Endziel Stockholm, wo er Sich als Journalist niederließ und seine abenteuerliche Flucht aus Deutschland, die Eindrücke der Kämpfe in Spanien, Erlebnisse von seinen Reisen in mehreren fremdsprachigen Büchern veröffentlichte. Als Korrespondent, der Baseler Arbeiterzeitung und Mitarbeiter vieler schwedischer Blätter, als führendes Mitglied des P.E.N.-Olubs, einer internationalen Schriftstellervereinigung, war sein Leben von unablässiger Arbeit erfüllt. Noch kurz vor seinem Tode, auf der Fahrt zu einer Vortragsreise in die Schweiz, durchquerte er Deutschland, sah die Zerstörungen, erlebte die Menschen der alten Heimat und stellte mit Erschütterung die Unbelehrbarkeit so Vieler und die auf Grund gemachter Erfahrungen so wenig geänderten Verhältnisse fest. Die Nachricht von seinem plötzlichen Tode, der ihn Im besten Mannesalter ereilte, greift ln die Kreise der medizinischen und journalistischen Wissenschaft, erfaßt aber- auch weite Telle der Arbeiter-Bevölkerung, deren treuer Berater und Helfer er war. Wir grüßen den Arzt und Menschenfreund.« — Dr. Max Hodann! Hans Roden. Donnerstag, den 8. Februar 1947 Badische Volksstimme Seite S Ministerpräsident Maier und Kultusminister Simpfendörfer unter Anklage! Franz Karl Maier hat den derzeitigen Ministerpräsidenten Dr. Reinhold Maier und den Kultusminister Wilhelm Simpfendörfer wegen ihrer Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz 1933 angeklagt, und beantragt, Dr. Reinhold Maier in die Gruppe der Belasteten und Simpfendörfer in die Gruppe der Hauptschuldigen einzureihen. Dr. Reinhold Maier hat am 23. März 1933 im Reichstag u. a. erklärt: „Wir fühlen uns in den großen nationalen Zielen durchaus mit der Auffassung verbunden, die heute vom Reichskanzler (Hitler) vorgetragen wurde.“ Simpfendörfer hatte in der gleichen Sitzung gesagt, daß er die innen- und außenpolitischen Ziele Hitlers bejahe und dem Ermächtigungsgesetz zustimme. Simpfendörfer hat auch nach der Reichstagssitzung Propaganda für Hitler gemacht. Entnazifizierungsminister entläßt öffentlichen Kläger! Der Entnazifizierungsminister Gottlob Kamm hat den öffentlichen Ankläger Maier von seinem Dienst entbunden und hat Im Landtag erklärt: „F. K. Maier habe eigenmächtig und pflichtwidrig gehandelt und habe ein Disziplinarverfahren zu gewärtigen.“ Was sagen die Parteien? CDU und DVP haben die Maßnahmen des sozialdemokratischen Ministers Kamm gebilligt. Die SPD hat durch ihren Sprecher, den Abgeordneten Schöttle, u. a. erklärt, daß die Klärung dieser wichtigen Fragen auf keinen Fall dadurch verhindert werden dürfe, daß sich die Abgeordneten hinter der Immunität verschanzen. Er forderte schonungslose Untersuchung ohne Ansehen der Person. Die Erklärung ihres Ministers Kamm nahm die SPD zur Kenntnis ohne jeden Kommentar und ließ dadurch erkennen, daß sie von ihrem Minister abrückte. Was sagt die Gewerkschaft? Die Stuttgarter Gewerkschaftsdelegierten und Betriebsräte erklärten, daß die Maßregelung des Ministers Kamm gegenüber Franz Maier nicht zu rechtfertigen sei. Eine solche Handlungsweise sei dazu angetan, daß Mißtrauen im Ausland zu bestärken. Sie fordern Entnazifizierung nach demokratischen Grundsätzen ohne Rücksicht auf die Person und deren parteipolitische Einstellung. Was sagt die Kommunistische Partei? Die Kommunistische Partei hatte bereits anläßlich der Regierungsbildung durch den Abgeordneten Buchmann folgendes erklärt: „Unsere Haltung zur Regierung bedeutet daher zwar die Bereitschaft zur Zusammenarbeit gegen die beharrenden Kräfte der Reaktion, zur Ueberwin- dung der Not; sie kann aber keinesfalls eine rechtfertigende Haltung jener Abgeordneter und ihrer Parteien im März 1933 bedeuten. Zu der undemokratischen Maßnahme von Kamm erklärte unsere Fraktion: „Ohne daß wir deshalb die Art und Weise des Vorgehens des öffentlichen Klägers billigen, erscheint uns jedoch die Disziplinarmaßnahme im gegenwärtigen Zeitpunkt sehr bedenklich, weil dadurch in der Oeffentlichkeit der Eindruck entstehen kann, man wolle auf diese Weise den unbequemen Ankläger mundtot machen.Die Kommunistische Partei kann die Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz .niemals billigen oder auch nur tolerieren, wir werden immer wieder vor der Oeffentlichkeit aufzeigen, daß diese Annahme des Ermächtigungsgesetzes die letzte Konsequenz der bürgerlichen Parteien in der Weimarer Republik war, welche die Kräfte der Nazigegner gespalten und gelähmt und Hitler die Errichtung seiner Diktatur erleichtert hat." Schuldig oder unschuldig? Der Landtag hat einen Untersuchungsausschuß eingesetzt. Die Kommunistische Landtagsfraktion sagt dazu: „Ein Urteil kann auch der Untersuchungsausschuß nicht fällen, denn das würde ja bedeuten, daß die beiden Parteien, die die Mehrheit dieses Ausschusses bilden, in eigener Sache über sich zu Gericht sitzen. Sie (Maier und Simpfendörfer) haben gestimmt im Auftrag und Namen ihrer damaligen Parteien, deren Fortführung heute die Demokratische Vorlkspartes und die CDU ist. Und die Haltung dieser Parteien ln den letzten Wochen kann man bis jetzt nur so verstehen, daß sie auch heute noch die damalige Abstimmung ihrer Vertreter für richtig halten und vertreten. Darum sehen wir in der ganzen Sache nicht in erster Linie eine persönliche oder formal juristische, sondern eine politische Frage. Kein Urteil einer Spruchkammer oder einer sonstigen Instanz kann d.’e betroffenen Parteien dem politischen Urteil vor dem Richterstuhl der Geschichte entziehen. Vor ihm werden sie nur bestehen können, wenn sie ln Ihrem praktischen Handeln die Konsequenz aus ihrer falschen und verhängnisvollen Politik aus der Vergangenheit z ehen. Cuhorst — sadistischer Verbrechen angekiagt In einer Entschließung der vom „Ausschuß der Politisch Verfolgten“ einberufenen öffentlichen Versammlung am 2. Februar wird festgestellt, daß der frühere Senatspräsident in Stuttgart, Cuhorst, in sadistischer und brutaler Weise, hemmungslos • und willkürlich Todesurteile fällte. Ebenso schuldig sind seine Konsorten Luger, Stroux, Nickel und Wiinreich. Um in Zukunft eine derartige Blutjustiz unmöglich zu machen, geloben die Versammelten zusammen mit allen fortschrittlichen Kräften des Volkes den Kampf gegen die Reste der nationalsozialistischen Ideologie zu führen. Sie wollen der Welt beweisen, daß es auch ein anderes DeWsrhland gibt. Winterfestmachung der Wohnungen Aus einem Bericht des Hochbauamtes an den Stadtrat in Mannheim geht hervor, daß 600 Anträge bis zum 9. Januar gestellt worden waren auf Winterfestmachung der Wohnungen. Der größte Teil dieser Anträge war berechtigt. 1600 qm Glas, 3000 Platten Ersatzglas. 4300 qm Rohrmatten und 3000 qm Nutzstiftholz waren bis zu dem Berichtstaee ausgegeben worden Die kommunistische Fraktion hatte mit ihrem Antrag einem dringenden Bedürfnis hunderter Mannheimer Familien Rechnung getragen. Aber immer sind noch viele Wohnungen nicht repariert, immer wieder wird bei der Redaktion Klage geführt, daß nichts gemacht wird. Bei dem gegenwärtigen scharfen Kälteeinb-uch muß sich dies katastrophal auf das Leben und die Gesundheit der Manheimer Bevölkerung auswirken. Wir hoffen deshalb, daß die verantwortlichen Beamten im Hochbauamt. wie auch die Handwerker, weiterhin alle Anstrengung machen, um auch die letzte Mannheimer Wohnung zu reparieren und wir hoffen weiterhin, daß das Material, das dafür von der Stadtverwaltung bereitgestellt wurde, auch restlos dem vorgesehenen Zwecke zugeführt wird. Aus den Reihen des Handwerks wird geklagt, daß es an den einfachster Handwerkszeugen fehlt. Auch hier ist es Aufgabe der verantwortlichen Stellen, Mittel und Wege ausfindig zu machen, um diesem Mangel, der sich auf unseren weiteren Wohnungsbau sehr hemmend auswirken muß, abzustellen. Ungebetene Gäste wollen die Gewerkschaft spalten! Die AFL, eine Vereinigung amerikanischer gewerkschaftlicher Berufsverbände, wird in Stuttgart unter Leitung von Henri R u t 7 eine deutsche Filiale eröffnen. Henri R u t z erblickt seine Aufgabe darin, im Interesse der in- und ausländischen Reaktion den Zusammenschluß der deutschen Gewerkschaftsverbände in einer einheitlichen Organisation zu verhindern und die Zulassung der deutschen Gewerkschaften zum Weltgewerkschaftsbund zu durchkreuzen. Er ist der Meinung, daß die deutsche Gewerkschaftsbewegung überzentralisiert sei und in allen Zonen zu einer föderalen Struktur organisiert werden müsse! „Wir kennen die Weise, wir kennen den Text und auch die Herren Verfasser.“ Für die deutschen Gewerkschaftler und Arbeiter ist es keine Empfehlung, daß die AFL-Führer ein Bündnis mit den amerikanischen Trustherren abgeschlossen haben und auf Grund dessen für diese bestimmte Leistungen vollbringen müssen. Daran ändern auch Lebensmittelpakete nichts welche zur Bestechung und Korrumpierung der deutschen Gewerkschaftsführer verwandt werden sollen. Die Führer der AFL, Vertreter eines Teiles der amerikanischen Arbeiteraristokratie und Verfechter der faschistischen Herrenrassetheorie, daß Farbige (Neger) als Menschen minderer Qualität nicht in die Gewerkschaften gehören, sind bereits unrühmlich bekannt durch ihre Versuche, die amerikanische Arbeiterschaft zu spalten und der kämpfenden CIO-Gewerkschaft in den Rücken zu fallen, sowie durch ihr Bemühen das Zustandekommen einer weltweiten internationalen Gewerkschaftsorganisation, des mächtigen Weltgewerkschaftsbundes zu uriterminieren. Und nun wollen diese, welche die deutschen Arbeiter und Gewerkschaftler niemals als Lehrmeister anerkennen werden, auch die junge deutsche Gewerkschaftsbewegung spalten und zersetzen, die Schaffung einer einheitlichen deutschen Gewerkschaftsbewegung und ihren Anschluß an den Weltgewerkschaftsbund verhindern. Die deutschen Werktätigen werden sich von der spalterischen AFL nicht bevormunden lassen. Sie betrachten die AFL-Delegation als zu der Sorte von Gästen gehörig, die man lieber gehen als kommen sieht!. Einschränkung des § 218 in der Ostzone Nachdem in der sowjetischen Besatzungszone unter bestimmten Bedingungen die Schwangerschaftsunterbrechung aus sozialen Gründen zulässig ist, werden jetzt überall Ehe- und Sexual- beratumgsstellen eingerichtet. Die Beratungsstellen stehen grundsätzlich allen offen Im e'nzelnen heißt es, daß die „obersten Gesichtspunkte der Beratung die Befürwortung der Früh-Ehe und die Bejahung des Kindes sind, wenn dies aus gesundheitlichen und sozialen Gründen möglich ist. Soweit diese Voraussetzungen jedoch nicht bestehen, wird die Verhütung der Schwangerschaft einer Unterbrechung vorgezogen.“ Cjodanktacjz DER WOCHE 6 . 2 . 7. 2.: 8 . 2 .: ■ 1945 Weltgewerkschaftskongreß in London. 1919 Zusammentritt der deutschen Nationalversammlung in Weimar. 1840 Gründung des kommunistischen Arbei- ter-Bildunesvereins in London 1®” Charles TVckons. Schr ftst . geb 1748 Thomas Morus geb. 1649 England wird Republik unter CromwelL 1935 Mn Liebc-mann Maler u. Graphiker, gc 1920 Rieh Dehmei, Dichter, gest. 9. 2.: 1881 F. M. Dostojewski, russ. Schrittst, gest. 10. 2.: 1918 Sowjetrußland erklärt Krieg für beend. 1837 Alex. Puschkin, russ. Dichter, gest 1879 Honore Daumier franni« M,,nd Zeichner, gest. 1847 Thom. A. Edison, amerik. Erfinder, gest. 11. 2.: 1932 Litwinow als Vertreter der SU fordert in Genf Weltabrüstung. 1650 Renö Descartes, franz. Phil, ges 1919 Fritz Ebert wird Reichspräsident 12 2.: 1934 Februaraufstand der Wiener Arbeiter gegen Unterdrückung demokratischer Rechte 1837 Ludwig Börne, deutscher Schriftsteller, im Exil gest. 1809 Ch. Darwin, Naturforscher, gen 1804 ImmanueJ Kant, Philosoph, gest. Anträge uer Kommunisten in Ziegelhausen Die Kommunisten in Ziegelhausen haben im Interesse der Bevölkerung am 15. Januar an die Gemeindeverwaltung eine Reihe von Anträgen gestellt, die wir nachstehend gekürzt wiedergeben: Zuteilung von Brennmaterial und Nahrungsmitteln Es wurde beantragt, daß die Gemeinde der Bevölkerung weiteres Holz zur Verfügung stellt und daß die nötigen Schritte hierzu umgehend getan werden. Der dringendste Bedarf an Kartoffeln für die Bevölkerung ist noch nicht gedeckt und die Beschaffung von Gemüse war völlig im Argen. ' Die Kommunisten fordern von der Gemeindeverwaltung energische Schritte, um eine Besserung herbeizuführen. Es wird darauf hingewiesen. daß Ziegelhausen kein Bauernort ist und daß deshalb auch die öftere Zuweisung von Fischen dringend erforderlich ist. Die Gemeindeverwaltung still deshalb bei den zuständigen Aemtera und Behörden d’esprhnlb dringlichst vorstellig werden. Keine Steuerstundungen iret- für Nazifirmen Die Kommunisten stellen fest, daß warnend der Nazizeit an Firmen und an Pgs. Stundungen von Gemeindeumlagen gewährt wurden (z. B. Schokoladenfabrik Haeff und Stiftsmühle). Es wird die Aufhebung der Steuerstundungen beantragt und baldige Zahlung der rückständigen Umlagen verlangt. Demokratisierung der Verwaltung Bei der Besetzung der Verwaltungsstellen müssen alle Parteien berücksichtigt werden. Die Gemeindeausschüsse (Schulaueschuß, Bauausschuß, Wohnungsausschuß und Markueistungs- ausschuß) sollen mindestens einmal jeden Monat zusammentreten und zu den vorliegenden Aufgaben Stellung nehmen. Zu den einzelnen Ausschüssen sollen die Vertreter der Gewerkschaftei» zugezogen werden. Ferner beantragt die Kommunistische Partei, daß in den MarktleistungsausschuB neben den Erzeugern auch V”- h -ouohor aufs-nom- men werden. Bestellung des Ort* beauftragten a. demokratischer Grundlage Der Ortsbeauftragte darf nicht durch die Gemeindeverwaltung allein, sondern nach demokratischen Grundsätzen durch die Bauern Versammlung erwählt werden. Auch in der Frage der Bullen- nnd Bockhaltung darf nichts ohne die Mitwirkung der Bauern geregelt werden. Oeffentliche Berichterstattung Die Kommunisten verlangen, daß die Gemeindeverwaltung und die Ausschüsse in vierteljährliche» öffentlichen Bürgerversammlungen über ihre Tätigkeit Bericht erstatten und der Einwohnerschaft Gelegenheit geben, sich auszusprechen. Arbeitsminister Kohl gibt der Oeffentlichkeit Rechenschaft über seine Tätigkeit. Ein Kommunist in der Rejrierun." am 11. 2. in Mannheim, Wandelhalle Rosengarten, 18.30 Uhr- am 25. 2. in Heide’berg, im „Westhof“, 19.30 Uhr am 25. 2. in Heidelberg-Kirchheim vor der Belegschaft der Waggonfabrik Fuchs, 15.00 Uhr Seite 4 Badische Volksstimme Donnerstag, den 8. Februar 1947 Vorbach, die verfolgte „Unschuld“ ln unserer Nr. 12 vom 20. Juli 1946 gestatteten wir uns. unter der Spitzmarke „Zweimal Karriere“ den verhinderten Landrat und Kreisschulrat Ernst V o r b a c h aus Ettlingen vorzustellen. Wir waren damals und sind heute noch der Meinung, daß dieser überaus ehrgeizige Herr unsere eingehende In- teressennahme verdiente. Wir schilderten V o r b a c h als das, was er Ist, nämlich als den klassischen Militaristen, der nach dem Zusammenbruch der Hitlerei Im Jahre 1945 sehr behende den ordenüberedten Offiziersrock auszog, das martialische Soldatengesicht ln fromme Falten legte und sich samt seinen Diensten der Erb- pächterln allen Christentums, der CDU. wärm- s'ens anemnfahl Wir berichteten ferner, wie die alleinregiererden frommen Herren !m allerchrist- llchsten Landkreise Karlsruhe sich begeistert des Mannes annahmen und ihn — ungeachtet des ihm anhaftenden Kommisgeruchs — in die Stelle eines Kreisschulrats schoben. Und als die CDU um eine willfährig« Figur auf dem Posten des Landrats des I.andkreises Karlsruhe verlegen war. erinnerte sie sich wiederum des karrierehtstemen Herrn Vorbach Sie Heß ihn durch die ..christliche“ Mehrheit Im Kreisrat zum Landrat wählen, und die SPD- Mmderhe’t in diesem Gremium stimmte der Wahl nolens volens zu. Aus „parteitaktischen Gründen", wie der Fraktionsvoreltzende der SPD später entschuldigend erklärte. Wir stellten weiterhin mit Genugtuung fest, daß selbst die Militärregierung mH der Bestätigung des om’nösen Herrn Vorbach in dem ihm von der CDU zu geschobenen Aemtchen etwas zögerte. Heute können wir uns dahingehend berichtigen, daß d ; e Militärregierung gar nicht lange zögerte, sondern Vorbach sofort — am Tage seiner Wahl no-h — als Landrat ablehnte. Damit war der Gute in eine peinliche Sackgasse geraten, denn der Verlust der Landratsstelle zog automatisch auch die Susosnd'erung von seinem erst kurz zuvor eroberten Schnlratsoöstchen nach sich. Da konnte mir eines helfen: vor der zuständigen Spruchkammer ln Ettlingen eine ,.Rehabilitation“ ( gegen den erhobenen Vorwurf des Militarismus zu' erreichen Am 7. Dezember 1946 erschien denn auch Vorbach zu einer öffentlichen „Verhandlung vor der genannten Spruchkammer, bewaffnet mit einem hervorragenden Verteidiger und einer Phalanx von Entlastungszeugen. Diese Zeugen waren nahezu ausnahmslos mit dem kleinen Schönheitsfehler der Mitgliedschaft zur NSDAP behaftet; das hinderte sie aber nicht daran, sich mit Nachdruck für ihren betroffenen Freund ins Zeug zu legen. Gegen solch ein Massenaufgebot konnten sich die drei Belastungszeugen nicht durchsetzen; der Oeffentliche Kläger stellte höchstpersönlich den Antrag auf Vorbachs Entlastung, und 4er Vorsitzende der Kammer verkündete nach einer im Blitztempo abgelaufenen Beratung, daß Vorbach von dem Gesetz zur Befreiung vom Nazismus und Militarismus nicht betroffen sei Des Interesses halber sei nur noch der bezeichnende Umstand erwähnt, daß einer der Beisitzer steh bis zum heutigen Tage standhaft weigert, das freispreehende Urteil mitzuunterzeichneri, da seine Einwände bei der BHtzberatung zur Urteilsfindung überhaupt nicht angehört wurden. Vorbach war also „rehabilitiert“; einer sofortigen Rückkehr wenigstens in sein Amt als Schulrat stand nur noch die Berufungsfrist im Wege. Diese. 30 Tage, wartete er ab Und pünktlich am 31. Tage nach der Spruchkammenverhandlung, am 7. Januar 1947, erschien in den . Bad. Neuesten Nachrichten“ in Karlsruhe ein zweifelsfrei von interessierter Seite inspirierter Artikel, in dem Vorbachs „glänzender Freispruch“ gefeiert und die bösen Belastungszeugen herb getadelt wurden. Und da in diesem Bericht der , BNN " jedes der in der Verhandlung gegen Vorbach vorgetrag-men Bei astungsmomente der Oeffentllchkeit geflissentlich voreuthalten wahr unterstellen, daß Vorbach damals gelogen hat und heule die Wahrheit sagt. Jedoch erhöhen solch billige Manöver keineswegs das Vertrauen in seine Glaubwürdigkeit. Ebenso weitherzig wie die Spruchkammer haben auch wir es uns versagt, aus der Bolle der beiden Söhne Vorbachs als begeisterte Hitlerjugendführer einen Schluß auf die politische Haltung des Vaters zu ziehen, wenngleich sich uns die Folgerung autdrängt, daß er als Lehrer, als Erzieher unserer Jagend, vor allem einmal seine eigenen Söhne zu vernünftigem politischem Denken hätte erziehen sollen. Wir wollen auch glauben, daß Vorbach keinen Einfluß auf die Haltung des einen seiner Söhne hatte, als dieser in seiner Eigenschaft als H.J.- Führer einem wegen defaitistischer Aeußerungen in Haft geratenen Kameraden ein vernichtendes „politisches Führungszeugnis“ ausstellte. Dieses „Zeugnis“ hatte zur Folge, daß der inhaftierte junge Mann, der Sohn einer bekannten Ettlinger Antifaschistenfamilie, monatelang in Untersuchungshaft verbleiben mußte. Immerhin erscheint es uns bemerkenswert, daß solche Dinge im engsten Familienkreise eines Mannes möglich waren, der sich heute als heftiger Antifaschist und „noch heftigerer Christ gebärdet. Doch nun zu Vorbachs militärischem Vorleben, das uns Anlaß gab, ihn einen „klassischen Militaristen“ zu nennen: Kriegsfreiwilliger und Offizier im Weltkrieg 1, sodann Baltikumkämpfer, sodann Mitglied eines Bundes, von dem er nicht wahr haben will, daß es der Schlageterbund war, später Gründer und Leiter des „Bundes der Soldaten“, Ortsgruppe Ettlingen. Sofort nach der Wiedereinführung der Wehrpflicht leistete er alljährlich Offiziersübungen ab, wurde Oberleutnant, Hauptmann und Major, bis er sich endlich — der zwöite Weltkrieg hatte inzwi- 10. März 1947 — Deutschland-Frage ln Moskau! Was wird aus Deutschland? Versammlungen der KPD über Moskauer Konferenz — Einheit Deutschlands — Reichsverfassung am 7. Februar in Heidelberg, „Westhof“, 19.30 Uhr, Landesdirektor KJausmann, am 7. Februar in Heidelberg, vor der Belegschaft der Lederwerke in Heidelberg-Schönau, 12.00 Uhr, Landesdirektor Klausmann, am 13. Februar in Weinheim, „Bienhaus“, 19.30 Uhr, Landesdirektor Klausmann, am 21. Februar in Schwetzingen, N.U.- Theater, 19.30 Uhr. Landesdirektor Klausmann, am 22 Februar in Mannheim, Wandelhalle Rosengarten, 16.00 Uhr, Dr. Rudolf Agricola, am 25. Februar in Pforzheim, Turnhalle der Schule Brötzingen, 19.30 Uhr. Dr. Rudolf Agricola.- am 26. Februar in Karlsruhe, Munz’sches Konservatorium, 19.30 Uhr, Dr. Rudolf Agricola. wurde, woben wir uns hier die Dinge um Vorbach noch einmal genau ansehen: Den Vorwurf des Nazismus’ haben wir gegen Vorbach nicht erhoben. Ungeachtet seiner Sammeltätigkeit für eine Gliederung der NSDAP. Jedoch charakterisierte gerade dieser eingangs der Spruch- kammerverhand’ung zur Debatte gestellte Punkt zur Genüge Vorbachs Haltung und Verteidigungstaktik. Wie aus seinen Personalakten ersichtlich, biederte er selbst sich seinerzeit den Nazimachtnabern mit der Behauptung an, er hätte zwei Jahre eifrig für die Partei gesammelt. Heute versucht er. die Sache zu bagatellisieren und gibt vor, nur zwei Monate und ohne Eifer geschnorrt zu haben. Wir wollen keine Unmenschen sein und nicht weniger großzügig als die Spruchkammer und mit ihr als ] Unsere Aresse: ! Redaktion der „Badischen Volksstimme“, Mannheim, S 3,10 Bestellungen auf die Badische Volksstimme 4 nehmen alle Postanstalten, Postagen- 1 turen. Postb"ten und Briefträger bis zum 2 2. eines jeden Monats ent- \ gegen. M-inatsobonnement RM 0.50 t znzöelirfi Zustellgebühr. sehen begonnen und ging wieder seinem Ende zu — am 5. Mai 1945 nach einem erhaltenen Funkbefehl vom Feinde absetzte. Und wenn er den Befehl damals nicht erhalten hätte, kämpfte er vielleicht heute noch. Gegen den Beginn seiner militärischen Laufbahn im ersten Kriege sei nichts gesagt. Uaber seine spätere militärische Tätigkeit Im Baltikum ist ganz Zuverlässiges nicht mehr zu eruieren, da sich seine eigenen Aussagen je nach augenblicklicher Nützlichkeit widersprechen. Wo Immer es ihm vorteilhaft erschien, bezeichn ne er sich selbst als „alten Baltikumer“ und Freikorpskämpfer, brüstete sich der empfangenen Dekoration mit, dem Baltenkreuz und rühmte sich, „damals schon gegen die Bolschewisten gekämpft zu haben“ Sah er aber, wie in der Spruchkammerverhandlung, Nachteile drohen, gebärdete er sich als der harmlos-biedere Landser, der sich nach dem Weltkrieg I nur ganz zufällig da droben als Letzter vom bösen Feind „absetzen“ mußte. Zu dem Vorwurf der Mitgliedschaft zum „Schlageterbund" drehte und wendete sich Vorbach wie ein getretenes Würmlein, um letzten Endes doch die Teilnahme an einigen „Bierabenden“ dieses sattsam bekannten Terroristenklubs zuzugtben. Klar, daß er e Taktik eines Stabsoffiziers außer Diensten, aus der Verteidigung zum Angriff überzugehen. Richter und Ankläger, Beisitzer und Zuhörer waren in der Spruchkammerverhandlung von Vorbachs gestellter „Freude am Soldatentum“ sichtlich beeindruckt. Um diesen peinlichen Eindruck wieder zu verwischen, fielen seitens der schon geschilderten Entlastungszeugen Worte wie „Militarist im guten Sinne“, „Soldat der Ordnung“ und dergleichen mehr. Wo der gute Sinn jeglichen Militarismus’ aber eigentlich stecken soll, das hat uns keiner der Herren erklärt. Auch schien uns die Ordnung in der Welt bis zum Jahre 1933 durchaus gewährleistet; ihre Aufrechterhaltung bedurfte des soldatischen Einsatzes der Vorbach und Genossen keineswegs. Vorbach ist Lehrer, mehr noch, Vorbach ist Schulrat. Und wer sich — Soldat oder Zivilist — der unheilvoll scharfmacherischen Rolle unzähliger Schulmeister vor und während der beiden letzten Kriege erinnert, begrüßte wohl unsere Absicht, einmal einen dieser Herren zu packen. Einen der Herren, die es nachträglich nie gewesen sein wollen. Er erscheint uns nachgerade notwendig, einmal in aller Oeffentlichkeit eine Scheidelinie zwischen Soldaten und Soldaten zu ziehen: Der Soldat der Armee, die da aufsteht, um die Grenzen der bedrohten Heimat zu verteidigen, verdient Dank und Anerkennung. Der Stabsoffizier einer Armee aber, die auszog, um Länder niederzutrampeln, um Völker auszurotten, die auszog um Hitlers Cäsarenträume zu verwirklichen und um Gestapo und Konzentrationslager in aller Welt zu verewigen, muß es sich schon gefallen lassen, einmal genau unter di« Lupe genommen zu werden. Erst recht, wenn solch ein Stabsoffizier gleich Vorbach heute behauptet, bei Kriegsbeginn schon den Verlust des Krieges vorausgesehen zu haben, damit also zugibt, von Anfang an füi eine als schlecht und verloren erkannte Sache Männer in den „Heldentod“ gejagt zu haben. linier der fupe Dossenheim Es wird uns berichtet: In Dossenheim wurde dem am Orte als Antifaschist bekannten Georg Joachim für seine Familie mit 5 Personen, Ehepaar mit 3 Kindern im ■Alter von 3—6 Jahren, eine Wohnung von 1 Zimmer und Küche ohne Wasserleitung und auch nur 1 Raum elektrisch beleuchtet, zugewiesen. Demgegenüber wurde dem als Nazianhänger bekannten Peter Jakob für seine Familie, Ehepaar und 2 Kinder im Alter von 1—5 Jahren, ohne Woh- nungskommissionsitzung eine komplette Wohnung mit 2 Z i m m e r n und Küche zugeteilt. Daß Jakob 1937 von der J. H. zur SS übertrat, sei nur nebenbei erwähnt. Dieser Fall beleuchtet schlagartig, wie verschiedene Demokraten auch in der Gemeinde Dossenheim sich den Aiftbau der Demokratie und den Kampf gegen den Nazismus vorstellen. Ko. Herausgegeben von der Landesbezirksleitung Baden der KPD, Mannheim. S 3, 10 Verantwortlich: Kurt W. Weber, Mannheim, S 3, 10, Tel. Nr. 43260. Auflage: 50000. Druck Mannheimer Großdruckerei, Mannheim, R 1. Authorlzed by Military Government lor Württemberg ano Baden, Stuttgart, Fr. 10. 4 . 40.