B a disches b. Wochenblatt der Kommunistischen Partei Deutschlands/ Landesbezirk Baden Jahrgang 2 , Nr. 44 Mannheim, den SO. Oktober 1047 Preis 15 Mg. Demokratische Selbstver waltu ng u. Mitbestimmung der Bevölkerung lindern die Not! Gesamtdeutsche Gewerkschaften 1948 6. Interzonenkonferenz der Gewerkschaften in Bad Pyrmont — Verein! gong über Zonengrenzen hfeweg Die 6. Interzonenkonferenz in Bad seinen Zonengrenzen hinweg zu ver- die Interzonenkonferenz den Appell, in Pyrmont vereinigte^ Gewerkschaft», einigen, solange die gewerkschaftliche den Keihen der Gewerkschaft für die delegierte aus allen vier Zonen Vereinigung ^ller Zonen noch nicht Verwirklichung ihrer Forderungen zu kämpfen. Die Forderungen auf dem Gebiet der gewerkschaftlichen Politik, die in den Entschließungen ihren Ausdruck f;ttr den, können erst verwirklicht werden, wenn ein gesamtdeutscher Rahmen der Deutschlands mit Vertretern des Welt- verwirklicht werden kann, gewerkschaftsbundes und der CIO In einer Reihe von weiteren Ent- (USA). Im Mittelpunkt der Beratungen Schließungen nahm die Interzonenkon- »tand eindeutig die Frage des gewerk- ferenz Zu Fragen des Arbeitsrechts, schaftlichen Zusammenschlusses im ge- der Lohn- und Sozialpolitik u. a. m. »amtdeutschen Rahmen. In allen Zo- Steilung, neu erkennen die fortschrittlichen. In der Lohnfrage hält man einen Gewerkschaftsbewegung geschaffen ist. Kräfte in den Gewerkschaften immer Ausgleich zwischen Löhnen, und Prel- Sie stehen in engem Zusammenhang klarer ihre Aufgabe, und die Entschlie- sen für dringend notwendig, einen mit der künftigen Struktur des ge- ßungen der 6. Interzonenkonferenz be- Ausgleich, der nur durch die Neurege- samtdeutschen wirtschaftlichen und deuten, über die Beschlüsse der Baden- lung aller Löhne möglich ist.- politischen Lebens. Weiler Konferenz hinaus einen weiteren Auf dem Gebiet der Sozialverslche- Die Forderungen der Arbeiterschaft, Schritt auf die Verwirklichung dieses rang fordert ein Beschluß eine ein- die in den Gewerkschaften die breite Zieles. . heltliche gesetzliche Regelung für ganz Grundlage für ihre Verwirklichung Im einzelnen sehen die entscheiden- Deutschland und ersucht den Kontroll- finden und die gesamten politischen den Entschließungen der 6. Interzonen- rat, das in Aussicht stehende Gesetz Interessen unseres Vblkes drängen un- konferenz vor: über die Neugestaltung der deutschen widerstehlich zur Schaffung der deut- Dle Einberufung eines allgemeinen Sozialversicherung umgehend zu ver- sehen Einheit. Die Einheit der Ge- deutschen Gewerkschafts-Kongresses abschieden. werkschaften ist nicht nur die Vor- zum Frühjahr 1948, der die Grundsätze An die Frauen, die heute 50 Prozent bedtngung für die Aufnahme in den für die gewerkschaftliche Arbeit im aller berufstätigen Menschen darstellen großen Weltgewerkschaftsbund, son- gesamtdeutschen Rahmen auszuarbei- und deren Mitarbeit beim Aufbau der dem der erste Schritt zur wirtschaft- ten hat und eine Generalkommission deutschen Wirtschaft und des deut- liehen und politischen Einheit Deutschund einen Beirat der gesamtdeutschen sehen Staates unerläßlich ist, richtet lande. Gewerkschaften wählt. Bis zur Bildung dieser Generalkommission der gesamtdeutschen Gewerkschaften wird .der Weltgewerkschaftsbund ersucht, die Interzonenkonferenzen bereits als das gesamtdeutsche Gewerkschaftszentrum' gemäß den Prager Beschlüsten anzuerkennen. Noch vor der Londoner Konferenz SED bereif zu gesamtdeutscher Beratung! ert Meldungen In verschiedenen Zeitui}- Zu den Beratungen der. Außenminf- ... gen wollen von der Vorbereitung ex- ster in London sollte das deutsche Volk Weiterhin scs 1 es den Gewerkschafts- ner neuen gesamtdeutschen Konferenz seine Meinxmg kxindtun, und ist vor Winden freistehen-, sich über die ein- wissen. Aus dem Zentralsekretariat der Londoner Konferenz kein gesamt- derfr'SED erfahren wir hierzu: deutscher Volksentscheid mehr mög- „Die Stellungnahme der Sozialist!- 'lieh,- so müssffh Parteien, Gewerk- j^Mit fasern Willen Boden- sehen Einheitspartei Deutschlands in schäften und andere demokratische retorm bisher verschleppt“ SSÄ-T4SSSbSä5. mi Organisationen zusammentreten, ihren einheitlichen Standpunkt formulieren und in einem gemeinsamen Antrag an die Londoner Konferenz eine Volksabstimmung über die künftige Staatsform Deutschlands verlangen. SED und KPD sind, wie die obige Stellungnahme der SED zeigt, jederzeit bereit, Durch eine Verordnung General Kö- SED stimmt 'jeder gemeinsamen Ver nigs ist den deutschen Länderregierun- handlung zu, die der Herstellung der gen der französischen Zone zur Pflicht Einheit Deutschlands dient. Eine ge- gemacht worden, ein Gesetz über die meinsame Verhandlung von Parteien, Bodenreform auszuarbeiten. Als Ter- Gewerkschaften und anderen demo- min ist der 31. Dez. 1947 bestimmt. kratischen Massenorganisationen und Der Vertreter der französischen Mi- Vertretern der Länder wäre eine ge- Iitärregierung, Direktor Halft, wies auf eignete erste Grundlage zxxr Bekun- ln Verhandlungen einzutreten, die dem einer Pressekonferenz darauf hin, Ge- düng des Volkswillens.“ Ziel der deutschen Einheit dienen, neral König sei dazu gezwungen gewesen, da „die deutschen Behörden ohne eigene Initiative mit Langweiligkeit und bösem Willen die Bodenreform bis heute verschleppt hätten. Sie seien seit eineinhalb Jahren unaufhörlich ermuntert worden, die Bodenreform selbst durchzuführen, aber Politische Geschäftsführer des Unternehmertums Der Zonenparteitag der DVP in Schwetzingen — Erwiesene Feinde der Gewerkschaftbewegung und Wortführer der Reaktion Der Zonenparteitag der DVP ln ritten wurde. Man schuf ein Schlag- thre Vorschläge seien ohne wirklich Schwetzingen bestätigte den sich in wort vom „unberechtigten und ihnen demokratischen Inhalt gewesen.“ letzter Zeit verstärkenden Eindnxck, nur selbst schadenden Machtanspruch Als Höchstgrenze des landwirtschaft- daß die Führung dieser Partei es mehr und Machthunger der Gewerkschaften, liehen Besitzes sind in der Verordnung und mehr darauf angelegt hat, Wort- die zwar mitbestimmen, aber keine 150 ha festgelegt. Den Länderregierun- führer der reaktionären Unternehmer- Verantwortung tragen wollten“, um gen der französischen Zone bleibt es kreise zu werden. So war auch dieser entsprechend draufloahetzen zu kön- aber überlassen, für die einzelnen Parteitag der DVP unter die Devise nen. Der Sinn dieser Hetze Hegt auf Klassen des landwirtschaftlichen Be- der „Initiative für das freie Unter- der Hand. Unter Verdrehung der Tatsitzes Höchstgrenzen einzuführen, die nehmertum“ gestellt. Alles was nicht Sachen soll damit der nötige Unterunter 150 ha liegen können. Mit der ®uf dieser Linie liegt, »ei gegen die grund für die Sabotage des in den Verordnung General Königs Ist der „Individuelle Freiheit". einzelnen Ländern wie Hessen und k Kamof um d*o Bodenreform in der Dieser Grundhaltung entsprach es. Württemberg-Baden ln den Verfassunfranzösischen Zone in ein entscheiden- daß auf diesem Parteitag Attacke um Sen verankerten Mitbestimmungsrech- des Stadium getreten. -vm- Attacke gegen die Gewerkschaften ge- * es der Betriebsräte und Gewerk- schäften durch die Unternehmer- gegeben werden. Dies paßt auch vollkommen in den Rahmen des allseitigen Wiedererstehenlasoens der alten Untemehmerverbände in den westlichen Zonen. Die DVP, wie dieser Zonenparteitag in Schwetzingen ergab, ist der politische Geschäftsführer des Unternehmertums. Bezeichnend und für die Gewerkschaften warnend ist die auf dem Parteitag der DVP gestellte Forderung: „Genügend Funktionäre der früheren Hirsch-Dunkerschen Gewerkschaften zu sammeln“, um mit diesen eine eigene Gewerkschaftsbewegung zu gründen. Ein Parteitag der Demokraten, der die Spaltung der Gewerkschaften und die Gründung untemehmerfreund- Hcher Organisationen der Arbeiter- xchaft proklamiert, kann nicht besser demonstrieren, wie we't er von wirklicher Demokratie und Interessenvertretung des schaffenden Volkes entfernt Ist. ym H „Schlechtes Gewissen an der Ruhr Die es nötig hätten, demontiert zu werden, als Generaldirektor berufen Wie die „Nene Zeitung“ berichtet, wird In» November «ine Deutsche Ruhrkohlen-BergbauverwaÄung geschaffen werden, die unter dar Kontrolle •hier britisch amerikanischen Gruppe arbeitet. Als Generaldirektor wird Dr. "llhelm Roelen genannt, dem ein siebenköpflges Direktorium zur Seite gefaben wird. Nach Ansicht der „Neuen Zeitung“ sei die Gewerkschaft mit ■er Person Dr. Roelens einverstanden, bezweifle aber die poUtische Zuver- -••xigkett einiger der vorgesehenen Direktoren, Die Wochenzeitung „New Statebman and Nation“ vom 18. 10. 1947 gibt •einem Artikel mit der Ueberschrift „Schlechtes Gewissen an der Ruhr“ labere Einzelheiten über die Person Dr. Hoeiens, des Mannes, der den Kuhrkohlenbergbau in die Hände bekommen soll: Dr. Ro*laa war lange J *hre leitender Direktor der Vereinigten Walsum - Hambomer Bergwerks- Jnd Thysnenschen Wasser- und Gas-Gesellschaft Duisburg und ein prom’nen- £* Mitglied jener Ruhrindustriellen gruppe, welche vor uxvd nach dem Kriege Ftter nachdrflcktich unterstützten. Außerdem ist er Pg und SA-Mltglied seit Die Kontrollkommission an der Ruhr befürchtet eine unangenehme Jeaktion d-r A-hcit'-rrchaft, tnflh'wnd-re ds die Berufung dieses starkbe- gteten Generaldirektors zusammenfällt mit der Veröffentlichung der •VnontageUaten. Um was i»eht e». » ■** A Von Willy Grimm Präsident Truman gab in einer Pressekonferenz die Einberufung des Kongresses zu eineifSonflersitzung am 17. November bekannt. In ein«*r Rund- funkansprache legte er die Gründe für diese Sondersitzung der Oeffentlich- keit dar. Er will dem Kongreß ein „Programm zur Bekämpfung der Inflation und der überhöhten Lebenshaltungskosten“ vorlejen, ebenso einen Plan über die amerikanische Aualanda- hilfe. Unter diese^i Plan der Auslandslinie ist nicht.) wie der Präsident betonte, der „eurönfiische Wirtschaftsplan auf lange Sicm" zu verstehen. Es handelt sich also nicht um den Marshall-Plan, sondern Vxm den‘’Zwischenplan, der die amerikanische Dollarhilfe für Frankreich und Italien, dazu die Geldmittel zur Bestreitung der Besatzungskosten in Deutschland, Japan und Korea mobil machen soll. Um die Frage, ob- ''4er amerikanische Kongreß noch vor ide dieses Jahres zu einer Sondersn^. g zusarrxmenge- rufen wird, hat es ix* jien vergangenen Monaten in der USA. ein langes Hin und Her gegeben. Die ganze Problematik der amerikanischen Innen- und Außenpolitik war mit dieser Sondersitzung verbunden. Die jetzt auf den 17, November einbenxfene Sondersitzung ist nicht die, um die es ln der bisherigen Debatte in Amerika und ln der Weltöffentlichkeit gegangen ist. Mit dieser Kongreßsitzung soll ein Teil der Schwierigkeiten, die auf dem Wege zu der entscheidenden Sondersitzung über den Marshall-Plan Hegen, überwunden werden. Die Durchführung des Marshall- Planes begegnete einer Reihe von Hindernissen. Entscheidende Schwierigkeiten Kegen in den USA selbst. Die Präsidentschaftswahlen stehen vor der Tür. Vor ihrer Durchführung dürfte es schwer sein, eine Mehrheit des Kongresses für ihn Su gewinnen. Mit rund 23 Milliarden Dollar soll der amerikanische Steuerzahler die Politik de« Marshall-Planes finanzieren. Da« schreckt die verantwortlichen Politiker beider Parteien, noch vor der Präsidentschaftswahl die Entscheidung auf sich zu nehmen. Für die Rivall- sierenden beider Parteien Amerikas könnte diese Tatsache zur unüber- springbaren Hürde im Wettlauf um den Präsidenten werden. Für den Präsidenten Truman und die Verfechter des Marshall-Planes geht es nun darum, ihrer sich In Zeitnot und Zugzwang befindenden Politik einen Ausweg zu verschaffen, und dabet noch die Popularität zu sichern, die notwendig ist, um Aussichten des Erfolges bei den bevorstehenden Präsidentenwahlen zu haben. Die amerikanis he Wirtschaftskrise, sich ausdrückend ln emporgeschnellten Preisen bei gleichgebli ebener und künstlich erhaltener Einkommenshöh« der Masse des Volkes, bedeutet sowohl Wachsen der Schwierigkeiten ln der Durchführung, als auch verstärkten Druck zur beschleunigten Durchführung des Marshall-Planes. Diesem Dilemma soll 1 mit der nun elnberuf«- nen Sondersitzung, der Verkündung eines Programms zur Bekämpfung der Inflation und der überhöhten Lebenshaltungskosten, wie der Erlangung der Gelder für Frankreich und'Italien g®* (Fortsetzung auf Seite *) Kalorienzahl ln Mannheim In unserer Nr. 39 vom 84. September 1947 gaben wir die Kalorienzahl der zugeteilten Lebensmittel mit täglich 748 Kalorien an. Diese Ziffer hat sich als irrig herausgestellt und ist auf einen Berechnungsfehler zurückzuführen. Die Redaktion des „Badische« Volkseche“' bedauert dies und legt Wert auf die Feststellung, daß der Veröffentlichung nicht die Absicht der Uobertretung der Vorschriften der Militärregierung zugrunde lag. aaszas saua» , Badisches VoUuacho Donnerstag, den 30. Oktober 194? 1 1 - - - . .. ' — ■■ I— ■ " 1 I ■ " I . .. I Wir fordern Volksentscheid! Ein ordentlicher Friedensvertrag: ist nötig! Dm wu geht es? (Fortsetzirog von Seite 1> steuert werden. Man hofft so zwei Fliegen mit einer Klappe za‘schlagen. Es wäre die Zeit gewonnen, um die Verwirklichung des Marshall-Planes in» nächste Jahr zu verschieben, denn mittlerweile kann die Politik um ihn, aut den Krücken des Zwischenplanes weiterhumpeln und der verkündete Kampf gegen die Inllationsgefahr die notwendige Popularität für die Präsi- dentschaftsiwahl scha ff e n . Am Rande sei vermerkt, daß die Preiserhöhungen ln Amerika — jetzt außer Acht gelassen, ob gewollt oder nicht gewollt — bei der Notwendigkeit für die Welt, amerikanische Waren; vor allem Lebensmittel in Dollar zu kaufen, ein Mittel zur Durchsetzung der Marshall-Politik bisher gewesen sind. Die Anleihen an England, Frankreich, Italien haben so eine für die amerikanischen Monopolherren einträgliche Entwertung erfahren, und diese Länder in den Zustand der wirtschaftlichen und damit auch politischen Abhängigkeit gebracht, die Voraussetzung war und ist, sie auf die Linie der amerikanischen Außenpolitik festzulegen. Trotzdem: völlig liegen sie noch nicht an der Kette und gerade die Schwierigkeiten, die sich aus den erwähnten inneren Gründen in Amerika mit dem Marshall-Plan ergeben hallen, könnten die längst als lästige Fesseln empfundenen Bindungen für die Völker wieder lockern, wenn das Zwischenglied nicht gefunden würde. Das war bei der Einberufung der Sondersitzung des Kongresses auf den. 17. November mit maßgebend, denn nur um weniges später findet' die Londoner Konferenz der Außenminister statt, die Immerhin die große Belastungsprobe der durch Amerika gelegten Fesseln darstell».. Vor Ihr also muß ähnlich wie mit der Verkündung der Truman-Doktrin, beim Beginn der Moskauer Konferenz eine amerikanische Machtdemonstration «folgen. Daß diese beabsichtigt ist, dürfte nicht in Zweifel gezogen werden. Ein Novum der amerikanischen Außenpolitik wie damals zu schaffen, dürfte allerdings nicht möglich sein. So werden die Bauern auf geputscht Die Gemeinderatswahlen stehen vor der Tür. Es macht sich ein Ansteigen der Hetze gegen die. Kommunistische Partei bemerkbar. Zur großen Hetze kommt die kleine, die deshalb nicht weniger infam ist. Am 27. Oktober fand in Heidersbach, Kreis Buchen, eine allgemeine Bauernversammlung statt, in der Bürgermeister Henn (CDU) die Bauern aufforderte, Ihre Keller leer zu machen, da ln zehn Tagen etwa eine Kommission zur Kontrolle kommen würde. Er fügte hinzu, daß bei dieser Kommission ein Kommunist sein werde, der es sich angelegen sein lassen würde, die letzte Kartoffel aus dem Keller zu holen. Die Reaktion der Bauern war das, was dieser CDU-Bürgermeister wollte. Es fielen Worte: „Wir lassen sie nicht rein, wir schlagen sie tot.“ Auf dieses Resultat hatte es offenbar dieser CDU- Bürgermeister mit seiner Aufput- aebung abgesehen. Darin erblicken seine Kreise die Schaffung des „Wahl- kümas", das sie auf dem Lande gerne haben möchten. Wir erwarten, daß der Landrat des Kreises Buchen diesem aufputschenden Bürgermeister etwas auf die Finger sieht. die Gestaltung Deutschlands zu eifern demokratischen Einheitsstaat mit dezentralisierter Verwaltung.“ Diese Forderung aus der Resolution des 2. Parteitages der SED unterstrich Otto Grote wohl vor über 5000 Arbeitern des Eisenhüttenwerkes Tale im Harz, wo er einen realistischen Ueber- bliek über die gegenwärtige und künftige wirtschaftliche und politische Lage Deutschlands gab und den Hoffnungen Ausdruck verlidh, die alle fortschrittlichen Kräfte in Deutschland und der Welt an die bevorstehende LondonerKonferenz knüpfen. Grotewohl fflUrte u. a. aus: „Um unsere Verpflichtungen systematisch abzufinden und selbst aus der gegenwärtigen materiellen Not herauszukommen, brauchen wir zunächst einen ordentlichen Friedensvertrag. Nichts Ist schlimmer, als nicht zu wis- Gegenwärtig reist eine Delegation des Haushaltsausschusses des amerikanischen Senats durch die Westzonen. Ihr Leiter ist Senator Styles Bridges. Auf Pressekonferenzen in Berlin wie in München machte er beachtliche Aeußeruögen zur Reparationsfrage und Demontage. Den neuen Reparationsplan für die Bizone be- zeichnete er als „offenkundig ungesund“. „Wir wollen nicht Millionen- doEarwerte zur Unterstützung der deutschen Wirtschaft nach Deutschland senden, um zu gleicher Zeit zu sehen, wie man diese Wirtschaft niederreißt.“ Das sei auch die Meinung der übrigen Mitglieder des Ausschusses. Er glaube jedoch nicht, daß seine Empfehlungen eine Beendigung der Demontage veranlassen, aber, daß sie diese vielleicht „verlangsamen,, könn- Die Wohnungsausschüsse in der Stadt Mannheim sind der Verwalturigs- bürokratie ein Dorn im Auge. Der Grund dafür? Die Wohnungsausschüsse Mannheims haben gut gearbeitet und haben im Wohnungsamt Mannheim eine ins Riesenhafte gewachsene Bürokratie unmöglich gemacht, ln Mannheim ist nur etwa ein Drittel der Beamten und Angestellten beschäftigt, die in Wohnungsämtern anderer Städte Verwendung finden. Daß die Wohnungsausschüsse Mannheims die Willkür in der Vergebung der heißbegehrten Wohnungen ausschließen; daß durch ihre Zusammensetzung zur Verfügung stehende Wohnungen allein nach dem Gesichtspunkt der Abstellung dringender Not vergeben werden können, sind weitere Vorteile. Sie haben auch zur Beseitigung oft beklagter Mißstände geführt Für Bestechlichkeit und Korruption sind die wesentlichsten Voraussetzungen weggefallen. In den Wohnungsausschüssen Mannheims Ist ein Beispiel wirklich demokratischer Verwaltungsarbeit unter Mitwirkung der Bevölkerung gegeben. len, wie hoch die uns aufgebärdeten Schuldenlasten sind, denn die Arbeiterklasse will wissen, wofür sie zu arbeiten hat. Neben der Sorge um Kartoffeln und Brot steht der politische Kampf um die Konstituierung einer neuen deutschen Demokratie. Der kommende Staat darf nicht so willenlos und schwach sein, wie der zur Weimarer Zeit. Wir brauchen eine kämpferische Demokratie, die der deutschen Mentalität und den deutschen Verhältnissen angepaßt ist. Deshalb wollen wir auch weder die westliche noch die östliche Staatsform auf Deutschland übertragen. Wir fordern vor der Londoner Außenministerkonfe- renz nochmals den Alliierten Kontrollrat auf, auf unsere Forderung einzugehen und dem deutschen Volke das Selbstbestimmungsrecbt zu gewähren, das Recht einer Volksabstimmung!“ Zur Besetzung Deutschlands äußerte er, daß er diese „bis zu 40 Jahren empfehlenswert“ halte. Wenn von russischer Seite auf der Novemberkonferenz der Außenminister in London vorgeschlagen werde, die Besatzungstruppen aus Deutschland zurückzuziehen, werde er damit nicht einverstanden sein. Man steht nach dieser Aeußerung überraschend vor der Frage, liegen auf der Londoner Konferenz der Außenminister die Dinge, wie sie Senator Bridges zum besten gibt? Immerhin ist es aufschlußreich, wann es so steherr-sollte, daß man sich in amerikanischen Kreisen mit einer 40jähri- gen Besetzung Deutschlands beschäftigt und der Sowjetunion die Möglichkeit einer sofortigen Räumungsabsicht unterstellt. y. m. Warum also der Ministerlalerlaß, wonach die Wohnungsausschüsse in Mannheim abgeschafft werden sollen? Die Bürokratie hat allen Grunfi, das gute Beispiel zu fürchten! Es ist' nicht allein, daß andere Städte ihm folgen könnten, sondern auch, daß die Bevölkerung in anderen Fragen, wie der der Ernährung, Verteilung der Verbrauchsgüter usw., ähnliche Verhältnisse fordern und durchsetzen könnte, wie es durch die Wohnungsausschüsse auf dem Gebiet des Wohnungswesens der Fall ist Es wird zwar viel von Selbstverwaltung der Gemeinden geredet — auch der Ministerpräsident Dr. Maier von Württember, .-Baden hat einmal den Ausspruch getan, daß dort, wo Probleme nicht zu lösen sind, die Bevölkerung zur Mitarbeit heranzuziehen sei —, aber wo wirklich Ersprießliches geleistet wird, da fühlt sich die Mini- sterialbürokratje angegriffen. Deshalb der Ministerlalerlaß gegen die Mannheimer Wohnungsausschüsse. Gegen ihn Stellung zu nehmen, ist demokratische Verpflichtung der Mannheimer Bevölkerung. < ,,.. natürlich, Sehnmaeber 4 * Die Moskauer „Prawda“ gab kürzlich eine interessante Mitteilung wieder.- Sie lautete: „Mit dem Name Schumacher verknüpft die deutsche Reaktion Reslau- rierungs- und Revanciiegelüs^e. Nach einer Information wurde in England eine Rundfrage bei 300 Mitgliedern des ehemaligen deutschen Generalstabes und Oberkommandos durchgeführt, auf die die Antwort geheim erfolgte. Auf die JYage, ap die sich gegenwärtig in englischer Kriegsgefangenschaft befindenden Generalstäbler, „ob es gegenwärtig in Deutschland jemand gäbe, mit dem sie, wenn sie sich wieder in Freiheit befinden würden, Zusammenarbeiten könnten, antworteten 180 Vertreter des alten Systems und Anhänger der Theorie der „Ausweitung des Lebensraumes“ folgendermaßen: „... natürlich, Schumacher.. 4“ Demontageliete ln der französischen Zone Nachdem für die Bizone durch die amerikanisch-englischen Militär-Gouverneure die Demontageliste veröffentlicht wurde, erfolgte jetzt auch die Bekanntgabe der Demontageliste für die französische Zone. 170 Fabriken verfallen nach dieser Liste der Demontage. Die Demontageliste hatte General Notret, der Vertreter des französischen Oberbefehlshabers im Kontrollrat, dem Koordinationsausschuß überreicht. Kurz vor dieser Bekanntgabe war bereits eine Meldung durch die Presse gegangen, die ihren Ausgangspunkt in einer Pressekonferenz bei der Militärregierung in Baden-f^den hat’e, nach der mit der Demontage von 300 Fabriken in der französischen Zone zu rechnen gewesen wäre. Darüber besteht immer noch keine Klarheit, ob mit der von General Noiret überreichten Demontageliste das Ende der Demontagen in der französischen Zone erreicht ist. Umstrittene Ern! eeinschfltznng In einer Round - Table - Konferenz wurden zwischen dem Direktor der Landwirtschaftsabteilung der Militärregierung von Württemberg - Baden, Paul Taggert, und dem Landwirtschaftsminister Stooss die Differenzen bei den Emteeinsdhätzungei* besprochen. Die Besprechung endete ohne schlüssiges Ergebnis. Abschließend erklärte Mister Taggert, „daß sich dis .deutschen Behörden bei ihren Erme- einschätzungen* sicherlich Mühe gegeben hätten, jedoch habe er zuweilen den Eindruck, daß sie gewisse Getreidemengen der gesetzlichen Ablieferung entziehen wallten“. Erneutes Einheltsa bkommen Italienische Sozialisten und Kommunisten stehen zusammen Auf einer Konferenz der Sozialistischen Partei Italiens wurde der Pakt über eine einheitliche Politik mit der Kommunistischen Partei erneuert. In der entsprechenden Erschließung heißt es, daß das in Belgrad gegründete Kommunistische Informationsbüro nichts an dem von beiden Parteien getroffenen Uebereinkommen hindere. Mit dieser Entscheidung hat sich die Sozialistische Partei gegen den Führer des rech en Flügels, Lombardei, entschieden, der für den Bruch des Einheitsabkommeu* eingetreten war. „Offenkundig ungesund“ Senior Bridges gegen Demontageplan? — Wie lange wird die Besetzung Deutschlands dauern? tea. Die bloBgestellte Minislerialbiirokratia * Ein Angriff auf die Mannheimer Wohnungsausschüsse mit Mlnisterialerlaß KuHurmosaik Beinricb-Heine-Preia gestiftet Rudolf Leonhard, als Vorstandsmitgtie des Schriftsteilerhongresses gab aut de Tagung der Schriftsteller bekannt, da der seinerzeit unter den emigrierte deutschen Schriftstellern ln Frankreic begründete Hetnrlch-Helne-Llteraturpre jetzt „nach Deutschland zurückgebract worden" und vom Schutzverbard deu 1 scher Autoren zusammen mit mehrere großen Verlagen neu gestiftet Word« sei. In Höhe varr 19 SW Mark wird < alljährlich zur Verteilung kommen. Ans» ßegbers nach England elngeladei Dl« In Berlin lebende Schriftstellerin Anna Beghers, bekannt durch das Buch „Das siebente Kreuz“ (Aufbau-Verlag. Berlin), In dem sie in erschütternder Welse die Flucht eines KZ-Häftlings und tfte ganze Not der antifaschistischen Kämpfer im Hltlerreich schildert, wurde vom „Britischen Rat für deutsche Demokratie“ ringelnden, an einer Im November stattfindenden Konferenz tellzu- Rehmen. “Wie dl* Tier« des Waldes“ Friedrich Wolf hat soeben ein neue» Schauspiel beendet, das den Titel „Wie die Tiere des Waldes" trägt. Das Schauspiel, dessen Handlung einer Prozeßakte entnommen Ist, behandelt die Situation und die Probleme der deutschen Jugend. Den Versand an die Bühnen wat der Aufbau-BOhncn-Vertrieb übernommen. Das Nationaltheater ln Mannheim, das auf eine große Tradition zurückblicken Kenn und beginnt, den Schleier der 12- Jährlgen Gleichschaltung zu zerreißen, müßte es als Verpflichtung ansehen, die Mannheimer Bevölkerung mit dem Werk dieses fortschrittlichen Dichters bekannt zu machen. Korse fßr I4-Hjährlg* an der Volkshochschule In Leipzig An den Kursen der Volkshochschule m Leipzig konnten bisher nur Personen teilnehmen, die das 18. Lebensjahr vollendet hatten. Durch eine Anordnung der Landesregierung Sachsen werden jetzt an der Volkshochschule ln Leipzig eigens Kurse für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren abgehatten. Sie umfassen die Fächer Physik Chemie, Rechnen, Grundfragen der Gegenwart, Buchführung, Stenographie, Schreibmaschinen Deutsch, Französisch. Englisch, Russisch und Latein. Die Kurse begannnen Mitte Oktober. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn such bei uns in Württemberg-Baden, besonder» In Anbetracht des Mangels an Lehrkräften an den Mittelschulen, dieses Beispiel Nachahmung finden würde. 11 000 Frauen studieren An den tschechoslowakischen Universitäten .haben sich etwa 64 800 Studenten für das Wintersemester eingetragen, unter Ihnen etwa »1000 Frauen. Allein in der Karlsuniversität in Prag studieren 3400 Frauen Philosophie, 1750 Medizin und 2109 weibliche Studenten haben sich für andere Fächer Immatrikulieren lassen. An den Technischen Hochschulen studieren 1X8 Frauen das Bauwesen. In- genieurwissenchaften und Architektur, 828 Chemie und 48 Maschinenbau, Dieses Beispiel zeigt, daß die Frauen tn der Tschechoslowakei in allen Berufen Eingang gefunden und gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft geworden Sind. Hingegen gelten in Niedersachsen heute noch die von den Nazia geschaffenen Tarifordnungen für die Metallindustrie, die für die Frauen nur 18 Pros, der für die Männer festgesetzten Löhn» vorsehen. „ Wir beißen eueh honen! Die Zukunft decket Schmerzen uncF Glücke schrittweise dem Blicke, doch ungeschrecket dringest «etr vorwärts. Und schwer und ferne hängt eine Hülle mit Ehrfurcht, Stille ruhn eben die Sterne und unten die Grübet. Doch rufen von drüben die Stimmen der Geister die Stimmen der Keffteri „Versäumt nicht, tu übe« die Kräfte des Guten)“ Hier Hechten sie Kronen im ewiger Stille, die sollen mit Fülle die Tätigen lohnen: „Wir hei Öen euch hoffen t" .. Joh. Wetfg. v. Geri** Donnerstag, dwfA OkMxr 1MT BtdiKhtt Votksecbo Sette S Warum hier nicht den erhobenen iteigeiioger? Bn Jugendlicher schreibt uns: Die Vertreter der bürgerlichen Parteien haben in der Vergangenheit recht oft die Jugend mit dem ernobenen Zeigefinger verfolgt und sich nicht gäniert, diese für das verantwortlich au Stadien, was sie selbst letz dich verursacht haben. Die Jugend ist schuldlos an dem Unglück unserer Vergangenheit und Gegenwart. Die heutige Jugend kann beim besten Willen nicht sehen, worin das Vorbild der älteren Generation bestehen soll. Die Tatsachen sprechen gegen sie. Doppelte Moral kann uns geschenkt. bleiben. Als es wirklich gegolten hatte, für die Jugend den Zeigefinger zu erheben, hat es all den Vertretern der DVP und CDU im Landtag an der nötigen Kraft gefehlt. Bei der Verabschiedung des Wahlgesetzes zur Durchführung der Gemeinderatswahlen haben sie geschlossen die Anträge der Kommunistischen Partei, den Jugendlichen vom 18. Lebensjahr ab das aktive und mit Vollendung des 21. Lebensjahres das passive Wahlrecht zu geben, niedergestimmt. Jetzt tun dieselben Vertreter, als ob nichts geschehen wäre und möchten, wie der Rattenfänger von Hameln, die Jugendlichen mit scheinheiligen Verlockungen um sich scharen. Sie schätzen die Jugend doch etwas zu dumm ein. er. Schlange - Schoningen als tiieoretisierendc-r Junker Schlange - Schöningen, der Emäh- rungsdiktator der Bizone, macht in einem neuen Buch unter dem Titel „Lebendige Landwirtschaft“, das in Hannover erscheint, den V ersuch, seine reaktionäre, junkerliche Praxis auf dem Gebiete der Landwirtschaft theoretisch zu untermauern. Die Fragen der Rationalisierung und Mechanisierung der Landwirtschaft, welche er an- Samstag, den L November 1947, nachmittag» 1UD Uhr, im Speisesaal der Motorenwerke Allgemeine Funktionär-Konferenz für den Stadtkreis Mannheim Stellungnahme zu den Stadtratswahlen und Aufstellung der Kandidaten Mitgliedsbücher sind mitzubringen. Der Kreisvorstand der KPD schneidet, sind seit langem bekannt und erörtert worden. Voll Interesse ist lediglich das Schlußkapitel über die zukünftige Entwicklung der deutschen Landwirtschaft, in dem er in Bezug auf die Bodenreform sein Bedauern ausspricht, daß sich die Besatzungsmächte unter politischen Aspekten in die Regelung dieser Innerdeutschen Angelegenheit einmiscfaen. „Wanderung des Bodens zum besseren Wirt“, lies: junkerlichen Großgrundbesitzer, — das ist Schlang es Lösung des Problems! Und was die Flüchtlinge anbelangt, so sollen die Saatzüchter, Viehzüchter und die nachweisbar Tüchtigen wieder Boden unter die Füße bekommen. Die Praxis des Herrn Schlange selber und seiner kleineren Ebenbilder auch bei uns ln Württemberg-Baden läßt deutlich erkennen, daß diese nachweisbar Tüchtigen niemand anders sind als die im Osten Deutschlands enteigneten junkerlichen Freunde Sch lange-Schönin- gens. Der Mitarbeiter Pf. des JKP meint hierzu: „Woher soll der Boden kommen, den Ae „nachweisbar Tüchtigen" wieder unter Ae Füße kriegen sollen? Dem „Bodensatz“, den beruflich untüchtigen Bauern, den „schlechten Elementen", san das Land abgenommen werden. Die deutschen werktätigen Bauern werden sich gegen Aesen Versuch eines neuen Bauernlegens energisch *ur Wehr setzen und Ae Durchführung der Bode n r ef orm erzwingen. Abschließend sei bemerkt.. daß Aes Buch in der t ypis c h en überheblichen Sprache des Junkers geschrieben ist. Wollte man zählen, wie oft A»-- v /ort „Ich“ in ihm erscheint, man wü de zu einer vierstelligen Ziffer kommen.“ Wie sieh! es mii der Scfiuhzutoilung ? Hin Vergleich mit dem Bchobxateil ungen der Stadt Nürnberg Die Fachzeitschrift „Schuhwirtschaft", Nürnberg, veröffentlichte eine Aufstellung der in Nürnberg aus- gegooenen Schuhe. Wir stellen dieser Aufstellung für die gleiche Zeit Ae Ziffern gegenüber, Ae zeigen, was in Mannheim ausgegeben wurde. Mannheim: Nürnberg: 580 3158 Paar Arbeitsschube, Berufsschuhe u. Straßenschuhe für Männer und Frauen. 150 1229 Paar leichte Stra- ßenschuhe für Erwachsene u. Kinder. 200 1688 Paar Kinder- und Klei nkirrderschuhe. 240 1280 Paar Haus u. Turnschuhe für Erwachsene und Kinder. Jeder, der rechnen kann, mag an Aesen Zahlen das Maß der Ungerechtigkeit und der großen Desorganisation ersehen. Und bei all dem ist nahezu jedem Mannheimer bekannt, daß in und um Mannheim Schuhe produziert werden, daß Ae Lager der Großhändler gefüllt sind und auch die Einzelverkaufsgeschäfte größere Lagerbestände aufweisen. Es fehlt nicht an Schuhen, um Ae Bevölkerung mindestens nach und nach zu versorgen. Aber jeder unglückselige Klient des Wirtschaftsamtes weiß es: Es fehlt an Bezugscheinen für Aese Schuhe, Ae von „oben“ ausgestellt werden. Nürnberg, Ae Stadt mit 320 000 Einwohner, erhält insgesamt 6765 Paar Schuhe. Mannheim mit seinen- 230 000 Einwohnern dagegen nur 1170 Paar. Wir schätzen die für Ae Zuweisung von Bezugscheinen maßgebenden Stellen, die Verantwortlichen in den Ministerien und im Wirlschaftsrat nicht als so dumm und unfähig ein. daß sie diese Ungleichmäßigkeit und Ungerechtigkeit in der Zuweisung und in der Zuteilung nicht sehen könnten und in der Lage wären, sie abzustellen. Jeder einfache Mensch mit einem Mindestmaß an organisatorischer Begabung wäre in der Lage, diese Aufgabe zu lösen. Es bleibt also nur der Schluß übrig, daß Ae Verantwortlichen wohl könnten, wenn sie wollten. Aber sie wollen nicht. Sie wollen nicht, daß die Bevölkerung mit den notwendigsten Gegenständen des täglichen Bedarfs gerecht versorgt wird, und so erwächst daraus Ae Forderung des sehaffenden Volkes und aller fortschrittlich gesinnten Menschen nach Beseitigung und Bestrafung der Schuldigen an dem Chaos und nach ihrer Ersetzung durch demokratisch gesinnte Männer, Ae fähig und gewillt sind, zu planen und mit und unter der Kontrolle des Volkes für Ae Sicherung der Existenz unseres Volkes zu wirken. -hw~ ßadektkiacte DER WOCHE 28. M. 1845 Eröffnung der Wcltjugendhsn- ferenz in London. IM» N. G. Tschernyschewski, russischer Schriftsteller, gest. 3t. M, 1883 Beginn der hi schulischen Diktatur in Italien. 31. 18. 151? Luther schlägt Ae M Thesen an die Schtodkirche zu Wittenberg. L 11. lgza Türkei wird Republik. 3. 11. 1818 Matrosenaufstand kl Kiel. — Bildung des L Soldatenrates. 8. 11. 1838 Edgar Andre, Hamburger Ai* helleriüh rer, hingerichtet. 4848 Felix MendeLsohn-Bartheldg, Komponist, gestorben. H umlerttauscnd Paar Schuhe — aber nicht für die Bevölkerung; Bei einer Kontrolle der Schuhfabrik Rita in Weinheim stellte man fest, daß diese Firma 80 000 Paar Schuhe gelagert hat. ln weiteren Lägern der Firma sollen noch 10 OOOde Paar Schuhe aufgestapelt sein. Nicht nur Ae Schuhfabrik Rita, sondern alle Betriebe dieser Branche in Stacft und Landkreis Mannheim sollen vollgestopfte Lager haben. Wir fragen Ae zuständigen Behörden, ob sie von diesem Zustand Kenntnis haben? Wenn ja, warum werden Ae Schuhe dann nicht an die notleidende Bevölkerungausgegeben? Konstruktiver KPD in Ketsch verlangt Ausbau Die katastrophale Wohnungslage ver- anlaßte die Ortsgruppe der Kommunistischen Partei In Ketsch, dem Gemeinderat ein konkretes Bauprogramm zu unterbreiten. In diesem Programm empfiehlt Ae Kommunistische Partei den Ausbau von ca. 200 Dachwohnungen, um vor allen Dingen Ae noch in unmöglichen Verhältnissen lebenden Neubürger’tin- terzubringen. Da Ae in Frage kommenden Hausbesitzer Ae Kosten des Ausbaues selbst zu tragen hätten, würde die Gemeinde durch die anfallenden Kosten nicht allzustark belastet. Außerdem wurde der Umbau des früheren HJ-Heims zum Wohngebäude vargeschlagen. Die Finanzierung dieses Vorhabens soll auf genossenschaftlichem Wege erreicht werden. In einem Schreiben erkennt Ae Gemeindeverwaltung Ae Brauchbarkeit des kommunistischen Vorschlags an, weist aber gleichzeitig auf evtl. Schwierigkeiten hin. die durch die Hauseigentümer gemacht werden können. Außerdem ist Ae Zahl von 200 Ausbauten nach Ansicht der Gemeindeverwaltung zu hoch gegriffen. Der Umbau des HJ - Heime wurde vom Gemeinderat genehmigt und wird Das Ist der Wirtschaftsrat „Die Kartoffeln sind da. Sie werden nicht ausgegeben, weil das Gestrüpp der bürokratischen Hemmungen einfach nicht mehr überwunden werden kann. Ohne den Wirtschaftsrat und die unzähligen nach geordneten Steilen . . . hätten wir Kartoffeln genug. Wenn wir in diesem Winter hungern müssen, dann Acht aus Mangel an Kartoffeln, sondern aus dem völligen Versagen der Behörden." Diese Sätze stehen im „CDÜ-Echo“ vom 18. Oktober! Die CDU, Ae gegen den Protest der Kommunisten die Bildung des Wirtschafts rales begrüßte, die CDU. Ae gegen den Protest der beiden Arbeiterparteien die Wahl ihre» Schlange-Schöningen zum Er- aährungsdirektor erzwang, Aeselbe CDU entdeckt heute, unter dem Druck der wachsenden Empörung im Volke, Ae Wahrheit — Ae völlige Unfähigkeit und Sabotage ihrer eigenen Ver- waltwxgsfunkionäre. Kein Mensch kann von dieser Partei erwarten, daß sie etwa ernst macht und Ihren Schlange-Sehöningen zum Teufel Jagt. . Wir aber müssen Ae Notwendigkeit erkennen, den Kampf für eine Yrikskont rolle der Ernährung selbst in die Hand zu nehmen. Bauvorschlag von Wohnungen für Neubörger auf Kosten dei Gemeinde vorgenommen. Die Kommunistische Partei fühlt sich verpflichtet, ihre Bedenken gegen den von der Gemeindeverwaltung eingeschlagenen Weg auszudrücken. Der Ausbau des HJ-Heims wird ungefähr 208 000 RM kosten, ohne daß Ae zu erwartenden Mieteinnahmen in einem gesunden Verhältnis zu der ausgegebenen Summe stehen wird. Die Gemeinde Ketsch wird also mit einer dauernden finanziellen Belastung zu rechnen haben. Die Kommunistische Partei verlangt also nochmals den beschleunigten Ausbau der vorgesehenen Dachwohnungen und einer erneuten Ueber Prüfung der Möglichkeiten,“"den Umbau des HJ-Heims auf genossenschaftliche Weise durchzuführen. Die Kommunistische Partei ist bereit, jeden Wohnungsbau zu unterstützen. Sie wendet sich aber gegen Bauvorhaben, die fast nicht zur Linderung der Wohnraumnot beitragen und Ae evtL zum Ruin der Gemeinde führen können. * Es ist mm Aufgabe des Gemeinderats, sich erneut mit Aesem dringenden Problem auseinanderzusetzen und der Oeffentlichkeit gangbare Wege Rufzuzeigen. Welt-Getreideernte von 1948 über trollen R.D. (Bin .} Der künstlich erzeugten Stimmungsmache über eine Welt- Knappheit an Getreide stehen Schätzungen des statistischen Amte» in Kanada gegenüber, denen zufolge die W eit weizen ernte diefes Jahres 8 Mrd. Bushel (1 Bushel 27,2 kg) und die Weltroggenernte 1450" Mill. Bushel betragen wird. Die entsprechenden Vergleichsziffern des Vorjahres lauten auf 5,8 Mrd. Bush ei Welzen und 1430 Mill. Bushel Roggen. Mit der Bekanntgabe Aeser Ernteziffern werden alle Nachrichten über eine Welt-Getreide-Knappheit widerlegt und als bewußte» Manöver ent- larot, das den überseeischen Getreide- Monopolisten hohe Profitspannen aus eui Exportgeschäft AchersteUen soll. Diese Tatsache ist ein weiterer Beweis dafür, auf welche gemeingefährliche Weise die Über see! seien Getreide- Exporteure mit de» hungernden Volksmusiken der Bedarfständer spielen. Z»Be» gesucht! AH« PAsoncn, die belastende An- g aben tltxff den ehmnalige* Geatapo- samten Johannes Flab, der in Mannheim von 18*9 Ms 18« tätig war, machen Rönnen, werden ersucht. dieselben schriftlich an die K rrvrtmt reuungssleil e der „Verfolgten des NuiitgWeV*. Mannheim, Luisenschule. Zimmer IS. efn- xu senden. Die Männer und Frauen, deren Anträge auf Schuhe immer wieder auf den Wirtschaftsämtem abgewiese» werden, Ae Mütter, welche ihre Kinder nicht mehr in die Schule schicken können, da sie keine Schuhe zum an- ziehen haben, fordern eine klare Antwort auf Aese Fragen. Wo gehen die Mannheimer Schube hin? Rohstoff Holz! Immer weniger Holz für die deutsche Wirtschaft Wie ZAZ Berlin meldet, lagen nach dem Monatsbericht der britischen Kontrollkommission Ae Holzexporte der britischen Zone nach Großbritannien im August mit über 170 000 Tonnen Nutzholz um annähernd 18 000 Tonnen über den Rekordmengea des Juli. Ueber 1,1 Millionen Tonnen Nutzholz, davon über 610000 Tomen während der letzten fünf Monate, sind damit nach Großbritannien verladen worden. Auf Ae verheerenden Feigen Aeses Raubbaus an den deutschen Waldbeständen ist immer wieder van den verschiedensten Seiten hingewiesen worden. Gerade der Rohstoff Hobt ist geeignet, zu zeigen, daß ein Export in Aeser Art statt unserem Volk au helfen, unsere wirtschaftliche Lage noch mehr verschlimmert. Holz als Fertigfabrikat verarbeitet, erzielt nicht wen ig er als den zweita usendfachen Preis de* Rohstoffs Holz, den man uns auszuführen nötigt In einem Bruchteil der heutigen Holzlieferungen könnten wir unsere ganze zusätzliche NahrungsmR- teleinfuhr bezahlen. Unser Waldbestand wäre nicht gefährdet, unsere Sauwirtschaft und sonstige Industrie müßte Acht den Rohstoffen Holz für Häuser und Möbel und Gebrauchsgegentände entbehren, wenn uns ein Fertigwarenexport getattet würde, denn der zweitausendste Teil unserer Jetzigen Ausfuhr an Hotz würde genügen, um den gleichen Erlös zu erzielen. Deutschland ist heute mehr denn Je angewiesen auf Autausch seiner Industrieerzeugnisse gegen Rohstoffe und Lebensmittel. Die Voraussetzung für eine gesunde, wirtschaftliche Entwicklung ln friedlichem Rahmen ist Ae Beendung des ungesunden Rohstoffexports und der Ausbau einer friedlichen Gebrauchsgüter- und Exportindustrie. Eltern! Fügen dTl eilet In allen J«f**i8agcl«gtshel(oi erteilt Rftf Md Auskuafl das JugeBdsebielaiiaf der KPD Mannheim, S I II Jeden Montag von 18—18.30 Uhr gelte « Badisches Volksecho Donnerstag, den 30. Oktober 1947 Unterde^upQ Mannheim fi'azistlseher Messerheld findet •eine Strafe ' vor der Spruchkammer Mannheim w tte sich der berüchtigte Messerheld der SA.. .Hermann Baumgart, für seine Untaten zu verantworten. Im Jahre 1»« ermordete er den Anw* Jll.' fasrhisten Fritz Luley durch Messerstiche und verwundete dessen Neffen Karl IsUiey lebensgefährlich. Er kam damals mit einer lächerlich geringen Gefängnisstrafe davon« 1930 fand sich dieser nationalsozialistische „Kulturträger“ wiederum vor den Schranken des Gerichts. Diesmal hatte er sich anläßlich eines Reichsbannerumzuges wie ein Amokläufer auf den 16jährigen Karl Roth gestürzt und Ihm Öas Messer in die Herzgegend gestoßen. Nur der Umstand« daß die Messerspitze an einer Rippe abrach, rettete dem jungen Reichsbannermann das Leben. Adolf Hitler belohnte diesen Banditen für seine „Leidentaten“ mit dem Blutorden and anderen hohen nationalsozialistischen Auszeichnungen. Vor der Spruchkammer verteidigte sich Baumgart in frecher und provozierender Weise und stellt damit unter Beweis, daß er nach wie vor ein fanatischer Anhänger der nazistischen Dschungel- Ideologie ist. Die Kammer weist ihn als -Hauptschuldigen für vier Jahre ins Arbeitslager ein und ordnet außerdem den vollständigen Einzug seines Vermögens an. Ein famoser Ostzonenflüchtimg! Dieser Tage meldete sich bei der Firma Bopp & Reuther in Mannheim ein vom Arbeitsamt geschickter „Flüchtling“ aus der Ostzone, welcher dem Einstellungs- Personal gleich durch sein arrogantes Benehmen auffiel. Bei näherer Prüfung stellte sich heraus, daß derselbe, ein ge- P wisser Helmut G.» ein ehemaliges Mit- 8 glied des NSKK war und von der Polizei der Ostzone wegen Grenzechmuggels gesucht wurde. Er hat es deswegen vorgezogen, wie so viele lichtscheue Elemente, bei uns unterzutauchen. Interessant wäre es für, uns, festzustellen, .welches Amt in Mannheim dieser Art von „politischen“ Flüchtlingen Zuzugsgenehmigung erteilt, um so mehr, da noch viele Mannheimer auswärts wohnen j und,man ihnen die Rückkehr in ihre Vaterstadt verweigert Immer zu alt . . Elend eines Neubürgers ' 40 Jahre hat der Melker Julius Sch. für die astelbischen Junker gearbeitet Die Schuld, eben dieser Großgrundbesitzer und der faschistischen Hitlerregierung ist es r daß er aus Schlesien ausgewiesen ist und sich ^tzt hier in der amerikanichen Zone kümmerlich durchschlagen muß. Julius Sch. war bei einem Großbauer, der »ich weigerte, ihm die tarifliche Entlohnung zu geben. Deshalb mußte er am 1. Sept 1947 die Arbeit verlassen. Er wurde nach Sinsheim durch das Arbeitsamt Stuttgart zur Aufnahme einer Arbeit geschickt — die Stelle war besetzt Er wurde nach Urspring im Kreise Ulm geschickt — abgewiesen, weil er zu alt war, trotzdem er mit seinen 61 Jahren noch sehr rüstig Ist In Rögertshausen das gleiche — zu alt. Gewisse Parteien entfalten unter den Flüchtlingen eine außerordentliche Hetze gegen die Kommunisten und gegen die Staaten im Oi en, die sie beschuldigen, die Not der Flüchtlinge verursacht zu heben. Von einer praktischen Hilfe für die Flüchtlinge, die nun einmal hier sind, ist bei diesen Leuten Jedoch keine Rede. Statt Illusionen zu verbreiten über eine mögliche Rückkehr in die alten Heimatgebiete, soll man die Flüchtlinge unterstützen, damit sie sich hier ln Deutschland eine neue Existenz schaffen können. -Kg- Im Dienste des Volkes hat die Mannheimer Stadtratsfraktion der KPD Mgende Anträge gestellt: A/.Bereitstellung von Baumaterial zur Winterfestmachung der beschädigten Wohnungen. A I .Oeffnung der Schulbäder | 4 ,i^ ln verschiedenen Stadtteilen, wie Ixi- ■enberg, Rheinau, Lindenhof u. a. für den Tolksbadebe trieb. So gehl es auch uichl Proteste der Bauern in Käfertal gegen unmögliche* Kartoffelablieferungs-SoU 40 bis 70 Pfund Kartoffelin wurden Ablieferungssoll von 190 Pfund un- in der Mannheimer Gegend von 100 denkbar. qm geerntet. — 150 Pfund soll ein InKäfertal haben die Bauern dis Bauer in Käfertal für dieselbe Fläche Aufforderungen zur Ablieferung zu-v abliefern. rückgegeben. „Des Landwirtschaft«-^ Die geernteten Kartoffeln sind teil- amt kann," so sagen die Bauern, „die weise nur als Viehfutter, teilweise ganze Kartoffelernte abholen. Es überhaupt nicht verwendbar, weil sie würde doch nicht das verlangte Soll sofort in Fäulnis übergehen. erreicht.“ Hinter der Nichtablieferung Wir fragen: Nach welchem Schema steht Jedoch die Drohung von Seiten wird das Ablieferungssoll vom Lan- der Behörden mit der Verweigerung deswirtsehaftsamt festgelegt? Die von Schlachtgenehmigung. Muß nicht Durchschnittsernte beträgt in Würt- bei geliehen Methoden der Bauer Jedes temberg-Baden nach amtlichen Be- Interesse an einer Steigerung der land- rechnungen 220 Pfiund pro Ar. Manche wirtschaftlichen Erzeugung verlieren? Gegenden haben fast eine. Normal- Die Landwirtschaft?- und Emäh- ernte eingebracht. Im Mannheimer rungspolitik der Schlange-Schöningen Gebiet, wie in der ganzen Rheinnipde- und Minister Stooß bringt nicht nur rung, war die Ernte durch die fehlen- Hunger und Elend über die Stadtbe- den Regenmengen äußerst gering. Das völkerung, sie entspricht auch nicht Landwirtschaftsministerium scheint den Interessen der Bauernmassen und diese bekannten Tatsachen einfach zu bringt nur Desorganisation und Chaos ignorieren. _ Sonst wäre ein verlangtes ln die Landwirtschaft. Agrarprogramm für Junker und Kapilallsfen Bauernfängerei der DVP Vor einer Bauernversammlung, ohne Bauern, sprachen Ministerpräsident Maier hessischer Landtagsabgeordneter Faßbender und Parteisekretär Ernst Maier über das „Agrarprogramm“ der demokratischen Partei. Wer noch nicht wußte, daß die Führer der DVP für die Interessen der Junker eintreten, der konnte sich in Hockenheim von dieser Tatsache überzeugen. Die Bodenreform in der Westzone, d. h. die Schaffung von 325 000 Neu- bauernhöfen, ist nach Ansicht Ernst Maiers auf „Raubbegierde“ zurückzuführen. Die DVP fördere eine „vernünftige“ Bodenreform, worunter Oed- landktöti vierung, Waldrodung und Me- lorationeri zu verstehen sind. „Der Bestand der für die Versorgung notwendigen Großgüter darf nicht gefährdet werden“, heißt es wörtlich im Agrarprogramm. Also, die Großgüter dürfen nicht angetastet werden — und auch nicht der verpachtete Großgrundbesitz, denn darüber schwelgt die DVP in allen Tönen. Zu der Tatsache, daß heute die Großgrundbesitzer in Baden den Bauern das Pachtland, das diese Generationen lang bearbeitet und kultiviert haben, wegnehmen, weiß die DVP nichts zu sagen. Faßbender pries die Versammelten „glücklich“, weil Ministerpräsident Maier Mitglied der DVP M. In Hessen, wo der „sozialistische Moloch“ die Mehrheit habe, führe er und seine Parteifreunde einen „heroischen Kampf zur Rettung der abendländischen Kultur*. Dort, in Hessen, haben die Bauern nicht einmal -genug Dünger bekommen, und daran ist offenbar nach Ansicht von Faßbender die sözialistisch-kommunistische Mehrheit schuld. Dies dürfte die Demagogie der DVP-Führer genügend kennzeichnen. Schrittweise Aufhebung der Zwangswirtschaft fordert die DVP. Aber es ist glatte Bauernfängerei, wenn Faßbender erklärt, daß bei Aufhebung der Zwangswirtschaft im nächsten Jahre bei normaler Ernte jede Familip sich genügend Kartoffeln kaufen könnte. Wer genügend Geld hat, ja, aber nicht die verarmten Massen. Jawohl, Aufhebung der vom nazistischen Reichsnährstand übernommenen Zwangswirtschaft und zwar nicht schrittweise, sondern restlos. Festlegung eines tragbaren Ablieferungssolls und Belassung der freien Spitze zur Verfügung des Bauern. In Verbindung mit einer wirklichen Bodenreform nach dem bewährten Muster der Ostzone. Nur auf diesem Wege kann die Landwirtschaft gesunden, aber davon wollen die Maiers und Faßbenders nichts wissen. Neues Kleingarlengelände In der Sitzung vom 18. September 1947 beschloß der Mannheimer Stadtrat einstimmig, dem Kleingartenverein ca. 40 ha Gelände in verschiedenen Stadtteilen zuzuweisen. Die Meinungen gingen jedoch auseinander in bezug auf verschiedene weitere Geländestücke, die heute bereits landwirtschaftlich genutzt sind, und für die im Falle einer Verwendung als Kleingartengelände keine Ablösung oder kein Ersatz durch ein anderes Geländestück gegeben werden kann. Ausgerechnet der reaktionärste Flügel der CDU-Fraktlon, jener Partei, die unsere gesamte Ernährungswirtschaft diktatorisch unterminiert und sich dabei gar nicht genug tun kann, den Bauern mit Samtpfötchen zu umschmeicheln, vertrat die Ansicht, daß man bäuerliches Gelände entschädigungslos wegnehmen soE«, eine Ansicht, der «ich nicht einmal alle Mitglieder der CDU-Fraktion anschließen konnten. Stadtrat Weber legte den Standpunkt der Kommunistischen Partei Das Ablieferungssystem in der Ostzone Zwischen dem Ablieferungssystem für landwirtschaftliche Produkte in den Westzonen und in der Ostzone besteht ein grundsätzlicher Unterschied. In der englisch-amerikanischen Zone wird lOOprozentige Ablieferung durch Wirtschaftsrat und andere Körperschaften beschlossen. Genosse Walter Ulbricht charakterisierte auf dem Parteitag der S E D. Mas Ablieferungssystem der Ostzone demgegenüber wie folgt: „Nun gibt es manche Leute, die die Erfassung und Pflichtablieferung der gesamten landwirtschaftlichen Produktion fordern. Eine solche Zwangswirtschaft, die dar, wobei er u. s. wörtlich aus- führte:- „ . . . . aber wir haben gehört, daß der Großteil dieser „Bauern“ gar keine reine Bauern sind, sondern kleine Arbeiter, die einen Kartoffelacker usw. haben, sonst aber als Bauarbeiter usw. arbeiten. Wir sollten uns umsehen, ob nicht in unserer Gemarkung irgend welcher sonstiger Besitz ist. Wir sollten da, wo ein Ersatz oder Ausgleich möglich ist, wie durch das Flugplatzgelände, zustimmen, aber nicht da, wo es sich um kleine Leute oder um kleine Pächter handelt.“ Die beiden Arbeiterparteien lehnten das Ansinnen der seltsamen „Bauernfreunde“ unter Führung des bekannten Stadtrats Kuhn (CDU) ab, welche di« Arbeiter gegen die Bauern ausspielen wollen und umgekehrt Die Kommunistische Partei wird weiterhin bemüht sein, geeignetes Gelände für neue Kleingartenanlagen ausfindig zu machen und sich mit aller Kraft für dessen Erschließung einsetzen. -kw- Sle terrorisieren wieder! Politische Quertreiber und Militaristen verhindern die Aufführung eines antimilitaristischen Schauspiels Das antimilitaristische Bühnensplel „Heimkehr**, das dieser Tage in Seelbach vor überfülltem Hause und unter größtem Beifall seine Erstaufführung erlebt hatte, wurde neben der Ansprache des Verfassers Erich Emil Reiser (Waldklrch L Br.) Anstoß einer Rebellion einer Handvoll, unverbesserlicher Militaristen und politischer Quertreiber. Es ^ gelang ihnen, durch die Nachgiebigkeit des zuständigen Verwaltungsrats der Theaterleitung, das Stück vom Spielplan abzusetzen. Der fortschrittliche Teil der Bevölkerung Ist höchst empört über eine derartige — in der heutigen Zeit noch mögliche — Terrorisierung. Für Lernmittelfreiheit „Der Unterricht und die Lernmittel ln den Volksschulen und den Berufsschulen sind unentgeltlich“, heißt es im Artikel 37 der Württembergisch-Badi- schen Verfassung. Man sollte meinen, daß diese Verfassung nach der Annahme durcii die Mehrheit des Volkes auch wirklich ln Kraft sei. Und dennoch denkt niemand daran, die durch die Verfassung garantierte Lernmittelfreiheit zu verwirklichen. Ein Antrag der Kommunistischen Partei auf Durchführung der Lernmittelfreiheit stand auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung in Mannheim. Der Oberbürgermeister gab bekannt, daß auf Antrag der Eltern die Lernmittelfreiheit, im Falle von Bedürftigkeit ohne' weiteres gewährt wird. Diese Erklärung geht an dem Kern der Sache und an dem. Sinn des oben angeführten Verfassungsartikels vorbei. Die Forderung nach unentgeltlichem Unterricht und Lernmitteln Ist e