BRÜCHSALER POST SÜDD. HEIMATZEITUNG FÜR KRAICHGAU UND BRUHRAIN Nummer 180 Samstag, den 5. August 1950 Einzelpreis 15 Pfennig McCloy sagt Weißbuch an „Deutschland schuldet den CS noch viel" Mannheim (UP). Ein amerikanisches Weißbuch über die Verwendung der Besatzungskosten kündigte in Mannheim der amerikanische Hohe Kommissar McCloy“ an. Au* dem Weißbuch werde hervorgehen, sagte McCloy, daß Deutschland den amerikanischen Steuerzahlern noch sehr viel Geld schulde. Der Hohe Kommissar hatte zusammen mit dem amerikanischen Landeskommissar für Württemberg-Baden, General Charles P. Gross, eine Reise durch die ausgebombten Städte in Württemberg-Baden angetreten und informierte sich in Mannheim über die Wohnungs- ■ iage und die wirtschaftliche Situation., Zehntausend Zivilheimkehrer erwartet Ab Mitte August aus der Sowjetunion Kassel (UP). Das hessische Innenministerium hat dem Heimkehrerlager Waldschenke bei Bad Hersfeld mitgeteilt, daß von Mitte August an wöchentlich, tausend deutsche Zivilintemierte aus der Sowjetunion erwartet werden. Nach der Information sollen sich rund zehntausend Heimkehrer auf dem Wege nach Deutschland befinden. Verteidigungsminister trafen sich in Paris. Die Verteidigungsminister von Großbritannien, Belgien und Frankreich trafen in Paris zu einer vorher nicht angekündigten Besprechung zusammen. Bundesrepublik in Straßburg Europarat tagt mit deutschen Vertretern — Außenpolitische Isolierung durchbrochen Bonn (UP). Die Bundesrepublik wird in Straßburg alle Bemühungen unterstützen, die eine Stärkung des Europarates zum Ziel haben und sich nachdrücklich für den Abschluß eines europäischen Bundespaktes einsetzen, erklärte ein führendes Mitglied der deutschen Delegation vor der Presse in Bonn. Der ehemalige Zweizonen-Oberdirektor Dr. Pünder, der als möglicher Sprecher der deutschen Delegation angesehen wird, sagte, daß die Resolution des Bundestages, in der zum Abschluß eines europäischen Bundespaktes aufgerufen wird, wahrscheinlich schon gleich zu Beginn der Beratungen „auf den Tisch des Hauses gelegt“ werden wird. Vermutlich wird der Beschluß des Bundestages über einen Europapakt nicht offiziell auf die Tagesordnung der Beratenden Versammlung gesetzt werden können, aber im Rahmen ähnlicher Vorarbeiten verschiedener Ausschüsse vom Plenum behandelt werden. Kraftvolle Autorität Zwei Ausschüsse des Europarates haben bereits — unabhängig von der im Bundestag gefaßten Resolution — die Möglichkeiten des Abschlusses eines europäischen Bundespaktes Malik sorgt für Überraschungen Unüberbrückbare Gegensätze im Sicherheitsrat — Vertagung bis Dienstag Lake Success (UP). Gleich zu Beginn Ser Freitag-Sitzung des Sicherheitsrates sorgten die Sowjets für eine Überraschung. Ihre Delegation brachte eine Entscheidung ein, der Sicherheitsrat möge. die sofortige Einstellung, des Feuers in Korea und den“ Abzug aller ausländischen Truppen anordnen. Weiter sollen die kommunistische chinesische Regierung und die nordkoreanischen Behörden aufgefordert werden, einen Vertreter in den Sicherheii&at-su entsenden. Malik legte diese Forderung vor, um der schon vor Tagen eingebrachten amerikanischen Entschließung zu begegnen, in der die fortgesetzte Herausforderung der Vereinten Nationen durch Nordkorea verurteilt und alle Mitgliedstaaten aufgefordert werden sollen, davon abzusehen, „die kommunistische Invasion in Südkorea“ zu ermutigen und zu unterstützen.“ Maliks Entschließung beginnt den sogenannten „Friedensplan“ der Sowjet-Union zu enthüllen. In ihr werden die Sanktionen des Sicherheitsrates vom 25 Juni gegenüber Nord-Korea vollkommen ignoriert. Die sowjetische Entschließung fordert den Abzug der UN Truppen, die von den Mitgliedern der Vereinten Nationen mobilisiert wurden. Sie fordert den Befehl zur Feuereinstellung, und übergeht dabei vollkommen, daß dieser Befehl bereits an dem Tage vom Sicherheitsrat erging, an dem der Krieg in Korea begann. Malik sagte nach Einbringung seiner Entschließung, daß ein Präzedenzfall für seine Forderung vorliege, das kommunistische China und Nordkorea einzuladen. Nachdem der Delegierte der chinesischen Nationalregierung und der ägyptische Delegierte gesprochen hatten, nahm der Delegierte der Vereinigten Staaten, Austin, das Wort und beschuldigte Malik, daß er seine Verzögerungstaktik, die er bereits seit drei Tagen anwende, weiter fortsetze. Austin erinnerte daran, daß frühere Versuche, nordkoreanische Vertreter zu den Sitzungen im Weltsicherheitsrat einzuladen, gescheitert seien, weil sich die nordkoreanischen Behörden hartnäckig geweigert haben, mit der UN-Kommission für Korea zusammenzuarbeiten. Die Vollversammlung habe bereits entschieden, daß die koreanische Republik, das heißt Südkorea, die einzige Regierung sei, die das koreanische Volk vertrete. Ein Repräsentant dieser Regierung halte sich in Lake Success auf, und es sei Pflicht des Vorsitzenden, ihn zu den Sitzungen einzuladen. Der sowjetische „Friedensvorschlag“ habe nichts mit der Tagesordnung zu tun. Malik erwiderte, die Sowjet-Delegation sei der Ansicht, daß beide Seiten in dem Konflikt gehört werden sollten. Hannover verbietet KP-Umzüge FDJ-Plakate in Münden beschlagnahmt Hannover (UP). Der hannoversche Po- iizeidirektor Brunke hat der KPD und der FDJ in Hannover Kundgebungen verboten, die anläßlich der Haftentlassung Sterzen- bachs geplant waren. Die Münchener Stadtpolizei beschlagnahmte in der vergangenen Nacht 27 Plakate und 100 Transparente, die von der „FDJ“ in den. Münchner Straßen angebracht werden/sollten. Der britische Delegierte Sir Jebb unterstützte den amerikanischen Standpunkt und erklärte, bevor die Nordkoreaner an den Verhandlungen teilnehmen könnten, müßten sie durch Taten beweisen, daß* ihre Stellung zu den Vereinten Nationen sich grundlegend geändert hat. Der französische Delegierte Chaü- vel wies darauf hin, daß der Sicherheitsrat am 25. Juni einen jugoslawischen Vorschlag, den Vertreter Nordkoreas zuzulassen, abgelehnt habe. In der weiteren Debatte wurden Gründe und Gfegengründe in aller Ausführlichkeit vorgebracht. Es sprachen die Vertreter Nationalchinas, Ägyptens, Norwegens und Indiens, wobei Malik mit seinen Vorschlägen wenig Gegenliebe fand. Schließlich vertagte sich der Sicherheitsrat, ohne daß eine Abstimmung stattfand, auf Dienstag der kommenden Woche. erörtert. Gleichzeitig haben sich diese Ausschüsse mit dem Problem beschäftigt, ob da« große Ziel einer kraftvollen europäischen Autorität besser durch die Bildung eines Bundesstaates oder eines Staatenbundes bei Erweiterung der Befugnisse des Europarates erreicht werden könne. Es bestehe der Eindruck, daß zunächst nur an eine schnelle Erweiterung der Befugnisse des Europarates, vor allem aber der Beratenden Versammlung gedacht werden könne. Allerdings sei es möglich, daß die inzwischen eingetretene weltpolitische Lage auch hierin einen Wandel der Auffassungen schaffe. Das Programm über das taktische Vorgehen der deutschen Delegation, sagte Dr. Pünder weiter, werde erst in einer für Sonntag nachmittag in Straßburg anberaumten ersten Arbeitstagung der Delegation ausgearbeitet werden. Es sei jedoch selbstverständlich, daß neben vielen anderen sozialen und politischen Problemen von deutscher Seite auch die Frage der deutschen Kriegsgefangenen und das Ver- triebenenproblem zur Sprache gebracht würden. Dem heiklen Problem der Anwesenheit von Saarvertretern im Europarat könne man nicht „mit Kürassierstiefeln“, sondern nur mit Takt und Zurückhaltung begegnen. Der Europarat werde sich auch mit dem Schuman-Plan und. der im Rahmen der OEEG vorgesehenen europäischen Zahlungsunion zu beschäftigen haben. Pünder sagte, daß sich alle 36 deutschen Vertreter — 18 Hauptdelegierte und ihre 18 Stellvertreter — nach Straßburg begeben werden. Diätenkampagne verbitterte Zuvor hatte sich Dr. Pünder scharf gegen Presseveröffentlichungen über eine angebliche Förderung der Delegation nach Spesengeldern in Höhe von einer Viertel Million DM gewandt. Niemand in der gesamten Delegation habe die Forderung nach bestimmten Tagessätzen gestellt. Auch die Zahl von 72 DM pro Tag sei nie genannt worden. Selbstverständlich werde jeder Pfennig genau belegt. Für sparsamste Verwaltung könne er garantieren. Im übrigen würden viele Mitglieder der deutschen Delegation wegen der unwahren Presseberichte ihr Amt zur Verfügung steilen, wenn eine Neuwahl der Delegation jetzt noch möglich wäre. Durchbruchsversuche bisher vereitelt Erbittertes Ringen an der Korea-Südfront — Verstärkungen aus der Mandschurei Tokio (UP). Etwa 70 bis 80 Kilometer westlich des Hafens Pusan tobt an der koreanischen Südfront zwischen Cbingjn und Ma- san eine schwere Schlacht. Amerikanische Truppen, die in diesem Gebiet massiert sind, haben bisher drei kommunistische Angriffe am Westabschnitt znrüchgeschlagen. Drei nordkoreanische Divisionen waren mit Panzerunterstützung zu einer neuen Offensive gegen die amerikanischen Verteidigungsstellungen am Naktong-Fluß angetreten, um hier nach Pusan durchzubrechen. Nach dem Bericht eines amerikanischen Sprechers sind die Nordkoreaner weiterhin bemüht, ihre Position im Süden zu verstärken. Bisher konnten die Nordkoreaner keine Geländegewinne erzielen. Aufklärungsflugzeuge haben, der Erklärung des amerikanischen Sprechers zufolge, Truppentransporte auf dem Schienenwege an der nordöstlichen Küste Koreas beobachtet. Dies läßt darauf schließen, daß die Nordkoreaner Verstärkungen aus der Mandschurei heranführten, wo (nach einer Volkszählung im Jahre 1940) 1,4 Millionen Koreaner leben. Aber auch die Truppen der Vereinten Nationen sind verstärkt worden. McArthurs Kommunique vom Freitag meldete nur geringe Gefechtstätigkeit an den übrigen Kampfabschnitten. In späteren Meldungen von Frontberichtern hieß es aber: Im Mittelabschnitt der Front haben starke nordkoreanische Verbände einen Frontalangriff auf den Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt Taegu eingeleitet, die gegenwärtige südkoreanische Hauptstadt. Die kommunistischen Truppen sollen auf das Südufer des Nakdon, unmittelbar westlich von Taegu, vorgestoßen sein. Sie liegen jedoch unter dem schweren Feuer der amerikanischen Geschütze, die Phosphorgranaten verwenden. Der Naktong bildet jetzt auf einer 100 Kilometer langen Strecke die Verteidigungslinie der Streitkräfte der Vereinten Nationen im Mittelabschnitt der Front. Wie ein Sprecher der amerikanischen Armee mitteilte, hat sich das Gros der amerika- - nischen Truppen nach einer Mitteilung von General McArthur ohne Verluste über den Naktong-Fluß zurückgezogen und richtet sich gegenwärtig zur Abwehr der zu erwartenden nordkoreanischen Offensive ein. Im Laufe des Tages wurden drei nordkoreanische Rüstungsfabriken durch Fliegerangriffe fast völlig zerstört. Die Ölraffinerie Wonsan ist praktisch vollkommen vernichtet. US-Düsenjäger nach Formosa Geheimes Memorandum Washingtons? Taipeh, Formosa (UP). General McArthur hat fünf amerikanische Düsenjäger von Okinawa nach Formosa beordert, um dadurch das amerikanische Versprechen zur Verteidigung der Insel zu demonstrieren. Ferner wurde der stellvertretende Stabschef McArthurs, General A. P. Fox, zusammen mit 22 Offizieren und Mannschaften von Tokio nach Formosa geschickt. Kurze Zeit vorher verlautete, daß sich das amerikanische Außenministerium in einem geheimen Memorandum zur Unterstützung der nationalchinesischen Regierung verpflichtet und gegen den Vorschlag einer von der UN überwachten Abstimmung im kommunistischen China Stellung genommen hatte. Die republikanische Wahlparole „Unfähige und unzulängliche Kriegführung“ Los Angeles (UP). Die Republikanische Partei beabsichtigt, die „unfähige und unzulängliche“ Führung des Krieges in Korea zu ihrer Wahlparole bei den im November stattfindenden Wahlen zum Kongreß zu machen, erklärten zwei hohe Funktionäre der Republikaner. Der Bundesvorsitzende der Republikanischen Partei, Guy Gabrielson, warf der Regierung vor, in den letzten fünf Jahren 91 Milliarden Dollar für die Verteidigung ausgegeben zu haben, ohne daß sie in der Lage sei, „eine kleine Polizeiaktion in Korea“ dürchzuführen. Große Uran-Funde in Kanada. Der Geologe McComb erklärte, daß er am Nordufer des Oberen Sees reiche Uranvorkommen entdeckt habe. Der Forscher brachte Proben reiner Pechblende mit einem Gehalt von etwa 60 Prozent Uran. mit. Aach Niederlande für Aufrüstung. Die niederländische Regierung teilte mit, sie erwäge gegenwärtig, was sie zur Stärkung der nie-- derländischen Verteidigung tun könne. Die Rolle Deutschlands Von Willi Schickling Mancher Deutsche dürfte vor fünf Jahren, als der verhängnisvollste Abschnitt der deutschen Geschichte zu Ende gegangen war, von einem neuen Deutschland geträumt haben, das etwa wie die Schweiz „abseits von der Weltgeschichte“ seinen wirtschaftlichen und zivilisatorischen Wiederaufbau betreiben und ein mehr oder weniger beschauliches Dasein führen könnte. Die Deutschen waren damals begreiflicherweise „geschichtsmüde“ und die Rolle des neutralen Beobachters hätte sie sicherlich sehr gereizt. Aber von Jahr zu Jahr erschien es zweifelhafter, ob dieses sogenannte „Land der Mitte“, in dem jetzt die Interessensphären der beiden rivalisierenden Weltmächte unmittelbar aufeinanderstießen, „aus der Geschichte“ herausbleiben könnte. Der Sommer 1950, in dem der Ost-West-Konflikt seinen Höhepunkt erreichte, scheint die letzten Zweifel beseitigt zu haben: fast alle maßgebenden Kreise des Westens und auch der Bundesrepublik selbst sind heute der Ansicht, daß Deutschland wieder eine politische Rolle spielen muß. Der außenpolitische Sachverständige der Republikanischen Partei der USA, Dulles, meinte soeben zu diesem Thema, Deutschland und Japan sollten der freien Welt als „gleichberechtigte Partner“ im Kampf gegen den Kommunismus eingegliedert werden. Er gab zu verstehen, daß die beiden Länder nicht an die sowjetische Machtsphäre verlorengehen dürften. Der Berater des Außenministers sprach sich gegen „nationale Armeen“ Deutschlands oder Japans aus, ließ aber durchblicken, daß ihm eine andere Art der Bewaffnung der beiden Völker vorschwebt. Selbstverständlich können die Erklärungen des republikanischen Außenpolitikers nicht als der amtliche Standpunkt der Vereinigten Staaten angesehen werden. Sie sind jedoch charakteristisch für die strategischen Erwägungen um Deutschland, die man im Westen angesichts der bedrohlichen Weltlage zwangsläufig anstellen muß. Etwa zur gleichen Zeit schnitt General Bil- lotte, militärischer Sprecher der Bewegung de Gaulles, die heikle Frage an, ob Frankreich im Kriegsfälle „die erste Schlacht an der Elbe“ ohne deutsche Hilfe schlagen könnte. Die Ereignisse im Fernen Osten haben die Diskussion um die zukünftige strategische, wirtschaftliche und politische Rolle der Bundesrepublik in ein entscheidendes Stadium geführt. Die amerikanische Zeitung „Christian Science Monitor“ charakterisierte 4*ese Tatsache u. a. mit folgenden Sätzen: „ .... Wenn Moskau einen Maßstab dafür haben will, wie sehr die sowjetische Politik die westliche Welt gegen den Kommunismus zusammenschließt, dann braucht der Kreml nur einen Blick auf die Nachrichten aus Frankreich zu werfen. Die französische .Regierung ist gewillt, Westdeutschland — und damit ist vor allem die so sehr gefürchtete Ruhr-Industrie gemeint — wieder die Produktion von Kriegsmaterial zu erlauben Wie es weiter heißt, diskutiert man bei den westlichen Großmächten auch über die Möglichkeit, die Zahl der alliierten Truppen in Deutschland zu vermehren. Die Schweizer Zeitung „Die Tat“ meinte hierzu, man könne an den etwaigen Wiederaufbau einer deutschen Armee nur dann mit einiger Aussicht auf Erfolg herangehen, „wenn in der unvermeidlichen Übergangsperiode ein alliierter Truppenschirm von der Elbe bis zum Bayerischen Wald gespannt würde, der sich als stark genug erwiese, die Russen von einer dann fast unwiderstehlich sich auf drängenden Präventivaktion zurückzuhalten.“ Während die 18 Vertreter Westdeutschlands sich auf ihr erstes Auftreten im Straßburger Europa-Parlament vorbereiten und sich die Aussichten auf größere außenpolitische Bewegungsfreiheit der Bundesrepublik erhöhen, richten die Alliierten ihr Augenmerk auf die Probleme der inneren Sicherheit des jungen Staatswesens. Neben der krisenhaften Weltlage dürften gewisse Ankündigungen maßgebender Ostzonensprecher, die die Befreiung Westdeutschlands ankündigen, zu einer verschärfter Überwachung der Kommunistischen Partei führen, um der Gefahr eines Bürgerkrieges vorzubeugen. Ähnliche Erwägungen sind für das verstärkte Interesse'der Allüerten an der deutschen Polizei maßgebend. Offensichtlich also beschäftigen sich die Allüerten jetzt mehr und mehr mit der Frage, wie man der Bundesrepublik jene innere Stabilität verleiben kann, ohne die sie kaum die ihr zugedachte Rolle im politischen System des Westens spielen könnt«. Samstag, den 5 . August 1950 Wichtiger Entschluß in Straßburg Beratende Versammlung und Parlamente Straßburg (UP). Der Ministerausschuß des Europarates erklärte sich zu seiner ersten großen Konzession gegenüber den Forderungen der Beratenden Versammlung bereit, indem er dieser die Vollmacht erteilte, gegebenenfalls mit den Parlamenten der Mitgliedstaaten -direkt in Verbindung zu treten. Es sei notwendig, heißt es in der Resolution, eine Verbindung zwischen den einzelnen Parlamenten und der Arbeit des Rates zu schaffen. Dies soll dadurch geschehen, daß diese Parlamente regelmäßig über Resolutionen unterrichtet werden, durch die ihrerseits Maßnahmen veranlaßt werden können, die der Forderung dieser Gemeinschaft dienen können und gleichzeitig den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt der Völker Europas vorantreiben. Die Lage der deutschen Wissenschaft Heuss sprach bei einer Kundgebung in Bonn Bonn (UP). Die geistige und materielle Situation der deutschen Wissenschaft schilderte Bundespräsident Heuss in einer Kundgebung deutscher Wissenschaftler und Forscher im Bonner Bundeshaus. Er betonte, der Staat könne nur in beschränktem Maße helfen, da er einfach kein Geld habe. Heuss sagte: „Der Staat kann nur dienen und danken. Und er dankt, indem er dient.“ Der Bundespräsident fand herzliche Worte für das Schicksal der aus dem Osten vertriebenen Professoren und erklärte, die deutsche Wissenschaft sehe sich einer „tiefen und tragischen Paradoxie“ gegenüber: dort Wissenschaft und hier Wirtschaftlichkeit. Förderung des deutschen Touristenverkehrs ln England. Die Bundesregierung hat bis zum 1. Oktober dieses Jahres 36 000 Pfund Sterling für den deutschen Touristenverkehr in England und den Kolonien zur Verfügung gestellt. Nationalsozialisten beenden Hungerstreik. Der H ung erstreik der acht Insassen des Festhalte-Lagers Eichstätt in Oberbayern wurde beendet. Vier von ihnen mußten wegen Lebensgefahr ins Eirankenhaus geschafft werden. Sabotageakte am Londoner Unterhaus? Beamte von Scotland Yard überprüften überraschend die Ausweise von mehreren hundert Arbeitern, die gegenwärtig -mit dem Wiederaufbau des bombengeschädigten Unterhauses in London beschäftigt sind. Die Überprüfung gab zu der Annahme Anlaß, daß neue Beweise für geplante Sabotageakte vorliegen. Queen Elizabeth fünfzig Jahre alt. Königin Elizabeth von England ist 50 Jahre alt geworden. Rüstung verschlingt Milliardensummen Trum an braucht weitere Gelder — USA ziehen Reservisten ein Washington (UP). Präsident Truman ersuchte den Kongreß um Bewilligung einer zusätzlichen Summe von 1155 930 000 Dollar zur Erhöhung des Verteidigungsbudgets für das Haushaltsjahr 1951. Für diesen Zeitraum sind bereits rund 24 Milliarden Dollar für Verteidigungszwecke vorgesehen. Die amerikanische Armee hat 62 000 Reservisten angewiesen, sich im September und Oktober für die Dauer von 21 Monaten zum aktiven Heeresdienst zu melden. Auf Grund der vorliegenden Pläne sollen sich 32 000 Mann bis zum 15. Oktober in den Ausbildungslagern melden. Die Einziehungen erfolgen sowohl aus der freiwilligen wie auch aus der inaktivierten Reserve. Die amerikanische Regierung hat sämtliche Signatarstaaten des nordatlantischen Vertrages aufgefordert, in kürzester Frist zu erklären, in welchem Ausmaß sie ihre Streitkräfte verstärken und ihre Rüstungsproduktion steigern können. Die amerikanische Regierung will diese Informationen haben, ehe sie sich entscheidet, wie die Zuteilung der zusätzlichen vier Millionen Dollar erfolgen soll, die der amerikanische Kongreß zur Erweiterung der militärischen Hilfe an die Signatarstaaten des nordatlantischen Vertrages und an andere Mächte bewilligen soll. Die Antwort Englands liegt vor und wurde bereits veröffentlicht. Das d ä n i s ch e Verteidigungsbudget bewegte sich in der Zeit nach dem Kriege um 360 Millionen dänische Kronen (etwa 51 Millionen Dollar). Die Regierung beabsichtigt jetzt die Ausgaben für die Landesverteidigung auf 490 Millionen Kronen jährlich zu erhöhen. Außerdem sind 100 Millionen Kronen für den Luftschutz vorgesehen. Deutsche Industrie soll Ausrüstung liefern Die Frage des deutschen Beitrages zur Verteidigung Westeuropas Keine Waffenproduktion Washington (UP). Das amerikanische Außenministerium und Beamte der ECA prüfen gegenwärtig die Frage, welche Waren Westdeutschland als Beitrag für die Verteidigung der Teilnehmerstaaten des Nordatlantikpakts produzieren könnte. Zugleich sollen die Finanzierungsmöglichkeiten der Aufträge an die deutsche Industrie geklärt werden. In unterrichteten Kreisen ist man der Ansicht, daß diese Ausrüstungsgegenstände in Dollars bezahlt werden müßten mit Ausnahme einiger Waren, die einen hohen Anteil an Lohnkosten haben. In maßgebenden Kreisen der USA dÄikt man hierbei vor allen» Dingen an deutsche Kraftwagen aller Art, Motoren, Werkzeugmaschinen und gewisse militärische optische Artikel, wie Feldstecher, und Uniformstoffe. Die Liste der Waren wird im Lauf der Beratungen noch weiter vervollständigt werden. In Regierungskreisen wird betont, daß man die deutsche Industrie nicht zur Waffenproduktion heranziehen will. Deutsche Wirtschaftssachverständige haben bereits darauf hingewiesen, daß der Umfang des deutschen Beitrags für die Verteidigung Westeuropas in hohem Maß von einer -Erhöhung der Stahlquote abhängig ist, da die meisten benötigten Ausrüstungsgegenstände aus Stahl hergestellt werden. Ferner haben sie erklärt, man dürfe sich von diesen AufHeftige Drohungen Ulbrichts An griff e aut Dibelius und Bonner Regierung Berlin (UP). Einen entschiedenen Kampf gegen die .Kriegstreiber in Kirchen und Sekten der Sowjetzone“ kündigte der SED-Gene- ralsekretär und stellvertretende Ministerpräsident der Ostzone, Ulbricht, vor dem SED- Politbüro in Berlin an. Es sei offensichtlich, daß in den Kirchen und den religiösen Sekten amerikanische Agenten tätig sind, die staatsfeindliche und kriegshetzerische Propaganda organisieren. Ulbricht griff besonders heftig den Berliner Bischof Dibelius an, Die Bevölkerung Westdeutschlands und Westberlins rief Ulbricht erneut zum „nationalen Widerstand“ gegen die westlichen Besatzungsmächte und die antikommunistischen Politiker auf. Ulbricht versicherte, es bestehe nicht die Absicht, jemand zu hängen, „wenn es anders kommt“. „Die Adenauer, Pferdmen- ges, Spennrath, Reuter werden ordnungsgemäß vor ein Volksgericht gestellt werden. Grund zur Furcht hat nur ein kleiner Kreis derer, die sich als Agenten der amerikanischen Kriegstreiber betätigen. Das Beste ist, wenn alle friedliebenden Menschen die Unterschrift für das Verbot der Atombombe leisten und damit auch für die Zukunft bekunden, daß sie sich von den Kriegshetzern getrennt haben.“ Reimanns Immunität aufgehoben FDP fordert Rücktritt Arnolds Düsseldorf. (UP). Der Landtag von Nordrhein-Westfalen hat beschlossen, die Immunität des westdeutschen Kommunistenführers Reimann aufzuheben. Für die Aufhebung der Immunität Reimanns, der Abgeordneter im Landtag ist, stimmten die CDU, SPD, FDP und das Zentrum. Nach diesen Beschluß kann gegen Reimann ein Ermittlungsverfahren wegen der Entführung von Kurt Müller stattfinden. Eine Strafverfolgung ist jedoch nicht möglich. In der Generaldebatte forderte ein Sprecher der FDP den Rücktritt des CDU-Mini- sterpräsidenten Arnold, der dazu u. a. erklärte, eine Vereinbarung über eine Dreier- Koalition aus CDU, FDP und Zentrum sei nicht getroffen worden. NEUES AUS ALLER WELT Riesige Waldbrände in Frankreich Toulon (UP). Die Waldbrände an der französichen Südküste in der Nähe von Toulon haben ein solches Ausmaß angenommen, daß die Feuerwehr die Kontrolle verloren hat. Die Behörden schätzen, daß bereits 20 Quadratkilometer Waldbestend durch die Flammen zerstört wurden. Über dem Brandgebiet schweben dichte Rauchwolken. Bewohner wurden aus dem gefährdeten Gebiet evakuiert. Der Brand wird durch einen frischen Wind gefördert. Das Feuer, das sich um drei Stellen konzentriert breitet sich langsam von der Küste nach Nordosten aus. Die Feuerwehrleute sind durch die häufigen Explosionen von Blindgängern gefährdet, die noch von der alliierten Landung in Südfrankreich im Jahre 1944 dort herumliegen. Man vermutet daß der Riesenbrand von einem Lagerfeuer herrührt Hitze und Schnee am gleichen Tage Völlig verdrehtes Wetter in Europa Rom (UP). Während in Apulien (Südita- lkn) die Hitze 45 Grad Celsius erreichte, richtete ein Hagelsterm in Südtirol in den Weingärten schwere Schäden an. Die Temperaturen fielen nachts an manchen Orten unter den Gefrierpunkt. In den Dolomiten fiel der erste Schnee. Die Hagelstürme in Südtirol haben einen Schaden im Wert von etwa 1,5 Millionen Dollar verursacht. In Perugia in Mittel- Italien wurden etwa sechs Quadratkilometer Land mit Hagelkörnern vollkommen bedeckt, wobei die Gärten und Äcker verwüstet wurden. Die Dächer zahlreicher Häuser wurden beschädigt. In Lerici bei Spezia wurde ein Mann während eines Sturmes durch elektrischen Strom getötet, als der Mast eines Segelbootes, an dem er arbeitete, gegen eine Hochspannungsleitung stürzte. Seehund spielte 'Badegast Ungewöhnliches Erlebnis am Strande M a r g a t e (UP). Uneingeladen tauchte hier ein Seehund-Baby unter den im Meere badenden Sommerfrischlern auf. Nachdem es dreißig Minuten im flachen Wasser zwischen den plantschenden Gästen herumgeschwommen war, kroch es an Land und legte sich, als sei das das Selbstverständlichste von der Welt, zwischen die Badegäste in die Sonne. Ein Schwimmer nahm den jungen Seehund schließlich unter den Arm und brachte ihn hinaus in tieferes Wasser. Der Tierfreund hatte noch ein gutes Stück des Rückwegs vor sich, als der Seehund sich schon lange wieder am Strand räkelte und bewundern ließ. Zwei Strandgäste packten den Seehund darauf behutsam, aber bestimmt in ein Boot und ruderten ihn drei Kilometer weit hinaus auf die hohe See. Die Ruderer hatten wenigstens die Genugtuung, vor dem Seehund wieder an Land zu sein — allerdings nur mit wenigen Minuten Vorsprung. Erneut wurde der anschlußbedürftige Seehund in einem Boot hinausgefahren. Daraufhin nahm er endlich Kurs auf die hohe See — nicht ohne die „Rausschmeißer“ vorher vorwurfsvoll angeblickt zu haben. Schwerer Sack mit Gold gestohlen Lohnender Griff auf Pariser Bahnhof Paris (UP). Ein 13,5 Kilogramm schwerer Sack mit Goldmünzen, deren Wert mit 12 Millionen Franc angegeben wird, ist vor wenigen Tagen aus dem Expreßgutraum eines Pariser Bahnhofs gestohlen worden. Der Diebstahl wurde jetzt erst entdeckt, als der Empfänger der Goldsendung, ein Goldhändler in Nancy, sich über die Varzögerung des Transports beschwerte. Der Sack trug die Aufschrift: „Wert 50000 Franc“ trägen nicht allzuviel für die Behebung der Arbeitslosigkeit in Westdeutschland versprechen, da zahlreiche Arbeitslose weit von der Produktionssfätten wohnten. Es sei daher notwendig, ihnen eine Wohnungsmöglichkeit zu bieten, bevor man sie in den Arbeitsprozeß eingliedern könne. Zur Frage, warum die Vergebung von Aufträgen an die deutsche Industrie nicht schon früher erfolgt sei, wird in amerikanischen Regierungskreisen erklärt, daß vor Ausbruch des Koreakonflikts keine Notwendigkeit dazu bestanden habe. Jetzt handle es sich um die Frage, wie man die deutsche Produktionskapazität ohne Verletzung der bestehenden Entmilitarisierungs-Bestimmungen ausnutzen soll. Militärkonferenz beendet Besprechungen und Stabsmanöver Paris (UP). Die Verteidigungsminister und zahlreiche hohe Militärs der Westunion (Großbritannien, Frankreich, Belgien, Luxemburg und Holland) haben ihre Beratungen abgeschlossen. Das Kommunique teilt mit, daß außerdem viertägige Stabsmanöver stattgefunden hätten, die sich auf Probleme der Verteidigung Westeuropas bezogen und großes Interesse unter den Teilnehmern erweckt hätten. Die Verteidigungsminister der fünf Staaten hätten Feldmarschall Montgomery und den anderen Offizieren die Ansichten ihrer Regierungen vorgetragen. Im Anschluß an die Verteidigungsbesprechungen der Brüsseler Paktstaaten bewilligte das französische Kabinett den Plan einer Zusammenfassung des Militär-, Wirtschafts- und Rüstungspotentials aller Nordatlantikpaktstaaten. Der Plan soll in den nächsten Tagen den Vereinigten Staaten übergeben werden. Am Rande bemerkt Wir Banausen Einer der Ausschüsse des Bundestages, die mit der Bearbeitung von Spezialgebieten beauftragt sind, ist der Ausschuß „Kultur“ mil dem Unterausschuß „Kunst“. Dieser Unterausschuß kaufte die Bilder verschiedener moderner Maler, um für die Verbreitung der Werke und die Förderung zeitgenössischer Maler zu wirken. Die Freude darüber, daß auch von Regierungsseite etwas für die Kunst, sogar für die moderne Kunst, getan wird, erhält einen Dämpfer durch die Feststellung eine* Fraktionsvorsitzenden des Bundesteges. Die Fraktionen waren nämlich aufgefordert worden, von den vielen Bildern einige zur Ausschmückung ihrer Räume aus. n. Der Vertreter des Volkes antwortete: „Nach wie vor finden sich für die Gemälde kaum Liebhaber. Auch ich möchte lieber als Banause gelten, ehe ich dafür Sorge trage, daß in den Räumen meiner Fraktion diese neuartige Kunst der Öffentlichkeit gezeigt wird.“ Für wen spricht dieser Mann? Für das Volk, aus dem die Schöpfer dieser Gemälde stam- ■ men, sicherlich nicht. Aber hat er das Recht, andere als Banausen anzusehen, wenn er selber einer ist? st Moch: Besatzungstruppen zu schwach Appell an die USA und England Paris (UP). Der französische Verteidi- •gungsminister Moch erklärte vor dem Rat de> Republik, die Stärke der Besatzungstruppei der Alliierten in Deutschland sei nicht ausreichend, um Europa zu verteidigen. Moch appellierte an die Vereinigten Staaten und Großbritannien, mehr Landtruppen nach Deutschland zu schicken, um die Verteidigung des Gebiets zwischen Elbe und Rhein zu sichern. Besondere Bedeutung müsse man der Bekämpfung der fünften Kolonne und innerer Sabotage beimessen. Der Feind könne in einem zukünftigen Kriege nicht nur an der Front, sondern auch im gesamten Hinterland auftauchen. Es sei daher notwendig, die Polizei zu verstärken und zu schulen und die Zivilverteidigung zu organisieren. Neuer Hirtenbrief des Kölner Erzbischofs. Der Kölner Erzbischof, Kardinal Frings, erklärte in-einem Hirtenbrief zu seiner Predigt auf dem Bonner Katholikentag, er habe in Übereinstimmung mit den Ausführungen de? Heiligen Vaters zu den Grundsätzen ü'~ Krieg und Frieden gesprochen. Neues Uranzentrum in Thüringen gepiant. Neue, ergiebige Uranvorkommen sollen in Westthüringen entdeckt worden sein. Im gesamten Inselberggebiet, in den Orten Ruhla, Brotterode, Liebenstein und Allenstein wurde bereits mit umfangreichen Schürfarbeiten be- ' gönnen. In Bad Liebenstein befindet sich seit einigen Tagen eine neue Generaldirektion der sowjetischen Wismuth-AG., um die Erschließung des neuen Uranbergbaugebietes vorzunehmen. Noch immer Spannungen in Belgien Auseinandersetzungen bei den Christlich-Sozialen Brüssel (UP). Der Sonderausschuß des belgischen Abgeordnetenhauses hat das Gesetz über die Übertragung der königlichen Rechte auf den Prinzen Baudouin mit zwanzig gegen zwei Stimmen angenommen. Zwei flämische Abgeordneten stimmten dagegen. Die belgische Christlich-Soziale Partei war am Freitagabend immer noch geteilter Meinung über die Frage, wer die Schuld daran trage, daß König Leopold sich entschloß, in die Übertragung der königlichen Rechte an den Kronprinzen einzuwilligen. Auch die Erklärung, die der christlich-soziale Ministerpräsident Jean Duvieusart in einer geschlossenen Versammlung der christlich-sozialen Abgeordneten über den Verlauf der Krise gab, hat zu keiner Einigung geführt. Duvieusart soll den Abgeordneten gesagt haben, daß die Partei den König nicht im Stich gelassen habe. Der König selber sei schwankend geworden als er sich der sozialistischen Drohung mit einem Bürgerkrieg gegenübersah. Von seiten der Staatssicherheitsorgane wurde bekanntgegeben, daß die Sozialisten geplant hatten, Mitglieder des Kabinetts zu entführen und sie als Geiseln zu behalten, bis der König abgedankt habe. Am Samstag wird der Generalrat der Christlich-Sozialen Partei zusammentreten. Erst nach Beendigung der Beratung wird darüber Klarheit herrschen, ob eine Spaltung der Partei vermieden werden kann. Die geplante Sitzung des belgischen Abgeordnetenhauses mußte auf kommende Woche vertagt werden, da die Gefahr einer Spaltung der Christlich-Sozialen Partei zu groß erschien, um eine Debatte zu riskieren. Falls es nicht gelingen sollte, die Differenzen in der katholischen Partei beizulegen, besteht die Möglichkeit, daß das Drei-Parteien-Abkommen über die Übertragung der königlichen Rechte an den Kronprinzen Baudouin null und nichtig wird. Inzwischen verstärken sich in Belgien Gerüchte, die von einem flämischen „Marsch nach Brüssel“ sprechen, einer „friedlichen Parade", durch die die Royalisten ihre Loyalität gegenüber dem König zum Ausdruck brin gen wollten. AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Steuerterminkalender ' für August 1950 10. August Lohnsteuer: Anmeldung und Abführung der im Juli einbehaltenen Lohnsteuer (Monatszahler). Notopfer Berlin abführen von Lohn- und Gehaltszahlungen für Juli (nur Monatszahler): Umsatzsteuer-Voranmeldung für Monat Juli abgeben und Vorauszahlung entrichten 7nur Monatszahler). Vermögensteuer: Entrichtung der III. Rate für 1950. Getränke- und Vergnügungssteuer: Steuererklärungen für Juli einreichen und Steuer entrichten. Beförderungssteuer im Personen- und Gepäckverkehr mit Personenkraftwagen: Nach Weisung für Juli einreichen und Steuer entrichten (Monatszahler). 15. August Grundsteuer: Vorauszahlung leisten f. August. Gewerbesteuer: Rate für HL Quartal. 1950 entrichten. Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuer: Abgabe der Erklärungen für die Zelt vom 21. Juni bis 31. Dezember 1948 und für das Kalenderjahr 1949. Messevorbereitungen in Leipzig Für die Leipziger Herbstmesse haben sich bisher 6000 Aussteller des In- und Auslandes angemeldet, gibt das Leipziger Messeamt bekannt. Es werden insgesamt 21 Branchegruppen vertreten sein, wobei von westdeutschen Ausstellern Schmuckwaren, Uhren, Lederwaren, Bürobedarf, Schreibwaren, Hausrat, Schneidwaren, Porzellane, Sportartikel, Spielwaren, kunstgewerbliche Artikel, Textilwaren und Schuhe zur Ausstellung gelangen sollen. Mehr Zuckerrüben in diesem Jahr Der Anbau von Zuckerrüben ist nach Mitteilung der Bundesstatistiker in diesem Jahi um 14 Prozent gegenüber 1949 gestiegen. Die Anbaufläche hat sich um ~23 000 Hektar auf 190 000 Hektar vergrößert. Dagegen ist der Ölfruchtanbau um über 41 % zurückgegangen. Brotgetreide wird in diesem Jahr auf 2,4 Millionen Hektar angebaut, während Futtergetreide (einschließlich Braugerste) auf 1,9 Millionen Hektar angebaut wird. Die gesamte Getreideanbaufläche ist somit etwas größer geworden (1949: 4,2 Millionen Hektar). Der Anbau von Spätkartoffeln hat sich etwas erweitert. Samstag, den 6. August 1930 Wohieb wirbt unter Neubürgem Aus .Jeubürgern sollen Vollbürger werden Heidelberg, (lwb). Der südbadische Staatspräsident Wohieb sagte auf einer von der Notgemeinschaft der vertriebenen Deutschen in Nordbaden veranstalteten Kundgebung in Heidelberg vor etwa 450 Heimatvertriebenen, Südbaden sei immer bestrebt gewesen, den Heimatvertriebenen eine wirkliche Heimat zu geben. Es habe keinen Sinn, Heimatvertriebene einfach von einem Land in ein anderes zu verlagern, wenn man-nicht Wohnungsmöglichkeiten und vor allem Arbeit für sie bereithabe. Im übrigen wolle er den Unterschied von Flüchtlingen und Einheimischen nicht länger hören. Zur Zeit spreche man in Baden noch von Neubürgem, jedoch mit dem Ziel vor Augen, daß hieraus sobald wie möglich Vollbürger werden mögen. Die Landesmittel in Südbaden würden in gleichem Maße für die Heimatvertriebenen wie für die Bade- ,ner verwandt. Staatspräsident Wohieb kam dann auf den Vorwurf zu sprechen, daß Südbaden nicht allein lebensfähig sei Er wies darauf hin, daß das Defizit in Südbaden leicht beseitigt werden könnte, wenn man in Baden die Gesetzgebung für Kriegsversehrte und Hinterbliebene der in den anderen Ländern angleiche. Die sozialen Aufwendungen für Kriegsversehrte und Hinterbliebene hätten in Südbaden weit über dem Durchschnitt anderer Länder gelegen. Die Finanzlage Badens sei jedoch unbedingt- gesund. Francois-Poncet glaubt nicht an Südweststaat Karlsruhe (SWK). Anläßlich eines Interviews, das der französische Hohe Kommissar Frangois-Poncet einem Mitarbeiter des „Münchener Merkur“ gewährte, kam auch die Südweststaatfrage zur Sprache. Die Volksabstimmung in Baden und Württemberg werde, so meinte Frangois-Poncet, die staatliche Neugestaltung des südwestlichen Raumes in der Bundesrepublik entscheiden. Er persönlich glaube, daß die Bevölkerung sich gegen den Südweststaat und für die Wiederherstellung der alten Länder Baden und Württemberg aussprechen werde. Uber die praktische'Durchführung hätten sich dann die drei Besatzungsmächte zu einigen. Über das Schicksal der Pfalz meinte der Hohe Kommissar, daß dieses linksrheinische Gebiet eine ebenso vielumstrittene wie vielumworbene „Braut“ sei. Nicht nur Bayern und das Rheinland, sondern auch Hessen bewerbe sich um ihre Hand. Wer die Braut zum Schluß heimführen werde, könne man heute noch nicht sagen Dritter Tag des Handballturniers Schweden—Süddeutschland 5:2 (4:0) Die große Überraschung des dritten Spieltages waren die Schweden, die ihren ersten Sieg errangen. Das Spiel war zwar hart, aber durchaus fair. Es mußte zwölf Minuten vor Schluß wegen eintretender Dunkelheit und heftigen Regens abgebrochen werden, wird aber gewertet. Die Spiele des drittel Vorrundentags im internationalen Bundes - Jugendhandballturnte; in Altenstadt an der Steige litten unter den ungünstigen Bodenverhältnissen. Starker Regen, der bis kurz vor Spielbeginn andauerte, hatte den Boden vollkommen aufgeweicht, so daß die Mannschaften vor den Toren sehr unsicher wirkten. Westdeutschland — Südwestdeutschi. 17:6 Norddeutschland — Frankreich 9:5 21. Herxheimer Sandbahnrennen Erster Lauf zur Sandbahnmeisterschaft Das am Sonntag zum Austrag kommende durch die Startzusage, der beiden österreichischen Sandbahnspezialisten Dirtl und Aigner (Wien) internationale Besetzung auf weisende 21. Herxheimer Sandbahnrennen wird als erster Lauf zur ersten deutschen Sandfoahn- meisterschaft gewertet. In der bisherigen Geschichte des deutschen Motorsports wurde noch keine nationale Sandbahnmeisterschaft ausgetragen. Deutsche Rudermeisterschaften 1950 Alle Meister am Start Am 5. und 6. August finden auf dem Moschsee bei Hannover die Deutschen Rudermeisterschaften Statt. Es starten rund 50 Vereine mit 85 Booten. Aus Württemberg hat die Heil- bronner Rudergesellschaft Schwaben und der Ruderverein Eßlingen gemeldet. Nach der bisher zu Tage getretenen Kampfstärke der Mannschaften ist mit außerordentlich spannenden Kämpfen zu rechnen. Für die beste sportliche Leistung hat der Bundespräsident einen „Silbernen Lorbeer“ gestiftet. Zum ersten Male nach dem Kriege wird der Deutsche Meister im Einer wieder die Meisterschaftskette mit Brillantstem erhalten, die 1882 von der Frankfurter Rudergesellschaft Germania gestiftet wurde. Erstmalig wird zu diesen Rennen wieder der Zweier m. Stm. ausgefahren, der aus dem Programm der Olympischen Spiele entnommen ist und der seit dieser Zeit in Deutschland gefahren wird. Außer den 7 Rennen für Männer werden noch 4 Rennen für Leichtgewichte, 3 Rennen für Frauen und eine Meisterschaft im Stilrudern ausgefahren. Um die Fahrkarten in die Türkei Wenn am Wochende in Ebersbach in vier Gewichtsklassen über die deutschen Meistertitel im Freistil entschieden wird, dann geht es dabei auch um die Fahrkarten nach der Türkei. Um einen einwandfreien Ablauf der Endkämpfe zu gewährleisten, wurde vom DAB der Stuttgarter Kampfleiter Schüßler bestellt. Damit brechen auch alle Anklagen gegen Schußler zusammen, die ihm im Zusammenhang mit dem Endkampf Reichenhall-Eckenheim gemacht wurden. Erstes größeres SegeUUegertreffen Das erste größere Treffen der Segelflieger des Bundesgebietes nach dem Kriege findet am 5. und 6. August in Gersfeld und auf der Wasserkuppe statt. Wie der Bürgermeister Gersfelds mitteüte, kann mit der Teilnahme von 1000—2000 Segelfliegern gerechnet werden. Außer deutschen werden auch ausländische Gäste erwartet. Nach Mitteilung des bekannten deutschen Segelfliegers Jachtmann-Darm- stadt, der zum großen Teil die Vorbereitungen für dieses Treffen übernahm, wird unter anderem auch der Inhaber des offiziellen Weltrekordes im Dauersegelflug, der Franzose Marchand, erscheinen. Internationale Steherrennen in Frankfurt Ein international gut besetztes Steherrennen kommt am Sonntag auf der Frankfurter Sta- dionbahn zum Austrag. Auf dem Programm stehen der „Fritz-Knörzer-Gedächtnislauf“ über 15 km und der „Große Jubiläumspreis des Verbandes deutscher Radrennbahnen“ über 85 km, der in zwei Läufen zu 50 und 35 km ausgefahren wird. Neben Kittsteiner, Kilian und Metze kommen der starke Schweizer Fahrer Besson und der diesjährige französische Stehermeister Seres. Das Rahmenprogramm der Amateure bringt ein Flie?jer- hauptfahren sowie ein mit zwölf Mannschaften besetztes Mannschaftsfahren nach Sechstageart über 75 Runden. Die Jugendfahrei bestreiten ein Jugendausscheidungsfahren. Deutsche Jugend-Basketballmeisterschaften Der erste Tag der 2. Deutschen Jugendbasketballmeisterschaften in Darmstadt brachte fast durchweg die erwarteten Ergebnisse. Bei den Jungen scheint sich der Kampf um den Titel zwischen dem Titelverteidiger, Basketball-Club Heidelberg, und dem vorjährigen Zweiten, den Sportfreunden Berlin-Neukölln, zuzuspitzen. Enttäuscht hat der Westdeutsche Meister, ATV Düsseldorf, der sich in beiden Spielen geschlagen bekennen mußte. Bei den Mädeln überraschten die Berlinerinnen (Olym- pia-Sportclub), die mit 50:fl das Rekordergebnis des ersten Tages erspielten. Geininiani gewinnt 19. Etappe der „Tour“ Geminiani-Frankreich gewann die 19. Etappe der Tour de France, die von Briangon nach St. Etienne führte. Kühler trägt noch immer das gelbe Trikot. Es sind noch drei Etappen zu fahren. Die Fahrer beendeten die 19. Etappe in folgender Reihenfolge: Geminiani 8:49:11 Stunden. Kühler, Ockers, Raymond, Impanis, Piot, Kirchen 8:49:45 Std. Das Gesamtklassement: 1. Kühler (Schweiz) 126:42:44 Std. 2. Ockers (Belgien) 126:46:10 Std. 3, Bobet (Frankreich) 126:55:18 Std. 4. Gemi, niani (Frankreich) 127:03:04 Std. Zwei belgische Fahrer, van Ende und Du- pont, kämen auf der 19. Etappe in einem Tunnel bei La Balme zu Fall. Dupont hatte einen Radbruch und erlitt leichtere Verletzun* gen am Kopf. Van Ende wurde ebenfalls verletzt. Beide Fahrer nahmen das Rennen nach kurzer Zeit wieder auf. Der Fall er* innerte an den tragischen Tod des belgischen Fahrers Depoorter, der vor zwei Jahren bei der Tour de Suisse in einem Tunnel zu Fall kam und von einem nachfolgenden Auto über* fahren wurde. Schwinunwettkämpfe in Tokio Die Amerikaner gewannen den ersten Tag der Schwimmwettkämpfe in Tokio gegen die japanische Mannschaft Das 1500 m Freistilschwimmen ging an den Amerikaner Konno aus Hawaii. Der australische Favorit Marshall wurde nur Vierter, nachdem er die ersten 600 m in Führung gelegen hatte. Die Vereinigten Staten gewannen auch die gemischte 300-m-Stafifel, so daß sie nach dem ersten Tag der internationalen Wettkämpfe mit 13:8 Punkten vor den Japanern liegen Wettervorhersage Am Wochenende freundliches und wieder allmählich wärmeres Wetter. Am Samstag wolkig bis aufheitemd, am Sonntag überwiegend heiter bei Höchsttemperaturen über 25 Grad. Tiefsttemperaturen 12 bis 15 Grad Schwache bis mäßige, allmählich nach Südwest rückdrehende Winde. Eine schöne Spionin verriet Korea Kim-Suim saß im Generalstab von Seoul —Tod an der Gefängnismauer Vierzehn Tage bevor der Krieg auf Korea losbrach, stand in Seoul, der gefallenen Hauptstadt die kühnste und schönste Spionin vor Gericht, die in der Geschichte des Ostens bekannt wurde. Hätte sie gesprochen, wäre der Blitz des roten Panzerkrieges nicht so verheerend in das ahnungslose Land gefahren. Aber Kim-Suim, das Haupt des kommunistischen Agentennetzes, das ganz Südkorea überzog, wie man jetzt weiß, schwieg. Sie nahm ihr großes Geheimnis mit ins Grab, als 48 Standen vor dem Angriff ihrer Freunde das Exekutionspeloton im Hof des Militärgefängnisses ihrem abenteuerlichen Leben ein Ende bereitete. Eigentlich müsste der Name dieser ungewöhnlich intelligenten und auch für europäische Begriffe bildschönen Frau, die in der Bordkoreanischen und rotchinesischen Presse als „Heldin des Vaterlandes" gefeiert wird, jedem Heeresbericht veranstehen. Item ihrer jahrelangen systematischen Spionagetätigkeit verdanken es die roten Generäle mit, wenn sie jetzt in so kurzer Zeit schwierigstes Gelände bewältigen, Gebirge und Flüsse überqueren konnten, als ob sie dort zu Hause wären und die neuralgischen Punkte ihres Gegners in allen Einzelheiten kannten. Sie kannte alles ... Es gab kein Geheimdokument der militärischen und politischen Führung Südkoreas, das nicht in Abschrift nach Pyongyang gewandert wäre. Hier, in der Hauptstadt Nordkoreas, am Sitz des jungen und fanatischen Sowjetregenten Kim II Sung, wußte man um jenen langen Briefwechsel zwischen dem süd- koreanischen Staatschef Rhee und dem amerikanischen Außenamt, der die Achillesferse des demokratischen Staates enthüllte Immer wieder hatten die Südkoreaner schwere Waffen für ihre junge Armee gefordert, während sie ihnen Washington mit gleichbleibender Beharrlichkeit verweigerte Syngman Rhee, dessen diktatorische Allüren in Washington gefürchtet waren, schien den Amerikanern nicht vertrauenswürdig genug, ihn mit allzu selbständiger Macht auszustatten. Eines Tages vürde er vielleicht die Schutzmacht Amerika sehr gegen ihren Willen in internationale Ver-. Wicklungen verstricken.... Die schöne Kim Suim hatte das alles und vieles andere verraten. In Pyongyang wußte man, daß den angreifenden Divisionen' nicht ein einziges gepanzertes Fahrzeug entgegentreten würde. Man kannte den Munitionsmangel, den schlechten Ausbildungsstand und konnte in aller Ruhe die Kriegsvorbereitungen treffen und den günstigsten Termin zu Beginn der Regenzeit abwarten. Das Lächeln der Mandelaugen Wie war es dem bolschewistischen Spionagering möglich, alle diese Geheimsachen in die Hand zu bekommen? Nun, die schöne Agentin saß an der Quelle. Sie hatte es nicht nötig, Einbrüche anzustiften oder hohe Offiziere zu . verführen. Sie war Sekretärin in der Geheim- abteUung des Kriegsministeriums. Sie und viele ihrer Helfer, die selbst in den Büros des Generalstabs und der amerikanischen Militärmission arbeiteten, galten als besonders zuverlässig! Sie waren alle Partisanen gegen die Japaner gewesen und darum 1945 von den Amerikanern für den öffentlichen Dienst ausgewählt worden. Dabei hatte man übersehen, daß sie den Westen genau so haßten wie zuvor die japanischen Eroberer. Zu spät begannen die Amerikaner zu verstehen, daß sie den Bock zum Gärtner gemacht hatten. Wenn auch die führenden Kommunisten aus den Staatsstellungen wieder ausgebootet wurden, so blieben doch viele kleinere, die sich zu tarnen wußten. Zu ihnen gehörte die schöne Kim Suim, der das bezaubernde Lächeln ihrer unergründlichen Mandelaugen alle Fragen nach der politischen Vergangenheit ersparte. Die gebildete Frau wußte sich geschickt der gegnerischen Mentalität anzupassen. Das Heer ihrer Agenten in zahlreichen kleinen und großen Ämtern, von der Führerschaft der tatkräftigen Partisanin imsichtbar zusammengehalten, machte es ähnlich. Sie wurden erst entdeckt, als im Frühjahr 1950 einige kommunistische Agenten gefaßt wurden, die mit echten Militärpässen im Lande herumreisten. Die „zuverlässigen“ Angestellten im Kriegsministerium, Kim Suim und ihre Freunde, hatten sie ausgestellt Die Spione wurden zum Tode verurteilt Aber es war zu spät, um das Land zu retten. Jerusalem — Stadt der Gegensätze Christliche Gläubigkeit zwischen großer Welt und Geschäft Noch vor 50 Jahren waren Pilgerfahrten ins Heilige Land mit unzähligen Strapazen und Gefahren verbunden. Hätte man die europäischen Länder glücklich auf mehr oder weniger bequeme Art passiert, dann galt es, Galiläa und Judäa auf ungewohnten, kapriziösen Araberpferden zu durchqueren, während störrische Esel das nötigste Gepäck schleppten. Jeder einzelne Scheich, dessen Gebiet passiert wurde, verlangte dazu noch Unsummen für die Erlaubnis, sein Land sicher zu durchschreiten und oft war dann die noch so pralle Börse leer, bevor die beduinischen Begleiter überhaupt bezahlt waren. Moderne Pilgerfahrten Heute reist man mit dem Flugzeug ins Heilige Land, bequem und sicher. Die Väter des Franziskanerordens haben alles für die Pilger trefflich geordnet Wenn nach 12 oder 13 Flugstunden die Pilger ihren Fuß auf die Heilige Erde setzen, kommen ihnen schon uniformierte jüdische Mädchen entgegen, die im Dienst der israelitischen Touristenbüros stehen, um ihnen mit Auskunft und Rat zur Seite zu stehen. Die Reisenden werden in gepflegte Restaurants geführt Mit Blumen, Schokolade, Leckerbissen und Kaffee begrüßen die Juden tagtäglich die vielen Katholiken, die zum Heiligen Grabe pilgern. In großen und eleganten amerikanischen Autos wird die Reise fortgesetzt Mit einer verhältnismäßig bescheidenen Summe ist es heute wieder für die Gläubigen aller Länder möglich, die Luftreise, die verschiedenen Transportmittel und den Aufenthalt in den Hotels zu bezahlen, die die Kriegs wirren noch stehen gelassen haben. Weg durchs Niemandsland Die Gaststätte! von Nazareth, Tiberia und Jerusalem erweisen ihren ausländischen Gästen alle Ehre und alles Entgegenkommen, das man sich denken kann. Sie setzen den verschiedenen Völkern ihre raffiniert zubereiteten Nationalgerichte vor: Knödel, Spaghetti, Gulasch — je nach Wunsch und Herkunft. Die Pilger können heute auch schon wieder ihren Weg durch das Niemandsland nehmen, das die Heilige Stadt in zwei Teile spaltet Man tritt in ein Gebäude ein, in dem der israelitische Zoll seinen Sitz bat bekommt einen Paß und ein paar Stempel und dann kann es losgehen. Es sind vielleicht 30 Schritte durch einen Stacheldraht und schon kommen einem die Araber entgegen. Man befindet sich jetzt auf dem Boden von Transjordanien. Auch hier: Blumen, Komplimente, Schokolade. Ein Araber zieht den ersten aus der Gruppe der Fremden ins Gespräch: „Wieviel Portionen Fleisch geben die Juden für diesen Betrag?“ Der Ausländer antwortet Darauf der Araber schnell: „Gut Wir geben Ihnen das Doppelte.“ Krieg der Gastlichkeit Der Krieg der Araber und Juden hat sich hier auf diesem Gebiete in einen Krieg der Gastlichkeit verwandelt in einen Kampf um das bessere Geschäft. Der Ausländer mit den zahlungskräftigen Dollars in der Tasche ist das gesuchte Objekt für diese beiden Völker, die Geschäfte zu machen verstehen wie kaum ein anderes. Aber das Herz der Pilger hängt nicht so sehr an diesen Dingen. Denn ihrer aller Ziel ist das Heilige Grab, jene ehrwürdige Stätte, an der vor 2000 Jahren der Herr der Welt zur ewigen Ruhe gebettet wurde. Elf Jahre haben die Kriegswirren den Zugang zu diesem Heiligtum verwehrt Erst jetzt ist es für einen kleinen Teil der Gläubigen wieder möglich, sie aufzusuchen. Der Platz vor der Basilika ist erfüllt von geschäftigen, schwatzenden Arabern, die ihre Waren an den Mann bringen wollen. Aber die Pilger schreiten durch sie hindurch, jeder hat eine kleine entzündete Kerze in der Hand, wie es Brauch ist Sie nähern sich barfüßig und barhäuptig der Kapelle, die Franziskaner stimmen das „Veni creator“ an und dann folgt eine unvergeßliche Szene. Das Lied der Mönche wird übertönt von einem lauten, ergriffenen Schluchzen, in dem das einmalige Erlebnis der Vielen gemeinsam sich aussagt. Die Pilger sinken auf die Knie und küssen die Schwelle des Heiligen Grabes. Jerusalem — das ist eine Stadt der Kontraste. Tiefste christliche Gläubigkeit, die alte Fehde zweier morgenländischer Nachbarvölker, große Welt und Geschäftemacherei — und über allem das Veni creator, das jenem gilt, der vor 2000 Jahren mit seinen Jüngern über dieses Fleckchen Erde geschritten ist. ' Älteste Bibel aufgefunden Älter als der Codex Sinaiticus, die bisher wichtigste und seltenste neutestamentliche Handschrift, sind die handgeschriebenen Seiten einer Bibel, die im Kloster St. Katharina auf der Halbinsel Sinai gefunden wurden. Die Entdeckung wurde vor einigen Monaten, wie aus Kairo gemeldet wird, von Mitgliedern der von der Stiftung zum Stadium der Menschheitsgeschichte nach Sinai gesandten wissenschaftlichen Expedition gemacht Aus Klosterkreisen verlautet, daß neben den Seiten einer Bibqi, die älter sind als der Codex Sinaiticus, einige andere wertvolle Manuskripte gefunden wurden. Einige dieser Manuskripte seien auf Pergament geschrieben. Diese Manuskripte seien geeignet, Licht auf gewisse dunkle Perioden der Geschichte der Menschheit zu werfen. Eine der wertvollsten Entdeckungen ist die erste handgeschriebene Übersetzung dar Bibel vom Griechischen ins Arabische. Daneben wurden zwei weitere auf Pergament geschriebene Bibeln entdeckt — eine in griechisch und eine in assyrisch. Von der griechischen Bibel wird gesagt, daß sie derjenigen gleicht, die vor mehreren Jahren von einem Deutschen namens Tissendorl gefunden wurde, der sie ans zaristische Rußland verkauft habe. Diese Bibel wurde später von den Sowjets für 100 000 Pfund Sterling an Großbritannien weiterverkauft (UP) Grotten von St. Peter noch nicht sagänglich Entgegen anderslautenden Meldungen muß darauf verwiesen werden, daß die vatikanischen Grotten bisher für den allgemeinen Publikumsbesuch noch nicht geöffnet sind. Die Entscheidung über die Öffnung hängt ausschließlich von der Weisung des Hl. Vaters ab. Ebenso ist es unrichtig, daß nach Öffnung der Unterkirche die taL Messen an Werktagen ausschließlich dort gefeiert werden sollen. Das hl. Opfer wird nach wie vor in der vatikanischen Basilika auch an Werktagen dargebracht werden. (CND) Neuer Lehrgang der Presse-Akademie In der evangelischen Akademie in Bad Boll bei Göppingen halten die evangelischen Akademien und Stadentengemeinden in der Zeit vom 30. September bis 26. Oktober einen zweiten Presselehrgang ab. Im Anschluß «aran, vom 26. bis 31. Oktober, findet ein Rundfunklehrgang statt Der Presselehrgang, der den für den Journalismus interessierten Studenten und Studentinnen der evangelischen Studentengemeinden ihre berufliche Entscheidung erleichtern soll, gliedert sich in drei Teile: „Von den geistigen Grundlagen“, „Aus der Arbeit des Journalisten“ und „Über die Publizistik in der Kirche“. Als Dozenten treten unter anderen auf: der Chefredakteur der dpa, Sänger, die Chefredakteure des epd und des CND, die Vorsitzenden des deutschen und des württemberg-badischen Joumalistenver- bandes, Dr. Cron und Drexler, und mehrere andere 'berufene Herren. Der Presseiehrgang steht unter der Leitung von Dr. von Imhoff und Eberhard Stander, während der Rundfunklehrgang von Dr. Petersen, dem Leiter des kulturpolitischen Referats des NWDR, geleitet wird ZUM SONNTAG Das Hauptquartier Das „Hauptquartier“ des Menschen wirdimmervon einerMach* besetzt gehalten, von göttlichen oder widergöttlichen Streitkräften. Wenn wir ihm nun helfen wollen, ist tatsächlich die einzig mögliche und sachgemäße Art, daß wir „fromme Worte“ reden, Dessen brauchen wir uns in keiner Weise zu schämen. Da brauchen wir gamicht empfindlich zu sein. Es ist die einzig mögliche und reale Hilfe, wenn wir ihn fragen: „Hast -Du schon in Deinem Kampf gebetet?“ Denn dadurch werden wirkliche Kräfte auf den Plan gerufen. Wenn der Mensch es fertig bringt, zu beten, ist die Entscheidungsschlacht schon geschlagen. Da wird nämlich Gott die Ehre gegeben. Damit sind seine Verfehlungen, Übertretungen, seine Unordnung, Triebhaftigkeit, seine — sagen wir es ruhig — Sünde nur noch wie ein Witz ohne Pointe. Denn die Pointe einer jeden Unordnung, Gesetzlosigkeit usw. ist die Hörigkeit gegenüber fremden Mächten. Wir aber haben einen Herrn, dessen Amt es ist, uns aus jeglicher Hörigkeit zu befreien. Deshalb nennen wir ihn auch den Erlöser. Baudis, P. WILHELM VON SCHOLZ Die Zeit im Leben Der Varone-Fall im Hinterland von Riva am Gardasee stürzt in einer engen dunklen, aber zu einem Gewölberaum ausgewaschenen Felsenklamm senkrecht herab. Das Tosen und Dröhnen der rastlosen Wassermassen ist gewaltig. Der Beschauer, der im schmalen Eingangsspalt dem haushohen Sturz gegenübersteht, erlebt von ihm aufs höchste gesteigert jene Täuschung, die man noch sonst einigen Fällen nachsagt: das schäumende Niederjagen des grauen Wassers scheint sich von Sekunde zu Sekunde zu beschleunigen, immer wilder, immer toller zu werden. Man weiß, daß es nur ein im Beschauer entstehender Eindrude ist, aber man kann sich dem Zwingenden und Unheimlichen der Erscheinung nicht entziehen. Schopenhauer hat einmal gesagt: das Leben sei für den, der in seinem Anfänge, der davor stehe, eine sehr lange Zukunft: und für den, der seinen Hauptteil durchlaufen habe, eine sehr kurze Vergangenheit. Dies Wort ist die klarste schönste Fassung der Auswirkung jener steten Beschleunigung der Zeit im Leben, die jedem auffallen muß, der auf die. Zeit achtet und sich an den Wendepunkten seines Weges ein wenig besinnt. Eine weitere erstaunliche Folge dieses Im- mer-schneller-werdens der Zeit im Leben ist. näher an uns heranrückt, je älter wir werden, je weiter wir uns eigentlich von ihr entfernen. Dadurch, daß uns das vergangene Stück unseres Lebens immer kürzer erscheint, je länger es wird, werden uns Jahre und Jahrzehnte überhaupt im Gefühl viel kürzer, als sie uns einst erschienen. Ich selbst bin einige Jahre nach dem siebziger Krieg geboren, der mir, als eben ein wenig die Dinge begreifendem Jungen, so etwas wie der Beginn der Welt und Geschichte war. Die Zeit Goethes, Friedrichs des Großen selbst empfinde ich heute mir wesentlich näher als damals den Abstand von kaum einem Jahrzehnt. Wie wenig Geschlechterfolgen, von denen stets einzelne alt gewordene Leute sogar mehrere überbrückten, haben die Zeit von damals ans Heut herangeführt! Es ist keine müßige Spielerei, darüber einmal nachzudenken und sich selbst zu prüfen, wie man die Zeit einst in der Kindheit empfand, und wie man sie heute empfindet; wie weit abgerückt man die Vergangenheit vor der eigenen Geburt als Kind sah und als Erwachsener, als vielleicht schon Gealterter sieht. Es gibt tiefe Einsichten in das Wesen des Lebens. Das Moöeü Jenes Gespräch unter vier Augen werde ich nie vergessen, das ich vor Jahren in einer Ortsunterkunft im Osten mit dem Stabsarzt hatte. Die Flasche stand vor uns auf dem Tisch, er hatte ihr schon reichlich zugespro- ehen, ohne daß ihm eine Wirkung anzumerken war. Er war ein notorischer Säufer. Von«un- seren Frauen und Kindern daheim hatten wir erzählt und Bilder aus den Brieftaschen geholt und lange angeschaut. . . Und dann ging sein Blick haßerfüllt auf die Flasche: „Für mich ist alles vorbei, restlos verpfuscht. Wenn ich heimkomme — meine Praxis werde ich nicht mehr richtig ausüben können. Ich war ein guter Chirurg — meine Hände zittern. Meine Kinder werden sich vor mir fürchten, und meine Frau wird sich vor so einem Säufer ekeln. Mein schönes Haus, mein Beruf, meine Familie ... vorbei, erledigt aus . . . das Teufelszeug . . . verflucht . . .“ Mit verzerrtem. Gesicht ergriff er die Kognakflasche und schmiß sie in die Ecke . . . Beklommen und stumm saß ich da. Was sollte ich ihm sagen? Daß es nicht so schlimm wäre? Es war so schlimm. Daß er nur den rechten Willen haben müßte, das Trinken zu lassen? Den hatte er ja. Daß es doch noch Möglichkeiten gäbe? Er hatte ja schon verschiedene Erziehungskuren hinter sich. Da sind ja andere Mächte dahinter. Dieser Tage sprach ich mit einem Seelsorger, der seit Jahrzehnten im Dienst in Strafanstalten und Zuchthäusern steht. Er sagte mir: „Fast bei jedem meiner Gespräche in den Zellen muß ich hören: ,Ich habe mein Verbrechen nicht mit Willen getan, es kam über mich, ich wußte nicht, was ich tat.' Ich glaube es ihnen. Es ist so. Diese Erkenntnis habe ich im Umgang mit vielen Tausenden von Sträflingen gewonnen: Es gibt keinen leeren Raum hinter einem Menschen. Es stehen entweder gute oder böse Geister hinter ihm. Entweder wird der Mensch von Gottes Engeln geleitet oder von Dämonen getrieben. Ein Drittes gibt es nicht. In meinem Zuchthaus kann ich diese Mächte fast mit den Händen greifen. Glaubt aber nicht, daß es bei euch draußen anders ist. Schaut ja nicht auf die „Verbrecher“ von allzu hoher Warte herab. Ich weiß kaum von einer Straftat, für die ich nicht die Möglichkeit auch in mir spüre, die ich mir selbst nicht Zutrauen würde.“ Wenn im Theater in Zuckmayers Stück „Des Teufels General“ der junge Leutnant fragt: „Herr General, glauben Sie eigentlich an Gott?“ und der überschneidige General antwortet: „Gott ... ich weiß nicht; aber den Teufel, ja den Teufel habe ich schon erlebt . . .,“ da herrscht eine beklemmende Spannung im Zuschauerraum. Hier werden Erfahrungen berührt, die der Mensch unserer Zeit gemacht hat und noch erlebt. Wir haben es gründlich verlernt, über „mittelalterliche Vorstellungen“ vom Teufel öder bösen Geistern zu lächeln. Hoffentlich lernen wir nicht erst dann, daß es auch Engel gibt, wenn wir gemerkt haben, wie es ist, wenn der Mensch restlos „von allen guten Geistern verlassen“ ist. Der moderne Mensch hat eine eigenartige Scheu vor allem, was ihm wie „fromme Worte“ klingt. Deshalb müssen wir meistens schweigen, wenn wir einem Menschen begegnen, der im Kampf mit den „Mächten“ steht. Wir spüren ja selbst, daß alle guten Ermahnungen, Appelle an die Vernunft oder an den Willen völlig vergeblich sind. 'An diesen Varone-Fall muß ich denken, wenn ich mir die im Leben jedes einzelnen mit dem Reifen und Altwerden stetig sich beschleunigende Zeit im Bilde anschaulich zu machen suche: dieses Rascherverfließen der Wochen, Monate und Jahre, das auch nur im Erlebenden liegt und sich doch mit Unaus- weichlichkeit wie eine äußere Tatsache jedem auf zwingt — und immer mehr, je älter er wird. Man braucht sich nur einmal an seine eigene Kindheit zu erinnern, um sofort des Vorgangs inne zu sein: was waren dem Kinde die Sommerferien, arme vier oder fünf Wochen, für eine herrliche Unendlichkeit! Gleichviel, ob man verreisen oder nur von Zuhause aus ungehindert Feld und Wald durchstreifen konnte, das Schulleben war fast versunken, Man war in ein anderes Leben eingetreten, an dessen fernem, fernem Ende erst wieder die Schule anfing. Und heut? Was ist ein Urlaub, eine Reise von vier Wochen heute? Elin am ersten Tage schon als kurz empfundenes, vom vorausdenkenden, rechnenden, ordnenden Sinn schon übersprungenes, eigentlich nur rasch zwischen zwei Arbeitstage eingeschobenes Zeitstückchen! Nicht viel mehr als ein Ausflugssonntag oder eine Nacht, in der man mal früh zu Bett gehen und ein bißchen länger schlafen will. Wie oft habe ich Leute, die an diese merkwürdige Beschleunigungstäuschung nicht dachten, in einem mittleren richtigen Schnee- und Eiswinter — der natürlich nicht eine solche Ausnahme wie der von 1928 auf 1929 sein durfte — sagen hören: Schnee und Eis zum Schlittenfahren, Schi- und Schlittschuhlaufen habe doch in früheren Jahren immer viel länger angehalten als jetzt, wo es höchstens zwei, drei Wochen hintereinander kalt bleibe. „Unser Klima hat sich nicht geändert“, erwidere ich dann, „es waren damals aber drei große Kindheitswochen, und heute sind es drei rasche Wochen des Erwachsenen. Das ist’s!“ Als sie aus den Kleidern geschlüpft war, stand das schönste Modell da, das man je an der Kunstschule Weinstadt gesehen hatte. Selbst den Abgebrühten verschlug es den Atem. „Die Schaumgeborene“, flüsterte einer seinem Nachbar zu, „eine emigrierte Großfürstin“ ein anderer. Das Modell, vom Professor der Aktklasse schlicht als „Fräulein Hella“ vorgestellt, hatte inzwischen die vorgeschriebene Pose auf dem Tribünchen eingenommen. Die unnatürliche Röte ihres Gesichts und der gesenkte Blick verriet den Feinfühligen — auch solche gab’s unter den Männern und Frauen, die vor ihren Staffeleien standen —, daß diese junge Schöne zum ersten Mal im Leben Modell saß. — Hella hatte in großer Not gehandelt. Studentin in den ersten Semestern, hatte sie im Krieg beide Eltern verloren; sie konnte das Studium nicht fortsetzen. Eine der unberechenbaren Wellen der Nachkriegszeit hatte den Flüchtling Hella aus Schlesien nach Weinstadt verschlagen. Nun hatte, sie sich schon einige Jahre in wechselnden Stellungen so eben über Wasser gehalten, aber — bitter aufrichtig erkannte sie es selbst! — nirgends leistete sie, was man von ihr erwartete; Hausarbeit „lief* ihr nicht, sie dachte zu viel um die Ecke: an Bücher, an Probleme; Bürotätigkeit verbrauchte ihre Nerven, zumal sie ihre Unzulänglichkeit auch in diesem Bereich fühlte. Schließlich war sie stellungslos. Als ihre letzten Mittel aufgezehrt waren, ging sie in die Akademie, zu einem Professor, den sie zufällig einmal kennengelemt hatte, und bot sich als Modell an. Der Professor schlug sofort ein, sein geschulter Blick sagte ihm genug, als er sie aufmerksam betrachtete. Er gehörte jener altväterlichen Richtung an, die noch das „Schöne“, das Schöne schlechthin im alltäglich-volkstümlichen Sinn, verehrte und zur Norm der künstlerischen Schau machte. So wurde Hella also Modell. — Nach der ersten Stunde saß sie zu Hause und weinte vor Scham, sie kam sich entwürdigt vor. Als sie von der Schule aufgebrochen war, hatte sich ihr ein junger Mann aus dem Saal anzuschließen versucht, der sich wohl auf Grund ihres „Berufs“ berechtigt fühlte, sie als „kleines Mädchen“ zu nehmen. Er war sehr erstaunt, als sie ihn unwirsch abwies. Sie haßte seine frechen Augen. — Am nächsten Tag glaubte sie, die Menschen auf der Straße sähen sie spöttisch an — als wären alle in der Akademie gewesen und hätten sie nackt gesehen. Und dabei ertappte sie sich auf dem Gedanken, daß die sachlich prüfenden Augen der Schüler und Schülerinnen ihren weiblichen Stolz fast noch mehr beleidigt hatten als die spöttischen auf der Straße, die sie sich einbildete. Sie fühlte sich zur Sache erniedrigt, und das tat ihr zuinnerst weh. — Beim nächsten Mal war sie schon ruhiger. Bleich war ihr Antlitz jetzt eher denn rot. Sie wagte nun auch einige Male, die Augen zu erheben und in den Saal zu schauen. Wenn sie schon eine Sache war, wollte sie auch ihren Stolz verleugnen, ihr Menschentum. Ihr Blick fiel ln die Augensterne eines Mädchens, das sie — es war kein Zweifel — mit unverhohlenem Haß anstarrte. Noch während sie bestürzt überlegte, wußte sie auch schon warum. Die andere war unschön. Sie hätte nie Modell sein können. Neid war es, der ihr entgegorrlohte im düster brennenden Auge dieser Frau da unten. Edelste Schönheit ist seelenhaft. Hella war gütig. Mitleid mit dieser von der Natur vernachlässigten Schwester überflutete sie. Die jungen Künstler und Künstlerinnen vermerkten staunend, daß plötzlich über das Antlitz dieses scheuen Modells ein liebenswürdiges Lächeln flog (und einige atmeten auf, die ihre innere Not geahnt hatten). Jene andere aber, bezwungen von dieser Güte — denn sie spürte wohl, daß ihr das Lächeln galt — senkte beschämt den Kopf. Karl Fuß Anton Dörfler zum 60 . Geburtstag Seltsam mischen sich süddeutsche Lebensheiterkeit und Grübelei, fränkische Besch wingth eit und bayerische Schwere, Bau- ememst und Handwerkerfreude, Wanderlust und das Suchen nach dem Bleibenden im Wechsel der Erscheinungen bei Anton Dörfler, der nun ein Sechziger wurde. Zwischen Traum und Wirklichkeit ging er einen weiten und vielverschlungenen Weg. Welch ein Reichtum an Mö gli c hk eiten für einen Künstler und zugleich welch eine Gefahr für den, dem es nicht gelingt, die widerstreitenden Kräfte zuchtvoll zu schöpferischer Einheit zusammenzufügen! So mußte Anton Dörfler lange wandern, ehe es ihm gelang, die Spannungen zu meistern und fruchtbar zu machen und die gültige, wesenseigene Form zu finden. Der Weg wurde ihm nicht leicht gemacht. Es war, vielleicht gerade deshalb, eine wunderbare Wanderschaft. Wer ihm heute begegnet, fröhlich im Kreis der Freunde, bei Spiel und Arbeit mit den Kindern, die er lehrt, heiter und gütig, zugleich kraftvoll und sicher, kann kaum ahnen, was hinter ihm liegt. Von seiner Vaterstadt München kam er schon als Kind nach Würzburg, der ,, sonntäglichen ßtaät“, wie er sie einmal nannte, und erlebte dort eine unvergeßliche Kindheit, die aus vielen seiner Bücher leuchtet. Er wurde Lehrer in Franken und Thüringen, ging nach Berlin, versuchte sich als Zeichner und Musiker, wurde Schauspieler und zog mit einer Wanderbühne durch Württemberg und Schleswig- Holstein. Im ersten Weltkrieg schwer verwundet, wurde er wieder Lehrer in Würzburg, und hier entstanden seine ersten Erzählungen, die „Deutschen Geschichten aus drei Welten“, vom „Kunstwart“ begeistert begrüßt. Mit seinem kleinen Buch „Einige Wunder und Feste aus der Schule zu Wunnentor“ wirkte er stark in die damalige Jugendbewegung und fand die Anerkennung von Männern wie Hermann Stehr, Wilhelm Schäfer und Georg Kerschensteiner. Aber noch war er weit vom Ziel. Er wurde Redakteur und bald Herausgeber der Wochenzeitschrift „Die Lese“. Einige Erzählungen, Märchen, Dramen und. Legenden entstanden daneben, von denen der Roman „Der Weg aus der Brunnenstube“ künftige Wege anzudeuten schien, dann wurde es für lange Zeit stiM um ihn. Er zog sich ganz auf sich selbst zurück, wurde wieder Lehrer, zunächst auf einem Dorf der Vorrhön, dann in Schweinfurt und Nürnberg. Die Jahre des Schweigens ließen ihn in aller Stille reifen, denn als er zehn Jahre später mit einem neuen Werk hervortrat, war er ein ganz Neuer und Gewandelter: Eidlich war es ihm gelungen, die sprengende Vielfalt des Vätererbes zu bändigen und die widerstrebenden Elemente seiner Kunst zu vereinen. „Der tausendjährige Krug“, ganz vom Geheimnis der Schöpferkraft altüberlieferten Handwerks erfüllt, wurde mit dem „Wil- helm-Raabe-Preis“ ausgezeichnet. Endlich war die eigene Form gefunden. Was sich in den Jahren stiller Zurückgezogenheit an Bildern in ihm aufgestaut hatte, brach nun wie eine Sturzwelle hervor. Buch auf Buch erschien. Immer tiefer grabend suchte er, die- Grundkräfte des Daseins aufzuspüren und in immer neuen Deutungen und Gestaltungen ans Licht zu heben. Jetzt erschienen seine Erzählungen „Ruf aus dem Garten“, „Die ewige Brücke“, „Sieben Spiegel der Liebe“, „Wendelin“, „Regina Amther“, „Die schöne Würzburgerin“ (die es auf Hunderttausend brachte), „Stunden der frühen Sterne“, „Niemandsland der Ehe“ und andere. In Seeshaupt am Starnberger See konnte er sich ein eigen« Heim gründen. In diese Landschaft führte schließlich sein letzter Roman „Geheimnis der Myrte“ (Dikreiter-Ver- lag, Ueberlingen), in dem sich alles das, was seine bisherigen Werke versprechen, zu schöner Reife entfaltete. Geheimnis und Ahnung einer sich zaghaft und doch sicher entfaltenden Mädchenseele, die zugleich mit sich selbst und mit den unerbittlichen Forderungen des Lebens ringt, durch Wirrungen und Enttäuschungen geht, bis sich Maß und Sinn ihres Schicksals zeigt, — das ist hier mit der Herzenswärme und Güte echter Menschlichkeit gestaltet Hans Teichmann. Sommer Oer Kindheit Von Anton Schnack Knabensommer Die Knabensommer schmecken noch lange nach Sonne, Fischschuppen, Teerflecken, trok- kenen Sandhaufen, Muscheln und Schlickbrei. Knabensommer sind verwüderte Gesellen, dunkelbraun und voller Geschrei. Sie bringen den Duft von Heu, Baumrinde, grünen Äpfeln, zerquetschten Erdbeeren und Wassertümpeln mit nach Hause. Zu einem Knabensommer gehören Schweißtropfen, viel Wasser, Boote, Bogen und Pfeile, Steinschleudern, ein Angelstecken, ein Luftgewehr, ein Ball, Flußränder, nackte Füße, Gartenmauern, Wiesengrä- ben, Schlupfwinkel, Trommeln, Badehosen, schnelles Laufen, Pfiffe, verschmitzte Blicke und Wichtigtuerei. Ein Knabensommer erfüllt eine ganze Landschaft mit Lärm, Tumult, Überraschungen, Unbotmäßigkeit, Leben, Trupps und Rudeln. Knabensommer haben eroberungsgierige Augen, fröhliche Gesichter, Hunger, lange Nachmittage, eine Freiheit ohnegleichen, sind halb nackt und von unverwüstlicher Gesundheit. Schön sind' sie, Paradiese, selige Robinsoninseln. Und hat ein Knabensommer Sandkörner zwischen den Zehen, Spreißeln im Gesäß, einen verbrannten Rücken, verklebte Haare, Vogelfedern in der Tasche, runde Kiesel in der Hand und zerkratzte Beine, so war er wie eine Ballade, glorreich und abenteuerlich. Mädcbensommer Mädchensommer haben einen Margeritenkranz im Haar, blaue Vergißmeinnichtsträuße in den rundlichen Fingern, helle Kleider, farbige Bänder, «große Strohhüte und von Hei- delbeerpaft befleckte Lippen. Wo Mädchensommer Vorbeigehen, sind Blumen verstreut, welkender Löwenzahn, zerblätterter Klatschmohn und zerpflückte Kornblumen; Johan- nisbeerträublein sind liegengeblieben und weiße Kirschkerne. Mädchensommer streift am ländlichen Bach entlang, watet mit nackten Füßen über dünnrieselndes Mühlenwehr, erschrickt vor hüpfenden Fröschen, vorüberglitzernden Blindschleichen und zischenden Gänseherden. Auch er macht Geschrei im Dorf, in der Gasse, am Fluß, am Waldrand, auf der Abendtreppe und im Gartenweg, der in, der weißen Landstraße versinkt Mädchensommer liebt den gelben Schmetterling, den rollenden Reif, den von Hand zu Hand sj dingenden Ball, das Plantschen im .Wasser, das dahintreibende Boot, das Winken mit Tüchern, das Spiel mit jungen Hunden und das achtsame Bestaunet* einer aus dem Nest gefallenen Grasmücke. Mädchensommer haben sonnen warme Haare, geröstete Haut, Dornrisse an den Armen, Schrammen an den Beinen und zerfetzte Schürzen. Sie duften nach Heu, frischgemähtem Gras, nach herbem Fichtenharz, nach abgeschältem Holz, nach plötzlichen Regenspritzem, nach Staub und Blättern. Ein Mädchensommer sitzt gerne am warmen Rain mit der Puppe im Schoß und verspielt die Tage im Sand, und wenn er aufgestanden ist, bleiben Kuchen aus Erde und vergessene Blechformen zurück. Ein Mädchensommer radelt, schwimmt, wandert, blitzt mit hellen Kleidern in den Wäldern auf, hat bunte Märchenbücher in den Händen, farbigen Bast und farbige Wolle, trinkt an Brunnenröhren, lagert sich schnatternd im großen Lindenschatten, sucht Muscheln und glutzemden Glimmer, Bernstein, wenn er am Meere ist, und tritt mit blauem Emaillebecher an das sonnendurchglühte Himbeergesträuch. Mädchensommer besuchen die runzligen Großmütter auf dem Lande, besprengen aus Gießkannen die Gartenbeete und schielen voll Neid nach dem Knabensommer, dessen Lungenkraft, Wildheit und Ungestümheit sie mit Bewunderung erfüllt Mädchensommer schenken einer Landschaft Heiterkeit Helle, Wärme, Gezwitscher und Gelächter, Liederfetzen, alte Kinderreime und Reigentänze. Ein Mädchen- sommer, wenn er unter Blumen, Vogelnestern, zwiiehen Hecken und Gartenzäunen sich bewegt, ist wie ein Volkslied, schön und innig. Der Referentenentwurf zum Lastenausgleich: 23 Jahresraten bis zum 1. Mürz 1974 Anspruch auf Hauplentschädigung — Bildung von 10 Schadensgruppen — Zuschläge von 20 % für Vertriebene Der Beferentenentwurf zum Lastenaus- gleidi sieht eine Entschädigung für Vertriebene und Kriegsgeschädigte vor. Di« hierfür benötigten Beträge sollen in 23 Jahresraten bis zum 1. März 1974 aufgebracht werden. Grundsätzlich ist eine SOprozentige Vermögensabgabe in Erwägung gezogen, die durch eine Vermögenssteuer und durch Sonderabgaben auf Schuldnergewinne ergänzt wird. Die Kriegssachschäden werden berücksichtigt, soweit das abgabepflichtige Vermögen 80 000 DM nicht übersteigt. Geldvermögen und Geldansprüche, die in einem stärkeren Ausmaß als 5:1 abgewertet wurden, bleiben bei der Ermittlung des abgabepflichtigen Vermögens außer Betracht. Für Hausbesitz und land- und forstwirtschaftliches Vermögen ist eine niedrigere Abgabeschuld vorgesehen. Der Entwurf sieht drei Arten von Entschädigungen vor: eine „Hauptentschädigung“ als Ausgleich für erlittene Vermögensschäden oder Verlust der beruflichen Lebensstellung, eine Hausratshilfe und eine Hilfe bei Erstellung oder Zuteilung von Wohnraum. Die Belastung der Vermögen Beim Bemessen der Abgabepflicht werden die Zahlungen der Soforthilfe grundsätzlich angerechnet. Neben der allgemeinen Abgabe, sind noch folgende Abgaben zu entrichten: Eine laufende Vermögenssteuer von 1 Proz., eine Hypotheken-Gewinnabgabe, eine Son- äerabgabe auf Obligationsgewinne, eine Sonderabgabe auf sonstige Schuldnergewinne gewerblicher Unternehmungen und schließlich eine Sonderabgabe vom Vorratsvermögen, die aber durch die entsprechende Abgabe des Soforthilfegesetzes abgegolten sein soll. Die allgemeine Abgabe ist vom 1. April 1951 an bis 31. März 19"4 zinslos in 92 gleichen Vierteljahresbeträgen zu entrichten. Sie gründet sich auf die Einheitswerte. Für Aktiengesellschaften ist dabei eine etwa 50prozentige Minderbewertung des' Aktienkapitals vorgesehen, damit die Doppelbesteuerung bei der Gesellschaft und beim Aktionär gemildert wird. Bel dringenden sozialen Notständen des Abgabepflichtigen wird die Abgabe erlassen bzw. gestundet. - Maßgebend für che Höhe der Abgabe ist ier Vermögensstand vom 21. Juni 1948, dem Währungsstichtag. Vermögenstelle in der Sowjetzone, in Berlin oder im Saarland sind von der Abgabe ausgenommen. Kriegsschäden werden berücksichtigt, wenn ihr Ausmaß mindestens 30 Prozent des Stichtagvermögens beträgt und das Vermögen 80 000 DM nicht übersteigt. Schulden können voll abgesetzt werden. Es wird ein Freibetrag von 5000 DM gewährt, der jedoch bei Vermögen über 15 000 DM fortfällt. Am 1. Januar 1953 tritt bis 1974 eine Vermögenssteuer in Höhe von jährlich einem Prozent in Kraft. Die normale Vermögenssteuer von 0,75 Prozent wird in dieser Zeit nicht erhoben. Für die Lastenausgleichsvermögenssteuer gelten niedrigere Freibeträge als für die normale Vermögenssteuer. In den Jahren 1951 und 1952 wird eine einmalige Vermögensabgabe in Höhe von zwei Prozent des Vermögens erhoben. Die Abgabepflicht betrifft grundsätzlich alle natürlichen und juristischen Personen Im Bundesgebiet. Auch die Kommunalbetriebe werden davon erfaßt. Die Bundesregierung schätzt das belastbare Vermögen auf 90 Milliarden DM. Durch sämtliche Abgaben hofft man, jährlich Einkünfte in Höhe von rund 1,8 bis 1,? Milliarden Mark zu erhalten. Die Entschädigungsansprüche Ein Entschädigungsanspruch im Lastenausgleich kann nur von natürlichen, also nicht von juristischen Personen geltend gemacht werden. Die Geschädigten haben, sofern ihr Schaden anerkannt wird, Anspruch auf eine Hauptentschäengung,. deren Höhe aber erst in einem anderen Gesetz festgelegt wird, sobald sich das Aufkommen aus dem Lastenausgleich überblicken läßt. Die Schadensfeststellung erfolgt von Amtswegen, nachdem der Geschädigte den Schaden angemeldet hat. Hierbei “»ollen die Landsmannschaften der Vertriebenen hinzugezogen werden. Die Schadensgruppen umfassen die folgenden Vermögensschäden bzw. den Verlust des folgenden durchschnittlichen Jahreseinkommens von 1937 bis 1939. Vermögen 501 bis 2 000 RM 5 000 RM 10 000 RM 20 000 RM 30 000 RM 40 000 RM 50000 RM 70 000 RM Einkommen bis 1 800 RM 3 600 RM 5 400 RM 7 200 RM 9 600 RM 1800 bis 3 601 bis 5 401 bis 7 201 bis 9 601 bis 12 000 RM über 12 000 RM i 1 2 001 bis 8. 5 001 bis 4 . 10 001 bis . 20 001 bis ! 6. 80 001 bis ; 7. 40 001 bis (8. 50 001 bis .* ! 6. 70 001 bis 100 000 RM •H>. über 100 000 RM Die Entschädigung in diesen 10 Gruppen erfolgt pauschal. Vermögensschäden von weniger als 500 RM werden nicht festgestellt. Einkommensverluste unter 1800 RM jährlich hur dann, wenn sie durch den Wegfall der Renten aus Lebensversicherungsverträgen, Vorzugs- oder Liquidationsrenten entstanden Mnd. Treffen bei einem Geschädigten Vermögensschäden und Verlust der beruflichen Arbeitsstellung zusammen, wird er in die für Ihn günstigere Schadensgruppe eingereiht. Zuschläge berücksichtigen Sonderfälle Zuschläge zu der Hauptentschädigung berücksichtigen Alter, Familienstand und die Vertreibung aus der Heimat. So erhalten alle Vertriebenen zu der aufgrund der Einstufung In eine der zehn Schadensgruppen pauschal ermittelten „ Hauptentschädigung“ einen Zuschlag von 20 Prozent. Geschädigte über 50 Jahre erhalten für jedes Jahr das sie älter sind, einen Zuschlag von fünf Prozent. Die Entschädigungsansprüche sind unabdingbar und vererblich. Bis zur Festsetzung der endgültigen Höhe der Hauptentschädigung werden Vorausleistungen gewährt, wenn ein Notstand vorliegt oder wenn nachgewiesen wird, daß bisher keine zumutbare Lebensposition gefunden werden konnte. Die Eingliederungsfailfe be- - trägt je nach Einstufung in die Schadens- gruppe 100 bis 10 000 DM, vorausgesetzt, daß der Entschädigungsberechtigte den Verlust seiner Lebensgrundläge als Folge des erlittenen Schadens nachweist. Ferner muß nächge- wiesen werden, daß durch die Eingliederungshilfe ein Vorhaben verwirklicht wird, das die Schaffung einer gesicherten Lebensgrundlage ermöglicht. Auch auf die Eingliederungshilfe werden Zuschläge gewährt. _An Stelle der Eingliederungshilfe kanneine Knegsscnaaensrente als Leibrente gewährt werden, wenn das monatliche Höchsteinkommen hundert DM nicht übersteigt und eine fcrwerbäbeschränkung von 66,6 Prozent vorliegt oder bei Männern das 65. und bei Frauen das 60. Lebensjahr erreicht ist. Sonstige Hilfen Die Hausratshilfe ist nach dem Familienstand gestaffelt. Für den Geschädigten werden 400 DM, für seine Frau 200 DM und für jeden weiteren Angehörigen 100 DM aus- jgezafalt. Geschädigte, die ihre Wohnung verloren haben, erhalten bevorzugt Wohnungen oder einen Zuschuß bis zu 2000 DM für den Bau eines Eigenheims. Schließlich sind jährlich 50 Millionen DM- zur Auszahlung der Östsparguthaben in Höhe von 6,5 Prozent ' vorgesehen. 15 Prozent der aufkommenden Mittel sollen für sonstige Förderungsmaßnahinen • wie Ausbildungshilfe, Seßhaftmachung von Flüchtlingslandwirten usw. ausgeworfen werden. Falls ein Abgabepflichtiger einem Geschädigten Waren zur Deckung seiner Abgabe- Schuld zur Verfügung stellen will, erfolgt dies durch Annahme von Zertifikaten, die zu solchen Zwecken von den Lastenausgleichsämtem ausgestellt werden. Durch Annahme solcher Zertifikate wird ein Teil des Entschädigungsanspruchs abgegolten. Das Lastenausgleichsaufkommen wird durch eine selbständige Bundesoberbehörde und entsprechende Landes- und Bezirksämter verwaltet und verteilt. Der Bundesbehörde ist — entsprechend dem Hauptamt für Soforthilfe — ein Kontrollausschuß beigeordnet. Die Bundesoberbehörde untersteht der Dienstaufsicht des Bundesfinanzministers. Die im Wege des Lastenausgleichs aufkommenden Mittel bilden ein Sm-idervermögen des Bundes. ( Kreuz und quer durchs Stadtgesdwhen Hauptversammlung der IDAD. Im Gasthaus zum Engel fand dieser Tage die Hauptversammlung der in der IDAD zusammenge- schlossenen Heimatvertriebenen statt. Den Gründungsmitgliedern Hoffmann, Köhler, Neumann, Raik, Trampier, Wuchsa sen. und Wuchs» jr. wurde die verdiente Anerkennung ftruitisaler Filmsriiaii Manege frei Nicht jedem ist die Kumt gegeben, über sich gelbst lachen zu können, über seine eigenen kleinen Fehler und Schwächen und über die auf seine Umwelt komisch und erheiternd wirkenden Züge,’ Der Mann, der uns diese Kunst mit hundertprozentigem Erfolg lehrt, indem er uns selbst mit gutem Beispiel vorangeht, ist G r o c k, der weltberühmte Clown, der mit seiner lmaligen, unnachahmlichen, zwerch, fellerschütteroden Komik „die ganze Welt zum Lachen brachte.“ Das Leben dieses großen Künstlers, das reich an Erinnerungen ist wie das eines Staatsmannes, und die abenteuerliche Entwicklung vom einfachen Schweizer Gastwirtssohn zum weltberühmten Clown bildet den Inhalt dieses deutsch-französischen Gemeinschaftsfilmes. Die Schlangengrube Diesem Film, der nur in Spätvorstellungen gezeigt wird, geht ein sensationeller Ruf voraus. Seine Handlung spielt in einer amerikanischen Nervenheilanstalt und nimmt sich des Falles einer schweren Neurose bei einer weiblichen Patientin an. Nach einem Roman von Mary Jane Ward, die persönliche Erfahrungen aus der Welt der Irrenhäuser niederschrieb, wurde mit den raffinierten Mitteln der modernen Kinematographie ein überkopiertes Abbild dieses Milieus erzielt. Die deutschen Fachärzte lehnen den Film ab mit der Begründung, er sei eine Verleumdung des zeitgemäßen Anstaltsbetriebes und zeige „Narrenhausvorgänge“, wie sie sieh vielleicht vor 100 und mehr Jahren abgespielt haben mögen . Das Publikum aber war, wo der Film bisher gezeigt wurde, zum Teil anderer Ansicht. Mit naiver Unverfrorenheit nahm es den sensationellen Beigeschmack dieses ernsthaften und zugleich bedrückenden Filmes hin. Das Heidelsheimer Forum Die Kernfrage: Existenzsicherung der Landwirtschaft Das am Donnerstag im Rathaus veranstaltete Forum lief nach dem alten Schema dar vorbereiteten Fragen ab, sodaß die beispielsweise in Kirrlach und Waghäusel erzielte Lebendigkeit nicht ganz zustandekam. Lebhaft debattiert wurde über den Existenzkampf der Landwirtschaft, insbesondere über die Soforthüfeabgabe Die von der bäuerlichen Bevölkerung gestellten Stundungsanträge seien nur zum Teil genehmigt worden. Außerdem lägen die Zahlungstermine viel zu ungünstig, in Monaten z. B., da der Bauer sowieso wenig Geld habe. Der Vorsteher des Finanzamtes, Regierungsrat Dobler, erläuterte noch einmal die wesentlichsten Bestimmungen des Gesetzes. Er wies darauf hin, daß die Soforthilfeabgabe ein Provisorium darstelle, erst beim endgültigen Lastenausgleich werde das letzte Wort gesprochen werden. Bei der Behandlung der Stundungsanträge sei das Finanzamt großzügig verfahren. Alle Wünsche könne man natürlich nicht erfüllen, irgendwoher müßte ja schließlich das Geld für die Geschädigten kommen. Landrat Weiß empfahl den Heidelsheimem, eich mehr als bisher an ihre Abgeordneten im Bundestag und im Landtag zu wenden. Ein Finanzamt sei schließlich nur ausführendes Organ, die Entscheidungen träfen die gewählten Abgeordneten. Die der Landwirtschaft aufgebürdete Soforthilfeabgabe sei tatsächlich zu hoch. Der endgültige Lastenausgleich sähe eine Ermäßigung, wahrscheinlich auf 1 Prozent vor. Zum “^hema „Landwirtschaftliche Existenzsicherung“ nahm Landwirtschaftsrat Rieger eingehend Stellung, wobei er auf die kleinbäuerlichen Verhältnisse im Kreis Bruchsal besonders abhob. Die wichtigste Forderung der Landwirtschaft, die Stabilität im Preisgefüge, setze sich langsam durch. Die Fleischpijeise z. B. seien im wesentlichen bereits stabil, beim Milchpreie komme es entscheidend auf die Disziplin der Landwirte selbst an. Die Lage sei z. Zt. die, daß daran gedacht werde, einen Großteil der örtlichen Milchsammelstellen zu schließen. Um seine Milch unter diesen Umständen überhaupt loszuwerden, werde der Bauer gezwungen sein, zu unterbieten, und damit begänne der völlige Preiszerfall, der den Ruin der Milchwirtschaft, der bäuerlichen Existenz überhaupt bedeute. Was die Hackfrüchte angehe, so könne ja durch den Anbau von Zuckerrüben, von Frühkartoffeln noch einiges erreicht werden. Die Landwirtschaft dürfe allerdings nicht wahllos, sondern müsse diszipliniert Vorgehen. — Landwirtschaftsrat Rieger empfahl den Landwirten, im Einvernehmen mit dem Geschäftsführer der Gemüse- und Obsterzeuger-Genossenschaft, Stein-Helmsheim, einen planmäßigen Anbau durchzuführen. Abschließend kam der Redner auf die Notwendigkeit der Feldbereinigung zu sprechen. Die Zersplitterung des Besitzes wie sie im Kreis Bruchsal gang und gäbe sei, verursache erhöhte Arbeitsleistungen. Die Gemeinden im Kreis Sinsheim, Michelfeld, Adelshofen, Richen usw. seien gottfroh, daß sie eine vernünftige Feldbereinigung durchgeführt hätten. Auch in Heidelsheim, Helmsheim, Gondelsheim ließe sich Aehnliches erreichen, wenn die Landwirte unter einen Hut gebracht werden könnten. Ein anschauliches Beispiel für die Milchwirtschaft: Die Gestehungskosten eines Liters Milch betrügen heute etwa 27 Pfennig. Werde das Vieh auf.Leistung gefüttert, verminderten sich die Produktionskosten auf 18 bis 19 Pfennig. — Auf die Frage nach den Kosten der Feld- diglich noch eine Frage von 2 oder 3 Wochen, bereinigung antwortete Rieger: Sie betrügen sodaß für die Heidelsheimer Kirchweih im rund 250 DM pro Hektar, von denen der Staat Oktober genügend fette Hasenbraten zur Ver- die Hälfte übernähme. Durch die persönliche fügung stehen dürften. H. St. .Mithilfe, Führleistungen und Gespanndienste, sei es im Kreis Sinsheim gelungen, auch diese Kosten noch erheblich zu senken, in einzelnen Fällen auf 20 bis 25 DM pro Hektar. Erheblicher Kritik begegnete die Haltung der Milchzentrale Karlsruhe, die den bäuerlichen Belangen gegenüber nicht iffimer das erforderliche Verständnis zeige. Heute noch gehe die Heidelsheimer Milch nach Karlsruhe, obwohl die Bruchsaler Zentrsfte schon längst eröffnet sei. Das Preisproblem Selbstverständlich, daß beim Forum die Preissteigerungen für Lebensmittel, insbesondere für Brot, Nährmittel und dergl. zur Sprache kamen. Regierungsrat Höllein erkannte bei dieser Gelegenheit die Haltung der Bäcker an, die sich redliche Mühe gegeben hätten, das Brot zu vernünftigen Preisen zur Verfügung zu stellen. Im übrigen werde die Behörde durch vermehrte Kontrollen darauf achten, daß keine Preistreibereien einträten. ' Wie stellt sich die amerikanische Verwaltung die Lösung des Heimatvertriebenenprob- lems vor? — US Resident Officer Mr. Sack- steder verwies u. a. auf die ERP-Kredite für Flüchtlinge, auf die Pläne von Washington, wonach für 300 000 bis 350 000 Bauernfamilien Auswanderungsmöglichkeiten geschaffen werden sollen. In diesem Zusammenhang forderte Landrat Weiß: Man gebe dem deutschen Volk Arbeit damit Export, dann sind wir in der Lage, unsere Aufgaben leichter zu lösen. Feldhasen in Marschordnung Zum Schluß hob Bürgermeister Schwedes auf die Wildschäden ab, da die Feldhasen bereits in Marschordnung antreten würden, und stellte die Forderung: Gebt doch den deutschen Jägern endlich Gewehre! Allem Anschein nach ist dieses Problem le- gezollt. 28 Versammlungen und Zusammenkünfte seien im letzten Jahr abgehalten worden, wobei die wichtigsten Heimatvertriebe- nenprobleme zur Debatte gestanden hätten. Die Singgruppe, die von Herrn Baldas geleitet werde, habe einen erfreulichen Aufschwung genommen. Die Wahlen brachten folgendes Resultat: Erster Vorsitzender ist Joachim Jan- zon, sein Stellvertreter Ludwich Wuchsa j., Kassier Andreas Bayer, Schriftführer Karl Hoffmann. Die Versammlung endete mit dem Vortrag einiger Heimatlieder, die lebl itften Beifall fanden. Für 10.— DM eine Woche im Zeltlager. Die GYA-Zeltlager am Albtal für Jungen und im Neckartal für Mädchen haben für die vierte Woche vom 19. bis 26. August noch einige Plätze frei. Anmeldungen und Auskünfte erteilt der Jugendring Bruchsal, Unteröwishei- merstr. 23. Telephonisch ist der Jugendring über die Nummer 131 erreichbar. Sekretariat des Wahlkreisabgeordneten. Das Bruchsaler Sekretariat des Bundestagsabgeordneten Neuburger in der Schloßhofbaracke bleibt in der kommenden Woche für den öffentlichen Verkehr geschlossen. Wach- und Schließdienst. Im Monat Juli wurden von den Wachmännern des Wach- und Schließdienstes Josef Eiche, folgende Meldungen abgegeben: Offen und unverschlossen: _ 94 Haustüren, 12 Fenster im Erdgeschoß, 17 Rolladen im Erdgeschoß, 5 Ladentüren, 13 Werkstätten, 6 Fabrikräume, 3 Lagerplätze, 2 Büroräume, 6 Garagen, 2 Waschküchen und Keller, 1 Stall, 1 Wohnung- und Balkontüre, 1 Gittertor, 1 Schutzgitterfenster, 2 Oeltanks, und 2 Schaukästen. Ferner wurde gemeldet und in Ordnung gebracht: 1 mal Wasserhahn abgestellt, 11 mal nutzlos brennendes Licht, 4 mal Gitter (Schutzgitter) eingehängt, 5 mal Schlüssel stecken geblieben, gefunden und ab- . gegeben, 1 mal Schlüsselbund stecken geblieben, gefunden und abgegeben, 1 mal Fahrrad (ungesichert) sichergestellt, 9 mal sonstige Fundsachen, 1 mal Pferd angebunden. Besondere Meldungen: 57 mal PoL Meldezettel von Hotei und Gasthaus der Polizei übergeben, 1 mal Feuer selbst gelöscht, 2 mal Einbruch verhindert, Diebe verscheucht. Ausstellung „Kraichgau und Bruhrain“ in Bruchsal Die Deutsche Bundespost richtet in der vom 11.—20. August 1950 stattfindenden Ausstellung .Kraichgau und Bruhrain“ ein Ausstellungspostamt ein. Es findet der Verkauf von Postwertzeichen und die Abfertigung von Briefen und Einschreibebriefen stqtt. Außerdem können Ortsund Ferngespräche geführt werden. Bei der Postabfertigung wird der Sonderpoststempel der Ausstellung .Kraichgau und Bruhrain“ erteilt. BMiiBiiiiiffliBiBmiHiiffiiiHUinniiiHHiHiiBiiBmHH mi i um iit a ii ii miiiiHii m iMi i iiiHm Aerztlicfaer Sonntagsdienst. Am morgigen Sonntag, 6. August, haben die Herren Dr. Lupp und Dr. Sproedt Sonntagsdienst. Zur Abgabe von Arzneien ist die Hirschapotheke, untere Kaiser#üraße, «geöffnet. Bruchsaler Vereinskalender. Der Scheffelklub trifft sich heute Samstag, 20 Uhr, zu einer wichtigen Besprechung im Friedrichshof. — MGV „L y r a“ : Die Teilnehmer am Gartenfest des Brudervereins Sängerlust- Karlsruhe treffen sich am Sonntag, 6. August, 12.45 Uhr, am Bahnhof BruchsaL Die Vereinsleitung bittet tun zahrleiches und pünktliches Erscheinen. — MG V„Liedertafel.“ Am Sonntag, 6. August, veranstaltet die Lie- Samstag, den 5. August 5950 dertalel ihre diesjährige Sängerfahrt in, den Schwarzwald. Die Abfahrt mit Omnibudben erfolgt am Sonntag früh 7.00 Uhr, vor dem „Rebstock“ (Holzmarkt. — MGV „Cacilia.“ Am Montag, 7. August, 20.36 Uhr, beginnen wieder die Gesangsstunden. Vollzähliges und pünktliches Erscheinen ist für jeden Sänger Ehrensache. Heimatbund „Kraichgau und Bruhrain.“ Die Mitglieder treffen sich heute abend, 20 Uhr, wieder im „Jägerstüble“ zu einem zwangslosen Beisammensein. Besprochen werden soll noch einmal die Beteiligung des Bundes an der großen Ausstellung „Kraichgau und Bruhrain“, die heute in 8 Tagen, am Samstag, 11. August, eröffnet wird. Das Material für die kulturelle Abteilung der Leistungsschau ist im wesentlichen beisammen. In vielen Fällen handelt es sich um wertvolle Stücke, die zum Teil von Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Frankonia Bruchsal. Im Gasthaus z .„Bayerischen Hof“ findet heute abend, 20.30 Uhr, die Monatsversammlüng der Frankonia statt. Die Tagesordnung enthält eine Reihe wichtiger Punkte, u. a. die Spielbetriebsaufnahme für Sonntag, 6. August, in Gölahausen. Es wird um vollzähliges Erscheinen aller Mitglieder gebeten. Für die Aktiven ist die Teilnahme an der Versammlung Pflicht. Das Verjüngen der Kirschbäume. Das städt. Güteramt teilt mit: Zum Verjüng«! der Kirschbäume eignet sich besonders der Monat August. Um den Baumbesitzern Gelegenheit zu geben, diese Arbeiten fach- und sachgemäß durchführen zu lassen, nimmt des städtische Güteramt, Wilderichstraße 34, bis zum 15. August Anmeldungen auf Ausführung der Arbeit entgegen. Berichtigung. In unserem gestrigen Artikel „Sattlermeister J. Bohleber 75 Jahre alt“ wütete der Setzmasihinenteufel. Frau Bohleber stammt zwar von der linken Rheinseite, nicht aber aus Frankreich, wie es in dem Bericht geheißen hat, sondern aus dem rheinpfälzischen Frankenthal. Am kraicligau and Bruhrain Karlsdorf debattiert Aber Wasserversorgung Am Dienstag berief Bürgermeister Schlind- wein die Einwohnerschaft in den Reichsadler. Schon des öfteren wurden unter den Einwohnern Karlsdorfs von der Notwendigkeit einer zentralen Wasserversorgung gesprochen. Auch innerhalb der Gemeindeverwaltung wurden Pläne und Vorbereitungen ins Auge gefaßt. Ueber die Notwendigkeit der Anlage, so führte der Bürgermeister aus, brauche man überhaupt nicht viele Worte zu verlieren. Schon in früheren Jahren wurde verhandelt. Die damalige Ablehnung kann insofern verstanden werden, da die Gemeinde zu jener Zeit über genügend Brunnen verfügte, das Wasser aber äußerst gut und jederzeit genießbar war. Heute handle es sich um ein Bauprogramm, das für die weitere Lebensfähigkeit der Gemeinde von größter Wichtigkeit ist, denn Wasser, vor allem %J>er gutes Wasser braucht der Mensch, braucht jedes Lebewesen. Der Bürgermeister referierte anschließend über die Aufteilung der erforderlichen Gelder auf die Ortseinwohner und gab die Richtlinien der Zuschüsse von den einzelnen Behörden, der Aufnahme eines Darlehens, sowie der Wasserverzinsung für die nächsten zehn Jahre bekannt. Die Gemeinde, so führte er weiter aus, zählt nach dem neuesten Stande etwa 750 Familien und bei Zusammenhalt und guter Gemeinschaft ist er überzeugt, daß dieses Werk gelingen würde. Die anschließende freie Aussprache war ein Beweis dafür, daß dieses Vorhaben nicht nur für gut befunden wurde, sondern als eine unabdingbare Notwendigkeit betrachtet und mit allen Mitteln gefördert und unterstützt werden muß. Die durchgeführte Abstimmung ergab mit zwei Gegenstimmen, daß der Plan endgültig ins Auge gefaßt werden soll. Konditormeister Max Lengle eröffnete dieser Tage ein Cafä. Wir wünschen dem tüchtigen Meister beste Erfolge! Die Bauten der „Neuen Heimat“, die einen wesentlichen Schritt vorwärts in der Linderung der Wohnungsnot bedeuten, wurden jetzt bezogen. w. Obergrombach Geboren wurde: Gisela Cädlia, .V. Elektroinstallateur Franz Helmut Lumpp, Gondels- heimerstraöe 4a. Am Mittwoch dieser Woche haben die Erben des 1940 verstorbenen Leichenschauers Johann Lindenfelser ihr Hausanwesen in der Brunnenstraße 4 öffentlich versteigern lassen. Obwohl genügend Interessenten und Kaufliebhaber zugegen waren, wurden die Angebote nur zögernd abgegeben, sodaß das Anwesen zu dem ziemlich billigen Kaufpreis von 1960.— DM veräußert werden mußte. Käufer ist der Ostflüchtling Wilhelm Kolewe, der hiermit gleichzeitig als erster Neubürger in Obergrombach zu einem Eigenheim kommt. Philippsburg Bravo! Unser herrlicher Pfinzdamm hat 5 neue Bänke bekommen, massiv und gut. Herzlichen Dank den Veranlassern! Dank von all denen, die dort Erholung, Ruhe und Frieden suchen inmitten vom Grün der weitgespannten Pfählmorgen und der Brücke und Bäume im Hintergrund. Begrüßen werden die Bänke auch die Kindermädchen mit ihren Wägelchen und Poppelchen, da sie hier Sicherheit finden vor dem hastigen Treiben auf Straßen und Wegen. — Ein Wort an die Buben! Im vergangenen Jahr war die Bank, das einzige Ruheplätzchen, eines Tages von sechs, — wir nannten sie in der Jugend „Nachtwächter“ — besudelt. Da kann man doch nicht mehr von Menschentum reden. Also bitte! Seid ver- nüftig! — Dann noch etwas: Vielleicht könnte man mit einer Mahntaftl Motorräder und Autos bitten, doch den Pfad des Pfinz- dämmes den Fußgängern zu überlassen. Beide kommen zum Pfinzdamm wohl kaum zum Vergnügen, und nidjt weniger, um Weg zu sparen. Bei ihrer Geschwindigkeit spielt ein Kilometer keine Rolle! Sommernachtsfest des FV 09 Philippsburg Heute, Samstagabend; veranstaltet der Fußballverein 09 Philippsburg ein Sommernacht- fest auf dem Sportplatz mit Wirtschaftsbetrieb in dem neu erbauten Klubhaus. Alle Tanzlustigen werden dabei auf ihre Rechnung kommen. Imbisse und Getränke sind in allen Variationen geboten. — Am Sonntag beteiligt sich der Verein mit zwei Mannschaften am Sportfest des FV Heidelberg-Pfaffengrund. Die 1. Mannschaft des FV 09 wird dabei das Propagandaspiel gegen den Gastgeber bestreiten. Abfahrt um 11.18 Uhr ab Waghäusel. Für Interessenten besteht Fahrpreisermäßigung (ca. DM 1.60). Treffpunkt 10.30 Uhr beim Schwanen. Kirrlach Die Lammfilmbühne bringt bis einschließlich Montag den Abenteurerfilm „Auf Leben und Tod.“ Am Sonntag findet um 14.30 Uhr eine Kindervorstellung statt. Aufgeboten sind: Maler Ernst Heißler, Wiesental, Postgasse 12 und Zigarrenarbeiterin Der SlellenniarEit des Arbeitsamts Im Bezirk des Arbeitsamts Karlsruhe werden u. a. gesucht: 1 Heizungsingenieur, nur erste Kraft, 1 Bilanzbuchhalter möglichst a. d. Lebensmittelbranche, der auch in der ges. Korrespondenz firm ist, Aller bis 35 Jahre, 1 perf. Schweißer (A. - u. E.) für Fahrzeugbau, 1 Metalldrücker (für Leuchtenfabrik), 1 Karosserieblechner, 2 Bohrwerkdreher,. 8 Dreher, 4 Revolverdreher, 2 Werkzeugdreher, 1 Elektro-Installationsmeister, 2 Radiobohrer, 2 Werkzeügsehmiede Grolles Fener wehrtest in Forst Sieben Feuerwehren stellen ihr Können unter Beweis Unter Mitwirkung von sieben Feuerwehren, Karlsdorf, Hambrücken, Weiher, Stettfeld, Bruchsal, Oberhausen und Wiesental, findet vom 5. bis 7. August das Feuerwehrfest der Freiwilligen Feuerwehr Forst statt. An drei Tagen wird die Einwohnerschaft Gelegenheit haben, nicht nur vergnügte Stunden zu erleben, sondern auch die aufopferungsvolle Kleinarbeit und die Wichtigkeit der steten Einsatzbereitschaft unter Spritzenmännern kennen zu lernen. Sie können zwar nicht wie andere Vereine mit ansprechenden Chören, mit einschmeichelnden Musikstücken oder sportlichen Rekordleistungen vor die Oeffent- Kchkeit treten, nein, ihre Aufgabe ist vielmehr, immer dann zur Stelle zu sein, wenn es gilt, unter persönlichem Einsatz und oft unter Lebensgefahr Gut und Blut der Mitmenschen zu schützen. Ob bei Tag oder Nacht, bei Regen oder Sonnenschein, stets muß die Feuerwehr einsatzbereit sein zum Schutze des Einzelnen, wie zum Wöhle der gesamten Einwohnerschaft. Sind wir hierfür nicht Dank und Anerkennung schuldig? Doch! Deshalb besuchen wir so zahlreich wie möglich die Festveranstaltung unser«- Freiwilligen Feuerwehr. Ein BMck in die Programmgestaltung während des Festes zeigt, daß wir hierbei auf unsere Rechnung kommen. S apistag, 5. August: Anfang 19.00 Uhr. Einsatzvorführung von vier Spritzengruppen im Wettbewerb. Die zuerst einsatzfähige Gruppe erhält ein«) Preis. Anschließend kameradschaftliches Beisammensein auf dem alten Kirchplatz mit Siegerbekanntgabe, unter Mitwirkung der Musikkapelle, des MGV Frohsinn, des Mozartchors, des Turnvereins, des Radfahrervereins und des Cäcilienvereins. Sonntag, 6. August: 7.30 Uhr Frühgottes- diens t für die verstorbenen Mitglieder der Wehr. 14 Uhr Hauptübung. Hiernach großes Volksfest auf dem Kirchplatz mit eigenem Wirtschaftsbetrieb, Schießbude, Kegelbahn, Lautsprecheranlage. Montag, 7. August: Ab 14 Uhr große Volksbelustigung für Jung und Alt. Leitung Wilhelm und Paul GöbeL Möge auch der Wettergott unaem Spritzen- männem gut gesinnt sein, dann wird das Feuerwehrfest ein freudiges Ereignis für die ganze Bevölkerung werden. de von Seiten der Gemeinde ein Zuschuß von 450.— DM bewilligt. Der nächste Punkt betraf die Dienstfahrten des Bürgermeisters. Aus Ersparnisgründen wurde beschlossen, daß nur unbedingt notwendige und vom Gemeinderat bewilligte Fahrten bezahlt werden können, In besonders dringenden Fällen kann die Genehmigung auch nachträglich eingeholt werden. Aus bisher unbekannten Gründen brach in der Nacht vom 3. auf 4. August in der Dreschmaschine an der Hambrückerstraße (Besitzer: Jos. Walter, Philippsburg ein Feuer aus, dem die Maschine sowie die ganze Halle zum Opfer fiel. Nur dem entschlossenen Eingreifen der Feuerwehr und der Bevölkerung ist es zu verdanken, daß ein Uebergreifen auf vollbeladene Friuhtwagen verhindert wurde. w. Hambröcken Am Sonntag, 6. August, vollendet Neubürger Josef Seipel, Kirchstr. 42, sein 70. Lebensjahr. Die besten Glückwünsche und einen recht langen und sorgenfreien Lebensabend in der neuen Heimat! k. Wiesental ^ Alle Wiesentaler „Skatbrüder“ treffen sich am Samstag zum großen Preisskat-Turnier in Maiers Weinstuben. In diesem Turnier soll der beste Skatspieler von Wiesental ermittelt werden. Beginn um 21 Uhr. (Spezialisten für Drehstähle), 1 Kassenschrankschlosser, 4 Metallschleifer (Rundschleifer), 2 Autolackierer, 30 Maurer, 9 Gipser, 1 Steinmetz, 2 Kunststein-Zementeure, 1 Bäckermeister für meisterlosen Betrieb mit Konditorei-Kenntnissen, Ledige oder lediggehende Bewerber erhalten Vorzug, 1 Hausdiener für Restaurant, Alter bis 30 Jahre, 1 Hotel-Page, Alter 14—15 Jahre, mehrere landwirtschaftliche Arbeiter, mehrere perfekte Hausgehilfinnen. Nach außerhalb des Bezirks u. a.: 3 -technische Zeichner für Feinstbohrwerke, 1 Bauingenieur mit Abschluß an einer Mittel- öder Hochschule. Gute Kenntnisse in Statik, besonders für Eisenbetonkonstruktion sind erforderlich. Alter bis 40 Jahre. 1 junger Ingenieur mit guter Abschlußprüfung im Maschinenbau. Bewerbung ist f. d. Rohrnetz- und Installationsbetr. d. Stadt- werke, Abtlg. Gas und Wasser vorgesehen. 1 Bau-Ingenieur f. Hochbau. Verlangt werden: abgeschlossene Ausbildung in Bau- oder Hochschule, mehrjährige Praxis i. Architek- turbiko. 2 Automatendreher, 1 Kühler-Spengler, 1 perf, Werkzeugschleifer, 18 Parkettleger für Montage-Aufträge. Ferner 1 Stuhl- und Webmeister für Tuch- webstühle (Fabrikate Großenheimer u. Schönberger). 2 Polierer f. Serienmöbelherstellung. 3 Möbelschreiner für größere Möbelwerkstätte. 6 tüchtige Möbelschreiner f. Büromöbelfabrik, die an präzises Arbeiten gewöhnt sind. 5 Möbelpolierer, die in dem neuesten Polierverfahren gute Kenntnisse besitzen. 1 Sehlepperführer f. größ. Gutsbetrieb (Landkraftführer). 1 Buchhalterin 1 einfachere Buchungsarbeiten. Kennte, in Maschinenschreiben Bedingung. Tätigkeit in Industriebetrieb ist nachzuweisen. Interessenten wenden sich an die Arbeitsamtsnebenstelle Bruchsal, Telefon Nr. 187, oder an die Arbeitsamtsnebenstelle Philippsburg, Telefon Nr. 318; Sprechstunden sind täglich von 8—12 Uhr, außerdem mittwochs von 17—19 Uhr. Wolkenbriidi überflutete Schwetzingen Freiwillige Feuerwehr in schwe rem Katastrepheneinsatc Am Dierafag fand im Rathaussaal eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt. Als Punkt eins wurde einem Darlehensantrag von O. Weindel zugestimmt Bezüglich ■ des Verbots des Milehverkaufs ab Stall an die Bevölkerung (Mustergemeindeverordnung) vertrat der Gemeinderat seinen bisherigen Standpunkt und lehnte diese Anordnung ab. Als nächst« Punkt wurde der Anschaffung ein« Säug- Hngswaage für die Mütterberatungsstunde z**- gestimmt. Zum Straßenbau am Burgweg wur- 'Ein Unwetter, wie man es seit Jahr und Tag nicht mehr erlebt hat, brach am Mittwoch gegen 18.30 Wir üb« Schwetzingen und Umgebung herein Auf vielen Straßen bildeten sich große Ueberschwemmungen. Auf der Straßenkreuzung bei der evangelischen Kirche stand das Wasser bis zu 90 Zentimeter hoch und überflutete fast die halbe Dreikönigstraße. Auch d« Ehrenhof des Schlosses verwandelte sich hmerhalb wenig« Minuten in einen kleinen See. Dutzende Keil« in allen Stadtteilen, vor allem in d« Mannheimer, Heidelberger und Kari-Theodor-Straße, wurden überflutet. In einzelnen Kellern stand das Wasser einen bis anderthalb Meter hoch. Vielfach drückte auch das Wass« aus d« überfluteten Kanalisation in die Keller, so daß der „Pegelstand“ buchstäblich von Minute zu Minute sprunghaft anstieg. Bei der Polizei und der Feuerwehr häuften sich die Hilferufe Die Freiwillige Feuerwehr unternahm, kaum daß der Regen nachgelassen hafte, mit beiden Motorspritzen einen sofortig«! Katastropheneinsatz, den Kommandant Hub« persönlich leitete. Bis 23 Uhr hatte die Feuerwehr 21 Keller ausgepumpt und zuletzt noch die Unterführungen des ebenfalls völlig überschwemmten Bahnhofs. Besonders schlimm war es in einigen Häusern der Mannheim« Straße. In den Kellern des Hauses Deimann, in der Drogerie Lach« und in d« „Alten Pfalz“ stand das Wasser bis zu anderthalb Metern. Auch die Wirtschaftsräume des Schloßcafös wurden vollständig überflutet. Mit der Wucht eines Wasserfalles strömten die Regenmassen von den Dächern des Zirkels, des Theaters und der angrenzend«! Nebenbauten und ergossen sich in die tief« gelegenen Räume. Im Schloßgarten sind zahlreiche Bäume, darunter alte Baumriesen, vom Sturm gefällt worden. Die Wege waren nach dem Unwetter mit abgebrochenen Aesten übersät Strichweise ging schwerer Hagelschlag nieder, der vor allem die Tabakfeld« zusam- mengeschlagen hat. Die Hagelköm« hatten die Größe von Kirschen. In Eppelheim zündete der Blitz, eine Scheune brannte nied«. Die Freiwillige Feuerwehr Schwetzingen, die zu Hilfe gerufen wurde, mußte der Nachbargemeinde ab sagen, da sie alle Hände voll zu tun hatte. Rosa Oechsler, Oberdorfstr. 24; Kraftfahr« Willi Vogelbacher, Oberdorfstr. 26 und Hilfsnäherin Maria Katharina Sutter,, Waghäusler Straße 92. Im Schulgebäude sind Maler und Anstreicher eifrig am Werk, um das Aeußere wie das Innere zu restaurieren. Die Klassenzimmer sowie die Gänge werden frisch getüncht und das Rektoratszimmer ausgemalt. Das Konferenzzimmer wird vergrößert, durch Versetzen einer Wand. Fensterrahmen und Fensterstöcke werden frisch gestrichen. Zum Schuljahrbeginn werden helle und freundliche Klassenzimmer Lehrer und Schüler erwarten, Am Sporthaus des FC Olympia gehen die letzten Arbeiten, welche durch die Sportplatzvergrößerung anfallen, zu Ende. Zur Zeit ist man dabei, die Umzäumung durch eine Mauer aus Hohlblocksteinen zu ersetzen. Man tut alles, um für die Clubhausweihe am 20. August gerüstet zu sein. w. Neuenbürger Jedermannspiel D« Männergesangverein Neuenbürg hat über 60 Männ«chöre zu einer Festvorstellung am 2. September eingeladen. Zwei Stunden vor Spielbeginn sollen die schönsten Chöre erklingen. Weitere Helfer aus der Geschäftswelt des Kreises boten selbstlos ihre Unterstützung an. Die Aufgeschlossenheit der Finnen ist erfreulich und lobenswert: Stem-Lichtspiele Odenheim, Europalichtspiele Bruchsal, Kruse-Druk- kerei, Philippsburg, Krankenhaus Bruchsal. Die Bolichwerke Bruchsal-Odenheim stellen die Scheinwerferanlage zur Verfügung. Die Landespolizei legte dieser Tage die Verkehrsabwicklung nach und von Neuenbürg fest. Der Verkehr wird sich reibungslos durchführen lassen. Man denkt an den Einsatz eines kleinen OKW-Senders. Bis Mitte der Woche sind in allen Gemeinden Eintrittskarten erhältlich. Vereine usw. melden ihre Kartenwünsche direkt nach Neuenbürg. Rettigheim Die Wasserversorgung der Gemeinde Rettig- heim und der Beitritt zum Verband der Let- zenberggemeinden Malsch, Maischenberg, Ret- tigheim und Mühlhausen, Rauenberg und Rotenberg zum Zwecke der unter dem Namen , .Letzenbergproj ekt“ geplanten Wasserversorgung stand auf der Tagesordnung der öffentlichen Gemeinderatssitzung, die das Bürgermeisteramt in das Gasthaus zur Krone einberufen hatte. Leider war die Versammlung, vielleicht bedingt durch die Emtearbeiten, nicht so gut besucht, wie bei dem zur Debatte stehenden Punkt wünschenswert gewesen wäre. Bürgermeister Weik und Ratschreiber Wittmaier «läuterten anhand der Akten das Projekt und vor allem auch den Finanzterungs- plan. Durch die Zuschüsse der Gemeinden, des Landes und verschiedenen anderen Körperschaften, ständen für den ersten Teil der Arbeiten 400 000 DM zur Verfügung und es bestehe die Aussicht auf einen namhaften Zuschuß aus ERP-Mitteln. Auch wurde betont, daß die Durchführung des Planes vielen Arbeitslosen Verdienst bringen wird. Nachdem; sich verschiedene Ortseinwohner durchweg zu- stimmend geäußert hatten, ergab die folgende Abstimmung eine lOOprozehtige Annahme des Antrags auf Beitritt zum Zweckverband. D. Gölsbausen Die Fußballer aus der Umgebung treten am kommenden Samstag und Sonntag wieder mal in Funktion. Der an sich noch sehr junge Sportverein Gölshausen, gibt anläßlich eines Werbesportfestes auf seinem neu eingelegten Platz den Vereinen die Möglichkeit, sich zu Turnierspielen zu treffen. D« Veranstaltung sei ein voller Erfolg beschieden. Der VfB Bretten I bestreitet am Sonntag das Propagandaspiel gegen Gölshausen I. Rinklingen Die Landwirte benützen jede verfügbare Zeit ihre Grundstücke für die kommende Herbstsaat und den stetigen Anbau der Winterzwischenfrüchte vorzubereiten. Soweit noch nichts geschehen ist, werden nun Hüben, Senf usw. für die Herbstfütterung gesät. Die Landwirte sind herzlich eingeladen, an der am 5. August um 10 Uhr auf dem Schwarzerdhof stattfindenden Schleppervorführung teilzunehmen. Es wird dort der ijetje 16 Ps-Lanz- Bauemschlepper im Zusammenhang mit verschiedenen landwirtschaftlichen Geräten vorgeführt. Die Verkäuferin Edith Irene Gropp und der Maschinenschlosser Heinz Karl Rau, aus Knittlingen, sowie der Bauingenieur Karl Ry- ba und die Kontoristin Ingeborg Irmentraut Künzel aus Durlach sind aufgeboten. Sprantal Seit vergangenen Dienstag, mit Beginn der Schulzeit,ge hen ein Mädchen und fünf Knaben als ABC-Schützen zur Schule. Der Kraftfahrzeughandwerker Karl Kühner und Ruth Scheurer geh. Bauer aus Bretten sind aufgeboten. Das Standesamt hatte im Monat Juli keine Eintragungen zu verzeichnen. Uppingen „Klein-Ro then bu rg “ Eppingen. (lwb). In den letzten Monaten wurden in Eppingen, das mit sein« reizenden Altstadt vielfach nicht zu Unrecht als „Klein-Rothenburg“ bezeichnet wird, sieben Fachwerkbauten freigelegt und stilecht renoviert. Auch das älteste Haue Eppingem aus dem Jahre 1388 soll von Stadtfoeumeist« Kiehnle demnächst renoviert weiden. Rheinwasserstände Kimstanz 347 (+1), Rheinfelden 274 (+26), Breisach 200 (+4), Straßburg 249 (+13), Karlsruhe 416 (+32), Mannheim 240 (+17), Mainz 221 (+10),; Bingen 144 (+6), Caub 150 (+6). DER DER HEIMAT Start in die neue Fußball« und Handball-Saison Turniere und Freundschaftsbegegnungen als Auftakt Nun wäre es mal wieder so weit. Nach der verdienten Sommerpause, all den Tagungen der einzelnen Fachverbände mit ihren die Saison vorbereitenden Besprechungen geht es nun mit „Volldampf hinein“ in das neue Fußball- und Handballjahr. Noch geht es nicht um Punkte und Tabellenstand, um Meisterschaft oder Abstieg; der ausgedehnte Spielverkehr in Freundschaftstreffen erst soll jene Männer,(die aufs neue die „Fans“ begeistern werden, auf Touren bringen, um fit zu sein, wenn es gilt! Die Fußball- und Handballspieler des Kreises Bruchsal haben sich zu diesem Auftakt über das Wochenende ein wirklich vielseitiges und umfangreiches Spielprogramm zurechtgelegt das bestimmt schon bedeutende Schlüsse auf die Spielstärke der einzelnen Mannschaften zuläßt. Hoffen wir, daß uns eine erfolgreiche Saison guten Sport bringen möge, und daß bei all der nun einmal bei Kampfspielen erlaubten Härte, die hohen Werte und Ideale des Sportes, bei ritterlicher Achtung des Gegners so beachtet werden, wie es dem wahren Sportler geziemt und letztlich dem Sport zur Ehre gereicht! Fußball-Programm des Sonntag Bei der Vielzahl der sonntäglichen Veranstaltungen steht natürlich „König“ Fußball an der Spitze. Hierbei steigt eines der interessanten Spiele überhaupt in Kirrlach, wo sich Olympia Kirrlach und der KFV gegenüberstehen. Große Plakate künden dieses für unsere Kirrlacher Verhältnisse große Schlagerspiel am. Der KFV bringt als Empfehlung seinen 4 : O-Sieg über den FV Daxlanden mit. Für die Einheimischen geht es erstens um die Revanche für die im Vorspiel erlittene Niederlage (2:1) und dann um die Generalprobe für das Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die höchste Spielklasse Nordbadens. Der KFV ist stärker geworden. Die Kirrlacher Mannschaft ist bis auf den Linksaußen die gleiche geblieben. Es wird daher ein recht interessanter Kräftevergleich und trotz der erst begonnenen Saison ein Spiel, bei dem die Einheimischen dem KFV alles abverlangen werden; der KFV aber wird, seiner Würde-als Meister bewußt, versuchen, seinen Vorspielsieg zu wiederholen. Bei dem bekannten Einsatzwillen und ungestümen Kampfkraft der Kirrlacher wird er auf Granit beißen, ein Unentschieden, vielleicht sogar Sieg der Kirrlacher sagen die Fans. Die Entscheidung hierfür fällt am Sonntag um 15 Uhr auf dem Sportplatz in Kirrlach. Recht spannend wird es auch in Karlsdorf werden. Dort stehen sich Germahia Karlsdorf — FC Grötzingen gegenüber, und man schreibt uns zu diesem Treffen: Der wahre König des Sportes, wie man ihn ln unserer Gemeinde nennen muß, König Fußball, wird am kommenden Sonntag, nachdem die Sommerpause nun abgelaufen ist, wieder sein Zepter schwingen. Die Germanenelf hat sich als Partner einen Verein aus dem Karlsruher Bezirk auserlesen. Der Bezirksligist Grötzingen, der ebenfalls wie Karlsdorf nach der neuen Benennung der Klassen in der zweiten Amateurliga spielt, wird auf dem Platz an der Autobahn starten undes darf mit einem Um die kirchliche Erholungsfürsorge auf die gesamte evangelische Jugend auszudehnen, veranstaltet der Evangelische Gemeindedienst ln Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Jugendwerk auch in diesem Jahr eine Reihe von Ferienerholungslagem für die'Buben und Mädchen im Alter von 10 und 16 Jahren. Evangelische Jugend aller Schichten findet sich im Schwarzwald, im Donautal, am Bodensee und an der Nordsee in 12 Ferienfreizeiten mit durchschnittlich Je 20—30 Buben oder Mädchen zusammen. In Jugendherbergen und sonstigen Jugendwanderheimen in schönster Landschaft hat ein Teil dieser Feriener- hoJungslager bereits begonnen. Sie werden mit einfachsten Mitteln durchgeführt und verzichten bewußt auf Komfort. Platzdorf bei Kan- P gefälligen und zügigen Spiel gerechnet werden, da beide Parteien in der vollen Besetzung, wie sie die neue Verbandssaison bestreiten werden, antreten. Am Abend findet dann als Auftakt des Spieljahres im Stemen- garten ein Sommemachtfest im Scheine der Lampions und unter Mitwirkung der hiesigen Musikkapelle statt. Die ganze Fußballfamilie ist hierzu herzlichst eingeladen. Von den Auswärtsspielen dürfte besonders das Abschneiden des VfB Bruchsal in Jöhlingen interessieren. Gleich mit vier M a nnschaften, 1., 2., A- und C-Jugend, wird diq Reise angetreten, und man darf erwarten, daß die Bruch- saler, die sich für die kommende Saison recht viel vorgenommen haben, ihre Jöhlinger Gastspiele erfolgreich absolvieren werden. Vorsicht ist jedoch am Platze, da die Gastgeber ebenfalls für einen guten Fußball bekannt sind. Turnier in Neudorf Dabei wartet der FV Neudorf im Rahmen seines 30jährigen Jubiläums, verbunden mit Sporthauseinweihung, mit einer Großveranstaltung auf, die am 13. 8. fortgesetzt wird. Für das morgige erste Turnier, das nach Punktwertung durchgeführt wird, haben folgende Vereine zugesagt: FV Liedolsheim, TSV Wiesental, FC Neuthard und Obergimpern, wobei Neudorfs erste Elf gegen den FV WiesentaJ das Jubiläumsspiel bestreiten wird. Ein festlicher Rahmen wird die Veranstaltung zu einem sportlichen und geselligen Erlebnis werden lassen. Am Sonntag empfängt der ASV Durlach die bekannte Elf von Rot-Weiß Frankfurt zu einem Freundschaftsspiel, während der FV Daxlanden bereits heute im Rahmen der Jubiläumsspiele,auf Frankonia, Karlsruhe trifft. Wer wird Kirrlachs Gegner? Auf dem Vtrbandstag ip Weinheim wurde bekanntlich die Bildung einer ersten Amateurliga beschlossen, der 16 Vereine angehören sollen. 15 dieser 16 Mannschaften stehen bereite fest, der 16. Verein muß in einem Entscheidungsspiel der beiden Zweiten der bisherigen Bezirksklassen Karisruhe/Bruchsal und Karlsruhe/Pforzheim ermittelt , werden. Während der Zweite der Klasse Karlsruhe- Bruchsal mit dem. FC Kirr lach feststeht, muß der Zweite der anderen Gruppe erst am kom- Ueber das Wochenende herrscht auf dem Hambrücker Waldsportplatz Hochbetrieb. Der FV Hambrücken veranstaltet am Samstag und Sonntag ein großes Fußballsportfest. Für das Turnier haben eine ganze Reihe bekannter Nachbarvereine die Beteiligung zugesagt: Forst, Huttenheim, Karlsdorf, VfB Bruchsal, Neuthardt, Zeutern, Unteröwisheim, 1912 Wiesental, TSV Wiesental, Weiher und Sportbund Rhein-Neckar, Mannheim, der mit Hambrük- ken das Propagandaspiel bestreitet. Gleichzeitig wird das neue Sporthaus in Betrieb genommen. Damit ist nicht nur ein langdem, Schönwald bei Triberg, Wildenstein bei Beuron, Lindau am Bodensee und St Peter an der Westküste Schleswigs sind einige Namen dieser Ferienerholungslager. Sie sind keine Lehrgänge, sondern Wandern und Ba- - den, Singen und Spiel, aber auch stille Stunden bringen der Jugend für 2—3 Wochen Entspannung und Erholung vom Alltag. Der Evangelische Gemeindedienst hat damit — in größerem Maße als im vergangenen Jahre — einen neuen Weg der Jugendarbeit beschritten. Er wendet sich mit Erfolg — wie die ersten begeisterten Urteile erweisen — Über die Organisationen des Evangelischen Fällen die gelockerte Bindung zur evangelischen Jugendarbeit fester geknüpft wurde. menden Sonntäg in einem Spiel zwischen FC Birkenfeld und der FVgg. Mühlacker ermittelt werden. Birkenfeld beendete zwar hinter dem KFV die Punktspiele, doch hat Mühlacker gegen die Wertung des Spieles gegen Birkenfeld (0:5) Protest eingelegt, weil bei Birkenfeld der Spieler Dirigier mitgewirkt hat. Die Spruchkammer billigte den Einspruch, und setzte das Treffen für den kommenden Sonntag in Birkenfeld neu an. Birkenfeld (28 Pkt.) braucht zur endgültigen Sicherstellung des zweiten Platzes nur ein Unentschieden, während Mühlacker (27 Pkt.) gewinnen muß. Handballturnier in Büchenau Die rührigen, und vor. allem spielerisch sö erfolgreichen Handballer des TV Büchenau führen am Sonntag ein Handball-Blitzturnier durch, das eine außerordentlich gute Besetzung gefunden hat. 50 Jahre Turnverein Oberhausen Oberhausens Turner, einer jener Vereine, die sich um die Turnsache unseres Kreises besonders verdient gemacht haben, begehen an diesem Wochenende ihr 50. Jubiläum. Auch dabei kommt es zu einem reichhaltigen Sportprogramm, an dem sich mehrere auswärtige Vereine beteiligen. Neben turnerischen Vorführungen kommt dort auch das Hand- und Faustballspiel zu Wort. Schwimmwettkämpfe in Oestringen Oestringen bringt, anläßlich der Einweihung des neuerbauten Schwimmbades, einen interessanten Klubkampf im Schwimmen zwischen dem Karlsruher Turnverein 1846 und dem Bruchsaler Schwimmverein. Daß dabei die Bruchsaler vor einer außerordentlich schweren Aufgabe stehen, muß erst gar nicht erwähnt werden, zumal jedem Anhänger des nassen Sportes bekannt ist, daß die Schwimmabteilung des KTV einige ganz ausgezeichnete Könner in ihren Reihen hat. Gewiß haben die Bruchsaler in den letzten Wochen beachtliche Erfolge erzielen können. Ob es allerdings gegen die Karlsruher reichen wird, muß man doch sehr bezweifeln. Der Wettkampf selbst bringt als Konkurrenzen die allgemein üblichen Stilschwimmen, Staffelkämpfe und ein abschließendes Wasserballspiel. Oestringen wird also zum Schwimm-Auftakt nicht nur einen großen Tag haben, sondern auch eine Fülle schöner sportlicher Kämpfe bewundern dürfen. ersehnter Wunsch der Vereinsleitung und aller Vereinsmitglieder, sondern auch ein Wunsch der gesamten Bevölkerung in Erfüllung gegangen. In vorbildlicher Weise haben sich die Vereinskameraden in den langen Sommertagen nach dem Feierabend in die Arbeit geteilt. Dadurch blieb dem Verein ein Großteil der Unkosten erspart. Auch für elektrische Beleuchtung ist gesorgt. Durch eine fast 800 m lange Stromleitung ist das Sporthaus mit dem Dorf verbunden. Auf der Westseite, wo keirf Hochwald mehr vorhanden ist, wurde eine Anzahl junger Birken angepflanzt. Die feierliche Einweihung des Sporthauses findet zu einem späteren Zeitpunkt statt. Am Samstagnachmittag beginnen die Turnierspiele. Zwischen 16 und 17.30 Uhr treffen die einzelnen Jugendmannschaften aufeinander. Ab 17.30 Uhr werden Turnierspiele ausgetragen: Forst 1 b — Karlsdorf 1 b, Forst AH gegen Hambrücken AH, Weiher — VfB Bruchsal 1 b. Anschließend ist gemütliche Unterhaltung auf dem Waldsportplatz. Am Sonntag am 13 Uhr versammeln sich in der Dorfmitte die Gast- und Ortsvereine, um sich in einem Festzug auf den Festplatz zu begeben. Dabei ist auf der Hauptstraße ein Preiskorsogehen aller an der Veranstaltung teilnehmenden Vereine. Um 16 Uhr wird das Propagandaspiel aus- getragen. Nach Abschluß des Turniers um 19.30 Uhr findet die Ehrung der Sieger statt, wobei für das Turnier vier schöne Preise zur Verteilung kommen. Auch für das Preiskorsogehen sind zwei wertvolle Preise ausgesetzt. Ein Sommernachtfest bildet den Abschluß des Fußballsportfestes. Evangelische Jagend Badens; in Ferienlagern Buben und Mädchen im Schwarsw ald, am Bodensee und an der Nordsee Sportfest des; FV »Konkordia« Hambrnd&en Mitarbeit Auf den Verbandstagen der einzelnen Sportverbände gab es wiederholt teils berechtigte, teils unberechtigte Kritik hinsichtlich der Presseberichterstattung. Als Ergebnis der oft lebhaften Diskussionen wurde allgemein folgende Feststellung getroffen: Es geht nicht ohne Mitarbeit der Vereine und Verbände. — Bedenken Sie die oft sehr schwierigen Verhältnisse in der Sportberichterstattung! Wenn in diesen Tagen die Fußball- und Handballspieler eine neue Saison begonnen haben, dann ist eben diese Mitarbeit unerläßlich, weil sie ja letztlich auch im Interesse eines jeden Vereins liegen muß. Wir sind bestrebt und bemüht den Wünschen und Anforderungen der Vereine gerecht zu werden -ober wit brauchen auch Ihre Unterstützung. — Geben Sie Ihre Vorberichte bis Donnerstagabend durch, und übermitteln Sie u»w die Spielergebnisse des Sonntags stets pünktlich ab 17.30 Uhr über Telefon 121, schriftlich, oder mündlich. Nur so läßt sich der gemeinsamen Sache dienen. Handball-Freundschaftsspiel TV Philippsburg — TV Durlacfa Die Handballer des Turnvereins Philippsburg haben am morgigen Sonntag die Elf des TV Karlsruhe-Durlach zu Gast, die in der Bezirksklassenstaffel des Kreises Karlsruhe eine führende Stellung einnimmt. Es ist dies das erste Aufeinandertreffen beider Mannschaften seit längerer Zeit und man darf wirklich gespannt sein, wie sich die junge Eli des Gastgebers gegen die Karlsruher Vorstädter halten wird. Jedenfalls werden die Zuschauer am Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz am Altrhein ein spannendes Spie! zu sehen bekommen. Spielbeginn der 1. Mannschaften um 15 Uhr. Sport-Allerlei VfR Mannheim bucht mit Islaker einen Abgang, für den höchst wahrscheinlich kein Ersatz gefunden wird. In der kommenden Saison sehen wir Islaker in Rheydt. Die Mannheimer verzeichnen als einen gewissen Zugang Spieler aus unteren Klassen,' die sich aber erst noch bewähren müssen. Gescheitert sind die Verhandlungen um den Stürmer Ba- logh. — Lipponer geht von Waldhof, sonst aber kein Abgang. Wie man hört, soll Lipponer Verträge bei Phönix Ludwigshafen und bei Waldhof unterzeichnet haben. Fraglich wird sein, welcher Verein aus dem großen Rennen als Sieger hervorgehen wird. Ob Lipponer wirklich für immer Waldhof verläßt, ist noch sehr fraglich, da man erfahren haben will, daß in der neuen Saison dieser die Waldhofer nochmals führen will. Schnepp (bisher FC Pforzheim) in den Reihen von jungen Kräften für Mannheim. Ferner verpflichtete Waldhof Pa- cholke (SV Heide), Reichling (Tura Ludwigshafen), Traub (Rödelheim) und den Friesen- heimer Hohecker. VfB Mühlburg ist durch Buhts und Tren- kel verstärkt worden. Allgemein werden gewisse Hoffnungen auf diese beiden Spitzenspieler gesetzt. Buhtz fand in einem Sporthaus Beschäftigung und Trenkel wird beim Landratsamt demnächst eingestellt. Es wäre zu begrüßen, wenn sich diese Techniker, die hier schon immer in letzter Zeit fehlten, sich auch halten ließen! — Die Mühlburger sind durch das neugewonnene Stürmertalent um beträchtliches stärker geworden. Ob er sich einen Stammplatz mit der Zeit sichern wird? Glunz (Triberg) wird Ersatztorhüter. Man kann nun schon sagen, daß der VfB über einen hervorragenden Spielereinsatz verfügt, der auch vorübergehende Ausfälle nicht sehr hart spüren wird. I Tischtennis Vor Beginn der Verbandsrunde tragen die Tischtennisspieler des Kreises Bruchsal noch einen Vergleichskampf in Pfortheim aus. Abfahrt am Samstag, den 5. August, 17.45 Uhr, an der großen Brücke. Hinter eigenem fiertit Roman von Edmund Sabott Ccpyr. 1948 hj Verla* Kernlinges Oertel & SpSret 16. Fortsetzung Alf antwortete mit einer brüchigen Stimme: „Ich habe es nicht getan!“ „Gut! Weiter! Und Sie, Peer?“ Peer stammte seine Fäuste in die Hüften, wie er es gerne tat, reckte den Kopf ein wenig vor und verzog spöttisch die Lippen. „Wenn Sie eine ehrliche Antwort erwarten, Frau Til- mann: Nein, ich habe es nicht getan, aber -aber ich hätte es jederzeit getan, und ich glaube, es ist so, daß mir nur ein anderer zuvorgekommen ist.“ „Ihre Aufrichtigkeit“, anwortete Frau Tilmann, „wenn es überhaupt aufrichj/g war, -ehrt Sie! — An Sie möchte Ich aber noch eine andere Frage stellen: Vielleicht haben Sie es zwar nicht selber getan, aber irgend- wen dazu überredet, es zu tun?“ Alle sahen, wie Peer erblaßte, wie seine Augen aufflammten, und wie er sich dann mit mühsamer Anstrengung beherrschte, um seine übliche Ruhe zu bewahren. „Ich verehre Sie sehr, Frau Tilmann, und ich weiß, daß alles, was Sie jetzt sagen und tun, Ihrem innersten Wesen widerspricht, daß Sie gar nicht mehr Sie selbst sind, daß Sie sich selber am meisten wehe tun. Wäre es anders oder hätte diese Frage ein Mann an mich gestellt, diese beleidigende Frage, die mir Feigheit vorwirft, mich verdächtigt, ein Jämmerling zu sein, — glauben Sie mir! — Einen Mann hätte ich niedergeschlagen. Ihnen aber -verzeihen Sie mir bitte! — Ihnen antworte ich nicht.“ Frau Tilmann wandte sich stumm ab und zog die Unterlippe in den Mund. Ihre Augen senkten sich zu Boden. Wieder entstand eine Pause, und wieder war es so still, daß man das schwere Atmen hörte. In diese Stille hinein lachte plötzlich Anita, es war ein so schrilles, grelles, sich überschlagendes Gelächter der Hysterie, daß alle erschrocken zusammenfuhren, und im gleichen Augenblick gab Christa einen kleinen Wehelaut von sich wie ein Kind, das bis zur letzten Kraft einen Schmerz ertragen hat und nun endlich nachgibt, weil die Nerven versagen. Sie hob die Hände, die flatternd ins Leere griffen, drehte den Kopf zur Seite, ließ ihn auf die Schulter sinken und wollte zusammenbrechen. Mit einem einzigen langen Schritt war Hans neben ihr, um sie zu stützen. Stolle lief herbei, stieß Alf und die vor Gelächter sich windende Anita beiseite, erreichte Christa und nahm sie auf die Arme. „Mädelchen“ rief er verstört. „Mein Mädelchen!“ — Sie lag in seinen Armen wie eine Puppe, kraftlos, mit hängenden Gliedern und bewußtlos. „Die Tür auf! rief er Hans zu. „Sie hätte Nerven haben müssen wie Kabeltaue, um das auszuhalten! Was quält ihr sie so! Für sie lege ich die Hand ins Feuer! Macht allein weiter!“ Und er trug sie hinaus, warf die Tür mit einer Bewegung des Fußes so gewaltsam hi, daß es krachte und der Kalk hinter den Ta-, peten rieselte. Aich Frau Tilmann schien am Ende ihrer Kraft. Sie ließ sich auf das kleine Sofa sinken. Anita aber lachte immer noch. Alf führte sie schließlich hinaus. Als Ursula ihr Zimmer wieder betrat, fühlte sie sich erschöpft und todmüde, wußte aber, daß sie doch keinen Schlaf finden würde. Sie trat hinaus auf den kleinen Balkon und sah hinauf zu den ziehenden Wolken. Der Mond war wieder umwölkt, sein umflortes Licht schimmerte silbern an An Wolkenrändern. Sie dachte an den Toten, der dort drüben im Garten lag, und glaubte, ihn ganz deutlich vor sich zu sehen: steif und flach auf dem Rücken ausgestreckt, die Arme ausgebreitet und den Kopf nach hinten gereckt. Dieser Tote war ihr verhaßt gewesen wie nie ein Mensch zuvor; jetzt war er ihr gleichgültig, und sie empfand nicht einmal Befriedigung über seinen Tod, sondern fürchtete ihn wie ein Gespenst, das erst jetzt im Tode besonders gefährlich geworden war. Nach einer Weile vernahm sie von. unten her das metallene Kreischen eines Fensterriegels und schlürfende Schritt, dann wurde Olpes eintönig baumelnde Stimme vernehmbar, und ihr fiel ein, daß er vorhan von einem zerschlagenen Waschküchenfenster gesprochen batte. Sie beugte sich über die Balkonbrüstung und sah, daß aus dem Waschküchenfenster ein breiter Lichtstreifen auf den Rasen fiel. Sie erkannte auch Alfs Stimme. So angestrengt sie lauschte, sie konnte kein Wort verstehen und verließ schließlich ihr Zimmer, um zu den beiden hinunter zu gehen. Als sie ihre Tür öffnete, sah sie Hans aus Christas Zimmer kommen. Er geriet sichtuv» in Verlegenheit. Er habe nur mal nacbsehen wollen, wie es Christa gehe. „Ist Peer noch bei ihr?“ erkundigte sich Ursula. „Jawohl, getreulich. Sie liegt noch da, wie eine Tote. Aber sie tut wohl nur so, als sei sie noch immer bewußtlos. Wahrscheinlich will sie nichts hören und sehen und vor allem will sie nichts sprechen. Herrgott, Ulla, was sind das für Geschichten! Ein Mord! Bei uns! Und einer von uns soll es getan haben!? — Bei uns! Natürlich, ja? Weißt du, was Anita eben noch gesagt hat?“ — „Hast du sie denn gesprochen?" Er wurde noch verlegener, „Ja, das heißt, ich habe nur mal rasch in ihr Zimmer gesehen. Sie hat sich ja wohl nun wieder beruhigt Es war ja fürchterlich, ihr Gelächter — —“ „Was sie dir eben noch gesagt hat wolltest du mir noch erzählen!“ „Ja, sie hält Christa für schuldig!“ „So aus dem Handgelenk, nicht wahr? — Sie vermutets nur?“ „Nein, sie hat Beweise, sagt sie, und Christa hat es nicht allein getan, sondern zusammen mit Peer.“ „Und hat sie dir etwas von ihren Beweisen verraten?“ „Nein, leider nicht sie wollte nichts darüber sagen, aber daß es nur ein Bluff ist glaube ich nicht. Ach, Ulla, das alles ist so sehr schauerlich,' daß man fast meinen könnte, man träume alles nur. Wie sollen wir Je aus dieser so fürchterlichen Lage eigentlich berauskofn- men? — Wie verändert Tante Sophie Ist! Und n>»- «oll Christa gar eine Mörderin sein . . . (Fortsetzung folgt!) Samstag, den 9. August 1996 Erstaunliche Funde am Urägypten Von Tofan Me Cormaclf. Korrespondent der United Press Mannheimer Schlacht vrelunarfet Helwau (Ägypten). Mit außerordentlicher Sorgfalt wurden am vergangenen Mittwoch in Helwan, 23 Kilometer südlich von Kairo, die guterhaltenen Leichen von vier Männern und zwei Frauen freigelegt, die nach vorsichtigen Schätzungen vor rund 5000 Jahren beigesetzt wurden. Die Ausgrabungen wurden von König Faruk finanziert. Die Freilegung wurde von besonders ausgebildeten Arbeitern ausgeführt, die mit feinen Pinseln auch den letzten Hauch Sand von den Särgen entfernten, die vor 30 Jahrhunderten der Erde anvertraut wurden. Die Arbeiten standen unter Aufsicht des jungen ägyptischen Archeologen Bald Saad, der gleichzeitig die Leitung der Expedition innehatte, welche die Begräbnisstätte entdeckte. Nach Aussage von Saad, stamme die Stätte aus der Zelt vor der ersten Dynastie. Die erste Leiche, die an das Tageslicht befördert wurde, war die einer Frau. In dem trockenen Boden, in dem sie beigesetzt war, hatten sich selbst noch die Locken erhalten, auch die Zähne und der Schädel waren noch gut erhalten. Die Knie waren angezogen, eine Band las unter dem Kinn— eine Begräbniswelse, die für die erste Dynastie bezeichnend ist. Wie Saki Saad erklärte, sei es in der ersten Dynastie Brauch gewesen, die Leichen in der Lage des Embryos zu bestatten, um sie somit für die Wiedergeburt zum ewigen Leben vorzubereiten. In dem Sarg der Toten wurden außerdem Vasen und kleine Alabastergefäße gefunden. Eine der freigelegten männlichen Leichen zeigte deutliche Zeichen einer Beinfraktur, der Knochen wurde sorgfältig entfernt, um ihn durch medizinische Sachverständige untersuchen zu lassen. Bei der Freilegung der Gräber wurden in einem Sarg neben dem Skelett eines Vogel# zwei Eier gefunden. Wie'der leitende ägyptische Archäologe Saaki Saad hierzu erklärte, sei ihm bis jetzt kein Fall bekannt, wo bei Ausgrabungen Eier ans Tageslicht gefördert wurden. Es konnten außerdem nckh die Überreste von Kamelen und zwei Hunden freigelegt werden. Die aufgefundenen Stücke kunsthandwerklicher Art füllen bereits vier große Kammern. Mumien wurden noch nicht gefunden, da die Kunst der Einbalsamierung einer späteren Zeit angehört. Auftrieb: Rinder 346 (335), Kälber 313 (322), Schafe 74 (190), Schweine 1539 (1658). Preise: Ochsen AA 87—81, A 78—86, B 65—76. Bullen. AA 86—92, A 75—84, B 65—74. Kühe AA 78—84, A 67—76, B 60—66, C 51—59, D 50. Färsen AA 94—98, A 84—93, B 73—83, Kälber 108—114, B 92—102, D 50—60, Schafe 30—60, Schweine A 118—124, BI 120—124, BII 120—124, C 122—126, D 120—124. Fette Specksauen I 110—117, II 106—110, Marktverlauf: Großvieh lebhaft, aus- * verkauft, Kälber ausverkauft. Bei Schweinen langsamer Absatz, Uberstand, Gottesdienste am Sonntag Katholische Gottesdienste 10. Sonnt, n. Pf.* — Fest der Verklärung Jesu Stadtkirche: 6 Uhr Frühmesse; 8.15 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt und Monatskommunion der Männer; 11 Uhr Singmesse mit Predigt. Notkirche: 7 Uhr Frühmesse mit Monatskommunion der Männer und Jung- mämner; 9.15 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt; 20 Uhr Corporis-Christh-Bruderschafts- andacht und Portiunkula-Andacht mit Segen. Hofkirche: 7 Uhr Frühmesse mit Monatskommunion der Männer; 8 Uhr Jugendgottesdienst mit Predigt; 9 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt; 10.30 Uhr Singmesse mit Predigt; 20 Uhr Corporis-Christi-Bruderschaftsandacht mit Segen; hiernach Männer-Versammlung. St. Peter: 6 Uhr hl. Kommunion und Beichtgelegenheit; 7 Uhr Frühmesse mit Gemeinschaftskommunion der Männer und Jungmänner; 9 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt; 20 Uhr Corporis-Ohristi-Bruderschaft mit Segen. St. Paul: 7 Uhr Frühmesse; 8 Uhr Schülergottesdienst mit Predigt; 9.30 Uhr Amt mit Predigt; 14 Uhr Corporis-Christi-Brudersehaft. St. Maria: 7.30 Uhr hl. Messe. St. Paulusheim: 6 und 7 Uhr hl. Messen; 9 Uhr Amt; 17 Uhr Abendandacht. Evangelische Gottesdienste Evang. Stadtpfarramt: Samstag, 5. 8.: 20 Uhr Christenlehre. Sonntag, 9. Sonnt, n. Trdn.: 8.30 Uhr Gottesdienst im Krankenhaus; 9.30 Uhr in der Lutherkirche. Pfr. Dr. Scheuerpfl.; 10.45 Uhr Kindergottesdienst. Dienstag, 8. 8.: 7.15 Uhr Morgenwache. Donnerstag. 10. 8.: 20.30 Uhr Abendsegen. Evang. Gemeinschaft, Moltkestr. 3: 9.80 Uhr Predigt; 10.3 OUhr Sonntagsschule. Untergrombach: Sonntag, 9 Uhr, Gottesdienst. Ob.-Rat Berggötz. Diese Spatzen Sie seien ganz ausgerottet, bet all den Nachstellungen mit Floberts und Spatzenfallen und einem Kopfpreis — sollte man meinen. Aber: „je schlimmer die Hatz, je größer der Spaß beim Spatz“ scheint mir. Jetzt kommen sie gar zu einer Stipvisite zu mir in meine Stube. Das ist nun doch die Höhe. Mein ohnehin seltener Mittagsschlaf ist dahin. Wenigstens scheint es bei dem frechen Völkchen noch eine strenge Moral zu geben, mein Besuch weist sich nämlich als Ehepaar aus. Wie ich vom Geschwirr ihrer Flügel auf geschreckt um mich schaue, sitzen sie da seelenvergnügt auf dem Radioapparat und — Schnäbeln. Kann es bei Spatzens eine bessere Legitimation geben? Das Glas einer Photographie neben dem Pärchen wirft Herrn Spatz sein Ebenbild entgegen, sein Gefieder sträubt sich, er will den vermeintlichen Nebenbuhler mutig an- gehen. Frau Spatz äugt, wie es mir scheint sehr belustigt, zum aufgeregten Tim ihres Gemahls hin, findet es langweilig und dreht ab # Ein Hüpfer und sie setzt sich auf eine Ausgabe von Thomas Manns „Dr. Faustus“, auf dem Rauchtisch. Herr Spatz hat eingesehen, daß der Nebenbuhler hinter dem Glas nicht zu erreichen ist, er gesellt sich zu seiner besseren Hälfte auf Dr. Faustus, Ob die beiden etwas davon verstehen? Ich vermute nicht, denn sonst hätten sie nicht beide zugleich ihre deutlich sichtbaren Klexogra- phien auf den Gedanken des gescheiten Mannes hinterlassen. Eben Überschläge ich im Geiste die Summe von zehn Pfennig, die zu verdienen sich mir da anbietet und tue einen Sprung zum Fenster, es zu schließen und die Herrschaften zu fangen. Aber — ein erschreckter Piepser beiderseits, Flügelschläge schwirren mir um die Ohren und'fort ist die Prämie. Herausgeber: C. & H. Kruse, Bruchsal, Wörthstraße 4, Philippsburg, Salmstr. 10. Redaktion: Hans Stauder, Bruchsal. Ftlr auswärtige Anzeigen: Annoncen-Exped. Krals, Karlsruhe. — Zur Zeit Ist Preisliste Nr. f gültig s TODES-ANZEIGE Meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter Frau Hedwig Imliof geb. Hering ist heute, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, nach einer heimtückischen Krankheit in Gottes Frieden eingegangen. In tiefer Trauer: Karl Imhof, Studienrat Hermann Imhof, Dr. med. Erich Imhof, cand. rer. oec. Bruchsal, Asamstr. 21., den 4. August 1950 . Die Beerdigung findet am Montag, 14 Uhr, von der Leichenhalle aus statt. Gründlichen Unterricht in Akkordeon und HandharmonHu erteilt Isolde Plalz-Balik einzige geprüfte' Fachlehierin am Platze jetzt: Bruchsal. Bismarcketr. 4 Sdireibmasdiinenarbeifen werden schnell und sauber angefertigt. 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In Kürze erscheint in Neuauflage das Adreftbudi für den Landkreis Bruchsal Ausgabe 1950 mit einem Plan des Landkreises umfassend 38 Gemeinden mit der Stadt Bruchsal, nach amtlichen Unterlagen im Auftrag des Herrn Landrat zusammengestellt. Inhalt: Lückenlose Uebersicht über den gesamten Landkreis mit Regierungsund Kreisbehörden, Ortschromken, statistischen Zusammenstellungen, alphabetischem Einwohner-Verzeichnis jeder Gemeinde, Handels- und Gewerbeverzeichnis einschließlich der freien Berufe und der kulturellen Vereinigungen. Anzeigen werden noch entgegengenommen. Das Adreßbueh, das seit Jahren erstmalig wieder erscheint, ist für alle ein unentbehrliches Hilfsmittel. Die Auflage wird nur in Höhe der eingegangenen Vorbestellungen gedruckt. Der Vorbestellpreis beträgt im Verlage bis 1. August 1950 DM 1&50. Für nachträglich eingehende Bestellungen DM 15.—. Bestellungen nehmen an: 4 I t SuchdAuckebel StcM O&uiAe, (Phdtypd&Wiq, auch im Büro kr Bnichsal. 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