BRÜCHSALER POST SÜDD. HEIMATZEITUNG FÜR KRAICHGAU UND BRUHRAIN Nummer 272 Dienstag, den 21. November 1950 Einzelpreis 15 Pfennig Lies „Zwanzig Jahre Friedensplan" angenommen Bi|anz Iweier Wahlen Erregte Debatte über die Urheberschaft in der Vollversammlung der Vereinten Nationen Lake S u c c e s s (IIP). Die Vollversammlung der Vereinten Nationen nahm Trygve Lies Zwanzig Jahre-Friedensplan an. Vor der Abstimmung hatte Lie sowjetische Behauptungen als lügnerisch zurückgewiesen, nach denen der Plan in Washington aufgestellt worden sei. Die Versammlung stimmte mit 51 gegen fünf Stimmen des Sowjetblockes für die Re-. solution. Der Delegierte Nationalchinas enthielt sich der Stimme. In der Resolution, die zuvor von neuen Mitgliedstaaten eingebracht worden war, wird die Vollversammlung aufgefordert, Lies Zehn-Punkte-Friedensplan zu prüfen und im nächsten Jahr einen Bericht über die erzielten Ergebnisse vorzulegen. Der sowjetische Delegierte erklärte zum Abschluß der dreitägigen Debatten über Lies Friedensplan: „Ich möchte nicht die Namen der Verfasser nennen, die in Washington an diesem Memorandum gearbeitet haben.“ Hierauf sprang Trygve Lie auf und rief: „Diejenigen, die behaupten, daß das Memorandum von den Regierungen der Vereinigten Staaten, Englands oder Frankreichs ausgearbeitet oder zuvor gebilligt worden sei, wissen, daß diese Behauptung nicht wahr ist. Ich habe das Memorandum selbst mit Unterstützung von acht Assistenten ausgearbeitet. Der Text, den ich nach Moskau mitbrachte, war genau derselbe, den ich in London, Pari* und Washington vor legte. Nicht ein Wort, nicht ein Komma ist geändert worden.“ Unbehagen in Washington Korea und der sowjetisch-chinesische Beistandspakt — Was plant der Kreml? Washington (UP). Mit wachsendem Unbehagen werden in politischen Kreisen Washingtons Anzeichen verfolgt, die darauf hindeuten, daß die Sowjetunion möglicherweise nach einem Weg suche, um die Intervention des kommunistischen China in Korea zu unterstützen. Die Sowjetunion hat nach den Bestimmungen des chinesisch-sowjetischen Beistandspaktes vom Februar dieses Jahres zugesichert, das kommunistische China militärisch zu un- .terstützen, falls es von einer neuen „Aggression“ Japans oder irgendeines mit Japan alliierten Staates bedroht werde. Nun ist verdächtig, daß in den letzten Wochen immer wieder — in der Fernostkommission, in sowjetischen, in chinesischen und osteuropäischen Pressekommentaren und in Rundfunksendungen des Ostblocks — die Beschuldigung erhoben wird, japanische Truppen kämpften auf amerikanischen Befehl in Korea. Die offiziellen Dementis aus Washing- ton werden von sowjetischer Seite nicht nur ignoriert, sondern es wird versucht, sie durch die Bekanntgabe von Namen angeblicher japanischer Gefangener zu entkräften. In nordkoreanischen Kommuniques wurde schließlich sogar der Text eines angeblichen Paktes zwischen General McArthur und der japanischen Regierung veröffentlicht, demzufolge Japan den Vereinigten Staaten die Erlaubnis erteilt haben soll, für die Dauer von dreißig Jahren amerikanische Truppen in Japan zu stationieren. Sollte, so meint man hier, China formell in den Krieg eintreten und die Beschuldigung erheben, daß Japan in irgendeiner Weise an der „Aggression“ in Korea beteiligt sei, dann würde dies der Aufforderung Peipings an Moskau gleichkommen, China militärisch zu unterstützen. „Ausbluten“ lassen ... General Yeh Tschien-Ying, ein Mitglied des Zentralkomitees dfer Kommunistischen Partei Chinas, erklärte, wie aus Hongkong verlaütet, zur chinesischen Intervention in Korea, die Partei verfolge in erster Linie das Ziel, die amerikanischen Streitkräfte dort „ausbluten“ zu lassen, um die Vereinigten Staaten daran zu hindern, einen dritten Weltkrieg anzuzetteln. Die Ausführungen Yehs gipfelten darin, daß ein dritter Weltkrieg unvermeidbar sein werde, falls es den Vereinigten Staaten gelänge, in Korea zu siegen. US-Truppen an mandschurischer Grenze Südufer des Yalu-Flusses besetzt — Rote Partisanen immer aktiver Tokio (UP). Amerikanische Soldaten, die den letzten Höhenzug südlich der brennenden Überreste der nordkoreanischen Grenzstadt Hysanjin besetzten, stehen damit unmittelbar vor dem die Grenze zur Mandschurei bildenden Yalu-Fluß. Die verantwortlichen Offiziere der amerikanischen Spitzengruppe teilten mit, daß sie ihren Soldaten den Befehl erteilen werden, das Südufer des Yalu-Flusses zu besetzen. Im Gebiet nördlich der wichtigen Straße Kunuri — Toktschon gewannen die 7. und 8. südkoreanische Division bis zu fünf Kilometer an Boden. In diesem Frontabschnitt sollen gegenwärtig schätzungsweise 10 000 kommunistische Soldaten zusammengezogen werden. Die Aktivität kommunistischer Freischärler hat weiter an Stärke zugenommen. Zur gleichen Zeit mehren sich Berichte, die vom Ein- Briten bleiben am Suezkanal „Gegen Aufnahme Peipings“? London (UP). Unter dem Beifall -der Abgeordneten erklärte der britische Außenminister B e v i n vor dem Unterhaus, die Regierung habe nicht die geringste Absicht, den ägyptischen Forderungen nachzugeben und ihre Truppen aus der Suezkanal-Zone zurückzuziehen und den Mittleren Osten somit ohne Schutz zu lassen. Zu der von König Faruk erhobenen Forderung der Vereinigung Ägyptens mit dem Sudan erklärte Bevin: „Die Haltung der britischen Regierung in dieser Frage bleibt die gleiche: Der Sudan soll in einer angemessenen Zeit selber frei über sein eigenes Schicksal entscheiden.“ Die Regierung, so sagte er weiter, hoffe, daß die Differenzen mit der ägyptischen Regierung auf einer freundschaftlichen Grundlage erneut beraten werden könnten, und, daß die Aussprache ihren Fortgang nehmen werde, wenn der ägyptische Außenminister Ende November in London eintreffe. Gleichwohl beharre die Regierung auf dem Vertrag von 1936, nach dem britische Soldaten die Kanalzone bewachten. Der stellvertretende britische Außenminister Davies, erklärte gegenüber konservativen Angriffen: „Wir erkennen die chinesische Regierung in Peiping als die im Augenblick in China regierende an und alle unsere Handlungen sind von dieser Haltung geleitet“. Auf die Frage eines Abgeordneten, ob Großbritannien sich der Aufnahme des Peiping-Regimes in die Vereinten Nationen widersetzen werde, antwortete Davies: „Nein, Sir!“ Konkurrenz für Churchill-Plan Griechenland schlägt „atlantische Armee“ vor Straßburg (UP). Der griechische Delegierte Makkas legte der Beratenden Europäischen Versammlung den Plan einer „atlantischen Armee“ unter Einschluß der USA und anderer Staaten vor, ohne diese« Gegenstück zu Churchill* Europaarmee näher zu umreißen. Der politische Ausschuß wird sich die französische Haltung in dieser Frage nicht geändert habe. Unter der Bezeichnung „Conseil Europeen de l’Orangerie“ konstituierte sich in einem dem Gebäude des Europarates gegenüberliegenden Orangerie-Park eine mit dem Europarat rivalisierende Organisation, deren Ziel es ist, den Europarat zu schnellerem Handeln zu veranlassen und die Bestrebungen zur Schaffung eines vereinigten Europa zu beschleunigen. Der Organisation gehören 140 Delegierte, darunter 36 Deutsche, an. Der belgische Senator de Huß wurde zum Präsidenten des Rates gewählt. Unter den Vizepräsidenten befindet sich der südbadische Staatspräsident Wohieb. Adenauer sprach mit Kirkpatrick „Besonders freundschaftliche Atmosphäre“ Bonn (UP). Bundeskanzler Adenauer hatte eine längere Aussprache mit dem britischen Hohen Kommissar Sir Ivone Kirkpatrick. die nach einer Mitteilung des Bundespresseamtes in „besonders freundschaftlicher Atmosphäre“ stattfand. Uber den Inhalt des Gespräches wurde nichts bekanntgegeben. Nach Informationen aus dem Bundeskanzleramt sollen jedoch im besonderen die bevorstehende Änderung des Besatzungsstatuts und die deutschen Wünsche hinsichtlich der Verwirklichung der New Yorker Außenministerbeschlüsse erörtert worden sein. Hanes empfiehlt Rüstungsaufträge Für die westdeutsche Wirtschaft New York (UP). Robert Hanes, der zurückgetretene Leiter der ECA-Mission für Westdeutschland, erklärte, die Vereinigten Staaten sollten Westdeutschland Rüstungsaufträge erteilen, um auf diese Weise die deutsche Wirtschaft zu unterstützen, die gegenwärtig unter einem empfindlichen Außenhandelsdefizit zu leiden habe. Hanes verwies darauf, daß Westdeutschland über einen großen Bestand ausgezeichneter Facharbeiter ver- der Beratenden Versammlung am Freitag die füge, der gegenwärtig zum Teil arbeitslos sei, Mü.. J!. Wa.nAMn A nmOA llnfachvoRon ! 1 nl>4 fCnvx'i mam <4 /laU Pläne für die Europa-Armee unterbreiten, nachdem der französische Außenminister Schumann die Stellungnahme seiner Regierung dargelegt hat. Ein Pariser Sprecher erklärte in diesem Zusammenhang, Berichte, wonach Schuman einen neuen Plain für eine Europa- Armee unter Einschluß deutscher Divisionen unterbreiten werde, seien unbegründet, de weil Deutschland nicht genügend Geld besitze, um die benötigten Rohstoffe einzukaufen. Das Problem der Vollbeschäftigung in Deutschland könne gelöst werden, wenn Deutschland die Erlaubnis erhalte, mehr Stahl zu produzieren und leichte Waffen, Zielgeräte und elektrotechnische Armaturen zu bauen. treffen neuer starker chinesischer Truppenverbände aus der Mandschurei sprechen. Die amerikanischen Luftstreitkräfte wurden angewiesen, Ziele in der Nähe der mandschurischen Grenze zwecks Vermeidung von eventuellen Verletzungen des chinesischen Hoheitsgebietes nicht anzugreifen. „Keine Freiwilligen“ Ein Sprecher General McArthurs gab bekannt, daß nach Aussagen von Chinesen, die von Truppen der Vereinten Nationen gefangengenommen wurden, es sich bei den in Nordkorea kämpfenden chinesischen Soldaten nicht um „Freiwillige“ handele. Die Gefangenen hätten erklärt, daß die Truppeneinhei- ten zu denen sie gehörten; nach Korea mit dem Befehl entsandt worden seien, die Amerikaner zu vertreiben und das Land zu besetzen. Die Moral der chinesischen Truppen — so sagte der Sprecher weiter — sei zu Anfang gut gewesen. Die Intensität des amerikanischen Artilleriefeuers und die Wirkung der Luftangriffe hätte sie aber ganz unvorbereitet und schockartig getroffen. Die Gefangenen erklärten, daß sich die chinesischen Soldaten besonders vor den Tiefangriffen der US-Flieger fürchteten. Bomben auf Ho Tschi Minhs Hauptquartier Saigon (UP). Französische Truppen haben eine Großaktion gegen die Vietminh im Gebiet östlich von Saigon erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt wurden dabei 30 Waffenlager der Aufständischen zerstört. An der Aktion in den Sumpf- und Dschungelgebieten waren mehrere Bataillone dschungelerfahrener Fremdenlegionäre, Infanterie und Fallschirmjäger beteiligt, die mit Luft- und Seeunterstützung gegen die Aufständischen vorgingen. 350 Boote und Dschunken, mit denen die Vietminhtruppen einen Großteil ihres Nachschubs in den flußreichen Dschungel-Gebieten transportieren, wurden erbeutet. An der Nordfront bombardierten französische Luftstreitkräfte feindliche Munitionslager und andere strategische Ziele im Gebiet von Hanoi. Auch die Stadt Backan, ca 150 Kilometer nördlich von Hanoi, wo sich angeblich das Hauptquartier des Rebelienfürers Ho Tschi Minh befinden soll, wurde bombardiert. Gefangener des eigenen Throns Ein König floh, weil er die Welt sehen wollte Khatmandu, Nepal (UP). In der Hauptstadt von Nepal erzählen dort ansässige Ausländer, die den König Tribhuvana gut kannten, dieser sei nicht abgesetzt worden, sondern er habe dem feudalen System entfliehen wollen. Seit langer Zeit schon sei es sein Wunsch gewesen, die Welt zu sehen. Doch die strengen Gebräuche in Nepal hätten wie eine un- übersteigbare Mauer zwischen ihm und seinen Reiseträumen gestanden. (Niemals, so schreibt es nämlich die strenge Sitte in Nepal vor, darf. der im Erbgang weitergegebene Thron, und sei es auch nur für wenige Stunden verlassen werden.) Erst als der König sich unter den Schutz der indischen Botschaft begeben habe und dann mit dem Flugzeug nach Indien geflohen sei, hätten die beiden Häuser des nepalesischen Parlaments beschlossen, lieber den Enkel des Königs zu krönen, als den Thron unbesetzt zu lassen. So scheint der König eher durch die strenge alte Tradition in Nepal als durch, harte und strenge Gesetzgebung» des Premierministers erdrückt worden au sein. Die Auseinandersetzung zwischen Bundeskanzler Adenauer und seinem Gegenspieler Dr. Schumacher, die der deutschen Innenpolitik schon seit Monaten ihr charakteristisches Gepräge gibt, ist mit den Wahlergebnissen vom 19. November in eine neue, dramatische Phase gerückt. Die Sozialdemokraten betrachten den Wahlsieg ihrer Partei, die im hessischen Landtag die absolute Mehrheit errang und in Württemberg-Baden von der zweitstärksten zur stärksten Fraktion aufrückte, als Absage der Wählermassen an Adenauer* Remilitarisierungs- und Erhards Wirtschaftspolitik. Sie lassen keinen Zweifel darüber, daß sie den Kampf gegen die Bonner Regierung jetzt verschärft weiterführen werden. Der sozialdemokratische Pressedienst unterstreicht mit Nachdruck, daß die Forderung nach Neuwahlen durch das Wahlergebni* „außerordentlich an Gewicht gewonnen“ habe und daß der Rückgang auf formalrechtlich« Erwägungen auf die Dauer kein Argument gegen diese Forderung sein werde. Der (der Sozialdemokratie nahestehende) Berliner „Telegraf“ meint in einem Kommentar: „Wenn aus Bayern am nächsten Sonntag ein ähnliches Resultat kommt, dann ist die Position des Bundeskanzlers außerordentlich geschwächt, denn er hat durch den Stimmenrückgang der CDU praktisch seine Mehrheit im Bundestag verloren.“ Der Kanzler selbst unterstrich in einer ersten Erklärung die geringe Wahlbeteiligung und meinte: „Die Tendenz des Wahlausganges der Landtagswahlen in beiden Ländern zeigt, daß die Bevölkerung zur Frage der Wiederbewaffnung nicht Stellung genommen hat. Wenn die Wähler über diese Frage entschieden hätten, dann wäre die Wahlbeteiligung höher gewesen.“ Neben dem sozialdemokratischen Sieg bildet die schwere Niederlage der CDU da* Hauptmerkmal des Wahlresultats vom vergangenen Sonntag. Den besonders starken Rückgang der CDU-Stimmen in Hessen führen innenpolitische Beobachter u. a. auch auf gewisse Ressentiments zurück, die durch di« Wahl Bonns (anstelle Frankfurts) zur Bundeshauptstadt entstanden und sich durch di« Nachrichten über angebliche Bonner Korruptionsfälle und die umstrittene Ausgabenwirtschaft noch verstärkten. Die CDU hat jedoch auch in Württemberg-Baden erheblich an Stimmen eingebüßt und ist , vom ersten Plat* auf den zweiten Platz abgerutscht. Die offizielle Korrespondenz der CDU/CSU, der Deutschland - Union - Dienst, führt ein« Reihe von Gründen für den Rückschlag der Partei an, so die Wahlmüdigkeit und den Umstand, daß die SPD ihren Wahlkampf unter den Gesichtspunkten eines westdeutschen Verteidigungsbeitrages durchgeführt habe, während die CDU dagegen „aus ihrer Verantwortung im Bund“ in dieser Frage Zurückhaltung übe. Auch das Ergebnis der Bundestags-Nachwahl in Arnsberg-Söst (Westfalen), die am gleicher). Tage, stattfand und einen Verlust von 13 000 CDU-Stimmen anzeigt, scheint die Ansicht jener zu bestätigen,- die in dem sozialdemokratischen Erfolg eine allgemeine Tendenz zu erkennen glauben. Die FDP (in Nordwürttemberg-Baden als „DVP“ bekannt) hat ihre Position behauptet und zum Teil verstärkt. Sie ist jedoch nicht so stark geworden, daß die Bedeutung des sozialdemokratischen Wahlsieges daneben verblassen würde. Die schon seit langem von aufmerksamen Beobachtern vertretene Auffassung, daß die innenpolitische Entwicklung schließlich auf eine Koalition SPD-CDU in Bonn hinauslaufen und die FDP eines Tages die Opposition bilden werde, erhält damit eine gewisse Stütze. Der SPD-Vorsitzende Dr. Schumacher wies freilich alle Gerüchte um eine „große Koalition“ als „Flüsterpropaganda des linken CDU-Flügels“ zurück und meinte, gewisse alliierte Kreise würden es allerdings begrüßen, wenn die große Koalition zustande käme, weil sie dadurch eine bequemere Verhandlungsbasis schaffen könnten. Der BHB (Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten), der sich in Hessen zum ersten Mal an einer Wahl beteiligte, konnte Dank der Listenverbindung mit der FDP einige Mandate erringen. Sein Gegenstück in Württemberg-Baden — „Deutsche Gemeinschaft — Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten“ — errang die Erfolge, die seit der Bun- Dienstag, den 21. November 1950 destagswahl von 1949 ungefähr vorauszusehen waren. Mit etwa 17 Prozent der Wählerstimmen bildet dieser Flüchtlingsblock in Württemberg-Baden jetzt einen Faktor, mit dem man innenpolitisch rechnen muß. Das wichtigste Merkmal des Wahlausganges vom 19. November bleibt jedoch die Verstärkung des sozialdemokratischen Einflusses in zwei Ländern und damit indirekt auch im Bund, dessen Politik von den — im Bundesrat vertretenen — Länderregierungen mitge- >// „Wie sage ich es meinen Anhängern' Tito auf dem Schleichpfad nach Westen — Dank für US-Lebensmittelhilfe Belgrad (UP). Die jugoslawische Regierung bat sich bei den USA dafür bedankt, daß die Lebensmittelsendungen sur Abwendung der unmittelbar drohenden Hungersnot begonnen haben. Ein Belgrader Sprecher sagte zu den Lieferungen, die einen Wert von etwa 35 Mill. Dollar haben werden: „Die jugoslawische Regie- staltet wird. Politische Kreise meinen, Schu- rung erkennt diese Maßnahmen der USA gemacher habe eine wichtige „innenpolitische bühnend an und dankt für das Verständnis, Schlacht“ gegen Adenauer gewonnen, und sehen mit Spannung dem Ergebnis der bayerischen Wahlen am 26. November entgegen. Sollte auch hier eine Art „Erdrutsch“ stattfinden, würde das den Drude der Opposition auf das sie uns zur Aufrechterhaltung der Selbständigkeit entgegengebracht hat.“ * Der Ausgang der amerikanischen Wahlen war vom offiziellen Belgrad mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden. Der beach- •ich die Opposition in allen Landesteilen zu regen beginnt. Titos Prestige scheint ernsthaft gefährdet, denn die Mehrheit der jugoslawischen Bevölkerung ist sich darüber klar, daß nur noch die rettende Hilfe Amerikas das Land vor dem Ärgsten bewahren kann. Der Marschall selbst hat unlängst in einem Interview schmeichelhafte Worte für den von ihm bis vor kurzem in Acht und Bann erklärten Marshallplan gefunden. Manche Beobachter meinen allerdings in der sich abzeichnenden Westorientierung lediglich einen neuen Schachzug des bedrängten roten Marschalls zu erblicken, um in Washington eine günstige Stimmung für sein Kreditbegehren zu schaffen, während er nach wie die Bonner Regierungspolitik verstärken und tenswerte Fortschritt der Republikaner wurde vor 811 seiner Zwischenblockpolitik' festzuhal- die gegenwärtige. Koalition einer schweren Belastungsprobe aussetzen. Auch in den Wandelgängen dfes Straßburger Europarates standen die Wahlergebnisse in Südwestdeutschland im Mittelpunkt der Diskussion ausländischer Delegationen. Der starke Rückschlag für die CDU und der Erfolg der Sozialdemokraten hat vor allem unter den Vertretern Frankreichs und Großbritanniens starke Beachtung gefunden. Einige auslän- gesetzt werden soll. von den Kreisen um Tito zunächst dahin ausgelegt, daß das jugoslawische Kreditbegehren zur Finanzierung von Lebensmittellieferungen zur Bekämpfung.der Emährungskrise im Kongreß auf ernsthafte Widerstände stoßen könnte. Das bewog Tito, den USA gegenüber erstaunlich versöhnliche Töne anzuschlagen und eine großzügige Amnestie anzukünden, durch die u. a. auch der Agramer Erzbischof Stepinac wieder auf freien Fuß Unter dem Eindruck, daß die jugoslawische Außenpolitik im Augenblick zwischen den als bedingt zu wertende Antwort auf die bis- Blöcken im Osten und im Westen iso- Herter de“ 1 je dastehe, ist man m Belgrad dische Delegierte äußerten dabei die Meinung, daß die Resultate der beiden Landtagswahlen herige Behandlung des Problems der RemiK tarisierung angesehen werden sollten. In diesem Sinne äußern auch französische Zeitungen, daß die Wahlergebnisse weitreichende Folgen für die innerdeutsche Politik haben werden. „Le Monde“ bemerkt, der Zug ohnehin drauf und dran, das außenpolitische Steuer um etliche Grade herumzuwerfen, _, ...... .. , _ . Sprach man schon seit einiger Zeit von der «“berechtigt“ zuruckgewiesen. ten bestrebt sei. Offenbar sind jedoch die westlichen Diplomaten in Belgrad anderer Ansicht. Tito steht vor der Alternative. Er muß sich entscheiden. Im Grunde geht es nur noch darum, den jugoslawischen Kommunisten den unvermeidlich gewordenen Anschluß an den Westen mundgerecht zu machen. Das aber ist eine sehr heikle Aufgabe, und niemand wird deshalb die jugoslawischen Propagandisten um den ihnen bevorstehenden Aufklärungsfeldzug beneiden. McCloy weist Beschwerde zurück. Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy hat die Beschwerde des sowjetischen Oberbefehlshabers Tschuikow über den Flugzeug- zwischenfall vom 11. November als „völlig Möglichkeit einer betonten Westorientierung Titos, so ist eine solche jetzt fast unvermeidlich geworden, wenn Jugoslawien seiner in- nach rechts,, den man bisher den deutschen ßeren und äußeren Schwierigkeiten Herr wer- Wählem unterschoben habe, bestehe nicht, und gegenüber der Gefahr aus. dem Osten " uuKisuj.uwai ^ , \ einen wirksamen Schutz finden will. Adenauer aber müsse emsehen, daß nach den Auch innenpolitisch hat das Regime mit geltenden Voraussetzungen allgemeine Wah- wachsenden Schwierigkeiten zu kämpfen. Die len zu seinen Ungunsten aus fa ll e n dürften. wirtschaftliche Misere bringt es mit sich, daß ALS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Maßnahmen gegen Neofaschismus. Der italienische Ministerpräsident de Gasperi beriet mit Innenminister Scelba und Justizminister Piccioni Maßnahmen gegen das Anwachsen der neofaschistischen Bewegung in Italien. Am Rande bemerkt Für „Minister ohne“ Zugegeben, daß ein Bundesminister einen Dienstwagen nebst Fahrer haben muß.' Er kann nicht mit dem Fahrrad dauernd zwischen Frankfurt und Bonn liegen. Und Zugverbindungen kosten Zeit ^ Natürlich werden die Fahrzeuge nicht immer benutzt. Zumal nicht, wenn es sich um kurze Wege in Bonn handelt. Der Bundesarbeitsminister fährt sogar ab und zu Fahrrad. Es sei eine_ gesunde Abwechslung, meint er. Andere besitzen einen Privatwagen, den sie wenigstens selbst steuern können. In ihrem Dienstbereich geht das nicht immer so einfach. Andere Faktoren sprechen da mit. Ein Auto aber gehorcht seinem Herrn und Meister. Organisieren ist das halbe Leben. Wenigstens glaubt man das in Bonn. Aus diesem Grunde gibt es verschiedene Parkplätze vor dem Bundeshaus. Für Kanzler, Minister, Abgeordnete und für gewöhnliche Sterbliche. Auch eine besondere Parkmöglichkeit für .Minister ohne Fahrer“ wurde nicht vergessen. Eine Unterbringung für ministerielle Fahrräder ist nicht besonders vorgesehen. Die Polizeibeamten haben schon ihre Last, sich auszukennen. Fährt da eines Tages, wie berichtet wird, der Bundesjustizminister am Steuer seines Volkswagens auf den Parkplatz für .Minister ohne“. Ein Polizist will’s ihm verwehren. Dr. Dehler sagt, er sei der Justizminister. Der Hüter der Ordnung mag es nicht glauben. Ein Minister käme nicht mit einem Volkswagen, meint er. Dehler muß sich also erst ausweisen. Dann darf er passieren. Vermutlich war der Polizeibeamte noch nicht lange genug in Bonn, sonst hätte er wissen müssen, daß in den Ministerien mit Vorliebe Volkswagen und Fahrräder benutzt werden. Oder... ? fs. Haushaltsdefizit im ersten Rechnungshalbjahr Insgesamt 475 Millionen DM blieben, wie Bundesfinartzminister Schaffer bekanntgab, im ersten Rechnungshalbjahr des Bundeshaushaltes — 1. April bis 30. September 1950 — ungedeckt. Während die Mehrausgaben im ersten Quartal bereite auf 657 Millionen DM angelaufen waren, brachte das zweite mit einem Überschuß von 182 Millionen DM eine wesentliche Entspannung. Werden die Altmieten erhöht? Die Bundestagsausschüsse für Wiederaufbau Die Verstöße gegen das Volkszählungsgesetz Stuttgart (lwb).Das Statistische Landesamt hat auf Grund eines Landtagsbeschlusses alle Bürgermeister- und Landratsämter in Württemberg-Baden aufgefordert, sofort mitzuteilen, ob Verstöße gegen das Volks- d’Ursel, die bei dem General für die Gruppe Interveniert hatte. Der Industrielle Schröder sagte aus, Falkenhausen sei ein Anti-Nazi gewesen. Der deutsche Bundestagsabgeordnete Dr. Pünder entlastete Falkenhausen in schriftlicher Aussage, indem er betonte, daß der Kohlenexport wieder 6,83 Millionen Tonnen zählungsgesetz vorgekommen sind. Wie ver- • ^ ms ^ urz P^ n l e Nach „schweren Verhandlungen“ ist für das bautet hat der Heilbronner Gemeinderat den " ~ " ... erste Quartal 1951 die von Westdeutschland zu exportierende Kohlenmenge von der Ruhrbehörde wieder auf 6,83 Millionen Tonnen festgesetzt worden. Diese Menge entspricht in ihrer Höhe der Exportquote für das vierte Oberbürgermeister beauftragt, gegen den für die Verstöße gegen das Volkszählungsgesetz verantwortlichen Beamten ein Dienststrafverfahren einzuleiten. Auch in Ludwigsburg habe der Oberbürgermeister angekündigt, daß Quartal 195Q. Von deutscher Seite sollen wie er disziplinarisch gegen die Schuldigen vorbekannt wird, ursprünglich für Exportzwecke gehen werde. Im Falle Eßlingen will das Mi- 5,1 Millionen Tonnen Kohlen, später im Laufe nisterium zunächst die Entscheidung über und für Bau- und Bodenrecht werden Ende lehnt worden. der Verhandlungen 5,8 Millionen Tonnen vorgeschlagen worden sein. Dieses deutsche Angebot sei jedoch als nicht akzeptabel abge- November entscheiden, ob eine Empfehlung an den Bundestag weitergeleitet wird, die eine Umlegung der Grundsteuererhöhungen auf die Mieter vorsieht. Zur Zeit wertet das Bundeswirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit den Ländern Berichte über Ertragslage des Althausbesitzes aus, die auf Grund von Untersuchungen von 1200 Gebäuden mit 5000 Wohnungen zusammengestellt worden sind. Durch eine Umlage der Grundsteuererhöhungen auf die Mieter würden sich die Altmieten erhöhen. Unlauterer Wettbewerb im Weihnachtsgeschäft Das beginnende Weihnachtsgeschäft hat nach Beobachtungen der Industrie- und Handelskammern eine ständig steigende Zahl von Fällen mit sich gebracht, in denen auf unlautere Weise — z.B. durch Preisausschreiben, Ausnutzung der Spielleidenschaft oder im Wege des Schneeballverkaufssystems — Kunden geworben werden. Angesichts dieser Verhältnisse weist der Deutsche Industrie- und Handelstag in einer Eingabe an die Konferenz der Länder-Justizminister auf das dringende Bedürfnis hin, daß 'die Staatsanwaltschaften diesen Methoden in den Ländern entgegen treten. Zahl der Arbeitslosen wieder angestiegen Die Zahl der Arbeitslosen im Bundesgebiet ist nach einer Mitteilung des Bundesarbeits- ministera in der ersten Novemberhälfte erstmalig seit März wieder angestiegen und lag am 15. November um 47 741 über dem Stand von Ende Oktober. Die Zahl der Arbeitslosen betrug Mitte November 1 277 912. Im Arbeitsministerium wurde der Anstieg der Arbeitslosigkeit auf saisonbedingte Einflüsse zurückgeführt. da durch die Verschlechterung des Wetters ein großer Teil der Außenarbeiten eingestellt werden mußte. Bei den Männern gab es in dieser Zeit 38 763 Arbeitslose mehr, während Frauen eine Zunahme von 8 978 ver- zeichneten Im einzelnen verteilt sich der Arbeitslosenzuwachs in den Ländern wie folgt: Bayern 17 845, Niedersachsen 10150, Schleswig-Holstein 6091, Rheinland-Pfalz 5593, Hessen 2727, Württemberg-Baden 1818, Hamburg 1353, Bremen 922, Südbaden 746 und Würt- temberg-HohenzolIem 613. Württemberg-badischer Ansfnbrrekord Für die württemberg-badische Ausfuhr haben sich im Oktober nach Mitteilung des Landeswirtschaftministeriums neue Rekordziffern ergeben. Der Wert der von den Außenhandelsban keil genehmigten Ausfuhrer- klärungen stieg im Vergleich zum September um 3,4 Millionen Dollar oder 24 Prozent auf 17,9 Millionen Dollar. Die Zahl der abgegebenen Ausfuhrerklärungen zeigt mit einer Zunahme von 4300 oder 21 Prozent ebenfalls eine lebhafte Aufwärtsentwicklung. Die Bemühungen der württemberg-badischen Industrie tun die Ausweitung der Exportgeschäfte kommen in der Zunahme der Mustersendungen von WO im September auf rund 900 kn Oktober zum Ausdruck. Kohlenverbrauch um 25 Prozent angestiegen Der Kohlenverbrauch in Württemberg-Baden ist in den letzten beiden Jahren um 25 % angestiegen. Wie aus einer Übersicht des „Instituts für Wirtschaftsforschung“ hervorgeht, hat sich der Kohlenbedarf, der im Wirtschaftsjahr 1948/49 3,6 Millionen Steinkohleneinhei- ten betrug, (eine Steinkohleneinheit (SKE) Dehler äußerte sich in Nürnberg zu dem ame- eine Anzeige der „Unabhängigen Vereinigung zur Wahrung demokratischer Rechte“ gegen Oberbürgermeister Roser abwarten. Erst dann soll geprüft werden, ob gegen Dr. Roser oder gegen einen anderen verantwortlichen Beamten ein Disziplinarstrafverfahren eingeleitet werden soll. „Gemischte Gerichtshöfe“? Dehler gegen Todesurteile und Auslieferungen Nürnberg (UP). Bundesjustizminister entspricht dem Heizwert von .einer Tonne Steinkohlen oder eineinhalb Tonnen Braun- rikanischen Plan, im Januar 1951 in der US- Zone sogenannte „gemischte Gerichtshöfe" kohlen), auf 4,7 Millionen SKE erhöht. Der zu schaffen. Von diesen Gerichtshöfen, bestedurchschnittliche Monatsverbrauch beträgt nahezu 400 060 SKE. 40 Prozent des Gesamtbedarfes entfallen allein auf die Industrie. Die öffentlichen Gas- und Elektrizitätswerke ver- brauchen*35 Prozent, die gewerblichen Kleinverbraucher und die öffentlichen Einrichtungen (Krankenhäuser usw.) zusammen 13 Pro- hend aus je zwei deutschen und zwei amerikanischen Richtern, sollen Fälle, in denen deutsche und amerikanische Interessen zu vertreten sind, behandelt werden. Der Bundesjustizminister erklärte, daß er diesen amerikanischen Vorschlag als „unmöglich“ betrachte. Bei einer Rede in München wandte sich der zent und die Haushaltungen 12 Prozent des Justizminister gegen die weitere Vollstrek- ------ - - - — - kung von Todesurteilen im Landsberger Kriegsverbrechergefängnis. Es sei bedenklich, heute noch Häftlinge hinzurichten, die schon fünf Jahre lang „täglich der Folter der Todesangst ausgesetzt“ seien. Dehler verwahrte sich auch gegen die Auslieferung von Deutschen, die der Kriegsverbrechen beschuldigt werden. Derartige Fälle sollten vielmehr der deutschen Gerichtsbarkeit überlassen werden. gesamten Kohlenbedarfes. Bel den Elektrizitätswerken ist der Verbrauch von 37 000 SKE im Wirtschaftsjahr 1947/48 auf 75 000 SKE, bei den Gaswerken von 45 000 SKE auf 55 000 SKE und bei der Industrie von 85 000 SKE auf 155 000 SKE (82 Prozent) gestiegen. Die gegenwärtigen Schwierigkeiten in der Kohlenversorgung sind hauptsächlich durch den erhöhten Bedarf der Industrie und durch die Erhöhung der Ausfuhrquote verursacht worden. Einzelhandelsumsätze rückläufig Die Einzelhandelsumsätze haben nach vorläufigen Meldungen Stuttgarter Geschäfte im Otkober gegenüber September im Gesamtdurchschnitt um 17 Prozent abgenommen, was auf die in den letzten Monaten in Befürchtung von Preissteigerungen getätigten Vorauskäufe zuriiekzuführen sein dürfte. Im Vorjahr war im Oktober eine Umsatzerhöhung von 10 Prozent zu verzeichnen. Infolge der Zunahme der Beschäftigten und der damit erhöhten Kaufkraft der Bevölkerung lagen die Einzelhandelsumsätze im Oktober dieses Jahres jedoch noch immer um 16 Prozent höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Wieder Zunahme der Spartätigkeit Die Einlagen bei den Volksbanken des Württemberg! sehen Genossenschaftsverbandes (Schulze-Delitzsch) haben sich im Oktober um 5,5 Millionen DM auf 187,7 Millionen DM erhöht Dabei ist insbesondere die Zunahme bei den Spareinlagen um rund 1 Million DM bemerkenswert. Bei den Gesamtausleihungen Jet eine Ausweitung um 6,8 Millionen DM zu verzeichnen, wobei 3,2 Millionen DM auf die vermehrte Hereinnahme von Warenwechseln entfallen. Im Hinblick auf die derzeitige Kreditpolitik der Bank deutscher Länder, so meint der Verband, werden sich die nach wie vor überaus starken Kreditwünsche der Kundschaft auch weiterhin nur über den Warenwechsel befriedigen lassen. Deportiert statt hingerichtet Weitere Entlastungszeugen für Falkenhausen Brüssel (UP). Fünf weitere Zeugen, unter ihnen auch der Führer einer früheren belgischen Widerstandsgruppe, lobten die Tätigkeit des ehemaligen Generalobersten von Falkenhausen, während der Zeit, in der er Militärbefehlshaber in Belgien war. Der belgische Rechtsanwalt Wöste, der die Widerstandsgruppe „Charles Freunde“ führte, sagte vor dem Gericht aus, Falkenhausen habe ihn und 74 andere deportieren anstatt hinrichten lassen. Er bestätigte die Aussage der Gräfin 20. Juli 1944 informiert gewesen sei und seine Mitarbeit zugesagt habe. Der Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik in Würzburg, Prof Wachsmuth, der früher Chefarzt eines Heereslazarettes in Brüssel war, bestätigte schriftlich, daß der General die Geiselmaßnahmen grundsätzlich abgelehnt habe. Mordanschlag auf EGA-Verwalter? Vietminh-Partisanen lauerten auf Landstraße Saigon (UP). Drei im Hinterhalt liegende kommunistische Guerillas wurden auf der Straße, die der ECA-Verwalter William C. Foster auf seiner Inspektionstour passieren sollte, gestellt und in einem Feuergefecht getötet Offizielle Stellen nehmen an, daß sie die Absicht hatten, Foster zu töten. Foster, der planmäßig eine Inspektionsfahrc entlang der Sampan-Straße westlich Saigons unternehmen wollte, änderte seinen Plan, da schlechtes Wetter seine Landung verzögerte und damit eine geplante Zusammenkunft mit dem Staatschef Bao Dai verhinderte. Der ECA-Verwalter besuchte eine im Norden von Saigon liegende Ortschaft und entging so dem gegen ihn geplanten Anschlag. In einer fünfstündigen Sitzung beschloß das französische Kabinett eine weitere Verstärkung der französischen Streitkräfte* in Indochina, um die neue Offensive der Vietminh, hauptsächlich in den fruchtbaren Gebieten am Delta des Roten Flusses äuf- zuhalten. Neue Truppeneinheiten, sowie Tanks, Flugzeuge und anderes Kriegsmaterial, das meiste aus amerikanischen Lieferungen, sollen beschleunigt nach Indochina gebracht werden. Königin Juliana besucht England. Königin Juliana der Niederlande und ihr Gemahl, Prinz Bernhard, haben sich an Bord eines holländischen Kriegsschiffes zu einem dreitägigen Staatsbesuch nach Großbritannien begeben. Nuschke zur Kur. nach Tschechoslowakei. Der stellvertretende Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik, Nuschke, hat sich nach der Tschechoslowakei begeben, um sich einer ärztlichen Behandlung zu unterziehen. Chinesische Delegation in Prag. Die UN Delegation der Peipjng-Regierung kam von Moskau mit dem Flugzeug in Prag an. Die Chinesen werden am Mittwoch ihren Flug nach Großbritannien fortsetzen und am Donnerstag in den USA erwartet. NEUES AUS ALLER WELT Ein endgültiger Entscheid über das Ausmaß der notwendigen Erhöhung des Inlands- kohlenpreiees ist nach Aussagen maßgeblicher Kreise des Bundeswirtschaftsmcmsteriurhs nicht vor Freitag zu erwarten. Tödlicher Sturz vom Kirchendach Viernheim (ZSH). Nach mehrmonatigen Dacharbeiten an der Zwölfapostel-Kirche, die ein Dachdeckermeister mit seinem Sohn ausführte, ereignete sich bei den letzten Abbauarbeiten ein bedauerlicher Unglücksfall, dem der Dachdeckermeister zum Opfer fiel. Er rutschte aus verhältnismäßig geringer Höhe ab und starb an den Folgen der dabei erlittenen Verletzung. Ein rabiater Liebhaber Gießen (UP). Als alles Liebeswerben 8es 26 Jabre alten Robert aus Rüdingshausen keinen Erfolg hatte und seine Christel ihm hartnäckig die kalte Schulter zeigte, ging er zum Generalangriff auf das Anwesen der Pflegeeltern des Mädchens über. Zum Auftakt schüttete er im Vorratsraum ihres Geschäfts sämtliche Lebensmitteivorräte aus Säcken und anderen Behältern auf einen Haufen und machte sie so für den Verkauf unbrauchbar. Wenige Tage darauf zertrümmerte er alle erreichbaren Fensterscheiben des Hauses und warf alle auf dem Hof liegenden Gegenstände zusammen mit dort gelagerten Rüben durch das Fenster in den Gastraum, aus dem die Gäste erschreckt das Weite suchten. Als der alarmierte Gendarmeriebeamte am Tatort erschien, hatte der stürmische Liebhaber unter der Androhung, demnächst seine Lie- beswerbung noch drastischer zu gestalten, den Kampfplatz verfassen. Lokomotive schleift Personenwagen mit Michelstadt (ZSH). Ein Vertreter, der angibt, kurz vor den Schranken des Bahnüberganges in Michelstadt geblendet worden zu sein, fuhr mit seinem Personenwagen etwa 18 Meter den Bahnkörper entlang. Das Auto war von den Schwellen nicht mehr wegzubringen. Während der Vertreter mit zwei anderen Männern den Wagen wieder flott machen wollte, brauste ein Güterzug heran, der den Wagen erfaßte, ihn 100 Meter vor sich herschob, und ihn völlig zertrümmerte. Dienstag, den 21. November 1950 Regierungssorgen in Württemberg-Baden Weiterhin „große Koalition“? — SPD will Führung übernehmen Die Ergebnisse der Landtagswahl haben, wie von führenden Politikern geäußert wird, eine derartige Verschiebung des Stärkeverhältnisses der Parteien zur Folge gehabt, daß die Bildung der künftigen Regierung keine leichte Aufgabe sein dürfte. Die Frage für die Parteien ist nun, wie die künftige Regierung aussehen und aus welchen. Parteien sie sich zusammensetzen soll. Hierfür bestehen zwei Möglichkeiten: Entweder bleibt man bei dem bisherigen System der „großen Koalition“ der SP, CDU und DVP, oder aber die CDU bildet eine Koalition mit der DVP, eventuell unter Hinzuziehung der Deutschen Gemeinschaft. Der Landesvorstand der SPD Württemberg-Badens befaßte sich am Montag mit den Folgerungen, die aus dem Ergebnis der Landtagswahlen zu ziehen sind. Die SPD betrachtet das Wahlergebnis, nach dem sie zur stärksten Fraktion des Landtags wurde, als „Auftrag, die Führung der Politik im Lande zu übernehmen“. Die Sozialdemokratische Partei sei dazu bereit und werde mit den politischen Parteien des Landtags Besprechungen über die Regierungsbildung aufnehmen. Das Wahlergebnis scheint nicht nur ein Erfolg für die SPD, sondern auch für die Flüchtlingspartei, die „Deutsche Gemeinschaft-BHE“ zu sein. Bedenkt man aber, daß in Württemberg-Baden etwa 450 000 wahlberechtigte Neubürger leben, berücksichtigt man weiter, daß ein Teil der Stimmen der DG aus Kreisen der „entrechteten“ Altbürger kommt, so ergibt sich hieraus, daß nur etwa jeder dritte Heimatvertriebene für die DG gestimmt hat. Politische Kreise sehen deshalb den Erfolg der Flüchtlingspartei angesichts ihrer lebhaften Wahlpropaganda als nicht überwältigend an. Vizekanzler Blücher meinte anläßlich eines Interviews, in der er die schwache Wahlbeteiligung in Württemberg-Baden und in Hessen als „außerordentlich bedauerlich“ bezeddinete, zu den Möglichkeiten einer Regierungsbildung in Württemberg-Baden, daß er ein „ernstes und ehrliches Wort“ mit dem BHE reden würde, wenn er in Württemberg-Baden an dieser Frage mitzuwirken hätte. Er würde dieser Gruppe einen „Anteil an der Verantwortung“ anbieten. Auf jeden Fall sollten die für eine Regierungsbildung geeigneten Gruppen und Bestrebungen möglichst früh „mit in die Kenntnis der Verantwortung gebracht werden.“ Der Landeswahlausschuß tritt am 27. November in Stuttgart zu einer Sitzung zusammen, um die endgültige Besetzung der Abgeordnetenmandate im neuen württembergbadischen Landtag festzustellen. Die am Sonntag gewählten Kandidaten wurden gebeten, noch im Laufe dieser Woche mitzuteilen, ob sie bereit sind, ihre Mandate anzunehmen. Die Kandidaten, die auf einem Kreiswahlvorschlag und auch auf dem Landeswahlvorschlag gewählt worden sind, sollen sich noch im Laufe dieser Woche für eines der beiden Mandate entscheiden. Nach den gesetzlichen Bestimmungen beginnt die für diese Entscheidung gesetzte Frist erst nach der Verkündung des amtlichen endgültigen Wahlergebnisses. Der neue Landtag soll schon am 5. Dezember zu seiner ersten Sitzung zusammentreten. Die hessische Situation nach der Wahl Regierungsbildung noch nicht zu übersehen — SPD fühlt sich stark genug Wiesbaden (ZSH). Nach dem endgültigen Gesamtergebnis der Wahlen zum hessischen Landtag ergibt sich im einzelnen folgende Stimmenverteilung: wahlberechtigt 2 981 971, abgegebene Stimmen 1935 591, ungültig 86 661. Von den Parteien erhielten: SPD 820 444 (44,1 Proz. gegenüber 32,3 Proz. bei den Bundestagswahlen 1949), FDP 588191 (31,6 Proz. gegenüber 15,6 Proz.), CDU 347 803 (18,7 Proz. gegenüber 21,4 Proz.), KPD 87 446 (4,7 Proz.), NDP 1988, BVE (Bloch Vaterländischer Einigung) 758, unabhängige Parteien 2300. Die Wahlen brachten den erwarteten Wahlsieg der SPD. Der „Rüde nach rechts“ blieb aus. Die SPD, die im alten Landtag 38 Sitze innehatte, konnte ihre Stellung wesentlich verbessern und belegt nun, wie wir bereite meldeten, im neuen Landtag mit 47 von ins- f esamt 80 Sitzen die absolute Mehrheit. Die DP, die mit der Hoffnung auf die absolute Mehrheit von 41 Sitzen im neuen Landtag in den Wahlkampf gegangen war, konnte sich bei der Masse der Wähler nicht durchsetzen und mußte sich mit 21 Sitzen begnügen. Die stärkste Einbuße erlitten die Christlichen Demokraten, die mit 28 von insgesamt 90 Landtagssitzen in den Wahlkampf zogen und mit 12 von 80 Sitzen daraus hervorgingen. Die Kommunisten verloren sämtliche zehn Sitze im Landtag und werden in der hessischen Politik nichts mehr mitzusprechen haben. Koalition oder nicht? Bis zur Stunde läßt sich die Zusammensetzung der neuen hessischen Regierung noch nicht übersehen. Die von den bürgerlichen Parteien angestrebte „Sicherung nach rechts“ wird jedoch in Hessen nicht möglich sein. Es ist sehr unwahrscheinlich, daß die SPD die freien Demokraten an der Regierung beteiligen wird. Zwischen diesen beiden Parteien bestehen wirtschaftliche Gegensätze, die unüberbrückbar zu sein scheinen. Die FDP wird also auch im neuen Hessenparlament die Rolle einer mehr oder minder platonischen Opposition übernehmen müssen. Die Möglichkeit einer erneuten Koalition der „gemäßigten Mittelparteien“ (SPD und CDU) in Hessen wird von beiden Seiten nicht verneint. Wenn es zu einer gemischten Regierung dieser Parteien käme, so hätte sich die CDU den Wünschen der SPD unterzuordnen und könnte nur eine bedeutungslose Rolle spielen. Sprecher der SPD brachten bereits in der Nacht zum Montag, kurz nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses, zum Ausdruck, daß sich die Sozialdemokratie stark genug fühle, um unter Umständen eine rein sozialdemokratische Regierung ohne parteifremde Beteiligung zu bilden. Das würde bedeuten, daß Hessen ein rein sozialistisches Land würde und eine Politik triebe, die derjenigen der Bundesregierung entgegengesetzt wäre. In diesem Fall würden sämtliche sozialistischen Gesetze, die in der vergangenen Legislaturperiode in Hessen an dem Veto der bürgerlichen Parteien scheiterten, erneut auf der Tagesordnung der kommenden Landtagssitzungen erscheinen. Nächte im Delta Eindrücke aus dem Kampfgebiet in Tongking — Auf den Wachttürmen der Forts Im Deltagebiet (Tongking) Am Tage ist dies Land, wo sich der Rote Fluß in verzweigten Kanälen ins Meer er- ießt, ein Gebiet überquellender Fruchtbaren, unermüdlicher Betriebsamkeit und sorglosen Friedens. Bei Einbruch der Dunkelheit Ist die Szene mit einem Schlag verändert: Landschaft und Nacht sind Verbündete der aufständischen Vietmlnh geworden, wenn sie die entlegenen Dörfer heimsuchen und mit ungestümer Wildheit Angriffe auf einsame französische Vorposten unternehmen. Ein Gong tönt... Nirgendwo sonst dünkt einem die Nacht so lang wie auf den Wachttürmen der kleinen Forts, wo eine Handvoll Männer auf Posten steht, angespannt in die Dunkelheit hineinhorcht und jeden Laut zu deuten versucht. Einige Geräusche kommen aus weiter Entfernung herüber, wie das dumpfe Explodieren einer vereinzelten Granate ln den Sümpfen an der Küste oder das gedämpfte Schnattern einer Gruppe von Vietminh-Sol- daten, die im Dorfe unten die Bauern geweckt haben und von ihnen Lebensmittel verlangen. Andere Töne kommen aus der näheren Umgebung, vom Waldrande drüben, das Gekreisch der Nachtvögel, manchmal — die Posten fahren dann auf — die schrillen Stimmen einiger Aufständischer, die aus der Deckung des Unterholzes Ihre Flüche über den Bambuszaun des Forte hinüberschreien. Einschläfernd schwingt durch die ganze Nacht das dumpfe Tönen der Gongs und Klappern der Bambusstöcke, die draußen Mitteilung«! durch das Dunkel signalisieren. Bricht die Hölle los? Hin und wieder wird der Fluß der Zeit von einem Schuß durchschnitten, der die Posten susammenfahren läßt Wer es ist der dort unten schießt um zu töten oder um nicht getötet zu werden — sie wissen es nicht Aber es kommt ihnen zum Bewußtsein, wie verzweifelt hilflos ihre Lage ist Jederzeit kann die Hölle losbrechen, kurz nach Sonnenuntergang oder gerade vor Tagesanbruch oder beim Verschwinden des Mondes. Hier ist kein Platz für den, dessen Phantasie leicht durchgeht Die Dunkelheit macht schreckhaft, von allen Seiten dringen unbekannte Laute auf einen ein, und man fühlt sich nackt und verlassen in all der Schwärze. In einem der Dörfer schlagen die Hunds plötzlich an. Wieder ein Schuß, und wie eins niedrige Leuchtschnuppe jagt ein gelbes Leuchtspurgeschoß über das Reisfeld dort unten. Doch noch ein Angriff? Die Nacht ist fast herum, aber . . . beim Nachbarfort blinkt es auf: die Posten sind nervös geworden und lassen das Licht ihres Scheinwerfers über das Sumpfland streichen. Hier und da zögert das Lichtbündel. Aber es ist nichts. Der Scheinwerfer verlöscht Bei Tag — französisch Ein kühler Wind kommt von See her auf, und die Konturen, die die Wipfel am Waldrand gegen den Himmel zeichneten, verschwimmen. Der Nebel steigt Die barfüßigen vietnamesischen Posten auf den Türmen beginnen zu frösteln. Wie kleine Jungen sehen sie aus — wie etwas verschüchterte kleine Jungen. Ihre alt«! Waffen sind wenig dazu angetan, sie zu trösten, wissen sie doch, daß der Gegner über schwere Maschinengewehre, Panzerfäuste und Granatwerfer verfügt deren Geschosse die leichten Befestigungsanlagen ihres Forts wie Kistenholz zerreißen können. Bei Tagesanbruch wird der Nebel, der der Schwärze der Nacht etwas Gedämpftes und Weiches gegeben hatte, grau und später weiß. Die Nacht ist herum, das Land wird wieder freundlich. Als sei tiefster Frieden, werden bald die Karren der Bauern die schmalen Straßen zwischen den Reisfeldern enttsmg- rumpeln. Alles htttts in der Nacht geschehen können, doch nkhts hat steh «eignet Gestern nacht haute nacht und morgen nacht gehört das Luid dem Feind, und ist hsim tückisch und abweisend und fremd. Bei Tag ist as französisch — vorläufig. tki sd e id i ut f eest amWUrnth „Fritz und Otmar Walter sind erste Wahl!“ Das große Rätselraten um die deutsche Fußhall- Nationalmannschaft scheint bis zum Mittwoch anzuhalten. Der Bundestrainer Herberger versprach zwar für Sonntag abend eine vorläufige Elf bekanntzugeben, aber seine „erste Wahl“ ist nach wie vor ein Provisorium, denn es steht noch nicht fest, ob Fritz Walter tatsächlich spielen kann. Mit seinem Ausfall würde auch Otmar Walter ausscheiden. Viele Fußballfreunde schütteln über diese „erste Wahl" den Kopf. Ob es nicht gewagt ist, einen im „Schnellverfahren“ aufgepäppelten Fritz Walter aufzustellen, der dann gar nicht 90 Minuten „lichterloh brennen“ kann, wie Herberger sich seine Nationalspieler vorstellt? Es gibt viele Kenner, die den Fürther Schade vor Otmar Walter als Mittelstürmer einstufen. Marlock und' Schade als zweite Wahl gegen die beiden Pfälzer? Der Frankfurter Herrmann, sonst Innenstürmer, als Linksaußen, während der hoffnungsvolle Blessing Zusehen muß? Viele Fragezeichen kann man Ja setzen. Wie es heißt, ist Blessing zu Jung: JSWrgang 1929! Haben die Schweizer nicht ebenso junge Fohlen? Es wäre doch wohl zweckmäßiger junge Spieler rechtzeitig an große Aufgaben heranzulassen. Mit „Alten Herren" ist auf die Dauer doch kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Aber schließlich muß die Meinung des Bundestrainers respektiert werden. Er trägt allein die Verantwortung. Für den Fall, daß die beiden Pfälzer nicht eingesetzt werden, rückt der Neckarauer Balogh auf Halblinks, während Morlock (1. FC Nürnberg) Halbrechts und Horst Schade (Fürth) Mittelstürmer spielt. In dieser Formation wäre vielen die Besetzung des Angriffs lieber. „Steckbriefe“ unserer Mannschaft Anton Turek (Fortuna Düsseldorf): 31 Jahre, Kaufmann, schon mehrmals Repräsentativer für Süd- und Westdeutschland. Als Torhüter bei Eintracht Frankfurt und Ulm 46 bewährt, zur Zeit Spitzenspieler bei Fortuna Düsseldorf. Herbert Burdenskl (Werder Bremen): 28 Jahre, Vertreter, kam bei Schalke 04 groß heraus. In den ersten Kriegsjahren bereits dreimal ln der deutschen Länder-Elf. Früher als Stürmer eingesetzt, spielt er jetzt bei Werder Bremen Verteidiger. Jakob Streitle (Bayern München): 34 Jahre, Sportlehrer. Achtmal spielte „Jackl“ bereits international. Bundestrainer Herberger bezeichnet ihn als größtes Abwehrtalent. Bel Bayern München Ist er als Nachfolger von Goldbrunner der Mannschafts- Dirigent. Ändert Kupfer (FC Schweinfurt): 36 Jahre, technischer Angestellter, 43mal in der deutschen Länderelf. Zusammen mit seinem Clubkameraden Al- bin Kitzinger bildete er zu den Glanzzeiten der deutschen Ländermannschaft das mittelfeldbeherrschende Läuferpaar. 1938 in der Europamannschaft als rechter Läufer, von acht Delegierten des FIFA-. Komitees als bester Läufer bezeichnet. Ehrgeizig und sportlich gesinnt, machte Kupfer alle Anstrengungen, um nochmals ln die Länderelf berufen zu werden. Günther Baumann (1. FC Nürnberg): 29 Jahre, Pächter des „Clubhelms“ ln Nürnberg, Allround- spieler, der nach Rüdekehr aus amerikanischer Gefangenschaft bei den Stuttgarter Kickers durch sein überragendes tec h n i sc h es Können und unermüdlichen Arbeitseifer auffiel. Repräsentativ für Süddeutschland, als großes Talent für den 1. FC Nürnberg verpflichtet. Kart Barufka (VfB Stuttgart): 29 Jahre, Gastwirt, mehrfach repräsentativ und Standardspieler des Deutschen Meisters VfB Stuttgart. Barufka ist aus dem unerschöpflichen Spiel er born des FC Schalke 04 hervorgegangen. Als unverwüstlicher Kämpfer besitzt er die Energie, kritische Spiele entscheidend zu beeinflussen. Bern! Klodt (FC Schalke 04): 24 Jahre, kaufmännischer Angestellter, als Flügelstürmer rechts und links einsatzfähig. Bereits repräsentativ, sehr schußstark und schnell. Fritz Balogh (VfL Neckarau): 39 Jahre, Kaufmann, Volksdeutscher aus der Slowakei, fand in dem Mannheimer Vorort eine neue Heimat. Wie groß sein Talent eingeschätzt wird, bewiesen die alljährlichen „Kaperversuche". Spritzig und elegant in seiner Spielweise, unermüdlicher Schaffer. Otmar Walter (1. FC Kaiserslautern): 26 Jahre, Angestellter. Vollstrecker der Angriffsaktionen beim 1. FC Kaiserslautern. Sozusagen die recht* Hand des großen Bruders Fritz, von dessen Mitwirkung seine Aufstellung allein abhängt. Fritz Walter (1. FC Kaiserslautern): 30 Jahre, Sportlehrer, das „Idol der deutschen Fußballjugend", 24mal ln der deutschen Ländermannschaft bewährt, als- bester deutscher Fußballer bezeichnet. Richard Hermann (FSV Frankfurt): 27 Jahre, Papierfachmann. Als helmatvertriebener Oberschlesier fand er ln Frankfurt eine neue Heimat, mehrfach repräsentativ, großer Ballkünstler, sehr schußfreudig. Bei der letzten Entscheidung am Mittwochmorgen kommen noch in Frage: Max Morlock (1. FC Nürnberg) als Halbstürmer, 24 Jahre, Mechaniker, vielfach repräsentativ für Süddeutschland, Dribbelkünstler und Schußkanone, war schon Schützenkönig der Oberliga Süd. Horst Schade (SpVgg. Fürth) als Mittelstürmer, 28 Jahre, Papier-Kaufmann, kam vom Dresdener Sportclub nach dem Kriege nach Süddeutschland, mehrfach repräsentativ, Vollstrecker Im „Kleeblatt- Sturm“, aber auch lm Ankurbeln der Angriffe als großer Stratege berühmt. Paul Matzkowskl (Schalke 04): 30 Jahre, Kaufmann, robuster Stopper, der bei Schalke den Strafraum beherrscht. Nach Herbergers Meinung läßt er zuerst noch zu viel seine Nebenleute schaffen, um dann am Schluß zu glänzen. Erinnerungsplakette zum Länderspiel Der Württ.-Badische Sport-Toto gibt aus Anlaß des Länderspiels Deutschland — Schweiz am kommenden Mittwoch in Stuttgart Erinnerungsplaketten heraus, die an die 100 000 Besucher des Länderspiels kostenlos verteilt werden. Dieselbe Plakette in vergrößerter Sonderausführung werden die 22 Spieler sowie die deutsche und die schweizerische Fußballprominenz erhalten. ■■•*►«{ PPIPw - „ 1 ' I • Slflplf fm Die Nationalmannsdiaft um Sepp Herberger (vordere Reihe, zweiter von rechts, im dunklen Trainingsdreß) vor dem Training. Tabellen»tand der 1. Liga Sud 1. 1. FC Nürnberg IS 81:12 18:8 2. SpVgg. Fürth IS 36:14 18:8 *. VfB Mühlburg 13 39:18 17:9 4, FC Schweinfurt 86 IS 25:15 17:9 S. FSV Frankfurt IS 25:18 17:9 8. VfB Mannheim IS 35:24 15:11 7. 1860 München 13 28:25 15:11 8. Schwaben Augsburg IS 23:23 15:11 (. Eintracht Frankfurt iS 21:24 15:11 U. VfB Stuttgart SS 28:1S 14:12 11. Kickers Offenbach IS 25:24 12:14 11. Bayern München 13 24:24 11:15 13. FC Singen 94 13 19:39 10:16 14. SV Darmstadt 89 IS 19:34 9:17 18. SSV Reutlingen 13 17:44 9:17 18. SV Waldhof IS 18:27 8:18 17. BC Augsburg M 18:27 7:19 18. VfL Neckarau IS 19:46 7:19 TabeHenstand der I. Liga Süd |. Stuttgarter Kidkers IS 36:19 51:1 L ASV Cham 11 28:12 29:1 t. Jahn Regenabuzg H 81:15 20:9 4. Bayern Hof fH 28:12 18:5 1. Heesen Kassel 11 48:21 18:5 9. 1. FC Bamberg H 28:15 16:19 7. Viktoria Aschaffanbuag 29 11:25 18:11 1. Wacker München M *1:2« 15:13 l ASV Durlach 0 *2:25 14:1« 13. 1. FC Pforzheim 4 15:2* 13:15 tL TSV Straubing u «h 12:14 IS. Union Böddngau & 19:28 15:14 U. TSG Ulm 1848 V 17:28 11:11 14. L FC Freiburg ft *»:» 19:15 18. VfL Konatans m 18:2* 8:17 M. ET Wieabaden s t*:M 7:15 EL PO Arh ergab V W:4# 9:55 19. Tübinger SV 14 15:84 IlH Tabellenstand dm 1 Oberliga Sädwest 1. 1. FC Kaiserslautern U 35:6 21:1 2. Wormatia Worms u 35:14 18:3 9. Eintracht Trier 15 95:16 17:9 4. Phönix Ludwigeba