Redaktion bb 3 Verla*j BradtsaU Worthstraße H, Telefon He- 2121 Bii«|iprein Honmtlidt DM 2.90 eintdbUeRidt TrXgecgebühit PoBtnstellao* DM 2.45 nufi^idi ZaateUgebäliz. —• EfM4wi n C •n federn Ta* der Tode, außer sonn« and feiert***- Fl R RRAICN6AH 1MD BRiMRAI* iaingeapieiN trat ftreisfote. — BmUnaten: Span- ä 8 RreÄl» bade Bndtitl Nc. 609; Stadt. Sparkasse Pfaflippsbing Nr. IßL Boetfldted&oatot Amt Karkrobo. Jfe. 36140- — Bei Stoma* AvaA kotiere Gewalt besteht kein Erotans proA. Nummer 98 Montag, 28. April 1952 Einzelpreis 20 Pfennig Revisionsklausel im Generalvertrag Adenauer: Wiedervereinigtes Deutschland muß gleiche Rechte haben wie Bundesrepublik BONN. Bundeskanzler Dr. Adenauer kündigte am Samstag in Bonn an, daß der deutsch-alliierte Generalvertrag Jederzeit auf Antrag einer neu gebildeten gesamtdeutschen Regierung revidiert werden kann. „Eine entsprechende Klausel ist im Generalvertrag enthalten, daß nach Wiederherstellung der deutschen Einheit oder nach Bildung einer europäischen Föderation alle Signatarstaaten eine Revision des Vertragswerkes beanspruchen können“, betonte der Kanzler auf der Jahresversammlung des Vereins der Union-Presse. Von deutscher Seite sei von vornherein Wert darauf gelegt worden, daß einem wiedervereinigten Deutschland mindestens die gleichen Rechte zugestanden werden müssen, die die Bundesrepublik nach Abschluß der Verträge erhält. Das Ende der Sträflingsmeuterei in Jackson. Einzeln und mit erhobenen Händen wurden die Sträflinge von dem bewaffneten Aufsichtspersonal in Empfang genommen. Antwort an Moskau „auf gutem Wege" PARIS. Von gut unterrichteter Seite in Paris verlautet, daß die Vorbereitung der Antwort der drei Westmächte auf die letzte sowjetische Deutschlandnote „auf gutem Wege“ sei. Die großen Linien des Antwortentwurfes würden gegenwärtig von den zuständigen Dienststellen des Außenministeriums geprüft. Die französische Regierung werde zu Beginn dieser Woche zu diesem Entwurf Stellung nehmen, so daß die Antwort an Moskau in einigen Tagen erfolgen könne. „Immer noch auf dem Pulverfaß" LONDON. Der Empire-Generalstabschef Feldmarschall Sir Williams Slim sagte am Sonnabend, die unmittelbare Kriegsgefahr habe infolge der zunehmenden Stärke der freien Welt im letzten Jahr nachgelassen. „Wir sitzen aber immer noch auf dem Pulverfaß, und es ist leicht für irgendjemanden bewußt oder fahrlässig den Funken daran zu halten“. Slim sprach über den Rundfunk zu Beginn der Wiederaufstellung der britischen Heimwehr, mit der heute begonnen wird. Äegyptisch-spanisches Kulturabkommen KAIRO. Der spanische Außenminister Artajo und sein ägyptischer Kollege Hassum Pascha Unterzeichneten am Sonnabendabend im ägyptischen Außenministerium ein Kulturabkommen,für ihre beiden Länder. PARIS. Die Möglichkeit einer Westmächtekonferenz über die deutsch-französischen Beziehungen cfrurde am Samstagabend' in Pariser politischen Kreisen erörtert. Es heißt, die französische Regierung trage sich mit dem Gedanken, mit den USA und Großbritannien gemeinsam die schwierige Situation zu überlegen, in die die französisch- deutschen Beziehungen durch die jüngsten Entwicklungen geraten sind. Eine Bestätigung dafür konnte vom französischen Außenministerium bisher noch nicht erlangt werden. Zwar hat sich die anfängliche Aufregung der politisch interessierten Oeffentlichkeit Frankreichs über die Feststellung Bundeskanzler Dr. Adenauers bereits etwas gelegt, daß der vorgesehene Vertrag mit Deutschland zunächst nur die Bundesregierung, nicht aber notwendigerweise auch eine zukünftige gesamtdeutsche Regierung binden würde. Dies wird als juristisch selbstverständlich betrachtet In der französischen Regierung befürchtet man aber, daß''die Feststellung des Bundeskanzlers die politischen Gegner der Regierungskoalition zu neuen Angriffen auf den Plan rufen wird. Vor allem wird nach Ansicht französischer Regierungskreiste die Stellung der Gegner der europäischen Verteidigungsgemeinschaft gestärkt werden. Ueber die Ergebnisse der Vormittagssitzung des Kabinetts, auf der die jüngste Aeußerung des Bundeskanzlers erörtert wurde, ist bisher nichts'bekannt geworden. Einzelne politische Beobachter glauben, Frankreich werde jetzt eine schärfere Formulierung der vorgesehenen britisch-amerikanischen Garantie gegen ein „Ausbrechen“ Deutschlands aus der europäischen Verteidigungsgemeinschaft verlangen. In London hat die Erklärung Dr. Adenauers, der Generalvertrag sehe für den Fall der Wiedervereinigung Deutschlands die Ueberprüfung aller in Frage kommenden Verträge vor, keine Ueberraschung ausgelöst. Europäische Sozialisten Ober deutsche Einheit BONN. Vertreter der sozialistischen Parteien in Frankreich (SFIO), England (Labour Party) und Deutschland (SPD) besprachen am Sonntag in Bonn gemeinsam Fragen der Verteidigung Europas und der Einheit Deutschlands. Auf einer Pressekonferenz lehnten Guy Mollet (SFIO) und Hugh Dalton (Labour) die Europaarmee in ihrer gegenwärtigen Form ab. Der Sprecher der französischen Sozialisten betonte, daß die endgültige Stellungnahme seiner Partei von dep Garantien ab- hänggn werde, die Frankreich in einer europäischen Verteidigung erhält. Dalton betonte, daß weder die Labour- noch die konservative Regierung sich jemals für eine aktive Beteiligung Großbritanniens an der Europaarmee ausgesprochen, daß sie aber drei gut ausgerüstete Panzerdivisionen auf den Kontinent geschickt hätten, was im Moment besser sei als „die Diskussion über ein ungeborenes Kind“. Im Hinblick auf die französische Kritik wies der Kanzler darauf hin, daß auch Frankreich der Revisionsklausel im Generalvertrag zugestimmt hat. Es bestehe daher für alle Partner die Möglichkeit, das Vertragswerk einer späteren Revision zu unterziehen. Der Kanzler wies in diesem Zusammenhang gleichfalls darauf hin, daß ein Friedensvertrag mit dem wiedervereinigten Deutschland nur auf Grund einer freien Vereinbarung zustande kommen könne. Bonner Regierungskrise wiesen am Samstag darauf hin, daß der deutsch-alliierte Generälvertrag und der Vertrag über die europäische Verteidigungsgemeinschaft voraussichtlich in der zweiten Maihälfte zur Unterzeichnung vorliegen. Als Unterzeichnungsorte seien Paris und Bonn vorgesehen. Es wird in diesem Zusammenhang bedauert, daß in Anbetracht der historischen Bedeutung der Verträge getrennte Unterzeichnungsorte gewählt werden sollen. Endgültige Absprachen müßten noch getroffen werden. Bundeskanzler Dr. Adenauer hat den Regierungsparteien versichert, daß er das deutsch-allüerte Vertragswerk nur nach vorheriger Zustimmung der Regierungskoalition unterzeichnen will. Wie von unterrichteter Seite am Samstag in Bonn verlautete, ist der Kanzler damit einem Wunsch des Bundeskabinetts und der Regierungsparteien nachgekommen, die vor der Unterzeichnung der Verträge eingehend unterrichtet werden möchten. In diesem Zusammenhang wird in Bonn die Auffassung vertreten, daß nach Möglichkeit auch das. Gesetz über den Lastenausgleich noch vor der Unterzeichnung des Generalvertrages im Parlament behandelt wird. Die Unterzeichnung des deutsch- alli- ietren Verträgswerkes — die für Mitte Mai vorgese- ierten Vertragswerkes — che für Mitte Mai vorgese- da die Beratungen sowohl über die Verträge als auch über den Lastenaiusgleich längere Zeit in Anspruch nehmen. Der Bundeskanzler wird heute zu einer neuen Konferenz mit den drei alliierten Hohen Kommissaren Zusammentreffen, um die Aufteilung des deut- Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ollenhauer ging auf Einzelheiten über die besprochenen Themen nicht ein, da die Haltung der SPD dazu bekannt sei. Er betonte, daß die Konferenz keine Beschlüsse gefaßt und nur informativen Charakter gehabt habe, sie sei aber „sehr fruchtbar“ gewesen und im kameradschaftlichen Geist verlaufen, so daß man beschlossen habe, solche Aussprachen in regelmäßigen Abständen fortzusetzen. Hoffmunn für neue Saarverhandlungen SAARBRÜCKEN. Der saarländische Ministerpräsident Hoffmann trat am Sonntag erneut für „Dreierverhandlungen über die Saar mit dem Ziel einer europäischen Lösung“ ein. Es sei bedauerlich, daß die Bundesregierung direkte Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich über dieses Thema nicht mehr für möglich halte. Hoffmann behauptete, der Bundeskanzler habe vor dem Ministerausschuß des Europarates erklärt, daß Vertreter der französischen Regierung und der Bundesrepublik mit Vertretern der Saarregierung die Voraussetzungen für freie und demokratische Wahlen prüfen sollten. Diese Besprechungen könnten nur den Zweck haben, festzustellen, ob Behauptungen zutreffen, daß an der Saar Voraussetzungen für freie Wahlen nicht gegeben sind. ! I TOKIO. Die Waffenstillstandsverhandlungen in Pan Mun-jon erfuhren am Sonntag eine dramatische Wendung, als die UNO-Unterhändler eine Stunde vor Beginn der von ihnen geforderten Vollsitzung — der ersten seit zwei Monaten — den kommunistischen Delegierten eine Absage aus „unumgänglichen Gründen“ schickten. Es war damit gerechnet worden, daß auf der am Freitag von der UNO-Delegation für Sonntag geforderten Vollsitzung ein„ neuer kühner Plan“ zur Ueberwindung des toten Punktes bei den Verhandlungen in Pan Mun-jon vorgelegt werden sollte. Washingtoner Berichte sprechen davon, daß dje Verschiebung der Vollsitzung erwartet worden sei. Dort vermutet man, daß ein in Korea unter der UNO-Flagge kämpfender Staat in letzter Minute um Bedenkzeit gebeten hat, um den mysteriösen Plan noch einmal zu erwägen. Die UNO-Delegation teilte den Kommunisten mit, sie werde sie davon in Kenntnis setzen, wenn sie zur Abhaltung der Vollsitzung bereit ist. In Washington rechnet man damit, daß die Vollsitzung innerhalb von 48 Stunden zustandekommt, falls nichts Unvorhergesehenes eintritt. Me Vollsitzung war von der UNO erbeten worden, nachdem die Kommunisten che Besprechungen der sehen finanziellen Verteidigungsbeitrages als letztes Hindernis vor dem Abschluß der Vertragsverhandlungen zu beseitigen. Bemühungen um Aussprache Adenauer — Schumacher Von zuständiger Seite der CDU/CSU-Bumdestags- fraktion wurde am Sonnabend der über den Briefwechsel zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und dem SPD-Vorsitzenden Dr. Schumacher entstandene Konflikt bedauert. Nach Ansicht der CDU/CSU hätte die SPD das vom Kanzler vargeschlagene Gespräch nicht ausschlagen sollen. Nach Auffassung der gleichen Kreise hätten sich bei dieser Gelegenheit auch die Mißverständnisse über das Rundfunk-Interview aufklären lassen, in dem sich der Bundeskanzler für Viermächte-Deutschland-Verhandlungen ausgesprochen hatte. Wie verlautet, wollen die Regierungsparteien in der kommenden Woche versuchen, eine Aussprache zwischen dem Kanzler und der Opposition herbeizuführen. Gerade durch das Rundfunk-Interview des Kanzlers und den Brief Dr. Schumachers zeige sich, daß, abgesehen von einigen Nuancen in der Methode der Behandlung, grundsätzliches Einverständnis über das Zustandekommen von Viermächte-Deutschland- Verhandlungen bestehe. STUTTGART. Der Ministerpräsident des südwestdeutschen Bundeslandes, Dr. Reinheld Maier, erklärte' am Samstagabend in einer Ansprache über den Süddeutschen Rundfunk und den Südwestfiunk, .die am Freitag vollzogene Regierungsbildung beruhe auf einer unangreifbaren Grundlage. Die Opposition behaupte, die Regierung sei überstürzt gebildet worden. Die Regierung sage demgegenüber, daß ihr die Fähigkeit und die Kraft zu klarer und fester Aktion innewohne. Diese Tatsache werde die Opposition in der Zukunft noch häufiger gewahr werden. Zu dem von der CDU an den Bundeskanzler gerichtete! Telegramm sagte der Ministerpräsident, dieses bezwecke die Autorität der neuen Regierung vor dem rechtsunkundigen Volk herabzumindem. Der Protest der CDU habe in Bonn übrigens keinen Eindruck gemacht. Ministerpräsident Dr. Maier setzte sich sodann mit den Forderungen der Altbadener auseinander, die, wie er sagte, den Streit nicht begraben hätten. Die Altbadener hätte mitten in den Koalitionsverhand- lungen zum Beispiel die Wiederauflösung des neuen Bundeslandes innerhalb von zehn Jahren und die Aufrechterhaltung der beiden alte Länder in der Form von selbständigen Landesbezirken verlangt. Dr. Maier wies ferner darauf hin, daß bisher unentwegte Mitstreiter der CDU für den Südweststaat nach dem 9. März einen Stellungswechsel vorgenommen hätten. Sie könnten mit Rücksicht auf den Zusammenhalt der eigenen großen Partei ihre aufrechte und selbständige Politik nicht einhalten. Sie seinen in die Generallinie ihrer Partei eingeschwenkt und diese heiße, halb dafür und halb dagegen. Noch schwerer als die programmatischen Forderungen der Altbadener wäre jedoch das offizielle Verhalten Südbadens in dem bisherigen südwestdeutschen Ministerrat, insofern als die Freiburger Regierung die wichtigsten Beschlüsse trotz der Zustimmung ihrer Vertreter im Ministerrat nicht ausgeführt habe. Stabsoffiziere über den Gefangenenaustausch abgebrochen hatten. Die Berichte von dem „neuen kühnen Plan“ haben zu der Annahme geführt, daß der UNO-Chefdelegierte, Admiral Joy, beabsichtigt, eine erneute Ueberprüfung der 53 000 kommunistischen Kriegsgefangenen anzubieten, die eine Rückkehr hinter die kommunistischen Linien, abgelehnt haben. Andere Vermutungen besagen, daß die Kommunisten möglicherweise nicht mehr auf einer sowjetischen Teilnahme an der W af fenstillstands-Ueberwachungs- kommission bestehen werden, wenn die UNO-Delegation ihnen die Wiederherstellung der Flugplätze auf dem kommunistisch beherrschten Gebiet Nordkoreas zugesteht Die Stabsoffiziere verhandelten am Sonntag eine halbe Stunde über die Frage der Überwachung des Waffenstillstandes. Abschiedsbesuch Ridgways General Ridgway besuchte Kaiser Hirohito am Sonnabend zum letztenmal in seiner Eigenschaft als oberster Betelshaber der alliierten Besatzungstruppen in Japan. Von heute an, dem Tag des Inkrafttretens des japanischen Friedensvertrages, wird Ridgway nur noch Oberbefehlshaber der UNO-Truppen in Korea und der amerikanischen Streitkräfte im Fernen Oste und Japan sein. Bekenntnis zur Freiheit des Geistes BERLIN. -Zu einem Bekenntnis für die Freiheit des Geistes gestaltete sich am Sonntag die Eröffhungs- kumdgebung der Schriftsteller-, Verleger- und Buchhändlertagung im Berliner Schüler-Theater. Gleichzeitig mit der neugegründeten Vereinigung der deutschen Schriftstellerverbände e. V. (Berlin-Hamburg) veranstaltet der Börsenverein der deutschen Verleger- und Buchhändlerverbände eine Tagung in Berlin. Vor zahlreichen Vertretern des Berliner Senats, des Bundeshauses und der politischen- und kulturellen Vereinigungen rief Dr. Josef Knecht, der erste Vorsitzende des Börsenvereins der deutschen Verlegerund Buchhändlerverbände zur Verantwortung vor der Freiheit des Geistes auf. „Wir erstreben mit leidenschaftlichem Herzen die Einigung aller Deutschen, die heute noch durch willkürliche Zonengrenzen getrennt sind, aber wir wollen auch hoffen, daß diese Einigung in den europäischen Zusammenschluß aller fredheitliebenden Menschen hineingebaut werde“, sagte Knecht. Zu Beginn hatte der Berliner Senator für Volksbildung, Professor Joachim Tiburtius, alle An* wesenden, unter denen sich auch die Präsidenten der verschiedenen Schriftstellerverbände ans der Bundesrepublik befanden, willkommen geheißen. Seinen besonderen Dank sprach er für die Bereitwilligkeit der Verbände aus, diese gewichtigen Tagungen in Berlin stattfinden zu lassen. Türkisch-griechische Verhandlungen ATHEN. Eine von Außenminister Fuad Koepruelue und Ministerpräsident Menderes geleitete türkische Delegation ist am Wochenende zu Besprechungen mit der griechischen Regierung in Athen eingetroffen. Die Minister und Militärs, die der Delegation angehören, werden voraussichtlich bis zum 30. April als Gäste der griechischen Regierung in Athen bleiben. Als das schwierigste Problem wird das Kommando über die der NATO unterstellte griechischen und türkischen Truppen angesehen. Beide Staaten wenden sich gegen den Plan, ihre Militärverbände einem italienischen Oberkommandierenden zu unterstellen. Eine andere Frage, die bei den Gesprächen nach Ansicht unterrichteter Kreise eine Rolle spielen wird, ist die Besserung der Beziehungen und eine erweiterte Zusammenarbeit mit Jugoslawien. das neue Bundesland die Bonner Wirtschafts-, Sozial- und Außenpolitik lahmlegen könne und wolle. Dr. Maier sagte, seit dem Jahre 1951, als die CDU mit eigenwilligem Hechtsprung die seit 1945 bewährte Große Koalition verlassen habe, bestehe im Lande Württemberg-Baden die Kleine Koalition zwi- Ministerpräsident Dr. Reinhöld Maier mm P&S4 sehen SPD und DVP. Mese Koalition, die bei ihrer Begründung eine Art Zwangsehe gewesen sei, habe zur unangefochtenen Zufriedenheit gearbeitet und dem Land weitere fünfviertel Jahre friedlicher innerer Verhältnisse beschert. Das bisherige Land Württemberg-Baden habe nachweisbar in dieser Zeit seine Bundesratspolitik nicht zum Instrument der Parteipolitik gemacht Die heftigsten Widersacher der Bundesregierung seien die großen CDU/CSU-Bundee- länder. Gegenüber der massiven Opposition von Nordrhein-Westfalen oder Bayern glichen die Einwendungen Württemberg-Badens „dem Säuseln des Windes“. Abschließend erklärte Dr. Maier, die Regierung werde wohlüberlegt Schritt für Schritt dem neuen Bundesland seine Gestalt geben und aus ihm ein trfeues und festes Glied der Deutschen Bundesrepublik machen. Der zweite FDP-Vorsitzende Schäfer stellte am Sonnabend in Bonn fest, daß „ein Uebergewicht landespolitischer Erwägungen, die sich weitgehend von der Erfahrungswelt in Bonn unterscheiden“, die DVP/FDP veranlaßt habe, im neuen südwestdeutschen Bundesland eine klare Koalition mit der SPD einzugehen. Dagegen erklärte der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag und Landesvorsitzende der FDP Hessen, August Martin Euler, am Sonnabend in Frankfurt, die Koalitionsentscheidung der südwestdeutschen DVP stelle „einen schweren Affront gegen die Politik der Gesamtpartei „ dar und nötige sie, Maßnahmen zu ergreifen, die verhüten, „daß Politik und Ansehen der FDP weiterhin durch das Verhalten der DVP geschädigt werden". Der nordrhein-westfälische FDP-Vorsitzende, Dr. Paris erwägt alliierte Deutschland-Konferenz Frankreich will mit den anderen Westmächfen über deutsch-französische Beziehungen beraten Als eine Fabel bezeichnete Dr. Maier die Behauptung „übernervös gewordener Bundespolitiker“, daß UNO sagt Vollsitzung in Pan Mun-jon ab „Neuer kühner Plan" zur Ueberwindung des toten Punktes wird erwartet Maier: Regierung auf unanfechtbarer Grundlage Heltige luseinandersefzungen innerhalb der Gesamt-FDP über die Haltung der DVP Seite 2 / Nummer 98 Montag, 28. April 1952 Blücher für „Wirtschaftsraum Europa" Technische Messe in Hannover eröiinet - Exportbemühungen kein Wirtschaftsimperialismus Middelhauve, erklärte am Sonnabend, die Angriffe der CDU wegen der Koalitionsbildung im neuen südwestdeutschen Bundesland seien ohne Berechtigung. Im Hinblick auf die Koalition CSU/SPD/BHE in Bayern und auf die „immer wieder vergeblich unternommenen Versuche zur Bildung einer CDU/SPD- Regierung in Nordrhein-Westfalen“ sei die CDU in keiner Weise legitimiert, die FDP anzugreifen. Maßgebliche CDU-Kreise stellten am' Samstag in Bonn fest, daß durch die Bildung einer Koalitionsregierung SPD/DVP (FDP) in Stuttgart „das Tischtuch zwischen CDU und FDP auf Bundesebene nicht zerschnitten“ ist. Es komme jetzt darauf an’, die staatsrechtlichen Zusammenhänge im Hinblich auf die Stuttgarter RegierungsbilSung durch den neugewählten Ministerpräsidenten des Südweststaates, Dr. Maier, zu prüfen. Das für den Südweststaat vorgesehene Ueberleitungsgesetz gestattet nach Auffassung dieser CDU-Kreise nicht die Bildung einer Regierung, sondern nur die Wahl eines Ministerpräsi- deaten. Der südbadische Staatspräsident Leo Wohieb stellte am Sonnabend in Stuttgart fest, daß der Grundgesetzartikel 29 den Badenern noch eine Chance zur Wiederauflösung des neuen südwestdeutschen Bundeslandes biete. Dieser Artikel legt die Grundsätze einer Neugliederung des Bundesgebietes fest. Wohieb sagte: „Wir müssen aber schon vorher bestimmte Forderungen bezüglich der Verfassung stellen, wenn wir auch damit rechnen müssen, daß wir überstimmt werden.“ Vielleicht werde doch noch die Vernunft siegen, wenn die persönlichen Aspirationen befriedigt seien. Die südbadische Regierung werde jedenfalls noch solange regieren, bis die neue Stuttgarter Regierung einen gesetzlichen Boden unter den Füßen habe. HANNOVER. Vizekanzler Blücher eröffnete am Sonntag in Hannover die Technische Messe als zweiten Teil der „Deutschen Industriemesse Hannover 1952“. Der Vizekanzler setzte sich nachdrücklich für einen „einheitlichen Wirtschaftsraum Europa“ al9 wesentliche Voraussetzung für die Gesundung der Wirtschaft ein. In diesem Sinne sei die Messe ein Instrument zur Steigerung des gegenseitigen Verständnisses und der gegenseitigen Bereicherung. Es sei falsch, sagte Blücher, in den deutschen Exportbemühungen eine Art Wirtschaftsimperialismus sehen zu wollen. Durch den Verlust seiner agrarischen Ostgebiete und durch den Zuwachs an Heimatvertriebenen sei Deutschland zu einem vermehrten Import gezwungen und müsse folgerichtig auch einen höheren Export treiben. Außerdem sei es eine dringende Aufgabe Deutschlands, seine verlorenen Märkte im Osten wieder zu erschließen. Selbstverständlich dürfe dabei nicht gefährlich und einseitig ein fremdes Rüstungspotential gestärkt werden. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung der Wirtschaft ist nach Ansicht Blüchers die Liberalisierung. „Ich bin mir aber mit meinem Kollegen Erhard völlig darin einig“, sagte der Vizekanzler, „daß auf die Dauer die Liberalisierung im europäischen Raum nicht genügt“. Am Ende aller Bemühungen müsse die freie Konvertierbarkeit der Währungen als wirkliches Heilmittel stehen. Auf dem Wege der^ Produktionssteigerung habe die Bundesregierung derrf Programm des europäischen Wirtschaftsrates zugestimmt, das eine 2öprozentige land in den nächsten zwei Jahren eine Brutto-Inve- stition von rund 31 Milliarden Mark. Nach der Eröffnungsfeier überzeugte sich der Vizekanzler persönlich von der Leistung der einzelnen Aussteller. Die Messe ist von 2 636 Ausstellern beschickt. Davon.sind 150 ausländische Firmen. „Photokina 1952" eröffnet KÖLN. Bundeswirtschaftsminister Erhard eröffnete am Sonnabend in Köln die Internationale Photo- und Kino-Ausstellung „photokina 1952“. Die Ausstellung ist die dritte und größte Photo- und Kinoschau, die nach dem Kriege in Köln stattfindet. Storch bekennt sich zum DGB STUTTGART. Bundesarbeitsminister Storch bekannte sich am Samstag auf dem ersten Bundesangestelltentag des Deutschen GewerRsehaftsbundes in Stuttgart zur Einheitsgewerkschaft. Die Organisation der Angestellten in den Industriegewerkschaften sei ein Fortschritt. Storch befürwortete eine enge Verbindung zwischen seinem Ministerium und dem DGB. Dr. Viktor Agartz, Leiter des Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts des DGB in Köln wies u. a. an Hand der Lohnstatistik nach, daß sich die Angestellten heute von den Arbeitern nur durch ihre Vorbildung, nicht aber durch ihre gesellschaftliche Lage unterscheiden. Arbeiter, Angestellte und Beamte seien heute in die gleiche soziologische Gruppierung gebracht worden. Die Angestellten und auch die Angehörigen der freien Berufe müßten sich für den Anschluß an den Blöde der Arbeitnehmer entscheiden, da sie sonst erdrückt werden. Steigerung der europäischen Erzeugung in den näch- I sten fünf Jahren vorsieht. Das bedeute für Deutsch- Verteidigungsbeitrag nicht für Luxusausgaben Schaffer: Deutsche finanzielle Leistungen müssen iür deutsche Kontingente bleiben DÜSSELDORF. Vor der Industrie- und Handelskammer in Düsseldorf betonte Bundesfinanzminister Fritz Schäffer am Sonnabend, der deutsche finanzielle Verteidigungsbeitrag müsse für die deutschen Kontingente bleiben. Er werde auf keinen Fall und unter keinen Umständen damit einverstanden sein, daß deutsche Soldaten schlechter ausgerüstet würden und schlechtere Waffen bekämen als die Soldaten anderer Nationen. Für den Verteidigungsbeitrag, sagte Schäffer, wolle Deutschland alles geben, was die Finanzkraft erlaubt. Aber weder Deutschland noch Europa noch die USA seien reich genug, sich neben den Verteidi- gungsausgaben auch noch die Ausgaben für einen Luxus der Besatzungstruppen zu leisten.. Luxus und Verteidigungsbeitrag seinen nicht zu vereinigen. „Neben den Kosten für den Verteidigungsbeitrag neue große Ausgaben zu fordern, ist unmöglich. Wer den Generalvertrag will, muß diese einfache Tatsache wissen und wollen.“ Schäffer vertrat die Ansicht, daß der Bundestag weder in diesem noch im nächsten Jahr eine große Steuerreform beraten wird. In diesem Jahr ständen schwerwiegende außen- und innenpolitische Probleme zur Debatte, und im nächsten Jahr werde keine Fraktion einige Monate vor der Bundestagsneuwahl die Steuerreform anpacken wollen. Deshalb, könne er, so betonte der Minister, keine Steuersenkungen in Aussicht stellen. Er werde aber mit aller Kraft dafür sorgen, daß auch keine höheren Steuern aufgebracht werden müßten, Schäffer teilte mit, daß infolge unerwartet hoher Anforderungen für Besatzungskosten, „die bei Vertrauen in die Gegenseite nicht zu erwarten waren“, die Ausgaben des Bundes im März die Einnahmen um eine Milliarde Mark überschritten haben. Er habe das Gefühl, daß vor Toresschluß des Generalvertrages die Besatzung noch rasch anstehende Beträge unter Dach bringen wolle. Zu seiner Forderung nach einer 40prozentigen Bundesbeteiligung an der Einkommen- und Körperschaftsteuer sagte der Minister, daß zu seiner großen Freude alle Koalitionsparteien im Bundestag dem „Appell an das deutsche Gewissen“ gefolgt seien. Er hoffe, daß die Vertreter der gleichen Parteien nicht etwa im Bundestag entgegengesetzt stimmten. „In den elf Ländern lebt ein Volk und der Steuerzahler ist überall der gleiche.“ Den Ländern müsse er zurufen: „Wenn der Bund nicht wäre, ihr hättet doch eure Soziallasten und eure Besatzungen.“ Schäffer sagte dann, es sei beabsichtigt, die Zinsen aus einer Reihe von Wertpapieren steuerfrei zu machen. Dazu gehörten Wohnungsbaupapiere, Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen und Indu- strieobligationen unter bestimmten Umständen, ^ Die gesamten übrigen Wertpapiere sollen der Progression der Einkommensteuer entzogen und zum feststehenden Satz^von 30 Prozent in ihren Zinsen versteuert werden. Schäffer kündigte auch eine Verordnung über die steuerliche Behandlung von sogenannten Scheingewinnen an, bei denen unter gewissen Umständen eine Rückstellungsmöglichkeit eingeräumt werden solle. Handwerk fordert großen Befähigungsnachweis DÜSSELDORF. Die Vollversammlung des Zentralverbandes des deutschen Handwerks forderte am Sonnabend auf dem „Deutschen Handwerkstag 1952“ in Düsseldorf in einer Entschließung den Bundestag auf, die Handwerksordnung mit dem großen Befähigungsnachweis bald zu verabschieden. Außerdem wird ein befriedigendes Reformgesetz zur Handwerker- Altersversorgung und ein wirksames Gesetz gegen die Schwarzarbeit verlangt. Der gesamte Vorstand des Zentralverbandes des deutschen Handwerks mit Präsident Ublemeyer (Hannover) an der Spitze wur- j sich nach die Sowjets die polnischen de einstimmig wiedergewählt. I Walde von Katyn erschossen haben. Feierstunde des Verbandes der Heimkehrer STUTTGART. Aus Anlaß seines dreijährigen Bestehens veranstaltete der Landesverband Württemberg-Baden des Verbandes der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermißten-Angehörigen e. V. (VdH) am Samstagabend im Sitzungssaal der Verfassung gebenden Landesversammlung in Stuttgart eine Feierstunde. Auf der Veranstaltung ergriffen der Präsident der Verfassunggebenden Landesversammlung, Dr. Neinhaus, der Landesvorsitzende des Verbandes, A. Supper, und Landtagspräsident Keil als Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft für Kriegsgefangenenfragen das Wort. Im Rahmen der Feierstunde sprach der Verfasser des Buches „Ich spreche die Wahrheit“, Assi Hahn,, über seine Erlebnisse während seiner siebenjährigen Kriegsgefangenschaft in Rußland. Katyn-Ausschuß schließt Vernehmungen ab FRANKFURT. Der amerikanische Katyn-Ausschuß hat am Sonnabend seine Zeugenvernehmungen in Frankfurt abgeschlossen. Der Schweizer Gerichtsmediziner Prof. Dr. Francois Naville (Genf) und ein ungarischer Gerichtsmediziner erklärten, daß ihrer An- Soldaten im Schlüsselstellung Westeuropa USA Allein Die industrielle Produktionskraft der gesamten freien Welt ist viermal so hoch wie diejenige der Sowjetwelt. Aber wenn die westeuropäische Industrie unter sowjetische Herrschaft käme, würde die dann noch verbliebene freie Welt der Sowjetwelt wie 1:1 gegenüberstehen. Die Sicherheit der USA verlangt, daß Westeuropa mit seinem hohen Potential nicht aus der freien Welt herausgebrochen wird, Das wird sehr deutlich, wenn man das nebenstehende Kartenbild betrachtet. Die UdSSR und ganz Europa zusammen verfügen über eine Bevölkerungskraft, die fast dreimal so hoch ist als diejenige der USA. Hinsichtlich der Stahlerzeugung wäre ein solcher Block ebenso stark wie die USA, hinsichtlich der Kohlenproduktion fast doppelt so stark. Andererseits: USA und Westeuropa zusammen produzieren dreimal so viel Stahl und zweieinhalb mal so viel Kohle wie die Sowjetunion einschließlich der europäischen Satelliten. Das Interesse der USA an der Sicherung des westeuropäischen Potentials für die freie Welt liegt auf USA + We*teuropA >. • UdSSR und europäische Satelliten ********* 431 MM. itAkAlAliAbAli Ak Abi 169 Mill.t ftftftftftft ft ftftftf 1064 Mill.t ftftftftl 296 Mill. Einwohner 43 Mill.t Stahl 420 Mill.t Kohle Ud S5R und Satelliten + Westeuropa AkAkAkAkAU ftftftftftf 153 Mill. 106 Mill.t 554 Mill.t ***** 574,Mill. AkAkAkAkAU 106 Mill.t «ftftftftftftftftf 930 Mill.t der Hand. Aber das bedeutet nicht, daß Westeuropa ruhig abwarten kann. Wenn das westeuropäische Potential dem Gegner in die Hände zu fallen droht, kann das Interesse der USA sehr wohl negativ werden. Also muß Westeuropa heute und hier alle Energien anspannen, um sein Potential durch eine Politik der wirtschaftlichen un‘d politischen Integration zu sichern. Dr. WP. WMi Der zu zweimal lebnslänglich verurteilte Halacz wird nach der Urteilsverkündung abgeführt. Hungersnot in Madras NEU-DELHI. Der indische Staat Madras wird zur Zeit nach britischen Korrespondentenmeldungen von einer Hungersnot heimgesucht, unter der mindestens zehn Millionen Menschen zu leiden haben. Nach fünfjährigem Aussetzen der alljährlichen Sommennon- sun-Regen liegen über 25 000 qkm von Reis- und Getreidefeldern völlig brach. Im Nordtedl des Staates werden Frauen, Kinder und alte Leute täglich durch eine Haferschleimspeise für einen Anna (etwa einen halben Pfennig) als einzige Nahrung vor dem Hungertode bewahrt. In einigen Dörfern versucht die Bevölkerung, sich das dringend benötigte Trinkwasser aus den Wassertanks von Eisenbahnzügen zu holen. Die Mißernten der letzten'fünf Jahre haben die Ersparnisse der Bauern derart in Anspruch genommen, daß die Bevölkerung nicht in der Lage ist, sich aus den reichen Vorräten in den staatlichen Silos und Läden zu ernähren. In einigen Gebieten wurden Truppen zur Hilfeleistung eingesetzt. Sie erweitern zusammen mit den Dorfbewohnern 5 000 Brunnenanlagen. Anhaltender Regen im Po-Gebiet TURIN. Der seit drei Tagen anhaltende Regen im oberen Po-Gebiet hat wieder die Gefahr von Ueber- schwemmungen heraufbeschworen. Der Po ist in seinem Oberlauf streckenweise schon wieder zwei Meter über seinen normalen Stand gestiegen. Obgleich die Wasserschutzämter noch nicht mit einer Gefahr in dem Umfange der Ueberschwemmungen vom vergangenen Herbst rechnen, werden doch keine Vorsichtsmaßnahmen außer Acht gelassen. Vietminh sprengte zwei Benzintanks SAIGON. Zwei riesige Benzintanks der Shell Oil Company in Bien Hoa, 25 km nördlich von Saigon, wurden in der Nacht zum Sonntag von Vietminh- Aufständischen in die Luft gesprengt. Die Sprengung, bei der Mensch«» -nicht, zu - Schaden kamen, wurde durch femgezündete; Ladungen ausgelöst. Die in dem Benzinlager angerichteten Schäden sind jedoch enorm. Fast 500 000 Liter Benzin wurden ein Raub der Flammen. Ein Zug mit fünf vollen Benzinwagen konnte jedoch durch das Eingreifen von Rettungsmannschaften vor der Vernichtung bewahrt werden. Taufe im Hause Hohenzoltern SIGMARINGEN. Der Erzabt des Klosters Beuron, Dr. Benedekt Baur, taufte am Samstag in der katholischen Stadt-Pfarrkirche zu Sigmaringen das erste Kind der Erbprinzessin Margarita und des Erbprinzen Friedrich Wilhelm von Hohenzollem, den am 20. April geborenen Prinzen Karl Friedrich. Bei der Taufe waren Prinz Oskar von Preußen in Vertretung des Chefs des Gesamthauses Hohenzollem, Prinz Louis- Ferdinand von Preußen, sowie ängehörige zahlreicher deutscher Fürstenfamilien zugegen. Papst Pius XII. hatte in einem Glückwunschschreiben dem-Kind und dem fürstlich-hohenzollerischen Hause den päpstlichen Segen erteilt. BERLIN. Der dritte Kongreß der Internationalen Födera. tion freier Journalisten der Ostblockstaaten bat am Sonntag in Westerlin die Oeffentlichkeit um Hilfe für die 18 000 im Westen lebenden Flüchtlinge der Ostblockstaaten. WÄRE NICHT DER MENSCHEN ROMAN VON JOSEPHINE S C H N E I D E R . F 0 £ R S U Presserechte im Meister-Verlag Rosenbelm 39.) (Nachdruck verboten) Pohl sah Adele etwas unschlüssig an, hörte, daß sie hier auf der Bank auf ihn warten wolle und ging nach der Türe, über der 22 stand. Sie sah ihn hinter derselben verschwinden und empfand wieder jene Angst, die sie heute schon so oft überfallen hatte, wenn ihr Blick ihn nicht mehr erreichen konnte. Wer war dieser Peter Hartung, den er besuchte? — Was hatte er mit ihm zu tun? —r Dann lief plötzlich ein Zittern über eie hin.-Hartung!-Hartung! -So hatte sich doch der Unbekannte geschrieben, der ihr den Brief geschickt hatte, jenen Brief, der ihn als Verbrecher bezeichnet«.-Daß ihr das nicht früher eingefallen war? — Sie wäre doch sonst mit Ihm hineingegangen. Sie hätte ihn sich doch angesehen, diesen Menschen, der Schuld war, daß sich Pohl das Leben nehmen wollte und der schuld war, daß sie Pohl mißtraut hatte. Von irgendwoher kam ein Schrei! Aus untragbarer Angst geboren, einer Seele in unsagbarem Schmerze abgepreßt. Schreckerfüllt horchte sie ihm nach. Aber er klang nicht wieder auf. Sie strich über ihre Knie, die plötzlich taub schienen, vermochte nicht mehr still zu sitzen und schlich nach der Türe, hinter der sie Pohl wußte. Sie war gepolstert! Trotzdem kamen Bruchstücke von Worten zu ihr heraus.-Eine helle und eine tiefe Stimme schnitten sich, heftig, grollbeladen, unversöhnlich. Wenn sie jemand hier traf!-Wenn man sah, daß sie horchte! — Mein Gott! Als wäre sie schon zurechtgewiesen, suchte sie wieder nach der Bank zurück. Auf Nr. 22 war der Kampf in voller Schärfe entbrannt. „Nein! Niemals!“, rief Pohl erbittert. „Ich habe dir schon gesagt, daß ich nicht bezahlen kann. Und nun will ich auch nicht mehr, selbst wenn ich könnte nicht! Die dreihundert Mark, die zu Haus in meinem Schrank liegen, gehören für mein Begräbnis. -Mehr hab ich nicht!-Bis du hier herauskommst, bin ich längst am Verfaulen. — Was du dann tust, ist mir vollkommen gleichgültig. --Es geniert mich nicht mehr! —“ „Du verzichtest also auf einen ehrenvollen Nachruf!“ höhnte der Kranke. „Ich verzichte nicht bloß-ich pfeife darauf.“ „Sieh einer!-Und das Fräulein Adele?“ „Was geht dich die Adele an!“ „Na!-Wenn sie auch mich nichts angeht! Dich dafür um so mehr! Sonst wäre sje nicht schon dreimal bei mir gewesen!“ „-Die Adele? -“ „Na ja!- -Du brauchst mich nicht so entgeistert anzusehen. Es ist schon so!-Du hast wohl Angst ich habe ihr was angetan! Die weiß schon selber, wie sie's machen muß, daß ihr keiner zu nahe kommt! -Feines Gewächs! Ein bißchen gar zu fein für dich, will mir scheinen!“ „Du bist verrückt“, sagte Pohl, zog ein blau- gerandetes Taschentuch und tupfte sich über die Stirne. „Wenn du‘s nicht glauben willst“, kam es ärgerlich, „kannst du es auch bleiben lassen. — Komisch, daß sie trotz allem, was ich ihr von dir erzählt habe, noch so an dir hängt. Sie will dir helfen, hat sie gesagt. Aber ich habe nicht mit mir feilschen lassen. Dreitausend Mark ist ohnedies ein Pappenstiel. — Ich wüßte übrigens einen Ausweg. Du bezahlst eintausendfünfhundert, die anderen eintausendfünfhundert bezahlt das Fräulein Cossy-“ Pohl sah ihn an, als sei er nun. endgültig von seiner Unzurechnungsfähigkeit überzeugt. „Wofür soll Fräulein Cossy denn etwas bezahlen?-“ fragte er drohend. „Auch für mein Schweigen-“, kam es spottend. „Ich habe der- Adele nämlich einen Tipp gegeben, von wegen illegitimer Herkunft des Fräulein Cossy.“ „Lump!-“ Noch ehe Pohls Hand hochfuhr, hatte der andere schon die Arme über das Gesicht gedeckt und sah zwischen ihnen hindurch nach ihm hin. „Ich läute", drohte er. „Ich laß dich hinauswerfen! — Ich sag's den Aerzten und den Schwestern was du für einer bist!“ „Sag ihnen lieber, wer du bist!“, sprach Pohl. „Das Fräulein Cossy wird Klage gegen dich anstrengen.“ „Das wird sie bleiben lassen", keifte Hartung. „Du glaubet ja auch das nicht, wenn ich dir sage, daß ich es schwarz auf weiß gesehen habe-von einer Auskunftei. Meine Verflossene-Verflossene ist zu viel gesagt-ich muß sie erst loswerden. Also, die macht die Zimmer von Direktor Mayhoff sauber, stauben, blocken und so, und hat einen Schlüssel zu seinem Schreibtisch-der andere ging verloren -“, grinste er. „Und in der Schreibtischschublade nun lag das Blatt von der Auskunftei. — Wenn du willst, soll sie's noch einmal bringen. Dann kannst du es selber lesen.“ Pohl fühlte einen leichten Schwindel, der ihn gegen das Bett drehte. Er griff mit der Linken nach dem weißen Fußgestänge und ließ es erst los, als die Unsicherheit seiner Beine vorüber war.-In seinem Blick lag eine solche Verachtung, daß Hartung schon wieder die Arme hob. Aber auch diesmal entkam er der verdienten Züchtigung, denn eine Schwester erschien und ersuchte, die Visite zu beenden. „Am Dienstag wieder“, sprach sie, wartete, bis Pohl aus dem Zimmer ging und schloß sich ihm an. Es fiel ihr auf, daß die beiden sich nicht einmal Adieu gesagt hatten. Adete erschrak, als Pohl plötzlich vor ihr auf- tauchte und sein Gesicht noch finsterer war als zuvor. „Wir müssen fahren“, sprach er. „Es wird sonst zu spät. —-“ Zusammen liefen sie die Treppe hinab, verabschiedeten sich an, der Pforte und gingen in die Nebenstraße, von wo man in den Hof gelangte. Das Cabriolet stand in einer offenen Boxe, das Verdeck war zurückgeschlagen und auf dem Rücksitz lag noch Weras heller Staubmantel. Adele schossen die Tränen in die Augen. Da lag sie nun in einem der Zimmer oben und war heute morgen noch so gesund und gut gelaunt weggefahren. Pohl schien dasselbe zu denken, denn er überflog rasch die Fensterreihen und das Bittere in seinem Gesicht war für einen Augenblick ausgelöscht. Er ließ den Wagen langsam herausrollen, öffnete den Schlag und wartete bis sie Platz genommen hatte. Irgendwie erschien ihr sein Gesicht nun anders als vorher. Sie fand nicht, woran es lag und nahm sich auch gar keine Zeit, weiter darauf zu achten, denn ihre ganze Aufmerksamkeit richtete sich jetzt auf das Tor, durch das sie die Straße gewinnen mußten. Erst als diese erreicht war, gab sie sich wieder ihren Gedanken hin. Wenn man ihn fragen dürfte? Aber er hielt die Lippen aufeinandergepreßt und sah geradeaus. Junge Paare schleuderten durch den Abend. Auto, Räder und Fußgänger, die heimwärts strebten, kreuzten die Plätze und erforderten Pohls Aufmerksamkeit. Einmal sah er rasch nach ihr hinüber, sah den sehnsüchtigen Blick in ihren Augen und verschob den Mund. Es gefiel ihr anscheinend. In den kleinen Gärten der Kaffeehäuser waren die bunten Sonnenschirme noch hochgeklappt und aus den offenen Fenstern kam Musik. Erste Lichtreklamen züngelten an den Häuserfronten hin und da und dort blitzten Lampen in scharfer Grelle auf. Adele dachte an Axelstein und die Stille dort und wie schön es war, auch wieder einmal etwas anderes zu sehen, als nur Wald und die Wiesen und die braunen Aecker und den vermoosten Weiher hinter den Ställen. — Sie seufzte, erinnerte sich plötzlich wieder an den Brief der unter der Tischdecke des Garagenzimmers lag und seufzte noch einmal. Sie hatte Angst nach Haus zu kommen und ihn die ganze Nacht allein zu wissen. Eine Nacht war lang und niemand konnte sagen, wie der Morgen aussah. „Ich habe Durst“, sagte sie demütig. Erst schien es, als habe er es gar nicht gehört, dann verlangsamte er plötzlich das Tempo und hielt vor einem kleinen Wirtsgarten, der schon an der Peripherie lag und von alten Kastanien überdacht wurde. „Ich warte auf Sie, wenn Sie etwas trinken wollen!“ sagte er, ohne Anstalten zu machen, selbst auch auszusteigen. Sie schüttelte den Kopf, nahm das Tuch herunter und gab Bescheid, daß sie allein nicht hineingehen möchte. „Fahren wir wieder“, sprach sie. Ohne etwas zu erwidern, öffnete er den Schlag, stieg aus und ging mit ihr nach einem der Tische, die nahe am Eingang standen. Bei dem bedienenden Mädchen bestellte er Bier, ein Glas Rotwein und Sprudel und bezahlte sofort, als es gebracht wurde. Als er den Wein für sie mischen wollte, zog sie das. Glas zurück. Sie wollte ihn nicht verdünnt haben. Wein machte sie immer leicht und gesprächig. Und ’ sie wollte leicht und gesprächig werden. Anders war das, was sie zu sagen hatte, nicht an den Mann zu bringen. (Fortsetzung folgt) . Montag, 28. April 1952 SPORT? EITE Nummer 98 / Seite | ic&U Runde zue DeuUcU&i FußfaUtoneUZetscUafi Saarbrücken landete den höchsten Sieg der erslen Spiele um die Viktoria - Nürnberg enttäuschte beim HSV - TeBe in Essen bei Hotweiß ein harter Gegner - 35 000 Zuschauer sahen torloses Spiel VfL Osnabrück gegen VIB Stuttgart - Ulm wurde Meister der 2. Liga und gewann in Pforzheim - Durlach verlor beim BCX mit 5:0 - lufstiegsspiele zur 2. Liga begannen mit Erfolgen von KFV und Bückingen Wichtiger Punkt für den VfB Stuttgart VfL Osnabrück — VfB Stuttgart 0:0; Rotweiß Essen — Tennis Borussia Berlin 2:4; Hamburger Sportverein — 1. FC Nürnberg 4:2; 1. FC Saarbrücken — Schalke 04 4:1. Gestern ging der Vorhang über der Endphase im Kampf um' die Deutsche Fußballmeisterschaft mit dem Beginn der Endrundenspiele hoch. Der Süddeutsche Meister VfB Stuttgart brachte das Kunststück fertig, beim VfL Osnabrück mit einem torlosen Spiel einen wichtigen Punkt zu holen. Die hohen Niederlagen von Schalke in Saarbrücken und Nürnberg beim Hamburger Sportverein kommen etwas unerwartet. Da auch Rotweiß Essen gegen die Berliner Borussen verlor, findet die erste Tabelle der Endrunde die westdeutschen Vertreter am Schluß, was wohl kaum erwartet wurde. Der VfB Stuttgart darf nach dem guten Auftakt in Osnabrück hoffnungsvoll seinen weiteren Spielen entgegensehen. VfL Osnabrück: Thiele; Fiening, Oettler; Gehmlich, Kamorowski, Gleixner; Nienhaus, Haferkamp, Meyer, Vetter, Gerdes. VfB Stuttgart: Bögeledn; Retter, Steimle; Kronenbitter, Schlienz, Barufka; Läpple, Baitinger, Wehrle, Krieger Blessing. In der ersten Halbzeit nahm das Gruppen-Endspiel zwischen dem VfL Osnabrück und dem VfB Stuttgart einen völlig ausgeglichenen Verlauf. Die Stuttgarter zeigten wohl die bessere Technik, aber der VfL Osnabrück die größere Durchschlagskraft. Das Eckenverhältnis stand 4:1 für den VfL Osnabrück, der auch die klareren Torchancen hatte. Wäre Torwart Bögelein rächt ganz hervorragend in seiner Abwehr gewesen, dann hätte es eine Führung der Osnabriicker schon gegeben. In den ersten 10 Minuten war der VfB Stuttgart dm Feldspiel leicht im Vorteil. Dann fand sich der VfL und leitete auf den Flügeln wie in der Mitte mehrere sehr gefährliche Vorstöße ein. In der 9. Minute gab Vetter eine famose Vorlage an Meyer, dessen Schuß ganz knapp am Torkreuz vorbei ging. Drei Minuten später vergab Wehrle (VfB) eine ähnliche Chance, aber sein Schuß war zu schwach. Es folgten in der 10. und 25. Minute noch zwei gute Chancen für den VfL Osnabrück. Ein scharfer Ball Meyers prallte an dem am Boden liegenden Bögelin ab. Erst in der 31. Minute kam der VfB zu seiner ersten Ecke. In der 33. Minute erzielte Osnabrück bereits seine vierte Ecke. Dann gab es wieder eine kurze Angriffsperiode der Stuttgarter, deren Deckung und Läuferreihe sich im Feld sehr gut behaupteten. Dem Angriff fehlte aber im entscheidenden Moment das Schußvermögen. Die zweite Halbzeit stand auch unter dem Eindruck der ständigen Angriffe Osnabrücks. Das Führungstor des VfL lag mehrmals in der Luft, während die Gegenangriffe des VfB in der gegnerischen Hälfte hängenblieben. In der 75. Minute lenkte Vetter eine Flanke vom linken Flügel an Bögelein vorbei in die Maschen, doch hatte der Schiedsrichter Sekunden vorher ein Foul gepfiffen, das Schlienz an Mayer verübt hatte. Der verhängte Freistoß, der erst nach minutenlanger Unterbrechung ausgeführt werden konnte, brachte nichts ein. Es blieb bis zum Schlußpfiff beim 0 ^-Unentschieden und damit beim Punktgewinn für den VfB Stuttgart. Sicherer Saarbrücker Sieg über Schalke I. FC Saarbrücken: Strempel; Immig, Pupp; Berg, Biewer, Philippi; Otto, Martin, Binkert, Momber, Schreiner. Schalke 04: Kersting; Kretschmarin, Klimmek; Rappenberg, Matzkowski, Zwickhöfer; Klodt, Eppenhoff, Kleina, Behring, Siebert. In der ersten Viertelstunde hatte Saarbrücken ein leichtes Uebergewicht. In der 12. Minute sprang ein Rückzieher Mombers von der Latte ins Aus. Die Schalker Gäste, bei denen Klodt und Kleina die treibenden Kräfte im Sturm waren, kamen dagegen nur bis zum Strafraum Saarbrückens. In der 23. Minute wurde die erste Ecke Saarbrückens zwar zunächst abgewehrt, aber Berg flankte in den Strafraum, Martin verlängerte mit dem Kopf und Schreiner schoß zum Führungstreffer ein. Danach wurde der Kampf ausgeglichener, wobei Saarbrückens Sturm einige ausgezeichnete Gelegenheiten durch Uebereifer und ungenaues Zuspiel vergab. Der Schalker Innensturm rannte sich dagegen immer wieder an der gegnerischen Hintermannschaft fest. In der 43. Minute lief eine zügige Kombination von Otto zu Binkefrt. Dieser gab zu Momber, der seelenruhig den Schalker Tormann Kersting umspielte und zum 2:0 ins leere Tor lenkte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff vergab Otto noch eine sehr schöne Torchance für Saarbrücken. Zehn Minuten nach dem Seitenwechsel erzielte der Saarbrücker Rechtsaußen Otto ein drittes Tor, das er über den herausgelaufenen Schalker Torwart ins Netz hob. Im Anschluß daran hielt der Saarbrücker Torwort einen von Matzkowski geschossenen Handelfmeter bravourös. Bereits eine Minute später erzielte Schalke durch Klodt den Ehrentreffer. Der Endspurt der Saarbrücker brachte noch ein viertes Tor durch Binkert, der von Berg schön bedient wurde. Die Saarbrücker Elf hinterließ einen ausgezeichneten Eindruck während der Westzweite Schalke eine ziemlich schwache Partie lieferte. Verdienter HSV-Sieg über Nürnberg HSV: Grote; Börner, Laband; Liese; Posipal, Spund- fiasche; Krüger, Pendorf, Harden, Woitkowiak, Kle- pacz. Nürnberg: Schaffer; Mirsberger, Vetter; Bergner, 3aumann, Ucko; Herbolsheimer, Morlock, Grenzke, Winterstein, Kallenbom. Der HSV-Sportplatz am Rothenbaum bot zu diesem ersten 1 Gruppenspiel einen seltenen Großkampfrahmen. Bereits um 9 Uhr vormittags erschienen die ersten Zuschauer. Für Tribünenplätze wurden unter der Hand 30 DM geboten. Der mit zügigem Flachspiel angreifende HSV kam in der 8. Minute, zum wichtigen Führungstreffer, als der auf dem rechten Flügel vorstoßende Posipal eine hohe Flanke in den Strafraum gab, die Harden über den herauslaufenden Schaffer einköpfte. In der 13. Minute leistete sich Vetter in der unter Druck stehenden Nürnberger Deckung einen Schnitzer, den der nach halbrechts gelaufene Klepacz zum 2:0 ausnutzte. Die Gäste gestalteten dann das Spiel ausgeglichener, fanden aber vor allem im Sturm keinen Zusammenhang. Die Nürnberger Deckung griff bei mehreren HSV-Angriffen zu unsauberen Mitteln. Woitkowiak zeigte verschiedentlich mangelndes Schußvermögen. Bei einem gelegentlichen Nürnberger Angriff spielte Morlock seinen Halblinken Winterstein frei, der aus gut zwanzig Meter den Anschlußtreffer erzielte (37. Minute). Im Anschluß an die dritte HSV-Ecke (43. Minute) bekam der sonst beste Nürnberger Deckungsspieler Baumann den Ball nicht weg und Woitkowiak erhöhte auf 3:1. Sechs Minuten nach der Pause schoß der freigelaufene Harden eine Flanke Woitkowiaks aus acht Meter aus der Luft ins Netz. Das Spiel verflachte zeitweilig, da Nürnberg offensichtlich resignierte und der HSV auf Deckung spielte. Dazu half Pendorf viel hinten aus. Die sorglos werdende HSV-Deckung mußte aber durch Winterstein (77. Minute) ein vermeidbares Tor hinnehmen. Mit Glück entging der HSV bei zwei nachfolgenden Ecken einem weiteren Gegentor. In den letzten zehn Minuten schraubten die Nürnberger das Eckenverhältnis auf 11:5, jedoch ließ die nun wieder aufmerksame HSV-Deckung keinen Treffer mehr zu. TeBe überraschte Geheimtip Botweiß Essen Rotweiß Essen: Kwiatkowski; Hinz, Köchling; Jah- nel, Wevers, Gabel; Rahn, Zaro, Gottschalk, Comelis- sen, Termath. Tennis Borusgia: Steinbeck; Deinert, Podratz, War- statt, Junik, Wittig; Manthey, Schmutzler, Graf, Wilde, Kollmansperger. Zur allgemeinen Ueberraschung zeigte sich schon gleich nach Beginn, daß die Berliner in ihrer Spielstärke anscheinend doch unterschätzt worden waren. Von wenigen Momenten abgesehen, diktierte Tennis Borussia das Geschehen der ersten Halbzeit ziemlich eindeutig. Was man bei Berlin als schwächen Punkt bezeichnet hatte, die Hintermannschaft, erwies sich auf der Höhe. Die Deckungsleute waren schnell am Ball und wurden mit dem Essener Sturm ziemlich glatt fertig. Essen machte den Fehler, das gegnerische Bollwerk einseitig rechts zu stürmen. Daher bekam der rotweiße Sturm nur wenig Zusammenhang. Auch technisch konnten sich die Berliner durchaus mit ihrem Gegner messen. Ihr Angriff war schneller am Ball. So war man nicht weiter überrascht, daß die Gäste in der 8. Minute in Führung gingen. Ihr Halbrechter Schmutzler startete mit einer Vorlage Grafs in die Gasse, Wevers versuchte ihn vergeblich zu erreichen, Kwiatkowski stürzte ihm ebenso vergeblich entgegen, Schmutzlers Schuß ging zum 0:1 ins Tor. Mitte der ersten Halbzeit fand sich Rotweiß besser zusammen, Steinbeck hatte nacheinander zwei gefährliche Schüsse der rotweißen Flügelstürmer abzuwehren. Erst unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff jedoch kam Essen durch Gottschalk zum l:l-Ausgleichs- treffer. Die erhoffte Wendung für Essen schien sich nach dem Seitenwechsel anzubahnen, doch die TeBe blieb hart am Ball und gab keinen Boden frei. Zunächst konnte der Ausreißer Göttschalk das Führungstor für Essen erzielen, aber dann stellte Schmutzler wieder den 2:2-Ausgleich her. Schon vier Minuten später erfolgte durch Graf das 2:3, dem der gleiche Spieler schon eine Minute später das vierte Tor für Berlin folgen ließ. Das waren die entscheidenden Miniiten in diesem wichtigen Spiel, das mit einem unerwarteten Sieg der Berliner endete. Die Essener mit ihren Nationalspielern Rahn und Termath galten als Geheimtip. Fufiball in Zahlen Um die Deutsche Meisterschaft Gruppe I 1. FC Saarbrücken — Schalke 04 4Ü Hamburger SV — I. FC Nürnberg 4$ 1. 1. FC Saarbrücken 1 4:1 2:0 Z. Hamburger Sportverein 1 4:2 2:f) 3. L FC Nürnberg 1 2:4 0:2 4. Schalke 04 1 1:4 0:2 Gruppe II KV Essen — Tennis Borussia 2:4 VfL Osnabrück — VfB Stuttgart 0:0 1. Tennis Borussia 1 4:2 2:0 2. VfB Stuttgart 1 0:0 1:1 3. VfL Osnabrück 1 0:0 1A 4. RW Essen 1 2:4 0:2 ■HIllilHIlIHHIIIHIIIIIIIIIIIIIIilllllllllllilllllllllllllllllllinillllllHilllllllllllllllUllllllIHlllllIHnnilllWIffl Huben Sie richtig getippt? Nord-Süd-BIock: 1 1 0 2 2 1 2 1 1 2 1 1 2 1 West-Süd-Block: 1 1 0 2 2 1 2 0 10 1 2 0 0 Goldene Punkte brachten Ulm die Meisterschaft ASV Feudenheim — Singen 04 0:1; Wacker München — TSV Straubing 1:1; -FC Freiburg — SV Wiesbaden 2:2; BC Augsburg — ASV Durlach 5:0; VfR Aalen — Jahn Regensburg 0:2; Hessen Kassel — FC Bamberg 3:1; SSV Reutlingen — Bayern Hof 4:2; 1. FC Pforzheim — TSG üim 0:1; ASV Cham — SV Darmstadt 1:0 In der zweiten Liga ist nun alles klar: In ihrem letzten Auswärtsspiel haben die Ulmer „Spatzen“ doch noch die Meisterschaft erkämpft. Der 0:1-Sieg der Ulmer in Pforzheim fiel zwar denkbar knapp aus, aber er genügte für die Erringung der Meisterschaft. Dem BC Augsburg nützte durch den Ulmer Erfolg selbst der kapitale 5:0-Sieg zu Hause gegen den ASV Durlach nichts mehr. Er wird aber die „Spatzen“ in die Oberliga begleiten. Alle anderen Spiele hatten nur noch sekundären Charakter. Singen 04 und Jahn Regensburg erkämpften sich in Feudenheim bezw. Aalen Auswärtssiege. Wacker München .und Straubing trennten sich 1:1 unentschieden. Ebenfalls remis spielten Freiburg und Wiesbaden. In allen anderen Spielen gab es Erfolge der Platzherren. 1. FC Pforzheim — TSG Ulm 46 0:1 (0:1) Gestern trug der 1. FC Pforzheim sein letztes Heimspiel dieser Saison in der zweiten Liga gegen die TSG Ulm 46 aus und verlor nach hartem Kampf knapp mit 0:1 Toren. Für Ulm bedeutete dieser Sieg die Mei sterschaft, für Pforzheim war es eine nicht leicht zu verschmerzende Niederlage, da sie ausgerechnet im letzten Spiel vor heimischem Publikum hingenommen werden mußte und zum zweiten deshalb, weil nun der dritte Platz in der Abschlußtabelle doch Hessen Kassel gehören wird. Daran ändert auch das am 1 .Mai nachzuholende Spiel gegen den VfR Aalen nichts mehr. Ulms Spieler durften sich nach dem Abpfiff durch den umstrittenen Schiedsrichter Bernbeck, Frankfurt, mit Recht überglücklich die Hände schütteln, denn sie haben aus Pforzheim die zwei entscheidenden Punkte geholt, die noch zur Erringung der endgültigen Meisterschaft gefehlt haben. Als der 1. Vorsitzende des Fußballclubs, Max Un- verferth, dem Ulmer Spielführer Baumeister vor Beginn des Kampfes als Gratulation zum Aufstieg einen Tulpenstrauß überreichte, glaubte man noch nicht daran, daß diese Blumen auch zugleich zum Meisterschaftsstrauß werden sollten. Doch die Ulmer erwiesen sich als eine kampfstarke Mannschaft, deren Gesamtleistung Anerkennung verdient. Zwar hätte man diesem wichtigen Spiel kein'en so ruppigen Verlauf gewünscht, doch daran ist neben den Spielern diesmal tatsächlich auch der bekannte Schiedsrichter Bernbeck, Frankfurt, mitschuldig, denn er brachte mit seinen umstrittenen Entscheidungen erhebliche Verwirrung aufs Spielfeld. Entscheidenden Ausschlag für den Ulmer Sieg gab die Leistung der Spatzen-Hinter- mannschaft, die keineswegs „spatzenhaft“ war. Interessant und zur Nachahmung empfohlen sei das Deft- kungsspiel von Eberle und Gorniack, die Schradi, bzw. Bethge auf Schritt und Tritt folgten: Selbst als Schradi auf den rechten Flügel hinausrochierte, folgte ihm Eberle wie ein Schatten. Trotzdem war gerade Schradi diesmal einer der produktivsten Pforzheimer Stürmer. Der Spielverlauf war mit unschönen Szenen gespickt. Mit Härte und Einsatz begannen die Ulmer und mit den gleichen Mitteln, die von Neßmann allerdings grob übertrieben wurden, antwortete der Club. In der 25. Minute hatte Neßmann für Pforzheim eine Chance, aber sein saftiger Schuß aus günstiger Posi- BGA war gegen Durlach in Schußlaune Der XSV Durlach war das letzte „Opfer" der torhangrigpn Augsburger am Ende der Saison BC Augsburg — ASV Durlach 5:0 (3:0) Es war eine schöne Geste, als vor dem Spiel die Durlacher dem BCA gratulierten und Blumen überreichten. Dem ASV wurde dies vom BCA hoch angerechnet, nachdem er lange Zeit Konkurrent für den Aufstieg war, und erst in den letzten Spielen als Anwärter für den zweiten Tabellenplatz ausschied. Der BCA blieb auch in seinem letzten Heimspiel seit langem ungeschlagen. Seine imponierenden Heimspielerfolge, die er in vier aufeinanderfolgenden Sonntagen seinem Publikum vorführte, schloß er mit einem überzeugenden und auch verdienten Sieg ab. 6000 begeisterte Zuschauer sahen einen BCA, wie man ihn von früher kannte, Schlumpp und Platzer sind nach wie vor die hervorragenden Verbindungsmänner. Ostertag kann einfach nicht mehr Tritt fassen und dem jungen Bissinger versagen in den entscheidensten Minuten die Nerven. Demgegenüber ist Linksaußen Rampp wieder im Kommen. In der Abwehr spielt sieh Mittelläufer Rupprecht immer besser in die Abwehrrolle hinein, auch Müller und Hampel leisteten ein großes Pensum. Mit dem ASV Durlach stellte sich in Augsburg eine sympathische Mannschaft vor. Vor allem konnten sie trotz des hohen Sieges von BCA unter Beweis stellen, daß sie nicht zu Unrecht eine gute Stellung in der zweiten Division einnehmen. Besonders gut konnte die Läuferreihe gefallen, die durch eine überlegte Aufbauarbeit und Mittelfeldbeherrschung dem Sturm die besten Gelegenheiten vorausarbeitete. Dieser allerdings ließ die Chancen aus. Am gefährlichsten war noch der linke Flügel. In der Abwehr stach Rittershofer hervor, der wiederholt bis in den gegnerischen Strafraum Angriffe einleitete. Torwart Baiser mußte wohl fünfmal hinter sich greifen, aber an den Toren trifft ihn keine Schuld. Den Tdrreigen eröffnete in der 14. Minute Ostertag.«Links- außen Rampp sorgte in der 18 .Minute für das 2:0 und kurze Zeit später war es erneut Mittelstürmer Ostertag, der das 3:0 und zugleich den Halbzeitstand herstellte. Bei diesem Stande konnten es sich die Gastgeber erlauben, durch Nikiasch einen Handelfmeter zu vergeben. Nach Seitenwechsel erhöhte Schlumpp auf 4:0 und der Läufer Hampel stellte den Endstand her. Internationale Kurzwette (Bayern): 1010222 1011 II ■■■Hl 1. Liga: Schwaben Augsburg — Bayern München VfB Mühlburg SV Waldhof Asehaffenburg Stuttg. Kick. 1860 München Schwei nfurt 05 Schw. Augsbg. VfL Neckarau VfB Stuttgart 30 60:24 44:16 1. FC Nürnberg 30 72:33 43:17 Kick. Offenb. 30 75:41 40:JO Eintr. Frankft. 30 52:43 34:26 VfR Mannheim 30 64:60 32:28 Spvg. Fürth 30 46:42 30:30 FSV Frankfurt 30 45:58 30:30 Bayern Münch. 30 53:54 29:31 1:J 30 67:47 28:32 30 49:61 28:32 30 45:70 28:32 30 61:63 27:33 30 46:54 27:33 30 32:56 24:36 30 41:62 19:41 30 46/86 17:43 2. Liga: Wacker München —' TSV Straubing ASV Feudenheim — FC Singen 04 FC Freiburg — SV Wiesbaden BC Augsburg — ASV Durlach VfR Aalen — Jahn Regensburg Hessen Kassel — 1. FC Bamberg - SSV Reutlingen — Bayern Hof 1. FC Pfortheim — TSG Ulm 46 ASV Cham — SV Darmstadt 98 Ulm 46 33 71:37 48:18 BC Augsburg 34 106:53 47:21 Hessen Kassel 34 56:40 43:25 1. FCPforzhm. 33 76:47 40:26 ASV Durlach 33 65:51 39:27 Straubing Bayern Hof Jahn Regensb. Wiesbaden 34 84:54 38:30 34 66:49 37:31 33 61:50 35:31 33 58:51 35:31 Darmstadt Reutlingen Bamberg ASV Cham FC Freiburg Singen 04 Feudenheim Wack. Münch. VfR Aalen Aufstiegsspiele Lampertheim — Karlsruher FV Böchingen — Baden-Baden Union Böchingen Karlsruhr FV Bayerns Vertreter 1. Amateurliga: Viernheim 1 2:0 2 :o 1 2:1 2:o Lampertheim Baden-Baden 1:1 0:1 2:2 5:0 0:2 3:i 4:2 o:i l:* 34 66:55 35:33 34 64:68 34:34 34 47154 33:35 34 50:61 32:36 34 53:67 23.^40 34 46t63 28:40 34 41:73 22:46 34 48:87 50 33 35:96 14:52 U>2 2:0 1 1:2 0c2 l 0:2 o:2 Hockenheim Leimen — Birkenfeld Rohrbach — Friedrichsfeld- Karlsruhe* FV 28 76:39 44:12 Schwetzingen Daxländen Phönix Hhe. Friedrichsfeld Kirrlach Birkenfeld Viernheim 74:44 39:17 28 83:42 36:20 28 57:45 31:25 27 40:35 30:24 27 44:63 25:29 28 50:49 25:31 23 45:57 25:31 2:1 2» 2:1 Hockenheim 27 46:53 24:30 Leimen f 28 55:62 24:32 Rohrbach 26 49:59 23:29 Brötzingen 26 41:48 22:30 VfR Pforzheim 23 46:56 22:34 Weinheim 27 39:89 21:33 Rüppurr 28 47:71 21:35 tion prallte am eigenen Stürmer (Rau) ab. Drei Minuten später ergab sich für Ulm die erste, nennenswerte Torgelegenheit, als Grünsteudel II eine Flanke zu Grünsteudel I hinüberschickte, die dieser dann hart an die Außenkante des Pfostens knallte. Ein verdächtiges Hände von Baumeister in der 40. Minute wollten die reklamierenden Zuschauer hinter dem Ulmer Tor gesehen haben, aber Bernbeck winkte energisch ab. Dann kam die spielentscheidende 42. Minute, die Elzner geschickt zum Siegestreffer ausnutzte. Lech- ner schickte seinen Stürmer mit einer Vorlage auf di« rechte Seite heraus, wo Elzner spurtend das Leder erwischte und über den herauslaufenden Torwart Müller ins Netz schoß. (Stark abseitsverdächtig.) Nach dem Seitenwechsel glaubte man zunächst noch an eine Wendung für Pforzheim, aber in diesen kritischen Minuten blieb die Ulmer Verteidigung überlegt. Mit zunehmender Spieldauer klappte es im Ulmer Feldspiel wieder besser und gegen Ende waren die Spatzen einem zweiten Tor näher, als der Club dem Ausgleich. Unschöne Szenen und grobe Fouls veranlaßten immer wieder Spielunterbrechungen. G. O. I KFV und Bückingen gewannen Aufstiegsspiele Lampertheim — KFV 1:2; Union Böchingen gegen Sportclub FC Baden-Baden 2:0. Die Aufstiegsspiele zur zweiten Liga begannen bereits gestern, obwohl Bayerns Vertretr noch nicht einmal feststeht. Nordbadens Meister KFV begann vielversprechend, denn er brachte von Hessens Meister Lampertheim zwei wichtige Punkte mit nach Hause. Noch sicherer gewann Union Böchingen auf eigenem Platz gegen den SC Baden-Baden, der als Tabellenzweiter Südbadens an den Aufstiegsspielen teilnimmt, da Offenburg als Meister verzichtet hat. 2. Amateurliga: Söllingen — Eutingen 3:t Oberliga Südwest: Tus Neuendorf — Wormatia Worms 2a Mainz 05 — FV Engers 5:2 Pokal: VfR Mannheim — Waldhof 1:0 Freundschaftsspiele: VfB Mühlburg — Eimsbüttel Hamburg 5:2 Tura Lüdwigshafen — VfL Neckarau 1:1 VfR Kaiserslautern — Preußen Dellbrück 1:4 Eintracht Trier 05 — Spvg. Fürth 5:3 Eintracht Frankfurt — 1. FC Köln in, FK Pirmasens — Preußen Dellbrück 1:1 Arminia Hannover — Spandauer SV 1:0 Hannover 96 — Schwarzweiß Essen 4:4 Eintracht Osnabrück — Bremen 1860 4:2 Rapid Köln — 1. FC Köln 1:7 Fortuna Düsseldorf — 1860 München 1:2 Union Ohligs — Werder Bremen 2:5 Duisburg 98/Duisburg. SV — 1. FC Kaiserslautern 2:6 Union Luxemburg / Düdelingen — Spvg. Fürth 2:5 Eintracht Braunschweig — FC St. Pauli 3:1 Bremer SV — Schwarzweiß Essen 4:3 Alemannia Aachen — 1868» München 3:» Marathon Remscheid — Horst-Emscher 3:4 SV Hämm/Westfalia Ahlen— l. FC Kaiserslautem 1:2 Spfr. Herdorf — Wormatia Worms 1:3 Bremerhaven 93 — Spfr. Katernberg 1:2 Südring Berlin — Viktoria 98 Berlin 2:1 Tasmania Berlin — VfB Britz 0:0 Einheit Pankow — VfL Nord Berlin 4:1 Olympia Lampertheim — KFV T:Z (1:0) In der Aufstiegsrunde zur 2. süddeutschen Fußball- Liga unterlag der hessische Vertreter Olympia Lampertheim bereits am ersten Spieltag gegen den Badischen Meister FV Karlsruhe mit 1:2 (1:0) Toren. Die Lampertheimer vergaben in diesem Treffen einen möglichen Sieg, denn sie lagen vor allem in der ersten Hälfte ständig klar in Front und hatten auch die wesentlich besseren Torchancen. Aber nur ein Bombenschuß von Keck in der 12. Minute fand den Weg zur 1:0-Führung ins Netz. Mehdert und Seemann hatten verschiedentlich Gelegenheit, die knappe Führung zu verbessern. Doch blieb es bis zur Pause beim 1:0. Nach dem Wechsel kamen die Karlsruher durch ihren Halbrechten Köttlitz, der eine Flanke von Linksaußen Koch einschoß, überraschend zum Ausgleich. Das Spiel wurde nunmehr von beiden Parteien äußerst hart bestritten und auf beiden Seiten gab es Verletzte, so daß die Mannschaften zeitweise nur mit zehn Mann spielten. Trotz anhaltender Ueberlegen- heit der Gastgeber gelang Ott schließlich noch der Siegestreffer für den Badischen Meister. Union Bückingen — SC Baden-Baden 2:0 Der südbadische Tabellenzweite erwies sich vor 5 000 Zuschauern am Böckinger See als überaus zäher Gegner. Er verlor nur durch zwei Fehler des sonst so überragenden Torhüters Mitzel mit 2:0 Toren. Die Heilbronner Vorstädter; die ohne ihren Stopper Lechner antreten mußten, waren zumeist weit überlegen und berannten pausenlos das Gästetor, ohne aber bis weit in die zweite Hälfte hinein zu Erfolgen zu kommen. Die Hintermannschaft war . übrigens der beste Mannschaftsteil der Badener, während der Angriff sich als recht harmlos herausstellte. Aber auch die Böckinger Fünferreihe konnte nicht überzeugen. Sie hatte allerdings auch ein unglaubliches Schußpech. Nach Seitenwechsel witterten die Gäste Morgenluft und setzten zu wiederholten Angriffen an, doch ohne Erfolg. Erst in der 78. und 79. Minute brachen Dietz und Waibel II durch zwei schöne Tore den Bann und sicherten den württembergischen Vertretern die ersten beiden Punkte. Schiedsrichter Fink aus Frankfurt leitete sehr sicher. Oberliga-Abschied mit 1:2-Niederlage Die erste Fußballiga Süd beendete am Sonnabend ihre Punktserie. Vor 2000 Zuschauern verabschiedete sich auf eigenem Platz die absteigende Elf von Schwaben Augsburg mit einer 1:2 (0:0)-Niederlage gegen Bayern München aus der Oberliga. Der Führungstreffer Augsburgs durch Lang wurde wenig später durch einen Handelfmeter, den Meier verwandelte, ausgeglichen. Den Siegestreffer schoß Seemann. Der Sieg der Bayern-Elf war verdient. Inoffizieller Weltrekord im OlympiaschieBen Unter Leitung des Bundestrainers Walter Gehmann (Stuttgart) veranstaltete der Deutsche Schützenbund am Samstag und Sonntag in Geislingen seinen ersten Auswahllehrgang im Kleinkaliberschießen für die Olympischen Spiele 1952. Zu schießen waren auf 50 m Entfernung je 40 Schuß in den Anschlagarten liegend, knieend und stehend auf die zehnringige Olympiascheibe. Die mögliche „höchste Punktzahl betrug also 1200 Ringe. 1110 Ringe sind erforderlich, um in die Kernmannschaft aufgenommen zu werden, aus der die westdeutschen Vertreter für die Olympiade auszuwählen sind. Von den elf am Auswahllehrgang teilnehmenden Schützen erreichten fünf diese Ringzahl. Die beste Leistung vollbrachte mit 1143 Ringen Albert Sigl (Niederstotzingen). Der Sieger schoß im Anschlag stehend 381 Ringe. Er überbot damit inoffiziell den 1937 vom Franzosen Mazoyer aufgestellten und 1939 von dem inzwischen gefallenen Nürnberger Karl Stei- gelmann in Luzern eingestellten Weltrekord von 380 Ringen. Als zweiter folgte Walter Gehmann mit 1138 Ringen, der außerdem mit 395 Ringen liegend und 375 Ringen knieend an der Spitze stand. Seite 4 t Nummer 98 Montag, 28. April 195% Immer noch ungeklärte Abstiegsfrage Viernheim — Hockenheim 2:1; Leimen — Birkenfeld 2:2; Rohrbach — Friedrichsfeld 2:1. In Nordbadens erster Amatenrllga stehen immer noch nicht alle Absteiger fest. Außer Rüppurr, das endgültig dem Abstieg verfallen ist, können noch die Vereine Germania Brötzingen, VfR Pforzheim, TSG Rohrbach und FV Weinheim den Weg ins Unterhaus antreten. Der nächste Sonntag wird wohl eine endgültige Klärung bringen. Die Vereine Viernheim und Leimen brachten sich durch ihre Punktgewinne gegen Hockenheim bzw. Birkenfeld in Sicherheit. Das abstiegsgefährdete Rohrbach konnte mit einem 2:1- Sieg gegen Friedrichsfeld zwei wertvolle Punkte gewinnen. Mühlburg gewann Freundschaftsspiel VfB Mühlburg — ETB Eimsbüttel 5:2 (1:0) In einem Freundschaftsspiel besiegte der VfB Mühlbwg am Samstag vor 4 000 Zuschauern den Tabellenvierten der Oberliga Nord, ETB Eimsbüttel, m&t 5:2 Toren. Trotz besserer und zahlreicherer Chancen der Mühlburger hieß es in dem technisch guten Spiel beim Wechsel erst 1:0 für Mühlburg. Gute Dek- kungsarbeitder Hamburgereinseiseits und Fehlerder Mühlburger Hintermannschaft (Torwart Fischer) andererseits begünstigten den 2:2-Stand, den KaJkows- ki in der 61. und 69. Minute herstellte, nachdem zuvor Öles auf 2:0 für die Gastgebr erhöht hatte. Erst in den Schlußminuten (87. bis 90.) kamen die Mühlburger zu dem kaum noch erwarteten Sieg durch Tore von Schäfer, der auch den ersten Treffer geschossen hatte sowie durch Lehmann und Kunkel. Gerechtes Unentschieden in Ludwigshafen Tura Ludwigshafen und der aus der ersten Liga Süd abgestiegene VfL Neckarau trennten sich vor 1 000 Zuschauern in Ludwigshafen mit einem gerechten 1:1 (1:0)-Unentschieden. Albert brachte die Platzbesitzer in der 28. Minute in Führung, die Grammin- ger in der 71. Minute ausglich. Hoher Sieg der Walter-Elf Leimen — Birkenfeld 2:2. — Eine ganz große Partie lieferte Birkenfeld in Leimen, wo es sich eine 0 ^-Führung herausspielte, diesen Vorsprung aber nicht halten kopnte. Das Hauptverdienst des beinahe fälligen Birkenfelder Sieges trug aber der Leimener Schlußmann Burkhard, der einen rabenschwarzen Tag hatte und beide Birkenfelder Treffer hätte halten müssen. Mitte der ersten Halbzeit gingen die Birkenfelder durch eine Energieleistung 0:1 in Führung, der nach dem Wiederanspiel das 2. Birkenfelder Tor angefügt werden konnte. Erst beim Einsatz des Endspurts der Platzelf wurden die Birkenfelder in die Defensive gedrängt und mußten ihr erstes Gegentor durch Schwalbach hinnehmen. Derselbe Spieler war es auch, der in der 85. Minute den Ausgleichstreffer schoß und damit seiner Mannschaft einen Punkt rettete. west-Meisterschaftsspiels 1. FC Kaiserslautern gegen Frankenthal, das am 19. April von Frankenthal mit 1:0 gewonnen wurde, und damit den Abstieg des VfL Neustadt zur Folge hatte, wurde in Kaiserslautern vom Spielausschuß des Regionalverbandes Rheinland- Pfalz als unbegründet zurückgewiesen. In der Urteilsbegründung stellt der Spielausschuß fest, daß nach seinen Vernehmungen der Zeugen keine sportwidrigen Handlungen bei dem Spiel vorgekommen seien. Die vom VfL Neustadt vorgebrachten Behauptungen hätten sich als haltlos erwiesen. Der 1. FCK habe glaubhaft nachweisen können, daß er sich bemüht habe, eine Mannschaft gegen Frankenthal aufzustellen, die den Anforderungen eines Meisterschaftsspieles gerecht wurde. Der Vorsitzende des VfL Neustadt, Helmuth Ziegler, verließ nach der Urteilsverkündung nach lautem Protest das Sitzungszimmer, er erklärte DPA, daß er nicht nur Einspruch gegen dieses Urteil erheben, sondern „sogar ohne Genehmigung“ des Fußballverbandes Rheinland-Pfalz diesen Fall über den ordentlichen Gerichtsweg aufrollen lassen werde. „Keine bombastische Mannschaft" nach Helsinki Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Bundesrepublik, Dr. Ritter von Halt, nahm am Samstag bei der Gründungsversammlung der Landesgruppe Bayern der Deutschen Olympischen Gesellschaft im Münchener Rathaus zu den Wünschen verschiedener deutscher Fachverbände Stellung, die mit größeren Mannschaften nach Helsinki wollen. Ritter von Halt machte darauf aufmerksam, daß der Cou- bertin'sche Leitsatz für die modernen Olympischen Spiele zwar „Nicht der Sieg, sondern die Teilnahme ist das Entscheidende“, heiße, aber Deutschland solle sich in Finnland ebenfalls wieder durch seine Zurückhaltung und Bescheidenheit auszeichnen und könne nicht mit einer „bombastischen Mannschaft“ antreten. Von Halt schloß mit den Worten. „Mein aufrichtiger Wunsch für Helsinki ist, daß unsere deutsche Mannschaft fair und ritterlich kämpft, zum Wohle unserer Nation und zum Ruhme unseres Vaterlandes“. Der 1. FC Kaiserslautern schlug in Duisburg vor 18 000 Zuschauern die Kombination Duisburg 08/ Duisburger Spielverein mit 6:3 (3:0) Toren. Die in bester Bestzung mit Fritz und Otmar Walter spielenden Lauterer waren zwei Klassen besser. Otmar Walter (3), Wanger (2) .und Scheffler schossen die Tore für Kaiserslautern. Schneider war für die Kombination zweimal erfolgreich. Fürth siegte in Luxemburg 5:2 Die SpVgg Fürth gewann am Samstag in Luxemburg vor 2 000 Zuschauern gegen eine Kombination Union Luxemburg/Stade Düdelingen klar mit 5:2 Toren, obwohl die Luxemburger bis zum Wechsel überlastend 2:0 führten. Die Tore für die Fürther schossen Hoffmamn (2), und Schade (3). Linksaußen Denzer war zweimal für die Luxemburger Kombination erfolgreich. Amateurmeister Bremen 60 verlor 2:4 Der Deutsche Amateurmeister Bremen 1860 unterlag in Osnabrück bei der Eintracht etwas unglücklich mit 2:4 Toren. Die Bremer Amateure lieferten den Vertragsspielern einen absolut ebenbürtigen Kampf. Nationalstürmer Schröder und Richter schossen für Bremen, Brunsmann, Henke, Stiller und Fortbmann für Eintracht die Tore. Verdienter Sieg von München 60 München 60 kam vor 5 000 Zuschauern bei Fortuna , Düsseldorf zu einem verdienten 2:0-Sieg. Die Bayern spielten mannschaftlich bedeutend geschlossener, waren schneller und im Zuspiel klar überlegen. Bei Fortuna fehlte in allen Aktionen der Zusammenhang. Mondschein, Zausdnger (München 60) und Kern (Fortuna) schossen die Tore. Manchester United Englischer Fußballmeister Nach 42 schweren Punktspielen sicherte sich Manchester United am Samstag durch einen in dieser Höhe sensationellen 6:1-Sieg über den Pokalflnalisten und großen Meisterschaftskonkurrenten Arsenal zum dritten Male die Englische Fußballmeisterschaft. Bereits in den Jahren 1908 und 1911 gelang es der Elf aus Manchester, die Englische Fußballmeisterschaft siegreich zu beenden. Dieses vor 53 000 Zuschauern ausgetragene Spiel, das für beide Clubs zugleich die Beendigung der Punktserie und die Entscheidung über den Ausgang der Meisterschaft bedeutete, brach te Arsenal nicht nur die höchste Niederlage seit 1946, sondern erneut Spielerverletzungen ein. Der Halbstürmer Arthur Shaw schied bereits nach 25 Minuten aus und der Außenstürmer Don Roper mußte fünf Minuten vor Spielende ebenfalls verletzt das Feld verlassen. Arsenal hat nunmehr sechs verletzte Spieler aufzuweisen, da Daniel, Milton, Cox und Leslie Compton schon auf der Verletztenliste stehen. Den Amateurpokal gewann im Wembley-Stadion Wal- thamstow Avenue mit 2:1 Toren in der Verlängerung gegen Leyton. Nach regulärem Spielende stand die Begegnung noch 0:0. 100 000 Zuschauer waren anwesend. Den irischen Amateurpokal gewann Ards in Belfast mit 1 :D gegen Glentoran. Pokalsieg des Vffi über Waldho! Das Mannheimer „Spiel der Spiele“, bei dem es diesmal um den ' Pokal ging, nahm vor 10 000 Zuschauern einen sehr schönen und an spannenden Momenten reichen Verlauf. Die Rasenspieler gewannen auf Grund ihrer besseren Mann-schaftsleiistung ver dient, wenn sie auch zum Schluß um den Sieg bangen mußten. Den einzigen Treffer erzielte der ausgezeichnete Halbstürmer de la Vigne auf Freistoß Von Lang- lotz mit scharf plaziertem Kopfhall. Weitere Chancen des VfR machte der ausgezeichnete Waldhof-Torhüter Lennert mit guten Paraden zunichte. Aber auch Jök- kel im VfR-Tor mußte verschiedene Glanzleistungen vollbringen, um den Sieg sicherzustellen können. Die beiden. Sturmführer Lipponer und Baseler kamen kaum zum. Zug, da sie durch die Ersatzstopper gehalten wenden konnten. luf- und Abstieg in Südbaden ungeklärt Die Frage des Auf- und Abstiegs in der südbadischen ersten Amateurliga ist noch nicht entschieden. Der Südbadische Fußballverband ist nach wie vor bestrebt, einen Zusammenschluß mit dem Nordbadischen Fußballverband herbeizuführen, das heißt, mit den nordbadischen Vereinen in einer gesamtbadischen Amateurliga zu spielen. Obwohl schon früher mit dem Nordbadischen Fußballverband Verhandlungen geführt wurden und im vorigen Jahre von beiden Verbänden vorgeschlagen worden war, vom Spieljahr 1952/53 an eäne gesamtbadische erste Amateurliga zu bilden, hat es den Anschein, als ob auch in diesem Jahre der geplante Zusammenschluß nicht vollzogen werden könne, da Nordbaden offenbar nicht geneigt ist, der Bildung dieser gesamtbadischen ersten Amateurliga zuzustimmen. Wie weiter bekannt wird, will der Vorstand des Südbadischen Fußballverbandes demnächst zusammentreten, um diese zu erörtern. Auf dieser Zusammenkunft des Vorstandes des Süd- badischen Fußbaüverbandes soll dann auch die bisher ungeklärte Frage des Auf- und Abstieges in der süd-badischen ersten Amateurliga entschieden werden. Rohrbach — Friedrichsfeld 2:1. — Bereits beim Wechsel war dieses Spiel praktisch schon entschieden, da Rohrbach mit einem 2:0-Vorsprung in die Kabinen ging. In dem einsatzfreudigem und über alle Maßen kampfbetonten Spiel war es in beiden Fällen Händel, der für seine Mannschaft siegreich war und den 2- Tore-Abstand herausschießen konnte. Schnepf konnte dann in der 76. Minute einen Strafstoß über die Mauer lenken und den Anschluß erzielen, der gleichzeitig das Signal zur Friedrichsfelder Generaloffensive war. Nur der massiven Abwehr könnten es die Platzbesitzer verdanken, Sieg und Punkte über die Zeit gebracht zu haben. Viernheim — Hockenheim 2:1. — Ein ziemlich ausgeglichenes Spiel ,in dem die Viemheimer Elf die glücklichere war, das ist kurz auf einen Nenner gebracht, das Fazit dieses Spieles. In der 32. Minute ging Viernheim durch Busch 1:0 in Führung. Nach dem Wechsel erzwang Günther den 1:1-Ausgleich, während Baureis in der 87. Minute den Siegestreffer für Viernheim erzielen konnte. VfL Neustadt will öffentliches Gericht annifen In Hamburg und Kaiserslautern fanden am Samstag Verhandlungen statt, in denen Proteste der absteigenden Vereine VfL Neustadt und Victoria Hamburg über angeblich irreguläre Ergebnisse in den abstiegsentscheidenden Spielen verhandelt wurden. Der Protest des VfL Neustadt gegen die Wertung des Süd- Titelkämpfe bei den deutschen Berufsboxern Langer bleibt Bantamgewichtsmeister - Stretz durch Disqualifikation Müllers neuer Meister Rudi Langer (Berlin) verteidigte am Samstag bei einer Berufsboxveranstaltung in der Berliner Sporthalle am Funkturm seinen Titel als Deutscher Meister im Bantamgewicht durch einen überlegenen Punktsieg über seinen Herausforderer Willibald Koch (Wiesbaden) erfolgreich. Der 28jährige Wiesbadener Herausforderer Willibald Koch konnteMeister Langer in keinem Augenblick des über die Meisterschaftsdistanz von zwölf Runden gehenden Kampfes ernsthaft gefährden. Nur selten wurde er den Anforderungen eines Herausforderers gerecht. Langer bestimmte in der Regel das Geschehen im Ring. Als der weitaus routiniertere Boxer gewann er alle Runden. Der Deutsche Weltergewichtsmeister Gustav Scholz besiegte im Rahmenprogramm den Franzosen Ema- nuel Cavel nach Punkten. Fredy Teichmann (Berlin) schlug im Mittelgewicht den Kölner Albert Ganser nach Punkten. Stretz neuer Deutscher Mittelgewichtsmeister Neuer Deutscher Mittelgewichtsmeister wurde Hans Stretz (Berlin). In dem auf zwölf Runden angesetzten Meisterschaftskampf gegen Peter Müller (Köln) wurde der Kölner in der dritten Runde disqualifiziert, weil er auf den am Boden liegenden Stretz nachschlug. Der Kampf war bis zur dritten Runde noch völlig Abschluß des Internat. Reitturniers in Rom Glaser (Freiburg} Vorsitzender des Sportbundes Der Badische Sportbund (Süd) hielt über das Wochenende auf der „Halde“ auf dem Schauinsland bei Freiburg seine ordentliche Jahreshauptversammlung ab, zu der sämtliche dem Badischen Sportbund angehörenden Fachverbände ihre Vertreter entsandt hatten. Im Mittelpunkt der-Tagung stand die Neuwahl des Vorstandes. Dr. Stöber, der bisherige Präsident, erklärte, daß er grundsätzlich-bereit sei, das Amt des ersten Vorsitzenden weiterzuführen. Voraussetzung sei Jedoch, daß sich der gesamte Vorstand mit dieser Lösung einverstanden erkläre. Professor Glaser, der bisher zweiter Vorsitzender des Südbadischen Sporthemdes war, sagte, sein Verband (Fußball) bestehe auf einer Neuwahl, so daß er der Bitte Dr. Stöbers nicht entsprechen könne. Nach geheimer Wahl wurde dann Professor Josef Glaser (Freiburg) mit 39 Stimmen zum ersten Vorsitzenden des Badischen Sportbunde» (Süd) gewählt Pech der deutschen Teilnehmer hielt an Das ^eit-Jagdspringen beim Internationalen Reitturnier in Rom wurde am Sonnabend von dem Franzosen d‘Orgeix auf Kildias mit 1:29,0 Minuten gewonnen. Der Parcours war mit zwölf Hindernissen bespickt wobei für jeden Fehler zehn Strafsekunden angerechnet wurden. Den zweiten Platz belegte der Mexikaner Rüben Uriza auf Tapatio in 1:31,6 Minuten vor Carlos Figueroa (Spanien) auf Gracieux in 1:34,6 Minuten. Fritz Thiedemann Sechster Im Preis „Conte Sandro Bettoni“, einem Kanonenspringen Klasse SB, belegte der Deutsche Fritz Thiedemann (Elmshorn) auf Meteor und Original Holsatia zusammen mit drei anderen Reitern einen ehrenvollen sechsten Platz und durfte zum Schluß an der Siegerehrung teilnehmen. Das Kanonenspringen wurde erst im sechsten Stechen entschieden. Während die übrigen deutschen Reiter, Ewers mit Baden und Sester mit Ciconia und Teddy, bereits im ersten Stechen ausschieden, kam Thiedemann mit dem braunen neunjährigen Wallach Meteor bis ins vierte Stechen. Meteor machte an beiden Hindernissen Fehler und wurde somit ausgeschlossen. Mit Original Holsatia hatte Fritz Thiedemann im-vierten Stechen ein weiteres Eisen im Feuer. Thiedemann nahm den Oxer <1,80 m) mit gewohnter Ruhe und Leichtigkeit. An der Tripelbarre (1,90 m) paßte der Absprung nicht ganz ■und Original Holsatia warf mit der rechten Hinterhand ab. Sieger wurde der italienische Oberleutnant P. dTnzeo, der im sechsten und letzten Umlauf bei erhöhten Hindernissen (1,90 bzw. 2 m) auf Uruguay keinen Fehler machte. NSU-Lux-Mannschaft ausgeschieden Auf der dritten Etappe der ADAC-Deutschland- fahrt von Kassel nach Oldenburg erwiesen sich am Samstag die vielfach geäußerten Befürchtungen vor besonders schweren Strecken im Harz als unbegründet. Wenn es auch die kleinen Wagen und Motorräder nicht leicht hatten, die starke Steigung durch das Kalbetal hinauf zum Torfhaus zu schaffen, so hatte diese Harzdurchquerung doch wenig Aehhlichkeit mit den aus der Vorkriegszeit berüchtigten Harzfahrten. Nach einem sehr schlechten Straßenstück entlang der Zonengrenze teilte sich die Wagen- und Motorradstrecke hinter Vorsfelde. Während die Wagen und leichten Maschinen über Gifhorn auf guten Straßen nach Nienburg geleitet wurden, hatten die Motorräder mit der Durchquerung der Lüneburger Heide in ost-westlicher Richtung noch einmal eine geländemäßig schwere Etappe zu überwinden. Trotzdem erreichten die Fahrer durchweg mit einer halben Stunde Vorsprung vor ihrer Sollzedt die Weserstadt Nienburg. Nach einem Beschluß der Sportkommissare mußten die fünf Fahrer der 200 ccm-Motorrad-Soloklasse, die sich am Freitag auf der zweiten Etappe infolge einer Fehlleitung durch die Polizei verfahren hatten, aus der Wertung ausscheiden. Damit ist eine komplette NSU Lux- Mannschaft ausgefallen. Wie weiter bekanntgegeben wurde, schieden am zweiten Fahrtag insgesamt 17 Fahrzeuge wegen technischer Schäden oder Fahrtüberschreitung aus, darunter 16 Solo-Motorräder und der Fiat-Kombiwagen der Berliner Rohrs. offen. Stretz hatte sich den Kölner in der ersten Runde geschickt vom Leibe gehalten und konnte auch in der zweiten Runde den vorwärts drängenden Meister immer wieder abfangen. In der dritten Runde kam es zu dem entscheidenden Zwischenfall, der Müller den Verlust des Titels einbrachte. Müller drängte den Herausforderer an die Seile, schlug Stretz mit einer kurzen Linken zu Boden und traf den am Boden liegenden Gegner mit einem Nachschlag ins tJenick so empfindlich, daß Stretz liegenblieb. Ringrichter Pippow schritt sofort ein und Stretz erhielt eine Minute Pause. Er lag besinnungslos in seiner Ecke und konnte den Kampf nicht fortsetzen. Pippow disqualifizierte daraufhin Peter Müller und erklärte Stretz zum neuen Deutschen Meister. Die 7000 Zuschauer riß der unbefriedigende Ausgang des Kampfes zu vielen Mißfallenskundgebungen hin. Stretz erklärte nach dem Kampf, seinen Titel, wenn nötig, schon in vierzehn Tagen freiwillig zu verteidigen. Max Pippow sagte, die Regeln hätten keinen anderen Ausgang erlaubt, nachdem Müller sich habe dazu hinreißen lassen, auf den am Boden liegenden Herausforderer nachzuschlagen. Irlands Fußballmannschaft geändert Irlands Fußball-Nationalmannschaft für den Länderkampf gegen Deutschland am 4. Mai in Köln mußte auf dem Posten des Mittelstürmers geändert werden. Der bisher vorgesehene Dave Walsh (Aston Villa) kann die Reise infolge einer Beinverletzung nicht mitantreten. Er wird durch Seamus Gibbons (Saint Patricks Athletic) ersetzt. Nnchholespiel In der 2. Amateurliga Söllingen—Eutingen 3:1. Durch einen überraschenden Antritt gelang es der Platzelf den gleichwertigen Gegner durch Tore von Waigel, Walter, Waigel Karl und Schuch 3:0 in den Rückstand zu bringen, den aufzuholen den Eutingern nicht mehr gelang. Durch Stark kamen sie darin aber doch noch zum Ehrentor. - * Nach dem gestrigen Sonntag stehen nun in der 2. AmateurUga sämtliche Staffelmeister fest:_ Staffel Odenwald: Buchen; Rhein-Neckar I: Kirchheim; Rhein-Neckar II: Käfertal; Mittelbaden I: Bruchsal; Mittelbaden II: Knielingen. Der Beginn der Aufstiegsspiele wurde auf den 4. Mai festgelegt. Hockenheim in diesem Jahr ganz groß Die letzten Vorbereitungen zum Bheinpoknl- Rennen am 11. Mai getroiien Der Badische Motorsportclub Hockenheim hat zum Nennungsschluß für das Maipokal-Rennen am 11. Mai insgesamt 299 Nennungen erhalten. Von den aus dem Ausland kommenden 97 Nennungen konnte der BMC nur 54 bestätigen. Bei den' Nennungen ergeben sich Ueberraschungen, cjie selbst in der Motorfachwelt Aufsehen erregen. So werden unter anderem nicht weniger als 19 „Federbett“-Norton starten, die in der 500er-Soloklasse drei Werks-Horex als Gegner haben Die Horexmaschinen werden von Schön, Mansfeld und Schmitz gesteuert werden. In der 125er-Klasse geht H. P. Müller zum erstenmal auf einer Werks-Mondial an den Start. In der gleichen Klasse startet auch der Italiener Zanzi mit der neuen Zweizylinder-„Rumi“. Die gleiche Maschine wird auch von dem Oesterreichischen Meister Alex Mayer gefahren. In der 25Öer-Klasse starten nicht weniger als sechs Fahrer von Weltruf auf Moto-Guzzi, es sind dies; die Engländer Fergus, Andersson und Syd Lawton, die Italiener Lorenzetti und Zanzi, der Oesterreicher Alex Mayer, sowie der Deutsche Thorn- Prikker. In diesem Rennen treffen die Moto-Guzzi- Fahrer auf die DKW-Fabrikmannschaft mit Ewald Kluge und Siegfried Wünsche. Nach den gelungenen Zandt von USA-Neger knapp übersprintet Leichtathleten wieder aal der Aichenbabn - Noch keine herausragenden Ergebnisse Die landesoffenen Bahneröffnungskämpfe auf dem wickelten sich im Laufe des Vormittags, organisaco- ETSV-Platz in Eßlingen, die mit über 400 Teilneb mern eine ausgezeichnete Besetzung aufwiesen, hatten leider unter ungünstigen Witterungsverhältnissen zu leiden. Der in den letzten Tagen niedergegangene Regen machte die Bahn weich und stumpf, so daß keine überragenden Zeiten erzielt wurden. Erstmals starteten auch Angehörige der amerikanischen Besatzungsmacht, die eine 17 Mann starke Equipe der 7. Armee, zum Teil baumlange Neger, aufstellten. Sie wurden in internen Ausscheidungskämpfen ermittelt und hinterließen zum Teil einen recht guten Eindruck. Auch die Veranstalter dürften auf ihre Kosten gekommen sein, denn rund 3000 Zuschauer säumten die ETSV-Anlage. In den kurzen Laufstrecken dominierten erwartungsgemäß die Amerikaner, die in dem baumlangen Neger Thomas Brooks ihren besten Mann hatten. Ueber 100 m lieferte Werner Zandt dem USA- Neger einen mitreißenden Endkampf. Nur um Brust- breite mußte sich der um einen Kopf kleinere Stuttgarter in 11,1 Sekunden geschlagen geben. Die hervorragendste Leistung in den Bahnwettbewerben war die Zeit von 15,4 Sekunden über 110 m Hürden, die der Amerikaner William von der 7. Armee lief. Auch der Speerwerfer Emil Sick von den Stuttgarter Kik- kers scheint schon früh seine Form gefunden zu haben. Jedenfalls sah man bei seinem Wurf über 60 m, daß Emil in diesem Jahr viel vorhat. Pforzheims .BahnerSffnnngswettkümpfe Eine stattliche Anzahl Zuschauer hatten gestern die Bahneröffnungswettkämpfe auf den Pforzheimer Bohrain gelockt. Unter dem Patronat des TV 1834 risch sehr gut vorbereitet und überwacht, die dreizehn Disziplinen ab, in denen die 147 Aktiven von 15 Vereinen des Stadt- und Landkreises ihr Freisaison- debut in diesem Jahr gaben. Wie erwartet, konnten sich in der Herrenklasse wieder die starke Mannschaft des Sportclub Pforzheims an die Spitze setzen und von den zehn zu vergebenden ersten Plätzen sieben „Erste“ erringen, während zwei erste Plätze nach Mühlacker und einer (ein Staffelsieg) an den ASV Pforzheim wanderten. In der Frauenklasse, die mit 5 Meldungen schwach besetzt war, gingen zwei Siege an den TV 1834 und je ein erster Platz an den TV Mühlacker bzw. den TV Brötzingen. Auch in der Ju- niorenklasse sicherte sich die Sportclubvertretung mit vier Siegen den ersten Platz in der Gesamtwertung. Der Turnerbund Weißenstein und der TV Mühlacker waren für je zwei erste Plätze, der TV Eutingen für einen ersten Platz gut. Wie in den beiden Herrenklassen, war auch die Jugend des Sportclub nicht zu schlagen, die sich in den beiden Jugendklassen den Löwenanteil der ersten Plätze sicherten. Zusammenfassend gab es einen überzeugenden Erfolg des Sportclub Pforzheim und einen vielversprechenden Auftakt. Sämtliche Schwedenstaffeln und von 6 Staffeln vier weitere Siege gewannen die Sportclub- Läufer. Ffltterer lief 200 m in 22,7 Sekunden Bei den Bahneröffnungskämpfen der Leichtathleten in Karlsruhe benötigte der Deutsche 100 m-Meister Fütterer (Phönix Karlsruhe) über 200 m 22,7 Sekunden. Wolff (KTV) schleuderte den Hammer über 45 m weit. , Probefahrten der NSU-Werke wird außerdem mit dem Start der NSU-Mannschaft in diesem Rennen stark gerechnet. Eine besondere Ueberraschung stellt der Start von Siegfried Wünsche auf der neu entwickelten 350 ccm-Werks-DKW dar. Zum Rennen in der Formel III wurden insgesamt 30 Nennungen abgegeben, wobei die Meldung von Siegfried Wünsche auf Scampolo die große Sensation bedeutet. Die Rennleitung des Hockenheimringes teilt weiter mit, daß die über 3 km gehende neue Decke der Rennstrecke nahezu fertiggestellt ist und nach den bisherigen Erfahrungen eine wesentliche Verbesserung erbringen wird. Englischer Sieg in der Tulpen-Sterafahrt Mit der Geschwindigkeitsprüfung endete in Zand- voort die internationale Tuipenstemfahrt. Schnellster über die 41,930 km-Strecke war der Engländer Ken Wharton auf Ford Konsul mit 25:24,9 Minuten und einer schnellsten' Runde von 2:30,6 Minuten. Wharton, der das Rennen bereits 1949 und 1950 gewonnen hatte, und der in der Gruppe IV (Wagen von 1400—1600 ccm) gestartet war, wurde mit dieser Leistung erneut Sieger vor seinem Landsmann Ian Appleyard auf Jaguar, Sieger 1951. Dritte wurden die Holländer van der Lof-H. M. Odink auf MG. England gewann auch die Damen-Trophäe durch Dunham- Sadler-Blackburn auf Rover vor Molander-Lundberg (Norwegen). Um die Süddeutsche Handballmeisterschaft VfR Mannheim — FA Göppingen 6:5; 1. FC Nürnberg — SG Dietzenbach 9:13. ln der Süddeutschen Handballmeisterschaft hat nach dem ersten Spielsonntag der Rückrunde wieder der Hessenmeister SG Dietzenbach die Führung übernommen. Die Hessen kamen beim 1. FC Nürnberg zu einem 9:13-Sieg. Der Süddeutsche Meister Frischauf Göppingen, der schon auf eigenem Platz gegen den VfR Mannheim nur ein ll:ll-Unentschieden erreichte, unterlag beim Badischen Meister mit 6:5. Er mußte damit die erste Niederlage seit einem Jahr hinnehmen. Die Niederlage kostete den Göppingern außerdem noch die Tabellenführung. Kehraus im Schwarzwälder Skisport Mit dem Rudi-Cranz-Gedächtnislauf, den der Skiclub Freiburg am Sonntag auf dem Feldberg austrug, wurde die Schwarzwälder Skisaison 1951/52 abgeschlossen. Der Lauf wurde als Torlauf vom Feldbergturm ins sogenannte Zastlertal gestartet. Siegerin bei den Damen wurde die Deutsche Meisterin Dr. Hildesuse Gärtner, Skizunft Feldberg, in 2:08,4 Minuten vor Helga Gärtner, Skizunft Feldberg, in 2:18,1 Minuten. Bei den Herren siegte Dr. Hillemanns, SZ Feldberg, in 1:56,3 Minuten vor Bernauer, Muggenbrunn, in 2:03,1 Minuten. Tagesbestzeit lief allerdings der Altersklassenläufer Ralph Rüdiger von der Skizunft Feldberg mit 1:52,0 Minuten. Wetterbericht Keine wesentliche Wetterveränderuhg. Weiterhin starke Bewölkung. Tagestemperaturen um 15 Grad. Nachts um fünf Grad Wärme, Schwache wechselnd» Winde aus Nordost. Siadtumschau Montag, den 28. Aßri'l 1952 Beerdigung. Eine ansehnliche Trauergemeinde geleitete am vergangenen Freitag den infolge eines Nierenleidens so früh verstorbenen Schuhmachermeister Karl Raub zur letzten Ruhestätte. Nach den kirchlichen Zeremonien, die Geistl. Rat Dekan Beil vornahm, widmete Rektor Oberle im Auftrag des Caritasverbandes dem Verstorbenen einen ehrenden Nachruf. Der Vorstand des Stadtkirchenchores und ein Vertreter der Kolpingsfamilie legten am Grabe Kränze nieder. Als letzten Gruß sang der Stadtkirchenchor, dem Karl Raub 15 Jahre lang angehörte, zwei erhebende Trauerweisen. Steigende Spargelpreise. In der Bruchsaler Markthalle wurden am Wochenende für Spargel folgende Preise erzielt: 1. Sorte, 1,43—1,62 DM; 2. Sorte, 1,10 bis 1,23 DM; 3. Sorte, 0,96—1,22 DM; 4. Sorte, 0,50 bis 0,64 DM. Es geht um Millionen. In wenigen Tagen beginnt wieder die neue Spielserie der süddeutschen Klassenlotterie, wobei in 5 Klassenziehungen und 4 Zwischenklassen sowie 8 Prämienziehungen über 23 Millionen DM als Gewinne zur Verlosung kommen. Von 225 000 Losen weiden 113 000 mit einem Gewinn gezogen. Alle 4 Tage gibt es einen Hauptgewinn von 100 000 DM. Höchstgewinn in der 5. Klasse beträgt % Million DM. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf den dieser Tage in unserem Blatt beigefügten Prospekt der Staatlichen Lotterie-Einnahme Stürmer-Mannheim. Bund der Berliner. Am Freitag, 2. Mai, geselliges Beisammensein im Hotel „Friedrichshof“ ab 20 Uhr. Mitglieder und Freunde sind herzlich eingeladen. Meldeschluß für die am Himmelfahrtstag stattfindende Ommibusfahrt und Bekanntgabe der Einzelheiten. Photo-Club Bruchsal. Der nächste Clubabend am Dienstag, 29. April, 20 Uhr, im „Roten Hahn“. Herbert Müller spricht über den Wettbewerb anläßlich der Photofahrt an die Bergstraße. ■ Die Teilnehmer der Fahrt werden gebeten, die Karten am 29. April bei der Zusammenkunft einzulösen. Bruchsaler Einzelhandel. Da der 1. Mai ein Feier-' tag ist, sind die Bruchsaler Einzelhandelsgeschäfte am Mittwoch, 30. April, auch nachmittags geöffnet.'Am Sonntag, 4. Mai, am Tag des Bruchsaler Sommertagszuges, werden die Geschäfte vom Schluß des Sommertagszuges bis 6 Uhr abends offen gehalten. Abitur im Realgymnasium. Unter Vorsitz von Ober- regierungsrat Silber von der Unterridltsverwaltung Karlsruhe haben am 24. 4. 1952 folgende Schülerinnen und Schüler unserer Schule die Reifeprüfung bestanden. 1. Bauersachs Lore aus Bruchsal, 2. Bläsi Hildegard aus Bruchsal, 3. Gantner Erwin aus Bruchsal, 4. Grünwald Joseph aus Bruchsal, 6. Hoffmann Günther aus Graben, 7. Koch Manfred aus Odenheim, 8. Krimmel Heinz aus Heidelsheim, 9. Merger Franz aus Langenbrücken, 10. Pflaum Walter aus' Untergrombach, 11. Quintei Ursula aus Menzingen, 12. Reuter Willy aus Menzingen, 13. Scheuring Lothar aus Odenheim, 14. Schicker Isolde aus Bruchsal, 15. Schmitt Walter aus Bruchsal, 16. Schneider Hannelore aus Bruchsal, 17. Schönecker Herbert aus Bruchsal, 18. Simianer Werner aus Bruchsal, 19. Steiner Elsa aus Bruchsal, 20. Volk Karlfritz aus Bruchsal, 21. Walter Heribert aus Bruchsal, 22. Walter Hermann aus Bruchsal. Der Privalgaskessel in der Kiidie Propangas, ein idealer Energiespender für Städte ohne Gas Ob die Stadt Bruchsal wieder einmal Gas bekommt, weiß heute kein Mensch. Das zerstörte Gaswerk in der Rheinstraße ist restlos demontiert, die noch brauchbaren Metallteile und dergl. schon längst verkauft. Für eine eventuelle Versorgung mit Gas kämen zwei Möglichkeiten in Frage: Der Anschluß an die Ruhrgas-AG., deren Leitungen bis Wiesloch vor- angeirieben sind, oder der Anschluß an das Karlsruher Gaswerk, dessen Leitung sich bis Durlach erstreckt. Mit Karlsruhe wurde vor geraumer Zeit verhandelt, ohne daß jedoch brauchbare Ergebnisse zustande kamen. Das Karlsruher Gaswerk müßte die Rohrleitungen von Durlach bis Bruchsal verlegen, allem Anschein nach stehen die erforderlichen Investitionsgelder jedoch nicht zur Verfügung. In einer Reihe von Bruchsaler Familien, in den un- zerstörten