/ ReUctSon nnt9 Yetltf * Bnüfaalt VSrtÜBtraß« S, Tetefo« Nr. 2221 B •sagspreis i MonatHA DM 2.80 elosAliriSISA TrSgergebuhr* Postsast ettvnf IMS 2*45 smOgfidi M Etiaksiil m federn Tag Oer TToche, aaBw «oim» n3 felertaga. FSK KRAfCHSAH HMD BRWHRAIN Bnü^ontent 8p»r- tt^Creäit* bank B aäwJ Nr* 603; kS3t* Sparkassa PbHippsbnrg Kr. WSf* PostacbocBsanttw Amt Smbaäte Nr. 96140. — Bei Störung dwÜ» Böbece Snnfc teatdi kein Exsag ans p raA. Nummer 50 FreHag, 29. Februar 1952 Einzelpreis 20 Pfennig Londoner Scbuldenkonferenz eröffnet LONDON. Im Londoner Lancaster House, dem Tagungsort vieler internationaler Konferenzen, begann am Donnerstagnachmittag die Konferenz zur Regelung der deutschen Vor- und Nachkriegsschulden. In ihrer ersten Sitzung ernannte die Konferenz den britischen Delegierten Cridland zum Generalsekretär mit je einem deutschen, französischen und amerikanischen Stellvertreter. Zum deutschen Stellvertreter wurde der Delegierte von Lösch ernannt. Helgoland wird morgen frei Aufruf des Bundespräsidenten und der Bundesregierung: Helft mit am Wiederaufbau! BONN. Der Bundespräsident, die Bundesregierung, die Mitglieder des Helgoland-Kuratoriums und die Chefs der Länderregierungen haben am Donnerstag gemeinsam das deutsche Volk aufgerufen, sich durch Geldspenden aktiv am Wiederaufbau der Insel Helgoland zu beteiligen. Der Aufruf hat folgenden Wortlaut: Auf amerikanischen Vorschlag wurde die Bildung eines Arbeits- und Organisationsausschusses beschlossen, der alle Vorschläge für eine Regelung der deutschen Schulden und damit zusammenhängende Probleme zu prüfen hat. Der Ausschuß soll ferner sicherstellen, daß alle den Plenarsitzungen der Konferenz vorgelegten Empfehlungen eine gerechte Gesamtregelung anstreben. Weitere Ausschüsse sollen noch gebildet werden. Die Konferenz war von dem britischen Delegierten Sir George Rendel eröffnet worden, der es als Endziel der Verhandlungen bezeichnete, eine solide Grundlage für die künftigen Finanz-, Wirtschaftsund Handelsbeziehungen zwischen der Bundesrepublik und anderen Ländern zu schaffen. Der deutsche Zahlungsverzug müsse beendet und der deutsche Kredit wiederhergestellt werden. Dieses Ziel sei für Deutschland, das sein Verständnis für die Probleme bewiesen habe, genau so wünschenswert wie für seine Gläubiger. Der Leiter der deutschen Delegation, Hermann Abs, bezeichnete die Besprechungen im Juli und das Ergebnis der Verhandlungen über die deutschen Nachkriegsschulden im November und Dezember vorigen Jahres als nützlichen Ausgangspunkt für einen Erfolg dieser Konferenz. Die Bundesregierung betrachte die Konferenz als einen Teil der Bemühungen, die Bundesrepublik Deutschland auf der Grundlage gegenseitiger freier Vereinbarungen in die Gemeinschaft der freien Welt einzuordnen. Truman geht in Urlaub WASHINGTON. Auf seiner wöchentlichen Pressekonferenz sagte Präsident Truman am Donnerstag, er werde seine Entscheidung, ob er bei den Präsidentschaftswahlen im Herbst dieses Jahres kandidiert, nicht vor seiner Rüdekehr aus Key West bekanntgeben. Der Präsident wird Ende nächster Woche in Urlaub gehen und traditionsgemäß drei Wochen auf der Insel Key West vor Florida zubringen. Truman bestritt, daß er einen Besuch Koreas plane und lehnte es ab, sich zu der Frage zu äußern, ob die Westmächte in Indochina in gleicher Weise wie in Korea varzugehen gedächten. „Gebt für Helgoland! Helgoland ist wieder frei. Das wunderbare Eiland in der Nordsee soll friedlicher Bestimmung zurückgegeben werden. Wichtige Stätten der Forschung dürfen wieder auf der Insel ihren Platz haben, die Fischerei wird dort ihren unentbehrlichen Schutz- und Nothafen finden und Wetterwarten, Leuchtfeuer und Seezeichen werden wie früher der Sicherheit der internationalen Schiffahrt dienstbar sein. Vielen Erholungsbedürftigen und Kranken wird die Insel durch das milde Meeresklima Linderung und Genesung wiedergeben können. Noch aber ist Helgoland ein Trümmerfeld. Das Ausmaß der Zerstörungen ist so groß, daß der Wiederaufbau Jahre in Anspruch nehmen und große Kosten erfordern wird. Die Hilfsmittel des Bundes und des für die verwaltungsmäßige Betreuung zuständigen Landes, Schleswig-Holstein, sind nur begrenzt. Freiwillige Spenden müssen hinzukommen. Als Mitglieder des Kuratoriums der für den Wiederaufbau der Insel ins Leben gerufenen Helgolandstiftung rufen wir alle Deutschen auf, sich an der »Helgolandspende des deutschen Volkes“ zu beteiligen. Helft mit, zwei Millionen Kubikmeter Trümmer zu beseitigen! Zeigt durch eure Spende, wie stark alle Gedanken und Kräfte der Deutschen auf Ziele friedlichen Aufbaues gerichtet sind. Wir wollen nicht, daß die Helgoland-Frage mißbraucht wird, um nationale Leidenschaften zu entfachen. Die kleine Insel soll ein Wählzeichen für die Opferbereitschaft und den Lebenswillen des deutschen Volkes sein sowie für seine Einmütigkeit in dem Wunsch nach gleichberechtigter Partnerschaft in einem geeinten Europa. Helft mit, daß Helgoland ein Denkmal des Friedens werde, ein Sinnbild europäischer Verständigung und "Versöhnung!“ Spenden können auf das Konto Nummer 300 der Kreissparkasse Pinneberg oder Nummer 1005 Postscheckkonto Hamburg unter dem Kennwort „Helgoland-Stiftung des deutschen Volkes“ eingezahlt werden. Außerdem sollen auch Haus- und Straßensammlungen veranstaltet werden. Die eingehenden Beträge fließen der Helgolandstiftung zu, die eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist. Hamburg und Schleswig-Holstein werden flaggen, wenn- die Insel Helgoland am Sonnabendvormittag wieder in deutsche Hände genommen wird. Der letzte britische Uebungsangriff mit Rauchbomben wurde von britischen Flugzeugen am Mittwoch geflogen. Der Die Helgoland-Plakette in den Farben der Insel, grün-rot-weiß. für Donnerstag vorgesehene Angriff fiel aus. Für heute, den letzten Tag vor der Rückgabe, ist kein Uebungsanflug mehr geplant. Von Büsum, Tönning und Brunsbüttelkoog in Schleswig-Holstein, von Cuxhaven und Hamburg aus werden die Schiffe auslaufen, die am Sonnabend die ersten offiziellen deutschen Vertreter nach Helgoland bringen: Mitglieder der schleswig-holsteinischen Regierung, an ihrer Spitze Ministerpräsident Lübke, Beamte des schleswig-holsteinischen Kreises Pinneberg — zu dem Helgoland gehört —, Zollbeamte, Polizisten, Funkspezialisten der Bundespost, Männer der Schiffahrt und wissenschaftlicher Einrichtungen. Eden: Die Krise ist vorüber Starke außenpolitische Aktivität in London - Eden dankt den Außenministern LONDON. Die Ergebnisse der Londoner Außen- ministerkonferenz und der Lissaboner Tagung des Atlantikrates haben in London eine starke Außenpolitische Aktivität ausgelöst, die sich zunächst in Beratungen hinter verschlossenen Türen und in Vorstößen der Presse äußern. Dabei stehen die von Frankreich geforderte Garantie für die europäische Verteidigungsgemeinschaft, der Beitrag Großbritanniens zur Verteidigung Europas und die Wiederbewaffnung Deutschlands erneut im Vordergrund. Der britische Außenminister Eden berichtete am Donnerstag im Unterhaus von guten Fortschritten der NATO-Konferenz in Lissabon und erklärte: „Die europäische Atmosphäre die noch vor vierzehn Tagen so spannungsgeladen war, hatte sich erhellt. Damit war der Weg (in Lissabon) frei für konkrete Abmachungen“. Vor der Konferenz in Lissabon seien die Verhandlungen über den deutschen Verteidigungsbeitrag von einer Krise hedroht gewesen, wenn auch die Arbeit in Paris und Bonn schon weit fortgeschritten war. Die Lösung der Krise sei jedoch in Lissabon einhellig erkannt worden. Eden, der Acheson, Schuman, Adenauer und den drei- Hohen Kommissaren den Dank für ihren Anteil an den erfolgreichen Verhandlungen aussprach, sagte, das Ergebnis von Lissabon habe alle Erwartungen weit übertroffen. Insbesondere betonte er die Verständigung über den finanziellen deutschen Verteidi- ungsbeitrag. „Finanzfragen sind der Schlüssel zu ' 2 n meisten unserer.Probleme. Ich betrachte deshalb ’ns Uebereinkommen über derr finanziellen Beitrag Deutschlands als einen bedeutenden Schritt zur Stärkung der westlichen Verteidigung und zum Aufbau eines neuen Europas.“ Zur Fage einer künftigen deutschen Rüstungsproduktion teilte Eden mit, daß für alle Mitgliedstaaten der künftigen europäischen Verteidigungsgemeinschaft die Herstellung von Waffen zentral nach strategischen lind geopraphischen Gesichtspunkten geregelt werde. Zum Atlantikpakt werde ein Zusatzprotokoll unterzeichnet, das alle NATO-Mitglieder und EVG- Staaten gegenseitig auf die Verpflichtungen^des At- tantikpakts festlegt. Außenminister Eden erwartet, daß die Verhandlungen über den Generalvertrag, die Zusatzabkommen und den Europaarmee-Vertrag in den nächsten Wochen abgeschlossen werden. Der ehemalige Labour-Premier Attlee forderte die Veröffentlichung seines Weißbuches über die EVG rnd den deutschen Beitrag, was Eden mit dem Hin- v ;is ablehnte, dies sei eine Angelegenheit, die die 6 hs : EVD-Staaten angehe. Labour für Vertagung des deutschen Wehrbeitrages LONDON. Der Außenpolitische Ausschuß der La- bour-Fraktion des britischen Unterhauses nahm am Donnerstag mit großer Mehrheit eine Entschließung an, in der eine Vertagung der deutschen Wiederbewaffnung empfohlen wird. Mit ebenfalls großer Mehrheit lehnte der Ausschuß einen Vorschlag ab, m dem angeregt wurde, daß Großbritannien seine gegenwärtige „negative“ Einstellung gegenüber einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft revidieren solle. Die Empfehlungen des Außenpolitischen Ausschusses werden am Dienstag kommender Woche der Gesamtfraktion der Labour-Party vorgelegt werden. Sollten sie — wozu die Fraktion nicht verpflichtet wäre — angenommen werden, dann würden sie die Grundlage der Einstellung der Labour-Opposition bei der am Mittwoch im Unterhaus beginnenden Verteidigungsdebatte bilden. Sir Oliver Franks lehnt ab OTTAWA. Der britische Botschafter in den USA, Sir Oliver Franks, hat das Angebot, Generalsekretär der Atlantikpaktorganisation zu werden, abgelehnt. Der Vorsitzende des Atlantikrates, Außenminister Lester Pearson, gab dies Mittwochabend bekannt. Mit der Besetzung des Postens des NATO-Generalsekre- tärs wird sich nun der Exekutivausschuß des Atlantikrates befassen müssen, der von Außenminister Pearson zu einer Sitzung einberufen wurde. Nur zwanzig Vertrauensfragen PARIS. Die Wahrscheinlichkeit, daß Ministerpräsident Faure heute das Vertrauen des französischen Parlaments bei der Abstimmung über seine Steuer- und Finanzpläne erhält, wurde am Donnerstagmorgen von informierten Kreisen in Paris wie 1:2 angegeben. Insgesamt zwanzigmal zu neunzehn Einzelpunkten und zu dem Projekt als ganzem ipußte Faure in der letzten Kammersitzung in der Nacht zum Donnerstag die Vertrauensfrage stellen. Damit erreichte der radikalsozialistische Regierungschef einen neuen „Rekord“. Bisher lag der frühere Ministerpräsident und jetzige Vreteidigungsminister Bidault mit dreizehn Vertrauensfragen in einer Sitzung an der Spitze, gefolgt von Pleven mit elfmal gefordertem Vertrauensvotum. BERLIN. Der Ministerrat der Sowjetzonenrepublik hat am Donnerstag die Einreise von Vertretern der UNO-Deutschlandkommission in die Sowjetzonenrepublik abgelehnt. Der Ministerrat sieht nach einer Mitteilung des Sowjetzonen-Informationsamtes keinen Anlaß, seinen vor dem Außenpolitischen Ausschuß der Vereinten Nationen vertretenen Standpunkt zu ändern. Dem Ministerrat sei der Wunsch einer UNO-Kom- mission zur Kenntnis gekommen, im März mit Vertretern der verschiedenen Teile Deutschlands über die Voraussetzungen zu gesamtdeutschen Wahlen zu verhandeln. Der Ministerrat sehe keinen Anlaß, den Feststellungen etwas hinzuzufügen, die in dieser Frage von der Sowjetzonen-Delegation vor dem Außenpolitischen Ausschuß der Vereinten Nationen am 11. Dezember in Paris abgesehen wurden. Neue Vorschläge für Oesterreich-Vertrag WASHINGTON. Die drei Westmächte haben am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung neue Vorschläge zur Regelung der Oesterreich-Frage offiziell angekündigt. Ueber ihren Inhalt wurde noch nichts mitgeteilt. Das USA-Außenministerium betonte, daß der Abschluß eines separaten Friedensvertrages mit Österreich ohne Teilnahme der Sowjetunion nicht in Erwägung gezogen werde. Diplomatische Kreise in London erklärten zu den Adenauer; -Wahrzeichen des Friedens Bundeskanzler Dr. Adenauer betonte hm Donnerstag, daß die Insel Helgoland nach ihrer Freigabe am 1. März ein Wahrzeichen des Friedens werden soll. In einer Ansprache über den Nordwestdeutschen Rundfunk ’sagte der Bundeskanzler: „Das friedliche Helgoland, im Meere zwischen Deutschland und England gelegen, wird in Zukunft Wahrzeichen für den Friedens- und Freundschaftswillen beider Nationen sein.“ Rundfunkübertragung am 1. März Die beiden südwestdeutschen Rundfunkanstalten, der Süddeutsche Rundfunk Stuttgart, und Südwestfunk Baden-Baden, übertragen am kommenden Samstag, 1. März, von 12.15 Uhr bis 12.25 Uhr, über alle ihre Sender eine Originalreportage von der offiziellen Freigabe der Insel. Mc Cloy unterrichtete Adenauer BONN. Der amerikanische Hohe Kommissar Mc- Cloy hat Bundeskanzler Dr. Adenauer am Donnerstag ausführlich über die Lissaboner NATO-Konferenz unterrichtet. Eine offizielle Mitteilung über das fast. einstündige Gespräch, das im Palais Schaumburg stattfand, wurde nicht gemacht. Es wurde lediglich erklärt, daß laufende politische. Fragen besprochen worden sind. Wie von unterrichteter Seite jedoch verlautet, wurde außer den Lissaboner Ergebnissen noch der Fortgang der deutsch-alliierten Vertrags Verhandlungen in Bonn erörtet. Von beiden Seiten soll dabei der Wunsch nach einem schnellen Abschluß der Verhandlungen ausgesprochen worden sein. In diesem Zusammenhang wird davon gesprochen, daß bei den jurisischen Vertragsverhandlungen zwischen deutschen und alliierten Sachverständigen auch der Fall Kemritz erörtert werden dürfte. neuen Vorschlägen für einen österreichischen Staatsvertrag, die jahrelangen vergeblichen Bemühungen um diesen Vertrag seien das beste Argument gegen eine „österreichische Lösung“ für Deutschland. Eine solche Lösung könne nur die Rückkehr zu einer Viermächtekontrolle nach dem Wiener Muster und zu Potsdam bedeuten. Opfer.des Stalinismus für Verteidigungsbeitrag BERLIN. Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) bejaht in einer Stellungnahme einen deutschen Verteidigungsbeitrag. „Wir bekennen ganz offen, daß wir Angst davor haben, uns waffenlos mit einer sowjetischen Aggression auseinandersetzen zu müssen“, heißt es in der Verlautbarung. „Uns haben die NKWD-Keller, die Konzentrationslager und Gefängnisse des Stalinismus die Augen geöffnet. Millionen von uns liegen in Massengräbern . . . wer wollte nach unseren Erfahrungen noch an sowjetische Menschlichkeit oder Gerechtigkeit glauben.“ Diese Illusion überlasse man jenen, die sich solcher Argumente bediehten, um Verteidigungswaffen abzulehnen. Zu ihnen gehörten Niemöller, Heinemann, Wessel und andere. Die Opfer des Stalinismus glaubten nicht mehr an sowjetische Friedenstauben. Der Aufruf schließt: „Wenn die Rote Armee marschiert, wollen wir Waffen haben, um unsere Freiheit zu verteidigen.“ Sowjetzone lehnt UNO-Kommission ab ,Der Ministerrat siebt keinen Inlafi", seinen in Paris vertretenen Standpunkt zu ändern Milliarden für die Verteidigung von Walter Lange Die Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Westmächten über die Höhe des finanateHen Beitrages zur europäischen Verteidigung verlangt vom deutschen Volk die höchste Anspannung aller Wirtschaftskräfte. Wenn Bundesfinanzminister Schäf- fer auch die Ansicht geäußert hat, daß die provisorische Regelung weder zur Inflation führen noch eine Erhöhung unserer Steuern erforderlich machen werde, so muß demgegenüber doch darauf hingewiesen werden, daß die Bundesrepublik ohnehin mit einer ständigen Preissteigerung zu kämpfen hat und daß die deutsche Steuerpolitik der letzten Jahre beispiellos hart war. Das Abkommen ist ein Kompromiß: Von Beamten der amerikanischen Hohen Kommission war zuerst ein deutscher Jahresbeitrag von 13 Milliarden D-Mark genannt worden, demgegenüber die Bundesrepublik 10,8 Milliarden einschließlich Berlin-Hilfe vorgeschlagen hat, während die „drei Weisen“ in ihrem Memorandum 11,25 Milliarden ohne eine Milliarde Berlin-Hilfe eingesetzt hatten, was in Bonn als ein „möglicherweise annehmbarer Kompromiß“ bezeichnet worden war. In seiner Größenanordnung hat man sich jetzt auch geeinigt. Um zu einer richtigen Beurteilung des Ueberein- kommens zu gelangen, kann man nun nicht von den bisher genannten Jahresbeträgen ausgehen. Denn erstens gilt der von der Bundesregierung zugesagte Monatsbetrag von 850 Millionen D-Mark erst vom Inkrafttreten des' europäischen Verteidigungsvertragswerkes an, das bei den Verhandlungen für den 1. August dieses Jahres angenommen worden, nach den Ergebnissen der Lissaboner Konferenz und bei Berücksichtigung der deutschen und französischen innerpolitischen Widerstände jedoch wahrscheinlich erst Ende des Jahres zu erwarten ist. Außerdem handelt es sich bei dem Abkommen um eine vorläufige Regelung, die bis zum 1. Juli 1953, dem Beginn des übernächsten Rechnungsjahres der NATO, durch eine mit den Partnern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft frei und gleichberechtigt ausgehandelte Vereinbarung ersetzt wird. Bis dahin muß auch die Abzugsfähigkeit der Berlin-Hilfe in voller Höhe zusammen mit anderen, schon anerkannten Aufwendungen zum inneren und äußeren Schutz der Bundesrepublik geklärt werden. Eine echte Vergleichsmöglichkeit besteht nur, wenn man die beschlossenen Ausgaben auf das Rechnungsjahr des Bundeshaushaltes bezieht, das jeweils vom 1. April bis zum 31. März läuft, und wenn man die optimistische Annahme aufrecht erhält, daß das Vertragswerk über die europäische Verteidigung am 1. August in Kraft tritt. Da nach dem jetzt vereinbarten Provisorium nur die rein militärischen Verteidi- gungskosten in den monatlichen 850 Millionen D- Mark einbegriffen sind, lassen sie sich nur den bisherigen Besatzungskosten gegenüberstellen, die im Haushaltsjahr 1951/52 etwas mehr als 7,6 Milliarden D-Mark — oder im Monatsdurchschnitt 638 Millionen D-Mark betrugen. Im kommenden Haushaltsjahr sind für die ersten vier Monate bis zum 1. August je 500 Millionen D-Mark für Besatzungskosten und acht Monatsbeträge von 850 Millionen Verteidigungsbeitrag eingesetzt, so daß sich die Gesamtsumme auf 8,8 Milliarden D-Mark belaufen und den Besatzungskostenhaushalt 1951/52 um 1,2 Milliarden übersteigen würde. Rechnet man hierzu noch 1,3 Milliarden D- Mark Berlin-Hilfe und 0,7 Milliarden Ausgaben für Polizei, Wehrmachtspensionen und andere als . Verteidigungskosten anerkannte Beträge, so ergibt sich eine Summe von 11,17 Milliarden, die fast den Vorschlag der „drei Weisen“ von 11,25 Milliarden erreicht. Der Unterschied, der es erlaubt, von einem Kompromiß zu sprechen, liegt allerdings nicht nur in dem Minus von 80 Millionen, sondern auch darin, daß in dem Vorschlag der „drei Weisen“ die Ausgaben für Berlin nur in Höhe von knapp 300 Millionen einbegriffen waren. Wenn die Alliierten ihre Zusage einhalten, bis zum Inkrafttreten der Verteidigungsgemeinschaft ihre Besatzungsausgaben auf der Monatsgrenze von 500 Millionen D-Mark zu halten, dann würden sich im Falle einer Verzögerung des Vertragswerkes unsere Belastungen so lange entsprechend vermindern. Sollte sich andererseits herausstellen, daß die Belastung zu groß wird, ist von amerikanischer Seite finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt. Die endgültige Regelung wird erst im Frühsommer 1953 erfolgen, wenn die weitere Entwicklung der deutschen und europäischen Wirtschaft zu überblicken ist. Bis dahin bleibt die Lösung der für uns entscheidenden Probleme, nämlich die Abzugsfähigkeit der gesamten Hilfe für Berlin als einer wichtigen europäischen Verteidigungsleistung, vertagt. Dann wird uns aber zustatten kommen, daß wir inzwischen gleichberechtigte Partner der Verteidigungsgemeinschaft sein werden und dadurch eine viel stärkere Verhandlungsbasis besitzen als jetzt. Wenn die Bundesregierung überhaupt auf die provisorische Regelung eingegangen ist, dann aus der Ueberzeugung, daß Europa nur durch ehrliche Opferbereitschaft aller errichtet und verteidigt “werden kann. Scharfe Kritik der japanischen Opposition TOKIO. Die Unterzeichnung des Verwaltungs-Abkommens zur Ergänzung des amerikanisch-japani- schen Sicherheitspaktes am Donnerstag in Tokio hat bei den Oppositionsparteien Japans einen Sturm der Kritik gegen die Regierung Yoshida ausgelöst. Das Hauptargument der Kritik gegen die Regierung ist, daß die Einzelheiten des Abkommens, das den USA die Aufrechterhaltung von Stützpunkten in Japan gestattet, bisher weder vom Parlament angenommen noch veröffentlicht worden sind. Die Regierung hat angekündigt, daß der Text des Abkommens noch in Plenarsitzungen beider Häuser des Parlaments bekanntgegeben werden soll. Der Vorstand der Sozialistischen Partei kündigte am Donnerstag an, er wolle beim obersten japanischen Gerichtshof beantragen, daß das Verwaltungsabkommen mit den USA für „verfassungswidrig“ erklärt und annulliert wird. Das japanisch-amerikanische Verwaltungsabkommen enthält genaue Bestimmungen über die künftigen exterritorialen Rechte der US Streik fite; ui Japjr.. 1 Seite 2 / Nummer 50 Freitag, 29. Februar 195J Der älteste deutsche Kulturstaat I>r. E. G. Daß in Bayern Knigges „Umgang mit Menschen“ schon Allgemeingut c tes Volkes war, als in den Wäldern und Sümpfen der Mark Brandenburg noch die Wölfe heulten, wurde den erstaunten Wilden aus dem übrigen Deutschland schon vor mehreren Jahren unmißverständlich mitgeteilt. Es ist daher nur die logische. Schlußfolgerung •aus dieser interessanten kulturhistorischen Tatsache, wenn der Super-Bayer Baumgartner in einer heftigen Kanonade gegen die möglichen finanziellen Auswirkungen des Verteidigungsbeitragei auf die Länder sein Bayern jetzt zum ältesten Kulturstaat Deutschlands avancieren ließ. Die Nachkommen jenes unglücklichen Volkes in den alten deutschen Kulturgebieten an Rhein und Neckar, das noch in der Finsternis wandelte, als schon das Licht aus München (das es zwar damals noch nicht gab, aber wenn schon) leuchtete, werden dem bayrischen Vizekönig für diese gesamtdeutsche Ehrenrettung aufrichtig dankbar sein. Denn nun wissen sie wenigstens über die deutsche Kultur-Priorität Bescheid und können sich manches erklären — bis hin zu Herrn Baumgartner selbst. Wozu so eine Wehrdebatte nicht alles gut ist. Sie hat nun auch den ältesten deutschen Kulturstaat zutage gefördert — unverständlich, daß die Wissenschaft sich dieses Forschungsergebnis bisher entgehen ließ.^Nur — dieser allerletzte skeptische Einwand sei uns verziehen — daß es gerade Aschermittwoch war, als bei Herrn Baumgartner die Bombe der Erkenntnis platzte, läßt den ketzerischen Gedanken nicht ganz zur Ruhe kommen, daß es die Spätzündung eines Faschingsscherzes war, die uns auf diesem nicht ungewöhnlichen Wege den ältesten deutschen Kulturstatt an der Isar bescherte. — Nehru macht Erfahrungen NEU DELHI. Der indische Ministerpräsident Nehru bezeichnete am Dienstag die Taktik der Kommunisten in Indien als „durch und durch zerstörerisch und im Widerspruch zu den Idealen stehend, dje zu vertreten sie vorgeben“. Nehru erklärte: „Die Tätigkeit der Kommunisten wird von außemationalen Faktoren bestimmt, die ich ganz und gar nicht mag . . . Marx ist heute überholt.“ Die Anwesenheit von Ueberresten nationalchinesischer Truppen in Nordost-Burma nannte er eine „ernste Angelegenheit für die burmesische Regierung“. LONDON. Die Beisetzung König Georg VI. hat 58 000 Pfund (696 000 Mark) gekostet, wie aus einer Zusatzanforderung im englischen Haushalt hervorgeht. Kemritz-Debatte im Bundestag «Kleine Mietpreisreform" führt zu neuen Auseinandersetzungen - Zerlegungsgesetz für Pendler BONN. Der Bundestag griff am Donnerstag noch einmal den Fall des Berliner Rechtsanwalts Dr. Hans Kemritz auf, der deutsche Staatsbürger sowjetischen Behörden in die Hände gespielt haben soll. In der Diskussion ging es hauptsächlich um alliierte Einsprüche gegen die deutsche Rechtspflege und um die deutsch-alliierten und speziell die deutsch-amerikanischen Beziehungen auf dem Gebiete des Rechtswesens. Auf Anfrage der SPD gab Bundesjustizminister Dr., Dehler bekannt, daß er am Donnerstagnachmittag mit Vertretern des amerikanischen Hohen Kommissariats über den Fall Kemritz verhandeln wird. Er werde alles tun, um den Rechtsstandpunkt der Regierung und des Bundestages durchzusetzen. Ihm sei am 8. Februar von amerikanischen Vertretern Material und eine Stellungnahme überreicht worden, die „keinesfalls befriedigten“. Dehler erinnerte daran, daß Sich die Bundesregierung bereits in einer Note an die Alliierten gegen Eingriffe in die deutsche Rechtspflege nachdrücklich verwahrt hat. Abg. Df. Greve (SPD), der die Anfrage seiner Fraktion begründete, wies darauf hin, daß das amerikanische Hohe Kommissariat seinerzeit die Bekanntgabe von Tatsachen versprochen habe, durch die der Fall Kemritz in einem anderen Licht erscheinen werde. Auf diese Tatsachen warte das Parlament heute noch. Der Berliner CDU- Abgeordnete Dr. Friedensburg trat dafür ein, daß Bürgschaften geschaffen werden, die einen neuen Fall Kemritz verhindern. Es sei unbegreiflich, daß sich eine Besatzungsmacht für einen „gemeinen Halunken“ wie Kemritz einsetze. Abg. Ewers (DP), der Kern» ritz einen Landesverräter nannte, bezog auch den früheren stellvertretenden Hauptankläger in Nürnberg, Kempner, in seine Kritik mit ein. Abg. Dr. Schneider (FDP) erklärte, die künftigen politischen Entscheidungen seien für die FDP davon abhängig, wie der Fall Kemritz gelöst werde. Das Plenum nahm mit großer ^Mehrheit den Vorschlag des Vermittlungsausschusses Bundesrat —Bundestag zum Gesetz über die Errichtung einer Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung an. Die Bundesanstalt wird danach die Beamten und sonstigen Beschäftigten der Arbeitsver- waltungen übernehmen, kann aber im Laufe eines Jahres in bestimmten Fällen Beamte in den Wartestand versetzen. DGB-Konferenz hinter verschlossenen Türen Wahrscheinlich auch Wehrdebatte - Lehr: Zusammenarbeit mit Gewerkschaften wertvoll DÜSSELDORF. Im Düsseldorfer Landtagsgebäude begann am Donnerstag die vom DGB-Bundesvor- stand einberufene große Arbeitstagung der wichtigsten DGB-Funktionäre, über deren Ort und Termin vorher vom DGB selbst strengstes Stillschweigen, gewahrt worden war. Allgemein wird erwartet, daß der Gewerkschaftsbund sich auf dieser Konferenz mit dem Verteidigungsbeitrag auseinandersetzen wird. Die DGB-Bundespressestelle teilte jedoch lediglich mit* daß Fragen der Sozialpolitik, des Arbeitsrechts und des Betriebsverfassungsgesetzes (Mitbestimmung) zur Debatte stehen. Ob auch der Wehrbeitrag behandelt werde, könne nicht gesagt werden. Dieses Diskussionsthema sei jedoch nicht ausgeschlossen. Die Konferenz, die, wie DPA aus Teilnehmerkrei- aen erfährt, etwa bis Freitagmittag. dauern soll, ist streng intern. Das' Landtagsgebäude war am Donnerstagmorgen von einer Kette von DGB-Mitglie- dem abgesperrt. Selbst Landtagsabgeordnete, die zu Landtagsausschußsitzungen wollten, mußten sich aus- weisen. Wie die DGB-Fressestelle mitteilt, nehmen an der Konferenz außer dem Vorstand und den Vorsitzenden der einzelnen Industriegewerkschaften auch die Vorstandsmitglieder der DGB-Landesbezirke und die Vorsitzenden der. Orts- und Kreisausschüsse des DGB teil, ingesamt rund 400 Funktionäre. Jede Zusammenarbeit mit dem DGB, um die freiheitliche, demokratische Grundordnund zu erhalten, werde ihm auch in Zukunft wertvoll sein, schreibt Bundesinnenminister Dr. Lehr in einem am Donnerstag im DGB-Informationsdienst veröffentlichten Beitrag. Der Deutsche Gewerkschaftsbund habe durch politische Wachsamkeit bereits oft wertvolle Hinweise und Hilfen für die Bekämpfung radikaler Bestrebungen gegeben. Zum Bekämpfen der Staatsfeinde bedürfe der Staat stets der Mithilfe aller gutwilligen Staatsbürger. Der Beitrag Dr. Lehrs im DGB-Informationsdienst geht auf einen Briefwechsel zwischen ihm und dem DGB zurück, in dem der DGB bezweifelt hatte, ob die Bundesregierung beim Bekämpfen staatsfeindlicher rechtsradikaler Gruppen die nötige Entschlossenheit aufbringe. Hierzu schreibt Dr. Lehr, daß es keinen Unterschied geben darf, und daß eine verschiedenartige Beurteilung nicht in Frage komme, gleichgültig, ob die Angriffe auf die staatliche Ordnung aus rechts- oder linksradikalen Kreisen herrühren. Eine praktische Auswirkung dieser Gedankengänge sei darin zu sehen, daß die Anträge gegen SRP und KPD ^gleichzeitig beim Bundesverfassungsgericht eingereicht wurden. Auch wenn die staatsfeindlichen Bestrebungen von rechts ganz anders geartet seien als die von links, so hindere diese Feststellung in keinem Augenblick die Erkenntnis,. daß unter Berücksichtigung der Lehren aus der, Vergangenheit mit aller Härte und Schärfe auch gegen die rechtsradikalen Bestrebungen vorgegängen werden muß. In zweiter und dritter Lesung billigte der Bundestag den Entwurf des sogen. Zerlegungsgesetzes, das 'die Steueransprüche verschiedener Länder in Sonderfällen regelt. Es gilt für die sogen. Pendler, die in einem benachbarten Lande arbeiten und steuerpflichtig sind, ferner Niederlassungen von Firmen in verschiedenen Ländern und den Wohnsitzwechsel von Steuerpflichtigen. Das Gesetz soll die Vorstufe zum horizontalen Finanzausgleich bilden, Ebenfalls in zweiter und dritter Lesung wurde gegen die Stimmen von SPD Und KPD ein Gesetz über die Niederlassung von Kreditinstituten angenommen, das die Bundesrepublik in drei Bezirke einteilt und ermöglichen soll, funktionsfähige Kreditinstitute zu schaffen. Bisher konnten nach den alliierten Gesetzen die Banken nur auf Länderbasis arbeiten. Ein Regierungsentwurf zur Ergänzung der Vorschriften über die Aufhebung des Mieterschutzes bei- Geschäftsräumen und gewerblich genutzten unbebauten Grundstücken, den Bundesjustizminister Dr. Dehler begründete, rief eine errjpute Debatte über die kleine Mietreform hervor. Dr. Dehler erklärte, daß: das neue Gesetz die im vergangenen Herbst erlassenen Verordnungen untermauern soll. Es solle zugleich, den Mietern von Geschäftsräumen einen Rechtsschutz sichern, bis sich eine Marktmiete gebildet habe. Für die SPD forderte Dr. Jacobi einen Umbau des Gesetzentwurfs, der auf umstrittenen Verordnungen beruhe. Nach dem Erlaß der Mietverordnungen der Bundesregierung habe sich ein Freibeutertum auf dem Wohnungsmarkt gebildet. Dies wurde von den Sprechern der Regierungsparteien bestritten. In zweiter und dritter Lesung nahm der Bundestag das Kriegsgräbergesetz an, das als reines Organisationsgesetz die Sorge für die Kriegsgräber den Ländern und Gemeinden auferlegt. Der Berichterstatter, Abg. Massoth (SPD) dankte bei. dieser Gelegenheit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für' seine bisherige Arbeit. Der Bundestag lehnte in zweiter Lesung zwei Gesetzentwürfe der SPD endgültig ab, die eine unbeschränkte Versicherungspflicht in der Angestellten- und Knappschaftsversicherung forderten. Auch zwei Abänderungsanträge, die die Versicherungspflichtgrenze in der Angestelltenversicherung von 7200 Mark auf 12 000 Mark, und in der Knappschaftsver- sicherung von 8400 Mark auf 14 400 Mark heraufset- zen wollten, wurden gegen die Stimmen der SPD und KPD abgelehnt. Das Wirtschaftsstrafgesetz, das mit dem Monat März ablaufen soll, wurde um ein Jahr verlängert, und das Gesetz über richterliche Vertragshilfe verabschiedet. McCloy zu Kemritz-Diskussion Der amerikanische Hohe Kommissar John McCloy sagte am Donnerstag zur Bundestagsdebatte über den Fall Kemritz, daß die Amerikaner eine Diskussion hierüber nicht verhindert hätten. Jede andere Behauptung sei falsch. Die Mitglieder des Bundestages könnten über das Problem jede Ansicht äußern, die sie für richtig hielten. Er glaube aber, daß er im deutschen und amerikanischen Interesse öffentlich nicht mehr sagen könne, als er schon gesagt habe. McCloy schloß mit der Feststellung: „Wir versuchen nöch immer, eine Lösung für dieses tragische Erbe der Vergangenheit zu finden.“ USA wird Luftstreitkräfte in Europa verstärken WASHINGTON. Der amerikanische Verteidigungsminister Lovett, der an der Atlantikratstagung in Lissabon teilgenommen hat, erklärte am Mittwoch, die USA würden im Laufe dieses Jahres ihre Luftstreitkräfte in Europa wesentlich verstärken. Die USA hätten aber in Lissabon keine Verpflichtung übernommen, mehr Landtruppen nach Europa zu entsenden. Die Verstärkung der Luftstreitkräfte werde allerdings davon abhängen, in welchem Maße die Flugplätze in Europa aüsgebaut werden. Einheitlicher Signalcode bei Mittelmeermanöver LONDON. Bei den Flottenmanövern im Mittelmeer, zu denen britische, amerikanische, französische und italienische Seestreitkrfte zusammengezogen sind, wird zum erstenmal ein einheitlicher Signalcode angewandt. In dem Bericht der englischen Flotteh- korrespondenten von Bord des amerikanischen Admiralschiffes wird hervorgehoben, daß die Uefoungen eine erhebliche Verbesserung der U-Boot-Abwehr ergeben hätten. Die Feststellung von Unterseeböoten sej jetzt bereits auf große Entfernungen hin und weit außerhalb des Schußkreises von Geleitzügen möglich. Parlamentsdebatte über Spionageskandale STOCKHOLM. Die außenpolitische Debatte des schwedischen'Reichstages wurdd am Mittwoch von den schwedischen Spionägeskandalen beherrscht. Außenminister Unden gab bekannt, daß die Negierung gegenwärtig geeignete Maßnahmen zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit der in Stockholm akkreditierten Diplomaten erwägt. Die Liberale Volkspartei forderte die Regierung auf, die Sowjetregierung von der Empörung in Kenntnis zü setzen, die in Schweden auf Grund, der Spionagefälle Andersson und Enborn entstanden sei. Im Falle einer Fortsetzung der sowjetischen Spionage müsse eine militärpolitische Neuorientierung erwogen werden. Die im Kabinett Erlander mitvertretene Bauernpartei erklärte sich bereit, geeignete Maßnahmen, zur •Stärkung der inneren Front zu unterstützen. . Die kommunistischen Redner suchten sich von den Agenten zu distanzieren und wandten ein, daß die Partei für einzelne kriminelle Elemente nicht zur Verantwortung gezogen werden könne. Die Konservative Partei forderte unbeschadet der Zugehörigkeit Norwegens und Dänemarks zum Atlantikpakt gemeinsame technische Verteidigungsmaßnahmen des Nordens, darunter einen Ausbau der Verteidigungswege und eine Vereinbarung mit Dänemark über die Verteidigung von Bornholm. Ministerpräsident Erlander wies diese Vorschläge scharf zurück, da sie zu Mißverständnissen über ' die schwedische Neutralitätspolitik führen könnten. Tanker in der La Plata-Mfindung explodiert BUENOS AIRES. In der La Plata-Mündung, wenige Kilometer vom Hafen vonitBuenos Aires entfernt, ist ein 4550 Tonnen großer argentinischer Tanker explodiert und gesunken. Ermittlungen über die Gründe der. Explosioh haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. 27 von den 28 Besatzungsmitgliedem des Schiffes,, das viertausend Tonnen Rohöl an Bord .hatte, sind gerettet worden. BONtL. Per UNO-ElüchtUngskommissar Dr, G. J. van Heuven Goedhärt hatte.am- Donnerstag -in Bonn-'ein« längere Aussprache mit Bundesyertriebenenministpr de. Lui- kaschelt. ‘ Erst Prüfung der Einnahmen und Ausgaben Aussprache Adenauers mit den Länderchefs und Finanzministern über Bundeslorderungen BONN. Bund und Länder sind am Donnerstag nach mehrstündiger Aussprache übereingekommen, daß die Frage der Beteiligung des Bundes an der Einkommen- und Körperschaftssteuer erst entschieden werden kann, wenn die Einnahmen und die Ausgaben beim Bund und bei den Ländern genau geprüft sind. Bundesfinänzminister Schaffer erklärte sich damit einverstanden, daß der Bundesrat heute keine Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf abgibt, der eine 40-prozentige Bundesbeteiligung an den beiden Steuern vorsieht. Der Bundesrat soll lediglich erklären, es sei für die Länder zu früh, hierzu Stellung zu nehmen. Anschließend sollen den Ländern umfassende Unterlagen über die voraussichtlichen Ausgaben und Einnahmen des Bundes zugeleitet werden, so daß sie sich über das voraussichtliche Bundesdefizit unterrichten können. Von der ursprünglichen Forderung, daß diese Frage erst nach Vorlage des Bundeshaushaltsplanes entschieden werden könne, haben die Länder abgesehen. Bundeskanzler Dr. Adenauer hatte am Donnerstag in Bonn eine Aussprache mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer, die den Parteien der Bonner Regierungskoalition angehören. Hauptthema war der deutsche Wehrbeitrag — insbesondere die finanziellen Verteidigungskosten. An den Verhandlungen . nahm auch Bundesfinänzminister Schäffer teil. Am Nachmittag kam der Bundeskanzler mit allen Länderchefs und Finanzministern zusammen. ij&ßtwt RuMstUau. am Donnerstag ,unt«f Sem Vorsitz wmr VßHS)«1*F B)ücher die erste Durchfuhr otmssvei-orcln:#^ Ztor'triyeettfFonshilfetfesetz verabschiedet! LONDON. London war am Donnerstagmorgen ganz von einer Nebelglocke eingeschlossen. Am Stadtrand war der Nebel am dichtesten. Die .Sichtweite betrug nur 20 Meter. PARIS. Der amerikanische Admiral Mc Cörmick will am 10. April den ihm vcn der NATO übertragenen Oberbefehl über die Seestreitkräfte von 10 Nationen im Atlantik übernehmen. STOCKHOLM. Der schwedische Außenminister Unden betonte am Mittwoch das schwedische Interesse an der Wiedervereinigung Deutschlands. WIEN. Aus verschiedenen 'Anzeichen schließen tschechoslowakische Flüchtlinge, daß eine Reihe höherer Offiziere in der Tschechoslowakei in letzte.- Zeit einer neuen Säuberungsaktion zum Opfer fielen. TEL AVIV. Ministerpräsident Ben Gurion wies am Mittwoch im israelitischen Parlament sowjetische Vorwürfe zurück, daß Israel den Westmächten Stützpunkte überlassen wolle. KOPENHAGEN In Kopenhagen wird davon gesprochen, daß die Außenminister der drei skandinavischen Länder im kommenden Monat eine Beschränkung der Bewegungsfreiheit der sowjetrussischen Diplomaten in ihren Ländern in Erwägung ziehen werden. BRUSSEL. Ein Sonderausschuß der belgischen Abgeordnetenkammer begann am Mittwoch mit der Beratung des bereits vom belgischen Senat verabschiedeten Schuman- plans, der im März der, Kammer vorgelegt werden soll. Wer ist 7 unC h eigih • M Roman von Doris Ficke (Copyright by Verlagshaus Reutlingen. Oertel & Sparer) 48 (Nachdruck verboten) Eine Weile blieb es still, dann löste sich Tina aus der Umklammerung. „Du mußt gleich zur Polizei gehen und seine Adresse ausfindig machen, wenn wir in Zürich sind.“ „Aber warum denn?“ „Ich möchte ihm ein Freßpaket schicken.“ „Aber Tina!“ „Nun ja“, sagte sie ein wenig schuldbewußt, „etwas muß ich doch für ihn tun. und wenn es nur von ferne ist. Wie kann ich mich de»n von heut auf morgen damit abfinden, daß ich nun plötzlich eine Mutter außer Dienst sein soll?“ * Mit dem Vergessen ist es eine eigene Sache: Will man es nicht, geschieht es nur ajlzu leicht, wendet man aber seinen guten Willen daran, stellt diese Anstrengung allein schon den Erfolg in Frage. Am schlimmsten ist es, wenn man nicht genau weiß, ob man eigentlich vergessen will oder nicht, und in dieser wenig beneidenswerten Lage befand sich Peter. Er war. wütend über seine eigene Schwäche, noch zweimal in jenes fragwürdige Vorstadtkino zurückgekehrt, und jedesmal hatte es ihn förmlich gekränkt, daß Sybill ihre subtile Kunst einem so wenig erlesenen Publikum darbieten mußte. Zu seinen bisherigen Gefühlen für sie gesellte sich ein neues: der tiefe bewundernde Respekt vor ihrem Können. Mochte es auch die menschliche Kluft zwischen ihnen noch weiten, so wurde Sibyll doch dadurch in gewisser Weise unverlierbar für ihn. Jede andere Frau, die sich von ihm gelöst, wäre in der Menge spurlos verschwunden, mit einer Schauspielerin von ihrem Format aber konnte das nicht geschehen. Wenn er dies wünschte, würde es immer Mittel und Wege geben, sie, verborgen in einer anonymen Zuhörerschar wiederzusehen. Dieses Wissen enthielt zugleich Tröstung und eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Als Peter den Film mit Eigin Munch das dritte Mal gesehen, hatte seine Niedergeschlagenheit einen zuvor nicht für möglich gehaltenen Tiefpunkt erreicht. Wie oft hatte er achselzuckend und mit verächtlichen Worten einen Mann abgetan, dem die Liebe zu einer Frau zum Schicksal geworden, es war ihm einfach unmöglich gewesen, sich eine derartige Verstrickung auch nur vorzustellen. Heute mußte er sich eingestehen, daß er sich selbst haarscharf an jener Grenze befand. Er war Sibyll. als ihm ihre lebendige Gegenwart noch täglich erreichbar gewesen, vieles schuldig geblieben, der verschwundenen Sibyll aber zahlte er, wenn auch wider Willen, seine moralischen Schulden reichlich nach. Schon hatte sie es vermocht, seinen ganzen Alltag zu ändern, und wenn er auch krampfhaft vor sich die Fiktion aufrecht erhielt als sei dies aus eigenem freien' Willen und unabhängig von ihr geschehen, so gab es doch tief und schamhaft in ihm verborgen ein besseres Wissen. Peter hatte am 1. September seine Stellung bei Bobby angetreten, und es gehörte durchaus zu seinem neuen Ich, daß er, der sich bisher mit Arbeit nicht gerade umgebracht hatte, mit wütendem Eifer auf die neue Materie stürzte. Jeden Abend schleppte er einen Packen Akten mit nach Hause, und noch während er sein aus belegten Brötchen und Tee bestehendes Abendbrot verzehrte, nahm er sich bereits den ersten Fall vor und vertiefte sich gründlich in ihn. Bobby, der es wie kaum einer verstand, die Fähigkeiten seiner Angestellten auszuwerten, hatte sehr bald heraus, worin Peters besonderer Vorzug bestand: er besaß in hohem Maße die so nützliche und seinem Vorgänger nicht eigen gewesene Gabe der Vereinfachung. Aus einem kaum übersehbaren Wust von Material konnte er mit verblüffender Sicherheit das Wesentliche herausziehen und es mit wenigen treffenden Sätzen formulieren. Die Dossiers, die er anlegte, hatten wenig Aussicht, unförmig anzuschwellen, alles Unnötige unterblieb und der zeitfressende bürokratische Leerlauf wurde vermieden. Peter selbst wurde sich dieser Gabe, die ihm gleichsam angeboren war, nur teilweise bewußt. Eingedenk des alten Sprichwortes vom neuen Besen, sagte Bobby zunächst nichts dazu, umso mehr, als es dazwischen, wenn auch selten. Stunden und sogar Tage gab, in denen Peters Leistung abfiel, und er sich selbst leer und allem nützlichen Tun gegenüber widerspenstig fand. Solch negative Stimmungen endeten fast immer mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Rausch und am anderen Morgen mit dem dazu gehörigen moralischen wie physischen Katzenjammer. Nach einiger Zeit gab er diese primitiven Betäubungsversuche als unzulänglich und zwecklos auf. Es war und blieb ein Unterschied, ob ein Mensch aus angeborener Heiterkeit und Lebensfreude lachte, oder sich vermittels Alkohol eine lärmende Ausgelassenheit ausborgte, die er wie ein schlecht geschneidertes Gewand über seine innere Zerrissenheit zog. Die Wandlung, die Peter durchmachte, griff langsam auf alle Lebensbezirke über. Sie war so tiefgreifend, daß er selbst eine gewisse Zeit brauchte, um das Mißtrauen seinem neuen und so fremden Ich gegenüber so weit zu überwinden, daß er mit ihm ohne Hilfe äußerer Exzesse in ein gewisses Gleichgewicht kam. Die Arbeit, vermehrt durch das wieder aufgenommene Studium, half ihm wesentlich dabei, ja sie wäre ohne Mobilisierung aller vorhandenen Kräfte überhaupt nicht zu bewältigen gewesen. Neben dieser Anstrengung war alles, was er bisher getrieben, nur Spiel gewesen. Zuerst wollte sich seine -an ein Uebermaß persönlicher Freiheit gewöhnte Natur gegen eine so absolute Vergewaltigung wehren, dann aber saß ihm, ehe er sich's versah, der Ehrgeiz im Nacken, und es wurde zu einem gewissen Sport, die Voraussetzungen zu schaffen um ehrenvoll durchs Ziel zu gehen. Spät in der Nacht sank er totmüde auf sein eisernes Bett, und Sibylls Bild hatte nur ein par Minuten Zeit, zwischen Wachsein und Traum aufzutauchen, und ihm mit jener stillen Resignation änzulächeln, die er erst zu spät begreifen gelernt. Manchmal, wenn ihn aus Uebermüdung die Nerven im Stich ließen, wallte ein plötzlicher Zorn gegen sie auf, ähnlich dem, den er bei Entdeckung ihrer Identität mit Elgin Munch empfunden hatte. In solchen Augenblicken warf er auch vor sich selbst die Maske ab und beschuldigte sie mit harten Worten, daß sie ihm sein schönes, heiteres Leben verbittert und- ihn in ein ihm im Grunde wesensfremdes übersteigertes Pflichtbewußtsein hineingetrieben habe. Hatte er sich solcher Art Erleichterung verschafft, konnte er plötzlich einhalten und grüblerisch in seine eigenen Tiefen hineinleuchten. Wenn es wahr war daß ihn etwas, was eng mit Sibyll zusammenhing,' antrieb, so mußte es wohl auch für sie sein, daß er plötzlich unbedingt jemand werden wollte.. Mochte ein solcher Gedankengang auch an sich kindisch sein, so wollte er ihr doch zeigen, daß er etwas mehr als ein dummer Junge war, den man wegen Ungenügens einfach in seiner Ecke stehen gelassen hatte. Eines Morgens brachte Bobby seinem Vetter, der keine Zeit zu unnützer Lektüre hatte, eine illustrierte Zeitung ins Büro und schob sie aufgeschlagen vor ihn hin. „Hast du schon einmal so etwas in Aehnlichkeit erlebt? Ich hätte jeden Eid geschworen, daß dies jene Frau Sversson sei, die ich einmal bei euch in Lugano kennenlernte; dabei ist es die Munch, die hier in Zürich ein paar Wochen gastiert hat. Anita hat sie mehrmals gesehen, ich selbst habe mir keine Zeit dafür genommen; wenn schon Theater, gehe ich lieber in eine Operette, Trauerspiele habe ich zu Hause selber genug.“ Peter nahm die Zeitschrift mit ausdruckslosem Gesicht- entgegen. „Tatsächlich“, murmelte er, und es war unklar, ob diese Bestätigung der erwähnten Aehnlichkeit oder der Anspielung auf Anita galt. „Uebrigens wollte diese Sversson mich doch konsultieren. Hat sie nichts mehr davon gesagt?“ „Ich erinnere mich nicht.“ „Stehst du in Briefwechsel mit ihr?“ „Nein.“ , „Schade, sonst hättest du einmal eine Andeutung machen können. Neben so viel unangenehme^ Klienten wäre sie einmal eine erfreuliche Abwechslung gewesen.“ „Zweifellos“, sagte Peter einsilbig. „Ist sie eigentlich Witwe?“ „Nein.“ „Geschieden?“ „Nein.“ „Schade.“ „Was .heißt in diesem Falle schade?“ „Ach“, sagte Bobby und lächelte zynisch, „sie würde mir gefallen, eine sehr anziehende Frau.“ Peter widersprach nicht, aber der Blick den er Bobby zuwarf, war so bitterböse, daß dieser erstaunt seine Morgenzigarre aus dem Mund nahm. „Nanu,- was schaust du mich so an, als ob du mich fressen wolltest? Ich komme dir doch nicht etwa ins Gehege?“ „Kaum.“ „Damals in Lugano warst du ja ganz schön eifersüchtig. aber diese Frau ist doch nichts für dich, die stellt andere Ansprüche, ohne dir damit zu nahe treten zu wollen.“ Peter mußte plötzlich lachen, er wußte selbst nicht warum; es brach einfach aus ihm heraus und hatte einen gallenbitteren Unterton. „Versuche nur dein Heil, wenn du dich für den Geeigneteren hältst“, sagte er mit einer Ironie, die ihn selber schmerzte. „Und jetzt laß mich in Dreiteufelsnamen zufrieden, ich habe zu tun!“ Als Bobby endlich gegangen war, beugte sich Peter gierig über das Heft. .Unter einer jener konventionellen Photographien, wie sie von Persönlichkeiten, die im öffentlichen Leben stehen, gemacht zu werden pflegen, laß er folgenden Text: (Fortsetzung folgt.) ! } S®®§ft x 3 ^ : 55®^v $&!& '*'■• Ti :!§&&$■ \%f-8h. Die meist geschwungene Haube des Kirchturms ist das Wahrzeichen des bayerischen j Dorfes. Eine Aufnahme aus Rottenbuch a. d. Ammer, entnommen dem Bildband „Bayern“ (Bd. II der Umschau-Bücher „Die deutschen Lande“, Umschau-Verlag, Frankfurt/Main). Eingeleitet von Georg Britting, zeigen 64 Bildseiten eine bezaubernde Auswahl aus den Schönheiten des deutschen Südens. 9Konb 3 h>tf<$en (Erbe «nb 6onne Sensation am 25. Februar / Umwälzende Erkenntnisse erwartet 1 In diesen Tagen rüsten die bekanntesten Astronomen und Physiker der Welt zu einer „Wallfahrt“ der Wissenschaft nach der sudanesischen Hauptstadt Khartum. Am 25. Februar erlebt die Erde eine Sonnenfinsternis. Das war schon immer eine Sensation für die Astronomie. Es tritt nämlich der Fall ein, daß der Schatten des zwischen Erde und Sonne vorbeiläufen- den Neumondes auf die Erdkugel fällt. Für den Beobachter auf der Erde tritt also die Mondscheibe bei Tageslicht vor die Sonne und verdeckt, „verfinstert“ sie. ' Der Kegel des Kemschattens des relativ kleinen Mondes erreicht mit seiner Spitze soeben noch die Erde und wandert als höchstens 200 Kilometer großer Schattenfleck am 25. Februar über unseren Wohn- planeten. Khartum wird in diesem Kern- schattenfleck des Mondes liegen und sich als bester Bebbachtungspunkt eignen. Europa wird allerdings nur vom Halbschatten des Mondes bedeckt; für uns bedeutet das: Wir werden die Sonne nicht ganz hinter dem Mond verschwinden sehen, sondern eine Sonnensichel bleibt frei. Die Sonnenfinsternis dauert nicht einmal ganze drei Minuten. An den Vorbereitungen für ihre Beobachtung arbeiten die Wissenschaftler seit über 3 Jahren. Es werden dieses Mal umwälzende Erkenntnisse erwartet. Die Amerikaner haben zwei Expeditionen ausgerüstet, von denen jede für sich arbeitet. Dr. van Biesbroeck, Astronom und Physiker am Observatorium der Universität Chikago, will in Khartum das Stemenfeld rings um die Sonne photographieren. Das ist nur möglich, wenn das Sonnenlicht durch den Mond verdeckt ist Die andere Forschungsgruppe wird die moderne Lichttheorie und Einsteins Relativitätstheorie experimentell nachprüfen. Es soll gemessen werden, wie weit die Sonne durch ihre Schwerkraft die an ihr vorbeigleitenden Lichtstrahlen von Fixsternen, die hinter der Sonne, draußen im Weltraum stehen, zu „krümmen“ vermag. Diese Krümmung ergibt dann den Beweis, daß auch das Licht „Masse“ ist. Das ganze Lebenswerk Einsteins hängt also an den drei spannenden Minuten der Sonnenfinsternis. Die Franzosen spüren dem Phänomen der „Funkzeichen“ aus dem All nach. Beim Absuchen des Himmels nach Flugzeugen mit Radargeräten stieß man im Kriege auf rätselhafte, zischende Sendegeräusche, die aus dem Weltraum und von der Sonne zu uns gelangen. Man nimmt an, daß die Sonnenflecken elektrische Ultrakurzwellen aussenden, und zwar mit Sendeleistungen von mehreren Millionen Kilowatt. Dahinter verblassen unsere irdischen Rundfunksender. Wie diese „Radio-Sendungen“ Zustandekommen ist im einzelnen noch nicht geklärt. Die französischen Forscher wollen diesen Zusammenhängen u. a. mit einem sogenannten „Radio-Teleskop“ nachspüren, das mit einem Spiegel von 6 Meter Durchmesser alle „Sonnensendungen“ bei der Finsternis registrieren soll. Breiten Raum im Beobachtungsprogramm der etwa 300 erwarteten Wissenschaftler wird auch die Beobachtung des Lichthofes einnel|men, der trotz der Sonnenfinsternis rings um die schwarze Mondscheibe sichtbar wird (siehe unser Bild). Gleichzeitig soll die Position des Mondes erstmals auf wenige hundert Meter genau bestimmt werden. Bekanntlich bewegt sich der Mond ja nicht im Kreis, sondern in einer Ellipsenbahn um sein Muttergestirn Erde. Heute weiß man, daß die Strahlungsenergie der Sonne nicht einem einfachen Verbrennungsprozeß entspringen kann. Die Wissenschaft stellte eine Hypothese über die Atomumwandlungen im Sonnen-Innern auf. Danach verwandelt sich der im Sonnenleib vorhandene Wasserstoff, das leichteste aller Elemente, unter Mitwirkung von Kohlenstoff allmählich in Helium. Auch diese Theorie wird mit den modernsten Mitteln der Wissenschaft in Khartum untersucht. Das größte Ereignis der Astronomie wird von über 100 Spezialkameras und -film- geräten festgehalten. Alles ist bis ins kleinste vorbereitet. Man schätzt die Expeditionskosten auf 8 Millionen Dollar. Wenn aber in den entscheidenden 3 Minuten Wolken am Himmel aufziehen, war das alles umsonst. ' Ing. K. H. Foncfc ANEKDOTEN Das wirksame Heilmittel Der Bauer Hinterhuber traf seinen Nachbarn Obermoser. „Obermoser“, sagte Hinterhuber, „meine Kuh ist krank. Anscheinend hat 6ie dieselbe Krankheit wie damals deine vor vier Wochen. Was hast du deiner damals gegeben?“ „Nomosan!“ entgegnete Obermoser. „Gut“, brummte Hinterhuber. „Dann will ich es damit auch mal versuchen!“ Nach vier Wochen trafen sich die beiden wieder. „Obermoser“, sagte Hinterhuber und blickte seinen Nachbarn ärgerlich an. „Ich habe meiner Kuh das Nomosan gegeben, und sie ist dran krepiert!“ „So?“ meinte Obermoser, „das ist doch eigenartig, meine nämlich auch!“ Neuestes Modell Im Theater ist Hauptprobe zu einem Drama. Der Regisseur meint unzufrieden zur Hauptdarstellerin: „Dieses Kleid können Sie unmöglich anziehen.“ „Wieso denn? Es ist das neueste Pariser Modell!“ „Glaub’ ich Ihnen gern; aber wenn Ihr Partner im zweiten Akt zu Ihnen sagt: „Marianne, du verbirgst mir etwas!“ — dann schreit das Publikum vor Lachen!“ Neckerei „Ich hatte heute nacht einen seltsamen Traum“,' erzählte Paul Henckels seinem Fachkollegen Harald Paulsen. „Hör mal zu: ich stand vor der Himmelspforte und wollte hinein. Petrus sah mich lange an und 6agte schließlich: ,Sieh da, der Paul Henckels! Nee, Männeken, hier kommen Se mir nich rin. Schauspieler kommen grundsätzlich nich in den Himmel!“ Im gleichen Augenblick sehe ich durch den Türspalt, und was meinst du, wen ich da erblicke?“ „Na, und ?“ „Da sitzt doch meia Kollege Harald Pauls«! mittenmang den Engeln!“ „Na, siehste, frohlockte Paulsen. „Ja, aber warte, es geht weiter. Ich sag’ also zu Petrus: ,Sie sind gut. Da sitzt doch der Harald Paulsen schon drin!“ „Ja“, sagt Petrus, „aber der is ja ooch keen Schauspieler! Der war nie eener und wird ooch keener!“ J)ie WaMenmorderin von Poitiers Der größte Giftmordprozeß des Jahrhunderts — Marie Besnard vor ihren Richtern Durch die Gänge des Gefängnisses von Poitiers hallt das gellende Schreien einer vor Zorn wahnsinnigen Frau und läßt die Mitinsassinnen der Strafanstalt erschauern. Die Gefangene wälzt sich auf dem Boden ihrer Zelle und schlägt wild um sich. Die Kleider hängen ihr in Fetzen vom Leibe. Uber Gesicht und Schultern, die über und über zerkratzt sind, rinnt das Blut. Es ist MarieBesnard, eine wegen Giftmordes in 11 Fällen angeklagte 54jährige intelligente, eigensinnige, kleinbürgerliche Frau, mit einem groben Gesicht und dunkler Hornbrille, gegen die morgen in der Stadt Poitiers die Verhandlung eröffnet wird Die Briefe verrieten genug Hartnäckig hat sie in ihrer zweijährigen Haftzeit alles abgeleugnet, was man ihr zur Last legte, aber jetzt merkt sie, daß sie sich selbst verraten hat, daß sie in eine Falle geraten ist: die zwei Mitgefangenen, die man mit in ihre Zelle gesteckt hatte, „damit Marie Besnard keinen Selbstmord begeht“, haben sie abmachungsgemäß ausgehorcht und das, was sie erfuhren, an die Gefängnisleitung weitergegeben, um sich selbst damit eine vorzeitige Entlassung aus der Haft zu erkaufen. Briefe, die sie geschrieben und den beiden zur heimlichen Weiterbeförderung zugesteckt hatte, gelangten in die Hände der Richter. „... ich bin schuldig“, steht darin, „. . . ich bin verloren.“ An eine ehemalige Mitgefangene, die ihr ganzes Vertrauen besaß, richtet sie in einem anderen Brief die inständige Bitte, mit Hilfe ihrer tatkräftigen Freunde die Hauptbelastungszeugen aus dem Wege zu räumen. „. . .es muß aussehen wie ein Unfall. Der Wald und das Wasser könnten euch dabei nützlich sein.“ Der Rest des Briefes enthält Zahlen, die den Lohn für diesen „Freundschaftsakt“ bestimmen. 20 Millionen Francs Diese Briefe sind es, die sie in den Verhandlungen stärker belasten werden als die Gutachten Professor Berauds, eines bekannten Marseiller Mediziners, der die Untersuchung der 11 exhumierten Opfer vorgenommen und in den Eingeweiden Arsenik in Dosen von 24 bis 60 mg gefunden hatte. Die Opfer? Es sind die beiden Ehegatten der Angeklagten, die Eltern, Schwiegereltern, Schwägerin, ein befreundetes Ehepaar ihres zweiten Mannes und ein Schwesternpaar von über 80 Jahren: 11 Tote in 10 Jahren. Es sind — wie die Anklage feststellt — alles Angehörige, deren Erbin sie war. So wuchs ihr Vermögen im Laufe der Zeit auf mehs all 20 Millionen Francs an. Hausbesitz; Bauernhöfe und Weinberge nannte sie ihr eigen. Arsen ist auch im Boden Die Verteidiger — Marie Besnard wird von drei Rechtsanwälten aus Paris und Poitiers verteidigt — bezweifeln, daß man bei Toten, die z. T. schon 10 bis 15 Jahre unter der Erde schlummern, heute noch so genau den Arsenikgehalt in den Eingeweiden bestimmen kann. Warum nimmt man nicht ähnliche Untersuchungen vor bei Toten, die auf denselben Friedhof bestättet sind wie die Angehörigen der Angeklagten, die mit ihr selbst aber nichts zu tun haben? Arsen ist im Boden enthalten, besonders im Boden von Friedhöfen. Arsen kann sich auch in den auf dem Lande gebräuchlichen Heilmitteln befinden, mit denen die Verstorbenen behandelt wurden. Marie Besnard hat in ihrer Zelle ihre von orthographischen Fehlern strotzenden Memoiren geschrieben, in denen sie die Verstorbenen mit den zärtlichsten Namen bedenkt, in denen sie immer wieder beteuert, selbst das Opfer einer gemeinen Intrigue ihrer Feinde zu sein. Gerade ihren zweiten Maria Riva — noch sagt dieser Name dem Europäer wenig; Millionen amerikanischer Fernsehteilnehmer aber verbinden damit eine ganz bestimmte Vorstellung. Maria. Riva, das ist jene junge Künstlerin, die Marlene Dietrich immer ähnlicher wird, wobei man hinzufügen muß: kein Wunder — denn sie ist ja schließlich die einzigd Tochter Marlene Dietrichs. Damit ist freilich kein sensationelles Geheimnis gelüftet, denn die in Berlin geborene Maria war eigentlich stets bei ihrer Mutter, auch damals, als Marlene noch ein unbekannter Star war. Selbst die erste Hollywoodreise machte sie als Fünfjährige mit. Marlene Dietrichs Mann und Marias Vater ist Rudolf Sieber, ein bekannter deutscher Filmproduzent der zwanziger und dreißiger Jahre. Man hat Maria Riva stets bedauert, weil sie im Schatten ihrer berühmten Mutter aufwachsen mußte. Immer war sie die Tochter der Dietrich. Sie war ein von früher Jugend an sorgsam behütetes Kind, das auch keine öffentliche Schule besuchte, sondern von einem deutschen und einem amerikanischen Lehrer unterrichtet wurde. Wohl standen ihr viele Bediente zur Verfügung, aber im allgemeinen war sie stets Mann, Leon Besnard, mit dem sie 18 Jahre verheiratet war, habe sie über alles geliebt. In allen Einzelheiten beschreibt sie seine letzten Stunden.der Kummer brach mir das Herz“, heißt es zum Schluß. Deutscher Kriegsgefangener Ady Diese große Liebe aber schien Marie B. nicht daran zu hindern, ihr Herz an den deutschen Kriegsgefangenen Albert Dietz, der auf ihrem Hof arbeitete, zu verschenken. Albert Dietz — sie nannte ihn Ady — war mit knapp 25 Jahren noch nicht halb so alt wie sie, ihm aber galt ihr ganzes Denken und Handeln (wie sie später selbst zugab), seinetwegen nahm sie nach Ansicht der Anklage auch die beiden letzten Mordtaten auf sich: ihr Mann starb 1947 und ihre alte Mutter, die bei ihr wohnte, und durch deren Anwesenheit sie sich in ihrer Freiheit beschränkt fühlte, starb 1949. Dann war sie frei — ihrem Glück mit Ady stand nichts mehr im Wege. Doch bald darauf schlossen sich die Gefängnistore hinter ihr. Und nun wird sie Gegenstand des größten französischen Giftmordprozesses dieses Jahrhunderts sein. einsam. Junge Männer, die sie später kennenlernte, baten sie, sie doch ihrer Mutter vorzustellen; Filmproduzenten interessierten sich meist nur für ihre Beine, von denen sie eine Neuauflage der berühmten Dietrichbeine erwarteten. Aber Maria hat sich doch durchgesetzt und ist heute auf dem besten Wege, ein berühmter Fernsehstar zu werden, im Augenblick mit einem ersten Vertrag auf sieben Jahre in der Tasche. Sie ist mit William Riva, Professor für Bühnenbildkunst und Innenarchitektur an der Fordham- Universität, verheiratet und hat zwei Kinder, den dreijährigen Michael und den kleinen, erst im vergangenen Jahr geborenen Peter. Diese beiden Kinder sind es, die Marlene zur „bezauberndsten Großmutter der Welt“ gemacht haben, und sie ist, wie „Ladies’ Home Journal“ jüngst erneut festgestellt hat, eine geradezu ideale Großmutter. Maria Riva war als Kind alles andere als hübsch, und nie wollte es ihr gelingen, die schlanke Taille ihrer Mutter zu erreichen. Erst in den letzten Jahren ist sie ihr Zuviel losgeworden und wiegt heute — wie sie stolz sagt — ebensoviel wie ihre Mutter: angeblich 59 Kilo. JUarlenes 'Dankten Kennen Sie Maria Riva? Sie ist nicht nur ein Fernsehstar, sondern auch. Bcieftasdw und Bindfaden ERZÄHLUNG VON GUY DE MAUPASSÄNT Herr Hauchecorne aus Breautd war in Goderville angekommen und ging auf den Marktplatz zu, als er auf der Erde ein kleines Stückchen Bindfaden fand. Als echter Normanne von Natur sparsam, dachte er, daß man alles aufheben müsse, was noch zu irgend etwas zu verwenden sei, und mühsam bückte er sich, denn er litt an rheumatischen Beschwerden. So nahm er denn das kleine Endchen von der Erde auf und schickte sich an, es sorgfältig aufzuwickeln, als er auf der Schwelle seiner Tür Herrn Malandain, den Sattler, bemerkte, der ihm zusah. Sie hatten sich einstmals wegen eines Halfters gestritten, waren seitdem verfeindet und trugen beide nach. Herr Hauchecorne schämte sich, daß er von seinem Nachbarn gesehen wurde, wie er im Schmutz ein Stück Bindfaden suchte. Rasch verbarg er seinen Fund unter seinem Rock, um ihn dann in die Hosentasche gleiten zu lassen; dann tat er so, als suche er auf der Erde noch etwas, was er aber nicht fand, und ging auf den Markt zu, ganz krumm »wegen seiner Schmerzen. Bald tauchte er in der schreienden Menge unter, die durch das ständige Feilschen stark erregt war. Hier betasteten die Bauern die Kühe, gingen weg und kamen wieder, immer in der Furcht, betrogen zu werden; niemals aber wagten sie, sich zu entscheiden, beobachteten vielmehr die Verschlagenheit der Menschen und die Fehler der Tiere zu entdecken. Dann wurde allmählich der Platz leer, und als es 12 Uhr schlug, kehrte, wer zu weit weg wohnte, in den Gasthöfen ein. Bei Jourdain war der große Saal voll von Essern. Die ganze Aristokratie des Pfluges saß bei Herrn Jourdain, dem Inhaber des Gasthofes und Pferdehändler, einem verschlagenen Burschen, der Geld hatte. Plötzlich ertönte die Trommel im Hof vor dem Haus. Sofort war alle Welt auf den Beinen, außer einigen Gleichgültigen, und man stürzte mit noch vollem Munde und der Serviette in der Hand an Tür und Fenster. Nachdem der Ausrufer das Trommeln eingestellt hatte, verkündete er mit abgehackter Stimme und mit ganz falscher Betonung: „Es wird hiermit den Einwohnern von Goderville wie auch allen Marktbe- suchem kundgetan, daß heute morgen auf dem Wege von Beuzeville zwischen 9 und 10 Uhr eine schwarze Brieftasche mit 500 Franken und Geschäftspapieren verlorengegangen ist. Bitte den Fund auf dem Bürgermeisteramt oder bei Herrn Fortune* Houlbreque in Mauneville abzugeben. Zwanzig Franken Belohnung werden zugesichert.“ Man trank den Rest seine» Kaffees, als der Wachtmeister auf der* Schwelle erschien und fragte:. „Ist Herr Hauchecorne aus Breäute vielleicht hier?“ Herr Hauchecorne antwortete: „Hier bin ich.“ „Herr Hauchecorne, kommen Sie bitte |mit mir auf das Bürgermeisteramt. Der (Herr Bürgermeister möchte mit Ihnen j sprechen.“ ! Der Bauer, überrascht und voller Un- 'ruhe, stürzte sein kleines Glas Kognak eilig herunter, erhob sich und folgte dem Beamten. Der Bürgermeister saß in einem Lehnstuhl und wartete auf ihn. „Herr Hauchecorne“, sagte er, „man hat Sie heute morgen auf dem Wege von Beuzeville die Brieftasche aufheben sehen, die Herr Houlbreque aus Manneville verloren hat.“ Der bestürzte Bauer schaute den Bürgermeister an, schon durch diesen Verdacht in Furcht versetzt, ohne daß er jedoch den Grund begriff. „Ich — ich soll diese Brieftasche aufgehoben haben?“ „Ja, Sie.“ „Auf Ehrenwort, ich weiß von nichts.“ „Man hat Sie gesehen.“ „Man hat mich gesehen, mich? Wer hat mich gesehen?“ „Herr Malandain, der Sattler.“ Da erinnerte sich der Alte, begriff, und vor Zorn errötend, rief er aus: „Ach, mich hat er gesehen, dieser Flegel! Er hat mich dieses Stück Bindfaden aufheben sehen, Herr Bürgermeister.“ Dann kramte er in seiner Tasche und zog ein kleines Stück Schnur heraus. Aber der ungläubige Bürgermeister schüttelte den Kopf und sagte: „Herr Hauchecorne, Sie wollen mich doch nicht glauben machen, daß Herr Malandain, dieser vertrauenswürdige Mann, diesen Bindfaden für eine Brieftasche angesehen hat?“ Der Bauer, voller Wut, hob die Hand, spuckte zur Seite, gleichsam um seine Ehre zu bezeugen, und wiederholte: „Bei Gott, es ist die reine Wahrheit, Herr Bürgermeister. Bei meiner Seele, ich wiederhole, daß es die reine Wahrheit ist.“ Er protestierte vergeblich, man glaubte ihm nicht. Er wurde Herrn Malandain gegenübergestellt, der seine Behauptung wiederholte. Eine ganze Stunde beschimpften sie sich- Auf Malandains Verlangen wurde Hauchecorne durchsucht. Man fand nichts bei ihm. Der Bürgermeister schickte ihn heim. Inzwischen aber hatte sich die Nachricht herumgesprochen. Als er aus dem Amt heraustrat, wurde er von Neugierigen umringt und ausgefragt, und er erzählte die Geschichte vom Bindfaden. Doch man glaubte ihm nicht. Man lachte. Er ging von dannen, von allen angehalten und alle Bekannten anhaltend. Immer wieder begann er seine Erzählung, protestierte und zeigte seine umgekehrten Taschen, um zu beweisen, daß er nichts hatte. Man antwortete: „Alter Gauner, geh nur!“ Am nächsten Tag gegen 1 Uhr mittags gab Marius Paumelle, ein Ackerknecht des Herrn Breton in Ymanville, die Brieftasche und den Inhalt Herrn Houlbreque in Mauneville zurück. Dieser Mann behauptete, die Tasche auf dem Wege gefunden zu haben, aber, da er nicht lesen konnte, hatte er sie ins Haus gebracht und seinem Herrn ausgehändigt. Diese Nachricht verbreitete sich in der Umgebung. Herr Hauchecorne hörte sie auch. Er machte sich erneut auf den Weg und begann seine jetzt um die Lösung vermehrte Geschichte zu erzählen. Er triumphierte. Den ganzen Jag über redete er von seinem Abenteuer, er erzählte es auf den Straßen den Vorübergehenden, im Wirtshaus, selbst am Ende des Gottesdienstes denen, die aus der Kirche kamen. Auch ganz Unbekannte hielt er an, um ihnen das Neueste mitzuteilen. Jetzt war er ruhig, und dennoch quälte ihn etwas, ohne daß er recht wußte, war es war. Man schien von den Worten nicht überzeugt Ihm kam es vor, als ob man hinter seinem Rücken klatschte. Am Dienstag der neuen Woche begab er sich wieder auf den Markt von Goderville, allein getrieben von dem Verlangen, hier seinen Fall zu erzählen. Als er in Jourdains Gasthaus bei Tische saß, begann er das Ganze klarzustellen. Kn Pferdehändler aus Mon- tivilliers rief ihm zu: „Ei, ei, die alte Leier! Ich kenne deinen Bindfaden.“ Hauchecorne stammelte: „DieBrieftasche hat sich aber wiedergefunden.“ Doch der andere entgegnete: „Schweig lieber! Einer findet sie, ein anderer bringt sie zurück. Keiner hat es gesehen,' keiner kann beweisen, wie es sich verhält.“ Der Bauer begriff endlich. Jetzt klagte man ihn an, daß er die Brieftasche von einem Mitschuldigen hatte zurückbringen lassen. Er wollte protestieren. Alle lachten. Er konnte nicht fertig essen und ging unter Gespött von dannen. Er kehrte heim, beschämt und empört, von Zorn und Verwirrung übermannt, um so mehr zu Boden geschmettert, weil man ihn für fähig hielt, das zu tun, wessen man ihn anklagte, und sich noch zu rühmen. Nun fing er wieder an, sein Abenteuer zu erzählen. Dabei verlängerte er täglich seine Geschichte, indem er jedesmal neue Gründe, energischere Proteste hinzufügte. „Das sind alles fadenscheinige Gründe“, sagte man hinter seinem Rücken. Er merkte es, grämte sich bis aufs Blut und erschöpfte sich in unnützen Anstrengungen. Zusehends siechte er dahin. Die Spötter ließen sich jetzt die Bindfadengeschichte zu ihrem Vergnügen erzählen, wie man den Soldaten, der am Kriege teilgenommen hat, seine Schlachten erzählen läßt. Sein Gemüt verdunkelte sich. Gegen Ende des Monats Dezember wurde er bettlägerig. In den ersten Tagen des Januar starb er, und im Fieber noch beteuerte er seine 'Unschuld, indem er wiederholte: „Ein kleiner Bindfaden ... ein ganz kleines Ende . . . sehen Sie, hier ist es, Herr Bürgermeister!“ . _ 'S. Freitag, 29. Februar 1952 Nummer 50 / Seite T ✓ KwidlPtihlUitftfiMMMHi oom l. M3rz bie 7. März Vollftänöfge Senöefolge Dee Süööeutfchen Rutiöfunhe Stuttgart and Ausgewähltes aas dem Programm anderer dentscber Sender Ständig*. Sendungen des Süddeutschen Rundfunks Tlflichl 7.00 AlldlCht 7.55 Nachrichten 12.00 bzw 12.05 Musik am Mittag 12.45 Nachrichten Wetterbericht 19.30 Nachrichten Wetterbertdit I 22 00 Nachrichten Wetterbericht 24 00 Nachrichten. Wetterbericht AoBerdem Jeden Werktags 4.55 Choral, Morgensprucb 5 00 Frühmusik 5.20 PreseeettmmeB 6 00 Frühmusi k s 40 SQdweatct Halmatpost 7.10 Programmvorschau 7.16 Werbefunk mit Muglft 8.10 Waaserstandsmeldunges 8.15 Morgenmualk 0.00 Nachrichten 0.05 Marktrundsdbs» (Ol die Laad* wlrtacbalt ttOal aaSw ImMmi 0.45 Suchmeldungen io.oo Suchdienst für BMmfeshrar und Knegagefangone baw Kinderauchiuenat 10.16 Schulfunk II00 Echo aua Baden II to Warbefunk 10 46 nie stimme Atnerlkto Samstag, 1. März Sonntag, 2. März Montag, 3. März Dienstag, 4. März Stuttgart . 6.30 Morgengymnastik 8.00 Die Frau im Berut und öffentlichen Leben 9.15 Unterhaltungsmusik 10.15 Schulfunk: Stephanus 11.15 Kleines Konzert 11.45 Landfunk: Pflanzung einer Reb« anlage mit veredelten Reben 12.00 Schneeberichte 14.00 Quer durch den Sport 14.15 Der Zeitfunk 15.00 Unser« Volksmusik 15.40 Jugendfunk 16.00 Nadunittagskonzert 17.00 Wir senden — Sie spenden 17.40 Südwestdeuts-die Heimatpost 18.00 Bekannte Solisten 19.05 Die Stuttgarter Volksmusik spielt 19.45 Zur Politik der Woche 20.05 „Herrn Pfleiderers Abenteuer* mit Willy Reichert „Besitzerstolz" 20.50 Abendkonzert 21.45 Sportrundschau 22.15 Amerikanische Schlagerparade 22.45 RIAS spielt auf! 0.50 Das Nachtkonzert: Richard Strauß — Sinfonia Domestica SOdwestfunk 20.00 Das kleine Unterhaltungsorchester des SWF unter Willi Stech 20.30 Das Leben Jacques Offenbachs 22.45 Der SWF bittet zum Tanz 0.10 Der SWF tanzt weiter Frankfurt 20.05 Wer gegen Wen? Ein hessisches Städtequiz 21.30 Parodien und Chansons 22.30 Mitternachts-Cocktail dazwischen um 23,00 Die „Globetrotter* mit dem kabarettistischen. Monatsbericht München 20.15 Die sieben Favoriten der Woche 20.45 Die Entführung aus dein Soho Funkrevue von Wolf Purrisch 22.40 Wunschkonzert aus Amerika 23.10 Beliebte Künstler —* Beliebte Melodien 0.05 Melodie und Rhythmus NWDB 20.00 Ein Tanzabend 22.10 Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester B-dur, dp. 19 23.00 Froher Tagesausklang 0.10 Tanz nach Mitternacht 1.00 Rhythmus der Welt Stuttgart 6.00 Das Wort 2 um Tag, Choral, anschl. Froher Klang zum frühen Morgen 8.00 Landfunk mit Volksmusik 8.30 Aus der Welt des Glaubens 8.45 Evangelische Morgenfeier 9.15 Geistliche Musik 9.45 Brevier des Monat*} Der März 10.30 Das Orchester Kurt Graunke 11.20 Die Kantate 12.00 Musik am Mittag 13.00 Das Karlsruher Unterhaltungsorchester 13.30 Aus unserer Heimat 14.00 Stunde des Chorgesanas 14.30 Kinderfunk 15.00 Nachmittagskonzert 17.00 Hörspiel: ' „Der neue Mantel" 18.05 Es spielen das Loewenguth- Quartet und das Pasquier-Triö 18.30 Schöne Stimmen 19.00 Der Sport am Sonatag 19.40 Die Woche in Bonn 20.05 Zauber der Musik 21.45 Sport aus nah und fern 22.10 Kulturpolitischer Kommentar 22.15 Eduard Künneke 23.00 Tanz und Unterhaltung 0.05 Mitternachtsmelodie Stuttgart 8.00 9.05 10.15 10.45 11.40 15.00 15.30 15.45 16.00 16.45 17.00 17.40 18.00 18.35 Frauenfunk Klaviersuiten Schulfunk: Die Wittenberqisdr Nachtigall Die Krankenvisite Kulturumrchau Schulfunk Kinderfunk: Spiele für die Kleinen Aus der Wirtschaft Na-dhmittagskonzert Wir sprechen über neue Bücher Konzertstunde Südwestdeutsche Heimatpost Das Orchester Adalbert Lutter Gaxtenfunkj. Sortenwahl !m Gemüsebau Musik am Abend Von Tag zu Tag „Heimat im Herzen". Den ostdeutschen Frauen gewidmet Aus europäischen Konzertsälen Militärpolitischer Kommentar von Dr. Robert Knauß 22.20 „Musica vlva* 23.00 „Lachen unter Tränen“. Zum 100, Todestag von Nicolai Gogol 23.30 Das Stuttgarter Kammer- Orchester 19.00 19.45 20.05 Stuttgart 8.00 Frauenfunk: aus Frauenarbeit und -Leben 9.05 Unterhaltungsmusik. Kurt Wege mit seinen Solisten 10.15 Schulfunk 11.15 Italienische Kammermusik 11.45 Landfunk: Volkswirtschaftliche Bedeutung der Geflügelzucht 15.00 Sdiulfunkt Folke Bernadotte 15.30 Heinz Schierle (Akkordeon) 15.45 Aus der Wirtschaft 16.00 Nachmittagskonzert 16.50 Frauenfunk: Das Buch fürs Leben 17.05 Kleines Konzert 17.40 Südwestdeutsche Heimatpost 18.00 Klänge 'der Heimat 19.00 Musik am Abend 19.45 Von Tag zu Tag 20.05 Film-Magazin 21.00 Bücher, die uns angehen „Stefan George" von Robert Böhringer 21.15 Ambroise Thomas: „Mignon" 22.10 Berichte und Kommentare 22.20 Tanzmusik 22.55 Max Bense: Der Laplace'sche Dämon. Zum 125. Todestag von Laplaca 23.15 Erwin Lehn und sein Südfunk- Tanzorchester SÜdwectfuak 20.00 Orchester-Konzert 22.20 Sport und Musik 23.10 Fröhlicher Ausklang 0.10 Tanz- und Unterhaltungsmusik Frankfurt 20.05 Musik für Dich 21.15 Familie Hesselbach ' { 22.10 Sportberichte 22.30 Zum Tanz und zur Unterhaltung München 20.05 Im Zauber schöner Melodien * 22.45 Orchesterkonzert 23.30 Die Travellers singen und spielen f 0.05 Wie gefiel Ihnen das? NWDR 20.00 Tempo, Tempo! Ein großer bunter Abend 23.00 Tanzmusik 0.10 Nachtkonzert: Debussy. von Borck und Busonl Südtteetfunk 20.00 „Columbus" von Werner Egk 21.40 Besuch in Bonn 22.20 Klaviermusik 23.00 Wer kennt sie noch — Wer kennt sie wieder? Frankfurt 20.05 Soeben erschienen. Neue Schallplatten 20.50 „Der Verfolgte*. Hörspiel von Friedrich Roemer 23.15 Der Jazzclub München 20v00 Jeder Spatz pfeift es vom Dach Schlager von gestern und heute 21.20 Abendkonzert 22.3tf Zarte Klänge am Abend 0.15 Seine schönsten Melodien NWDR 20.05 Der Filmspiegel 20.35 Symphoniekonzert 23.30 Adrian und Alexander 0.30 Georg Haentzsdiel und sein Tanzstreichorchester Mittwoch, 5. März Donnerstag, 6. März Freitag, 7. Mär* ttattgart Stuttgart ituttgsn 6.30 Morgengymnastik: 8.00 Frauenfunk: Was hier und dort 8.00 Frauenfunk: Wla varmeld» t- 8.00 Der Frauenfunk qibt Rat qeschieht s Nervosität bet meinem Kindt '9.05 Unterhaltunqsmusik 9.05 Unterhaltungsmusik 9.05 Kleine Stücke und Liede* 10.15 Schulfunk: Folke Bernadotte 10.15 Schulfunk: Kinder in Japan 10.15 Schulfunk: 1. Enqliidi 10,45 Die Krenkenvislte: .Patina' 11.20 Joaguin Turin*: SevilHaniscfcc II. Franzbalach 11.45 Landfunk: Engerlinqsbekämpfung Symphonie 10.45 Die Krankenvisite im Frühjahr 11.45 Landfunk: Brsuqerstensehau 11.40 Kulturumscfeau 14.15 Unterhaltungsmusik und Braugerstenbau 14.00 Kalenderwettbewerb dei Sttdd. 14.30 Kinderfunk: Wir raten- 14.00 Frauenfunk: Die Konfirmation Rundfunks: Baka». q*. 15.00 Schulfunk: Kinder ln Japan als Familienfeier Gewinner '15.30 Hans Günther Bunz am Klavier 15.00 Schulfunk: I. Englisch 15.00 Sdiulfubk: Deutschland um t$3( 15.45 Aus der Wirtschaft II. Französisch 15.30 Kinderfunk: Italienisch* 16.00 »Ich schreib halt, wie der 15.30 Wolfgang Geri am Klavier Kinderlieder Voqel singt* 15.45 Aus der Wirtschaft 15.45 Aus der Wirtschaft 16.15 Operettenkonzert 16.00 Konzertitunde 16.00 Nadimittagskonzert 17,00 Für Eitern und Erzieher 16.45 „Kloster Adelshausen und dis 18.45 Wir sprechen über neue r her 17.15 Junge Künstler stellen sich vöi Mystik“ 17.00 Froh und heiter 17.40 SÜdwestdeutsehe Heimatpost . l?.lt> Unterhaltungsmusik 17.40 Fern und doch nah! 18.00 Erwin Lehn und sein Südfunk- 18.15 Im Dreivierteitakt Tanzorchester 17.40 SÜdwestdeutsehe Helmatpost 18.35 Jugendfunk mit dem Beltreq 19.00 Musik am Abend 18.00 Klänge aus dem Londoner für dte Sportfuqend 19.45 Von Tag zu Tag Senderaum 19.05 Fritz Schulz-KeiChel am Klavier 19.00 Musik am Abend 19.15 Hermann Moitar lm Namen 20.05 Das Orchester Hans Conzel- 19.45 Von Tag zu Tag de» Gesetze! * mann 20.05 Wie Sie wünschen —- Eine 19.45 Von Tag zu Tag 20.30 „Nachtfluq" — Hörspiel von Melodienfolge 20.00 Woche der Brüderlichkeit 21.30 Die phantastisdien Abenteuer Ansprache von Bundeanrtaldent Erich Ebermayer Harry Limes Professor Dr. Theodor Reute 21.25 Goethe-Lieder, Schubert — 22.20 Cbormusik 20 15 Wolfqanq Amadeu» Mozart! Schumann — Wolf 23.40 Heinrich Mann — Portrait eines Konzert Nr. 4 G-dur KV 218 22.20 Fröhliche Geigen revolutionären Geistes 21.00 Stars von drüben 22.40 „Möglichkeiten einer Agrar- 23.50 Johannes Brahms: Variationen 22.20 Erwin Lehn und sein Südfunk* Union", von Prof. Dr. Karl Brand über ein Thema von Haydn Tanzorchester 23.10 So singt und tanzt Amerika! 0.05 Jazz im Funk 23.15 Unterhaltung und Tanz Südwestfunb 20.00 Unsere kleine Auslese 20.30 Hörspiel „Die Querulantin“ oder „Ein jeder ist die Zeit* 21.30 Kleines Zwischenspiel 22.30 Nachtstudio 23.30 Jazz 1952 Frankfurt 2Q.05 Operette — Operette! Alte und neue Melodien 20.55 „Technik, wohin?* 21.15 Diei Doppelkonzerte 22.20 Das Abendstudio und neue Bläsermusik München 20.30 „Der Revisor“ von Nicolai Gogol 22.30 Unterhaltungsmusik aus der Schweiz 23.00 Nachtkonzert 0.05 Das Orchester Kurt Edelhagen NWDR 19.30 Fantasiestücke von Robert Schumann 22.05 Die Kennmarke — Bekannte kleine Stücke großer Meister 22.50 Tanzmusik 0.30 Tanzmusik SOdwestfunk 20.00 Melodienreiqen 21.40 Sang und Klanq im Volkston 22.20 Klaviermusik 23.00 Tanzmusik zum Tagesausklang 0.10 Swing-Serenade Frankfurt 20.05 Oeffentliches Symphoniekonzert Brahms — Mahler 22,20 Die Kurbel: Neues und interessantes vom Film 23.00 „Alter Herr in Paris" 23.15 Willy Berking spielt zum Tanz München 20.15 Sie wünschen . . t Wir spielen Ihre Lieblingsmelodien 21.45 Kammermusik 22.30 Die tönende Leinwand 23.00 Musik zur späten Stunde 0.05 Jazz um Mitternacht NWDR 19.30 Die Schlagerparade 21.10 Streichquartett A-dur, op. 18, Nr. 5 von Beethoven 22.35 Die symphonische Dichtung: „Tapiola“, von Jean Sibelius 23.15 Tanzmusik 0.30 Klaviersonate Fis-moll von Brahms SOdwestfunk 20.00 Es spielt das große Unterhaltungsorchester des SWF 20.30 Das Orchester Kurt Edelhagen 21.00 Der russische Homer — Um Nicolai Gogol 22.30 Das Prisma — Konzert 23.30 Die Nacht ist voller Zärtlichkeit Frankfurt 20.05 Die Schlaqerskala 21.15 Die Unbequemen 22.20 Brasilianische Musik der Gegenwart 22.50 Unser kleines Nachtp'rogramm München 20.00 Inge Borkh singt Lieder von Anton Dvorak 1 20.30 Musik aus Filmen 22.30 Das Streichorchester Franz Deuber 0.05 Zeitgenössische Kammermusik j NWDR 20.15 „Elektra", Tragödie von Euripides 22.05 Musikalisches Nachtprogramm 22.50 Spätkonzert 0.30 Otto Fröhlich und seine Funksolisten fiüdwestfnttk /■ 20.15 Die großen Meister} Bach und Brahms 21.30 Unterhaltungsmusik 22.30 Unser Chanson 23.15 Zeitgenössische Musik Frankfurt 20.15 Musikalisches Intermezzo 20.30 Glück aus dem Aetherl 21.15 Das Fuldaer Kammerorchester spielt 22.20. Romanze am Abend 23.30 Musik für Violincello und Klavier MQndieo 20.15 Rigoletto, Oper in 4 Akten von Giuseppe Verdi 23.15 Musik aus neuen Filmen 0.05 Ganz leis erklingt Musik NWDR 19.30 Carl Maria von Weber, 1. Sym* phonie in C-dur 20.15 Wolfgang Amadeus Mozart ;ß , Aus dem Divertimento D-dur‘ KV 251 > 21.00 Julian von Karoly spielt Chopin 22.35 Jazz-Jamobree 23.00 Der Tag klingt au* 0.30 Rhythmische Klänge Vom Taunus bis zur Hornisgrinde Wieviel wird Anschaffung und Unterhalt eines Femsehempiängers kosten? Näher rückt auch In unserem Gebiet die Möglichkeit des normalen Fernseh-Empfangs. Versuche, wie sie eine große, süddeutsche Apparatebau-Fabrik und die Post unternommen haben, brachten schon einen einwandfreien Empfang', des leistungsschwachen Fernseh - Versuchssenders- im Taunus. Der Süddeutsche Rundfunk hat drei Fernseh-Apparate bestellt, von denen einer im Sender Mühlacker aufgestellt wird, um dort laufend das Taunus-Programm zu überwachen. Die Konstruktion eines Fernsehübertragungswagens wurde vom Süddeutschen Rundfunk bereits in Angriff genommen. Man kann sich nun schon eingehender mit der Frage befassen, wie sich das Fernsehen auf den Geldbeutel des Teilnehmers auswirken wird. Aus Karlsruhe, Pforzheim und von der Hornisgrinde, liegen jetzt Berichte über einen einwandfreien Empfang der Fernseh-Versuchs-Bildsendungen der Post vom Großen Feldberg im Taunus vor. Dies ist umso beachtenswerter, als unser Heimatgebiet zunächst noch außerhalb des Versuchsbereichs des Taunus-Fernsehsenders liegen, der mit Richtstrahler nach Süden arbeitet, damit aiuf den Bildschirmen in den Entwicklungslaboratorien des Darmstädter femmelde- technischen Zentralamtes und bei der Fernsehgeräte herstellenden Industrie im Frankfurter und Darmstädter Gebiet nun täglich ein Programm empfangen werden kann. Der Bildqualität nach haben diese ersten Sendungen überraschende Erfolge. „Unser Bild steht dem amerikanischen zumindest nicht nach“, formuliert man vorsichtig auf dem Feldberg. Es ist kontrastreich, scharf und flimmert nicht. Für die Oeffentliehkeit wäre es also, sofern irgendein Uebervorsichtiger sich bereits einen Empfänger zugelegt hat, jetzt etwa der uralte Streifen „Königswalzer“ oder der von der Post vor dem Krieg gedrehte Fernseh,-Krimi „Wer fuhr II A 2992“ zu empfangen, ferner Diapositive oder Testbilder für Abstimmzwecke. Wenn der einwandfreie Empfang der Versuchssendung bereit« in Karlsruhe und Pforzheim sowie auf 'der Hornisgrinde mit dem schwachen 1 -kW-Versuchs- sender möglich ist, dann kann man auf den Betrieb mit dem 10-kW-Sender des Hessischen Rundfunks, der frühestens im August in Betrieb genommen werden soll, mit Recht gespannt sein. Unvorhergesehene Finanzierungsschwierigkeiten für den Bau der 30 Relais-Türme der , „Fernsehstraße“ von Hamburg nach Frankfurt haben den Start um Monate verzögert. Die „Straße“ soll das Hamburger Programm — der Nordwestdeutsche Rundfunk bildsendet bereits seit über einem Jahr — über Köln zunächst nach Hessen weitergeben, damit die enorm hohen Sendekosten — eine Sendeminute kostet etwa 200 Mark — sich auf einen breiteren Teilnehmerkreis verteilen. Wie breit dieser Teilnehmerkreis sein und wie schnell er wachsen wird, darüber gehen die Ansichten recht erheblich auseinander. Frankfurts Rundfunkintendant Beckmann warnte davor anzunehmen, „daß ein Fernsehen in Deutschland in absehbarer Zeit zu einer Angelegenheit der Massen werden könnte“. Alles sei „noch im Vorstadium“ — und „nach Angaben der Industrie sind die Gerätepreise auch bei verstärktem Serienbau nicht unter 1000 Mark (jetzt etwa 1500 Mark) zu senken“. Die Praxis in England, das seit Jahren Fernsehsender betreibt, zeigt dagegen, daß dort die Zunahme der Teilnehmer in den niedrigen Einkommenschichten rascher steigt als in den hohen: Monatseinkommen über 1000 Mark 650—1000 Mark 350—650 Mark unter 350 Mark Fernsehteilnehmer 9 »/. 17 •/« 55 •/« 19 %> Dabei ist zu bedenken, daß für die niedrigen Verdienststufen der Erwerb eines Gerätes zwar mit Entbehrungen verbunden ist. daß es für diese aber eine Quelle sonst nur selten oder kaum erreichbarer Unterhaltung, Belehrung und Information darstellt. Mit der Anschaffung eines Gerätes ist es allerdings nicht getan. Die Unterhaltungskosten eine« Empfängers, der bei Spannungen bis zu 10 000 Volt hinauf und mit einer entsprechend größeren Zahl von Einzelteilen und Röhren (etwa 20) als ein normales Rundfunkgerät auch eine höhere Reparaturquote hat, liegen bei etwa 208 Mark jährlich (bei täglich zweistündigem Betrieb) und setzen sich so zusammen: # Teilnehmergebühren etwa 36 Mark bei einem angenommenen Betrag von 3 Mark monatlich. # Röhrensatz 130 Mark, wohei angenommen wird, daß die Bildröhre (Anschaffungspreis 200 Mark und die übrigen 20 Röhren (Anschaffungspreis 200 Mark drei Jahre — also etwa 2 000 Betriebsstunden aushalten. C Reparaturen 30 Mark. Gute Fernsehtechniker sind knapp und erhalten hohe Löhne. Sie benötigen eine hochwertige fahrbahre Reparatureinrichtung, da wegen der Größe der Geräte Reparaturen nach Möglichkeit in der Wohnung des Kunden vorge- nommen werden. # Stromverbrauch 12 Mark. Hinzu kommen die Kosten für die Montage einer Dachantenne, die sich auf 60 bis 100 Mark belaufen. Wegen dieser hohen Unterhaltungskosten ist in Amerika und England die „Service-Versicherung“ sehr beliebt, die gegen eine verhältnismäßig geringe Monatsprämie vor allen Zufälligkeiten und Defekten schützt. Bestrebungen zur Bildung solcher Versicherungen sind auch in Deutschland im Gange. Landestagung der Philatelisten in Pforzheim Wie der Briefmarkensammler-Verein Pforzheim 1885 mitteilt, halten die Landesverbände Baden-PfaL» und Württemberg des Bundes Deutscher Philatelisten am Sonntag eine gemeinsame Landestagung in Pforzheim ab, die über die in Aussicht genommene Fusion dieser Verbände endgültige Beschlüsse fassen soll. Die Tagung beginnt um 10.30 Uhr im Martinsbau. Rita in Schwung f: Vermischte s Alle Versuche . . . ... die Schiffskatze des unter liberischer Flagge fahrenden Dampfers „Liberty“ zu retten, schlugen bisher fehl. Das Schiff lief vor über zwei Wochen vor Südwestengland auf Grund und wurde von seiner Besatzung verlarsen. Tom Munnelly, ein Inspektor der Königlichen Gesellschaft zur Verhinderung von Grausamkeiten an Tieren, hat seitdem mehrmals ergebnislos versucht, die Schiffskatze an Land zu holen. „Ich habe unzählige Briefe bekommen, die von mir die Rettung der Katze verlangten“, sagte Munnelly am Samstagabend. „Der rührendste kam aus Devonshire. Ihm lag ein Schilling in Briefmarken bei, für den ich Fische für die Katze kaufen soll“. Ein unliebsames Ende ... . . . nahm dieser Tage eine Skatrunde in einer Gastwirtschaft des Weserörtchens Pegestorf, als plötzlich einer, der Spieler blutüberströmt zusammenbrach. Mehrere andere Gäste hatten wegen Platzmangels über die Köpfe der Skatspieler hinweg mit einem Luftgewehr nach einer Scheibe geschossen. Dabei wurde der Skatspieler von einer Kugel an der Schläfe getroffen. Er mußte im Holzmindener Krankenhaus operiert werden. Daß Freiumschläge fremdes Gut sind ... . . . bestätigte das Oldenburger Schöffengericht dem Hauptschriftleiter des früheren „Oldenburger Residenzboten“, Wilhelm Kranz, der von der Anklage falscher Anschuldigung, Beleidigung und Verleumdung freigesprochen wurde. Er hatte in einem Artikel dem Bürgermeister von Alt-Harlingersiel in Ostfriesland Amtsunterschlagung vorgeworfen, weil dieser einen Freiumschlag, der fünfzig Pfennig Gebühren enthielt, vernichtet hatte. Das Gericht stellte fest, daß ein Freiumschlag eine fremde bewegliche Sache darstelle, die dem Bürgermeister in Gewahrsam gegeben worden sei, bis er ihn für Rückantwort verwende. Da der Bürgermeister den Umschlag vernichtet habe, seien die Voraussetzungen einer Unterschlagung gegeben. . .. Die Fakultät für Maschinenwesen an der Technischen Hochschule Karlsruhe hat den Privatdozenten Dr. Karl Otto Lehmann für das Lehrfach elektrische Meßtechnik und Dr. Wilhelm Ernsthausen für das Gebiet elektrische Meßtechnik und Hochfrequenztechnik das Vorlesungsrecht verliehen. Die amerikanische Filmschauspielerin Rita Hayworth, die nach ihrer inzwischen geschiedenen Ehe mit Ali Khan nicht mehr vor der Kamera stand, spielt jetzt die weibliche Hauptrolle in dem Film „Affair in TrinidadIhre Freude über die Rückkehr zur flimmernden Leinwand scheint sie in einem temperamentvollen Tanzwirbel aüsdrücken zu wollen. Iltbadener fordern gesamtbad. Landesbezirk Die Landesgruppe Oberbaden der Arbeitsgemeinschaft der Badener hat in einem Rundschreiben die Zusammenfassung des alten Landes Baden zu einem Landesbezirk mit weitgehender Autonomie gefordert. Sie beruft sich hierbei auf die Volksabstimmung über den Südweststaat am 9. Dezember vorigen Jahres, wo sich in drei Bezirken die erforderliche Mehrheit für den Südweststaat, im alten Baden aber eine knappe Mehrheit für die Wiederherstellung der alten Länder ergeben hatte. Das Ergebnis dieser Abstimmung, erklärt die Landesgruppe, mache es jedem badischen Abgeordneten zur Gewissenspflicht, einen weitgehend autonomen Landesbezirk in der verfassungsgebenden Landesversammlung des neuen südwestdeutschen Bundeslandes mit allen Mitteln zu erkämpfen. Neuer Komet entdeckt Einen neuen Kometen entdeckten zwei Astronomen des Mount Palomar-Observatoriums mit Hilfe der ihnen zur. Verfügung stehenden riesigen Teleskope. Der neue Komet — der erste, der dieses Jahr entdeckt wurde ist etwa 350 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, hat einen kurzen Schweif und wird als klein bezeichnet. Nach seinen Entdeckern wird er „Harrington Wilson-Komet“ heißen. / ftoftag, 29. Februar 1992 SÜDWESTDEUTSCHER SPIEQEL Nummer 50 f Seite S VormjßChteM En England ... ... stehen Tausende von Bäumen, Sträuchern und Steuden für den Englischen Garten bereit, der in einem Teil des .alten Berliner Tiergartens angelegt wird. Sie stammen zu einem großen Teil aus den GSrten des englischen Königshauses, dessen Gartenbauverwaltung besonders wertvolle Exemplare beigesteuert hat. Insgesamt haben sich zwanzig verschiedene englische Spendergruppen an dieser Aktion beteiligt.- In Berlin wird hervorgehoben, daß die von dem letzteij,- britischen Stadtkommandanten General Bourne ausgehende Idee besonders von dem verstorbenen englischen König gefördert worden ist. Der neue Englische Garten soll voraussichtlich Ende Mai eröffnet werden. Im Saubtierhaus . . . . . . des Berliner Zoologischen Gartens feierte der achtjährige Löwenveteran Sultan, der vor zwei Jahren Witwer geworden war, mit der jetzt zweijährigen Löwin Heinrich Hochzeit. Vor vielen gespannt wartenden Gästen zog der Wärter die Trennwand zwischen den beiden Käfigen heraus. Heinrich erhielt, als sie etwas respektlos auf den „König der Wüste“ zukam, sofort eine mächtige Ohrfeige. Sie mußte sich, hde das bei Löwen üblich ist, flach auf die Erde legen, Um so ihrem Gebieter ihre Unterwürfigkeit zu beweisen. Sultan war jedoch nicht so leicht umzustim- men und zog sich stolz wieder in den Nebenkäfig zurück. Der Brauereilehrling . . . - . . Siegfried Birner hat vor der Kriminalpolizei in Neustadt/Waldnaab zugegeben, nachts eine .Brauerei in Plößberg im Landkreis Tirschenreuth in Brand gesteckt zu haben. Der 18jährige. war, während er in einer Gastwirtschaft saß, von seinem Arbeitgeber, dem Brauereibesitzer Riedl, telefonisch aufgefordert worden, nach Hause zu kommen. Auf dem Heimweg faßte Birner unter Alkoholeinfluß den Entschluß, in seiner Arbeitsstätte Feuer aozulegen. Er tat es, und es entstand ein Schaden von 400 000 Mark. Ein aufregendes Erlebnis ... . . . hatte dieser Tage ein Treiber bei einer Wildschweinjagd in der Nähe von Dürnau im Kreis Göppingen. Als er gerade dabei war, drei erlegte Wfld- schweine zu einem Sammelplatz zu bringen, sprang ein für tot gehaltener Keiler plötzlich auf und suchte Sich aus dem Staube zu machen. Der Treiber reagierte sofort. Er warf sich mit seinem ganzen Körpergewicht auf den Keiler und hielt sich an den Ohren des Tieres fest, das mit ihm etwa dreihundert" Meter weit durch Gestrüpp und Schneewehen rannte. Schließlich brach der schwergetroffene Keiler zusammen und wurde von herbeigerufenen Treibern getötet. Der kühne Reiter selbst blutete aus vielen Schürfwunden. Seine Kleider hingen ihm in Fetzen vom Leibe. Zwei holländische Köche . . . . . . aus Appeldorn, die zu Fuß eine Weltreise angetreten haben, sind in Bordeaux eingetroffen. Die beiden Weltenbummler, die einen Wohnwagen mit sich ziehen, haben seit ihrem Start im April 1951 bereits viertausend Kilometer durch Frankreich und Italien zurückgelegt. Sie werden ihre Reise durch Spanien fortsetzen und nach Afrika wandern, von dort aus nach Amerika. Sie hoffen, rund sechzigtausend Kilometer zurückzulegen. Dreihundert Mark . . . . . . und ein großes Fleisch- und Wurstpaket waren der Dank eines Metzgermeisters aus Neuhof im Kreis Fulda, der in Kothen, Kreis Brückenau, 2959 Mark verloren hatte. Das Geld wurde von einem Kind im tajienden Schnee gefunden. Seine Mutter, eine arme Heimatvertriebene, trocknete die aufgeweichten Geldscheine und lieferte sie dann bei der Polizei ab. Eine wohlorganisierte Schmugglerbande ... . . . hatte sich bei Neapel ein originelles System für den Transport „schwarz“ eingeführter Zigaretten ausgedacht. Die Schmuggler organisierten Begräbnisse und füllten den Sarg jeweils bis zum Rand mit amerikanischen, englischen und Schweizer Zigaretten. Das Hauptquartier der Bande war in Nola bei Neapel. Es fiel allmählich auf, daß in dem Bezirk ungewöhnlich viele Leute starben. Fast kein Tag verging ohne ein Begräbnis. Allerdings handelte es sich immer um sehr einfache Begräbnisse. Nur zwei oder drei „Angehörige“ pflegten den Sarg zu begleiten. Die Polizei ging der Sache nach und stellte fest, daß in Nola viel mehr Leute „begraben“ wurden als starben. Sie sorgte nun dafür, daß das richtige Verhältnis wieder hergestellt wurde. Die Bundesstraße 70 . .. . . . zwischen Lingen und Meppen ist bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt worden. An der Lin- gener Stadtgrenze wurde bei Erdarbeiten unmittelbar neben der Straße eine scharfe, überschwere Fliegerbombe gefunden. Vier gleich schwere Bomben wurden unter der Straße entdeckt. Jahrelang ist der Verkehr darüber hinweggegangen. Ein neugeborenes Alaska-Bärchen 25 Millionen Etatmittel für Wohnungsbau 1952 1951 wurden in Württemberg-Baden über 45 000 Wohnungen fertiggesfellt Der Zoologische Garten der dänischen Hauptstadt Kopenhagen hat seit einigen Tagen eine besondere Attraktion: zum ersten Mal ist es gelungen, ein in der Gefangenschaft geborenes Junges des riesigen Alaskabären am Leben zu erhalten. Das putzige Tierchen wurde sofort von der Frau des Bärenwärters in Pflege genommen und benimmt sich fast Wie ein menschliches Baby. Andauernd möchte es $ der Flasche trinken oder unterhalten werden — wenn es nicht gerade schläft. Im Mittelpunkt der gestrigen Plenarsitzung des württembergisch-badischen Landtags stand eine große Debatte über die Finanzierung und die Gestaltung des Wohnung&bauprogramms 1952. Das Haus nahm einstimmig einen Antrag des Wohnungsbauausschusses an, in dem die Regierung ersucht wird, in den neuen Etat 25 bis 30 Millionen Mark zur Förderung des sozialen Wohnungsbaues einzusetzen. Innenminister Fritz Ulrich gab bekannt, daß im Jahre 1951 in Württemberg-Baden insgesamt 45135 Wohnungen fertiggestellt und bezogen worden seien. 1950 seien nur 36 274 Wohnungen gebaut worden. Die Tatsache, daß von den 1951 gebauten Wohnungen nur 23 500 mit staatlichen Mitteln erstellt worden seien, zeige deutlich, dach sich die private Initiative beim Wohnungsbau immer stärker entfalte. Bei einem Vergleich mit dem Bund schneide das Land Württemberg-Baden gut ab, betonte Ulrich. Es dürfte mit seiner Wohnungsbauleistung auch 1951 wieder an der Spitze aller Bundesländer stehen. Die Bauleisturig im ganzen Bundesgebiet sei von 1950 bis 1951 um 14 Prozent zurückgegangen, was-auf die Verteuerung des Bauens und auf Schwierigkeiten ln der Kapitalbeschaffung zurückzuführen sei., Innenminister Ulrich teilte ferner mit, daß das Land Württerrtberg-Baden durch Bundesgesetz ge- gezwungen sei, im Jahre 1952 weitere Umsiedler, vermutlich rund 17 000 aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern aufzunehmen. Diese umzusiedelnden Heimatvertriebenen könnten jedoch nurauf- genommen werden, wenn Wohnstätten und Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Wenn der Bund für den Bau von Wohnungen für Umsiedler nicht noch höhere Mittel bereitstelle, werde das Umsiedlumgs- programm für 1952 ebenso wie im. vergangenen Jahre nicht restlos durchgeführt werden können. Der Landtag stimmte ferner einer von der DG-BHE eingebrachten Entschließung zu, in der das Plenum die von der amerikanischen Hohen Kommissdon angeordnete Auszahlung einer Entschädigung in Höhe von 54 000 Mark an den Stuttgarter Geschäftsmann Willy Bürkle verurteilt. Finanzminister Dr. Frank erklärte, die Besatzumgsmacht bestehe darauf, daß die Entschädigungssumme direkt an Bürkle ausbezahlt werde. Abgeordneter Alex Möller (SPD), vertrat die Ansicht, das Finanzministerium hätte die Anweisung der Besatzungsmacht ablehnen sollen. Es sei an der Zeit, sagte Möller, sich solche „Wildwest- Allüren“ der Besatzungsmacht nicht mehr gefallen zu lassen. Die Zustimmung aller Abgeordneten fand in zweiter und dritter Lesung ein Gesetzentwurf über die Dienstbezüge der Bürgermeister. Teilweise starken Bedenken begegnete jedoch die im Gesetzentwurf über die Aenderung des württembergischen Sparkassengesetzes vorgesehene Verschärfung der Staatsaufsicht. Die Vorlage wurde schließlich zur weiteren Beratung an den Verwaltungsausschuß überwiesen. CDU sprengt siidbodisohen Landtag Die außerordentliche Sitzung des südbadischen Landtags, die auf Antrag der.SPD und FDP auf Donnerstag einberufen worden war wurde von der Fraktion der badischen CDU gesprengt. Die CDU- Fraktion, die 34 der insgesamt 80 Abgeordneten stellt, war der Sitzung geschlossen fern geblieben, wodurch der Landtag beschlußunfähig wurde. In der außerordentlichen Sitzung sollte über einen Mißtrauensantrag abgestimmt werden, den die SPD gegen den badischen Staatspräsidenten Wohieb und Wirtschaftsminister Dr. Lais eingebracht hatte. Der Antrag war damit begründet worden, daß der Wirtschaftsminister im Zusammenhang mit gewissen Vorgängen bei der Finanzierung der altbadischen Propaganda im Verdacht der versuchten Steuerhinterziehung stehe. Hakenkreuze auf Wahlplakaten Zahlreiche von den politischen Parteien in den letzten Tagen für die Wahlen zur verfassunggebenden Landesversammlung angebrachten Wahlplakate der CDU, DVP und SPD sind in der vergangenen Nacht von unbekannten Tätern abgerissen worden. Auf verschiedene Plakate der DVP und SPD wurden mit weißer Farbe Hakenkreuze gemalt. Polizei und Parteien nehmen an, daß die Täter radikalen Gruppen angehören. Weiterhin guter Schnee im Schwarzwald Bei ruhigem Hochdruckwetter haben sich die Schneeverhältnisse im Schwarzwald nur wenig geändert. Der Schnee ist in'mittleren Lagen noch immer einen bis anderthalb Meter hoch. In Gipfellagen erreicht die Schneehöhe bis zu zwei Metern. Die Beschaffenheit des Schnees ist je nach Tageszeit und Hanglage unterschiedlich. Inden frühen Morgenstunden ist die Schneedecke im allgemeinen verharscht, tagsüber gibt es in tieferen Lagen nassen Schnee, in höheren Lagen Fim. Von allen Wintersportplätzen werden am Donnerstag gute bis sehr gute Sportmöglichkeiten gemeldet. Feldberg 20,0; Schauinsland 170; Todtnau 100; Kandel 140; Brend-Fürtwangen 200; Schönwald 130; Tri- berg-Geutsche 150; Kniebis 140; Hornisgrinde 150; Hundseck 100; Kurhaus Sand 100; Darmstädter Hütte 200; Freudenstadt 90. Kurzmeldungen aus Südwestdeutschland :: Ein deutsches Ehepaar wurde ln der Nacht zum Mittwoch von mehreren französischen Besatzungssoldaten in einem Außenbezirk der Stadt Trier überfallen. Wie die Kriminalpolizei Trier mitteilte, wurde die Frau gewaltsam von ihrem Mann getrennt und mehrmals vergewaltigt. Einer der Täter konnte von französischer Militärpolizei am Tatort verhaftet werden. :: Zum dritten Mal in seinem Leben bekommt ein 92jähriger Einwohner aus Insingen im Landkreis Rothenburg ob der Tauber neue Zähne. Die neuen Zähne erscheinen genau an den Stellen, an denen bei Säuglingen die ersten Zähnchen wachsen. :: Ein 20 Jahre alter Mann aus Höpfigheim, der am Mittwochfrüh ein Mädchen nach Hause begleitete, wurde am Osteingang von Steinheim von einem Personenkraftwagen angefahren und so schwer verletzt, daß er noch am gleichen Morgen im Krankenhaus Marbach verstarb. Der Fahrer des Personenkraftwagens hat sich um den Verletzten nicht gekümmert und seine Fahrt fortgesetzt. Zwei junge Burschen aus Rechberg im Kreis Gmünd im Alter von 18 und 19 Jahren überfielen dieser Tage zwischen Rechberg und Hinterweiler eine 24jähr. Frau, warfen sie zu Boden und versuchten sie zu vergewaltigen. Die Frau setzte sich aber so energisch zur Wehr, daß die beiden Jugendlichen ihr Vorhaben nicht ausführen konnten. Die Polizei konnte die Täter nach kurzer Zeit ermitteln, obwohl sie bei dem Ueberfall ihre Gesichter mit Taschentüchern verdeckt hatten, um sich unkenntlich zu machen. Zunahme des Fremdenverkehrs in Stuttgart Der Fremdenverkehr in Stuttgart hat im Jahre 1951 weiter zugenommen. In diesem Zeitpunkt sind in der Landeshauptstadt insgesamt 314 234 Fremde angekommen. Gegenüber dem Jahre 1950 ist die Zahl um 12,2 Prozent angestiegen. Gleichfalls erhöht hat sich die Zahl der Uebernachtungen, und zwar um 13 Prozent auf 638 043. Die Fremden haben sich im Jahre 1951 durchschnittlich zwei Tage in Stuttgart aufgehalten. Die Beherbungskapazität hat gegenüber dem Vorjahr um 13,8 Prozent zugenommen. Am 31. Dezember 1951 sind in den Stuttgarter Hotels, Gasthöfen und Fremdenheimen insgesamt 3157 Betten gezählt worden. Einen besonderen Aufschwung hat der Auslandsfremdenyerkehr erfahren. Insgesamt haben im Jahre 1951 rund 50 000 Ausländer in Stuttgart übernachtet. Im Jahre 1950 waren es nur 38 000 Ausländer. An Devisen hat der Auslandsfremdenverkehr in Stuttgart einen Betrag von zwei Millionen Mark erbracht vZ v „ IQ**..,. / Geschichte einer wahren Begebenheit Lfaßantliche /r erwe-bs^twe Deutsche unter 40 Jahren, deren Einkommen unter der Mannheim empfängt. Bayern München, das fast über den Berg ist, dürfte im Siegesfalle gegen den FSV Frankfurt endgültig in der Sicherheitszone sein. Die Frankfurter Eintracht hat 1860 zu Gast und müßte dabei zu einem knappen Erfolg kommen. Deutsche Skimädel begeistert empfangen Die letzte Gruppe der deutschen Olympiateilnehmer wurde am Mittwoch auf dem Münchener Hauptbahnhof von taüsenden Münchener Sportbegeisterten, die nur durch' Seile zurückgehalten werden konnten, stürmisch begrüßt. Viele hatten Freudentränen in den Augen, und Mirl Büchner, Ossi Reichert, Marianne Seltsam, Evi Lanig und Hanni Gehring konnten die zahlreichen Hände nicht drücken, die sich ihnen entgegenstreckten. Auch die Mädel waren sehr gerührt über den Empfang. Münchens Oberbürgermeister Thomas Wimmer überreichte „Frau Annemarie Büchner, genannt Mirl“, wie er sagte, und Ossi Reichert die Silbermedaille der Stadt München. Nach ihren weiteren Plänen gefragt, sagte Mirl Büchner mit einem Seitenblick auf ihren Mann: „Ich will in erster Linie wieder Hausfrau sein.“ Trotzdem will sie auf eine Teilnahme an den deutschen Meisterschaften in Lenggries nicht verzichten. Hjalmar Andersen verteidigt Weltmeister-Titel In Trondheim (Norwegen) hat der dreifache Olympiasieger Hjalmar Andersen (Norwegen) am Wochenende bei den Eisschnellauf-Weltmeisterschaften seinen im Februar 1950 in Davos erkämpften Titel zu verteidigen. Andersen gilt als unumstrittener Favorit, zumal er bei den Olympischen Spielen seine hervorragende Form schon unter Beweis stellte. Um den Titel, der in der Gesamtwertung über 500, 1500, 5000 und 10 000 Meter vergeben wird, bewirbt sich auch der Deutsche Meister Theo Meding (Köln). In Gamla Kar- leby (Finnland) finden die Eisschnellauf-Weltmeisterschaften für Frauen statt, die durch den Start sowjetischer Läuferinnen besonders interessant zu werden versprechen. ten Hoff gegen Bncilieri am 21. März Der Deutsche Boxschwergewichtsmeister Hein ten Hoff wird den ersten seiner zwei Kämpfe bis zu einem eventuellen europäischen Titelkampf am 21. März in Berlin gegen den Italiener Bacilieri bestreiten. Baci- lieri steht als kampfstärkster italienischer Schwergewichtler vor einem Titelkampf und verlor sein Debüt in einem deutschen Kampfring im Januar dieses Jahres in Berlin gegen Rux knapp nach Punkten. Hein ten Hoff bestreitet als Profi seinen sechsten Kampf in Berlin, er hat die bisherigen fünf gegen Kleinholdermann, Kölblin, Kohlbrecher, Jonas und Gardner gewonnen und dabei die deutschen Titel-' kämpfe gegen Kölblin und Kohlbrecher jeweils durch k. o. Sepp Hohenleitner vertreten. Außerdem kommen u. a. aus Schweden Sven Pettersson, aus Jugoslawien Janez Polda, aus Finnland Pentti Uotinen und aus den USA Art Devlin. Für Oesterreich geht unter anderen Rudi Dietrich an den Start, während die Mannschaften Kanadas, Japans, Italiens und der Schweiz noch nicht feststehen. Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Paris Paris ist am Wochenende, eine Woche nach Beendigung der olympischen Winterspiele in Oslo, Schauplatz der Weltmeisterschaften im Eiskunstläufen. Mit Ausnahme der Titelverteidigerin bei den Damen, Jeanette Altwegg (England), die sich nach ihrem Olympiasieg in Oslo vom sportlichen Wettkampfverkehr zurückzog, sind mit den Olympiasiegern Dick Button (USA) und dem Ehepaar Ria und Paul Falk alle vorjährigen Meister zur Stelle. Es ist nicht daran zu zweifeln ,daß sowohl Button als auch das Ehepaar Falk ihre in Mailand errungenen Titel erfolgreich verteidigen werden. Bei den Damen erwartet man einen harten Kampf zwischen Tenley Albright (USA) und der Französin • Jacqueline du Bief, die in .Oslo hinter Jeanette Altwegg die nächsten Plätze belegten. Vor . einheimischem Publikum gibt man allerdings der Französin die besseren Chancen. ; Sozialversicherungs-Pflichtgrenze liegt und die bei Spar- und Girokassen oder anderen Kreditinstituten sparen, jährliche Prämien vor, die nach Ablauf der Sparzeit äusgezahlt werden. Die Prämie soll bei einjähriger Sparzeit 5 Prozent der Ersparnisse betragen und sich jedes Jahr um 5 Prozent bis auf 25 Prozent bei fünfjähriger Sparzeit erhöhen. Die Auszahlung der Spargelder mit Prämien und Zinsen erfolgt nach Ablauf der gewählten Sparzeit. Dabei kann statt einer Barauszahlung die Gewährung von Einkaufsgutscheinen beantragt werden, die bei Unternehmen einlösbar sind, welche sich zu einem Preisnachlaß in Höhe von 3 Prozent verpflichten. Die deutsche Sparkassenorganisation wird dieses „Belohnungssparen“ der jungen Generation weitgehend unterstützen. Es sollte jedoch die Altersgrenze niedriger, etwa auf 30 Jahre, festgesetzt ^erden, weil das Sparen der Bezieher kleinerer Einkommen in jüngeren Jahren gefördert werden soll. Durch Herabsetzung der Altersgrenze könnte eine Erhöhung der Prämie für Kleinsteinkommen (unter jährlich netto 2400 DM) über den vorgesehenen Satz von 5 Prozent erreicht werden. Auftakt in der Sparerentschädigung Der erste Schritt ist in der Frage der Sparerentschädigung mit dem Bundestagsbeschluß auf 6,5- prozentige Aufwertung der über 50 RM liegenden Sparguthaben der Vertriebenen getan worden. Damit wird wenigstens schon auf einem Teilgebiet der von der deutschen Sparkassenorganisation erhobenen Forderung auf Wiedergutmachung des an den Sparern im Zuge der letzten Währungsreform begangenen Unrechts entsprochen. Die Nichtanrechnung der Korfnuote bei der DM-Umsiellung der Vertriebe- nen-Sparkonten stellt einen begrüßenswerten Fortschritt dar. Es ist zu hoffen, daß ähnliche soziale Gründe auch bei der allgemeinen Sparerentschädigung Berücksichtigung finden, da die Masse der Sparbuchsparer und insbesondere die kinderreichen Familien durch Anrechnung der Kopfquote bei der Kontenumwertung erheblich geschädigt wurden oder °ogar leer ausgingen. Marokko plant im Einverständnis mit dem französischen Mutterland umfangreiche Einfuhren aus OEEC-Ländem Vorgesehen sind vor allem Einfuhrfreigaben für Molkereiprodukte, Kartoffeln Verpackungsm - *»ri ai, Werkzeug-’ verarb-iteten Kautschuk. Chemikalien, P’i rm’azeutika «?»." men und Reifen, die zu Käufen in jedem beliebigen OEEC- Land berechtigen. Schwere Spiele in Nordbaden Friedrichsfeld — Schwetzingen; Phönix — KFV; Brötzingen — Daxlanden; Kirrlach — Hockenheim; Rehrbach — Leimen: Viernheim — Weinheim; Birkenfeld — VfR Pforzheim. Nordbadens Punktspiele in der 1. Amateuriiga sind auf dem Höhepunkt angekommen. Es geht nicht nur um Meisterschaft, zweiten Platz und Verbleib, auch der dritte Tabellenrang hat nunmehr Gewicht, da der Inhaber dieser Position zur Teilnahme an den Pokalspielen berechtigt ist. Für die Meisterschaft und den zweiten Platz sind am kommenden Wochenende schwere Auswärtshürden zu nehmen, wobei der KFV im Lokalkampf auf Phönix trifft. Der Ausgang der Begegnung muß ebenso wie der der Paarung Friedrichsfeld — Schwetzingen als offen bezeichnet werden. Friedrichsfeld hat nichts zu verschenken. Die Mannschaft liegt sehr aussichtsreich im Rennen um den dritten Platz und wird hierbei, außer von Phönix, vor allen Dingen von FV Daxlanden bedrängt, den dieses Mal im Brötzinger Tal bei den Germanen eine gefährliche Klippe erwartet. Bei den übrigen Begegnungen steht der Verbleib im Vordergrund. Im Pforzheimer Lokalkampf Birkenfeld — VfR können beide Kontrahenten Punktzuwachs brauchen. Von Viernheim und Weinheim ist das gleiche zu sagen, aber auch Rohrbach und Leimen haben nichts zu verschenken. In allen drei Spielen darf den gastgebenden Mannschaften ein Plus eingeräumt werden. Kirrlach sollte seine Siegeschance im Heimspiel gegen Hockenheim wahren. 2. Amateuriiga Mittelbaden, Staffel I Nur zwei Spiele in der Staffel I Odenheim — Neureut; Blankenloch — Ispringen. In der Staffel I der mittelbadischen 2. Amateuriiga finden am kommenden Sonntag nur zwei Spiele statt, wobei sich Neureut mit einem Sieg in Odenheim noch vor Dillstein auf den dritten Platz schieben könnte. Ispringen will im zweiten Spiel des Tages große Anstrengungen machen, um in Blankenloch zu einem Sieg zu kommen, was dazu reichen würde, endlich das Schlußlicht wieder abzugeben, da Odenheim gegen Neureut voraussichtlich nicht gewinnen kann. Staffel H: Durlach-Aue — Graben; Grötzingen gegen Weingarten; Tiefenbronn — Frankonia; Wiesental — Söllingen; Göbrichen — Knielingen; Eutingen — Berghausen. In der Staffel II stehen sechs Spiele auf dem Programm. Der klare Tabellenführer Knielingen steht in Göbrichen vor einem neuen Sieg, während man seinen Verfolgern Weingarten und Frankonia in Grötzingen bzw. Tiefenbronn bei weitem nicht diese Fävoritenstellung einräumen möchte. Eutingen sollte gegen das Schlußlicht Berghausen ohne große Mühe zu einem Sieg kommen, ln den beiden übrigen Spielen könnte es Platzsiege geben. Letztes Punktespiel des TSV Rot TSV Oftersheim — TSV Rot; SG St Leon— VfR Mannheim; 62 Weinheim — SV Ketsch; Birkenau gegen Leutershausen. Der Tabellenführer und Titelverteidiger in Nordbadens Handball, TSV Rot, trägt bereits am kommenden Sonntag sein letztes Punktspiel in dieser Saison aus. Dabei müssen die Roter ihre Visitenkarte beim abstiegsbedrohten TSV Oftersheim abgeben, wobei sie nur in bester Form zu den Punkten kommen werden. Nicht leichter hat es der VfR Mannheim, dem bei St. Leon gleichfalls eine schwere Aufgabe bevorsteht. Weinheim und Birkenau gelten in den Heimspielen gegen Ketsch bzw. Leutershausen als Favoriten. StnifeUänfe auf der Hornisgrinde Die traditionellen Hornisgrinde-Staffelläufe, die vom Ski-Club Karlsruhe veranstaltet werden, finden am kommenden Sonntag auf der- Hornisgrinde statt. Verteidiger des Wanderpreises bei den Männern ist der Skiclub Bühlertal, bei den Jugendlichen der SV Baiersbronn. Die Strecke der Männer geht über 4x10 km, die der Jugendlichen über 4x5 km.' Offene Konkurrenz der Kunstspringer Der Tum- und Sportverein Mannheim 1846 trägt am kommenden Sonntag im Mannheimer Herschel- bad anläßlich des 40 jährigen Bestehens seiner Schwimmabtedlung einen Kunstspringerkampf aus, an dem sich der TV Komwestheim (Franz Reichmann), der 1. Bad. Schwimmclub Pforzheim (Dr. Blume), die Freien Turner Neu-Isenburg (Heinz Ziegler), Eintracht 1861 Frankfurt (Arnold Zöller), der SV Grün-Weiß Frankfurt (Gustav Meyer) sowie der TSV 46 Mannheim (Erwin Sauer, Helmut Kinne) bei der Herrenkonkurrenz beteiligen. Beim Damen- Kunstspringen sind vertreten: Frankfurter Damen- SV (Hannelore Gottlieb), Sportclub Weiß-Blau Frankfurt (Gerda Schciktanz), TFG Eintracht 1861 Frankfurt (Sigrid Schwuttke) und TSV Mannheim 1846 (Frau Anny Schröder-Kapp, Frau Renate Kla- nig, Hilde Haag). Es ist die erste offene Konkurrenz für Kunstspringer im Südwesten des Bundesgebietes. Im Rahmenprogramm wird ein Clubkampf in den Schwimmkonkurrenzen ausgetragen, an dem sich der Karlsruher TV 1846, der SV Ludwigshafen, die TSG Neustadt, sowie die Mannheimer Vereine VGWV und TSV 1846 beteiligen. Insgesamt bestreiten zwölf Schwimmvereine das Jubiläumsturnier des TSV Mannheim 1846. Deutscher Eishockey-Obmann trat zurück Der deutsche Eishockeyobmann Adolf Walker (Stuttgart) hat am Donnerstag sein Amt als Obmann des deutschen Eishockeysports niedergelegt. In seinem Rücktrittsschreiben begründet Walker diesen Entschluß mit den Vorkommnissen in Oslo. Walker erklärte dazu einem DPA-Vertreter, daß es vor den Olympischen Spielen in Oslo zwischen ihm und Herbert Kunze, dem Vorsitzenden des DEV, wegen der Mannschaftsaufstellung zu einer kleinen Differenz gekommen sei. Darauf habe Kunze den Spielern gegenüber geäußert, daß Walker nichts vom Eishockey verstünde. Die deutschen Eishockeyspieler haben diese herabsetzende Aeußerung Kunzes sofort Walker mitgeteilt. Der deutsche Mannschaftskapitän, Karili Wild, hat die Aeußerungen Kunzes bestätigt. Nach seiner Rückkehr in die Heimat hat Walker aus den Presseberichten aus Oslo ersehen, daß er allein für das schlechte Abschneiden der deutschen Eis- hockeymannchaft verantwortlich gemacht wurde. Er stellt dazu fest, daß er keinerlei Einfluß auf die Mannschaft genommen habe und deshalb auch nicht verantwortlich gemacht werden könne. Dagmar Born heiratete Münchener Redakteur Die zweifache Skiweltmeisterin Dagmar Rom (Oesterreich), die in Oslo im Riesenslalom die Silbermedaille errang, heiratete im Osloer Rathaus den Münchner Redakteur Günther Peis. Die Eheleute hatten sich im November 1951 beim Training der österreichischen Skimannschaft auf dem Zugspitzplatt kennengelernt. Da die Eheschließung vor einem norwegischen Standesbeamten vollzogen wurde, muß ihre Rechtsgültigkeit durch einen Verwaltungsakt P r ^ künftigen Wohnort des Ehepaares (München) bestätig 5 v,-'erden. Durlach und Pforzheim wollen Chance wahren ASV Duriach — Bayern Hof; SSV Reutlingen — ASV Feudenheim; 1. FC Pforzheim — Wacker München; Hessen Kassel — BC Augsburg; VfR Aalen — FC Freiburg; ASV Cham — SV Wiesbaden; Darmstadt 98 gegen TSV Straubing; TSG Ulm 46 — FC Singen 04; 1. FC Bamberg — Jahn Regensburg. Internationale Elite bei der Skiflugwoche Olympiasieger von Oslo am Start - Tauno Luiro auch wieder dabei === Siadtumschau = Die Steinz^ugH erke Rudolf Harsch in Bretten: Von der Tonerde bis zur Gebraudisheramik In einzelnen Arbeitsräumen Temparstu reu bis zu 60 Grad — Vom kleinen Handwerksbetrieb bis zur großen Industriefirma „Dort, wo zwei sich kreuzende wichtige Straßen einige Kilometer als Bundesstraße 35 das gleiche Straßenband benutzen, wo der Verkehr aus dem badischen Raum Karlsruhe und Mannheim —Heidelberg in den württembergischen Raum Stuttgart—Heilbronn binitb erwechselt, liegt auf der Höhe zwischen Diedelsheim und dem Industriestädtchen Bretten ein stattlicher Gebäudekomplex, das Steinzeugwerk Rudolf Harsch.“ So beginnt die im Jahre 1949 von Diplomingenieur Georgy verfaßte Betriebschrondk eines heimatlichen Industrieunternehmens, dessen Ruhm im südwestdeutschen Raum seit Jahrzehnten einen guten Klang hat. Diesem Brettener Industriewerk, dem einzigen seiner Art in unserer engeren Heimat, galt unser Besuch. Entscheidend für diese Visite war nicht allein die Tatsache, daß das Werk in Fachkreisen bekannt und geachtet ist, sondern . . . Nun, ja, gestehen wir's ruhig: Neugierde war es auch. Steinzeug, das k’ingt für den Laien prosaisch. Ge- brauchs'keramik ist schon besser. Vor allem kann man sich eine kleine Vorstellung von dem machen, was innerhalb des 50 Ar großen Fabrikgeländes produziert wird. Keramik, mit diesem Begriff .verbindet sich die Vorstellung von irdenen Geschirren, aber auch von kunstgewerblichen Gegenständen mancherlei Form und Zweck aus gebranntem Ton. Aber unter Gebrauchskeramik versteht man doch noch etwas ganz anderes: Großstückige Gegenstände aus gesintertem Ton, die in der Tiefbautechnik und in der Landwirtschaft in mehr als 50 Formen Verwendung finden. In der Tiefbautech- nik begegnen sie uns als Kanalisationsrohre, Dolen, Großraumleitungen (u. a. auch in der chemischen Industrie) und in der Landwirtschaft als Futtertröge, Gärbehälter, als Wassersteine und Ersatz für Einmach- g'äser und als das (so viel gelästerte) Trockenklosett. Und das alles heißt chlicht und einfach: Steinzeug. Mh 12 Jahren beging Heinz seinen ersten Diebstab 1 als er einem Klassenkameraden ein paar Mark und eine Lebensmittelkarte entwendete. Zu jener Zeit lagen gerade amerikanische Neger in der Kaserne, und Heinz war mehr dort als in der Schule. Arreststrafen und Prügel halfen nichts. Als er den zweiten Diebstahl beging, drohte man ihm Fürsorgeerziehung an, zumal er laufend Zigaretten rauchte, und er sich nach seinem ganzen Verhalten zum Stromer zu entwickeln schien. Nachdem er sich bald darauf zum dritten Mal an fremdem Eigentum vergriffen hatte, steckte ihn das Jugendamt nach Flehingen. Dort zeigte er sich zunächst faul und widerspenstig, stellte sich aber rasch um, denn er merkte, daß er bei guter Führung wieder entlassen werden könne. Schließlich brachte er es auch soweit und wurde heimgeschickt zur Mutter — der Vater war schon vor Jahren gestorben und hatte keinen wesentlichen Einfluß' auf die Erziehung seines Sohnes nehmen können. Die Mutter, kränklich und zu schwach, um ihn richtig an die Kandare zu nehmen, Meß ihn treiben, was ihm behagte, und so kam es zur vierten Straftat. Heinz brach in einem Haus in Bruchsal ein und entwendete dort einen größeren Geldbetrag, Jetzt schaltete sich der Jugendrichter ein und schickte ihn Am Anfang war Ton, Schamottbruch und Sand Wenn das fertige braun oder schwarzbraun glänzende Fabrikat auf dem Lagerplatz gestapelt wird, hat es rund ein Dutzend Arbeitsgänge durchlaufen. Man sieht den fertigen Rohrstücken oder Rundbehältern nicht mehr an, daß am Anfang des Produktenganges das Ausgangsmaterial Ton, Silbersand und Schamott- oder Fliesenbruch war. Ja, sie haben schon richtig verstanden. Nur 55 Prozent des Ausgangsmaterials sind Ton. Die übrigen 45 Prozent bestehen aus Sand und Schamottbruch. Erinnern Sie sich an die Krämerin aus dem Märchen •vom König Drosselbart? Damals war mit den Scherben nichts mehr anzufangen. Heute sind sie ein wesentlicher Bestandteil des Steinzeugs. Als wir unseren Rundgang durch das Werk begannen, wurde gerade eine ganze Wagenladung Geschirrscherben der Kugelmühle zugeführt, in der die traurigen Ueberreste ehemaliger Haushaltservice zu feinem Korn zertrümmert wurden, um dann mittels eines Löffelpatemosters dem „Sumpf“ zugeführt zu werden. . In dieser Naßzubereitung wird das endgültige Mischungsverhältnis des Rohstoffes hergestellt. Nach dem vier bis fünf Stunden dauernden „Bad“ wird das Material über einen Tonraspler (Mutters Spätzlemaschine ist gegenüber dieser Maschine ein Spielzeug) geknetet und schließlich in Ballen geschnitten der Presse zuge- für 10 Wochen in Jugendarrest und anschließend wieder nach Flehingen. Aber alle Erziehungsversuche schlugen fehl. Wohl zeigte er sich in der Pflegeanstalt außerordentlich willig und arbeitsäm, aber dies war nur Mittel zum Zweck. Kaum war er auf Grund seines scheinbar verständigen und ordentlichen Verhaltens entlassen worden, beging er einen weiteren schweren Diebstahl. Er brach nachts im Hause seines Großvaters ein, um dort Geld zu stehlen. Mit einer tlnverfrorenheit sondersgleichen ließ er sich zunächst in der Küche nieder und begann zu vespern. Erst als seine Tante wach wurde und die Polizei alarmierte, legte er Brot und Wurst beiseite, suchte nach Geld, nahm ein gefülltes Portemonnaie an . sich und verschwand durchs Fenster. Dummerweise hielt er auf dem Rüdeweg ein Auto an, in dem ausgerechnet drei Kriminalbeamte aus Bruchsal saßen. So war es nicht schwer, ihn als Täter zu entlarven und dem Strafrichter zuzuführen. Der Vertreter des Jugendamtes und der Staatsanwalt beantragten übereinstimmend eine angemessene Jugendigefängnisstrafe, da bei einem so haltlosen Jugendlichen Erziehungsmaßnahmen oder Zuchtmittel keine Aussicht auf Erfolg traben. Der Jugendrichter schloß sich dieser Auffassung an und verhängte eine Jugendgefängnisstrafe von 8 Monaten. m. führt. Und hier beginnt dann die eigentliche Steinzeugherstellung. Handarbeit ist durch die Maschine nicht zu ersetzen Die fabrikmäßige Steinzeugherstellung ist aus dem Töpferhandwerk hervorgegangen, und es zeigt sich auch heute noch, daß die raffiniert konstruierten Maschinen die Arbeit von Hand, vor allem aber das Fingerspitzengefühl des Töpfers nicht ersetzen können. Die Presse liefert nur die rohe Form der Rundstücke, die durch manuelle Bearbeitung schließlich in die gewünschte Form gebracht werden müssen. Das Gewindeschneiden der Stutzen bei den Abzweigungen verschiedener Kanalisationsrohre z. B. kann nur durch die Hand des erfahrenen Töpfers ausgeführt werden. Besonders eindrucksvoll ist die Handwerksarbeit dann in der Abteilung, wo die landwirtschaftliche Keramik produziert wird. Hier wird der in Ballen angelieferte Ton mittels einiger weniger Modelle nur von Hand bearbeitet. Es ist erstaunlich, wie schnell geschickte Hände dem Ton die .gewünschte Form geben. Es ist dies umso bemerkenswerter, als in diesen großflächigen Räumen Temperaturen von- nahezu 60 Grad herrschen, die Arbeiter also im wahrsten Sinne des Wortes im Schweiße ihres Angesichts arbeiten,. Der letzte Akt des Schöpfungsprozesses: das Brennen Nachdem die fertigen Arbeitsstücke in den Trockenräumen getrocknet wurden, werden sie in den vier Brennöfen bei unvorstellbaren Temperaturen gebrannt. Bei diesem Vorgang sintert der Ton und wird gegen Feuchtigkeit und Chemikalien immun. Die Steinzeugwerke Rudolf Harsch, die Sich im Laufe der Zeit aus einem kleinen Handwerksbetrieb zu seiner jetzigen Bedeutung entwickelt haben, verdanken diese Stellung in der heimischen Wirtschaft nicht zuletzt der laufenden Vervollkommnung der technischen Betriebs- einrichtungen, die auch heute noch nicht abgeschlossen ist. Vollbeschäftigt und Aussichten auch weiterhin günstig Die Belegschaft des Steinzeugwerks setzt sich zum großen Teil aus Facharbeitern zusammen, unter denen zahlreiche Neubürger zu finden sind, die sich hier eine neue Lebensstellung erarbeitet haben Wir sprachen eingangs davon, daß Steinzeug in mehr als fünfzig Formen Verwendung findet. So vielgestaltig die Produktionszweige des Steinzeugwerkes sind, so vielgestaltig sind auch die Absatzgebiete, die vor allem im Süd westdeutschen Raum liegen. Tageskalender für 29. Februar Europalichtspiele Bruchsal, 17, 19 und 1 21 Uhr „Die verschleierte Maja“. Casino-Lichtspiele Bruchsal, 17 und..20 Uhr „Die Nachtwache“, 22.15 Uhr „Der Glöckner.. vPri.NotreT. Dame“. . . Schloßtheater Bruchsal, 18.30 und 20.45 Uhr „Erzherzog Johann s große Liebe“. Badisches Staatstheater, 19.30 Uhr im Großen Haus Gastspiel Gustaf Gründgens „Die Räuber“. Frankonia Bruchsal, 20.30 Uhr Spielerversammlung im Gasthaus zum „Klosterberg“. Freitag, den 29. Februar 1952 Motorfahrer-Club Bruchsal. Am Samstag, 1. März, 20 Uhr, im „Winzerstüble“ Monatsversarnmlung mit Vortrag des Polizedchef Gg. Bissinger über die neue Straßenverkehrszulassungsverordnung. Vollzähliges Erscheinen erbeten. Kolpingsfamüie. Zu dem am Sonntag, dem 2. März, stattfindenden Treffen des Bundes katholischer Jugend" sind alle Jungmitglieder herzlich eingeladen. Das Thema lautet „Kirche und Politik“. Gedenkfeier für verweigertes S e lbstbestimmungs- recht. Dr. Lodgmann von Auen, der Hauptvorstand der Sudetendeutschen Landsmannschaft und Präsi- d entstellvertret er des Bundes vertriebener Deutscher, spricht kommenden Samstag, 1. März, 17 Uhr, im Bonifatiussaal in Karlsruhe bei einer Gedenkfeier für die im März 1919 für das Selbstbestimmungsrecht ihrer Heimat gefallenen Sudetenländer. MGV „Liedertafel“. Heute, Freitag, 20 Uhr, im Lokal „Denner“ anläßlich der am kommenden Sonntag, vormitags 11 Uhr, auf dem' Friedhof stattfindienden Totenehrung, wichtige Chorprobe. Erscheinen aller Sänger ist Pflicht.. Bruchsaler Sterbetafel- Am Dienstag starb im Alter von 85 Jahren Frau Margaretha Schmelcher, geb. Brunner, Witwe des Sparkassendirektors Heinrich Schmelcher, Huttenstraße 47. Geburien. Hans Dieter, V. Kraftfahrer Helmut Grassel, Eichelbergweg 12, Rainer, V. Elektro-Instal- lateur Albert Siegele,. Württembergerstr. 117, Ilona, V. Helmut Rieber, Weidenbusch 7, Isolde, V. Arbeiter Manfred Bürger, Franz-Siegel-Weg 1, Wolf gang, V. Studienrat Ivo Ofner, Brauereiweg- 2. Philippsburger Stadlnolizen Obstbaumbegehung 1952 Die diesjährige Obstbaumbegeh-ung findet morgen Samstag statt. Zusammenkunft um 9 Uhr am Rathaus. Olubmeisterschaften des Ski- und Kanuklub Philippsburg Der Ski- und Känuklub veranstaltet am Samstag, diem 1. März, und am Sonntag, dem 2. März, seine diesjährigen Meisterschaften dm Aibfährts- und Tor- laui. Abfahrtszeiten: Philippsfourg, Saimstagnachmit- tag 2 Uhr, Sontagvormittag 6 Uhr auf dem Marktplatz. Sonntagvormittag: Wiesental 5.30; Kirrlach beim Waldpark 5.40; Waghäuisel Kirche 5.45; Oberhausen Kirche 5.55; Huttenheim, wie üblich 6.10; Neudorf Tankstelle 6.20 Uhr. „Hochzeitsnacht im Paradies“ Die Gloria-Lichtspiele bringen den neuen großen Heesters-Film mit Claude Farell, Gretl Schörg. Ein Filmerlebnis, das unvergeßlich bleibt: Man sieht die Welt mit anderen Augen an. Der erste neue deutsche Operetten-Film. Ein Marischka-Bolivary-Film nach der gleichnami- ^ gen. OEferefte; voti'Hdnz"Hfentgchteemot Gretl Schörg,.!- ‘Frife:Ramön4,: Bdm"K!rüaer,''Ösikar'Sitna, Fritz Ode- m