BRÜCHSAIER POST SUDD. HEIMATZELTUNG FÜR KRAICHGAU UND BRUHRAIN Nummer 303 Freitag, den 29. Dezember 1950 Jahrgang 2 Keine Rückkehr der USA. zum Isolationismus Truman äußert sieh zur Hoever-Rede — Neues Anti - Hortung» - Gesetz erlassen Washington (UP). Präsident Truman erklärte in seiner allwöchentlichen Pressekonferenz, daß die Vereinigten Staaten niemals zum Isolationismus zuriickkehren werden, wie dies von Ex-Präsident Hoover befürwortet wurde. Truman teilte weiter mit, daß in zahlreichen Briefen, die im Weißen Haus eintreffei\ die gegenwärtige Außenpolitik der Vereinigten Staaten gutgeheißen werde. Auf die Frage, was geschehen würde, falls die Regierung der Vereinigten Staaten Hoovers Empfehlungen in die Tat umsetzen würde, antwortete der Präsident, dazu könne er nicht Stellung nehmen, ohne eine Rede halten zu müssen, die mehrere Stunden dauern würde. Zur Äußerung des Senators Byrd, daß das amerikanische Budget im neuen Jahr ein Defizit von 25 Milliarden Dollar aufweisen werde, stellte der Präsident fest, er glaube, daß Byrd nur sehr wenig Ahnung vom Haushaltsplan der Vereinigten Staaten habe. Der Präsident lehnte es ab, sich darüber zu äußern, ob geplant sei, die Politik der USA gegenüber dem nationalcbinesischdh Regime zu ändern. Die amerikanische Regierung erließ eine neue Verordnung, um die Industrie und das Privatpublikum daran zu hindern, Mangelwaren zu hamstern. In einer der Verordnung beigefügten Liste werden unter anderem gewisse Baumaterialien, Chemikalien, Eisen- und Stahlerzeugnisse und Schrott, sowie Nutzholz, Sperrholz, Aluminium, Antimon, Asbest, Chronium, Kobalt, Kupfer, Industrie-Diamanten, Blei, Magnesium, Mika, Molybden, Nikkei, Platin, Talk, Zinn, Tungstein, Vanadium, Zink und Papier aufgeführt. Gummiartikel China beschlagnahmt USA-Werte Mao Tse Tungs Antwort auf das amerik anische Lieferungsembargo — Commonwealth und Peiping-Regierung H. G. London. Die Nachrichtenagentur „Neues China“ berichtet, daß die kommunistische Regierung Chinas alle amerikanischen Werte auf chinesischem Staatsgebiet beschlagnahmt und alle amerikanischen Guthaben bei chinesischen Banken „eingefroren“ habe. Dieser Schritt stellt eine Vergeltungsmaßnahme gegen das amerikanische Lieferungsembargo nach Rotchina dar. Der britische Ministerpräsident Attleö wird nach Mitteilung amtlicher Kreise bei der am 4. Januar beginnenden Konferenz -der Commonwealth-Premier* einen neuen Appell an alle Teilnehmer richten, den Frieden durch Verhandlungen zu erhalten. Bisher haben von den Commonwealth-Nationen nur Indien, Pakistan, Ceylon und Großbritannien das kommunistische China anerkannt. Attlee soll die Ansicht vertreten, daß ein in diesem Punkte vollkommen übereinstimmendes Commonwealth die Peipinger Regierung vielleicht mit Erfolg davon zu überzeugen vermöge, daß die westliche Welt keinen Angriff auf die chinesische Volksrepublik plane. Aus diesem Grunde werde Attlee wahrscheinlich die Ministerpräsidenten von Australien, Neu-See- land, Südafrika und Kanada für eine Anerkennung der Peiping-Regierung zu gewinnen versuchen. Der britische Premier darf in dieser Beziehung mit der- VoHe» Unterstützung des indischen Ministerpräsidenten Nehru rechnen. Die Beziehungen Peipings zu Neu Delhi sind wesentlich enger als zu irgendeiner anderen Hauptstadt, ausgenommen natürlich Moskau. Hinzu kommt, daß Großbritannien und Indien die amerikanische Politik bezüglich der „Neutralisierung“ von Formosa ablehnen. oder Gummi sind nicht in der Liste enthalten. Übertretungen der Anordnung werden mit einer Geldstrafe von 10 000 Dollar, einem Jahr Gefängnis oder beiden Strafen geahndet. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat die Hausfrauen aufgefordert, von jedem Hamstern abzusehen, da genügend Lebensmittel jeder Art vorhanden seien, um bis zum Jahre 1952 auszukemmen, selbst wenn die Ernte 1951 sich als eine Mißernte erweisen sollte. (Wie gleichzeitig aus London verlautet, will auch die britische Regierung zu Beginn des neuen Jahres die Verteilung von Zink, Messing, Kupfer und Schrott übernehmen und Preiskontrollen für diese Mangelwaren im Interesse der Wiederaufrüstung und der wichtigen Industrien einführen.) Für Freiheit Japans Der ehemalige Kommandeur der achten amerikanischen Armee in Japan, General Eichelberger, erklärte, er trete für eine sofortige volle politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit Japans ein. „Wir haben“, so sagte er, „in Japan ein großes Industriepotential und eine ausgebildete Arbeiterschaft, ebenso wie den guten Willen auf der Grundlage der gegenseitigen Achtung. Daher sollte man Japan so schnell wie möglich die Selbständigkeit gewähren. Ich wünsche Japan auf unserer Seite zu sehen.“ Zwei chinesische Armeen in Korea McArthur-Hauptquartier: „Peiping greift voll und ganz ein“ rücken weiter nach Süden vor Kommunisten Tokio. Unter pausenlosen schweren Luftangriffen der Alliierten rücken die kommunistischen Angreifer, die der 4. Feldarmee der Chinesen angeboren dürften, auf sfidkoreani- Schem Gebiet weiter nach Süden vor. Sie nähern sich der längs des Imjin-Flusses gebildeten neuen Verteidigungslinie der UN- Truppen, ohne daß ihnen bis jetzt von den Landtruppen Widerstand entgegengesetzt worden wäre. Offiziere des amerikanischen Abwehrdienstes berichten, daß sich bereits 19 chinesische Divisionen der 4, chinesischen Feldarmee mit einer Gesamtstärke von schätzungsweise 170 000 Mann südlich des 38. Breitengrades befänden und dort- Ausgangsstellungen für den erwarteten neuen Angriff bezogen hätten. Es wird als möglich bezeichnet, daß die Kommunisten, die jederzeit um den Jahreswechsel herum zum Angriff antreten können, erneut versuchen werden, die alliierte Front durch einen Flankenangriff aufzurollen. Ein Sprecher der 8. Armee gab offiziell bekannt, daß die etwa 35 km nordwestlich von Seoul liegende Stadt Kaesong aufgegeben worden sei Im Hauptquartier McArthurs wird „Rückkehr“ nach Helgoland? Zur Zeit fünf Deutsche auf der Insel Hamburg (UP). Auf der Insel Helgoland befinden sich nach Mitteilung der Cuxhave- ner Polizei zur Zeit insgesamt fünf Deutsche. Auch die zwei Heidelberger Studenten von Hatzfeld und Beudedorff sind wieder auf der Insel, nachdem sie vor Weihnachten Helgoland wegen Hunger und Kälte wieder verlassen mußten. Wie von unterrichteter Seite verlautet, bereiten sich augenblicklich viele ehemalige Bewohner der Insel auf ihre „Rüdekehr“ vor. Die deutsche Polizei verfolgt aufmerksam die Entwicklung. Abetz in anderes Gefängnis gebracht Deutsche Häftlinge bauen Strafanstalt auf Lille (UP). Otto Abetz, einst Botschafter Hitlers im besetzten Frankreich, ist nach Mitteilung zuverlässiger Kreise, von dem Gefängnis in Fresnes in die Strafanstalt von Loos in der Nähe von Lille überführt worden. In Loos befinden sich bereits 180 deutsche Häftlinge, meist ehemalige Wehrmachtsoffiziere und -Soldaten, die mit dem Wiederaufbau des teilweise zerstörten Gefängnisses beschäftigt werden. erklärt, daß das kommunistische China jetzt „voll und ganz“ in den Koreakrieg eingegriffen habe. Zwei der insgesamt vorhandenen fünf chinesischen Feldarmeen befänden sich bereits in Korea. Der Flüchtlingsstrom aus Seoul läßt allmählich etwas nach. Schätzungsweise sind bis jetzt 1,2 Millionen Einwohner der Stadt nach Süden geflüchtet. Längs der Koreafront wurden über 50 kommunistische Düsenjäger sowjetischer Bauart gesichtet. Die meisten dieser Flugzeuge vermieden jedoch jede Berührung mit amerikanischen Jägern, die zwei feindliche Düsenjäger abschossen und einen dritten beschädigten. Amerikanische Superfestungen griffen vier längs der Hauptnachschubstraßen der Kommunisten liegende Städte an. Über Pyongyang warfen sie 192 Tonnen Bomben ab. Vietminh eroberten zwei Forts Bombe explodiert in Bar von Saigon R.B. Saigon. Ein französischer Sprecher gab den Verlust zweier französischer Forts innerhalb der nördlichen Verteidigungsstellungen vor der Stadt Hanoi bekannt. Die Vietminh griffen in den letzten Tagen massiert den gesamten Verteidigungsgürtel um das Delta des Roten Flusses an. Hierbei kam es an einzelnen Stellen zu Angriffen, die von mehreren Vietminh-Bataillonen gegen die französischen Stellungen vorgetragen wurden. Manche befestigte Plätze wechselten bei diesen seit langer Zeit stärksten Attacken den Aufständischen mehrmals den Besitzer. Durch eine von Vietminhs in die elegante Pagodda-Bar im Herzen von Saigon geworfene Bombe wurden eine Person getötet und acht verletzt. Die Bar befindet sich im Erdgeschoß eines Nebengebäudes des Continen- tal-Hotels, in dem auch viele Amerikaner leben. Eine zweite Bombe, die zwischen die Tische geworfen wurde, explodierte nicht. Der Tote ist ein chinesischer Kellner, während sich unter den Verletzten zwei französische Offiziere, zwei Unteroffiziere und eine weibliche Angehörige der französischen Armee befinden. Wie aus bester Quelle verlautet, finden zur Zeit Verhandlungen zwischen der französischen und nationalchinesischen Regierung über eine eventuelle Verwendung der in Indochina internierten nationalchinesischen Truppen statt, die nach dem Zusammenbruch des nationalchinesischen Regimes in Südchina im französischen Gebiet Zuflucht gesucht hatten. Es handelt sich um etwa 30 000 Mann, die bei der Verteidigung Indochinas gegen die Vietminh eingesetzt werden könnten. Pleven-Kabinett in Rüstungsnöten Kommunistischer Vorstoß gegen Militärvorlage gescheitert — Regierung macht Kompromißvorschlag LG. Paris. Die französische Regierung hat es mit amerikanischer Unterstützung unternommen, im Lauf des Jahres 1951 zehn Divisionen und bis Ende 1953 weitere zehn Divisionen aufzustellen. Sie hat der Nationalversammlung jetzt einen entsprechenden Ergänzungshaushalt vorgelegt, der zur Zeit beraten wird. Diese Müitärvorlage ist dabei auf heftigen Widerstand gestoßen, der den Widerwillen des französischen Volkes gegen eine Aufrüstung widerspiegelt. Hinzu kommt, daß nach etwa sechs Monaten in Frankreich Neuwahlen der Nationalversammlung bevorstehen. Kein Abgeordneter will das Risiko auf sich nehmen, daß seine Wähler ihn für eine Steuererhöhung verantwortlich machen, die mit der Aufrüstung verbunden ist. In dieser Lage hat die Regierung Pleven ernste Schwierigkeiten zu überwinden. Sie hat bereits erklärt, daß sie nicht an die Wiedereinführung von Regierungskontrollen oder Lebensmittelrationierurig denke. Es sei auch nicht geplant, die französische Wirtschaft auf „Kriegszustand“ einzustellen. Die Regierung hofft aber, ihre Militärvorlage in der Nationalversammlung zur Annahme zu bringen, um die Verteidigungsbereitschaft Frankreichs zu erhöhen. Gegenwärtig hat Frankreich nur fünf voll ausgerüstete Divisionen, Inzwischen konnte ein kommunistischer Versuch, die Aufrüstungsvorlage zum Scheitern zu bringen, in der Nationalversammlung zurückgewiesen werden. Das Aufrüstungsbudget der Regierung sieht Ausgaben in Höhe von 355 Milliarden Francs (ungefähr 4,2 Milliarden DM) vor. Der kommunistische Antrag, die ganze Vorlage abzulehnen, wurde mit 420 gegen 175 Stimmen niedergestimmt. Nach der Abstimmung brachte die Regierung in einem Brief an die Nationalversammlung einen Kompromißvorschlag ein, mit dem sie die für die Finanzierung des Aufrüstungsprogramms geforderten neuen Steuern im Betrage von 185 Milliarden Francs (ungefähr 1,97 Milliarden DM) auf 145 Milliarden Francs herabsetzte und die Kosten für die Aufrüstung selbst um 4,5 Milliarden Francs kürzte. Aus gutunterrichteten diplomatischen Kreisen in Paris verlautet, daß Frankreich dem Beispiel der USA noch nicht folgen und vorläufig keinen neuen Botschafter nach Madrid entsenden werde. Es ist bekannt, daß die Regierung Pleven deshalb zögert, dem Beispiel der USA zu folgen, weil vor allem die französischen Sozialisten einer Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zu Spanien ablehnend gegenüberstehen. Dagegen dürfte, wie aus London verlautet, Großbritannien „in Kürze“ einen Botschafter für Spanien ernennen. Das Jahr der Konflikte Von Willi Schickung Das Jahr 1950 war reich an Konflikten und arm an Lösungen: während sich in der Weltpolitik der „Kalte Krieg“ verschärfte und in Asien zu einem blutigen Zusammenstoß führte, verstärkten sich auf deutschem Boden die Gegensätze zwischen der Regierung von Bonn und der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik. Ob Grotewohls Einladung zum gesamtdeutschen Gespräch und die vorsichtigen Rückfragen der Bundesregierung hier eine neue Entwicklung einieiten werden, läßt sich zur Stunde nicht übersehen. Neben dem Ost-West-Konflikt entwickelte sich in der Bundesrepublik selbst eine immer dramatischere innenpolitische Auseinandersetzung zwischen den beiden willensstärksten Politikern der deutschen Nachkriegsgeschichte — dem Bundeskanzler Adenauer und dem Oppositionsführer Dr. Schumacher. Nur zu einigen außenpolitischen Willenskundgebungen — so der Bundestagsprotest gegen das Oder-Neiße-Abkommen im Juni und die Demonstration gegen die Ostzonenwahlen im Oktober — fanden sich Regierungsparteien und Opposition zusammen. In den meisten anderen Fragen war die SPD auf Kampf gegen die Regierungspolitik eingestellt, angefangen von der Ablehnung des deutschen Beitritts zum Europa-Rat (der allerdings die Entsendung von SPD-Abgeord- neten in die deutsche Straßburg-Delegation nicht ausschioß) bis zu Schumachers wiederholten Erklärungen gegen die Remilitarisierung. Der SPD-Vorsitzende gab in mehreren Reden zu verstehen, daß an eine etwaige Zustimmung seiner Partei zur Wiederbewaffnung von Deutschen erst dann zu denken sei, wenn die .westlichen Alliierten „das gleiche Risiko und die gleiche Chance der Abwehr eines sowjetischen Angriffs“ übernähmen und eine imponierende Truppenmacht in die Bundesrepublik legen würden. Daneben setzte die SPD ihre schweren Angriffe gegen die Wirtschaftspolitik Erhards fort. (Manche politischen Kreise in Bonn sehen in der Person Erhards „auf lange Sicht“ ein stärkeres Hindernis für eine etwaige Zusammenarbeit zwischen CDU und SPD, als in den außenpolitischen Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Parteien.) Dieser entschiedene Kampf der SPD gegen die Bonner Regierung und bis zu einem gewissen Grade auch das Auftreten neuer politischer Kräfte, so der im „BHE“ vereinigten Flüchtlingsbewegung, führte im Jahre 1950 zu einer starken Erschütterung des innenpolitischen Gleichgewichts. Die CDU hielt zwar in den Juni-Wahlen in Nordrhein-Westfalen einen gewissen Vorsprung vor der SPD, und die Sozialdemokratie mußte nach den Juli- Wahlen in Schleswig-Holstein die Macht in diesem Lande der Koalition zwischen den bürgerlichen Parteien und dem BHE Waldemar Krafts überlassen. Dafür erzielte die Sozialdemokratische Partei jedoch im November des Jahres in den Länderwahlen der amerikanischen Zone überraschende Erfolge. Der sozialdemokratische Einfluß im Bundesrat, der Vertretung der Länder beim Bund, hat sich durch diese Entwicklungen vergrößert. In den Westberliner Wahlen vom 3. Dezember büßte die SPD allerdings ihre beherrschende Stellung in der ehemaligen Reichshauptstadt ein: CDU und FDP waren hier — als Ganzes betrachtet — etwas stärker als die Sozialdemokraten. Dr. Schumacher hat in einer seiner letzten Reden vor Jahresende zu verstehen gegeben, daß er im Frühling 1951 durch einen sozialdemokratischen Sieg in den niedersächsischen Landtagswahlen den letzten entscheidenden Schlag gegen die Regierung Adenauer zu führen hoffe. In Bonner Regierungskreisen scheint andererseits die Bereitschaft zu wachsen, dem wachsenden Einfluß der SPD Rechnung zu tragen und diese Partei „irgendwie“ an der Verantwortung zu beteiligen. Werden sich CDU und SPD im neuen Jahr finden? Es ist kaum anzunehmen, daß die Regierungsparteien die schwerwiegenden außenpolitischen Entscheidungen des Jahres 1951 allein treffen wollen. (Auch die Aussprache zynischen dem Hohen Kommissar McCloy und dem SPD- Vorsitzenden kurz vor Weiflnachten hat erneut gezeigt, daß der Westen die starke deutsche Oppositionspartei im gewissen Sinne ebenso als Repräsententen der Bundesrepublik zu-behandeln wünscht wie die Bundes- Freitag, den 29. Dezember 1980 reglerung selbst.) Es entspräche also trotz des scharfen Gegensatzes zwischen Adenauer und Schumacher der Logik der Entwicklung, wenn es zu einer Zusammenarbeit der beiden Partei«! — sei es nun in einem Koalifionskabi- nett oder sei es auch nur durch gemeinsame Führung der außenpolitischen Verhandlungen — kommen würde. Die FDP hat sich in den letzten Länderwahlen als „dritte Kraft“ im allgemeinen besser behauptet als die CDU, aber Weder sie noch die Deutsche Partei ist so stark, daß die gegenwärtige Koalition zwischen der CDU und diesen beiden Parteien vom Ausland als alleinige Repräsentantin des deutschen Volkes — etwa in den entscheidenden Remilitarisierungsverhandlungen — angesehen werden könnte. Schließlich hat sich der Konflikt zwischen den Gewerkschaften und der Bonner Regierung über die Regelung des Mitbestimmungsproblems, der als Teil des innenpolitischen Kampfes zwischen zwei Wirtschaftsauffassungen angesehen werden kann, zum Jahresende verschärft Dr. Böckler, der Vorsitzende des DGB, erklärte kurz vor Weihnachten: „Nichts kann die Arbeitnehmer davon abhalten, sich endlich das zu erkämpfen, was ihr natürliches Recht ist.“ Alle Anzeichen sprechen also dafür, daß auch das Jahr 1951 ein „Jahr der Konflikte“ »ein wird. Und doch ist es denkbar, daß sich diese Konflikte gegenseitig aufheben werden. Sollte sich nämlich die weltpolitische Situation trotz der Ansatzpunkte zu einem neuen Ost- West-Gespräch verschärfen, dann dürften zwangsläufig die Kräfte Auftrieb bekommen, die zu einem innenpolitischen Ausgleich in der Bundesrepublik drängen. Wenn sich die weltpolitische Situation entspannen sollte, könnte dies — umgekehrt — zu einer Verschärfung der innenpolitischen Spannungen führen. Neujahrsbotschatten aus Bonn Deutsche Staatsmänner über ihre künftigen Aufgaben Bundespräsident Heuss: „An die Mütter und Frauen denken!“ Bonn (UP). Führende deutsche Staatsmänner, darunter Bundespräsident Heuss und Bundeskanzler Adenauer, entwickelten in kurzen Neujahrsbotschaften ihre Ansichten über die zukünftigen politischen Aufgaben. Bundespräsident Heuss sagte: „Wenn die Staatsmänner bei ihren Entschlüssen an die Mütter und Frauen denken, besitzen sie eine gute Kontrolle ihrer Verantwortung. Das klingt sentimental und es gefällt nicht einmal allen Frauen, aber ich hoffe, es wird verstanden, was mit diesem Wort gemeint Ist.“ Bundeskanzler Adenauer eiklärte: „Unsere ganze Arbeit hat als oberstes Ziel die Erhaltung des Friedens. Die Bundesregierung hofft im kommenden Jahr für Deutschland eine größere Souveränität zu gewinnen. Es ist allerdings nötig, daß Freiheit und Frieden den Schutz erhalt««, den sie brauchen, um die Gefährdungen dieser Zeit zu überstehen.“ Bundeswirtschaftsminister Erhard betonte: „Die Bundesrepublik bekennt sich vorbehaltlos zur freiheitlich demokratischen Welt. Ihrer Verteidigung muß die Arbeit unseres Volkes gelten. Wenn die Völker Europas in gemeinsamer Anstrengung Kraft und Wille aufbringen, den Frieden zu verteidigen, dann kann der Friede in Europa erhalten werden.“ Bundesemährungsminister Niklas meinte: „Bei den großen Ansprüche!, die die Verbraucher heute wieder an die Versorgung stellen, ist der Erfolg in der Ernährungswirtschaft in hohem Maße abhängig von dem Gleichlauf in der gesamten Wirtschaftspolitik: Produktionssteigerung durch eine pflegliche Agrarpolitik und Einfuhrsicherung durch eine auf die Priorität der Ernährung abgestellte Gesamtplanung des Außenhandels und der Devisenwirtschaft.“ Tito: „Jugoslawien direkt bedroht'' Scharfe Worte gegen Moskaus „Frie densprogramm“ — Rekord-Rüstungs- Programm im Belgrader Parlament Belgrad (UP). Der jugoslawische Staatschef MarscfaaU Tito erklärte vor dem Parlament, daß Jugoslawien von wenigstens 660 000 Soldaten der sowjetischen Satelliten Bulgarien, Rumänien und Ungarn direkt bedroht sei. Tito, der vom Parlament die Bewilligung eines Rekord-Rüstungsbudgets, das 17 Prozent des gesamten Staatshaushalts für das Jahr 1951 ausmacht, forderte, erklärte offen, daß „nur ein Narr“ die aggressiven Absichten der Sowjetunion und ihrer osteuropäischen Satelliten bezweifeln könne. Der Marschall, der bei seinem Eintreffen von den Abgeordneten des Parlaments stürmisch begrüßt worden war. stellte dann die Frage: „Gegen wen bewaffnen sie? Warum bauen sie an unseren Grenzen militärische Befestigungen? Ganz bestimmt nicht, weil sie unserem Lande freundlich gesinnt sind. Dies muß jedermann klar erkennen. Unsere Landesgrenzen sind 2800 km lang und 1990 davon sind direkt bedroht. Wir erleben täglich bewaffnete Herausforderungen an den Grenzen der sogenannten Ko- minformländer.“ Tito warnte im Verlaufe seiner Ausführungen die Welt vor einer Politik des ,.Friedens um jeden Preis“ und versicherte, daß Jugoslawien jeder Art von Aggression Widerstand entgegensetzen werde, ganz gleich, ob diese von kapitalistischen oder sozialistischen Ländern durchgeführt werde. Scharfe Worte der Kritik fand er gegen die von der Sowjetunion durchgeführte „Friedenskampagne“: „Mit Frieden meint die Sowjetunion, daß sich die anderen Staaten nicht zur Wehr setzen, sondern warten sollen, bis sie von der Sowjetunion verschluckt werden. Wenn sie damit nicht einverstanden sind, sondern sich zur Wehr setzen, dann sind sie Aggressoren, die die Sowjetunion bedrohen.“ Schüsse an der Grenze Die jugoslawische Regierung gab bekannt, daß etwa 150 rumänische Soldaten beim Dorf Radojewo in der Nähe des Eisernen Tors an der jugoslawischen Grenze erschienen seien und einen Feuerüberfall auf jugoslawisches Gebiet unternommen hätten. Kurz vorher hatte, wie bereits gemeldet, ein rumänischer Soldat trotz der „Halt“-Rufe der jugoslawischen Posten die Grenze überschritten. Er drang etwa 50 Meter auf jugoslawisches Gebiet vor und wurde erschossen, als er den Anweisungen der jugoslawischen Posten rächt Folge leistete Bundesminister für Wohnungsbau, Wilde r m u t h, sagte: „Im Jahre 1950 gelang es den vereinten Anstrengungen von Bund, Ländern, Gemeinden, von Banken und Sparkassen, von Bauarbeitern und Bauunternehmern, von Wohnungsuntemehmen und privaten Bauherren mit etwa 340 000 fertiggestellten Wohnungen einein viertel Millionen Menschen statt Baracken, Kellern und Bunkern wieder ein menschenwürdiges Heim zu schaffen. Im Jahre 1951 wollen wir versuchen, wieder ein Ziel zu erreichen, das sich sehen lassen kann.“ Bundesfinanzminister Schäffer meinte: „Es steht uns ein sehr schweres Jahr bevor. Ich werde mich erst einmal in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr erholen, damit ich im nächsten Jahr die notwendigen guten Nerven habe, um die schweren Aufgaben lösen helfen zu könn«i.“ Bundesarbeitsminister Storch sagte: „Ich hoffe, daß sich im Jahre 1951 die Sozialpartner auf ihre echten Aufgaben besinnen und zu einer Zusammenarbeit kommen, um zum inneren Frieden des deutschen Volkes beizutragen.“ Auf neutralem Boden? Zu einem im Blatt des Berliner evangelischen Bischofs „Die Kirche“ veröffentlichten Vorschlag, Adenauer möge sich mit G rot e w ohl im Hause des Vorsitzenden des Rates dar Evangelischen Kirche in Deutschland treffen, nimmt der „Deutsehland-Union- Dienst“, das offizielle Organ der Christlich- Demokratischen Union, Stellung. Das Blatt weist in diesem Zusammenhang auf die Äußerung des amerikanischen Hohen Kommissars, McCloy, zum Thema Ost-West-Gespräche hin: „Es gibt keinen Weg, der nicht beschritten werden könnte“, und meint dann, daß dieser gesunde Grundsatz auch auf den in der Kirchenzeitung veröffentlichten Vorschlag angewendet werden sollte. „Die Anregung einer Begegnung auf sozusagen neutralem Boden verdient wohl eine ernsthafte Prüfung.“ Am Grab Kardinal Preysings Tausende bei den Trauerfeierliehkeiten Berlin (UP). Die sterbliche Hülle des verstorbenen Berliner Bischofs Kardinal Graf von Preysing wurde unter starker Anteilnahme der Bevölkerung auf dem St. Hedwig- Friedhof im Sowjetsektor von Berlin beigesetzt. 4000 Gläubige hatten sich zu den Trauerfeierlichkeiten in der St. Sebastiankirche im französischen Sektor eingefunden. Bundespräsident Heuss ließ sich durch den Berliner Beauftragten des Bundes, Dr. Vockel, vertreten. Im Namen der Bundesregierung erschien Minister Kaiser. Auch die drei westlichen Besatzungsmächte waren vertreten. Der stellvertretende Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik, OttoNuschke, überbrachte im Namen seiner Regierung einen Kranz. Er wohnte den Feierlichkeiten aber nicht bei Ferner waren hohe kirchliche Würdenträger anwesend, darunter der Vertreter des Vatikans, Erzbischof Münch. Das feierliche Pontifikat-Requiem zelebrierte der Kölner Erzbischof Kardinal Frings. Die Trauerrede hielt Domprediger Pater Föhrer. Parteilehrjahr der Kommunistischen Partei Stuttgart (lwb). Der Landesvorstand der KPD Württemberg-Badens hat sämtliche kommunistischen Parteimitglieder aufgerufen, an dem „Parteilehrjahr“ der KPD im kommendöl Jahr teilzunehmen. In dem Aufruf heißt es, die . Landtagswahlen und die Arbeit der Kommunisten im Jahre 1950 hätten gezeigt, daß es unmöglich sei, „erfolgreich gegen die Welle der Verleumdung und des Mißtrauens anzukämpfen, wenn nicht jeder einzelne Kommunist und jeder klassenbewußte Arbeiter mit den Grundlagen unserer Politik vertraut ist“. Die Unsicherheit in den Grundfragen des Marxismus und des Leninismus sei eine der Hauptursachen für das Zurück- weichen der Kommunisten „vor der Hetze der Kriegstreiber“. Nachforschungsaktion nach 118 000 Vermißten Frankfurt (lh). Das Rote Kreuz will sich Jetzt des Schicksals der 118000 deutschen Kriegsgefangenen annehmen, die noch von ihren Angehörigöi in Hessen vermißt werden. In den nächsten Tagen werden in allen Orten Hessens die Vertrauensleute des Roten Kreuzes an die Türen der bereits zurückgekehrten ehemaligen Kriegsgefangenen klopfen, um sie als „letzten Liebesdienst an Ihre Kameraden“ um Auskünfte über noch vermißte deutsche Soldaten zu bitten. Jeder Heimkehrer erhält als Gedächtnisstütze eine Namensliste sämtlicher noch vermißten Soldaten seiner ehemaligen Feldpostnummer vorgelegt. Das Rote Kreuz appelliert an die Heimkehrer, bereitwillig alle Auskünfte zu geben und garantiert, daß die Angaben nur für diesen Zweck verwandt werden. Bereits seit 1947 befragt das Rote Kreuz systematisch den größten Teil aller eintreffenden Heimkehrer. Auf diese Weise konnte bereits das Schicksal von rund 400 000 Vermißten geklärt werden. Polizei ieueit auf Demonstranten Neue Unruhen in der Hauptstadt Nepals Neu Delhi (UP). Die indische Zeitung „Hindustan Times“ berichtet, daß es in Katmandu, der Hauptstadt Nepals, zu Unruhen gekommen sei, bei denen die Polizei auf die für die Rückkehr des abgesetzten Königs Tribhuvana Demonstrierenden das Feuer eröffnet und sechs Personen getötet habe. Erzbischof von York und die Atombombe. Der Erzbischof von York sprach sich in einem Hirtenbrief für die Verwendung von Atombomben aus, falls es offenkundig werden sollte, daß die westliche Zivilisation nur mit Hilfe dieser Bomben vor dem Ruin bewahrt werden könne. Knappstein abgeflogen. Ministerialrat Knappstein verließ auf dem Luftweg Frankfurt am Main, um seinen Post«! als deutscher Generalkonsul in Chikago zu übernehmen. Verhandlungen gescheitert. Die Verhandlungen der Niederlande und Indonesiens über den Status von HoUändisch-Guinea sind beeidet worden, ohne daß eine Vereinbarung «zielt werden konnte. Kekkonen fuhr nach Italien. Der finnische Ministerpräsident Kekkonen ist einer ärztlichen Anweisung folgend nach Rom gereist, um einen vierzehntägigen Erholungsurlaub ln Italien zu verbringen NEUES AUS ALLER WELT 1IIS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Verwendungsverbote für Rohstoffe? Die Verwendung bestimmter Rohstoffe soll durch eine Reihe von Verordnungen verboten oder eingeschränkt werden, die zur Zeit im Bund es Wirtschaftsministerium vorbereitet werden. Diese geplanten Einschränkungen sind jedoch von der Verabschiedung des Gesetzentwurfes üb« die Sicherung von Maßnahmen auf dem Gebiet der gewerblichen Wirtschaft abhängig, der dem Bundestag schon seit länger« Zeit vorliegt. Im Bundeswirt- schaftsministerium hält man es für notwendig, die d« Korea-Krise folgöide allgemeine Weltmarkt-Entwicklung auch in Deutschland zu berücksichtigen. Marktwirtschaft dürfe keineswegs mit der Ablehnung jeder planvollen "Maßnahme identifiziert werden. Die Verwendungsverbote sollen d« Sicherung des dringlichen Lebensbedarfes dienen. Einzelheiten über die beabsichtigten Verbote oder Beschränkungen sollen nicht vorzeitig bekanntgegeben werden, damit nicht wilden Spekulationen Raum gegeben werde. Weizenversorgung gesichert Die Versorgung der Bundesrepublik mit Weizen ist, wie ein Vertreter des Bundesernährungsministers auf der letzten Agrarausschußsitzung des Bundesrates erklärt hat, trotz verzögerter Importe gesichert. Mehl werde reichlich angeboten sowie inländischer Weizen gut abgeliefert. Für Januar seien größere Importe zu erwarten. Unter der Voravt- setzung, daß die zum Ankauf von Weizen beantragten Dollarbeträge bewilligt werden, sei der Anschluß an die neue Ernte gesichert. Es werden unter and«em Einfuhren aus den USA, Kanada, Australien, Pakistan, Frankreich, Argentinien und Syrien erwartet. Die Lage auf dem Roggenmarkt sei weniger klar. Es hätten sich Schwierigkeiten für den Ankauf im Ausland ergeben. Insgesamt sei die Einfuhr von 0,6 Millionen Tonnen für das Emte- jahr erforderlich. Da Polen und Frankreich offensichtlich die vereinbarten Mengen nicht lieferten, müsse alles getan werden, damit der im Inland geerntete Roggen den Mühlen zugeleitet und nicht verfüttert werde Als Futter soll Milokom im Austausch gegen Roggen zu besonders günstigen Bedingungen angeboten werden. Wegen Kartellvergehen verklagt Zwei deutsche Handelsverbände der Elektroindustrie sind von der alliierten Dekartellisierungsabteilung beschuldigt worden, durch angebliche Kartell- und Preisabsprachen gegen Gesetze d« alliierten Militärregierungen verstoßen zu haben. Die Arbeitsgruppe für Entkartellisierung und industrielle Entflechtung der alliierten Hohen Kommission hat von den beiden Handelsv«bänden eine Begründung für dieses Verhalten gefordert, da sie sonst Anweisung geben müßte, die „wettbewerbsbeschränkende Tätigkeit einzustellen“ und Kartellverhandlungen zu beenden. Die Verletzung der Entkartellisierungsbestimmungen wird dem Zentralverband der elektrotechnischen Industrie in Frankfurt und der Fachabteüung Installationsmaterial in Schalkmühle (Westfalen) vorgeworfen. Es soll dabei angeblich auch zu Kartellverednbarun- gen mit ausländischen Finnen gekommen sein. Exportbürgschaft soll erhöht werden Die Bundesregierung hat dem Bundesrat einen Gesetzentwurf zugeleitet, d« eine Erhöhung d« vom Bund zu gewährenden Bürgschaften für Exportkredite von 600 Millionen auf 1,2 M i lli arden DM vorsieht. Begründet wird der Entwurf mit der lebhaften Nachfrage nach Bundesbürgschaften im Export-, geschäft. Etwa zwölf Prozent des Exports werden unter Bundesbürgschaft beantragt. Da die deutsche Ausfuhr 1950 voraussichtlich 8,4 Milliarden DM beträgt und eine Reihe groß« Abschlüsse für das neue Jahr zu erwarten sind, nimmt die Bundesregierung an, daß die Summe von 1,2 Milliarden DM ausreichen wird. Alte Lohnsteuer-Freibeträge gelten bis 31. März Nach einem Koordinierungsbeschhiß der Finanzverwaltung der Länder der französischen und der amerikanischen Zone (außer Br«nen) können die eingetragenen Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte 1950 den Berechnungen der neuen Lohnsteuer bis zum 31. März 1951 zugrunde gelegt werden. Eine entsprechende Verfügung ist in Hessen bereits ergangen. Wie v«lautet, ist mit einer ähnlichen Verfügung des Finanzministeriums Württemberg-Baden in den nächsten Tagen zu rechnen. Polizei zog Wasserstiefel an Auf der Suche nach dem „Krönungsstein“ London (UP). Die Londoner «lebten das nicht alltägliche Schauspiel, Beamte des berühmten Scotland Yard in hohen Wasserstiefeln im kleinen Teich von Hyde Park waten zu sehen. Die mit Netzen und Stangen versehenen Detektive suchten im Lichte von grellen Scheinwerfern das wegen seiner Windungen „Serpentine“ genannte Gewässer Meter für Meter ab, in der Hoffnung, auf den gestohlenen „Krönungsstein“ zu stoßen, der von unbekannten Tätern aus der Westminster Abtei gestohlen wurde. Die Polizei eilte nach Hyde Park, nachdem sie den Tip «halten hatte, daß die Brücke über den Teich Kratzer aufweise, die darauf hindeuteten, daß ein schwerer Gegenstand vor kurzem mit ihr in wenig sa nf te Berührung gekommen war. Andere Detektive verglichen inzwischen Fingerabdrücke auf dem Krönungsstuhl, unter dem der verschwundene Dreizentner-Stein gestanden hatte, mit denen, die auf einem verlassenen Lastwagen gefunden worden waren. Die amphibische Suchaktion Scotland Yards, die Hunderte von Neugierigen herbeigelockt hatte, wurde durchgeführt, nachdem eine ähnliche Aktion entlang des Ufers des Croueh- flusses östlich von London ergebnislos verlaufen war. Mit Biergläsern wider die Deutschen Rotenburg (lh). In einer Gaststätte in Iba, Kreis Rotenburg, kam es zu einer Schlägerei zwischen Einheimischei und Tschechen aus dem Regierungsflüchtlingslager Iba. Im Lauf eines Wortgefechts hatte ein Tscheche den Vorsitzeiden eines Sportvereins „deutsches Schwein“ genannt Diese Äußerung führte zu einem Handgemenge, an dem sich 25 Tschechen und sieben Deutsche unter Benutzung von Biergläsern und Stuhlbeinen beteiligten. Dr« Deutsche und ein Tscheche wurden schwer verletzt. Die Lagerleitung «klärte, sie be- daure den Zwischenfall. Bisher sei es nicht zu Auseinandersetzungen mit den Tschechen gekommen, die wegen ihrer deutschfreundlichen Haltung die Tschechoslowakei hätten verlassen müssen. GroBbnutd verursacht Panik Mülhausen (üd). In der dicht bevölkerten Innenstadt von Mülhausen im Elsaß brach in einer Holzdreh«ei ein gefährlicher Großbrand aus. Die Bewohner der umliegenden Arbeiterwohnungen, die zur Zeit des Brandes noch geschlafen hatten, wurden von einer Panik erfaßt und liefen nur wenig bekleidet und mit wenigen in aller Hast zusammengerafften Habseligkeiten aus d« Gefahrenzone. Die Mülhausener Feuerwehr konnte jedoch bereits nach einer Stunde das Feuer eindämmen. Der angerichtete Sachschaden ist beträchtlich. Jolanthe im ehelichen Schlafzimmer Wertheim (SWK) Einem Landwirt aus Herigheim war im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten das beste Exemplar seines Schweinestalls gestohlen worden. Um in diesem Jahre vor einer nochmaligen Enttäuschung bewahrt zu bleiben, quartierte er seine starkgewichtige Jolanthe kurz entschlossen im ehelich«! Schlafzimmer ein. Seine Frau hat es alledings vorgezogen, für die Dauer dieser „ehelichen Schweinerei“ das Zimmer zu räumen, und die letzten Nächte bis zum Schlachtfest in der Küche zu schlafen. Selbstmörder stürzt sich vom Autobahnviadukt Limburg (lh). Nachts sprang ein in Limburg ansässiger Flüchtling, dessen Frau am Vortage im Krankenhaus verschieden war, von der 60 Met« hohen Limburger Autobahnbrücke in die Lahn. Die Leiche konnte bis jetzt noch nicht gefunden werden. Zug fährt in eine Rotte Bahnarbeiter Frankfurt (APD). In den Abendstunden eines der letzten Tage fuhr ein aus Offenbach kommender Personenzug kurz vor dem hiesigen Hauptbahnhof in eine Rotte Elsenbahnarbeiter, die sich nicht mehr in Sicherheit bringen konnte. Der 43 Jahre alte Rottenführer sowie ein 35 Jahre alter Hilfsarbeiter wurden von der Lokomotive erfaßt und getötet. Ein junger Mann im Alter von 13 Jahren mußte mit lebensgefährlich«! Verletzungen ins Krankenhaus übergeführt werden. Beide wichen aus und stießen zusammen Grünstadt (ZSH). Zwei Pesonenwagen. die beide dam Weinstraßen-Expreß aus weichen wollten, prallten zwischen Kirchheim und Grünstadt mit voll« Wucht aufeinander. Ein Fotograf aus Grünstadt wurde durch Glassplitter verletzt; an beiden Kraftfahrzeugen entstand Sachschaden. Freitag, den 29. Dezember 1950 War Sturm auf Eßlinger Bahnhof harmlos? Eine Darstellung von amerikanischer Seite Stuttgart (Iwb). Der Generalinspektor des amerikanischen Militärbezirks Stuttgart, Oberst Cowles, gibt nach der von ihm geleiteten Voruntersuchung über die Zwischenfälle, die sich am 17. Dezember auf dem Eßlinger Bahnhof ereignet hatten, folgende Darstellung: Der Angehörige einer amerikanischen Arbeitskompanie, Franz Kisch, hatte am Morgen des 17. Dezember eine Auseinandersetzung mit dem Eisenbahnbeamten Schlosser. Kisch wurde von der- deutschen Polizei in Gewahrsam genommen und bald darauf wieder freigelassen. Kisch berichtete darauf einigen Männern von der Arbeitskompanie, die sich in Begleitung eines früheren deutschen Offiziers auf dem Weg nach Stuttgart befanden, über seinen Streit. Als sich diese Arbeitsmänner dem Bahngleis näherten, lief der Bahnbeamte davon und schloß sich in einem Raum im Bahnhofsgebäude ein. Von einem Unbekannten wurde die deutsche Polizei und auch die amerikanische Arbeitskompanie angerufen. Kurz darauf erschien die Polizei und gleichzeitig der deutsche Leutnant Tichey von der Arbeitskompanie 8902 mit sieben unbewaffneten Männern. Einige Minuten später kamen noch der Corporal Fuessel und der deutsche Leutnant Arlt zum Bahnhot Dann rief noch einmal ein Unbekannter die Kompanie an. Der verantwortliche deutsche Offizier der Einheit, Leutnant Baumeister, fuhr daraufhin mit 15 Männern in zwei Lastautos zum Bahnhof. Sieben Leute waren mit Karabinern bewaffnet, die der 45. Arbeitskompanie angehörten. Als die Leute am Bahnhof ankamen, wurden sie dort von Leutnant Tichey, Leutnant Arlt und Corporal Fuessel empfangen. Fuessel klärte sie über die Sachlage auf, ließ die Karabiner in seinen Jeep legen und befahl den Leuten, mit den Lastwagen zur Kompanie zurückzukehren. Kisch ist von der Arbeitskompanie entlassen worden. Die Untersuchungen gehen weiter. Ölleitung quer durch Arabien Nach drei Jahren Itauzeit fertiggestellt — Wirtschaftlich und politisch von ^ größter Bedeutung Vor kurzem wurde das größte Bauvorhaben fertiggestellt, das jemals mit Hilfe amerikanischen Kapitals im Ausland durchgeführt worden ist. Es handelt sich um die Trans- arabische Ölleitung (TAP), die über 1700 Kilometer Wüste das öl .Saudi-Arabiens von Abquaib am Persischen Golf bis Sidon, der kleinen libanesischen Hafenstadt am Mittelmeer, fördert Obwohl zur Verwirklichung dieses gigantischen Projekts 200 Millionen Dollar aufgewendet werden mußten, wird es eich im Laufe weniger Jahre bezahlt machen. Dadurch nämlich, daß das arabische öl 1700 Kilometer näher an den westlichen Markt gebracht wurde, kann eine Tankerflotte von 65 Schiffen eingespart werden, und der 5600 Kilometer lange Umweg um die Arabische Halbinsel kommt dazu noch ln Fortfall. Triumph der Technik Außer dem wirtschaftlichen Wert der neuen Ölleitung zeichnet sich auch schon eine bestimmte politische Bedeutung ab. Ägypten befindet sich nämlich noch immer im Kriegszustand mit Israel und hat durch Blockademaßnahmen die Zufuhren für die bedeutsamen Ölraffinerien ln Haifa empfindlich gestört Damit hielt es nicht nur einen wichtigen Zweig des israelitischen Wirtschaftslebens unter Druck, sondern pfuschte auch in die Ölinteressen Europas hinein. Nunmehr ist diese Gefahr beseitigt, und man hegt auch nicht mehr so große Bedenken, wenn in wenigen Jahren laut Vertrag die Verwaltungsrechte über den Suezkanal der ägyptischen Regierung übertragen werden. Jedenfalls kann sich die Obstruktionspolitik Ägyptens gegen den Westen im allgemeinen und Großbritannien im besonderen nur belanglos auf die Ölversorgung des Westens auswirken, wenn es Kairo einfallen sollte, die Macht über den Suezkanal zu entsprechenden Maßnahmen auszunutzen. Zur Zeit interessieren politische Aspekte dieser Art die Weltöffentlichkeit noch wenig. Dafür ist man zunächst von der Transarabischen Ölleitung als einer Meisterleistung moderner Technik um so beeindruckter. Daß sie in der kurzen Zeit von drei Jahren fertig wurde, ist ein Verdienst des amerikanischen Ingenieurs Burt E. H u 11, der die Leitung des Unternehmens hatte. Er mobilisierte eine ganze Flotte, um das nötige Material mit einem Gesamtgewicht von 3 Milliarden Tonnen heranzuschaffen. Dazu gehörten allein 265 Millionen Tonnen Leitungsrohre, die von 5000 verschiedenen Firmen in den USA hergestellt wurden. Ferner ließ er im Persischen Golf ' einen Hafen für die Schiffe der Baugesellschaft anlegen. und in der Wüste wurden. Flugplätze gebaut, die lediglich dem von Hutt organisierten Luftverkehr dienten. Die Einrichtung eines eigenen Funknetzes war unter diesen Umständen eine Selbstverständlichkeit. Arbeit für Tausende Trotz des Einsatzes modernster Mittel hat der Bau große Schwierigkeiten gemacht Es war wohl geplant, die Ölleitung in die Erde zu verlegen. Da die Unebenheiten des Geländes dieses Vorhaben unmöglich machten, setzte man die Rohre einfach aufdie Oberfläche und grub sie nur da ein, wo hohe Dünen im Wege waren. Auch die Wasserversorgung mußte durch Bohrung von 60 Brunnen auf umständliche und kostspielige Art gesichert werden. Für die Ölgesellschaft sind sie heute ohne Bedeutung, nur die Einwohner des Landes profitieren davon. Bis zur Zeit haben sich in der Nähe dieser Brunnen etwa 150 000 arabische Nomaden mit ihren Kamel- und Schafherden niedergelassen. Außer diesen neuen Siedlungen sind bereits kleinere Städte an den sechs öuf die Länge der Ölleitung verteilten Pumpstationen entstanden. Hier wohnen neben Arabern weiße Techniker mit ihren Familien. Ihr Dasein in der trostlosen Einöde wird ihnen durch die Einrichtung verschiedenster Errungenschaften der Zivilisation erträglich gemacht. Sie wohnen in netten Häusern und haben ihr Kino, ihre Bibliothek, ihren Sportplatz usw. An den Entwicklungsmöglichkeiten Sidons gemessen sind diese Perspektiven aber nichtssagend. Sidon, die altphönizische Handelsstadt, hat zweifellos eine große Zukunft. Sollen doch hier, am Endpunkt der Ölleitung, jährlich 20 Millionen Tonnen öl raffiniert und verschifft werden, und das bedeutet Arbeit und Brot für viele tausend Menschen, -ff. Termine der Eishockey - Endrunde Die Eishockey-Kommission des DEV hat die Endrunden-Termine bekanntgegeben, obwohl der fünfte Teilnehmer noch nicht feststeht Zu den vier bereits ermittelten Mannschaften Preußen Krefeld, VfL Bad Nauheim, EV Füssen und SC Rießersee kommt noch der Sieger von Süd III gegen West III, der gegen den Gruppenmeister Nord, EG Düsseldorf, antreten muß. Die Termine: 5. 1. Rießersee gegen Nauheim, Füssen — Preußen Krefeld; 7. 1. Rießersee — Preußen, Füssen — Nauheim; 13. 1. Nauheim — Preußen; 16. 1. Preußen — Ausscheidungssieger, Rießersee gegen Füssen; 20. 1. Preußen — Nauheim, Füssen gegen Ausscheidungssieger; 23. 1. Rießersee gegen Ausscheidungssieger; 27. 1. Nauheim gegen Füssen, Ausscheidungssieger — Preußen; 10. 2. Ausscheiäungssieger — Rießersee; 12. 2. Preußen — Rießersee;« 17. 2. Füssen gegen Rießersee, Ausscheidungssieger — Nauheim; 24. 2. Nauheim — Ausscheidungssieger; 2. 3. Preußen — Füssen; 3. 3. Nauheim gegen Rießersee; 4. 3. Ausscheidungssieger gegen Füssen. Skispringer jetzt im Flugstil Die deutsche Skispringer-Elite hat eine völlige Änderung ihres Sprungstils vollzogen und sich auf den ruhigen „Flugstil“* umgestellt, erklärte der Deutsche Meister kn Spezialsprunglauf, Sepp Weiler,, nach Abschluß des von ihm geleiteten Trainingslehrgangs für Spezialspringer und „Kombinierte“ in Garmisch. Die Erfahrungen auf der Karwendel- schanze am letzten Lehrgangstag hätten allerdings gezeigt, daß einer Verlängerung des Trainings gut gewesen wäre. Die von den» DSV zur Verfügung gestellt«! Mittel seien jedoch erschöpft gewesen. Zusammenfassend meinte Weiler, daß die deutsche Springergarde haltungsmäßig gegenüber den Ausländern keinen Nachteil mehr aufzuweisen habe. Beim Garmischer Lehrgang seien, wie Sepp Weiler hinzufügte, Toni Brutscher und Kleisl am beständigsten gewesen. Der deutschöl Nationalmannschaft gehören nach Mitteilung Weilers außer ihm selbst an: Brutscher, Klopfer, Kleisl, Roscher, Schäfer, und Gering, Ersatzleute sind: Dengg, Hohenleitner. Diener und Sattler. Handball-Länderspiel Deutschland—Schweden Das erste Handball-Länderspiel Deutschlands nach der Wiederaufnahme in den Internationalen Handballverband (IHF) wird am 21. Januar ln Neumünster gegen Schweden ausgetragen: Das Rückspiel findet am 22. Februar in Gothenburg (Schweden) statt. Schwedens Sportkreise sind der Ansicht, daß durch diese Spiele der Handball-Sport in beiden Ländern einen erfolgversprechenden Auftrieb nehmen wird. Strom-Arnold starten in München Zu dem 1001-Rundenrennen am Neujahrstag starten auf der Münchener Winterbahn die Australier Alfred Strom/Reginald Arnold und die Belgier Acu/Depauv. Von den deutschen Fahrern wurden bisher Weimer/Müller, Voggenreiter/Pfannenmüller und Rühl- Köpf verpflichtet. Rigoni/Teruzzi führen in Münster Die italienischen Seehstage-Fahrer Rigoni/ Teruzzi führen beim Münsterschen Sechstage- Rennen vor dem deutsch-französischen Paar Saager/Lapebie und den Brüdern Hörmann. Ergebnisse der letzten Wertung: Rigoni/Teruzzi (Italien) 107 Punkte, Saager/Lapebie (Deutschland/Frankreich) 25 Punkte, Hörmann' Hörmänn (Deutschland) 21 Punkte; zwei Runden zurück: Oscar Plattner/Walter Diggei- mann (Schweiz) 90 Punkte. Das Programm des VfL Bad Nauheim Der VfL Bad Nauheim eröffnet zum Jahreswechsel die Reihe der internationalen Freundschaftsspiele im Bad Nauheimer Kunsteisstadion mit zwei Begegnungen gegen ausländische Mannschaften. Bereits am Samstag empfangen die Kurstädter den vorjährigen Meisterschaftsfinalisten Gävle Godtempiars Idrottsklubb und am Neujahrstag stellt sich der siebenfache finnische Eishockeymeister Ilves Tampere den hessischen Eishockeyfreunden vor. österreichische Elf kommt nach Deutschland Am 31. Dezember gastiert die österreichische Staatsliga-Fußballmannschaft PSV Innsbruck in Amberg. Die ausländische Elf konnte sich die Tiroler Landesmeisterschaft 1950 sichern. Bei dieser Gelegenheit soll dem Vizepräsidenten der Industrie- und Handelskammer, Direktor Erich Enzmann, die Ehrenmit- gliedschaft in dem österreichischen Verein verliehen werden. Enzmann wäre somit der erste deutsche Staatsbürger, dem nach Beendigung des zweiten Weltkrieges die Ehrenmitgliedschaft eines ausländischen Sportvereins angetragen wird. Spielausfälle im Toto Rheinland-Pfalz Die Sport-Toto-GmbH. Rheinland-Pfalz teilt mit: Beim 21. Wettbewerb Silvester-1950/Neujahr 1951 fallen die Spiele Nummer 6, SpV. Horst Emscher — Hadjuk Split, Nummer 8, SC St. Pauli — Roter Stern Belgrad und Nummer 13, SpVgg. Andernach — Wormatia Worms aus. An ihre Stelle treten die entsprechenden Ersatzspiele. Sportjahr 1950 im Sßdd. Rundfunk Der Süddeutsche Rundfunk überträgt, wie der SWF, am Silvester in der Zeit von 1S.45 bis 14.15 Uhr einen Rückblick auf das Sportjahr 1950 mit den besten Reportagen von allen großen Sportereignissen ♦ Der Eishockeyclub Preußen - Krefeld besiegte den SC Bern mit 10:5 Toren. Feuilleton Max Beckmann f. Der bekannte deutsche Maier Beckmann ist in New York einem Herzschlag erlegen. Beckmann, der 66 Jahre alt war, wurde während eines Spazierganges in der Nähe seiner Wohnung vom Tode ereilt. Der verstorbene Künstler, der aus Leipzig stammt und als Gegner des Nationalsozialismus im Exil lebte, kam im Jahre, 1947 nach Amerika und hörte zunächst an der Washingtoner-Universität in St. Louis. In den letzten zwei Jahren war er künstlerischer Berater der Museums-Schule in Brocklyn. Wettervorhersage Am Freitag wolkig, zeitweise Bewölkungsauflockerung, höchstens geringfügiger Schnee- fall Tagsüber leichter, nachts mäßiger bis strenger Frost. Schwache Winde aus Nord bis Ost. Am Samstag Fortdauer des Frostwetters mit zeitweiligem Bewölkungsrückgang und nur stellenweise geringer Schneefall. AUS DER CHRISTLICHEN WELT Das Heilige Jahr in Zahlen Zuständige Stellen des Vatikans schätzen, daß während des Heiligen Jahres 1950 über fünf Millionen Pilger nach St. Peter gekommen sind. In dieser Zahl sind rund 3,5 Millionen Pilger enthalten, die von außerhalb Roms kamen. Das Heilige Jahr 1950 erlebte die größte Versammlung von Pilgern, die jemals in der Geschichte der katholischen Kirche stattfand. Praktisch jeder dieser Pilger hat Papst Pius XII. in privaten oder allgemeinen Audienzen gesehen. Der 74 Jahre alte Heilige Vater hat während des Heiligen Jahres hicht weniger als 6510 Audienzen gewährt, und zwar 796 Privataudienzen, 5 221 Sonderaudienzen, bei denen bis zu 20 Personen anwesend waren, 236 Sonderaudienzen für Pilger, die die größten Wege zurücklegen mußten, um nach Rom zu gelangen, 116 allgemeine Audienzen im Petersdom, 56 allgemeine Audienzen in Castelgandolfo, dem Sommersitz des Papstes, 47 Audienzen für Teilnehmer an internationalen Kongressen und 38 Audienzen für königliche Pilger, Staatschefs und hohe Regierungsbeamte. Unter den Auspizien des Komitees für das Heilige Jahr wurden 36 internationale Kongresse über religiöse Und soziale Probleme durchgeführt. Das Zentralkomitee für das Heilige Jahr verteilte über zwei Millionen Exemplare eines „Pilgerführers“, der in sechs Sprachen gedruckt worden war. Im Vatikan selbst wurden über 1500 Tonnen religiöses Schrifttum gedruckt, das an die Pilger verteilt wurde. Der Vatikansender führte neben seinen regulären Sendungöl über dreihundert Sonderübertragungen durch. Die italienische Regierung stellte für den Bau von Pilgerhotels, Restaurants und andere Baulichkeiten für das Heilige Jahr 1,8 Milliarden Lire zur Verfügung. Internationale Pax-Christl-Tagung In Paris fand am Sonntag auf Einladung von Erzbischof Feltin eine internationale Tagung der Pax-Christi-Bewegung statt, zu der sieh Delegierte aus zehn Ländern eingefunden hatten. Aus Deutschland waren die Bischöfe Josef van der Velden (Aachen) und Dr. Julius Schroffer (Eichstätt), .aus Frankräch Bischof Dr. Theas von Lourdes und Bischof Pinson von Saint-Flour erschienen. Den Eröffnungsgottesdienst hielt der Pariser Erzbischof Feltin, den Schlußgottesdienst der Aachener Bischof van der Velden. Die Tagung brachte den entschlossenen Willen zum Ausdruck, den Frieden unter den Menschen in jedem Bezirk und jedem Bereich verwirklichen zu helfen. Vor allem soll die Jugend für den christlichen Friedensgedanken gewonnen werden. Klar wurde herausgestellt, daß die Pax-Christi- Bewegung es keineswegs ablehne, mit anderen christlichen oder auch nicht ausgesprochen christlichen Friedensbewegungen in praktischen Dingen zusammenzuarbeiten. Erste Voraussetzung dabei müsse aber immer sein, daß es sich wirklich um das ehrliche Bestreben handele, einen des Menschen würdigen Frieden in die . Tat umzusetzen. Das Wort „Friede“ allein tue es nicht. Bischof Theas von Lourdes gab seine Zustimmung zu der für Ende Juli 1951 geplanten Pax-Christi-Wallfahrt nach Lourdes. Ferner sind Pilgerfahrten nach Alt- ötting, Kevelaer, Einsiedeln und vielleicht auch nach Fatima geplant. Kardinal Faulhaber 40 Jahre Bischof Vor 40 Jahren wurde der Straßburger Universitätsprofessor Dr. Michael Faulhaber vom bayerischen Prinzregenten Luitpold nach den damaligen Konkordatsbestimmungen im Einvernehmen mit dem Heiligen Stuhl zum Bischof von Speyer ernannt. Am 7. Januar 1911 folgte die Bestätigung durch den Vatikan und am 19. Februar im Speyerer Dom die Bischofsweihe durch den Erzbischof von München und späteren Kardinal Franz von Bettlnger. Katholische Aktion und Politik Auf der Dlözesantagung der Katholischen Aktion des Bistums Passau wandte sich Bischof Dr. Simon Konrad Landersdorfer gegen den herrschendöl- Pessimismus und forderte eine Mobilisierung der christlichen Kräfte. Hier liege die Aufgabe der Katholischen Aktion. „Es wäre eine Heuchelei“, so rief der Bischof aus, „wenn man sagen wollte, die Katholische Aktion habe nichts mit Politik zu tun.“ Es gehe darum, den Geboten Gottes und dem Gesetz Christi auch in der Öffentlichkeit Geltung zu verschaffen und für die Freiheit des christlichen Gewissens einzutreten. Kanadische Fünflinge wollen ins Kloster Die berühmten kanadischen Fünflinge, die inzwischen 16 Jahre alt geworden sind, beabsichtigen, gemeinsam als Novizinnen in ein Kloster einzutreten. Als sie diesen Wunsch anläßlich eines Besuches in New York gegenüber Kardinal Spellman äußerten, meinte der Kardinal lächelnd, sie sollten noch etwas Geduld haben. Mit 18 Jahren würde ihnen ihr Millionenvermögen ausbezahlt und da würden sie vielleicht doch lieber die Welt sehen als ins Kloster gehen. Die Fünflinge, die gegenwärtig eine Klosterschule besuchen, wollen sich jedoch von ihrem Vorsatz nicht abbringen lassen. Superintendent Kunst verläßt Bonn Der Beauftragte des Rates der EKD bei der Bundesregierung, Superintendent Hermann Kunst, hat dem Ratsvorsitzenden, Bischof Dibelius, mitgeteilt, daß er sich seiner Gemeinde und seinem Kirchenkreis nicht länger entziehen könne. Er habe daher den Wunsch, seinen Pfarrerposten in Herford wieder zu übernehmen. Bischof Dibelius hat ihn gebeten, seine bisherige Tätigkeit in Bonn nicht ganz aufzugeben, sondern — soweit es möglich sei — auch von Herford aus wahrzunehmen. Der Bischof sprach Superintendent Kunst gleichzeitig seinen besonderen Dank für die bisherige Arbeit aus. In Bonner politischen Kreisen wird der Weggang von Superintendent Kunst aufs tiefste bedauert. Der Fraktionsvor- sitzende der CDU, Dr. von Brentano, wies darauf hin, daß es der Persönlichkeit des Superintendenten gelungen sei, auch weite Kreise im katholischen Bereich ins Gespräch zu ziehen. Amnestiegesuche für deutsche Kriegsgefangene Die vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland auf seiner Stuttgarter Tagung beschlossenen Amnestiegesuche für die noch heute in Gefangenschaft gehaltenen Deutschen sind durch das Kirchliche Außenamt an die Gewahrsamsmächte und die Kirchenleitungen in den betreffenden Ländern abgesandt worden. In den Schreiben werden insbesondere solche Gefangene, die zur Zeit der Begehung der ihnen zur Last gelegten Tat sich noch in jugendlichem Alter befanden, oder die wegen Krankheit oder ihres Alters unter dem Strafvollzug besonders zu leiden haben, einer Amnestierung empfohlen. Ferner wird die Einsetzung von Gnadenausschüssen angeregt, deren Tätigkeit zeitlich nicht beschränkt werden soll. Abschließend wird die Bitte ausgesprochen, die noch nicht beendeten Verfahren in möglichst weitgehendem Umfange einzustellen. Die Gesuche gingen an die Regierungen von England,' USA, Frankreich, Belgien, Holland. Luxemburg, Norwegen, Tschechoslowakei, Polen, Jugoslawien, Griechenland, Italien, Türkei, Dänemark und der Sowjetunion sowie an die Kirchenleitungen in diesen Ländern. Bei der Sowjetunion wurde die kirchliche Eingabe an den Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche in Moskau gerichtet. Mängel im Kuratorium für Jugendfragen In einer Stellungnahme der Evangelischen Jugend Deutschlands zur Gründung des Kuratoriums für Jugendfragen wird bemängelt, daß die Freikirchen und das Evangelische Hilfswerk in dem Kuratorium nicht vertreten seien. Außerdem entspreche es bei weitem nicht dem Zahlenverhältnis der Mitglieder, daß dem Bundesjugendring und dem Ring politischer Jugend die gleiche Zahl von jeweils drei Sitzen zugewiesen sei. Im Verlauf der Sitzung seien Spannungen zwischen Vertretern der Jugendorganisationen und Behörden offenkundig geworden. Daraus erwachse die Gefahr, daß gerade den bisher schon tätigen Jugendorganisationen die erwartete Hilfe nicht zuteil werde. Das hänge wohl auch damit zusammen, daß die Alterszusammensetzung des Kuratoriums die Jugend stark in den Hintergrund dränge. Es werde darauf ankommen, daß durch die Gesichtspunkte des Finanzministeriums und des Rechnungshofes die Initiative der Jugendverbände nicht zu stark gelähmt werde Wieder deutscher Gefangenenseelsorger? Wie der Evangelische Pressedienst erfährt, . besteht begründete Aussicht, daß die seit einigen Monaten verwaiste Stelle eines ständigen hauptamtlichen deutschen Seelsorgers für die noch in französischem Gewahrsam befindlichen deutschen Kriegsgefangenen demnächst wieder besetzt werden kann. Sowohl dem evangelischen wie dem katholischen deutschen Gefängnisseelsorger in Paris wurde im Sommer d. J. vom französischen Innenministerium die weitere Aufenthaltsgenehmigung entzogen, F vom 31. Dezember 1950 bis 6. Januar 1951 Radio Stuttgart Täglich: Nachrichten 5.30 (nur W.), 6.59 (nur W.), 7.55, 9.00 (nur W.), 12.45, 17.55 (hur W.), 19.45 (nur W.), 19.55 (So.) 21.45, 23.45. — Morgenandacht 7.00. — Programmvorschau 7.10. — Suchdienst 9.30 (nur W.), 9.45 (nur W.), 10.00 (nur W.) 18.10 (n. W.). — Schulfunk 10.15 (n. W., außer Sa.). — Werbefunk 7.15 (nui W.), 14.00 (nur W.) Sonntag, den 31. Dezember 9.15 Geistliche Musik 11.00 Das Jahr verging 12.00 Musik am Mittag 13.00 Bunter Silvester 15.40 Heiterkeit und Fröhlichkeit 18.00 Evangelischer Gottesdienst 20.05 Das hört ja gut auf 23.45 Bundespräsident Dr. Heuß spricht 24.00 Glück zum neuen Jahr Montag, den 1. Januar 7.10 Evangelische Morgenandacht U .00 Katholische Morgenfeier 14.00 Heitere Kammermusik 15.00 Ein vergnügter Nachmittag 17.00 Wunsch und Wirklichkeit 19.45 Der Sport der Feiertage 20.05 Das Spitzentuch der Königin 22.00 Ich tanze mit dir in den Himmel hinein 24.00 Tanzmusik Dienstag, den 2. Januar 15.30 Das Heinz-Lucas-Quintett 16.00 Nachmittagskonzert 18.20 Klänge der Heimat 19.45 Kommentar Alfred Boerner 20.45 Opernkonzert 22.05 Tanzmusik 23.50 Zum Tagesausklang Mittwoch, den 3. Januar 14.00 Unterhaltungsmusik 16.15 Kaffeestunde für die Hausfrauen 18.20 Musik zum Fgierabend 20.05 Der Zauberlehrling von Bajados 21.00 Neue Orchestermusifc 23.00 Orchesterkonzert 23.50 Zum Tagesausklang Donnerstag, den 4. Januar 16.00 Konzertstunde 16.50 Die Geishas 17.00 Unterhaltungsmusik 18.25 Schöne Opernmelodien 20.05 Mit Musik geht alles besser 23.00 Nachtkonzert 0.05 Jazz im Funk Freitag, den 5. Januar 16.00 Nachmittagskonzert 17.00 Froh und heiter 17.45 Schwarzwälder Dreikönigsspiele 18.30 Musik zum Feierabend 20.05 Symphoniekonzert 22.05 Tanzmusik 23.15 Zur Unterhaltung Samstag, den 6. Januar 8.45 Chorkonzert zum Dreikönigstag 11.00 Evangelische Morgenfeier 12.00 Musik am Mittag 14.00 Beliebte Melodien 18.00 Orchesterkonzert 19.00 Die Musikschlager von 1950 . 21.00 Familie Staudenmaier 22.30 Tanzmelodien 24.00 Das Nachtkonzert Südwestfunk Täglich: Nachrichten 6.00 (nur W.), 7.00, 8.00, 12.45, 22.00, 24.00. — Morgenandacht 6.50 (nur W.), 8.30 (So.). — Suchdienst 9.30 (nur W.), 14.30 (hur W.). - Musik 6.10 (nur W.), 7.10, 7.30, 8.40 (nur W.), (So. 11.00), 12.20, 13.15 (So. 13.30 W.). — 18.15 (W.). — Tribüne der Zeit 19.30. — Eigenprogramm der Studios 8.10, 11.30. 18.00 (So. 8.10, 12.00, 19.00). Sonntag, den 31. Dezember 8.30 Evangelische Morgenfeier 9.15 Katholische Morgenfeier 14.20 Frohe Melodien 16.00 Nachmittagskonzert 18.30 Zurückgespult 22.15 Sport 22.30 Vor dem großen Zeigersprung 23.40 Ansprache d. Bund spräsidenten 0.15 Wir tanzen in das neue Jahr Montag, den 1. Januar 8.30 Evangelische Morgenfeier 9.15 Katholische Morgenfeier' 16.30 Se. Durchlaucht Silvester von Neujahr 17:00 Musik zur Unterhaltung 18.30 Sportreportage 19.20 lüeine Abendmusik 20.00 Konzert 22.15 Sport an Neujahr 23.00 Zum Feiertags-Ausklang Dienstag, den 2. Januar 16.00 Konzert 17.00 Musik zur Unterhaltung 18.30 Musik zum Feierabend 20.00 Volksmusik und Chorgesang 20.30 Hörspiel „Utopia“ 22.30 Amerikanische Musik 23.30 Jazz 1951 Mittwoch, den 3. Januar 15.00 Nachmittagskonzert 17.10 Sang und Klang‘im Volkston 18.80 Musik zum Feierabend 20.00 Unterhaltungskonzert 22.20 Klaviermusik £3.00 Bunte Schlager-Revue 0.10 Jetzt fangen wir erst richtig an , Donnerstag, den 4. Januar 15.45 Lyrik der Zeit 17.00 Neue Musik 18.30 Musik zum Feierabend 19.00 Zeitfunk 20.00 Operetten-Konzert 22.30 Das Prisma 23.30 Kuddeldäddeldu Freitag, den 5. Januar 13.15 Musik nach Tisch 15.00 Musik am Nachmittag 16.45 Musik zur Unterhaltung 18.30 Musik zum Feierabend 20.00 Scheinwerfer auf 21.00 Französische'Orchestermusik 22.30 Johann Sebastian Bach Samstag, den 6. Januar 8.30 Evangelischer Morgenfeier 9.16 Katholische Morgenfeier 11.00 Musik zum Feiertag 17.00 Walzer 18.00 Hirten- und Dreikönigslieder 18.30 Die schwäb. Heilig i Dreikönige 20.00 Musik, die unsere Hörer wünsch, 22.15 Sportrundschau 0.10 Tanzmusik nach Mitternacht Radio Frankfurt Täglich: Nachrichten 5.30 (nur W.), 6.30 (nur W.), 7.00 (nur W.), 8.00 (nur W.), 9.00 (nur W.), 12.30 (Hess. Rundschau), 12.45, 16.45,19.3C (Hess. Rundschau), 22.00, 24.00. Suchdienst 9.30 (nur W.), 14.45 (nur W.) Schulfunk 11.15 (nur W.), 14.15 (nur W.) Hess. Landbote 11.45, 11.00 (So.), Musik 7.15, 8.15 (nur W.), 12.00 (nur W.), 13.00, 13.10 (Mi.) Sonntag, den 31. Dezember 3.30 Evangelische Morgenfeier 11.15 Unterhaltungs-Matinäe 13.00 Musik nach Tisch 16.00 Musik zur Unterhaltung 18.00 Ein Rückblick 20.00 Auftakt zur Silvesternacht 22.02 Silvester-Tanz 24.00 Die Glocken des Kaiserdomes 0.10 Tanz im Neuen Jahr Montag, den 1. Januar 8.30 Katholische Morgenfeier 11.15 Ein Katerkonzert 14.30 Humor aus dem Hessenland 15.00 Heitere Kammermusik 15.30 Pläne und Wünsche 16.00 Tanztee 18.00 Orchester der Welt 20.00 Die Fledermaus 22.20 -Tanz und Kabarett Dienstag, den 3. Januar 15.45 Deutsche Fragen 16.00 Orchestermusik 17.15 Heitere Melodien 18.00 Und trotzdem sind sie Frauen 18.25 Zum Feierabend • 20.00 Tanz und Unterhaltung 22.15 Das Abendstudio Mittwoch, den 3. Januar 15.25 " Hoppla, die Purzel sind da 16.15 Unterhaltungskonzert 18.00 Der werktätige Mensch 18.20 Muntere Noten 20.00 Die Frau ohne Schatten 22.35 Pariser Spaziergang 23.00 Willy Berking spielt Donnerstag, den 4. Januar 17.00. Unterhaltungskonzert 18.00 Hörerlieblinge 18.30 Gewürzte Musik 20.00 Operettenkonzert 20.45 Die Frau ohne Schatten 22.45 Intime Musik 23.00 Rhythmus der Welt Freitag, den 5. Januar 16.00 Lieder und Duette 17.00 Musik für Bläser 18.15 Ein Tanzpotpourri 20.00 Musikalische Modetorheiten 21.10 Mozart’s Sonatenwerk 22.15 Filmmusik 23.15 Tanzmusik Samstag, den 6. Januar 14.15 Vergnügen mit Musik 15.00 Die Welt des Islam 16.00 Ihre Lieblingsmelodien 17.00 Eine heitere Sendung 18.15 Fröhlich und herzhaft 20.00 Bunter Abend 21.30 Raten Sie mit! 22.20 Musikalisches Kabarett 23.00 Tanz zum Wochenende NWDR Täglich: Nachrichten 5.45 (nur W.), Marktrundschau 5.50 (nur W.), 6.45, 7.45 (nur W.), 8.45, 12.45, 16.45 (nur W.), 19.45 21.45, 24.00. — Margenandacht 7.00 (nur W.). — Schulfunk 9.30 (nur W.). — Landfunk 12.30 (nur W.). — Presseschau 13.00 (nur W.). — Suchdienst 13.50 (nur W.). — Lebendiges Wissen 17.45 (nur W.). — Zeitgeschehen 19.00 (nur W.). Sonntag, den 31. Dezember 9.00 Kantatengottesdienst 12.00 Volkstümliches Konzert 13.20 Mittagskonzert 15.15 Wünsche und Hoffnungen 20.25 Die Fledermaus 22.25 Tanzmusik 0.00 Die Freiheitsglocke läutet 0.05 Silvesterball 2.00 Tanzmusik Montag, den 1. Januar 8.00 Wir singen das neue Jahr ein 9.00 Katholischer Gottesdienst 15.00 Na, das fängt ja gut an! 16.30 Ein Jahr mit dir 18.00 Meisterwerke der Musik 20.00 Es wird schon werden 22.25 Sportmeldungen 23.00 Melodie und Rhythmus 0.10 Tanzmusik Dienstag, den 2. Januar 15.40 Bekannt und beliebt 17.20 Klaviermusik 18.00 Jetzt ist Feierabend 20.05 Köln bittet zum Tanz 22.40 Tanzmusik 23.15 Musik auf d. Biedermeier-Flügel 0.35 Tanzmusik Mittwoch, den 3. Januar 15.40 Leicht und beschwingt 16.20 Filmmusik aus aller Welt 17.05 Klaviermusik 18.00 Orcbesterkonzert 20.05 Wie es euch gefällt , 23.40 Fünf Madrigale } 0.35 Tanzmusik Donnerstag, den *. Januar 15.00 Unterhaltungsmusik 15.40 Tangoorchester 18.00 Soeben erschienen 20.05 Der zerbrochene Krug 21.20 Beliebte Melodien 23.40 Kammermusik ’ 0.35 Swing-Cocktail Freitag, den 5. Januar 14.15 Melodien aus Tonfilmen 15.40 Operettenkonzert 17.05 Kammermusik 18.00 Musik zum Feierabend 20.00 Das Mädchen aus dem goldenen Westen 0.35 Adalbert Luczkowski spielt Samstag, den 6. Jannar 9.00 Katholischer Gottesdienst 13.20 Klingende Kleinigkeiten 14.00 Freut euch des Lebens 17.30 Tanzmusik 21.00 Bunter Abend 22.25 Konzert 23.00 Tanzmusik 0.10 Tanz nach Mitternacht 1.00 Rhythmus der Welt Bayerischei Rundfunk 'Täglich: Nachrichten 8.00 (nur W.), (So. 7.00), 9.00, 13.00, 14.00 (nur W.), 17.00 (nur W.), 19.45, 22.00, 24.00. — Programmvorschau 7.50 (nur W.). — Suchdienst 9.30 (nur W.). — Werbefunk 13.30 (außer Do. u. Sa.). — Schulfunk 10.15 (nur W.), 15.30. (nur W.). — Landfunk 11.45 (nur W.), (So. 7.30). — Musik 9.15 (nur W.), 12.00 (nur W.), 12.05 (So.), 14.40 (nur W.), 16.10. Sonntag, den 31. Dezember 9,00 Evangelische Morgenfeier H.00 Volksmusik 15.45 Der Winter 18.00 Sport und Musik 19.00 Silvester 20.00 Ansprache d. Bundespräsidenten 20.20 Ende gut — alles gut 0.00 Glockenläuten 0.05 Tanz ins neue Jahr , Montag, den 1. Januar 8.40 Neujahrssingen 9.00 Katholische Feierstunde 11.00 Volksmusik 13.00 Ansprache des bayer. Ministerpräsidenten 14.30 Gute Laune 18.00 Sport und Musik 20.05 Brummlg’schichteo 23.00 Wir bitten zum Tanz 0.05 Wir tanzen weiter Dienstag, den £. Januar 16.09 Unterhaltungskonzert 17.20 Kammermusik 18.00 Musik zum Feierabend 20.40 Volksmusik 22.00 Kommentar von Alfred Boerner 23.00 Nachtkonzert 0.05 Gute Bekannte Mittwoch, den 3. Januar 14.35 Musik am Nachmittag 16.00 Orchesterkonzert 17.20 Musik zum Feierabend 20.00 Schwanenweiß 21.05 Melodien vom Broadway 23.00 Unterhaltungskonzert 0.05 Jazz um Mitternacht Donnerstag, den 4. Januar 16.00 Musik zur Unterhaltung 17.20 Konzertstunde 19.00 Kaleidoskop 20.00 Bunte Weisen 21.20 Die tönende Leinwand 23.30 Streichorchester Deuber 0.16 Chansons aus aller Welt Freitag, den 5. Januar 14.20 Musik am Nachmittag 16.00 Konzertstunde 17.20 Musik zum Feierabend 20.00 Symphoniekonzert 22.19 Im Dreivierteltakt 23.30 Rias-Unterhaltungsorchester 0.05 Melodien und Rhythmen Samstag, den 6. Januar 10,00 Katholische Morgenfeier 10.30 Evangelische Morgenfeier 12.00 Die Hl. Drei Könige 13.20 Musik nach Tisch 17.30 Wanderungen durch Bayern 18.00 Spo-t und Musik 20.00 Der bayerische Herodes 21.15 Volksmusik 28.30 Wir schallplatteln Als der Fahrstuhl versagte Humoristische Erzählung / Von Rolf Roland Ingeborg und Hanna arbeiteten nebeneinander in einem Büro. Sie saßen von morgens bis abends und schrieben die süßen kleinen Finger wund. Und einmal legte Ingeborg die Hände in den Schoß, sah träumerisch zum Fenster hinaus und sagte: „Hanna?“ „Ja, Liebes?“ „Gefällt dir eigentlich unser Chef?" Hanna blickte von der Maschine auf. „Sehr gut. Er ist gepflegt angezogen, hat wunderbare Manieren. Ich mag ihn sehr gern.“ Ingeborg seufzte ein wenig. „Und er ist unverheiratet, Hanna." „Ja?“ Ingeborg besah ihre gepflegten Fingernägel. fcBin ich häßlich, Hanna?“ „Nein, du siehst herrlich aus. Wenn ich ein Mann wäre, hätte ich mich längst in dich verliebt.“ Ingeborg lächelte. „Meinst du nicht —“ fragte sie, „daß es nur darauf ankäme, Herrn Kröger für midi zu interessieren?“ „Wie willst du das machen?“ „Ich denke“, sagte Ingeborg eifrig, „daß es nötig wäre, ihn auf mich aufmerksam zu machen. So ein Mann arbeitet und arbeitet und nimmt sich keine Zeit, unsereinen anzusehen.“ Ingeborg streckte eines ihrer gerade ge- w tsenen, hauchdünn bestrumpften Beine von eich „Man müßte ihn zwingen, mich anzusehen. Daß er nicht nur die Sekretärin, sondern die Frau sieht “ „Guter Gedanke“, meinte Hanna, „aber wie Willst du das machen?“ Ingeborg lächelte. „Paß mal auf“, sagte sie, „wir arbeiten im sechsten Stock Wir fahren abends mit dem Fahrstuhl h’nunter Kröger arbeitet manchmal bis neun Uhr abends Man müßte es erreichen, daß man mit ihm zusammen den Lift benutzt. Um neun Uhr abends ist das ganze Haus leer. Man müßte mit dem Pförtner sprechen. Man gibt ihm etwas, und er stoppt den Fahrstuhl, als ob es ein Versagen der Maschine wäre.“ „Worauf du nicht kommst“, wunderte sich Hanna. „Wir kämen nicht vor und nicht zurück. Wir würden im Fahrstuhl eingesperrt sein bis morgens um vier. Dann kommen die Heizer und die Putzfrauen.“ Hanna lachte. „Und was versprichst du dir davon?“ Ingeborg lächelte. „Sieben Stunden mit ihm allein. Ob er will oder nicht, er wird sich mit mir beschäftigen müssen.“ In diesem Augenblick kam Herr Kröger herein, und die Fingerchen hüpften behende über die Tasten. Ingeborg durchdachte ihren Einfall, und er wurde ihr immer sympathischer. An einem der nächsten Tage zog sie sich sorgfältig an, machte sich zurecht, ließ sich die Haare ondulieren und streifte die dünnsten Strümpfe über, die sie besaß. : Der Pförtner ließ mit sich reden. Er schmunzelte und sagte nur: „An mir soll es nicht fehlen.“ Alles schien wunderbar zu klappen. Herr Kröger arbeitete bis neun Uhr und Ingeborg hielt wacker aus Sie beschäftigte sich m ; t der Registratur, bis Herr Kröger aus seinem Zimmer kam und sagte: „Nanu, Fräulein Ingeborg. noch so fleißig?“ Ingeborg räumte ihren Schreibtisch auf und sagte munter: „Ich bin jetzt fertig.“ Sie ging mit Herrn Kröger hinaus. Er schloß das Büro ab und sie begaben sich zum Fahrstuhl. Das ganze Haus lag totenstill. Alle Büros hatten schon geschlossen. Gewiß waren sie d'e letzten Die Fahrstuhltür klappte zu, und der Lift setzte sich sanft in Gang. Alles geschah programmgemäß. Plötzlich hielt der Fahrstuhl. „Nanu“, sagte Herr Kröger und drückte wild auf allen Knöpfen herum. Aber der Fahrstuhl rückte nicht vor und nicht zurück. Herr Kröger bumste an die Tür, aber niemand hörte. „Hören Sie mal“, sagte Herr Kröger, „das ist doch nicht zu glauben. Der Fahrstuhl versagt.“ „Es sieht so aus“, murmelte Ingeborg. „Wenn er nicht geht, müssen wir bis morgen früh um vier Uhr hier drinbleiben“, sagte Herr Kröger. " „O Gott“, seufzte Ingeborg. „Naja“ Herr Kröger ließ sich auf die kleine Polsterbank fallen. Ingeborg setzte sich ebenfalls. Herr Kröger sah sie nachdenklich und lächelnd an. „Bei Ihnen arbeitet doch Fräulein Hanna, nicht wahr?“ „Ja“, sagte Ingeborg. „Ein reizendes Mädchen“, sagte Herr Kröger und begann von Hanna zu schwärmen. Seine Wangen röteten sich, er sah träumerisch vor sich hin und sagte schließlich: „Mit ihr ist mir nämlich gestern abend genau dasselbe passiert.“ Zum Jahreswechsel schneien uns oft Glückwunschkarten ins Haus, die mit Glücks-' schweinchen und Hufeisen geschmückt sind. Welche Bewandtnis hat es mit diesen Symbolen? Es sind kleine, unscheinbare Ueberreste aus dem Gedankengut unserer Vorfahren, die immer noch in uns wurzeln. Mil der Vorstellung des auf seinem Leibroß Sleipnir daherjagenden Wotan hing der Glaube an die Wunderkraft des Hufeisens zusammen. Man denke an die Sage vom Schmied von Helgoland, der Wotans — in der von Loewe vertonten Ballade ist es Odin‘s — Pferd beschlagen soll und zu seinem Erstaunen das viel zu kleine Hufeisen plötzlich wachsen sieht. Es kam also vor, daß Sleipnir ein Hufeisen verlor und man tat gut, ein aufgefundenes Eisen sorgfältig zu bewahren. Es konnte göttlicher «eow/s „Paula, det Ding hat jeklappt.' 5 000 Piepen bring ick nach Hanse! Stell* schon den Silvestersekt kalt!“ (Zeichnung: Carolus) Herkunft sein, schützte vor UnbHden und verhieß Glück. Und die Glücksschweincben? Auch ihr« Deutung geht auf vorzeitlichen Glauben zurück. Der Sonnengott Freyr ritt zuweilen auf einem goldborstigen Eber, Sullinbursti geheißen. Ihm zu Ehren wurde am Julfest ein Juleber gebraten. Das Glücksschwein verdankt also seinen Ursprung dem Sonnensymbol: dem goldenen Eber. An ihn knüpfen sich viel* Volksbräuche und Mären. Zum Beispiel soll sich in Thüringen, wenn man fastet, ir der Weihnachtsnacht das „'goldene Ferkel“ zeigen und Glück bringen. Berechtigte Frage „Angeklagter, Sie haben das letzte Wort!“ „Wieso, Herr Richter, ist meine Frau denn schon fortgegangen?“ Hufeisen und Glücksschweinchen Hoffnungsfrohe Symbole zum neuen Jahr Interview mit Landrat Leo Weiß: Oer Landkreis Brudisal im Spiegel der Stalislik Bevölkerungsdichte auf 231^2 gestiegen —— Latente Arbeitslosigkeit von rund 10 000 Personen — Ansiedlung neuer Industrien das Gebot der Stunde AUer Sitte gemäß halten die Behördenleiter an jedem Jahresende Riieksdiau auf die mit schaffe man lediglich ein Heer von schlecht Qtaioto A O*koif rJÄn Dn.oninnlofä*!/! M — .... ! _ . ... ..... . . __ geleistete Arbeit, um daraus die Perspektiven für das neue Jahr zu gewinnen. So veranstaltete der Bruchsaler Landrat am Mittwoch eine Pressekonferenz, in der die Referenten der ihm unterstellten Ämter, u. a. die Herren Klopfer und Spieß, sowie der Leiter des Landwirtschaftsamtes, Rieger, die wirtschaftliche und soziale Lage des Kreises Bruchsal erläuterten. Landrat Weiß ging in seinen aufschlußreichen Darstellungen vom natürlichen Bevölkerungszuwachs aus. Die Zahl der Einwohner habe sich seit 1046 um 4800 Seelen erhöht, was einer Bevölkerungsdichte von 234,2 auf den Quadratkilometer gleichkomme. Die Zunahme beträfe in der Hauptsache die Hardtgemeinden, während im Hügelland die Bevölkerung sich gleichgeblieben sei oder gar abgenommen habe. Noch vor 100 Jahren sei der Kreis Bruchsal rein agrarisch gewesen und habe seine Bevölkerung im wesentlichen aus der eigenen Scholle ernährt. Um die Jahrhundertwende habe das Verhältnis zwischen Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe 50 : 50 betragen. Heute dagegen lebe lediglich noch ein Drittel der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Landwirtschaftliche Betriebe hätten 'wir 12 025, die 28 500 Hektar bewirtschafteten. Beschäftigt* seien in der Landwirtschaft rd. 34 000 Personen, der größte Teil von ihnen bedürfte allerdings eines zusätzlichen Einkommens aus industrieller oder gewerblicher Tätigkeit. Hauptberufliche Landwirte habe der Kreis ungewöhnlich wenige, in Frage kämen lediglich 3 500 Betriebe mit rund 14 000 Leuten, die sich aus ihrem Grund und Beden zu ernähren vermöchten, was einem Achtel der gesamten Bevölkerung entspreche. Eindeutig stehe damit fest: In der Landwirtschaft könnten trotz aller Intensivierung keine neuen Kräfte mehr angesetzt werden, da und dort bestehe sogar die Gefahr, daß Kräfte frei würden, für die anderweitige Arbeitsmöglichkeit beschafft werden müßten. Als’ notwendige Voraussetzungen einer landwirtschaftlichen Leistungssteigerung bezeich- nete Landwii'tschaftsrat Rieger die Intensivierung der Viehzucht und des Hackfruchtbaues, die Verbesserung der Futtergrundlage, die Beibehaltung des Obst- und Gemüsebaues unter vorsichtiger Beobachtung des .Marktes und die Sicherung.der bisherigen Tabakanbau* fläche durch ausgesprochenen QuaUt&tsba u . Leider Gottes fehle da und dort die erforderliche Einsicht der Bevölkerung in die großen Zusammenhänge. Rieger machte das an einem Beispiel klar: Aus der Milchwirtschaft ließe sich, wenn die Landwirte nach modernsten Gesichtspunkten wirtschafteten, jährlich eine weitere Million herausholen. Ausweitung der bestehenden und Ansiedlung von neuen Industrien Um den Bevölkerungszuwachs unterzubringen, gäbe es im Kreise Bruchsal lediglich die eine Möglichkeit, die bestehenden Industrien auszuweiten und neue Industrien seßhaft zu machen. Vorhanden seien im Kreise Bruchsal 220 Betriebe von 10 bis zu 1600 Arbeitskräften. Den Löwenanteil bestreite die Zigarren- und Tabakindustrie mit 80 bis 100 Betrieben und rund 5 800 Beschäftigten. Ihr folge die Elektroindustrie mit 1550, die Eisen- und Metallindustrie mit 1400 Beschäftigten. Der neueste Industriezweig, die Textilindustrie, 28 ausbaufähige Betriebe mit gegenwärtig 900 Arbeitskräften, habe beste Aussichten. Die labile Lage in der Zigarrenindustrie begründete eine gewisse Vorsicht in der Planung. Im Dezember 1949 wurden 3000 Leute beschäftigt, arbeitslos waren 1200, im Februar 1950 sank die Beschäftigungszahl um 2000, während sich die Ziffer der arbeitslosen Tabakarbeiterschaft hur um 708 erhöhte. Im März wurden wieder 3900 Personen beschäftigt, 2900 mehr, die Arbeitslosigkeit verminderte sich aber nur um 1100 Personen. Im September wurde schließlich ein Höchststand von 5800 Beschäftigten erreicht, was praktisch das Verschwinden der Arbeitslosigkeit in der Zigarrenindustrie bedeutete. Damit stehe fest, so meinte der Landrat, daß im Kreise Bruchsal eine latente Arbeitslosigkeit vorhanden ist, die von den Arbeitsämtern nicht erfaßt werden könne. Die Zahl dieser Arbeitskräfte schätze er, der Landrat, auf mindestens 10006 Personen. Zum Beweis dieser These führte der Landrat noch an: Die Zahl der Beschäftigten sei von 21 200 auf 31000 gestiegen, um rund 10 000 Personen, während der Höchststand der Arbeitslosigkeit nur 5 772 betragen habe. Das bedeute, daß 6000 Personen mehr in Arbeit kamen, als offiziell Arbeitslose vorhanden waren. Mehr Facharbeiter Ais eia schwer zu lösendes Problem bezeich- nete der Landrat die Beseitigung des Facharbeitermangels. Die Eltern müßten endlich loskommen von der fixen Idee, daß die Kinder möglichst früh schon Geld verdienten. Dabezahlten Hilfsarbeitern. Tatsache sei und bleibe, daß ein guter Schulsack sich immer lohne. Die Landkreisselbstverwaltung tue ihr Bestes, durch den Bau der Gewerbeschule z. B., um Abhilfe zu schaffen. Notwendig aber seien in erster Linie die Lehrstellen, auf diesem Gebiet liege im Kreise Bruchsal noch manches im argen. Das Verkehrswesen Als notwendig bezeichnete der Landrat die, Schaffung der Autobahn-Ein- und -Ausfahrt bei Kirrlach, vor allem im Hinblick auf die Industrialisierung der großen Hardtgemeinden. Zu fördern wäre ferner das Projekt des Bruchsaler Autobahnhofes, das gerade die Stadt Bruchsal noch mehr als bisher zu einem Verkehrsknotenpunkt ersten Ranges machen würde. Bau- und Wohnungswesen Ausdrücklich stellte der Landrat fest: Eine Industrieansiedlung. werde niemals am erforderlichen^ Wohnungsbau scheitern. Alle diejenigen aber, die aus öffentlichen Mitteln zU bauen gedächten, warne er, mit dem Bau nicht eher zu beginnen, ehe die Finanzierung gesichert sei. H. St. S&euchsahe Alteclei TanksteHenbrand. Am Mittwoch morgen gegen 10 Uhr entsand in der Tankstelle an der Karis-doffer Autobahneinfahrt infolge Heißlaufens eines elektrischen Motors ein Kellerbrand. Die in der Nähe des Motors hegenden, z. T. mit Oel und Benzin getränkten Putzlappen fingen sofort Feuer und verursachten eine ‘starke Rauchentwicklung. Die drohende Gefahr wurde deshalb für größer angesehen, als es wirklich war. Man befürchtete ein Explodieren von Benzinkanistern und begann mit dem Ausräumen der Tankstelle. Die herbeigerufene Bruchsaler Weckerlinie erstickte den Brandherd in kurzer eZit. Sollen es Uhren, Gold oder Silber sein kauft man preiswert bei Häusler Uhraxiiachgeschäil Wilderichslraße 3 Kaparatiuen fachm. Ausführung Treibstoffausgabe für Januar. Die Ausgabe der Treibstoffmarken erfolgt für die Fahrzeughalter der Stadt Bruchsal ab Dienstag, 2. Jan., bis Montag, 8. Jan. An Dreikönig ist jedoch die Dienststelle des Wirtschaftsamtes geschlossen. Die Dienststunden sind so festgelegt: Von 7.30 Uhr bis 12 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr. Heue Kurse der Volkshodtsdiule Brudisal In der Justus-Knecht-Schule, Moltkestraße, beginnen im Januar 1951, jeweils um 20 Uhr, nachstehende Kurse, zu denen sich'Interessenten im Sekretariat der Volkshochschule, Rathaus Zimmer 19, amneiden können. Montag 8. Januar: Was jeder vom Ultra- Kurzwellenrundfunk wissen sollte. Ing. Leist. 5 Abende jeweils montags, Hörergebühr ißs?. ge s o nnt 0;— Md. .. — ~ Dienstag, 9. Januar: Schön gewohnt, ist halb gelebt. (Die Wohnung wie sie war, wie sie ist und wie sie sein soll). Architekt Keck. Drei Abende jeweils dienstags. Hörergebühr insgesamt 1,80 DM. Mittwoch, 10. Januar: Rechtsfragen des täglichen Lebens. 1. Die Haftung aus Vertrag, Geschäftsführung ohne Auftrag, ungerechtfertigter Bereicherung und unerlaubter Handlung. 2. Die Haftung von Bahn und Post. 3. Der Verkehrsunfall und seine zivelrecht- lichen Folgen. 4. Das Recht des Kaufmanns. 5. Wechsel und Wechselprozeß. 6. Die Rechtsstellung der Ehefrau nach bürgerlichem Recht. 7. Das uneheliche Kind und seine Ansprüche. 8. Wissenswertes aus dem Erbrecht. Amtsgerichtsrat Dr. Ibing 6 Abende jeweils mittwochs, Hörergebühr insgesamt 3,60 DM. __ Donnerstag, 11. Januar: Allgemeines Verwaltungsrecht: Reg.-Rat Höllein. 5 Abende jeweils donnerstags, Hörergebühr insgesamt 3,— DM. Freitag, 12. Januar: Bürgerliches Gesetzbuch: Recht der Schuldverhältnisse. (Kauf; Tausch. Miete, Pacht, Schenkung, Leihe, Darlehen, Dienstvertrag, Werkvertrag, Auftrag, Geschäftsführung ohne Auftrag, Bürgschaft, Schuldversprechen, Schuldanerkenntnis, ungerechtfertigte Bereicherung und unerlaubte Handlung). Amtsgerichtsrat Dr. Ibing. Acht Abende jeweils freitags, Hörergebühr insgesamt 4,80 DM. — Einführung in die Elektrotechnik. (Elektrische Grundgesetze und ihre Anwendungen, Leistungsberechnung, Grundlagen für - Generatoren ,u -Motoren für Gleich-' und Wechselstrom, Sammler, Transformatoren, Gleichrichter, Meßgeräte). Dipl.-Ingenieur Hiersche. 12 Abende jeweils freitags, Hörergebühr insgesamt 7,20 DM. Silvesterfeier der Karnevalsgesellschaft. Der Bruchsaler Karneval ist im Kommen! Bereits an Silvester tritt die Karnevalsgesellschaft in sämtlichen Räumen der Scheffelhöhe mit einer stimmungsvollen Silvesterfeier vor ihr Publikum. Die 18 Nummern umfassende Vortragsfolge ist derart reichhaltig, daß es schwer fällt, die besten Leckerbissen herauszufinden. U. a. halten Prinz Karneval und Graf Kuno ihren festlichen Einzug und verlesen ihre Proklamationen an das „närrische“ Volk. Drei Büttenreden, die Wahl der Faschingsprinzessin auf besonderen Stimmzetteln, die Darbietung von närrischen Chören vervollständigen das reichhaltige Programm. Der Kartenvorverkauf erfolgt durch Hoffmeister, Zawazal, Radio- Müller, Alma Hetterich, die Drogerie Herb, die Brauerei Denner. Radfahrerverein „Wanderlust“. Der Vorstand des Radfahrerverein „Wanderlust“ bittet alle Mitglieder und ihre Angehörigen, vollzählig an dem am 1. Januar, 19 Uhr, im „Bayerischen Hof“ stattfindenden Neujshrs- abend teilzunehmen. Im Laufe des Abends erfolgt die Verlesung einer Neujahrsbotschaft, die sich an den guten Wüten aller Radfahrer wendet. ' . SUvasterbaXT der Athleten. Am Sonntag, den 31. Dez., 19 Uhr, veranstaltet der Athletik- sportverein „Germania“ in seiner Sporthalle im mittleren Schloßgarten einen Silvesterball. Die Vereinsleitung bittet die Mitglieder, die Der Uuüieiilieriitil der StadVpolizei Verkehrsunfälle — Betrügereien — Diebstähle Wie bei dem „zünftigen“ Winterwetter zu erwarten war, ereigneten sich auch in der letzten Zeit mehrere Verkehrsunfälle Mit dem Wagen durchgebrannt Das Pferd eines in der Salinenstraße abgestellten Fuhrwerks verließ plötzlich mit dem Wagen den Parkplatz, rannte durch die Salinenstraße über die Moltkestraße in Richtung Prinz-Wilhelm-Straße und prallte auf einen parkenden Volkswagen. Der angerichtete Schaden wird auf 500 DM geschätzt. In der Büchenauerstraße vor dem Eingang der Ersten Bruchsaler Herdfabrik stieß ein Klankraftrad gegen den Kotflügel eines entgegenkommenden Personenkraftwagens. Der Kleinkraftradfahrer, der in Richtung Büche- nauer Wald, und zwar zu weit links gefahren war, trug einen Oberschenkelbruch davon eingeliefert und mußte in das Krankenhaus werden. Ein Schaden von 700 DM ist bei einem Unfall an der Kreuzung Wilderichstraße und Schloßraum zu verzeichnen. Ein Personenkraftwagen durchfuhr den Schloßraum in Richtung Wilderichstraße, als zu gleicher Zeit ein Lastkraftwagen auf der Wilderichstraße gegen die Schönbornstraße zusteuerte. Der Personenkraftwagen, die Vorfahrt des Lastkraftwagens nicht beachtend, prallte gegen die linke Seite des Lastkraftwagens und wurde dabei schwer beschädigt, An der Ecke Viktoriastraße—Prinz-Wilh.- Straße kam ein an einer Zugmaschine angehängter Jauchewagen ins Rutschen, stieß auf einen Lastkraftwagen, der aus der Prinz- Wilhelm-Straße in den Bahnhofsplatz einbiegen wollte, und verursachte an dem Lastkraftwagen einen Schaden von 120 DM. Bürgermeister Prof. Bläsi: /Irbeil zum Wohl Mitgliederversammlung des Verfcehrsvereins - Unter Vorsitz von Bürgermeister Prof. Bläsi fand am Mittwoch in der Göpfridfschen Winzerstube am Bahnhofsplatz eine Mitgliederversammlung des Bruchsaler Verkehrsvereins statt. Dabei gab Geschäftsführer Berger einen ausgezeichneten zusammenfassenden Bericht über die Tätigkeit des Verkehrsvereins im abgelaufenen Jahr. U. a. erwähnte der Sprecher die Aufstellung des Weihnachtsbaumes beim Chor der Liebfrauenkirche, die verschiedenen Weihnachts- liedersingen der Vereine, die Einrichtung einer. Auskunftsstelle im Zigarrenhaus Kußmann u. dergl. Mit dem Jugendherbergsausschuß ia Karlsruhe habe der Verkehrsverein über die. Einrichtung einer Bruchsaler Jugendherberge verhandelt, leider aber ohne Erfolg. Die Stadt Bruchsal aber brauche unbedingt eine Jugendherberge, Dutzende von Anfragen aus allen Teilen des Bundesgebietes gingen jede Woche beim Verkehrsverein ein. Das Zustandekommen der großen Ausstellung „Kraichgau und Bruhrain“ im August d. J., sei der tatkräftigen Initiative des Verkehrs Vereins zu danken gewesen. Gerade diese Schau habe mit aller Deutlichkeit gezeigt, daß im Kreis Bruchsal ein ungewöhnlich starker Lebenswille herrsche, der zu schönen Hoff-, nungen für die Zukunft berechtige. Als hervorragende Leistungen bezeichnete Berger die Veranstaltung der Serenadenkonzerte im Stadtgarten und die Gründung der Großen Karnevalsgesellschaft. Was die Schloß- konzerte angehe, dürfe und wolle Bruchsal darauf nicht verzichten trotz vieler Sehwierig- der ganzen Stadl - Rechenschaftsbericht des Geschäftsführers keiten und Hemmungen. Es müßten unter allen Umständen Mittel und Wege gefunden werden, um die alte Tradition in bessere Tage hinüberzuretten. Bedauerlicherweise seien die Bemühungen des Verkehrsvereins, für den Wiederaufbau zerstörter Beherbergungsbetriebe finanzielle Mittel zu bekommen, ergebnislos geblieben Eine ausgesprochene Fremdenverkehrswerbung habe aber erst dann einen Sinn, wenn genügend Uebemachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stünden. Gegenwärtig besitze die Stadt lediglich fünf Beherbergungsbetriebe, den „Friedrichshof“ mit 45, den „Graf Kuno“' mit 10, das Fremdenheim Etzkom mit 9, das Hotel gami mit 6 und das Gasthaus zum Lamm mit 5 Betten.. In den letzten Wochen habe der Verkehrsverein erstmals wieder eine Werbeschrift herausgebracht, die alle wesentlichen Angaben über Bruchsal enthalte, über seine geographische Lage, seine Schulen, Kirchen, gemeinnützige Einrichtungen, über sein Gewerbe und seinen Handel. An Sehenswürdigkeiten könne die zerstörte Stadt nicht mehr viel bieten, der Wiederaufbau der Schloßanlage jedoch öffne vielleicht einige Möglichkeiten, da im Corps de logis ein Landesbarockmuseum, ein Landesfeuerwehrmuseum " und ein Heimatmuseum für das Kreisgebiet untergebracht würden. Der im Sommer mit nicht unerheblichen Kosten gebaute Werbewagen mit einem Modell des Schlosses, mit dem Grafen Kuno, mit den Pagen der Schloßkonzerte habe seine Bewährung bereits mehr als einmal bestanden. u. a. bei der Jahrhundertfeier der Geislinger Steige, wobei die geschmackvolle Gestaltung gerade des Bruchsaler Festwagens besonders rühmend hervorgehoben wurde. Zum Schluß streifte der Redner die notwendige Koordinierung von Veranstaltungen der einzelnen Vereine, um mißliebige Ueber- schneidungen und dergl. zu vermeiden. Leider hätten die Vereinsvorstände der Aufforderung des Verkehrsvereins, ihre Veranstaltungen rechtzeitig zu melden, kaum entsprochen. Der Kassier des Verkehrsvereins, Direktor Merkelbach, machte die Versammlung mit der finanziellen Entwicklung bekannt. Den Einnahmen von 2763 DM, in denen ein beachtlicher Zuschuß der Stadt enthalten sei, stünden Ausgaben von rund 2150 DM gegenüber. Bürgermeister Bläsi sprach „allen, die in vorderster Front im Verkehrsverein mitarbeiteten“, herzlichen Dank und herzliche Anerkennung aus, im besonderen Verwaltungsdirektor a. D. Herzer, Geschäftsführer Berger und Kassier Merkelbach. In der Ansprache wurde festgestellt, daß' der Verkehrsverein seinen Aufgaben durchaus gerecht geworden sei. Er habe Erhebliches getan, um die Stadt Bruchsal wieder in den Mittelpunkt des Kreisgebietes zu stellen. Angeregt wurde u. a. die Abhaltung einer „Bruchsaler Kerwe“, die Veranstaltung eines Schaufensterwettbewerbs und ähnliche verkehrs- fördernde Maßnahmen. Bürgermeister Bläsi schloß die Versammlung mit einem Appell zur Mitarbeit. Er sagte u. a.: Was wir wollen, wollen wir nicht für einen Einzelnen, sondern für die Allgemeinheit. Die ganze Stadt soll den Nutzen aus unserer Arbeit haben! — Erst wenn das Gewerbe blüht, die Tndustrie geht, die Landwirtschaft hat, was sie braucht, - kann sich wieder ein bescheidener Wohlstand entwickeln. S. R. Kostenlose Zigaretten Kostenlose und doch vorzügliche Zigaretten verschaffte sich ein junger Bursche, indem er von einem Geschäftsmann zwei Schachteln verlangte, plötzlich „entdeckte“, daß er ja sein Geld vergessen hatte, und die Zigaretten bis auf eine Stunde wieder zurücklegen ließ. Selbstverständlich erschien der „Käufer“ nach einer Stunde nicht mehr, denn er hatte die echten Zigarettenpäckchen mit gefälschten vertauscht. Ausgesprochenes Pech hatte eine Vertreterin des Dennoch-Verlages/Obb., die in der Schönbornstraße von Kriegsbeschädigten angefertigte Kartenpäckchen zum Verkauf, anböt. In einigen Tagen wollte die Vertreterin entweder den Preis von 1 DM kassieren oder die Karten wieder mitnehmen. Doch ein unbekannter Helfer hatte das bereits in der Zwischenzeit besorgt und die Beträge eingezogen. Hoffentlich gelingt es, den traurigen Geseilen hinter Schloß und Riegel zu bringen. Das nennt man Kollegialität Einer Arbeitskollegin noch kurz vor Weihnachten 28 DM aus einer Schachtel im Umkleideraum zu stehlen, wie es hier in einem größeren Werk geschah, ist zwar nicht schwer, aber unerhört. Ebenso ärgerlich ist es, wenn einten noch in der letzten Adventswoche auf einer Bahnfahrt von Karlsruhe nach Bruchsal 105 DM aus der Haftdtäsche gestohlen werden. Altmaterial wird immer gebraucht Es gibt immer Leute, die wertvolle Rohstoffe zu finden wissen. So wurde in der Amalienstraße aus einer Hausruine, in welcher das Arbeitsgerät eines Plattners untergebracht war, ein Standrohr mit Wasseruhr entwendet. Gesamtwert 100 DM. Freitag, den 29. Dezember 1950 Freunde und Gönner der Athleten um zahlreichen Besuch. Schachvereinsmeisterschaft 1951. Dieser Tage ist die Rückrunde angelaufen. Im ersten „Gefecht“ brachten sich Stecher und Brändle durch zwei Siege weiter nach vorn. Der Stand nach der 12. Runde ist so: A-Klasse: 1. Stecher, 10 Pkt., 2. Brändle, 9%, 3. Kühler 6 l A, 4 . Fahler, 5 l A, 5. Gogröf, 5 Punkte. B-Klasse: 1. Merkt, 6, 2. Zickler und Uhler, 5 Punkte. C-Klasse: 1. Schwarz 5, 2. Tretter, Bürgelin, Hund, 4 Punkte. MGV „Lyra“. Am Sonntag, 31. Dez., bringt die „Lyra“ in den Landesstrafanstalten einige Chöre zum Vortrag. Die Sänger treffen sich um 13.30 Uhr beim Damianstor. Die Vorstandschaft erwartet pünktliches und vollzähliges Erscheinen der Sänger schon mit Rücksicht auf den besonders guten Zweck dieser Liederstunde. Stadtkirchenchor Bruchsal. Die Sängerinnen und Sänger des Stadtkirchenchors versammeln sich heute, Freitag, 20 Uhr, zu einer Gesamtprobe. Kleintierzuchtverein. Am Sonntag, 31. Dez., 10.16 Uhr, fährt der Kleintierzuchtverein zur Landesgeflügelausstellung nach Heidelberg. Die Mitglieder, die. sich an der Fahrt beteiligen wollen, werden gebeten, zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung sich sofort bei den Zuchtfreunden Mulser, Hardtstr. 27, u. Setz, Ritterstr. 9, zu melden. — Am Neujahrstag versammelt sich der Verein um 10 Uhr im „Heiligenthal“ zum Frühschoppen. Alle Mitglieder werden dazu aufs herzlichste einge- Üaden. TSG Bruchsal. Die Turner und Mitglieder der Männerriege machen am Freitag aibend (29. Dez.) anstelle ihres Tumabends eine Abendwanderung. Treffpunkt Hohenegger- platz. Abmarsch 20.15 Uhr. Im Anschluß daran gemütliches Beisammensein im termingemäßen Lokal: „Jägerstüble“. Freunde und Gäste willkommen. SporaäryJlictie Beratung dringend notwendig Gründung eines Südwestdeut sehen Sportärzteverbandes Ein nicht endenwollender Strom von Sorgen und die unablässige Jagd nach notdürftigem Unterhalt drängen die Menschen in eine Abwehrhaltung zu ihrem Büro-, Arbeits- und Werkstattleben, gegen die Vemormung des Lebens überhaupt, und sie suchen einen Ausgleich, der ihnen Kraft, Gewandtheit und Sicherheit gibt. Hier öffnet sich das weite Feld der Leibesübungen, die mit ihrer Freude vermittelnden Beherrschung seiner Selbst, mit dem hohen Sinn der fairen Kameradschaft, mit der erzieherischen Einordnung des Einzelnen in eine gegliederte Gemeinschaft und nicht zuletzt mit der positiven Auswirkung auf die Gesundheit von unschätzbarem Wert für die Haltung des Einzelnen und die Entwicklung der Gemeinschaft, Familie wie Staat, sind. Eine planvolle Leibeserziehung, ergänzt durch eine sinnvolle, kluge und biologische Lebensweise, vermag einer Gesundung und Gesunderhaltung unserer Bevölkerung die besten Dienste zu leisten. Dagegen vermögen Ueberspitzung und Einseitigkeit sportlicher Tätigkeit Körper und Seele nachhaltigen Schaden zuzufügen. Dem Arzt erwächst hieraus die Verpflichtung, sich als Berater und Helfer dem Sportlehrer zur Seite zu stellen, um als Gesundheitserzieher wirken und einer gesunden Entwicklung im Ablauf des Lebens den richtigen Weg weisen zu können. Nicht nur der Kranke braucht den Arzt, sondern auch der Gesunde benötigt in dieser kräfteverschleißenden Zeit den ärztlichen Berater, dem er sein höchstes und wertvollstes Gut, seine Gesundheit, anvertrauen. kann und der ihn anleitet, seine Gesundheit durch Abhärtung und Uebung zu festigen, seine Widerstandskraft zu steigern und seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Vorausgesetzt für eine fachgerechte Beratung aber ist Wissen und Erfahrung auf dem Gebiete der Leibesübungen. Aus dieser For- _ bereits der deutsche Sportärztebund konsti- gensreiche Tätigkeit entfalteten. Auch heute sammeln sich wieder die Sportärzte zu einem verantwortungsbewußten Dienst an unserem Volk, aus der Erkenntnis, daß sportärztliche Beratungen nach all den durchgemachten Entbehrungen dringend nötig sind. Nachdem sich derung heraus entstand der Sportarzt, der aber keineswegs ein Facharzt im eigentlichen Sinne sein will. Sein Ziel ist nicht nur, bei Sportverletzungen Hilfe zu leisten, er will mehr. Er sorgt für eine gesundheitliche Ueber- wachung aller Sporttreibenden, namentlich der in der Entwicklung stehenden Jugendlichen. Er will aufgrund eingehender Untersuchungen die „schwachen Punkte“ des Sportlers erkennen. Dies ist um so wichtiger, je spezialisierter und damit einseitiger die sportliche Tätigkeit ist. Leider zeigt unsere sporttreibende Jugend viel zu früh einen Hang zur Spezialisierung, der durch eine Verflachung des Sportbetriebes und eine Ueberbewertung des Publikumserfolges seitens vieler Vereine oft unbewußt noch gefördert wird. Der Sportarztgedanke ist schon alt. August Bier hat 1912, angeregt durch Dr. Mallwitz, die deutschen Sportärzte zusammengeführt, die bis zum Zusammenbruch 1945 eine se- tuiert hat, wurde in Stuttgart der Südwestdeutsche Sportärzteverband unter Vorsitz von Prof. Dr. Heiß aus der Taufe gehoben. Da nur wirklich zielbewußte Arbeit, die nicht nur von einigen wenigen Idealisten geleistet werden soll und kann, zum Erfolg führt, so rufen wir alle sportärztlich interessierten Aerzte und Aerztinnen auf, ihre Kraft zur Verfügung zu stellen; denn intensive Breitenarbeit bis in die kleinsten Dörfer ist erforderlich. Gemeinsame Zusammenarbeit aber wird uns das gesteckte Ziel einer „positiven Gesundheit“ im Sinne der Weltgesundheitsorganisation erreichen lassen. * Die Landesbezirksgruppe Nordbaden hat ihre Geschäftsstelle in Pforzheim, Wittels- bacherstr. 19 (Staatl. Gesundheitsamt). Für die Kreisgruppe Bruchsal hat sich Herr Dr. Sproedt, Viktoriastr. 5, als vorläufiger Obmann zur Verfügung gestellt. Weihnachten in Obergrombadi Reiche Bescherung für bedürftige Kinder und Heimatvertriebene Wiesentaler Vereinskalender Fünf neue Veranstaltungen in Aussicht Der Gesangverein ,Sängerbund“ veranstaltet am 30. Dez., um 19 Uhr, in der „Rosenhalle“, seine Weihnachtsfeier. Neben musikalischen Darbietungen wird das Schauspiel „Das Drama in der Mühle“ aufgeführt. Am 31. Dez., um 19 Uhr, findet in der „Ro- sentoalle“ die Weihnachtsfeier des Fußball- Vereins 1912 statt, wozu alle Mitglieder und Freunde herzlichst eingeladen sind. Die Laienspielgruppe wird mit dem Singspiel „Mein Land Tirol“ unterhalten. Eine gute Kapelle sorgt für die musikalische Umrahmung. Am 1. Januar 1951 findet in der „Pfalz“ die Generalversammlung des Radfahrervereins „Wanderlust“ statt. Um vollzähliges Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. Beginn: 15 Uhr. Im Palast-Theater wird vom 29. Dezember bis zum 1. Januar der Abenteuerfilm „Die Gräfin von Monte Christo“ vorgeführt. Vom 3. bis 5. Ja mar läuft der Wienerfilm „Hochzeitswalzer' , ein Film voller Musik, Tanz und Schwung, ans dem lebenslustigen Wien. Im Entscheidungskampf um den 3. Platz in der badischen Mannschaftsmeisterschaft der Ringer muß die Staffel des Kraftsportvereins Wiesental in Ketsch gegen die kampfstarke Mannschaft des KSV Ketsch antreten. Um der Mannschaft den nötigen Rückhalt zu geben, wäre es erwünscht, wenn zahlreiche Freunde des KSV Wiesental mit nach Ketsch fahren würden. Abfahrt am Samstag um 18 Uhr von der „Rosenhalle“. Der Kirchenchor der katholischen Pfarr- gemeinde Wiesental hatte am zweiten Feiertag im Kindergarten seine Weihnachtsfeier. Zu Beginn begrüßte der 1. Vorsitzende Franz Roth den Präses des Kirchenöhores, Pfarrer Brenzinger, die Schwesternschaft und die zahlreichen Gäste. Unter Chorleiter Friedr. Groß trug der Chor mit Weihnachtsliedern und Chorwerken zur Feststimmung bei. Die Laienspielgruppe füllte einen wesentlichen Teil der Feier mit dem Schauspiel „Als er wiederkam“ aus. Alle Spieler konnten für ihre gereifte Darstellungskunst und ihren Eifer begeisterten Beifall emtgegennehmen. Pfarrer Brenzinger dankte allen Mitwirkenden, die an der Ausgestaltung der Feier Anteil hatten, besonders dem Kirchenchor. Dem unermüdlichen Chorleiter Friedrich Groß und dem Idealismus aller Mitglieder ist es zu verdanken, daß Wiesental über einen so leistungsfähigen Kirchenchor verfügt. Es besteht die große Hoffnung, daß im kommenden Jahr der erste Bauabschnitt der Orgel vollendet wird. Im Verlaufe der Feier wurden 17 verdiente Mitglieder des Kirchenchores geehrt. Im Jahre 1950 wurden 60 Proben für die weiblichen und 56 Proben für dei männlichen Mitglieder abgehalten. Lina Knebel und Josef Heger hatten an allen Proben teilgenommen. A. P. Über 40 notleidende Kinder bis zu 10 Jahren wurden in der Vorweihnadhtswoche im Rathaussaal vom Christkindlein aus Amerika beschert. Neugierig und mit klopfendem Kinderherzen nahmen die Überglücklichen ihre Geschenkpäckchen mit Kleidungsstücken, Spielzeugen und Gebäck entgegen. Am Tag vor Heilig Abend hatte die Ortsgruppe der IDAD sämtliche Vertriebenen mit ihren Familien zu einer schlichten aber ergreifenden Weihnachtsfeier in das „Gasthaus zum Hirsch“ eingeladen. Obmann Otto Reinelt, der „Spiritus Rex“ dieser Feierstunde, hieß neben den zahlreichen Gästen den Stadtpfarrer Afeietz und Bürgermeister Bender herzlich willkommen. Ein mit Innerlichkeit vorgetragenes, selbstverfaßtes Gedicht des jungen Kulturreferenten Glaser brachte gleich die richtige Weihnachtsstimmung auf. Dazu spielten die Musiker Emst Feistl Violine und Albert Müller Klavier) still und verträumt die altvertrauten Weihnachtsweisen. Bürgermeister Bender und Stadtpfarrer Albietz richteten aufmuntemde und liebevolle Worte an die Heimatvertriebenen. Der sinnvolle Einakter „Unter Rübezahls Schutz“, von Laienspielern der Flüchtlinge mit Hingabe echt und nett dargeboten, leitete den Höhepunkt des Abends, die Bescherung, ein. Sämtliche Kinder bis zu 14 Jahren erhielten ein Geschenkpäckchen und jede Flüchtlingsfamilie bekam als Weihnachtsüberraschung ein halbes Pfund frische Butter. Die Laienspieler wurden außerdem noch extra mit einer Liebesgabe bedacht. Das Weihnachtsfest selbst wurde durch eine Krippenfeier in der Pfarrkirche eingeleitet. Anschließend gab die Musikkapelle „Eintracht“ gemeinsam mit dem Gesangverein „Sängerbund“ unter dem strahlenden Christbaum vor der Kirche ein Weihnachtskonzert. Die Christmette war in diesem Jahr besonders feierlich und erhaben durch die Lichterprozession und den Gesang des Kirchenchors, der unter Leitung von Hauptlehrer Eppel mit viel Fleiß und Sorgfalt eine neue Messe ein- studiert hatte. Die Musikkapelle „Eintracht" begleitete den Chorgesang. An den Festabenden hielt der Gesangverein „Sängerbund“ im „Hirsch“ seine Weihnachtsfeiern ab, die an beiden Tagen einen sehr guten Besuch aufzuweisen hatten. Neben einem reichhaltigen Lied- und Chorprogramm wurde das nette Theaterstück „Die Nachtigall vom Zillertal“ und ein lustiger, ansprechender Einakter aufgeführt. Der Verein hat mit der Auswahl dieses Stückes und auch in der Wahl der Laienspieler einen guten Griff getan und. für die gut erfolgreiche Aufführung reichen Beifall geerntet. Atlen Freunden Glück und Sonne, viel Erfolg bei altem Tun, einen Schlaf voll süBer Wonne, ein beseeltes tiefes Ruhn! Elis, niaiii Sdiluß!” Silvestergedanken von Pfarrer Frey Na, und? Am Sylvester kommt man auf solche Gedanken. Die Sache war so. Da waren zwei, die kamen gut miteinander aus im Leben, Elis und Max. Nun war das S'piel aus. Wenn ich einmal sterben sollte, meinte sie, dann Max, sorge bitte, daß der Geistl. Rat X... bei meinem Sterben dabei ist. Wie sollte der gute Max diesen letzten Wunsch seiner Elis nicht erfüllen! Sie wurde ernstlich krank. Das Schlimmste w r ar zu erwarten. Also holte das Dienstmädchen in aller Herrgottsfrüh den Geistl. Rat. Er war längst informiert, wrar deshalb auch prompt zur Stelle. Es war aber noch nicht soweit, er ging wieder heim. An diesem Tage durfte er weiter nicht fortgehen. Es war gut so. Gegen 12 Uhr rief man ihn zum zweitenmal. Und zum zweitenmal war er prompt zur Stelle. Er wußte, wieviel Uhr es geschlagen hatte. Aber der Elis letztes Stünd- lein war noch nicht gekommen. Wieder ging der Geistl. Rat nach Hause. Wie lang es wohl noch dauern mag! Zähes Holz, meinte er so vor sich hin. Wir Menschen müssen eben warten, wie auf die Stunde der Geburt, so auch auf die Stunde des Todes. Da beißt keine Maus den Faden ab. Nun ja, er hatte ja im Hause genug zu tun. Spät abends ists geworden. Zum drittenmal machte sich der Hochw. Herr auf den Weg. Es war so weit und doch nicht so weit. Vor dem Sterbebett stand der Priester, wartend auf der Elis letztes Ständlein; es wollte und wollte nicht kommen. Warten ist eben so eine Kunst, die man ein Leben lang lernen und — üben muß. Nun ging dem Max doch die Geduld aus. Dreimal kam der Herr Geistl. Rat und dreimal sollte es tatsächlich vergebens sein. Da schob Max den Hochw. Herrn ganz sachte beiseite und trat selbst ans Bett seiner Elis. Emst, wie er noch im Leben zu Ihr gesprochen, so ernst fing er jetzt an: „S'langt jetzt, Elisl — Elis, mach Schluß!“ Und sie hat tatsächlich Schluß gemacht!-Elis, mach Schluß! Wie oft müßte man dieses Sätzlein wiederholen im Leben, wenn man sieht, daß etwas zu Ende geht und daß nichts mehr zu machdn ist, daß es sein muß.- Das Jahr 1650 geht zu Ende. Kann man es nicht auch mit einem Leben vergleichen. So wie die Elis viel gearbeitet im Leben, auf einmal aber Schluß war, so ist auch in diesem Jahr viel passiert, Erfreuliches und Unerj» treuliches, Dinge, die ruhig mit hineingehen dürfen und sollen ins Jahr 1951, aber auch Dinge, von denen wir sagen müssen, sollen und wollen. — Elis, mach Schluß. Es reicht, davon jetzt genug.- Kriege liegen hinter uns. 5 Jahre wird beraten und in der Welt herumgereist. — Radio, Zeitung, Bücher und Reden influen- zieren das Volk. Wahrheit und Lüge ziehen durchs Land. Man hörts und glaubts und hörts und glaubts wieder nicht. Man zuckt mit den Achseln, macht in Politik und Religion, in Krieg und Frieden und weiß Gott was. Elis, mach Schluß! Ist es nicht an der Zeit, daß endlich einmal mit dieser Art Vergangenheit Schluß gemacht wird, aber radikal und gründlich, aber auch von allen, aber auch auf der ganzen Welt.- Hätte man.-Wer hört nicht dieses Hätte man?-Hätte man, was man im ersten und zweiten Weltkrieg verpulvert hat, für soziale Zwecke ausgegeben, für menschenwürdige Wohnungen etc. pp.., dann hätte- Was dann hätte... Da höre ich in diesen Tagen, daß der erste Blitzopel für Wehrmachtszwecke aus dem Werk gelaufen sei,-reicht es noch nicht, wie viele gefallen und umgekommen sind, wie viele Ruinen noch überall zu sehen, wie viele Schulden einzelne und ganze Kommunitäten haben, machen mußten und noch machen müssen!!!, bis es wieder ist, wie es einst war. — Da redet man schon wieder von Luftschutzkellern-Wehrmacht, Wehrpflicht, Rotes Kreuz — Rüstung — Aufrüstung — Generalstab. — Armee und Armeen, Militär, budget — — — Oberbefehlshaber und der Teufel weiß, was alles. Vieles weiß man — und doch mehr weiß man nicht. — Wo ist der Max, der an das Sterbebett dieser kranken Menschheit hintritt und am Sylvester zu diesem 1950 sagt: Elis, mach Schluß?- Laß es mich tun. Wenn man so das Jahr 1959 nochmals überschaut,-ernst und wahr, objektiv, nüchtern und real, muß man da nicht sagen: „STangt jetzt, Elis, mach Schluß!“ MOSEL- UND BETTENHAUS FUCHS Bruchsal, Bahnhofstraße 8 Der Kleintierzüchterverem hielt über die Weihnachtsfeiertage im „Grünen Baum“ eine mannigfaltige und ansprechende Produkten- schau ab. Es zeigte sich vor allem, daß die Pflege und Züchtung von Kleintieren nicht nur eine sportliche Liebhaberei ist, sondern daß dieser Sport dem erfahrenen Züchter auch einen beachtlichen Gewinn bringt. Eine Fülle von geschmackvoll und sauber gefertigten Kleidungsstücken und Gebrauchsgegenständen bewies, was aus Kaninchenfellen, Schafwolle und sonstigen Kleintierfellen alles hergestellt werden kann. Gleichzeitig war die Ausstellung ein beredtes Zeugnis von dem erfreulichen Fortschritt des Kleintierzuchtvereins und von der Lust und Liebe, mit der jeder Züchter sich den Tieren widmet. Das gilt nicht nur für die älteren Züchter, sondern ganz besonders auch für die Jugendgruppe. Lelzte Kalenderblätter Schon vergilbt hängen die letzten Blätter des alten Kalenders an der Wand. Eine Schneelandschaft, dem winterlichen Monat Dezember angepaßt, steht über den nüchternen Zahlen, die nur noch zwei Glanzpunkte in roter Farbe aufweisen: die weihnachtlichen Festtage und den Neujahrstag. Wieviel Pläne, Hoffnungen und Wünsche haben wir mit den alten Seiten im Laufe des vergangenen Jahres beim Abreißen mit in den Papierkorb geworfen . . . Aber lassen wir uns nicht entmutigen durch manches „Nichtgelingen“ der abgelaufenen Zeit. Im bunten, geschmackvollen Einband lag der neue Zeitweiser mit unterm Tannenbaum. Schöne Landschaften schmücken die glänzenden Seiten mit der übersichtlichen Anordnung der Tage, Wochen und Monate. Neues Hoffen, neues tätiges Planen und Wirken wartet auf uns. Bald hängt der neue Druck wieder an seinem angestammten Platz. Wenn man diesen täglichen Freund, denn das soll ja ein guter Kalender sein, durchblättert, so kann man das ganze, vor uns liegende Jahr gewissermaßen im Zeltraffertempo vorerleben. Da sind die Photos des prallen Sonnentages im Hochgebirge. Fluß, Wald und Wiese. Die blühenden Bäume des köstlichen Frühlings heimatlicher Landschaft und die melancholischen Bilder des Herbstes, den wir kaum erst hinter uns zu haben scheinen. Ist solch ein Bilderbuch an der Wand nicht wie ein Meiner Vorschuß auf das kommende Jahr? Aber auch die ungezählten anderen Arten seien nicht vergessen. Auch sie erfüllen ihren allerdings meist nur nützlichen Zweck. Die kleinen, in Leder gebundenen Notizbücher, oft reich an Wissen wie ein Taschenlexikon ausgestattet Von den längsten Flüssen der Welt bis zum Briefporto gehen die Aufstellungen der rührigen Hersteller. Nichts ist vergessen, weder die Rubriken für die Telefon- Nummern noch für das Bankkonto, sofern man eins hat. Ihr Platz ist die Aktentasche oder der Ueberrock. Immer griffbereit erfüllen sie ihre Pflicht unser Gedächtnis zu stützen. Wenn man sie am Jahresende verbrennt, sollte man ihnen ein wenig dankbar sein. Herold. Festliche Glockenweihe in Odenheim Nicht mit dem Ohr — mit dem Herzen hören Freudig bewegt erwartete die Odenheimer Bevölkerung am vergangenen Samstag die Ankunft des neuen Geläutes. In einem Festzug wurden die Glockenfahrzeuge durch die reich geschmückten "Straßen der kleinen Gemeinde zur Kirche geleitet. Selten nur wurde in Odenheim so innig Weihnachten gefeiert wie gerade in diesem Jahre, da endlich der Wunsch nach einem neuen Geläute just zu Weihnachten in Erfüllung gegangen war. Am Stephanstag hatten sich zahlreiche Gläubigen in der St. Michaelskirche zur festlichen Glockenweihe eingefunden. Pfarrer Herb, Hilsbach, -beglückwünschte in seiner Festrede die Odenheimer Pfarrgemeinde zu dem schönen Geläute. Er bat die Gemeinde in eindringlichen Worten, den Klang der Glocken nicht nur mit dem Ohr, sondern auch mit dem Herzen aufzunehmen. Dekan Beil, Bruchsal, weihte die größte der fünf Glocken dem hl. Herzen Jesu. Die 2. Glocke wurde dem hL Herzen Mariä geweiht, die 3. dem hl. Michael, die folgende dem hl. Josef und die letzte Glocke den Schutzengeln. Die Glockenweihe wurde durch die Mitwirkung des Kirchenchors, des Mannergesangvereines und des Musikvereines würdig gestaltet. —w— TJbstadt Ein merkwürdiger Einbruch wurde in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember in Ub- stadt verübt. Als am Samstagmorgen unsere Schuldienerin die Schulräume anheizen wollte, bemerkte sie offene Fenster und erbrochene Schranktüren. Die herbeigerufene Landespolizei stellte fest, daß der Einbrecher Fensterscheiben eingeschlagen, die Fenster von innen geöffnet hatte und dann die Schulschränke gewaltsam erbrach. Über das Motiv zur Tat kann man geteilter Meinung sein, vielleicht suchte der Dieb Geld. Jedenfalls hat er mit leeren Händen wieder abziehen müssen. Am 1. Feiertag führte die kath. Pfarrjugend ein Krippenspiel im Löwensaal auf. Am Nachmittag des X. Feiertages bescherte der Musikverein „Echo“ den Ubstadtern ein weihnachtliches Standkonzert vor dem Rathaus und am Stephanstag spielte der Musikverein im Löwen zum Tanz auf —-sch— Freitag, den 28. Dezember 1850 KULTUR UND LEBEN Ein baöifcbce Dichterleben Zum d. 1.50 Bratheringe 1.25 Für Ihre SILVESTER-FEIER den traditionellen Silvester-Karpfen ■ Herings-Salat ! Und zum Jahresschluss billige Seel sehe Kabeljau-Filet 5 oo gr -.50 Kabeljau O.K. SCOgr -J5 feiner Schollen - Schellfische o. K. • Seelach c o.K. Seezungen - Schleien usw. Feinster Flensburger u. hies. Räudier-Äal in allen Großen und Preislagen Europa-Lichtspiele zeigen vom 29. Dezember bis 1. Januar Der Lachschlager um Sport und Liebe! Mit Theo Lingen, Josef Meinrad, Hans Moser, Lucie Englisch u. v. a. Anfangszeiten: Täglich 17, 19 und 21 Uhr, sonntags auch um 14.15 Uhr. _ . , TLanisdiate rs4-, 7^.au •Jls bezahlt sich^/ Bruchsal, Schillerstraße 9 'SjW 4 l*&'///////, vielfach v; Beginn neuer Kurse für Anfänger Mitte Januar 1951. Gefl. Anmeldung freundl. erbeten. ■ Einzelunterricht jederzeit! ^)ht ^f-aekgetdtä^t Brudtsa! • Kaismlr. 54 GR1TZNER ZICKZACK NÄHMASCHINE Hermann Sfeidinger Phiiippsburg Telefon Nr. 282 Bequeme Zahlungsbedingungen Nebenberufliche Zahlstelle in Bruchsal von eingeführter Krankenkasse zu vergeben. Inkassobestand vorhanden. AngesehenePersönlichkeiten mit Beziehungen zu Angestelltenkreisen werden um Angebote gebeten unter St. A 18956 an ANN.-EXP. CARLGABLER, Stuttgart-N Calwer Str. 20. sitzender M. Oechsler überreichte dem Dirigenten als besondere Auszeichnung einen Geschenkkorb. Julius Heiler wurde zum Ehrenpräsidenten (er war 17 Jahre Vereins Vorsitzender), Herrmann Schmitteckert zum Ehrenvorsitzenden (er war 14 Jahre Vereinsvorsitzender) und Karl .Haag zum Sängerehrenvorsitzenden (er war 10 Jahre Sängervorsitzender) ernannt. Die Laienspielschar gab in den Theaterstücken „Wie stille Nacht, heilige Nacht entstand“, „Der Brand im Hutzelwald“ und „Der Hypnotiseur“ ihr Bestes und trugen viel zum Gelingen der Veranstaltung bei, obgleich die gesanglichen Vorträge unter der Leitung von Dirigent Nikolaus das Hauptereignis des Abends bildeten. TOTO Gewinn« I WO'Z&d/i/idjü ACHTUNG! ACHTUNG! Zum Neujahrswettbewerb werden im 3. Rang der lOer-Wette und im 2. Rang der 8er-Wette die an Weihnachten nicht ausbezahlten Quoten mit ausgeschüttet. Benützen Sie daher die günstige Ge- - legenheit und geben Sie noch heute Ihren Tipsthein an Ihre Annahmestelle ab. Staatl. Sport-Toto Hauptstelle Bruchsal Der Mannergesangverein veranstaltete Im Schwanensaal eine Weihnachtsfeier. Vorstand Artur Kremer hielt die Begrüßungsansprache. Das Schauspiel „Die Heilige Ida, Gräfin von Togenburg“ fand viel Gefallen. Umrahmt wurde die Feder durch festliche Chöre. Der Musikverein führte das Schauspiel „Das Weihmadvteglück in der Köhlerhütte“ auf. In den Pausen unterhielt die Kapelle die Besucher mit schmissigen Darbietunge i. „Der energische Anton“, ein Lustspiel, vervollständigte das Programm. Dieser Tage hat sich eine Konzertvereini- gung gebildet, ehe alle Freunde der Streichmusik erfassen will. Bekannte Musiker wie Wilhelm Haag, Georg Heiler, Michael Heiler, Alois Helbnann, Heiarieh Kehrer, Artur Krepier, Alfred Müller, Ludwig Müller, Alex. Oechsler, Emil Oechsler, Leo Oechsler, Josef Schell, Erich Schmitteckert, Peter Stassen, Hptl. Ernst Waibel und Rektor Wittinger gehören der Vereinigung an. w. Huttenheim Der Gesangverein veranstaltete am ersten Feiertag im Saal zur „Sonne“ seine diesjährige Weihnachtsfeier. Mit zwei Weihnachtschören und der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden wurde das Programm des Abends eingeleitet. Danach wurde das Weihnachtsstück „Der arme Friedel“ aufgeführt. Im Mittelpunkt.des Abends stand die Aufführung des Singspiels „Die Heide ruft“. Beide Stücke, in denen die Darsteller ihr gutes Können unter Beweis stellten, wurden mit reichem Beifall hufgenommen, ebenso die einzelnen Chöre, die am Anfang sowie am Schluß gesungen wurden. Der Vorsitzende dankte in seinen Schlußworten den Sängern und Darstellern sowie iiem Dirigenten, für die Mitwirkung bei der Gestaltung der Weihnachtsfeier. Ebenfalls im Saal zur „Sonne“ trat am zweiten Weihnachtsfeiertag der katholische Jung- hiännerverein mit zwei Theaterstücken vor die Oeffentllchkeit. Als Hauptstück würde „Die Hütte am See“ aufgeführt. Anschließend gelangte das Luststück „Die brandrote Lies“ zur Aufführung. Die jugendlichen Spieler zeigten eine ihrem Alter entsprechend gute Leistung und ernteten lebhaften Beifall. Lichterprozession in Untergrombach Eine selten schöne Weihnacht erlebten die Untergrombacher in diesem Jahr. Weiß leuchteten Dächer und Straßen und der Michaelsberg grüßte seine Kinder mit seinem weißen Haupt. Nach der Bescherung und einer kleinen Weihnachtsfeier im Kreise der Familie versammelte sich die ganze Gemeinde in der festlich geschmückten Pfarrkirche. Die Mitter- nachtsmette läuteten die neuen Glocken ein. Alle erhoben ihre eherne Stimme. Von der kleinen Schutzengelglocke bis zur herrlichen Christus-König-Glocke. Der Kirchenchor und die Kapelle des MiV verschönten mit ihrem Gesang und ihren Weisen die Mette. Fremde, de in der hl. Nacht vorbeigefahren sind, waren bestimmt sehr verwundert, als sie nach der Mitternachtsmette einen nicht enden- wbllenden Zug der Pfarrkinder, alle mit brennenden Kerzen in der Hand, durch das Dorf wallen sahen. Es war fürwahr ein herrlicher und erhabener Anblick! Die vielen (es dürften über 1000 gewesen seih) roten, weißen, blauen und gelben Lichter in der hl. Nacht in einem verschneiten Dorf. Freudig und kräftig erschallte nach der Rückkehr in die Kirche das „Te deum“. Am Festtagmorgen erfreute der Kirchenchor im Hochamt, verstärkt durch ein Orchester und did Orgel, alle Besucher mit der sehr gut gesungenen „Missa admirabilis“ von Griesbacher.