BRÜCHSALER POST Redaktloa «3 Verlast Brochs«!, VScdutraBe H* Tolefam Kr. 2121 Bta>|«preii t Monatlich DM 2.80 olnaAtieBBch TriiecfeZtfib; PostBosteUims DM 2.4S nzügfidi ZniteQidmhr, — Erarlslttt aa jedem Tag der Vohe. außer ton. w*& feiert«** 'Sn2foeat&eke ^^tögememe. ZetUtit# FÜR KKAICNCAI «MD B R WH R A I T i*l iiiirn.iaprfikn bot rrohliiTn — BinUinta! Sp» b 3 En& Wik TTi.iknl Br. 608s SjStU. Spadna« Hulippsburf Nr. 1037. Am rinV-N Nr. 36440. — Bei Storr»* dar£ B hw Onril WMh fceW Im|aapniik Nummer 46 Montag, 25. Februar 1952 Einzelpreis 20 Piennig Deutschland-Kommission der UNO will beginnen Die ersten Verhandlungen sind 2fir Mitte März vorgesddagen BERLIN. Oie UNO-Kommission zur Ueberprüfung der Voraussetzungen für gesamtdeutsche Wahlen will Mitte März mit Vertretern der Bundesrepublik und der Stadt Berlin über die Vorbereitung ihrer Arbeit verhandeln. Ebenso bemüht sich die Kommission um Verhandlungen mit der Sowjetzonenregierung und Olympische Ehrentoiel 10 km-Skilanglauf für Damen Goldmedaille: Lydia Widemann (Finnland). Silbermedaille: Mirja Hietamies (Finnland). Bronzemedaille: Siiri Johanna Rantanen (Finnland). 4 mal 10 km-Staffel Goldmedaille: Finnland (Hasu, Lonkila, Korhonen, Maekelae). Silbermedaille: Norwegen (Estenstad, Kirkholt, Stokken, Brenden). Bronzemedaille: Schweden (Taepp, Andersson, Jo- sefsson, Lundstroem). Spezialsprunglauf Goldmedaille: Arnfinn Bergmann (Norwegen), 67'/s und 68 m, Note 226. Silbermedaille: Torbjoem Falkanger (Norwegen), 68 und 64 m, Note 221H- Bronzemedaille: Karl Holmstroem (Schweden), 67 und 65Vs m, Note 219 Eishockeyturnier Goldmedaille: Kanada. Silbermedaille: USA. Bronzemedaille: Tschechoslowakei. Starkes Erdbeben in Südwestdeutschland HEIDELBERG. Der südwestdeutsche Raum wurde am Sonntagabend von einem starken Erdbeben heimgesucht. Die Heidelberger Sternwarte teilt mit, daß das Erdbeben am Sonntag 22.30 Uhr stattgefunden hat. Der Erdstoß war so heftig, daß die Registriernadel des Seismographen über den etwa einen halben Meter breiten Registrierstreifen hinausgeworfen wurde. Dem ersten heftigen Erdstoß folgten noch mehrere Stöße geringerer Intensität. Die Sternwarte teilt mit, daß vermutlich Mn Nahbeben stattgefunden hat, dessen Zentrum bislang noch nicht ermittelt werden konnte. Bei Redaktionsschluß lagen daher Einzelheiten über die möglichen Folgen noch nicht vor. Das %umpfe Rollen war im südwestdeutschen Raum weithin wahrnehmbar. Es wurde auch in Pforzheim bemerkt, aber auch noch in Trier und in Königstein im Taunus übereinstimmend wahrgenommen. In der Uebernaschung. die das Beben auslöste, verbreitete sich im Raum von Ludwigshafen und weit darüberhinaius das Gerücht, daß die Badische Anilin- und Sodafahrik von einem Explosionsunglück heimgesucht sein könnte. Vom Werk wurde jedoch mitgeteilt, daß sich keine Explosion ereignet hat. Franzosen von Lissabon enttäuscht LISSABON. Bei der französischen Delegation herrschte am Sonntagabend schwere Enttäuschung über das Ergebnis der Lissaboner Konferenz. Der Bestand der Regierung Faure wird als unmittelbar gefährdet angesehen. Umriß das Aktionsprogramm veröffentlicht, das er am Sonnabend angenommen hatte. Der Plan sieht die Bereitstellung von 50 voll ausgerüsteten und von 4000 Flugzeugen unterstützten Divisionen in Westeuropa noch in diesem Jahr vor. Ungefähr die Hälfte der 50 Divisionen sollen nach Mitteilung eines zuständigen Sprechers in Reserven bestehen. Außerdem ^sollen starke Elotteneinheiten für die Verteidigung Westeuropas zur Verfügung gestellt werden. Der Aktionsplan, der auf den Empfehlungen des von Averell Harriinan geleiteten Zwölferausschusses der NATO beruht, fordert geeignete Maßnahmen zum raschen Aufbau der NATO-Streitkräfte und für die Stärkung der Sozial- und Wirtschaftsstruktur eines ’eden Mitgliedstaates. Daneben ist eine Straffung der Organisation der nordatlantischen Verteidigungsgemeinschaft vorgesehen. Für den Aufbau der NATO-Streitkräfte in diesem und in den folgenden Jahren sind mehrere Grundsätze in dem Aktionsplan aufgestellt worden, ehe unter anderem sparsamste Politik bei der Verwendung der Verteidigungsmittel, Verzicht auf entbehrliche Verteidigungsmaßnahmen, Maßnahmen zur Steigerung der Kampfkraft der nationalen Truppen, weitere Planung für die Versorgung mit Kriegsmaterial und die Einführung eines Dringlichkeitsschlüs- Isels für die KriegsmateriaJbeheferungen vorsehen. Daneben soll die Schlagkraft der NATO durch verbesserte organisatorische Leistungsfähigkeit gestärkt werden. Abschließend hat der Atlantikrat den NATO-Staaten eine Steigerung ihrer wirtschaftlichen Kapazität sowie der Produktion knapper Rohstoffe und Güter, eine gesunde Finanzpolitik zur Inflationsverhütung, gerechte Verteilung der internen Verteidigungslasten |und Freizügigieit auf dem Arbeitemarkt zur Ueberr- ’brückung des Facharbeitermangels in der Rüstungsindustrie empfohlen. Das neue Programm wird von allen Delegationen als realistisch und durchaus durchführbar bezeichnet. Der Aktionsplan, der die Mitwirkung Deutschlands an der europäischen Verteidigung in den kommenden Jahren versieht, zeige wegen der von allen Mitgliedern verlangten Anstrengungen, daß die Gefahr eines Angriffes für noch nicht geringer gehalten wird als .in den Vorjahren. I Auf Grund der Lissaboner Beschlüsse des Rates der NATO werden Genend Eisenhower und der Ständige Iherafechte-Militarausschuß der NATO mit den Behörden Ostberlins. In einem Brief an die alliierte Hohe Kommission, der am Sonntag von der Bundesregierung veröffentlicht wurde, hat der Vorsiteende der UNO-Kommis- sion, der Brasilianer Mendes Vianna, mitgeteilt, daß die Kommunisten für den 17. März eine Besprechung mit den zuständigen Behörden der Bundesrepublik und für den' 21. März eine mit Vertretern Berlins vorschlagen. Die Kommission bittet darum, ihr baldmöglichst die Namen der Verhandlungs teilnehmer und den Ort der Zusammenkunft mitzuteilen. Vianna weist in seinem Schreiben darauf hin, daß die UNO-Kommission ihren Auftrag von der Vollversammlung der Vereinten Nationen erhalten hat, „gemäß den Zielen und Grundsätzen der Vereinten Nationen, wie sie in ihrer Satzung festgelegt sind, unter gebührender Berücksichtigung der Verantwortung der vier Mächte gegenüber Deutschland und in dem Wunsch der Herstellung der Einheit Deutschlands inj Interesse des Weltfriedens beizutragen.“ Der Auftrag der 'Vollversammlung laute, daß die Kommission „unverzüglich eine gleichzeitige Untersuchung in der Bundesrepublik Deutschland, in Berlin und in der sowjetischen Zone Deutschlands vornehmen soll, um festzustellen und zu berichten, ob in diesen Gebieten Bedingungen bestdien, welche wirklich freie und geheime Wahlen im gesamten Bereich dieser Gebiete «möglichen.“ Das Schreiben Viannas schließt mit einem Appell, der gemeinsamen Zielsetzung eingedenk zu sein, die LISSABON. Zu Gesprächen über Deutschland- und Oesterreicfaprobleme werden die drei Außenminister der Westmächte am Dienstag nach Schluß der NATO- Tagung är Lissabon zusammentreien, wurde am Sonntagabend in der portugiesischen Hauptstadt mitgeteilt. Die Hanptfragen, mit denen sich Acheson, Eden und Schuman beschäftigen werden, sind: der Verteidigungsbeitrag der Deutschen Bundesrepublik, die künftigen Beschränkungen der deutschen Industrie und die künftige Politik bei der österreichischen Friedensregelung. Sachverständige der Alliierten, die sich mit der Frage des deutschen Verteidigungsbeitrages beschä- tigen, sprachen am Sonntagabend in Lissabon die Erwartung aus, daß in weiteren Verhandlungen eine* Kompromißformel, gefunden werden kann, durch die der finanzielle deutsche Verteidigungsbeitrag auf den vollen Umfang von 11,25 Milliarden DM — wie von den „drei Weisen“ in Paris empfohlen — gebracht wird. größeren Verantwortungen ausgestattet, wurde Sonntagabend der bei der NATO akkreditierten Presse erklärt. Die Ausweitung der Vollmachten Eisenhö- wers beziehe sich insbesondere auf Organisationsfragen und die Truppenausbildung. Auch die Jurisdiktion Eisenhowers werde durch Unterstellung der britischen Rheinarmee und der amerikanischen Besatzungstruppen in Deutschland erweitert, wenn der Generalvertrag mit der Bundesrepublik abgeschlossen ist. Noch keine deutschen Einheiten Die Frage, ob die NATO bereits Ausrüstungsstücke für die zukünftigen deutschen Divisionen, die in die Europaarmee eingegliedert werden sollen, besitze, wurde von zuständiger Stelle in Lissabon energisch verneint. Auch die Frage, ob auch die Deutsche Bundesrepublik zu den 59 Divisionen, die bis Ende 1952 unter dem Kommando Eisenhowers stehen sollen, einen Beitrag leisten werde, beantwortete der offlzi- Einheit Deutschlands in Freiheit wiederherzustellen.“ Vianna stellt fest, „daß sowohl die Kommission als auch alle Behörden in Deutschland und das deutsche Volk gemeinsame Ziele und auch eigentlich sonst recht viel Gemeinsames haben, was die Grundlage der Zusammenarbeit aller hei der Errichtung des Gebäudes eines freien, geeinten und demokratischen Deutschlands bilden könnte.“ Die Kommission hatte der alliierten Hohen Kommission in Deutschland am Wochenende auch ein Schreiben mit Einladungen an die Sowjetzonenregierung und an die Ostberliner Behörden übermittelt Die alliierte Hohe Kommision wurde gebeten, dieses Schreiben an die Sowjetzonenregierung und am die Ostberliner Behörden sowie an den Vorsitzenden der sowjetischen Kontrollkommission General Tschui- kow weiterzuledten. Ein Sprecher der Bundesregierung begrüßte am Sonntagabend, daß die UNO-Kommission ihre Arbeit jetzt aufgenommen hat und sich unmittelbar mit den zuständigen deutschen Stellen in Verbindung setzen will. Der Sprecher bestätigte, daß die Kommission eingeladen werde, zu der vorgesehenen Konferenz mit der Bundesregierung nach Bonn zu kommen. Ein Sprecher des Berliner Senats begrüßte am Sonntag in einer ersten Stellungnahme die Einladung der UNO-Kommission. Er sagte einem dpa- Vertreter, der Senat werde eich heute in seiner ordentlichen Sitzung mit der Einladung befassen. ln diesem Zusammenhang wird, erklärt, daß die Meinungsverschiedenheiten über den deutschen Finanzbeitrag zwischen der Bundesregierung und den Westmächten bei der Gesprächen Br. Adenauers mit den Hohen Kommissaren am Freitag und Sonnabend in Bonn bereits weitgehend überbrückt worden seien. Die Bundesregierung hat dabei ein«n Finanzbeitrag von 11,25 Milliarden DM mit der Einschränkung zugestimmt, daß Nebenkosten halbmilitärischer Art und Sonderaufwendungen für Berlin abzugsfähig sein sollen. Ebenso soll der Finanzbeitrag durch eine Gleitklausel der künftigen Entwicklung des deutschen Sozialprodukts angepaßt werden. Die deutsche Stellungnahme zu dem Gutachten der^ „drei Weisen“ war den drei Außenministern noch am Sonnabend nach Lissabon übermittelt worden. Bei den künftigen Beschränkungen der deutschen Industrie bestehen, wie von gleicher Seite in Lissabon verlautete, zwischen den drei Westmächten und der Bundesregierung noch in drei Spezialfragen Meinungsverschiedenheiten: 1.) Die Munitionsarten, die Deutschland hersteilen können soll, 2.) Die einer deutschen Waffenproduktion zuzugestehenden Waffenkaliber und 3.) Die Herstellung von Zivilflugzeugen. Alle Beschränkungen der deutschen Industrie sollen als Klauseln in den Vertrag über die europäische Verteidigungsgemeinschaft aufgenommen werden. Amerikanische Finanzhilfe für Frankreich LISSABON. Frankreich und die USA erzielten am Sonnabend in Lissabon ein Uebereinkommen über eine amerikanische Finanzhilfe an Frankreich, die sich nach Mitteilung aus gut unterrichteter Quelle auf 175 Milliarden Francs (etwa 2,1 Milliarden DM) belaufen wird. Frankreich soll damit in den Stand gesetzt werden, seinen vorgesehenen Beitrag für die Europaarmee zu leisten und bis Ende dieses Jahres zwölf Divisionen auszurüsten. In Lissabon verlautete, Frankreich werde auf Grund dieses Uebereinkommens auch in der Lage sein, bis zum Jahresende 27 Fliegergruppen aufaustellen. Bei den Hilfeleistungen der USA handelt es sich um Kredite, die schon vom amerikanischen Kongreß bewilligt, aber ursprünglich für andere Verwendung in Frankreich vorgesehen waren. Di # Flamme ist erlösten G. O. Was ist dort in Oslo während der vergangenen zehn Tage geschehen, daß die Zeitungen auf ihren Titelblättern das Zeichen Olympias trugen und mehr als einmal durch die Aufmachung bekundeten, daß die Ereignisse rund um die VI. Olympischen Winterspiele im Vordergrund des Interesses standen. War etwa in der hohen Politik nichts los? Das könnte man doch in unserer, von politischen Entscheidung«!, Konferenzen, Besprechungen und Zusammenkünften reichlich gesegneten Zeit nicht behaupten. Und doch konnten sich die olympischen Ringe den bevorzugten Platz erkämpfen. Ganz gleich, ob im Gastgeberland Norwegen, ob in Frankreich) der Schweiz oder Deutschland, ob in Amerika, Japan oder Australien: überall in der Welt wurden die Empfangsgeräte aufgedreht, wenn die Fanfarenklänge aus Oslo ertönten und wenn die Rundfunksprecher ihre Schilderung«! von den Sportereignissen am Holmenkollen oder im Bislett-Stadion gaben. Es war plötzlich eine gemeinsame Sache, die man da über den Aether vernahm und man fühlte unwillkürlich, daß sich dort etwas Großes ereignete. Gewiß kommt allen internationalen Sportereignissen Bedeutung zu, aber nichts ist mit einer Olympiade zu vergleichen, denn nur alle vier Jahre wird dieser Geist — symbolisiert durch die olympische Flamme — wachgerufen, der die Völker vereint und für die Dauer dieses Festes vergessen läßt, was Trennendes zwischen West und- Ost, Nord und Süd bestehen mag. Und deshalb steht über dem olympischen Gedankengut nicht der Sieg, sondern allein die Teilnahme, die den Sportlern afier Nationen zur Ehre gereicht. Unter dem olympischen Eid gestanden zu haben ist für einen Sportler das erstrebenswerteste Ziel seiner Laufbahn. Denn das Bild dieses Olympiakämpfers, wennn man es zeichnen wollte, wäre unvorstellbar, könnte man neben seine sportliche Leistung nicht die charakteristische Haltung, den Anstand und die Ehrlichkeit setzen. Und hier haben wir bei der heute offiziell zu Ende gehenden Winter-Olympiade wieder gute Beispiele dieses im besten Sinne verstandenen olympischen Geistes erleben dürfen. Es bat an vorsichtig mahnenden Stimmen nicht gefehlt, als die kleine deutsche Olympia-Expedition nach Oslo gezogen ist. Ganz offen sprach man über die Sorgen ein«: vermutlich geteilten Aufnahme deutscher Sportler in Norwegen. Ja man fürchtete sogar Demonstrationen und überlegte sich gründlich, unter diesen Vorzeichen überhaupt beispielsweise die deutsche Eishockeymannschaft nach Norwegen zu entsenden .Daß man ihr in rein erfölgsmäßiger Hinsicht wenig zutraute, mag an zweiter Stelle genannt werden. Aber was erlebte man von alledem? Das glatte Gegenteil Der Beifall für die Leistungen deutscher Sportler war ehrlich und in einem Maße wie man ihn für die als kalt angesehenen Norwegern nicht zugetraut hätte. Wer in Norwegen würde sich nicht gerne der deutschen Bobfahrer erinnern, che den vor einem Jahr dort oben noch kaum bekannten Bobsport zur Popularität erheben konnten. Ihre gutmütige, ja fast drollige Art hat sie zu erklärten Lieblingen gemacht. Und denken wir an unsere Skimädel, die bei den alpinen Skiwettbe- werben am besten abschneiden konnten. Die amerikanische Siegerin, die österreichische Weltmeisterin und die deutschen Zweit- und Drittplazierten küßten sich als seien sie Schwestern. Man könnte eine lange Liste mit solchen Begebenheiten rund um die Olympiade aufstellen. Diese zehn olympischen Tage haben gezeigt ,daß die Jugend aller Länder viel Gemeinsames hat, das stärker ist als die trennenden Gegensätze, die auf der nüchteren, politischen Ebene so oft augencheinlich werden. In rein sportlicher Beziehung dürfen sich die VI. Winterspiele neben die erfolgreichen Spiele 1936 und 1948 stellen. Dies trifft besonders für die kleine deutsche Expedition zu, die erstmals wieder seit 15 Jahren mit dabei sein durfte und mit drei goldenen, zwei silbernen und zwei bronzenen Medaillen sowie einigen guten Mittelplätzen über Erwarten gut abschnitt und in der Nationenwertung mit 36 Punkten auf die 5. Stelle bei einer Beteiligung von 30 Nationen kam. Das ist ein stolzer Erfolg, der auch von den größten Optimisten nicht für möglich gehalten wurde. Sorgenkinder bei den deutschen Wintersportlem sind die nordischen Skidisziplinen, bei denen es an einer breiten Spitze fehlt. Die wenigen Könner zeigt«! wohl gute Leistungen (Jukko Pent, Toni Brutscher) vermochten aber der skandinavischen Extraklasse nichts anzuhaben. Auch die deutsche Eishockeymannschaft hat sich gemessen an den Erfolgen vor Beginn der Winterspiele nirhf so gehalten, wie man insgeheim erhoffte. Eine Mißstimmung unter den Betroffenen löste die Umbesetzung der Bobmannschaft aus, wodurch vier Fahrer überhaupt nicht zum Einsatz kamen. Die Maßnahme war aber notwendig, um wenigstens dem Schütten Deutschland I den Sieg zu sichern. Am wenigsten konnten die umsonst nach Oslo gekommenen Fahrer begreif«!,, daß man den zweiten deutschen Schlitten der schwedischen Mannschaft ausliefa und sie selbst am Rande der Bobbahn Zusehen mußten. Schließlich fiel auch in die beiden Bobsiege der Deutschen ein Tropfen Bitterkeit, denn der Weltbobverband beschloß eine Gewichtsbegrenzung bei den Fahrern, so daß Nieberl bei künftigen Wettbewerben keine Starterlaubnis mehr bekommen kann. Von unserem erfolgreichen W«tmeister- und Olympi asiegerpaar auf dem Eis, Ria und Paul Falk, hören wir zunächst die erfreuliche Nachricht, daß sie noch nicht beabsichtigen, ins Profilager überzutreten, sondern zunächst einmal den Weltmeistertitel in Paris verteidigen zu wollen. Was allerdings dann geschieht, wissen wir nicht. Es hat den Anschein^ als würde der nächste Winter die Falles vielleicht auch im Profilager sehen. Heute abend bei der offiziellen olmpischen Schluß - feier im Bislett-Stadion zu Oslo wird die olympische Flamme in den Pylon«! erlöschen, nachdem sie zehn Tage als Symbol über dem Kampfplatz brannte. Sie wird im Sommer dieses Jahres wiederum im eie NATO-Sprecher verneinend. Die Atlantikratstagung in Lissabon •wurde am 20. Februar feierlich eröffet. V. B. zeigt rechts den amerikanischen Außenminister Acheson bei seiner Ansprache. Auf dem Bild links sieht man unter den Zuhörern der ersten Reihe die Außenminister Bech- Luxemburg (2. v. I.), de Gasperi-ltalien (3. v. L) und Sdiuman- Frahkreich (5. v. I.) 50 Divisionen und 4000 Flugzeuge im Jahr 1952 Aktionsprogramm der NATO veröffentlicht - Größere Vollmachten für Eisenhower LISSABON. Der Athmtikrat hat am Sonntag im Vor Deutschland-Konferenz in Lissabon Deutsche Stellungnahme zum Gutachten der „drei Weisen" nach Lissabon übermittelt Seite 2 / Nummer 48 Montag, 25. Februar 1952 Norden, und zwar in Helsinki, erneut auflodem, wenn die Jugend der Welt zu den Sommerspielen nach Finnland gerufen wird. Aber ist sie wirklich erloschen? Wir glauben, daß die Erlebnisse unter ihrem Lichte so stark waren, daß sie in den Herzen der Jugend weiterbrennen wird und mindestens die kurze Zeitspanne bis zum Sommer dieses Jahres noch in naher Erinnerung steht. Auch dann wird Deutschland wieder dabei sein und das zu vollenden suchen, was bei den Winterspielen begonnen wurde: Die Wiederaufnahme in den allumfassenden Bezirk der olympischen Ringe, deren Geist die Jugend der ganzen Welt gefangen nimmt. Britisch-ägyptische Verhandlungen KAIRO. Der ägyptische Ministerpräsident Mäher Pascha teilte am Sonnabend in Kairo mit, daß Verhandlungen zur Beilegung des britisch-ägyptischen Konflikts zwischen den beiden Ländern voraussichtlich Ende dieser Woche aufgenommen werden. Die Verhandlungen sollen in Kairo stattfinden. Mäher Pascha sagte zu Pressevertretern, er würdige das Angebot mehrerer Länder, unter ihnen Pakistan, Saudi- Arabien und der Irak, zwischen Aegypten und Großbritannien zu vermitteln. Jetzt aber sei eine direkte Fühlungnahme mit den Engländern vorgesehen. USX für Freundschaftsvertrag mit Schweden STOCKHOLM. Die USA haben der schwedischen Regierung den Abschluß eines Freundschaftsvertrages vorgeschlagen. Der amerikanische Vorschlag betrifft den Abschluß eines „Freundschafts-, Handels- und Schiffahrtsvertrages". In der traditionellen Form, die in der Handelspolitik der USA seit dem 18. Jahrhundert üblich ist. Nach dem Krieg haben die USA mehrere solcher Abkommen neu abgeschlossen, so im vorigen Jahr mit Dänemark. Das schwedische Außenministerium wies am Sonnabend darauf hin, daß der amerikanische Vorschlag durch das Ablaufen des allgemeinen amerikanischschwedischen Handelsvertrages vom Jahre 1935 aktuell geworden sei. Der in Erwägung gezogene Vertrag sei ein Abkommen handelspolitischer Art, das auf der Meistbegünstigungsklausel beruht. Mc Cloy: Adenauer kann zufrieden sein Deutsch-iranzösisdte Differenzen im europäischen Sinne lösen BERLIN. Der amerikanische Hohe Kommissar Mc- Cloy äußerte sich am Sonnabend in einem Interview mit einem DPA-Vertreter in Berlin zu dem Ergebnis der Londoner Außenministerkonferenz sowie über den sowjetzonalen Vorstoß zur „Beschleunigung eines Friedensvertrages“. Die Frage, ob er die Ansicht des Bundeskanzlers über einen Erfolg der Londoner Außenministerkonferenz teile, beantwortete McCloy mit „Ja“. Er stimme auch mit dem Bundeskanzler darin überein, daß das Konferenzergebnis den Beschlüssen des Bundestages nach der Wehrdebatte grundsätzlich entsprochen hat. In London sei ein Kompromiß auf der Grundlage der Gleichberechtigung und vollen Partnerschaft Deutschlands erreicht worden. Dem widerspreche auch nicht die Beschränkung einer künftigen deutschen Rüstungsproduktion für bestimmte Sonderwaffen. Die Saarfrage bezeichnete McCloy als eine gute Prüfung des Willens auf beiden Seiten des Rhein», deutsch-französische, Differenzen im europäischen Sinne zu' lösen. Das Saarproblem dürfe nicht mehr jedesmal als Störungsfaktor auftreten, wenn die Einheit des Westens zur Debatte stehe. „Wir sind alle an der Saarfrage interessiert, aber die Deutschen und Franzosen müssen die Lösung finden.“ Zu dem bisherigen Ergebnis der Lissaboner Konferenz des Atlantikpaktrates sagte der amerikanische Hohe Kommissar, die westliche Verteidigung werde in Kürze ein solides Werkzeug zur Erhaltung des Friedens sein, wenn die bisherigen Erfolge fortgesetzt werden können. Moskau müßte überzeugt sein, daß es diese Verteidigung nur zu fürchten hätte, wenn es zur Aggression überginge. Moskau wisse auch sehr gut, daß die Europaarmee kein Angriffsinstrument sein könne. Der Westen verfolge nur das Ziel, sich nicht mehr „herumstoßen“ zu lassen, weil die Sowjetunion zu stark sei. Aus diesem Grunde werde ein Verteidigungsbeitrag der Bundesrepublik die WieSPD plant Aktion für Bundestagsneuwahlen Ollenhouer: Bundesregierang handelt ohne Auftrag BONN. Der Vorstand der SPD hat nach einer Sitzung in Bonn am Sonnabend erklärt, „daß der Versuch, die Frage eines deutschen Verteidigungsbeitrages unter den überholten Mehrheitsverhältnissen des Bundestages und gegen die Stimmen der Opposition zur Entscheidung zu bringen, eine lebensgefährliche Bedrohung der demokratischen Grundlagen unseres Volkes und damit eine sehr ernste politische Situation schaffen würde“. Der Vorstand beschloß, einen Arbeitsausschuß einzusetzen, „der Vorbereitungen für weitere örganisa- torische und politische Maßnahmen zur Durchführung weiterer Aktionen der Partei im' Zusammenhang mit der Forderung auf Neuwahlen zu treffen hat“. Der Vorstand hat die Bundesregierung aufgefordert, die Alliierten um eine Stellungnahme zu dem „sachlichen Inhalt“ des letzten Grotewohl-Briefes zu ersuchen. Die SPD weist in einer Erklärung besonders auf die enge Beziehung der Frage der Wiederherstellung der deutschen Einheit in Freiheit mit der Diskussion über einen deutschen Verteidigungsbeitrag hin. „Die Bundesregierung darf nicht einmal den Schein der Berechtigung des Vorwurfes erwek- ken, sie nehme Möglichkeiten der Förderung der. deutschen Einheit nicht ernst.“ In der Erklärung Wird im Zusammenhang mit dem finanziellen Beitrag der Bundesrepublik zum Verteidigungsbeitrag verlangt, daß die Wirkung des geplanten militärischen Beitrages auf die Lebenshaltung der Bevölkerung sorgfältig geprüft und dem deutschen Volke zur Kenntnis gebracht werde. In einer Entschließung ruft die SPD alle Menschen anständiger Gesinnung auf, dem Antisemitismus überall entgegenzutreten. „Jeder Antisemitismus und Jeder, der ihn duldet, besudelt die Ehre und den Namen Deutschlands und der Menschheit.“ Der zweite SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer kritisierte am Sonntag in Bonn, daß die Bundesregierung ihre Stellungnahme zum. Gutachten der drei Weisen nach Lissabon geschieht habe, obwohl es noch keinen Parlamentsbeschluß über einen Vertei- digungsbeitrag gebe. Ohne Auftrag des Bundestages handele die Bundesregierung damit praktisch so, als sei die Teilnahme Deutschlands an der westlichen Verteidigung bereits eine beschlossene Sache. Ollenhauer, der .vor sozialdemokratischen Chefredakteuren und Verlegern sprach, forderte zugleich mit allem Nachdruck, daß endlich das Primat der sozialen Aufgaben von der Bundesregierung anerkannt werde. Ollenhauer warf dem Bundeskanzler vor, daß er — wie beim Schumanplan — vom Parlament erneut eine globale Zustimmung zu fertigen Plänen verlangen wolle. Die Londoner Verhandlungen hätten der Bundesregierung keine Fortschritte gebracht. Auch in der Saarfrage sei nichts erreicht worden. Ollenhauer hielt der Bundesregierung vor, daß sie ■die Möglichkeiten zur Herstellung der deutschen Einheit nicht voll ausgeschöpft habe. Es sei falsch und unverantwortlich, die gegenwärtige Situation der Teilung Deutschlands als unabänderlich hinzunehmen. Ollenhauer warnte den Bundestag nachdrücklich davor, die Bundesrepublik nach dem Willen des Kanzlers vertraglich so fest an ein „Kleineuropa“ zu binden, daß es auch einer späteren Regierung schwer fallen würde, die geschaffenen Tatsachen rückgängig zu machen. Die Mehrheit des deutschen Volkes würde einen derartigen Beschluß des gegenwärtigen Bundestages nicht akzeptieren. In diesem Zusammenhang forderte Ollenhauer Neuwahlen. dervereinigung Deutschlands nicht verzögern, sondern eher beschleunigen. Zum letzten Grotewohl-Vorschlag für einen deutschen Friedensvertrag sagte McCloy, er könne noch keine Aenderung der bisherigen sowjetischen Deutschlandpolitik feststellen. Die Sowjets hätten jahrelang in der Frage der deutschen Einheit „Hänschen will nicht“ gespielt und keinerlei Interesse gezeigt, bis die Absicht des Westens offenbar wurde, seine Kräfte zu stärken. Deshalb könnten die neuen sowjetischen Vorschläge nicht ernst genommen werden, solange sie offensichtlich nur darauf abzielten, die westlichen Einigungsbestrebungen zu stören. Die eigentliche Verantwortung für den deutschen Verteidigungsbeitrag liege klar bei Moskau: „Die Tatsache, daß die Kommunisten nicht nur eine beherrschende militärische Stellung einnahmen, sondern auch bereit waren, sie wie in Korea und in geringerem Ausmaß in der Tschechoslowakei zu benutzen, hat ebenso wie der Aufbau der Volkspolizei in der Sowjetzone als Parallele zum Fernen Osten uns zu einer stärkeren militärischen Konsolidierung des Westens gezwungen.“ Noch mehr als die wiederholte Zurückweisung westlicher Vorschläge zu freien Wahlen in ganz Deutschland habe diese aggressive Haltung die Diskussion des deutschen Wehrbeitrages ausgelöst. „Wenn die Sowjets mit Vorschlägen kommen würden, welche die Verteidigung der westlichen Sicherheit nicht stören und auf ehrlicher demokratischer Grundlage beruhen, dann würden die USA ihren Einfluß geltend machen, die Wiedervereinigung Deutschlands herbeiführen zu helfen.“ Grotewohl sind Wahlen unangenehm BERLIN. Der Sowjetzonen-Ministerpräsident Grotewohl (SED) bezeichnete am Sonntag die Erklärung der Bundesregierung über die Voraussetzungen für deutsche Friedensvertragsverhandlungen in einer ersten Stellungnahme als „Manöver und Augenaus- wischerei“. In der Feststellung der Bundesregierung, es liege lediglich bei der Sowjetunion, Deutschland bei Friedensverhandlungen als gleichberechtigten Partner anzuerkennen und ihm keinen Diktat-, sondern einen Verhandlungsfrieden zu geben, sah Grotewohl eine neue „Antisowjethetze“. Von seiten der Sowjetunion sei klargestellt worden, sagte Grotewohl, daß sie für eine Teilnahme Deutschlands an Friedensverhandlungen „in Uebereinstimmung mit den Potsdamer Beschlüssen“ eintrete. Grotewohl sprach sich energisch gegen die Ansicht der Bundesregierung aus, daß freie gesamtdeutsche Wahlen unter internationaler Kontrolle der erste Schritt zu einer Friedenskonferenz mit Deutschland sein müßten. Mich! ohne die „Gelernten" BONN. Bei der Aufstellung eines deutschen Kontingents von rund 400 000 Mann für die europäische Verteidigungsgemeinschaft werden voraussichtlich etwa 40 000 ehemalige Berufsunteroffiziere gebraucht. Diese Zusicherung hat, wie es in einem am Sonntag herausgegebenen Kommunique des VDS-BVW heißt, ein Vertreter des Amtes Blank am Wochenende auf einer Konferenz von 50 Vertretern der VDS/BVW-Landesverbände mit Staatssekretär Bleek vom Bundesinnenministerium und Vertretern des Bundeskanzleramtes und des Bundesfinanzministe- riums gegeben. Der Sprecher des Amts Blank habe ausdrücklich betont, daß bei der Aufstellung der deutschen Kader nicht auf die „Gelernten“ verzichtet werden soll „Rednerische Invasion der Bundesregierung Ministerpräsident Dr. Maier gegen Bandespolitik im Wahlkampi zum 9- März // WAIBLINGEN. Der Ministerpräsident von Württemberg-Baden, Dr. Reinhold Maier, erklärte am Samstag in einer Wahlversammlung der DVP/FDP in Grunbach im Kreis Waiblingen, daß im Lande offensichtlich eine „rednerische Invasion der gesamten Bundesregierung“ zu erwarten sei. Da jedoch die überwiegende Mehrheit der Bundesminister entschiedene Gegner einer Einigung im Südwesten gewesen und Frauen, die für das neue Bundesland gestimmt hätten, seien über eine solche Aeußerung „betroffen und befremdet“. Der Ministerpräsident wies erneut darauf hin, daß es bei der Wahl vom 9. März allein um die Gestaltung des neuen Bundeslandes gehe. Trotzdem werde mit aller Macht die Bundespolitik in den Wahlkampf hin- r\.V ___ _J__11 _ seien, müsse bezweifelt werden, daß sich ihr Ein- «£* n 6®tragen. Die Bevölkerung werde mit der Frage greifen als positiver Beitrag für die unmittelbaren Probleme der Wahl zur verfassunggebenden Landesversammlung am 9. März auswirke. Bundeskanzler Dr. Adenauer habe bei der Gründung der badischen CDU am 10. Februar in Freiburg gestanden, daß ihm „die ganze Geschichte nicht gepaßt“ habe. Dr. Adenauer habe damit den Kampf um den Südweststaat gemeint. Dr. Maier betonte, die einunddreiviertel Millionen badischen und württembergischen Männer des Wehrbeitrages überfüttert. Die Wehrdebatte habe das Volk in noch größere Zweifel gestürzt. Es beginne jetzt, beiden Lesarten zu mißtrauen. Abschließend sagte Dr. Maier, der überoptimistische Bericht über das Londoner Ergebnis habe keine beruhigende Wirkung ausgelöst. . In Kaisersbach und in Rudersberg im Kreis Waiblingen sprach sich Dr. Maier am Sonntag für die i christliche Gemeinschaftsschule aus. Wer 2 MUNCH ELGlN • Boman von Doris Fiche (Copyright by Verlags hau» Reutlingen, Oertel & Sparer) 42 (Nachdruck verboten) Nach dem Abendessen gingen sie auf Peters Vor- xhlag in einen Film; er in der uneingeschränkten Hoffnung, durch Ablenkung die heimlich brennende Wunde zu beruhigen, sie, wie immer, bereit, mit- tumachen, wonach es ihn verlangte. Der Film, Produktion einer bekannten französischen Gesellschaft, war gut und seine Problematik erschütternd. Plötzlich fühlte Sibyll, wie Peter im Dunkel den Arm um sie legte. Eine Minute saß sie ganz steif, fast erschrocken da, bis ihr Rücken sich willig seinen Arm anschmiegte. Er hatte sie mit Zärtlichkeiten nicht verwöhnt, und diese Hand, die zugleich fest und zart ihren Arm umschloß, verwirrte sie -so stark, daß die Bilder auf der Leinwand vor ihren Augen zu tanzen begannen, und die Stimmen unverständlich ineinanderflossen. Eine Wärme ohnegleichen ging von dieser ruhigen, besitzergreifenden Gebärde aus, und als sie den Kopf wandte und seinem Blick begegnete, erschrak sie ein zweites Mal vor seinem Ausdruck. Zum ersten Mal hatte er sie angeschaut wie ein Mann, der eine Frau begehrt. Nach dem Film saßen sie noch eine Stunde im Freien vor einer Bar und tranken einen französischen Likör, den sie besonders schätzte. Peter kaufte einer späten Blumenhändlerin alle Nelken ab, die sie bei sich matte, und legte sie Sibyll in den Schoß. Von einem anderen Lokal her hörte man gedämpfte Musik herüberklingen. Sie sprachen wenig miteinander, und nichts zerriß ihre verwunschene Stimmung. Langsam stiegen sie zum Bristol hinauf. Wie eine schimmernde Perlenkette lagen Hunderte von sanften Lichtem um den See. „Laß mich noch eine halbe Stunde mit hinaufkommen“, bat Peter, als sie ihm zum Abschied die Hand reichte. Wie immer, gab sie sofort nach. Der Nachtportier unterdrückte wohlerzogen seine Verwunderung, als er ihr den Schlüssel ihres Zimmers überreichte. Sibylls Gesicht brannte vor Scham, als sie neben Peter die Treppe hinaufstieg. Zu so später Stunde hatte sie noch niemals Besuch empfangen. Während Peter sich auf die Terrasse setzte, machte sie unter Zuhilfenahme ihres elektrischen Kochers Kaffee und ordnete kleine Kuchen in eine Schüssel. Sie allein sah, wie ihre Hände bebten. Lange Zeit saßen sie, durch den Tisch getrennt, in ihren Korbstühlen, tranken den Kaffee, knabberten das Gebäck und schauten in die wundervolle Sommernacht hinaus. Es war warm wie am Tage, Nachtfalter schwirrten an ihnen vorbei, angelockt durch den Lichtpunkt ihrer glühenden Zigaretten. Auch jetzt sprachen sie wenig und so gedämpft, daß der leise Klang der Worte kaum bis ans Ohr des anderen reichte. Auf eine zauberhafte Art fühlten sie sich allein auf der Welt, Als Sibyll aufstand und an die Brüstung trat, um einige von Campione abstoßende hejjerleuchfcete Motorboote zu beobachten, trat er neben sie und umfaßte ihre Schultern. Fast ungläubig, den Verzicht ebenso erwartend wie die Erfüllung, lehnte sie den Kopf an ihn. Als Peter sie um vier Uhr morgens verließ, ging Sibyll zurück auf die Terrasse und lehnte, ein stummer, unbewegicher Schatten an der Brüstung, und die Tränen liefen wie eine hurtige, heiße Flut über ihr erschüttertes Gesicht. Endlich hatte sich die Wirklichkeit dem Traum verschwistert, aber das Glück, das sie so lange erwartet, die Seligkeit endlich erreichten Zieles verwehrte sich ihr. Eine einzige glühende Stunde konnte das Wissen um alle Wunden, die sie empfangen, nicht auslöschen. Und im tiefsten Bewußtsein, dort wo Selbstbetrug und Verstellung zwecklos wurden, wußte sie, daß Peter, aus einem plötzlichen Gefühl der Vereinsamung heraus, sich heute nach einer Frau gesehnt, und daß sie mehr zufällig diese Frau gewesen war. Ihr klarer Verstand verwehrte ihr selbst in dieser Stunde die barmherzige Jllusion und das, was die letzte Erfüllung hätte werden können, verwandelte sich ihr unter den Händen in die bitterste Demütigung ihres Weibtums. Wie gelähmt an Leib und Seele, unfähig zu handeln, erwartete Sibyll nun das Weitere, und sie ahnte. ja wußte bis ins tiefste Herz hinein, daß es nichts Gutes sein konnte. Sie ging am andern Tag nicht in die Via Mafalda, aber sie verließ auch das Hotei nicht, um eine Begegnung zu vermeiden. Aber Peter, der gleiche Peter, der sie sonst unweigerlich holte, wenn sie ausblieb,, kam heute nicht. Unendlich lang und leer dehnten sich die Stunden des Tages, während sie wie ein Tier im Käfig stundenlang in ihrem Zimmer auf- und abschritt, zwischen Demütigung und Sehnsucht hin- und hergerissen. In einer Kri- stallschale auf dem Tisch glühten dunkelrot Peters Nelken und mischten ihren herben Duft in ihre vernichtende Qual. Am nächsten Morgen, kaum daß sie angezogen war, klingelte das Telefon und Peter fragte von der Hotelhalle aus, ob er heraufkommen dürfe. Mit ein paar hastigen Griffen machte Sibyll Ordnung und war noch nicht mit sich im Reinen, was dieser frühe Besuch bedeuten könne, als Peter schon unter der Türe stand. Er streckte ihr betont herzlich die Hand entgegen, aber sie kannte ihn zu gut, um das Gewollte seines Gebahrens, seine innere Unsicherheit und Verlegenheit nicht auf den ersten Blick zu sehen. Zu ihrer Verwunderung trug er Mantel und Hut und stellte einen kleinen Koffer neben sich hin. „Willst du. verreisen?“ fragt« sie erstaunt. „Ja, ich fahre für ein paar Tage nach Zürich, ohne Mutter ist es mir in der Via Mafalda einfach zu ungemütlich“, sagte er, immer mit der gleichen forcierten Munterkeit „So?“ Sie starrte ihn an und ein Gefühl eisiger Kälte kroch ihr langsam über den Körper, bis in die Spitzen ihrer Finger, und sie vergaß zum erstenmal ganz ihre Rolle, die sie so lange leidenden Herzens mit Erfolg gespielt hatte. Peter konnte ihre Verstörung nicht entgehen. „Ich komme bald wieder zurück“, sagte er begütigend, „bringst du mich zum Zug?“ Sie antwortete ihm nicht gleich, sondern schaute ihn immer noch mit den gleichen Augen eines hilflosen, verwundeten Tieres an. „Peter“, sagte sie endlich trockenen Mundes, „uns bleiben im ganzen noch dreizehn Tage. Willst du im Emst ein paar davon anderswo verbringen?“ „Nun, nach diesen dreizehn Tagen hört ja das Leben nicht auf. Wir werden uns nicht mehr so oft sehen, wie bisher, aber —“ „Wir werden uns nie mehr sehn, Peter!“ „Nie mehr? Aber Sibyll, wie kannst du so etwas sagen?“ „Ich weiß es besser. Meinetwegen brauchst du nicht die Flucht zu ergreifen —“ „Aber Sibyll, was redest du denn da? Flucht!“ „Du verstehtst dich schlecht aufs Lügen, Peter. Wir haben einen Fehler gemacht, und du fürchtest seine Konsequenzen. Du unterschätzt mich noch immer, Peter.“ Unvermittelt gab er die lästige Verstellung auf. „Aber — wie sollte es denn jetzt weitergehen? Was erwartest du von mir?“ Schweizer Hille fiir die Heimatvertriebenen BERN. Die Schweizer Europa-Hilfe veranstaltet vom 25. Februar bis zum 22. März ihre diesjährige * Sammlung für die Heimatvertriebenen in Europa. Ein wesentlicher Teil des Erlöses soll den deutschen Flüchtlingen zugute kommen. Vor der Eröffnung der Sammlung wies der Schweizer Außenminister Petit- Pierre am Freitag vor Pressevertretern in Bern auf das Los Millionen Vertriebener hin. Er sagte, den Heimatentwurzelten müsse eine substantielle Hilfe gewährt werden. Belgrad fordert Hubschrauber an BELGRID. Das Jugoslowische Rote Kreuz hat am Sonnabend an das Internationale Rote Kreuz in Genf die dringende Bitte gerichtet, Jugoslawien einen Hubschraubei* zur Verfügung zu stellen, damit den zahlreichen Dorfgemeinden im westlichen Slowenien, die seit mehr als zehn Tagen durch die Schneekatastrophe von der Außenwelt abgeschnitten sind, Hilfe gebracht werden kann. Vorbereitungen zur Krönung Elizabeths LONDON. Die Krönung der neuen britischen Königin Elizabeth soll nach am Wochenende bekanntgewordenen Plänen wahrscheinlich Ende August oder Anfang September stattfinden. Die endgültige Entscheidung über den Termin wird die Königin selbst voraussichtlich innerhalb der nächsten drei Wochen treffen. Bereits jetzt beginnt die Mosaikarbeit der vielfältigen Vorbereitungen, in deren Mittelpunkt die Westminsterabtei als Krönungsstätte steht. Rund vier Monate dauert es voraussichtlich, bis sie für die Feierlichkeiten hergerichtet ist. Zwei Gründe sprechen dafür, daß die Krönung noch in diesem Jahr stattfindet: 1.) Die Hoftrauer erstreckt sich nur über eine verhältnismäßig kurze Periode bis Mai und 2.) will die Königin sobald wie möglich Australien und Neuseeland besuchen. Es gilt als sicher, daß sie die Reise erst nach der Krönung antreten wird. Die Welt zur Sonnenfinsternis gerüstet HAMBURG. Wenn heute vormittag der Schatten des Mondes in einer totalen Sonnenfinsternis mit einer Geschwindigkeit von rund 30 km in der Minute vom Atlantik her über Zentralafrika, den Sudan und Arabien hinweg nach Sibirien gleitet, wird in den beiden Erdteilen ein Heer von Astronomen aus aller Welt an Teleskopen, Meßgeräten und Kameras sitzen. Sechzehn Expeditionen aus Frankreich, Italien, den Niederlanden, Griechenland, Großbritannien, der Schweiz, Irland, den Vereinigten Staaten, Kanada und Aegypten haben sich allein im Sudan eingefunden. Die Sowjetunion hat in Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan ein Netz von Beobachtungsstellen errichtet. In 189 Sekunden — so lange dauert in der Hauptsichtbarkeitszone die totale Verfinsterung — wird eine große Zahl von Aufgaben zu bewältigen sein, die sich von Messungen für kartographische Zwecke mit Hilfe eines Netzes von Photozellen bis zur Beobachtung der Sonnen-Corona und der Protuberanzen erstrecken, den Ausbrüchen glühender Gase, die Höhen bis zu 500 000 km erreichen. Die Amerikanische Nationale Geographische Gesellschaft wird den Vorgang der Verfinsterung von der ersten bis zur letzten Sekunde mit einer Riesenkamera auf den Film bannen. Das astronomische Ereignis wird für Mitteleuropa nur sehr bescheidene Ausmaße haben. Während man in Süddeutschland etwa ein Viertel der Sonne nicht wird sehen können, verdeckt in Norddeutschland der Neumond etwa ein Fünftel bis ein Sechstel der Sonne. Aber hier wie in Khartum wie am Bal- kasch-See werden die Wissenschaftler den Daumen halten, daß ihnen das Wetter heute von etwa 10 Uhr bis 11 Uhr (MEZ) keinen Strich durch die Rechnung macht. Denn die nächste totale Sonnenfinsternis au£ der Erde ist erst am 30. Juni 1954, und ein einziges* Wölkchen oder ein Sandsturm könnte jetzt wichtige! Arbeiten auf Jahre hinaus verzögern Naturapostel Gustav Nagel gestorben BERLIN. Der bekannte „Naturapostel“ Gustav Na-; gel, der bereits vor 1914 von sich reden gemacht hatte, und in den zwanziger Jahren als Wanderprediger in der Altmark wirkte, ist, wie bekannt wird, dieser Tage in der Heilanstalt Uchtspringe bei Haldensleben (Sowjetzone) im Alter von 78 Jahren gestorben. Nagel hatte die „naturgemäße Lebensweise“ gepredigt und war u. a. dafür eingetreten, im Deutschen sämtliche Worte klein zu schreiben. Er hatte lange Zeit in einer Tempelgrotte in Arendsee in der Altmark gelebt. 1937 war er von den Nationalsozialisten in das KZ Dachau gebracht und im Jahre 1950 wegen angeblicher antisowjetischer politischer Betätigung in die Heilanstalt eingewiesen worden. Er soll dort an Herzmuskelschwäche gestorben sein. „Nichts“, sagte sie mit flackernden Augen. „Das ist nicht wahr.“ „Peter ich kenne dich gut und ich weiß, wenn es» um mich geht, die meisten deiner Gedanken. Glaube mir, ich kann den Impuls eines Augenblicks von wahrer Liebe unterscheiden, und ich weiß, daß er den Tag oder die Nacht seines Entstehens nicht überlebt hat Du bist heute noch genau so frei, wie du es immer warst“ „Sibyll, deine Klugheit ist bewundernswert.“ „Ach, laß das!“ wehrte sie müde ab. „Sag mir lieber, ob du es jetzt noch immer für nötig hältst, uns diese letzten dreizehn Tage zu kürzen?“ „Meine Reise hat noch einen anderen Grund“, sagte er verlegen und zog ein Zeitungsblatt aus der Tasche. Er schob es ihe hin und wies auf ein mit Rotstift umrändertes Kinoprogramm das etwa zwanzig verschiedene Filmtheater umschloß. Verständnisvoll schaute sie darauf nieder. „Was ist das?“ „Ich kaufte mir gestern zufällig eine Züricher Zeitung und fand diese Ankündigung. Endlich werde iph Eigin Munch sehen, wenigstens auf der Leinwand.“ Jetzt hatte es auch Sibyll gefunden. Ei war die Ankündigung eines alten schwedischen Films, der in einem Vorstadtkino lief: „Seine zweite Frau“ mit El- gin Munch. „Ist es Unabänderlich, daß du fährst?“ fragte sie tonlos. „Aber begreife doch, ich kann mir diese Möglichkeit nicht entgehen lassen, ich würde es mir nie verzeihen. Wenn du willst, komme ich schon morgen wieder zurück.“ „Nein, nein, laß dir nur Zeit, du brauchst dich nicht zu beeüen. Lebe wohl, Peter!“ „Bringist du mich nicht zum Bahnhof?“ fragte er enttäuscht „Nein, heute nicht sei mir nicht böse!“ „Also dann — es wird Zeit — auf Wiedersehen, Sibyll!“ „Gib mir noch einen Kuß, Peter, und reise glücklich!“ Im Augenblick, da er sich über sie beugte, drehte sie den Kopf, und sein Kuß streifte nur ihre Wange. Erst jetzt merkte er, wie geisterhaft blaß sie war. »Was ist mit dir Sibyll“?, fragte er besorgt „Nichts — gamichts, Peter! Lauf zu!“ Sie schob ihn aus der Tür und stand noch einen Augenblick in ihrem Rahmen. Er winkte ihr von der Treppe aus zu, dann verschwand er hinter der Biegung. (Fortsetzung folgt) I tiMwegistiw TAiimftk mm MseUitß de* Olympiade Spezialspringen am HolmenkoIIen eine norwegische Ingelegenheit - Die deutschen Springer waren die große Ueberraschung: Sie alle waren unter den ersten Zehn - Das Eishockeytumier gewannen die Kanadier in überlegener Manier - Am Samstag hatte Finnland seinen großen Tag and erkämpfte vier Medaillen, aus den restlichen Langlaufwettbewerben - Norwegen und Finnland die besten Nationen in den nordischen Skiwettbewerben Brutscher Vierter hinter den Skandinaviern Zwei Norweger, Bergmann und Falkanger vor einem Schweden und Toni Brutscher Die VI. Olympischen Winterspiele fanden .gestern ihren Höhepunkt und Abschluß. Beim Spezialsprunglauf, der gestern nachmittag vor 150 000 Zuschauern abgewickelt wurde, siegten erwartungsgemäß die Nordländer. Die große Ueberraschung aber war Toni Brutscher, der hinter den Norwegern und dem Schweden auf den vierten Platz kam. Diese Leistung wurde von vielen als die Sensation der Winterspiele Überhaupt bezeichnet. Das Abschneiden der übrigen deutschen Springer, die alle unter die ersten Zehn kamen, fand große Beachtung, Seit den frühen Morgenstunden war der Anmarsch Zur Holmenkollenschanze im Gange. Aus allen Teilen Norwegens und den benachbarten Ländern strömten die Zuschauer heran. Die Holmenkollenbahn konnte nur einen kleinen Teil des Ansturms bewältigen, so daß die Massen einen Fußmarsch zur Sprungschanze antreten mußten. Bereits um 10.00 Uhr war der Auslauf mit rund 100 000 Menschen umlagert, die sich die Wartezeit mit Singen, Lesen und Bewunderungsrufen für die Probespringer vertrieben. Durch eine ausgezeichnete Organisation mit Polizei und tausenden von freiwilligen Helfern ging der Anmarsch reibungslos vor sich. Da die Sonne die Wolken teilweise durchbrach, stieg die Temperatur auf 2 Grad Wärme an, nachdem es in der Nacht etwas geschneit hatte. In der Brise eines leichten Südwindes flatterten die Flaggen der 30 Nationen um die schwierigste Sprungschanze der Welt. Kurz vor Beginn des Wettbewerbs erschien König Haakoii, der Patron der Winterspiele, mit Kronprinz Olav, Prinz Harald und Prinzessin Josephine Charlotte von Belgien. Seit seiner Thronbesteigung im Jahre 1905 hat König Haakon keinen Spezialsprunglauf am HolmenkoIIen versäumt. Schanzenrekord 71 m Die am Ostabhang des Holrrankollen gelegene Sprungschanze stellt nach dem Urteil anerkannter Vachleute an die Springer die höchsten Anforderungen. Der Schanzenrekord aus dem Jahre 1947 steht auf 71 m. Der Aufsprunghang hat eine Neigung von 36 Grad. Der Höhenunterschied zwischen Schanzentisch und kritischem Punkt beträgt 42 m. Unter dem Schanzentisch wurde vor den Olympischen Winterspielen ein dreistöckiges Haus gebaut, das neben Büroräumen ein Skimuseum und ein Restaurant enthält. Beim letzten Umbau der Schanze wurde der Sprungturm aus Beton errichtet und mit einem Fahrstuhl ausgerüstet. Sepp Bradl stürzte im ersten Durchgang Im ersten Durchgang des Spezialsprunglaufes gab es vier Stürze, von denen auch Exweltmeister Sepp Bradl (Oesterreich), einer der aussichtsreichsten Mitteleuropäer, betroffen war. Wie erwartet sprangen alle vier Norweger auf ihrer „Hausschanze“ sicher und mit guter Haltung. Torbjoern Falkanger, der für die 1200 Aktiven bei der Eröffnungsfeier den olympischen Eid sprach, stand mit 68 m die größte Weite. Sein Landsmann Bergmann war nur einen halben Meter schlechter. Auf 67 m ,kamen der Schwede Hol- stroem und Sepp Weiler. 66% m sprangen der Deutsche Meister Sepp Kleis! und Toni Brutscher, der Schwede Oestman, der Finne Hyvaerinen und der vorjährige Holmenkollen-Sieger Arne Hoel (Norwegen). Weiten wurden geringer Im zweiten und letzten Durchgang war die Temperatur auf einige Grade über den Gefrierpunkt gestiegen, so daß die Springer Schwierigkeiten hatten, die erforderliche Anfangsgeschwindigkeiten zu bekommen. Die Weiten wurden daher geringer. Arrifinn Bergmann war einer der wenigen, der einen halben Meter weiter als im ersten Durchgang sprang. Mit der besten Haltungsnote des Tages schob er sich an die Spitze des Klassefeldes. Unter den sachverständigen Zuschauern herrschte bereits zu diesem Zeitpunkt die Meinung, daß Bergmann kaum noch zu schlagen war. Franz Dengg verschlechterte sich um 3 V 2 m. Der Schwede Oestman versiebte seine Aussichten durch einen Sturz. Arne Hoel hatte die Skier beim zweitenmal nicht dicht genug zusammen. Sepp Kleisl sprang um 4 m kürzer. Toni Brutscher, wieder begeistert begrüßt, ging anscheinend auf sicher und sprang ebenfalls 4 m weniger. Vielleicht wäre bei größerer Weite eine Bronzemedaille fällig gewesen, denn der Schwede Holmstroem, der im ersten Durchgang hinter ihm lag, kam in ruhiger Fahrt und klassischer Haltung auf 67V2 m und schob sich mit guter Der Spezialsprunglauf von der Holmenkollenschanze brachte gestern den Abschluß der Winterspiele. Es gab einen norwegischery Doppelsieg, aber die deutschen Springer überraschten. Brutscher wurde 4. . Haltungsnote vor Brutscher. Falkanger sprang nicht nur 4 m weniger, sondern war auch nicht so sicher und souverän wie beim ersten Sprung. Diese Ab- Wie erwartet Kanada Eishockey-Olympiasieger Die Ahornblätter leierten einen großen Siegeszug - Nur die USA nahmen ihnen einen Punkt ab Durch ein 3:3-Unentschieden gegen die USA gewann Kanada zum fünften Male die Goldmedaille im Olympischen Eishockey-Turnier. Den zweiten Platz nehmen die Amerikaner ein, während die Tschechoslowakei auf den dritten Platz landete. Kanadas Eishockeymannschaft beendete wieder einmal ein olympisches Turnier ohne Niederlage. Im letzten Spiel gegen die USA mußten sich die Edmonton Mercurys allerdinags mit einem 3:3- (2:0, 1:2, 0:1) Unentschieden begnügen. Zunächst sah es nach einem klaren Sieg der Kanadier aus, die in schnellen Angriffen gegen Ende des ersten Drittels zwei Tore durch Dawe und Dickson vorlegten. Im zweiten Drittel erzwangen die USA ausgeglichenes Spiel, bei dem die Kanadier nicht mehr aufs Tempo drückten. Durch Muhlem und Bjorkman glichen die USA aus, aber kurz vor Drittelende brachte Gauf den Titelverteidiger wieder in Fühlung. Zwei Minuten vor Spielende fiel erneut der Ausgleich. Mit 15:1 Punkten gewann Kanada die Goldmedaille vor den USA (13:3) und Tschechoslowakei mit 12:4 Punkten. Die Tschechoslowakei kam durch besseres Torverhältnis gegen die punktgleichen Schweden auf den dritten Platz. Für- die gleichzeitig laufende Europameisterschaft setzte der Internationale . Eishockeyverband (LIGH) für heute ein Entscheidungsspiel zwischen Schweden und Tschechoslowakei an. Die Schweiz kommt mit 8:8 Punkten an die fünfte Stelle, und Norwegen bildet auf jeden Fall den Schluß des Feldes. Die genaue Reihenfolge der Plätze sechs bis acht steht erst nach dem letzten Spiel Polen gegen Norwegen (heute 11 Uhr) fest. Medaillen-Segen am 10. Tag für Finnland Tier Medaillen an einem Tag für die Suomis Der 10. Tag der VI. Olympischen Winterspiele in Oslo war am Samstag der Tag Finnlands. Die Vertreter Suomis holten sich vier Medaillen, womit sie in der inoffiziellen Nationenwertung vom fünften auf den dritten Platz rückten. schneller gelaufen war als Olympiasieger Brenden. Von den nichtskandinavischen Nationen behauptete sich Frankreich am besten. Der deutsche Schlußläufer Rudolf Kopp (Reit im Winkl) kam auf eine Zeit von 38:52 Minuten und mußte der italienischen Mannschaft den Vortritt lassen. Die deutsche Mannschaft kam auf den 7. Platz. Zum erstenmal Damen-Langlaui Bei den Olympischen Winterspielen wurde am Samstagvormittag zum ersten Male eine nordische Disziplin für Damen entschieden. 22 Teilnehmerinnen aus 10 Nationen stellten sich bei schnellem Schnee und einer Temperatur unter dem Gefrierpunkt zum Start für den 10 km-Langlauf. Da im Anschluß die in Norwegen mit Spannung erwartete 4 mal 10 km-Staf- fel der Herren für Ländermannschaften gelaufen wurde, standen bereits in der Frühe mehrere tausend Zuschauer auf der Strecke. Drei Medaillen für Finnland Der Damenlanglauf endete mit einem großen finnischen Triumph. Suomis Vertreterinnen standen ihren männlichen Kameraden auf der Langlaufspur Zu dem mit Spannung erwarteten 4 mal 10 km- Staffellauf stellten sich 13 Skimannschaften am Fuße der Holmenkollenschanze am Samstagmittag dem Starter. Auf der von Zuschauern dicht belagerten Strecke gab es einen großen Kampf zwischen den skandinavischen Nationen. Finnland schickte als ersten Läufer Heikki Hasu ins Treffen, der nach 35:01 Minuten als Erster wechselte. Nils Taepp brachte Schweden in 36:19 Minuten auf den zweiten Platz vor Norwegen (Magnar Estenstad) in 36:52 Minuten. Zur großen Ueberraschung erschien als vierter Läufer der Deutsche Hubert Egger (München) in 38:26 Minuten. Die weitere Reihenfolge beim ersten Wechsel lautete: Oesterreich, Italien, Frankreich, Tschechoslowakei, Island, Rumänien, Bulgarien, Schweiz und die USA. Finnland auch im zweiten Wechsel in Front Auf der zweiten Strecke stellte Finnland mit Paavo Lonkila wieder den schnellsten Mann. Mit 35:22 Minuten unterbot er sogar noch seinen Landsmann Heikki Hasu, für den auf der ersten Strecke nicht 35:01, sondern nach einer Berichtigung des Kampfgerichts 35:40 Minuten gestoppt wurden. Schweden behauptete durch Sigurd Andersson (36:39) noch knapp den zweiten Platz vor Norwegen, für dessen Mannschaft Michael Kirkholt 36:07 Minuten lief. Der beste mitteleuropäische Langläufer Benoit Carrara brachte Frankreich mit einer Laufzeit von 37:35 Minuten auf den vierten Platz, während der Deutsche Albert Mohr (Hindelang) 39:56 Minuten benötigte und hinter Italien auf den sechsten Platz zurückfiel. Norwegen holte auf Obwohl Finnland auf der dritten Strecke mit Urpo Korhonen (36:13) den langsamsten Läufer der Spitzenmannschaften stellte, blieb Suomis Staffel auch beim letzten Wechsel an der Spitze. Der schnelle Norweger Martin Stokken (35:37) brachte seine Mannschaft auf den zweiten Platz vor Schweden, für das Enar Josefsson 35:43 Minuten lief. Im Kampf der Mitteleuropäer behauptete Frankreich die vierte Stelle vor Oesterreich. Der Deutsche Kombinationsmeister Heinz Hauser durchlief die Strecke in 39:23 Minuten und wechselte gleichauf mit der italienischen Mannschaft. Nach dem letzten Wechsel Auf der letzten Strecke hatten die skandinavischen Nationen ihre schnellsten Leute eingesetzt. Hallgeir Brenden, der Sieger des 18 km-Langlaufs, trug Norwegens Hoffnungen. Aber selbst die größten Optimisten waren sich darüber klar, daß er Finnlands Vorsprung von rund zwei Minuten nicht aufholen würde. Es gab am Ziel dann lange Gesichter, als bekannt wurde, daß Finnlands letzter Mann, Tapio Mae- helae, mit 34:06 Minuten um rund eine halbe Minute Kanada gewann, ohne sich auszugeben Ohne sich voll auszugeben, kam Kanada in Dae- lenenga zu einem überlegenen 11:2 (5:2, 3:0, 3:Q)-Sieg über Norwegen, das damit weiter als einzige Mannschaft des Turniers noch keinen Punkt aufweist. Die Norweger legten sich von vornherein auf die Verteidigung, um das Ergebnis in erträglichem Rahmen zu halten. Die Kanadier dagegen zeigten nur teilweise ihr volles Können und schienen sich vor dem letzten Spiel am Sonntag gegen die USA sichtlich Schonung aufzuerlegen. Schwedischer Sieg über die Schweiz Im ersten Samstagspiel des olympischne Eishockeyturniers in Oslo kam Schweden im Jordal-Amfi zu einem 5:2 (1:1, 4:0, 0:1)-Sieg über die Schweiz. Andersson brachte die Schweden in der zweiten Minute in Führung, die Trepp in der neunten Minute auszugleichen vermochte. Trotz gefährlicher Angriffe erzielten die Eidgenossen in diesem Spielabschnitt keinen weiteren Treffer. Im zweiten Drittel bekamen die Schweden klar Oberwasser und stellten durch Sven Johansson (2), Andersson und Petersson das Ergebnis auf 5:1. Im letzten Spielabschnitt begnügte sich Schweden mit dem Halten des Ergebnisses. Trepp verbesserte das Resultat auf 5:2. USA-Sieg über die Tschechoslowakei Im letzten Spiel des Samstag kamen die USA im Jordal-Amfi gegen die Tschechoslowakei zu einem nicht ganz erwarteten 6:3 (2:1, 4:0, 0:2)-Sieg. Die Tschechoslowaken begannen zwar gut und erzielten auch den ersten Treffer, doch dann übernahmen die Amerikaner das Kommando. Im zweiten Drittel begünstigte eine schwache Verteidigung der Tschechoslowaken das Spiel der Sternenbanner-Vertreter, die in diesem Spielabschnitt den entscheidenden Vorsprung herausholten. Im letzten Drittel setzten die Tschechoslowaken alles auf eine Karte, konnten jedoch das Schlußergebnis nur noch durch zwei Treffer verbessern. nicht nach und eroberten alle drei Medaillen für das Land der tausend Seen. Hanni Gehring beste Mittelenropäerin Gegen das Können der finnischen Läuferinnen kamen die übrigen Teilnehmerinnen nicht auf. Bereits auf der halben Strecke stand die Reihenfolge fest, und Lydia Widemann hatte sich einen klaren Vorsprung verschafft. Deutschland war in diesem Rennen durch Hanni Gehring (Unterjoch) vertreten. Obwohl sie in 50:39 Minuten nur den 13. Platz belegte, hatte sie die Genugtuung, sämtliche Teilnehmerinnen aus Mitteleuropa hinter sich zu lassen. Die von vielen als sehr starke Läuferin bezeichnete Jugoslawin Nada Birko, in der sogar eine Gefahr für die Skandinavierinnen sah, wurde fünf Sekunden hinter Hanni Gehring Vierzehnte. mmm Schauplatz des Olympiaspringen Die klassische Spn schanze am Holmen len bei Oslo war gest nachmittag Schaui des Spezialsprungla im Rahmen der Ol pischen Winterspieu Mit dieser Veranstal] fand die Olympi ihren sportlichen Schluß. Rund 15t Menschen waren 1 HolmenkoIIen hinau fahren, um das ein llge Schauspiel zu se 44 Springer gingen i den Bakken. striche in der Haltungsnote und die geringere Weite ließen ihn auf dem zweiten Platz landen. Der letzte Fanfarenstoß kündigte Sepp Weiler an, der in guter Haltung auf 63 m kam und damit wie Brutscher und Kleisl genau 4 m weniger als im ersten Sprung er-: reichte. Deutsche Springer die große Ueberraschung Die beiden ersten Plätze vor Norwegen und die Bronzemedaille des Schweden Holmstroem waren für die Norweger keine Ueberraschung. Der Schwede wurde von vornherein als der gefährlichste Widersacher der Norweger bezeichnet. Die Ueberraschung für die Norweger waren die Leistungen der deutschen Springer, die sich dreimal unter den ersten zehn placierten. Im allgemeinen hatte man Sepp Weiler in Oslo eine Klasse besser als seine Kameraden eingeschätzt. Als Toni Brutscher aber im ersten Durchgang völlig unbeschwert und mit unglaublichem Elan vom Schanzentisch hechtete, drei kräftige, saubere und ruhige Armschläge machte und dann bei klassischer Skiführung bombensicher aufsetzte, da wurden die Norweger auf die Deutschen aufmerksam. Zweifellos stand Brutscher beim zweiten Sprung unter erheblicher nervlicher Belastung, und der Absprung kam nicht So auf den Moment genau wie das erstemal. Er kam etwas zu spät' vom Schanzentisch, brachte aber wieder: eine ausgezeichnete Landung zuwege. Sein vierter Platz wird in Skandinavien als die Ueberraschung des Tages bezeichnet. Zum Abschluß des großen Holmenkollen-Tages wurden Raketen in die Luft geschossen, aus denen sich die Fahnen der teilnehmenden Länder entfalteten. Olympische Küsse \ Siegeskuß für die Falks Das Düsseldorfer Eiskunstlaufpaar Ria und Paul Falk errang am 22. Februar im überfüllten Osloer Bislett -Stadion seinen bisher größten Erfolg. Unser Bild: Dem sichtlich ermüdeten und abgespannten Paar gewährte ein Heer von Fotografen kaum eine Sekunde zum Verschnaufen. Mit glücklichem Lächeln gab es im Kreuzfeuer der Blitzlichter den obligatorischen Siegeskuß. Olympische Sprünge Olympische Sprünge Gundi Busch beste deutsche Eiskunstläuferin Von den drei deutschen Eiskunstläuferinnen, die an dem Eiskunstlaufwettbewerb der Damen im Osloer Bislett-Stadiön teilnahmen, belegte die Kölnerin Gundi Busch als beste Deutsche den achten Platz vor der Meisterin Erika Kraft, die Elfte wurde und Helga Dudzinski, die auf dem 12. Platz endete. Unser Bild zeigt Gundi Busch während der Kür. Dick Button zum zweitenmal Olympiasieger Dick Button (USA) gewann in Oslo erneut die Goldmedaille im Eiskunstlauf. Das Bislett-Stadion hätte keine Kampfrichter gebraucht, um den Sieger dieses Wettbewerbs zu ermitteln. / 4 / Nummer 46 Montag, 25. Februar „ FnBboD in Zahlen Ih Ufa: Waldhof — Aschaffenburg 1855 München — VfB Mühiburg VfL Neckarau — VfB Mannheim Kickers Offenbach — Kickers Stuttgart Schwaben Augsburg — Bayern München 1. FC Nürnberg — Sehweinfurt 05 VfB Stuttgart — Eintracht Frankfurt FSV Frankfurt — Spvg. Fürth t-FC Nürnberg X 60:24 36:10 VTB Stuttgart 24 50:19 18:12 KVh . Oftenbcta. 24 62:15 13:15 Mntr. Frankft. 24 46:46 26:21 FSV Frankfurt 24 18:41 25« VfB Mannheim 24 47:46 24« Spvg Fürth 24 37:35 23:25 SVWakthof 24 42:46 22 « 1666 München 24 Aachaffenburg 4 Bayern Münch. 22 VfB Mühlburg 2t Stuttg. Kickers 24 Sehweinfurt 24 Schw. Augsbg. 23 Neckarau 21 22:40 57:47 27:17 51:40 44:51 26:35 22 « 22:25 21:25 21:27 21:27 21 « Ufa: SSV Reutlingen — VfB Aalen 1. FC Pforzheim — BC Augsburg Hessen Kassel — FC Freiburg Cham — Feudenheim Darm Stadt — Wacker München Ulm 45 — SV Wiesbaden Bayern Hof — TSG Straubing Bamberg — Singen 64 Jahn Regensburg — ASV Durlach TJhn 48 BC Augsburg Fayern Hof Hessen Kassel Straubing Ffbrzetom Durlach Dannstadt Bamberg 80:25 77:45 50:20 42:11 35:38 58:16 44:15 50:34 39:40 27:11 21:19 U:19 11:19 39:21 29:20 28:20 25:22 28:22 Wiesbaden Reutlingen Chan> Regensburg Freiburg Singen Feudenheim Wack. Münch. Aalen 31:19 16« 35:75 11:37 Bflam Xu 4:2 2:1 2:2 4:1 1:1 auagef. 1:0 1 » auagef. 43:35 28:22 25:25 25:25 23:25 20:30 18:32 17:33 11:39 8:40 34 35 48:40 25 40:45 24 40:38 25 43:53 35 39:50 25 30:59 25 31:68 24 25:73 Haben Sie richtig getippt? Nerd-Süd-Block: 00211210100211 West-Süd-BIodc: 11110202 — 00001 Staffel I: Neureut — Ettlingen Forchheim — Südstem Mühlacker — Hagsfeld Bruchsal — Dillstein Blankenloch — Grünwinkel Bruchsal 21 05:33 34:0 Forchheim 21 33:38 20:22 Kagsfeld 21 52:33 29:13 Grünwink« 21 47:48 19:23 Dillstein 22 49:45 24:20 Niefem 20 45:52 18:22 Neureut 20 55:48 23:17 Südstern 20 30:41 17:23 Oggenstein 21 49:43 22:20 Blankenloch 19 33:37 15:23 Mühlacker 20 51:42 21:19 Odenheim 20 35:48 12:28 Ettlingen Sfaitfel n: 21 47:44 21:21 Iiprlngen 19 22:51 11:27 21 85:19 35:7 Durmersheim 21 33:33 20:22 20 40:18 28:12 Söllingen 20 31:33 18:22 22 45:32 27:17 Göbrichen 21 37:48 18:24 20 48:47 24:10 Wiesental 21 37:51 18:24 20 48:30 20« Grötzingen 22 32:47 18:26 20 40:37 20« Durlach-Aue 21 40:53 15:27 20 34:45 20:20 Berghausen 22 24:64 9:33 (Vorschlußrunde) Schleswig-Holstein Knielingen — Karlsdorf Grötzingen — Berghausen Durmersheim — Eutingen Göbrichen — Wiesental Knielingen Weingarten Karlsdorf Frankonia Eutingen Tiefenbronn Graben Amateur-Bundespokal Nied «Thein — Oberliga Nord: VfL Osnabrück — Hamburger SV Concordla Hamburg — Göttingen 05 Annlna Hannover — Holstein Kiel Bremer SV — Lüneburger SK Bremerhaven 93 — Eintracht Osnabrück Vitorla Hamburg — Eintracht Braunscbweig Alemannia. 90 —VfL Nord Südwestdeufesche Oberlliga: Eintracht Kreuznach — TUS Neuendorf FK Pirmasens — Wormatta Worms Mainz 05 — VfL Neustadt FV Engers — Eintracht Trier Frankenthal — Phönix Ludwigshafen Tura Ludwigshafen — Borussia Neunkirchen l.| FC Saarbrücken — Spvg Weisenau Berliner VertragsUga: BSV 92 — Wadcer 04 Tasmanla — Minerva 9* Nordstern — Tennis-Borussis • Westend — Spandauer SV Union 06 — Blauweiß Viktoria 89 — Hertha BSC wOFvrwWwwBFyw eFFwWVVwWW OFFwFPlf , K IPVWPVTFfFinFVvrlrwWlf 4:1 4:4 2:1 3:4 6:2 2:1 1:1 0:1 1:2 1:1 5:0 2:2 2:2 3:2 2:1 4:0 1:1 1:3 2:6 0:2 3:1 Vom Spiel 1. FC Pforzheim — BC Augsburg Im Durlacher Turmbergstadion standen sich der 1. FC Pforzheim und der BC Augsburg im Punktespiel der 2. Division gegenüber. Die Pforzheimer gewannen knap aber verdient mit 2:1 Toren. Unser Bild zeigt einen %weikampf Schleicher — Gitschier, den diesmal der Augsburger Torwart für sich entscheiden konnte. Bild: G. Oberst Belgischer Fußballsieg über Italien Belgiens Fußball-Nationalmannschaft besiegte am Sonntag in Brüssel die Elf Italiens mit 2:0 Toren. Beide Treffer der Belgier fielen bereits vor der Pause. Die 0:2-Niederlage Italiens im Brüsseler Heysel- Stadion gegen Belgien fiel unglücklich aus. Die „Az- zurris“ lagen meist im Angriff und vor dem belgischen Tor spielten sich aufregende Szenen ab. Bereits zu Beginn der ersten Halbzeit traf der italienische Linksaußen Carrapellese . zweimal fiur die Querlatte. Als der Schweizer Schiedsrichter Wyss- ling in der 25. Minute Belgien einen Elfmeter zu- sprach, brachte Linksaußen Moes Belgien mit 1:0 in Front. Die Gastgeber bekamen dadurch Oberwasser und nun erhielt auch Italiens Schlußmann Morro Arbeit. Moes erhöhte in der 36. Minute auf 2:0. Punktsiege von Langer, Stretx and Hecht In der Berliner Berufsboxveranstaltung in der Sporthalle am Funkturm kamen am Samstag vor 7000 Zuschauern Rudi Langer, Hans Stretz und Gerhard Hecht zu Punktsiegen. Der Deutsche Fliegengewichts- meister Tietzsch stand wegen des Gewichtsunterschiedes gegen Langer von vornherein auf schwerem Posten. Langer landete über die sechs Runden einen überlegenen Punktsieg. Die italienischen Gegner von Stretz und Hecht, die Halbschwergewichtler Manca und Pancani, zeigten sich von ihrer besten Seite, waren jedoch ihren deutschen Gegnern in den letzten Runden erheblich unterlegen. Sowohl Stretz als auch Hecht, der nach viermonatiger Pause zum erstenmal wieder im Ring stand, errangen Punktsiege. Neben vielen prominenten Gästen saß auch Hans Albers am Ring. Polizei Hamburg und Spfr. Berlin im Endspiel Der Titelverteidiger Polizei Hamburg und Sportfreunde Berlin qualifizierten sich für das Endspiel um die deutsche Meisterschaft im Hallenhandball. Polizei Hamburg besiegte in der Vorschlußrunde Hasee Winterbek mit 12:4 (5:1), und Berlin kam durch ein 9:3 (2:3) über RSV Mülheim ins Finale. Um den dritten Platz spielen Mülheim und Hasee Wm- terbek. Im Spiel um den fünften Rang schlug SV Harleshausen den VfL Ossweil 10:4 (4:2). Der Kampf, um den 7. Platz zwischen Fortuna Düsseldorf und TSG Hassloch endete 6:6 (2:2). Pforzheim trotz Platzsperre Sieger über BCA SSV Reutlingen — VfR Aalen 4:2; 1. FC Pforzheim — BC Augsburg (in Durlach) 2:1; Hessen Kassel gegen FC Freiburg 2:3; ASV Cham — ASV Feudenheim 4:1; SV Darmstadt 98 — Wacker München 3:1; TSG Ulm 46 — SV Wiesbaden ausgefallen; Bayern Hof — TSV Straubing 3:0; FC Bamberg — FC Singen 1:0; Jahn Regensburg — ASV Durlach ausgefallen. Alles, was sich in der zweiten-Liga Süd auch nur noch die geringsten Hoffnungen auf den zweiten Platz machen kann, braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen. Der Kreis der Anwärter wird anstatt kleiner immer größer. Zunächst pausierten die Ulmer „Spatzen“ einmal, da der Platz kein Spiel zuließ. Auch ln Regensburg fiel das Treffen gegen Durlach dem Matschwetter zum Opfer. Die beiden heißen Favoriten auf den zweiten Platz, der BCA und Hessen Kassel, verloren zwei wichtige Punkte. Obwohl Pforzheim Platzsperre hatte und in Durlach antreten mußte, reichte es zu einem knappen 2:1-Sieg über den BCA. Hessen Kassel leistete sich den unerwarteten Faschingsscherz und überließ auf eigenem Platz den Freiburgern mit 2:3 beide Punkte. Bayern Hof fand durch einen 3:0-Sieg über Straubing punktemäßig wieder den Anschluß zum BCA und Kassel. Aber auch Straubing bleibt mit seinen 29 Punkten weiterhin im Rennen um den zweiten Platz. Darmstadt besiegte Wacker München mit 2:1 und hat die Hoffnungen der Blausterne auf Klassenverbleib weiterhin reduziert. Auch Bamberg wuchtete sich vom Mittelfeld durch einen knappen 1:0-Sieg über Singen wieder nach vorne und sieht noch einen Silberstreif, ln Reutlingen hatte das Schlußlicht Aalen nicht viel zu bestellen und unterlag mit 4:2. Auch Feudenheims Chancen waren in Cham gleich Null und mit 4:1 wurde die Heimreise angetreten. 1. FC Pforzheim — BC Augsburg 2:1 (0:0) Vor der imposanten Kulisse von über 8000 Zuschauern gelang dem 1. FC Pforzheim im Durlacher Turmbergstadion ein knapper aber verdienter 2:1- Sieg über den Tabellenzweiten BC Augsburg. Mit diesem Sieg ist der Pforzheimer Club erneut starke in den Vordergrund gerückt und darf sich wieder berechtigte Hoffnungen auf den 2. Platz und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga Süd machen. Das Spiel mußte wegen der Platzsperre der Pforzheimer in Durlach ausgetragen werden. Die Pforzheimer Sportgemeinde war mit einem gewaltigen Anhang nach Durlach gefahren. Neben dem eingesetzten Sonderzug und vielen' Omnibussen be Nachmittagsstunden In der Süddeutschen Oberliga aHes planmäßig / 1. FCN-Sieg stand nie in Frage, der Stuttgarter dagegen erst in den letzten Minuten sichergesiellt / In der 2. Liga vergrößert sich das Feld da Aufstiegskandidaten erneut / Freiburger FC schlug die Hessen in Kassel / Der BCA verlor auch Kückrandenspiel gegen den 1. FC Pforzheim. Knappe MiHühurg-Niederlage bei den „Löwen" SV Waldhof — Viktoria Aschaffenburg 7:0; 1860 München — VfB Mühlburg 1:0; Kickers Offenbach gegen Stuttgarter Kickers 2:0; Schwaben — Augsburg — Bayern München ausgefallen; VfL Neckarau gegen VfR Mannheim 1:1; 1, FC Nürnberg — FC Sehweinfurt 05 4:0; VfB Stuttgart — Eintracht Frankfurt 2:0; FSV Frankfurt — SpVgg Fürth 0:0. Im Gegensatz zn den zum Teil überraschenden Ergebnissen im Vorjahr ließen sich diesmal die Platzvereine in der süddeutschen Oberliga am Faschingssonntag und -samstag auf keinerlei Scherze ein. Sie ließen ihren Gegnern keine CHance. In allen Spielen — mit 2 Ausnahmen, wo man unentschieden spielte — blieben die Heimmannschaften klar erfolgreich und die Gäste konnten insgesamt nur einen Treffer markieren. Die Spitze blieb durch Heimsiege von Nürnberg, VfB und Offenbach unverändert. Nürnberg schlug Sehweinfurt, ohne sich voll auszugeben, mit 4:0, der VfB erst in den letzten Spielminuten die Frankfurter Eintracht mit 2:0 und Offenbach mit demselben Ergebnis ihre Namensvettern aus Stuttgart. Zum höchsten Sieg am Wochenende kam der SV Waldhof, der Aschaffenburg mit 7:0 das Nachsehen gab und sich damit endgültig gerettet hat In München blieben die „Löwen“ mit 1:0 über Müblburg erfolgreich. Zwei Punkteteilungen gab es in Frankfurt und Neckarau. Fürtb ertrotzte beim FSV ein 0:0 und das Schlußlicht Neckarau erreichte gegen den VfR Mannheim ein 1:1. Den Mannheimern glückte damit als einziger Gastverein ein Gegentor. Das Spiel Schwaben — Bayern fiel den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer. München 60 — VfB Mühlburg 1:0 Stuttgart einen hart umkämpften 2:0 (2:0)-Erfolg. Die Gäste deckten konsequent, so daß die Platzherren fast nie ins Spiel kamen. Trotzdem gelang Preißendörfer bereits nach sechs Minuten das 1:0. Bei verteiltem Spiel bis zur Pause konnte Keim durch einen Flachschuß aus dem Hinterhalt den hervorragenden Gästetorwart Bechthold zum zweitenmal überwinden. Nürnberg gewann sicher Ohne sich voll auszugeben, gewann der 1. FC Nürnberg vor 10 000 Zuschauern gegen den FC Schwein- furt sicher mit 4:0. Der Club fand sich dank seiner hervorragender^ Technik auf dem vereisten Spielfeld weitaus besser zurecht als die steif wirkenden Schweinfurter. Das Schlußdreieck ließ dem Schweinfurter Angriff nicht die geringste Chance. Morloek (10. Minute), Ucko (39. Minute), Glomb. (45. Minute) und Winterstein (81. Minute) sorgten für den eindeutigen Sieg. Waldhof deklassierte Aschaffenburg Der SV Waldhof deklassierte die ohne ihren Stopper Giller und Torwart Seidel spielenden Aschaffenburger mit 7:0 (4:0). Die Aschaffenburger Hintermannschaft war nicht in der Lage, dem schnellen Waldhöfer Angriff Paroli zu bieten. Vor der Pause waren Herbold, Strehl (2) und Lipponer erfolgreich, während nach dem Wechsel Herbold (2) und Hölzer das Endergebnis herstellten. . , Punkteteilung auch in Mannheim Die beiden Mannheimer Lokalrivalen VfL Nek- karau und VfR Mannheim lieferten sich einen farbigen Kampf, der gerechterweise 1:1 unentschieden endete. Die Neckarauer hatten durch gutes Spiel ihres linken Flügels Gärtner — Gramminger in der - ersten Halbzeit wesentliche Vorteile, mußten > aber kürz nach der Pause einen Treffer der Rasenspieler durch Bassler hinnehmen. In der 60. Minüte glich Preschle für Neckarau aus. 4000 Zuschauer sahen einen an Höhepunkten armen Kampf. Fürth holte einen Punkt in Frankfurt Trotz zeitweiser drückender Ueberlegenheit und zahlreicher Torchancen mußte sich der FSV Frankfurt in einem schnellen und spannenden Spiel mit einem torlosen Unentschieden gegen die SpVgg Fürth begnügen. Die Gastgeber hatten in der ersten Halbzeit nur zfibjn. Spieler auf dem Feld, da _ ihr Verteidiger Hasse nach einem ZusammenpräUF mit seinem Mannschaftskameraden Nold bis zü¥ r Pause ausschied. Die „Kleeblätter“ konnten daraus jedoch keinen Nutzen ziehen, denn sie scheiterten mit ihrem unproduktiven Angriffsspiel selbst an der dezimierten FSV-Abwehr. Als die Frankfurter nach der Pause wieder vollständig waren, bedrängten sie unaufhörlich das Fürther Tor, doch verhinderten Schußunvermögen und viel Pech einen naheliegenden Erfolg. 9000 Zuschauer bangten ln München um einen Sieg der „Löwen“, ehe sie Zausinger in der 62. Minute von diesem Alpdruck erlöste. Trotz großen Einsatzes konnte der Mühlburger Angriff die ausgezeichnete Münchener Abwehr nicht überwinden. Nach elf Minuten wurde das Spiel vom Schiedsrichter Bernbeck (Frankfurt) abgebrochen, da die Münchener gegen die Beschaffenheit der Schuhe der Gäste protestierten. Nachdem die fünf Stürmer der Mühlburger ihre mit Nägeln beschlagenen Schuhe' abgelegt hatten, fand das Spiel seinen Fortgang. VfB Stuttgart erst kurz vor Schluß 10 000 Zuschauer wurden in Stuttgart 81 Minuten auf die Folter gespannt, ehe der VfB im Anschluß an' einen Eckball durch Kreuss gegen Eintracht Frankfurt mit 1:0 ln Führung ging. Eine Minute vor Schluß stellte Läpple aus abseitsverdächtiger Stellung das 2:0-Endergebnls der Stuttgarter her. Die Frankfurter hatten eine wider erwartet starke Mannschaft zur Stelle, in der vor allem die Hintermannschaft mit dem fangsdeheren Torwart Henig überragte. Bester Stürmer der Gäste war Pfaff der allerdings nur von seinen Innenstürmern unterstützt wurde. Der VfB kam lange nicht ins Spiel, da sich Mittelstürmer Bühler nie zurechtfand. Stopper Retter hielt den Eintracht-Angriff in Schach und war der beste Mann auf dem Platz. Hart erkämpfter Sieg der Offenbacher Kickers Vor 6000 Zuschauern errang der Tabellendritte Kickers Offenbach gegen seinen Namensvetter aus um eine Stunde, da man zuerst den Durlacher Faschingszug anschauen wollte. Originellerweise spielten die Pforzheimer in den Trikots des ASV Durlach (kein Faschingsscherz). Das Spiel selbst begann sofort mit einmaligen Torgelegenheiten für den Club. In der 2. Minute köpfte Schleicher nur ganz knapp über den Pfosten und eine Minute später gab Schiedsrichter Alt, Frankfurt, einen Elfmeter für den Club, den aber Schradi zu un- placiert auf die rechte Torseite schoß, so daß der gut reagierende Gitschier abwehren konnte. In der 25. Minute erzielte der vorübergehend wegen einer geringfügigen Verletzung ausgeschiedene Augsburger Schlümpp ein Tor, dem aber der Schiedsrichter seine Anerkennung versagte. In der 31. Minute gab es einen wegte sich in den frühen Nachmittagsstunden ein . riesiger Wagenkorso auf der Landstraße nach Dur- Jt!,V n c lach. Es war für die Nachzügler schwer, im Umkreis ^ as Tor setzte - So &mg es trotz zwei Elfmetern torlos des Platzes noch ein freies Fleckchen zum Parken zu finden. Auf den Rängen des Turmbergstadions hatten sich starke Kolonien gebildet, die mit Kuhglocken und ähnlichen Lärmgeräten anfeuerten. Der Süddeutsche Rundfunk hatte einen Sportsprecher nach Durlach geschickt, um für das 2. Programm eine Reportage aufzunehmen. Der Spielbeginn verzögerte sich Nur Platzsiege in der Amateurliga Neureut — Ettlingen 2:1; Forchheim — Südstern 3:0; Mühlacker — Hagsfeld 4:2; Bruchsal — Dillstein Blankenloch — Grünwinkel 4:1- zweifelte wohl niemand mehr unter den zahlreichen Zuschauern an einem Gästesieg, der bis dahin durchaus gerechtfertig gewesen wäre. Hag6feld imponierte durch eine geschlossene Mannschaftsleistung. Flach wanderte der Ball durch die Reihen und die durch das Fehlen von Zimmermann und Maisenbacher ohnehin geschwächte Hintermannschaft von Mühlacker hatte größte Mühe, sich der zielstrebigen Gäste zu erwehren. Das erste Tor in der 21. Minute war ein Eigentor von Dürr, und der zweite Gästetreffer fiel afus einer Ecke, die Im Nachschuß von Breuer verwandelt wurde. Eine Umstellung bei Mühlacker wirkte sich sehr vorteilhaft aus und man schöpfte etwas Hoffnung, .als Dürr in der 34. Minute drei Gegner umspielte und Vogel seinen Paß überlegt ins Tor lenkte. Von jetzt ab konnte sich Mühlacker etwas Luft verschaffen. Bereits drei Minuten nach dem Wechsel fiel der Ausgleich. Von Vogt kam der Ball über Schindel zu Vogel, der mit einem überraschenden Schuß Erfolg hatte. Mühlacker kam nach und nach zu einer leichten Feldüberlegenheit, und der dritte Treffer in der 75. Minute war der Erfolg der großen Anstrengungen, die Mühlacker machte. Schindel knallte unheimlich scharf ein. Und schon in der nächsten Minute hätte es leicht 4:2 heißen können. Hagsfeld warf nun alles nach vorne und drängte beängstigend. In der 08. Minute krachte ein Strafstoß gegen Mühlacker von der Latte zurück. Die endgültige Entscheidung fiel dann zwei Minuten vor Schluß durch Vogel. Schiedsrichter Dopf, Menzingen. hatte das Spiel jederzeit in der Hand und ließ sich 5:0; Neureut — Ettlingen 2:1. — Die Ettlinger Elf begann recht vielversprechend und ging durch Buchleiter mit 0:1 in Führung. Wenig später verschoß Run einen Händeelfimeter und erst in der 2. Hälfte wurde durch Karch mit einem abgefälschten Strafstoß der Ausgleich «zielt Derselbe Spieler sorgte auch für den Siegestreffer. Forchheim — Südstern 2:0. — Die Südsternmannschaft mußte in diesem Spiel auf reichlich Ersatz zurückgreifen und konnte daher der Platzelf nicht in der nötigen Weise Paroli bieten. Die Forchheimer gingen durch Pretzer in Führung. Kalifcrenner erhöhte auf 2:0, während Albecker mit einem dritten Treffer den Endstand einstellte. Bruchsal — Dillstein 5:0. — Die derzeitige Spielstarke der Bruchsailer Mannschaft ließ diese auch die gefährliche Dillsteiner Hürde nehmen und man kann wohl aimehmen, daß Bruchsal — sollten keine besonderen Ereignisse ein treten — sich auf dem besten Wege zur Meisterschaft befindet An den Bruchsaler Torerfoigfen war mit Schmidt, Blümie, Haag und Köhler die gesamte Fünferreihe beteiligt Blankenloch — Grünwinkel 4:1. — Die Gasigeber führten bis zur Halbzeit bereits 2:0 durch zwei Tore ■von Ufer. Nach dem Wechsel kamen die Grünwinkler durch ihren Halblinken zum Anschlußtreffer. Durch zwei weitere Tore von Nagel kamen die Platzbesitzer jedoch zu einem sicheren Sieg. 08 Mühlacker — AJSV Hagsfeld 4:2 Als Hagsfeld in der 25. Minute mit 2:0 in Führung \ ü “r ^ 7 . * u *«»*«**• | natte das spiel jede lag und das Spielgeschehen eindeutig bestimmte, da | durch nichts beirren ging in die Pause. Nach dem Wechsel versuchten die Augsburger ihr verwirrendes Stürmerspiel aufzuziehen. Aber die gut arbeitende Pforzheimer Abwehr blieb den etwas sensiblen Augsburger Stürmern hart auf den Fersen, so daß diese nicht zu ihrem gewohnten Tempo kamen. In der 59. Minute schien das Spiel seine Wendung zugunsten der Augsburger zu nehmen. Ostertag drehte sich blitzschnell und noch aus der Drehung heraus feuerte er auch schon einen saftigen Schuß ab, gegen den sich Bischof im Pforzheimer Tor vergeblich bemühte. Aber zur großen Freude kamen die Pforzheimer bereits eine Minute später zum überraschenden Ausgleich. Schradi trat einen Eckball von rechts, den Neßmann mit dem Kopf auf nahm. Diesen Kopfball konnte Gitschier nicht behalten und Schöller drückte das dem Tormann aus der Hand gerutschte Leder zum 1:1 über die Linie. Nun eroberten sich die Pforzheimer eine deutliche Ueberlegenheit. Das Mittelfeld beherrschten sie vollkommen. Die Augsburger Deckung mußte alle Künste aufbieten, dem ständigen Drängen zu widerstehen. In der 70. Minute knallte Burkhardt aus dem Hinterhalt scharf aufs Tor und Gitschier konnte gerade noch zur Ecke lenken. Wenig später bot sich Schleicher wieder eine Gelegenheit Knielingen nicht mehr einzuholen Staffel 2: Knielingen — Karlsdorf 7:0; Grötzingen gegen Berghansen 3:0; Durmersheim — Eutingen 2:0; Göbrichen — Wiesental 4:0. Knielingen — Karlsdorf 7:0. — Dieses Treffen war praktisch schon beim Seitenwechsel zugunsten der Knielinger entschieden, da Karlsdorfs Torhüter bereits dreimal geschlagen worden war und zwar durch einen Köpfball von Gross und zwei weitere Tore von Bertsche und Bechtold. Nach der Pause gaben sich die Platzbesitzer aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden, erhöhtöl durch Bertsche. der einen Handelfmeter verwandelte, ein Kopfballtor von Meinzer E. und einen weiteren Treffer von Bertsche auf 6:0. Hachtel, der einen Handelfmeter vollstrecken konte, sorgte für den Endstand und besiegelte damit endgültig die Karlsdorfer Niederlage. Grötzingen — Berghausen 3:0. — Das Wiedereingreifen von Benz machte sich bei Grötzingen erfolgreich bemerkbar. Der Pausenstand von 2:0 für Gröt- und in der 79. Minute krachte ein Lattenschuß von Rau gegen den Augsburger Pfosten. Endlich in der 81. Minute'blieb es dem verletzt auf Linksaußen humpelnden Straub Vorbehalten, den Siegestreffer zu schießen, als er eine Flanke von Schradi kraftvoll in die Maschen jagte. Die Leistung der Pforzheimer Elf hatte aber auch Schattenseiten. Schradi konnte keineswegs überzeugen und auch Rau erreichte nicht seine beste Form. Schleicher klebte zu sehr am Boden. Ein besonderes Lob muß Straub ausgesprochen werden, der als vierter Läufer zurückgezogen spielte, aber auch immer dann im Sturm auftauchte, wenn er gebraucht wurde. Er hat also seine Aufgabe bestens gelöst. Biedenbach, Neßmann und Burkhardt waren den technisch beschlagenen Augsburger Stürmern durch ihre faire Härte überlegen. Das Spiel stand auf einem hohen Niveau. G. O, Handball-Verbandsljga: TS? Breiten vom Tabellenletzten geschlagen TSV Bretten — SV Waldhof 4:8 (3:3) Der TSV Bretten mußte auf eigenem Platze eine 4:8-Niederlage einstecken. Das Fehlen von Zonsius machte sich bemerkbar. Vor allem wurden die Flügel schlecht bedient. In der 1; Halbzeit war Bretten immer ein Tor im Rückstand, konnte jedoch bis zum Wechsel den Ausgleich schaffen. Die zweite Hälfte wurde sehr stark von den Gästen diktiert. Aber auch die einheimische Stürmerreihe kam gut vor das gegnerische Gehäuse, konnte aber keine plazierten Schüsse unterbringen. Die ausgezeichnete Torhüterleistung des Gästetorwartes trug wesentlich zum Sieg bei. In den letzten 12 Minuten fielen die siegbringenden Tore und damit konnte Waldhof das Ergebnis von 4:5 auf 4:8 verbessern. zingen, durch Tore von Schneider und Arheid resultierte letztlich aus seinen präzisen Flankenbällen. Den dritten Treffer für Grötzingen markierte dann Benz selber in der 55. Minute. Durmersheim—Eutingen 2:0. Die Eutinger Niederlage war bis zur Pause bereits durch 2 Schüsse von Knöt- zele besiegelt. Die Gäste versuchten zwar in der zweiten Halbzeit den verlorenen Boden wieder gut zu machen und blieben nach wie vor gefährlich konnten sich aber gegen die geschickt verteidigenden und mit vielbeiniger Abwehr konzentriert passiv spielenden Durmefsheimer nicht durchsetzen. Göbrichen — Wiesental 4:0. — Göbrichen überraschte in diesem Spiel auf das angenehmste. Obwohl die Göbricher bis zum Wechsel knapp mit 1:0 führten, war das Spiel noch offen und noch nicht entschieden. Erst im Verlauf der zweiten Halbzeit wurde der Göbricher Erfolg zahlenmäßig untermauert. Durch Nonnenmacher, Stelzer, der einen Foulelfmeter verwandeln konnte, und Wegmer sicherten sich die Göbricher einen klaren 4:0-Erfolg. 4 / f ■* '•»SO« Brusler Fastnacht mit T*nt»m und Trara: Stadtbanral Kloss und Poltzeidief Bissinger zum Gedenken Närrischer Umzug de« Elferrats — Die Stadtschlüssel im Besitze Ottos I. —Gedenktafel für den Mohren Heinrich I. Die Brusler Fastnacht erreichte am gestrigen Sonntag einen ihrer vielen Kulminationspunkte. Seine Tollität bzw. Vollität Otto I. und Ihre ausgesprochene, sündhaft schöne Lieblichkeit Ursula I. nahmen Besitz von der Stadt. Ein Umzug des Elfe rrats mit Graf Kuno hoch zu Roß, mit viel Musik und Trara, mit Possen und Ulk am laufenden Band begleitete das närrische Geschehen- Um 11 Uhr im „Denner“ Ein „Toben und Brüllen“, als ob Tarzan 1000 Affen im Urwald jagte! Der Elferrat empfing die „reingeflidcte“ Karlsdorfer Musik. Die Bruchsaler Stadt- und Feuerwehrkapelle „glänzte“ durch Abwesenheit Ja, ja, man kann heutzutage nie genug kriegen! Ein prachtvolles Bild, die frischgebackene Landmiliz der Cacilia! Als ob Theodor Körner und seine „wilden, verwegenen Reiter“ Auferstehung feierten! Allerdings nicht hoch zu Roß, sondern per „pedes apostolorum“! Fliegen, fahren, reiten, bleibt den „andern“ Vorbehalten, der Deutsche marschiert wie zu Hermann des Cheruskers Zeiten! Graf Kuno schlief noch halber um 11 Uhr. Wie Don Quichote saß der dicke Mann auf seinem Gaul und sagte kein Wort. Hatte er sich „wütend“ im Bette gewälzt, hatte er zu viel des süßen Weines in sich? — Man kennt sich nicht mehr aus! Der neue „Kloß-Platz“ Schon immer hatten« die Brusler Stadtbauräte schwer. Keinem einzigen wurde jemals des Lebens ungemischte Freude zuteil. Auch der jetzige Stadtbaurat erfuhr, was es heißt, „gebruself zu werden". Mit viel Trara und viel Tamtam nannte der Elferrat den Krokodil-Platz in „Oloß-ett-Patz“ um. Lieber Stadtbaurat, nimmt diese „Ehre“ nicht krumm, wer zuletzt lacht, lacht am besten! Gedenktafel für den „Mohr“ Bei der Verleihung von Verdienstkreuzen wurde jüngst der „würdigste Anwärter“, Prinz Heinricht I„ der kugelrunde Mohr, seltsamerweise übergangen Der Elferrat holte die versäumte Ehrung nach und enthüllte am Hause des Mohren eine Gedenktafel. „In Würdigung der unsterblichen Verdienste“ dieses einen der drei Weisen! „Heute noch lebt hier Heinrich I.“, kündet die Tafel dem kleinsten und dem größten Süffel. Wie wärs, liebe Stadtpolizei, wenn Du einen Posten aufstelltest, damit jeder Kraftfahrer anhält und der Gedenktafel die schuldige Reverenz erweist wie einst die schweizerischen Bauern dem Geßler- schen Hut! Uebergabe des Stadtschlüssels Ein „herrlich“, ein „einzigartig“ Paar, Otto I. und Ursula I. Wie sie in der schwarzen Kutsche saßen, eine stolze Spanierin, ein stolzer Spanier! Otto, wie mag Dein Herz „gebobbert“ haben! Der Rhein- Seh idt mir dieses Rindvieh an! Heiterer Abend des Realgymnasiums in der Aula der Justus-Knecht-Schuh Mit einem Massenaufgebot angehender Künstler und Künstlerinnen startete das Realgymnasium am Freitag in der bis auf den letzten Platz mit „Neugierigen“ angefüllten Aula der Justus-Knecht-Schule einen Heiteren Abend. Der Herr Direktor und seine jungen Untertanen schwangen zweieinhalb Stunden lang mit hintergründigem Witz und ausgesprochenem Esprit das Szepter der Narretei. Eine besondere Note erhielt der genußreiche Abend durch die Teilnahme der Elferräte mit Sr. Tollität Otto I. und Hirer Iieb- ldchÄedt Ursula I. an der Spitze. Schlag auf Schlag, sozusagen am Schnürchen wickelte sich die forsche und kecke Vortragsfolge ab mit vielen Dutzenden von Schnappschüssen hinter die menschlichen Schwächen. Hübsch, wie der Herr Direktor an den historischen Otto I. erinnerte, der in Bruchsal Geschichte machte, und daran die Bitte knüpfte, daß der heutige Otto I. keine Geschichten mache, damit er wie der Soldat Valentin „treu und brav“ in die Unsterblichkeit eingehe. — Der Chor und das Orchester, die Theater- und die Sportgruppen des Realgymnasiums überboten sich bei jeder Nummer in ihren Leistungen. „Kostproben fürs Gemüt“ nannte sie der Präsident des Elferrates, Maestro Kleemann, der als Gegenleistung für die freundliche Einladung demnächst eine Mathematik- und Lateinarbeit der Oberprima unentgeltlich mitmacht. Aus der Fülle der dargebotenen Lieder, Gedichte, Stegreifspielen usw. die Rosinen herauszupicken, fällt schwer. Jede Programm-Nummer bildete eine Ueber- raschung: Das Stegreifspiel vom Christian mit dem vielsagenden Refrain „Seh‘ ich dieses Rindvieh an, so denk ich an mein'n Christian“ genau so wie die neueste „Haushaltmaschine“ der Siemens-Werke oder der „Turnunterricht an der Höheren Mädchenschule“. Schildern lassen sich die närrischen Einzelheiten kaum, man muß sie gesehen haben, um die ganze Hintergründigkeit des Geschehens zu begreifen. Prachtvoll, wie der Herr Doktor der unentdeckten Wissenschaften in der Scharade „Die Winterschlafinteressengemeinschaft“ ein hoffentlich im Realgymnasium nicht vorhandenes Vorbild karikierte. Hinter den fein ausgewählten und gut gesprochenen Gedichten von Morgenstern, Goethe, Geliert und Eugen Roth steckte eine tiefe Lebensweisheit. Auch manch menschliche „Flasche“ wäre vor dem Gebrauch zu schütteln, wenn Wollen und und Können nicht übereinstimmen. Zum Besten des Abends gehört das humoristiftie Bodenturnen. Was die Schüler da leisteten, grenzt an die „Hohe Schule der Akrobatik“, wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt Ein Sonderlob allen Großbrand verhütet! Neudorf. Sonntagnacht gegen 2 Uhr bemerkten Straßenpassanten in der Zigarrenfabrik Hauptstr. 81 Am Sonntag nacht gegen 2 Uhr bemerkten Straßenpassanten in der Zigarrenfabrik, Hauptstraße 81 ein verdächtiges Aufleuchten hinter den Fenstern. Ein genaues Zusehen ergab, daß ein Brand im Entstehen war. Durch rasches Zugretfen der schnell alarmierten Nachbarn konnte der Brand gelöscht werden, aodaß die Feuerwehr nicht mehr