BROCHSALER POST Re&ttioü nn3 Verlag) Brockst!, VörtfcrtnSe 11, Telefoa Nr. 2121 B«ti|ipreii: Monatlich DM 2.80 emschlieüHcb Trigergebühr. PoatmsteUong DM 2.45 «ufigBcb Zustellgebühr. — Erichailt *■ jedem Tag der VoAe, außer sonn- and feiertags* mSuOfö entgehe. xzAOHgemeine Z^Leitun# fdr kraighgaö und brhhrain Anzeigenpteke laut Preisliste. — Bankkonten: Spar« *a3 Kre<Üfe» bank Bruchsal Nr. 603; Stadt. Sparkasse Philippaborg Nr. 1037. Postscheckkoato: Amt Earlsrahe Nr. 36440. — Bes Störung durch höhere Gewalt besteht kein EraafteosproA. Nummer 29 Dienstag, 5. Februar 1952 Einzelpreis 20 Pfennig Acheson antwortet Schuman Adenauer: Vertragsunteizeichnung setzt Saanegelung voraus Bundeskanzler vor der CDU-Fraktion - Hoffnung auf Ausgleich mit den Alliierten BONN. Bundeskanzler Dr. Adenauer erklärte am Montag vor der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, daß er sich nicht in der Lage sehe, den Generalvertrag, die Zusatzverträge und das Abkommen über die europäische Verteidigungsgemeinschaft zu unterzeichnen, bevor nicht die deutschen Wünsche hinsichtlich der Saar und des Eintritts der Bundesrepublik in die NATO-Organisation geregelt werden. „Wir wünschen in diesen Fragen eine zufriedenstellende Lösung“, sagte der Bundeskanzler. Er versicherte jedoch, daß sich die Bundesregierung trotzdem für eine Fortführung der Politik der Integration Europas einsetze. PARIS. Das französische Außenministerium erklärte am Montagabend, noch keine Stellung zu dem persönlichen Schreiben des amerikanischen Außenministers nehmen zu können, da dieses Schreiben noch nicht im Besitz des Ministers sei. Der Brief Aehesons stellt die Antwort auf ein persönliches Schreiben Schumans dar, in dem dieser den Standpunkt seiner Regierung zu den aktuellen deutschen Problemen darlegte. Acheson soll in seiner Erwiderung und in einem ähnlichen Schreiben an die Bundesregierung u. a. darauf hingewiesen haben, daß sich beide Länder bemühen müßten, die bestehenden Meinungsverschiedenheiten aus der Welt zu schaffen. Ferner soll sich Adteson für eine Konferenz der Außenminister der Großen Drei zusammen mit Bundeskanzler Adenauer zur Beilegung der Saarfrage ausgesprochen haben. Außenpolitische „Einheitsfront" gefährdet LONDON. Die seit langen Jahren bestehende außenpolitische „Einheitsfront“ der britischen Regierung und der Opposition ist in Gefahr, über die Femostpolitik des Kabinetts Churchill auseinanderzubrechen. London erwartet eine der spannendsten und schärfsten Debatten, wenn heute im Unterhaus die Auseinandersetzung über die Behandlung der internationalen Probleme durch die konservative Regierung beginnt. Ein großer Teil der Labourabgeord- neten drängt auf einen Mißtrauensantrag. Die endgültige Entscheidung fällt am Mittwochvormittag in einer Sondersitzung der Labourfraktion. Sie will ihre Haltung von den Erklärungen abhängig machen, die Premierminister Churchill und wahrscheinlich auch Außenminister Eden zu Beginn der Debatte heute über die Washingtoner Konferenz abgeben. Churchill und Eden werden sich den maßgebenden La- bour-Führern stellen müssen. Attlee greift bereits heute in die Debatte ein. Ihm folgen am Mittwoch der ehemalige Außenminister Morrison und der frühere Staatsmdnister Youoger sowie der „Rebell“ Bevan. Franco - „natürlicher Vermittler" zu Nahost NEW YORK. Der bisherige USA-Botschafter in Spanien, Stanton Griffis, sagte am Montag bei seiner Ankunft in New York, der spanische Staatschef General Franco würde bei jedem Streitfall zwischen dem Nahen Osten und den Staaten des Westens „der normale und natürliche Vermittler“ sein. Im Hinblick auf die bevorstehenden Verhandlungen mit den Westmächten und den alliierten Hohen Kommissaren sprach der Bundeskanzler die Hoffnung aus, daß ein Ausgleich in den strittigen Fragen erzielt wird. Zur SPD-Feststellungsklage vor dem Bundesverfassungsgericht meinte Dr. Adenauer, daß das Grundgesetz einen Wehrbeitrag zulasse. Im Artikel 26 sei lediglich das Führen eines Angriffskrieges als verfassungswidrig bezeichnet worden. Der Bund könne jedoch auf Grund eines einfachen Gesetzes einem System gegenseitiger Kollektiv-Verträge beitreten. Dr. Adenauer wies dabei auf den defensiven Charakter der vorgesehenen Verteidigungsgemeinschaft hin. Nach der Erklärung des Kanzlers vor der CDU/ CSU berichteten Staatssekretär Professor HaUstein über Einzelheiten des Generalvertrages, und der militärische Berater der Bundesregierung, General a.D. Heusinger, über militärtechmsche Fragen. Adenauer verhandelte mit Koalition Bundeskanzler Dr. Adenauer nahm am Montagabend in Bonn Besprechungen mit Kabinettsmitglie- dem und Vertretern der Regierungskoalition auf. um die in Aussicht genommene Regierungserklärung zum Wehrbeitrag zu erörtern. Ferner berichtete Dr. Adenauer auf der gemeinsamen Sitzung von Kabinett und Koalition über den Stand der Vertragsverhandlungen mit den alliierten Hohen Kommissaren. In der Diskussion wurde ferner die strittige Saarfrage und die Pariser Verhandlungen über das deutsche Finanzmemorandum besprochen Zwölf Stunden Wehrdebatte Der Aeltestenrat des Bundestages hat am Montagnachmittag den Zeitplan für die Wehrdebatte am Donnerstag und Freitag festgelegt. Die parlamentarische Aussprache wird am Donnerstagvormittag 9.30 Uhr durch eine Regierungserklärung eingeleitet Die anschließende Aussprache, für die insgesamt zwölf Stunden - vorgesehen sind, soll am Donnerstag bis 18 Uhr dauern und am Frettagvormittag um 9 Uhr bis in die Mittagsstunden fortgesetzt werden. Auf der der Wehrdebatte vorangehenden Sitzung am Mittwoch, die um 13.30 Uhr beginnt, will sich der Bundestag mit der Frage der Wiedervereinigung Deutschlands beschäftigen. Bei dieser Gelegenheit soll die Bundesregierung zu einer Großen Anfrage der Regierungsparteien Stellung nehmen und über die Ergebnisse ihrer bisherigen Verhandlungen berichten. Resolution der Regierungsparteien In der großen Wehrdebatte am Donnerstag und Freitag wollen die Regierungsparteien eine grundsätzliche Resolution einbringen, in der sie sich dafür aussprechen, die Politik der europäischen Integration fortzusetzen. In der Resolution sollen aber auch die Vorbehalte geltend gemacht werden, die von den Regierungsparteien als Voraussetzung für einen Wehrbeitrag angesehen werden. ... echte Logik Außenminister wahrscheinlich ohne Adenauer Aussprache möglicherweise erst nach größeren Fortschritten bei Verhandlungen PARIS. Die am 13. Februar stattfindende Außenministerkonferenz der drei Westmächte wird, wie am Montag von unterrichteter Seite in Paris verlautet, wahrscheinlich ohne Bundeskanzler Dr. Adenauer abgehalten werden. Der britische Außenminister Eden und der französische Außenminister Schuman sollen zum Wochenende übereingekommen sein, daß Adenauer nur dann nach London eingeladen wird, wenn bis dahin bei den Bonner Verhandlungen über den Generalvertrag ausreichende Fortschritte erzielt worden sind. Von französischer Seite wurde am Montagabend die Auffassung vertreten, für wesentliche Fortschritte bei diesen Besprechungen reiche die Zeit bis zum 13. Februar nicht mehr aus. Nach Ansicht Bonner Regierungsstellen hängt das Zustandekommen einer Konferenz mit Bundeskanzler Dr. Adenauer und den drei westlichen Außen' ministern von den Absprachen der Regierungen der Westmächte ab. In Bonn wurde am Montag aus drücklich erklärt, daß der Wunsch nach Teilnahme des Bundeskanzlers nicht von der Bundesregierung, sondern von amerikanischer Seite ausgegangen sei In Bonn wird angenommen, daß die französische und britische Regierung in der Hauptsache über den Stand der deutsch-alliierten Vertragsverhandlungen unterrichtet zu sein wünschen. Daher dürfte die heutige Aussprache zwischen Dr. Adenauer und den alliierten Hohen Kommissaren wichtig sein, auf der vornehmlich die Zusatzverträge erörtert werden sollen. Da das Ergebnis der Vertragsverhandlungen auch nach deutscher Ansicht kaum der für Mitte Februar in London geplanten Außenministerkonferenz vorgelegt werden kann, rechnet man in Bonn mit der Möglichkeit einer Aussprache mit dem Bundeskanzler erst nach den Lissaboner Verhandlungen. Nach Auffassung Bonner politischer Kreise steht die Saarfrage in einem Zusammenhang mit den deutsch-alliierten Vertragsverhandlungen. Die Art und Weise des französischen Vorgehens an der Saar lasse die Frage aufkommen, ob überhaupt auf der anderen Seite der echte Wille zu einer Partnerschaft besteht. Man befürchtet in Bonn, daß die in den neuen deutsch-alliierten Verträgen gewünschten al- Die britische und französische Delegation für Lissabon LISSABON. Die Zusammensetzung der britischen und der französischen Delegation für die Mitte Februar beginnende Tagung des Atlantikrats wurde am Montag in Lissabon bekannt. Leiter der britischen Delegation wird Außenminister Eden sein. An der Spitze der französischen Delegation steht Ministerpräsident Faure als Finanzminister seines Landes. Ob der britische Premierminister Winston Churchill nach Lissabon kommt, wird als fraglich, aber nicht ausgeschlossen bezeichnet. Aus Kreisen der britischen Botschaft verlautet. Churchill werde seine Entscheidung entsprechend der Entwicklung der Konferenz treffen. Der britischen Delegation gehören achtzig Mitglieder, darunter neben Eden Schatzkanzler Butler und Luftmarschall Slessor an. Zur vierzigköpflgen französischen Delegation gehören neben Faure Außenminister Schuman, Verteidigungsminister Bidault, Minister für Rüstungskoordinierung Bourges-Maunoury, General Juin, die Stabschefs der Streitkräfte und Planungskommissar Mon- net. liierten Vorbehalte — in der Hauptsache in Fragen des Fortbestandes verschiedener alliierter Gesetze — später ähnliche Folgen haben könnten, wie der deutsch-französische Briefwechsel mit der Grandval- Emennung. Lufthoheit durch Zusatzvertrag ? BONN. Aus Bonner Regierungskreisen verlautete am Montag, daß einer der Zusatzverträge zum Generalvertrag die deutsche Lufthoheit wiederherstellen soll In dem Vertrag werde im wesentlichen den deutschen Wünschen entsprochen, da darin die Gewähr für den Aufbau einer neuen deutschen Zivilluftfahrt gesichert erscheint. Vermutlich wird Dr. Adenauer bei seiner Zusammenkunft mit den alliierten Hohen Kommissaren heute auch diesen Zusatzvertrag erörtern. Eine baldige „vernünftige Regelung" des Saarproblems fordert am Montag die Pariser Ausgabe der angesehenen „New York Herald Tribüne“. Bundeskanzler Dr. Adenauer wird in dem Artikel gegen den eventuellen Vorwurf der „Naivität“ gegenüber den Franzosen verteidigt. Es habe eine echte Logik in der Erwartung gelegen, daß der Sthumanplan eine Aenderung der französischen Haltung in der Saarfrage mit sich bringen würde. Deutsche Minister bei den „drei Weisen" PARIS. Vizekanzler Blücher, Bundeswirtschaftsminister Erhard und Bundesfinanzminister Schäffer legten am Montag in Paris im Verlauf von zwei ausgedehnten Sitzungen den deutschen Standpunkt über den Beitrag der Bundesrepublik zur europäischen Verteidigung dem NATO-Sonderausschuß der „drei Weisen“ dar. Während zunächst auch die zahlreichen Sachverständigen an den Verhandlungen teilnahmen, führten die drei Minister und die drei Mitglieder des Komitees, Draper, Plowden und Monnet später die Verhandlungen allein weiter. Ueber dreieinhalb Millionen unter Waffen Lovett gibt Verteidigungsstärke der USA bekannt - 52 Milliarden Dollar das Minimum WASHINGTON. Verteidigungsminister Lovett setzte sich am Montag vor zwei Kongreßausschüssen dafür ein, daß die von Präsident Truman im neuen Budget geforderten 52 Milliarden Milliarden Dollar Militärausgaben nicht gekürzt werden. Dieser Betrag sei das Minimum, das die Verteidigungsstreitkräfte brauchten, um das Land schützen und die Verpflichtungen der USA in Uebersee erfüllen zu können. Lovett sagte, es seien kaum Anzeichen vorhanden, daß der Kreml in seinem Streben nach Weltherrschaft nachlasse. Von militärischer Seite seien ursprünglich 71 Milliarden Dollar angefordert worden, doch habe sein Ministerium diesen Betrag auf 5S und Präsident Truman später auf 52 Milliarden Dollar herabdrücken können. Der amerikanische Verteidigungsminister teilte mit, daß der Mannschaftsstand des Heeres und des Marinekorps in den vergangenen 18 Monaten verdreifacht und der der Flotte wie auch der Luftstreit- kräfte verdoppelt werden konnte. Das dem Kongreß unterbreitete Budget beläuft sich auf 86 Milliarden Dollar. Sowohl von demokratischer wie republikanischer Seite ist bereits erklärt worden, daß vor allem die Militärausgaben wesentlich gekürzt werden müßten. Lovett gab folgende Zahlen bekannt: Heer: Im Juli 1950 590 000 Mann, 10 Divisionen und 11 Kampfgruppen in Regimentsstärke. Jetziger Stand: 1 570 000 Mann, 18 Divisionen und 18 Kampfgruppen. Flot- t e: Von 380 000 Mann mit 283 Kriegsschiffen auf 790 000 Mann und 400 Kriegsschiffe. Marine- k o r p s : Von 74 000 auf 219 000 Mann. Luft- Streitkräfte: Von 511000 Mann und 48 Geschwadern auf fast 990 000 Mann und 90 Geschwader. In. der Sitzung des Bundesrates, vom 1. Februar, in der der Schumanplan von der deutschen Ländervertretung ratijtzjert wurde, gab Bundeskanzler Dr. Adenauer, wie wir berichteten, auch eine Erklärung zur Smrfrage ab. Unser Bild zeigt Dr. Adenauer am Rednerpult. Rechts Bundesratspräsident Hinrich Kopf (Niedersathsen). Die Vorbedingung: Demokratie Von Dr. Horst Ley Jedesmal, wenn das Saar-Problem aus einem aktuellen Anlaß heraus in Deutschland zur Erörterung gestellt wird, bringen die Franzosen zwei Argumente vor, die sie für unangreifbar halten: Sie verweisen auf den provisorischen Charakter des augenblicklichen Zustandes und auf die den Saarländern belassene Freiheit, ihr kulturelles Deutschtum zu erhalten und zu pflegen. Beide Argumente stehen auf schwachen Füßen. Frankreichs Wort von dem Provisorium ist als Beschwichtigungsmittel völlig untauglich, weil Männer wie Grandval kein Hehl daraus machen, daß das französische Ziel die völlige Abtrennung des Saargebietes von Deutschland ist. Ebenso wenig wie in Wirtschaft und Politik hat Paris im kulturellen Sektor auf eine Einmischung verzichtet. Die friedliche Durchdringung, die hier betrieben wird, verbrämt man mit dem Wort von der europäischen Brückenfunktion der Saar. Wer beruflich vorwärtskommen will, der muß den französischen Kurs mit- steuem. Wann der Friedensvertrag einmal kommt, daß weiß niemand. Bei der Haltung Moskaus kann es noch Jahre dauern. Deshalb ist schon im vorigen Frühjahr, als die Wellen der Erregung wegen des Verbotes der Demokratischen Partei des Saarlandes hoch gingen, der Gedanke einer baldigen Volksabstimmung wieder in den Vordergrund gerückt worden. Die Banner Parteikorrespondenz der Freien Demokratischen Partei hat ihn soeben erneut in die Debatte geworfen, wenn auch ihre eigentliche partei- offizielle Forderung nicht hierauf, sondern auf die Schaffung demokratischer Zustände an der Saar gerichtet ist. Auch die Bundesregierung hat zunächst diesen Gesichtspunkt im Auge. Mit vollem Recht, wie wir meinen. Der demokratische Grundsatz, daß keiner Volksgruppe gegen ihren Willen eine Aenderung ihrer staatlichen Zugehörigkeit aufgezwungen werden darf, ist in der Atlantik-Charta feierlich niedergelegt worden, wir werden uns immer und überall auf ihn berufen. Aber erst müssen die Voraussetzungen für eine wirklich demokratische Abstimmung geschaffen sein. Wie gründlich das plebiszitäre Prinzip mißbraucht werden kann, haben wir in den letzten zwanzig Jahren zur Genüge erlebt, die Saar- Landtagswahlen vom 5. Oktober 1947 waren selbst ein trauriges Beispiel hierfür. Daß es im Saargebiet keine Demokratie gibt, daß dort Zustände herrschen, die nur dem Grade, aber nicht ihrem Wesen nach von denen der Sowjetzone abweichen, braucht nicht bewiesen zu werden. Die zum Hoffmann-Regime in Opposition stehende Demokratische Partei ist unter dem Vorwand faschistischer Umtriebe verboten worden, das Material für diese Begründung wurde dem Bundeskanzler trotz seiner Bitte niemals gezeigt. Koalitionsfreiheit gibt es nicht, politische Parteien können nur auf Grund eines einstimmigen Beschlusses der Regierung mit Zweidittelmehrheit des Landtages zugelassen werden, womit jede der Regierung nicht genehme Opposition ausgeschaltet bleibt. Besser hätten es General Tschui- kow und Botschafter Semjonow in Berlin-Karl9horst auch nicht machen können. Post- und Telefonüberwachung, polizeiliche Bespitzelung und das Fehlen jedes Rechtsmittels zur Wahrung der staatsbürgerlichen Rechte vervollständigen das Bild. Es sei hier noch einmal an die große Saar-Rede Dr. Adenauers vom Mai vorigen Jahres erinnert, in der er als Vorbedingung für jede Regelung die Verwirklichung der Demokratie im Saarland forderte. Wie sich die Saarbevölkerung anders über ihre eigenen Wünsche und das Für und Wider dieser oder jener Lösung klar werden soll, ist in der Tat unerfindlich. Die Weigerung Frankreichs, die uneingeschränkte Freiheit der Meinungsäußerung und Willensbildung herzustellen, ist zugleich die vernichtendste Kennzeichnung der Pariser Politik. Hier hilft keine Ra- bulistik und keine noch so europäisch frisierte Beteuerung — das ist Gewaltpolitik alten Stiles. Es gehört nicht viel. Phantasie dazu, sich die Folgen der in diesem Herbst fälligen Landtagswahlen auszumalen, wenn sie unter den jetzt herrschenden Verhältnissen durchgeführt würden. Sie wären eine Farce, die dem letzten Deutschen den Glauben an Europa und die deutsch-französische Versöhnung austreiben würde. Die Franzosen mögen sich die Frage selbst beantworten, ob das in ihrem Interesse liegen kann. Tunisfrage vor dem Sicherheitsrat PARIS. Die UNO-Delegierten aus fünfzehn asiatischen und afrikanischen Staaten teilten am Montag mit, sie würden das Tunis-Problem im Sicherheitsrat zur Sprache bringen. Die nächste Sitzung des Sicherheitsrats, auf deren Tagesordnung die Zulassung neuer UNO-Mitglieder steht, findet am Mittwoch statt. Die fünfzehn Staaten haben einen Ausschuß eingesetzt, der die Angelegenheit weiterbearbeiten soll. Ein Sprecher der fünfzehn Delegationen sagte, im Sicherheitsrat würden sie wahrscheinlich argumentieren, daß die Tunisfrage „eine Bedrohung des Friedens“ geworden sei. Ein französischer Sprecher erklärte, nach Ansicht seiner Regierung seien die Vereinten Nationen für den Streitfall zwischen Frankreich und Tunesien nicht zuständig. Nach zehn Tagen Ruhe kam es am Montag wieder zu Zusammenstößen in Tunis. Nach den bisherigen Berichten sollen zwei Araber getötet und ein französischer Polizist leicht verletzt worden sein. Die französische Polizei entließ am Montag zahlreiche Häftlinge, die in der vorigen Woche festgenommen worden waren. Vollsitzung in Pan Mun-jon beschlossen TOKIO. Bei den Verhandlungen in Pan Mun-jo.' einigten sich die Delegationen am Montag darauf, am Mittwoch eine Vollsitzung der Waffenstillstandsunterhändler abzuhalten. In der Mittwochsitzung sollen die Beratungen des Unterausschusses vorbereitet werden, der die Empfehlungen für die Regierungen beider Seiten ausarbeiten soll. Der UNO-Delegierte Konteradmiral Libby sagte am Montag, im Kriegsgefan- genen-Unterausschuß seien sehr zufriedenstellende Fortschritte erzielt worden. Seite 2 / Nummer 29 Dienstag, 5. Februar 1932 Vereinheitlichung der Ostblock-Währungen ? WIEN. In Wiener Wirtschaftskreisen, die mit den Ostblockstaten in Verbindung stehen, hat sich seit der rumänischen Währungsreform die Ansicht verstärkt, daß in allen Ländern des Ostblocks Geldumstellungen bevorstehen. Alle Satellitenwährungen sollen, so sickert auch aus Ungarn und der Tschechoslowakei nach Oesterreich durch — an den Goldrubel gebunden werden. Seit Wochen laufen in den Städten der Tschechoslowakei derartige Gerüchte um, die schon zu Panikverkäufen geführt haben, ebenso in Ungarn. Die Reorganisation der Ostblockwährungen soll bis April, vor Beginn der „Internationalen Wirtschaftskonferenz“ in Moskau beendet sein. Neue UNO-Xbrilstungskonunisslon zusammen- gebeten UNO — PARIS. Die auf Beschluß der UNO-Vollversammlung gebildete neue Abrüstungskommission, die sich aus den elf Sicherheitsratsmitgliedem und Kanada zusammensetzt, trat am Montag in Paris zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Zum Vorsitzenden für den Monat Februar wurde der brasilianische Delegierte Muniz gewählt. Der Vorsitz soll monatlich nach der alphabetischen Reihenfolge der Kommissionsmitgliedstaaten wechseln. WASHINGTON. Der frühere amerikanische Innenminister Harold Ickes starb am Sonntag im Alter von 77 Jahren. Ickes war einer der führenden Männer der „New Deal“ — Politik Roosevelts. Das Ziel ist der Frieden Bundestagspräsident Dr. Ehlers über „Wehrbeitrag und christliche Verantwortung 11 BONN. Die Frage des „Wie“ ist für die Wieder' bewaffnung entscheidend, sagte Bundestagspräsident Dr. Ehlers am Montag vor der Freien studentischen Gemeinschaft der Bonner Universität. „Wahlversammlungen mit Marschmusik und die Tatsache, daß 1500 Menschen in Bremen verzückt Hermann Niele- bock bei seiner Musik zujubeln, machen mich im Blick auf die Wiederbewaffnung skeptischer als manche Risiken, die im Hinblick auf den Osten dabei eingegangen werden.“ Die deutsche Demokratie sei noch so jung und wenig formend gewesen, daß die Gefahr eines Rückfalles in zunächst überwundene oder zurückgedrängte Gefahren akut sei. Hier liege die Verantwortung aller Deutschen, besonders aber aller Christen. In seinem Vortrag „Wehrbeitrag und christliche Verantwortung“ wandte sich Ehlers gegen das Argument, daß eine Wiederbewaffnung zum Krieg führen müsse. Leider werde auch im Raum der Kirche so getan, als ob der Krieg als Ergebnis einer Wiederbewaffnung sicher wäre oder sogar gewollt würde. „Das Ziel unserer Bemjjhungen ist der Frieden.“ Wer die Freiheit nicht auf geben will, dürfe sich bei ihrer Verteidigung selbst von der schmerzlichen Erkenntnis nicht zurückhalten lassen, daß durch einen Verteidigungsbeitrag die deutsche Einheit hinausgezögert werden könnte. Die Weltpolitik biete alle Der schwimmende Luft- und Seehafen im Atlantik Ein völkerrechtliches Problem von weittragender Bedeutung von Dr. jur. W. Bruns. Bereite im vorigen Sommer sollte eine gewaltige, kUnstlkhe „schwimmende Insel“ in Form eines 2,5 km langen U auf der Mitte zwischen den Azoren und Bermudas als ein korribdnierter Luft- und Seeverkehrshafen den Betrieb aufnehmen. Dort, wo sich die Wehsverkehrelinien von Europa nach Mittel- und Südamerika mit denen von Nordamerika nach dem Mattelmehr und Afrika schneiden, wird der inzwischen fertiggestellte Inselkoloß stationiert. Da man ihn wegen der großen Meerestiefe nicht am Grunde verankern kann, wird er nach einem neuen Verfahren mit hydraulisch arbeitenden Wasserankern am Abtreiben durch Wind und Meeresströmungen verhindert werden. Unter einer Hochbrücke hindurch laufen Seeschiffe größter Dimensionen in das etwa 2 km lange, mehrere 100 m breite Hafenbecken zum Fracht-, Poet- und Paseagierwechsel bei jedem Wetter ein, während die-Decks etwa 2 km lange Start- und Landebahnen für modernste Luftriesen darstellen. Eine 5 km lange Autobahn zieht sich rund um die Insel, deren ruhige Lage itn Wellengang des Meeres durch besondere Stabilieierungsanlagen gesichert ist. Schon seit dem Herbet 1950 befindet sich diese Schöpfung des amerikanischen Konstrukteurs Britten zum Ausbau in der Chesapeake-Bucht im Staate Virginia, wohin der Inselrumpf von mehreren Dutzend Schleppern nach Zusammenschweißung seiner Bauteile verbracht wurde. Die Kosten dieses neuen Weltwunders übersteigen diejenigen des Passagierdampfers „Queen Elizabeth“ oder modernster Flugzeugträger und Schlachtschiffe um ein Vielfaches. Die „schwimmende Insel“ wird also ein Wertobjekt allererster Größe darstellen. Damit aber ergibt sich eine Fülle von Problemen, wie man dieses dem friedlichen Weltverkehr dienende Werk im Frieden gegen Sabotage, im Kriege gegen militärische Angriffe schützen soll. Ein näheres Studium dieser Fragen wirft vor allem völkerrechtliche Probleme von weittragender Bedeutung auf: Was ist eine solche „schwimmende Insel“ völkerrechtlich? Ist sie ein Seeschiff, ein „territoire flot- tant“, auf dem lediglich das Hoheitsrecht des Heimatlandes gilt? Ist sie ein gigantisches Floß, weil Sie sich mit eigener Kraft nicht nennenswert wird fortbewegen können, sondern dazu einige Dutzend Hochseeschlepper benötigt? Als »ich das „Comdte juridique internationale de 1‘aviation" im Jahre 1930 in Budapest mit dem völkerrechtlichen Status solcher Objekte erstmalig beschäftigte, wurde ihnen der offizielle Name „Aero- port de haute mer“ verliehen. Es wird nun darauf ankommen, diesem Begriff baldmöglichst, am besten noch vor dem Auslaufen der „schwimmenden Insel“, einen für die Praxis brauchbaren Inhalt zu geben. Wenn dieser „Aäroport“ auch zugleich ein beachtlicher Seehafen sein wird, so kann man ihm deshalb doch nicht den völkerrechtlichen Status einer „natürlichen Insel“ zuerkennen, weil ihm dazu die Eigenschaft der „Ortsfestigkeit“ fehlt. Man wird also gezwungen sein, einen „besonderen völkerrechtlichen Status“ für derartige Objekte festzulegen. Man wird z. B. fordern müssen, daß der „Aöroport“ seinen international genehmigten Liegeplatz, außer in.Seenot, nicht ohne einstimmige Zustimmung der interessierten Mächte verläßt, damit er nicht in Friedenszeiten verkehrswirtschaftlich und in Kriegszeiten militärisch zu einer Gefahr für konkurrierende Unternehmungen, bezw. für Kriegführende und Neutrale werden kann. Damit aber erhebt sich die weitere Frage, ob und wie man ihn gegebenenfalls schon ln Friedenszeiten „neutralisieren“ könnte, damit er bei seiner möglichen Verwendbarkeit — als nicht einmal ortsgebundener Flug- und Seestützpunkt — weder von Krieg- führenden, noch von Neutralen mißbraucht werden kann. Da dies in Friedenszeiten mittels Sabotage und im Kriege mittels offener militärischer Gewalt möglich erscheint, so wird man ihn mit einer territorialen Wasserzone und einem darüber lagernden territorialen Luftraum ausstatten müssen, d. h. mit analogen Hoheitsrechten, wie sie einer „natürlichen Insel“ zustehen. Ein wirksamer Schutz gegen Sabotage und militärische Gewaltakte über und unter dem Wasser oder aus der Luft erfordert außerdem bei einem mitten im Ozean liegenden Objekt von solchem Wert und solcher Bedeutung achtunggebietende Verteidigungsmittel, die im übrigen vorgesehen sind. Chancen, daß die Politik der Wiederbewaffnung nicht einen Verzicht auf die deutsche Einheit bedeute, sondern sie im Gegenteil fördere. Ehlers wandte sich gegen die propagandistische Ausschlachtung der Worte des Rates der Evangelischen Kirche auf dem Essener Kirchentag 1950, wonach es undenkbar bleiben müsse, das Deutsche jemals auf Deutsche schießen. Propagandisten hätten gewissenlos daraus den Satz gemacht, „Deutsche werden nicht auf Deutsche schießen“, und ihn ausschließlich auf die Frage der westlichen Wiederbewaffnung bezogen. „Wenn aber durch eine furchtbare Verkettung der Dinge irgendwann einmal Menschen deutschen Blutes auf der Seite einer Angriffsarmee stehen würden, die unsere Freiheit und unser Leben bedroht, meine ich, daß die Tatsache, daß auch und gerade Deutsche dieses Leben und diese Freiheit bedrohen, kein ausreichender Grund ist, sich nicht dagegen zur Wehr zu setzen, ebenso wie wir uns jetzt dem Versuch, uns mit den Mitteln der Propaganda und der Infiltration zu überwinden, mit aller Kraft entgegenstemmen.“ Nach Auffassung des Bundestagspräsidenten verletzt eine Wehrgesetzgebung, die die im Grundgesetz gewährleistete ungestörte Religionsausübung voll berücksichtigt, nicht die Verfassung. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes werde das zweifellos klären. Durch einen Volksentscheid könne über die strittige Frage nicht entschieden werden. Das deutsche Volk befinde sich auf diesem Gebiet in einem so labilen politischen Gleichgewicht, daß es keinerlei Vorausestzungen für eine nur von der Sache her kommende ruhige und objektive Entscheidung erfülle. Manche, auch kirchliche Propagandaaktionen hätten dazu verhängnisvoll beigetragen. Dr. Ehlers wies die sozialdemokratische Forderung nach Neuwahlen zum Bundestag zurück. Es sei höchst gefährlich, die Kontinuität der Regierung, die von der Kontinuität des Parlaments abhänge, anzutasten, weil man sich von der Neuwahl ein ganz bestimmtes politisches Ergebnis verspreche. Die „Ohne-mich“- Leute seien keine ausschlaggebende Größe, da die Negation allein keine politische Entscheidung darstelle. Es sei durchaus berechtigt, einem Wehrbeitrag mit sozialen Argumenten zu begegnen. Dabei dürften aber nicht je nach Bedarf Ziele und Mittel ausgewechselt werden. Oft genug seien nicht die sozial rückständigen, sondern die sozial fortgeschrittenen Länder das Ziel von Angriffen. Dr. Ehlers kam zu der Feststellung, daß es offenbar kein vom Wort Gottes herkommendes Argument gebe, das zwingend die Ablehnung der Wiederbewaffnung als christliches Postulat fordere. Justizminister Dr. Fecht gestorben BADEN-BADEN. Der südbadische Justizminister Dr. Hermann Fecht ist am Montagvormittag im Alter von 71 Jahren in Baden-Baden gestorben. Dr. Fecht wurde am 20. Mai 1880 in Bretten geboren. Er studierte Rechtswissenschaft in Heidelberg, Berlin und Straßburg. Im Juli 1918 wurde Fecht zum badischen Bundesratsbevollmächtigten ernannt und gehörte seit 1919 dem Reichsrat an. Seit 1931 war er Leiter der badischen Vertretung beim Reich in Berlin. 193,3 wurde er vorzeitig zur Ruhe gesetzt, weil er nicht der NSDAP beitreten wollte. Nach dem Zusammenbruch wurde Dr. Fecht im Jahre 1946 zum Stadtrat in Baden-Baden und zum Mitglied der Kreisversammlung für den Kreis Rastatt und die Stadt Baden-Baden gewählt. Als badisches Mitglied des Parlamentarischen Rates in Bonn nahm er auch an der Ausarbeitung des Grundgesetzes teil. Am 4. Februar 1948 wurde er zum südbadischen Justizminister ernannt. Britischer Protest in Buenos Aires BUENOS AIRES. Die britische Regierung protestierte am Montag in Buenos Aires dagegen, daß ein Hilfskriegsschiff der argentinischen Marine am Freitag gegen das britische Kontrollschiff „John Biscoie“ einen Warnungsschuß abfeuerte. Der Vorfall ereignete sich, als von dem britischen Schiff ein Kommando in Hope Bay an der äußersten Spitze von Graham Land in der Antarktis an Land gesetzt wurde. Hope Bay war bis 1949 britischer Stützpunkt, wurde dann äufgegeben und sollte jetzt wieder besetzt werden. Der argentinische Außenminister Remorino hatte nach der Ueberreichung der Note durch den britischen Geschäftsträger Allen eine längere Unterredung mit Präsident Peron. UUvue Ruh&sckau BONN. Papst Plus XII. hat dem CDU/CSU-Bundestags- abgeordneten Höfler seine Anteilnahme an dem schweren Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen und Zivilver- schleppten versichert. BONN. Der österreichische Justizminister Dr. Tschadek traf am Mantagnachmittag in Bonn ein. Dr. Tschadek erwidert einen Besuch Dr. Dehlers in Wien. BERLIN. Die Westberliner Eisenbahngesellschaft warnte am Montag vor Sowj etzonen-Eisenbahnern, die als angebliche politische Flüchtlinge versuchen sollen, bei der Bundesbahn eine Beschäftigung zu erhalten. Diese Eisenbahner seien beauftragt, die Bundesbahn kommunistisch zu zersetzen. TARBES. In Bareges (Südfrankreich) fanden in der Nacht zum Montag drei Personen durch einen Erdrutsch den Tod. LONDON. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums teilte am Montag mit, daß das britische Generalkonsulat in Kanton geschlossen wird. Es ist das siebente britische Konsulat in China, das seit März vorigen Jahres seine Tätigkeit einstellt. VATIKANSTADT. Etwa hundert katholische Bischöfe wurden nach einer Aufstellung im Vatikanischen Jahrbuch 1952 bisher in zwölf kommunistischen Ländern eingekerkert, deportiert oder des Landes verwiesen. China hält die Spitze in der Kirchenverfolgung. Landesregierung gegen Ordenskontingente Kabinett erwägt einheitlichen Abschluß der politischen Befreiung im Siidwestraum STUTTGART. Das württembergisch-badische Kabinett beriet am Montag den vom Innenministerium ausgearbeiteten Entwurf eines zweiten Gesetzes zum Abschluß der politischen Befreiung. Es stellte dabei fest, daß die Bestimmungen des Gesetzes in den wesentlichen Punkten zugunsten der Betroffenen über die jetzige Regelung des Abschlusses der Entnazifizierung in Baden .und Württemberg-Holjenzollern hinausgehen. Das Kabinett wird den Entwurf daher zunächst den Regierungen in Freiburg und Tübingen Judendeportationen vor dem Schwurgericht Schwere Anklagen gegen ehemaligen Legationsrat des Auswärtigen Amtes NÜRNBERG. Die Juden-Deportationen in das Konzentrationslager Auschwitz stehen noch einmal im Mittelpunkt eines Prozesses, der am Montag vor dem Nürnberger Schwurgericht begann. Der 45 Jahre alte frühere Legationsrat im Auswärtigen Amt, Franz Rademacher, wird beschuldigt, dem Abtransport von 80 000 Juden aus Rumänien nach dem Osten und der Deportation von mindestens 108 000 Juden aus Frankreich, Belgien und Holland zugestimmt zu haben. Rademacher, der im Auswärtigen Amt Judenfragen bearbeitete, wird für die Erschießung von über 1500 serbischen Juden verantwortlich gemacht. In der Anklage nehmen vor allem die nationalsozialistischen Pläne zur „Endlösung der Judenfrage“ einen breiten Raum ein. Der Angeklagte wird als der Initiator des sogenannten Madagaskar-Planes angesehen, nach dem alle europäischen Juden nach dem Kriege zwangsweise nach der Insel Madagaskar deportiert werden sollten. Rademacher sagte hierzu, daß er lediglich die Pläne der Parteikanzlei und des Reichssicherheitshauptamtes in einem Bericht zusammengestellt habe. Er gab zu, daß er mit dem Judenreferenten der SS, Obersturmbannführer Eichmann, zusammengearbeitet habe. Der Prozeß wird voraussichtlich drei Wochen dauern. Unter den dreißig geladenen Zeugen sind prominente Mitglieder des früheren Auswärtigen Amtes. übermitteln, um gemeinsam mit ihnen zu prüfen, ob nicht für alle drei Länder ein einheitlicher Gesetzentwurf zum Abschluß der politischen Befreiung vereinbart und im Gebiet der beteiligten Länder in Kraft gesetzt werden kann. Außerdem erörterte das Kabinett eingehend den von einer Kommission aller Ministerien ausgearbeiteten Entwurf ejpes „Ueberleitungsgesetzes“, der nach der endgültigen Verabschiedung im . Kabinett, die voraussichtlich in 14 Tagen erfolgen wird, dem süd- westdeutschen Ministerrat vorgelegt werden soll. Einen wichtigen Beratungspunkt bildeten die noch zu erlassenden Richtlinien über die Ordensverleihung in Württemberg-Baden. Danach soll künftig mehr Wert auf die individuelle Verleihung von Auszeichnungen gelegt werden. Wie Ministerpräsident Dr. Maier nach der Sitzung vor Pressevertretern betonte, will man von der Verleihung „kontingentmäßig zugeteilter Orden“ Abstand nehmen. Das Kabinett kam überein, eine Eingabe der wür- tembergisch-badischen Teigwarenindustrie, nach der das Bundeswirtschaftsministerium eine Preisregelung in dieser Industrie einführen soll. zu unterstützen. Schließlich bewilligte das Kabinett 70 000 Mark für Entwurfsarbeiten zum Bau einer Bahnlinie zwischen Forchtenberg und Ohrnberg im Kreis Künzelsau. BONN. Der erste Botschafter Jugoslawiens für die Bundesrepublik, Dr. Ivekovic, ist am Mootagmorgen in Köln eingetroffen. Wer ist 2 mun cH . 6LG1N f M Roman von Doris Eieke (Copyright by Verlagshaus Reutlingen. Oertel ft Spörer) 25 } (Nachdruck verboten) Nachdem Peter sein Holz noch tadellos aufgeschich- tet.und dafür ein Extralob von Bertfay Steinert eingeheimst hatte, machten die beiden Bischoffs einen neuerlichen Spaziergang miteinander, froh, den kleinen dumpfen Staben für eine Weile entrinnen zu können. Diesmal waren sie, im Gegensatz zu gestern, bemerkenswert einsilbig. Jeder hing seinen Gedanken nach und auch die freundliche Umgebung fand nicht die Beachtung, die sie verdient hätte. Tina wurde sich, dieser Versponnenheit zuerst bewußt und schaute lächelnd zu Peter hinüber. „Riesig unterhaltend sind wir zwei heute.“ „Ach, man kann nicht immer reden.“ „Eben, manchmal redet man nur nach innen, und dann umso eifriger.“ „Wie meinst du das?“ „Nun, kannst du es leugnen, daß du dich die ganze Zelt mit einer imaginären Partnerin unterhaltet?“ „Woher willst du das wissen?“ fragte Peter ertappt „Gleicher Seelenzustand macht hellsichtig“, meinte'Tina trocken. Du weißt wenigstens, mit wem du es zu tan hast“. ”ja, gottlob, für eine romantische Telefonliebe wäre ich ja auch zu alt Runzele nicht so die Stirn, Peter, ich will dich ja nicht ärgern.“ „Mit derlei Bemerkungen tust du es doch“, knurrte er und schnaubte' verächtlich durch die Nase. „Telefonliebe! Mit einer Eigin Munch!“ „Ich gönne es dir von Herzen, wenn es nicht beim Telefon bleibt“ „Dafür laß* mich nur sorgen.“ Der Anfang ist jedenfalls vielversprechend und die Frau hat schon Format, aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, Peter, daß sie leicht wesentlich älter sein könnte?“ „Unsinn, ihre Stimme klingt ganz jung!“ „Die Stimme einer Schauspielerin ist im besonderen Maße geschult und wandlungsfähig.“ „Mutter, was hast du eigentlich davon, wenn du mdx die Laune verdirbst?“ „Peter, sei doch nicht so maßlos empfindlich! Ich möchte dich ja nur vor einer Enttäuschung bewahren.“ „Eigin Munch ist jung!“ behauptete Peter eigensinnig und in einem solchen Ton, daß Tina sich ärgerte. „Du sagst das gerade, als müßtest du sie gegen eine ungeheuere Anschuldigung verteidigen. Schließlich ist es kein Odium, nicht mehr jung zu sein, du kommst auch einmal dahin. Und wahrscheinlich siehst du dann gar nicht dekorativ aus und hast sogar eine Glatze.“ Peter fühlte unwillkürlich mit der Hand nach seinem Hinterkopf, wo sein blonder Schopf tatsächlich an Dichte zu wünschen übrig ließ. Er machte dabei ein so komisches Gesicht, daß Tina lachen mußte. „Ja, fühl* nur hin! Es läßt sich nicht leugnen, die Motten sitzen im Pelz, du hast ihn dir stellenweise wegamüsiert“, spottete sie boshaft „Und auch deine Denkerstim wird von Jahr zu Jahr bedeutender. Wer bereits solche Anzeichen trägt, sollte nicht mit Steinen nach den älteren Generationen werfen.“ „Du bist mächtig aggressiv, Mütterchen“, sagte Peter, seine gute Laune wiederfindend. „Das Wort .Alter* scheint bei dir neuerdings wie ein rotes Tuch zu wirken.“ „Und du tätest gut daran, dir deine Eigin vorsichtshalber nicht wie die Venus von Milo vorzustellen.“ „Die ist gar nicht so sehr nach meinem Geschmack.“ „Uebrigens: Scheidegger sieht gut aus.“ „Umso besser.“ „Du bist überhaupt kein bißchen neugierig auf ihn?“ schalt sie empört. „Dafür bist du es umso mehr.“ „Ich finde, du könntest ruhig etwas mehr Teilnahme aufbringen.“ „Soll ich dir mein Beileid erklären?“ Tina sah die lustigen Teufelchen in Peters Augen. „Es wäre immerhin besser als nichts. Wo willst du eigentlich mit ihm Zusammentreffen?“ „Ich! Wieso? Mich kommt er doch nicht besuchen!“ „Du mußt ihm doch Guten Tag sagen“, meinte Tina nervös. „Im Gegenteil. Erwachsene Kinder stören nur. Schließlich seid ihr ja erst bei der Ouvertüre. Sollte sich das Drama später voll entfalten, werde ich meinen rechtzeitigen Auftritt nicht versäumen.“ „Vielleicht hast du recht“, sagte Tina nachdenklich. „Ich hätte nur gerne gewußt, ob er dir sympathisch ist. Schließlich ist das nicht ganz unwichtig.“ „Ich bin heute prinzipiell anderer Meinung als du. Du lebst dein Leben und ich das meine; keiner von uns beiden ist dazu da. dem anderen im Licht zu stehen. Meiner Meinung nach mußt du handeln, als ob ich gar nicht vorhanden wäre.“ Ihre Ankunft bei Steinerts Häuschen beendete diese Unterhaltung und sie nahmen sie an diesem Tage nicht mehr auf. Peter hatte sich vergewissert, daß kurz vor Mittag ein Zug aus Zürich Bunwil passieren würde und nahm an, daß Scheidegger ihn benutzen würde. Er ging daraum schon upi elf Uhr demonstrativ von zu Hause fort, in der unbestimmten Vorstellung, daß es für eine Frau, die vielleicht im Begriff war, zarte Bande zu knüpfen, nicht angenehm war, einen erwachsenen Mann als Sohn präsentieren zu m üssen. Als er wenig später am Bahnhof vorüber kam, sah er dort einen städtisch gekleideten Herrn auf und abgehen. Er trug einen Strauß langgestielter I^umen in der Hand und das keineswegs in der genierten Art, wie Männer sonst solche Requisiten zu handhaben pflegen. Im Herankommen sah Peter, daß er alle Augenblicke auf die Uhr schaute. „Wenn das nicht Scheidegger ist, schlucke ich einen Besen“, dachte er. „Warum rennt er hier bloß auf und ab? Er scheint mit einem früheren Zug gekommen zu sein. In unwillkürlicher Neugierde und ohne weiter nachzudenken, trat Peter auf ihn zu. „Verzeihen Sie, haben Sie zufällig Feuer bei sich?“ „Ja, natürlich.“ Der Fremde klemmte die Stengel der Blumen mit liebevoller Vorsicht unter den Arm und griff in seine Rocktasche. Als er Peter Feuer gab, sahen sie sich eine Sekunde in die Augen, dann lächelten sie beide. „Vielen Dank!“ „Aber bitte. Vielleicht darf ich Sie gleich um einen Gegendienst lütten, falls sie hier bekannt sind? Ich suche einen Schmied namens Steinert. „Das heißt, seine Mieterin, Frau Tina Bischoff“, konnte sich Peter nicht enthalten, zu ergänzen. Er beschrieb dem etwas bestürzten Scheidegger den Weg und amüsierte sich über seine ratlosen Blicke. „Sie brauchen nicht zu befürchten, daß ihr Vorhaben schon in der Zeitung gestanden hat“, beruhigte er ihn lachend. „Mein Wissen ist durchaus nicht zufällig. Ich bin mit Frau Bischoff — verwandt“ „Oh, dann sind Sie sicher Peter?“ „Sie wissen schon - von mir? Mutter ist doch eine heroische Natur. Ich dachte, sie hätte mich vorläufig unterschlagen.“ „Aber warum denn? Sie erzählte mir sofort von Ihnen.“ I „Diese Mutter?“ murmelte Peter verdutzt „Aber warum spazieren Sie hier eigentlich auf und ab?“ „Ich bin einen Zug früher gefahren, möchte aber vor halb zwölf nicht stören.“ „Mutter ist längst fertig, gehen Sie nur getrost hin. Ich wünsche Ihnen einen unterhaltsamen Nachmittag, aber Sie sind doch sicher schon datantergekommen, daß man sich mit Mutter nie langweilt?“ „Ja, mir ging es auch so, wir haben uns ausgezeichnet unterhalten. Hoffentlich hat Ihre Frau Mutter sich nicht erkältet? Ich habe mir deswegen Sorgen gemacht.“ „Erkältet? Aber warum denn?“ „Sie hatte keinen trockenen Faden am Leib, als sie sich bei mir umzog. So etwas geht gewöhnlich nicht ohne Folgen ab“, sagte Scheidegger mit der ganzen Harmlosigkeit seines guten Gewissens. „Sie mal an!“ dachte Peter und mußte sich abwenden, um ernst zu bleiben. „Ich glaube. Sie dürfen beruhigt sein, meine Mutter ist ganz wohlauf.“ „Das freut mich. Uebrigens, wenn ich meine bescheidene Einladung erweitern dürfte? Ich möchte nicht, daß Sie durch meine Schuld am Sonntag allein essen müssen.“ „Gott bewahre!“ sagte Peter vergnügt. „Frau Steinert kocht mir heute mein Lieblingsessen, und ich freue mich schon die ganze Zeit darauf, daß ich Mut- ters Portion mitessen kann. Bei Schweinebraten mit grünen Bohnen leiste ich unheimliches.“ „Dann möchte ich Sie allerdings nicht abhalten. Kommen Sie nicht mit?“ „Nein, ich laufe mir noch erhöhten Appetit an. Aber Sie können den Weg nicht verfehlen. Grüßen Sie Mutter von mir!“ Sie gaben sich in lächelndem Einverständnis die Hand. „Wie Sie mich an Ihre Mutter erinnern!“ „Nanu, diese Feststellung ist nicht sehr schmeichelhaft für sie. So ein Schlagetot wie ich und so etwas Feines und Zierliches wie sie können sich doch nicht gleichsehen.“ „Ich meinte auch nur in dieser frischen und humorvollen Art, zu sprechen.“ „Ja. für Trübsinn sind wir beide nicht zu haben. Auf Wiedersehen, Herr Doktor, ich freue mich, daß ich Sie angekeilt •— ich meine angesprochen habe.“ Während sie nach entgegengesetzten Seiten auseinandergingen, dachten sie beide das gleiche, denn sie hatten spontan Gefallen aneinander gefunden. (Fortsetzung folgt.) Dienstag, 5 V Februar 1952 Nummer 29 / Seilte SÜD WESTDEUTSCHER SPIEGEL Demonstrationen für das Rheinau-Kraftwerk An einer Volkskundgebung, die am Sonntag in St. Gallen. von einem überparteilichen Komitee veran- staltet wurde, sprachen sich über 3000 Schweizer für die Erstellung des umstrittenen Kraftwerkes Rheinau und für den baldigen Ausbau der Hochrheinschifffahrt zwischen Basel und Bodensee aus. An der Demonstration beteiligten sich neben Kraftwerk-Anhängern aus den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Appenzell zahlreiche Behördenvertreter, eidgenössische und kantonale Parlamentarier sowie Vertreter Schweizer Wasserwirtschaftskreise aus allen Partei- lagem. Die einzelnen Redner begründeten ihre Stellungnahme zugunsten des Kraftwerkes am Rheinfall mit den besonderen, vor allem die Ostschweiz berührenden wirtschaftlichen Argumenten. Um die Erhaltung der Spielb ank In einer „Denkschrift über die Bedeutung einer Spielbank für die Stadt Baden-Baden“, die am Samstag der Bundesregierung, einigen Bundestagsabgeordneten sowie den Regierungen der drei südwestdeutschen Länder zugeschickt wurde, nimmt Baden- Baden gegen das von 61 Bundestagsabgeordneten Eine Reihe von politischen Versammlungen, Parteitagungen und Delegiertenkonferenzen, die‘am Wochenende in den drei südwestdeutschen Ländern stattfanden, standen im Zeichen der bevorstehenden Wahlen zur verfassunggebenden Landesversammlung des neuen südwestdeutschen Bundeslandes. In Heidelberg beschloß — wie wir bereits meldeten — die CDU Nordbadens den Zusammenschluß mit der südbadischen Schwesterpartei zu einer gesamtbadischen CDU-Landesorganisation. Auf dem Landesvertretertag der DVP in Stuttgart wandte sich Bundestagsabgeordneter Emst Mayer dagegen, daß Parolen der Bundespolitik in den bevorstehenden Wahlkampf zur verfassunggebenden Landesversammlung hineingetragen werden. Die Versammlung nominierte die Kandidaten für die Landesergänzungsliste. An der Spitge stehen Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier, DVP-Landesvorsitzen- der Dr. Wolfgang Haussmann, Finanzminister Dr. Karl Frank, der ehemalige Finanzminister Dr. Edmund Kaufmann und neben weiteren sechs Kandidaten noch Oberbürgermeister Dr. Brandenburg. Die Landesdelegiertenkonferenz der SPD Württem- berg-Hohenzollem nominierte am Sonntag die Kandidaten für die Landesergänzungsliste, die jedoch erst in einigen Tagen veröffentlicht wird. Der Landesvorsitzende, Staatsrat Prof. Dr. Carlo Schmid, erklärte, man werde heute an die Verfassung des neuen Landes anders her an gehen als vor Jahren. Man brauche heute keinen Grundrechtskatalog mehr. Carlo Schmid betonte, daß der Wahl für die verfassunggebende Landesversammlung im ganzen Bundesgebiet eine große Bedeutung zugeschrieben werde. Das komme schon dadurch zum 1 Ausdruck, daß Der Narrenspruch „Narri — Narro -f jetzt isch halt so!“ bestimmte am Wochenende das Leben in der alten württembergischen Bischofsstadt Rottenburg am Neckar. Vierzig Narrenzünfte mit 17 Musikkapellen nahmen dort am schwäbisch-alemannischen Narrentreffen teil. Von Samstagnachmittag bis Sonntagabend waren die Straßen der Stadt erfüllt vom Läuten der Narrenschellen und vom Krachen der Karbatschen. Die Riedlinger „Gole“ — riesige Gestalten, die auf die Sage zurückgehen, daß der Riese Goliath in Riedlingen geboren sei —, die Villinger — der Strohpuppen beim Fasnet-Treiben den Kindern als Zielscheiben für Schneebälle dienen — und all die anderen Narrenzünfte aus Stockach, aus Schramberg, aus Meßkirch und vielen anderen Orten des alemannischen Raumes bevölkerten mit ihrem lustigen Treiben die sonst so stillen Straßen der Stadt. Die Schweizer Narren waren' durch die „Narro-Altfischer- zunft“ Laufenburg vertreten. Auf einer Narrenver- sammlung am Samstagabend wies der Ehrenpräsident des Treffens, der Kultusminister von Südwürt- temberg-Hohenzollem, Dr. Albert Sauer, auf die Eigenart der alemannischen Fasnet hin, die in uraltem Brauchtum wurzle und sich wesentlich von Fasching und Karneval unterscheide. Ueber 30 000 Besucher kamen am Sonntag mit Zügen und Kraftfahrzeugen nach Rottenburg, um den Festzug zu sehen, mit dem das schwäbisch-aleman- geforderte Spielbankverbot in der Bundesrepublik Stellung. Eine ausführliche rechtliche Begründung der Denkschrift kommt zu dem Schluß, daß dem Bund die ausschließliche Gesetzgebung über das Spielbankwesen nicht zustehe. Der am 14. Januar im Bundestag eingebrachte Antrag verstoße gegen einige Bestimmungen des Grundgesetzes und sei daher verfassungswidrig. Falls der Bäder- und Kurverwaltung Baden-Baden die Erlaubnis entzogen werden sollte, eine Spielbank zu betreiben, so würde dies eine Enteignung darstellen, für die der Bund auch eine angemessene Entschädigung zahlen müßte. Fremdenlegionörslager Offenbarg aufgelöst Das Fremdenlegionärslager in Offenburg, das nach 1945 von den Franzosen errichtet worden war, ist jetzt aufgelöst und vorläufig in den noch französischen Teil Kehls verlegt worden. Ein neues Lager wird in Straßburg-Neudorf errichtet. In das Offenburger Lager ist eine französische Arbeitskompanie eingezogen. Mit besonderer Freude wird die Verlegung von der Offenburger Bevölkerung begrüßt. Fast ein Viertel der im Kreis Offenburg verübten Verbrechen kamen auf das Konto des Lagers. De Polizei hatte sich vor allem mit der Ueberwachung der von dem Lager zurückgewiesenen Bewerber zu beschäftigen, die meist mittellos auf der Straße standen. der Bundestag die Woche vor der Wahl sitzungsfrei habe. Die Landesverbände der KPD Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern haben sich am Sonntag in Stuttgart zu einer Landesorganisation im südwestdeutschen Bundesland zusammengeschlossen. Erster Sekretär wurde Karl Weber, zweiter Willi Bechtle. Die beiden wurden auch als Spitzenkandidaten auf die Landesergänzungsliste der KPD für die verfassunggebende Landesversammlung gewählt. Programm für den Hebeltag Auf der Jahreshauptversammlung des Hebelbundes in Lörrach wurde das Programm für den diesjährigen Hebeltag am 10. und 11. Mai in Lörrach bekanntgegeben. Die Gedenkfeierlichkeiten für Johann Peter Hebel erhalten in diesem Jahr durch die Teilnahme des Bundespräsidenten Professor Dr. Heuß ein besonderes Gepräge. Wie in den Vorjahren wird der Hebeltag 1952 den Rahmen für ein großes alemannisches Heimattreffen abgeben, zu dem neben Hebelfreunden aus dem ganzen südwestdeutschen Raum und der Schweiz Regierungsvertreter aus Stuttgart und Basel erwartet werden. Hitlers Teehaus iiir den JUpenverein Das Teehaus Hitlers auf dem Kehlstein bei Berchtesgaden soll in Kürze dem Deutschen Alpenverein übergeben werden. Wie Landrat -Theodor Japob am Samstag mitteilte, will der Alpenverein, zu dessen Arbeitsgebiet der Kehlstein bis 1933 gehörte, eine Berggaststätte aus dem Gebäude machen. Die Abbrucharbeiten am Obersalzberg werden, soweit es die Witterung zuläßt, planmäßig fortgesetzt. nische Narrentreffen seinen Höhepunkt und Abschluß fand. Auf einer Ehrentribüne vor dem Rathaus hatten Staatsrat Prof. Dr. Theodor Eschenburg uhd andere Vertreter der Regierung Platz genommen. Hinter der Rottenburger Narrenzunft folgte die aus Villin- gen und die aus Donaueschingen. Apfelsinen flogen aus der Luft, als die Narren aus Laufenburg vorüberzogen. Die Offenburger Garde feuerte aus ihrer Kanone vor der Ehrentribüne drei Salutschüsse ab. Die Wildheit des Waldes sprach aus den Masken der Säddnger Narren. Die Mühlheimer klapperten mit ihren kleinen Mühlen. Wild stürmten die Hexenzünfte daher. Viele Figuren erinnerten an historische Ereignisse. So „de Koppedäschle“ aus Radolfzell, der bei der preußischen Besetzung der Stadt die Erlaubnis erhalten hatte, sein närrisches Treiben nur vom Fenster aus zu vollführen. Er nahm einen Fensterstock und zog mit ihm durch die Straßen der Stadt. Den Hornbergern bot das Hornberger Schießen Anlaß zu einer närrischen Darstellung. So zogen die Narren des südwestdeutschen Raumes ynd einige Schweizer Narren, teils in tollen Sprüngen, teils im Tanzschritt, durch die Straßen von Rottenburg. Der Himmel, der während des Festzuges zwar - keinen Sonnenschein bescherte, aber doch noch freundlich war, schüttelte kurz nach dem Schluß des Umzuges seine Federwolken aus und deckte so das närrische Treiben wohlwollend zu, das noch bis tief in den Abend hinein anhielt. HANDEL UND WIRTSCHAFT Umstufungen in der Kohlezuteilung Nach einem Erlaß des Bundeswirtschaftsministeriums können gewerbliche Kleinverbraucher von Kohle für das Kohlenwirtschaftsjahr 1952/53 in die Gruppe „übrige Industrie“ übernommen werden. Voraussetzung dafür ist, daß sie im Kohlenwirtschaftsjahr 1951/52 durchschnittlich mehr als zehn Tonnen feste Brennstoffe pro Monat verbraucht haben und dieser Bedarf auch im kommenden Kohlenwirtschaftsjahr zu erwarten ist. Die Zweigstellen des deutschen Kohlenverkaufs sind von dem Erlaß bereits unterrichtet worden. Die Umstufung wird in der Zeit vom 8. bis 10. März 1952 durchgeführt. Wie VWD weiter erfährt, hat das BWM auch Richtlinien für ein umgekehrtes Verfahren bekanntgegeben, bei dem Verbraucher aus der Gruppe „übrige Industrie“ in die Kategorie „Kleinverbraucher“ umgeschrieben werden, wenn ihr durchschnittlicher Monatsverbrauch 1951/52 unter 10 Tonnen bleibt. Prof. Erhard über die Kohlenfrage In einem Artikel, den der Bundesminister für Wirtschaft, Professor Dr. Ludwig Erhard in der neuen Nummer des „Echo der Woche“ veröffentlicht, nimmt er zu der Anschuldigung Stellung, die Bundesregierung habe in der Kohlenfrage Versprechungen gemacht, die sie nicht einhalten konnte. „Ich stelle fest“, schreibt der Wirtschaftsminister, „daß die Auslieferung der Hausbrandkohle ohne Rückstände und Schwierigkeiten zügig vor sich geht und daß es mir darüber hinaus sogar gelungen ist, die deutsche Kohlenwirtschaft zu bewegen, minderbemittelten Haushalten noch im Laufe dieses Monats zusätzliche vier Millionen Zentner Kohlen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Ich bin gewiß auch glücklich, daß der Winter bis dahin relativ mild gewesen ist, aber wenn der deutsche Produktionsindex vom September auf November trotz Kohlennot von 127 auf 141 Prozent angestiegen ist, dann haben wir das gewiß nicht dem schönen Wetter, sondern anderen Kräften zu verdanken.“ „Grüne Woche" Berlin abgeschlossen Me „Grüne Woche Berlin 1952“ in den Messehallen am Funkturm in Westberlin, die am Sonntag nach zehntägiger Dauer ihre Pforten schloß, hatte insgesamt 485*000 Besucher aus Ost und West. Damit wurde ein neuer Besucherrekord der „Grünen Woche“ aufgestellt und die 1939 ermittelte bisherige Rekordzahl um 64 000 Besucher aus dem sowjetisch besetzten Gebiet und 26 000 Interessierte aus dem Westen übertroffen. (Der viel bewunderte 50 Jahre alte und 27 Pfund schwere Karpfen zertrümmerte zehn Minuten vor Schluß der Ausstellung mit einem mächtigen Schwanzschlag sein gläsernes Bassin. Bundesraf für Getreide-Anbietungspflicht Mit 24 gegen 19 Stimmen billigte der Bundesrat eine Regierungsverordnung über die Anbietungspflicht von Brot- und Futtergetreide. Wie der nordrhein-westfälische Landwirtschaftsminister Lüebke ausführte, ist durch die Verwendung von Roggen als Futtergetreide zu befürchten, daß in absehbarer Zeit 400 000 Tonnen Brotgetreide fehlen. Außerdem besteht nach Ansicht der Bundesregierung die Gefahr, daß durch Zurückhalten von Ware beim Getreidehandel die geordnete Versorgung gefährdet werden kann. Auf Beschluß des Bundesrates soll eine Anbietungspflicht des Getreidehandels nur bestehen, wenn die Getreidebstände beim Händler 30 Tonnen übersteigen. Vom Kabinett waren zwanzig Tonnen vorgesehen worden. Das Getreide muß der Einfuhr- und Vorratsstelle für Getreide und Futtermittel in Frankfurt am Main vierzehntägig zum Kauf angeboten werden. Das Gemeinde-Rechnungsjahr 1951 Ausgaben und Einnahmen der Gemeinde und Gemeindeverbände in der Bundesrepublik haben sich im Rechnungsjahr 1951 gegenüber dem Vorjahr beträchtlich erhöht. Nach dem jetzt dem Statistischen Bundesamt vorliegenden vorläufigen Ergebnis stiegen die Ausgaben von 6183 Millionen Mark um rund 750 Millionen Mark auf 6 935 Millionen Mark. Diese Erhöhung ist im wesentlichen auf verstärkte Investitionen und Darlehnsgewährung für den Wohnungsbau und vermehrte Grundstückskäufe zurückzuführen. Die persönlichen Ausgaben sind um 89 Millionen Mark auf 2179 Millionen Mark gestiegen. Bei den SPORT - NACHRICHTEN Totoquoten West-Süd-Block Zwölferwette: 1. Rang: 6 Gewinner je DM 99 316.10. 2. Rang: 139 Gewinner je DM 4284.70. 3. Rang: 1981 Gewinner je DM 300.50. Zehnerwette: 1. Rang: 32 Gewinner je DM 10 595.—. 2. Rang: 774 Gewinner je DM 437.60. 3. Rang: 8412 Gewinner je DM 40.10. Nord-Süd-Block 1. Rang: 80 Gewinner je DM 6848.50. 2. Rang: 1802 Gewinner je DM 304.—. 3. Rang: 19 220 Gewinner je DM 28.50. Internationale Kurzwette (Bayern): 1. Rang: 82 Gewinner je DM 321.—. 2. Rang: 1282 Gewinner je DM 20150. Zusatzwette zum Nord-Süd-Toto Niedersachsen: 1. Rang: 91 Gewinner je DM 309.50. 2. Rang: 1778 Gewinner je DM J.5.80. Fufiball-Skandal in Italien Italien erlebte am Sonntag bei einem Spiel um die Italienische Fußballballmeisterschaft wieder einmal einen Skandal. Als der Schiedsrichter in der Begegnung zwischen Legnano und Bologna beim Stande von 2:2 drei Minuten vor Schluß den Gästen einen Elfmeter zusprach, überfluteten aus Protest Hunderte von wütenden Legnano-Anhängem den Platz. Bevor der Strafstoß ausgeführt werden konnte, hatten die Zuschauer bereits die Umzäunung übersprungen. Sie stürmten auf den Schiedsrichter ein, der nur mit Mühe von der Polizei in Sicherheit gebracht werden konnte. Das Spiel wurde beim Stande von 2:2 abgebrochen. Nordbadischer Tennisclub tagte Auf der Generalversammlung des Nordbadischen Tennisverbandes in Heidelberg wurde der bisherige Vorstand in seiner Gesamtheit wiedergewählt. Er setzt sich zusammen aus: 1. Vorsitzender Fritz Kuhl- mann (Schwarz-Gelb Heidelberg), Schatzmeister Dr. Reuther (TC Heidelberg), Jugendwart Lutz (Pforzheim). Motorrad-Rennfahrer gesucht H. P. Müller (Bielefeld) ,der für Auto-Union seit Kriegsende in ununterbrochener Reihenfolge auf DKW die Deutsche Motorradmeisterschaft in der kleinsten Klasse gewann, wird voraussichtlich in der kommenden Rennsaison, die mit dem Eilenriederennen Hannover am 20. April gestartet wird, nicht mehr für sein altes Werk fahren. Wegen zu hoher Forde- Zweieinhalb Meter Schnee im Hochschwarzwald Starke NeuschneeföUe haben die Schneelage auch in den Niederungen gebessert Nach neuen reichlichen Schneefällen in der Nacht zum Montag ist die Schneedecke in den Gipfellagen im Südschwarzwald bis zu 2,40 m angewächsen. Auch in den mitlleren Höhen und im Nordschwarzwald liegt der Schnee 1 bis zu 1,80 m hoch. Wegen der Verwehungen des Pulverschnees sind Skitouren auf ungespurten Wegen erschwert. Abfahrten sind bis in die Niederungen möglich. Auch in der Rheinebene liegt auf den Straßen Schnee oder Schneematsch. Alle übrigen Straßen Badens haben eine festgefahrene Schneedecke, meist Neuschnee auf fester Unterlage. Durch Schneeverwehungen oder Schneeglätte wird den Verkehr auf den höher gelegenen Schwarzwaldstraßen und auch auf den Fernverkehrsstraßen zum Teil stark erschwert. Die Mitnahme von Schneeketten wird dringend empfohlen. Von den einzelnen Wintersportplätzen werden folgende Schneeberichte gegeben: Feldberg 238 cm Pulver; Heraogenhorn 2.35 cm Pulver; Schauinsland 180 cm Pulver; Belchen 220 cm Pulver; Hinterzarten 108 cm Pulver; Titisee 120 cm Pulver; Kandel 180 cm Pulver; Bend 190 cm Pulver; Triberg 120 cm Pulver; Hornisgrinde 150 cm Pulver; Darmstätter Hütte 150 cm Pulver; Freudensta' 1 * 100 cm Pulver; Kaltenbronn 100 cm Pulver. Kurzmeldungen aus Südwestdeutschland :: Wegen der Teilnahme an einem für Veit Harlan und Kristina Söderbaum in Freiburg gegebenen geselligen Beisammensein wurde der Polizeidirektor von Freiburg, Otto Bieser, aus der SPD ausgeschlossen. Der Landesausschuß der SPD Südbaden, der am Sonntag in Freiburg diesen Entschluß faßte, war der Ansicht, für Bieser hätte es als Angehörigen der SPD selbstverständlich sein müssen, ein Zusammentreffen mit Veit Harlan in dieser Form zu vermeiden. :: An der Auswanderung der 5000 deutschen Bauern nrch den Vereinigten Staaten nehmen aus dem Kreis Schwäbisch Hall 38 F?r~;iien mit insgesamt 200 Personen teil. Die Mehrzahl der Auswanderer stammt aus Bessarablen, ein kleinerer Teil aus Ungarn. Bauern aus den früheren deutschen Ostgebieten und aus der Tschechoslowakei lehnten die Auswanderung allgemein mit dem Hinweis ab, sie warteten auf ihre Heimkehr. Die Karlsruher Polizei gibt seit einiger Zeit zweimal wöchentlich kostenlosen Verkehrsunterricht. Polizeipräsident Krauth sagte, durch diesen Unterricht habe sich die Verkehrsdisziplin bereits erheblich gebessert. In Karlsruhe waren im vergangenen Jahr durch Verkehrsunfälle 32 Personen getötet und mehr als 1500 verletzt worden. :: Der Turnverein in Unterböhringen im Kreise Göppingen will am 9. Februar — Weihnachten feiern. Der Verein hatte für die Feier in der Weihnachtszeit rechtzeitig alles vorbereitet und auch bereits drei Theaterstücke einstudiert, mußte die Veranstaltung jedoch absetzen, weil die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen war. :: Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer hat zugesagt, auf einer Wahlkundgebung der CDU am 29. Februar in Heidelberg zu sprechen. Wie das Kreisbüro der CDU in Heidelberg dazu ergänzend mitteilte, ist im Gegensatz zu anderen Aeußerungen niemals vorgesehen gewesen, daß der Bundeskanzler bereits am 10. Februar in Heidelberg sprechen wird, Dr. Adenauer werde an diesem Tag an der Landestagung der südbadischen CDU in Freiburg teilnehmen. Wetterbericht Kräftiger Luftdruckanstieg führt zum Aufbau eines Hochdruckgebietes, das auch das Wetter für unseren Raum bestimmen wird. Wechselnd bewölkt mit Aufheiterungen, keine Niederschläge mehr. Tagestemperaturen bum über 0 Grad, nachts bis minus 5 Grad, nördliche W T inde. Im Zeichen der bevorstehenden Wahlen Parteikonferenzen in Südwestdeutschland - Kandidaten wurden nominiert Großes schwäbisch-alemannisches Narrentreffen Ueber 30 000 Besucher beim Festzug der Narren in Kottenbuxg Einnahmen haben sich am stärksten die speziellen Deckungsmittel wie Gebühreneinnahmen der öffentlichen Dienste um 433 Millionen Mark auf 1838 Millionen Mark erhöht. Die Steuereinnahmen beliefen sich auf 2542 Millionen Mark. Insgesamt schließen die gemeindlichen Rechnungen mit einem Ueberschuß von hundert Millionen Mark ab. Dabei sind 73 Millionen Mark noch nicht verausgabte Mittel der außerordentlichen Rechnung nicht berücksichtigt. Beförderungssteuer erhöht Die erhöhten Sätze der Beförderungssteuer für Kraftfahrzeuge im inländischen Werkfernverkehr und im Güter- und Werkfernverkehr über die Grenzen sind am Freitag in Kraft getreten. Die Steuer beträgt künftig 99 Pfennig je Tonnen-Kilometer gegenüber 82 Pfennig bis zum 31. Januar. Zun>Begrün- dung der am 31. Januar als Verordnung im Bundesgesetzblatt verkündeten Steuererhöhung verweist das Bundesfinanzministerium auf die Erhöhung des Güterbeförderungstarifs. Diese Tariferhöhung habe die Berechnungsgrundlage für die Steuer verändert, so daß sie korrigiert werden mußte. Sparkassen: Sparerentschädigung drängt In den parlamentarischen Ausschüssen wird eine gesetzliche Lösung der Sparerentschädigung vorbereitet, teilt die Arbeitsgemeinschaft deutscher Sparkassen- und Giroverbände und Girozentralen mit Jedoch eilten Meldungen und Diskussionen über differenzierte Aufwertungssätze für bestimmte Kapitalanlageformen den Tatsachen voraus. Die Arbeitsgemeinschaft fordert erneut die ausnahmslose Aufwertung aller am Währungsstichtag -vorhandenen Sparguthaben auf quotal zehn Prozent, wobei sie darauf hinweist, daß die Kapitalansammlung bisher immer entscheidend von der Masse der Sparbuchsparer bewirkt worden sei. Oeffentliches Bausparen aufstrebend Das Neugeschäft der in der Bundesrepublik arbeitenden 13 öffentlichen Bausparkassen — Landesbausparkassen — befindet sich seit Herbst 1951 erneut im Ansteigen. Die Abschlußtätigkeit erreichte im Dezember 1951 Rekordhöhe. Im Jahre 1951 wurden insgesamt 40 000 Verträge mit 501 Millionen DM Vertragssumme abgeschlossen. Der gesamte Geldeingang belief sich auf 184 Millionen DM. Die öffentlichen Bausparkassen weisen einschließlich des sog. Ueber- hangs aus 1950 Hypothekenzusagen im Betrage von 2.33,4 Millionen DM aus. 181,6 Mill. DM wurden für den Wohnungsbau ausgezahlt Der Stand der Ausleihungen aller öffentlichen Bausparkassen am 31. Dezember 195]. betrug 306 Mill. DM. Der Vertragsbestand hat die Summe von 2 Milliarden DM erreicht Importeinschränkungen in Frankreich Die französische’ Regierung will in naher Zukunft die Einfuhren aus dem europäischen Raum drastisch einsdpränken, um die Francwährung zu stabilisieren. Offiziell wird betont, daß diese Maßnahme nach Festigung der Währung wieder aufgehoben werden soH. Die Einfuhrrestriktionen sollen durch eine schärfere Ueberwachung der Importe aus den Dollargebieten und eine Reihe innerer Maßnahmen ergänzt werden. Bei der teilweisen Aufhebung der Liberalisierung will sich Frankreich auf Artikel drei des Liberalisierungskodex berufen, der im Falle von Währungsschwierigkeiten ein Land zu diesem Schritt ermächtigt. Kurze Wirtschafts-Nachrichten Der Landwirtschaftsminister der Vereinigten Staaten, Charles F. Brannan, forderte die amerikanischen Farm«: ; auf, in diesem Jahr 50 Prozent mehr Nahrungsmittel und Agrarprodukte zu erzeugen als im Durchschnitt der Jahre 1935/39 und sechs Prozent mehr als im Jahre 1951. In Rumänien wurde eine Währungsreform durchgeführt. Der neue Lei wurde zu einen» Kurs von 2,80 an den sowjetischen Rubel gebunden. Die Umtauschrate der alten gegen die neue Währung ist je nach dem Betrag und der Person oder Körperschaft verschieden und schwankt zwischen 100:1 und 400:1. Wie Radio Bukarest in einer Sondersendung mitteilte, sei die Währungsreform zur Abschöpfung des Geldüberhanges vorgenommen worden. Von dem neuen Ford-Modell „Taunus 12 M* wurden im Januar, seinem" ersten Produktionsmonat, bereits 979 Einheiten gefertigt, das sind mehr als 50 Prozent der Gesamtmonatsproduktion der Ford-Werke, die sich auf 1810 Fahrzeuge stellte. Es wurden außerdem 2J4 Kastenwagen und 617 Omnibusse und Lastkraftwagen hergestellt. Die Esso A.G. hat im Zuge des Wiederaufbaus ihrer Tankerflotte der Deutschen Werft in Hamburg den Auftrag zum Bau eines 26 650 dwt. Turbinen-Tankets mit 12 500 PS und 17 Knoten Geschwindkeit erteilt. Dieser Neubau wird nicht nur der größte bisher in Auftrag gegebene Tanker unter deutscher Flagge, sondern zugleich auch das größte Schiff der deutschen Nach k rieg sf lotte sein. rungen hat das Werk den. Fahrervertrag mit H. P. Müller nicht erneuert. DKW sucht nun junge Rennfahrer. Auch die NSU-Werke haben die Verträge mit ihren bekannten Rennfahrern Hermann Böhm und Heiner Fleischmann nicht verlängert. Das Neekars- ulmer Werk will sich angeblich an den Rennen der Maschinen bis 350 ccm und 500 ccm nicht mehr beteiligen, sondern nur mit einer Viertellitermaschme in dieser Klasse mit DKW in Wettbewerb treten. BMW wird mit seiner verbesserten kompressorlosen Halblitermaschine bei der Premiere in Hannover noch nicht mit dabei sein, denn die Arbeiten sollen erst im Juni/Juli abgeschlossen sein. So steht Horex mit seiner 500‘er allein auf weiter Flur. Die Bad Homburger-Werke nehmen 1952 dagegen den Kampf in der 350er-Klasse gegen die englischen Fabrikate auf. Horex-Fabrikfahrer blieben Kurt Mansfeld und Hugo Schmitz (500 ccm). Für die 350er sind Roland Schnell und Heiner Gablenz vorgesehen. b Bedeutsame Olympiabesprechungen Auf Einladung des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Siegfried Edström (Schweden), treffen sich am 8. Februar in Kopenhagen vier Mitglieder des Nationalen Olympischen Komitees der Bundesrepublik (Dr. Karl Ritter von Halt, Willi Dau- me, Dr. Max Danz und Dr. Pecco Bauwens) und drei Mitglieder des Olympischen Komitees der Sowjetzone (Kurt Edel, Manfred Ewald und Roland Weißig) zu gemeinsamen Besprechungen. Nach den gescheiterten Konferenzen zwischen den beiden deutschen Olympischen Komitees in Hannover, in Kassel und in Hamburg will sich nun die höchste olympische Instanz, das CIO mit seinem Präsidenten Edström, einschalten mit dem Ziel, doch noch eine Einigung innerhalb der beiden deutschen Gruppen herbeizuführen. Wenn auch die Winterspiele in Oslo nicht mehr von Sowjetzonensportlern beschickt werden können fletzter Anmeldstermin war der 30. Januar), so soll doch alles versucht werden, bei den Sommerspielen in Helsinki im Juli alle deutschen Sportler, gleichgültig, aus welchen Gebietsteilen sie stammen, an olympischer Stätte zusammenzuführen. Bogoljubow zeigte neuen Siebenzüge* Großschachmeister Bogoljubow hat bei einer Simul- tanvorsteliung im Schachklub Wangen von 28 Partien 23 gewonnen. Drei gingen verloren und zwei endeten Remis. Bogoljubow zeigte bei dieser Gelegenheit seine neuesten Siebenzüger, ein Mattbild, an dem er 100 Stunden gearbeitet hat und das wohl eine epochale Neuerung im Schachspiel darstellen dürfte. Bogoljubow wird sich demnächst nach Kuba begeben wo er an einem Großtumier in Havanna teilnehmen wird. Seite 4 / Nummer 29 Dienstag, 5. Februar 1952 Nummernschilder auch für die „Kleinsten" Äenderungen der StraßenverkehrszulassungsordnuHg - NebeUampeu nur mit Abblendlicht Die stete Zunahme des Kraftverkehrs und die erschreckend hohen Unfallziffern führten dazu, daß die Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) in einigen Teilen geändert wurde. Die neuen Maßnahmen sind bereits in Kraft getreten und müssen von den Betroffenen umgehend durchgeführt werden. Besonderes Augenmerk muß dabei auf die Beleuchtungsanlagen gerichtet werden, deren Versagen oder mangelhafte Ausstattung in den vergangenen Jahren zu vielen Unfällen geführt hat. Sonnen- und Mondfinsternisse im Februar Wieder einmal wird sich die Sonne für kurze Zeit hinter dem Mond verstecken und genau vierzehn Tage später der Mond den Versuch machen, sich im Schatten der Erde zu verbergen. Es wird eine Sonnen- und eine Mondfinsternis geben. Zwei astronomische Ereignisse, deren Ablauf immer wieder, auch von Laien, mit Interesse verfolgt wird. Daß eine Sonnenfinsternis nur bei Neumond, wenn der Mond genau in der Verlängerung Erde — Sonne steht, und eine Mondfinsternis nur bei Vollmond, wenn der Mond in den Keil des Erdschattens gerät, entstehen kann, ist wohl heute in den Kulturländern fast jedem bekannt. Expeditionsberichte aus den letzten Jahren haben verraten, daß es auf einigen Südseeinseln und auch auf dem peruanischen Hochland noch Völkerstämme «ibt, die immer noch glauben, daß böse Dämonen Sonne und Mond bedrohen und verschlingen wollen. ( Wie vor Zeiten beginnen sie, wenn Sonne und Mond am freien Himmel zu verdunkeln anfangen, auf jede erdenkliche Art Lärm zu machen, um so das Untier einzuschüchtern, damit es Sonne und Mond wieder frei gibt Hörner, Trompeten und Trommeln werden in Tätigkeit gesetzt und angebundene Hunde durch Peitschenschläge zum Heulen gebracht. Die beiden Februar-Verfinsterungen, eine partielle Mondfinsternis am 10./11. Februar und eine totale Sonnenfinsternis am 25. Februar, sind in Deutschland nicht besonders gut zu beobachten. Bei der Mondfinsternis, die stattfindet, wenn der Mond in der Nähe von Regulus, dem hellen Hauptstem im Grossen Löwen steht, werden nur 0,088 Prozent unseres Trabanten verdunkelt. Die Verdunkelung beginnt am 10. Februar um 23. Uhr 6 Minuten mit dem Eintritt in den Halbschatten. Die Hauptverdunkelung ist am 11. Februar um 1 Uhr 39 Minuten. Der Austritt des Mondes aus dem Erdhalbschatten erfolgt dann um 4 Uhr 12 Minuten. Auch die totale Sonnenfinsternis am 25. Februar ist bei uns nur partiell. Wie liegen so ungünstig am Rand der Verdunkelungszone, daß für uns nur 0,20 Prozent der Sonnenoberfläche vom Mond verdeckt werden. Um die total verfinsterte Sonne zu sehen, müßten wir nach dem Kongogebiet, Sudan, Arabien, Persien oder Rußland reisen. Vielleicht möchte das der eine oder andere deutsche Sternfreund gern, wenn er erfährt, daß die nächste in Deutschland sichtbare totale Sonnenfinsternis sich erst am 7. Oktober des Jahres 2135 ereignen wird. Die Finsternis am 25. Februar wird kurz vor 10 Uhr beginnen ihre größte Phase gegen V* 11 Ühr erreichen und kurt nach 11 Uhr enden. Gehaltserhöhung für Angestellte im Klz-Gewerbe Zwischen der DAG, der Industriegewerkschaft Metall und den Arbeitsgeberverbänden des Kraftfahrzeuggewerbes in Württemberg-Baden und Württem- berg-Hohenzollem wurde ein neuer Gehaltstarif vereinbart. Danach erfahren die bisherigen Tarifsätze ab 1. Januar 1952 eine Aufbesserung um 5 bis 6 Prozent. Lohnerhöhung beim graphischen Gewerbe Die Tarifverhandlungen der Gewerkschaft Druck und Papier mit der Arbeitsgemeinschaft der graphischen Verbände des Bundesgebietes haben zu einer dreiprozentigen Erhöhung aller bisherigen Tariflöhne der Arbeiter des graphischen Gewerbes geführt. Der neue Tarifvertrag ist bis 31. Juli dieses Jahres kündbar. Bei einer Veränderung des Preisniveaus kann es jedoch von der Gewerkschaft oder von den Arbeitgeberverbänden schon früher gekündigt werden. Durch die Vereinbarung werden im Bundesgebiet die Löhne von rund 180 000 Arbeitern des graphischen Gewerbes erhöht. Mit Ausweis der Freundin geheiratet Eine junge Krankenschwester in Straßburg war nicht wenig erstaunt, als man ihr auf dem Standesamt eröffnet«, sie könne nicht getraut werden, weil sie nach den Angaben des Registers bereits verheiratet sei. Es stellte sich heraus, daß eine befreundete Kollegin der Braut die Ausweispapiere entwendet und unter falschem Namen geheiratet hatte. Es war die zweite El» der diebischen Kollegin. Ihr erster Gatte hatte sich von ihr getrennt und war spurlos verschwunden, ohne sich scheiden zu lassen. Um mit einem anderen Mann, den sie inzwischen kennengelemt batte, eine zweite Ehe eingehen zu können, hatte sich die Kollegin die Papiere _ ihrer Freundin verschafft und sich trauen lassen. Die Betrügerin wurde von dar Polizei festgenommen. Nach der Verordnung zur Aenderung der StVZO müssen nunmehr auch Kleinkraftfahrer mit einem Verbrennungsmotor unter 50 ccm ein polizeiliches Kennzeichen tragen, wenn ihre Höchstgeschwindigkeit 20 Kilometer in der Stunde übersteigt. Ferner müssen alle Krafträder, auf denen ein Soziusfahrer befördert wird, mit „Vorrichtungen versehen sein, die dem Beifahrer einen festen Halt für die Füße geben“. Die höchstzulässige Gesamtbreite für Kraftfahrzeuge und Anhänger beträgt 2,50 Meter, wobei lediglich land- und forstwirtschaftliche Arbeitsgeräte eine Ausnahme bilden. Die größte Höhe, die ein Fahrzeug' erreichen darf, ist vier Meter. Mbtorradanhänger dürfen nicht breiter als 1,25 Meter sein. Außer den üblichen Scheinwerfern können zur Beleuchtung der Fahrbahn ein oder zwei Nebelscheinwerfer verwendet werden, die aber nur bei Nebel oder Schneefall eingeschaltet werden dürfen. Außerdem gilt folgende Einschränkung: Nebellampen dürfen am Tage und bei Dunkelheit nur in Verbindung mit dem Abblendlicht, bei Dunkelheit auch mit dem Begrenzungslicht eingeschaltet werden. Die Nebelscheinwerfer dürfen nicht höher als die vorgeschriebenen Hauptscheinwerfer angebracht werden und nicht mehr als 35 Watt je Lampe verbrauchen. An der Rückseite benötigen Kraftfahrzeuge (mit Ausnahme Krafträder ohne Beiwagen) zwei ausreichend wirkende rote Schlußleuchten, die mindestes 40 cm, höchstens aber 1,55 über der Fahrbahn liegen und nicht mehr als 40 cm von der breitesten Stelle des Fahrzeugs entfernt sein dürfen. Diese Schlußleuchten dürfen unter keinen Umständen an die gemeinsame elektrische Fahrzeugsicherung angeschlossen sein. Bremslichter sind ebenfalls erforderlich, jedoch noch nicht allgemein für Motorräder, obwohl einzelne Firmen bereits serienmäßig ihre Krafträder damit ausstatten. Anhänger müssen die gleichen Schluß- und Bremslichter tragen, die für den Motorwagen vorgesehen sind. Kraftfahrzeuge und — soweit erforderlich — auch ihre Anhänger müssen mit Fahrtrichtungsanzeigern versehen sein, die als leuchtende Zeichen Mit Kopfschütteln vernahmen die Zuhörer die Anklage gegen den 23jährigen Klaus Hofsäß, der sich vor dem PfoTzheimer Schöffengericht zu verantworten hatte. In elf, zium Teil fortgesetzten Fällen hatte er seine Mitmenschen nach allen Regeln der Kunst betrogen. Das Schicksal hatte seinen Lauf genommen, als Klaus von seinem Vater aus dem Haus gewiesen wurde, weil er sich gegen den Willen der Eltern mit einem Mädchen verloben wollte. Klaus beschloß, ein Transportunternehmen zu gründen, wofür er aber kein Geld besaß. Er kaufte deshalb auf Abzahlungsvertrag einen gebrauchten Lastwagen, der nach einigen Fahrten eine Motorpanne erlitt. Obwohl er kein Geld hatte, versuchte Klaus den Wagen reparieren zu lassen. Der Handwerker hatte jedoch erfahren, daß das Fahrzeug unter Eigentumsvarbehalt erstanden und seither noch keine Rat© bezahlt worden war. So unterblieb die Reparatur. Klaus amüsierte sich inzwischen in Karlsruhe, hinterließ dort bei einer Kantine 290 Mark Schulden, für a schien es Klaus schließlich selbst an der Zeit, wieder einer Arbeit nachzugehen. Er fand eine Anstellung, wo er allerdings gleich einen zünftigen Einstand federte wofür er seinen noch nicht erhaltenen Lohn abtrat. Für seine Braut kaufte er auf Kredit Schuhe, ebenso für sich. Dann kaufte er auf Kredit einen Fotoapparat zu 230 Mark, den er bei einem anderen Händler zu 100 Mark wieder absetzte. Ebenso ging es mit einem Kofferadio zu 240 Mark. Ein Chronometer zu 120 Mark wurde ebenfalls verschleudert. Vier Monate Untersuchungshaft nahm sich Klaus wenig zu Herzen. Er mietete sich in Pforzheim ohne einen Pfennig Geld in Gaststätten ein, ließ sich verköstigen und machte weiter Schulden. Vor dem Gericht zeigte sich Klaus geständig. Er bestritt wohl ab und zu die Betrugsabsicht, doch gab er zu, sich strafbar gemacht zu haben. Ein Gutachten einer Freiburger Klinik über den Geisteszustand des Angeklagten ergab, daß er zwar nicht völlig seinem Alter entsprechend entwickelt aber dennoch für seine Taten voll zurechnungsfähig ist. Für diese Betrugsserie beantragte der Staatsanwalt 20 Monate Gefängnis. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten nach reiflicher Ueberlegung zu einem Jahr Gefängnis. Lohnverhandlungen ergebnislos abgebrochen Wie uns der Industrieverband Metall im Gewerkschaftsbund von Württemberg - Baden mitteilt, wurden am Freitag die Verhandlungen zwischen der Industriegewerkschaft Metall Bezirk Stuttgart und den Arbeitgeberverbänden der Edelmetall- und Unedelmetallindustrie sowie Taschen- und Armbanduhrenverband nach verschiedenen gegenseitigen Forderungen bzw. Angeboten ergebnislos beendet. Die Lohnkommission der Industriegewerkschaft Metall stellte die Mindestforderung den Tarif-Mindestlohn für gelernte Arbeiter über 21 Jahre von 1.27 Mark auf 1.35 Mark zu erhöhen. Die Hälfte des Erhöhungsbetrages sollte auf die derzeitigen Verdienste der Arbeitnehmer bezahlt werden, die gegenwärtig übertariflich bezahlt sind. Die.Geltungsdauer des Abkommens sollte der 31. 8. 1952 sein. Die Arbeitgeber boten hingegen nur 6 Pfg. für die erwähnte Tarifgruppe und 5 Pfg. für Frauen über 21 Jahre und wollten eine Laufdauer des Abkommens bis zum 31. 12. 1952. Die Löhne, die über den Tariflöhnen liegen, sollten um 3 bzw. 2’/s Pfg. erhöht werden. Die Industriegewerkschaft Metall mußte dieses nach ihrer Ansicht völlig ungenügende Angebot ablehnen. einem Aufblenden des entgegenkommenden Kraftfahrzeugs rechnen müssen und außerdem auch bei abgeblendetem Licht eine beschränkte Blendwirkung eintritt. Diese Auslegung in der Rechtssprechung wird durch ein Gerichtsurteil erhärtet, dem folgender Sachverhalt zu Grunde lag: Ein Lieferwagen fuhr mit abgeblendqtem Licht auf einer Fernverkehrsstraße. Durch Regen war die Fahrbahn naß und schlüpfrig. Aus entgegengesetzter Richtung näherten sich zwei Lastzüge, ebenfalls mit abgeblendeten Scheinwerfern. Etwa 25 m vor dem Lieferwagen blendete der Fahrer des vordersten Lastzuges plötzlich auf, wodurch der Fahrer des Lieferwagens erheblich geblendet wurde und dieserhalb seine Geschwindigkeit etwas herabsetzte. Beim Vorbeifahren an den beiden Lastzügen bemerkte er plötzlich kurz vor seinem Fahrzeug zwei nebeneinander in gleicher Richtung fahrende Radfahrer.‘Obwohl der Fahrer des Lieferwagens sofort stark bremste, konnte er infolge der immer noch zu hohen; Geschwindigkeit einen Zusammenstoß nicht verhindern. Hierdurch erlitt ein Radfahrer tödliche Verletzungen. Die Einwendung des Kraftfahrers, er sei durch den Lastzug geblendet worden, wurden von seiten des Gerichts aus den vorerwähnten Gründen nicht als Entschuldigung angesehen. Dieses Urteil sollte zum Nachdenken zwingen und diejenigen Kraftfahrer die es angeht, veranlassen, in künftigen Fällen außer dem Abblenden ihrer Fahrzeuge. was als selbstverständlich gilt .auch die Geschwindigkeit entsprechend herabzusetzen. Ein Theater der offenen Tür Wie die Intendanz des Pforzheimer Stadttheaters mitteilt. sollen, in Zukunft regelmäßige Vorstellungen für Flüchtlinge und Sozialrentner bei freiem Eintritt gegeben »werden. „Wir fühlen uns“, so meint Intendant Franz Otto, „als Theater, das mit öffentlichen Mitteln subventioniert wird, verpflichtet, auf unserem Gebiet mitzuhelfen, das Leben dieser schwergeprüften Menschen etwas zu erleichtern. Zwar können wir keine Sachwerte beisteuern, sondern eben nur Theater spielen — aber ich glaube, daß ein paar frohe Stunden der Entspannung und Erbauung willkommen sein werden. Wenn wir diesen Menschen auch nur etwas Kraft und Zuversicht für ihren schweren Alltag schenken können, dann haben wir schon viel erreicht. Wir wollen keine Almosen geben, sondern eine schöne Verpflichtung erfüllen!“ Als erste Vorstellung des „Theaters der offenen Tür“ ist für den 2. März das Volksschauspiel „Der Hauptmann von Köpenick“ vorgesehen. Die Aufführung der Lehär-Operette „Der Graf von Luxemburg“ soll folgen. Auf Betrug läßt sich kein Geschäft gründen 23 jähriger wollte Transportunternehmer werden und Iundefe als Betrüger Im Gefängnis Nicht nur abblenden, auch abbremsen! Oie erhöhte Unfallgefahr bei Dunkelheit - Ein warnendes Gerichtsurtwil Die Beachtung der einschlägigen Verkehrsvorschriften ist das erste Gebot aller Straßenbenötzer, soll die Unfallkurve endlich wieder ihre Schrecken verlieren. Die einfachsten Bestimmungen werden teils aus Nachlässigkeit oder auch in manchen Fällen aus Bequemlichkeit nicht beachtet. Bei verschiedenen Verkehrsüberwachungen, die in letzter Zeit durchgeführt wurden, mußte wiederholt die Feststellung gemacht werden, daß bei Dunkelheit die Bestimmungen über das Abblenden von Kraftfahrzeugen bei entgegenkommendem Verkehr sehr häufig nicht beachtet werden. Tiere im Winterschlaf Eine Frage, die die Wiesen Je tiefer die Quecksilbersäule des Thermometers absinkt, desto mehr Nahrung brauchen Mensch und Tier, um ihre Körperwärme auf dem Normalwert halten zu können. Der Mensch weiß sich zu schützen, für Säugetiere und Vögel aber ist der Winter ein ernstes „Versorgungsproblem“. Viele Vögel ziehen einfach nach wärmeren ländern ab — ein Ausweg, der den Vierbeinern unmöglich ist. Einige wenige Säugetiere sind statt dessen in der Lage, auf ihren warmblütigen Zustand vorübergehend zu verzichten, ihre Körpertemperatur auf die Umwelt zu senken, die Nahrungsaufnahme einzustellen und die Kaltperiode in einer totenähnlichen Starre zü verbringen. Diesen Zustand bezeichnet man allgemein als „Winterschlaf“. Er hat nichts zu tun mit dem schlafähnlichen Zustand, den man gelegentlich bei den Eskimos oder bei Bewohnern Sibiriens beobach- schaft noch nicht gelöst hat tionsfähig sind, die Hirnrinde jedoch nur bei einer Temperatur von mindestens 20 Grad arbeiten kann. Beginnt der Winterschläfer zu erwachen, so straffen sich seine Muskeln, aber diese ersten Bewegungen müssen von einem nervösen Zentrum unter der Großhirnrinde ausgehen. Erst wenn die Körpertemperatur des Tieres über 20 Grad gestiegen ist, kann es die Bewegungen seines Körpers und seiner Gliedmaßen kontrollieren. Das Gehirn des Winterschläfers muß sich also in einem Zustand völliger Ruhe befinden, und nur die Teile des Nervensystems, die für die grundlegenden Lebensprozesse der Wärmeerzeugung und Stoffwechselregulierung nötig- sind, halten eine beschränkte Aktivität aufrecht. Da experimentell naeh- gewiesen wurde, daß beispielsweise der Gehörnerv eines Hamsters bei einer Körpertemperatur von weniger als 16 Grad nicht im Stande kt, Schall- impulse weiterzuleiten, ist anzunehmen, daß die Tiere während des Winterschlafes völlig taub sind und durch kein Geräusch erweckt werden können. Auf Grund der bisherigen Forschungsergebnisse ist anzunehmen, daß der Hypothalamus im Zwischenhirn — der Temperaturregler des Körpers — bei Beginn des Winters irgendwelche Veränderungen erfährt und aufhört, die bisherige Körperwärme aufrecht zu erhalten. Das Tier verfällt daraufhin rasch in Winterschlaf. Der innere Thermostat der Warmblüter jedoch ist während dieser Ruheperiode nicht vollkommen ausgeschaltet, denn er muß die Körpertemperatur über dem Gefrierpunkt erhalten; fast jede Art von Reiz kann ihn wieder in Tätigkeit setzen. Immer noch bleibt aber die Grundlage des gesamten Problems unbeantwortet: Welcher Mechanismus legt den Hypothalamus lahm? Die Antwort auf diese Frage würde wahrscheinlich nicht nur das Rätsel des Winterschlafes, sondern auch alle Geheimnisse des normalen Schlafes endgültig lösen. t hat. Das interessante Phänomen des Winterschlafes be- tiäftigt die Wissenschaft seit langem, seine phy- flogischen Grundursachen sind jedoch immer noch igeklärt. Im allgemeinen wird angenommen, daß is Tier aus einem normalen Schlaf in den Winter- hiaf übergeht. Um 1890 stellt der französische lysiologe Raphael Dubois eine Theorie auf, die auf die Beobachtung gründete, daß die meisten interschläfer in fest verstopften Erdhöhlen leben- itürlifh sammeln sich in diesen geschlossenen turnen allmählich große Mengen Kohlendioxyd an, is auf die Tiere narkotisierend wirkt, und eine Iche „Autonarkose“ wurde von Dubois auch als •sache für das Einsetzen des Winterschlafes ange- immen. Diese Theorie ließ jedoch so viele BeobacH- ngstatsadien außer acht, daß sie fallen gelassen Dfe 6 ’Hormonforschung hat die Untersuchung des interschlafphänomens in neue Richtungen gelenkt, lern Anschein nach kann Winterschlaf nur dann atreten, wenn die Tätigkeit bestimmter inner- k torischer Drüsen eingeschränkt ist; andererseits ; es bisher noch nicht gelungen, durch Ausschal- ng einer Hormondrüse Winterschlaf künstlich ‘rvorzunifen. Ein ähnlicher Zustand kann iwat •perimenteil erzeugt werden, wenn man dem Tier stimmte Drogen — beispielsweise Insulm — mji- »rt; wird jedoch nicht später ein Gegenmittel m- rj e rt, stirbt das Tier ohne aufzuwachen. Wa 9 geschieht während des Winterschlafes mit an Gehirn? Ueberraschenderweise mußte festge- =>llt werden, daß zwar die peripheren Nerven bei anperaturen nahe dem Gefrierpunkt noch funkUm die Zukunft des deutschen Chorwesens Musikalischer Lehrer: In der Erkenntnis, daß das deutsche Chorwesen weitgehend vom Wirken der Lehrer als Chorleiter abhängt, hat der Deutsche Sängerbund die Konferenz der Kultusminister gebeten, durch Erlaß darauf hinzuwirken, daß bei der Aufnahme in Pädagogische Hochschulen neben einer musikalischen Veranlagung ein Grundmaß musikalischer Kenntnisse unbedingte Voraussetzung für die Zulassung zum Studium sei. Weiterhin sollte gefordert werden, daß während der Ausbildungszeit für Lehrer der Musik ein Minimum von drei Wochenstunden gewährt wird, in denen auch die außerschulischen Aufgaben des Lehrers in der Volksbildung zu berücksichtigen wären; daß auf den Zeugnissen der ersten Lehrerprüfung'der Vermerk erscheint- „Zur Erteilung des Musikunterrichts gut — bzw. nicht geeignet“; und daß den Studierenden während ihres Studiums auferlegt wird, wenigstens in sechs bis acht Stunden bei einem tüchtigen und anerkannten Chorleiter in Männerchor, Frauenchor, gemischtem Chor, Kirchenchor oder Jugendsingkreis nach eigener Wahl zu hospitieren. Begründet wird dieses kulturelle Anliegen mit der Tatsache, daß die Blüte des deutschen Musiklebens vor und nach dem ersten Weltkrieg vor allem der großen Zahl an gutausgebildeten Chorleitern zu danken war. Mehr als 65 Prozent dieser Chorleiter kam aus dem Lehrerstand deren Vertreter aus den alten — vielgescholtenen — Lehrerseminaren hervorgegangen waren. Sie waren zwar weniger Spezialisten, als achwuchs ist notwendig zumindest ein „pädagogisch und musikalisch fähiger Mittelstand“. Sie hatten ausreichende Ausbildung als Orgel-, Klavier- und Geigenspieler und waren so fähig, grundlegende Aufgaben der Instrumentalpflege in Stadt und Land anzuregen und zu leiten. Führende Komponisten der Gegenwart sind aus dem Volks- schujlehrerstand hervorjegangen. Fachkreise weisen darauf hin, daß in den letzten Jahren auf dem Gebiet der musischen Arbiet, insbesondere der Musikpflege, ein erschreckender Rückgang zu verzeichnen sei. Zur Zeit würden in den Vereinen des Deutschen Sängerbundes nur 30 bis'40 Prozent der Chöre noch von Lehrern — meist im vorgeschrittenen Alter — geleitet. Durchweg die Hälfte der auf ■ Pädagogischen Akademien heute aufgenom- menen Anwärter für den Lehrerberuf seien „musikalische Analphabeten“. In den durchschnittlich zwei Jahren der Lehrerbildung werde Musik nicht mehr als für alle verbindliches Lehrfach verlangt. Nur etwa 10 bis 15 Prozent der Absolventen seien fähig, eine Singgemeinschaft zu leiten. Es sei deshalb, wenn hier keine grundlegende Aenderung eintritt, heute schon abzusehen, wann die Chöre in Mittel- und Landstädten vollends zum Erliegen kommen, wann die Kirchenchöre und Jugendsingkreise niemand mehr finden, der sie betreut. Welchen Verlust an unserer kulturellen Substanz das bedeuten würde, brauche nicht besonders gesagt zu werden. H. Sch. Neues aus der Medizin Für fortgeschrittene Tuberkulosefälle hat sich ein neues vitaminähnliches Präparat — Aldinamid — als vielversprechend erwiesen. Das von den Lederle- Laboratorien entwickelte Arzneimittel Aldinamid hilft auch in- Fällen, wo Streptomycin versagt. Das Präparat wird oral verabfolgt und führt zu Fiebersenkung, schnellem Nachlassen der Hustenanfälle, Verminderung des Auswurfs und Beseitigung akuter Halsschmerzen. Nach 42tägiger Behandlung zeigen sich die Kranken allerdings gegen das Mittel resistent, das außerdem Leberschädigungen verursacht. Man hofft jedoch, ein dem Aldinamid verwandtes Präparat entwickeln zu können, das diese Mängel nicht aufweist. • Der Landesverband Hamburg des Deutschen Zentralausschusses für Krebsbekämpfung und Krebsforschung, der sich als gemeinnütziger Verein konstituiert hat, rief die Hamburger Bevölkerung zur Mitarbeit bei der Abwehr der Krebsgefahr auf. Hamburg verzeichne gegenwärtig mehr Todesfälle durch Krebs als durch Tuberkulose und alle anderen Infektionskrankheiten zusammen. Ein öffentliche vorbeugende Krebsfürsorge in Hamburg solle au9gebaut werden. * Professor Dr. Günther Enderlein wandte sich gegen Ausführungen von Professoren der Westberliner Freien Universität, die im „Rias“ davor gewarnt hatten. „überspannte Erwartungen“ an sein sogenanntes Antikrebsmittel (endobiont chondritin enderlein) zu knüpfen. Enderlein hofft, daß ihm der Rias das Wort zu einer wissenschaftlichen Entgegnung geben wird. • Ein Teil der in den amerikanischen Atomwerken zur Verfügung stehenden Strahlungsenergie soll in Zukunft zur Sterilisierung von Arznei- und Lebensmitteln verwendet werden. Man hofft, dadurch die hohen Betriebskosten dieser Anlagen wirtschaftlich rentabler gestalten zu können. Wissenschaftler haben experimentell bewiesen, daß sich beispielsweise Penicillin und Nahrungsmittel nach der Bestrahlung mit Gammastrahlen länger hielten. * Ein billiges neues Antibiotilcum aus Sojabohnen, das die Tätigkeit der Bakterienflora des Darms und dadurch die Abwehrwirkung gegen verschiedene schädliche Bakterien stärkt, ist von der amerikanischen Soja-Corporation entwickelt worden. Das Präparat „Moramix“ erleichtert auch den Abbau der Eiweißkörper. Stadtumschau jjjg Die Hauptversammlung des VdK. Sorge fttr die Lebenden beste Ehrung der Toten Lebhafte Debatten über das Thema: „Gibt es wirklich einen Rentenscfawindel?. — Oberster Grundsatz im VdK: Die Sauberkeit Der Verband der Körperbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner hielt am Sonntag im „Prinz Max“ seine Jahresversammlung ab. Der erste Vorstand, Weisbrod, gedachte einleitend der Toten, der Vermißten und der Gefangenen. Das Jahr 1951 sei zunächst, so fuhr der Sprecher fort, für den Verband ein „Jahr der Hofnungen“ gewesen. Infolge der schlependen „Renten-Umanerken- nungen“ aber hätten sich vielfach große Enttäuschungen ergeben. Herzlichen Dank zollte Kamerad Weisbrod den Bruchsaler Geschäftsleuten für ihr Entgegenkommen und für ihre freundliche Unterstützung. Schriftführer Stoll legte seinem Bericht das Motto zu Grunde: „Indem wir für die Lebenden sorgen, ehren wir die Toten!“ Von den Veranstaltungen des VdK erwähnte er die Ehrung von 95 Mitgliedern durch Diplome, die Omnibus fahrt in den Odenwald, den Kreis- frauentag, einige Schulungskurse und dergl. mehr. Der Geschäftsführer des Kreisverbandes, Kamerad Fies, erläuterte die Arbeit des VdK im vergangenen Jahr. Ueber alles habe der Kampf um das Dasein der Opfer zweier Kriege gestanden. An die 700 Schriftsätze habe der VdK verfaßt, die Berufungen, Anträge auf Renten, auf Rentenerhöhungen, auf Beihilfen zum Inhalt gehabt hätten. Dazu sei es gelungen, 31 Kriegerwitwen und Schwerbeschädigte in Arbeit zu bringen. Eingehend befaßte sich Kamerad Fies mit der Umstellung der Renten. Wenn es sich darum handle, Abzüge zu machen, seien die Versorgungsämter schnell bei der Hand, wenn aber Erhöhungen der Renten zu berechnen seien, gehe dies nur äußerst langsam vorsich. Die Teuerungszulagen Gegen die Anordnung des Bundesarbeitsministers, daß die Teuerungszulagen auf die Renten angerechnet würden, verwahre sich der VdK auf das entschiedenste. Der Sinn der Teuerungszulage werde so völlig illusorisch gemacht, eine Maßnahme, die jeden gesundem (Menschenverstand Hohn spreche. Am vergangenen Sonntag, 2. Februar fand die Generalversammlung des MGV „CÄCILIA“ im Prinz Max sattt. Die Tagung wurde mit einem Lied (Sän- gersprudi eingeleitet, worauf der 1. Vorstand, Alfons Maul, eine groß© Anzahl von Mitgliedern begrüßen konnte. Hierbei galt ein ehrendes Gedenken den verstorbenen Sängern. Er zeigte die Höhepunkte des schaffensreichen Jahres auf und dankte allen Mitgliedern, die sich stets restlos zum Gelingen der Veranstaltungen eingesetzt haben. Besonders hervorzuheben sind das Singspiel „Lin- denwirtin, du junge . . .“, das Bundesliederfest in Karlsruhe mit dem Moritz'schen Sonderkonzert und der Uraufführung „Motette“ von Geilsdorf, die zweite Fahnenweihe mit Festbankett und Freundbchafts- singen, außerdem die gut gelungene Herbstfeier. Der ausführliche Jahresbericht des 1. Schriftführers, Max Marzluf, brachte den Erschienenen das ganze Schaffen und Wirken nochmals ausführlich in Erinnerung. Der Verein kann mit der Aufwärts- Wie aus dem vom Kameraden Kraul erstatteten Kassenbericht hervorging, beträgt die Mitgliederzahl des VdK z. Zt. 574 Personen. Nach der üblichen Entlastung und dem Dank für die Jahresarbeit wurde die alte Vorstandschaft einstimmig in ihren Aemtern bestätigt. Erster Vorstand ist Weisbrod, zweiter Vorstand Klein, Schriftführer Stoll, Kassier Kraul. Dem Beirat gehören an: Frau Bohn und Frau Schwarz, die Kameraden de Rossi Gnann und Keßler. Dem Kreisgeschäftsführer Fies dankte die Versammlung herzlich für seine vielfältige Mühe und Arbeit. Fies gehöre zu jenen tatkräftigen Männern, denen der Wille zu helfen angeboren ist. Der FaM Dr. Dehler Eine lebhafte Debatte gab es über das Thema „Gibt es wirklich einen Rentenschwindel?“, worüber wir schon gestern berichteten, d. h. über die Aeußerungen des Bundesjustizministers Dr. Dehler. Die Kriegsopfer, die Hinterbliebenen und die Sozialrentner verwahrten sich gegen die Unterstellungen Dr. Dehlers. Ihre Renten seien deraratiig gering, daß sie weder zum Sterben, geschweige denn, zum Leben reichten. Ein Schülerkonzert ist immer ein bedeutendes Ereignis im Leben eines kleinen Musikus. Ganz abgesehen von der Aufregung — sie ist bei den Eltern meist noch größer — und abgesehen von dem mit Herzklopfen erwarteten Augenblick, wenn nach glücklich vollbrachter Leistung der verdiente Beifaü alle Mühen lohnt, festigen diese Vorspiele das selbstsichere Auftreten der kleinen Künstler; das gefürchtete Lampenfleber weicht immer mehr und die Zaghaften unter den jungen Musikertalenten werden angeregt, mit ihrem Können auch nicht nur im Verborgenen zu glänzen. In diesem Sinne widmete Frau Hildegard Brunner entwicklung zufrieden sein; dies ist besonders der ziellbewußten, klaren Führung durch den 1. Vorstand und seinen Mitarbeitern zu verdanken. In gesanglicher Hinsicht konnte der Chor unter der hervorragenden Stabführung des Musikdirektors Rudolf Moritz stets gut gefallen und schöne Erfolge erzielen. Kassier Oskar Heilmann verwaltete in hervorragender Weise die finanziellen Angelegenheiten des Vereins und gab einen klaren Kassenbericht. Die fleißigen Sänger, die nie bei Chorproben fehlten, erhielten je einen Sängerbecher mit Widmung. Mit dieser positiven Jahresbilanz kann die „Cäcilia“ mit bestem Optimismus in das Jahr 1952 gehen. Der 1. Vorstand gab zutn Schluß einen Überblick über das reichhaltige Programm des kommenden Jahres. Der Verein hofft, daß auch im neuen Jahr alle aktiven und passiven Mitglieder mit froher Begeisterung am weiteren Aufbau der „Cäcilia“ mitwirken. — M. M. — Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, die an Bundeskanzler Dr. Adenauer, an den Bundestagsabgeordneten Neuburger und an den Bundestagsabgeordneten Prof. Bläsi geht. In dieser Entschließung heißt es u. a.: Mit Besorgnis u. Erschütterung hat der VdK die Aeußerungen Dr. Dehlers gehört. Die Kriegsopfer widersetzten sich auf das entschiedenste dieser Diffamierung, als ob sie Rentenschwindel betreiben. Der VdK habe immej als obersten Grundsatz die Sauberkeit dm Auge behalten und jeden abgewiesen, der seinen Rechtsanspruch nicht unter Beweis zu stellen vermochte. Beihilfe-Mittel viel zu gering Zum Schluß ging Kreisgeschäftsführer Fies auf die sogenannten Beihilfe-Mittel ein. Die Gelder, die dem Versorgungsamt Karlsruhe zur Verfügung stünden, konnten innerhalb 24 Stunden allein im Kreis Bruchsal untergebracht werden. Schließlich genehmigte die Versammlung den Beitritt des VdK zum Erholungs- und Fürsorgewerk e. V. Baden-Baden-Annaberg als Kollektiv-Mitglied, wodurch hilfsbedürftigen Mitgliedern kostenlose Kuraufenthalte ermöglicht werden. (ü) zu Beginn ihres Konzerts ihren kleinen und großen Schülerinnen und Schülern herzliche Worte der Ermutigung und vergaß dabei nicht die Eltern, deren Herz ja auch schneller schlägt, wen es um das erfolgreiche Bestehen des Sprößlings bangt. Was den Eltern dann von der Jugend geboten wurde, hat sie wohl durchweg erkennen lassen, daß ihre Kinder in guten Händen sind. Die unbestritten außergewöhnliche Lei- Leistung von Maria Fieser, die bereits eine eigene Klasse innerhalb der Musikschule leitet, und die bei präzisem, weichem Anschlag eine nahezu vollendete Technik und Ausdrucksgestaltung harmonisch verbindet, bildete den verheißungsvollen Auftakt. Reizend gelangen all die kleinen volkstümlichen Liedchen der Anfänger. Die klassischen Tänze der 2. Gruppe zeigten schon fortgeschrittene Fähigkeiten und bei der großen Gruppe der Sonatenspieler schieden sich die Talentiertesten von den ihr Pensum mit mehr Müheaufwendung beherrschenden Schülern, die im übrigen aber ihre Sache alle recht machten. Beethoven, Haydn, Mozart u. Schubert wurden von den Oberklassen in durchweg gekonnter Weise wiedergegeben. Temperamentvoll trug Sonhild Brunner auswendig ihre Mozartsonate vor und wer Wolfgang Hammer vom letzten Vorspiel noch in Erinnerung hatte, war überrascht über seine höchst anerkennenswerten Fortschritte. Bärbel Pelikan gefiel mit ihrem auswendig vorgetragenen „An Elise“, auch Walter Stricker zeigte eine eigenwillige Begabung und Schumanns „Aufschwung“ von Ursula Heidt — soweit es die „Güte“ des Instruments zuließ — empfindsam im Ausdruck und sauber in der techn. Durcharbeitung wiedergeben, bildete den Abschluß. Nicht vergessen seien die beiden Violinvorträge, wovon das Violinkonzert C-dur von J. B. Viotti zweifellos eine Glanzleistung des ll.jähr. Norbert Rickel darstellt, dem als kleiner Geiger grossen Formats der verdiente Beifall nicht mangelte, o. Dienstag, den 5. Februar 1952 VfB Bruchsal, Das Fußballtraining findet für dte Aktivität ab sofort dienstags und donnerstags jeweils um 18.00 Uhr statt. Spielerversammlung ist nach dem Platztraining am Donnerstag, 7. Febr. im Sporthaus. Jug e ndring Bruchsal. Wir treffen uns am Mittwoch, 6. Februar, 20 Uhr, im Haus der Jugend zusammen mit dem Leitenden Ausschuß zu einer wichtigen Sitzung. Es wird erwartet, daß sich alle Vertreter der Bruchsaler Jugendgruppen hierzu einfinden. Obst- und Gartenbauverein Bruchsal. Unsere Jah- reshauptversamlung findet am Sonntag, 10. Februar, 14.30 Uhr im Saal der Scheffelhöhe statt. Außer dem Geschäfts- und Kassenbericht wird ein Vortrag gehalten über „Frühjahrsarbeiten im nutzbringenden Kleingarten“, und eine Gratis Verlosung von Obstbäumen und Sträuchem durchgeführt. Um zahlreiches Erscheinen wird 1 gebeten. Ehrung für Polizeichef G. Bissinger. Der Deutsche Motorsport-Verband (DMV) hat dem Chef der Stadtpolizei Bruchsal Georg Bissinger für aktive Erfolge im Motorsport das Sportabzeichen in Bronce und für organisatorische Verdienste auf diesem Gebiete die silberne Ehrennadel verliehen. Gymnasium und Realgymnasium. Am Mittwoch, 6. Februar, 7 Uhr, Gottesdienst im Chor der Liebfrauenkirche. Der evangelische Gottesdienst findet um 7.15 Uhr in der Lutherkirche statt. Jahrgang 1891/92, weiblich. Am Mittwoch, 6. Febr., 20 Uhr, findet im Gasthaus zum Wolf eine Zusammenkunft aller Schülerinnen des Jahrgangs 1891/92 Statt. Es wird um eine möglichst zahlreiche Beteiligung gebeten. Gewerkschaftssekeretär Ackermann Kanditat. der SPD. Die SPD besprach kürzlich in einer Kreistagung die Wahlen zur Verfassungsgebenden Landes- versammlung. Als sozialdemokratischer Kandidat für den Wahlkreis Bruchsal wurde Gewerkschaftssekretär Paul Ackermann-Bretten ncminiert. Ackermann ist am 14. Oktober 1897 in Eutingen geboren und Steht seit Juni 1948 in der Gewerkschaftsarbeit. „Wenn die Abendglocken läuten“. Der zur Zeit im Schloßtheater laufende Film „Wenn die Abendglocken läuten“ fand beim Publikum eine so lebhafte Aufnahme, daß die Spielzeit bis einschließlich Donnerstag, 7. Februar., verlängert werden mußte. Hotel- und Gaststättengewerbe, Die Bezdrksstelle Bruchsal des Landesverbandes Württemberg-Baden für das Hotel- und Gaststättengewerbe e. V. Stuttgart bittet ihre Mitglieder, das Jugendschutz-Gesetz in den Lokalen auszuhängen. Die Plakate sind in der Bezirksstelle Bruchsal, Huttenstraße 43, erhältlich. Tageskalender fttr S. Februar Kolpingsfamfiie Bruchsal, 20 Uhr Vortragsabend im Jugendheim von St. Peter über das Thema „Der Hausgarten als Sparkasse für die Familie“. Photoklub Bruchsal, 20 Uhr Zusammenkunft im „Roten Hahn“. Casino-Lichtspiele Bruchsal, 17 u. 20 Uhr „Rebecca“ Europa-Lichtspiele, 17, 19 und 21 Uhr „Tarzans Rache“. Schloßtheater Bruchsal, 18.30 und 20.45 Uhr „Wenn die Abendglocken läuten“. Badisches Staatstheat e r, 19.30 Uhr im Großen Haus „Maske in Blau“. • •. aber die Mnsika bleibt bestehen Schülerkonzert der staatlich anerkannten Musikschule Friedrich und Hildegard Brunner Stolze Jahresbilanz der Brndisaler „Cäcilia” Ein bewährter Gesangverein mit tüchtigem Nachwuchs im Chor. 250er DKW-NZ billigst zu verkaufen P. Herbstrith Forst für diese Woche Kabeljau Mvtfrisdi, ohne Kopf Jeeladis-Filef Kabeljau-Filet Für Frühstück und Abendbrot Norweger Riesen-Bßddmjje 34 Seelachs geräudi. 39 in Port. Stödten 250 g ~ Täglich frisch von der See -NORDSEE^ Bruchtal, Kais«rstraf;e illlllllllllll SCHLOSS THEATER BRUCHSAL Friedrichiplatz Telefon 2132 ,/Iümh die Abmdqlackm läuten“ des großen Erfolges wegen bis einsehl. Donnerstag verlängert. Mittwoch, 14.30 Uhr Kindervorstellung „Rotkäppdien” Gebrauchte Nähmaschine zu verkaufen. Zu erfragen in der Gesch.- : Stelle der Bruchs. Post 13 a Weinberg Gewann Schiweinsgrübe zu verpachten und einige Zentner Heu zu verkaufen. Zu erfragen in der Gesch.-St. der Bruchs. Post. Nebenverdienst - Heimarbeit - Vertretung oder Existenz jegl. Art <|urch Nwdwest-Werbedienst (230 Friesoythe (Oldb.) -Postfach- (adress.Umschlag erbeten). Am Mittwoch, den 6. Februar 195Z in Bruchoal, Reichshof-Bahnhotel von 10—19 Uhr, entferne ich Ihnen WICHTIG! ohne 9 H&L 6&1 Schönheitsfehler Warzen, Muttermale, Hauterhöhungen, ohne Narben zu hinterlai. sen nach neuester Methode. Radikalmittel gegen Damenbad, un reine Haut, Pickel, Mitesser, Sommersprossen, Haarausfall, Run zeln und Falten. 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Benutzer der ? e ? e P„S lähun * saul!Scheldun g- mlt der gleichzeitig eine B-armentgiftung her- beigeführt wird, berichten täglich, von welchen Krankheiten sie in kürzester Zeit befreit wurden. Viele Krankheiten angefangen mit StablTerstopinag, sind bislang von selbst beseitigt worden. - Wer mit seiner Gesundheit snzntriedcn ist, der lese sofort dte SSseitlge Aufklärungsschrift (mit Erfahrungsberichten) _____ftf V« von Dr. med. Spuhl, (40 Pf. ln Briefmarken), i P. G. Töpfer, Berlin-Dahlem (63). Pacelliallee 27 (amer. Sektor)! Heilung von selbst Ein neues Schlagwort: SpaA e ohnet^et/Ll Was heißt das? Jeder trägt sich und dabei ist es doch so einfach zu überlegen, worum es sich dreht. Ptannkuch gibt Prozent Rabatt, d. h. Sie erhalten bei jedem Einkauf für 20 Pfennig eine Rabattmarke, kleben sie in Ihr Rabattbuch, löten dieses, nachdem es voll geklebt ist, ein und haben tatsächlich 1.50 DM gespart, ohne daß Sie dafür einen Pfennig zusätzlich ausgegeben haben. Was kann einfacher sein? 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In der dem Altbürgermeister Peter Heil gehörenden Scheune brach am Freitag gegen 22 Ulm infolge Heißlaufens eines Motors Feuer aus. Glücklicherweise konnte der Brand durch das rasche Zugreifen der Nactobarsleute und der Fredw. Feuerwehr auf seinen Herd beschränkt werden. Unsere Sdiadiecke Bruchsaler Schacherfolge! Brettern I : Bruchsal I = 3:5 Wiesental 2 : Bruchsal 2 = 0:8 In der Bezdricsklasse trafen die alten Rivalen Bret- ten I und Bruchsal I aufeinander. Breiten galt als leichter Favorit, wurde jedoch von den ersatzgeschwächten Gästen 5:3 überspielt. Es gewannen für Bruchsal: Schulz, Uhler, E., Knoch, Palm, Mrotzek. Die zweite Mannschaft kämpfte in der Kreisklasse ■gen Wiesental und konnte alle Partien gewinnen. Leger für Bruchsal waren: Sprengel, Uhler, O., Kober, Doerk, Schwarz, Schneider Wilh., Schneider Wernen, Tretter. AUS KBAICHGAU UND BRUHRAIN Winterfeier des Männ e rgesangvereins Unteröwisheim. Die den Abschluß der Winterfeiern bildende Veranstaltung erfreute sich eines guten Besuchs. Vorstand Reinhard Lautenschläger begrüßte aufs herzlichste die große Sängerfamdlie. Der stattliche Chor sang unter Leitung des bewährten Dirigenten Linnebach erlesene Lieder: Morgenpsalm von Wengert, Eine Wiese voll weißer Margueriten von Heuser, Nächtliches Ständchen von Schubert, Die Nacht von Schubert, Unterm Lindembaum von Sturm, Brückenzoll von Kirchl. Es gab reichlichen Beifall. Mit dem Schauspiel „Heimweh nach Deutschland“ wurde von den Laienspielern des Vereines eine anerkennenswerte gute Leistung geboten. In die Rollen teilten sich Hilde Dieterle, Erwin Friedrich, Hermann Glück, Luise Kücherer, Mina Lautenschläger, Horst Oberst, Walter Of, Hans Sehadt. Die Flüchtlingskapelle bestritt den umrahmenden musikalischen Part. Die zweite Hauusammlung zur Beschaffung von. drei neuen Glocken zeitigte abermals ein gutes Ergebnis. Diesesmal hatte sich der Reiterverein in den Dienst der guten Sache gestellt. Bis zu Pfingsten sollen die neuen Glocken läuten. Thea Som, Tochter des Bäckermeisters Artur Som, rutschte zu Hause so unglücklich aus, daß sie beim Sturz ein Bein brach. In feiner spielerischer Verfassung ist gegenwärtig der Fußballklub, hat er doch in den letzten drei Spielen ein Torverhältnis von 27:1 erzielt. Gin volles Dutzend Gannerstfidie Ein „hoffnungsvoller“ Zuchthauskanditat vor dem Richterstuhl Ein hoffnungsvoller Zuchthauskanditat präsentierte sich dem Gericht mit zwölf Bubenstücken, zu denen Uhu eine offenbar abgründige Arbeitsscheu getrieben hatte. Schon bei seinem ersten Anlauf zu einer ordentlichen /Berufsausbildung war er aus der Lehre davongerannt, weil ihm 16.— DM Lohn zu wenig waren. Seine letzte Arbeitsstelle hatte er verlassen, weil „unmenschliches“ von ihm verlangt wurde. Was er sich in diesen 12 Fällen an Gaunereien geleistet hatte, war ziemlich beispiellos. Einem Unbekannten schwindelte er vor, er habe ein Motorrad zu verkaufen. Als sich beide deswegen trafen, lieh sich der Angeklagte das Fahrrad des anderen, fuhr damit davon und verkaufte es. Einem nächsten gegenüber behauptete er, sein Vater besäße ein Haus, Auto und Motorrad, er selbst sei gutverdienender Monteur und habe gerade 16000 DM im Toto gewonnen. Auf diese Sicherheiten lieh er sich Kleidungsstücke und zwei Armbanduhren, die er ebenfalls verkaufte. Einem 12- jährigen Jungen bot er ein Spatzengewehr an und ließ Die Landfrau in Amerika Huttenheim, ln einem gut besuchten Vortrag sprach Landw.-Lehrerin Hueck über das Thema: „Leben und Arbeit der Landfrau in Amerika — Arbeitserleichterung für unsere Landfrau“. An Hand von Farblichtbildern schilderte Frl. Hueck die Erlebnisse ihrer halbjährigen Studienreise in die USA. Einen großen Eindruck hinterließen die modern eingerichteten Farmen im Staate Montana, die sowohl auf landwirtschaftlichem wie hauswirtschaftlichem Gebiet mit den neuzeitlichsten Maschinen und Geräten ausgerüstet sind. Eine große Erleichterung für die Landfrau sei vor allem durch die Motorisierung der Landwirtschaft in den letzten Jahren erzielt worden. Am Schlüsse des Farblichtbildervortrag dankte der örtliche Leiter des Volksbildungswerkes, Hugo Weick, den zahlreich Erschienenen. Das Aufgebot haben bestellt: Arbeiter Hermann Vetter von Phclippsburg und Anita Jungkind, Rhein- ■traße 69. sich 5. DM dafür bezahlen. Ein weiteres Fahrrad lieh er sich zu einer kurzen Besorgung von einem Mädchen, die aber vorsichtshalber mdtfluhr. Als der Angeklagte jedoch keine Anstalten machte, zu halten, sprang das Mädchen aus Angst ab. Auch dieses Riad wjirde irgendwo verkauft. Auf ähnliche Weise fand ein drittes Verwendung. Aber nicht genug damit. Seiner Freundin luchste er einmal unter menschenfreundlichen Vorwänden Wolle, Schuhe und Kleiderstoffe, ein andermal 46.— DM ab. Die Sachen verkaufte er und das Geld wanderte auf eine Kirchweih. Außerdem stahl er seiner Mutter Kleider aus dem Schrank und verramschte sie. So ging es weiter bis zum zwölften Fall. Mit Recht führte der Staatsanwalt aus, daß der Angeklagte nicht aus Not, wie er kühn behauptet hatte, gehandelt habe, sondern um Geld für seine „faulen Ambitionen“ zu bekommen. Er beantragte 1 Jahr Gefängnis. Das Gericht schloß sich an. Der Kantersieg von 7:1 auf dem gefürchteten Ober- öwisfaeimer Platz spricht für die Überlegenheit der Unteröwisheimer. Am Samstag hält der Ortsverein vom VdK seine diesjährige Generalversammlung im Vereinslokal zur Rose alb. b. Forstdiebstähle am laufenden Band Obergrombach. Im Laufe der letzten Woche wurden im Gemeindewald durch das Forsthutpersonal eine ganze Reihe von Holzdiebstählen festgestellt. Die durch die Landespolizei eingeleiteten Untersuchungen haben gute Ergebnisse gezeitigt, so daß die Täter rasch ermittelt und ein Großteil des gestohlenen Holzes sichergestellt werden konnte. Trotzdem nehmen die Forstfrevel dermaßen überhand,daß nur noch empfindliche Geldstrafen ein Abschreckmittel darstellen dürften. Die Bevölkerung wird außerdem gebeten, an der Unterbindung dieser Diebstähle wenigstens solange mitzuhelfen, bis das ohnehin schon spärliche Brennholz vergeben und von den Eigentümern abgefahren ist, zumal die Gemeindeverwaltung keinen Ersatz leisten kann. Das Standesamt weist im Januar folgende Einträge auf: 3 Geburten, 1 Eheschließung und zwei Sterbefälle. Ins Gewerberegister eingetragen wurden: Franz Josef Wolf, Architekturbüro, Planfertigung und Bauleitung, Hauptstraße 19, und Spar- und Darlehenskasse e. G. m. u. H. Obergrombach, Einzelhandel mit Lebensrnitteln, Haushaltsbedarf und Brennstoffen. Hauptversammlung des Turn- und Sportvereins 06 Langenbrücken. Der TSV 06 hielt im „Engel“ seine Generalversamhmg ab. Der seitherige Vorstand Emst Denzel eröffnete die Versammlung und begrüßte die Anwesenden, Sämtliche Berichte der einzelnen Sportleiter warep außerordentlich gut gefaßt und zeugten von einer gut geleisteten Arbeit der gesamten VorstandScbaft im vergangenen Jahr. Zur Neuwahl gab der seitherige Vorstand Emst Denzel bekannt, daß er sein Amt zur Verfügung stelle. Jedoch wurde er in der Versammlung nach eindringlichen Aufschlüssen der einzelnen Sportkameraden in Bezug auf gute Zusammenarbeit in allen Angelegenheiten des Tum- und Sportvereins 06 einstimmig wiedergewählt. Als 2. Vorstand wurde Bernhard Diebgießer gewählt, Schriftführer blieb der seitherige Helmut Jo- nitz, Kassierer blieb ebenfalls Theo Sparn. Durch geheime Abstimmung wurden Walter Fischer und Anton Hartkom zum 1. bziw. 2. Spielausschußvorsitzenden bestirnt. Der Jcugendleiter Adolf Dickgießer wurde erneut bestätigt- Alle Sportwarte wurden einstimmig wieder gewählt. Die restlichen Abteilungen Langenbrüdier Chronik der Wodie Beschlüsse des Gemeinderats — Vortragsabend des Volksbildungswerks Der Gemeinderat beschloß in seiner Sitzung vom 28. Januar die Abgabe einiger Bauplätze und setzte den Verkaufspreis fest. — Der Gemeindewegwart, der bisher mit 40 Stunden pro Woche beschäftigt war, wird ab 1. Februar als vollbeschäftigt angestellt. — Drei Jungbürger werden in das angeborene Bürgerrecht aufgenommen. — Die Abschlußrechnung zum Schulhausneubau wurde einstimmig gutgehedßen. Die Unterlagen werden demnächst in einer Bürgerversammlung der Bevölkerung bekanntgegeben. 2 Hektar gemeindeeigene Wiesen wurden zum Umbruch an einzelne Landwirte, darunter auch Heimatvertriebene, verpachtet. — Der kulturellen Päckchenhilfe „Ost“ wurde ein Beitrag zuerkannt. Am 1. Februar sprach im Rathaussaal Landwirtschaftsrat Dr. Rohrbacher von der Landwirtschaftsschule Bruchsal zur Frage „Warum sind viele unserer landwirtschaftlichen Betriebe krank?“ Der Redner betonte, daß 65 bis 68 Prozent der Bar-Einnahmen des Bauern aus dem Stall kämen, und nur zirka 30 Prozent Bauernversamlung in Bruchsal: Qnalitätslabakban das Gebot der Stunde Konkurrenzkampf schärfer denn je, Leistung entscheidet. Aktivierung im Viehstall Vor Bruchsaler Landwirten referierten Landwirtschaftsrat Seßler und Dr. Rohrbacher von der Land- witschaftsschule am Sonntag über: aktuelle Fragen des Tabakanbaues und der Viehhaltung. Land wirtschaftsrat Seßler ging in seinen Ausführungen von der Tatsache aus, daß der Tabakanbau zur Zeit in einer Krise stehe. Dies gelte vor allem für den heimischen Tabakbau, dem in den nordwestdeutschen Tabakanbaugebieten ein scharfer Konkurrent erwachsen sei. Wenn der Bestand des heimischen Tabakbaues nicht gefährdet werden solle, gelte es, mit verstärkten Anstrengungen um eine Leistungsverbesse- rung zu ringen. Die augenblickliche Situation auf dem Tabakmarkt werde gekennzeichnet durch hohe und höchste Preisangebote auf der einen und unterdurchschnittliche Preisresultate auf der anderen Seite. Wenn es nicht gelinge, dem nordbadischen Tabak wieder den bundesdeutschen Markt zu erschließen, dann sei es um den Tabakkau schlecht bestellt. Eine ausländische Konkurrenz sei nicht zu befürchten. Aber entscheidend sei nach wie vor, nicht Quantität, sondern Güte auf dem Markt zu bringen. In seinen weiteren Ausführungen gab Landwirt- echaftsrat Seßler zahlreiche wichtige Ratschläge für die Tabaücanbauer des Bruhrains. Er betonte vor allem, daß man sich in unserer Gegend auf den Anbau von Zigarrengut beschränken solle, da hierfür die Bodenverhältnisse und klimatischen Bedingungen am günstigsten seien. Am günstigsten hätte sich als Vorfrucht Getreide und Stoppelrüben erwiesen. Eingehend schilderte Landwirtschaftrat Seßler die günstigen Auswirkungen einer sachgemäßen Düngung, da schon bei der Düngung die Qualität des Tabaks maßgeblich beeinflußt würde. Er warnte vor der Ueberfütterung des Bodens mit Stickstoff und vor der Anwendung von Pfuhldüngung. Als geeignet habe sich schwefelsaures Kali erwiesen. Weiterhin gab der Referent Aufklärung über die sachgemäße Entseuchung der Saatbeete, die zeitlich richtige Aussaat des Tabaks und die richtige Feldbestellung. Wert sei zu legen auf einen gleichmäßigen Bestand gesunder Pflanzen, der nur dann erreicht werden könne, wenn die Pflanzen im Abstand 60/60 cm ausgesetzt würden und der Boden, so oft es notwendig sei, gehackt würde. Zum Schluß seiner Ausführungen ermahnte Landwirtschaftsrat Seßler die anwesenden Tabakbauem, die seinen, Vortrag mit ungeteiltem Beifall aufnahmen, auch die bis zur Ablieferung des Tabaks durchzu führenden Pflegearbeiten mit einer an Pedanterie grenzenden Gewissenhaftigkeit auszuführen. Landwirtschaftsrat Dr. Rohrbacher umriß in seinen Ausführungen ehe Bedeutung der Viehhaltung für den bäuerlichen Betrieb. Nachdem die letzte Viehzählung ergeben habe, daß die großen Verluste des Krieges ausgeglichen seien, dürfte jetzt nicht mehr auf Vermehrung des Bestandes hingearbeitet werden, sondern auf eine Verbesserung der Leistung des gehaltenen Viehs. Diese Verbesserungen in der Leistung hätten einzusetzen einmal in der Zucht, zum zweiten in einer Verbesserung der Viehhaltung und schließlich müsse Wert darauf gelegt werden, daß die Tiere eine bessere Futterverwertung erzielten. Dr. Rohrbacher schilderte an Hand von Einzelheiten die Gesichtspunkte, die in Zukunft richtungweisend für die Arbeit im Viehstall sein müssen. Anschließend sprach der Referent über aktuelle Fragen der Schweinehaltung und der Geflügelzucht. Auch hier gab es den anwesenden Tierhaltern werfvolle Anregungen, die sich in der Praxis fruchtbringend auswirken dürften. -w- aus dem Verkauf der Produkte. Infolgedessen sei die Pflege des Viehbestandes von größter Wichtigkeit. Die Qualität des Grundfutters unter Zusatz von Kraflt- futtermitteln sei von weittragender Bedeutung. An Hand der Frage „Wie bringe ich bei der Kartoffelknappheit meine Schweine durch?“, gab der Redner den Landwirten Ratschläge, um dieser Schwierigkeit Herr zu werden. Auch über rentabeta Kartoffel- und Rübenbau klärte Dr. Rlohrbacher die Zuhörer auf, desgleichen über Schädlingsbekämpfung, insbesondere über die große Gefahr der Engerlingsplage. Als zweiter Redner des Abends sprach Diplom- landwirt Dr. Berto Niesel-Lessenthin von der landwirtschaftlichen Beratungsstelle Württemberg-Baden über die Produktivität der landwirtschaftlichen Betriebe unter Anwendung von Düngemitteln. Der Stickstoff sei der Motor für den Acker. An Hand von Lichtbildern wurden die Preisverhältnisse zwischen landwirtschaftlichen Produktionsmitteln und landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus den Jahren 1913, 1935/36 und 1951/52 gegenüber gestellt. Die Themen der beiden Redner waren so lebensnah für bäuerliche Betriebe, und doch finden viel zu wenig Landwirte Zeit und Interesse, diese Abende zu besuchen. Der MGV „Eintracht“ hielt in der „Sonne“ seine Hauptversammlung ab. Der bisherige Vorstand, Lorenz Reimliog, begrüßte die Anwesenden, Für 25jäh- rige Mitgliedschaft ehrte er neun Sänger und überreichte Atmen die silberne Sänger-Nadel. Darauf erklang der Sängerspruch: „Heimat, Dir klingt mein Lied“. Schriftführer Emst Hog verlas den Tätigkeitsbericht des Vereins für 1951/52, während der Kassier Hermann Fank den Kassenbestand bekannt gab. Zum ersten Vorstand wurde Adolf Ziegeimeyer mit großer Mehrheit gewählt. Auf Anton Gärtner fiel erneut die Wahl des 2. Vorstandes. Kassier wurde Hermann Fank, Schriftführer Josef Bräutigam, Notenwart Josef Bellm und Theaterleiter Lorenz Reimldng. wurden wie folgt besetzt: Sommerspielwart O. Woll, LeichtathÜetikwart Manfred Dickgießer, Pressewart Josef Mai, Theaterwart Adolf Ziegelmayer, Vereins- diener Kilian Regg, Platzkassierer Eugen Moch, Karl Schäfer, Adolf Ziegelmayer und Willi List, Platz- und Ballwart Josef Mai. Am Schlüsse der Versammlung richtete der erste Vorsitzende, Emst Denzel, einige beachtliche Worte an die Anwesenden, indem er sie für das kommnde Vereinsjahr aufforderte, am Vereinsaufbau mitzuarbeiten, damit der Verein einen würdigen Platz in der Gemeinde und im Kreis erhalte. Heidelsheimer Chronik Heidelsheim. In der letzten nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung wurde u. a. beschlossen: die Aufnahme von Schuhmacher Adolf Zutavern ll in das angeborene Bürgerrecht; die Bildung einer Kommission für die Holzverteilung, bestehend aus den Ge- Brndisaler Stadtrat Das Stadtoberhaupt dankt den Bürgern für ihre ausgezeichnete Tatkraft. In der gestern abgehaltenen öffentlichen Sitzung des Stadtrats berichtete Bürgermeister Prof. Bläsi über das komunalpolitische Geschehen im Jahre 1951. Unter anderem streifte er die Industrieansiedlung, die Fortschritte im Wohnungsbau, den Wiederaufbau der Schulen und dergl. mehr. Die Bürgerschaft, so sagte das Stadtoberhaupt, verdiene für ihre tatkräftige Initiative, für ihr mehr als hervorragendes Mühen und Streben die wärmste Anerkennung. Einstimmig genehmigte der Stadtrat den Rechnungsabschluß der Stadthauptkasse auf den 31. März und einen Nachtragsetat, d. h. die Erhöhung des ordentlichen Haushaltes von 4 auf 4,1 Mill. DM, und des außerordentlichen Etats von 1,5 auf 1,7 MÜ1. DM in Einnahmen und Ausgaben. Wir kommen in unserer Mittwochausgabe ausführlich auf die Stadtratssitzung, insbesondere auf den Jahresbericht des Bürgermeisters zurück. meinderäten Ammersbach, Manz und Schleicher; die Ausschreibung der Fleischbeschauerstelle — der bisherige Fleischbeschauer Christian Hauser, ist gestorben, um sein Amt können sich Bewerber zwischen 21 und 40 Jahren bemühen. Die Kleintierzüchter Heidelsheim halten am Sonn- tag, 3. Februar, in der Sporthalle eine Geflügel- und Kaninchenschau ab. Gleichzeitig stellt die Frauengruppe des Vereins zusammen mit der Bruchsaler Frauengruppe der Kleintierzüchter ihre selbstgefertigten Pelzwerke und Angora - Kleidungsstücke aus. Die Frauengruppe erhielt auf der Landesschau in Offenburg für ihre ausgestellten Handarbeiten den Ehrenpreis. Zu der Schau am Sonntag sind die Einwohner und die auswärtigen Interessenten und Freunde der Kleintierzucht herzlich eingeladen. — In Verbindung mit derAusstellung findet um 15 Uhr dm „Adler“ eine Tagung der Kreisfrauengruppe statt. In den vergangenen Tagen feierten ihren Geburtstag: Johann Schwedes V, Talstraße, 76 Jahre alt; Heinricht Schaf I, Schlittengasse 77 Jahre alt; Luise Schüttler geb. Schwarz, Marktplatz, 71 Jahre alt und Anna Cofalla, geb. Türk, Bahnhofstraße, 72 Jahre alt. Herzliche Glückwünsche! Kirrlacher Orstgeschehen Kirr lach. Der Gemeinderat genehmigte in seiner letzten Sitzung drei Anträge auf Gewährung von Baudarlehen. Stellv. Standesbeamter bleibt auf ein weiteres Jahr Gemeinderat Konrad Lerch. Als neues Mitglied kam Oskar Heilig in die Schulpflegschaft. Gegen das Gesuch des Metzgers Erwin Martus zum Betrieb einer Schlachtstätte wurden keine Einwendungen erhoben. In einem Vortragsabend des Volksbildungswerkes sprach Dr. Kolb-Bruchsal im „Schwanen“ über das Thema „Die Frau in gesunden und kranken Tagen“. Die allgemein verständlichen Darlegungen des Referenten fanden dankbaren Beifall. Das Aufgebot haben bestellt: Bahnarbeiter Josef Heger, obere Bachstr. 11, und Arbeiterin Ida Heiler, Kronauer Str. 37; Hilfsarbeiter Rudolf Klinger von Mlingölsfaeim und Zigarrenarbeiterin Juliana Klinger, Waghäusler Str. 85. Hauptversammlung der Kolpingsfamilie Rheinsheim. Die Jahreshauptversammlung des Kolpingsvereins in der „Krone“ fand einen vollen Saal. Einen Rückblick über die Vereinstäitgkeit im Jahre 1951 gab Senior Karl Weick, worauf Präses, Pfarrer Oskar Frey, der Verwaltung für ihre treue Arbeit herzlich dankte. Die Neuwahl brachte folgendes Ergebnis: Senior Karl Weick, Schriftführer Martin Weick, Rechnungsführer Eduard Zimmermann, Ju- gendgruppe: Karl-Heinz Neudold und K. Schneider. Karlsruhe im Spiegel der Woche Kurznachrichten aus der ehemaligen badischen Landeshauptstadt Erstmals im neuen Jahr tagte die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Karlsruhe. Das Ziel der Gesellschaft sei, den Geist der gegenwärtigem Toleranz — aufgefaßt als „Ehrfurcht vor dem Anderen“, — im täglichen Leben praktisch wirksam zu machen. Mitte März veranstaltet die Gesellschaft eine „Woche der Brüderlichkeit“, die Bundespräsident Heuß eröffnet. * Am 2. Februar jährte sich zum 125. Maie der Geburtstag des bekannten Karlsruher Dichters Ludwig Eichrodt. Eichrodt war der Sohn des 1844 gestorbenen Großherzoglichen Ministerpräsidenten. An seinem 65. Geburtstag, 1892, verschied er als Oberamtsrichter in Lahr. Lyrische, dramatische und epische Versuche bildeten das Lebenswerk des Dichters. Unsterblich wurde Eichrodt durch die Schöpfung des Biedermaier. * In einer der letzten Nächte wurde die Besitzerin des am Bahnhof Mühlburg stehenden Kirskes, als sie mit der auf einem Wagen verstauten Kioskware wie allabendlich nach Hause gehen wollte, von einem jungen Mann angefallen und unter Bedrohung zur Herausgabe ihres Geldes aufgefordert. Auf ihre Hilferufe hin schlug sie der Täter nieder und flüchtete unter Mitnahme eines Kartons mit Tabakwaren gegen den Rheinhafen zu. Die sofort eingeleiteten Fahn- dungsmaßnahmen blieben zunächst erfolglos. * In Karlsruhe fehlen z. Zt. rd. 10 000 bis 12 000 Wohnungen. Instandgesetzt wurden im vergangenen Jahr lediglich 1600 Wohnungen. Viele Hunderte von Leuten bewerben sich um Heime, die auf genossenschaftlicher Grundlage gebaut werden. Die Genehmigung erhält aber nur der, der eine vollständige Finanzierung nachzuweisen vermag. * In einer Versammlung der Eisenbahngewerkschaft forderte der Bundestagsabgeordnete Rünanele die Wiederherstellung der alten Eisenbahndirekticm Karlsruhe. Die Rheintallinie Mannheim, bzw. Heidelberg, Karlsruhe, Offenburg, Basel müsser besser als bisher bedient werden, sonst erleide das badische Land mit seinem starken Fremdenverkehr erhebliche Schäden. * In Karlsruhe wurden bis jetzt 80 Prozent der versprochenen Kohlenquoten ausgeliefert, 16% Zentner im Stadt- und 16 Zentner dm Landkreis. Diese Mengen entsprechen etwa der Hälfte, was der Verbraucher in normalen Zeiten zur Deckung seines Bedarfs an Hausbrand bezogen hat. Auf den Tag umgerechnet ergeben sich ganze 4 Pfld. Kohlen, die verbrannt werden dürfen. * Auf der Kaiserallee überfuhr ein Straßenbahnwagen der Linie 7 einen 47 Jahre alten Arbeiter. Der Verunglückte kam unter den Anhänger zu liegen, er starb schon auf dem Weg zum Krankenhaus. Der Wagenführer des Straßenbahnzuges gibt an, daß der Mann zwischen den Schienen gesessen und er ihn erst im letzten Moment im Licht der Scheinwerfer gesehen habe. * Der amerikanische Soldat Charles W. Haich hatte für die amerikanische ,Pfennigparade“ zur Hilfe gegen die spinale Kinderlähmung fünfzig Dollar gespendet. Dafür durfte er einen Wunsch aussprechen, der selbst in der Geschichte der amerikanischen Armee einmalig sein dürfte. Hatch wünschte sich nämlich ein Frühstück, zubereitet und serviert von seinem Capitain und seinem Leutnant. Am vergangenen Samstag schlug nun Hatch in seinem Karlsruher Quartier sein Feldbett auf und ließ sich, behaglich ausgestreckt, von seinen beiden Offizieren auftragen. * In einer Sitzung der Industrie- und Handelskammer wurde eine starke Intensivierung des Karlsruher Wirtschaftsraumes gefordert. Bei der bevorstehenden Obenbürgermeisterwahi müsse ein Mann an die Spitze der Stadt kommen, der in Wirtschaftsfragen genügend versiert sei, um affen auftauchenden Schwierigkeiten gerecht zu werden. * In der vergangenen Nacht erlitt ein 78jähriger Rentner in der Langestraße eine schwere Gasvergiftung, als im Keller infolge schadhafter Rohre Gas ausgeströmt war, das durch die Decke in sein Schlafzimmer eindringen konnte. Nachdem er am frühen Morgen in seinem Bett bewußtlos aufgefunden worden war, wurden Wiederbelebungsversuche durchgeführt, die nach etwa 1 Stunde Erfolg hatten. * Der Landesjugendausschuß Nordbaden hielt am letzten Wochenende eine Arbeitstagung ab, wobei ein 12-Punfcte-Programm für die Jugendarbeit aufgestellt wurde. Die Jugendorganisationen wurden aufgefordert, sich besonders um die jungen Gefangenen zu kümmern. Der Direktor der Bruchsaler Strafanstalt erwähnte hierzu, daß 70 % aller jugendlichen Straffälligen nicht mehr gegen das Gesetz verstießen, wenn man ihnen in der wiedergewonnenen Freiheit die Wege ebnen könne. * Der vor zrwei Jahren gegründete Karlsruher Ju- gendring, der sich die Aufgabe gestellt hatte, die Interessen der Jugend gegenüber der Stadtverwaltung zu vertreten, steht vor der Auflösung. Nach Ansicht Karlsruher Jugendvertreter ist der Jugendring, vor allem an der Lethargie der Jugend gescheitert, die ganz allgemein wenig Interesse für eine Mitarbeit in Jugendgruppen oder an öffentlichen Problemen zeige. * Auf dem Bahnübergang der Karlsruher Straße in Hagsfeld fuhr ein Lastkraftwagen, dessen Führer trotz der durch Schneetreiben eingetretenen Behinderung seines Ueberblicks unvorschtig rasch gefahren war, durch die geschlossene Bahnschranke und kam auf den Schienen zum Stehen, als sich ein Eilgüterzug gerade näherte. Dem Schrankenwärter, der dem Zug entgegeneilte, gelang es, diesen durch Notsignal zum Halten zu veranlassen, so daß ein Zusammenstoß vermieden blieb.