BROCHSAIER POST SUDD. HEIMATZEITUNG FÜR KRAICHGAU UND BRUHRAIN N immer 263 Freitag, den 10. November 1950 Einzelpreis 15 Pfennig Schaffer legt 13 Milliarden-Haushalt vor Rechenschaft des Bundesfinanzministers — Gegen Inflation und Deflation Bonn (UP). Bundesfinanzminister Schaffer legte dem Bundestag in einem Rechenschaftsbericht den neuen Haushaltsplan für das Jahr 1950/51 vor, der mit über 13 Milliarden DM absctiließt. Der Bundestag beschloß, die erste Lesung der Vorlage am Freitag zu beginnen. Der Minister versicherte, daß die Bundesregierung nicht nur bemüht sein werde, jeglicher Inflations- oder Deflationsgefahr entgegenzuwirken, sondern daß sie auch ihren sozialen Verpflichtungen voll Rechnung tragen und eine Überbelastung des Steuerzahlers vermeiden wolle. Der Haushaltsplan enthält folgende Posten: Einnahmen und Ausgaben mit je 13 013 590 000 DM. Davon entfallen auf den ordentlichen H.ashalt 12 218 560 000 DM, auf den außerordentlichen 795 030 000 DM. Das Ausgabensoll von rund 12,2 Milliarden DM des ordentlichen Haushaltes soll aus folgenden Einnahmequellen gedeckt werden: Umsatz und Beförderungssteuer 5 040 000 000 DM, Zölle und Verbrauchssteuer 4153000 000 DM, Interessenquoten der Länder 1131000 000 DM, Ablieferungen der Verkehrsbetriebe 308 500 000 DM, Notopfer Berlin 320 000 000 DM, Beitrag des außerordentlichen Haushaltes zur Deckung der Ausgaben für Subventionen 300 000 000 DM, Einnahmen aus Bank- und Geldwesen (Münzprägung und Gewinn der Notenbank) 580 000 000 DM, Verwaltungseinnahmen 400 000 000 DM. Das ergibt zusammen rund 12 200 000 000 DM. Schaffer berichtete, daß die Steuereinnahmen in den ersten sechs Monaten nur 44 Prozent statt 50 Prozent des geschätzten Jahresaufkommens betragen hätten. Allerdings seien die monatlichen Durchschnittseinnahmen in den letzten Monaten erheblich gestiegen. Am 7.11.1950 bestand nach weiteren Angaben des Ministers nur noch eine schwebende Schuld des Bundes in Höhe von rund 1300 000 000 DM, einschließlich des Fehlbetrags des Haushaltsjahres 1949 in Höhe von 246 500 000 DM. Die Ausgaben für Besatzungs- und Besatzungsfolgekosten bezifferte der Minister auf 4 598 400 000 DM oder 36 Prozent, die sozialen Kriegsfolgelasten auf 29,1 Prozent, die sonstigen sozialen Lasten (Arbeitslosenhilfe, Zuschüsse zur Sozialversicherung) auf 11,2 Prozent, die Finanzhilfe für die Stadt Berlin auf 2,6 Prozent, die Ausgaben für Subventionen auf 5,8 Prozent, die Ausgaben für Wohnungsbau und sonstige Investitionszwecke auf 4,2 Prozent und den Schuldendienst auf 1,2 Prozent der Reinausgaben. Neben den Besatzungskosten steht als größter Posten der Block der sozialen Ausgaben in Höhe von rund 5 200 000 000 DM. Der Minister deutete im weiteren Verlauf seiner Ausführungen an, daß gewisse Vergünstigungen bei der Einkommensteuer mög- gewisse Maßnahmen zur Einschränkung des Konsums seien nicht ausgeschlossen. Auf jeden Fall sollen neue Lasten zunächst den wirtschaftlich starken Schichten aufgebürdet werden. Lehr will kontrollieren... „Ich werde einmal an einzelne politische Brennpunkte gehen, um den polizeilichen Einsatz bei politischen Veranstaltungen aus persönlicher Anschauung kennen zu lernen“, sagte Bundesinnenminister Lehr vor Pressevertretern. Er betonte, daß die bekannten Stuttgarter Störtmgsversuche anläßlich des Kanzlerbesuches ihn zu dieser Kontrollreise veranlaßten. Der Minister wird unter anderem Städte des Ruhrgebietes, dann Nürnberg, Fürth, Stuttgart und München besuchen und ohne Voranmeldung bei politischen Versammlungen erscheinen. „Wo ich auf Fehler stoße, wird rücksichtslos durchgegriffen“, meinte Lehr, „denn weiteres Abwarten ist nicht nur licherweise in Fortfall kommen könnten, auch ein Unsinn, sondern auch gefährlich' Tito überrascht Jugoslawien Sensationelles Interview mit „NewYork Times“ — Truppenkontingent für die UN ? Belgrad (UP). Ganz Jugoslawien war überrascht, als Marschall Tito erklärte, Jugoslawien werde wahrscheinlich in Kürze den Vereinten Nationen ein Truppenkontingent zur Verfügung stellen, das von den UN gegen Aggressoren eingesetzt werden könne. In allen Zeitungen Jugoslawiens erschien an hervorragender Stelle der Text eines Interviews, das Tito dem Korrespondenten der Zeitung „New York Times“ gewährte. Politische Beobachte schreiben der Tatsache, daß diese Erklärung Titos in dieser Form veröffentlicht' wurde, besondere Bedeutung zu. Die Erklärung besagt unter anderem: Muß Acheson gehen? Republikaner für Einschränkung der Ausgaben — Kandidatur Trumans prophezeit Von UP-Korrespondent I.. C. Wilson Washington. Republikanische Politiker sagen voraus, daß die Demokraten aus den SUdstaaten mit ihnen im neuen Kongreß gemeinsam Front machen werden, um die Auslandsausgaben der Regierung einzuschränken. Das Wahlergebnis zwinge Präsident Truman dazu, die Staatsausgaben zu vermindern, eine unnachgiebigere Haltung gegenüber den Kommunisten einzunehmen, den Republikanern mehr Einfluß auf außenpolitischem Gebiet einzuräumen und Außenminister Acheson seines Postens zu entheben. Es sind vor allem vier Punkte, die die Republikaner einer genauen Prüfung unterziehen wollen: 1. Die Ausgaben für den Marshallplan, der 195i—52 in sein letztes Jahr geht; 2. Die Rolle der Vereinigten Staate bei der Verteidigung und Bewaffnung Europas und der übrigen „freien Welt“; 3. Trumans „Punkt - Vier - Programm“ zur Entwicklung der rückständigen Gebiete, und 4. Die Lebensmittelhilfe für Jugoslawien. Senator Taft, dessen Einfluß durch seine überzeugende Wiederwahl noch gesteigert worden ist, hat im Namen der Republikaner eine gründliche Revision der Pläne zur Verteidigung Europas verlangt. Ein ehemaliger Mitarbeiter Trumans, Jonathan Daniels, sagte voraus, daß dieser bei den Präsidentschaftswahlen im Jahre 1952 erneut für die demokratische Partei kandidieren werde und stellte dazu fest: „Der Erfolg der Republikaner kann geeignet sein, die gegenwärtige feste Position und das Prestige Trumans zu erschüttern. Dies wird abef ganz bestimmt dazu führen, daß er von nun an bis November 1952 nur noch verbissener für die Verwirklichung seiner Politik eintreten wird. Vor Ende des Kriegszustandes Westmächte-Erklärung Anfang Januar 1951? Paris (UP). Aus hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, daß die Westmächte den Kriegszustand mit Deutschland wahrscheinlich Anfang 1951 beenden würden. Einladungen der drei großen an die kleineren Weststaaten, die formelle Erklärung gemeinsam abzugeben, seien bereits ergangen. Der belgische Außenminister van Zeeland erklärte, seine Regierung habe bereits ihre Zustimmung erteilt und es stünde zu erwarten, daß die Antworten der anderen Weststaaten noch vor Ende des Jahres einträfen. So könne die gemeinsame Erklärung in den ersten Tagen des Januar abgegeben werden. Ich bin davon überzeugt, daß Truman jetzt auf Grund der letzten Wahlergebnisse das Rennen um die Erhaltung des Amtes des Präsidenten aufnimmt und daß er dabei siegen wird“. Ohne Telephon... Ein Streik der Telephonarbeiter hat in einem großen Teil der Vereinigten Staaten den Telephonverkehr lahmgelegt. Auch in kleineren Gemeinden, in denen es noch keine Telephone mit automatischen Wählscheiben gibt, konnte der Telephonverkehr nicht aufrechterhalten werden, da die Damen vom Amt es ablehnten, an den Streikposten vorbei in ihre Dienststellen zu gelangen. 1. Jugoslawien wird sich jeder Entscheidung der Vereinten Nationen unterwerfen, für den Fall, daß das kommunistische China zum Angreifer erklärt wird. 2. Jugoslawien plant, den Vereinten Nationen ein Truppenkontingent zur Verfügung zu stellen. 3. Jugoslawien benützt jede gute Gelegenheit, um Waffen zu erhalten und zu kaufen, gleichgültig von wem. 4. Jugoslawien ist sich darüber klar, daß der Marshallplan nicht so katastrophal ist, wie er von manchen bezeichnet wird. 5. Jugoslawien hofft, bald normale Beziehungen zu Griechenland herzustellen. Für viele Jugoslawen ist es besonders bedeutsam, daß Tito außerdem eine weitere Amnestie ankündigte. Zur Kriegsverhinderung Ein jugoslawischer Vorschlag, der die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen verpflichtet, bei Ausbruch eines Krieges sofort die Feindseligkeiten einzustellen, wurde, wie aus Lake Success verlautet, mit großer Mehrheit im politischen Ausschuß der UN-Voli- versammlung angenommen. AUf Grund des Plans erklärt sich jeder Staat bereit, sobald er in Feindseligkeiten verwickelt wird, 24 Stunden oder weniger nach Ausbruch des Krieges, seine Streitkräfte zurückzuziehen und sich den zwischen den beiden beteiligten Staaten vereinbarten Bedingungen oder denen der zuständigen Organe der UN zu unterwerfen. Tausend Flugzeuge im Einsatz UN-Fortschrittean der koreanischen Front — Wobleiben diechinesischen Verbände 4 Von UP-Korrespondent Frank Tremaine T o k i o. Die Streitkräfte der Vereinten Nationen setzten gegen geringen gegnerischen Widerstand ihren Vormarsch an fast allen Frontabschnitten Koreas fort, während eine Armada von fast 1000 Flugzeugen wichtige Ziele hinter den kommunistischen Linien an- griff und teilweise zerstörte. Chinesische Verbände, die in der vergangenen Woche überraschend in die Kämpfe eingriffen, sind nach ihrer erfolgreichen Gegenoffensive noch immer wie vom Erdboden ver sch wunden. Amerikanische und britische Spähtrupps, die im nordwestlichen Frontabschnitt bis zu zehn Kilometer über den Tschongtschonfluß hinaus nach Norden vordrangen, konnten keinen Kontakt mit den Kommunisten hersteilen und kehrten lediglich mit wenigen Gefangenen Nordkoreanern zurück. An der Nordostküste drangen südkoreanische Einheiten ohne Widerstand bis auf etwa 120 Kilometer gegen die sowjetische Grenze vor. Spähtrupps des 7. Marineinfanterieregimentes erreichten die Stadt Koto-Ri, etwa 12 Kilometer südlich des Tschosin- Reservoirs, ohne mit dem Gegner in Berührung zu kommen. Superfestungen haben den wichtigen Verkehrsknotenpunkt Puktschin mit schweren Bomben dem Erdboden gleichgemacht, während Maschinen der Marineinfanterie wichtige Ziele entlang der Küste mit Bomben und Raketen belegte. Partisanen am Werk Kommunistische Gruppen, an denen der Vormarsch der UN-Streitkräfte seinerzeit vorbeistieß, versuchen in den letzten Tagen, durch Sabotageakte hinter der Front Unruhe zu stiften und den Frontnachschub zu unterbinden. Die schwersten Sabotageakte werden aus der Gegend westlich und nördlich von der ehemaligen nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang gemeldet, wo kommunistische Partisanenbanden große Strecken Waldes in Brand gesetzt und ganze Ortschaften zerstört haben. Das Hauptgefängnis von Pjöngjang mit etwa 8000 kommunistischen Gefangenen ging in Flammen auf. Als Täter wurde einer der nordkoreanischen Insassen ermittelt. 15 Gefangene kamen in den Flammen um, während 55 mit schweren Brandwunden in ein Lazarett eingeliefert werden mußten. Dicht an der Grenze... Wie ein Sprecher aus dem Hauptquartier McArthurs mitteilte, seien gegenwärtig etwa 60 000 chinesische Soldaten in Korea stationiert. weitere 500 000 in der Mandschurei, dicht an der koreanischen Grenze zusammengezogen. Trotz der Gefahr weiterer chinesisch-kommunistischer Verstärkungen in Korea habe man im Hauptquartier volles Vertrauen, daß die Streitkräfte der Vereinten Nationen einer neuen Großoffensive erfolgreichen Widerstand entgegensetzen könnten. Die Stärke der UN-Armee wird mit rund 200 000 Mann angegeben. Flugplatz von Hanoi angegriffen Saigon (UP). Die Aufständischen in Indochina unternahmen Angriffe auf die Flugplätze von Hanoi und Haiphong, die beide von französischen Truppen'abgeschlagen wurden. Keiner der beiden Flugplätze soll dabei beschädigt worden sein. Die 1500 Mann, die in der vergangenen Woche die Grenzfestung Laokay aufgaben, kämpfen sich inzwischen durch den Dschungel nach Hanoi durch. Sie wurden bisher von den Verbänden der Viet- minh in verschiedenen kleineren Gefechten belästigt Was kostet der Frieden 1 Von Dr. Volkmar Mutheslus Keine Woche vergeht, ohne daß wir durch Nachrichten und Gerüchte über Steuererhöhung auf gestört werden. Es ist noch kein halbes Jahr her, daß man Lohnsteuer und Einkommensteuer herabsetzte, aber schon wieder wird der Steuerzahler mehr oder weniger schonend davon unterrichtet, daß diese unpopulärsten aller Steuern wieder erhöht werden müßten. Ein andermal ist es die Umsatzsteuer, deren Erhöhung erwogen wird; mit dem Benzin und anderen „Kleinigkeiten“ ist der Staat ohnehin nicht zaghaft. Fast täglich wechselt das Panorama der Steuerpläne; Ministerreden werden ja heutzutage regelmäßig dementiert, aber es bleibt doch immer etwa«, hängen. Sind Steuererhöhungen unvermeidlich f Kommen wir nicht darum herum, uns dia Sicherheit vor der Bedrohung aus dem Osten mit erneutem Druck auf die Lebenshaltung zu erkaufen, den Riemen wieder enger zu schnallen? Vorläufig steht noch keineswegs genau fest, ob und wie wir „remilitarisiert“ werden; es steht auch nicht fest, ob und in welchem Umfang wir rüsten; est steht nicht einmal genau fest, wieviel Soldaten die Amerikaner in der Bundesrepublik installieren und was diese Soldaten kosten werden. Außerdem steht keineswegs fest, in welchem Verhältnis alle diese möglicherweise zu übernehmenden Kosten vielleicht doch gegen die bisherigen Besatzungslasten verrechnet werden könnten. Es ist also eigentlich noch viel zu früh, um sich ein genaues Bild davon zu machen, wieviel wir für verstärkte Sicherheit, für den bewaffneten Schutz des Friedens zu bezahlen haben werden. Aber gerade weil es noch zu früh ist, und weil offenbar noch niemand die zukünftigen Kosten kennt, ist es auch noch nicht zu spät, um doch noch einmal eine Mahnung auszusprechen, die nicht die öffentlichen Finanzen in ihren Einzelpositionen, sondern als Ganzes betrifft, nämlich in ihrem Gesamtverhältnis zum Volkseinkommen. Es ist dabei ziemlich zwecklos, immer wieder mit imaginären Prozentsätzen zu operieren und Schätzungen über den Anteil der Steuer- und Sozialbelastung, gemessen am Volkseinkommen, zu versuchen. Ob man dieses Volkseinkommen in Westdeutschland jetzt auf 70 oder 80 Milliarden DM veranschlagt, oder gar, wie Optimisten es tun, auf 85 bi« 90 Milliarden DM, das sind relativ müßige Rechenkunststücke, und welchen Prozentsatz der Staat auf dem Wege über Steuern, Zölle und Sozialabgaben davon in Anspruch nimmt, das ist infolgedessen ebenfalls mehr ein Zah- ienspiel. Aber feststeht, daß die Steuern und Soziallasten heute jährlich 26 bis 27 Milliarden. DM betragen, während es 1913 nur ungefähr 6 Milliarden DM waren. Damals waren wir reich, heute sind wir arm. Damals war jeder achtzehnte Mensch ein Beamter, heute ist es jeder sechste — Beamter im weitesten Sinne des Wortes. Nun wird uns ständig von neuem erzählt, daß die öffentlichen Ausgaben zu neun Zehn- teln einen „festen Block“ bildeten, an dem sich nicht rütteln, von dem sich nichts einsparen lasse. Aber nicht nur hinsichtlich der Besatzungskosten, die man doch nicht einfach als eine unantastbare Größe, als eine Art von Rührmichnichtan betrachten sollte, sondern auch in Bezug auf manche Beobachtungen, die man in unserer eigenen Verwaltung anstellen kann, wird doch mancher kritische Beobachter gegenüber solchen selbstbewußten Formulierungen vom „festen Block“ etwas skeptisch sein. Wäre es nicht zum Beispiel angebracht, einmal eine Statistik darüber zu veröffentlichen, in welchem Umfange der Personalbestand in Bund, Ländern und Gemeinden sich verändert hat, seit wir die Zwangswirtschaft abgeschafft haben? Jeder von uns kennt Leute, die früher auf dem Bezugscheinamt oder auf der Kartenstelle gesessen haben, heute aber keineswegs brotlos sind, sondern irgendeine andere Beamtenfunktion erobert haben. Das ist nur ein kleines Beispiel. Man sagt uns, die Ausgaben des Staates und der Gemeinden seien höher als 1914, weil die Aufgaben größer seien. Der Steuerzahler wird antworten: Lassen sich nicht vielleicht auch / Freitag, den 10. November 1950 die Aufgaben beschränken? Haben wir nicht vielleicht doch ein wenig „zuviel Staat?“ Sicherheit kostet Geld; daran kann niemand zweifeln. Aber wenn uns schon die Unsicherheit zu viel gekostet hat, so sollten wir desto mehr den Versuch wagen, zunächst einmal von den Kosten der Unsicherheit in Kosten der Sicherheit umzumünzen, das heißt also, in der öffentlichen Verwaltung um so viel sparsamer zu wirtschaften, daß die Ersparnisse ausreichen, um die neuen Lasten zu finanzieren. „Die Lösung besteht ln dem Willen zur Herabsetzung der unnötigen nichtmilitärischen Ausgaben“ — so hat ein amerikanischer Bankier gesagt. Das Rezept gilt nicht nur für die USA! Mordpläne gegen Wiener Regierung? Drei Verhaftungen — Waffenlager entdeckt Wien (UP). Drei Kommunisten, in deren Besitz man Waffen fand und von denen einer behauptet, an einer Verschwörung zum Sturz des österreichischen Kabinetts beteiligt zu «ein, sind in der britischen Besatzungszone Österreichs verhaftet worden. Im Hause eines der Festgenommenen, des Bauern Petz aus Dietmannsdorf (Steiermark), wurden zahlreiche Pistolen, Maschinenpistolen und Karabiner gefunden, außerdem Munition, zehn Kisten Dynamit und 33 Rollen elektrischer Zündkabel. Die beiden anderen Verhafteten 6ind die kommunistischen Parteimitglieder Dehner und Wolf, die die Polizei in einem Gasthaus in Leoben festnahm. Dobner behauptete im Verhör, er gehöre zu einer kommunistischen Organisation, die zum Bürgerkrieg treiben und die Regierungsmitglieder ermorden wolle. Chinesische Truppen vor Lhasa Vormarsch über Tibet hinaus? Kalkutta (UP). Die Truppen der kommunistischen Chinesen sollen sich, wie hier verlautet, bis auf Sichtweite der tibetanischen Hauptstadt Lhasa genähert haben. Die in englischer Sprache erscheinende Zeitung „Standard“ hält es für möglich, daß drei weitere Staaten an der tibetanischen Grenze und auch ein Teil von Nordindien die nächsten Ziele der Kommunisten seien. Die Zeitung stützt ihre Befürchtungen auf „geheime“ chinesische Karten, auf denen als Teile von „Groß-China“ die Staaten Tibet, Nepal, Sikkim, Bhutan und Teile von Nord-Assam bis zum Brahmaputra eingezeichnet sein sollen. Die indische Regierung sei von der Existenz dieser Karten unterrichtet. Lord Mayor-Umzug im Zeichen des Atom-Krieges Ein Zeuge „vergaloppiert" sich Gewährsmann des »Spiegels“ versehentlich bekannt geworden Bonn (UP). Durch ein Versehen nannte der Münchener Korrespondent des „Spiegel“, Werner Volkmar, vor dem Untersuchungsausschuß des Bundestages den Namen des Mannes, durch den das Nachrichtenmagazin über einen anderen Journalisten — Erwin Horn- auer — in den Besitz des Gedächtnisprotokolls Baumgartners gelangt war. „Ich habe nie etwas im Zusammenhang mit B a u m a n n gesagt“, erklärte Volkmar auf die Frage des Ausschusses, ob er einmal vor Kollegen geäußert habe, jeder im Saal kenne den Namen, nur der Ausschuß nicht. Der Vorsitzende der Bayern-Partei, Dr. Baumgartner, gab dazu an, daß Baumann der persönliche Referent des verstorbenen Generalsekretärs der BP, Falkner, gewesen sei. Trotz des vorangegangenen Zwischenfalls, bei dem seinem Kollegen Volkmar der Name Baumann entschlüpft war, weigerte sich der Münchener Journalist Erwin Hornauer, den Namen des Mannes zu nennen, der ihm das Gedächtnisprotokoll Baumgartners gegeben hatte. Der Ausschuß verhängte über ihn wegen unberechtigter Aussageverweigerung 100 DM Geldstrafe, Wobei der Vorsitzende Dr. Semmler hinzufügte, nur die Tatsache, daß der strittige Name dem Ausschuß bereits bekannt geworden sei, halte ihn davon ab, mit „ganzer Schärfe“ vorzugehen. Bayempartei-Vorsitzender Baumgartner wandte sich im Verlauf seiner Vernehmung heftig gegen die CSU-Mitglieder des Untersuchungsausschusses, die selbst „viel seinem neuen Amtssitz fuhr, so wie es vor ihm Lord Mayors seit Jahrhunderten getan haben. Auf einem anschließenden Bankett in der Guildhall forderte der britische Ministerpräsident A 111 e e die schnelle Bildung einer vereinten europäischen Armee mit deutscher Beteiligung, um den Westen gegen eine Aggression zu verteidigen. Eine solche Streitmacht sei notwendig, weil es Männer gebe, die bereit seien, ihre Zuflucht zur Gewalt zu nehmen, und weil die, die den Frieden suchen, bereit sein müssen, dem Übeltäter zu widerstehen. Berlins Besatzungsstatut revidiert. Der Rat der alliierten Hohen Kommission beschloß, das „Kleine Besatzungsstatut“ Berlins im Sinne der New Yorker Beschlüsse zu ändern bzw. die alliierten Kontrollen auf das Mindestmaß zu beschränken. mehr Schmutz aufzuweisen“ hätten und „nur die Bayernpartei schädigen“ wollten. Schon vorher hatte er die Untersuchungsmethode des'Ausschusses bemängelt und erregt ausgerufen, man solle sich doch einmal um die „wirklichen Schweinereien“ kümmern und „alle Schäffer-Angelegenheiten“ überprüfen. Die Vernehmung eines weiteren Zeugen, des Redakteurs der Münchener „Abendzeitung“, Rudolf H e i z 1 e r, ergab, daß dieser etwas über eine Unterredung Schaffer — Dotihauser — Strauß (CSU) wußte, bei der über eine Geldzuwendung gesprochen worden sein soll. Da der Zeuge sich ebenfalls weigerte, seinen Informanten zu nennen, schob der Ausschuß die weitere Vernehmung auf, bis Heizler seinen Gewährsmann um die Erlaubnis zur Namensnennung gebeten hat. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Strauß erklärte, daß bei der Unterredung zwischen Finanzminister Schäffer, Donhauser und Aumer, der er als Zeuge beigewohnt hatte, weder Bargeld, noch Schecks oder Wechsel gegeben worden seien. Dies könne auch nicht nach seinem Fortgehen der Fall gewesen sein, da er nach einer ganz knappen Zeitspanne mit beiden Herren vor dem Ministerium wieder zusammengetroffen sei. Der weiter vernommene Zeuge Dr. Sau- ter, der angeblich Gelder des Bundesfinanzministers an die Bayempartei vermittelt hatte, gab zu, daß er in Sachen Donhauser bei Finanzminister Schäffer interveniert habe. Adenauer leicht erkrankt. Bundeskanzler Adenauer ist an einer Grippe leicht erkrankt. Die für Freitag angesetzte Kabinettssitzung fällt aus Evangelischer Kirchentag 1951 in Berlin. Der Präsidial-Ausschuß des Deutschen Evangelischen Kirchentages hat beschlossen, den Evangelischen Kirchentag 1951 nicht — wie vorgesehen — in Stuttgart, sondern ln Berlin abzuhalten. Diplomatische Regeln einhalten! Mit der Entziehung aller diplomatischen Vorrechte müssen sämtliche Angehörigen der polnischen und tschechischen Konsulate in der Bundesrepublik rechnen, falls sie nicht bis zum Freitag um ihre Beglaubigung durch die Hohe Kommission nachsuchen. Thorez In sowjetische Behandlung. Die Sowjetunion hat die französische Regierung ersucht, die Genehmigung für die Landung eines Sowjet-Flugzeuges in Paris zu geben, mit dem der schwererkrankte französische Kommunistenführer Thorez zur weiteren Behand- nach Rußland gebracht werden soll. König Gustav V. beigesetzt Trauerfeier aueh in Bonn Stockholm .(UP). Der Sarg mit den sterblichen Überresten König Gustav V. voll Schweden wurde nach Beendigung der offiziellen Trauerfeierlichkeiten in der Ridüar- hofan-Kirche in der Bemadotte-Gruft beigesetzt. Kurz nach Mittag wurden die Fahnen in ganz Schweden, die seit dem Tode des Königs auf Halbmast geweht hatten, wieder zur Mastspitze aufgezogen. Die Forts der schwedischen Hauptstadt und die im Hafen liegenden Kriegsschiffe schossen einen doppelten Salut von 42 Schüssen. Zu Ehren des verstorbenen Königs fand auch in Bonn ein Trauergottesdienst statt, an dem neben Bundespräsident Heuss auch die drei alliierten Hohen Kommissare und zahlreiche Kabinettsmitglieder teilnahmen. Aus Gefängnis Werl entlassen Kirkpatrick begnadigt deutschen General Bonn (UP). Der 67jährige General August Schmidt wurde auf Veranlassung des britischen Hohen Kommissars Sir Kirkpatrick aus dem Gefängnis Werl entlassen. Die Entlassung erfolgte „aus menschlichen Gründen“ im Hinblick auf den gesundheitlichen Zustand des Häftlings. Schmidt war im Jahre 1947 zu lebenslänglicher Haft verurteilt Word«, die später auf zehn Jahre Gefängnis herabgesetzt wurde, weil er „alliierten Kriegsgefangenen das Recht auf Schutz gegen mögliche Angriffe der deutschen Bevölkerung genommen“ hatte. Petain muß in Inselhaft bleiben Nationalversammlung „nicht zuständig“ Paris (UP). Mit einem Stimmenverhältnis von 466 zu 98 lehnte die französische Nationalversammlung die Behandlung eines Antrages ab, in dem die Regierung aufgefordert werden sollte, den zu lebenslänglicher Haft verurteilten Exmarschall Petain von der Insel Yeu nach Frankreich bringen zu lassen. Der Antrag wurde mit der Begründung abgelehnt, nur der Präsident der Republik sei berechtigt, eine derartige Entscheidung zu fällen. Der 94jährige ehemalige Chef der Vichy- Regierung befindet sich seit 1945 auf der Insel Yeu in Festungshaft. Keine Einreisevisa für Prominente. Insgesamt 12 prominenten Persönlichkeiten der Deutschen Demokratischen Republik wurde vom britischen Konsulat die Einreise nach Großbritannien zur Teilnahme am 2. kommunistischen Weltfriedenskongreß verweigert. Senator Langer kommt nach Deutschland. Der republikanische US-Senator Langer wird auf einer Europareise auch Deutschland besuchen, um an Ort und Stelle Material über die Auswirkungen des neuen amerikanischen Staatssicherheitsgesetzes zu sammeln. London (UP). Die ersten britischen Atombombenrettungseinheiten die durch die Straßen von London zogen, nahmen das Interesse der Bevölkerung fast, mehr in Anspruch als der Umzug anläßlich der Einsetzung des neuen Lord Mayors (Bürgermeisters). Wie ein schwarzer Schatten drückte das Erscheinen der Rettungsmannschaften auf die imposanteste Darbietung der alljährlichen öffentlichen Zeremonien in London. Gekleidet in gespensterhaft weiße Anzüge mit grünen Helmen und großen Gummihandschuhen zeigten die Rettungsmannschaften wissenschaftliche Instrumente zur Aufspürung tödlicher Strahlungen, während der neue Bürgermaster, Lowson, in einer goldenen Kutsche zu Generalkonsulat in Amsterdam eingerichtet. Der erste deutsche Beauftragte in den Niederlanden nach dem Kriege, Generalkonsul Du- mont, hat seine konsularische Tätigkeit in Amsterdam aufgenommen. Manifest der spanischen Exilregierung. Die republikanische spanische Exilregierung in Paris protestierte in einem Manifest gegen die Aufhebung des diplomatischen Boykotts Fran- co-Spaniens durch die Vereinten Nationen. Todesurteile für Kollaborateure. Fünf Jugoslawen wurden von einem Gericht in Sarajewo wegen „unzähliger brutaler Verbrechen“ in der Zeit der deutsch« Besetzung zum Tode verurteilt. AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Ein Automarder-Prozeß 38 Volkswagen gestohlen nnd nmfrisiert Offenburg (Id). Vor dem Landgericht in Offenburg begann am Donnerstag der Prozeß gegen den Werkzeugmacher Heinrich Horn aus Offenburg und 9 Mitangeklagte. Den Angeklagten wird vor geworfen, von Juni 1949 bis zum Frühjahr 1950 38 Volkswagen in verschiedenen Städten Westdeutschlands gestohlen und nach Offenburg überführt zu haben, wo die Wagen in der Werkstätte des Hom „umfrisiert“, mit gefälschten Zulas- sungs- und Verkaufsbescheinigungen ausgestattet und mit hohem Verdienst an gutgläubige Abnehmer, aber auch an die der Hehlerei «geklagten Mittelsmänner Lorenz, Neßler und Bröker weiterverkauft wurden. Gegen den Verwaltungsinspektor Hauser beim Landratsamt in Bühl, der beschuldigt ist, die gefälschten Zulassungspapiere vermittelt zu haben, schwebt vor dem Landgericht Baden-Baden ein gesondertes Verfahren. Dem Angeklagten Hom wird zur Last gelegt, die Einzelteile gestohlener Wagen mit neuen Nummern versehen zu haben. Hom hat auch ein Sooderwerkzeug mit Einsteckgriff konstruiert, mit dem der Angeklagte Rudolf Hertel später die gestohlenen Volkswagen mühelos öffnen konnte. Vier gestohlene Volkswagen sollen durch die Angeklagten Schräder, Wedekind und Valentin an einen Schweizer Interessenten verschoben worden sein, der als Kaufbedingung die Farbe „Resedagrün“ vorgeschrieben hatte. In der Beweisaufnahme gab der Angeklagte Schräder zu, 23 von Hertel gestohlene Volkswagen vermittelt und für eine Provision von 1000 DM pro Wagen nach Offenburg überführt zu haben. Der Angeklagte Hertel schilderte anschaulich die Diebstähle von 34 Volkswagen und berichtete von dem inzwischen angeblich verstorben« großen Unbekannt« „Willy" in Hamburg, dem er die Anregung verdankte, die „Laufbahn“ eines Au* ■ diebes zu ergreifen sowie einen Schnell- kt _us im gewaltsamen öffnen von Volkswagen türen und Ingangsetzung der Zündung durch einen einfachen Schraubenzieher. Den Diebstahl von vier Volkswag« gestand ln der Verhandlung der Angeklagte Schräder der außerdem zugab, das Nummernschild seines ordnungsgemäß zugelassenen Wagens für die Überführung der durch Hertel gestohlenen Volkswagen zur Verfügung gestellt zu haben. Volkswagen-Friseur Hom erläuterte am Donnerstag nachmittag ausführlich die schwierige Technik des „fachmännisch«“ Abän- dems, Ausfeilens und Umschlagens der Fabrikationsnummern bei den gestohtenen Volkswag«. Das „Umfrisieren“ wurde. zuerst in Horns Werkstätten in Offenburg, später in denen des Angeklagten Brökei in Karlsruhe vorgenommen. Der technische Angestellte Neurohr, Schwager des Horn, bestätigte, etwa zehn bis zwölf Wag« im Auftrag Horns mit umgearbeitet zu haben. Der Angeklagte Lorenz, der eine Anzahl der Hom’sehen „Fabrikate" weiterverkaufte, unter anderem durch Vermittlung des Verwaltungsinspektors Hauser, dem Zulassungsbeamten in Bühl, bestritt, daß Hauser dafür Provisionen erhalt« habe. Er sei überzeugt gewesen, daß es sich um reell erworbene Wagen gehandelt habe. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit Pleils geschiedene Frau als Zeugin B r a u n s c h w e i g (UP). Die Öffentlichkeit und Presse wurde im Pleil-Prozeß ausgeschlossen, als die geschiedene Frau des Massenmörders, Margarete Knab, über die ehelich« Beziehung« aussagte. Der Ausschluß der Öffentlichkeit erfolgte auf Antrag des Staatsanwalts. Pleil ergänzte den Antrag mit den Worten: „Dann soll aber alles raus.“ Im weiteren Verlauf der Sitzung verlas« die medizinischen Sachverständigen ihre Gutachten Professor Dr. Ewaldt billigte Pleil in acht Fäll« den Schutz des Paragraphen 51 Absatz 2 (erheblich verminderte Zurechnungsfähigkeit) zu. Ewaldt ist aut Grund zweijähriger Beobachtung« des Angeklagten zu dem Schluß gekomm«, daß bei Pleil Epilepsie, Alkohol und Sexualsadismus zusammen- wirktea. Der Gerichtsmediziner Professor Dr. Jungmichel (Gotting«) schloß sich in den wesentlich« Punkten dem Gutachten Dr. Ewaldts an. Pleil habe weder Mitleid noch Gefühl, sondern nur Mitleid mit sich selbst. Das Plädoyer des Staatsanwalts ist für Montag vorgesehen. Unterzeichnung noch in dieser Woche Der neue deutsch-französische Handelsvertrag liegt nun in endgültiger Form vor und soll nach Mitteilung französischer Kreise nach der Rückkehr des Leiters der deutsch« Delegation, von Maltzahn, aus Rom Ende dieser Woche unterzeichnet werden. Der Vertrag, der bis zum 31. Juli 1951 läuft, sieht ein« Warenaustausch in beid« Richtungen im Gesamtwert v« 480 Milli«« Dollar vor. Der Lobnsteneransgleich In diesem Jahre Ein Vertreter des württemberg-badischen Finanzministeriums gab vor dem württemberg-badischen Landtag bekannt, daß für das Jahr 1950 ein Lohnsteuerausgleich für solche Steuerpflichtigen stattfinden könne, die auf ihren Lohnsteuerkarten nach dem 1. Januar dieses Jahres ein« lohnsteuerfreien Betrag vermerkt erhalten hätten. Der Vertreter des Finanzministeriums teilte dies in Beantwortung einer kleinen Anfrage des CDU-Abge- ordneten Dr. Theiß mit, in der darauf hingewiesen wurde, daß die Anträge auf Absetzung steuerfreier Beträge im allgemein« erst Mitte des Jahres 1950 von den Finanzämtern endgültig bearbeitet worden seien. Kompromiß in Bntterpreis-Frage? Sowohl das Bundesemährungsministerium von Nordrhein-Westfa’en als auch der Großhandel des Bundesgebietes haben dem Bun- desemährungsministerium eine Kompromißlösung zur Aufhebung des Butter-Saison- abschlages unterbreitet Sie schlag« vor' in den Wintermonaten kein« einheitlich« Butterpreis durch Fortfall des Saisonabschlages, sondern nur einen Richtpreis festzusetzen, der ab Molkerei zwischen 4,30 und 5,10 D&f liegen soll. Der regionale Molkerei-Abgabepreis soll durch eine einzurichtende Butterbörse und Notienmgskommission bestimmt werden. Dieser Kompromißvorschlag wurde vorgelegt, nachdem der Agrarausschuß sowohl des Bundesrates als auch des Bundestage auch für den Fortfall des Saisonabschlages für Butter, der 40 Dpfg. beträgt, eingetreten war. Professor Dr. Niklas wird den Plan dem Kabinett zur Entscheidung vorlegen. Ee wird ange- nomm«, daß nach Rücksprachen mit den Gewerkschaften und d« Bauernverbänden ein Übereinkommen erzielt werden kann. Lebensmitteleinfuhr« gestoppt Die Einfuhr von Eraährungsgütem aus EZ U- Ländern wird vorläufig zurückgestellt Dieser Beschluß wurde vom interministeriell« Einfuhrausschuß gefaßt Wie ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums mltteilte, werden von der Maßnahme Butter, Fleisch, Schlachtvieh und eine Reihe nicht lebenswichtiger Güter betreff«. Devisen werden voraussichtlich wieder zugeteilt werden, sobald es die Außenhandelsbilanz gestattet Wie wir v« unterrichteter Seite erfahren, sollen Ausschreibung« vorerst nur für Länder erfolgen, die nicht der Europäisch« Zahlungsunion angehören. Es verlautet weiter, daß der Bundes- landwirtschäftsminister noch in diese Voche im Bundeskabinett einen neuen Vo 'ß ge- g« die Bestimmung des öOprozentig« Bardepots unternehmen werde. Der Änderungsvorschlag soll sich jedoch nur auf wichtige Nahrungsstoffe und sonstige Nahrungsmittel bezieh«. Bei den EZU-Ländem soll das 50- prozentige Bardepot auf jeden Fall beibehalten werden. Allgäuer Butter- und Käsebörse Markenbutter lebhaft bei freier Preisbildung, höhere Preise für Markenbutter erreichbar. Molkereibutter (aus erhitztem Rahm) 4,»0—4,68 DM, ausreichende Nachfrage, Landbutter 4,20—4,28 DM, gute Nachfrage, Landbutter (für Konsum molkereimäßig hergestellt). Unverpackter grüner Allgäuer Limburger mit 20 Proz. Fett LT. (sogeirannte Monatsware) »,92—0,98 DM, gute Nachfrage. Allgäuer Emmen- thaler mit 45 Proz. Fett LT. ausgeheizt aber nicht ausgelagert, Markenware 348—3,25 DM, 1. Sorte 3,10 bis 345, 2 . Sorte 2,88—3,45, 1 . Sorte 2,95—2,80. Die Preise sind bei Butter Verkaufspreise der Molkerei an den Großhandel innerhalb und außerhalb des Börsengebietes ab Lokal oder Station des Erzen gers, ungeformt für 1 kg einschließlich Faß und Gebinde. Bei Käse Einkaufspreise des Allgäuer Großhandels beim Erzeuger innerhalb des Börsengebietes ab Lokal oder Station des Erzeugers ohne Ki- stenverpackung für 1 kg. Häutepreise zog« leicht an Auf der süddeutschen Zentralhäuteauktion war am zweiten Tage die Stimmung noch fester als am Vortage. Die Preise lagen zwischen zwei und fünf Prozent höher. Einze l ne Posten erzielten noch etwas größere Aufschläge. Bei flüssigem Auktionsverlauf konnte das gesamte Angebot von 17 (43 Großviehhäuten, 20 22? Kalbfellen. 4289 Schaffellen und 118 Roßhäuten abgesetzt werden. Im einzelnen notierten (Preise in DM Je kg): Ochsenhä ite: —14,5 kg 4,5», 15—24,5 kg 4,58'/,, 25—29,5 kg 3,81—4,00, 3»—394 kg 3,49V,—3,70, 40—49,5 kg 3,27=0—3,42, 50 und mehr kg 3,89. Rinderhäute: —14.5 kg 4,60, 15—244 kg 4,53—4.92. 25—394 kg 4,69>/t—445, 39—39.5 kg 3,72V«—4,15, 4» und mehr kg 3,69V«. Kuhhäute: —144 kg 4.50. 15—244 kg «49—449. 25—394 kg 4,00— 447V,, 38—394 kg 4,95V.—4,15V«, 40 und mehr kg S.RJV«. Bullenbäute* —144 kg 4,60, 15—244 kg 4,62, 25—29,5 kg 445, 38—394 kg 3,15—34?/. 40—49,5 kg 3,19V,—3.49V«, 50—59,5 kg 2,90, 89 und mehr kg 245. Nordd. O.-Ri.-Kuhhäute 349—3,30*/«, nordd. Builen- häute 3,7», Schuß O.-Ri.-Kuhhäute 2,7». Schuß Bul- lenhäteu 2.70. Husumer 3,00. Kalbteile: —44 kg 7,18—8,10, 4,6—7,5 kg 7,25'/!—7,49V. über 74 kg 6 32. Schuß Kalbfelle 348. Nordd. Kalbfelle 7.18V,. Kalbfelle leicht Narbenschaden 340. Kalbfelle stark Narbenschaden 340. Fresserfelle 443. Blößen gesalzen 1,57. Schaffelle vollwollig 2.8*7'/,. Schaffelle halbwol- lig 2,74—248. Schaffelle kurzwollig 2,61V«. Roßbäute über 220 cm 62.— (per Stück), 200—219 cm 42.—, 130—199 cm 30.—. Fohlen 1340. Schweinehäute (zahm Je kg) 140. Wildschweinhäute Je Stück 4 , 40 . Die nächsten Versteigerunsen in Stuttgart-Feuerbach finden am 5 und 8. Dezember 1950 statt Stuttgarter Schlachtviehmarkt vom 9. November Auftrieb: Rinder 107 Kälber 39, Schweine 137, Schafe 14. — Preise: Ochsen 89—88, Bullen 92—92, Färsen A 83—Sl; Kiibe B 54—53, C «3—52; Kälber nicht notiert. Schweine A. Bl und B2 145—159. — Markt verlauf: Großvieh langsam, kleiner Oberstand. Kälber langsam geräumt. Schweine belebt, geräumt. Freitag', den 10. November 1900 Landtagsende — Wahlkampf Das neu gewählte Parlament tritt am 5. Dezember zusammen SküÜ-UükdscJuiU V MPirwe Stuttgart (lwb). Der gegenwärtige Landtag Württemberg-Badens wird am kommenden Mittwoch zu seiner letzten Sitzung zusammentreten. Dabei wird Landtagspräsident Keil einen Bericht über Vorgeschichte und Tätigkeit des ersten württemberg-badischen Landtags vorlegen. Der neugewählte Landtag soll am 5. Dezember zum ersten Mal zusammentreten. Wie Keil vor Pressevertretern erklärte, hofft man, daß noch vor Weihnachten die neue württemberg-badische Regierung gebildet werden kann. U. a. teilte Präsident Keil noch mit, daß er in seinem Bericht dem neuen Landtag eine Reihe persönlicher Vorschläge übermitteln werde. Es sollte vor allem die Geschäftsordnung des Landtags revidiert werden. Außerdem solle sich der künftige Auf der Tschuktschen-Halbinsel, nahe Nowo Marjinsk, unmittelbar am Bering-Meer, liegt jener unbekannte Punkt „Cäsar“, eine der vielen ungenannten Industriestädte des riesigen russischen Reiches. Jene Stadt ist die äußerste, die jemals deutsche Kriegsgefangene erreichten. Nur drei sind aus diesem fernsten aller Lager auf einem abenteuerlichen Wege in die Heimat zurüdegekehrt. Unter ihnen zwei alte Männer, welche bereits im ersten Weltkrieg in russische Gefangenschaft gerieten und jetzt wieder nach waghalsiger Flucht in die Heimat gelangt sind. Nur selten dringt Kunde aus dieser men- schenverlassenen Gegend in die Gebiete der Zivilisation vor. Der zu Zwangsarbeit verurteilte pommersche Ingenieur Bernhard P o 11- z i k ist ein lebendiger Zeuge für die Verhältnisse in der äußersten Tundra. Auf seiner Flucht passierte er die Insel Diomida, deren Geheimnis er zwar nicht lüften konnte, die aber zweifellos den Charakter einer starken Festung zwischen dem asiatischen und amerikanischen Kontinent hat Ein kühner Plan Der Ingenieur geriet im Jahre 1946 bei Stolp in die Hände der Roten Armee. Als Vermessungsfachmann kam er sogleich nach Rußland. Bis 1947 befand er sich in der Nähe von Moskau. Dann ging sein Transport immer weiter nach Osten. Tobolsk, Tomsk, Krasnojarsk, Olekminsk, Jakutsk und Werchojansk waren die nächsten Stationen. Schließlich kam er in das Straflager 099/1254 bei Cäsar, etwa 150 Kilometer nordöstlich Nowo-Mar- jinsk. Hier ergaben sich so unerträgliche Verhältnisse, daß alle Lagerinsassen trotz der 99- prozentigen Aussichtslosigkeit nur von einem Gedanken, dem der Flucht, beseelt waren. Dank seiner Sprachkenntnisse lernte Polt- zik zwei Russen kennen, die sich bald darauf als ehemalige Deutsche entpuppten. Es handelte sich um zwei Unteroffiziere der kaiserlichen deutschen Armee aus dem ersten Weltkriege. Man hatte ihnen die Freiheit nach Annahme der russischen Staatsangehörigkeit geschenkt unter der Bedingung, den Distrikt Tschuktschen nicht zu verlassen. Sie kannten Land und Bevölkerung seit mehr als drei Jahrzehnten und der Ingenieur verstand es, sie für einen gemeinsamen Fluchtversuch nach Deutschland zu begeistern. Im Frühjahr 1949 verschwand Poltzik bei einer Vermessungsarbeit. In Nowo-Marjinsk trafen sich die drei Verwegenen mit russischen Fischern, die sie gegen 300 Rubel aufgesparten Geldes zunächst nach Diomida bringen wollten. Landtag häufiger mit politischen Fragen auf Bundesebene befassen. Obwohl die Parteien im Wahlkampf namhafte Redner aufbieten, zeigt die Bevölkerung bis jetzt für Wahlversammlungen ein nur geringes Interesse. So hatten sich z. B. im Kreis Vaihingen zu einer Rede von Bundeslandwirtschaftsminister Niklas noch nicht einmal 100 Personen eingefunden. Der Bundestagsabgeordnete Mende, der wenige Tage später auf einer Versammlung der DVP sprechen wollte, verzichtete auf sein Referat, weil sich ganze sieben Personen eingefunden hatten. Trotz des kalten und regnerischen Wetters war aber das Fußballspiel am selben Tage sehr gut besucht. Bei Windstärke 6 und Schneetreiben ging die Überfahrt der in Pelze gehüllten Flüchtenden verhältnismäßig glatt vonstatten. Bei der Landung entgingen sie nur mit Mühe und Not einer Streife. Mit einem ihnen überlassenen Kahn beabsichtigten die drei, in den nächsten Nächten bei Tauwetter die kleine amerikanische Insel vier Meilen weiter ostwärts von Diomida und somit die Freiheit zu erreichen. V2-Abschußbasis... Über die Verhältnisse auf Diomida berichtet Poltzik folgendes: „Wir waren erstaunt, wenige Kilometer von Marjinsk entfernt einen mit modernen technischen Einrichtungen versehenen Stützpunkt vorzufinden. Uns war vpn der einheimischen Bevölkerung immer gesagt worden, die Stadt mit dem Tamna- men „Cäsar“ sei das letzte russische Industriezentrum und der modernste Fleck in diesem Distrikt. Auf Diomida dagegen erheben sich ebenfalls zahlreiche Steingebäude. Das charakteristische Zeichen einer chemischen Industrie, große Abwässeranlagen, sind vorhanden. In zwei Tagen Zwangsaufenthalt zählten wir aus unserem Versteck vier Flugplätze. Selbstverständlich sab ich auch einige V 2-Abschußbasen, die mir als Vermessungs- fachmann sofort auffielen. „Am Abend unserer Abfahrt Richtung Amerika schlug uns das Herz bis zum Halse. Beim Umrudern der Insel — wir hatten uns bisher auf der Westseite befunden — bemerkten wir einen modernen Hafen. Längs der Küste erhoben sich zahlreiche Funkantennen, und ich glaube, auch Radarschirme für Flak gesehen zu haben. Der letzte Eindruck von Rußland war, daß sich hier oben eine sehr starke Festung befindet, die gleichzeitig für die Schiffahrt in der Beringstraße ein nicht zu unterschätzendes Kontrollsystem ist.“ Forts und Speicher Aber nicht nur der Bericht Poltziks läßt Schlüsse auf das eisumwehte Geheimnis der Insel Diomida zu. Fotografische Aufnahmen, die sich im Besitz eines russischen Mitgliedes der. sowjetischen Wirtschaftskommission befanden, welches sich vor einigen Monaten unter amerikanichen Schutz stellte und eine Rückkehr in die UdSSR ablehnte, zeigte deutlich den wehrhaften Charakter der Insel. Die gesamte nach Amerika gerichtete Küste ist mit Artilleriestellungen versehen. Eine Luftaufnahme zeigte die stark geometrische Einteilung Diomidas, ihre zahlreichen Forts und Speicher, den ohne Zweifel wenig friedlichen Ausdruck dieser sowjetischen GrenzinseL F.L. Tübingens letzte Chance Die 2. Liga Süd am Wochenende In der 2. Südliga wird dreimal um die Punkte gekämpft. Die wichtigste Entscheidung fällt in Cham, wo der überaus erfolgreiche Platzbesitzer auf Bamberg trifft. Cham hat dabei die Chance, durch einen Sieg zum Tabellenführer Stuttgarter Kickers aufzuschiießen. In Tübingen hat das Schlußlicht die Möglichkeit, über den Tabellenvorletzten SG Arheilgen endlich einen Sieg zu erringen. Sollten die Universitätsstädter wiederum unterliegen, kann man sie schon nach dem 13. Meisterschaftsspiel als abgeschrieben betrachten. Wacker München fährt mit gemischten Gefühlen nach Karlsruhe-Dur- lach. Der Platzbesitzer vollbrachte am letzten Sonntag das Kunststück, Bayern Hof einwandfrei mit 3:1 zu schlagen. Durlach unterstrich damit seine ansteigende Form und ist auch gegen Wacker München als Favorit anzusehen. Die Spiele: ASV Cham — 1 . FC Bamberg ASV Durlach — Wacker München SV Tübingen — SG Arheilgen Nur drei Begegnungen Die Spiele der Oberliga Südwest Hur drei Meisterschaftsspiele kommen am nächsten Sonntag in der Südwestoberliga zum Austrag. Die angesetzten Begegnungen FK Pirmasens — TuS Neuendorf und Eintracht Bad Kreuznach — Phönix Ludwigshafen werden am 10 . Dezember nacbgeholt. Südwestdeutschlands FußbaUgemeinde wird Jedoch für das schmale Meisterschaftsprogramm durch den Ludwigshafener Repräsentativkampf Südwest gegen Süd mehr als entschädigt. In Landau trifft der Tabellenachte auf die in letzter Zelt erfolgreiche Eintracht Trier. Ein knapper Heimsieg sollte gegen die Trierer Gäste herausspringen. Ausgeglichen erscheint die Paarung in Kaiserslautern Der VfR empfängt die Neustadter Löwen, die wieder einen gefährlichen Jungen Sturm zur Stelle haben werden. Das Tabellenschlußlicht, die Mainzer, müssen in Andernach antreten. Die Rheinländer, die zwei Pluspunkte gut gebrauchen können, werden sich vom Letzten in der Tabelle nichts vormachen lassen. Mainz hat in der derzeitigen Form kaum etwas zu bestellen. Die Spiele: ASV Landau — Eintracht Trier VfB Kaiserslautern — VfL Neustadt SpVgg. Andernach — (15 Mainz Die Spiele in West und Nord Teilweise verkürztes Programm Im Westen pausieren die Spitzenreiter, $o daß sich die Tabellen nur im Mittelfeld verändern werden. Der Norden hat hingegen ein volles Programm. Dabei kann der HSV in Braunschweig zeigen-, ob er mit seiner Formkrise wieder über dem Berg ist. Die Braunschweiger „Löwen" haben sich vorgenommen, das damals sensationelle 0:8 gegen die „Seebären“ auszumerzen. Im Hamburger Lokalderby FC St. Pauli — Eimsbüttel geht es für die St. Paulianer darum, weiter in der zahlenmäßig starken Kopfgruppe eine gute Position zu behaupten. VfL Osnabrück kann durch einen Heimspielsieg gegen Oldenburg wieder Tabellenführer werden. Die Spiele: L Liga West: Borussia Dortmund — Duisburger SV München-Gladbach — Preußen Dellbrtick Erkenschwick — Rotweiß Essen Hamborn FI — STV Horst Emseher 1. Liga Nord: VfL Osnabrück — VfB Oldenburg Eintracht Braunschweig — Hamburger SV FC St. Pauli — TV Eimsbüttel Hannover 96 — SV Itzehoe Bremer SV — Arminia Hannover Altona 93 — Werder Bremen Holstein Kiel — Bremerhaven 03 Länderspiele In Bern: Schweiz — Schweden In Antwerpen: Belgien — Holland Freundschaftsspiele .- 1. FC Kaiserslautern — VfR Mannheim Wormatia Worms — 1. FC Nürnberg Koch und Petri Sieger in Zürich Im Züricher Kongreßhaus fand ein Boxmeeting statt, in dessen Mittelpunkt drei Kämpfe mit deutschen Berufsboxern standen. Die Ergebnisse: Koch (Wiesbaden) schlug Guillo (Paris) über sechs Runden nach Punkten: (Federgewicht). Mounier (Paris) schlug Abele (Mannheim) über sechs Runden nach Punkten; (Leichtgewicht). Petri (Kassel) schlug B. Astoin (Paris) durch Aufgabe in der sechsten Rund« (Leichtgewicht). Südd. Rundfunk überträgt Spielberichte Der Süddeutsche Rundfunk überträgt am Samstag, 11. November 1950, von 21.50 bis 22.05 Uhr, Ausschnitte vom Fußballspiel Südwestdeutschland gegen Süddeutschland in Ludwigshafen. — Am Sonntag, 12. November, sendet der Süddeutsch« Rundfunk von 15.30 bis 16.15 Uhr eine Reportage von der zweiten Halbzeit des Spiels Süddeutschland — Westdeutschland in Frankfurt. — Die Sendung „Sport am Sonntag“ um 19.30 Uhr enthält Ausschnitte vom Endspiel um den HpndbaE- Bundespokal Norddeutschland — Süddeutsch!ani und vom Fußball-Länderspiel Schweiz — Schweden. Pokal-Finale im Handball Zum vierten Mal gibt es am Sonntag in Kassel ein Endspiel um den „Deutschen Handball-Pokal". Norddeutschland, der Sieger von 1917, und Süddeutschland, der Sieger von 1948 und 1949, stehen sich dabei gegenüber. Die Mannschaftsaufstellung des Südens: Thome (TV Rot), Wintterlin (Dietzenbach), Bernhard (München), Kern (Dietzenbach), Jüllich (Birkenau), Urbainz (Stuttgart), Schäfer (Darmstadt), Spahr (Schnaitheim), B. Kempa (Göppingen), Sutter (Harleshausen), Möhler (Nürnberg). Größtes Hockey-Stadion vor der Einweihung Am 15. November wird in Oberhausen das größte deutsche Eishockeystadion „Niederrhein" mit einem Spiel zwischen dem Platzherren O.T.H.C. und dem Deutschen Hockeymeister Uhlenhorst/Mülheim seiner Bestimmung übergeben. Das Stadion faßt 8000 Zuschauer und würde nach den modernsten Gesichtspunkten gebaut. Belgier siegten beim Sechstage-Rennen Arnold-Ilörmann auf dem zweiten Platz Mit 277 Punkten gewann das belgische Paar van der Meerschaut-Dekuysscher das 4. Münchner Sechstagerennen. Sie legten i ach 145 Stunden Gesamtfahrzeit 3060,760 km zurück. Der Durchschnitt in der letzten Stunde betrug 41,666 km/std. Auf den zweiten Platz kamen Arnold-L. Hörmann (Australien- Deutschland) vor Seres-Le Nizerhy (Frankreich). Eine schwere Sturzserie hatte die letzte Nacht beim vierten Münchener Sechstage-Rennen eingeleitet. Der aussichtsreiche deutsche Fahrer und Exmeister Jean Schorn und auch sein Partner, der Münchener Lokalmatador, Hans Hörmann, hatten großes Pech. Schorn kam mehrmals zu Fall und zog sich Beckenverletzungen zu. Spät«: stürzte die Mannschaft beim Ablösen erneut sehr schwer, so daß Schorn zur Feststellung seiner Verletzungen in ein Krankenhaus überwiesen wurde. Er nahm Jedoch das Rennen mit einigen Prellungen an der Schulter wieder auf. „Wüste“ Hoffmann wurde auf ärztliches Anraten aus dem Rennen gezogen, da er sich eine schwere Erkältung zugezogen katte. Durch das Ausscheiden von Schorn und Hoffmann bildete sich vorübergehend noch ln der letzten Nacht aus den Fahrern Middelkamp/Sepp Berger (Holland- Deutschland) ein neues Team. Nach 124 Stunden kristallisierten sich beim vierten Münchener „Six- Day-Race“ die Spitzenmannschaften heraus. Die drei Teams Amold.'L. Hörmann (Australien-Deutschland), van der Meerschaut/Dekuysscher (Belgien) und Niddelkamp/Berger (Deutschland) standen in erbitterten Positionskämpfen. Auch die deutsche „Ehe" Mirke/Freiskeit hatte sich durch geschickte Fahrweise nach vorn geschalft. Wettervorhersage Am Freitag im Südteil noch vielfach heiter, im Nordteil wolkig. Höchsttemperaturen 6 bis 10 Grad. Am Samstag allgemein stärker bewölkt und vorübergehend auch etwas Regen. Wenig veränderte Tagestemperaturen. Kein Nachtfrost. Schwache bis mäßige Winde aus Süd bis Südwest. Das Geheimnis der Insel Diomida Ehemaliger Gefangener berichtet von abenteuerlicher Flucht über Alaska Sowjetfestung zwischen den Kontinenten AUS DER CHRISTLICHENWELT Karl Barth zur Remilitarisierung Und eine Antwort des „Sonntagsblatt“ an ihn In einem an den Herausgeber der evangelischen Zeitschrift „Unterwegs“, Pfarrer Wolf Dieter Zimmermann, gerichteten Brief nimmt der bekannte Schweizer Theologe Professor Karl Barth zur Frage der deutschen Remilitarisierung Stellung und legt die Gründe dar, warum er diese Frage mit Niemöller und Heinemann negativ beantworte und sich davor hüte, heute an einen deutschen Freund einen ähnlichen Brief zu richten wie seinen Brief an Professor Hromadka vom Jahre 1938, in welchem er nach der Münchner Konferenz um des Glaubens willen zum bewaffneten Widerstand gegen die Drohung und Aggression Hitlers aufgerufen hatte „Ich bringe einfach die Unverfrorenheit nicht auf“, so schreibt Karl Barth, „dem deutschen Volk, dessen Jugend sich nun in zwei Kriegen weiß geblutet hat wie die keines anderen, dieses Opfer ein drittes Mal zuzumuten. Ich meine, daß ein gesunder und berechtigter Selbsterhaltungstrieb auch das deutsche Volk selbst dazu anregen sollte, sich dieses Opfer zu verbitten.“ Man könne dem deutschen Volk auch nicht zumuten, sich auf einen Krieg zu rüsten, der nach Lage der Dinge für Deutschland notwendig den Charakter eines Bürgerkrieges, des Kampfes Deutscher gegen Deutsche, haben müßte. Weiter hält Barth es u. a. für moralisch undurchführbar, ein Volk, dem man seit fünf Jahren alles militärische Wesen „bis zu den Bleisoldaten der Kinder“ konsequent auszutreiben versucht habe, nun plötzlich wieder mit allgemeinen und besonderen christlichen Argumenten belehren zu wollen, dafl es sein Heil in der Vorbereitung eines weiteren Krieges zu suchen habe. Zudem müsse eine militärische Aufrüstung in Westdeutschland als direkte Herausforderung der Sowjetunion empfunden werden und könnte den Funken im Pulverfaß bedeuten, mit dem der Westen nicht spielen sollte. Angesichts des Flüchtlingsproblems, der Wohnungsnot, des noch ungelösten Lastenausgleichs und der zahlreichen anderen sozialen Probleme müsse man sich weiter fragen, ob es wirklich „realistisch“ gedacht sei, der Vorbereitung eines möglichen Krieges auch nur einen Bruchteil der ohnehin geringen Kräfte zuzuwenden, die man zur Bewältigung der durch den letzten Krieg verursachten ungleich größeren Probleme dringend benötige. In einem Kommentar zu der Stellungnahme Professor Karl Barths schreibt das von Landesbischof Lilje herausgegebene „Sonntagsblatt“ u. a., Karl Barth bediene sich in seinem Brief rein politischer Argumente. Der Theologe Barth schreibe wie ein Professor der politischen. Wissenschaften. Deshalb könne man über seinen Brief nur politisch, aber nicht theologisch urteilen. „Barths Grundschau von den europäischen Dingen der letzten Jahrzehnte ist, daß die Deutschen an allem Unheil des Krieges und damit auch der Nachkriegszeit schuld sind. Darüber ist schwer zu streiten. Wir können nicht einsehen, warum die Eingliederung des Sudetenlandes 1938 anders zu bewerten Ist als etwa die Annexion der Karpatho-Ukraine durch die Sowjetunion nach 1945 oder warum die Besetzung Prags durch Hitler 1939 etwas anderes bedeutete als der Prager Staatsstreich 1948. Das eine war direkte, das andere indirekte Aktion. Das ist der ganze Unterschied. Nur aus dieser Grundschau aber kann Barth begründen, warum er die Tschechen 1938 zum militärischen Widerstand aufrief, 1948 aber nicht. Wir kommen da nicht mit“ Das Blatt sieht in der Germanophobie Barths den eigentlichen Grund seiner Ablehnung der deutschen Remilitarisierung. Es sei zu fürchten, daß Barth damit dar Deutschen wenig diene, die aus irgendwelchen Gründen gegen die Aufrüstung sind. Auf den Kern der Dinge, um die es heute gebe, sei Barth jedoch nicht eingegangen. Es handele sich heute darum, in Europa «tabile Verhältnisse nicht nur auf sozialem, sondern vor allem auf außenpolitischem Gebiet zu schaffen. Dazu gehöre die sinnvolle gleichberechtigte Einordnung der Deutschen in das europäische System. Weil Barth hierzu nichts zu sagen wisse, lasse seine Stellungnahme zur deutschen Remilitarisierung unbefriedigt. Rundfunfelehrgang der Evang. Akademien Die Christliche Presseakademie in Bad Boll, die von den Evangelischen Akademien und den Studentengemeinden in Deutschland getragen wird, veranstaltete im Anschluß an ihren zweiten Presselehrgang erstmalig auch einen Rundfunkkursus. Als Vortragende wirkten vor Studenten aller Fakultäten aus allen Teilen Deutschlands neben freien Rundfunkschaffenden maßgebliche Männer des Süddeutschen Rundfunks, des NWDR und der Kirchlichen Rundfunkzentrale Bethel. Die Rundfunklehrgänge sollen zum festen Bestandteil des Lehrplans der Christlichen Presseakademie werden. Fasching, Moral und Vergnügungssteuer Der Protest der Evangelischen Jugend in Olfenbach gegen Leistung eines städtischen Zuschusses von 10 000 DM für den Offenbacher Faschingszug 1951, den der Magistrat beschlossen hatte, wurde abgelehnt Als Begründung führte ein Stadtrat aus, Geschlechtskrankheiten und andere sittliche Verfehlungen würden auch ohne offizielle Unterstützung der Faschingsfeiern auftreten. Sie seien jedenfalls durch Verweigerung des Zuschusses nicht zu heilen. Andererseits müsse man bedenken, daß der Stadt aus diesen und ähnlichen Veranstaltungen jährlich etwa 50 000 bis 60 000 DM an Vergnügungssteuern zuflössen. Manuskript einer Lutherpredigt Der New Yorker St Lukaskirche wurde eine der wertvollsten Handschrift») aus der Reformationszeit durch den Ka ufmann Bernhard Schäfer überreicht Es handelt sich um das Manuskript einer Lutherpredigt aus Hem Jahre 1543 sowie um Predigten von Melanch- thon, Caspar Creutzinger und anderen. Die Manuskriptsammlung wurde 1866 von einem Frankfurter Buchhändler König Wilhelm E zum Kauf angeboten und gelangte schließlich in den Besitz einer englischen Kunsthändlerfamilie, von der sie Schäfer erwarb. Fortschritte am Magdeburger Dom Bis zum Dezember d. J. soll das Dach des Magdeburger Doms, für den seit 1946 rund 650 000 DM an Wiederaufbaukosten aufgewendet worden sind, instandgesetzt sein. Das nördliche Seitenschiff, das durch einen Bombentreffer zerstört war, ist bereits fertiggestellt, während die Bauarbeiten an dem ebenfalls schwer beschädigten Südgewölbe in etwa sechs Wochen beendet sein werden. Die klaffende Einschlagstelle zwischen den beidei Türmen soll im Laufe des nächsten Jahre» geschlossen, die Verglasung der Fenster ebenfalls 1951 zu Ende geführt werden. Der Chor ist bereits vollständig verglast Die Beendigung der Instandsetzungsarbeiten an dem romanisdien Teil des Kreuzganges ist noch in diesem Jahr vorgesehen. Kirchliche Wiederaufbauwoche iu Baden Die Evangelische Landeskirche in Baden und die Erzdiözese Freiburg veranstalten in den nächsten Wochen Haussammlungen für den Wiederaufbau kriegszerstörter Kirchen und kirchlicher Gebäude. In einem Hirtenwort betont Erzbischof Dr. Rauch die Notwendigkeit daß die vom Krieg verschonten Gemeinder den notleidenden Gemeinden zu HiMe kom men müssen. Das Wort, es sei besser, Woh nungen zu bauen als Kirchen, entkräftete dei Erzbischof mit dem Hinweis auf die Leistungen des kirchlichen Siedlungswerkes „Neue Heimat“, das im vergangenen Jahr 1501 und im laufenden Jahr 4025 Wohnungen erstellt oder in Angriff genommen habe. Auch der evangelische Landesbischof D. Bender appelliert an die Hilfsbereitschaft der vom Krieg verschonten Gemeinden UNSER RUNDFUNK VON SONNTAG 12. NOVEMi JÄ 1950 BIS SAHST AG 1 8. NOVEMBER 1950 Südwestfunk Süddeutscher Rundfunk Bad.-Bad., Freibg., 363 m - Rheinsender: 295 m- Reutlg.: 195 m Radio Stuttgart 523 m = 575 kHz Gleichbleibende Sendungen W = werktags, S ■* sonntags 5.00 Beginn. Frühmusik (W) 6.00 Nachr., Wetter. Musik (W) 7.00 Nachr.. Wetter (W S) 7.10 Vorsehau und Musik (W. S) 7.20 Presseschau (W, S) 7.30 Morgenmusik (W) 7.30 Morgenchoral (S) 8.00 NaChr., Wasserstände (W, S)' 8.10 Eigenprograinm d Studios (W) 8.30 Pressestimmen (W) 8.30 Aus der christlichen Welt (S) 8.40 Musikalisches Intermezzo (W) 9.00 F. d. Hausfrau od. Jugend (W) 9.30 Eigenprogramm d. Studios (W) 9.45 Das Unvergängliche (S) J9.30 Die Universitä-sstunde (S) 11.00 Vormittagsmusik (W. S) 11.30 Eigenprogramm d. Studios (W) 11.45 Für den Bauern (S) 12.20 Mittagskonz rt (W) 12.45 Nachrichten, Vorschau (W, S) 13.00 Musik nach Tisch (W) 14.00 Für die Jugend (W1 14.30 Franz. Sorachunterricht 17.40 Eigenprogramm d. Studios fW) 18.15 Die Sportreportage (S) 18.20 Aus dem Zeitgeschehen (W) 18.30 Musik zum Feierabend (W) 18.30 Sportberichte (S'. 19.00 Zeitfunk (W) * 19.20 Kleine Abendmusik (S) 19.40 Tribüne der Zeit (W, S) 22.00 Nachrichten fW, S) 24.00 SpätnachriChten (W, S) Sonntag, 12. November 8.30 Evangelische Morgenfeier 9.15 Katholische Morgenfeier 9.45 L. v. Beethoven: Sonate ln C-dur op. 2 Nr. 8. Sonate ln Es-dJr op. 7 14.00 Auch Streiten ist eine Kunst 14.15 Frohe Melodien 15.30 Sport und Musik (Übertrag.) 17.00 Symphonie-Konzert des SWF- orchesters. Leitg.: Hans Müller-Kray (Stuttgart). Solistin: Marcelle Meyer. Born (Klav.) 18.20 Politische Betrachtungen von K Schneider 20.00 Das SWF-UnterhaltungsorChe- ster spielt. Ltg.: Otto Gerdes 21.15 Jürgen Thorwald: „Es begann an der Weichsel — Das Ende an der Elbe" 11.30 Das Schlager-Intermezzo des SWF-Tanzorchesters 22.15 Sport und Musik 22.50 Kulturpolitische Glosse 23.00 „Im Rhythmus der Freude" 0.10 Tanz- u. Unterhaltungsmusik Montag, 13. November 6.50 Evang. Morgenandacht 15.00 Tanztee am Montag 16.30 „Lorelei“. Ein kritisches Kapitel zum Thama „Rheinromantik" 17.00 Solisten-Konzert. 17.30 Die Bücherecke der Familie 29.00 In bunter Folge — Eine Sendung neuer Schallplatten 80.50 Probleme der Zeit 81.00 „Der Bajazzo". Drama ln 2 Akten und einem Prolog 82.20 Klaviermusik. Balakirew: „Is- lamey". orientalische Fantasie Es spielt RuCky van Mill 12.30 Kurt Kusenberg: „In die Apfel muß man beißen". Ein Gespräch zwischen Leben und Symbol 88.00 Musikalisches Kabarett Dienstag, 14. November 6.50 Katholische Morgenandacht 15.15 Sang und Klang im Volkston 15.45 „Der Taschenkrebs“ Erzählung von Paul Friedrich 16.00 Symphonie-Konzert des SWF- Orchesters. Ltg : H. Rosbaud 16.45 Der Einfluß der Pflanzengifte auf das Seelenleben 17.00 Musik zur Unterhaltung 80.00 Volksmusik und Chorgesang 80.30 „Protokolle der Familie F.". Hörspiel von Christian Bode, Bericht Hl: Gerhard F 81.30 Musikalisches Zwischenspiel 22.20 Probleme der Zeit 82.30 Musik der Welt 23.30 Jazz 19501 Ragtime Mittwoch, 15. November 6.50 Evang. Morgenandacht 15.00 Nachmittagskonzert d.Schwäb. Symphonieorchesters Reutlingen, Leitung: Hans GrisChkat 16.00 Aus Wissenschaft u. Technik 16.20 Eigenprogramm der Studios 16.50 Bücherschau 17.10 Sang und Klang im Volkston 20.00 Das große Unterhaltungskonzert. 3 SWF-Orchester spielen 21.30 Stimme der Gewerkschaften 21.40 „Also ‘ wissense, nee!“ Zum Tagesgeschehen — von uns aus gesehen 22.80 Klaviermusik zu vier Händen von Carl Maria v Weber. Sonatine in c-dur op. 3, Romanze in F-dur. Rondo C-dur 22.80 „Nerval, der chimärische Vagabund" Von Sigrid von Massenbach _ 23.00 Tanzmusik. Das SWF-Tanzorchester und die Swing-Besetzung spielen 0.10 Swing-Serenade — Neues von Coleman Hawkins Donnerstag, 16. November 8.50 Katholische Morgenandacht 15.15 Nachwuchs stellt sich vor 18.45 Günther Eich: „Später Mohn“, Gedichte 16,00 Eigenprogramm der Studios 16.45 Carl Hauptmann, d-r Mensch und Dichter 17.00 Werke von J. Ph. Rameau, Domenico Scarlatti und Joseph Haydn. Es spielt Maria Bergmann, Klavier 17.80 Der Rechtsspiegel 20.00 „Ein Lied gehl um die Welt“ — Joseph Schmidt zum Gedenken 81.60 „Dr. Katzenbergers Badereise" Hörfolge nach Jean Paul 22.15 Franz.-deutsChes Gespräch 22.30 Konzert des SWF-Orchesters. Leitung- Joseph Post. Solistin: Alice Schönfeld (Violine). Benjamin: Cotillon. Saint- Saens: tntroductio ; u. Rbndo capriccioso für Violine und Orchester: Williams: A Norfolk Rhapsodie. Ries: „Perpetuum mobile" und „La Ca- pricciosa" für Violine u. Orch. Holst: Drei Stücke aus dem Ballett „Die Planeten" 23.30 Musik zur Nacht Freitag, 17. November 6.50 Evang Morgenandächt 15.00 Musik am Nachmittag. Das Große Vorarlberger Funkorchester und das Kur-Orchester Bad Gastein 15.45 Gebildete Dreißigerin .... schuldlos geschieden 16.00 Solisten-Konzert. — Ausführende: Heinz Stanske (Viol.), Maria Bergmann (Klavier) 16.30 „Episode in San Martino", von Ernst Kreuder 16.45 Unterhaltungskonzert 17.30 Welt und Wissen 20.00 Scheinwerfer auf) Die bunte klingende Filmschau d. SWF 20.45 Elternsorgen — Jugendnöte 21.00 Werke von J. S Bach. Jane- quin und J. Haydn 22.20 Probleme der Zeit 23.15 „Die soziale Kirche in Frankreich 23.30 „Schweizer Humor“ Samstag, 18. November 6.50 Katholische Morgenandacht 14.30 Allerhand Schlager 14.50 Die Briefmarkenecke 15.00 Aus der Welt der Oper 16.00 Wildenburger Bauern im Kampf um Ihre Scholle 16.30 Unser Samstagnachmittag 17.30 Bücherschau 20.00 „Drei Walzer". Operette ln drei Tehen v. P. Knepler und Arnim Robinso.. Gesangstexte von R Gilbert. Musik: Oscar Straus 22.15 Sportrundschau 22.30 Der SWF bittet zum Tanz 0.10 Tanz ln den Sonntag Gleichbleibende Sendungen (W = werktags, S =■ sonntags) 5.00 Frühmusik, Nachrichten (W) 6.00 Choral, Spruch, Musik (W. S) 6.30 od. 7.45 Morgengymnastik (W) 6.40 Südwestd. Heimatpost (W) 7.15 Werbefunk mit Musik (W) 7.15 Fröhliche Musik ,S> 7.55 Nachrichten, Wettei (W, S) 8.00 Landfunk mit Musik (S) 8.00 Aktuelles für alle (W) 8.15 Morgenmusik (W) 8.30 Kirchliche Nachrichten (3) 9.00 Nachrichten, Musik (W) 9.15 Geistliche Musik (S) 9.45 Literatur und Musik (S) 10.30 Melodien am Sonntag (S) 11.00 Lebendige Wissenschaft (S) 11.20 Musikalische Tagesfragen (S) 11.30 Bachkantate (S) 12.00 Musik am Mittag (W, S) 12.45 Nachrichten, Wetter (W, S) 13.06 Echo aus Baden (W) 13.00 Leichte Musik cS) 13.10 Werbefunk mit Musik (W) 13.30 Aus unserer Heimat (S) 14.00 Stunde des Chorgesangs (*) 14.30 Kinderfunk (S) 15.45 Aus der Wirtschaft (W) 17.45 Südwestd. Heimatpost (W) 18.00 Zum Zeitgeschehen (W) 18.25 Unterhaltungsmusik (W, 18.55 Totoergebnisse (S) 19.00 Die Stimme Amerikas (W, 3) 19.30 Vom Tage (W) 19.30 Sportberichte (S) 19.45 Nachrichten, Wetter (W, S) 21 45 Nachrichten. Wetter (W, S) 23.45 Nachrichten (W, S) 23.50 Zum Tagesausklang (W) Sonntag, 12. November 7.00 Andacht der Evang. Reform. 7.40 Freireligiöse Andacht 8.45 Katholische Morgenfeier 11.20 Hector Berlioz: .Harold in Italien", Symphonie mit einer Solobratsche. 15.00 Operettenmelodien. Das Gr. Rundfunkorchester und die Stuttgarter Philharmoniker 16.00 In Dur und Moll spielt die Rundfunktanzkapelle 17.00 „Kain lebt!“ Hörspiel von Christian Bock 18.00 Friedrich Smetana: Streichquartett Nr. 2 d-moll 18.20 Das Rias-Unterhaltungsorchester spielt 20.05 „Der Einsame von Torre dei Lago". — Giacomo Puccini, Mensch und Werk 22.00 „Alt-Wien“, Walzer von Joseph Lanner. Heinrich Kaspar Schmid: Bayrische Ländler 22.20 Im Rhythmus der Freude 23.50 Aperitif und Cocktail — Tanzmusik aus Frankreich, England und Amerika Montag, 13. November 7.00 Katholische Morgenandacht 15.30 Kinderfunk 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Ober neue Bücher 17.00 Konzertstunde. 20.05 Fröhlich fängt die Woche an 21.00 „Kommunismus, das Wunderland der Riesen und Kartoffelkäfer" 21.15 Rendezvous am Montagabend- 21.55 Dr. Knauß: Die Lage in Korea 22,05 Zeitgenössische Musik. 22.45 „Jäh verioderte Flamme“. Der Schicksalsweg Johann Christian Günther 4 23.15 Lieder und Kammermusik Dienstag, 14. November 7.00 Katholische Morgenandacht 10.45 Schwäbisches LiedsChaffen Fr Kauffmann: Lieder f. Alt 11.00 Konzertstunde 15.30 Karl Kleber am Klavier 16.00 Nachmittagskonzer* 17.00 Frauenfunk 17.15 Kleines Konzert 20.05 „Land ohne Musik“. Eine Operette von Ernsv Fischer (Uraufführung) 21.55 Blich in die Welt 22.05 Ludwig Spohr- Duo für Violine und Bratsche, op. 13 22.30 Erich Ponto liest Jean Paul 22.50 Die Rundfunktanzkapelle Mittwoch, 15. November 7.00 Katholische Morgenandaeht 14.30 Kinderfunk 15.30 Ken Griffin an der Ham- mond-Orgel 16.00 Von Dichtern und Dichtung: Wilh. Raabe zu seinem 40. Geburtstag 16.15 Konzertstunde. 17.00 Für Eltern und Erzieher 20.05 „Der lebende Leichnam". — Drama v. Leo Tolstoi. Funkbearbeitung: Helene Schmoll 21.05 Selten gehörte Musik 21.55 Wir denken an Mittel- und Ostdeutschland 22.05 Das Orchester Kurt Rehfeld spielt 22.30 Programm nach Ansage 23.00 Orchesterkonzert Donnerstag, 16. November 7.00 Katholische Morgenandacht 10.45 Das Londoner Philharmonische Orchester. Dirigent: Sir Thomas Beecham. 15.30 Hans Brändle, Gitarre 16.00 Zwei rechts — zwei links — Kaffeestunde für d. Hausfrau 18.50 Badische Kunst der Gegenwart— Eine Hörfolge zu einer Ausstellung des Karlsruher Kunstvereins 17.10 Kleines Konzert. 20.05 Ein bunter Abend mit Jungen Künstlern aus d. Nachwuchswettbewerb des SÜdd. Rund- Veranstaltung in Stuttgart funks (Aufn. einer, öffentl. 21.55 Bück auf Europa 22.05 Einführung Jn die Bachsche Klaviermusik 22.35 Chormusik. 50 Jahre Knaben- Kurrende „Hymnus 4 Stuttg. 23.00 „Kulturgeschichte als Soziologie von Professor Dr. Alfred Weber, Heidelberg 23.30 3 Intermezzi und Rhapsodie in Es-dur. op 119 23.50 Nacht-Feuilleto ? 0.05 Jazz mit Dieter Zimmerle Freitag, 17, November 7.00 Andacht der Methodisten 15.30 Kinderfunk 16.00 Nachmittagskonzert. — Peter Tschaikowsky: Ouvert.-Fantasie „Romeo u. Julia“; .Valse caprice“ — Nicolai Rimsky- Korssakow: Capriccio espag- noie op. 34 16.45 Über neue Bücher 17.00 Frohe und heitere Weisen 20.05 Symphoniekonzert. — Anton Bruckner- I Symphonie ln e-moll (Urfassung) Einführung: Dr Willy Fröhlich. Es spielt das Rundfunk-Symphonieorchester — Leitung Hans Müller-Kray 21.05 Organismus Großstadt 22.05 Tanzmusik Hans Alt u. seine Solisten 22.45 Die Schmunzelecke 23.15 Unterhaltungsmusik Samstag. 18. November 7.00 Junge Christen sprechen 10.45 Junge Künstler vor dem Mikrophon 13.45 Sportrundsehau 14.00 Der Zeitfunk 14.55 Programmvorschau 15.00 Unsere Volksmusik 15.40 Jugendfunk 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Filmprisma 17.00 Vom Guten das Beste. Kostproben aus dem Programm der kommenden Woche 17.15 Das Orchester Heinz Hoff- mann-Glewa 17.45 Mensch und Arbeit 18.00 Die Woche in Bonn 18.20 Kleines Konzert rr Samstagabend 20.05 Frohes Raten — Gute Taten 20.45 Wie Sie wünschen — Eine Melodienfolge 22.05 Die schöne Stimme: Maria Cebotari 22.30 Das Kammertanzt rohester Hans Conzelmann 23.00 Melodie zur Mitternacht 24 00 Das Nachtkonzert Hessischer Rundfunk Radio Frankfurt 208,47 m = 1439 kHz Mittwoch, 15. November 16.00 Lessing als Kämpfer für die Wahrheit“ Gleichbleibende Sendungen W — werktags, S — sonntags 5.30 Nachr. Wetter, Musik (W) 6.00 Wetter. Morgenmusik (S) 6.30 Wetter, Nachrichten (W) 6.40 Morgenständehen 9.45 Heimkehrermeldungen (W) 10.30 Frankfurter Gespräch (S) 11.00 Der hessische Landbote (W) 12.00 Musik am Mittag (W. S) 12.45 Nachrichten. Wetter (W, 3) 13.00 Musik nach Tisch (W, S) 13.45 Wiederholungen (S) 14.00 Hessenrundschau (W) 14.15 Schulfunk (W) 14.80 Kinderfunk (S) 14.45 Kindersuchdienst (W) 15.00 Aus dem Sender-Tagebuch (3) 15.00 Börsenberichte 'W) 15.15 Stunde des Chorgesangs (S) 15.45 Deutsche Fragen (W) 17.45 Nachrichten (W, 18.00 Wissen u <• Leben (W 18.30 Abendmusik (WV 18 45 Hier spricht Deutschland (W.S) 19.00 Die Stimme Amerikas (W, 3) 19.30 Rundschau, Nachrichten CW, S) 22.00 Nachrichten, Wetter (W S) 22.10 Sportberichte (S) 24.00 Nachrichten (W S) Sonntag, 12. November 8.30 Katholische Morgenfeier 9.80 „Der Friede wird geboren". Ein Hörbild nach Descartet und Louis Aragjn 10.00 Klaviermusik von Mozart und Chopin 11.15 Unterhaltungs-Mdtinäe. — Es spielt d. Unterhaltungsorchester d. Hessischen Rundfunks unter Leitung v. E Börschel 15.45 Kriegsgefangenen- und Hei mkehrerprogramm 16.00 Sport und Musik 17.00 Tanztee mit Willy Berking 17.45 „Die Grafen von RieneCSc" 18.00 Orchester der Welt. Es spielen d. Wiener Philharmoniker (Ltg.: Rudolf Moralt) 20.00 Unser Sonntagabend: a) Zauber der Melodie: b) Heitere Oper; et Kleine Operettenrevue: d) Tonfilmmusik 28.15 Drei weibliche Temperamente im Chanson: Olga Rinnebach. Loni Heuser, Ursula Herking 23.60 Tanzmusik Montag, 13 November 10.00 Berühmte Opernchöre ertönen 16.45 „Die Flucht". Erzählung von Otto Anhaus 17.00 Humor In Volkslied und Volksmusik 20.00 „Die kühne Operation". Hörspiel von Erwin Wickert 21.05 Unterhaltungsmusik von heute 21.45 Probleme der deutschen Politik 22.15 Kompositionen v. Hans Vogt und Carl Ehrenberg 23.00 Briefmarkenplauderei 23.15 Musik vor Mitternacht Dienstag. 14. November 16.00 Romanische Orchester- und Opernmusik 17.00 Otto Herr bespricht politische Bücher 17.15 Böhmisches Liederspiel für Chor Soli und Orchester von Wilhelm Schauseil u. Rudolf Greif 20.00 ..Mein Herz ist in Musik verliebt" — Ein Tanzabend mit den Tanzorchestem A Hause. -Kurt Widmann und Werner Müller dem Tango-Orchester Hans Carste sowie Paul Kuhn und Eugen Henkel mit ihren Ensembles 22.15 Ein Abend mit Herrn Teste. Erdachte Gespräche üb Themen Paul Valörys. — Symphonische Musik aus England und Rußland 16.15 Nachmittagskonzert mit den Solisten: Maria Madien Mad- sen, Gabriele Possinke und Lilly Trautmann (Sopran), Gottfried Riedner (Tenor) und Georg Stern (Baß) 80.00 öffentl. Symphonie-Konzert. Mozart: Symphonie ing-moll, KV 183; Konzert für Klavier und Orchester in d moll KV 466 — M. de Falla: Nächte in spanischen Gärten — Ravel: „Daphnis u. Cloe", symphonische Fragmente. Gert! Herzog (Klav.) und das Sympho- nieorchester des Hess. Rundfunks unter Leitung von Kurt Schröder 28.16 Die Kurbel — Filmrevue au* aller Welt 23.00 Willy Berking spielt t. Tan* Donnerstag, 16. November 16.00 Nachmittagskonzert mit unterhaltenden Weisen 16.50 Was Frauen interessiert 17.00 Das vergessene Lied — Ein* musikalische Hörfolge 18.00 Hörerlieblinge: Es singt Maria Mucke 20.00 „Gut aufgelegt" — Neues und Bewährtes aus d<-m Plattenalbum 81.00 Blich auf Europa 21.10 Geza Anda spielt Klavierwerke 21.45 Passiert — Glossiert 22.15 Den Freunden der Dichtung! „Fünf Finger an einer Hand“. Erinnerungen an Tucholsky 22.45 Nachtkabarett: „Schule der Höflichkeit 4 ' 23.00 „Rhythmus der Welt 44 ,1. Weltschlager 1950; H. Tanz aus New York, Claude Thornhill mit seinem Orchester Freitag, 17. November 16.00 Solistenkonzert mit Klavierstücken von Richard Wagner u. Richard Strauß sowie Lieder von Engelb. Humperdinck 18.45 Für Junge Menschen 17.00 Oberhessische Bauernhochzeit In Watzenborn-Steinfcerg, ein Hörbild von Georg Hess 47.40 „Am Rande bemerkt 44 20.00 Melodien aus Kalman- Operetten 20.45 Offenbachtana: „Die verwandelte Katze“..1. Abend: Komische Oper v. J. Offenbach. Textliche Neufassung v. Just Scheu 22.16 Tanzpotpourri mit Willy Berking: dazu singen: Ursula Köster. Gitta Lind Sven Olaf Sandberg Rudi Schuricke u. Gerhard Wendland. — Hein* Munsonius (Akkordeon), Rieh. Fäcks (Klavierüberleitungen) 23.00 Walter Mehring: Werk und Persönlichkeit 23.25 Der Jazzclub Samstag, 18. November 14.15 Was gibt es Neues? Vergnügen mit Musik 15.00 Durch die weite. Welt: Luxemburg 15.15 Volkstümliches Wissen 16 00 Der Wunschzettel Wir spielen Ihre Liebüngsmeiodien 17.00 Familie Hesselbach. 17. Kapitel: „Der Teller“. Eine hessische Alltagschronik von und mit Wolf Schmidt 20.00 Eintritt frei! — Eine heitere Stunde aus einer öffentlichen Veranstaltung im gr Sendesaal des Hess. Rundfunks unter Mitwirkung d Publikums. 21.00 Tn diesen Tagen 21.10 Funkkarussell. Von Melodie zu Melodie 22.10 Sportergebnisse 22.26 Musik der Heimat 23.00 Zwischen heute und morgen Tanz zum Wochenende Klabautermann unö Vagabunö In diesen Tagen wäre der Dichter Klabund 60 Jahre alt geworden „Henschke, Alfred Henschke, hieß der armselige Leib. Henschke studierte Naturwissenschaft, verstand unendlich viel von Fröschen und Vögeln. Wußte mit dem argen Leib Bescheid. Wußte ihn auch zu heben, diesen Leib. Doch, das. ist wieder schon Klabund, nicht Henschke. Henschke wurde Dr. phil. und als berühmtem jungem Dichter ward ihm im Gymnasium seiner Vaterstadt im Brandenburgi- schen eine Büste aufgesteilt Das ist Henschke". So schrieb vor Jahren der im Dritten Reich verfolgte und in die Schweiz emigrierte Schriftsteller Bernhard Diebold — der inzwischen gestorben ist - über Alfred Henschke. alias Klabund. „Klabautermann und Vagabund“ — so nannte, zu „Klabund" zusammengezogen sich der Dichter. Alfred Kerr entdeckte den 1890 in Gosen an der Oder geborenen Apothekersohn und förderte ihn. Klabund lebte nur 38 Jahre, starb 1986. schuf aber in diesen Jahren beste Lyrik beste Prosa und beste Theaterliteratur Seine Lyrik war in Deutschland ganz neu und keiner fand sich, der bisher Klabunds Linie fortsetzen konnte. Leise Melancholie und resigniertes Lächeln bilden seine unendlich wehmütige Melodie. Man hört nicht nur. man spürt den Hauch des Todes aus Klabunds Zeilen, man fühlt das Wissen eines Mannes der mit einem Fuß in einer anderen, besseren, höheren Welt steht. In seinem „Nachruf auf Klabund" sprach Diebold weiter: „Klabund hat eine Fülle ausgestreut wie kaum ein Zweiter heutzutage. Lebende Blumen und auch leichte Papierrosetten zum Spiel. Es kam ihm nicht darauf an, sein Sentiment vertrug auch Leichtsinn im Gefühl und in der Poesie. Er taarfte unermüdlich auf der Klampfe“ Seine „Bänkelüeder“, so z B. „Harfenjule“, begründeten Klabunds Namen. Im rnsel- veriag erschienen des Dichters zahlreiche Nachdichtungen chinesischer Lyrik, vor allem die ganz eigenartig und überirdisch schön übersetzten Texte Li Tai Pe*s. Mit dem Spiel vom „Kreidekreis", nach dem Chinesischen verfaßt, errang Klabund -einen bis heute — in den Jahren 1933 bis 1945' unterbrochenen — nachhaltigen Bühnenerfolg. Die herrlichen Romane Klabunds erstehen zur Zeit wieder. Es sind dies „Mohammed“ - „Moreau“ und „Pjotr“. Klabund schrieb nicht für den Alltag, schuf keine Gebrauchsliteratur: Böses und Schlechtes haßte er, obwohl es ihm schwer zu schaffen machte. Seine Dichtungen sind nicht verbrämt von großem Können, sondern von wahrhafter Genialität So zart und behutsam die Worte sind, deren jedes er ausgewogen an den einzig richtigen Platz stellt, so stark, so wuchtig ist das. was er sagte und zu sagen hatte. Alfred Henschke schrie seine Anklage gegen Krieg, Mord und alle Unbiilen, die Menschen zugefügt werden, in die Welt , hinaus Er weinte, weil er ein kranker Mann war der nicht helfen konnte Aber er blieb innerlich wach und kräftig, er schrieb noch in Davos, wo er. schwer lungenleidend, langsam zugrunde ging Schönstes und Bestes Stärker als ellenlange Abhandlungen über Krieg und Frieden, besser als jedes Kriegsbuch das ab- schrecken soll, klüger als jede politische Rede ist sein bekanntestes Gedicht die „Klage der Garde“ Der Klabautermann hockte überall, sah alles, nahm alles auf Er schreckte ab und warnte Man fürchtete sich wohl vor ihm, aber man mied ihn und hörte nicht auf ihn. Der Vagabund strolchte durch alle Bezirke des Lebens und des nahenden Todes, berührte das Innere der -Seelen und beschrieb, was er Herrliches gesehen-hatte-Man nahm es zur Kenntnis begriff aber nicht, daß Klabund sagen wollte: ..Erhaltet euch doch das' Zerstört euch nicht! J.ebt! Es könnte alles so wundervoll sein!“ Wenige verstanden ihn. Die waren zu schwach und wurden 1933, als Klabunds Werk der Bannstrahl traf, geächtet. Henschke wurde auch manchmal scharf, er schrieb Satiren, er schoß scharfe Pfeile. Die trafen, aber als die Wunden verheilt waren, - vergaß man den Schützen. Er schrieb dann . „XYZ" und wieder war sein Name, der Ruf „Klabund!“ in aller Mund Und langsam wachten die Menschen auf aus dem Halb- . schlaf der Selbstbetäubung und des Verges- . senwollens. aus der dämmrigen Trägheit und dem Wunsche, ungestört zu sein Allmählich achtete man nicht nur auf den Dichter Klabund, sondern auf den Warner und Mahner. Da starb Klabund Mit ihm starb Vieles. Alles war aus Fünf Jahre später begannen sich Alfred HenStehkes Prophezeihungen zu 'erfüllen Fünf Jahre später setzten die ersten Verluste dessen ein, was Klabund als schön und gut gepriesen hatte Diebold sprach nach dem Tode des Dich- . ters die Worte: „Noch nicht 87jährig starb Klabund Starb in einem Sanatorium. Starb ■ mit. zerfressener Lunge, viele Jahre lang. Und wurde nicht älter Blieb ein Knabe mit erstaunten Augen hinter der Hornbrille Ein immerfort Sterbender und doch Immerfort Blühender.“ U. Winter Das Äbenölieö Eine kleine Sendung innerhalb des Abendprogramms (19 Uhr) des Süddeutschen Rundfunks wurde rasch zu einer kleinen Kostbarkeit' das Abendlied Vielleicht gerade deswegen, weil diese Sendung so schlicht und einfach ist, wird ihr von seiten der Hörer, vor allen Dingen der kleinen Hörer, eine größere Dankbarkeit und Treue entgegengebracht als mancher groß angelegten Sendung. Freuen sich üb« 4 diese Sendung wirklich nur die kleinen Hörer? Sind es nicht oft genug auch die großen Hörer, die verlegen leise, oder auch lauter, die altvertrauten Melodien mitsummen? Und lassen nicht oft genug die großen Hörer für wenige Minuten alle Arbeit ruhen und sich von den Liederklängen in Gedanken zurücktragen in ihre eigene Jugendzeit? Sicher, denn das Abendlied spricht ja nicht nur zu den Kindern, sondern redet uns allen ins Gemüt. Die hellen, klaren Kinderstimmen haben uns viel zu sagen, mehr vielleicht, als die kleinen Sänger ahnen. Aber durch die Kraft ihres Liedes zwingen sie uns unwillkürlich zur Besinnlichkeit. Manchem von uns mag schon einmal beim Anhören des Abendliedes eine Träne im Auge gestanden haben. Aber das ist keine Schande. Das erinnert daran, daß die Sorge um die Existenz und die Angst vor der Zukunft noch nicht alles in uns auszulöschen vermochten, daß in unseren Herzen noch Ideale zu finden sind. Das ist der große Wert dieser kleinen Sendung. Wir sollten sie nicht überhören, sondern uns ihr in diesen wenigen Minuten ganz hingeben. Dann können wir aus diesen Minuten Nutzen ziehen und uns darauf besinnen, daß hinter dem materiellen Leben doch noch ein anderes steht, ein Leben der Seele und de* Gemüts. Max Merti Neue Werke Hermann Reutters. Von dem Stuttgarter Komponisten Hermann Reuttei kommen in nächster Zeit eine Reihe neuei Werke zur Ur- bzw. Erstaufführung. Dal Staatstheater Wiesbaden bringt die Ballettpantomime „Topsy“. Dietrich Fischer-Dieskau singt die „Weise von Liebe und Tod“ in Berlin. das „Konzert für zwei Klaviere und Orchester“ erklingt unter Eugen Jochum in München. der Komponist selbst spielt sein auch in Stuttgart bekanntgewordenes Klavierkonzert in der Staatsoper Dresden mit dem Bremei Staatsorchester und in Koblenz, die „Antiker Oden“ singt Henny Wolff in Hamburg uno Frankfurt am Main. I [Fl 'fyk. •hA' W'! ; ) * Bevor der Zug abiährl: Zwischen 3 und 3 llhr auf dem Brudisaler Bahnhof Beim Rangierer und Lohleiter, im Stellwerk und auf der Lokomotive Hunderttausende fahren täglich mit der Eisenbahn zur Arbeitsstätte, in die Schule, in den Urlaub. Kaum einer aber weiß, welch sorgfältige Vorbereitungen getroffen werden müssen, ehe eine Eisenbahnfahrt überhaupt beginnt. Vor dem zerstörten Aufnahmegebäude des Bahnhofes lesen wir auf der Abfahrtstafel: Zug 3418 in Richtung Bstadt Abfahrt 5.02 Uhr. Die erste Arbeit leistet der Mann, der mit ölbefleckter Kleidung, rauhen Gesichtszügen und starken Armen als Rangierer seinen Dienst versieht. Er stellt die Wagen auf dem vorgeschriebenen Gleis richtig zusammen. Im Bahnbetriebswerk sitzt der Lokieiter. Er trägt die Verantwortung, daß die „Stahlkolosse sich in bestem Zustand befinden. Besondere Männer sind eingesetzt, die das Feuer des Nachts auf dem notwendigen und vorgeschriebenen Stand halten. Während der Reisende noch tief im Schlaf versunken ist, hören Wir, es mag kaum mehr als 3 Uhr sein, festen Schrittes mit hochgestelltem Mantelkragen mit Laterne und Tasche, zwei Männer des Weges schreiten. Man erkennt den Lokführer und den Lokheizer. Manche schwere Fahrt haben sie schon zurückgelegt. Nervenraubende Kilometer waren es, die bei großer Hitze, grimmiger Kälte, bei Sturm und Regen, Nacht und Nebel an ihnen gezehrt haben. Führer und Heizer besteigen die Lokomotive. Nun gilt es sorgfältig zu untersuchen, ob das „Dampfroß“ in Ordnung ist. Für diese technische Untersuchung und Vorbereitung müssen etwa 60 bis 80 Minuten gerechnet werden. Selbstverständlich müssen die „Loks“ mit Wasser und Kohlen versorgt sein, was während der Fahrt tonnenweise verschlungen wird. Die Lokomotive rückt jetzt aus, d. h., sie verläßt ihren Schuppen, fährt über die Drehscheibe und wartet auf Abruf durch das Stellwerk. Eins, zwei, drei Mann, je nach Art, Bedeutung und Arbeitsanfall zählt die Besetzung. Mit geschickten und raschen Armen stellen sie die Weichen und die Signale. Er findet sich stets zurecht der Stellwerksmeister, mit sicherem Griff, überlegtem Handeln, bereitet er den Fahrweg vor,-der durch den Fahrdienstleiter gefordert wird. Die Lokomotive kommt ratternd und-sprühend näher; jetzt ist es wieder der Rangierer, der Lok und Wagen kuppelt, um Bremsen und Heizen des Zuges zu ermöglichen. Der Fahrdienstleiter trifft die letzten Maßnahmen. Er ist es, dar die ganze Verantwortung im Zugverkehr trägt, sei es bei beginnenden, durchfahrenden oder endenden Zügen. Er leitet und lenkt den Zuglauf und muß als der Beamte angesehen werden, welcher mit allen Kenntnissen des Eisenbahnbetriebes vertraut ist. Seine rechte Hand, der Aufsichtsbeamte, im Volksmund auch das „Rotkäppchen“ genannt, besorgt den äußeren Dienst. Er ist ein kleiner König auf den Bahnsteigen und in erster Linie den Reisenden gegenüber die maßgebende Person. Sein Dienst ist so vielgestaltig, daß jede Viertelstunde voll ausgenutzt ist. Der Wagenmeister nimmt bei jedem neuzu- sammengestellten Zug die Wagen- und Bremsuntersuchung vor. Das Ergebnis meldet er dem Zug- bzw. Lokführer und dem Aufsichtsbeamten. Er, der Mann mit dem langen Hamerstiel, entscheidet, ob die Wagen lauf- fähig, d. h., ob sie sich in sicherem Zustand befinden, oder auch zur Reparatur der Werk- stattt zugeführt werden müssen. Von ihm sagt man, daß er der letzte Mann sei, der verantwortungsbewußt die Betriebssicherheit und Fahrbereitschaft bestätigen muß. Sind die Untersuchungen alle abgeschlossen, so wird der Zug auf dem vorgeschriebenen Abfahrgleis bereitgestellt. In der Zwischenzeit ist es 4.30 Uhr geworden. Der Zugführer und die ihm zugeteilten Schaffner sind eingetroffen und melden sich beim Aufsichtsbeamten Der Zugführer übernimmt den Zug und prüf! alles nochmals aufs kleinste nach. Er führt genaue Aufschreibungen über Wagen, Lok, Bremsen und Gewicht, da er ja über die ganze Fahrstrecke Bericht abgeben muß. Den Lokführer unterweist er eingehend über Achsenzahl, Tonnen und Bremsen, was für das Anhalten des Zuges von ausschlaggebender Bedeutung ist. Die Schaffner prüfen, ob sich die Wagen innen und außen in sauberem Zustand befinden, beleuchten den ganzen Wagenpark, beschildern die Wagen der Fahrtrichtung oder dem Endziel entsprechend, achten auf die Kenntlichmachung der Raucher-, Nichtraucher- und Beschädigtenabteile. Der Packladeschaffner übernimmt von der Gepäckrotte das anfallende Beförderungsgut, während ein anderer Bediensteter sich damit beschäftigt, den Zug mit den im Betrieb äußerst wichtigen -Schlußsignalen zu versehen. Der Zugführer meldet dem Aufsichtsbeamten: „Zug fertig“. Der Fahrdienstleiter erteilt die notwendigen Befehle, der Wärter stellt die Weichen, der Stellwerksmeister das Ausfahrsignal, der Schrankenwärter sichert seinen Wegübergang, die Schaffner fordern zum Ein- steigen und Türenschließen auf und dann gibt der Aufsichtsbeamte, nachdem der Zeiger der Uhr auf 5.02 Uhr vorgerückt ist, den Abfahrauftrag. Jetzt erst fährt der Zug ab und bringt uns täglich, jahraus und jahrein an unser Ziel. W. Die Heimkehrer fordern ihr Redit! Auch der letzte Gefangene muß in die Heimat zurück! Im Hörsaal der Volkshochschule am Gymnasiumplatz fand eine gutbesuchte Zusammenkunft des Heimkehrerverbandes statt, wobei erneut mit aller Eindringlichkeit die Forderung auf alsbaldige Entlassung auch des letzten Kriegsgefangenen aufgestellt wurde. Der 1. Vorsitzende, Willi Mackemull, machte einige Angaben über die noch immer zurückgehaltenen ehemaligen Soldaten. Allein in der Sowjetunion befänden sich noch mindestens 80 000 Kriegsgefangene. Aber auch in andern europäischen Ländern, Frankreich, Jugoslawien usw. säßen noch einige Hundert in Gefängnissen, weil man ihnen „Kriegsverbrechen“ zur Last lege, ohne aber in den meisten Fällen einen Nachweis dafür erbringen zu können. Eine Reihe kirchlicher Würdenträger, u. a. Altlandesbischof Wurm, hätten schon mehrmals an das Gewissen dieser Völker appelliert, ohne daß jedoch den deutschen Wünschen entsprochen worden sei. Fest stehe, daß die Zurückhaltung von Gefangenen fünf Jahre nach Kriegsende jedem Völkerrecht widerspreche. Das deutsche Volk verlange, daß den Gefangenen endlich Gerechtigkeit zuteil werde. Mackemull erstattete hierauf Bericht' über die Tätigkeit des Heimkehrerverbandes. U. a. wies er auf die wöchentlichen Sprechstunden hin, die an jedem Mittwoch von 19 bis 21 Uhr in der Schloßhofbaracke abgehalten werden. Der Heimkehrerverband sei kein x-beliebiger Verein, der nur gesellige Ziele verfolge, sondern es sei ihm bitter ernst mit der Aufgabe, den Heimkehrern nach besten Kräften zu helfen und ihre Eingliederung in die Gemeinschaft mit allen Mitteln zu fördern. Gezeigt habe sich, daß gewisse Bevölkerungsschichten den Heimkehrern wenig Verständnis entgegenbrächten. Man trage sich mit dem Gedanken, die Fälle grob unsozialen Verhaltens in aller Oeffentlichkeit anzuprangern, wenn auf andere Weise keine Besserung erreicht werde. Als Vertreter des Bruchsaler Kreises nahm Franz Siedler an der Delegiertentagung des Landesverbandes in Stuttgart teil. Er berichtete der Versammlung über die in Stuttgart besprochenen Probleme. Gedacht sei an die Einrichtung eines Erholungsheimes, das jedem bedürftigen Heimkehrer offenstehe. Der Verband enthalte sich jeder politischen Tätigkeit in diesem oder jenem Sinne, ihm komme es hauptsächlich darauf an, die sozialen Forderungen der Heimkehrer durchzusetzen. Erhebliches Befremden erregte die Mitteilung, daß die von den deutschen Kriegsgefangenen in den USA verdienten 400 Millionen Dollar aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ausbezahlt würden. Man sehe in dieser Angelegenheit nicht recht klar und wisse nicht, wer den Bruch des einmal gegebenen Wortes zu verantworten habe. . F. S. Jicuchsalec Attedei Deutsche Gemeinschaft. Die Deutsche Gemeinschaft — Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten — hält am Sonntag, 12. Nov., 15 Uhr im Saale des Gasthauses zum „Prina Max“ eine Kundgebung zur Landtagswaiil ab. Es spricht Dr. Mansbarth von der LVD-Stutt- gart. Die Deutsche Gemeinschaft — BHE — die frühere Notgemeinschaft — ist' nach wie vor die politische Vertretung des Bundes der Fliegergeschädigten, Flüchtlinge und Sparer, sowie aller anderen Entrechteten. — Am 18.11., am Vorabend der Wahl, 20 Uhr, ebenfalls im Saale des „Prinz Max“, wird der Spitzenkandidat der Deutschen Gemeinschaft — BHE — im Wahlkreis Bruchsal, Wilhelm Durst, Postamtmann a. D., Heidelsheim, der ebenfalls fliegergeschäddgt ist, zu den Wählern sprechen. Baumpflegekurs. Der Obst- und Gartenbauverein Bruchsal veranstaltet unter Leitung von Obstbauinspektor Dickgießer, unentgeltlich für die Teilnehmer, einen Baumpflegekurs. Bei der Mitgliederversammlung am letzten Sonntag, haben sich bereits 20 Teilnehmer in die Liste eingetragen. Um noch weiteren Mitgliedern Gelegenheit zu geben, an dem Kurs teilzunehmen, wird die Liste noch bis zum 15. November in der Samenhandlung Haubensak sen., Friedrichstraße, zur Einzeichnung aufgelegt. - TSG Bruchsal. Da die Turnhalle der Frei- - herr-vom - Stein -S chule am 10. November anderweitig belegt ist, findet die heutige Freitagturnstunde in der Kasemen-Turnhalle statt. Skiklub Bruchsal. Bei unserer Hütte liegt 50 cm hoch Schnee. Die Skisaison wurde bereits am Sonntag eröffnet. Wer Lust hat, am Samstag/Sonntag Skisport zu treiben, kommt am Freitag, 10. 11., um 20 Uhr au einer Fahrt- besprechung ins Jägerstüble. Frankonia-Bruchsäl e. V. Am Freitag, dem 10. Nov., 20.30 Uhr, findet im Gasthaus „Zur Linde“ eine wichtige Mitgliederversammlung statt. Es wird um vollzähliges und pünktliches Erscheinen gebeten. — Am gleichen Tag, um 19 Uhr versammelt sich die Jugend Förster Chronik der Wodie Am Montag fand im Rathaussaal eine öffentl. Gemeinderatssitzung statt. Der Antrag des Bäckermeisters Max Diehl auf Ankauf eines gemeindeeigenen Grundstücks wurde zurückgestellt. Genehmigt wurde der Kauf einer Schreibmaschine für das Rathaus. Die Mittel werden aus den Gebühreneinnahmen des Grundbuchamtes genommen. Mit 10 gegen 2 Stimmen beschloß der Gemeinderat den Ankauf eines Farrens beim Nutz- und Zuchtviehmarkt in Mosbach am 10. November. Bei günstiger Kaufgelegenheit wird dem Bürgermeister die Vollmacht erteilt, einen zweiten, etwas leichteren Farren zu erwerben. Der Antrag, die Brückenwaage auf dem Kirchplatz zu erweitern, wurde wegen der schlechten Finanzlage der Gemeinde bis zum Frühjahr zurückgestellt. Die „Capitol-Lichtspiele“ zeigen am Freitag, 20 Uhr, und am Sonntag, um 16,19 und 21 Uhr, den ausgezeichneten Lustspielfilm „Der Dorfmonarch“ mit Joe Stöckel, Lucie English und Karin Hardt. Der Musikverein veranstaltete in der „Traube“ einen ausgezeichneten Unterhaltungsabend». Das Blasorchester unter Wilhelm Hoffmann eröffnete die Veranstaltung mit einem flotten Marschpotpourri. Vorjitzender Alois Etzkorn dankte allen Spendern für die bereitgestellten Gaben. Er versicherte, daß die Einnahmen des Abends zur Beschaffung der 1945 veriorengegangenen Instrumente Verwendung finden. Die gut ausgefeilten Vorträge der Musikkapelle und des „Frohsinn“ unter Ernst Wiedemann, fanden lebhaften Beifall des Publikums. Mit der Verpflichtung der Gebrüder Weber von der Stern-Bühne Karlsruhe - hatte man nicht den besten Griff getan. Vor allem war es „Jowe“, der mit seinen zweideutigen Witzen oft danebengriff. Viel Kopfzerbrechen bereitete der Baß-Toto-Wettbe- werb. Jeder Teilnehmer hatte das Gewicht und den Umfang des Schallbechers vom neuerworbenen Kaiserbaß zu schätzen. Die drei besten Lösungen von Ewald Bacher, Joachim Huber und Willi Wiedemann wurden mit Preisen bedacht. wa, Brndtsaler Zunftwesen im Millelaifpr Von Dr. Heinrich Maas, Mühldorf (Obbay.) triebstechnischen und sozialen Inhalts weitet sie sich zu einer modernen Form handwerklicher Organisation aus. Zunächst wurde wenigstens für die Bäcker- Die Lebensformen der mittelalterlichen Ge- Zession hierfür mit je l / 2 Gulden sfn den Lan- gesellen und Müllerknechte der Zunftzwang Seilschaft wurden durch das streng bewahrte desherm, an den Baufonds der Liebfrauen- Prinzip der Aufgliederung in Stände mit einem kirche und an die gemeine Bruderschaft dieses genau abgegrenzten Betätigungsgebiet be- Gotteshauses erkaufen, sonst hat er nur in der Innung beizutreten, hatte keinen Anspruch stimmt. jedem Jahr einen Schilling zu geben. Lehr- auf einen Arbeitsplatz, und der Meister, der Die frühesten urkundlichen Belege für das finge haben beim Antritt ihrer Lehre ein P£d. gegen diese Anordnung verstieß, wurde mit Bestehen von Zünften auf deutschem Boden Wachs zu entrichten. einer Geldstrafe belegt. Den Söhnen ansäs- finden, sich au Anfang des 12. Jahrhunderts. Von allen freudigen oder traurigen Ereig- siger Meister wurden einige Privilegien zuge- VerfeältnismäBig'spät, erst gegen Ende des 15. nässen, die in der Familie eines Meisters vor- standen. Einmal waren sie beim Antritt der verfügt, dies galt besonders für solche, die aus der Fremde zuwanderten. Wer sich weigerte, Jahrhunderts, erfahren wir von dem Beste- Wahlversammlungen der DVP Huttenheim, 10. 11., 20 Uhr, im „Grünen Baum“. Redner: Dr. Eugen Mayer, Philippsburg. Neuthard, 10. 11., 20 Uhr. im Sternen“. Redner: Walther, 2. Kreisvorsitzender der DVP. Kronau, 11. 11., 20 Uhr, im „Lamm“. Redner: Bürgermeister Weindel-Forst. Mingoisheim, 11. 11., 20 Uhr, im „Hirschen“. Redner: Walther, 2. Kreisvorsitzender der DVP. Hambrücken, 12. 11., 20 Uhr, im „Hirschen“. Redner: Bürgermeister Weindel-Forst. Neudorf, 12. 11., 20 Uhr, im „Lamm“. Redner’ Dr. Eugen Mayen-Philippsburg. fallen, sollen alle Zuraftmitglieder benaehrieh- Lehre von der üblichen Abgabe eines Pfundes Wachs befreit, zum andern von den nicht unbeträchtlichen Abgaben, die bei der Nieder- Karlsdorf hen handwerkl. Bruderschaften in Bruchsal, tigt werden, auf nichtentschuldbares Fern Im Jahre 1481 wenden sich die Meister der bleiben, es handle sich hierbei wohl hauptsäch Schneider und Tuchscberer an ihren Fürstbi- lieh um die Teilnahme bei Taufen, Hochzeiten lassuiig als Meister zu entrichten waren. Son- schof Ludwig von Helmstadt und bitten ihn, und Begräbnissen, stand ein Viertelpfund stige Einheimische und Fremde hatten dafür ihre alte und nach Hinzufügung einiger neuer Wachs als Strafe. Die gleiche Buße traf auch einen Gulden dem Landesherrn, einen halben Artikel, nunmehr verbesserte Zunftordnung zu den, der verspätet zu einer angesagten Ver- der Stadt, der Zunftskasse einen Gulden, der bestätigen. Sammlung der Innung erschien. gemeinen Bruderschaft der Liebfrauenkirche Das Vorgehen der Schneider und Tuch- Handwerkliche Belange werden in der einen halben Gulden und dem Benefizianten seherer machte rasch Schule. Die Bäcker und Schneider- und Tuchschererordnung nur in vom St. Lamprechtsaltar in der Peterskirche Müller (1484), die Weber, Walker und Färber zwei Verboten angeschnitten. Es scheint häu- 6 Schillinge zu geben. (1490) und die Schuhmacher (1499) entschieden figer der Fall gewesen zu sein, daß ein Mei- Bescheidene Anfänge einer sozialen Fürsich gleichfalls für einen Zusammenschluß und ster ein Kleidungsstück wegnahm und fertig- Sorgepflicht gegenüber den unselbständigen erhielten auch die bischöfliche Bestätigung. ste ! ?, das ein anderer zugeschnitten hatte, Gehilfen haben in diesen drei Zunftordnungen Die Satzungen dieser vier Zünfte sind nahe- denn etwa 100 Jahre später, als die Schneider- einen Platz gefunden. Wunde ein Geselle krank zu gleichen Inhalts, mehrere Artikel stimmen zunft eine neue, wesentlich verbesserte Ord- und war er mittellos, so hatte er aus der wörtlich überein. Allerdings trägt die Zunft nung erhielt, kehrt auch dieses Verbot noch Zunftskasse für Pflege und Zehrung einen der Schneider noch am deutlichsten den Cha- verschärft wieder. Der Zwischenhandelnde Gulden als Leihgeld zu erhalten. Ohne Wis- rakter einer geistlichen Bruderschaft an sich, ging des Macherlohns verlustig, der an die sen der Innung durfte er aber weder seinen berufliche Gesichtspunkte sind in dieser Ord- Zucftkasse fällt. Es war ferner untersagt, ein- Dienst aufkündigen, noch die Stadt verlassen, nung kaum berücksichtigt. Die wichtigsten ander Gesellen oder Lehrlinge abspenstig zu solange er nicht diese Beihilfe zurückerstattet Amtsträger sind die zwei alljährlich wechseln- machen, damit kein Meister auf einer ange- hatte. Raffte ihn der Tod hinweg, so verfielen den Kerzenmeister, die das Fronfastengeld, die fangenen Arbeit sitzen blieb. der Zunft seine Habseligkeiten zur Deckung Pflichtbeiträge und Strafgelder, die weniger Die zeitlich nachfolgenden Zuriftbriefe der dieser Schuld und der Begräbniskosten. Hatte in klingender Münze als in Wachs (bis zu Bäcker und Müller, der Weber, Walker und der Verstorbene auffindbare Erben, so hatten einem Pfund) bestanden, einsammeln und die Färber, der Schuhmacher zeigen ebenfalls die diese für alle Kosten aufzukommen. der Kirche Unserer Lieben Frauen gestifteten starke Verflechtung von beruflicher Genossen- Einen Beitrag zur Urwüchsigkeit der Sitten Kerzen in Ordnung zu halten haben. Die In- schaft und geistlicher Bruderschaft. Auch sie am Ausgang des Mittelalters liefert in den nung verpflichtet sich auch, jährlich Sechs betonen in ihrer Einleitung, daß ihr korpo- Zunftbriefen der Walker, Weber und Färber Messen lesen zu lassen. rativer Zusammenschluß zu „lobe und ere dem und der Schuhmacher jener Artikel, der bei Jeder Meiste», der in Bruchsal eine Werk- allmechtigen gott, der hochgelobten Königin, Strafe von 9 Pfennig in die Zunftkasse das statt eröffnen oder übernehmen will, er sei jungfrauwe Marte, siner Heben mutter“ ge- pmv.oVir-’.-.v r>4er Fremder, muß die Coh- setrehen sei. Allein durch einige Artikel be Erscheinen ohne Hosen bei einer einfoeru- fensn Tagung untersagte. Die „Liederhalle“ brachte ihrem ersten Vorsitzenden, Herbert Huber, am Samstag anläßlich seiner Hochzeit ein festliches Ständchen dar. Sangesfreund Ernst Riffel, der 2. Vorsitzende, überbrachte die herzlichsten Glückwünsche des Vereins. Die Gesellenprüfung im Schneiderhandwerk legte Walter Heneka mit gutem Erfolg ab. Die am letzten Freitag in Heidelberg abgehaltene Sandblatteinschreibung entsprach in keiner Weise den Erwartungen der Pflanzer. Die Karlsdorfer Abordnung mußte alles aufbieten, um den Tabak überhaupt abzusetzen. Am Sonntag, 12. Novbr., 20 Uhr, veranstaltet der Musikverein im „Reichsadler“ einen Familienabend. Anläßlich des 75. Geburtstages des Gründers und Ehrendirigenten, Musikdirektor Grumann, findet die offizielle Ehrung mit Konzert statt. 1922 rief er die Kapelle ins Leben. Als Komponist ist Grumann in Musik- und Gesangskreisen bestens bekannt, sein Name verdient Achtung über weite Grenzen unserer Heimat hinaus. Rn 2. Teil der musikalischen Darbietungen werden vor allem seine eigenen Kompositionsstücke zum Vortrag gelangen. w. Hambrücken Im hohen Alter von 81 Jahren starb am Mittwoch Landwirt Friedrich Grub, Hauptstr. 133. .Freitag, den 10. November 19ö0. im Vereinslokal. Es wird erwartet, dlaß alle Jugendlichen vollzählig erscheinen, da wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen- Anschließend an die Mitgliederversammlung Spieferversaramhmg der I. u. II. Mannschaft. Liedcrhrans Bruchsal. Heute Freitag Hauptprobe in der Turnhalle der Freiherr-vom- Stein-Schule. Um vollzähliges Erscheinen der Sängerschaft wird dringend gebeten. Sudetendeutsche Landsmannschaft. s Die Heämatvertriebenen aus dem Sudetengebiet werden au einer dringenden Aussprache für Samstag, 11. Nov., 20 Uhr, in dem „Engel“ eingeteden. Flüchtlingspaß ist mitzubringen. Alle Sudetendeutsch e werden gebeten, für guten Besuch zu sorgen. Klub für Terrier OG. Bruchsal. Unsere mädtste Monatsversammlung findet am Montag, 13. Nov., um 20 Uhr, im „Jägerstüble“ statt . Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. AUS KRAICHGAU UND BRUHRAIN Obergrombach Wir gratulieren: Frl. Katharina Bachmann, Schioßstr. 7, zu ihrem 80. Wiegenfest; Franz Mathes Morloek, Gipsermeister, Bruehsaler Straße 15, zu seinem 74. Geburtstag; Frau Cacilia Dischinger geb. Debatin, Brunnenstraße 6, zu ihrem 69. und Josef Beek, Rektor i. R., Hauptstr. 40, zu seinem 82. Geburtstag. Langenbrücken Zur Zeit werden von der Landkreisselbstverwaltung Bruchsal und der Gemeindeverwaltung Langenbrücken die Glaser-, Schlosserund Plattenarbeiten, sowie die Rundfunkanlagen für den Neubau der Berufs- und Volksschule ausgeschrieben. Angebotsunterlagen sind bei der Gemeindeverwaltung Langenbrücken am Montag, dem 3. Novbr. gegen Entrichtung einer Gebühr von je 1 DM (für Schlosserangebote 2 DM.) erhältlich. Die Angebotsabgabe und Eröffnung ist am Montag, dem 27. Novbr. 1950, vormittags 10 Uhr, im Rathaus zu Langenbrücken. He. Mingolsheim Vermählt haben sich Forstassessor Edmund JCeeuz und quet ducch JJtiUßpskicq Rheinwasserstände Konstanz 286 (—1), Rheinfeäden 185 (—2), Breisach 112 (—5), Straßburg 175 (—6), Karlsruhe 149 (—5), Mannheim 202 (—13), Mainz 230 (—12), Bingen 149 (—9), Caub 157 (—12). Karneval! and Kerwe.' Der alte Prinz Karneval!, Philipp II., mit seinen Elfen hat in einem Aufruf an sein Volk zum feierlichen Staatsakt der „Karnevalseröffnung“ und der Wahl seines prinz- lieben Nachfolgers für das Jahr 1951 zum Samstag abend 20 Uhr, in die Einhornsäle eingeTaden. Endlich ist es so weit! Darauf Wiesentaler Handharmonikaverein erfolgreich Der Bund der Hamdharmorufeafreunde Tros- smgen, Bezirk Neckar-Odenwald, veranstaltete am vergangenen Sonntag in der Stadthalle zu Heidelberg, vor über 1400 Zuhörern, ein großes Wertungsspielen, an dem sich 15 Handharmonika-Orchester beteiligten. Der Wiesentaler Handharmonikaverein „Hohmer“ konnte dabei einen beachtlichen Erfolg erringen. Die beiden Wertungsstücke „Präludium“ v .Treid- Keine Bnrgermeisterwalil Am Mittwoch fand eine in aller Eile berufene außerordentliche Gemeinderatssitzung statt. Dabei ergab sich für die auf Sonntag festgesetzte Bürgermeisterwahl eine völlig neue Lage. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß der Rücktritt des Bürgermeisters Heger rechtsunwirksam ist Heger gab vor dem Gemeinderat wohl eine mündliche Erklärung ab, sie wurde aber nicht protokolliert. Zudem hat Heger die Bedingungen seines Rücktritts erweitert Im wesentlichen dürfte es sich um die finanzielle Seite handeln. Landrat Weiß hat mit Wirkung vom 7. November Bürgermeister Heger von seinen Amtsgeschäften suspendiert und ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet Die auf den kommenden Sonntag festgesetzte Bürgermeisterwahl muß nunmehr solange verschoben werden, bis das Ergebnis des Disziplinarverfahrens vorliegt. ler und das „Ave Maria“ von Baeh-Gounod wurden in höchster Vollendung zum Vortrag gebracht. Wiesental kam dem Schwierigkeitsgrad der Stücke nach in die Oberstufe und erhielt mit dem Prädikat „sehr gut“ bei 155 Punkten den 2. Platz in der Gesamtwertung. Der Verein aus Untergrombach kam mit 156 Pkt. auf den 1. Platz. — Der Wiesentaler Verein hat unter der ausgezeichneten Leitung und Schulung durch Musiklehrer Josef Meid ein beachtliches spiel-technisches Niveau erreicht, was durch diesen Erfolg noch unterstrichen wurde. — Die beiden Wertungsstücke wurden in Heidelberg auf ein Tonband aufgenommen. Die Erinnerungs-Schallplatten können beim Vorstand' Knebel, Kriegsstr., bestellt werden. Große Brieftaubenausstellung Anläßlich des 25jährigen Vereinsjubiläums des Brieftaubenzuchtvereins, findet am Samstagabend im Gasthaus zur „Pfalz“ ein Festbankett statt, in dessen Mittelpunkt die Ehrung verdienter Mitglieder und der Gründungsmitglieder steht. Am Sonntag veranstaltet die Ressevereini- gung Waghäusel, der die Taubenzuchtvereine von Wiesental, Oberhausen, PhiKppsburg und St Leon angeschlossen sind, eine große Brief- taubenaussteRung, in der die Siegertauben der 9 Preisflüge ausgestellt werden. Der Wiesentater Züchter Erhard Machauer erhielt dabei für drei Taubes vom Reichsverband der Brieftaubeiraichter drei Goldmedaillen. Die ausgestellten Tauben werden prämiiert Als Preisrichter fungiert der bekannte deutsche Preisrichter, Schaub-Offenbach. AP. Der Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten tritt am Samstag zum ersten Male in Erscheinung. Der Spitzenkandidat Postamtmann a. D. Durst - Heidelsheim, spricht über die kommenden Landtagswahlen. Beginn der Versammlung um 20 Uhr im Gasthaus „Zum Löwen“. -AP- Renner und Lehrerin Ingerose Stolzenthaler; Weber Josef Liewald und Handweberin Irene Bartsch; Kaufmann Karl Janson und Klara Müller. Aufgeboten sind- Leopold Wüst und Frl. Jung aus Oestringen; Grundbuchratschreiber Otto Schanzenbach und Anna Maria Leitzig; Schreiner Anton Rösch und Maria Bellm; Landwirt Walter Günther und Apollonia Marx; Eisendreher Karl Leitzig und Anna Walther. haben wir Bürger schon lange gewartet! Nun bietet rieh in einer öffentlichen Bürgerver- sammlung endlich die Gelegenheit ,unseren Kropf auszuschütten und diesem Elferrat für seine Moritaten unsere Meinung ganz gründlich zu sagen. Etwa 100 „Geladene“ haben rieh als Redner für diesen Abend schon vormerken lassen. Wir bitten daher die gesamte Bevölkerung, sich am Kerwesamstag abend in die Einhornsäte zu drängen und Zeuge dieser Abrechnung zu sein Daneben ist für Musik, Gesang und sonstigen Humor bestens Vorsorge getroffen. Die Veranstaltung des EKe-Rats beginnt nicht erst um 11 Uhr 11 Minuten, sondern bereits um 20 Uhr. An der Abendkasse werden 50 deutsche Reichspfennig für den Lastenausgleichsfonds der Elfe-Rat-Regierung erhoben! Der Fußballverein empfängt am kommenden Sonntag Langenbrücken zum fälligen Verbandsspiel. Philäppsburg sollte dieses Spiel gewinnen und damit die Kerwestimmung heben. Am Kirchturm werden zur Zeit an der oberen und unteren Kuppel Dachreparaturen vorgenommen, die dringfiehst behoben werden mußten. Die unterhaltspflichtige Gemeinde hat hierzu einen namhaften Betrag bereit gestellt. Silberne Hochzeiten. Am 13. Nov. die Eheleute Otto Herr und Marie Schulz, Franz Herd und Elisabeth Gilliar, Vinzens Stork und Marie Schrapp. — Am 14. Nov. die Eheleute Andrees Hechler und Auguste Zimmermaivn, Osker Futterer und Marie Bi nick, August Heißler und Joeefme JüMich. Den Jubelpaaren unsere herzlichsten GKick- und Segenswünsche. * Rot Zu einer Feierstunde besonderer Art gestaltete die katholische Gemeinde das Fest der Firmung. Unter Glockengeläute wurde Weihbischof Burger vom Pfarrhaus zur Kirche geleitet. Der Kirchenchor entbot mit einem Lied ,-,Sei gegrüßt“ dem Weibbischof einen eindrucksvollen Willkommengruß. Nach der Festpredigt wurden über 350 Kinder und Erwachsene geflrmt. Am Nachmittag folgte die Firmung der St. Leoner Firmlinge. -ss- Sollen es Uhren, Gold oder Silber sein kauft nur bei Häusler Uhrenfachgeschäft • Wüderiohsiraße 3 Reparaturen fachxn. Auffahrung Unter großer Beteiligung der Gemeinde, des MGV „Konkordia“, der Freiwilligen Feuerwehr, des Reitervereines und des Motorsport-Ring Kraichgau, deren Mitglied er war, wurde am Dienstagnachmittag der 19jährige Werner Moog zu Grabe getragen. Auf der Heimfahrt von der Arbeit war er auf der Autobahn einem tragischen Unfall zum Opfer gefallen. Der evangelische Geistliche Pfarrer Enk aus Langenbrücken fand ehrende Worte für den aufrichtigöl und zuverlässigen, allzu früh aus seiner Familie gerissenen jungen Menschen und tröstende Worte für die schwergeprüfte Mutter, die noch um ihren vermißten Mann bangt. Der MGV „Konkordia“ sang ihm sein Grablied: „Stumm schläft der Sänger". Seine Schulkameraden und die Vereinsvorstände legten Kränze am Grabe nieder. ra. Zentern Frau Anna Miehenfelder geb. Schmitt, Gra- benstr. 300, vollendet heute ihr 80. Lebensjahr. Die Altersjubilarin erfreut sich noch bester Gesundheit und seltener geistiger Frische. Wir gratulieren herzlich und wünschen einen noch langen und gesegneten Lebensabend. Unsere Sportedie Gerätewettkampf VfL Mannheim-Neckarau gegen KTV 46, Karlsruhe. Ein sportliches Ereignis von besonderer Bedeutung veranstaltet der TSV Graben am Samstag, 11. Nov., um 19.30 Uhr in der Turnhalle in Graben. In einem Gerätewettkampf treffen die besten Turner des KTV 46 Karlsruhe und des VfL Neckarau aufeinander, die bekannte Turner der Landesriege in ihren Reihen stehen haben. Eiler-Mannheim, Baschnagel-Karlsruhe und der Deutsche Versehrtenmeäster Schöps sind Turner, die sich schon beim Länderkarr, pf gegen die Schweiz bewährt haben. 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Zum Eröffnungsverkauf sind meine Preise weit herabgesetzt Bitte beachten Sie meine Schaufenster. *zJtd2btink „DIE BILLIGE KAUFSTÄTTE’ i _—-;— --J zeigen vom 10. bis 13. 11. MONTE CHRISTO Ein gioaer Ausstattungsfilm nach dem berühmten Roman von Alexandre Dumas mit John Loder / Leonore Aubert / Fritz Kortner Anfangszeiten: Täglich um 17, 19 und 21 Uhr, sonntags auch um 14.15 Uhr Inserieren bringt Gewinn Obstbäume Aepfel, Birnen, Zwetschgen, Mirabellen, Reineclauden, Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche, Johannis- und Stachelbeer, alles in Busch u. Hochstamm. Ferner Himbeer, Brombeer, Ziersträucher, Heckenpflanzen und Koniferen sind ab sofort au günstigen Preisen lieferbar.; EDWIN KLOTZ Baumschulen i Bruchsal, Schönbornstraße. { ■M— ui I Pfeffernüsse «» „ -.25 Kranz-Feigen 100 g *.u Tafel-Feigen' .Cefloph.170g%4Q Handeln 8 -30 «• -.44 Bienenhonig ous?> „Deutsche Bruderschaft“ konstituiert t ’ler Sprecher des Bruderrats der „Bruder * haft“, Beck-Broichsitter; vor ihm (sitzend) *Dr. Achenbach, Mitglied des Bruderrats Portoricanischer Attentatsve rsuch aut Präsident Truman Nach einem Feuergefecht zwischen Polizei und Attentätern blieb ein Portorieaner tot •• vor den Stufen des Präsidenten-Wohnsitzes Hegen . Wider die US-Hoheit Pedro Campos, Führer der Nationalisten- Bewegung Puerto Ricos, wurde nach dem Attentatsversuch auf Truman verhaftet Der höflichste Bahnbeamte Deutschlands Bisher unerreicht: 522 Anschläge je Minute Stärkster Mann trinkt aus Hektoliterfaß Größter Mordprozeß der Nachkriegszeit Paul Eberhardt, am Bahnhof Aalen-Württ, Frau Asmus, Kiel, die schnellste Steno• Schwergewichtsweltmeister John Davis In Braunschweig steht der vielfache Mörder wurde als der Höflichste ermittelt typistin Europas stemmte in München Bierfässer „Totmacher“ Pleil vor dem Richter sSM $$fg&§s SitPKWSSf ■jferftäiKB mm ' ' WM Der 94jährige Dichter George Bernard Shaw auf dem Totenbett Vietminh liefert französische Verwundete aus Am 2. November, 5.59 Uhr, starb der irische Dichter George Bernard Shaw in Die Vietminh und die französischen Streitkräfte haben sich über den Abtransport seinem Heim in Ayot St. Lawrence, nachdem er zwei Tage bewußtlos gelegen hatte der in Fort Thatkhe liegenden Verwundeten geeinigt ;i§ii illli gj-r i §mm ■ t>■ SÄ l|Ä|| «Js jjj Pi&W’ii Wi$$M t : iSiowri WW: WM MMM mg} mßm mm Sechstage-Rennen —■ Schlacht der Nerven und Pedale Uraufführung eines Zuckmayer-Stückes in Göttingen Der Filmschauspieler Willi Fritsch startete 13 deutsche und europäische Mannschaf- Heinz Hilpert inszenierte „Gesang im Feuerofen“. Alois Garg als Dorf kaplan segnet ten in' München. Unser Bild zeigt eine Bahnübersicht aus der zweiten Nacht Widerstandskämpfer — eine der besten Szenen des Dramas ' ' *4 wtjfei WWW-, 'f&W. Bilder: dp*