BRÜCHWR POST SÜDD. HBIMATZBITUNO FÜR KRAICHOAU UND BRUHRAIN Nummer 201 Mittwoch, den 30. August 1950 "■""JHP \ Einzelpreis 15 Pfennig Länderchefs tagen in Königstein Außerordentliche Sitzung einberufen Formosa im Sicherheitsrat Frankfurt (UP). Die Regierungschefs der elf westdeutschen Länder der Bundesrepublik treffen am Mittwoch in Königstein zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung der Konferenz, die von Bundesratspräsident Arnold einberufen wurde, steht neben der Beratung über die endgültige Geschäftsordnung des Bundesrates auch die am 7. September fällige Neuwahl des Bundestagspräsidiums. Zu der Konferenz äußerten Beamte der alliierten Hohen Kommission in Frankfurt die Hoffnung, daß sich die Länderchefs auch mit den Problemen befaßten, die sich aus der Verstärkung der Länderpolizei ergäben. Man. hält es für angebracht, daß die Regierungschefs alle eventuell noch bestehenden Differenzen freimütig und offen besprächen, damit die zusätzlichen Polizeiformationen nach Möglichkeit noch vor Jahresende aufgestellt werden könnten. Staatsbesuch Kirkpatridcs in Kiel. Der britische Hohe Kommissar, Kirkpatrick, ist zu seinem ersten offiziellen Staatsbesuch in Kiel eingetroffen. Abermalige Beschuldigung Maliks: Behandlung der rotchinesischen Lake Suceess (UP). Die Sowjetunion beschuldigte die Vereinigten Staaten, einen „direkten und ungesetzlichen Akt der Aggression“ begangen und die „Invasion eines fremden Gebiets“ vorgenommen zu haben, indem sie ihre siebente Flotte vor Formosa stationierten. Zu Beginn der Sitzung des Sicherheitsrates verlas der sowjetische Präsident Malik zunächst die Tagesordnung, die die Erörterung des Koreaproblems, die Beschwerde des kommunistischen China wegen Formosa und die Erklärung der USA über Formosa umfaßt. Der amerikanische Delegierte Austin forderte, daß der Punkt über Formosa als „Beschwerde wegen Formosa“ bezeichnet werde und nicht „Beschwerde gegen die Invasion Chinas durch die USA“. Der nationalchinesische Delegierte T s i a n g protestierte gegen die Erörterung der Formosa-Frage und sagte, es gebe keine amerikanische Aggression gegen China. „Jedermann weiß, daß meine Regierung die Herrschaft über Formosa Bundes-Haushalt: Dreizehn Milliarden Vom Kabinett verabschiedet — Subventionen sollen Exportchancen erhöhen Die große Schwäche: Jede Rücklage fehlt „USA begingen Akt der Aggression*' Bombardierungsanklage vertagt ausübt." Der britische Delegierte Sir Jebb erklärte, daß er die Forderung des amerikanischen Delegierten über die Abfassung de« Wortlautes der Tagesordnung unterstütze. Malik bestand darauf, daß die Beschwerde der chinesischen Regierung, wonach die USA eine „verbrecherische bewaffnete Aggression“ begangen hätten, auf die Tagesordnung gesetzt werde. „Es handelt sich nicht“, so sagte er, „um eine Beschwerde wegen Formosa, es handelt sich um die Invasion eines Gebietes durch die USA, um es zu beherrschen, obwohl die USA internationale Verträge darüber abgeschlossen haben, daß die Insel Taiwan (Formosa) China zurückgegeben werden soll. Die amerikanische Regierung hat den Beschluß gefaßt, eine Invasion Formosas vorzunehmen, damit die rechtmäßige Regierung, die Regierung der Volksrepublik China, daran gehindert wird, die Insel zu betreten. Das ist ein direkter und ungesetzlicher Akt der Aggression. Es ist eine ungesetzliche und eigenmächtige Handlung. Wenn wir sie nicht als solche bezeichnen, wird die Erörterung gegenstandslos.“ Der indische Delegierte Sir Rau schlug die Formulierung vor: „Beschwerde wegen einer bewaffneten Invasion Formosas“. Diese Fassung wurde darin angenommen. Bonn (UP). Das Bundeskabinett bat den neuen Bundeshaushalt für das Etatjahr 1950/51 verabschiedet und den gesetzgebenden Körperschaften zugeleitet. Der neue Haushaltsplan ist ausgeglichen und schließt mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe »von je 13 Milliarden Mark ab. 12 360 Millionen hiervon werden durch den ordentlichen und 720 Millionen durch den außerordentlichen Haushalt Gestritten. Bundesflnanzminister Schaffer hat für Sie E i n n a h eite des neuen Haushaltsplanes is& agnde Beträge veranschlagt: 1. 9,5 Mitfiardea aus Besitz-, Verkehrs-, Beförderung- und- V erbr auchssteuern. 2. Erhöhung des Notopfers Berlin um höchstens 200 Millionen DM. Dieser Betrag vermindert sich jedoch um die noch unbekannte Summe, die von den Amerikanern aus Garioa- Mitteln für die Berlin-Hilfe zur Verfügung gestellt werden sollen. 3. 500 Millionen DM Münzgewinn. 4. 80 Millionen DM Anteil des Bundes am Reingewinn der Bundesnotenbank. 5. Abgaben der Post in Höhe von 134 Millionen DM. 6. Abgaben der Bundesbahn in Höhe von 174 Millionen DM. 7. Verwaltungseinnahmen 490 Millionen DM. 8. Beitrag der Länder in Höhe von 131 Mil- Honen DM. 9. Ertrag aus dem bisher laufenden Notopfer Berlin in Höhe von 327 Millionen DM. 10. Einnahmen aus dem außerordentlichen Haushalt: 300 Millionen DM. Di« Ausgabenseite stellt sich in der vom Kabinett verabschiedeten Fassung wie folgt dar: 1. Besatzungskosten 4598 Millionen DM. 2. Kriegsopferversorgung 2647 Millionen DM fhierin ist das den Betrag erhöhende neue Kriegsopferversorgungsgesetz noch nicht einbegriffen). 3. Kriegsfolgenhilfe 591 Millionen DM. 4. Arbeitslosenfürsorge und andere Sozialbeiträge 1500 Millionen DM. 5. Versorgung der verdrängten Beamten und ehemal. Wehrmachtsangehörigen 450 Millionen DM. 6. Wohnungsbau 400 Millionen DM. 7. Münzprägung 100 Millionen DM. 8. Berlinhilfe 527 Millionen DM. 9. Subventionen 559 Millionen DM. 10. Schuldendienst 158 Milli onen DM. 11. Persönliche Verwaltungsausgaben de« Hundes 277 Millionen DM. 12. Sachliche Verwaltungsaufgaben des Bundes 195 Millionen DM, Weder Inflation noch Deflation In längeren Ausführungen erklärte Schäffer, daß es sein Bestreben gewesen sei, keine inflationistische Politik zu treiben und kein* Kreditschöpfung zu dulden. Unter keinen Umständen sei aber auch eine deflationistische Politik vertretbar, da sie «ine Steigerung der Arbeitslosigkeit und die Lahmlegung des Wirtschaftslebens zur Folge haben würde. Schäffer betonte, daß er auch eine schematisch« Erhöhung der Steuersätze ablehnen müsse. Das Optimum der Tarife sei längst überzogen und eine Erhöhung würde nur das Aufkommen schwächen. Allerdings sei die Einführung der bereits bekannten Aufwandssteuer geplant, der sich vielleicht eine Steuer auf sogenannte Kunstgetränke anschließen wird. Auch an eine Gebühreneihöhung sei gedacht worden. Um die „unerhörten Chancen für den Export“ zu nützen, haben der Finanzminister und das Kabinett beschlossen, die vorgesehene Summe von 259 Millionen DM für Subventionen nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern um weitere 300 Millionen DM zu erhöhen. Die veränderte Weltlage habe der deutschen Wirtschaft die Möglichkeit zur Eroberung von Märkten eröffnet, an die vor sechs Monaten noch niemand zu denken gewagt habe. Das Preis- und Lohnniveau müsse daher in den kommenden Monaten auf jeden Fall gehalten werden. Schäffer glaubt, daß die Subventionen von den Alliierten gebilligt werden. Einsparung bei Ministerien Der Minister kündigte eine starke Einsparung bei allen Ministerien in Höhe von 200 Millionen DM an, die bereits begonnen habe. Eine Ausgleichsrüddage oder Geldreserve konnte nach den Angaben des Finanzministers „mit keinem Pfennig“ gebildet werden. Jede neue Ausgabe müsse daher durch neue Wege gedeckt werden. Schäffer bezeichnete das Fehlen jeglicher Reserven als ein große Schwäche des Haushaltsplanes. Auch auf die Kassen der Länder sei ein Rückgriff nicht möglich. Schäffer erklärte im weiteren Verlauf der Konferenz auf eine Frage, daß in dem neuen Haushalt keine Mittel für den Aufbau einer Bundespolizei bereitgestellt worden seien. Die Abstimmungen Bei der Abstimmung wurden sieben Stimmen dafür und 2 dagegen abgegeben. China und Cuba stimmten mit „Nein“. Ägypten enthielt sich der Stimme. Der Delegierte Jugoslawiens beteiligte sich nicht an der Abstimmung. *‘ Als die Abstimmung vorüber war, beantragte Malik, daß der Sicherheitsrat auch die Beschwerde des chinesischen Außenministers Tschu en Lai über die Bombardierung mandschurischen Gebiets an der Grenze Koreas durch amerikanische Flieger auf die Ta- gesordung setze. Der britische Delegierte Sir Jebb wandte sich sofort gegen diesen Vorschlag. Der sowjetische Delegierte erklärte sich schließlich damit einverstanden, diese Frage auf die nächste Sitzung zu verschieben. Unterdessen ging die elektrische Beleuchtung infolge eines heftigen Gewitters aus. Der Sicherheitsrat setzte seine Sitzung bei trüber Notbeleuchtung fort. Der Sicherheitsrat lehnte den Vorschlag Maliks ab, einen Delegierten der kommunistischen chinesischen Regierung zur Teilnahme an der Sitzung des Sicherheitsrats aufzufordern, auf der die Beschwerde der Peiping- Regierung erörtert wird, wonach die USA einen Akt der Aggression Formosa*- gegenüber begangen hätten. Die Abstimmung ergab vier gegen vier Stimmen bei drei Enthaltungen. Damit war der Vorschlag abgelehnt. Der Sicherheitsrat vertagte sich anschließend auf Donnerstag. Bevölkerung flieht aus Pohaug Die wichtige Hafenstadt zu zwei Dritteln von Nordkoreanern umfaßt Von ÜP-Koirespondent E. Hoberecht Tokio (UP). Die nordkoreanischen Truppen haben die Hafenstadt Pohang zu zwei Dritteln umfaßt und die Gegenangriffe südkoreanischer und amerikanischer Einheiten abgewiesen. Damit ist der wichtige Eckpfeiler der Nordfront von der Verbindung nach Westen und Südwesten abgeschnitten. Die Zivilbevölkerung mußte zum dritten Mal in drei Wochen evakuiert werden. Aus Pohang ergießt sich ein Flüchtlingsstrom nach Süden. Amerikanische Truppen versuchten, den Strom einzudämmen, weil befürchtet wurde, daß feindliche Partisanen sich in den Rücken der Front einschleichen könnten. In amerikanischen militärischen Kreisen werden die Kräfte der angreifenden Nordkoreaner im Hauptkampfgebiet von Pohang auf etwa 25 000 Mann geschätzt. Ihnen stehen vielleicht 8 000 Mann Südkoreaner und UN- Truppen gegenüber. 10 Kilometer südlich Pohang befindet sich einer der besten Flugplätze Koreas. Er wurde bisher in beschränktem Umfang von amerikanischen Flugzeugen benutzt, wurde jetzt aber fast ganz verlassen. 12 Kilometer nordwestlich Pohang haben die Südkoreaner die Stadt Kigye zurückerobert und die hohen Berge nördlich der Stadt besetzt. (Nach einer'gleichzeitigen nordkoreani- •chen Meldung haben kommunistische Verbände Kigye bereits wieder im Gegenangriff genommen und erneut besetzt. D. R.). An der Front des Naktong-Flusses im Westen beschränkten sich die Kampfhandlungen auf Pa- trouillentätigkeit. Westlich Masan an der Südwestfront kam es zu kleineren Gefechten zwischen Patrouillen. Dort erwartet man einen neuen größeren Angriff des Gegners, der versuchen dürfte, nach Pusan durchzubrechen. An der Südküste Koreas sind zwei britische Bataillone aus Hongkong an Bord des Flugzeugträgers „Unicom“ eingetroffen. Sie begaben sich in ein Feldlager in der Nähe der Front, haben aber in die Kämpfe noch nicht eingegriffen. Die Tätigkeit der Luftstreitkräfte war lebhaft. Superfestungen B-29 flogen über Nordkorea bis auf etwa 100 Kilometer an die sowjetische Grenze heran und warfen auf den Eisenbahnknotenpunkt Seishin Bomben im Gewicht von 230 Tonnen. Grundsätzliche Übereinst immun g Ober Erweiterung deutscher Befugnisse London (UP).‘Eine grundsätzliche Übereinkunft, der Bundesrepublik erweiterte Befugnisse in Zusammenhang mit einer selbständigen Außenpolitik einzuräumen, ist wi« hier verlautet, von der in London arbeitenden Westmächte-Studiengruppe erzielt Worden. Einzelheiten seien aber noch nicht ausgearbeitet Die Studiengruppe, in der Großbritannien, Frankreich und die Vereinigten Staaten vertreten sind, tagt in London, um über ein« Revision des Besatzungsstatuts und über die Möglichkeit, den Kriegszustand mit der Bundesrepublik zu beenden, zu beraten. Die Mitglieder der Studiengruppe werden voraussichtlich Ende der Woche ihre Empfehlungen ausgearbeitet haben, dievon den Außenministern . der drei großen Westmächte bei ihren am 12. September in New York beginnenden Besprechungen erwogen werden sollen. Gefahrenherd China . Von unserem Korrespondenten Angesichts der scharten Protestnoten Rot- chinas an Washington und den Sicherheitsrat und der sich immer deutlicher abzeichnenden Möglichkeit eines Eingreifens Mao Tse Tung» in den Koreakrieg erhält nachstehender Bericht unseres New Yorker Korrespondenten über die Lage in Asien besondere Aktualität S. New York '■ Die augenblickliche Stabilisierung der Kriegsfront hi Südkorea am Rande der Brückenkopfposition von Pusan haben'die Befürchtungen in Amerika, daß ein dritter Weltkrieg ausbrechen könnte, keineswegs herabgemindert. Zwar erscheint es hier, als ob die Gefahr eines „koreanischen Dünkirchen“ für die Amerikaner zunächst gebannt sei. Andererseits jedoch entsprang den wochenlangen Rückschlägen ein Gefühl der Unsicherheit. Di« amerikanische Bevölkerung weiß, daß in Korea nur der Einsatz von bedeutenden Reserven eine militärische Katastrophe verhindern konnte — von Reserven, deren Ausmaß eigentlich in keinem Verhältnis zu der strategischen und politischen Bedeutung der Halbinsel stand und die zum großen Teil aus Prestige-Gründen nach dieser abgelegenen Front beordert wurden. Und ebenso ist ihr bekannt, daß Amerika seine Wirtschaft praktisch wieder auf Kriegsbasis stellen und Hunderttausende, vielleicht Millionen wehrfähiger Leute einberufen muß, wenn es zu einer Ausweitung des koreanischen Konfliktes kommen sollte. In erster Linie erstrecken rieh die amerikanischen Besorgnisse auf dar kommunistische China. In diesem riesigen Territorium mit seiner 450 Millionen-Bevölkerung stehen heute mehrere Millionen Mann * ungebildeter und zum großen Teil kampferprobter Truppen. Da der koreanische Krieg den' Mangel an Infanterie als Hauptschwäche der USA herausstellte, kommt den Massen chinesischer Fußtruppen in der Nähe der asiatischen Konfliktgebiete vermehrte Bedeutung zu. Heute stehen in der Nähe des koreanischen Kriegsschauplatzes ungefähr 200 000 Mann kommunistisch-chinesischer Infanterie, und neueste Informationen besagen, daß Peking noch weitere Streitkräfte nach Norden verschiebt. Befürchtungen über eine chinesisch-kommunistische Intervention kamen schon in den früheren Stadien des koreanischen Konflikts auf, als Amerika mit wenigen, für Polizeidienst in Japan ausgerüsteten Fußtruppen der ebenso ungenügenden südkoreanischen Armee zu Hilfe kam. Eine Einmischung des kommunistischen China hätte die Verteidiger damals unweigerlich ins Meer geworfen. Und noch heute befürchtet man hier, daß Südkorea im Falle einer solchen Intervention von den Streitkräften der UN geräumt werden müßte, es sei denn, Amerika würde einen größeren Teil seiner Militärstreitmacfat in diesem Gebiet sammeln und damit andere wichtige Gebiete der erforderlichen Minimalsicherung entblößen. Das Kernproblem in dem Verhältnis zwischen dem China Mao Tse Tungs und den USA ist nicht Korea, sondern die Inselfestung Formosa, auf der sich die chinesische Nationalregierung mit 300 000 Mann Infanterie und dem Rest ihrer Flotte und Luftwaffe zum letzten Widerstand verschanzt hat. Als Tra- man am 27. Juni seine Erklärung über die amerikanische Intervention in Korea abgab, kündigte er gleichzeitig an, daß er der chinesischen Nationalregierung nabegelegt habe, ihre Luftangriffe auf das Festland einzustellen, während andererseits die USA Formosa vor einer Invasion der chinesischen Kommunisten schützen würden. Da die Pekingpropaganda in den vorangegangenen Monaten immer wieder versicherte, daß die Kommunisten in absehbarer Zeit einen Angriff auf Formosa unternehmen würden, kam es zu einem direkten politisch-militärischen Interessenkonflikt zwischen den USA und dem kommunistischen China — der sich mehr und mehr zu einer schweren Kriegsgefahr verdichtet. Ob das kommunistische China einem bewaffneten Zusammenstoß mit dem Westen — in Korea oder Formosa — aus dem Weg gehen wird, dürfte vermutlich schon die nächste Zukunft zeigen. Ein unbekannter Faktor ist dabei, in welchem Sinne die einflußreiche russische Diplomatie in Peking arbeitet. Hiesige Beobachter meinen, Rußland werde China zu überreden versuchen, die Westmächte möglichst stark und an verschiedenen Fronten zu engagieren und sie vor die Alternative zu stellen, Mittwoch, den SO. August 1900 entweder weitere Gebiete zu räumen oder starke Streitkräfte nach dem Fernen Osten zu entsenden. Im ersteren Falle würde der Westen nicht nur strategisch und wirtschaftlich wichtige Territorien, sondern auch von neuem ein bedeutendes Maß ah Prestige verlieren. Im zweiten Fall würde Europa derart geschwächt und seiner Defensivstellung entblößt, daß eine erfolgreiche Verteidigung gegen eine Masseninvasion von Osten her in Frage gestellt wäre. Da Rußland nach Ansicht amerikanischer Militärexperten im Augenblick noch nicht ge- aügend mit Atomwaffen ausgerüstet ist, um einen Weltkrieg riskieren zu können, rechnet man hier damit, daß sich die Politik der Gewichts- und Konfliktsverlagerung nach dem Fernen Osten bei gleichzeitigen langatmigen Verzögerungsdebatten in der UNO noch über ein bis zwei Jahre erstrecken könnte. Start frei für Olympiade 1952 Endgültige Anerkennung des Deutschen Olympischen Komitees empfohlen Lausanne (PP). Der Exekutivausschuß des Internationalen Olympischen Komitees stimmte der Zulassung von deutschen Athleten zu der Olympiade des Jahres 1952 sh. Nach der Besprechung zwischen der Exekutive des Olympischen Komitees und einer deutschen Delegation in Lausanne, gab der Präsident des I. O. K., Otto Mayer, folgende Verlautbarung an die Presse: „Nach einer Tagung des Exekutivausschusses in dem olympischen Hauptquartier in Lausanne hat 1. der Exekutivausschuß beschlossen, einstimmig der Generalversammlung des I.O.K., die im Jahre 1951 in Wien abgehalten wird, die endgültige Anerkennung des Deutschen Olympischen Komitees (Westdeutschland) zu empfehlen, so daß die deutschen Athleten an Rotchinesen demonstrieren gegen USA Protestresolutionen aus allen Städten Radio Moskau: „Planmäßige Bombardierung durch US-FIugzeuge“ London (PP). Der Protest der Regierung des kommunistischen China gegen die angebliche Beschießung mandschurischer Städte durch amerikanische Flugzeuge hat den Auftakt zu einer Kampagne gebildet, die mit Demonstrationen und Protestresolutionen in allen Städten Chinas ihren Anfang nahm. Die amtliche Pekinger Nachrichtenagentur widmete einen großen Teil ihrer Sendezeit dieser Kampagne und verbreitete wörtlich pder im Auszug die Proteste zahlreicher Verbände und Organisationen. Radio Moskau zitierte Ausschnitte aus einem Leitartikel des sowjetischen Parteiorgans „Prawda“, in dem festgestellt wird, daß die „Bombardierungen friedlicher chinesischer Städte durch amerikanische Flugzeuge mit voller Absicht durchgeführt“ worden seien. Der Sender verweist in diesem Zusammenhang auf die Berichte des Peking- Korrespondenten des Blattes, aus denen überzeugend hervorgehe, daß die Provokation der ßmerik. Kriegshetzer keineswegs zufällig erfolgt ist, sondern nach einem festgelegten plan durchgeführt wurde“. „Das chinesische Volk“ so sagte Radio Moskau, „das die zentrale Volksregierung und deren Bemühungen um die Stärkung des Friedens unterstützt, erklärt seine Bereitschaft, die Unverletzbarkeit und Integrität ihres Territoriums zu verteidigen". Austin wünseht Untersuchung Die Regierung der Vereinigten Staaten schlug den UN vor, eine Kommission zu ernennen, um die von der kommunistischen chinesischen Regierung erhobenen Beschuldigungen zu untersuchen, daß amerikanische Flugzeuge Ziele in der Mandschurei angegriffen hätten. Der amerikanische UN-Dele- gierte, Austin, lehnte in einem Brief an Generalsekretär Trygve Lie, die Beschuldigungen des Außenministers Chou en Lai ab. In seinem Brief heißt es u. a.: „Die Instruktion auf Grund deren unsere Flugzeuge unter dem vereinten Kommando in Korea tätig sind, verbieten ihnen auf das strengste die koreanische Grenze und die anliegenden Gebiet« zu überfliegen. Es liegen keine Beweise dafür vor, daß diese Anweisungen verletzt wurden“. Der Brief Austins wurde vor Beginn der Dienstagsitzung des Sicherheitsrates — über die wir an anderer Stelle berichten — allen seinen Mitgliedern vorgelegt. McArthur wird unterrichtet Scharfer Angriff Tafts gegen Acheson Washington (UP). Präsident Truman hat General McArthur eine Abschrift seines Schreibens an den amerikanischen Chefdelegierten bei den UN, Warren Austin, übersandt. In diesem Briefe ist bekanntlich in sieben Punkten die amerikanische Stellungnahme hinsichtlich Formosas dargelegt. Damit soll General McArthur über die Grundsätze der amerikanischen Formosapolitik unterrichtet werden. Der republikanische Senator Taft erklärte zu dem Verbot der Veröffentlichung des Berichtes McArthurs an die Veteranen: „Ich schlug die Verteidigung Formosas als etwas Selbstverständliches vor. Der Außenminister lachte mich aber aus und bereitete die Bevölkerung auf den Fall Formosas vor. Als General McArthur erklärte, Formosa sei der Schlüssel zum ganzen Osten, zwang ihn der Präsident, diese Erklärung zurückzuziehen. Das Außenministerium, besonders dessen Femostabteilung, hat unser Land in eine Lage versetzt, in der es von dem Kommunismus bediWit wird.“ Präsident Truman bereitet gegenwärtig einen Rundfunkbericht über die Kampfhandlungen ln Korea und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen auf die USA vor. Von Kreisen des Weißen Hauses wird erklärt, die Ansprache werde sich nach dem Muster der „Plaudereien am Kamin“ richten, wie sie Präsident Roosevelt in den dreißiger Jahren gehalten habe. AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Noch 1,4 Millionen Arbeitslose Die Arbeitsstatistische Abteilung der amerikanischen Hohen Kommission veröffentlichte einen Bericht über die Beschäftigungslage in Westdeutschland, aus dem hervorgeht, daß es im Gebiet der Bundesrepublik Mitte August noch 1409156 Arbeitslose gegeben hat. In der ersten Augusthälfte wurden insgesamt 42 766 Personen, davon 35 942 Männer, wieder ki den Arbeitsprozeß eingegliedert. 48 000 Tonnen Kubazucker gekauft Die Bundesregierung hat, wie soeben bekannt wird, 48 000 Tonnen Kubazucker gekauft. Über die Lieferung von 50 000 Tonnen Zucker verhandelt die Bundesregierung zur 2teit mit dem französischen Wirtschaftsministerium. In der Bundesrepublik werden im Monat durchschnittlich 110 000 Tonnen Zucker gebraucht. Ein Helles um zehn Pfennig billiger Zehn Pfennig billiger wird das Glas Bier, wenn am kommenden Freitag das neue Biersteuergesetz in Kraft tritt. Die Bierpreissenkung beträgt 36 DM pro Hektoliter, von denen 12 DM durch die Steuersenkung und 24 DM durch Brauereien und Gastwirte getragen werden sollen. Das Viertelliterglas Bier wird daher ab Freitag statt 45 nur noch 35 Pfennig (mit Bedienung) kosten. Dieser Preis darf aber nur in Gaststätten der Preisstufe eins (einfache Restaurants) gefordert werden. In besseren Lokalen ist ein Aufschlag von 10 Prozent erlaubt. Vornehme Geststätten können bis zu 25 Prozent Aufschlag nehmen und Luxuslokale sind sogar von jeder Preisbindung befreit. Enorme Bestellungen aus Rotchina Die chinesischen Bestellungen seien so «norm, daß sie von der Deutschen Demokratischen Republik gegenwärtig nicht Im entferntesten befriedigt werden könnten, erklärte der Minister für Binnen- und Außenhandel, Handtke, auf einer Pressekonferenz in Leipzig. Handtke erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung an Westdeutschland, sich durch Vermittlung der Sowjetzone an dem Chinabandel zu beteiligen. Die Bezahlung der westdeutschen Lieferungen an China würde allerdings in Form von Gegenlieferungen der Wirtachaftspartner der DDR erfolgen, die eine große Reibe von Warenposten anbieten könnten, die Westdeutschland dringend brauche. der Olympiade des Jahres 1952 teilnehmen können; 2. der Exekutivausschuß Kenntnis davon genommen, daß bereits zehn westdeutsche nationale Sportverbände von den internationalen Verbänden anerkannt wurden; 3. die deutsche Delegation (Dr. Kolb, Oberbürgermeister von Frankfurt, Peco Bauwens, Köln und Georg Dietrich, Frankfurt) eine Loyalitätserklärung abgegeben und ihr aufrichtiges Bedauern über die von dem Naziregime begangenen Grausamkeiten ausgesprochen. Der Exekutivausschuß wünscht, daß diese Erklärung der Öffentlichkeit übergeben wird. Die Erklärung lautet: ,Die Jugend in den deutschen Sportorganisationen mißbilligt auf das Tiefste die Grausamkeiten, die von den Verbrechern des Naziregimes begangen wurden, die in beinahe der ganzen Welt soviel Leiden verursacht haben. Die jungen deutschen Sportler drücken hierüber ihr tiefes Bedauern aus. Sie hoffen, daß ihnen bald gestattet wird, mit den Jugendsportverbänden der Welt zusammenzukommen und Beweise für'ihren Willen geben zu können, mit an der Gestaltung des Friedens zu arbeiten, dem endgültigen Ziel, das der Wohltäter der Menschheit, Baron Coubertin, vor^Augen hat.“ “ Der Verfechter des olympischen Gedankens und Leiter der Sporthochschule in Köln, Professor Karl Diem, sagte in einem Interview mit der United Press: „Dieser Beschluß gibt uns das Gefühl, daß die Befriedung unter den Völkern vor sich geht und die Stimmung unserer Jugend gegenüber besser geworden ist. Wir werden uns bemühen, ein treues Mitglied der olympischen Gemeinschaft zu sein“. Aua Rande bemerkt Muß Ordnung sein? Ordnung muß sein. In einem geordneten Staat ist das so üblich, denn, wo kämen wir hin, wenn keine Ordnung mehr herrschen würde, vor allem auf den offiziellen Wegen, im Beamtenapparat? Der von den Beamten einzuhaltende offizielle Weg heißt Dienstweg. Der Bürger legt an die erste Wegmarke einen Antrag, den er schriftlich oder mündlich vorbringt. Wenn ein dringender Antrag dann nach einem halben Jahr zurückkommt, genehmigt oder nicht, so hat er inzwischen zwei Mal den Dienstweg durchlaufen, hin und zurück. Ordnung muß sein und Dienstwege müssen eingehalten werden. Unerbittlich. So dachte der diensttuende Beamte des Postamtes von Tauberbischofsheim, als ein Kraftfahrer zu ihm gestürzt kam mit den Worten: „Mein Wagen brennt! Bitte rasch einen Feuerlöscher!“ Da kam er jedoch bei dem getreuen Beamten an die falsche Stelle. Dieser erklärte nämlich, den Dienstweg einhalten zu müssen und die Vorgesetzte Dienststelle um Genehmigung zur Ausleihung des Feuerlöschers ersuchen zu müssen. Als dies im üblichen Beamtenhetztempo geschehen war, bekam der Kraftfahrer den Feuerlöscher. Während der Beamte den Dienstweg beschritten hatte, war das Fahrzeug verbrannt. Wieder einmal hatte sich erwiesen, daß Dienstwege oft Dienstumwege sind. Man fragt sich: Muß immer Ordnung sein? st. Kriegsgefangene fordern ihr Recht. Die Interessengemeinschaft ehemaliger Kriegsgefangener in den Vereinigten Staaten bat die Bundesregierung aufgefordert, die 300 Millionen Dollar, die von den USA für die Arbeit der Kriegsgefangenen zur Verfügung gestellt worden sind, anteilmäßig auszuzahlen. Fahrplankonferenz in Bad Neuenahr Im Kurhaus zu Bad Neuenahr begann die Fahrplankonferenz der Bundesbahn, an der die Vertreter der drei Generalbetriebsleitungen Süd, West und Speyer teilnehmen, ferner die Sachverständigen der vierzehn Direktionen sowie die der zuständigen Hauptwagenämter und technischen Abteilungen, die die deutschen Vorschläge für die in 14 Tagen in Amsterdam stattfindende internationale Fahrplankonferenz zusammenstellen sollen. Die Konferenz befaßt sich mit dem Personenzugplan für den Sommer 1951. Weitere Besprechungspunkte sind Beschleunigung und Modernisierung des Reisezugverkehrs. Landesproduktenbörse Stuttgart vom 29. August 1950 Weizen wird laufend umgesetzt. Das geringe Angebot in Boggen ist auffallend. Die Umsätze in Braugerste baben etwas zugenommen. Der Erzeugerpreis liegt bei 32 DM je 10« kg ab Verladestation für gute einwandfreie Ware. Ausstichpartien aus den Spezialanbaugebieten finden zu besseren Preisen Unterkunft. Inländisches Puttergetreide fehlt am Markt Weizen- und Roggenmehl haben kleines laufendes Bedarfsgeschäft. Die Preise sind unverändert. Mühlennachprodukte werden zu den seitherigen Preisen laufend abgenommen. In Frühkartoffeln ist das Geschäft noch nicht lebhafter geworden. Die Preise waren weiter rückläufig und bewegen sich je nach Herkunft und Qualität zwischen 7.00 bis DM je 100 kg waggonfrei Empfangsstation ohne Sack. Die Nachfrage nach Wiesen- und Kleeheu hat nachgelassen, dagegen ist Stroh weiterhin vernachlässigt. Es werden notiert: Boggen- und Weizenstroh, bindfadengepreSt I. 7 S bis DM; Gerstenstrob 1.70—1.80 DM; Haferstroh 1*00— 2 . DM (drahtgepreßte Ware entsprechend höher); Wiesenheu (gut, gesund, trocken, lose, neue Ernte) 7.20—7,70 DM; Rotkleeheu (gut, gesund, irok- ken, lose, neue Ernte) 7— bis 7.50 DM; Luzerneheu (gut, gesund, trocken, lose, neue Ernte) 7.00—8.— DM. Die Preise sind Großhandelspreise je 108 kg und verstehen »ich waggonfrei württembergischer Verladestation. Stuttgarter 8cblachtviehmarkt vom 29. August Auftrieb: Rinder 673, Kälber 821, Schwein« 1*», davon 800 aus Frankreich, Schafe 57. P r e i s e : Ochsen AA junge 88—82t A 75—88, B 65—74; Bullen AA junge 88-83, A 80-88, B 75—78; Färsen AA 8t Ws 188, A 88-82, B 74—78; Kühe A Junge 70—78, A alte 82-88, B 55-83, C 47—54, D bis 45; Kälber Sonderklasse über Notiz: A 118—124, B 110—118, C 10« bis U«, D bis 85; Schweine A, B1 135—140, B 2 und C 112—188, D und E 120—128, Gl 115—120, G2 105 bis 115; Schafe nicht notiert. Marktverlauft Alt« Ochsen nur mit nacfagebenden Preisen verkäuflich, alt« Bullen unverkäuflich, langsam, Überstand in allen Gattungen, Kälber lebhaft geräumt Schweine langsam, Über»*»ud. Eisler: „Sowjetunion wird niemals Krieg gegen USA beginnen“ Von UP-Korrespondent Steven Williams Leipzig. Gerhart Eisler, der Leiter des Presseamts der Deutschen Demokratischen Republik, erklärte, daß die Sowjetunion „niemals“ einen Krieg gegen die USA beginnen werde. Sollte ein Krieg ausbrechen, dann würden es nur die Vereinigten Staaten sein, die mit ihm begännen. Eisler, der diese Erklärung in einem Exklusiv-Interview abgab, versicherte, daß atfch Deutschland keinen Krieg wolle und stellte sich dann selbst die Frage: „Wollen die Amerikaner einen Krieg?“ Er fügte seine Antwort gleich hinzu, die lautete: „Sie wollen einen Krieg, davon bin ich überzeugt.“ Der amerikanische Marineminister Matthew« sei nicht irgendwer, sondern über die geheimsten Pläne Washingtons genau informiert, heißt es in einem Kommentar der sowjetamtlichen „Täglichen Rundschau“ zu den Äußerungen des Minister« in Boston. Wenn Matthews jetzt den großen Aggressionskrieg gegen die Sowjetunion gefordert habe, so spreche er nur aus, was Gegenstand der Geheimbesprechungen Washingtons sei, noch entlarvender als das, was Matthews ausplauderte, sei aber die Darstellung von Jessup, der den Präventivkrieg keineswegs als Verbrechen von sich gewiesen, sondern ihn im Augenblick nur deshalb verworfen habe, weil er „die schwebenden Probleme der USA schwieriger machen würde“. Bauarbeiter-Streik geht weiter Ausdehnung anch nach Hannover? Frankfurt (UP). Am zweiten Tage des Streiks der Bauarbeiter in Frankfurt blieben rund 18 000 Arbeiter ihren Baustellen fern. Die Streikenden fordern eine Erhöhung ihres Stundenlohnes um 20 Pfennig. Die ersten 3000 von 30 000 Bauarbeitern in Hamburg werden am Freitag in den Ausstand treten. Etwa 3000 Beamte, Angestellte und Arbeiter des öffentlichen Dienstes demonstrierten vor dem Hamburger Gewerkschaftshaus gegen die Lohnpolitik der Bundesregierung. Der. Streik der Bauarbeiter droht sich von Frankfurt und Hamburg nach Hannover auszudehnen. Die Betriebsräte und die Delegierten der Gewerkschaft Bau, Steine und Erden kündigten den Ausstand von 8000 Bauarbeitern in Hannover für den kommenden Freitag an. Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre des Baugewerbes betonten in Kassel, die nordhessischen Bauarbeiter unterstützten den Streik ihrer Frankfurter Kollegen in jeder Hinsicht. Sie würden sich dem Ausstand jedoch nicht anschließen* Überstunden würden nicht mehr geleistet. Ferner wird Akkordarbeit abgelehnt. Die Arbeitsleistung wird dem Reallohn angeglichen. Auf Bausteilen von Frankfurter Firmen, die in Nordhessen tätig sind, wird auf Beschluß der Gewerkschaft die Arbeit niedergelegt. Die Hohe Kommission prüft Die kommunistischen Mitteilungsblätter FrankfuTt (UP). Pressesachverständige der alliierten Hohen Kommission prüfen zur Zeit, ob die seit einigen Tagen von der KPD oder den KPD-Landtagsfraktionen der ein* zelnen Länder herausgegebenen Mitteilungsblätter als Ersatzzeitungen und Ersatzliefe-« rungen für die in der Bundesrepublik verbot tenen KPD-Zeitungen zu betrachten sind. Sollte dies zutreffen, wurde gesagt, so würde ähr Druck eindeutig gegen alliierte Anordnungen verstoßen. Die alliierte Hohe Kommission hat die in Kiel erscheinende kommunistische Zeitung „Norddeutsches Echo“ für drei Monate verboten. Gleichzeitig wurde die Druckerei geschlossen. Adenauer kommt zum Katholikentag. Bundeskanzler Adenauer wird am diesjährige» Deutschen Katholikentag in Passau teilneh- men. Von der Bundesregierung haben sich die Minister Schäffer, Dr. Niklas, Schuberth, Jakob Kaiser und Dr. Lukaschäs angemldet- McCloy reist nach Washington. Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy wird am Mittwoch von Frankfurt aus nach Washington fliegen, um an Besprechungen teilzunehmen, die der am 12. September in New York be- Neue Berliner Verfassung gebilligt. Die Stadtkommandanten der drei Westmächt« haben dem Berliner Magistrat mitgeteilt, daß sie die neue Verfassung der Stadt Berlin gebilligt haben. Der Paragraph, in dem Berlip zu einem Land der Bundesrepublik erklärt wird, tritt vorläufig nicht in Kraft. Attlee spricht im Rundfunk. Premierminister Attlee wird am Mittwoch im Rundfunk zum britischen Volk und wahrscheinlich ins* besondere zu den britischen Streitkräftea sprechen. Graziani aus der Haft entlassen. Der ursprünglich zu 19 Jahren Haft verurteilte ehemalige Marschall Mussolinis, Rodolfo Graziani, ist nach fünfeinhalbjährigem Aufenthalt im Gefängnis auf Grund von Amnestiebestimmungen entlassen worden. NEUES AUS ALLER WELT Fünfzehnhundert Fischer vermißt Sturmkatastrophe bä der Insel Ceylon Colombo (UP). Fast 1500 Fischer wurden auf der Insel Ceylon vermißt, nachdem ein schwerer Sturm ihre Flotte von etwa 600 Booten zerstreut hatte. Weinende Frauen und Kinder säumten die Küste, während Flugzeuge der britischen Luftstreitkräfte erfolglos von Suchflügen zurückkamen. Die Behörden hoffen, daß ein Teil der Vermißten noch mit ihren Booten gefunden werden. Die Suche wird weitergeführt. Dem Gangster das Steuer entrissen Wilde Verbrecherjagd durch Paris Paris (UP). Aus einer Pariser Bar trat«» drei verdächtige Gestalten, die von der Polizei als vermutliche Mitglieder einer Autoräuberbande in Paris gesucht wurden. Sie gingen auf ein Buick-Kabriolett zu und wollten losfahren, als drei Polizisten -sie für verhaftet erklärten. Dem vermutlichen Bandenchef gelang es, sich ans Steuer zu schwingen. Er raste in wilder Fahrt los. Zwei Detektive hatten sich an beiden Seiten festgeklammert. Der eine kämpfte mit dem Verbrecher um das Steuer. Schließlich entrang er es ihm und riß den Wagen in ein Haustor hinein. Der Bandenchef sprang ab und feuerte mit einem Revolver auf den zweiten Polizisten. Mit fünf Schüssen seiner Maschinenpistole brachte del Detektiv ihn jedoch zur Strecke. Er wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhau» eingeliefert. Partisanenchef stellte „Ultimatum“ Blutiges Nachspiel des „trojanischen Kriegs“? Heraklion (UP). Die Partei des Abgeordneten Petrakogeorgis, dessen Tochter Tassoula vom politischen Gegner ihres Vaters entführt worden war, erhielt Verstärkung. Manolos Badouva ,ein Freund von Papa Petrakogeorgis und ehemaliger Partisanenführer aus der Kriegszeit, erbot sich, seine Freischärlerarme« wieder zusammenzutrommeln und die geraubte Braut in ihr Elternhaus zurückzubringen. Er richtete als erst« ein „Ultimatum“ an dea Entführer, Costas Kefaloghianos, in dem er diesen aufforderte, das Mädchen innerhalb von 48 Stunden freizugeben. Andernfalls werde er mit 2000 Mann in die Berge ziehen, um Costas und das Mädchen aufzuspüren. Dies« drohende Intervention des Partisanenführer» hat die Befürchtungen der Behörden noch verstärkt, daß die Entführungsaffäre ein blutiges Nachspiel haben könne. Anne, Elizabeth, Allee, Louise. Das englische Königshaus gab bekannt, daß die Tochter Prinzessin Elizabeths den Namen Anne, Elizabeth. Alice, Louise «halten ha» Mittwoch, den SO. August 1050 Das Rheintal war eine Hölle Die Auswirkungen des ^Unwetters am vergangenen Wochenende Gestaltungsplan für den Südweststaat Ansicht der württemberg-badischen Regierung Karlsruhe (SWK/APD). Erst am Montag ließen sich die verheerenden Auswirkungen des am vergangenen Wodienende über das Rheintal niedergegangenen Unwetters, das sich zu einer in dieser Gegend noch nie erlebten Katastrophe ausweitete, in etwa übersehen. Die Sturmböen in erster Linie richteten den in seinem Ausmaß vorläufig noch nicht feststellbaren Millionen-Sachschaden an. Vornehmlich die Orte und Gemeinden der unteren Hardt, aber auch der Kraichgau mit dem Kreis Bruchsal wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Sturm knickte fast meterstarke Bäume wie Streichhölzer um, deckte Wohnhäuser dorfweise bis auf die Dachbalken ab, zerschlug mit seinem Hagelschauer die Glasdächer der Treibhäuser und verletzte beispielsweise in Karlsdorf drei Personen so schwer, daß sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Nördlich und südlich Karlsruhe verwandelte sich das Rheintal in eine Hölle von einer etwa eineinhalbstündigen Dauer. Die Hagelschloßen erreichten teilweise einen Durchmesser zwischen 7 und 9 cm. Während dieser Zeit rasten Sturmböen in Stärke von 110 bis 120 std/km über das Gebiet hinweg, alles niederreißend und hinwegfegend, was nicht niet- und nagelfest war. Das Unwetter zog gerade zu einem Zeitpunkt auf, als viele Gartenbesitzer und Tabakanbauer nach Feierabend in ihren Gärten werkten. In der Gemeinde Östringen im Kreise Bruchsal erschütterten Windstöße von kaum erlebter Heftigkeit den' Ort erdbebenartig. Hochbeladene Heuwagen wurden wie Spielzeuggegenstände umgeworfen, Brandmauern zum Einsturz gebracht und strohgefüllte Scheunen durch Blitzschläge eingeäschert. In dieser Gemeinde sind auch die meisten Opfer an Menschenleben zu beklagen. Aufbauten des neuerstellten Schwimmbades, unter denen zahlreiche Besucher Schutz vor dem Unwetter gesucht hatten, stürzten, wie bereits berichtet, ein und begruben nicht weniger als 15 Menschen unter sich. Drei Personen fanden den Tod, zahlreiche andere erlitten so schwere Verletzungen, daß sie unter Lebensgefahr im Krankenhaus darniederliegen. Der angerichtete Flurschaden in ganz Nordbaden, darunter auch in dem nun schon tn Stuttgart (ZSH). Am Wochenende und erneut in der Nacht vom Montag auf Dienstag wurden weite Gebiete des Landes von Unwettern heimgesucht, in deren Verlauf Hagel und Wolkenbrüche schwere Schäden anrichteten. Über Stuttgart brauste ein heftiger Sturm hinweg, der in wenigen Minuten beträchtlichen Sachschaden verursachte. Ein am Schloßgarten angebrachter Flaggenmast stürzte um und ein alter Kastanienbaum am Schloßplatz wurde durch die Wucht des Sturmes umgerissen. Glücklicherweise kamen hierbei Personen nicht zu Schaden. Ein besonders schweres Unglück ereignete sich in Oberrot. Dort führte die Rot nach dem Unwetter der vergangenen Tage Hochwasser. Zwei Männer wollten bei der Alten Mühle die Falle des Wehres öffnen, wurden dabei aber von den Wassermassen erfaßt und mitgerissen. Erst viele Stunden später konnten sie tot geborgen werden. Im Neresheimer Gebiet waren am Sonntag weite Strecken der Landschaft kaum wieder zu erkennen. Das Unwetter hatte Straßen und Plätze mit Geröll überschwemmt. In der Gärtnerei wurden nicht nur sämtliche Frühbeetfenster zertrümmert, sondern auch ein neuerstelltes Gewächshaus zu 90% beschädigt. Bäume stürzten um und legten den Verkehr lahm. Gleich große Schäden werden aus Stuttgart (SWK/APD) Mit der dem Ankürzungs- und Telegrammstilzeitalter entsprechenden Silbenzusammensetzung „Hogafa“ kann natürlich der Uneingeweihte kaum etwas anfangen. Das Wort ist ausgesprochen häßlich. Aber auch hier liegt in der Kürze die Würze. Und hinter dem mysteriösen „Hogafa“, was übrigens, um es endlich zu verraten u. in die deutsche Sprache Jahrgang 1950 zu übertragen, schlicht, aber umfangreich „Hotel- u. Gaststätten-Fadx- ausstellung mit Konditorenschau“ heißt, verbirgt sich eine Welt des technisch nahezu Vollendeten, verbindet sich nach strengen Gesetzen der Nüchternheit die fachlich-berufliche Zweckmäßigkeit mit der Harmonie künstlerischer Gestaltungskraft. Zwar ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt — aber Silber und Chrom ist es bestimmt, was da blitzt und blinkt und woran sich beide, sowohl der Fachmann als auch der Gast, mit stolzer Befriedigung erfreuen. Und hierin dürfte das Geheimnis der großen Schau in Stuttgart liegen, in der Wechselwirkung zweier Faktoren: zwischen dem Hotelier und Gastwirt und 4em Kunden, der wieder König ist Vom Zahnstocher ... Auf 13 000 qm breitet sich die Aussteüungs- stadt draußen an der Mercedesstraße am Cannstatter Wasen aus. 12 Riesenhallen, denen man ihre behelfsmäßige, nur auf rund 11 Tage berechnete „Standhaftigkeit“ keineswegs ansieht beherbergen die sozusagen hinter einem Mammutschaufenster aufgebauten „Auslagen“ — vom Zahnstocher bis zur modernsten Graßkühlanlage, kompletten Hotelküche und gemütlichen Wirtsstube, kurzum alf dessen, was der Förderung des Fremdenverkehrs dient 400 Aussteller vertreten Firmen mit Namen und Rang, zum Teil von Internationaler Be- diesem Jahre zum dritten Male schwer heimgesuchten Heidelberger Kreis, kann auch gegenwärtig in annähernder Höhe nicht beziffert werden. Die Tabakernte im nordbadischen Tabakzentrum, soweit sie noch auf den Feldern stand, gilt als restlos verloren. Streckenweise bot sich am Sonntag das verwüstete Bild von plattgewalzten Feldern, Landstraßen übersät mit Strauch- und Baumwerk, abgedeckten und zum Teil zerstörten Kleinhäusern, auf gerissenen Wegen und Gräben mit gewaltigen Schutt- und Geröllmassen. Trotz selbstlosesten Einsatzes waren Feuerwehr und Polizei, Hilfskolonnen und freiwillige Helfer diesem Unwetter gegenüber machtlos. Am Montagabend wurde das nordbadische Gebiet erneut von einem schweren Unwetter heimgesucht. Sturmböen jagten mit einer Geschwindigkeit von 120 km/std durch die Stadt Karlsruhe, entwurzelten Bäume und brachten Ruinen zum Einsturz. Der Verkehr war an mehreren Stellen bis Dienstagmorgen blockiert. Mehrere Autos wurden durch umstürzende Baumteile schwer beschädigt. Zugleich gingen über der Stadt ein Gewitter und ein Wolkenbruch nieder, wie sie bisher nur sehr selten erlebt wurden. Wie die Karlsruher Wetterwarte mitteilte, registrierte sie innerhalb von 20 Minuten 1200 Blitze. Über Mannheim ging in der Nacht zum Dienstag zwei Stunden lang ein schweres Gewitter nieder. Ein Gewitter dieses Ausmaßes ist in Mannheim noch selten beobachtet worden. Aus verschiedenen Stadtteilen wurden Überschwemmungen und andere Wasserschäden gemeldet. Die Obst- und Tabakernte wurden schwer mitgenommen. Das Unwetter, das in der Nacht zum Dienstag über Weinheim hereinbrach, war das schlimmste seit vielen Jahren. In der Zeit von 21.30 bis 24 Uhr stürzten Wassermassen vom Himmel, die die meisten Straßen fußhoch unter Wasser setzten. Von den Odenwald-Gebirgswegen wurden große Mengen von Erde und Steinen zu Tal geführt, die die Verkehrswege blockierten. Verschiedene Straßen waren bis Dienstag früh noch nicht passierbar. Durch Blitzschläge in das elektrische Hochspannungsnetz War das gesamte Stadtgebiet für Stunden ohne Licht. Oppenweiler im Kreis Backnang gemeldet. Im Gebiet von Schwäbisch Hall wurde besonders auf der Hochebene östlich der Stadt die Obsternte durch einen Gewittersturm beeinträchtigt. Streckenweise wurden die übervollhängenden Bäume leergeschüttelt und zum Teil umgeknickt. Äpfel, Birnen und anderes Obst lag so dicht gestreut unter den Bäumen, daß Bauern mit Schaufeln an die „Ernte“ gehen mußten. Auch über dem Murrtal bei Oppenweiler, Sulzbach und Bartenbach und über dem Lautertal ging am Samstag ein schweres Unwetter mit Hagelschlag nieder. Der Hagel richtete starken Schaden.vor allem bei den Obstbäumen an. Die Bäume sehen zum größten Teil wie gerupft aus, auch wurden verschiedene Bäume durch den Sturm umgerissen. Großer Schaden wird ferner aus der Schramberger Gegend gemeldet, besonders an den Wäldern und Feldern. Die Straße nach Tennenbronn—St. Georgen war zeitweise von entwurzelten Bäumen total gesperrt. Der Blitz legte das Anwesen eines Kleinbauern in Schutt und Asche. Erst im letzten Jahr war der kleine Bauernhof durch Blitzschlag abgebrannt und gerade der Neuaufbau wieder fertdggestellt worden. Die schwer betroffene Familie konnte diesmal nicht einmal das Vieh retten. Auch alle Erntevorräte sind verbrannt. deutung. Firmen aus Flensburg wetteifern mit solchen aus Lindau am Bodensee, Mampe- Berlin wartet mit einem besonders eleganten großräumigen Stand auf, die Württembergische Metallwarenfabrik mit ihrem Gütezeichen „WMF“ dürfte gleichermaßen belagerter Anziehungspunkt für Männlein und Weiblein bilden. Letztere werden ganz besonders bei den mit künstlerischem Dekorationsgeschick aufgebauten Glas-, Porzellan-, Besteck- und Tafelgeräten-„Gediehten“ kaum aus den bewundernden „Ah’s“ und “Oh’s“ herauskommen. Allein 21 Firmen aus dem ganzen Bundesgebiet sind mit dieser Branche vertreten. 16 Firmen zeigen Hotelzimmereinrichtungen, verblüffend in ihrer vornehmen Eleganz. Die Lebens- und Genußmittelindustrie, Nährmittel- und Fleischwarenfabriken werden durch rund 50 führende Spitzenunternehmen vertreten. Im Wandel der Zeiten Die übrigen Zulieferfirmen aus Hamburg, München, Dortmund, Lübeck, Mainz, Heidelberg, Düsseldorf, Köln, Bamberg, Mannheim, aus der Pfalz, Baden, aus Schleswig-Holstein repräsentieren mit ihren Erzeugnissen in umfassender Weise alle jene Branchen, die mit dem Hotel- und Gaststättengewerbe direkt oder indirekt zu tarn haben, zeigen alle jene tausend Dinge, die nun einmal zu den wichtigsten Voraussetzungen gehören, um dem Gast den Eindruck der Behaglichkeit und Gepflegtheit des Hotels und der Gaststätte zu vermitteln. Neben der stilvollen Ehrenhalle kann man sozusagen im „Geschichtsbuch deutscher Gastlichkeit“ blättern. Die „Ulmer Zunft- und Trinkstube“ mit Möbeln und allen Gebrauchsgegenständen läßt beim Schoppen oder Viertele verklungene Zeiten erstehen. Die große Bedeutung des Hotel- und Gaststättengewerbes für Hunderttausende von Stuttgart (UP). Das Gebiet des künftigen Südweststaates soll nach Auffassung des württ.- badischen Kabinetts in vier staatliche Landesbezirke (Regierungsbezirke) eingeteilt werden, denen die Gemeindeaufsicht obliegt. Daneben sollen zwei zu schaffende Landeskommunalverbände einen Teil der Selbstverwaltung übernehmen. Der württ.-badische Mini- sterrat, der sich in seiner Dienstagsitzung mit diesem Problem beschäftigte, lehnte jedoch eine Beschlußfassung ab, da man in Stuttgart ohne Mitwirkung Südbadens Entscheidungen nicht fällen will. Die württ.-badische Auffassung deckt sich jedoch mit der von Würt- temberg-'Hohenzollern. Der württembergische Städtetag wird sich am 4. September in einer Sitzung in Schorndorf mit den Vorschlägen der Gemeinden für die Organisation des Südweststaates auseinandersetzen. Die Ernennung und Entlassung von Beamten Stuttgart (lwb). Der württemberg-badische Ministerrat verabschiedete einen Gesetzentwurf „zur Änderung des Gesetzes über die Zuständigkeit für die Ernennung und Entlassung von Beamten des Landes Württemberg-Baden“. Dadurch werden die Forstdirektion, das Landesgewerbeamt u. die Landespolizeidirektion in Nordwürttemberg ermächtigt, Beamte des unteren und mittleren Dienstes selbst zu ernennen oder zu entlassen. Gaststättengewerbe gegen Gewerbesteuer Stuttgart (UP). „Der Sarg unseres Berufsstandes ist genagelt, wenn wir im Kampf auf Leben und Tod gegen die Gewerbefreiheit unterliegen“, erklärte der erste Vorsitzende des deutschen Hotel- und Gaststätten- Vom 1. bis 11. September feiert Schorndorf im Remstal das 700jährige Jubiläum. Die Stadt ist für die festlichen Tage gerüstet. Ihre alten Fachwerkhäuser und sonstigen Zeugen ruhmreicher Vergangenheit werden über die Festtage von Tausenden bewundert werden. Das Geburtshaus Gottlieb Daimlers ist besonders schön hergerichtet worden. In dem kleinen Haus in der Höllgasse saßen die Daimler als Bäckermeister schon seit Generationen. Am Marktplatz sieht man unter den vielen Fachwerkgebäuden auch die Palm’sche Apotheke. In diesem Haus ist der Buchhändler Joh. Phil. Palm 1766 geboren, den Napoleon im Jahre 1806 erschießen ließ. Und wer weiß nicht die Geschichte der wackeren Bürgermeistersfrau Künkelin, die durch den „Aufstand der Schomdorfer Weiber“ eine geschichtliche Berühmtheit geworden ist. Ebenso von geschichtlicher Bedeutung ist die Gestalt Schertlin von Burtenbachs, der 1496 in Schorndorf geboren wurde. Nach der feierlichen Eröffnung des Festes im Gemeindehaus am 1. September folgt das historische Festspiel auf dem Oberen Marktplatz. Abends findet die Jahrhundertfeier der „Erhebung Schorndorfs zur Stadt vor 700 Jahren“ statt. Die Festrede hält Ministerpräsident Dr. Maier. Am 2. September wird Bundespräsident H e u s s nach Schorndorf kommen. Am Vormittag werden die Leistungsschau der Schomdorfer Industrie und des Handwerks, die Ausstellung historischer Automobile, das Müller-Schwenningen gewann 15. Etappe In Schweinfurt wurde nach dem Ruhetag mit 40 Fahrern die 15. Etappe nach Kassel über 216 km gestartet. Die Fahrer Alger- Augsburg und Kijewski-Dortmund waren wegen wiederholter Verstöße gegen die Wettkampfbestimmungen von der weiteren Teilnahme an der Deutschland-Radrundfahrt ausgeschlossen worden. In Kassel entschied den Spurt der Spitzengruppe Müller-Schwenningen mit fünf Radlängen Vorsprung und einer Zeit von 6:15,0 Stunden für sich. In der gleichen Zeit folgten Siefert-Dortm., Schulte-Köln, Bindner-Dort- mund und Saager-Bad Reichenhall. Gyselinck (Belgien) placierte sich als Sechster mit 6:15,01 Stunden. Gesamtwertung: 1. Gyselindt-Belgien 99:08,07, 2. Pfannenmüller 99:15,50, 3. Schenk 99:19,35, 4. Steinhilb-Stuttgart 99:30,12, 5. Saa- ger 99:32,05, 6. de Corte-Belgien 99:33,31, 7. Bindner 99:44,06, 8. Müller (Schwenningen) 99:46,47 Stunden. Siege and Rekorde im Schwimmen Herbert Klein (Deutschland) vom VT VS München schwamm mit 2:38,6 Minuten im Endlauf um die Europameisterschaft über 200 m Brustschwimmen einen neuen Europarekord und holte den Titel für Deutschland. Am letzten Tage der Wettkämpfe bei den siebenten Europäischen Schwimmeisterschaften in Wien konnte, im Endlauf über 1500 m Kraul Heinz Günther Lehmann (Deutschland) vom MTV Braunschweig mit 19:48,2 Minuten den dritten Meistertitel sowie einen deutschen Existenzen ist unbestritten. Hinzu kommt ihre wichtige Rolle als Mittler der Gastlichkeit im innerdeutschen und ausländischen Reiseverkehr. Die Vielseitigkeit der „Hogafa“ bietet jedem Besucher etwas. Als größte Leistungsschau dieses Zweiges der Fremdenverkehrsindustrie darf sie sds ein getreues Spiegelbild der heute wieder gepflegten und hoch im Kurs stehenden Gaststättenkultur bezeichnet werden. Davon werden sich bis zum Ausstellungsschlußtag am 4. September Tausende von Besuchern in der „Ausstellung für den Fachmann und den Gast“ an Ort und Stelle selbst überzeugt haben. verbandes, Pauly, auf der diesjährigen Hauptversammlung des Württemberg - badischen Landesverbandes. Das Problem der Geweibe- freiheit sei nur auf Bundesebene zu lösen ; Er habe in Bonn einen entsprechenden Antrag vorgelegt. Pauly wandte sich gegen die Ge- trähkesteuer und kündigte „unerbittlichen Kampf“ gegen alle Sonderbelastungen des Beherbergungsgewerbes an. Der Redner riet allen Gastwirten davon ab, Kredite aus dem Marshall-Plan zu beanspruchen. Eine siebenprozentige Verzinsung und zehn-jährige Amortisation müsse den Ruin jedes Betriebes herbeiführen. Er habe den maßgeblichen amerikanischen Stellen erklärt, daß die Marshall-Kredite nur bei 3,5 prozentiger Verzinsung und 20jähriger Amortisation für das deutsche Hotel- und Gaststättengewerbe annehmbar seien. Friseure fordern neues Gewerberecht Schorndorf (lwb). Im weiteren Verlauf der Landesverbandstagung der Friseurinnun- gen von Württemberg-Baden in Schorndorf forderte der Vorsitzende des Verbandes, Ak- kermann, die Wiedereinführung eines Gewerbezulassungsgesetzes, um die „schädlichen Folgen einer schrankenlosen Gewerbefreiheit“ zu beheben- Auf den großen Befähigungsnachweis könne das Handwerk auf keinen- Fall verzichten. Durch die Beseitigung fast aller gesetzlichen Schutzbestimmungen für das Handwerk und durch die verstärkte Ausgabe von Wandergewerbescheinen habe die Schwarzarbeit erheblich zugenommen. Im Damenfriseurgewerbe sei infolge der Gewerbefreiheit ein gewaltiger Preissturz eingetreten. Ackermann verlangte auch eine gesetzliche Festlegung der Sonntagsruhe. Heimatmuseum, die Kunstausstellung und eine Obstschau eröffnet Gegen 12 Uhr werden die Teilnehmer der Zielfahrt begrüßt. Das historische Festspiel auf dem Oberen Markt“ platz wird am Nachmittag überleiten zu de» Enthüllung des Denkmals für Gottlieb Daim- ler beim Rathaus. Dabei wird Bundespräsident Heuss die Festrede halten. Beim Festakt werden Generaldirektor Dr. Haspel und der Vorsitzende des Verbandes der Automobilindustrie, Thoenissen, sprechen. An den Festakt schließt sich ein Festabend an. Nach Festgottesdiensten steht im Mittelpunkt der Veranstaltungen des 3. September ein historischer Fest- zug, ein großer Festabend und Illuminierung des Oberen Marktplatzes mit Marktbrunnen, Tags darauf, am 4. September,' tagt der Städtetag im „Löwenkeller“. Am 5. September ist die Festaufführung des Theaterstudios der Volkshochschule von Grillparzers „Weh dem, der lügt“. Der 6. September ist der Tag der Kinder. Am 7. September folgt die Feierstunde der Schomdorfer Jugend, während am Abend des 8. September die erwachsene Jugend sich im Löwenkeller zu einem Festabend zusammenfindet. Der Tag der Landwirtschaft am 9. September schließt mit einem volkstümlichen Großkonzert. Der 10. September ist schließlich der Tag des Sports. Darübei hinaus bringt fast jeder Tag musikalische und künstlerische Darbietungen, und beschlossen wird das Heimatfest der Schomdorfer mit gemütlichen Zusammenkünften am 11. September Nachkriegsrekord für Deutschland erringen, einen weiteren Sieg verbuchte die Deutsche Schwimmexpedition im Turmspringen (Männer). Hierbei kam es sogar zu einem sehr beachtlichen Doppelerfolg. Die Meisterschaft holte sich Günther Haase (Deutschland) von: SC Neptun-Lüdenscheid überlegen mit 158,1» Punkten vor seinem Landsmann Werner So- bek (Deutschland) vom SC Berlin-Spandau. Deutschlands Meister im Gewichtheben In München-Gladbach ermittelte man di« Deutschen Meister im Gewichtheben. Dabei wurde Heinz Schattner (München) als der „stärkste Mann Deutschlands“ gekrönt. Der Titelverteidiger im Schwergewicht, Aaldering (Stuttgart-Fellbach) erreichte zwar auch 485 kg, doch gab das leichtere Körpergewicht den Ausschlag für Heinz Schattner. Die neuen Meister; Feder: Junkes (Trier) 357, 5 kg; Bantam: Breßheim (Essen) 330 kg; Leicht: Leuthe (Stuttgart-Fellbach) 395 kg; Mittel: Schill (Berlin) vor Ismayr 395,0 kg; Halbschwer: Clausen (Lübeck) 422,5 kg; Schwer: Schattner (München) 485 kg. Totoquoten in Hessen Der Hessen-Toto erzielte kn 16. Wettbewerb einen Umsatz von 104372 DM. Im 1. Rang mit zehn richtigen Lösungen erhalten 52 Gewinner je 295.50 DM, im 2. Rang 595 Gewinner je 25.80 DM und im 3. Rang 3547 Gewinner je 4.25 DM. In der Zusatzwette mit acht richtigen Lösungen entfallen auf 33 Gewinne» je 183.20 DM. Toto-Quoten Rheinland-Pfalz Die Sport-Toto-GmbH.Rheinland-Pfalz verteilt für den dritten Wettag im 1. Rang an 109 Gewinner je 713 DM, kn 2. Rang an 1377 Gewinner je 56.40 DM, im 3. Rang an 16 364 Gewinner je 4.75 DM. Beim Kleintip entfallen auf 508 Gewinner je 41 DM. Wettervorhersage Am Mittwoch und Donnerstag trocken und überwiegend heiter. Höchsttemperaturen zwischen 23 und 27 Grad. Tiefsttemperaturen zwischen 10 und 14 Grad. Schwache bis mäßige Winde. Unwetterschäden im Schwabenland Blitz, Hagel und Ungewitter Kreuz und quer durch die „Hogafa" Größte Leistungsschau des Hotel- und Gaststättengewerbes seit dem Kriege Spiegelbild traditionellen Renommees 700 Jahre Stadt Schorndorf Festliche Tage in der altehrwürdigen Stadt Waj QMatt des CjzmuL Was wünschen sich die Männer? Sie lieben Frauen mit Humor — Und romantisch sind sie auch Vom Habicht bis zum Pfifferling Kleine Pilzkunde für den Waldspaziergang Eine Waldwanderung jetzt zur Zeit der Pilze ist für jeden Naturfreund eine Freude. Überall, wo es feucht ist und wo die Sonne nicht gar zu grell hinscheint, haben sich in ganzen Scharen die verschiedenartigsten Pilz- \ . und Farben angesie- | i familien aller Formen delt. An einem Baum- stumpf an besönderen IotuM Stellen des Waldbo- dens oder im Wiesen " gelände selbst findet der Kenner die reiche Fülle der eßbaren Sorten unter den bunten kleinen Gesellen der Pilze. Leider muß man immer wieder feststellen, daß aus Unkenntnis oder Gedankenlosigkeit mit den Giftpilzen auch viele der eßbaren Sorten vernichtet werden. Dadurch schaden wir uns selbst, denn viele Pilze sind doch eine wertvolle Ergänzung für unsere Ernährung. thr Gehalt an Eiweis, Fett und Zucker ist höher als bei manchen Gemüsearten Abgesehen von der Nützlichkeit der eßbaren Pilze sind sie auch für die Zunge des Feinschmeckers ein besonderer Genuß. Von den sogenannten Speisepilzen kennt der Naturforscher dreihundert Arten. Aber trotzdem bleibt die Zahl der wirklich gutschmeckenden und bekömmlichen Speisepilze auf wenige Gruppen beschränkt. Die hauptsächlichsten Arten sind Steinpilze, Champignons, Pfifferlinge Rotkappen und Grünlinge Die Ritterlinge, die Boletus-Arten und der sogenannte Habichtpilz sind zwar auch marktfähig, aber lange nicht so gut im Geschmack wie die erstgenannten Arten Wenn man Pilze pflückt, soll man sich vor allem auf die jungen beschränken. Sie sind kerniger und halten sich länger; eine Beobachtung, die jede Hausfrau auf dem Markt machen kann. Je später sie zum Einkäufen kommt, desto unansehnlicher werden die zum Kauf angebotenen Pilzsorten. Am weitverbreitetsten und am bekanntesten von allen Pilzarten ist nach wie vor der beliebte Pfifferling. Er hat zwar einen geringen Nährwert und ist infolge seiner Zähigkeit fast unverdaulich, aber er schmeckt besonders gut und ist vor allem madenfrei. Er gehört mit zu den besten Marktpilzen, da er sich gut transportieren läßt und nicht so schnell wie andere empfindlichere Arten unansehnlich wird. , Abschließend sei noch ein Wort über die ungenießbaren Pilze gesagt. Die giftigsten unter ihnen sind der Fliegenpilz, der Knollenblätterpilz und bei den Röhrlingen der Satanspilz, Es gibt ein altes Hausmittel, giftige Pilze zu erkennen. Man soll einen silbernen Löffel oder ein blankes Messer in die Pilzspeise stecken. Laufen die Gegenstände an, soll dies ein untrügliches Zeichen für die Giftigkeit sein. Dazu sei gesagt, daß die meisten sehr giftigen Pilze mit dieser Methode nicht erkannt werden können. Der . Mann hat es gern, wenn seine Frau Sinn für Humor hat, allerdings nicht die Sorte Humor, die die Frau zweideutige Geschichten erzählen läßt oder sie im ungünstigsten Augenblick zum Lachen verleitet. Dieser ungünstige Augenblick ist dann da, wenn die Würde des Mannes der Lächerlichkeit preisgegeben werden kann. Lacht die Frau in diesem fatalen Moment, so gräbt sie sich selbst ihr Grab. Um dem Manne zu gefallen, muß der weibliche Humor mehr Beifall und guter Laune entspringen, als sich in witzigen Reden äußern. Eine verständnisvolle, zugängliche Frau wird immer das Entzücken des Mannes sein. Er ist auch romantisch veranlagt und braucht Illusionen. Eine dieser Illusionen, che Wirklichkeit sein sollte, ist der Gedanke, die Frau brauche ihn, nicht hinsichtlich seiner Brieftasche oder nur den Kavalier und Beschützer sondern den Mann schlechthin Wird eine Frau in ihrem Wirkungskreis oder in ihrer Intelligenz zu selbständig, so verfliegt beim Manne diese Illusion und er beginnt an Komplexen zu leiden. Er muß immer glauben. der Stärkere von beiden zu sein, und die Frau muß — um das Schiff gut zu steuern — ihn in dieser Überzeugung bestärken, indem sie ihre eigene Schwäche betont. Sie soll sich mit Vergnügen unterordnen, andernfalls erringt sie nur den bittersten aller weiblichen Triumphe: sie macht den Mann zum „Pantoffelheld“ Was dem Manne aber andererseits auch Mißbehagen bereitet, ist das Gefühl der völligen Abhängigkeit der Frau, weil ihm dann die Verantwortung zu schwer wird. Damit wird ln ihm ein anderes inneres Bedürfnis In Mitleidenschaft gezogen, die Illusion seiner Freiheit und das Gefühl, seine Bindung, die er aus Liebe einging, sei freiwillig, er habe sie selbst geschaffen, und sie sei ihm nicht von der Frau auferlegt worden. Wenn also eine Frau „nur für den Mann lebt“ bringt sie ihn dem Grabe näher. M. Marei und Rosmarin Ein Märchen von Trude Alberti Die Volkstyrik des 18 Jahihunderts nahm den Rosmarin als sprechendes Zeichen. Seine Bedeutung ist aber viel älter. Bei Leichenbegängnissen trugen die Trauernden Zweiglein uon Rosmarin in den Händen zum Zeichen treuen Gedenkens, ln keinem mittelalterlichen Garten, durfte dieses Gewächs * fehlen Eine Frau besaß einen Garten, der stand im Frühling, Sommer und Herbst in vollem Blühen. Sie hatte auch ein Töchterchen. das hieß Marei, und es war ihr ans Herz gewachsen wie die allerliebste Blume ihres Gartens Eines Tages wurde die Frau krank, und dann starb sie. Nicht die Blumen, nicht die Vögel, nicht einmal die freundliche Sonne konnte Marei trösten. Sie ging zwischen den Beeten hindurch und fragte die Rosen: „Ich möchte euch auf meiner Mutter Grab pflanzen. ihr lieben Rosen, wollt ihr?“ Aber die Rosen antworteten: „Siehst du nicht. Marei, wie schön wir sind? Wer bewundert uns auf dem Friedhof? Da drücken die Leute die Taschentücher vor die Augen und sehen nichts vor lauter Traurigkeit.“ Darauf ging Marei zu den Tulpen und sprach abermals: „Ich möchte euch auf meiner Mutter Grab pflanzen, ihr lieben Tulpen, wollt ihr?“ Aber auch die Tulpen antworteten: „Wir bedauern sehr, wir sind mit einem Zitronenfalter befreundet, das ist ein lebenslustiger Junge, er würde nicht mit auf den Friedhof ziehen.“ Marei fragte alle Blumen, alle sagten „nein“, und dabei ist es doch dort so friedlich. die Toten schlafen, und auf den Gräbern liegt der Sonnenschein so still, als schlafe auch er. Und kein guter Mensch bricht dort eine Blume. Zuletzt fragte Marei noch den Rosmarin. Der nickte freundlich mit den kleinen Blüten, ja, Marei solle ihn nur nehmen. Sie pflanzte den Rosmarin auf das Grab, dachte an die tote Mutter und weinte bitterlich hi der Nacht fragte die Mutter den Rosmarin: „Was tut mein Kind Marei?“ Und der Rosmarin. der ein Bote zwischen den Toten und Lebenden ist. antwortete: „Es denkt an dich.“ Der Mutter Antlitz war voller Freude", sie fragte weiter: „Was tut es noch?“ Der Rosmarin antwortete: „Es wehrt tun dich.“ Da seufzte die Mutter. Jeden Tag goß Marei das Grab, dachte an die Mutter und weinte. Jede Nacht erzählte der Rosmarin der Mutter von Mareis Traurigkeit. Eines Morgens fiel der Tau in großen Tropfen aus den Blüten des Rosmarin. Er tropfte in Mareis Hände, da war es gar kein Tau, da waren es klare Edelsteine. Der Rosmarin sprach: „Die Edelsteine sind die Freudentränen deiner Mutter um deiner treuen Kindesliebe willen. Aber weine hinfort nicht mehr Deine Mutter wäre darum so betrübt .daß ihr Kopfkissen naß würde von ihren Tränen. Es würde nicht trocknen in der Erde. Auch können meine Würzelchen das salzige Tränenwasser nicht trinken KM 6286 Hemdhose für Jungen und Mädchen. Für Jungen arbeitet man den Vorderschluß von links nach rechts, für Mädchen umgekehrt. — Ultra-Schnitt. KK 1832 Schlafhöschen, hinten mit Klappen und geknöpftem Schluß. Ultra - Schnittmuster- Kleinigkeit. KM 6014 Nachthemd mit Passe. Ultra - Schnittmuster- Kleinigkeit. Die Ultra - Schnittmusterbeilagen sind in aUen einschlägigen Geschäften für 1,50 DM zu haben oder man besteUt sie im Verlag des Druckhauses Tempelhof. j U KM «014 KK 1632 KM 628« Ein Mann kehrt heim / Erzählung von Matthäus Sporer Nein» Mutters Kopfkissen sollte nicht naß werden, und der gute Rosmarin, der sich auf das Grab hatte pflanzen lassen, kein salziges Wasser zu trinken bekommen. Die Frau ging ruhelos im Zimmer auf und ab. Manchmal richtete sie einen Blick voller Qual aus dem Fenster. Draußen dämmerte fahl und ungesund der Großstadtmorgen. Die Frau fröstelte. Die Atemzüge der Kinder schwangen gleichmäßig im Raum. Manchmal zog sie das Tuch, das sie über die Schultern geworfen hatte, fester an sich und strich eine ergraute Strähne zurück, die ihr immer wieder ins Gesicht fiel. Was war das nur? Fünf Jahre hatte sie auf diesen Tag gewartet, fünf lange, graue Jahre. Fünf Jahre, in denen nichts ihren Alltag stützte, als diest Vielleicht ruft er mich schon heute, oder, wenn alles vergebens war, wird vielleicht morgen die Tür sich auftun und er wird wieder da sein. Würde zurückkommen, um eine Hoffnung ärmer, als er gegangen war. Aber es war doch wieder Vereinigung und sie war dem Alltag nicht mehr so schutzlos ausgeliefert Und nun hatte er vor ein paar Tagen ge. schrieben, er kam wieder. Alles würde das gleiche Werkeln sein wie vordem, aber — er kam wieder . . Das erste Gefühl war Freude gewesen und dann plötzlich war es aus dem Unbewußtsein heraufgekrochen und hatte sie umklammert und jetzt plötzlich graute ihr davor, daß er wiederkommen würde, jetzt fand sie keine Brücke mehr zurück zu jener Zeit, die vor diesen fünf Jahren lag. Sie fühlte nur, daß der Zeitraum ihrer Einsamkeit, in dem sie ihn fern in irgendeiner unbekannten Gegend wußte unübersteigbar trennend zwischen dem Gestern und dem Morgen 6tand. Sie hatte ihn schweren Herzens gehen lassen, als fühlte sie schon damals, daß dies mehr als äußere Trennung bedeute. Und doch wußte sie, daß eigentlich sie selbst es war, die ihn ungewollt hinaustrieb ins Unbekannte, weil hier alle Hoffnungen scheiterten. Daß sie und die Kinder schuld waren, schon durch ihr bloßes Dasein, schon allein dadurch, daß der Mann Verantwortung fühlte für sie. Schweren Herzens war er gegangen, aber vielleicht würde er dort, wohin er ging, endlich wieder Arbeit finden, nach den grauen, trostlosen Tagen seines unfreiwilligen Müßigganges, in denen allein das Wenige, das die Frau verdiente und seine schmale Unterstützung den armseiligen Haushalt aufrechterhielten Und nun würde er kommen, mit der Belastung des Gestern und einer Zeit, die fremd war. die sich in keiner Weise ein- ordnen ließ in das, was früher einmal ihr gemeinsames Leben war . . . Die Stunden krochen langsam grau, eine nach der anderen lautlos durch die kleine Stube. Dann wurde es auf dem Flur lebendig. Manchmal hörte man Schritte, ab und zu flatterte der Fetzen irgendeines Gespräches durch die Türritzen, vom Hofe kamen hin und wieder Schritte herauf, immer Im gleichen Rhythmus. Alltag, Alltag. Dann eher ging plötzlich die Tür auf und — er war da. Einen ^ Augenblick sahen sie einander stumm an. Der Mann zog mit einer unsichtbaren Bewegung die 1\ Mütze vom Haar und r 1 suchte krampfhaft J nach einem Wort, das [ ihm Eingang ver- l schaffte in eine Welt, 'die auch einmal die seine gewesen war. Wie bleich er aus-' sieht dachte die Frau — wie fremd. Das ist die Landstraße, was in 'jj seinem Gesicht ist. all die grauen w “' Straßen, die er vergeblich gegangen ist. Dann machte er einen Schritt auf sie zu und unwillkürlich wich sie zurück. Da lachte er kurz und hart auf und machte eine Bewegung zur Tür, als wollte er wieder gehen .... W \ Da schien es, als wenn sie erwachte. Mit einer hastigen Bewegung griff sie nach sei. nem Arm. „Bleib“, sagte sie rauh, „da bist du ja also wieder. „Er nickte stumm, warf seine Mütze aufs Bett und ließ sich schwer auf einen Stuhl niedersinken. „Hunger hab’ Ich“, sagte er dann. Die Frau wandte eich um und ging in eine Ecke des Zimmers, wo hinter einem Vorhang das Regal mit dem Essen stand. Der Mann sah nicht auf, wie eie am Herd hantierte, er hörte nur ihren Schritt im Zimmer auf und ab gehen. Er hörte die Teller klappern und begann, als sie das Essen hingestellt hatte, nach einrm kurz gemurmelten Dank schweigend zu essen Die Frau setzte sich ihm gegenüber, stützte das Gesicht in die Hände und die Ellenbogen auf den Tisch. „Das bist du also wieder", wiederholte sie. Der Mann sah auf. „Ja“, sagte er, „ist dir wohl nicht recht?“ „Hab* ja gewußt“, sagte sie, „daß du so wiederkommst.“ Dann schwiegen beide und die Frau empfand qualvoll die Leere die zwischen ihnen stand. Sie hatte sich ausgemalt, wenn er wiederkäme, selbst ohne Hoffnung wiederkäme, wie sie ihn dann aufnebmen und neu mit ihm beginnen wollte aufzubauen. Und nun? Nichts als Vorwurf: Das du so wiederkommst . . . „Die Kinder?" fragte er. „Wissen sie, daß ich komme?“ Die Frau nickte mit dem Kopf. „Ich hab’s ihnen ja sagen müssen." Es schien, als ob der Mann sich innerlich verkröche. „Und?“ fragte er dann unsicher. Sie zuckte die Achseln. „Na ja, freuen tun sie sich schon.“ Dann plötzlich wurde die Tür aufgerissen und die beiden Mädel standen auf der Schwelle. Einen Augenblick sahen sie stumm zum Vater hinüber, der sich halb zu ihnen umdrehte. „Vater!“ Und dann waren sie bei ihm, und das endlich war Heimkehr. „Vater, da bist du ja wieder!“ Und das war anders, als es die Frau gesagt hatte. „Nun ist alles wieder gut, Vater, und die Mutter braucht nicht mehr zu weinen, nicht wahr?“ „Hat die Mutter geweint?“ Es war da* erste, was er zu den Kindern sprach. „Ja, Vater, weil wir alle so Sehnsucht hatten! Jetzt bist du aber wieder da.“ Die Frau stand mit dem Rücken zu ihnen in der Ecke am Kocher, und aufblidoend sah der Mann, daß ihre Schultern zuckten. Da schob er plötzlich die Kinder beiseite, trat hinter 6ie und legte ihr die Hand auf die bebende Schulter. „Mußt nicht wein«»“, sagte er rauh, „es wird alles wieder gut werden. Da lehnte sie ihr Gesicht sekundenlang an seine Schultern und fühlte, daß sie endlich den Weg gefunden hatten, der sie zueinander yurückführte .., Marei nahm die Edelsteine, die leuchteten sie freundlich an wie Engelsaugen. Sie ging zu den Rosen und Tulpen in ihrem Garten und sprach fröhlich: „Seht nur diese prächtigen Steine habe ich vom Rosmarin.“ Da konnten sich nun wirklich die Rosen und Tulpen wundern. Sie waren doch die Königinnen unter den Blumen und hatte solche Steine nicht zu verschenken. Die schöne Tischdecke Bestickt mit alten Liebessymbolen Rotes Herz und blaue Tauben, blaues Herz und rote Hirsche, doppelt um die Mitte der quadratischen Tischdecke gestickt, verschafft dem Auge einen erfreulichen R a hep unkt. Rote Beeren und blaue Ranken in handbreitem Abstand vom Rande mit den sauber ausgezogenen Fransen gestickt und so geschickt angeordnet, daß die Ranke knapp unterhalb der Tischkante Hegen wird — wer will eigentlich noch mehr, um nach all den Tagesmühen die Mußestunde am Abend geruhsam genießen zu können? Gewiß es verlangt ein ganz klein wenig Überlegen und Ausmessen, aber lohnt denn die aufgewandte Mühe nicht, wenn man hinterher die Bewunderung von allen für 6ieh buchen darf! Praktische Winke über den Gartenzaun Nun werden die Nächte schon wieder länger und kühler und der geplagte Kleingärtner kann etwas aufatmen, da er nicht mehr gar s- häufig gießen muß. Diese Sorge v#d von einer anderen abgelöst. Es gilt n. schon für die ersten Ernten des kommenden Jahres vorzu6orgen. So werden jetzt die im Freien überwinternden Gemüse ausgesät. Gegen Ende August muß man an die Aussaat des Winterspinats denken. Ebenso ist für den Wintersalat und alle harten Kohlsorten zu sorgen. Die bewurzelten Ausläufer der Erdbeeren aus eigener oder fremder Pflanzung, sowie die Endivien müssen jetzt gepflanzt werden. Die Tomaten, die Kohlrabi und alte übrigen Wurzelgemüse und Kohlarten soll man nach wie vor fleißig gießen. — Ein besonderes Augenmerk sei auf die Schädlinge gerichtet. Grüne und schwarze Läuse können gelegentlich verheerend auftreten. TliTT ^4 >V'* Blilzsdiläge in Huttenheim und Neibsheim In Huttenheim 6 Scheunen, in Neibsheim Scheune und Wohnhaus eingeäschert Die Hiobsbotschaften über Hagel, Blitz und Ungewitter wollen in diesem Sommer kein Ende nehmen. Aus dem ganzen süddeutschen Raum, vom Rhein bis hinüber zur Schwäbischen Alb kommen die Meldungen über schwere und schwerste Unwetterschäden. Kaum war die Erregung über die Unwetterkatastrophe vom vergangenen Samstag, die Oestringen, Langenbrücken, Mingolsheim, Stettfeld und Hambrücken getroffen hatte, etwas abgeflaut, als in der Nacht von Montag auf Dienstag neue, schwere Gewitter heraufzogen und erhebliche Schäden durch Blitzschläge anrichteten. Gegen 23 Uhr war es, als von Südwesten her, wieschon so oft in den letzten Tagen, eine rabenschwarze Wolkenbank heranzog. Die wenigen Passanten, die sich um diese Zeit noch auf der Straße befanden, flüchteten in die Häuser. Ein Blitzstrahl folgte dem andern, ein Donnern und Bersten und Krachen war in der Luft, als ob die Welt sich zum Untergänge anschicken wollte. Aus Karlsruhe wird berichtet, daß dieses jewitter mit einem unheimlichen Sturm verbunden war, der die Bäume wie Streichhölzer umknickte oder entwurzelte. Die Landes- ivetterwarte teilte im Verlauf des gestrigen Dienstag mit, daß dieser Sturm die in unsern Breiten äußerst selten vorkommende Windstärke 11 erreicht habe. Wenige Minuten nach 23 Uhr ertönte in Huttenheim Feueralarm. Ein Blitzstrahl hatte in einer Scheune der Rheinstraße gezündet. Heu und Stroh und Oehmd lagerten darin, kein Wunder, daß die Scheune sofort in hellen Flammen stand. Betroffen wurden von dem mit rapider Geschwindigkeit sich ausbreitenden Brand fünf weitere angebaute Scheunen, die dem feurigen Element voll und ganz zum Opfer gefallen sind. Die rührige Huttenheimer Feuerwehr unter ihrem Kommandanten Ludwig Wittemann hatte alle Hände voll zu tun, um ein Umsichgreifen des Brandes zu verhüten. Ihrem energischen Einsatz ist es zu danken, daß die in der Nähe befindlichen Wohnhäuser, die zeitweise erheblich bedroht waren, vor dem Feuer bewahrt blieben. Bei den niedergebrannten Scheunen handelt es sich um folgende Hausnummern: Rhein- sträße 69 und 69a, 71 und 71a, 73 und 73a. Alle sechs waren aneinandergebaut und, wie das früher einmal üblich war, nur durch sogenannte Lehm-Riegel-Wände voneinander getrennt. Zur Hilfeleistung eilten auch die Feuerwehren von Philippsburg, Rheinsheim, Neudorf und Wiesental herbei. Sie brauchten jedoch nicht mehr in entscheidender Weise einzugreifen. Die durch den Brand angerichteten Gebäudeschäden belaufen sich auf etwa 25 000 DM, während die Fahrnisschäden auf etwa 10 000 DM beziffert werden. Ueber den Brand in Neibsheim berichtet unsere Korrespondentin: Am Montag gegen 22.45 Uhr entlud sich über Neibsheim ein schweres Gewitter. Dabei schlug der Blitz in die Scheune des Anwesens von Erhard Steiner, Steigstr. 30, die sofort in hellen Flammen stand. - Ein Glück für das Dorf war es, daß das Anwesen etwas außerhalb liegt, denn durch den starken Sturm wurden die Feuergarben bis zu 10 Meter weit über das Wohnhaus hinweg und seitlich ins freie Feld getragen. Die gleich herzueilenden Nachbarn konnten bis zum Eintreffen der Feuerwehren und anderer Helfer reichlich Hausrat bergen. Das Vieh wurde von einigen mutigen Helfern aus dem brennenden Stall gerettet. Durch das Eingreifen der Feuerwehren konnte das Wohnhaus bis auf den Dachstuhl gerettet werden. Die Scheune mit sämtlichen Erntevorräten und Fahrnissen brannte vollständig aus. Der Schaden beläuft sich auf DM 10 000,—. Sonntagsfahrer am Steuer 5 Schwerverletzte in Heidelberg Ein junger Mann aus Heidelberg mietete ein funkelnagelneues Auto, lud gleichaltrige Freunde und Freundinnen ein und fuhr mit ihnen am Sonntagnachmittag ins Neckartal. Als in der Nähe der Orthopädischen Klinik ein Wagen entgegenkam, wurde der Sonntagsfahrer unsicher und verlor die Herrschaft über das Steuer. Er stieß mit dem entgegenkommenden Auto zusammen. Aus dem völlig demolierten Mietauto wurden fünf Schwer, verletzte geborgen. Die Insassen des anderen Wagens hatten Glück, von ihnen wurde niemand ernstlich verletzt. Der Sachschaden beträgt nach erster Schätzung 6000 T 1. den wurden von der Staatsanwaltschaft Waldshut wegen verschiedener Delikte gesucht. — Festgenommen und in die Landesstrafanstalt eingeliefert wurden außerdem zwei jugoslavische Staatsangehörige, die im Personenzug Karlsruhe — Bruchsal ohne Fahrkarte und ohne Ausweispapiere angetroffen wurden. Wie sich bei der Vernehmung herausstellte, hatten die beiden illegal die jugo- slavisch-österreichische und die österreich- deutsche Grenze überschritten. Der eine gab an, seine Mutter befinde sich im Flüchtlings- tlniiiiliiisfalirl der l/olkshothsdiule Bruchsal Motorsportring Kratchgan Geschicklichkeitswettbewerbe am 24. September ln Mingolsheim Am Sonntag, dem 24. September 1950, veranstaltet der Motorsportring „Kraichgau“ in Mingolsheim.. einen Geschicklichkeitswettbewerb auf dfer’Rennstrecke des Waldparkrings, wozu alle «Besitzer eines Motorrades oder eines Kraftwagen teilnahmeberechtigt sind. Die Motorradfahrer haben auf der Rennstrecke dabei 9, die PKW-Fahrer 7 bestimmte Aufgaben zu lösen. U. a. sind folgende Aufgaben vorgesehen: Die Motorradfahrer werden nach dem Start Ringe auf Pfähle werfen, eine markierte Strecke befahren, Beachtung eines Verkehrszeichens, Durchfahren eines Tunnels, Ablesen einer Nummer und später Wrederan- schreiben, Fahrt über eine Wippe, und Fahren eines „U“. Die PKW-Fahrer werden rückwärts Starten, re^h 100 m in einem abgesteckten Feld wenden, und dann die gleichen Aufgaben wie die Motorradfahrer mit Ausnahme der Fahrt über die Wippe zu lösen haben. Gewertet werden bei den Motorrädern alle Klassen bis einschließlich 750 ccm. PKWs jeder Klasse und Stärke sind ebenfalls zugelassen. Das Nenngeld beträgt für Motorräder 1.50 DM and für PKW 2.— DM. Der Nennungsschluß wurde auf Donnerstag, den 21. September, festgesetzt. Nennungsformulare mit näheren Einzelheiten bitten wir beim Sekretariat in Bad Mingolsheim, Postfach 21 oder über Telefon Mingolsheim 260 anzufordem. Am Sonntag, 10. September, veranstaltet die Volkshochschule unter Führung von Prof. Wiedemann eine Omnibusfahrt in den Schwarzwald. Zuerst wird in Tiefenbronn bei Pforzheim die im 15. Jahrhundert erbaute gotische Wallfahrtskirche besichtigt, die ein Bau- und Kunstdenkmal von ausgesprochener Bedeutung ist. Sie beherrbergt in ihrem Innern eine Fülle hochwertiger Kunstwerke, z. B. einige Altäre, die vor kurzem sogar in Paris gezeigt wurden. Im übrigen zeichnet sich das Dorf Tiefenbronn durch schöne, alte Fachwerkhäuser aus. Von Tiefenbronn geht es weiter nach Hirsau mit seinem Kloster und dann durch die schöne Die Freibeflräije für Kriegssdiäden Verwaltungsanordnung über die Begriffsbestimmungen Während zum dritten Steuerordnungsgesetz die Aufwendungen für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung, die infolge von Kriegseinwirkungen verloren gegangen sind, im Rahmen der Höchstbeträge als Sonderausgaben berücksichtigt wurden, werden diese Aufwendungen nach dem neuen EinkStGes. als außergewöhnliche Belastungen behandelt. Sie sind in § 33a EinkStGes. geregelt. Den Totalgeschädigten wird ohne Nachweis von den Wiederbeschaffungsaufwendungen ein freier Betrag gewährt, der je nach Steuerklasse zwischen 480.— und 720.— DM jährlich liegt. Werden darüber hinaus weitere Aufwendungen nachgewiesen, so erhöht sich der Freibetrag bis auf den doppelten Betrag. Teilgeschädigte erhalten zwar auch eine Steuerentlastung nach § 33 (2) EinkStGes., können aber nicht Freibeträge ohne Nachweis des Aufwandes in Anspruch nehmen. Es ist daher in Zukunft steuerlich von erheblicher Bedeutung, ob man dem Kreise der Totalgeschädigten angehört oder Teilgeschädigter ist. Zur Durchführung dieser recht wichtigen Vorschrift hat das Bundesministerium der Finanzen unter dem 7. Juni eine Verwaltungsan- f^Kreuzjmdjiuet^du^^ Festnahmen. Bei einer Fremoenkonttolle lager Stuttgart-Zuffenhausen, was sich jedoch nahm die Stadtpolizei einen von Berlin stam- als unwahr erwies. menden Oberkellner und eine von Karsau, Diebstahl. Aus einem Hause der Württem- Kreis Säckingen gebürtige Frau fest. Die bei- berger Straße wurde am hellen Tag eine im j— .„.—j— .— ot—Küchenschrank liegende Zelluloidhülle mit 30,— DM entwendet. Der gegen ein Mädchen ausgesprochene Verdacht bestätigte sich bei der polizeilichen Einvernahme jedoch nicht. Angenommen werden muß deshalb, daß ein Fremder in einem unbewachten Augenblick dem Hause einen Besuch abgestattet hatte. Sie wollte aus dem D-Zug springen.' Zwischen Heidelberg und Bruchsal wollte eine 27 Jahre alte Frau aus dem fahrenden D-Zug springen. Sie wurde jedoch von den Reisenden an der Ausführung ihres Vorhabens' gehindert und, da es sich allem Anschein nach um eine Geistesgestörte handelte, in Bruchsal der Bahnpolizei übergeben. Die ärztliche Untersuchung im staatlichen Gesundheitsamt bestätigte die Annahme der Geistesgestörtheit und so wurde die Frau in die Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch verbracht. Die Frau ist schweizerische Staatsangehörige und war in Schaffhausen wohnhaft. Leichtsinniger Fahrer. Wegen leichtsinnigen Verhaltens im Straßenverkehr, das nur allzuoft die Ursache von Unglücksfällen ist, wurde ein Landwirt angezeigt. Er hatte es geduldet, daß auf der Anhängevorrichtung und auf den Kotflügeln seiner Zugmaschine mehrere Personen Platz nahmen. Mit dieser „Besatzung“ fuhr der Landwirt durch die Württemberger Straße, ohne daß glücklicherweise etwas passierte. Kartoffelkäferbekämpfung. In den letzten Tagen sind die Kartoffelkäfer, insbesondere seine Larven wieder in sehr starkem Umfang aufgetreten. Es wird deshalb sämtlichen Kar- toffelpflanzem angeraten, ihre Kartoffelgrundstücke zu kontrollieren und wenn erforderlich, umgehend zu spritzen. Schwarzwaldlandschaft über Bad Liebenzell wieder zurück nach Bruchsal. Die Fahrt wird mit einem neuen Omnibus der Bundespost durchgeführt, Abfahrt ist um 9 Uhr vormittags, Treffpunkt vor dem Postgebäude in Bruchsal. Der Fahrpreis beträgt 4,50 DM. Um einen Ueberblick über die Belegung der Plätze zu bekommen, wollen sich Interessenten beim Sekretariat der Volkshochschule im Rathaus, Zimmer 19 bzw. beim Zigarrenhaus Kussmann am Bahnhof (Auskunftsstelle des Verkehrsvereins) bis spätestens Dienstag, den 5. September 1950 anmelden. Miitgolsheimer Hodtendironili Kurkonzert im Park-Kaf fee des Kurhaus Gantner Trotz des am Sonnabend niedergegangenen Unwetters war das Park-Kaffee des Kurhauses Gantner zum Kurkonzert bis zum letzten Platz mit Gästen aus nah und fern besetzt. Das Blasorchester des Musikvereines hatte bereits zur Mittagszeit im Sanatorium St. Rochus ein Standkonzert unter der Stabführung von Herrn Stassen gegeben. Kurz nach 16.00 Uhr begann Fräulein Emma Weickgenannt mit ihrem Kurorchester ihr Konzert im Kurhaus Gantner. Als Gesangssolistinnen wirkten dieses Mal Frl. Else Bender und ihre Schwester Frau Lore Auerswald mit. U. a. brachte Frl. Bender „An den Sonnenschein“ vpn Schumann, „Unter dem Lindenbaum“ von Eberle und Lehars „Wenn zwei sich lieben“ als Solistin und zusammen mit Frau Auerswald die beiden Lieder: „O, wie wunderschön“ und „Das Taubenhaus“, mit Bravour zu Gehör. Frau Auerswald sang außerdem noch das Walzerlied: von Stolz „Wien wird bei Nacht erst schön“; womit sie sehr viel Beifall erntete. Das Kurorchester zeigte sich in verstärkter Besetzung wieder von seiner besten Seite und man darf Frl. Emma Weickgenannt mit den Mitgliedern ihres Orchesters zu diesem neuen Erfolg gratulieren. folg buchen; waren doch dieses Mal über 400 Zuschauer im Engelsaal erschienen. Die stattliche Menge wurde auch nicht enttäuscht. Man sah durchweg schöne, faire Kämpfe, wobei Eberbach sein feineres technisches Können und zweifellos seine größere Ringerfahrung dokumentieren konnte. Dennoch fiel das Gesamtergebnis mit nur 12:8 Pukten für Eberordnung erlassen, die folgende Begriffsbestimmungen festlegt: 1. Begriff des Totalschadens. Es kann unterstellt werden, daß mit dem Verlust des Hausrats auch stets der Verlust der Kleidung verbunden ist. Der Verlust der Kleidung allein, ohne Verlust des Hausrates läßt die Annahme eines Totalschadens nicht zu. Der Verlust des Hausrates kann regelmäßig angenommen werden, wenn die Wohnung des Geschädigten vollständig zerstört worden ist. Totalschaden setzt aber voraus, daß der Geschädigte mindestens die Möbel für einen Wohnraum besessen hat. 2. Feststellung des Totalschadens. Bescheinigungen über den Totalschaden, die die Kriegsschädenämter, Auffang- und Sammellager, Wirtschaftsämter usw. erteilt haben, gelten im allgemeinen als ausreichender Nachweis. Kann eine Totalschadenbescheinigung nicht vorgelegt werden, so ist der Nachweis des Schadens auch durch andere Unterlagen möglich, z. B. Bescheinigungen der Gemeindebehörde über die Zerstörung der Wohnung, Bescheinigung der Kriegsschädenämter auf Grund der Schadensersatzanmeldung. 3. Entschädigung des Kriegssachschadens. — Bei Totalschäden, die nach dem 30. Juni 1942 eingetreten sind, kann unterstellt werden, daß der Geschädigte eine Entschädigung von mehr als 50 v. H. seines Kriegssachschadens nicht erhalten hat. Bei Totalschäden, die* bis zum 30. Juni 1942 eingetreten sind, spricht eine Vermutung dafür, daß der Geschädigte eine Entschädigung von mehr als 50 v. H. erhalten hat. Der Geschädigte kann diese Vermutung durch den Nachweis über die Höhe der erhaltenen Entschädigungen widerlegen. 4. Nachweis der Wiederbeschaffungskosten — Aufwendungen für die Wiederbeschaffung bach aus. Beisei (Eberbach) holte sich gegen von verlorenem Hausrat und verlorener Klei TTäfinir (MmefAloUnlwi) <**»?_ j __— ____t_•:»i____3_ _ Box-Klubkampf Mingolsheim — Eberbach 8:12 Die Boxabteilung des. Sportvereins Mingolsheim konnte mit ihrer Sonntagabend-Veranstaltung, einem Klubkampf gegen die in ganz Süddeutschland bekannte, sehr starke Jugend- Mannschaft aus Eberbach, einen schönen Er- Häring (Mingolsheim) den einzigen k.o. Sieg des Abends in der 3. Runde. Die Resultate im einzelnen waren: Schüler: Feldinger (E) — Scholl (M) ohne Wertung; Roth (E) — Wüst (M) ohne Wertung; Fellhauer (E) — Frank (M) ohne Wertung. Jugend A: Rachor (E) — Dörr (M) Sieger; Dörr nach Punkten. Papier B: Reichel (E) — Frank (M), Sieger Reichel nach Punkten; Münch (E) — Just (M) unentschieden. Fliegengewicht Jugend: Wilfing (E) — Scholl (M), in der zweiten Runde wegen zu großer Ueberlegenheit von Wilfing abgebrochen. Bantamgewicht Jugend: Rupp (E) — Eisemann (M), Sieger Eisemann nach Punkten. Federgewicht: Wondrak (E) Badischer Meister — Mehr (M), unentschieden. ' düng können nur berücksichtigt werden, wenn sie bereits gemacht worden sind, also eine Ersatzbeschaffung erfolgte. Der Aufwand ist im einzelnen nachzuweisen. Daher müssen Quittungen, Kassenzettel und dergleichen vorgelegt werden. Kassenbons, die den gekauften Gegenstand nicht eindeutig bezeichnen, dürfen nicht anerkannt werden. Bei höheren Beträgen als 100.— DM muß der Beleg den Namen und die Anschrift des Käufers enthalten. Die Finanzämter können durch Vergleich mit den Einträgen der Vorjahre nachprüfen, ob die jetzt geltend gemachten Aufwendungen tatsächlich zur Wiederbeschaffung von Gegenständen dienen, die durch Kriegseinwirkungen verloren gingen. Zur Anerkennung des im Gesetz zugestandenen Freibetrages oder zum Eintrag dieses Freibetrages auf der Lohnsteuerkarte genügt Weltergewicht Bansbach (E) — Philipp (M) der Nachweis, daß ein Vollschaden eingetreten 1 n u #i — nL m —> t— m — ..L 7 >- — u 1 _ r ■ —. __ ~ . Sieger Bansbach nach Punkten. Senior, Leichtgewicht: Zänker (E) — Fuchs (M), Sieger: Fuchs nach Punkten. Halbschwergewicht: Beisei (E) — Häring (M) Sieger: Beisei. k. o. i. d. 3. Rund» ist. Bei Vollgeschädigten ist der Aufwand zur Wiederbeschä’ffung im einzelnen, wie bereits oben angeführt, nur dann nachzuweisen, wenn der erhöhte Freibetrag in Anspruch genommen wird Kirchenchor St. Paul. Am heutigen Mittwoch, 30. August, nimmt der Kirchenchor von St. Paul, um 20.30 Uhr, seine Proben wieder auf. Vollzähliges Erscheinen ist erwünscht, Platzeinweihung der Tennis-Abteilung der TSG-Bruchsal. Nach langer, mühevoller Arbeit wurden die durch den Krieg zerstörten restlichen beiden Tennisplätze der Tennis-Abteilung der TSG hergerichtet. In vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit waren durch die Mitglieder Erdbewegungen durchgeführt und damit die Voraussetzungen für den Neubau geschaffen worden. Sportkamerad Weigl, in dessen Händen die Organisation des Wiederaufbaus lag, konnte die beiden Plätze am 26. August dem Vorsitzenden der Tennis-Abteilung der TSG übergeben. Trotz Blitz und Donner wurden die Plätze mit einigen internen Spielen eingeweiht und für den weiteren Spielbetrieb freigegeben. Damit hat die Abteilung eine seinem Mitgliederbestand entsprechende Sportanlage erhalten, die jederzeit ausreichende Trainingsmöglichkeiten bietet. Durch die Möglichkeit, künftig auch Einzelspiele durchzuführen, wird sich die Spielstärke der Abteilung in der kommenden Zeit zweifellos wesentlich heben. Erzbiscbof Dr. Rauch 65 Jahre alt. Der Erzbischof von Freiburg und Metropolit der Oberrheinischen Kirchenprovinz, Dr. Wendelin Rauch, kann am 30. August sein 65. Lebensjahr vollenden. Der Erzbischof, der sich vor einigen Wochen einer Operation unterziehen mußte uiid dieser Tage das Krankenhaus verlassen konnte, befindet sich zur Zeit in Erholung außerhalb Freiburgs. Dr. Wendelin Rauch entstammt einem alten Bauerngeschlecht und erhielt 1910 in Rom seine Priesterweihe. Im ersten Weltkriege war er Divisionspfarrer an der Fronit. 1925 wurde Dr. Rauch als Professor der Moraltheologie an das bischöfliche Priesterseminar Mainz berufen. 1938 berief ihn der verstorbene Erzbischof Dr. Gröber als Direktor des theologischen Konvikts nach Freiburg zurück. Nach seinem Rücktritt 1946 widmete er sich ganz seinen moraltheologischen Arbeiten. Seine Wahl zum Erzbischof von Freiburg erfolgte am 27. 7. 1948, seine feierliche Inthro- nisierung und Konsekrierung am 28. Oktober 1948, dem Jahrestag seiner Priesterweihe. FUmschau. In den Bruchsaler Europalicht- spielen läuft bis einschließlich Donnerstag ein fröhlicher Film-. „Der ungetreue Eckehart“ nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Hans Sturm. Wer gerne von Herzen lacht, sieht dieses Lustspiel mit Vergnügen wieder. Bekannte Humoristen, Hans Moser, Theo langen, der verstorbene Rudi Godden, Lucie Englisch usw. haben die hauptsächlichsten Rollen inne. Beachten wolle man die neuen Anfangszeiten: 17, 19 und 21 Uhr. Mittwoch, den 30. August 1950 Unwelferfealastrophe in Karlsdorf Schwerer Hagelschlag — Orkanartiger Sturmwind Der Heideisheimer Rnländer Erfolgreiche Bilanz der Winz ergenossenschaft Heidelsheim Der 26. August war für Karlsdorf ein sehr schwarzer Tag. Gegen 17.00 Uhr brach ein wüstes Unwetter los, das den auf dem Felde arbeitenden Menschen keine Möglichkeit ließ, irgendwo Schutz zu suchen. Mit den ersten Regentropfen fiel auch schon starker Hagel. — Mehrere Leute erlitten blutende Wunden. Der orkanartige Sturmwind knickte eine große Anzahl von Bäumen um. Die auf dem Heimweg sich befindenden beladenen Oehmdwagen wurden über den Haufen geworfen und man hatte alle Mühe, das erschrockene und beängstigte Vieh am Zügel zu halten. Der größte Schaden entstand auf den Tabakfeldem, wo ganze Parzellen kahl geschlagen wurden. Zentnerweise wurde das halbreife Obst von den Bäumen geschüttelt. Die seit 1945 angelegten Weinberge sehen ganz wüst aus. Die Hälfte der Trauben liegt auf dem Boden. Bei einigen Wohnhäusern wurden die Fenster eingeschlagen. — Der Schnitter Tod hielt in der letzten Woche reiche Ernte. Nach kurzem Krankenhausaufenthalt starb Frau Frieda Benz, Altbürgerstraße. Außerdem folgte Frau Marie Fischer, Bahnhofstr., ihrem vor nicht allzulanger Zeit verstorbenen Ehemann in die Ewigkeit nach. — Wie ein Lauffeuer ging am Sonntag die Nachricht durch die Gemeinde, daß die Ehefrau des Hubert Riffel, Bahnhofstraße, plötzlich gestorben ist. Im blühenden Alter von 51 Jahren wurde sie nach kurzer, schwerer Krankheit’in die Ewigkeit abberufen. w. Langenbrücken Am Donnerstag, den 31. August, 18.00 Uhr, findet das Richtfest der landwirtschaftlichen Berufsschule statt. Am Samstag, den 2. September, 20.00 Uhr, gastiert die Künstlergemeinschaft des Volkstheaters Heidelberg im Theatersaal des Kurhauses. Zur Aufführung kommt Lehars spritzige Operette „Das Land des Lächelns“. — Rettigheim Am Samstag wurde Rettigheim in den späten Abendstunden von zwei schweren Unwettern heimgesucht. Solche Schlamm- und Wassermassen wälzten sich durch die Dorfstraßen, daß die Feuerwehr alarmiert werden mußte, um das in die Keller eingedrungene Wasser zu beseitigen. Auch auf dem Felde entstand beträchtlicher Schaden, dessen Umfang noch nicht ganz übersehen werden kann. Am vergangenen Samstag machte die Betriebsleitung der Zigarrenfabrik Barth mit der Belegschaft und ihren Angehörigen einen Ausflug in den Schwarzwald. Die Reise ging über Ettlingen, Marxzell, der Murg entlang bis nach Forbach und Baden-Baden. Geburtstage: Am 1. September Kleinlagel Florentina und Alois Krippel, 82 Jahre. Am 2. September Georg Bös, 75 Jahre, am 3. September Schmitt Theresia, 80 Jahre. Herzlichen Glückwunsch. Stettfeld Frau Theresia Mayer Wwe., Talstraße 105, begeht heute ihren 71. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch. D, Rheinwasserstände Konstanz 350 (unv.), Rheinfelden 236 (—2), Breisach 178 (—4), Straßburg 252 + 9), Karlsruhe 414 (+14), Mannheim 260 + 18), Mainz 233 (+8), Bingen 148 (—6),. Caub 157 (+7). Wiesentaler Sonntagsfhronik FSV-1898 Wiesental I — FV Hambrücken'I 3:1 In einem sehr schönen, schnellen und fairen (Spielverlauf wurden die Hambrücker, die er- Satzgeschiwächt angetreten waren, von den Furnern verdient mit 3:1 Toren geschlagen. — Bis Jetzt 7 OOO Besucher in Neuenbftrg Die Neuenbürger „Jedermann“-Festspiele verzeichneten einschließlich 3 500 Schulkindern bis jetzt einen Besuch von über 7 000 Personen. Bei allen Besuchern hinterließ das Spiel vom Leben und Sterben des reichen Mannes einen tiefen Eindruck. Auf ge führt wird das Werk noch fünf Mal: Am Samstag, 2., am Sonntag, 3., am Mittwoch, 6., am Samstag, 9. und am Sonntag, 10. September. Karten sind auch an der Abendkasse in Neuenbürg erhältlich. Mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt. In der zweiten Halbzeit kam dann Wiesental erheblich auf Touren und der ausgezeichnete Gästetorhüter mußte nach Prachtschüssen von E. Mahl und H. Mail noch zweimal hinter sich greifen. — Im Vorspiel kam die Hambrücker Jugend gegen die TSV-Jugend zu einem schönen 4:0 Erfolg. Der TSV 1898 Wiesental war bei den Mehr- Eampf-Kreismeisterschaften in Bruchsal mit 84 Teilnehmern vertreten und konnte dabei sehr beachtlich abschneiden. A-Jugend FV 1912 — A-Jugend Waldhof 0:6 Mit der Waldhof-Jugend hatten sich die Wiesentaler einen äußerst spielstarken Gegner verpflichtet. Die Waldhöfer wurden be- Kanntlich Badischer Jugendfußball-Meister. — In der ersten Halbzeit konnten die Wiesentaler noch einigermaßen schritthalten und mußten nur 1 Tor hinnehmen. Aber nach dem Wiederanpfjff zeigten die Gäste „Waldhof- Bchule“, so daß die Wiesentaler A-Jugend diesem ideenreichen Spiel nicht mehr gewachsen war. Nach tapferer und fairer Gegenwehr mußten sie sich mit 6:0 Toren geschlagen geben. * Das Nationaltheater Mannheim führt augenblicklich in den Bruhrain Gemeinden eine große Werbeaktion zur Mitgliederwerbung durch, dabei konnten schon erfreuliche Ergebnisse erzielt werden. Wiesental ist jetzt auch mit einbezogen. Die Vorstellungen können an Hand des Spielplanes von den Mitgliedern ausgesucht werden. Monatlich ist eine Vorstellung vorgesehen. Die Fahrt wird 1 mit einem Autobus durchgeführt. -AP- Am Samstag fand in der „Brauerei Bender“ die erste Generalversammlung der Heideisheimer Weinbauern statt. Die örtliche Winzergenossenschaft war im Anschluß an die Winzergenossenschaft Wiesloch im Herbst 1948 gegründet worden und konnte in ihrem ersten Geschäftsbericht äußerst günstige Resultate bekanntgeben. Die Endabrechnung und das Ergebnis der Auszahlungen — von Kassierer Fritz Manz zur Kenntnis gebracht — wies vor allem den großen Vorteil auf, den die Zugehörigkeit zur Genossenschaft für jeden Pflanzer darstellt. Die freie Marktwirtschaft erschwert heute den Absatz der landwirtschaftlichen Produkte, das gilt auch für den Weinbau, doch ist dem Pflanzer bei genossenschaftlichem Anschluß immer die Gewähr gegeben, günstige Absatzmärkte vermittelt zu bekommen» Auf Grund dieser Erfahrung haben sich die meisten Winzer bereits zum Beitritt in die Genossenschaft entschlossen, wie die steigende Mitgliederzahl es beweist. (29 Gründungsmitglieder, im ersten Jahr 21 Zugänge, heute 78 Mitglieder). Vorstand Engelhard Durst konnte bei seinen Begrüßungsworten dem Oberrevisor der landwirtschaftlichen Genossenschaft Karlsruhe, Schaber, für sein Erscheinen danken. Herr Schaber gab zur Freude der anwesenden Winzer bekannt, daß, nach eingehenden Messungen und Prüfungen, der Heideisheimer Ruländer sich in bezug auf Qualität getrost neben die besten Spitzenweine Badens stellen könne. Er legte den Weinbauern vor allem anheim, die Qualität ihres Produktes durch stetig verbesserte Pflege und sorgfältige Behandlung beim Spritzen usw. zu steigern, da nach der diesjährigen Traubenablieferung in Wiesloch der Wein nach Qualitäten klassifiziert werden solle. Eine allgemeine Ansprache schloß die interessante Versammlung. Die Heideisheimer Winzer hoffen, bald eine eigene genossenschaftliche Kelter erstellen zu können. Im übrigen wurde der Wunsch geäußert, dem Altenberger Rebensaft sowohl durch pflegliche Sorgfalt als auch durch ein verbreitertes Absatzgebiet den Platz unter den badischen Spitzenweinen zu erringen, der ihm nach seiner qualitativen Eignung zusteht. -o- ¥ Die ehemaligen Schulkameraden des Jahrgangs 1920 veranstalteten am vergangenen Wer vertreibt Waschmittel, Bohnerwachs, Speiseöl und andere Artikel, direkt an Privat und will noch lohnenden Artikel des lägl. Bedarfs mitführen. Kapital nicht erforderlich. Schreiben Sie unter Nr. 512 an die Geschäftsstelle des Blattes. < 2 öiedek Spteduitunden Hermann Graebener Dentist Bruchsal. UnterBwisheimerstrifie 2 Telefon 142t Emaillieren u. Vernickeln von Fahr- u. Motorrädern in allen Ausführungen, auch gegen Ratenzahlungen. Rex-Fahrradmotoren DM 30,— Anzahlung seht Monatsraten, kein Wechsel R. Baumann, Bruchsal Unterer Schloßgarten B 3 Suchen Sie Geld? Darlehen / Hypotheken / Kredite 1 Finanzierungen 1 Beteiligungen Grundstück- An- und Verkauf. 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Der Sonntag verlief programmgemäß mit gemeinsamem Kirchgang und Totengedenken am Vormittag und einem gemütlichen Beisammensein mit den Familienangehörigen am Abend. * Am 31. August wird Josefine Ansein, Bruch- saler Str., 79 Jahre alt. Wir gratulieren! Von der Hodizeit in den Tod Das „Heidelberger Tageblatt“ berichtet aus Rot: Am Samstag, dem 19. August, sollte die Trauung einer 23jährigen Neubürgerm stattfinden, mußte aber abgesagt werden, da die Braut am Morgen desselben Tagen spurlos verschwunden war. Sofort eingeleitete Suchaktionen blieben leider ergebnislos. Am letzten Freitag wurde die Leiche eines Mädels bei Brühl aus dem Rhein geborgen und als die Vermißte aus Rot identifiziert. Es wird angenommen, daß das Mädchen im Zustand geistiger Umnachtung den Tod suchte. Unsere Sportedie Sportabzeichen-Abnahme Am kommenden Samstag, 2. September, nachmittags 15 Uhr wird erstmals nach dem Kriege die Abnahme von Bedingungen für das neugeschaffene Sportabzeichen vorgenommen. Die Bewerber müssen im Besitze eines Sportabzeichen-Heftes sein. Dieselben sind erhältlich bei Sporthaus Silberer und Sporthaus Bohleber. Ohne Heft keine Abnahme. Die Bewerber müssen wohl vorbereitet zur Abnahme kommen. Die Abnahme erfolgt auf Platz I der TSG im unteren Schloßgarten. Ueber die Abnahme des Radfahrens, 10 000-km-Laufes, Schwimmen, schwerathletischen Uebungen usw. erfolgen später noch Hinweise in den Tageszeitungen. — Am kommenden Samstag werden folgende Uebungen abgenommen: 100 400, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen. Handball Termine der Handball-Bezirksklasse Die Handball-Bezirksklasse beginnt die neue Verbandsrunde am 10. September. Für die ersten beiden Spieltage wurde folgende Ter- mdnliste aufgestellt: 10. 9.: Kronau — Neuthard, Oestringen — Philippsburg, Spöck — Büchenau, Oberhausen — Odenheim, Neuthard — Oberhausen, Spöck — Kronau. Fußball TSV Ludwigsburg — FV Neuthard 4:3 Am Sonntag gastierte der Fußballverein Neuthard beim TSV Ludwigsburg. Infolge starken Regens war das Ludwigsburger Stadion stark aufgeweicht, so daß die Mannschaften es schwer hatten, ein flottes Spiel zu zeigen. Das Treffen der zweiten Garnitur endete 2:1 für Ludwigsburg. Die ersten Mannschaften tauschten auf dem Spielfeld Grüße und Angebinde aus. Die Neutharder, die sich anfangs mit dem schweren Boden nicht zurechtfanden, kamen erst in Schwung, als sie mit 2:0 im Rückstand lagen. Kurz nach Halbzeit konnten sie auf 2:2 herankommen und sogar den Führungstreffer herausspielen. Die Ludwigsburger drängten auf den Ausgleich, der ihnen auch glückte. 3 Minuten vor Schluß erzielte Ludwigsburg den Siegestreffer. Der TSV Ludwigsburg ist ein A-KIassenvertreter und man darf die Leistungen der Neutharder gegen diese Mannschaft als Erfolg buchen. Nach einem gemütlichen Beisammensein traten die Neutharder gegen 22 Uhr die Rückreise an. -ka- Unter eigenem Mt Roman von Edmund Sabott Copyr. 1848 by Verlag Reutlingen Oertel & Spörei Fortsetzung Christa verhätschelte ihn heute noch; Ursula aber versuchte schon seit geraumer Zeit ihn zur Härte und Strenge gegen sich selbst, zur Selbstzucht und zu praktischem nüchternem Menschenverstand zu erziehen. Das blieb nicht ganz ohne Erfolg, obwohl zu «kennen war, daß er niemals mit dem nüchternen, p-auen Alltag zufrieden sein würde. Aber immerhin hoffte sie, es werde ihr noch gelingen, aus ihm wenigstens einen brauchbaren Menschen zu machen und Ihn davor zu bewahren, ein versponnener, lebensfremder Sonderling zu werden. Und nun war er ein Totschläger oder gar ein Mörder geworden! Ursula setzte sich zu ihm auf die Armlehne seines Sessels, während die andern fassungslos im Kreise herumstanden. Sie legte Ihm schwesterlich zärtlich, was sie sonst kaum je getan hatte, einen Arm um die Schultern und versuchte, ihn aus seiner zusammenge- sunkenen Haltung aufzurichten. Den andern warf sie einen Blick zu, der etwa bedeutete: Ueberlaßt ihn mir! Ich weiß, wie man mit .ihm umgeh«! muß, um ihn zum Reden zu bringen! Nach und nach gelang es ihr tatsächlich, obwohl er rieh anfänglich heftig sträubte. Me mußte viel Geduld aufbringen. Br wollte nicht einmal über die Gründe seiner Tat et- über, ob er sie ganz allein ausgeführt habe. Daß er keinen Helfer gehabt habe, gab er dann allerdings bald zu, er sei auch von niemand angestiftet worden. Er habe sich zu allem selbst entschlossen und alles auch selbst ausgeführt. Alles übrige, behauptete er hartnäckig, sei seine eigene Angelegenheit und — die des Toten. Man möge tun, was mein wolle und nach Gutdünken über ihn und sein Schicksal beschließen, er werde sich ohne ein Wort allem unterwerfen. Nur mit der Forderung nach einem Geständnis möge man ihn verschonen. Er sei ,wie benommen* gewesen und könne sich an Einzelheiten kaum noch erinnern, er wolle sich auch nicht mehr erinnern. Ursula ließ jedoch nicht locker, und allmählich wurde er mürbe und gestand, daß er Anita so rasend hebe, daß er hauptsächlich ihretwegen die Tat verübt habe. Alle sahen sich starr an. Der .klein Bruder*, dar .dumme Junge* verliebt, so leidenschaftlich, besinnungslos und blindlings verliebt, daß alle Hemmungen der Vernunft überspült und weggerissen und er zum Mörder geworden war? Man hatte ihm eine Schwärmerei zugetraut, eine rührselige Verliebtheit, aber keine .rasenden* Leidenschaft Eine Tat des Eifersuchtswahns also? Ja gewiß, und doch noch etwas anderes und mehr. Me Eifersucht war nicht einmal das Wesentliche. Stockend und anscheinend selber fassungslos legte er sein Bekenntnis ab, und Anita, um die es gjng, hörte ihm begierig und mit einem sonderbaren Gesichtsausdruck zu. Für sie war es wohl nichts anderes als eine prik- ptlude Genugtuung, so geliebt su worden, ünd sie war aecrwmnt alles über die mörderische Leidenschaft zu hören, die sie in dem jungen Menschen entfacht hatte. Vielleicht war sie auch nur verblüfft über diese Wendung der Dinge. Ganz sicher aber war sie geschmeichelt. Um ihretwillen ein. Mord! Das hob ihr Selbstgefühl noch beträchtlich. Nein, es war also nicht nur Eifersucht, was den Jungen zu der Tat getrieben hatte, sondern noch etwas anderes. Er könnte es nur schwer und mit stockenden Worten erklären. Er nannte Brender den .Bösen Geist* Anitas und gab ihm die Schuld daran, daß sie unter seinem Einfluß gleichfalls .böse', lasterhaft, schlecht, gewöhnlich und dirnenhaft wurde. Allen Ernstes schien er zu glauben, sjg sei im Kern ihres Wesens eine Heilige, ein verklärtes und verklärendes Madonnengeschöpf, das nur erlöst und befreit werden mußte von dem teuflischen Einfluß, um sich wie ein Engel ins unirdisch Makellose zu erheb«!. Niemand lächelte, als er darüber in ziemlieh pathetischen Worten sprach. Sogar Stolle dachte nicht daran, über den Jungen zu grinsen. Anita, das .Luderchen*, wie Stolle sie nannte, eine Heilige, eine Madonna! Armer kleiner, ahnungsloser Bruder! Lieber dummer Junge! Deine erste Liebe, und dies Ende! Er hatte mehrfach von Brender verlangt, Anita .freizugeben*, und der hatte sich natürlich geweigert, hatte sich über den dummen Bengel vermutlich lustig gemacht und so getan, als wolle er ernsthaft mit ihm verhandeln. Er hatte Harns sogar Versprechungen gemacht, aber sie nie gehalten, bis dann Hans schließlich die Geduld verloren und ihn zu einer letzten .entscheidenden* Unterredung für die letzte Nacht in den Garten bestößt und ihn dort erschossen, als Ihm von Brender der in dieser Nacht wahrhaftig andere Sorgen hatte, gesagt worden war, er solle sich zum Teufel scheren, und ihn endlich mit seinem albernen Gewäsch in Frieden lassen. Dies war das Geständnis, und alle waren erschüttert davon. Ursula sah fragend in die Runde, begegnete aber nur ratlosen Blicken und wandte sich schließlich wieder ihrem Bruder zu. „Das alles ist ja ganz furchtbau:, Hans! Warum hast du dich keinem von uns anvertraut, als es noch Zeit dazu war?“ „Weil ihr mich alle nur ausgelacht hättet; du ganz besonders!“ „Habe ich dich denn je ausgelacht, Junge?“ „Nein, aber bloß deshalb nicht, weil ich solche Sachen eben stets für mich behalten habe. Du hast mich nie ernst genommen.“ „Ich glaube, du tust uns unrecht; mir ganz bestimmt. Hätten wir beide alles miteinander besprochen, ich glaube, dir wäre manches in einem andern Licht erschienen.“ „Ja, jetzt, wo es so gekommen ist, nehmt ihr‘s auch mit einem Mal ernst! Vorher hättet ihr bestenfalls hinter meinem Rücken gegrinst, genau so, wie ... wie er ...“ Wie kindlich! Nun hatten also die Erwachsenen schuld! Ursula wiegte den Kopf hin und her. „Nun gut, über deine Gründe wissen wir ja nun Bescheid; aber noch nicht über die Umstände bei deinem ... deinem Mord. Wo hast du eigentlich die Pistole dazu herbekommen?“ fragte sie unvermittelt. Er setzte mehrmals zu einer Antwort an, schüttelte dann aber entschieden den Kopf. „Das sage ich nicht“ „Gestohlen?“ „Nein.“ (Fortsetzung folgt) /lllr null NEUE llinmil Keine Zuzugebefchränhungen mehr? Es trifft zu, daß die Alliierte Hobe Kommission am 15. Juni 1950 ein Gesetz über die „Aufhebung bestimmter Gesetzesvorschriften über die Beschränkung der Bewegungsfreiheit innerhalb des Gebietes der Bundesrepublik“ erlassen hat. Es lautet: Artikel 1. Die Bestimmungen des Artikels XI des Kontrollratsgesetzes Nr. 18 über die Wohnungsfragen verlieren innerhalb des Gebietes der Bundesrepublik ihre Gültigkeit; alle in Durchführung dieser Bestimmungen erfolgten Erklärungen zum „Brennpunkt des Wohnungsbedarfs“ werden aufgehoben. Artikel 2. Alle von den Militärregierungen hinsichtlich der persönlichen Bewegungsfreiheit. der Wahl des Wohnorts innerhalb des Gebietes der Bundesrepublik auferlegten Beschränkungen werden aufgehoben. Es trifEt zu, daß der Bundesminister des Inneren in einem Schreiben an die Innenminister vom 3. Juli die dadurch geschaffene Rechtslage in folgender Weise erläutert hat: 1. Alle „Brennpunktserklärungen“ sind aufgehoben. 2. Verlegung des Wohnsitzes innerhalb des Bundesgebietes von einer Zone in eine andere bedarf keiner besonderen Genehmigung mehr. 3. Damit ist im wesentlichen die Freizügigkeit innerhalb des Bundesgebietes in Sinne von Artikel 11 des Grundgesetzes wiederhergestellt. 4. Der Zuzug in das Bundesgebiet (zum Beispiel aus der russischen Zone) ist wie bisher von der Erteilung einer Genehmigung abhängig. 5. Unberührt geblieben sind die Bestimmungen über Wohnraumbewirtschaftung. Es trifft also leider nicht zu, daß zur Stunde schon ein jeder seinen Wohnsitz völlig frei wählen kann. (Die harte Wirklichkeit der Wohnungsnot legt uns hier noch Zügel an; die Folgen einer plötzlichen imbeschränkten Bewegungsfreiheit wären nicht auszudenken). Jeder bedarf weiterhin der Zustimmung des Wohnungsamtes, die erfahrungsgemäß sehr schwer zu erhalten sein wird. Immerhin sind die Mauern, die jede Gemeinde aus Furcht vor Eindringlingen um sich errichtet hat, nun soweit abgetragen, daß wir einander wieder sehen und in Zeiten besserer Wohnverhältnisse vielleicht auch den Ort des eigenen Heims nach Arbeitsplatz, Sippe und günstigenfalls nach Herzenslust wählen können. ( ueh das gibt es noch! Es war auf einem Göppinger Bauplatz. Der Bauherr, ein Fabrikant, sah, wie ein heimatvertriebener Lehrling seine Brotschnitte aß. Er zog seine Brieftasche und reichte dem Jungen einen Fünfmarkschein mit den Worten: „Geh und kaufe Dir ein anständiges Vesper“. Am nächsten Tag aber holte er den Jungen zu einer Autofahrt ab, die in einem Konfektionsgeschäft endete, wo der Fabrikherr den Jungen den schönsten Anzug aussuchen ließ und ihn dann wieder zur Baustelle zurückbrachte. Man kann sich vorstellen, daß am Abend bei der zwölfköpfigen heimatvertriebenen Familie die Freude über diese hochherzige Tat sehr groß war. Verbildliche Gastfreundschaft. Einen vorbildlichen Empfang erlebten die aus Schleswig-Holstein kommenden Heimatvertriebe n, die mit dem ersten Umsiedlertransport in Schwäbisch Hall eintrafen. Mit einem echt schwäbischen Sonntagsbraten wurden die Angekommenen bewirtet und dann vom Landrat und vom Vorsitzenden des Kreisbilfsver- bandes begrüßt und in der neuen Heimat herzlich willkommen geheißen. Die Einweisung in die Wohnungen und die Überführung des Umzugsgutes war so vorbildlich organisiert, daß die Umsiedler von ihrer Aufnahme tief beeindruckt waren. Auch dem dringendsten Mangel an Einrichtungsgegenständen konnte durch Ausgabe einiger Möbel gesteuert werden. Egerländer Heimattreffen in Schwäbisch Hall Die „Eghalander Gmoi“ veranstaltet gemeinsam mit dem Kreisverband Schwäbisch Hall des Landesverbandes der vertriebenen Deutschen am 26. und 27. August das 2. Landestreffen der Egerländer. Der Egerer Landtag (der Städteverband des historischen Egerlan- des) wird an diesen Tagen in Schwäbisch Hall eine Tagung abhalten. Ein vorbildlicher Maurer. Der Maurer Mürle aus Bergheim bei Eßlingen hat nach eigenen Plänen und mit eigenem Geld ein Wohnhaus gebaut, um Heimatvertriebenen eine menschenwürdige Unterkunft zu bieten. Sechs ostvertriebenen Familien wurde dadurch geholfen. R.H. Kulturelle Kurznachrichten Die Westdeutsche Bibliothek in Marburg an der Lahn erhielt vom Verein Deutscher Bibliothekare den Auftrag, das ostdeutsche Schrifttum zu sammeln und bibliographisch zu bearbeiten. Diese Aufgabe hat angesichts der Riesenverluste durch Wegfall der ostdeutschen Hochschul- und Stadtbibliotheken erhöhte Bedeutung und sollte durch Zustellung allen Schrifttums unterstützt werden. Auch Zeitungen und Zeitschriften der Heimatvertriebenen sind erwünscht. Das Material ist über den deutschen Leihverkehr jedermann zugänglich. Der sudetendeutscfae kath. Lehrerverband, genannt Willmannbund, gedachte in Wehmut des 30. Todestages seines Namenspatrons, Otto Willmann, der am 1. Juli 1920 in Leitmeritz starb. Sein Name ist aus der Geschichte der Pädagogik nicht wegzudenken. Der Prager Universitätsprofessor schrieb als grundlegendes Werk der modernen wissenschaftlichen Erziehungslehre die „Didaktik als Bildungslehre“ und legte seine Philosophie in der „Geschichte des Idealismus“ nieder. Die Flüchtlingsstudenten stellen nach einer Statistik der Studentenwerke aus dem Jahre 1949 rund 46% aller um Darlehen nachsuchenden bayrischen Studierenden (an 13 bayrischen Hochschulinstituten sind von 1257 Hilfsbedürftigen 580 Heimatvertriebene). Ihre riesige soziale Not kennzeichnet die Tatsache, daß nur 68% ledig, und daß bei 38,8% die Väter gestorben, vermißt oder gefangen sind. Von den vier Prager Studentenverbindungen des C.V. sind bereits drei neugegründet worden: Nordgau in Stuttgart, Vandalia in München und Ferdinandea in Bamberg. Prof. Othmar Spann, der bekannte Sozialphilosoph und Nationalökonom, zunächst an der Technischen Hochschule in Brünn und dann an der Universität Wien tätig, starb am 8. Juli im Burgenland. Seine Kritik am Liberalismus und Marxismus (Hauptwerk: „Der wahre Staat“) fand in den Jahrzehnten zwischen' den beiden Weltkriegen auch im Sudetenland stärkste Beachtung. Um die Stephanskrone Um die Stephanskrone wird es wieder laut, nachdem eine zuständige Stelle des amerikanischen Außenministeriums alle Gerüchte über ihre bevorstehende Auslieferung an die ungarische Regierung zurückgewiesen hat. Das Verlangen nach ihr wird verständlich, wenn man weiß, daß diese vor genau 950 Jahren vom Papst Sylvester II. dem ersten ungarischen König übersandte. Krone von ganz Ungarn als das nationale und religiöse Symbol der Herrschaft über das Land verehrt wird. Der Bericht von der abenteuerlichen Flucht des' ungarischen Kronschatzes aus der eingeschlossenen Festung Belgrad.bis zu seiner Übernahme durch die Amerikaner nach mannigfachen Zwischenschicksalen liest sich wie ein spannender Roman. Die Nachrichten über den jetzigen Aufbewahrungsort widersprechen sich. Dieser hat wohl zwischen Wiesbaden, Frankfurt u. München gewechselt. Es liegen sogar Meldungen vor, nach denen die Kronia- signien bereits dem Vatikan übergeben worden sein sollen. Der Papst hat sich schon früher dafür ausgesprochen, daß die Heilige- Stephans-Krone an Ungarn nicht ausgeliefert werde, solange dort das kommunistische Einparteiensystem regiere. Die ungarischen Emigrantenorganisationen und Komitees haben, nachdem in den letzten Monaten von einem Austausch gegen in Ungarn festgesetzte Persönlichkeit die Rede war, gegen die Herabwürdigung der altehrwürdigen Krone zu einem Handelsgegenstand protestiert. Auch die in den USA gebildete Union zur Befreiung des Kardinals Mindszenty ist in diesem Sinne an den amerikanischen Außenminister herangetreten. Die Oberschlesier Hessens planen unter Leitung des früheren Breslauer Weihbischofs Dr. Ferche, jetzt Köln, für den 13. November einen Pilgerzug nach Rom. Die Kosten betragen insgesamt 250 DM von Frankfurt aus, wo auch bei der Oberschlesischen Landsmannschaft (Ffm-W 13 Postfach 1309 A) Anmeldungen angenommen werden. Hcimatoertriebcnc umgcffcöelt Seit Beginn der Umsiedlungsaktion von Flüchtlingen in Sammeltransporten innerhalb des Bundesgebietes am 1. Juli 1949 wurden nach einem Bericht des Bundesstatistischen Amtes insgesamt 76 200 Heimatvertriebene geschlossen in andere westdeutsche Länder gebracht. 37 400 kamen aus Schleswig-Holstein, das somit wesentlich entlastet wurde. 23 300 wurden aus Niedersachsen und 15 500 aus Bayern umgesiedelt. Unter den Aufnahmeländern stehen Württemberg-Hohenzallem mit 30 200 und Rheinland-Pfalz mit 27 100 untergebrachten Umsiedlern an der Spitze. Der Lehrer baute fleh ein Haue „Was, der Schulmeister will ein Haus bauen, das wird was Schönes zusammengeben“, sagten die Bürger von Faurndau, Kreis Göppingen, als sie vor zwei Jahren vernahmen, daß sich ein 41jähriger Flüchtlingslehrer aus dem Riesengebirge selbst ein Haus bauen wolle. Lehrer Richard Drechsler hatte es nämlich gründlich satt, daß seine Familienangehörigen in dem _ Ort in vier verschiedenen Häusern notdürftig untergebracht waren. Ohne sich um die Ansicht der Einheimischen zu kümmern, begann er im Herbst 1948 in einem Steinbruch die ersten Steine für sein Haus zu brechen. Nach 1%jähriger Arbeit hat nun Drechsler mit Hilfe seiner Schwester, seiner Braut und seines 67jährigen Vaters ein schmuckes Doppelhaus mit vier Wohnungen errichtet, das dieser Tage bezugsfertig wurde. Lediglich die Installations- und Malerarbeiten wurden von Fachkräften ausgeführt. Sofort nach Fertigstellung des Hauses führte der Lehrer seine Braut vor den Altar. , (dpa) Um bas Vermögen öer Suöetenöeutfchen Mißgunst und bev -o - i einer Erklärung, die von Thun und Hohenstem kuu .^.. Pressekonferenz abgab, ein Verleugne. . deutschen Volkszugehörigkeit der Suat. deutschen. Fürst von Thun und Hohenstein hat lediglich den Begriff „Feind“ vpm völkerrechtlichen Standpunkt aus betrachtet u. auf der Pressekonferenz erklärt, die Sudetendeutschen seien im rechtlichen Sinne keine deutschen Staatsbürger gewesen und könnten somit nicht unter den völkerrechtlichen Begriff „Feind“ fallen. Es sei das Bestreben der „Sozialen Stiftung zur Geltendmachung der deutschen Vermögens Verluste in der Tschechoslowakei“. Diese Rechtslage international anerkennen zu lassen. Weiterhin wolle die Stiftung feststellen, wie hoch sich das von den Sudetendeutschen in der Tscheched zwanas- weise zurückgelassene Vermögen beziffere. Nach amerikanischen Schätzungen habe es einen Wert von mehr als 20 Milliarden DM und betrage damit etwa 25 Prozent des tschechischen Gesamtvermögens. Nach der Ermittlung dieser Vermögenswerte wolle man versuchen, wenigstens eine teilweise Entschädigung zu erreichen. R. H Sonftige Kurznachrichten Vertriebenen Umsiedlung bleibt die Hauptaufgabe des Flüchtlingsministers Dr. Luka- schek. Auf seine Veranlassung wurden in Württ.-Hohenzollern u. Südbaden Studienkommissionen gebildet, die für das kommende Jahr die diesbezüglichen Pläne ausarbeiten sollen. Auch mit den übrigen Länderregierungen strebt er Vereinbarungen zu ernster Zusammenarbeit an. Zur Lösung der Umsiedlungsfragen sei vor allem eine Steigerung des Exports und der Bau einer großen Zahl von Wohnungen notwendig. Allein Nordrhein- Westfalen könnte im nächsten Jahre 300 000 Umsiedler aufnehmen, wenn die erforderlichen Wohnungen geschaffen würden. — Auch innerhalb der einzelnen Länder sind Umsetzungen der Heimatvertriebenen geplant So möchte die hessische Landesregierung das nordhessische Notstandsgebiet mit 21.3 % Flüchtlingen entlasten und damit die besseren Aufnahmemöglichkeiten im Süden des Landes, besonders im Rhein-Main-Dreieck, ausnützen. Ein europäisches Flüchtlingshilfsprogram m schlug der Sozialkongreß der Europabewegung in Rom vor. An den Beratungen beteiligten sich Bundestagsabgeordneter Dr. Gerstenmaier der früher in Stuttgart tätige Ministerialdirigent Middelmann, Bonn, und Wenzel Jaksch, der Leiter des hessischen Landesflüchtlingsamtes. -— Veränderte Speisekarten finden sich in der Ostzone. Die „Königsberger Klopse“ sind gestrichen; das „Danziger Goldwasser“ heißt dort nur noch Goldwasser; der Name „Danzig“ wurde auch auf den Etiketten überklebt. G6. Der falfche Goethe Prager Stndenteadepntation wollte ihm ein Ständchen bringen Lange Zeit wurde die Legende aufrecht erhalten, daß Friedrich Schiller im Jahre 1791 in Prag geweilt und vor dem Altstädter Rathaus die Ovation einer begeisterten Menschenmenge entgegengenommen habe. Die Betätigung für die Annahme, daß der Dichter der „Räuber“ nach Prag gekommen sei, fand man in einer Notiz der ,.Prager Oberpostamtszeitung“ nach der am 6. September 1791 „Herr von Schiller aus Pohlen“ durch das Neutor in Prag angelangt war. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß Schiller sich zu dieser Zeit in Erfurt aufgehalten hat und daß ein - falscher „Schiller“ in Prag die dem Dichter zugedachten Ehren entgegengenommen hat. Die Forschung hat ergeben, daß es sich bei dem Doppelgänger Schiller höchstwahrscheinlich um den Referendar Schiller aus Breslau gehandelt hat. Er stand ungefähr im Alter des Dichters und dürfte eine gewisse Ähnlichkeit mit ihm gehabt haben In einer zeitgenössischen Schilderung heißt e.v daß „Schiller“, da seine hohe Gestalt im Tor des Altstädter Rathauses erschien, von der auf die Nachricht seiner Ankunft rasch zusammengeströmten Menge mit herzlichen Hochrufen empfangen wurde. Meißner, der Professor der Ästhetik und der klassischen Literatur an der Prager Universität war und sich als Autor des Romans „Alcibiades“ einen Namen gemacht hatte, beschrieb den Gast wie folgt: „Es war eine hagere, hoch aufgeschossene Gestalt, bleich, sommersprossig, von vorgebeugter Haltung, das rötliche Haar in einen Zopf gebunden, im Benehmen von einer gewissen Unbeholfenheit, in seinen Bewegungen eckig, sogar linkisch.“ Gerade diese Schilderung läßt vermuten, daß ein Fremder in Prag in den Genuß der dem Dichter Friedrich Schiller zugedachten Ehrungen gekommen ist Ein ähnliches Stücklein hätte sich in Prag 'beinahe auch um Goethe abgespielt, wenn der Mann, der für den Dichter des „Faust“ gehalten wurde, nicht ehrlich genug gewesen Wäre, sich den begeisterten Pragern als schlichter Kaufmann zu erkennen zu geben. In der Spenerschen Zeitung vom 27. Juli 1822 ist ein Bericht enthalten, in dem es heißt: „Unsere berühmten Badeorte Karlsbad, Töplitz, Marienbad usw. sind ungeheuer stark besucht; besonders gewinnt letzteres von Jahr zu Jahr größere Aufnahme. Goethe befindet sich daselbst. In Prag wurde verlautet: Goethe werde hierher kommen, und siehe da! Goethe erschien, stieg im Gasthof zum schwarzen Roß ab und sollte von einer Deputation Studierender mit oratorischem Prunke bewillkommt und ihm ein Ständchen gebracht werden, als plötzlich die begeisterte Schar, Trübsinn verkündend, heimkehrt, indem es sich gezeigt, jener angekommene Fremde sei nicht der gefeierte, sondern der Kaufmann Goethe aus E. f welcher zur rechten Zeit von dem Huldigungsplane in Kenntnis gesetzt, das komische pri pro quo aufklärte.“ So aufrichtig war Herr Friedrich Schiller aus Breslau den Pragern gegenüber nicht gewesen! Geo Bayer Gablonzer Inöuftrlc In Not Unter den Millionen, die die Ausweisungsstelle nach dem Ende dieses verhängnisvollsten aller Kriege über die deutschen Grenzen gespült hat, befinden sich auch mehrere Tausend Gablonzer Glasarbeiter — alles Spezialkräfte von Weltruf, deren Fleiß und fachliches Können den Ruhm ihrer Heimatstadt in alle Erdteile getragen haben. Mit einem Schlage fand so — zumindest auf dem Gebiet der Tschechoslowakei — eine jahrhundertealte handwerkliche Tradition ihr Ende. Denn was in der Folgezeit aus den verödeten, hastig und wahllos aufgefüllten Werkstätten kam, und sich unter dem altberuhm- ten Namen „Böhmisches Glas“ präsentierte, reichte qualitätsmäßig bei weitem nicht an die sudetendeutschen Erzeugnisse heran. Die Enttäuschung der ausländischen Käufer ist denn auch unverkennbar und macht sich im Wirtschaftsleben der CSR durch einen auffallenden Rückgang der Exportaufträge bemerkbar. .Wie tief man sich durch die Massenaustreibungen ins eigene Fleisch geschnitten hatte, zeigt sich gerade in diesem Industriezweig, der wie kaum ein anderer aus selbständiger handwerklicher Arbeit und Formbegabung lebt. Denn die Vertriebenen haben neben dem dürftigen Rest ihrer einstigen Habe auch einen reichen Schatz an Wissen und Erfahrung mitgenommen: All die großen und kleinen Produktionsgeheimnisse, die vielen, für die Güte der Waren so wichtigen, handwerklichen Kniffe, die ihren tschechischen Nachfolgern nun, zumindest für lange Zeit, ein Buch mit sieben Siegeln bleiben werden. Dieser geistige Besitz hat sich in der neuen Heimat bald als wichtigstes Gut der Gablonzer erwiesen. Er gab das Fundament ab für eine neue Industrie, bestehend aus über 600 Betrieben. Ganze Siedlungen entstanden bald nach 1946 in Westdeutschland. Die bedeutendste unter ihnen, Neu-Gablonz, ist heute geradezu ein eigener Stadtteil von Kaufbeuren und versorgte vor der Währungsreform ganz Schwaben mit Glaswaren und Keramik. Die enge Verbundenheit der einzelnen Manufakturen untereinander ließ die junge Industrie wohl vorübergehend auch die durch den Währungsschnitt heraufgeführten Schwierigkeiten meistern, doch sind im vergangenen Jahr die Aufträge derart zurückgegangen, daß dieser buchstäblich aus dem Nichts neugeschaffene wichtigste Erwerbszweig der Neubürger abermals vor dem Ruin steht. Gut drei Viertel der Arbeiter sind derzeit erwerbslos. So groß der Bedarf an Hausrat, vor allem bei den Flüchtlingen selbst ist, so ist die Kaufkraft doch eÄeblich gesunken und die Produktion durch den Mangel an Betriebskapital zu einem großen Teil lahmgelegt Ohne staatliche Zuschüsse, die wiederum nur im Rahmen des ERP-Programms möglich wären, scheint eine Katastrophe unvermeidlich. Neue Lelftungen Öc8 Soforthilfegefetzee Nach neuesten Beschlüssen des Kontroll- ausschusses beim Hauptamt für Soforthilfe sind folgende Mittel neu bereitgestellt worden: 1. Weitere 120 Millionen D-Mark Hausratshilfe für Antragsteller mit 30 und mehr Punkten (alleinstehende Personen und kinderlose Ehepaare, die kein höheres Monatseinkommen als 100 D-Mark haben. Die Grenze erhöht sich für jedes Kind um 30 DM) und für „Härtefälle“ (größere Krankheitsfälle und Grenzfälle des Reineinkommens mit weniger als 10 Prozent Überschreitung). 2. 40 Millionen D-Mark als Beihilfe für das erforderliche Eigenkapital zur Erlangung einer Wohnung. Richtlinien hierzu werden noch ausgearbeitet. 3. Weitere 80 Millionen für Existenzaufbauhilfe an die, die einen Betrieb verloren oder erheblichen Schaden an ihm erlitten haben, und an die, welche bereits selbständig erwerbstätig sind. Die volle fachliche Eignung des Antragstellers ist Voraussetzung. 4. Weitere 2 Millionen D-Mark Ausbildungshilfe für Studierende an Hochschu. len und . weitere 3 Millionen D-Mark Ausbildungshilfe für Lehr- und Anlernlinge in anerkannten Lehr- und Anlernberufen, bei Studierenden jetzt ebenfalls für 12 Monate. 5. Eis wurde beschlossen, den Betrag für Ausbildungshilfe für Schüler an höheren Schulen zu 50 Prozent auf die unteren Klassen aufzuwenden. 6. Schließlich wurde noch die Bereitstellung von 40 Millionen D-Mark für erste Hypotheken erörtert. Uber diese Vorlage wird ebenfalls in der nächsten Sitzung Endgültiges beschlossen werden. Selbstverständlich fließen alle diese Neuleistungen sämtlichen Geschädigtengruppen zu, also nicht nur den Heimatvertriebenen, sondern auch den Bomben-, Währungsgeschädigten und politisch Verfolgten. Wie bekannt, gehört ja die knappe Hälfte der Empfänger den zuletzt genannten drei Gruppen an. KULTUR UND LEBEN Letizia, die Mutter Napoleons Ein Gedenkblatt zu ihrem 200. Todestag — Von H. Seufert Nach einer vorsichtigen Schätzung sind gegenwärtig etwa 30 000 Napoleon-Bücher in den Bibliotheken der Welt verzeichnet. Die Napoleon-Literatur ist die umfangreichste, die es gibt. Trotz dieser unbestrittenen Tatsache ist die Mutter Napoleons, Letizia Bonaparte, in unserem Volk nicht sonderlich bekannt geworden. Letizia wurde am 24. August 1750 in Ajaccio auf Korsika geboren. Sie war eine mittelgroße Frau, schlank, fast zierlich zu nennen und von einer tadellosen, edlen römischen Haltung. Das kastanenbraune Haar ringelte sich in kühnen Locken weit in die Stirne. In dem schmalen klugen Gesicht saßen die dunklen Augen wie schwarze Opale deren geheimnisvoller Irisschein den Zauber einer großen Seele spiegelte. Die gebogene Nase und das leicht vorgeschobene Kinn verliehen dem ebenmäßigen Antlitz einen besonderen Reiz. Im Alter von vierzehn Jahren vermählte sich das mutige Mädchen mit dem Juristen Carlo Bonaparte, der auf die Verwaltung Korsikas großen Einfluß hatte. Wenn er auch alles andere als sparsam war, so lebte er doch mit seiner Frau sehr gut zusammen. Dreizehn Kinder gingen aus der Ehe hervor. Letizia war eine hervorragende Erzieherin. Napoleon nennt sie in ihren Lebenserinnerungen „gütig und streng zugleich“. 1785 verschied der Gatte Letizias; 1793 mußte sie mit ihren Kindern von Korsika flüchten. Doch bald ging Napoleons Stern auf. Fest glaubt sie an seine „höhere Bestimmung“. 1804 krönte man ihn zum Kaiser. Nun stieg auch die Mutter zu höchsten Ehren. Sie wurde Madame- Mery. Ein großer Hofstaat umgab sie im Palais de Brienne; eine wahrhaft fürstliche Zuwendung von jährlich einer Million Francs wurde ihr ausbezahlt. Letizia aber blieb die bescheidene, einfache Frau. Große Summen gab sie für die Armen des Landes aus. Immer war es ihre mütterliche Liebe, die die Zwistigkeiten zwischen Napoleon und seinen Geschwistern aus der Welt schaffte. Keineswegs bevorzugte sie dabei Napoleon als Liebling, sondern ihre größte Liebe galt immer dem Kind, das gerade am unglücklichsten war. Und als dieses Unglück über Napoleon kam, stand sie zu ihm, fest und ungebrochen — eine Frau von erhabener Größe. Sie folgte ihm in die Verbannung nach der Insel Elba. Sie wußte um seine Rückkehr-Pläne. Nach der schicksalhaften Niederlage bei Waterloo nahmen Mutter und Sohn in einer ergreifenden Szene Abschied voneinander, Abschied für immer. Denn man gestattete ihr nicht, dem Sohne nach St. Helena nachzuziehen. Unermüdlich mühte sie sich in der Folgezeit um die Freilassung des Gefangenen — freilich vergeblich. Aber sie konnte wenigstens erreichen, daß ihm kleine Erleichterungen gewährt wurden; ein guter Arzt und ein Priester wurden ihm geschickt. 1821 starb der Gefangene von St. Helena. Nun galt das ganze Streben Letizias dem Ziel, die Gebeine ihres Sohnes frei zu bekommen. In dem erschütternden Brief an den englischen Außenminister schrieb sie: „Mylord, die Mutter des Kaisers Napoleon fordert von seinen Feinden die Asche ihres Sohnes... Selbst in den ältesten Zeiten und bei den barbarischsten Völkern hat sich der Haß nicht über das Grab hinaus erstreckt ... Ich bedarf seiner entseelten Hülle, um sie noch einmal zu tunfassen. Fern von allem Lärm haben meine Hände ihm in einer schlichten Kapelle ein Grab bereitet. Im Namen der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit beschwöre ich Sie, meine Bitte nicht abzuschlagen... Im Namen Gottes, im Namen aller Mütter komme ich und bitte...“ In den letzten Jahren ihres Lebens erblindete Letizia und war durch einen Beinbruch ans Bett gefesselt. Aber ihre seelische Größe ertrug alle Fügungen. Am 2. Februar 1336 starb Napoleons Mutter. Sie ruht in der Gruftkapelle der Bonaparte in Ajaccio. Auf dem Marmor ihres Grabes steht: „Mater Reg um“. — Auch heute gilt, was ihr großer Sohn von ihr sagte: „Sie ist aller Verehrung würdig.“ Der grüne Pilger aus Tokio Eine 550jährige Mumie gibt Pariser Ärzten Rätsel auf In Kreisen der französischen Kunst- und Antiquitätenhändler hat das Auftauchen einer Mumie erhebliches Aufsehen erregt. Es handelt sich um Famashida, einen Weisen, der vör rund 550 Jahren lebte und pilgernd Japan nach allen Richtungen hin durchwanderte. Dieser Mann, der schon zu Lebzeiten über wunderbare und geheimnisvolle Kräfte verfügte, wurde — das gilt als verbürgt — nicht weniger als 147 Jahre alt. Er wurde im Jahre 1550 mit allen Ehren und feierlich im Palaste des Mikado beigesetzt. Wie seine Mumie, die ausgezeichnet erhalten und nach einer unbekannten Methode präpariert ist, in den privaten Kunsthandel kam, ist nicht mehr nachzuprüfen. Famashida hat heute das Aussehen einer alten Bronze. Er sitzt in hockender Stellung noch vollkommen kenntlich und schaut aus wunderschönen Porzellanaugen lächelnd die Menschen an. Es ist ein sehr gütiges Lächeln, das er zeigt, und wenn sein Gesicht auch durch tausend kleine Falten und Fältchen entstellt ist, so hat man doch den Eindruck eines uralten lebenden Menschen. Denn während der Körper in grüne Seide gehüllt Ist, zeigen Gesicht und Hände eine dunkelbraune Farbe, die künstlich aufgetragen ist. Die Mumie hat ein Gewicht von drei Kilo und zeigt keinerlei Spuren von Zerstörung. Einer der Zum Tode des Dichters Ernst Wiechert Der Tod Ernst Wiecherts hat nicht überrascht. Seit der KZ-Haft körperlich geschwächt, war er seit langem leidend. Auf dem Friedhof von Stäfa am Nordufer des Züricher Sees, wo er seit Kriegsende lebte, wird er seine letzte Ruhestätte finden. Wiechert ist gebürtiger Ostpreuße. Am 18. Mai 1887 bei Sensburg in der Johannisburger Heide geboren, wuchs er inmitten grenzenloser Wälder auf im Schoße einer Familie, deren Vater ein in sich gekehrter Mann war und deren Mutter sich in Schwermut das Leben nahm. Der junge Wiechert nahm diese Melancholie seiner Kindheit mit in sein dichterisches Schaffen als Angebinde von zwiespältigen Möglichkeiten. Daß er bis 1933 im Schulberuf verblieb, dämmte deren negative drückende Wirkung durch den Zwang der konkreten Tagesaufgaben zwar zurück, doch hat das Schicksal im Dritten Reich Wiechert nicht davor bewahrt, die ganze Last einer schweren Veranlagung, einer einsamen Jugend und einer übergroßen Empfindsamkeit fühlen zu müssen. Wiecherts Name ist berühmt geworden durch die „Hirtennovelle“, die Romane „Die Magd des Jürgen Doscocil“, „Das einfache Leben“, „Die Majorin“. Mit dem Volkspreis der Raabe-Stif- tung ausgezeichnet, errang sich vor allem „Die Magd des Jürgen Doscocil“ das Herz der Jugend. Der Roman ist, wie kein anderer des Dichters, aus der Fülle geschaffen, nicht aus dem Gefühl. Er umgic.it das ganze menschliche Dasein, ist durchströmt von sinnlichen und übersinnlichen Kräften, gesättigt vom Salz der Tränen, schwer von Schicksal, aber immer eingebettet in die greße Natur, die Wälder, das Meer, den Strom mit ihren geheimnisvollen Stimmen, ihren herben Atem, ihren leisen Verwandlungen, Anrufen und Tröstungen. Lebt dieser Roman aus der Fülle, so lebt das Nachkriegsschaffen Wiecherts aus der Reflexion: „Die Jeromin- Kinder“ (1946) und „Missa sine nomine“ (1950). Die großen Urphänomene des Daseins treten nicht mehr in Ihrer bedrängenden Ursprünglichkeit in Erscheinung, sondern werden in das Zwielicht der Nachdenklichkeit gestellt. Verglichen mit seinen berühmteren frühen Romanen mag man in ihnen die Magie des Erdhaften und Vitalen vermissen, doch tragen sie trotz ihrer bekanntesten Kunsthändler von Paris, Sofer, hat die Mumie im Tausch gegen einige andere Kunstgegenstände in seinen Besitz gebracht. Denn diese Mumie hat eine seltsame Kraft in sich. Wenn man sie berührt, empfindet man ganz deutlich eine Strömung durch den Körper rieseln, die etwa der Wirkung einer schwachen Elektrisiermaschine gleichkommt. Den Einwand, daß es sich dabei um Autosuggestion handele, wies der neue Besitzer der rätselhaften Mumie zurück, indem er einen bekannten Strahlenforscher und Magnetiseur, Dr. Blum, beauftragte, die Ausstrahlungen der Mumie zu messen. Tatsächlich verzeichneten die Instrumente Ausschläge, die ganz genau denen entsprechen, die von lebenden Heilkundigen und Magnetiseuren ausgehen. Seit der Veröffentlichung dieser Ergebnisse haben sich viele französische Ärzte mit Famashida beschäftigt. Der Kunsthändler Sofer, der die Mumie in einem sehr schönen, mit alten japsmischen Möbeln ausgestatteten Raum aufgestellt hat, kann sich über mangelnden Besuch nicht beklagen. Auch die ersten HeUungssuchenden fanden sich, bei Ihm ein, so daß er lächelnd erklärte, er werde sein Antiquitätengeschäft bald schließen und ein „Famashida-HospitaT* eröffnen. Und doch hat Monsieur Sofer einen ausländischen Käufer abgewiesen, der Famashida für seine eigene Sammlung um drei Millionen Francs erwerben wollte. Er ist, wie alle Antiquitätenhändler ein ganz klein wenig abergläubisch dieser Herr Sofer und seif Jahrhunderten sagt man dem alten Weisen aus Tokio nach, daß er seiner Umgebung Glück bringe. Darauf wartet der Kunsthändler in Paris nun, und Famashida schaut Ihn an jedem Morgen aus seinen Porzellanaugen freundlich an, als wolle er ihm die Hoffnung auf dieses Glück nicht nehmen. ow. Die graziöse Bewegung, die kostbare Fassung, die sorgsame Behandlung auch der Rückseite und vor allem die Geschlossenheit der plastischen Form haben der „Schönen Madonna von Arnstadt“ einen hervorragenden Fiats unter den um 1400 entstandenen sog. „Schönen Madonnen“ erworben. Im Augustheft von „D1 • Kunst und das sehöne Heim“ (Verlag F. Bruckmann, München) behandelt Lottlisa Behling die von der Kunstwissenschaft erarbeiteten Haupttypen der Schönen Madonnen in einem gründlichen Aufsatz, der zugleich mit einem Aufsatz von Ludwig Grote über Caspar David Friedrichs Bildgestaltung das Kernstück des neuen, reich illustrierten Heftes darstellt. Ein interessantes Thema steuerte Paul Westheim bei: Mexikanisches Biedermeier. Im bautechnischen Teil fesselt ein Bildbeitrag über Dachgeschoßwohnungen. Zeitung — Geld — Charakter Not und Würde des Journalistenberufes — Vom Kirchentag in Essen abgeklärten Diktion die Kennzeichen großer Erzähl- und Gestaltuhgskunst. Die deutsche Literatur verliert in Wiechert einen ihrer bedeutendsten Namen. Nach Langgässer Wiechert — die Lücken sind schmerzlich. Salzburg. Dr. Wilhelm Furtwängler hat sich wieder mit Wien ausgesöhnt und wird weiter in der Donaustadt dirigieren. Nachdem er erst vor kurzem mitteilte, er habe wegen der Differenzen mit der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde und dem Singverein vor, mit Wien zu brechen, hat sich der Künstler jetzt von den Wiener Philharmonikern, besonders von Professor Hanzl, umstimmen lassenDiese Probleme standen im Mittelpunkt eines gastlichen Presseempfangs, den der publizistische Ausschuß des Deutschen Evangelischen Kirchentages am Vorabend des eigentlichen Ta 7 gungsbeginnes für die rund 300 in- und ausländischen Pressevertreter im Kaiserhof in Essen veranstaltete. Die Verlesung eines von dem erkrankten Chefredakteur der Nordbayrischen Zeitung, Nürnberg, Dr. Rudolf Kötter, verfaßten Referates über „Die Gewissensnot des Journalisten“ gab den Anstoß zu einer Aussprache, in der die Problematik des journalistischen Wirkens in ihrer Spannung zwischen Geld und Geist im Zeitungsbetrieb deutlich umrissen wurde. Als Idealfall bezeichnete Dr. Kötter die Vereinigung der journalistischen und der verlegerischen Aufgaben in einer Hand. Die heutige Verlegerschaft werde der geistigen Aufgabe des Journalisten weithin nicht gerecht, weil sie zu einseitig von den kaufmännischfinanziellen Interessen ausgehe. Die Verlegervereinigungen sollten eine Ausbildung des künftigen hauptberuflichen Verlegers anstreben, die eine Verständigung zwischen Geld und Geist erleichtere. Um die Gewissensfreiheit des Journalisten zu schützen und ihn vor einer wirtschaftlichen Bedrängnis zu bewahren, müßten bindende Vereinbarungen zwischen den Verleger- und Joumalistenverbänden gefunden werden, welche die geistige Bewegungs- und Verantwortungsfreiheit gewährleisten. Um die Spannungen zwischen Zeitung und Leserschaft zu beseitigen, sei es auf der einen Seite nötig, daß der Leser weiträumiger denke und darauf verzichte, die Zeitung zu „bestrafen“, wenn ihm eine bestimmte Meinungsäußerung nicht Der Eröffnungsakt des Deutschen evangelischen Kirchentages im .neuen. Essener Saaiban. Die Personen, sind von links: Bischof. Dr. D. Dibelius, Frau Heuß, dahinter Gen. Bishop, Prof. Heuß und Dr. D. von Thadden-Trieglaff, Präsident des Kirchentages. Zusage, auf der anderen Seite müsse auch der Journalist bestrebt sein, seine Meinung in einer nicht verletzenden Form zu formulieren. Auch in den Beziehungen zwischen Zeitung und Inserent könne eine Diktatur des Geldes nur dann vermieden werden, wenn die Zeitung den Mut zu einer klaren Entscheidung zwischen ihrer wirtschaftspolitischen Gesinnung und ihren finanziellen Interessen habe. Inseraten- angebote oder Inseratenentzug als Mittel des Druckes auf die Zeitungen seien nur auf der Basis des Charakters von Verlag und Redakteur zu klären. Verleger, Leser, Inserent und Journalist müßten gleichermaßen daran interessiert sein, die Freiheit als edelstes Gut zu verteidigen. Diese Freiheit könne aber nur in der Selbstbegrenzung und Selbstbeschränkung gewonnen werden. Diese Grundgedanken wurden ln der Aussprache nachdrücklich unterstrichen, besonders Von dem Chefredakteur des dpa Saenger und unter anderem auch von Redakteur Grueber, der die Schaffung eines Pressegesetzes und von verbindlichen Vereinbarungen zwischen den Verleger- und Journalistenverbänden als unerläßlich für die Gewinnung der geistigen Freiheit des journalistischen Wirkens bezeichnete. Hans Schomerus (Christ und Welt) regte zu einem mutigen Experiment an, wobei im Sinne der Kollektive, wie sie sich bei Theater und Film schon gebildet haben, beide Faktoren koordiniert und in gleichem Maße verantwortliche Träger des Zeitungsunternehmens im geistigen wie im wirtschaftlichen Sinne wären. Der Geist des Journalisten sei ebenso vollwertiges Kapital wie das Geld des Verlegers. Nur wenn man den Mut habe, die bisherige Struktur der Zeitung grundsätzlich zu ändern, werde man den allgemeinen Kreditschwund aufhalten und das Vertrauen der Öffentlichkeit wieder gewinnen. In einem sehr eindringlichen Schlußwort vertiefte Landesbischof D. Lilje diese Gedankengange. Berlin, 23. August. „Man wird den Verlauf des sogen, gesamtdeutschen Evangelischen Kirchentages ln Essen scharf beobachten müssen“, schreibt die Ostberliner CDU-Zeitung „Der Morgen“. Das Blatt sieht in der Beteiligung von Dr. Heinemann an der Essener Veranstaltung eine Verbindungslinie, die nach Straßburg fehre, und richtet in diesem Zusammenhang eineh scharfen Angriff gegen die Bischöfe D. Dibellus undD. Lilje. „Es ist ein ganz großer Jammer“, so heißt es in dem Blatt, „bei solcher Gelegenheit beobachten zu müssen, wie die Koryphäen der Evangelischen Kirche in Deutschland sich unter Verrat an der christlichen Friedensaufgabe nicht nur persönlich, sondern als yermeitliche Mandatsträger der Gläubigen in ~ esamtdeutschland dazu hergeben, die ideo- igische Aufbereitung des deutschen Mensehen im Sinne des .Kreuzzuges' vorzunehmen