BRUGHSALER POST SÜDD. HEIMATZEITUNO FÜR KRAICHOAU UND BRUHRAIN Nummer 294 Samstag, den 16: Dezember 1950 Jahrgang 2 Bonn rechnet nicht mit „Ultimatum" Kein Sofortentscheid in der Verteidigungsfrage — Brüsseler Entschließungen Basis für Verhandlungen mit Hohen Kommissaren Bonn (UP). Die Bundesregierung rechnet, wie hier verlautet, nicht damit, daß die Brüsseler Außenministerbeschlüsse eine ultimative Forderung an Westdeutschland bringen wer-' den, sich bedingungslos an der Westverteidigung zu beteiligen. Es bestünden keine Anzeichen, daß man von der Bundesregierung ein klares „Ja“ oder „Nein“ zu den dort gefällten Entscheidungen verlangen werde. Es sei vielmehr anzunehmen, daß die Brüsseler Konferenzen als Basis für Verhandlungen dienen werden, die die Hohen Kommissare im Aufträge ihrer Regierungen mit der Bundesregierung führen werden. Die Außenminister werdeh nach Mitteilung amtlicher amerikanischer Kreise in Brüssel unter anderem auch die Zweckmäßigkeit neuer politischer Konzessionen gegenüber der Bundesrepulik besprechen, die erforderlich sein würden, um die volle Mitarbeit der Deutschen in einem demokratischen Verteidigungsprogramm zu gewinnen. Die Alliierten haben sich, wie aus Washington gemeldet wird, bereiterklärt, Adenauer über den Fortgang der Beratungen über eine Konferenz der vier Großmächte, die sich mit der Zukunft Deutschlands befassen würde, zu unterrichten. In amerikanischen Regierungskreisen glaubt man, daß Adenauer, der.. . über seine diesbezüglichen Pläne laufend Fühlung mit dem Petersberg halte, auf den Vorschlag Grotewohls nicht direkt, sondern indirekt antworten werde. Der Kanzler dürfte — so wird in diesen Kreisen erwartet — klar zu verstehen geben, daß Westdeutschland gegen Gespräche über die Wiederherstellung der deutschen Einheit nichts einzuwenden habe. Voraussetzung dafür sei jedoch die Garantie,, daß säe auf einer Grundlage aufgebaut seien,- die sowohl für die Bonner Regierung als auch für die westlichen Alliierten tragbar erscheine. Wie amerikanische Regierungsbeamte weiter betonen, soll Grotewohls Vorschlag im Falle des Zustandekommens einer neuen Viermächtekonferenz zurückgestellt werden, bis die Ergebnisse einer derartigen Konferenz vorlägen. Allerdings sei, es noch keineswegs sicher, ob sich Ost und West über die Grundlagen für eine derartige Konferenz einigen könnten. Eines stehe jedoch fest: daß sich die westlichen Alliierten unter gar keinen Umständen auf eine Diskussion einlassen werden, die sich auf die sowjetische Beschuldigung beschränken würde, daß der Westoi Westdeutschland wiederaufrüste, Man habe jedoch Grund anzunehmen, daß die Sowjetunion bereit sei, neue Vierer-Gesprä- Drakonische Strafen für „Kriegshetzer“ DDR-Volkskammer billigt „Friedensgesetz“ Berlin (UP). Das „Gesetz zum Schutz des Friedens“ wurde durch die Abgeordneten der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik einstimmig angenommen. In der Präambel zu dem Gesetz heißt es: „Die. aggressive Politik der imperialistischen Regie-, rungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs, die auf ein neues Weltgemetzel hinzielt, droht das deutsche Volk in einen mörderischen Bruderkrieg zu verstricken“. In zwölf Paragraphen werden die Arten der .Aggressionshandlung, die Strafen für „Kriegshetzer“ und Verfahrensfragen erläutert. Verstöße gegen dieses Gesetz werden mit Gefängnis- und Zuchthausstrafen gesühnt, in besonders schweren Fällen kann auch auf zusätzlichen Einzug des Vermögens und auf Todesstrafe erkannt werden. * In einer Erklärung des Bonner Bundesju- ätizministeriums wird das,, Gesetz zum Schutze des Friedens“ als eine alles übersteigende „Vergewaltigung des Rechtes“ gebrandmarkt, gegen die schärfster Protest erhoben werden müs;*t. Das alte Spiel wiederholt Moskau blockiert Österreich-Verhandlungen London (UP). Die Sowjetunion blockierte auf der 258. Sitzung der vier Außenministerstellvertreter in London erneut den Abschluß des österreichischen Friedensvertrages. Die Delegierten vertagten sich bis zum 15. März nächsten Jahres, ohne einen Beschluß gefaßt zu haben. Der sowjetische Vertreter, Georgi Zarubin, hatte erklärt, jede weitere Diskussion über den Friedensvertrag hänge von der Errichtung eines freien Territoriums in Triest durch die Westmächte ab. Der Westen solle beweisen, daß er ernsthaft entschlossen sei, die Vereinbarungen über Triest, die im •Italienischen Friedensvertrag festgelegt worden seien Hurchzuführen. che wenigstens auf Fragen der deutschen. Einheit flnd des österreichischen Friedensver-. träges auszudehnen. Noch dieses Jahr? Die in einem allüerten Kommunique enthal-. tene Ankündigung, wonach Hoffnung bestehe, das revidierte Besatzungsstatut noch in diesem Jahre bekanntzugeben, ist nach Ansicht, unterrichteter Bonner Kreise, inzwischen überholt. Die Hohen Kommissare hätten den dringenden Wünsch 'geäußert, daß die für die Verwirklichung der New Yorker Beschlüsse erforderliche Schuldenerkiärung ratifiziert werde. Falls die Bundesregierung sich erst zu einer Vorlage an das Parlament entschließe, müßte sie vom Bundestag debattiert und dann erneut an den auswärtigen Ausschuß zurückverwiesen werden. Es soll bisher noch keine Entscheidung darüber gefallen sein, ob man die alliierten Wünsche berücksichtigen oder ob die Bundesregierung die Schuldenerklärung eventuell in Form einer Note an die Hohen Kommissare abgeben wolle. Vor Verhandlungen mit Mao selbst UN-Drei-Mann-Kommission will nach Peiping reisen - Vollversammlung ging in Weihnachtsferien Lake Success (UP). Gutunterrichtete Kreise der Vereinten Nationen erklärten, es sei damit zu rechnen, daß sich die Drei-Mann- Kommission der Vereinten Nationen, deren Bildung die Generalversammlung mit überwältigender Mehrheit zustimmte, nach Peiping begeben werde, um direkt mit Mao tse Tung selbst über die Beendigung der Feindseligkeiten in Korea zu beraten. Es wird erwartet, daß die Mitglieder der Kommission Nasrollah Entezam, der Präsident der Generalversammlung, Sir Benegal' Rau, der Chefdelegierte Indiens, und- Lester' Pearaon. der Außenminister Kanadas schon' in Kürze die ersten vorbereitenden Beratungen über ihre Reise aufnehmen werden. Die Kommission dürfte vor allem deshalb zu diesem Entschluß gelangen, weil der bei den Vereinten Nationen weilende chinesische Delegierte General Wu Hsiu Tschuan ohne vorherige Rücksprache mit seiner Regierung keinerlei Beschlüsse fassen kann. Außerdem würde mit der Peiping-Reise das Ziel erreicht, die Verhandlungen dem direkten sowjetischen Einfluß zu entziehen. In Konferenzkreisen herrscht das Gefühl vor, daß Genera] Wu von der sowjetischen Delegation „unter Druck“ gesetzt werde und daß er ohne vorherige sowjetische Zustimmung bei den Vereinten Nationen nicht das Wort ergreifen könne. * Nach dreimonatiger spannungsreicher Sitzungsperiode, gekennzeichnet durch den drohenden Schatten eines dritten Weltkrieges, ging die Vollversammlung der Vereinten Nationen in die Weihnachtsferien, ohne ein Datum für die nächste Sitzung festzulegen. Die Verwirklichung einer der wichtigsten Ent-. Schließungen — Einstellung der Kampfhand-, lungen in Korea — wurde ein«: dreiköpfigen Kommission überlassen, die mit ihrer Arbeitwahrscheinlich sofort beginnen wird. Unerledigt durch die größte Körperschaft der Weltorganisation blieb die Arbeit des politischen Hauptausschusses zurück, der als Rumpforganisation verschiedene Punkte weiter behandeln wird, von denen sich die meisten auf die Krise im Femen Osten beziehen. Zu diesen Punkten gehört unter anderem der sowjetische Vorwurf gegen die amerikanische „Aggression“ in Formosa und die amerikanischen Luftangriffe auf mandschurisches Gebiet, weiter die Sechsmächteresolution über den Abzug chinesischer Truppen aus Korea" und der sowjetische Entschließungsentwurf,' in dem der Abzug aller „ausländischen“ Verbände aus Korea gefordert wird. Erbitterte Nahkämpfe vor'Hamhung Erster Großangriff der Chinesen abgeschlagen — Kommunisten erhalten neu. Verstärkungen Tokio (UP). Nach erfolgreicher Abwehr eines ersten kommunistischen Großangriffes auf den Brückenkopf des 10. amerikanischen Korps bei Hamhung, flaute die Kampftätigkeit wieder ab. Von dem etwa 2000 Mann starken chinesischen Verband, der mit mongolischen Ponies und zu Fuß inmitten eines heftigen Schneetreibens gegen die Linien der dritten amerikanischen Infanteriedivision anstürmte, blieben rund 1000 Soldaten tot auf dem Kampffeldzurück. Örtliche Einbrüche konnten in erbitterten Nahkämpfen wieder abgeriegelt werden. Die Verteidigungsfront der UN-Streit- kräfte, die sich im Halbkreis von zehn bis fünfzehn Kilometer um die Hafenstadt Hamhung zieht, mußte an einer Stelle zurückgenommen werden, vermochte jedoch dem wilden Ansturm des Gegners standzuhalten Zw« amerikanische Infanteriezüge wurden bei der Kämpfen abgeschnitten und kor.;,tan mshe; nicht befreit werden. Im mittleren Frontabschnitt wurde ein Angriff eines nordkoreanischen Verbandes etwa 12 Kilometer südlich des 38. Breitengrades erfolgreich zurückgeschlagen. Wie aus dem Hauptquartier General MacArthurs verlautet, treffen über die mandschurische Grenze täglich neue Verstärkungen ein. Sowjetluftflotte in China? Alarmierende Nachrichten aus Formosa Formosa (UP). Nach Angaben nationalchinesischer Kreise soll auf dem chinesischen Festland eine gemeinsame sowjetisch-chinesische Luftflotte, bestehend aus zwei Kommandos und drei Jagdfliegergruppen stationiert sein. Jedes Kommando bestehe aus drei Gruppen. Die meisten Maschinen, einschließlich der unter chinesischem Oberbefehl stehenden, sollen von sowjetischen Püoten bemannt sein. Hongkonger nationalchinesische Kreise wollen aus guter Quelle erfahren haben, daß ein „gemeinsames sowjetisch-chinesisch-nordkoreanisches Hauptquartier“ in der Mandschurei neue Militärabenteuer in Südostasien, besonders in Indochina, plane. Sowjetrußland habe sich bereit erklärt, die Armee des kommunistischen China zu einem gewaltigen, schlagkräftigen Werkzeug der Aggression auszubauen. Das Endziel der kommunistischen Eroberungspläne richte sich gegen Japan. Bevin bietet Konzessionen an Doch eine britisch-ägyptische Einigung? London (UP). Der britische Außenminister Bevin und der ägyptische Außenminister Salah el Din Bey sind zu ihrer vierten Konferenz zusammengetreten. Dabei hat Bevin seinem ägyptischen Kollegen folgende Vorschläge unterbreitet: 1. Großbritannien ist bereit, einen TeU der britischen Truppen aus der Suezkanal-Zone abzuberufen und dort nur eine „Kemgarni- son“ zu unterhalten, vorausgesetzt, daß diese im Notfall jederzeit durch eine „Luftbrücke“ verstärkt werden kann. 2. Großbritannien ist damit einverstanden, seine Fliegereinheiten aus der Kanalzone zurückzuziehen und sie durch ägyptische Flieger ersetzen zu lassen. 3. Die britische Regierung schlägt vor, die Verteidigung der Kanalzone einer anglo-ägyp- tischen Behörde unter ägyptischer Leitung anzuvertrauen. Dieses britische Entgegenkommen läßt hoffen, daß die Verhandlungen, die bisher ergebnislos verliefen, doch noch zu irgendeinem Übereinkommen führen werden. „Wilder“ Streik wird zur Gefahr Schwierigkeiten in der Stahlindustrie Chicago (UP). Der wilde Eisenbahnerstreik breitet sich auf immer weitere Teile des Landes aus und wird allmählich zu einer ernsthaften Gefährdung des Koreanachschubs. Anzeichen von Schwierigkeiten machen sich bereits in einigen Zweigen der amerikanischen Stahlindustrie bemerkbar, während die Güterwagen zu Tausenden auf den Abstellgleisen brachliegen. Das Postministerium hat in den vom Streik am stärksten betroffenen Teilen des Landes Beförderungseinschränkungen von Brief- und Paketpost erlassen Wenig Grund zu Optimismus Es ist keine Frage, daß der Ausgang der vielen internationalen Konferenzen der letzten Tage in Deutschland eine erhebliche Beunruhigung ausgelöst hat oder noch auslösen wird. Daß die Washingtoner Besprechungen Tru- man-Attlee in der im Augenblick wichtigsten Frage, nämlich der der Fernostpolitik, letzten Endes kein Übereinkommen gebracht haben, kann als böses Omen angesehen werden. Ebenso bedenklich muß es stimmen, da0 die drei Westmächte ausgerechnet jetzt die Aufforderung des Kremls zu einer Viererkonferenz grundsätzlich angenommen haben, obwohl man früher immer betonte, mit Moskau nicht eher verhandeln zu wollen, ehe man ihm nicht als gleichstarker Partner gegenübertreten könne. Man hatte ja auch erklärt, daß die Verhandlungen nicht auf den Prager Beschlüssen beruhen und sich vor allem nicht auf Deutschland allein beschränken dürften. Wenn man an dieser letzten Voraussetzung wohl auch festzuhalten gedenkt, bleibt doch die Frage offen, wie man Moskau dann gegenübertreten will, wenn man in der Asienpolitik eingestandenermaßen keine gemeinsame Konzeption hat. Selten dürften die Westmächte den Sowjets gegenüber einen schwächeren Verhandlungspartner abgegeben haben als im Augenblick. Als Drittes kommt hinzu, daß der Rat der Außenminister-Stellvertreter in London, der sogenannte Spofford-Ausschuß, eine Einigung über die Frage des deutschen Verteidigungsbeitrages erzielt hat, die praktisch bedeutungslos ist Denn man müßte sich auf der anderen Seite darüber klar sein, daß Westdeutschland den Vorschlag dieses Ausschusses in dieser Form nicht annehmen kann und der Bundestag niemals seine Zustimmung geben würde. Daß ein deutscher Beitrag nur in Brigadestärke und ohne schwere Waffen militärisch ein Nonsens ist, soll hier außer acht bleiben. Daß man Bonn aber nur eine Gleichberechtigung „von Stufe zu Stufe“ zugestehen will, wird niemand in Deutschland akzeptieren, es sei vielleicht, man legte endgültig fest, wann diese „Bewährungsprobe“ ihr Ende finden soll. So ist es denn verständlich, daß die deutsche Öffentlichkeit nach einer Begründung sucht, nach einer Erklärung für ein Verhalten, das bei der augenblicklichen politischen Lage sonst unverständlich wäre. Sie glaubt, eine solch« in der französischen Politik gefunden zu haben, die von Anfang an wohl darauf abgesteilt war, doch noch Viererverhandlüngen zustande zu bringen, um den deutschen Verteidigungsbeitrag als Kompensationsobjekt anbieten, das heißt auf ihn verzichten zu können. Wenn die Franzosen sich früher in dieser Frage auch sehr zurückhielten, glauben sie heute eine solche Zurückhaltung wohl nicht mehr nötig zu haben. Die Zeitung „Le Monde“, die dem Quai d’Orsay nahe steht, schrieb ganz offen, kein französischer Minister wünsche, daß die Zustimmung zu einem deutschen Verteidigungsbeitrag einen Bruch des französisch - sowjetischen Paktes nach sich ziehe. Man beruft sich also plötzlich auf einen Freundschaftspakt, der durch die Ereignisse als nicht mehr vorhanden hätte gelten sollen und Maurice Schuman, einer der maßgebenden französischen Politiker erklärt, daß eine Eingliederung Ostdeutschlands in den Osten und Westdeutschlands in den Westen unvermeidlich würde, wenn ein Viererabkommen nicht die Möglichkeit böte, die Beschlüsse der Außenminister-Stellvertreter in London über einen deutschen Verteidigungsbeitrag zu umgehen. Will Frankreich im Ernst die Sicherheit des Westens einem Abkommen mit Moskau zuliebe opfern, dessen Haltbarkeit nach den bisherigen Erfahrungen höchst fragwürdig sein müßte? Der Kreml hätte damit erreicht, worauf seine ganze Politik der letzten Zeit abzielte: vielleicht nicht die Verhinderung wohl aber Verlangsamung der westeuropäischen Rüstung. Nimmt man hinzu, daß unter Führung Indiens dreizehn asiatische und arabische Staaten einen neuen Vermittlungsvorschlag im Koreakonßikt machten, weil sie angesichts des Ausgangs der Besprechungen Truman-Attlee und der offen zutage getretenen Meinungsverschiedenheit in fernöstlichen Fragen ein sofortiges Handeln für notwendig hielten, dann hat man ein Bild der' Lage von heule und dieses Bild gibt zu allem, nur zu Optimismus keinen Anlaß. Samotag, den 16 Dezember 1950 \ Schumanplan im Januar unterzeichnet? Pariser Entwurfs-Verhandlungen beendet Pari* (UP). Der französische Außenminister Robert Schuman gab bekannt, daß der seinen Namen tragende Entwurf für den Zusammenschluß der Montanindustrien von sechs westeuropäischen Ländern fertiggestellt worden sei und voraussichtlich in den ersten Tagen des kommenden Jahres von den Außenministern der sechs Staaten oder ihren Stellvertretern unterzeichnet werde. Der Entwurf ist den Regierungen Italiens, der Bundesrepublik, der Benelux-Länder und Frankreichs zur Prüfung übermittelt worden. Die Schu- manplanverhandlungen haben damit nach sechs Monaten Dauer ihren Abschluß gefunden. Der in Paris fertiggestellte Plan sieht die Schaffung einer Schumanplan - Organisation vor, an deren Spitze ein Ministerrat und eine von den sechs Parlamenten gewählte Versammlung stehen sollen. Ferner ist die Einrichtung eines Schiedshofes vorgesehen, vor dem die einzelnen Länder gegen die Entscheidungen der obersten gemeinsamen Behörde Einspruch erheben können. Protestmarsch nach Venedig Kommunisten eröffnen „Winterkampagne" Rom (UP). Die italienischen Kommunisten eröffneten ihre Winterkampagne mit einer Reihe von Landbesetzungen in der Poebene und der Ankündigung mehrerer Protestkundgebungen gegen die Aufrüstung. In der Nähe der norditalienischen Stadt Lagosanto besetzten arbeitslose Landarbeiter 435 Hektar unbebautes Ackerland und begannen sofort, den Boden umzupflügen. In Ferrara hatten sich etwa 7000 Arbeiter versammelt, um gegen die mangelnde Aufbauarbeit der Regierung in dieser Provinz zu protestieren. Für Samstag wurde ein „Marsch der Solidarität“ angekündigt, der in einer großen Protestkundgebung auf dem Piazzala Roma in Venedig enden soll. Salzgitter-Demontage eingestellt Neue Denkschrift der Bundesregierung an die Hohen Kommissare — Bundestag beendet seine diesjährige Arbeit B o a n (UP). Die sofortige Einstellung der Demontage des Hochofens V in Watenstedt- Salzritter forderte, wie Staatssekretär Hartmann in der 108. Sitzung des Bundestags bekanntgab, die Bundesregierung in einem neuen Memorandum, das Bundeskanzler Adenauer den alliierten Hohen Kommissaren übermittelte. — (Der britische Hohe Kommissar Sir Ivone Kirkpatrick hat den Bundeskanzler gleichzeitig davon in Kenntnis gesetzt, daß die Demontagen am Hochofen V des Werkes bis auf weiteres eingestellt werden. Ferner haben die Hohen Kommissare entschieden, die Demontage des Aluminiumwerkes Tögging in Bayern zu beenden.) Hartmann begrüßte im Namen der Bundesregierung einen vom Bundestag einstimmig gebilligten SPD-Antrag, durch den die Bundesregierung beauftragt wird, mit den Hohen Kommissaren über Ersatzlieferungen für den Hochofen V an die Empfängerländer zu verhandeln. Gleichzeitig soll sich die Bundesregierung um die Erhaltung der Zehntausend- Tonnenpresse ton Dortmund-Hörder-Hütten- verein bemühen. Vorher hatte der Bundestag einen Zentrumsantrag über die Mitgliedschaft der Bundesrepublik in den Vereinten Nationen an den außenpolitischen Ausschuß überwiesen. Frau Wessel setzte sich in der Begründung dieses Antrages dafür ein, sofort nach der Bildung eines westdeutschen Außenministeriums einen Antrag auf Aufnahme in die UN zu stellen, da der Atlantikpakt nicht der geeignete Weg für die Bundesrepublik in die Gemeinschaft der Völker sei. Zwei Anträge über Maßnahmen auf dem Gebiet des sozialen Wohnungsbaues wurden NEUES AUS ALLER WELT Auf Befehl Ilse Kochs ausgepeitscht Häftlinge belasten die „Kommandeuse" Augsburg (UP). Im Use-Kodi-Prozeß, der weiterhin in Abwesenheit der Angeklagten stattfand, schilderte der Zeuge Wandel eine abstoßende Szene: die „Kommandeuse“ habe während der Auspeitschung eines Häftlings die SS-Wachen veranlaßt, dem Mann die Hosen auszuziehen und dann die Mißhandlung fortzusetzen. Der katholische Geistliche Steinwender, der in Buchenwald interniert war, sagte aus, daß Ilse Koch die Auspeitschung einer Gruppe von Häftlingen angeordnet habe, die nach ihrer Ansicht „zu langsam“ gearbeitet hätten. Er selbst habe seinerzeit 25 Schläge erhalten. Pater Eieser, ein Österreicher, der ebenfalls in Buchenwald inhaftiert war, beobachtete nach seiner Darstellung, wie auf Ilse Kochs Anweisung ein Mann mit einem schweren Stein geschlagen worden sei. Nach drei Tagen gerettet Verschüttete Bergleute lebend geborgen Witten (UP). Die seit drei Tagen verschütteten drei Bergleute der Zeche Klosterbusch bei Herbede, die in einem Flöz eingeschlossen waren, sind jetzt lebend geborgen worden. Eine große Menschenmenge begrüßte Gerettete und Retter. Die Knappen befinden sich den Umständen entsprechend, wohlauf. In mühseliger Arbeit war zur Rettung der Verschütteten ein neuer Querstollen getrieben worden. . Maskierte Räuber schossen schneller Ein Toter bei Bankraub in Rom Rom (UP). Vier maskierte Banditen drangen in eine Bank in Rom ein. Auf das von ihnen geforderte „Hände hoch!“ zog der Direktor der Bank seinen Revolver, feuerte auf die Räuber, wurde jedoch durch eine Kugel der Banditen niedergestreckt. Darauf griff der Kassierer mit der Waffe in den Kampf ein, aber auch er brach schwer getroffen zusammen. Die Räuber, auf solchen Widerstand nicht gefaßt, zogen sich nach dem Feuergefecht aus dem Bankgebäude zurück und fuhren in einer schwarzen Limousine davon, ohne auch nur eine Lira erbeutet zu haben. Mit dem Echograph auf Fischfang Überlingen (Ids). Die erste Versuchsfahrt zur Erprobung des Echographs für Zwecke des Fischfangs wurde durch das Institut für Seenforschung und Seenbewirtschaftung in Langenargen ausgeführt. Der Echograph, ein in der Hochseefischerei schon seit längerem gebräuchliches Gerät, stellt durch Schallwellen die Standorte großer Fischschwärme fest. Die Leitung der Versuchsfahrt hatte Dr. von Brandt von der Bundesanstalt für Fischerei, Hamburg-Altona. Weitere Versuchsfahrten werden folgen. Weder betäubt noch verschleppt Lauterbach (lh). Bei der Untersuchung des Falles der 17 Jahre alten Doris Dietrich aus Lauterbach stellte sich jetzt die Wahrheit heraus. Doris sollte, wie wir meldeten, von Amerikanern überfallen, im Auto verschleppt, mit einem Betäubungsmittel widerstandslos gemacht und um Mitternacht wieder ausgesetzt worden sein. Doris mußte jetzt gestehen, daß sie mit einem deutschen Freund ins Kino gegangen war und anschließend ein Tanzcafö aufgesucht hatte. Um ihre nächtliche Heimkehr vor den Eltern zu begründen, habe sie die angebliche Entführung durch zwei Männer ln amerikanischer Unifor^a erfunden. Das Fußballspiel in der Küche Frankenberg (lh). Eine Frankenberger Frau und ihr neunjähriger Sohn waren durch den plötzlichen Besuch eines Freundes so erfreut, daß sie dies durch ein Fußballspiel ausdrückten. Der Neunjährige machte den Schiedsrichter. Gleich der erste Schuß brachte den Küchenherd zu FalL Der junge Schiedsrichter, der „die Lage klären“ wollte, bekam eine Ladung kochenden Wassers auf den Leib und stürzte zu Boden. Dabei fielen ihm noch glühende Kohlenstücke in den Rücken. Auf die Hilferufe der plötzlich sehr ernüchterten „Fußballmannschaft“ eilten Hausbewohner herbei und beseitigten die entstandene Brandgefahr. 14 fUKfRKTCSr I« MAIL AK °NUMKIANG •PTSITSIKAR HARBIN o TAONAH l CHANOCHUNjTTji.T UANyUAN — HütANJKtANG GesaYvvrproQwtaion HWill.t KOHLE 1l.5MEt ZMMiil.t UW WOSTOK: 272 OOBt iSBUit 210001 293000t °MUKDEN»„ gi-iy .fite E ^ E _«w ANTUN ; T 5 CHIUTSCH 0 U Fabriken ».Ölraffinerien EKING Kraftwerk Hoch 0AJREN KOREA mim vom Plenum einstimmig angenommen. Die CDU-CSU verlangte in diesen Anträgen die Verteilung der Mittel aus dem ersten Wohnungsbaugesetz in der Weise, daß in erster Linie Eigenheime und Kleinsiedlungen sowie Wohnungen mit größerer Wohnfläche für kinderreiche Familien gebaut werden. Bundeswohnungsbauminister Wildermuth erklärte, daß die zuständigen Stellen bemüht seien, im kommenden Baujahr mehr „familiengerechte Wohnungen“ zu erstellen. Im Moment sei man darauf angewiesen, die durch die Verstärkung der Besatzungstruppen aus ihren Wohnungen verdrängten rund 75 000 Menschen in „Schlichtwohnungen“ unterzubringen. Von alliierter Seite würden künftig keine Beschlagnahmungen mehr erfolgen, da deren Bedarf durch Neubauten gedeckt werden solle. Um die Entnazifizierung Zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen CDU und FDP über die Beendigung der Entnazifizierung kam es, als der FDP-Abge- ordnete öllers der CDU-Fraktion vorwarf, sich für die „Kollektivschuld“ der kleinen Nazis einzusetzen. Diese Behauptung wurde von dem CDU-Abgeordneten Kunze mit scharfen Worten zurückgewiesen,. Nach lebhafter Debatte über Form und Ausmaß der Beendigung der Entnazifizierung billigte der Bundestag einen Vorschlag des Ausschusses zum Schutz der Verfassung, die Verfahren für die Gruppen III bis V ab L Januar nächsten Jahres einzustellen und alle Beschränkungen für diesen Personenkreis aufzuheben. Der deutsche Bundestag beschloß mit dem Ende seiner 108. Sitzung auch seine Arbeit im Jahre 1950 und wird erst am 10. Januar 1951 wieder zusammentreten. Arbeiter-Wochenkarten teurer Der deutsche Bundes rat beschloß eine Tariferhöhung für Arbeiter - Wochenkarten, setzte sich aber für die Beibehaltung des gegenwärtigen Tarifs für Schüler-Monatsund -Wochenkarten ein. Er lehnte ferner gegen die Stimme Badens die Erhöhung der Steuerfreigrenze für Weihnachtsgratifikationen von 100 auf 200 DM ab. Die Ablehnung wurde damit begründet, daß der Steuerausfall der Länder in Höhe von 40 Millionen DM nicht tragbar sei. Gegen die Stimme Bayerns nahm der Bundesrat das Gesetz über die Errichtung eines Bundeskriminalamtes an (das Gesetz bedarf jetzt noch der Zustimmung der alliierten Hohen Kommission). Das Gesetz über die Erhöhung des „Notopfers Berlin“ wurde ohne Aussprache angenommen. Der Bundesrat stimmte ferner einem Gesetzentwurf zu, durch den Bundesautobahnen und sonstige Bundesstraßen des Fernverkehrs in den Besitz des Bundes übergehen sollen. Der Entwurf eines Gesetzes über die Einrichtung von Bundesgrenzschutzbehörden wurde gegen die Stimmen Hessens, Niedersachsens und Nordihein-Westfalens mit knapper Mehrheit angenommen. Hat Ran der Staatsanwalt das Wort? Vor dem Endspurt im „Spiegel“-Ausschuß Bonn (UP). Auf rund 2800 Schreibmaschinenseiten sind die. Protokolle des „Spiegel- Ausschusses bis zur letzten Sitzung angeschwollen. Es wird noch mit vier nichtöfxent- lichen und einer öffentlichen Tagung gerechnet. Die Ausschußmitglieder müssen dann ein •Gutachten an das Parlament und einen Bericht an ihre Fraktionen ausarbeiten. Hierdurch dürften nochmals 500 Schreibmaschinenseiten beschrieben werden. Inzwischen werden die Staatsanwälte, die in zahlreichen Sitzungen unerkannt unter den Zuhörern saßen, ihre Untersuchungen nach eventuellen strafrechtlichen Gesichtspunkten aufnehmen. Politik in Kürze Neue britische Truppen nach Deutschland. Großbritannien ordnete eine Verstärkung seiner in Westdeutschland stationierten Streitkräfte in Divisionsstärke an. Die neuen Truppen sollen aus dem britisch besetzten Teil von Triest nach der Bundesrepublik beordert werden. Erste Legion eröffnet Kampf. Mit einer Flugblattkampagne will die vor kurzem gegründete „erste Legion“ am kommenden Sonntag in zahlreichen Großstädten die Bevölkerung auffordem, gegen den Kommunismus Stellung zu nehmen. McCloy: „Nicht ausreichend“. Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy hat in einer Note an die tschechoslowakische Regierung deren Erklärungen zu den imgenehmigten Flügen der tschechischen Luftfahrtgesellschaft über US-Besatzungsgebiet als nicht ausreichend abgelehnt. Kirkpatrick in Bremen. „Es ist nicht das Ziel der britischen Politik, die deutsche Konkurrenz zu drosseln“, sagte der britische Hohe Kommissar Sir Ivone Kirkpatrick, der der Hansestadt einen ersten offiziellen Besuch abstattete, vor maßgebenden Vertretern Bremens. COMISCO tagt in London. Der Ausschuß des Internationalen Sozialisten-Koogresses (COMISCO) tritt während des Wochenendes in London zusammen, um eine einheitliche Stellungnahme der sozialistischen Parteien zur westeuropäischen Verteidigung auszuarbeiten. Nach Indochina abgereist. Der neuemannte französische Hohe Kommissar und Militärbefehlshaber für Indochina, General de Lattre de Tassigny, und Minister Letoumeau, verließen Paris, um ’ sich nach Saigon zu begeben. Unruhen In Tokio. Mehr als 1000 japanische Arbeiter stürmten das Rathaus von Tokio, das nur wenige hundert Meter von dem Hauptquartier McArthurs entfernt liegt. Die Demonstranten forderten Neujahrsgratifika- tionen. Wegen Spionage verurteilt. Zwölf Mitglieder einer Prager Sabotagegruppe wurden zu Haftstrafen zwischen 2 und 22 Jahren verurteilt. AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN J33WUl.t öi-188 Mifl. r ” i »eierven 521MiH.t Chinas neuralgischer Punkt: Die Mandschurei Die südliche Hälfte der Mandschurei, die unmittelbar an Nordkorea grenzt, ist da* Rohstoff- und Industriezentrum der jungen Volksrepublik China, wie die graphische Darstellung auf unserer Karte eindringlich zeigt Erhöhte Butterpreise noch nicht in Kraft Der Bundeswirtschaftsminister machte darauf aufmerksam, daß die vom Kabinett beschlossene Erhöhung des Butterpreises erst am Tage nach der Verkündung in Kraft trete Die Preisüberwachungsstellen werden gegen alle diejenigen eingreifen, die schon vor diesem Zeitpunkt höhere Preise verlangen. Die Verkündung des Kabinettsbeschlusses wird nach Ansicht des Bundeswirtschaftsministeriums Anfang nächster Woche erfolgen. Revision der Kohlenexportquote? Die alliierte Hohe Kommission hat Bundeskanzler Adenauer in einem Schreiben zugesichert, der Ruhrbehörde eine Revision der deutschen Kohlenexportquote im Dezember vorzuschlagen unter der Bedingung, daß die Bundesregierung in Zukunft die Verteilung und den Verbrauch der deutschen Kohle besser organisiere. Die Hohe Kommission kritisiert die Bundesregierung, weil sie verabsäumt habe, dem Kohlenengpaß durch entsprechende Gegenmaßnahmen zu begegnen. Das Schreiben ist die Antwort auf ein Ersuchen des Bundeswirtschaftsministers, die Kohlenexportverpflichtungen im Dezember um 500 000 Tonnen zu vermindern. Informierte alliierte Kreise wollen wissen, daß di.e Hohe Kommission der Internationalen Ruhrbehörde eine Senkung um 300 000 Tonnen empfehlen werde, in dem alliierten Brief sind allerdings keine Mengen genannt. Bonn will Gegenmaßnahmen ergreifen Das Bundeswirtschaftsministerium hat in einem Schreiben an die westdeutschen Behörden und Wirtschaftskreise festgestellt, daß einige Staaten, mit denen die Bundesrepublik Handelsabkommen traf, Maßnahmen zur Einschränkung ihrer Ausfuhren getroffen haben. Wie verlautet, werden von diesen Einschränkungen vor allem Rohstoffe betroffen. Die Bundesregierung versichert, daß sie gewillt sei, diesen einseitigen Restriktionen unverzüglich mit den jeweils angebrachten Mitteln — sei es in bilateralen Verhandlungen oder innerhalb der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit, zu begegnen. Die Wirtschaft und der Handel sind aufgefordert worden, Bekanntwerden von Exportrestrikti o - nen zu melden. Bundespostgesetz vor Fertigstellung Der Entwurf eines Bundespostgesetzes wird — wie aus Bonn verlautet — noch im Januar dem Bundeskabinett zugeleitet werden. Die Absicht des Gesetzes ist vor allem, das Vermögen der Deutschen Post im Betrag von etwa zehn bis zwölf Milliarden DM wieder unter Kontrolle zu stellen. Oberste Verwaltungsinstanz soll ein Verwaltungsrat von 36 Mitgliedern sein, von denen je acht dem Bundestag und Bundesrat, zwei der Bundesregierung, neun der Wirtschaft und neun dem Personal der Bundespost angehören sollen. Währungsentscheidung für Landwirte Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe fällte eine Entscheidung im Währungsrecht, die für die Landwirtschaft von grundsätzlicher Bedeutung ist Im Frühjahr 1948 hatten Konservenfabriken an Landwirte Saatgut geliefert Die Lieferung von Saatgut verpflichtete zum Anbau und zur Ablieferung der Ernte. Eine Verrechnung des Saatgutes sollte nach Lieferung der Ernte erfolgen. Bei dieser Verrechnung, die erst nach dem Währungsstichtag stattfinden konnte, war strittig, ob sie im Verhältnis 10:1 oder 1:1 erfolgen sollte. Der erste Zivilsenat des Bundesgerichtshofes entschied nunmehr diese Frage dahin, daß der Preis für die Saatgutlieferungen in voller Höhe vom Erntekaufpreis abzuziehen ist. Danach ergibt sich praktisch eine Umstellung des Entgeltes für die Saatgutlieferung im Verhältnis 1:1» Keine Dollars für ehemalige Gefangene Das Bundesflüchtlingsministerium teilte mit, daß alle Meldungen über die angebliche Auszahlung von 300 Millionen Dollar aus Arbeitsverdiensten der ehemaligen Kriegsgefangenen in den USA „jeder Grundlage“ entbehren. Es hätten keinerlei Verhandlungen über diese Frage stattgefunden, und es seien weder der Bundesregierung noch irgendeiner anderen Stelle Mittel zur Verfügung gestellt worden, die aus dem Arbeitsverdienst deutscher Kriegsgefangener in den USA herrühren. Die Auszahlung von Geldbeträgen an ehemalige Kriegsgefangene sei vielmehr ausschließlich Sache der früheren Gewahrsamsmacht. Es lägen aber nicht die geringsten Anhaltspunkte vor, daß derartige Auszahlungen beabsichtigt seien. Aussteller aas 25 Lindau Aussteller aus 20 europäischen und 5 überseeischen Ländern haben sich bisher zur Internationalen Frankfurter Frühjahrsmesse 1951 angemeldet Je 150 bis 400 Aussteller kommen ^js Italien, Frankreich und Belgien. ZUM SONNTAG Händel in Aadien Von Wilhem Lochs Man schrieb das Jahr 1737. In dem vornehmen Badehause in der Kamphausgasse zu Aachen herrschte, obwohl es noch früh am Morgen war, reges Leben. Kranke aus allen Ländern der Erde {juchten in den aus he.ßen Quellen gespeisten Bädern Heilung von den Schmerzen, die durch hartnäckige Katarrhe und Gliederweh verursacht waren. Soeben bearbeitete ein stämmiger Bademeister mit seinrai muskulösen Händen den abgemagerten Leib eines älteren Badegastes, der bei jeder Reibung aufschrie, als ein vornehm gekleideter junger Mann eintrat. Der dem Bademeister Unbekannte, seiner gebrochenen Sprache nach zweifellos ein Engländer, wollte wissen, wer der Herr sei, der vor wenigen Sekunden das Badehaus verlassen hatte. Der Bademeister sah mit einem flüchtigen Blick zum Fenster hinaus. Ob Mylord den stattlichen Herrn im grauen Tuchrock meine, der mit den Trägern der vor dem Badehause stehenden Sänfte verhandele. Ja, drängte der Fremde auf Antwort, ihn meine er und niemand anders. Es sei ein Mister Händel aus London, seines Zeichens ein Musiker, sagte der Bademeister. Und während Mylord, ohne noch ein Wort zu sagen, das Badehaus eilig wieder verließ, berichtete der Bademeister dem unter der Massage leidenden Gast, wohl um ihn ein wenig abzulenken, von diesem Mister Händel. Er sei an der Gicht so schwer erkrankt gewesen, daß man ihn beim ersten Besuch kaum habe aus der Sänfte heben können. Der Medikus habe zunächst nur für jeden zweiten Tag ein heißes Bad verordnet, aber obschon er nach jeden Bad aufs Äußerste erschöpft gewesen sei, habe Mister Händel täglich nicht nur eins, sondern zwei Bäder, jeden Morgen und jeden Abend eines, genommen und sich außerdem fleißig massieren lassen. Das Resultat dieser wahrhaften Pferdekur sei aber auch erstaunlich gewesen: schon nach drei Wochen habe Mister Händel wieder gehen und Arme und Beine bewegen können. Jetzt sei er scheinbar schon wieder so weit, daß er auf die Sänfte verzichten und zu fuß durch die Straßen der Stadt wandeln könne. Dieser Fall beweise wieder einmal, was durch Wille und Zähigkeit zu erreichen sei, meinte der Bademeister und rieb nochmals kräftig die Gliedmassen seines Patienten, der nun nicht mehr so laut zu wimmern wagte. Inzwischen war der Fremde dem stolz und hocherhobenen Hauptes Dahin schreitenden gefolgt „Mister Handel, Mister Handel!“ rief er hinter ihm her. Händel drehte sich um. Unwillig sah er den jungen Mann an, der nun wie ein Bittender vor ihm stand. Unfreundlich, fast barsch fragte Händel ihn, was er wedle. Der andere schien gar nicht zu merken, wie •dir er als störend empfunden wurde. Er sei glücklich, stammelte er mit verzücktem Gesicht, dem großen Meister auf dem Festlande zu begegnen. Händel war an Huldigungen ebenso gewöhnt wie an Demütigungen; die Begeisterung des jungen Menschen berührte in daher zunächst kaum. Er habe keine Zeit, sagte er kurzangebunden. Aber der Engländer ließ sich nicht so leicht entmutigen. Mit der dem Engländer eigenen Zähigkeit bat er den Meister, ihn ein Stück Weges begleiten zu dürfen. Und Händel, der merkte, daß er den Lästigen so leicht nicht los werde, willigte schließlich ein. Er solle dann auch sagen, wer er sei. Da wurde der Fremde lebhaft: Er heiße William Baiford und sei an Kaufmann aus London, der auch Geschäfte auf dem Festlande habe. Er liebe die Musik über alle Maßen, und es gebe kein Oratorium und keine Oper von Händel, die er noch nicht gehört habe. Sogar die Erstaufführung des „Messias“ in Dublin habe er selbst miterlebt. Händel fühlte sich seltsam berührt. Er war ja gewöhnt, einsam für sich zu leben und niemandem merken zu lassen, was in ihm vorging. Aber hier in Aachen, wo er wochenlang krank darnieder gelegen hatte, immer nur auf fremde Hilfe angewiesen, da wäre er doch manchmal froh gewesen, wenn er sich bei einem Menschen hätte aussprechen können. Und nun mußte ihm jemand begegnen, ein Fremder, ein simpler Kaufmann aus London, der um ihn genau Bescheid wußte und mit einer gläubigen Verehrung ohnegleichen zu ihm emporsah. Es tat seinem Herzen wohl, aus dem Munde dieses Engländers zu hören, daß die Musikfreunde der englischen Metropole ihren großen Meister sehr vermißten. „Sie meinen es gut mit mir“, sagte Händel, „aber ich kann ihren Glauben nicht teilen. Niemand wird unglücklich sein, nicht einmal meine Gläubiger, denn die befürchten wahrscheinlich, ich sei vor ihnen geflüchtet, weil ich ihre Wechsel nicht mehr zahlen konnte...“ Der Engländer blieb betroffen stehen. Wechsel..., Herr Händel sei doch kein Geschäftsmann, der mit Wechseln arbeite... Händel mußte über die Einfalt des anderen unwillkürlich Jachen. „Glauben Sie denn, daß die Führung eines Theaters keine geschäftliche Angelegenheit ist? Jahrelang habe ich das Covent-Garden-Theater in London selbst geleitet; ich bin immer für alle Kosten aufgekommen und niemandem etwas schuldig geblieben. Aber in den letzten Jahren haben mich Rheumatismus und Gicht geplagt; mein rechter Arm war fast ganz gelähmt. Die Schmerzen waren oft so groß, daß ich kaum noch denken konnte. Mit dem Komponieren war es auch aus, meine Opern fanden keinen Beifall mehr, mein Theater blieb leer. So „Siehe, idi stehe vor der Tür" Gedanken „Horch, wie das draußen stürmt, ein Sauwetter! Jetzt kann man's am Abend in der Stube aushaltenc Frau, leg noch ein Brikett in den Ofen. Bis über Weihnachten wird der Vorrat im Keller noch reichen. Dann müssen wir weiter sehen. Ja, die in Bonn bringöl schon was fertig. Spinat und Blumenzwiebeln haben sie eingeführt, dafür geht unsere gute Kohle ins Ausland und wir können sehen, wie wir die Stube warm kriegen. In Korea solTs jetzt auch gamicht gemütlich sein. Dort soll es ja gemein kalt sein. Körne ich von Rußland 41 '42 her. Ich hab‘ die Nase voll, mir hat*s gelangt, vorläufig ohne mich. Jetzt sollen erst mal die anderen zeigen, was sie können. Aber deswegen wollen wir diesjahr doch richtig Weihnachten feiern. Könnte ja eigentlich zu Weihnachtöl auch wieder mal in die Kirche gehen. Mag ich gerne; wenn alle so zusammen singen: „Stille Nacht“ und „O du fröhliche“. Voriges Jahr allerdings habe ich gemerkt, daß ich imme r bloß die erste Strophe auswendig konnte. Na, die hab ich auch dann aus vollem Herzen mitgesungen. Bin doch neugierig, wie der Pfarrer das diesjahr in der Predigt fertig bringöl wird: „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“ — Hat sich was, sieht gamicht danach aus, die Erde. Die Gemeindekasse hat wieder eine Steuermahnung geschickt, können auch warten bis nach Weihnachten, die können mir mein Fest nicht stören. Hast du eigentlich schon alle Geschenke für die Kinder zusammen? Den Baum will ich diesjahr selber' schmücken. Paßt ja gut diesjahr, Heiligabend ist an einem Sonntag, da hab ich Zeit Eigentlich freue ich mich schon ein bissei auf Weihnachten. Hast du gemerkt, wie die Kinder sich darauf freuen? Uebrigens, an Onkel Max mußt du noch ein Päckchen schicken, der hat uns doch voriges Jahr das Likörservice geschenkt. Gebraucht haben wir*s ja noch nicht. Mal sehen, vielleicht besorg* ich für die Festtage eine Flasche.“ So gehen die Gedanken der Menschen. Viele, wenn auch nicht alle, vergessen, daß es auch noch eine andere Welt gibt, die kaum weniger realistisch ist wie das Kriegsgeschehen in Korea, die Jagd nach Kohlen und die Alltagssorgen der Menschen. ** „Stehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an“ .... Einer will etwas von dir. Mitten ln deinen Weihnachtsvorbereitungen will er dritten Advent dich sprechen. Und wenn du Ihn nicht hörst, sind alle deine Weihnachtsvorbereitungen umsonst Dann ist der Weihnachtsbaum mit seinen Kerzen wohl auf einige Stunden ein Schmuck ln deiner Stube gewesen, hat dir vielleicht auch eine rührselige Stunde bereitet wenn er aber anfängt, seine Nadeln zu verlieren, wirst du ihn heraussteilen wie alle Jahre, und es wird am 27. Dezember genau so weiter gehen, wie es am 23. aufgehört hat Denn in deinem Herzen wird‘s nicht strahlen und jubeln. Vor deiner Tür steht Einer und bittet um Einlaß. O, Wunder über Wunder, daß ER so- still bittet Er kommt ja in Sein Eigentum. Wenn wir an unserem eigenen Haus klopfen müssen und jemand die Tür von innen verschlossen hat — da soll uns mal einer kennen fernen, da können wir Krach schlagen. Du und dein Haus, unser Volk, alle Menschen auf Erden sind SEIN Eigentum. Daß wir überhaupt das Leben haben, ist ja SEINE Gabe Aus deiner warmen Stube heraus hast du doch eben an die Zeit vor Weihnachten damals 42 bei Charkow oder 44 in Stuttgart oder Breslau gedacht. Daß in dieser Stunde dein Atem noch ein- und ausgeht, ist SEIN Geschenk. „Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht ruf!“ So k?lt und nüchtern stellt es das Evangelium des Johannes fest. „Welche ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden . . .“ Jetzt fängts an zu jubeln. Er klopft nicht überall umsonst an. Es gibt welche in Städten, Dörfern, Völkern, die ihn aufnehmen. Wenn ich dir etwas für das kommende Weihnachtsfest wünsche, dann, daß du zu der Zahl derer aus allen Zungen und Völkern gehörst, die das Klopfen des Herrn hören und die Tür auftun. Das ist wichtiger als. Weihnachtsbaumschmücken und Pfefferkuchenbacken. Es ist wirklich für dich auch wichtiger als Koreakrise und Wiederaufrüstungsfrage. Es ist die überaus .wichtige Botschaft des Advents: Du wirst gesucht und besucht. Wenn es zu einer Begegnung zwischen IHM und dir kommt, dann wird dein Leben erst ein rechtes Leben und dein Tun ein rechtes Tun. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allezeit dankbar sein. Baudis, P. &4 ioeiknacktet AeinX Nicht nur im flaumig weichverschneiten Win- terwald, nicht nur im traulich tannengrün geschmückterv Stübchen, nein, mitten im gurgelnden Alltagsstrudel meint man die leisen T ritte des Christkindchens zu hören. Kein Fest wohl vermag so feinstimmig die Saiten der Menschenherzen anzuschlagen, keines ist von so viel geheimnisvoll zarten Fäden umwoben wie die heilige Nacht. Auch in unserem Städtchen sind die Vorboten der heiligen Nacht eingekehrt. Seit wenigen Abenden grüßt vom Röhrenbrunnen her ein hoher Tannenbaum die geschäftigen Menschen. Lichtlein blitzen auf den Tannenspitzen, und für einen Augenblick huscht ein seliges Lächeln über das Antlitz der Vorbeieilenden — ach ja, Weihnacht! — Seltsam, wie der bescheidene Lichterbaum alles Grobe, Häßliche und Nüchterne in den Hintergrund drängt! Wie er in seinem milden Glanz über die Welt mit ihren technischen Wundern triumphiert! Christbaum, mitten im Häusermeer! Strahlst Freude — Frieden — Seligkeit. — ei — wußte ich keinen Ausweg mehr, ich mußte das Theater schließen, um hierher nach Aachen reisen zu können, wo ich von den heißen Quellen Heilung erhoffte.“ Händel schwieg und auch sein Begleiter wagte nicht mehr zu sprechen. Die Erzählung des Mannes, der ihm durch seine Musik schon so viel gegeben hatte, ergriff ihn tief. Erst nach einer Weile wagte er zu fragen, ob der Meister sich in Aachen auch wirklich erholt habe. Händel spürte, daß die Frage nicht aus Höflichkeit gestellt war, sondern aus einem mitfühlenden Herzen kam. „Sie sehen ja“, rief er aus, „ich brauche keine Sänfte mehr; zu Fuß kann ich vom Badehaus zur Kathedrale gehen.“ . Händel war stehen geblieben und sah zu dem Gotteshause hinüber. Seine mächtige Gestalt war hoch aufgerichtet. Von seinem Antlitz, das von der grauen Allongeperücke umrahmt war, ging eine derartige Würde und Erhabenheit aus, daß der junge Engländer keinen Menschen, sondern einen Gott vor sich zu haben glaubte. „Ich habe ein Gelübde getan“, sagte Händel, „so lange ich in Aachen bin, beim Hochamt die Orgel zu spielen.“ Er gab dem Fremden kurz die Hand und ging festen Schrittes auf die Kathedrale zu. Wenige Minuten später hörte der junge Engländer, der nicht gewagt hatte, dem großen Mann in die Kirche zu folgen, w» gewaltiges Brausen aus dem Gotteshaus dringen. Das war kein bloßes Orgelspiel mehr; das war ein großartiger, die Herzen emporreißen« der Lobgesang, ein jauchzendes Gehet, das in einem Jubelchor von Tönen zum Himmel emporstieg. Georg Friedrich Händel, ein Gewaltiger unter den Menschen, dankte seinem Gott in Tönen dafür, daß er ihn von qualvollen Schmerzen befreit hatte. Weil‘ auf mir, du dunkles Auge, Uebe deine ganze Macht, Ernste, milde, träumerische Unergründlich süße Nacht! Nimm mit deinem Zauberdunhel Diese Welt von hinnen mir, Daß du über meinem Leben Einsam schwebest für und für. Lenau. V >1 Roman von Maria Seekolza». ünUTlpIt U» mnrhn«! loatii-VMii Mimt.(Mas SO. Fortsetzung Die heftigen drei König mit ihrigem Stern, sie bringen dem Kindl ein das Opfer so gern. Sie reisen in schneller Eil, in dreizehn Tag vierhundert Meil... Da gab Balthasar dem Kaspar einen heimlichen Stoß, daß diesem bald die Stange aus der Hand gerutscht wäre. »Jetzt ist. sie davongerannt!* raunte er schnell. Der Kaspar hatte es auch gesehen, daß die Fremde auf einmal aufgestanden ist und eiligst davonscblich. Da mußten sie schon die dritte Strophe beginnöl: Die heil'gen drei Könige mit ihrigem Stern, knien nieder und ehren das Kindlein, den Herrn. Ein' selige, fröhliche Zeit verleih uns Gott im Himmelreich!.». Fleissig hatte der Kaspar an seiner Kurbel gedreht. Eine vierte Strophe hätte ihn in leichte Atemnot gebracht. P - h sie waren fertig. sassoo und Gäste des Kupferer- nofes lobten sie und dankten ihnen herzlich. Nun drängte man in die Stube. Dort durften sich die drei Buben mit an den Tisch setzen Herzhaft griffen sie nach den Schmalznudeln und tranken einen Glühwein dazu. Die drei Heiligen wandten sich mit voller Energie weltlichen Genüssen zu. Der Mohr rollte die Augöi und drückte gewaltige Mengen hinunter. Nach einer halben Stunde meinte der Herr Pfarrer, daß es jetzt genug wäre und die Buben nach Hause müßten. Er selbst würde sich auch verabschieden, denn morgen müsse er wieder früh auf dem Damm sein Er werde die Buben gleich ins Dorf zurückbegleiten. So brachen die vier auf. Ein Pfarrer und drei Heilige. »Am besten wird es sein, wir gehen gleich den kleinen Fußweg, am Birkenwald vorbei, da sind wir am schnellsten im Dorf" riet der Pfarrer. Und so hielten sie es auch. Der Weg war so schmal, daß sie gerade hintereinandergehend Platz hatten. Der Pfarrer schritt voran. Bald erschien das Birkenwäldchen. Die Fackeln hatten sie ausgelöscht, denn der Mond schien hell genug, daß man sehr gut sehen konnte. Bewegte sieb dort nicht jemand, gleich bei den ersten Bäumen? Eine schwarze Gestalt- Eine Frau scheinbar — Sie griff in die Luft... Auf einmal hörte man ein Röcheln ... Da sprang der Pfarrer mit gewaltigen Sprüngen voraus, so schnell es seine alten Beine gestatteten. Innerhalb weniger Sekunden war er dort angelanspt. Der Pfarrer hatte es deutlich erkannt: Hier wollte sich ein Mensch erhängen! — Er konnte sich im ersten Augenblick nicht anders helfen, als den Körper des Menschöl zu umfassen und ihn hochzuheben, damit der Tuchfetzen, der an einem dick öi Ast angeknüpft war, sich lockerte Es war eine Frau. Die Hilfe kam um che Sekunde gerade noch rechtzeitig. Mit großer Mühe löste der Pfarrer dae Tuch. Die Lebensmüde sank in sich zusammen. Die erschrockenen Buben, welche inzwischen auch herbeigeeilt kamen, halfen, die Frau auf den ausgebreiteten Mantel des Pfarrers betten. Da kam sie zu sich. Der Pfarrer leuchtete ihr mit der Taschenlampe ins Gesicht. Bleiche, abgehärmte, eckige Züge starrten ihn an „Haben Sie so viel Kraft, daß Sie mit mir gehen können?" frug sie leise der Pfarrer. Da versuchte die Frau aufzusteheu. Mühsam, aber es ging. Mit Entsetzen sahen die Buben, daß es dasselbe Weib war. das vorhin mit ihnen ging. Balthasar wurde blaß unter seinem rußigen Gesicht, Melchior und Kaspar zitterten. „Geht heim, Buben, das ist nichts für euch .. ich werde die Frau schon unter ein Dach bringen und hängt es daheim nicht an die große Glocke." Verängstigt schauten die Heiligen Drei Könige, daß sie auf dem schnellsten Weg nach Hause kamen. Am andern Tag wußte es das ganze Dorf, daß der Herr Pfarrer im Birkenwald eine Frau gefunden hätte, die .sich gerade aufhängen wollte, und daß der Herr Pfarrer gerade noch im rechten Augenblick da- zugekommen wir*- — — „Warum ließet Ihr mich nicht hängen? — Jetzt wäre alles vorbei!" — Verzweiflung lag in der Stimme des Weibes. Da strich ihr der alte Pfarrer gütig übers Haar. „Seid ruhig, ganz ruhig. Ihr geht jetzt mit mir." Er nahm sie beim Arm und führte sie behutsam. Wortlos gingen sie ein Stück Weg. Immer wieder betrachtete der M arn e r das Gesicht von der Seite „Ich meine, ich müßt Euch kennen..." Mit aufgeregter Hast riß sie auf einmal ihren Arm aus dem seinen und trat eines Schritt zurück. „Ich meine auch, daß Ihr mich kennen müßt. Herr Pfarrer...!" Da leuchtete er ihr nochmals mit der Taschenlampe in das Gesicht „Sie sind ..." „Die Katharina, die Katharina Kupfever, Herr Pfarrer!-" „Die Ka ... tha... ri»a — —- das ist nicht.. ‘ „Und doch bin ich die Katharina!- Ich bin nicht tot, Herr Pfarrer — — nein -ich lebe! —" Ein Aufschrei der Frau klang schaurig durch die Nacht. „Wenn es auch besser wäre ich sei tot... hätten Sie mich hängen lassen ..." Schluchzend brach das Weib in sich zusammen Der Pfarrer sprang hinzu. Ihm zitterte* selbst die Knie. »Katharina, bei Gott, du lebst, jetzt erkenne ich dich erst richtig... wo kommst du her? — Alle meinen du wärest tot!" Mit irren Augen blickte Katharina in ehe Nacht hinein. „Katharina, hörst du... Katharina ... nimm dich jetzt zusammen... kh stütze dich .. komm, wir gehen au mir nach Hause.“ Willig Meß sich das Weib führen. folgt JhippeauuiQM. aus Peddigrohr.ab DM 89,— Jündmeaqen aus Peddigrundrohr. ab DM 79,— in Luxusausführung ....... ab DM 89,59 Verlangen Sie für das Gewünschte Angebot Großes Lager! — Audi der weiteste Weg lohnt sich! Kinderwagenfabrik Ellermann (17a) Philippsburg/Bd. * Tel. 325 + SCHWERHÖRIGE + kleinste preisgünstige Hodileistungs-Sdiwerhörigen-Apparate mit eingeb. Miniaturbatterien. Vollendete Tonqualität hervorragende ternwirkung. Sofort lieferbar. Siemens-Reiniger-Werke, Mannheim, D 4,1 Unverbindliche und kostenlose Beratungsstunden in Bruchsal am Dienstag, den 19. Dezember 1950 von 14 bis 19 Uhr Hotel „Friedrichshof". Geschw. 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Die Marke dieses Unternehmens ist der „Hansi“ - Bub, wie er gegenwärtig aus den Schaufenstern-vieler Brudisaler Geschäfte jeden Vorübergehenden anlächelt, als ob er sagen wollte: Nimm und iß „Hansi“-Schokolade, sie versüßt Dir das Leben! Es war ein weiter Weg, den die Fa. Rüger und ihr „Hansi“ zurückzulegen hatten: 1945 wurden beide aus ihrer angestammten Heimat ausgewiesen und schlugen sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Ihre erste Station war Heidelberg, aber es fehlte an Räumlichkeiten, um einen neuen Betrieb auf die Beine zu stellen. Das Glück wollte es, daß Rüger mit der Stadtverwaltung Bruchsal Verbindung bekam, die durch Hergabe eines Darlehens den Ausbau -der. „Fortuna“ ermöglichte. In diesem für eine Schokoladefabrik sehr zweckentsprechenden Gebäude wurde ein neuer Betrieb ausgerüstet, mit den modernsten Maschinen und mit vorläufig etwa 20 Arbeitskräften. Auf dieser Grundlage wird Rüger weiterbaueh und seine Fabrik Zug für Zug vergrößern, bis die alte Höhe erreicht,' d. h. die „Hansi“-Schokolade wieder in allen; deutschen Gauen zu finden ist. Ein paar historische Daten Die Schokoladenfabrik „Hansi“ ist beinahe ■ ein Jahrhundert alt: 1858 wurde das Unternehmen in Dresden-Lockwitzgrund durch den Großvater des heutigen Besitzers, Kommer- • zienrat Otto Rüger, gegründet. Der wirtschaftliche Aufstieg der österreich-ungarischen Monarchie veranlaßte die Firma, 1896 auf sudetendeutschem Gebiet, in Bodenlhach an der: Elbe, eine weitere Schokoladenfabrik aufzubauen. Das Markenbild der Fabrik, der „Hansi“- Junge, wurde um das Jahr 1900 aus der Taufe gehoben. Es dauerte nicht lange, bis die „Hansi“-Erzeugnisse zu den führenden und den qualitativ besten der deutschen Schoka- ladenindustrie zählten. Obwohl das Hauptab- satzgebiet in Ost- und Mitteldeutschland Lag, war die „Hansi‘‘-Schokolade vor dem Krieg auch in Süddeutschland bekant. Das Bodenbacher Werk versorgte vor allem die Tschechoslowakei, die angrenzenden deutschen Gebiete mit „Hansi“-Erzeugnissen; mit Tafelschokolade, mit Pralinen, mit Bonbons und Dauerbackwaren.- Es gibt keine Sudetendeutschen, denen der „Hansi“-Bub der Firma Rüger nicht bekannt wäre. Der Zusammenbruch des Jahres 1945, die Ausweisung der Sudetendeutschen machte eine Verlagerung der Firma notwendig. Das Bodenbacher Werk wurde von den Tschechen beschlagnahmt, irgendein tschechischer Unternehmer setzte sich Herein und produzierte ..Hansi“-Schokolade, als ob nichts geschehen wäre. Ein neuer Anfang Wie alle Sudetendeutschen kam auch Rüger mit nichts nach Deutschland. Eines nur konnten ihm die Tschechen nicht nehmen, die langjährige Erfahrung, seinen persönlichen Mut, seine persönliche Initiative. In Heidelberg errichtete er zunächst ein Vertriebsbüro, und ein Jahr darauf in Ziegelhausen eine eigene Produktionsstätte. Die bis in das erste Halbjahr 1950 hereinreichende Kontingentierung der Rohstoffe machte einen Zusammenschluß mit einer zwei- Westdeutschland bahnt und die „Hansi“-Seho- kolade wieder das wird, was sie in den Hauptabsatzgebieten ihres früheren Standortes war: Die führende, qualitativ erstklassige Marken-, Schokolade. Wie entsteht die Schokolade? Die Kakaobohne, wie sie am Baume wächst, bildet den Rohstoff. Wie eine bittere Mandel, so abscheulich schmeckt sie, fast kaum zu genießen! Ihr Geheimnis: Die Kakaobohne muß zerstampft und zermahlen werden zu .feinstem Staub, ehe das Aroma frei wird. Die Zutaten für die Schokolade sind Zucker, Milch- pulver und Kakaobutter. Bei einer Temperatur vbn 32 Grad werden diese „Grundstoffe“ sorgfältig miteinander gemischt. Die Hauptsache ist das „Conchieren“. Die Schokoladernasse -wird in einem granitenen Walzwerk 72 bis 96 Stunden ununterbrochen hin und hergejagt und in feiräste Partikelchen zerschlagen, um den vollen aromatischen Geschmack zu bekommen, wie ihn der Verbraucher liebt. Eine Spezialmaschine füllt den zähen Schokoladenbrei in bereit gestellte, den späteren Tafeln entsprechende Formen, die übereine Rüttelmaschine und durch eine Kühlanlage laufen. Die endgültige Verpackung in „Silberpapier“, in die Hülle geschieht auf maschinellem Weg. Lediglich die kleinen 50 Gramm- Packungen müssen handverpackt werden. Nun ist der Weg frei für die „Hansi“-Scho- kolade, sie geht hinaus in alle deutschen Gaue und kündet dort vom zähen Unternehmer- ’fleiß eines neuen Werkes. Mit der Schokoladenfabrik „Hansi“ wurde Bruchsal um einen bedeutsamen Industriebetrieb reicher, einen Betrieb, der erhebliche Ausbaumöglichkeiten in sich birgt. Wir wünschen dem neuen Unternehmen für die Zukunft alles Gute und eine Entwicklung, die alle Hoffnungen rechtfertigt. S. R. Kreuz und quer durchs Stadtgeschehen ten, sehr bedeutenden Schokoladenfabrik des mährischen Raumes, mit Fritz Ehinger erforderlich, Eine Kommanditgesellschaft wurde gegründet, um die rohstoffmäßige Untermauerung des Unternehmens zu gewährleisten. Der Betrieb, der im Anfangsstadium seiner Entwicklung steht, konnte bereits eine gut funktionierende Verkaufsorganisation aufbauen. Das Werk beliefert heute ganz Westdeutschland einschließlich Berlin. Der Absatz ist zufriedenstellend und Rüger hofft, daß sich der „Hansi“-Junge seinen Weg durch ganz Aerztlicher Sontagsdienst. Am Sonntag, 17. Dez., haben Dr. Mayer, Augartenstr, 18, Tel. 3, und Dr. Spangenberg, Asamstr. 5, Tel. 285, Dienst. Zur Abgabe von Arzneien ist die Hofapotheke, Friedrichstr., geöffnet, Weihnachtsfeier des Realgymnasiums. Die Weihnachtsfeier des Bruehsaler Realgymnasiums findet am Freitag, 22. Dez., statt und steht im Zeichen des Bachjahres. Aus diesem Grunde hat der Schülerchor das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach einstudiert. Das Schulorchester ist durch Musikfreunde“ und Kräfte des badischen Staatstheaters verstärkt. Die Solostimmen außer der Tenorpartie werden ebenfalls von Schülern des Realgymnasiums gesungen. Zu dieser Veranstaltung, die in der festlich geschmückten Turnhalle der Freiherr-vom-Stein-Schule am Nachmittag um 15 Uhr stattfindet und am Abend für die Oeffentlichkeit wiederholt wird, ist jedermann herzlich willkommen. Karten sind am Eingang der Turnhalle erhältlich. — Am zweiten Weihnachtsfeiertag wird das Weihnachtsoratorium um 16 Uhr in der Lutherkirche aüf- geführt. Karten hierzu sind im Vorverkauf bei Musikhaus Müller und bei den Buchhandlungen Ott u .Braunfoarth und Baier erhältlich. MGV „Cacilia“. Die Sänger treffen sich am Sonntag, 17. Dez., um 15 Uhr. in der Sporthalle des ASV im mittleren Schloßgarten zu einer Probe. Um 17 Uhr ist gemeinsames Weihnachtsliedersingen mit der Stadt- und Feuerwehrkapelle am Weihnachtsbaum vor der Stadtkirche. Um 19 Uhr veranstaltet die Cäcilia in der Sporthalle des ASV ihre Weihnachtsfeier. Das reichhaltige Programm sorgt für frohe und genußreiche Stunden. Alle pas- 1 «‘Hi’iiiileii werden amli riieftdiuariien miidiliij Generalversammlung der Obst- und Gemttseerzeugergenossenschaft Bruchsat Verabschiedung der RM-Schlußbilanz, Vorlage der DM-Eröffnungsbilanz und ihre Genehmigung, Neuwahlen des Genossenschaftsvorstandes und des Aufsichtsrates standen im Mittelpunkt der Generalversammlung der Obst- und Gemüseerzeugergenossenschaft Bruchsal, die vorgestern in der „Winzerstube" unter lebhafter Anteilnahme der Genossenschaftsmitglieder abgehalten wurde. Unter Vorsitz des 1. Genossenschaftsvorsitzenden Uebelhör wurde die umfangreiche Tagesordnung zügig abgewickelt und außerdem noch in einem Referat von Geschäftsführer Stein brennende Tagesfragen zur Diskussion gestellt. Verbandsrpvisor Schaber, Karlsruhe, gab in "seinen ausführlichen Darlegungen über die finanzielle n „Verhältnisse der Genossenschaft seit dejnWajjtungsreforrn für die Genossen- schaftsfmtgH6(Jer' wichtiges Zahlenmaterial bekannt, Lieevorzuheben ist hier, daß das Vermögen där : Genossenschaft von 86 325 RM auf 7 727 DM zusammengeschrumpft war. Die Kapitalneufestsetzung und die DM-Eröff- nungsbilanz wurden von der Versammlung ohne Widerspruch einstimmig angenommen. Ebenso einstimmig angenommen wurde die Neufestsetzung des Geschäftsanteils der Genossen, der von 10 DM zutn Tage der Währungsumstellung auf 100 DM für das laufende Geschäftsjahr umgestellt wurde. Verbandsrevisor Schaber hatte zu diesem Punkt erklärt, daß die Genossenschaft ihren Verpflichtungen gegenüber den Mitgliedern nur nachkommen könne, wenn diese selbst durch ihre Mitarbeit dies ermöglichten. Rechnungsrat Probst erklärte als Vertreter des Landrats hierzu, die Landkreisselbstverwaltung habe stets die Arbeit der Genossenschaften im Rahmen des Möglichen und oft darüber hinaus unterstützt und würde auch in Zukunft der Genossenschaft, wie übrigens allen landwirtschaftlichen Einrichtungen des Landkreises, ihre Unterstützung zuteil werden lassen. Die Anträge der Geschäftsführung, Bericht des Aufsichtsrates über die durch den Verband vorgenommene Prüfung der DM-Eröffnungs- bilanz, Entlastung des Vorstands und Aufsichtsrates, wurden einstimmig angenommen. Auch die durch die Neufestsetzung des Geschäftsanteils notwendig gewordene Statutenänderung fand keinen Widerspruch der Genossen. In der weiteren Abwicklung der Tagesordnung wurde die Warenkredithöchstgrenze auf 5000 DM im Einzelfall festgesetzt und die Höchstgrenze der Anleihen auf 50 000 DM. Revisor Schaber führte zu diesem Punkt aus, daß durch den Wegfall der Marktordnung und die immer weiter um sich greifende Liberalisierung des Handels der Erzeuger in eine Zwangslage versetzt worden sei, die sich kreditunwürdige Elemente zu Nutzen gemacht hätten. Diese Situation müsse von der Gemeinschaft der Erzeuger zum Besseren gewandelt werden. Die Neuwahlen von Vorstand und Aufsichtsrat ergaben folgende Veränderungen: Zum 1. Vorsitzenden wurde Baron von Ment- zingen gewählt, da der bisherige Vorsitzende wegen anderweitiger Verpflichtungen in der Landwirtschaft sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Der kommissarische Geschäftsführer Stein wurde in seinem Amt bestätigt. Der Aufsichtsrat wurde wiedergewählt, neu hinzugewählt wurden Bürgermeister Weick- Rheinsheim und der örtliche Genossenschaftsvorsitzende Blau-Graben. Als Vertreter der Spargelanbaugebiete wurden gewählt Genos- [senschaftsvorstand Mahl-Wiesental, die Geschäftsführer der Spargelabsatzgenossenschaften Oberhausen, Maier, und Philippsburg, Walter. In einem abschließenden Referat von Geschäftsführer Stein wurde ein Situationsbericht über die Verhältnisse an den Märkten gegeben und darüber hinaus in eindringlichen Worten die Mahnung ausgesprochen, in Einsicht der Dinge alles Erdenkliche zu tun, um die Lage der einheimischen Erzeuger, vor allem im Hinblick auf die ausländische Konkurrenz, durch vermehrte Kraftanstrengungen zu' bessern. ' —wer. Hervorragende Brudisaler Heine Hauptversammlung der Wirfzergenossenschaft im „Engel“ Am Donnerstag hielt die Bruehsaler Winzergenossenschaft im „Engel“ ihre Hauptversammlung ab. Es galt, unter die DM-Vergangenheit einen dicken Strich zu ziehen. Das Erfreuliche: Die Genossenschaft hat sich recht gut entwickelt, ihre Mitgliederzahl stieg von 24 auf 47. Der erste Vorstand, Franz Wolf, machte einleitend auf die Vorzüge der Bruehsaler Keuper- und Kalk-Böden aufmerksam. Hier wüchsen erstklassige Weine, die bei entsprechendem Ausbau hervorragende Preise erbrächten. Oberrevisor Schaber erläuterte die Kriegs- und Währungsschäden. Ein Beispiel; Die Kriegsschädenforderung mit 8000 Mark darf in der Eröffnungsbilanz nur noch mit 1 DM aufgeführt werden. Die Geschäftsanteile der Mitglieder wurden auf 10 DM abgewertet. Die Versammlung genehmigte einstimmig die vorgeschlagene Wie- dererhöhung auf 100 DM und Festsetzung der Haftsumme auf 500 DM. Gleichzeitig wurde der Vorstand ermächtigt, Kredite bis zur Höhe von 20 000 DM aufzunehmen. Die von der Genos- schenschaft selbst einzuräumenden Kredite, bei einem später wieder möglichen Verkauf von Weinen und dergL, wurden auf 500 DM beschränkt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder, Franz Wolf und Kart Hörner, wurden wiedergewählt. ■ , Der Vorstand der Landwirtschaftsbank, Hammer, machte die Versammlung mit der finanziellen Seite der Gemeinschaftsanlage im „Eichholz“ bekannt. Die Anlage hat eine Größe von rund 4 Hektar und erforderte bis jetzt einen Kostenaufwand von 8000 DM. Bis die Anlage fix und fertig dastehe, komme das Ar auf 51 DM zu stehen, ein Preis, der bei den .heutigen Verhältnissen als gering zu bezeichnen sei. Im Mittelpunkt der Versammlung stand ein Vortrag des Weinbauinspektors Meinke-Dur- lach-Augustenberg über die Möglichkeiten einer Intensivierung des Weinbaus. Gerade die Gemarkung Bruchsal besitze wertvolles Reb- gelände, der Weinbau kranke aber daran, daß es zu viele Sorten gäbe. Das Festhalten am Portugieser z. B. sei zu einer Zeit, als man nur auf Quantität achtete, recht und gut gewesen, heute gehört die Zukunft dem Qualitätswein, dem Ruländer z. B., wie er im „Eichholz“ an- angepflanzt werde. In der Heidelsheimer Ge- fneinschaftsanlage seien im letzten Herbst vom Ar über 200 Liter Wein geerntet worden. Meinke schloß mit den Worten: „Es liegt an Euch, ihr Winzer, das Gold, das in Euren Hügeln schlummert, zu heben!“. Abschließend teilte der 1. Vorstand Wolf mit; daß die Kurpfälzische Verkaufsgeossenschaft die Absicht habe, in Bruchsal eine eigene Kelterei und Kellerei zu errichten, um den Winzergenossenschaften Bruchsal, Heidelsheim, Obergrombach usw. die weiten Anfahrten nach Wiesloch zu ersparen. s siven und aktiven Mitglieder mit ihren Angehörigen sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen. Eintritt wird nicht erhoben. MGV „Liedertafel". Die „Liedertafel“ hält ihre Weihnachtsfeier bereits heute, Samstag, 20 Uhr, in der Brauerei Denner ab. Mit der Feier verbunden ist eine Ehrung verdienter Sänger für vieljährige Vereinszugehörigkeit. Skiklub Bruchsal. Der Skiklub macht die Mitglieder nochmals auf die heute, Samstag, 20 Uhr, im „Jägerstüble“ stattfindende Weihnachtsfeier aufmerksam. Die Mitglieder werden gebeten, für die Gabenverlosung ein kleines Geschenk und eine Tüte mit Weih- nachtsgebäck mitzubringen. Obst-' und Weinbauverein. Am Sonntag, 17. : Dez., 14 Uhr, findet im „Engel“ eine Mitgliederversammlung statt. Dabei sprechen der Be- zirksvorsitzende Melder-Menzingen und Obst* bauoberinspektor Dickgießer. Die Vorstand- setoaft bittet um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder. Darmträgheit? ■ Ober Nacht helfen Burchards Perlen 'Reih pflanzlich 50 Stück 85 Pf. Touristenverein „Die Naturfreunde“. Am . Sonntag, 17. Dez., findet die 12. Programmwanderung der „Naturfreunde“ statt, durch den Göckeltaler Wald nach Heidelsheim. Der Abmarsch erfolgt um 13 Uhr beim Schlachthaus. 77. Geburtstag. Werkmeister a. D. Otto .Mü-nch, Bergstr. 2, vollendet am Sonntag, 17. . Dez., sein 77. Lebensjahr. Wir gratulieren dem rüstigen Altersjubilar recht herzlich und wünschen ihm einen noch langen und gesegneten Lebensabend. Haus der Jugend. Während der kommenden Woche bleibt das Haus geschlossen. Am Sonntag fahren wir zum Badischen Staatstheater in „Der kleine Muck“. Abfahrt 13 45 Uhr vom Haus der Jugend. Dienstag, 17.30 Uhr Weihnachtsfeier für 4- bis 9jährige Kinder bedürftiger Bruehsaler Familien in der „Scheffelhöhe“. Mittwoch, 17.30 Uhr, Weihnachtsfeier für die 10- bis 15jährigen Kinder in der „Scheffelhöhe“. Zu beiden Veranstaltungen haben nur Kinder mit schriftlicher Einladung Zutritt Wann sind Handwerkerforderungen fällig? Nach Gesetz und Brauch sind Handwerkerforderungen mit Beendigung der handwerklichen Leistungen zur Zahlung fällig. Bei 'Bauarbetten kommen außerdem zwischenzeitliche Abschlagszahlungen ln Betracht. Skonto- Abzüge sind im. Verkehr mit Lieferungs- und Leistungshandwerkern 'niemals üblich gewesen. Sie verstehen sich in keinem einzigen Falle „von selbst“ Der Württ.-Bad. Handwerkertag richtet an alle Besteller von Handwerksleistungen die dringende Bitte, pünktlich Zahlung zu leisten. Angesichts der heutigen Kreditkosten' und der Zinsen, die der Handwerker im Verzugsfall an seine eigenen Lieferanten zahlen muß, wirken Zahlungsverzögerungen der Handwerkskunden automatisch preissteigernd und gefährden außerdem zahlreiche Existenzen. An alle Handwerksunternehmer ergeht die Aufforderung, ihre Kunden durch pünktliche Rechnungserteilung dabej zu unterstützen Sonntagsrückfahrkarten zu Weihnachten und Neujahr 1950/51. Die Deutsche Bundesbahn gibt über Weihnachten und Neujahr Sonntagsrückfahrkarten, auf Entfernungen bis 70 km, in den genehmigten Verbindungen aus. Ueber Weihnachten gelten diese Karten zur Hin- und Rückfahrt vom Samstag, 23. Dez., 12 Uhr, bis Dienstag. 26. Dez., 24 Uhr. Außerdem zur Rückfahrt am Mittwoch den 27. Dez., bis 24 Uhr Ueber Neujahr zur Hin- und Rückfahrt vom Samstag, 30. Dez.. 12 Uhr. bis Montag, 1. Jan. 1951, 24 Uhr, zur Rückfahrt außerdem am Dienstag, 2. Jan. bis 24 Uhr. Ferner werden ausgegeben: Festtagskarten in allen Verbindungen über 70 km mit folgender Geltungsdauer: zur Hinfahrt am Mittwöch, 20; Dez, von 0.00 Uhr bis Montag, 1. Jan. 1951, 24 Uhr; zur Rückfahrt vom Sonntag, 24. Dez., 0.00 Uhr, bis Montag. 8. Jan. 51, 24 Uhr, Eil-, Schnell- und .Fernschnellzüge (nicht jedoch FDT) dürfen gegen Zählung der tarifmäßigen Zuschläge benutzt werden Samstag, den 16. Dezember 1950 AUS KRAICHGAU UND BRUHRAIN Philippsburg Späte Todesnachricht. Karl Lang, geh. am 8. 8. 1926, Sohn der Eheleute Eduard Lang, ist nach einer erst jetzt von einem Holländer aufgefundenen Nachricht eines deutschen Marinelazaretts am 13. September 1944 nach Verwundung verstorben. Herzliche Anteilnahme. Handball Der TV empfängt morgen den TV Oberhausen zum fälligen Verbandsspiel. Die Begegnung der alten Rivalen verspricht einen interessanten Kampf um die Punkte. Oberhausen Den Reigen der Weihnachtsfeiern eröffnet heute, Samstag, der Harmonika-Spielring mit einem Festkonzert im Gasthaus zur Einigkeit. Die Veranstaltung steht unter der künstlerischen Leitung des Meisterspielers Rolf Hager-Karlsruhe, der auch einige Solovorträge au dem Programm beisteuert. Ferner wird die Vortragsfolge von dem Quartett des Spielrings und der Schülergruppe bestritten. Die gesamte Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltungen der Kol- pingsgemeinde hielt Friedhof sgärtner Wendelin Rothardt einen Vortrag über seine Erlebnisse als wandernder Handwerksgeselle. 1932 begann er seine Wanderung, die ihn über die Schweiz nach Italien führtg. In Florenz, Rom, Neapel und auf Capri lernte er Land und Leute kennen, und überall fand'er kurzfristig Arbeit, durch die er seine Fachkenntnisse bereichern konnte. Auf dem Rückweg in die Heimat sah er Kärnten, die Steiermark und Wien. Durch Lichtbilder wurde der Vortrag vortrefflich ergänzt. Durchgeführt konnte die große Handwerkerwanderung durch die Hälfe der katholischen Gesellenvereine werden, die dem jungen Wanderer überall mit Rat und Tat zur Seite standen. Durch das Standesamt wurden im vergangenen Monat 8 Geburten (3 Knaben und 5 Mädchen), 7 Heiraten und 1 4 Sterfoefälle beurkundet. G. Rheinsheim Der Angelsportverein hielt im „Grünen Baum“ eine Mitgliederversammlung ab, in«der beschlossen wurde, an Stelle einer Weihnachtsfeier am 27. Januar 1951 im „Weinberg“ einen Fastnachtsabend zu veranstalten. Das Akkordeon-Quintett aus Trossingen, der . Stadt der Hohner-Handharmonika, hatte auf Sonntagnachmittag ein Werbekonzert mit volkstümlicher Unterhaltungsmusik angesagt. Leider war die Beteiligung der Bevölkerung so gering, daß man von dem Konzert absehen mußte. Das ist umso bedauerlicher, als der deutsche Akkordeonmeister, Hans Wernecke, und andere Größen unter den Sblisten waren. Die Hundefreunde beschlossen in der letzten Versammlung im „Löwen“, ihren eVrein aufzulösen und sich als Ortsgruppe dem Verein für deutsche Schäferhunde anzuschließen. Ueber die Ziele des Vereins sprach Schuster jr., Zuchtwart der Ortsgruppe Spöck. Ergebnisse der Vorstandsneuwahl: 1. Vorstand Willi Ripp- linger, 2. Vorst, und Zuchtwart Heinr. Schuster- Spöck, Uebungswart Oskar Lämmle, Kassier Theodor Brecht und Schriftführer Karl Bauer. Der Verein hält anl 16. Dez. in der „Rhein- lusl“ seine Weihnachtsfeier ab. Der Verkauf des Hauptgutes des hiesigen Tabakvereins, dessen Muster in der Bahnhofswirtschaft aufliegen, findet am 14. Dezember statt. Am 16. Dez. trifft sich die Belegschaft der VEDAG-Rheinsheim im „Weinberg“ zu einem weihnachtlichen Kameradschaftsabend. Im Rahmen des Volksbildungswerkes spricht am 19. Dez. im oberen Rathaussaal über „Sinn, Zweck und Bedeutung der landw. Genossenschaften“ Verbandsprüfer Göbelbecker. Der Eintritt ist frei. Als weitere Veranstaltungen sind am 16. Januar ein Vortrag über „Düngung und Pflege der Wiesen“ von Landwirtschaftsrat Hampe und am 14. März ein Vortrag über „Steuern, die den Landwirt und Gewerbetreibenden interessieren“ von Steuerfachmann Buhlen vorgesehen. Hormuth Veronika, geh. Fieger, feierte ihren 75.. Schneider Ida, geb. Brecht, ihren 76. und Landwirt Adolf Zimmermann seinen 72. Geburtstag. Wir gratulieren! Am t6. Dez. wird Joh. Baptist Blum 77, am 18. Dez. Frieda Brecht, geb Herberger, 70 und am 19. Dez. Holzdreher Albert Schmidt 77 Jahre alt. S. Obergrombach Nach kaum achttägiger Krankheit verschied Hehr 1/erhehrsdisziplin! Aufruf des Landrats an die Be völkerung in Stadt und Land In großer Sorge wende ich mich hiermit ah die Bevölkerung des Landkreises Bruchsal. Innerhalb einer Woche sind irri Landkreis zwei Menschenleben durch zwei verschiedene Verkehrsunfälle zu beklagen. Seit 1. Januar 1950 sind nun insgesamt 18 Menschen im Kreisgebiet auf der Straße ums Leben gekommen. Man könnte mir entgegnen: Kein Wunder, bei mehr als 2 Millionen Kraftfahrzeugen im Bundesgebiet, ohne die vielen Besatzungsfahrzeuge! 25 Prozent mehr Kraftfahrzeuge als im Sommer 1938! Abgesunkene Verkehrsdisziplin! Abgehetzte Menschen! AU diese Argumente können keine Begründung geben für die Summe des Unheils und der Schäden, die durch Verkehrsunfälle allmählich geradezu drohend anwächst. Ich verfolge die einzelnen Unfälle jeweils genau und lasse mir durch die beteiligten Polizei- und Verkehrsddenststeilen insbesondere die schweren Verkehrsunfälle im einzelnen vartragen und die Akten vorlegen. In ganz überwiegendem Maße waren aber nicht die oben angeführten Argumente Ursache dieser Gute Ware - gnte Preise Generalversammlung der landwirtsch. Ein- und Verkaufsgenossenschaft Die Mitglieder der landw. Ein- und Ver- baufsgenoseenschaft Wiesental hatten sich im „Reichsadler“ zu einer außerordentlichen Generalversammlung eingefunden. Punkt 1: Geplanter Neubau der Milchsammel- und Verkaufsstelle. Mit dem Neubau soll so rasch wie möglich begonnen werden, da der Genossenschaft die jetzigen Verkaufsräume gekündigt wurden. Die neue Milchzentrale soll in einem Teil der Lehrergärten in der Friedhofstraße ?rsteilt werden. Der Bauvorschlag wurde von den Mitgliedern einstimmig genehmigt. Zu Punkt 2 erteilte die Versammlung die Genehmigung zum Verkauf der alten Dreschmaschine. Wichtig war Punkt 3: — Spargelablieferung — Auch in Zukunft sollen die Spargel nur über die Genossenschaft abgeliefert werden, damit dem Erzeuger ein angemessener Preis garantiert wird und zugleich der Verbraucherpreis überwacht werden kann. Die Genossenschaft ist der Preisregu- ator und verkürzt durch ihre Einschaltung den Handelsweg zwischen Erzeuger und Veraraucher. Auf alle Fälle muß der wilde Handel ausgeschaltet werden, mit dem gewisse Händler, zum Schaden der Pflanzer, die Erzeugerpreise drücken, um den Spargel an den Verbrauchssorten zu einer hohen Gewinnspanne absetzen zu können. Angesichts der steigenden Gemüseeinfuhren ist es unerläß- 'ich, daß sich die deutschen Bauern zusam- ■nenschließen, um überhaupt lebensfähig zu oleiben. Punkt 4: Warenrückvergütung. Diese soll nach dem Beschluß in der letzten Jahreshauptversammlung erstmals wieder ab 1950 gewährt werden. Der Ueberschuß aus dem ähriiehen Umsatz soll wieder an die Mitglieder verteilt werden. Das erfordert aber, daß die Mitglieder ihre Waren, Futter- und Düngemittel usw. auch bei der Genossenschaft beziehen. Nur ein gesteigerter Umsatz verbilligt die Waren und wirft noch einen entsprechenden Gewinn ab. Die Genossenschaft garantiert, daß bei günstigen Preisen auch wirklich das Beste verkauft wird. Zur Kohlenversorgung wurde mitgeteilt, daß die Genossenschaft alles tun wird, um hier möglichst schnell Abhilfe zu schaffen. ap. Unfälle, sondern technische Mängel, Schlamperei, Unachtsamkeit, Leichtsinn, Fahren in Trunkenheit und ähnliche von den Verkehrsteilnehmern zu vertretende Umstände. Das deutsche Volk ist in zwei Kriegen biologisch und materiell geschwächt genug! Wie können wir es verantworten, daß nun gewissermaßen die Straße zum Schlachtfeld wird und auf ihr Tag für Tag meist Unbeteiligte weiter getötet oder in ihrer Gesundheit geschädigt werden! Es ist ja mittlerweile bald ein größeres Wagnis -geworden, ein Kind allein zur Schule oder zum Bäcker zu schicken als auf eine Eisenbahnreise! Statistiker haben ausgerechnet, daß in Württemberg-Baden alle-20 Minuten ein Verkehrs- unfall, alle 31 Minuten ein Verletzter, alle 14 Stunden ein Toter zu verzeichnen ist. Es ist nicht meine Sache, einzelne Fälle aufzuzählen. Die Presse schildert sie in beredter Sprache Tag für Tag. Meine Pflicht aber ist es, zu warnen und zu bitten: * Ich warne alle die, die die Straße mit einem Tummel- und Rummelplatz verwechseln, auf dem sie den Ton angeben unter Mißachtung von Gesetz und Ordnung! Und ich bitte in dieser besinnlichen vorweihnachtlichen Stunde alle, die genötigt sind, tagtäglich die Straße so oder so zu benutzen, sich so zu verhalten, daß sie durch ihr gutes Beispiel auch die Anderen zum disziplinierten Verhalten anspornen nach dem alten Wort: „Hinweise belehren, Beispiele reißen mit!“ Ich weiß, daß ich mit diesem Aufruf mir nicht nur als Landrat meine Sorge von der Seele geschrieben, sondern auch vielen Kreisangehörigen aus dem Herzen gesprochen habe. Und deshalb erwarte ich mir von meinen Worten einen Erfolg. Bruchsal, 16. Dezember 1950 gez. L. W e i ß, Landrat. ff Rührt des Kupfers Brei • • . Odenheimer erleben den Guß ihrer Glocken! ff Der Ortsgeistliche, Bürgermeister und 30 Vertreter der Gemeinde weilten am vergangenen Samstag zum Glockenguß bei der Firma F. W. Schilling in Heidelberg. Die Glok- kenformen bestanden, wie früher, aus Lehm ■und Stein. Zum Guß der neuen Glocken wurden etwa 25 Ster Fichtenholz verwendet. Das aus 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn bestehende Metall mußte auf ca. 1300 Grad erhitzt werden, um es zum Guß reif zu machen. Durch Entnahme einer Probe überzeugte sich der Glockengießer von der Gußreife des Metalls. Zischend und sprudelnd strömte nach der Oeffnung des Gußofens das Metall in die Glockenform. Es war ein ergreifender Anblick, als während des Gusses der Glockengießer mit seinen Gesellen und der Ortsgeistliche niederknieten und den Herrgott um das Gelingen des Gusses anflehten. Die neuen Glocken werden folgende Inschriften tragen: Herz-Jesu-Glocke: Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und was will ich anders, als daß es brenne; Herz- Mariä-Glocke: Hoch preist den Herrn meine Seele und mein Geist frohlockt in Gott meinem Heiland, denn großes hat an mir getan der mächtig ist. Bild: Im heiligen Jahr 1950, als Pius XII. das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel feierlich verkündete, goß mich zu ihrer Ehre F. W. Schilling in Heidelberg. St Michaels-Glocke: Heiliger Erzengel Micheal, beschütze uns im Kampf, laß uns nicht zugrunde gehen im schrecklichen Gericht. Den Gefallenen zweier Weltkriege. St. Josephsglocke: Er hat ihn gesetzt zum Herrn seines Hauses und zum Fürsten über all sein Besitztum. Schutzengelglocke: Ihre Engel schauen immerfort das Angesicht meines Vaters, der im Himmel ist. Der Turnverein führt heute um 20 Uhr im „Sternen“ das Schauspiel „Krone und Fessel“ auf. Am Sonntag, 17. Dez., um 20 Uhr, gibt der Turnverein in Zeutem ein Gastspiel. gestern der Landwirt Adolf Benderl, Hauptstraße 18. Der Verstorbene erreichte ein Alter von 68 Jahren. Den schwergeprüften Hinterbliebenen wendet sich allgemeine Teilnahme zu. G Untergrombach Y Der Musik-Ipstrumental-Verein hielt im „Engel“ seine Weihnachtsfeier ab. Die Blaskapelle erfreute alle Anwesenden mit ernsten und heiteren Weisen. Die Schülerkapelle zeigte mit zwei Weihnachtsliedern zum ersten Mal ihr Können in der Oeffentlichkeit. Die Begrüßungsansprache hielt Vorstand E. Eißner. Die verdienten Mitglieder Karl Eißner, August Stefan und Anton Kretz wurden mit einem Geschenkkorb geehrt und Hermann Schneider und Michael Doll zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Theatergruppe des Vereins führte das Theaterstück „Bajazzo, Dein Spiel ist aus“ mit reichem Erfolg auf. In den Hauptrollen gefielen besonders Karl Stöber, Wilfried Kretz und Lina Pfeifer. Ebenso eine nette Weihnachtsfeier erlebte der Handharmonikaklub. Das Orchester unter Leitung von L. Pfeffer brachte als Auftakt das „Präludium“ von Mahr zum Vortrag. Nach der Begrüßung durch Vorstand Hannich. hörte man u. a. Händelsche Musik. Auch das Theaterstück „Der Falk vom Habichtshof“ fand viel Gefallen. AHe Spieler gaben ihr Bestes. Spielleiter Wilhelm Stell und Ernst Wüst kann nur gratuliert werden. In den Pausen trugen die Untergrombacher Meisterspieler der Ziehharmonika die prächtigen Musikstücke vor, die sie beim Preisspielen in Karlsruhe gespielt hatten. Der „Vereinigte Männergesangverein“ lädt seine Mitglieder zur Weihnachtsfeier am Sonntag, 17. Dez., im Engelsaal ein. Für den Abend wurde Frau Trude Hüber-Beckert und ein kleines Orchester aus einheimischen und Bruchsaler Musikern gewonnen. Der Männerchor unter seinem Dirigenten Adolf Behle, sowie die Theatergruppe des Vereins werden ebenfalls an der Gestaltung des Abends mithelfen. Die Theatergruppe wird das Singspiel „Die schöne Postmeisterin“ aufführen. Die Saalverhältnisse bedingen eine zweimalige Vorstellung. Die Vorstellung am Sonntag ist nur für Vereinsmitglieder bestimmt. Die Wiederholung für die Allgemeinheit findet am 2. Weihnachtsfeiertag statt. — Die Fußballer empfangen am Sonntag den Bezirksligisten Karlsdorf zum Spiel um den Kreispokal. Die Untergrombacher Fußballer werden alles daransetzen müssen, um gegen den kampfstarken Gegner ehrenvoll abzuschneiden. —eel— Langenbrücken Am Samstag beginnt der MGV „Eintracht“ mit den diesjährigen Weihnachtsfeiern. Auf • vielfachen Wunsch der Bevölkerung wird die vor drei Jahren mit großem Erfolg aufgeführte Operette „Die Winzerprinzessin Rosemarie“ mit den alten Kräften wieder aufgeführt. Man darf bestimmt wieder mit dem gleichen Erfolg rechnen, und die ganze Bevölkerung ist zum Besuch herzlich eingeladen. Beginn 20 Uhr im Schwefelbad ES rta veredeZte 'feifl pflegt die ‘■flaut Rhein wasserstände Konstanz 320 (—3), Rheinfelden 265 (4 2), Breisach 214 (—ß), Straßburg 290 (—9), Karlsruhe 483 (—8), Mannheim 372 (—13), Mainz 349 (—9), Bingen 257 (—9), Caub 289 (—9). Gottesdienste am Sonntay Katholische Gottesdienste Stadtkirche: 3. Adventssonntag: 8.15 Uhr Hauptgottesdienst mit Adventskommunion der Kinder; 11 Uhr Singmesse mit Predigt. Notkirche: 7 Uhr Frühmesse; 9.15 Uhr Hauptgottesdienst mit Adventskommunion der Kinder; 14 Uhr Feierliche Taufe mit Corporis-Christi- Bruderschaftsandacht mit Segen, nachher Kommunionunterricht. Nach dem Hauptgottesdienst und der Nachmittagsandacht Weih- nachtsmarkt im Jugendzimmer. Hofkirche: 7 Uhr Frühmesse; 8 Uhr Adventsgottesdienst der Schuljugend; 9 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt; 10.30 Uhr Singmesse mit Predigt; 14 Uhr Adventsandacht. St. Peter: 7 Uhr Frühmesse; 8.15 Uhr Kindergottesdienst mit Gemeinschaftskommunion der Schulkinder; 9.45 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt; 13.30 Uhr Christenlehre; 14 Uhr Adventsandacht mit Dreifaltigkeitsbruder- DER Sp&jt DER HEIMAT Was bringt die 3. Verbands-Pokalrunde? Pokalrande: Hambrücken — Forst Huttenheim — FV Wiesental Untergrombach — Karlsdorf Mingolsheim — Unteröwisheim Kronau — Kirrlach Menzingen — Odenheim Heidelsheim — Bretten Im dritten Durchgang zur Kreis -Pokalrunde greifen nunmehr auch die Vereine der zweiten Amateuriiga in die Spiele ein, so daß gewissermaßen ein Höhepunkt erreicht wird. Ver- nutlich werden sich bei den Begegnungen die Amateurligisten belehren lassen müssen, daß «ich in den unteren Gruppen noch ein an- ctändiger Fußball gespielt wird, womit ange- leutet ist, daß knappe Ergebnisse zu erwar- en sind. Dies trifft bestimmt auf das Spiel in Jambrücken zu, wo Forst“« Germanen eine Jas trolle geben. In Huttenheim darf man Wiesental in Front erwarten, während Untergrombach den Karisdörfem bestimmt alles ab- /erlangen wird. Die A-Klassenpaarung in Mingolsheim spricht für die Platzbesitzer. Kirrlach dürfte in Kronau keinerlei Schwierigkeiten haben, wie auch Qdenheim die B- Klassenelf Menzingen glatt ausspielen sollte. Heidelsheims Platzvorteil spricht für einen Sieg gegen den VfB Bretten. Punktspiele der B-Klasse Gruppe Bergstraße: Neibsheim — Gölshausen Bretten lb — Obergrombach Oberöwisheim — Büchig Tabellenführer Oberöwisheim hat in Büchig einen leichten Gegener, so daß es auf eigenem Platz mühelos zu einem Erfolg reichen wird. Der Ausgang des Spiels in Neibsheim ist als offen zu bezeichnen, während Obergrombach ln Bretten zu einem knappen Erfolg kommen kann. Gruppe Hardt: Weiher — Neuthard VfB Bruchsal lb — Stettfeld FV Wiesental lb — 08 Bruchsal Neuthard steht ln Weiher vor einer neuen schweren Aufgabe, jbel der der Platzvorteil entscheidend sein kann. Der VfB Bruchsal kann sich mit einer guten Leistung, wenn auch nur knapp, gegen Stettfeld behaupten. Ein Sieg der Reserven des FV Wiesental über 08 Bruchsal steht außer jedem Zweifel. Hockey HC Heidelberg — TSG Bruchsal Tv Heidelberg — Tv Mannheim Germ. Mannheim — MTG Mannheim VfR Mannheim — TSG Heidelberg Das angesetzte Punktespiel der TSG Bruchsal beim Meister HCH wurde vom Gastgeber abgesagt und auf einen späteren Termin verlegt. Handball Bezirksklasse: Die beiden Punktespiele der Bezirksklasse im Handball dürften aller Voraussicht nach zu keinen Ueberraschungen führen. Nachdem Philippsburg am letzten Sonntag aus Kronau einen Punkt entführt hat, sind auch die Chancen gegen Oberhausen bestens. Kronau sollte in Oestringen keine Schwierigkeiten haben und einen sicheren Erfolg herausspielen. Kreisklasse: Hochstetten — Rußheim Neudorf — Graben Graben lb — Neuthard lb In der Kreisklasse werden sieh mit Ausnahme des Spiels in Neudorf, wo Graben Favorit ist, die Platzbesitzer durchsetzen. St. Paul: 7 Uhr Frühmesse; 8 Uhr Schülergottesdienst mit Predigt und Gemeinschafts- kommunion der Kinder; 9.30 Uhr Amt mit Predigt; 13.30 Uhr Christenlehre für die Mädchen; 14 Uhr Adventsandacht mit Segen als Andacht zur Erhaltung des Friedens; 14.30 Uhr Versammlung des III. Ordnes. St. Maria: 7.30 Uhr hl. Messe. St. Paulusheim: 6 und 7 Uhr hl Messen; 9 Uhr Amt; 17 Uhr Abendandacht. Kath. Stadtkirche Philippsburg- Sonntag: 7.30 Uhr Frühmesse mit Gemeinschaf tskommumion der Christenlehrpflichtigen; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst; 2 Uhr Adventsvesper. Evangelische Gottesdienste Evang. Stadtpfarramt Bruchsal. 3. Adventssonntag; 8.30 Uhr Frühgottesdienst; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst. Pfr Dr. Scheuerpflug; 10.45 Uhr Kindergottesdienst; 10.45 Uhr Christenlehre im Kindergarten, Mittwoch, 20. 12.: 7.15 Uhr Morgenwache. Evang. Gemeinschaft, Moltkestr. 3: 9.30 Uhr Predigt; 10.30 Uhr Sonntagsschule. Evang. Kirchengemeinde Philippsburg Philippsbnrg, 3. Advent, 17. 12.: 10 Uhr Gottesdienst; 11 Uhr Kindergottesdienst. Wiesental, Sonntag: 8 Uhr Gottesdienst. Kirrlach, Sonntag (Rathaussaal): 16 Ühr Gottesdienst und Feier des hl Abendmahl Oberhausen, Sonntag (b. Homeyeri- 1° "ir Gottesdienst und Feier de« b ' Wörth strafe Hoheneggerstraße * Sm neue* Gewerbefleiß und alter Kaufmannsgeist setzen sich durch Auch in einer Zeit, deren hervorstechendstes Charakteristikum die Schnellebigkeit ist, ist es angebracht, zu verweilen und das Wirken jener Geschäftsleute zu würdigen, die aus kleinsten Anfängen heraus, ungeachtet aller Schwierigkeiten, ihre Existenz neu aufgebaut haben. Man wird in Würdigung einzelner nicht die Vielzahl derjenigen vergessen, die unter denselben Schwierigkeiten um ihre Existenz kämpfen. In der Wörthstraße und Hoheneggerstraße haben sich nach dem Wiederaufleben der Bautätigkeit nach der Währungsumstel- , hing Geschäfte vieler Branchen niedergelassen, die diesem Stadtgebiet des zerstörten Bruchsal heute schon die Bedeutung eines Geschäftsviertels verleihen. Ein Teil dieser Firmen war schon voi der Ausbombung am Platz ansässig, zum Beispiel die alteingeführte Bäckerei Clor und die Metzgerei Ziegelmeyer, ebenso die Samenhandlung Gustav Baubensak Sohn Andere, wir nennen hier die Firma Uhren-Schmitt, I. Muser, Papier- und Bürobedarf, und die Apotheke Mohr, sind Geschäftsgründungen, die erst nach dem Zusammenbruch und zunächst an anderen Plätzen der Stadt in das Wirtschaftsleben ein- griffen, sich seither günstig entwickelt haben und an den weiteren Ausbau ihrer Unternehmen denken. Zum Teil,wie z. B die Apotheke Mohr, haben sie sich schon jetzt am neuen Platz vollständig etabliert. Einen weiteren Baum andererseits nehmen zahlreiche schon seit Jahrzehnten in Bruchsal bekanntgewordene Firmen ein, die mm nach der Ueberwin- dung der anfänglichen Schwierigkeiten, wer hätte die heute nicht zu überwinden, am neuen Platz in der Wörth- und Hohenegger- straße endgültig ihr Domizil aufgeschlagen haben und auch hier von ihrer alten Kundschaft gerne aufgesucht werden. Neben allen anderen Unternehmen werden sie durch ihre Neubauten in Zukunft das bauliche Bild dieses Stadtviertels wesentlich mitbestimmen. Das seit 1927 am Hoheneggerplatz ansässige Lederwarengeschäft Franz, das Bekleidungshaus für Herren- und Knabenkleidung Kruse & Kurzeniberger, seit 1934 zunächst unter der Firmierung Scheuermann & Co. bekannt, und das Modehaus Nagel, das den Ansprüchen der Dame dient, müssen hier erwähnt werden. Die Geschäfte, die schließlich auf eine lange Tradition zurückblicken können, sind die seit 1874 bestehende Firma Johann Breining, Stoffe und Aussteuerwaren, das im Jahre 1870 gegründete Lederfachgeschäft Bohleber und das seit 1879 bestehende Fachgeschäft für Hüte und Schinne GrundeL In der Wörthstraße etablierten sieh dann noch die Lebensmittelhandlung Schönfeld und die Firma Koch, die als Spezialgeschäft für Handarbeiten u. Woll- moden bekannt geworden ist, ebenfalls das nach dem Kriege neu gegründete Unternehmen J. Pest. Liest man die Chronik aller dieser Unternehmen, so sticht eines immer wieder hervor: Ueberwindung aller Schwierigkeiten aus eigener Initiative, Wieder- oder Neuaufbau aus den kleinsten und bescheidensten Anfängen heraus, Selbsthilfe und nie erlahmender Gewerbefleiß. Und eine jede dieser Firmen legt Wert darauf, ihrer Kundschaft das Beste vom Besten zu bieten und in ihren vielseitigen Einrichtungen dem Käufer das Wählen so leicht wie möglich zu machen. Sie alle, die heute das geschäftliche Bild'der Wörth- und Hoheneggerstraße bestimmen, werden auch in Zukunft ein gewichtiges Wort in der wirtschaftlichen Entwicklung mitzusprechen haben, sie werden für diejenigen Unternehmen, die in Zukunft noch folgen werden, Wegbereiter gewesen sein. Wir dürfen feststellen, daß sich hier, trotz aller ungünstigen Zeichen der Zeit, der alte Kaufmannsgeist d ***0 -äfr 7 Weihnachh- gaben {ütdaiMeim Teppiche ■ Vorlagen - Läufer zu günstigen Preisen WoiHoumay durchgewebt bew. Fabrikat «0/300 cm 350/250 cm 300/200 cm 645.— 445.— 295.— Haarboucle mod. 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