SUDD. HEIMATZEITUNG FÜR KRAICHGAU UND BRUHRAIN Kummer 245 Freitag, den 20. Oktober 1950 43. Jahrgang Versorgungsgesetz für Opfer des Krieges in Kraft Vom Bundestag verabschiedet — Dr. Ehlers Präsident des Bundestages — Debatte über Verkehrspolitik Vor Neuregelung des Gewerberechts Bonn (UP). Zu einer einmütigen Kundgebung für die Opfer des Krieges gestaltete sieb bn Bundestag die Verabschiedung des Bundes- persorgungsgesetzes. Dieses Gesetz, das die soziale Sicherstellung der Kriegsversehrten und ihrer Hinterbliebenen regelt, tritt rückwirkend vom 1. Oktober 1950 an in Kraft. Zur Finanzierung des umfangreichen Sozialprogramms werden allein in den kommenden S vei Haushaltsjahren rund sechs Milliarden M aufgebracht werden müssen. In der Debatte verzichteten alle Fraktionen. (Jarauf, „parteipolitische Propaganda zu betreiben“. Lediglich die Kommunisten brachten einige „Agitationsanträge“ ein, um die Aufmerksamkeit von über tausend Kriegsversehrten auf sich zu ziehen, die sich im Bundeshaus und in der näheren Umgebung des Gebäudes eingefunden hatten. Sprecher der demokratischen Parteien erinnerten daran, daß nach dem Gesetz auch die Deutschen innerhalb der Bundesrepublik betreut würden, die als kranke und gebrochene Menschen aus den Konzentrationslagern der Sowjetzone nach dem Westen gekommen seien. Außerdem würden viele Deutsche das Versorgungsgesetz heute nicht in Anspruch nehmen müssen, wenn die Sowjetunion die deutschen Kriegsgefangenen humaner behandelt hätte. Bevor der Bundestag in die zweite und dritte Lesung des Versorgungsgesetzes eintrat, wählte er mit 201 von 325 abgegebenen - Stimmen den CDU-Abgeordneten Ehlers - zu seinem neuen Präsidenten. Ehlers tritt damit die Nachfolge von Dr. Köhler an, der sein Amt aus Gesundheitsrücksichten aufgegeben hat. Straße und Schiene Starke'"Öfecnsätze zwischen Bundesregierung und Bundesfät offenbarten sich, als'äem Plenum getrennte Entwürfe zu den großen verkehrspolitischen Gesetzen — Bundesbahn und Bundesverkehr auf Straße und Schiene — vorgelegt wurden. Während sich das Bündes- verkehrsministerium in seinem Entwurf da-- rum bemüht, der Regierung möglichst weitgehende Einspruchsrechte zu sichern, läßt sich der Bundesrat von dem Gedanken leiten, die Bundesbahn mehr als ein Wirtschaftsunternehmen ki eigener Verantwortung zu organisieren. Diese Tendenz wird vor allem in dem Bestreben der Länder deutlich, an die Spitze der Bundesbahn einen selbständigen Generaldirektor zu stellen. Die Bundesregierung hingegen iehnt das Präsidialsystem ab und möchte statt dessen die Leitung der Bundesbahn einem Dreimänner-Kollegium aus Technik, Wirtschaft und Finanzwesen anvertrauen. Föderalistische Gedankengänge vertritt der Bundesrat in seinem Entwurf zu einem Güterkraftverkehr, wonach in erster Linie die Länder dafür sorgen sollen, daß in diesem Wirtschaftszweig wieder geordnete Verhältnisse geschaffen werden. Bundesverkehrsminister Seebohm betonte in der Begründung der Regierungsvorlage, es sei nicht tragbar, wenn sich die Länder im Verkefarsge- werbe voneinander abschlössen. Er wandte sich besonders gegen die Anregung des Bundesrates, auch' den Güternahverkehr den gleichen Bedingungen wie den Fernverkehr zu unterwerfen. Sowohl Seeböhm, als auch der Innenminister von Württemberg-Hohenzol- lem, Dr. Renner, als Sprecher des Bundesamtes stimmten darin überein, daß die „chaotischen Zustände“ auf der Straße geändert werden müßten. Sämtliche Entwürfe wurden dem Verkehrsausschuß zur Bearbeitung zugeleitet. Einige Punkte wurden von der Tagesordnung abgesetzt, da der Bundestag mit Rücksicht auf den am Freitag beginnenden CDU- Parteitag in Goslar seine Beratungen beschleunigen müßte. Andere weniger wichtige Anträge wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Einen Antrag der KPD-Frak- tion, der Bundestag solle für die Freigabe des in Düsseldorf von der britischen Besatzungsmacht beschlagnahmten Parteigebäudes der Kommunisten eintreten, lehnte der Bundestag mit überwältigender Mehrheit ab. Trifft es zu, daß...? Über die Verwendung der Besatzungskosten verlangt die CDU/CSU-Fraktion des Bundestages in einer Anfrage an die Bundesregierung nähere Auskünfte. Die Regierungspartei beruft sich auf bisher unbestätigte Berichte, daß die Besatzungskosten von 4,6 Milliarden DM auf 8 Milliarden DM erhöht werden sollen und will wissen, ob aus Besatzungskosten auch die 434 000 Hausangestellten, Kraftfahrer, Kellner, Büroangestellten und technischen Arbeitskräfte bei den Besatzungsmächten bezahlt werden Weiter fragt die CDU/CSU: „Trifft es zu, daß für unbekannte Zwecke in diesem Haushaltsjahr Frankreich fdmen Betrag von 162 Millionen DM, Großbritannien 26 Millionen DM und die USA nichts erhalten haben?“ Die Bundesregierung soll ferner mitteilan, ob in’ der Zeit vom 1. Oktober 1949 bis zum 30. Juni 1950 aus Besatzungskosten für über 8 Millionen DM Teppiche und Gardinen, für etwa 8,5 Millionen DM Kühlschränke, für 31,5 Millionen DM Möbel und für 53 000 DM Damenkleidung in der amerikanischen Zone, sowie für 1,19 Millionen DM Damenkleidung in der britischen Zone gekauft worden seien. Die Bundesnegie- rung soll erklären, wie sie erreichen will, daß die Besatzungskosten künftig tatsächlich für Zwecke der Sicherheit verwendet werden. ' Vorschläge überreicht Die Vorschläge der alliierten Hohen Kommission zur Änderung des Besatzungsstatuts, sind jetzt den Regierungen der Westmächte zugegangen, wie nach der 43. Sitzung des Rates der alliierten Hohen Kommission auf dem Petersberg verlautete. Die Hohen Kommissare billigten weiter ein Gesetz der Besatzungsmächte, nach dem nicht-offizielle Transaktionen und geschäftliche Betätigungen von Angehörigen der alliierten Stredfckräfte in Deutschland eingeschränkt werden. Schatzkanzler Cripps zurückgetreten Seit Wochen erneut schwer krank — Wirtschaftsminister Gaitskell Nachfolger London (UP). Sir Stafford Cripps, Großbritanniens Schatzkanzler, der zum Symbol des britischen „Austerity“ wurde, ist-aus Gesundheitsgründen zurückgetreten . und hat gleichzeitig seinen .Sitz im britischen Unterhaus zur Verfügung gestellt. Das Amt des britischen Premierministers gab gleichzeitig bekannt, daß Wirtschaftsminister Gaitskell als Nachfolger des zurückgetretenen Sir Stafford das Amt des Schatzkanzlers übernehmen werde. Gaitskell, der seit Februar dieses Jahres Wirtschaftsminister ist, hat in den vergangenen drei Monaten Sir Stafford bereits vertreten. In einem Schreiben, das Sir Stafford an Premierminister Attlee richtete, wird betont, daß sich sein Rücktritt nicht vermeiden lasse. Er versichert jedoch, daß er nach wie vor die Labour-Party und die Labour-Regierung mit aller Kraft unterstützen werde. Attlee stellte in seinem Antwortschreiben fest, daß er mit großer Besorgnis die ärztlichen Berichte über den Gesundheitszustand Sir Staffords zur Kenntnis genommen habe. Sein Ausscheiden' aus dem öffentlichen Dienst bedeute für Großbritannien-einen großem "Verlust, Cripps war in den letzten Wochen erneut sehr krank. Mehrere Wochen Ruhe und eine Spezialkur in der Schweiz waren nicht in der Lage, die Gesundheit des britischen Schatzkanzlers wiederhterzustellen. Auf Anraten seiner Ärzte muß Sir Stafford für die Dauer - von wenigstens einem Jahr von jeder öffent- - lichen Betätigung Abstand nehmen. Cripps wurde im Jahre 1947 Finanzminister. Er war für das sogenannte Sparsamkeitsbudget der letzten Jahre verantwortlich, das der Verhinderung einer Inflation diente. Im Jahre 1939 wurde er aus der britischen Arbeiterpartei ausgeschlossen, weil er eine „Volksfront“ der Arbeiterpartei und der Kommunisten befürwortete. Er wurde aber im Jahre 1945 wieder in die Partei aufgenommen. Massenflucht aus Pyongyang Kampf um die Hauptstadt nähert sich dem Ende — UN-Truppen ins Zentrum vorgestoßen Dr. Ehlers, der neue Bandestagspräsident (Bild: dDa> Tokio. Sturmtruppen der Vereinten Nationen drangen bis ins Zentrum der ehemaligen nordkoreanischen Hauptstadt Pyongyang vor und rannten mit solcher Wucht gegen die Verteidigungsstellungen der Kommunisten an, daß diese damit begannen, panikartig in nördlicher Richtung aus der Stadt zu fliehen. Das gesamte östlich des Taedong-Flusses liegende Stadtgebiet befindet sich nach einer mehrstündigen Säuberungsaktion fest in der Hand der UN-Truppen. Panzerverbände der ersten amerikanischen Kavalleriedivision durchquerten den Südostteil der Stadt und faßten im Stadtzentrum Fuß, nachdem sie den Taedong-Fluß überquert hatten. Die erste südkoreamische Division arbeitet sich im nordöstlichen Teil von Pyongyang gegen sich heftig zur Wehr setzende kommunistische Verbände vor. Nach den letzten Frontberichten hat es den Anschein, daß das Ende des Kampfes um Pyongyang bereits in Sicht sei. Die nach Norden und Nordwesten führenden Straßen sind nach Meldungen amerikanischer Aufklärungsflieger von fliehenden kommunistischen Truppen übersät. Ein Sprecher der Streitkräfte der Vereinten Nationen sagte voraus, daß jeder organisierte Widerstand der Kommunisten in Korea kurz nach dem Fall von Pyongyang aufhören dürfte. Das amerikanische Verteidigungsministe- rium veröffentlichte die amtlichen Verlustzahlen der amerikanischen Streitkräfte in Korea. Danach haben die amerikanischen Truppen bisher 26 083 Tote, Verwundete und Vermißte zu beklagen. Die Zahl der Gefallenen wurde mit 4036 angegeben. US-Jäger griffen Sowjetflugzeuge an Die Regierung der Vereinigten Staaten gab gegenüber den Vereinten Nationen - zu, daß zwei amerikanische Düsenflugzeuge "kürzlich aus Versehen sowjetische Flugzeuge auf einem zum Territorium der Sowietunion gehörenden Flugplatz angegriffen hätten. Die Sowjetregierung hatte wegen diesem Vorfall bekanntlich Protest erhoben. Möglicherweise wird eine neutrale Kommission damit beauftragt werden, den Zwischenfall zu untersuchen und eine Schadensumme festzusetzen. Es erscheint aber kaum wahrscheinlich, daß die amerikanische Regierung sich dazu verstehen wird, die beteiligten Flieger zu bestrafen, wie in der sowjetischen Protestnote gefordert wurde. Sowjets wollten an „Friedenspatrouille“ teilnehmen Lake Success (UP). Die Sowjetunion erklärte sich bereit, an der „Friedenspatrouille“ der Vereinten Nationen zusammen mit den anderen vier Großmächten teilzunehmen. In der letzten Minute bestand die sowjetische Delegation aber darauf, daß ein Vertreter der kommunistischen Peiping-Regierung zum Vertreter Chinas in der Kommission bestimmt werde. Im weiteren Verlauf der Sitzung des Politischen Ausschusses (der den wesentlichsten Punkt der Sieben-Mächte-Resolution, nach dem der Vollversammlung Streitkräfte zur Verfügung gestellt werden sollen, bekanntlich bereits gebilligt hat) wurde der Entschließungsentwurf der sieben Mächte mit 50 gegen 5 Stimmen bei drei Enthaltungen in seiner Gesamtheit gebilligt. Gegen den Entwurf stimmten die Sowjetunion, Weißrußland, die Ukraine, Polen und die Tsechoslowakei. Argentinien, Indien und Syrien enthielten sich der Stimme. Die im Politischen Ausschuß für den Entwurf erzielte Mehrheit, läßt darauf schließen, daß er in der Vollversammlung die für seine Annahme erforderliche Zweidrittelmehrheit erhalten wird. Der zweite politische Ausschuß der Generalversammlung nahm mit 53 gegen eine Stimme bei fünf Stimmenthaltungen eine Resolution an, derzufolge Libyen bis zum 1. April 1951 eine provisorische Regierung erhalten so'L Von S. Lohfink Keine Maßnahme der Militärregierungen hat wohl die Gemüter der Interessenten stärker erregt, als die Einführung der Gewerbefreiheit. Die Auseinandersetzungen hierüber wurden auf verschiedenen Ebenen geführt. Presse und Rundfunk gaben neben eigenen Stellungnahmen unzähligen kritischen und zustimmenden Zuschriften Raum wie kaum zuvor bei einem anderen Thema. Die Verhandlungen zwischen deutschen Behörden und alliierten Stellen sind seither nicht abgerissen. Besonders in Handwerkerkreisen stieß das ! Gesetz auf heftigste Opposition, weil man gerade dort die größten Bedenken gegen seine Auswirkungen in Bezug auf den Nachwuchs von Fachkräften und die Qualität der Erzeugnisse geltend machte. Nicht zu Unrecht. In dem verarmten Nachkriegsdeutschland sahen die maßgebenden Wirtschaftskreise ihre Chance vor allem in der Leistung des deutschen Handwerks. Nur mit der Nutzung der handwerklichen Fähigkeiten konnten wir in der Welt mit eindeutigen Leistungen aufwarten. Diese Fähigkeiten müssen nicht nui erhalten, sondern auch gefördert werden. Alle Versuche, mit oder ohne staatliche Hilfe die Meisterlehre im Handwerk zu ersetzen, dürften zum Scheitern verurteilt sein. Denn die Beibehaltung der Meisterprüfung im Handwerk ist für die Heranbildung eines leistungsfähigen Facharbeiternachwuchses von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung. Wo bliebe für den jungen Menschen sonst der Ansporn zur Leistung, wenn man ihm das Endziel einer gesunden fachlichen Ausbildung nimmt? Um so begrüßenswerter ist, daß die Frage einer endgültigen Neuordnung des westdeutschen Gewerberechts nunmehr in eine entscheidende Phase gerückt ist. Im Bundestag wird demnächst ein Entwurf über die Handwerksordnung zuj Beratung stehen, der von den Handwerksverbänden des Bundes ausgearbeitet wurde und die Wiedereinführung des Großen Befähigungsnachweises vorsieht. Ein selbständiges Handwerk soll in Zukunft nur noch ausüben, wer in die Handwerksrolle eingetragen ist. Voraussetzung hierfür ist die Ablegung der Meisterprüfung oder aber der Besitz einer Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen. Von einer Meisterprüfung soll abgesehen werden, wenn es sich um Personen handelt, die bereits in die Handwerksrolle eingetragen sind oder zum Zeitpunkt der Verabschiedung des Gesetzes ihr Gewerbe ordnungsgemäß angemeldet haben. Ebenso soll auch der Nachweis einer ordnungsgemäßen Lehrzeit und Gesellenprüfung entfallen. Vielmehr genügt eine fünfjährige Tätigkeit als Facharbeiter. Ferner sieht der Entwurf die Wiederherstellung der handwerklichen Selbstverwaltung auf der Grundlage des Innungswesens vor. Die Handwerksinnungen würden danach rechtsfähig sein, wenn ihre Satzungen von den Wirtschaftsministerien der Länder genehmigt sind. Obwohl die Mitgliedschaft im allgemeinen freiwillig sein soll, ist doch ein Paragraph eingefügt, der die Bildung von Zwangsinnungen „zur Wahrung der gemeinsamen Interessen gleicher oder verwandter Handwerker" vorsieht. Die Innungen, die auf Kreis-, Landes- und Bundesebene zusammengefaßt würden, sollen den — durch staatlichen Hoheitsakt errichteten — Handwerkskammern unterstehen. Sowohl unter den verantwortlichen Ministern der Länderregierungen als auch in der Bundesregierung sind die Meinungen geteilt. Wirtschaftsminister Erhard, als Verfechter der Liberalisierung, muß natürlich auch auf-dem Gebiet des Handwerks bereit sein, Konzessionen an die liberale Auffassung zu machen, während der Bundeskanzler selbst sich auf dem Petersberg für die Beibehaltung der bisherigen Handwerker-Organisationen mit all ihren regulierenden Auswirkungen ausgesprochen hat. Auch die internationale Gewerbeunion in Bern hat den Hohen Kommissaren ein Gesuch zugestellt, in welchem die der Gewerbeunion angeschlossenen nationalen Handwerksorganisafionen sich für die Beibehaltung des Großen und Kleinen Befähigungsnachweises ausgesprochen haben. In Bonner Regierupgskreisen ist man sich jedoch im klaren, daß der Entwurf über die Handwerksordnunv nicht so- ohne weiteres die Freitag, den 20. Oktober I960 Zustimmung der Hohen Kommission finden PlPVPTI * TflYlOrlcf¥1 ff Wiffl VßTt.ßifl 1 fFt. wird. Man betrachtet ihn mehr als eine Ver- riCVBII. XUUg&lUg VC1 handiungsgrundlage, von der aus der be- Französische Nationalversammlung debattiert über Indochina — Vietnamesische stehenden Unsicherheit im Gewerberecht ein Ende gemacht werden soll. Im allgemeinen wird eine Lösung angestrebt, die zwar nicht so weitgehend wie der in der US-Zone bestehende Rechtszustand — aber doch fortschrittlicher als der der Vorkriegszeit sein wird. Nur so kann die Gewerbeordnung mit dem Grundgesetz in Übereinstimmung gebracht werden, dessen Artikel 12 die Gewerbefreiheit mit gewissen Einschränkungen garantiert. Paris und Washington über deutsche Wiederaufrüstung einig? Washington (UP). Wie von maßgebender Seite verlautet, sind während der französisch - amerikanischen Verhandlungen ln Washington auch Fragen der deutschen Wiederaufrüstung informell behandelt worden. Dabei habe man in vielen wesentlichen Punktei Übereinstimmung erzielt In unterichte- ten Kreisen glaubt man, daß die amerikanische Regierung die meisten französischen Bedingungen für eine Einbeziehung deutscher Einheiten in eine europäische Armee annehmen werde. Auf Grund von französischen Presseberichten hält man in Washington eine Einigung auf folgender Grundlage für möglich: 1. Die Ausrüstung der französischen Divisionen vor der Aufstellung deutscher Einheiten und Festsetzung eines festen Zahlenverhältnisses zwischen deutschen, alliierten und anderen Verbänden. 2. Vetorecht der Alliierten gegenüber den deutschen Offizieren, die die deutschen Einheiten führen sollen. 3. Teilnahme von Alliierten an der Ausbildung deutscher Einheitei und Angleichung der Ausbildung in der gemeinsamen europäischen Armee 4. Ein dauerndes Verbot der Errichtung eines deutschen Generalstabes. 5. Gebrauch der englischen Sprache als einziger Kommandosprache der europäischen Streitkräfte. Wegen „Spionageabwehr“ Einreise nach Sachsen gesperrt Helmstedt (UP). Mit Wirkung vom 18- Oktober wird allen Interzonenreisenden, die das Gebiet an der sächsischen Grenze besuchen wollen, von den Volkspolizisten an der Grenzkontrollstelle Helmstedt-Marienborn die Einreise in die Ostzone bis auf weiteres verweigert Die Einreiseverweigerung' gilt nur für Besucher des sächsischen Grenzgebietes. Erleichterungen für Schiffbau. Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy erklärte in einem Telegramm an den Bremer Senatspräsidenten Kaisen, daß in einigen Monaten mit fühlbaren Erleichterungen für den deutschen Schiffbau zu rechnen sei. Westberlin schafft Todesstrafe ab. In Angleichung an das Strafgesetz der Bundesrepublik verabschiedete die Westberliner Stadtverordneten-Versammlung ein Gesetz zur Abschaffung der Todesstrafe. Wirtschaftspolitische Gesellschaft tagt. Die Deutsche Wirtschaftspolitische Gesellschaft eröffnet in Frankfurt ihre Tagung für das Jahr 1950, an der rund 1000 Wirtschaftler, Wissenschaftler, Politiker sowie Vertreter der Kirche und der Jugend teilnehmen. Parteitag an der Zonengrenze. Bundeskanzler Adenauer wird am Freitag die Politik der Bundesrepublik umreißen, wenn er zu über 1000 Delegierten des Bundesparteitages der CDU in Goslar sprechen wird. Italien will elf Divisionen aufstellen. Der italienische Verteidi g un gsminis ter Randolfo Pacciardi teilte am Mittwoch abend in einer Rede in der Abgeordnetenkammer mit, daß Italien bis zum Juni nächsten Jahres elf kampfbereite Divisionen aufstellen will. Franco in Afrika. Generalissimus Franco traf in Spanisch-Westafrika ein, um die dortigen Stützpunkte zu besichtigen. Armee soll aofgestellt werden Paris (CP). Ministerpräsident Pleven verteidigte in der französischen Nationalversammlung die Indochinapolitik seiner Regierung und kündigte dabei an, daß die französischen Truppen unter Umständen auch das restliche Gebiet längs der Grenze zwischen Indochina und dem kommunistischen China räumen werden, um von günstigeren Positionen aus den Kampf gegen die kommunistischen Rebellen fortzusetzen. Der Ministerpräsident forderte die Abgeordneten, aus deren Mitte zahlreiche kritische Stimmen zu hören waren, auf, die Regierungspolitik gutzuheißen, „um die in Indochina kämpfenden Truppen davon zu überzeugen, daß sie auf die starke Unterstützung durch die Regierung rechnen können.“ Pleven legte dann im einzelnen die Lage im indochinesischen Grenzgebiet dar und beschuldigte das kommunistische China der Unterstützung der Vietminh-Rebellen. Die französischen Garnisonen in den in der Zwischenzeit geräumtei Forts hätten sich in einer aussichtslosen Lage befunden. Es sei notwendig, die Kommunisten zu zwingen, ihre Aktionen in ein Gebiet zu verlegen, in dem sie vom Nachschub abhängig würden, und das es den französischen Truppen gestatte, ihre schweren Waffen voll auszunutzen. Der Ministerpräsident versprach, daß die im Norden liegende Provinz Tongking verteidigt werde. Es sei jedoch notwendig, unverzüglich eine starke vietnamesische Armee aufzustellen und (he dazu notwendigen Waffen aus den USA zu erhalten. Zu einem Zwischenfall kam es, als Pleven die Abgeordneten aufforderte, der Opfer und des Heldenmuts der französischen und vietnamesischen Truppen zu gedenken. Die Kommunisten blieben sitzen,obwohl die Abgeordneten der anderen Fraktionen sie mit lauter Stimme aufforderten, sich ebenfalls von ihren Sitzen zu erheben. Pleven berichtete weiter, daß seit den Am Sande bemerkt Jawoll, Herr Hauptmann! Hundert Arbeitswütige kamen ahnungslos nach Frankfurt. Als sie an ihrem Bestimmungsort eäntrafeu, waren sie allerdings nicht mehr ahmmgslos. Denn dort mußten sie strammstehen. Und das ging so zu: Das Oberkommando der amerikanischen Armee meldete beim Arbeitsamt Heidelberg den Bedarf von etwa 1000 Metallarbeitern, Technikern und sonstigen Fachkräften. Das Arbeitsamt Heidelberg hatte aus den langen Reihen der Arbeitslosen bald die ersten hundert ausgelesen. Die Arbeitsverträge waren von der „Labour Service Division“ unterschrieben und verpflichteten den Arbeitnehmer „für bewegliche Einheiten, zu jedem befohlenen Dienst und zum Wohnen in Gentenschaftsquartieren“. Das Arbeitsamt gab dem ersten Transport einen Beobachter mit, weil ihm die Sache spanisch vorkam. Sie war es nicht, sie war vielmehr fast preußisch. Denn in dem Barak- Tungninf f*CHINÄ sitVang OongKht , • taokay ThatKhtV (.wc ijju ^ Nachaw^P r* Lanq&on BURMA /• AfHöioHorg Thaibinh SV HANOI ** Muongngo* Nmhbinh luangprabanf Tnanbhod HAIN AN Chieftffeal ~ FRANZÖSISCH - INDOCHINA MiChai ? ThakKeV Tourar* angngai ;• Uböft’l Pak ie : T.fORAfOSA ; *f .-r:±r .Hong Kong HAIN AN FRAfijr „ jföoowvll «*• Vf.“ CHINA ; Dskto ^ CAMBODSCHÄ} /r: • \ » i 1 . Grand L Sambor • Kräfte % ♦ Oafa* * t\ 4 Oiiring 'SIAM Puts»* . Nhafranp Pnompenh Pnamarg Kampot SAIGON COCH'H CHINA — -\BORNEO SUMATRA k 2 320 km IAVA Kämpfen zwischen Cao Bang und That Khe kenlager ertönte das stramme „Jawoll, Herr Leutnant!“, da sah man Ehrenbezeigungen durch Anlegen der Hand an die Kopfbedek- kung und was eben sonst noch zum militärischen Reglement gehört. Die früheren deutschen Offiziere, die im Barackenlager zu sehen waren, trugen wie in alter Zeit ihre Rangabzeichen und legten großen Wert auf das „Jawoll, Herr Leutnant“ und „Zu Befehl, Herr Hauptmann“, was sich in der militärisch knappen Ausdrucksweise immer wie „Woll, Herr Leun“ bzw. „Pfähl, Herr Hauptmann“ anhört. Im Lager herrscht strenge militärische Grußpflicht, und wer es nicht ordentlich kann, muß es eben lernen. Unter diesen Umständen zogen es 47 der 100 Arbeitswilligen vor, doch lieber stempeln zu gehen. Was man ihnen nicht verübeln kann. -r- 3206 Offiziere und Mannschaften vermißt werden. Die Zahl der Toten und Verwundeten sei gegenwärtig noch nicht bekannt. Nach der Rede des Ministerpräsidenten überraschten einige Abgeordnete die Versammlung mit dem Vorschlag, Frankreich möge mit Ho TschiMinh Verhandlungen zwecks Beilegung des Konfliktes aufnehmen. Der neue Brandherd Nach neuen, unbestätigten Berichten aus den südlichen Teilen der chinesischen Provinz Kwangsi soUen 15 000 gutausgerüstete chinesische Kommunisten die Grenze in Richtung Indochina überschritten haben. Langson, das einzige noch in der Hand der Franzosen befindliche Fort an der chinesisch- indochinesischen Grenze ist unmittelbar durch die Viet - Minh - Rebellen bedroht. In den größeren Städten Nord- Indochinas wurden die Sicherheitsstreifen auf Grund des über das Gebiet verhängten Ausnahmezustands verdoppelt. Unsere Karte zeigt ^ die Grenzforts Cao- bang, Donghke, Na- cham, Thathke und Dongdang, die im Verlauf der letzten Wochen yondenfran- zösischen Truppen geräumt werden mußten. Tonkin, Annam und CochinChina bilden zusammen den Staat Vietnam. Schwere Vorwürfe gegen Schaffer Zeuge Etzel spricht von „korruptiven Geldern“ des Bundesfinanzministers Neue Momente in der „Spiegel-Affäre Bonn (UP). Schwere Vorwürfe gegen Bnn- desfina nzmini ster Schaffer wurden vor dem Untersuchungsausschuß des Bundestages zur Klärung der Vorgänge um die Wahl der Bundeshauptstadt vorgebracht. Der Zeuge Dr. Etzel von der Bayern- partei verlas einen Brief des Münchener Generalkonsuls Schmitthuber, worin der Verfasser einen Kreisvorsitzenden der BP AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN „Anpassung“ an die Weltwirtschaft? Wie von deutscher und alliierter Seite verlautet, hat die amerikanische Hohe Kommission der Bundesregierung ein Schreiben zugehen lassen, in der sie die finanz- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen der amerikanischen Regierung nach der Korea-Krise darlegt. Das Schreiben soll der Bundesregierung übermittelt worden sein, um dem Kabinett einen Anhaltspunkt für möglicherweise in Deutschland notwendig werdende ähnliche Maßnahmen zu geben. In dem Schreiben werden folgende Punkte aufgeführt: 1. Steigerung der Staatseinnahmen (Steuererhöhungen). 2 . Kapitalmarkt - Verflüssigung (Beschränkung der Kredite sowie der Rohmaterial- und Warenbestände). 3. Wirtschaftspolitik (Auftragszwang, Rohstoffzuteilung, Vollmacht für Rationierungs- sowie Preis- und Lohnmaßnahmen). 4. Finanzpolitik (Kredite für Produktionssteigerungen). In Bonner Regierungskreisen herrscht die Auffassung, daß dieser Brief unter anderem auch als Grundlage für deutsche Maßnahmen zur Finanzierung der erwarteten Erhöhung der Besatzungskosten dienen könne. Gleichzeitig sollen die in diesem Schreiben niedergelegten Grundsätze möglicherweise aber auch herangezogen werden, um die deutsche Finanz- und Wirtschaftspolitik den Erfordernissen der weltpolitischen Lage anzupassen. Keine neuen Entflechtungs verfahren Zu Meldungen, wonach auf alliierter Seite die Entflechtung einer größeren Anzahl deutscher Wirtschaftsunternehmen vorbereitet werde, erklärte ein leitender Beamter der Dreirnächte-Dekartellisierungskommission, daß nach dem 31. Dezember 1950 von alliierter Seite keine neuen Verfahren zur Entflechtung deutscher Firmen eingeleitet würden. Davon unberührt blieben jedoch bis zu diesem Termin bereits begonnene Verfahren und die laufenden Entflechtungsprogramme, wie zum Bespiel das Ufa- und IG-Gesetz. Handelsvertrag Westdeutschland - Chile Im chilenischen Außenministerium wurde ein Handelsvertrag zwischen Westdeutschland und Chile abgeschlossen. Der Vertrag sieht einen jährlichen Warenaustausch im Werte von 27 500 000 Dollar in beiden Richtungen vor. Chile hat die Absicht, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Nitrate, Mineralien und Weine an Deutschland zu liefern, während Deutschland vor allem Chemikalien nach Chile exportieren soll. Allgäuer Butter- und Käsebörse Markenbutter 4,M DM. gleichbleibend, Molkereibutter aus erhitztem Rahm 4 . 6 »— 4 , 6 * dm, gleichbleibend. Landbutter (für Konsum) molkereimäßig hergestellt 4,20—4,28 DM, gleichbleibend. Unverpackter grüner Allgäuer Limburger mit 20 Proz. Fett 1 T. (sogenannte Monatsware) 0,90—0,96 DM, unverändert Allgäuer Emmentaler mit 45 Proz. Fett 1. T., ausgeheizt, aber nicht ausgelagert. Markenware 3,20—3,25 auffordert, sich bei Bundesfinanzminister Schäffer Gelder arur Wahlfinanzierung abzuholen. Dr. Etzel meinte, diese Gelder seien nicht dazu bestimmt gewesen Wahlschulden zu tilgen, seiner Ansicht nach hätten sie vielmehr zur „Beeinflussung und Sprengung“ gedient. Es sei aufschlußreich, daß die Bayempartei aus Wirtschaftskreisen nur dann Geld erhalten sollte, wenn sie sich zur kommenden Landtagswahl in 20 Stimmkreisen zu Wahlabkommen mit der CSU entschlösse und „ihren Abberufungsantrag gegen Schäffer“ zurückzöge. Etzel nannte Konsul Schmitthuber in der Vernehmung den „Großsiegelbewahrer und Hauptkassierer korruptiver Gelder Schäf- fers“. Über die Aussagen des Zeugen entstanden zwischen den Mitgliedern des Untersuchungsausschusses Unstimmigkeiten. Während die SPD-Angehörigen nachdrücklich eine Klärung verlangte!, stellten sich die CDU-Mitglieder auf den Standpunkt, diese Angelegenheit hänge mit dem „Gedächtnisprotokoll“ über Bestechungen in Verbindung mit der Haupt- stadtwahl nicht zusammen. Die fünf Grunde Heinemanns Ehemaliger Innenminister sprach im Rundfunk Stuttgart (UP). Der ehemalige Bundes- innenminister Dr. Heinemann schilderte über Radio Stuttgart nochmals die Vorgänge, die ihn zum Rücktritt bewogen hätten. Er führte fünf Gründe an: Erstens würden die Mitglieder der Bundesregierung nicht in ausreichender Weise an der Willensbildung des Kabinetts beteiligt und zweitens über wichtige Vorgänge nicht genügend unterrichtet. Als dritten Punkt gab Heinemann das sogenannte „Sicherheitsmemorandum der Bundesregierung“ an, das „allerwichtigste Fragen“ be« handele, die von „geradezu sc h ic k salhafter Bedeutung für das deutsche Volk“ seien. Es gehe nicht an, daß solche Dinge ohne ausreichende Behandlung und Beschlußfassung im Kabinett herausgingen. Der vierte Grund liege darin, daß die Tätigkeit von Adenauers Si- cherheitsbeirates, Graf Schwerin, nicht klar Umrissen sei. Als letzten Punkt schließlich nannte Heinemann die Frage der militärischen Beteiligung der Bundesrepublik an einer internationalen Verteidigungsgemeinschaft. Das deutsche Volk müsse erst selbst über diese Frage nachdenken, bevor die Regierung einen Beschluß fassen könne. UN-Flagge über Westberlin Am Tag der Freiheitsglockenweihe Berlin (UP). Die Fahne der Vereinten National wird am 24. Oktober, dem Tag der Weihe der „Freiheitsglocke“, auf dem Schöneberger Rathaus gehißt werden und damit zum ersten Male offiziell über einer deutschen Stadt wehen. Der 24. Oktober gilt als „Tag der Vereinten Nationen“, da die Weltorganisation seit diesem Tage des Jahres 1945 formell besteht. Die feierliche Glockenweihe erfolgt durch General Gay. Außer Bundeskanzler Adenauer werden bei diesem Festakt über hundert Ehrengäste des In- und Auslandes erwartet Schwarze F ahn en in Hamm Als Protest gegen angeordnete Räumung Hamm (UP). Die Bewohner von zehn Häusern in Hamm, denen ein Räumungsbefehl der Besatzungsmacht zugestellt worden ist haben aus Protest gegen diese Anordnung an ihren Wohnungen schwarze Fahnen gehißt und erklärt daß sie nur der Gewalt weichen werden. Wie dazu bekannt wird, steht die Beschlagnahmeverfügung für diese Häuser, die im März dieses Jahres erst bedingt von der Besatzungsmacht freigegeben worden waren, im Zusammenhang mit der Verlegung einer neuen britischen Einheit nach Hamm. Die geforderten Häuser sollen für britische Ofliziers- familien in Anspruch genommen werden. Die Anordnung, die zum 1. November wirksam wird, hat die Hammer Bevölkerung in eine starke Erregung versetzt Falangisten aasgeschlossen. Das US-Au- ßenministerium gab bekannt daß Mitglieder der spanischm Falange von der Einreise in che Vereinigten Staaten ausgeschlossen seien. NEUES AUS ALLER WELT Zugesehen, wie der Mann sich hängte Ehefrau erhält ein Jahr. 10 Monate Gefängnis München (UP). Zu einem Jahr zehn Monaten Gefängnis verurteilte das Münchner Schwurgericht die Ehefrau Magdalene Staud- hammer, weil sie es unterlassen hatte, beim Selbstmord ihres Mannes einzugreifen. Dieser hatte sich nach einen Streit mit seiner Tochter am Querbalken eines Holzschuppens erhängt. Die Ehefrau kam gerade in dem Augenblick in die Hütte, als ihr Mann noch Lebenszeichen von sich gab. Statt nun einzugreifen, wartete sie ein paar Minuten und ging dann ins Haus zurück, um ihrer Tochter und einem Besucher zu erzählen, daß ihr Mann sich soeben erhängt habe, wobei sie dm, L Sorte s,«0—345 dm, «. Sorte 2,95—3,«2 dm, hinzufügte: „Aber er lebt noch“. Auch die 3. Sorte 3,90—2,95 dm. Tochter und der Besucher warteten eine Viertelstunde ab, ehe sie in den Schuppen gingen und den Leichnam abnahmen. Explosion im Panzerwrack Trier (UP). In der Nähe der Eifelge« meinde Dasburg verunglückte ein Arbeiter bei Schweißarbeiten in einem zurückgebliebenen Panzerwrack tödlich. Als er mit dem Schneidbrenner im Innern des Panzers eine Stahl- platte herauschneiden wollte, explodierte ein« dort versteckt liegende Granate. Der Panzer war von der mit der Beseitigung solcher Wracks betrauter Verwaltungsstelle noch nicht zur Verschrottung freigegeben worden. Superfestung abgestürxt. Eine Superfestung der amerikanischen Luftstreitkräfte stürzte im der Nähe von Seguin, Texas, ab. Alle sieben Besatzungsmitglieder fanden den Tod., Freitag, den 20. Oktober 1960 Antarktis soll erobert werden Die größte Expedition aller Zeiten startbereit — Wettlauf nach den Bodenschätzen des „weißen Kontinents“ Unter dem ewigen Eis der Antarktis liegen die größten Geheimnisse begraben, die unsere Erde noch bewahrt. Bis zum heutigen Tag haben sich nicht weniger als 200 Expeditionen aufgemacht, um den „weißen Kontinent“ zu erobern. Galt es zunächst, wissenschaftliche Arbeit zu leisten, so wurden die Interessen der letzten Jahre in der Hauptsache von wirtschaftlichen Spekulationen bestimmt, da die Antarktis vermutlich reiche Lager an Rohstoffen, vor altem an Uran birgt. Außerdem haben die Strategen den „weißen Kontinent“ requiriert, halten sie doch bei globalen Operationen in einem Krieg der Zukunft die Errichtung von antarktischen Flugstützpunkten und Wetterstationen für unerläßlich. Dieser Eifer kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Antarktis noch ein unerschlossenes Niemandsland ist. Und es werden sicher Jahrzehnte vergehöl, ehe die am Südpol mit „Terra incognita" be- zeidmeten Stellen ganz von der Landkarte verschwinden. U»ter Leitung Byrds Wenn in Kürze der antarktische Sommer einsetzt, werden neue Versuche unternommen werden, den unbekannten Kontinent am Südpol zu erschließen. Zwölf Expeditionen halten sich bereit, in die Eiswüste vorzudringen. Das größte Unternehmen soll schon in wenigen Wochen von den USA, England, Kanada, Schweden und Norwegen gemeinsam unter der Leitung des bekannten Südpolforschers Admiral Byrd gestartet werden. Byrd setzt damit seine 1946/47 unter dem Namen „Operation Hochsprung“ bekannt gewordene Expedition fort, die eigentlich schon im Herbst 1949 weitergehen sollte. Aus finanziellen Gründen wurde sie aber auf 1950 verschoben. Heute scheint man keine Mittel und Kosten zu scheuen, um die Expedition zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. Standen Byrd im Jahre 1946 schon 13 Schiffe, mehrere Flugzeuge und 4000 Helfer zur Verfügung, so wird der Aufwand in diesem Jahr noch viel größer sein. Neben den üblichen Expeditionsschiffen werden zu seiner Flotte auch Flugzeugträger gehören, von denen aue der Start zu den Forschungsflügen erfolgen kann. Das bedeutet eine gewaltige Erweiterung des Aktionsradius. Die zu Lande eingesetzten Geologen, Meteorologen und Strahlenforscher werden es wohl wesentlich schwerer haben, aber der Einsatz von Amphibientanks und Motorschlitten wird auch ihre Arbeit erleichtern. So ist diese Expedition mit den modernsten Mitteln ausgerüstet, wozu auch Anlagen und Geräte wie Funkstationen, Ultraschallapparate, Eisbohrer, Generatoren und andere technische Wunderdinge gehören. Mit allem Komfort Was außerdem zur Bequemlichkeit des Lebens in der Antarktis beitragen kann, steht den Tausenden von Expeditionsteilnehmem zur Verfügung. Man wird in gut eingerichteten Holzhäusern wohnen, die selbstverständlich elektrisches Licht haben und durch Warmluft zu heizen sind. In den Magazinen wird es alles zu kaufen geben, was ein zivilisierter Mensch zum Leben braucht. Selbst für Unterhaltungsmöglichkeiten ist Sorge getragen. Unter welchen Umständen mußten dagegen die Pioniere der Antarktisforschung leben: Amundsen, Scott, Filchner und wie sie alle hießen! Ihre Leistungen werden wohl nie mehr überboten werden. Die Aufgaben, die sich di« Byrd-Expedition gestellt hat, sollen in der Hauptsache zur Klärung der Frage dienen, ob di« Antarktis ein zusammenhängender Kontinent ist, oder ob sie, wie vielfach vermutet wird, durch eine Verbindung zwischen dem Wedellmeer im Norden und dem Roßmeer im Süden in zwei Hälften geteilt wird. Man wird mit Echoloten auf dem Land und Magnetometern vom Flugzeug aus die nötigen Messungen vornehmen und so verhältnismäßig leicht zu einem Resultat kommen. Lohnt sich deshalb der gewaltige Aufwand und ist es so wesentlich zu wissen, ob nun die Antarktis ein ganzer Kontinent ist oder nicht, wie die geographische Beschaffenheit der Landmasse ist und anderes scheinbar Unwesentliche mehr? Auch der Kreml... Es ist nicht schwer zu erk enne n, daß das Ziel der Expedition viel weiter gesteckt wurde. Nachdem schon einwandfrei festge- •stellt worden ist, daß es auf dem weißen Kontinent Kupfer, Ölschiefer und Uran gibt, ist die gelegentlich von Byrd gemachte Andeutung, man würde auch nach Bodenschätzen forschen, von größter Bedeutung. Selbstverständlich will man bei dem Streit um die Besitzerrechte auf die Antarktis seine Absichten tarnen und das Wesentliche geheim halten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die Russen über die Vorbereitungen Byrds eifersüchtig wachen und im vergangenen Jahr ein Expedition ausrüsteten, die bis in die Nähe des Südpols vordrang. Wahrscheinlich konnte sie sich von dem Wert der Antarktis nicht so sehr überzeugen, denn Moskau ließ resigniert verlauten, das Interesse der USA an der Antarktis sei deshalb so stark, weil sie dort Versuchsstationen für Atombomben und Raketenwaffen einrichten wollten. G. R. Der begehrte Köder Wie chinesische Fischer Karpfen fangen Bei Karpfenfang verwenden di* chinesischen Fischer häufig als Köder einen lebenden männlichen oder weiblichen Karpfen, der für diese Aufgabe besonders abgerichtet wurde. Am Angelplatz läßt man den Fisch ins Wasser: sein Schwanz ist mit einer kräftigen Leine umwickelt, deren Ende am Fischerboot befestigt ist. Er kann also seinem Herrn nicht entfliehen. Wenn jener Köder ein Männchen ist, stürzen sich, sobald er sich im Wasser befindet, eine Anzahl Weibchen auf ihn, alle von dem Wunsche beseelt, ihn zum Gatten zu küren. Sie beißen sich an ihm fest und lassen ihn nicht los, so daß es für den Fischer nicht schwierig ist, die liebestollen Weibchen mit der Hand aus dem Wasser zu ziehen. Ein solcher Fang läßt sich auch bewerkstelligen, wenn der Köder ein Weibchen ist; dann eilen die Männchen herbei und müssen ihre amou- rösen Absichten mit dem Tode bezahlen. Man hat durch eine solch hinterlistige Methode schon 10 Karpfen auf einmal gefangen. In China ist auch jene Sitte unter den Anglern varbreitet, Kormoran«, jene gefräßigen, auf Fische erpichten Vögel die Arbeit des Fischfangs ausführen zu lassen. Man setzt die Tiere ins Wasser, an einem ihrer Beine tragen sie eine längere Schnur, die mit dem Boot verbunden ist und ihr Hals schnürt ein Ring zusammen, der sie daran hindert, größere Fische zu verschlucken. Der Fischer holt sich diese aus dem Schnabel der Vögel; zwischendurch läßt man sie- kleinere Fische, die den verengten Schlund hinunter gleiten können, fressen, damit sie nicht der Arbeit überdrüssig werden. Ein „gut trainierter“ Kormoran fängt — nach einem Bericht da amerikanischen Zeitschrift „Life Digest“ — bis zu 500 Fische am Tag, die er „treu und brav“ seinem Herrn, dem Menschen, abliefert. FDJ nicht mehr im Landesjugendring Der Charakter einer jugendpflegerischen Organisation aberkannt Stuttgart (lwb). Das württemberg-badische Kultusministerium hat dieser Tage auf Grund der Liste der Bundesregierung über, rechts- und linksradikale Organisationen der „Freien Deutschen Jugend“ (FDJ) in Württemberg-Baden den Charakter einer jugendpflegerischen Organisation aberkannt. Der württembergische Landesjugendring hat nun auf einer außerordentlimen Sitzung in geheimer Abstimmung diese Entscheidung des Kultusministeriums anerkannt Entsprechend den Statuten des Landesjugendrings ist die FDJ damit nicht mehr Mitglied dieser Organisation. Durch das Ausscheiden da FDJ ist der Antrag da Evangelischen Jugend, den Landesjugendring aufzulösen, gegenstandslos geworden. Die Jugendorganisationen „Falken“, „Neudeutschland“ und die Katholische Jugend sind bereits vor einiger Zeit aus dem Landesjugendring ausgetreten, weil bei einer früheren Abstimmung über den Ausschluß da FDJ nicht die dafür erfordaliche Zweidrittelmehrheit zustande gekommen war. Man nimmt an, daß diese Organisationen jetzt wieder dem Landesjugendring beitreten werden. Fehlerquellen im Erziehungssystem Radolfzell (SWK). Bei einer Tagung des Katholischen Männerwerkes wurden auch Fragen da Schulreform behandelt Eingehend wurden Taten und Vorkommnisse der letzten Jahrzehnte unter den Jugendlichen erörtert die sich nur damit erklären lassen, daß in dem bisherigen Erziehungssystem Fehlerquellen vorhanden seien. Das Ziel, charaktervolle und urteilsfähige Menschen zu erziehen, könne aber nur erreicht werden, wenn die richtige Rangordnung der Werte eingehalten werde. Landesbischof Wurm bei Gefangenen Trier (Id). Altlandesbischof D. Wurm, stattete dem Männergefängnis in Wittlich, in dem etwa 300 von französischen Gerichten vaurteilte Strafgefangene untergebracht sind, einen Besuch ab, da mit einem Morgengottesdienst begann. Da Bischof unterhielt sich dann mit zahlreichen Häftlingen. Beson- das nahm er sich der etwa 50 zu lebenslänglichen Zuchthausstrafen verurteilten Gefangenen an. Emst Röchling, -der Vetta des krank- Sftod-tde Keine Handballsperre in Südwürttemberg Die auf Grund der Resolution der Fachverbände von Württemberg-Hohenzollern ab 16. Oktober verhängte Sperre gegen die nicht dem Land essportbund angehörenden HandbaUabteilungen wird nach einer Bekanntgabe des Vorsitzenden des Handballverbandes, Dr. Gabler, bis zum außerordentlichen Bundestag ausgesetzt. In der erwähnten Resolution war freigestellt worden, daß an Veranstaltungen der Fachverbände {Wettkämpfe, Rundenspiele) nur Vereine teilnehmen können, die dem Landessportbund angeschlossen sind. Auf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft „Deutscher Sport“ am 11. Oktober in Dortmund war jedoch beschlossen worden, daß die Entscheidung über die Auswirkungen der Resolution der südwürttembergischen Fachverbände bis zum außerordentlichen Bundestag des Landessportbundes Württemberg-Hohenzollern — voraussichtlich am 12. November — zurückgestellt wird. Deutscher Fußballmeister in Heiratslaune Der Deutsche Fußballmeister VfB Stuttgart war bisher eine Mannschaft von Junggesellen. Nur Ba- rufka und Stopper Ledl waren schon vor längerer Zeit in den Hafen der Ehe eingelaufen und Väter geworden. Vor einiger Zeit hat auch der einarmige Stürmer Schlienz den Weg zum Traualtar ange- heitshalfoer von Wittlich in das Diakonissen- hedm in Freiburg verbrachten Saarindustriellen Hermann Röchling trug dem Landest» - schof die Bitten der politischen Häftlinge vor. Der Besuch Wurms erfolgte auf Einladung des evangelischen Pfarrers von Wittlich. Kurz nach seinem Besuch erklärte da Landesbischof, die Inhaftierten hätten keine Klagen über die Verpflegung geäußert, sondern geradezu das korrekte Verhalten der französischen Gefängnisverwaltung hervorgehoben. Die Gefangenen hätten einen ausgezeichneten Kirchenchor und ausreichend Gelegenheit zum Musizieren. Unter ihnen befänden sich auch mehrere Württemebrger . Rastatter Urteile müssen fiberprüft werden Stuttgart (lwb). Da Altlandesbischof von Württemberg, D. Wurm, erklärte, die Rastatter Urteile bedürften genau so da Überprüfung durch eine neutrale sachliche Kommission wie die Urteile von Nürnberg oder Dachau. Es wäre wünschenswert, wenn eine solche Kommission möglichst bald in Aktion treten könnte, damit einmal grundsätzlich die Verfahren aller aus politischen Gründen Verurteilten einer Nachprüfung unterzogen werden könnten. Dr. Sefrin legt Revision «In Heidelberg (lwb). Da im sogenannten Heidelberger Blutspenderprozeß angeklagte Arzt Dr. Sefrin. hat durch seinen Verteiddga gegen das vom Heidelberger Landgericht gefällte Urteil Revision eingelegt. Das Urteil gegen Dr. Sefrin hatte auf Einstellung des Verfahrens gelautet. Diese neue Revision kann nur beim Bundesgericht erfolgen. Da Professor Bamberger freigesprochen wurde, aber disziplinarisch beurlaubt ist, wird" nun geklärt werden müssen, ob er die Heidel- berga Kinderklinik zurückahält. Erster Freibaüonstart nach dem Kriege Eßlingen (ld). Der„Aero-ClubSaar“veranstaltet am kommenden Sonntag in Eßlingen einen Freiballonstart. Ballonführer ist de» Saarbrücker Clemens. Fluggäste sind der Eß- Iinga Bürgermeister, Dr. Roser, und zwei Schweizer. Der Ballon „Mungg“ ist Schweizer Eigentum. treten. Vor zehn Tagen ist er außerdem Vater eines Töchterchens geworden. Der nädiste, der den Weg zum Standesamt einschlug, war .Gummi- Schmid". Kürzlich herrschte beim Training des VfB Stuttgart große Aufregung. Otto Schmid fehlte. Am Tage darauf klärte sich dann das Fehlen von „Gummi-Sehmid“ auf. Alle Spieler, Trainer und die Vorstandschaft bekamen mit der Morgenpost auf feinem Büttenpapier eine Anzeige: „Ihre Vermählung geben bekannt...“ Der nächste, der einen Vertrag fürs Leben schließt, wird Mittelstürmer Bübler sein. Rechtsaußen Läpple und Linksverbln der Baitinger wollen so bald als möglich folgen. Stuttgarter Aero-Klub wird aktiv Dar kürzlich gegründete Aero-Klub Stuttgart e.V. mit seinen 100 Mitgliedern, will auf dem vereinseigenen Gelände bei Wildberg im Schwarzwald demnächst eine Flugzeughalle bauen. Der Klub hat schon mit dem Bau von Flugzeugmodellen begonnen und hält seit einiger Zeit regelmäßige Vortragsabende zur" Schulung der Mitglieder ab. Wettervorhersage Am Freitag zeitweise Nebel, sonst wolkig bis heiter, trocken. Höchsttemperaturen bis zu 18 Grad. Schwache Winde. Am Samstag teilweise wolkfg, aber ohne wesentliche Niederschläge, leichter Temperaturrückgang AUS DER CHRISTLICHEN WELT Papst Pias über Aufgaben der Religionslehrer In seiner Ansprache an die Teilnehmer des Internationalen Katechetikkongresses wies Papst Pius XII. auf die hohe Aufgabe der Religionslehrer hin in einer Zeit, da die Verirrungen des menschlichen Geistes bis zum offenen Bekennen des Atheismus geführt hätten. Diese Hindernisse könnten sich aber nur dann aus wirken, wenn ein kräftiges Ab- wehrmittel gegen sie fehle. Der Katechetikkongreß habe es sich zur Aufgabe gemacht, Mittel und Wege für ein« Abstellung solcher Mängel zu suchen. Der Religionsunterricht müsse sich der geistigen Fassungskraft der Schüler anpassen. Der Papst erinnerte alle, die Religionsunterricht erteilen, und vor allem die Priester daran, daß sie Gott strenge Rechenschaft über ihre Schüler ablegen müßten und forderten von ihnen festen Glauben und Hingabe an das Gebet Die Statistik beweise, daß die Mehrzahl derer, die den Glauben verlieren, ihn durch die Schuld und Fehler eines Pristers verlören und daß jene, die im Glauben fest bleiben, dies meist der Bildung, dem Eifer und dem Beispiel ihres Seelsorgers verdankten. (CND) „Das Jahr der großen Verzeihung“ Der Sekretär der Kongregation der Glaubensverbreitung, Titularerzbischof Costantini, hat zum Weltmissionstag (22. Oktober) einen Appell an die Katholiken in aller Welt gerichtet Darin heißt es u. a. Das Heilige Jahr 1950, als das Jahr der großen Verzeihung und der großen Rückkehr, stelle einen Triumph des Geistes und eine Erhebung der Herzen zu dem allgütigen Vater dar, der sich barmherzig der ganzen Menschheit annehme. Bischöfe, Missionare, Schwestern und Pilger aus den fernsten Missionsländem seien nach Rom gekommen, denn vor dem Stellvertreter Christi verschwänden alle Unterschiede der Rasse, Farbe und Nationen. Man könne sagen, daß dieses Heilige Jahr durch die Gnade Gottes ein besondere« Missionsjahr sei. In gewissen Gegenden seien Massenkonversionen festzustellen und selbst dort wo die Missionen schweren Prüfungen unterworfen seien, legten die Missionare und die eingeborenen Priester erhebende Zeugnisse des Mutes ab. So schreibe ein Bischof aus dem Femen Osten, daß überall ein starkes religiöses Erwachen unter den Gläubigen und ein lebhaftes Interesse der Heiden für die Kirche festzustellen sei. Alle Bischöfe bäten darum, die Glaubenswerke aufrecht zu erhalten, die Missionsschulen zu vermehren und die Priesterseminare für den eingeborenen Klerus auszubauen. Der Aufruf schließt mit der Bitte, im Heiligen Jahr durch Gebet und Opfer die Missionsarbeit zu fördern. Noch immer bestehe ein Mangel an Missionaren und bedeutende Mittel seien notwendig, um die bestehenden Missionswerke aufrecht zu erhalten, das Zerstörte wieder aufzubauen und neue Werke zu schaffen. (CND) Zar Frage der Rassendiskriminierung Die Katholische Universität in Washington hat soeben ein Studio über „Die moralischen Probleme der Ehe zwischen Angehörigen verschiedener Rassen“ von P. Joseph Doherty, veröffentlicht, die in der amerikanischen Öffentlichkeit und vor allem in den Südstaaten ein starkes Echo auslösen dürfte, da solche Ehen in mehreren Staaten der USA noch gesetzlich verboten sind. Der katholische Theologe kommt darin zu folgenden Schlußfolgerungen; Die Römisch-Katholische Kirche verbiete nicht die Heiraten zwischen Angehörigen verschiedener Rassen. Das natürliche Recht auf die Ehe sei integral anwendbar auf Heiraten zwischen Personen verschiedener Rassen, Die Ausübung dieses Rechtes biete für den Einzelnen wie für die Gesellsc haf t unzweifelhafte Vorteile. Daher stelle eine solche Heirat in sich einen moralischen Akt dar. Die Gesetze, die die Heiraten zwischen Angehörigen verschiedener Rassen verbieten, seien ungerecht, da der Staat nicht kompetent sei, auf diesem Gebiet eine Gesetzgebung vorzunehmen. Das gelte auch für die Heiraten zwischen Getauften und Nichtgetauften. Die in mehreren amerikanischen Staaten in dieser Hinsicht bestehenden Gesetze seien moralisch nicht zu rechtfertigen. Die Gesetzgebung, die solche „unerwünschten Heiraten“ behandele, stütze sich im allgemeinen auf unangebrachte Erwägungen und überholte Vorurteile. Daher sei es wünschenswert, daß diese Gesetze abgeschafft würden. (CND) Die Dogma-Verkündung im Rundfunk Die Verkündung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Hi mm el durch den Papst wird vom Bayerischen Rundfunk am 1. November von 20.00 bis 20.50 Uhr in seiner Sendung unmittelbar aus Rom übertragen. Der Übertragungswagen des Münchner Senders wird sich zu diesem Zweck nach Rom begeben. In Zusammenarbeit mit Radio Vatikan und der italienschen Rundfunkstation RAI werden die Sprecher eine) Hörbericht von den Feierlichkeitei und eine Zusammenfassung der päpstlichen Verlautbarungen geben. An die Übertragung des Bayerischen Rundfunks, die mit dem Papstsegen abschließt, sind die meisten westdeutschen Sender und wahrscheinlich auch der österreichische Rundfunk angeschlossen. (CND) Das Christliche in der Konst Eine „Religiöse Einkehr für bildende Künstler“ wird vom 6. bis 9. November vom Kunstverein, der Diözese Rottenburg in der Erzabtei Beuron durchgeführt. Sie wird sich mit dem Menschenbild des Neuen Testaments und der Verkündigung der christlichen Heil ay- sterien befassen. Aus dieser Grundhaltung heraus werden die Themen „Können wir noch Kirchen bauen?“, „Kirchenmusik der Gegenwart“ und „Di« duristlichen Bildtiiemen“ erörtert (CND) NlemöIIer vertritt nicht Meinung der EKD Zu den verschiedenen Erklärungen Kirchenpräsident D. Martin Nietnöllers gegen eine deutsche Remilitarisierung und seiner Äußerung, Dr. Adenauer sei nicht berechtigt, im Namen des deutschen Volkes zu sprechen. wird von namhaften Vertretern der evangelischen Landeskirchen betont, daß Niemöllei kein Recht habe, seine Privatmeinung als die der Evangelischen Kirche oder der evangelischen Christenheit in Deutschland zu bezeichnen. Man verweist in diesem Zusammenhang auf die letzten Erklärungen von Landesbischof D. Lilje (Hannover) und des Württemberg! sehen Altlandesbischofs D. Wurm, die beide in diesem Punkte wesentlich anderer Meinung als Niemöller seien. Auch die Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland sei für die Evangelische Kirche in Deutschland und die evangelischen Landeskirchen nicht verbindlich, da es sich bei der Arbeitsgemeinschaft nur um einen lockeren Zusammenschluß zur Klärung innenkirchlicher Probleme handele. WelUuthertum gegen Mariendogma Der Vorsitzende des Lutherischen Weltbundes, Bischof Anders Nygreen, bezeichne!® auf einem Kirchentag in Stockholm die Dogma- tisierung der Himmelfahrt Marias als einen Vorgang, der eine unüberbrückbare Mauer zwischen der römisch-katholischen Kirche und dem Luthertum aufrichte. Das Dogma widerspreche den Evangelien. Während die lutherische Kirche immer wieder bestrebt sei, Wege der Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche zu beschreiten, verfolge diese neuerdings das gegenteilige ZieL Das sei um so bedauerlicher, als in einer Welt voller Nationalismus, Klassen- und Rassenegoismus eine Sammlung der Christenheit all«: Bekenntnisse besonders notwendig sei. (epd) 2M Jahre Brüdergemeine in Neuwied Die Herrnhuter Brüdergemeine in Neuwied kann in diesen Tagen auf ihr 200 jähriges Bestehen zurückblicken. Französische und schweizerische Brüder siedelten zuerst 1750 in Neuwied und errichteten dort die Internatsschule, die insbesondere von Engländern besucht wurde. Heute leben 300 Brüder in Neuwied, während die gesamte Brüdergeroeine 50 000 Seelen umfaßt. (CND) UNSER RUNDFUNK VON SONNTAG, 22. OKTOBER 1950 BIS SAMSTAG, 28. OKTOBER 1950 Südwestfunk Süddeutscher Rundfunk Bad.-Bad., Freibg., 363 m - Rheinsender: 295 m • Reutlg.: 195 m Gleichbleibende Sendungen (W — werktags, S — sonntags) 5.00 Beginn, Frühmusik (W) 6.00 Nadir., Wetter, Musik (W) 7.00 Nadir., Wetter (W, S) 7.10 Vorschau und Musik (W, S) 7.20 Presseschau (W, S) 7.50 Morgenmusik (W) 7.30 Morgenchoral (S) 6.00 Nadir.. Wasserstände (W, S) 8.10 Eigenprogramm d. Studios (W) 6.30 Pressestimmen (W) 1.30 Aus der christlichen Welt (S) 8.40 Musikalisches Intermezzo (VT) 9.00 F. d Hausfrau od. Jugend (W) 9.15 Das Unvergängliche (S) 9.30 Eigenprogramm d. Studios (W) 10.30 Die Universitätsstunde (S) 11.00 Vormittagsmusik (W. S) 11.30 Eigenprogr. der Studios (W) 11.45 Für den Bauern (S) 12.20 Mittagskonzert (W) 12.45 Nachrichten. Vorschau (W, S) 13.00 Musik nach Tisch (W) 14.00 Für die Jugend (W) 15.00 Franz. Sprachunterricht (VT) 18.15 Die Sportreportage (S) 18.20 Aus dem Zeitgeschehen (W) 18.30 Musik zum Feierabend (W) 19.00 Zeitfunk (W) 19.20 Kleine Abendmusik (S) 19.40 Tribüne der Zeit (W. S) 22.00 Nachrichten (W, S) 84.00 Spätnachrichten (VT. S) Sonntag, 22. Oktober 8.45 Evang. Morgenfeier 10.00 Kath. Morgenfeier 14.00 Meister der kleinen Form: Sigismund Radecki 14.15 Frohe Melodien 15.30 Jedem das Seine! Viel Musik und wenig Worte 16.30 Stimme der Heimat: Bad Gleisweiler 17.00 Das SWF-Unterhaltungs - Orchester, Ltg.: Otto Gerdes. 18.00 Aus Literatur u. Wissenschaft 20.00Sinfonie-Konzert. — Solisten: Maria Stader (Sopran), Ludwig Bus (Violine); Boieldieu: Ouvertüre z. d. Oper „Johann von Paris“; Milhaud: Konzert Nr. 2 für Violine u. Orchester; Mahler: Sinfonie Nr. 4 D-dur 22.15 Sport und Musik 28.00 „Der schwarze Song" — Ober die Dichtung der Neger Nordamerikas 23.30 Frfl’-^cher Ausklang! Montag, 23. Oktober 6.50 Evang. Morgenfeier 15.30 Sinfonische Unterhaltungsmusik aus, Amerika 16.15 Aus Frauenbüchern und -Zeitschriften 16.30 Musik am Nachmittag 17.00 Literatur der Landschaft: „Wilhelm Waiblinger“ 17.20 Solistenkonzert. Paul Conrad (Bariton); Elisabeth Conrad- Moritz (Klavier) 20.08 Musik für dich! Neue Schallplatten 21.00 Aus der Welt der Oper 22.30 Klaviermusik. 22.45 Das westliche und das östliche Denken 23.15 Ganz leis’ erklingt Musik Dienstag, 24. Oktober 6.50 Kath. Morgenfeier 15.15 Kleines Zwischenspiel 15.30 Sinfoniekonzert. Solisten: Hedi Gigler und Ludwig Bus (Violine). 16.15 Georg von der Vring: „Das Spiel mit den Schneebeeren" Erzählung 16.30 Sang und Klang im Volkston 17.00 Das Kapitel von der Freundschaft 20.00 Operettenkonzert. — Melodien von Johann Strauß: „Zigeunerbaron"; „Die Fledermaus"; Ballettmusik von „Ritter Pas- man“ 20.45 Hörspiel: „Der Tod des Handlungsreisenden" von Aithur Miller 22.20 Probleme der Zeit 22.30 Musik der Welt. 23.15 Kulturpolitisch Glosse 23.25 Jazz 1950! Muggsy Spanier Mittwoch, 25. Oktober 6.50 Evang. Morgenfeier 15.30 Musikalische Teestunde 17.00 Bücherschau 17.15 Solistenkonzert. Noetel: Sonate — Hessenberg: Flötenmusik Nr. 2. — Ausführende: Gustav Scheck (Flöte), Maria Bergmann (Klavier) 20.00 Scheinwerfer auf! Die bunte klingende Filmschau des SWF 20.45 Um Ehe und Familie 21.00 Konzert. Solisten: Hedi Gigler und Carl Schwaller (Violine) 22.20 Geheimnisse des Ultraschalls 22.30 Klaviermusik. Werke von Da- rius Milhaud. Drei Rag-capri- ces; Saudades do Brasil 22.45 „Der Mann von Welt“. Zu Flakes 70. Geburtstag. Eine Würdigung 23.15 Eine bunte Schlager-Revue am laufenden Band Donnerstag, 26. Oktober 6.50 Kath. Morgenfeier 15.30 Nachwuchs stellt sich vor — Peter RohrbecJc (Cello), Friedrich Zebm (Klavier) 16.00 Kunstspiegel v. Leopold Zahn 16.15 Nachmittagskonzert 17.00 Neue Musikliteratur 17.15 Musnk zur Unterhaltung 20.00 Ein Tanzabend unter dem Motto; „Von Einst und Jetzt“ 21.10 Klingende Kleinigkeiten Martin Tischer und das Freiburger Studio-Orchester 22.15 Französisch-deutsches Gespräch 22.30 Mozarts geistige Welt. Konzert fü, Klavier u. Orchester F-dur KV 469. Das SWF-Or- chester, Ltg.: Paul Sacher — Solistin. Klara Haskil — Es spricht Dr. Heinrich Strobel 23.15 Macht und Gnade bei Reinhold Schneider 23.30 Bartok: Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug Freitag, 27. Oktober 6.50 Evang. Morgenfeier 15.30 Musik zur Teestunde 16.15 Das Elektronengehirn 16.30 Klaviermusik. Es pielt Maria Bergmann 17.00 „Mme. Colette erinnert sich“ 17.15 Das Schlager-Intermezzo 20.00 Kammermusik. — Beethoven: Streichquartett Es-dur op. 127. Es spielt das Freund-Quartett 20.45 „Das unheimliche Tor“, Berichte aus der Heilanstalt in Schussenried 21.30 Volksmusik und Chorgesang 22.20 Probleme der Zeit 22.30 Schöne Melodien 23.00 „Vor dem Ja-Wort“ — Kleine Ratschläge zur glückl. Ehe 23.30 Musik zur Nacht Samstag, 28. Oktober 6.50 Kath. Morgenfeier 14.30 Frohes Wochenend mit dem SWF-Tanzorchester und der Streichergruppe Homarin 15.00 Der Rechtsspiegel 15.15 Opernmelodien 15.45 Die Briefmarkenecke 16.00 Unser Samstagnachmittag — „Der Kaiserstühler Neue!“ — Beim Weinfest in Ihringen a. K. — Mitwirkende: Traute Rose (Sopran); Josef Rees (Tenor); Emmi Braun (Jodlerin); die Amann-Junioren, Handharmonika — Trachtenkapelle Gutach (Schwarzw.); im Textteil wirken mit: Gisela Krauß, Karl Steuer u. Sepp Bader. Es spielt das Freiburger Studio-Orchester. Leitg.: Franz Hauck; Solist: Willy Neugebauer (Trompete) 17.00 Bücherschau 17.15 Sang und Klang im Volkston 17.45 Reisebilder aus Spanien 20.00 Wir erfüllen Hörerwünsche 22.30 Der SWF bittet zum Tanz! — Einmal so und einmal so . .. Das SWF-Tanzorchester und viele Solisten 0.10 Tanzmusik aifs aller Welt Radio Stuttgart 523 m = 575 kHz Gleichbleibende Sendungen (W - werktags, S - sonntags) 5.00 Frühmusik, Nachrichten (W) 6.00 Choral, Spruch, Musik (W, S) 6.30 od 7.45 Morgengymnastik (W) 6.40 Südwestd. Heimatpost (W) 7.15-Werbefunk mit Musik (VT) 7.15 Fröhliche Musik (S) 7.55 Nachrichten Wetter, (W. S) 8.00 Landfunk mit Musik (S) 8.00 Aktuelles für alle 'W) 8.15 Morgenmusik (W) 8.30 Kirchliche Nachrichten (S) 9.00 Nachrichten, Musik (VT) 9.15 Geistliche Musik (S) 9.45 Literatur und Musik (S) 10.30 Melodien am Sonntag (S) 11.00 Lebendige Wissenschaft (S) 11.30 Bachkantate (S) 12.00 Musik am Mittag (W. S) 12.45 Nachrichten, Wetter (VT, S) 13.00 Echo aus Baden (W) 13.00 Leichte Musik (S) 13.10 Werbefunk mit Musik (W) 13.30 Aus unserer Heimat (S) 14.00 Stunde des Chorgesangs (S) 14.30 Kinderfunk (S) 15.45 Aus der Wirtschaft (W) 17.45 Südwestd. Heimatpost (W) 18 00 Zum Zeitgeschehen (W) 18.25 Unterhaltungsmusik (VT) 18.55 Totoergebnisse (S) 19.00 Die Stimme Amerikas (VT , S) 19.30 Vom Tage - (W) \ 19.30 Sportberichte (S) 19.45 Nachrichten, Wetter (VT , S) 21.45 Nachrichten. Wetter (W. S) 23.45 Nachrichten (VT, S) 23.50 Zum Tagesausklang (W) Sonntag, 22. Oktober 7.00 Andacht der Methodisten 8.45 Evang. Morgenfeier 11.20 Musikalische Tagesfragen 15.00 Frohes Raten — Gute Taten 15.45 „Pflücket die Rose, eh’ sie verblüth." — Eine fröhliche Herbstsendung 17.00 „Die letzte Tat.’ Ein Hörspiel (nach Selma Lagerlöf) 17.35 Heinrich Kaminski: Streichquartett F-dur (das Barchet- Quartett) 18.00 Bunte Melodien 20.05 Die Wiener Philharmoniker — Dirigent: Wilhelm Furtwäng- ler Luigi Cherubini: „Ana- creon“, Ouvertüre. - Frrnz Schubert: Symphonie h-moll (Unvollendete). Rieh- Strauß: Eulenspiegels lustige Streiche. Joh Brahms: II. Symphonie D-dur (Übertrag, eines Konzertes vom 18. Oktober 1950 au« dein Waldheim Stuttgart- Degerloch) 21.45 Sportdurchsagen 22.00 Leichte Klaviermusik 22.20 Glossen zum kultur Leben 22.30 Wir bitten zum Tanz 24.00 Beliebte Schlager erklingen Montag, 23. Oktober 7.00 Evang. Morgenandacht 15.30 Kinderturnen 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Über neue Bücher 17.00 Konzerstunde. 20.00 Musik für jedermann 21.15 Tanzmusik aus der Schweiz. 21.50 Robert Knauß’ Lage in Korea 22.00 Zeitgenössische Musik. 22.45 Rolf Mayr liest eigen. Werke 23.15 Liederstunde Dienstag, 24. Oktober- 7.00 Evang Morgenandacht 10.45 Schwäbisches Liedschaffen 11.00 Konzertstunde 15.30 Wo'fgang Geri am Klavier 16.00 Nachmittagskonzert 17.15 Rob. Schumann: Kreisleriana. Claude Debussy: Drei Prölu- des (Willy Stech) 20.00 „Der Bajazzo“. Oper in zwei Akten von Ruggiero Leonca- vallo. 21.15 Literarisches Rätselraten 21.50 Blich in die Welt 22.00 Die Rundfunk-Tanzkapelle; 22.45 „Sherlock Holmes verschenkt tausend Pfund“ — Eine Kriminalgroteske v. Peter Hirche 23.15 „Night and Day ‘ — Melodien von Cole Porter Mittwoch, 25. Oktober 7.00 Evang. Morgenandacht 14.30 Kinderfunk 15.30 VT. Dürr u. seine Rhythmiker 18.00 U. Seelmann-Eggebert: „Scha- lom Asch zu seinem 70. Geburtstag" 16.15 Konzertstunde (Busoni und Hindemith) 17.00 Christentum und Gegenwart 17.15 Kleines Orchesterkonzert. Das Große Rundfunkorchester und die Stuttgarter Philharmoniker. Ltg.: Fritz Mareczek 20.00 „Kain lebt!" Ein Hörspiel von Christian Bock 21.00 Stuttgarter Kammerorchester, Ltg.: Karl Münchinger 22.00 Mit Sombrero und Bolero — Südliche Tanzweisen 22.30 Programm nach Ansage 23.00 Orchesterkonzert. A. Arensky: Variationen f. Streichorchester Donnerstag, 26. Oktober 7.00 Evang. Morgenandacht 10.45 Karl Stamitz: Konzert für Viola und Orchester (Solist: Milton Katims). Georg Philipp Telemann: Tafelmusik. Christoph WtUib. Gluck: „Armi- da“, Ballettsuite 16.00 Nachmittagskonzert 16.50 Begegnungen mit Pablo Picasso 17.10 Hausmusik, ausgeführt von Studierenden der Stuttgarter Musikhochschule 20.00 Ein bunter Abend: „Mit 100 Sachen fahren und lachen“ 21.50 Blick auf Europa 22.00 Orgelmusik. 22.30 „Hertz’sche Wellen" — Eine Hörfolge v. Hans Theo Bauer und Reinhold Kusche (Zur 125-Jahr-Feier d. Technischen Hochschule Fridericiana zu Karlsruhe) 23.10 Kleine Serenade 23.50 Nacht-Feuilleton 0.05 Jazz im Funk Freitag, 27. Oktober 7.00 Andacht der ev. Gemeinschaft 15.30 Kinderfunk 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Über neue Bücher 17.00 Frohe und heitere Weisen 0.00 Symphoniekonzert; Ludw. van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3 in c-moll (Solist: Eduard Erdmann); VIII. Symphonie ' in F-dur 21.05 „Ostasien — Gestern und heute" 22.00 Tanzmusik. Hans Alt u. seine Solisten: Rudi Sehuricke, Gesang 22.45 Die Schmunzelecke 23.15 Zur Unterhaltung. Samstag, 28. Oktober 7.00 Junge Christen sprechen 10.45 Liederstunde 11.00 Musik 13.45 Sportrundschau 14.00 Der Zeitfunk 15.00 Unsere Volksmusik 15.40 Jugenfunk 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Filmprisma 17.00 Vom Guten das Beste; Kostproben aus dem Programm der kommenden Woche 17.15 Zum Fünf-Uhr-Tee spielt die Kapelle Fritz Weber 20.00 „Amor auf Reisen" — Ein großer musikalischer Querschnitt durch die neue Operette von Hans Moltkau (das Rundf.-Unterhaltungsorchester 21.00 Familie Staudenmaier — Heitere Chronik einer schwäbischen Familie von VT. Schmidt 21.45 Sportdurchsagen 22.00 Schöne Stimmen: Tiana Lemnitz und Gerhard Hüsch 22.30 Tanzmusik. Das Kammertanzorchester Hans Conzelmann; d. Hubert-Deuringer-Quartett 23.00 „Wenn der Wein, wenn die Liebe, wenn der Walzer nicht wär“ — Melodien zum Tanzen und Schunkeln 24.00 Das Nachtkonzert Hessischer Rundfunk Radio Frankfurt 208,47 m = 1439 kHz Gleichbleibende Sendungen (VT — werktags, S - sonntags) 5.30 Nachr., Wetter, Musik (VT) 6.00 Wetter, Morgenmusik (S) 6.30 Wetter, Nachrichten (VT) 6.40 Morgenständchen (VT) 7.00 Nadtrichten, Rundschau (W,S) 7.15 Frühkonzert (W, S) 8.00 Nachrichten, Wetter (VT) 8.15 Aus dem religiösen Leben (S) 8.15 Morgenmusik (W) 9.00 Nachr., Wetter, Musik (VT) 9.15 Für die Frau (S) 9.45 Heimkehrermeldungen. (W) 11.00 der hessische Landbote (S) 11.15 Schulfunk (VT) 11.45 Der hessische Landbote (VT) 12.00 Musik am Mittag (W, S) 12.45 Nachrichten, Wetter (VT , 8) 13.00 Musik nach Tisch (W, 3) 13 45 Wiederholungen (S) 14.00 Hessenrundschau (W) 14.15 Schulfunk (W) 14.30 Kinderfunk (S) 14.45 Kindersuchdienst (W) 15.00 Börsenberichte (VT) 15.00 Heimkehrerprogramm (S) 17.45 Nachrichten (W) 18.00 Wissen und Leben (W) 18.30 Abendmusik (W) 18.45 Hier spricht Deutschland (W,S) 19.00 Die Stimme Amerikas (VT, S) 19 30 Rundschau, Nachrichten (VT, S) 22.00 Nachrichten, Wetter (VT, S) 22.10 Sportberichte (S) 24.00 Nachrichten (W, S) Sonntag, 22. Oktober 8.80 Evang. Morgenfeier 9.30 Die Vögel unter dem Himmel (Dichtung und Musik) 10.00 Kammermusik-Matinöe 10.30 Frankfurter Gespräch 11.15 Volkstümliches Konzert mit bekannten Solisten 15.45 „Der Sindlinger Äppelkrieg“ 16.05 Sport und Musik 17.00 Tanztee mit Willy Berking 17.45 Es spielt d. schwedische Rund- funk-Sinfenie-Orchester unter Sten Frykberg 20.00 Zauber der ■ Melodie — Ein Reigen schöner Klänge 22.25 „Mit vorzüglicher Hochachtung” — Heiteres über das Briefschreiben 23.00 Melodie zur Mitternacht Montag, 23. Oktober 16.00 Scherzi und Capriccien. Pfltz- ner: Scherzo; Dvorak: Scherzo ’ Capriccio; Tschaikowsky: Capriccio Italien 16.45 „Das Krokodil“, eine heitere Geschichte von A. Moravia 17.00 Der Tageslauf in Lied und Wort 20.00 „Biologie und Tennis", ein Hörspiel von Alfred Andersch 21.10 Unterhaltungskonzert. — Es spielt das Unterhaltungsorchester des Hessischen Rundfunks unter der Leitung von Erich Börschel; Solisten: Rosel Zweigle (Sopr.); Adolf Heinemann (Cello) 21.45 Dolf Sternberger spricht 22.15 Die bunte Melodienfolge 23 00 „Die dämonische Nacht“ ein Romankapitel v. Walter Gottfried Klucke 23.10 Musik mit Charme — Zärtliche Rhythmen Dienstag, 24. Oktober 16.00 Chorkonzert 17.00 Bücherstunde 17.15 Klingende Landschaft — Lieder und Tänze aus Finnland 20.00 Tanzabend. — Es spielen die Tanzorchester Alfred Hause, Eugen Henkel, Ernst Fischer, Werner Müller, Adalbert Lutter, Juan Llossas und Albert Vossen mit seinem Ensemble 22.15 „Über die Linie” — E. Jünger zur Therapie des Nihilismus. Symphonische Musik von Harald Genzmer: Konzert für Trautonium und Orchester m. einem einleitenden Gespräch über elektro-akustische Musik und das Trautonium zwischen Oskar Sala und Dr. Siegfried Goslich. Pachelbel: Suite für Orchester Mittwoch, 25. Oktober 15.05 Ständchen für die Hausfrau 15.40 Unser Purzelbriefkasten 16.00 Schule und Elternhaus 16.15 Unterhaltungskonzert mit dem Orchester d. Stadt Bad Homburg, Ltg.: Otto Schubert, u. dem Berliner Vokalquartett. Ltg.: Dr. Hans Striehl 20.06 „Tannhäuser" — Romantische Oper in 3 Akten von Richard Wagner (1. u. 2. Akt). Neu einstudiert. — Der verstärkte Chor des Hessischen Rund- fünks (Einstudierung: Edm. von Michnay); das Sinfonieorchester d. Hessischen Rundfunks, Ltg.: Kurt Schröder 22.30 Was gibt es Neues von Bühne und Film? 23.00 Willy Berking spielt zum Tanz Donnerstag, 26. Oktober 15.05 Freistehende Künstler Hessens vor dem Mikrophon 16.00 Besuch bei Theo Mackeben — Solisten: Gertrud Pardon, Ursula Maury, die Nicolets, Rudi Erhardt, Karl Friedrich 16.50 Was Frauen interessiert 17.00 Im Volkston. Die Mitwirkenden sind: Ingeborg Walther (Sopran); Hans Schepior (Akkordeon), G. Lechner (Zither, Gesangvereine aus Oberurstl und Friedrichsdorf, das k'elne Bläserensemble von Radio Frankfurt 20.00 Gut aufgelegt. Neues Und Bewährtes aus d. Plattenalbum 20.50 Blick auf Europa 21.00 „Tannhäuser“ — Röhiantische Oper in- 3 Akten von Richard Wagner (3. Akt). Neu einstudiert 22.15 Den Freunden der Dichtung. „Von Tafelfreuden u. Lebenskünstlern" 22.45 Nachtkabarett 23.00 Tanzmusik Freitag, 27. Oktober 16.00 Viteslav Novak: „Pan". Ein Tongemälde in 5 Bildern. Es spielt: Heinrich Baumgartner (Klavier) 16.45 Füu junge Menschen 17.00 Musik zum Tee — Unterhaltende Weisen 17.40 „Am Rande...“ 20.00 Operetten-Revue — Alte und neue Melodien von Leo Fall, Walter Kollo, Johann Strauß, August Pepöck, H. Strecker, Rudolf Kattnigg, Edmund Nick, Fred Raymond, Eduard Kün- neke, Nico Dostal und Emmerich Kalman 21.00 In diesen Tagen 21.10 Französische Kammermusik 21.46 Passiert — glossiert 22.15 Bunte Herbstpalette — Ein Melodienreigen 23.00 Breslau, Stätte geistiger Erinnerung 23.20 Swing-Rhythmen vom Broadway Samstag, 28. Oktober 14.15 Klingendes Wochenendbrevier mit kleinen Winken für den Ausflügler 15.00 „Das aktuelle Interview“ 15.10 Durch die weite Welt: Finnland 15.30 Volkstümliches Wissen 16.00 Der Wunschzettel -- Wir spielen Ihre Lieblingsmelodien 17.00 Populäre Melodien großer Meister; ein Orchesterkonzert 20.00 „Familie Hesselbach“. 16. Kapitel: „Das Fritzchen". — Eine hessische Alltagschronik von und mit Wolf Schmidt. Weitere Mitwirkende: Sophie Engelke, Gretel Pilz, Lia Wöhr, Fritz Böhmer, Karl Luley, Jost Jürgen Siedhoff u. Heinz Stoewer 20.45 Ein Tanzpotpourri mit Willy Berking 21.30 „Raten Sie mit!" Quiz zwischen London und Frankfurt 20.20 Konzertane Tanzmusik 23.00 Tanz zum Wochenende BERUFE IM RUNDFUNK Das Vorsprechen Prüfstein der Mikrofon-Eignung Die meisten Rundfunkanstalten führen in regelmäßigen Abständen ein „Mikrofon-Vor- sprechen“ durch, um unter den Hunderten, die sich um Beschäftigung als Sprecher im Rundfunk melden, die geeignetsten Mikrofon-Stimmen herauszufinden. Hinter einer dicken Glaswand sieht man sie sitzen; Die hohe Jury — ein Gremium, zu dem alle Regisseure des Funkhauses gehören, und von denen jeder seine Meifiung vertritt. Man fühlt sich furchtbar allein. Ganz dicht vor sich den Feind: das Mikrofon! Dieses überempfindliche Instrument, das alles verrät: Ob man eine unglückliche Zahnlücke hat, rollendes Zungen-R spricht, zischt, ein biegsames, melodiöses, hartes, gellendes oder sonst ein Organ hat. Aber da tönt es sanft und freundlich aus einem Lautsprecher in der Studioecke: „Ja, bitte, was wollen Sie uns vorsprechen oder Vorsingen?“ — „Gut, bitte fangen Sie an!“ - Um die „Auch künstler“ und das Mittelmäßige vom Guten und Besten trennen zu können, hat man diese steile Hürde aufgebaut: Das Mikrofon-Vorsprechen! Voraussetzung zur Teilnahme ist der Nachweis einer abgeschlossenen Ausbildung mit Abschlußprüfung. Ausnahmen bei offensichtlicher Begabung oder in Härtefällen (z. B. lange Kriegsgefangenschaft) sind möglich. Die Bewerber sind Anfänger und auch erprobte Mimen. Ihr Alter schwankt demgemäß zwischen 17 und 60, und es sind mehr Frauen darunter als Männer. Man kann vortragen, was man will, und jedem wird eine gewisse Zeit gewährt. Dem Vorsprechenden dünkt sie fast immer zu kurz. Er vergißt, daß die aus erfahrenen Regisseuren bzw. leitenden Herren der Musikabteilung gebildete Jury weder auf Mimik, Gesten, Figur, Bewegungen noch auf die Wohlgefälligkeit der Gesichtszüge zu achten hat, sondern auf nichts als die Stimme, ihre Schulung und ihren Gehalt. Das bedenken Sie bitte, wenn Sie sich zum Vorsprechen im Rundfunk melden. Es genügt nicht „gut“ zu sein. Man muß besser sein! Hörspiele zum Lesen Ein interessantes Bach des Südd. Rundfunks Die Sendung von Hörspielen gehört, zum ständigen Programm der Rundfunksender. Leider ist es aber so, daß nicht jeder Hörer Zeit hat, eine Stunde lang ungestört vor seinem Empfänger sitzen zu können. Sei es, weil er arbeiten muß oder weil seine Familienmitglieder nicht die Ruhe wahren, die zum Anhören eines Hörspiels unbedingt erforderlich ist. Diesem Mangel ist nun abgeholfen: Der Süddeutsche Rundfunk hat ein „Hörspielbuch“ herausgebracht, das die Hörer dazu anregen soll, Hörspielen mehr zuzuhören und ferner die Möglichkeit gibt, das nachzulesen, was der Funk durch den Dichter sagen will. Der erste Band des Hörspielbuchs enthält die Texte von sechs Hörspielen, die den meisten Hörern bekannt sind. An der Spitze steht das problematische dichterische Werk W. E. Schäfers, des neuen Intendanten der Württembergischen Staatstheater, „Die fünf Sekunden des Mahatma Ghandi“. Gerade ob dieses Hörspiels ist es wertvoll, ein Textbuch zu besitzen, denn um sich mit den aufgeworfenen religiösen Fragen beschäftigen zu können, genügt nicht eine Stunde des Anhörens. „Die Nacht, die dem Siege voranging“ ist ein Hörspiel des in Stuttgart lebenden Schriftstellers Walter Bauer, der sich durch viele Romane und Erzählungen einen Namen schuf. Die Menschen dieses Hörspiels sind Arbeiter und Arbeiterfrauen. Der erst 31jährige Schriftsteller Wolf gang Lohmeyer war Kinderdarsteller beim Film und am Theater, Redakteur mehrerer großer Zeitungen und ist Mitarbeiter am Südwestfunk und Süddeutschen Rundfunk. „Mörder — so oder so“ ist ein interessante kriminalpsychologische Hörspielstudie, von logischem Aufbau und geschliffenem Dialog. Der bekannte Diplomat und Schriftsteller Erwin Wickert, geb. 1915 in der Mark Brandenburg, trat ebenfalls schon durch Buchveröffentlichungen an die Öffentlichkeit. Sein Hörspiel „Das Buch und der Pfiff“ ist eigenartig und wirkt gelesen besser. Als einzige Frau unter den Autoren ist die Wienerin Helene Schmoll vertreten, die für den Südd. Rundfunk, für den Bayrischen Rundfunk und für Rias Berlin Hörspiele schrieb, Bühnenwerke für den Funk bearbeitete und durch mehrere Sketsche bekannt wurde. „Viele Wege führen nach Korsika“ — und viele Wege können beschriften werden, um dieses Stück zu deuten. Das Werk „Johann der Letzte" ist eines der zahlreichen Hörspiele Christian Bocks, die der Süddeutsche Rundfunk immer wieder sendet. Der einstige To- b:s-Dramaturg ist freier Journalist und schreibt Feuilletons für namhafte Blätter. Von ihm stammen die Hörspiele „Ein Mann wie Hiob", „Tödliche Rechnung“, „Vier Jahre und ein Tag“ und andere. Köstlicher Humor er- Er ist der Mann, der den Rumba in Amerika populär gemacht hat. Seit 1930 spielt Cugat für die Nordamerikaner südamerikanische Melodien. Cugat wurde in Barcelona/ Spanien an einem Neujahrstage geboren. Als Xavier 12 Jahre alt war, verdiente er durch sein Violinspie! genug, um seine Familie zu ernähren. In Spanien studierte Cugat unter Tullio Serafin. In Amerika schrieb er sich für die Frank-Damrosch-Schule ein und studierte unter Franz Kneisel. Später ging er zu Studienzwecken nach Europa. In Italien wurde er mit Enrico Caruso bekannt, der ihm anbot, sein Vicüinspiel zwischen Carusos Nummern vorzutragen. Der große Tenor stellte Cugat. heraus, und seine Fähigkeiten als Kapellmeister und seine eigenen Kompositionen wurden schnell bekannt. Nach seiner Rückkehr nach Amerika mußte er die Feststellung machen, daß die Musik füllt die Komödie um den Diener Johann, und mit feiner Hand zeichnet Bock die Liebesgeschichte des Zeichners Thomas und der jungen Franziska. Gerhard Prager, der Dramaturg des Süddeutschen Rundfunks, stellt seinem Vorwort über die Bedeutung und die Probleme des Hörspiels als Motto ein Wort W. Bauers aus dem Hörspiel „Das Unauslöschliche“ voran: „Ihr hört von manchen Dingen. Vieles vergeßt Ihr. Mancherlei bleibt in den Ohren. Aber im Herzen hält sich wenig.“ Das Hörspielbuch — dem 1. Band werden weitere folgen — wendet sich gegen die Flüchtigkeit, die beim Rundfunk nun einmal nicht zu vermeiden ist. Aber nicht allein dem interessierten Hörer, sondern auch jedem Literaturfreund wird das gehaltvolle Werk willkommen sein, ergänzt es doch eine Lücke in manchem Bücherschrank. P. Stähle („Hörspielbuch", 1. Band, 217 Seiten, Leinen, DM 6,80, erschienen bei der Europäischen Verlagsanstalt GmbH., Hamburg. Copyright 1950.) sehr schlechte Verdienstmöglichkeiten bot. Er verpackte daher seine Violine und begab sich nach Süd-Kalifornien. Als Tritkzeichner bei der „Los Angeles Times“ verdiente er sich zuerst seinen Selbstunterhalt. Doch der Drang zur Musik ließ sich nicht eindämmen und er komponierte bald danach für ein Film-Studio. Später baute er eine kleine Kapelle auf. Mit ihm arbeitete Rita Cansino, die heute als Rita Hayworth weltbekannt ist. Mit dieser Kapelle spielte er kurze Zeit später in Hollywood“* „Montmatre Cafe“. Dann ging er nach Cocoa- nut Grove. Cugat heiratete im Oktober 1947 Lorraine Allen. Unter Vertrag mit Metro-Goldwyn-Mayer drehte er folgende Filme: „Badende Venus“, „Mein Schatz ist ein Matrose“, „Ball in der Botschaft“, „Auf einer Insel mit Dir“, „Liebe an Bord“, „Wirbel um Judy“ und „No Leave, no Love“, und „This Time for Keeps“ Kavier Cugai — ‘König de6 'Rumba Das Fadiwprkhaus typisdi iiir den Kraidigan Die Vorzüge des ;!iwerkhauses: Kühle im Sommer und Behaglichkeit im Winter Der Wanderer, der sich in unserem Kraich- gau umsieht, freut sich immer wieder an den hübschen Bauernhäusern, die ihm auf Schritt und Tritt begegnen; gleichgültig - wohin er seine Schritte lenkt, sei es nach Obergrombach und Heidelsheim oder nach Unteröwis- heim und Münzesheim. Behäbig einladende Gasthäuser mit alten Wirtshausschdldern, imposante Rathäuser und die freundlichen Giebel der Bauernhäuser Verleihen der Landschaft . ein reizvollesGepräge. Wir kennen in deutschen Landen im wesentlichen drei Typen von bäuerlichen Hofanlagen: Die niedersächsische, die alemannische und die fränkische. — Alle drei zeichnen sich aus durch besondere Eigenheiten, die in der Landschaft ihre Wurzel haben: Die niedersächsische Form wurde durch die Ebene bestimmt, die alemannische durch die Berghänge des Schwarzwaldes und die fränkische durch das Hügelland. Schwarzwaldhäuser im alemannischen Raum. Die feuerpolizeilichen Vorschriften machten dem Strohdach den Garaus. Wenn es einmal brannte, war ein mit Stroh gedecktes Haus nicht mehr zu retten. Eines aber hatte das Strohdach dem Ziegelbach voraus: In einem solchen Haus wurde es nie empfindlich kalt, selbst wenn draußen noch so klirrender Frost, herrschte. Fässer ein- und austransportiert werden konnten. Die fränkische Hofanlage, wie sie in unseren Kraichgau durchweg des Brauchs ist, trennt zwischen Wohnhaus, Stall und Scheune, die sich im Viereck um einen eingefriedigten Hof gruppieren. Landshausen, Münzesheim, Elsenz und viele andere sind Kraichgaudörfer, in denen noch sehr schöne und zum Teil auch sehr alte Fachwerkbauten zu sehen sind. W. A. U. Gesellenprüfung der Sattler- u. Tapezierinnung Die Herbstgesellenprüfung der Sattler- und Tapezier - Innung, die in der vergangenen Woche unter dem Vorsitz von Tapeziermeister- Fritz Keller, i. Fa. Heh. Schilling & Co., statt-, fand, brachte ein recht gutes Ergebnis. Es ist erfreulich festzustellen, d#ß die Gesellenstücke an den Arbeiten der Vorjahre gemessen auf einem hohen Niveau standen. Ein Zeichen dafür, daß das Handwerk bestrebt ist, seinen guten Ruf zu erhalten, und auf eine sorgfältige Ausbildung seines Nachwuchses bedacht ist. Das Handwerk hofft und verlangt, daß zumindest der große Befähigungsnachweis als Voraussetzung zur Führung eines eigenen Geschäftes verlangt wird, was auch aus den Worten des Obermeisters Weiler, der die Junggesellen beglückwünschte, hervorging. Jeder Junggeselle sollte bestrebt sein, die Meisterehre zu erreichen. Mit den Worten aus Schillers Glocke: Das ist, was den Menschen zieret und dazu ward ihm der Verstand, daß er im inneren Herzen spüret, was er erschafft mit seiner Hand, urd dem Gruß des deutschen Handwerks, wurden die Junggesellen freigesprochen. r Kreuz und quer durchs Stadtgeschehen Goldene Hochzeit. Am Sonntag, 22. Oktober, Richtfest in der neuen Gewerbeschule. Die feiern die Eheleute Mathias Schnepf, Werk- am Neubau der Gewerbeschule beteiligten Unführer a. D., Schwimmbadstr. 25, und Frau' ternehmer, Handwerker und Arbeiter begehen Margarete, geh. Krämer, das Fest ihrer gol- heute mittag das Richtfest. Damit ist der Roh- denen Hochzeit. Wir gratulieren dem Jubel- bau im wesentlichen fertiggestellt und über paar recht herzlich und wünschen für die Zu- den Winter kann z. T. bereits mit dem Innen- Münzesheim, ein typisches Fachwerkdorf Der Kraichgau gehört zum Gebiet der fränkischen Hofanlage. Er birgt in seinen Dörfern eine Reihe der schönsten Häuser dieser Art Die Holzbauweise ist. uralt; sie geht auf die germanische Besiedlung zurück. Steinbauten waren den Germanen ein „Stein des Anstoßes“. Jedenfalls zerstörten die Alemannen, als sie den Limes überrannt hatten, die aus Stein gebauten römischen „Villae rustieanae“, die Gutshöfe von Obergrombach, von Stettfeld usw. Daß sich der Fachwerkbau bis in unsere Tage erhalten hat, spricht jedenfalls für die die besondere Wertschätzung dieser Bauart. Die frühesten Fachwerkhäuser wurden als „Stelabauten“ errichtet, z. T. unter Verwendung halbierter großer Baumstämme. Das untere Stockwerk vermauerte man nicht, sondern benutze es als Schuppen und Abstellraum. Die eigentlichen Wohnräume wurden erst im zweiten Stockwerk untergebracht. Eine andere Form war der Schwellen bau, wie man ihn z. B. da und dort heute noch in Obergrombach vorfindet. Ein derartiges Fachwerkhaus ruht auf einem massiven Eichem- schwellenfundament. Der Vorzug: Selbst wenn ein solches Haus auf feuchtem Untergründe steht, hat es kaum unter irgendwelcher Nässe zu leiden. Die meisten Fachwerkbauten, die jetzt noch in den Ortschaften zu sehen sind, Sind in der Regel auf einem gemauerten Fundament errichtet und zeichnen sich durch Kühle im Sommer und Behaglichkeit im Winter aus. Früher waren sie alle mit Stroh gedeckt, wie die alten Bei den Weinbauernhäusern ist der Keller das wichtigste. So sehen wir besonders in Weinbauerndörfern, z. B. in Zeutern und Eichelberg, große Kellertüren oder eigens errichtete Kellervorbauten, durch die die großen kunft alles Gute. Touristenverein „Die Naturfreunde?“. Am Sonntag, 22. Okt., findet die 10. Programmwanderung der Naturfreunde statt: Heidels- heim-Obergrombach-Naturfreundehütte. Der Abmarsch erfolgt um 13 Uhr beim Schlachthof. Die Vereinsleitung bittet um zahlreiche Beteiligung. Rundfunkreportage über das Schloß. Am Mittwoch, 18. Oktober, nahm der Stuttgarter Südfunk im Brucbsaler Schloß eine Reportage auf. Regierungsbaurat Langenbach sprach dabei über die bisherigen Fortschritte des Wiederaufbaus. Die Reportage läuft bereits in den nächsten Tagen über den Sender. Sortenvereinheillidiung im Obstbau Am Sonntag, 22. Okt.: Versammlung der Obst- u. weinbautreibenden Bevölkerung im „Engel“ Der Obst- und Weinbauverem Bruchsal schreibt uns: Die große Frage der Obstsortenbereinigung muß gelöst werden. Der Obstund Weinbauverein Bruchsal ruft daher seine Mitglieder und alle Interessenten des Obstbaues auf Sonntag, den 22. Okt., 14 Uhr, zu einer Versammlung in das Gasthaus zum Engel auf, wobei diese Frage besprochen und darüber Beschluß gefaßt werden soll. In der Versammlung sprechen namhafte Redner, u. a. Kreisobstbauinspektor Dickgießer und der Vorsitzende der Obst- und Gemüse-Marktge- nossenschaft, Stein-Helmsheim. Mit der Vereinheitlichung des Obstsortiments hängt in unserem Bezirk die Absatzfrage eng zusammen. Wir müssen so schnell wie möglich wegkommen von dem Sorten- wirrwar: Han zum eng begrenzten Sortiment wertvoller Standardsorten. Wie Bühl z. B. seine Bühler FrühzWetschge hat, so muß auch Bruchsal seine wenigen und für unsere Verhältnisse passenden Obstsorten haben, so daß dem Großmarkt Bruchsal in wenigen Jahren größere Quanten einheitlicher, guter Obstsorten angeliefert werden. Die Baum- und Edelreis-Bestellungen der örtlichen Obstbauvereine müssen sich darnach richten, daß nur noch die für den örtlichen Anbau bestimmte Sorten berücksichtigt werden, um so dem großen Ziel der Sortenvereinheitlichung für Bruchsal schnell näher zu kommen. Auf der Tagesordnung stehen ferner: Die Bekämpfung der Wühlmaus, der Bezug guter Bekämpfungsmittel, die Beschaffung einer Fräse für die allgemeine Benutzung durch die Mitglieder. Hinzu kommt: Dr. Fygari von der landwirtschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalt _ _ Augustenberg spricht über die Qualität und j n Karlsruhe polizeilich abgemeldet und nach ausbau begonnen werden. Die Materialbeschaffung stieß in den letzten Wochen auf gewisse Schwierigkeiten, doch ist damit zu rechnen, daß dieser „Engpaß“ bald überwunden ist. Dr. ing. Roman Heiligental 70 Jahre alt. Oberbaurat Dr. ing. und Dr. rer. pol. Roman Helligentel, dem Bruchsal u. a. das wertvolle Werk „Die Baugeschichte der Stadt“ zu verdanken hat, wurde am 17. Oktober 70 Jahre, alt. Der Lebensweg Heiligentals führte vom städtischen Ingenieur in Essen über den Ma- gistrate-Oberbaurat von Berlin zur Technischen Hochschule Karlsruhe. Wir wünschen dem hochverehrten Altersjubilar die baldige Wiederherstellung seiner Gesundheit. Regierung soll Beamten 20 DM Zulage monatlich gewähren. Die Abgeordneten Kleinknecht ,(SPD) und Genossen haben bei! württemberg-badischen Landtag beantragt, die Staatsregierung zu ersuchen, mit Wirkung vom I. Oktober ds. Js. an die Beamten mit einem Grundgehalt bis zu 350 DM eine monatliche Zulage von 20 DM zu gewähren. Die gleiche Summe soll vom gleichen Zeitpunkt an auch den Empfängern von Unterhaltszuschüssen gewährt werden. Der Landtag wird sich am kommenden Mittwoch mit dem SPD-Antrag beschäftigen. Baudarlehen erschwindelt. In Karlsruhe ist der 67 Jahre alte Kaufmann W. Tschira wegen umfangreicher Schwindeleien mit Baudarlehen verhaftet worden. Er hat zahlreiche Personen in Nordbaden bewogen, ihm Geld als Baudarlehen zu geben. Ueber den Verbleib des Geldes konnte bisher noch nichts ermittelt werden. Tschira hatte sich vor einigen Tagen den Aufbau des diesjährigen Weins, über die Nachzuckerung und dergl. Die Vorstandschaft des Obst- und Weinbau- vereins bittet alle Kreise der bäuerlichen Bevölkerung um einen regen Besuch dieser Versammlung. der deutsch-schweizerischen Grenze begeben. Die Karlsruher Kriminalpolizei bittet alle Personen, die mit Tschira in Geschäftebeziehungen getreten sind, sich bei der Kriminalpolizei in Karlsruhe, Karl-Friedrich-Straße, Zimmer 10, zu melden. Blick in ein Gedicht Mörikee Von Georg Schroarz Für die erste Sammlung von Mörikes Gedichten (1838) hat Hermann Kurz das Geschäft der Anordung dem oft unpäßlichen, unentschlossenen Dichter abgenommen und die Naturelegie „An einem Wintermorgen“ an den Anfang des Gedichtbuches gestellt „Ein Einfall, selbst schon soviel wert wie ein ganzes Gedicht“, urteilte Mörike darüber. Man könnte jedoch noch weitergehen und die Ouvertüre »An einem Wintermorgen“ als das Programm der ganzen Mörikeschen Kunst und Seelendarbietung erklären, denn alles, was Mörike je geschrieben hat, quillt aus dem Zauberkelch dieses Gedichtes, aus diesem in allen Farben spielenden, gegen die Dunkelheit gestellten Gefäß. Die Gegensätzlichkeiten seines so überaus gefährdeten Wesens, die Anfälligkeiten seines Inneren, das immerzu schwankende, schwebende, ruhelose und doch in sich gebändigte Traumdasein seines Schöpfers, das uns liebevoll vermittelte Weilen in der Antike wie in der christlichen Legende, sein Geniusglaube, Pantheismus und seine herzliche Frömmigkeit, alles findet sich zumal in diesem Gedicht, wie er es dann in anderen Werken vereinzelt bietet, um spät in der Mozartnovelle nocheinmal den Versuch einer Zusammenfassung zu machen, da schon das fröstelnde „Denk es o Seele“ angepocht hat und das Gefäß seines Lebens von selbst in die Dunkelheit gerückt wird. Schon die außerordentlich lockere Form des Gedichtes, das sich bei seinem drängenden Gehalt einer regelmäßigen Stropheneinteilung völlig entzieht, spricht dafür, daß der Dichter einem Diktat von innen folgen mußte und sich gerade noch dei Mühe unterzog, die ihm zuströmenden Bilder zu bewältigen. Unvermittelt folgen und jagen sich die inneren und äußeren Bilder nur zusammengehalten durch die passive Gebärdung des die Frühe witternden, schmek- kenden, schauend-erregten Dichters, den man sich in eine getünchte Dachstube zu Nürtingen bei der Mutter oder in die von seinen Mit schläfern früh morgens bereits verlassene Stube „Luginsland“ im Tübinger Stift zu denken hat. Die Entstehung des Gedichtes mag im Jahr 1825 erfolgt sein, als Mörike noch „Stiftler“ war, dreiundzwanzigjähriger Mensch mit vielerlei frühen Erfahrungen, unterlassen, nach seinem Abschied von Peregrina, der somnambulen Erweckerin seines Genius. Wie alle echten Gedichte bewegt sich die Elegie zwischen Null und Unendlich, All und Nichts. Der Anschlag, vielleicht der bezauberndste in der deutschen Lyrik, „O flaumenleichte Zeit der dunklen Frühe! Welch neue Welt bewegst du in mir?“ der wie Wassergewicht in den Händen schwankt, eingeweicht von den häufigen „1“, verrät schon alles, um plötzlich abzubrechen, liegen zu bleiben, während sich nun die innere Welt der Gesiebte von Strophenstoß zu Strophenstoß in unregelmäßig taktierten Vers- zeilen. immer wärmer, farbiger, andrängendgegenwärtiger entfaltet, bis das Thema unvermittelt und ganz bildhaft hervorspringt: Es ist das mystische Geheimnis des Winters selbst, die Christgeburt und die Satumalien, beides Geburten einer werdenden Lichtzeit, ein christlich-antikes Fest der Seele, durch Krippe und weinbekränzte Jugend symbolisch angedeutet. Man fühlt sich an die feste de nataie in Italien erinnert, wo weinbekränzte fugend. bacchantisch schwärmend heute noch mf antike Weise die Christgeburt feiert. Die nordische Öde seiner „traurigen Wände" berührt uns umso inniger, weil der Traum- harakter des „friedensseligen Gedränges“ mit erschütternder Demut von einer sehnsüchtigen. verbannten Seele eingestanden wird. Aber der Genius des Dichters hat sich an den Traumbildern entzündet, er fliegt soweit der Himmel reicht, er jauchzt, weil er sich seiner ■Jugend versichert hat. Ein zweites Ritardando erfolgt nun, da er sich frägt, welcher. Neugeburt er entgegensieht, aber mit einem männlichen „Hinweg, mein Geist!“ wird die Reflexion weggewischt: „Die Augenblicksminute der Ewigkeit hält still — und nun legt der Dichter den Finger an den Mund und flüstert uns das Naturgeheimnis zu, daß sich der Schöpfungsmorgen, die Neugeburt Tag für Tag wiederhole. Mit königlichem Flügelschwung der Worte werden wir in den göttlichen Tag geschleudert. Wir haben eine seelische Neugeburt miterlebt, hailuzinative Schauungen, mystische Bilder und Abgründe, purpurne Kammern sind an uns vorbeigeglitten, am Ende stehen wir in unserem Tag, der im Hüben und Drüben fest begründet ist Das Fieberrot der romantischen Schwärmerei ist bei Mörike gebettet in die dunkle Kontur einer schwermütigen Beharrung. Klassisch- romantisch ist der Charakter seines auf musikalischer Woge schwankenden Gedichtes, das regellos schön ist wie das Faltenspiel eines wehenden Vorhangs, und da die barocken Ausladungen nicht fehlen, vereinigt es die wesentlichen Stilrichtungen der deutschen Dichtkunst. Än einem Wintermorgen oor Sonnenaufgang O flaumenleichte Zeit der dunklen Frühei Welch neue Welt bewegest du in mir? Was isfs, daß ich auf einmal nun in dir Von sanfter Wollust meines Daseins glühe? Einem Kristall gleicht meine Seele nun , Den noch kein falscher Strahl des Lichts getroffen; Zu fluten scheint mein Geist, er scheint zu ruhn, Dem Eindruck naher Wunderkräfte offen, Die aus dem klaren Gürtel blauer Luft Zuletzt ein Zauberwort vor meine Sinne ruft. Bei hellen Augen glaub ich doch zu schwanken; Ich schließe sie, daß nicht der Traum entweiche. Seh ich hinab in lichte Feenreiche? Wer hat den bunten Schwarm von Bildern una ZurVfori . meines Herzens hergeladen, [Gedanken Die glänzend sich in diesem Busen baden, Goldfarb’gen Fischlein gleich im Gartenteiche? Ich höre bald der Hirtenflöten Klänge c Wie um die Krippe jener Wündemacht, Bald weinbekränzter lugend Lustgesänge; Wer hat das friedensselige Gedränge ln meine traurigen Wände hergebracht? Und welch Gefühl entzückter Stärke, Indem mein Geist sich frisch zur Feme lenkt! Vom ersten Mark des heutigen Tags getränkt, Fühl ich mir Mut zu federn frommen Werke, Die Seele fliegt, soweit der Himmel reicht. Der Genius jauchzt in mir! Doch sage, Warum wird jetzt der Blick von Wehmut feucht? Isfs ein verloren Glük, was mich erweicht? Ist es ein werdendes, was, ich im Herzen trage? — Hinweg, mein Geist! Hier güt kein Stülestehn: Es ist ein Augenblik, und alles wird verwehn! Dort, sieh! Am Horizont lüpft sich der Vorhang schon! Es träumt der Tag, nun sei die Nacht entflohn; Die Purpurlippe, die geschlossen lag, Haucht, halb geöffnet, süße Atemzüge: Auf einmal blitzt das Aug, und wie ein Gott der Tag Beginnt im Sprung die königlichen Flüge. Geh’ roetter, Meiner Junge! Es ist so herrlich, dem plätschernden Wasser zu lauschen. Es ist so köstlich, im Rauschen des Waldes zu träumen, von Vogelgezwitscher und duftenden Blumen zu schreiben. Dieser Natur sich ganz offenbaren — jubelt der Mund. Und wir sind bereit, ihr alles zu geben, uns zu verschenken. Wir wissen, das Wasser braucht nicht unser Gut Der Wald belächelt unsern Besitz, und Blumen und Vöglein haben keine Wünsche, keine Bitten. Was will der Bub’ im zerlumpten Höschen, mit blutenden Händen und stöhnenden Füßen? Was wollen die weit aufgerissenen Kinder- augen? Geb weiter, kleiner Jungei Du siehst, ich schenke mich der Natur. Es ist so herrlich, sich ihr zu ergäben. C B. WIEDER EIN SCHRITT VORWÄRTS: SJas neue fjaus ötr jHllgemefnen lOttshtonhenliOlfe Am Montag, den 23. Oktober, nimmt die Allgemeine Ortskrankenkasse Bruchsal ihr 1945 zerstörtes, im letzten und in diesem Jahr mit vieler Mühe wiederauf gebautes Haus Ecke Bahnhof- und Schillerstraße erneut in Betrieb. So reiht sich eines an das andere in Bruch sal: Jüngst wurde das neue Postamt eingeweiht, wenige Tage darauf der Kammerflügel des Schlosses vom Landratsamt bezogen; auch von der Ortskrankenkasse läßt sich sagen, daß die ser Neubau einen Schritt vorwärts im Wiederaufbau der Stadt Bruchsal bedeutet. Der Bau wurde ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel, d.h. Darlehen der Landeskreditanstalt, ausgeführt. Möglich wurde er vor allen Dingen durch das Entgegenkommen der Bezirkssparkasse, die sich ihrer Verpflichtung der eigenen Stadt gegenüber immer bewußt ist. Photo: Hannemann-Bruchsal, Kaiserstr 53 ■mm; Die Entwicklung der Kasse 1884. Am 1. Dezember trat das Krankenversicherungsgesetz in Kraft. In allen größeren Orten des Deutschen Reiches wurden Ortskrankenkassen gegründet. 725 Mitglieder hatte damals die Bruchsaler Kasse. 1914. Die Reichsversitheruogsordnung wurde verkündet. Die bestehenden 8 Gemeindekrankenkassen und 2 Betriebskrankenkassen vereinigten sich zur „Allgemeinen Ortskrankenkasse Bruchsal“. Ihr Mitgliederstand betrug 3 782 Personen. 1933. Gegenüber 1914 hatte sich die Mit- gliederzahi mehr als verdreifacht: Auf 12 853 Seelen. 1934 wurde die Ortskrankenkasse Min- golsfaeim und 1936 die Ortskrankenkasse Wie- sental-Kirrlach mit Bruchsal verschmolzen. Der Mitgliederstand erhöhte sich auf 20179 Personen. 1941. Zu Beginn des Jahres wurde die Krankenversicherungspflicht der Rentner eingeführt Eine erhebliche Erhöhung der Mitgliederzahl war die unmittelbare Folge; auf annähernd 30 000. 1945. Der Zusamenbruch warf die Ortskrankenkasse erheblich zurück. Noch 12 250 Mitglieder hatte sie am Jahresende. In drei Wohnhäusern der Bergstraße wurden behelfsmäßige Büros eingerichtet. Der Wiederaufbau Zunächst wurde auf den Trümmern des alten Gebäudes eine Unterkunft geschaffen und am 1. Juli 1947 bezogen. Infolge der ständigen Zunahme der Beschäftigtenzahl genügten diese Räume bald nicht mehr. Sie machten nur ein Drittel des vor der Zerstörung vorhandenen Raumes aus. So entschloß sich der Verwaltungsrat, das ganze Gebäude in zwei Bauabschnitten wiederherzustellen. Der erste Bauabschnitt wurde noch vor der Währungsreform, im April 1948, in Angriff genommen und am 1. Dezember 1949 bezogen. Die Mitgliederzahl der Kasse aber kletterte dauern in die Höhe, auf rund 29 000 Seelen Ende 1949. En reibungsloser Ablauf der Kassengeschäfte war nicht mehr möglich, vor allem Htten die gesundheitlichen Bedingungen und Erfordernisse im Umgang mit den kranken Menschen. So blieb nichts anderes übrig, als so schnell wie möglich an den Ausbau der Schalterhalle zu denken. Im März 1950 kam ein einstimmiger Beschluß des Verwaltungsrats zustande, unverzüglich mit dem Bau zu beginnen. Aber ein bitterer Tatbestand ergab sich: Das alte Provisorium mußte abgebrochen werden Einzelne Bauteile waren durch die Sprengwirkung der Bomben, durch die Einflüsse der Witterung so defekt, daß auf ihnen nicht aufgebaut werden konnte. Acht neue Wohnungen Der der Eirankenkasse zur Verfügung stehende Verwaltungsraum wurde nur unwesentlich erweitert: Keine 50 Quadratmeter! Was darüber hinaus gebaut wurde, steht einzig und allein für Wohnzwecke zur Verfügung. Acht Wohnungen befinden sich im Neubau, die einen wesentlichen Beitrag zur Linderung der Wohnungsnot darstellen. Der ärztliche Dienst wird in den neuen Räumen so ausgestattet, daß er allen Anforderungen der gesundheitlichen Betreuung entspricht. Auch die KB-Rentenstelle, bisher im Entenfluß, erhält im neuen Haus ihre eigene Unterkunft. Die Handelskammer Bruchsal, die sich schon seit geraumer Zeit im Gebäude der AOK befindet, behält selbstverständlich nach wie vor ihre bishrigen Räume. Die für den Neubau erforderlichen Mittel wurden von der obersten Landesbehörde, dem Landesversicherungsamt Württemberg-Baden genehmigt Bemerkenswert ißt, daß die tatsächlichen Aufwendungen rund 40 000 DM unter dem Kösterivoränschlag blieben. ARCHITEKTUR UND BAULEITUNG DIPL ING. K. O. KOLB ARCHITEKT Bruchsal/Baden . Schönbornstrafje beim Damianstor ERNST SCHMIDT Zimmenneister - — TREPPENBAU s— Bruchsal . Telefon 504 . Büchenauerslraße 34 WILLI BRUCHSAL/BADEN HOCH- UND TIEFBAU Fernruf 294 Kaiserstrafje 9/11 Ausführung sämtlicher Bauarbeiten: Hoch-, Tief- und Eisenbetonbau WILHELM SCHMIDT Dachdeckungsgeschäh Bruchsal • Büchenauerslraße 32 • Buf 458 m&m mmn Bruchsal. Klesterstrafye Zentralheizungen - Bäder I__ H. KELLER *sohn Benglaverei - Bruohjel/Beden - Seileubahn 10 - Ruf ISS Georg Schmiedle Glasermeisler, Blumenslr. 10, Wohnung: Karlsruhers«. 163 Gebrüder Händel Bauglaserei - Weiher - Hauptstraße Friedrich Hofbauer BRUCHSAL - ALTESTRASSE Die Blechnerarbeiten wurden ausgeführt von fciedcich Jloftec Sehne Brudisal, Friedrichstrafje 10 • Telefon 275 Qieimat OftüMeb Steinholzestrich und Babackplatten Tont - Langestraße 38 RADIO-HAUS Jnh. Josef Leist, Radio - Jngenieur BRUCHSAL BAHNHOFPLATZ 2 , TEC..35H- Gemeinschafts - Antennen Eleklr. Installation und Beleuchtung Qjutuuui. Fernsprecher: 512 Heller & Braun Wilderichstra^e 13 FRIEDRICH MÜLLER Bau- und Möbelst* reinerei Werkstätte für den gesamten Innenausbau Georg Schneider Bau- und Möbelsdirainerei Rheinstr. 25 Brudisal Telefon 340 Q&depft Olnuit mech Bau- und Möbelsdireinerei Zeutem, Amt Bruchsal JOHANN HAMMER o, »ringen Zimmeraesdiift • Trewnbau • Bausdtreinarsi Fernruf Mingolsheim 361 Linoleum Tapeten Dekorationen HCH. SCHILLING 4 (o. Inhaber Hch. Barnnann Bruchsal ■ Kaiserstraße 18-20 • Fernsprecher 464 Werk stalle für die gesunls Innen* tu Stallung OTTO HASSMANN MALERMEISTER Durlacher Straße 33 EHE*F|C| Malermeister - Forst - Bruchsal Blumenstraßa Parkett «ad Folböiin jeder An Elektro-, Licht- und KraftinstaMation Elektro Frey Brudisal Ruf 365 Freitag, den 20. Oktober 1950 Jixem und quec dutch JJulippstucq Winter Arbeit des Ski- und Kanuklub Historische Daten Vom Jahre 1906 an war die Ortskrankea- kasse in einem Anwesen der Stadtgrabenstraße untergebracht. Wie heute stand sie vor 20 Jahren schon einmal vor der Aufgabe, neue Räume zu schaffen. Zwei Projekte kamen damals in Frage: Caovi (Hotel Keller) und die Rheinische Kreditbank. Die Leitung entschied sich für die Rheinische Kreditbank und fügte einen einstödeigen Flachbau hinzu. Wörtlich erklärte. Direktor Hug: Wie damals wurde auch heute wieder eine organisatorische Anlage geschaffen, die nicht nur dem Beamten und dem Angestellten ein gesundes Arbeiten ermöglicht, sondern in der auch der Versicherte in jeder Hinsicht das findet, was er von einer sozialen Einrichtung erwartet. Niedrige Beitragssätze Jedermann weiß: Bin Neubau kostet Geld, viel Geld! Trotzdem ist die Kasse in der Lage, ihre Beitragssätze aufrecht zu erhalten. Sie sind die niedrigsten in ganz Württemberg und in ganz Baden, ganze 6 Prozent, während Mannheim 7,2 und Karlsruhe 7 Prozent erbeben. Hinzu kommt, daß die Krankenkasse Bruchsal seit 1. März ihre Leistungen erweiterte: Die Krankenhauspflege von Familienangehörigen wurde von 6 auf 13 Wochen ausgedehnt, die Höchstbeträge für kleinere Heilmittel von 30 auf 50 DM und von Hilfsmitteln von 50 auf 100 DM erhöht. Der Versicherte erhält alles, was er braucht: Typisch ist ein besonderer Fall: 18 DM wurden an Beiträgen geleistet: Für diesen Versicherten, der an spinaler Kinderlähmung erkrankte, wandte die Kasse 2 850 DM auf. 15 500 Rentner hat die Kasse. Für jeden bekommt die Kasse 36 DM im Jahr. Nicht selten sind die Aufwendungen viel höher; 1069 DM z.B. für einen selten Mann. Geheimnisvoller Tod Auf mysteriöse Weise kam am Donnerstag in der Nähe des Sehetkenbronner Hofes ein 54 Jahre altes Fräulein von Hei. delsheim, Anna Bauer, ums Leben. Mit acht anderen Leuten war sie mit dem Ausmachen von Kartoffeln beschäftigt. Kurz nach 4 Uhr hörte man aus einer Entfernung von etwa 400 Bietern unterhalb des Hofes nach Heidelsheim einen Schoß fallen. Wenig später sagte Fräulein Bauer: „Au Weh*, mein Arm“ und brach zusammen. Bis ihr erste Hilfe zuteil werden konnte, war sie bereits verblutet. Die polizeilichen Ermittlungen haben bereits ergeben, daß der Unglücksschütze ein 18 Jahre alter junger Mann war, der mit einem Flobertgewehr auf Spatzen schoß. Unter Direktor Hug, der seit 1929 stellv. Kassenleiter, seit 1945 hauptamtlicher Kassenleiter ist, bleibt die Kasse dieser sozialen Verpflichtung auch In der Zukunft getreu! S.R. Langsam machen sich die Vorboten des Winters bemerkbar. Damit kommt auch für die Freunde des Skisports die Zeit der Vorbereitungen zur Gestaltung eines zünftigen Winterprogramms. Das kleine Walsertal ist wiederum für den Club die Basis seiner Skiexkursionen. Nachdem auch die Paßfrage für die Einreise nach Oesterreich endgültig und zufriedenstellend gelöst ist, konnte der Anmel- detennin für den in diesem Winter vorgesehenen 14tägigen Winterurlaub auf 15. Dez. 1950 festgelegt werden. Anmeldungen Sind schon zahlreich erfolgt. Es ist daher im Interesse der Teilnehmer wünschenswert, wenn recht bald die noch beabsichtigten Teilnahmen beim Club gemeldet werden. Nur dadurch ist es möglich, alle notwendigen Vorbereitungen rechtzeitig zu tätigen. Es können nicht nur Skibesitzer teilnehmen, sondern auch jeder Freund des Wintersports kommt dort auf seine Rechnung. Für die Wassersportler ist im Rahmen der Winterarbeit der Neubau von Paddelbooten vorgesehen. Pläne können jetzt schon unentgeltlich empfangen werden. Die Jungmitglieder werden daher auch die künftigen Clubabende regelmäßig und pünktlich besuchen. Jedes Mitglied sollte sich für eine Stunde am Freitag abend frei machen können. Nur durch rege Teilnahme ist die Clubleitung in der Lage, alle Wünsche und Anregungen direkt zu hören und hiernach zu handeln. — Im neuen Clublokal, der Gaststätte zum Einhorn, finden ab heute regelmäßig jeden Freitag abend um 8 Uhr die Clubabende statt, um deren regelmäßigen Besuch gebeten wird. Die Handballmannschaft des TV tritt am kommenden Sonntag zum fälligen Verband s- spiel gegen die Elf des TV Büchenau an. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen beider Vereine ist ein spannender Kampf zu erwarten, den die einheimische Elf auf Grund des Platzvorteils für sich entscheid«! müßte. Also am Sonntag auf zum Handballplatz am Altrhein. Beginn der ersten Mannschaften 15 Uhr, vorher untere Mannschaften. Gloria-Lichtspiele Von heute Freitag bis einschließlich kommenden Montag läuft der herrliche Film: „Der schwarze Adler“ Anfang werktags: 20.30 Uhr; sonntags 19 und 21 Uhr. Wiesental Der Schachklub Wiesental mußte bei einem Freundscha ftskampf gegen den Schachklub Odenheim eine unerwartet hohe Niederlage hinnehmen. Odenheim siegte mit 6:2. Hoffentlich hat der Club bei der in Kürze beginnenden Verbandsrunde in der Bezirksklasse, einen besseren Start. Im „Palast-Theater“ wird vom 20. bis 23. Oktober der neue Lustspielfilm „Absender unbekannt“ aufgeführt Ein herrlicher Film, in dem ein geheimnisvoller Brief zu den tollsten Verwicklungen führt. Als Zwischenprogramm kommt am 25. und 26. Okt der fabel-hafte Film „Reise ohne Hoffnung“ zur Aufführung. Der Wiesentaler Brieftaubenzuchtverein veranstaltet am 12. November eine große Brief- tauben-Aussteilung mit Prämiierung. Sämt- Mche Vereine der Reisegesellschaft Waghäusel werden diese Ausstellung mit den besten Tauben beschicken. AP. Josef /iminermann ft SOHNE Gipsermeister Schönbornslraße 29 ALFRED KNOCH Gipser- und Siukkateuimeister Bruchsal - Fernsprecher 455 Württembergerstreße 29 Gebrüder Engler Gips«r und Stukkateur Amuhra« ilauUdtar Iuwb- «ad Außaap»?c»rbalMe Ubatadt, Bahnhof-Siedlung lo RICHARD SCHIEL POLSTERER UND TAPEZIER BRUCHSAL • WUBTTEMBERGERSTR. 26 Du l«irt»»griihifl« SperäOgaiohäft iür Gardinen • Tapeten • Linoleum FRITZ SONTHEIMER Bruchsal am Bahnhof OTTO NAGEL SCHLOSSEREIBETRIEB Richard Völkle Gilleitore - Treppengeländer - Markisen NatwxMm - Wark.artrahmg.il - Gro^hxndal KARLSBUHE / RHEIN Tacbnbdias Burot Koristroße Nr. 87 Fernsprecher 1894 Ij Bau- und Herdschlosserei Ausführung sämtlicher Arbeiten - Reparaturen Bruchsal - Altestraße 10 Ausführung aller _ __ _ _ Sdilosserarbeiten LCO 0 KI 11 I 1 & SOlUl Bndttri. Sntteiutrsie 5 Bau_ und *™*'“™****'*> Emil Redelstab & Sohn Bau- und Kunstschlosserarbeiten autogen, und elektr. 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