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Gegründet 1811
Ba-klmLagMt
Badener Anzeiger
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Morgenzeitung
Nr. 19
Baden-Baden, Mittwoch, den 6. Marz 1946
2. Jahrgang
Francos Abdankung gefordert
Gemeinsame Erklärung Frankreichs, Englands and USA
Poliiisthes Tagebudt
L Hin 194«
Infolge Schelterns der Konferenz zwischen den Gewerkschaftsführern und der Telefonge- ael l sc h a ft in Anwesenheit eines von der Regierung eingesetzten Schlichters setzt die Gewerkschaft der Telefonarbeiter in USA den Streik, von dem 250 000 Personen betroffen werden, auf den 7. März fest.
Die innenpolitische Lage in Belgien ist Immer noch ungeklärt.
Erschießung des ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten I m r e d i aufgrund eines Urteils des Budapest« Volksgerichts.
Unterzeichnung eines französisch-englischen Luftfahrtabkommens.
Die Sowjetunion und die mongolische Volksrepublik unterzeichnen einen 10jährigen Freundschafts- und Beistandspakt sowie ein Abkommen über wirtschaftliche und kulturelle Zusamenarbeit.
L. Min 1946
Der englische Rundfunk verbreitet folgende aus 'Washington eingetroffene Nachricht: Die Regierung der USA hat die sowjetrussische Regierung darauf aufmerksam gemacht, daß sie den Abtransport von japanischem Kriegsmaterial aus der Mandschurei nach Sowjetrußland nicht zulassen wird.
Der argentinische Botschafter in London reicht nach seiner Rückkehr in Buenos Aires sofort sein Rücktrittsgesuch ein.
) Hin 1946
Die Verhandlungen zwischen * der Türkei und dem Irak, die eine wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder zum Ziele haben, haben begonnen.
Der chinesische Außenminister und der französische Botschafter in China haben eine Zusatzakte zum französisch-chinesischen Vertrag unterzeichnet Dem Inhalt dieses neuen Abkommens entsprechend werden die chinesischen Truppen in Indochina vor dem 31. März durch französische Truppen abgelöst werden.
4. Hirz 1946
Die englische und französische Militär-Delegation für Syrien hat ein Programm für die Evakuierung der französischen und englischen Truppen aus Syrien angenommen, die am 11. März beginnen wird.
L Hin 1946
Poris — Der Text der von der französischen, englischen und amerikanischen Regierung gemeinsam abgefaßten Erklärung über Spanien, ist Dienstag um 1 Uhr vom französischen Außenministerium bekanntgegeben worden. Er lautet wie folgt:
„Die Regierung von Frankreich, England und den Vereinigten Staaten haben ihre Meinungen in Bezug auf die gegenwärtige spanische Regierung und über ihre Beziehungen zu diesem Regime ausgetauscht. Sie sind sich darüber einig, daß es dem spanischen Volk nicht möglich sein wird, solange General Franco das Staatsruder führt auf die restlose und freundschaftliche Hilfe der Nationen rechnen zu können, die im gemeinsamen Kampf das deutsche Nazitum und den italienischen Faschismus niedergerungen haben, die ihrerseits das gegenwärtige spanische vollkommen von ihren Tendenzen beeinflußte Regime an die Macht gebracht hatten.
Es kann sich hierbei nicht um eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Spaniens handeln, denn es steht letzten Endes nur dem spanischen Volk allein zu, über sein Schicksal zu bestimmen.
Die 3 Regierungen hoffen, daß das spanische Volk, trotz der Unterdrückungs-Maßnahmen, die die gegenwärtige spanische Regierung gegen die sporadischen Versuche des spanischen Volkes zur Organisierung und Verwirklichung seiner politischen Wünsche vornimmt, nicht aufs neue den Schrecken eines Bürgerkrieges ausgesetzt wird.
Sie hoffen, daß im Gegenteil die spanischen, patriotisch und liberal eingestellten Persönlichkeiten bald Mittel und Wege finden werden, Franco zu einem friedlichen Rücktritt zu bewegen, die Auflösung der Phalange herbeizuführen und eine provisorische oder Geschäftsregierung einzusetzen, unter welcher das spanische Volk sich frei über die Wahl des zukünftigen Regimes und seiner Leitung aussprechen kann.
Die Verwirklichung folgender Hauptforderungen ist besonders wichtig: Erlaß einer politischen Amnestie Rückkehr der im Exil lebenden Spanier, Versammlungsfreiheit und Parteifreiheit. Eine Übergangsregierung, weiche diese Ziele verfolgt, würde von allen freiheitlichen Völkern anerkannt und unterstützt werden. Diese Anerkennung brächte ohne weiteres die Anknüpfung sämtlicher diplomatischer Beziehungen mit sich sowie die Ergreifung aller praktischen Maßnahmen für eine vereinfachte Lösung der spanischen ' Wirtschafttsprobleme; d. b. soweit dies unter den gegenwärtigen Verhältnissen möglich sein wird. Augenblicklich ist die Durchführung solcher Maßnahmen unmöglich. Die Aufrechterhaltung diplomatischer Beziehungen mit dem Franco-Regime ist für die französische englische und amerikanische Regierung ein Pro- lem, das im Lichte der Geschehnisse und unter nerücks.chtigung aer Bemühungen des spanischen Volkes im Kampf um seine eigene Freiheit, gelöst werden muß
Bereits in den letzten Tagen hatte sich die öffentliche Meinung der Welt in verschärfter Tonart gegen Franco-Spanien gerichtet, das mit einer unerklärlichen Blindheit der völligen Isolierung zudrängt So ist es auch erklärlich, daß bis jetzt über den Inhalt der Note in der spanischen Hauptstadt nur Vermutungen angestellt werden, da nur sehr w rüge Personen in den Besitz von zuverlässigen Nachrichten gelangen konnten.
Inzwischen sind auch die vom USA-Staats- departement angekündigten Dokumente der Öffentlichkeit übergeben worden, in denen der Nachweis geführt wird, daß sich Franco-Spanien schon seit Beginn des Krieges in lebhafter und enger Gemeinschaft mit den beiden Achsenmächten Deutschland und Italien befunden .hat. Lediglich innenpolitische und wirtschaftliche Rücksichten ließen es Franco angezeigt erscheinen, seiner politischen Haltung eine entsprechende materielle folgen zu lassen. Die Dokumente sprechen eine mehr als deutliche Sprache die sich in allen Teilen gegen Franco richtet Wir werden auf die Dokumente noch weiter zu sprechen kommen.
Jugend in Not
Die Gedanken des Verfassers kreisen seit vielen Wochen um Zustand und Zukunft der deutschen Jugend. Sie zeigt ein vieldeutiges und schwer zu deutendes Bild.
Es soll versucht werden, einige Fragen zu stellen und zu beantworten mit dem ausdrücklichen Hinweis, daß damit nur ein persönlicher Beitrag zur Klärung gegeben wird, nicht aber eine Lösung des weitschichtigen Problems m Vorschlag gebracht werden soll
In das Auge fallend ist die Not der JugenA. Es ist eine doppelte Not, eine geistige sowohl wie eine körperliche. Die geistige Not ist die zunächst schwerere im Vergleich zur materiellkörperlichen.
Immer wieder hört man in Gesprächen und indirekt aus Vorkommnissen, daß die jungen Menschen soweit sie die zurückliegende Zeit bewußt miterlebt haben, in einer Krise stehen, der unsere ganze Sorge und Aufmerksamkeit gehören sollte
Man hat das Gefühl, daß die Schwere der Krise weit unterschätzt wird. Unter den äußeren Erscheinungen sammeln sich heute bereits Antipathien gegen die Zeit, gegen das, was geschieht und gegen die Ideen, die politisch heute nach Geltung streben.
Angesichts der Ausweglosigkeit, in der sich zahlreiche Angehörige der jungen Jahrgänge befinden, erhebt sich die Frage wie soll diese Jugend, die, im Jünglingsalter mit Männeraufgaben betraut, zu frühreifen Vertretern des Geschlechts „herangereift“ ist, behandelt werden, um nicht notwendig in die Irre und verloren zu gehen Die Frage ist ernst, sehr ernst. Mag sein, daß sie überhaupt noch nicht erkannt worden ist in ihrer drängenden, fordernden Schwere. Denn schließlich hängt von dieser jungen, in Gefahr und Not befindlichen Generation die Zukunft des deutschen Volkes ab, dem es nicht gleichgültig sein kann, auf welchen Bahnen seine Jugend vorwärts schreitet
Von' einem ernsten jungen Mann, der den Krieg mitgemacht und der ihn. wie er sagt, glücklich einschließlich Gefangenschaft überstanden hat, las ich dieser Tage einen Brief, der davon berichtet, daß sein erstes Ziel sei, die medizinischen Studien abzuschließen, um diesem „jämmerlichen Sklavenvolk“' den Rücken zu kehren. Würdelosigkeit, Ehrlosigkeit und andere üble Charaktereigenschaften hätten ihn so mit Abscheu erfüllt, daß er für immer gebrochen hätte, um anderswo sein Leben aufzubauen, wenn auch unter schwereren Umständen» als ihm dies zu Hause möglich wäre.
Frankreichs Politik Deutschland gegenüber
Bidault schlägt eine Viermächte-Konferenz vor
Der ehemalige ungarische Ministerpräsident Szalasy, Führer der Faschistischen „Pieilkreuz- ler“ und sechs seiner engsten Mitarbeiter, die zum Tode durch den Strang verurteilt wurden, haben ein Gnadengesuch eingereicht.
Der italienische Ministerrat hat die Prüfung des Wahlgesetzes beendet und angenommen.
Der englisch-amerikanische Untersuchungsausschuß für Palästina hat seine erste Sitzung in Gizeh abgehalten. Alle Vertreter der arabischen Länder, welche der Liga angehören, waren anwesend.
Paris — Die französische Regierung hat Washington, London und Moskau vorgeschlagen, eine Viermächtekonferenz zur Prüfung des deutschen Problems abzuhalten.
Wie bekannt, hatte vor vier Wochen der Staatssekretär der Vereinigten Staaten, Byrnes, an den französischen Außenminister B i d a u 11 einen Brief über das deutsche Problem gerichtet und darin erklärt, daß die Schaffung einer deutschen Zentralregierung nicht notwendig sei. Byrnes berief sich jedoch auf die Potsdamer Abmachungen, um die französische Regierung dazu aufzufordern, nicht weiterhin gegen die Einrichtung zentra-
Die Anklage-Reden beendet
Eine neue Phase des Nürnberger Prozesses beginnt
Nürnberg — In einer der letzten Sitzungen wurden die Ausführungen von Sir David Maxwell Fifes über den verbrecherischen Charakter der SA, des Generalstabes und des OKW zu Ende geführt.. Acht Angeklagte sind für die von der SA begangenen Verbrechen verantwortlich: Göring, Heß, Rosenberg, Frank, Streicher, Schirach, Sauckel und Bormann; für den Generalstab tragen die Verantwortung: Göring, Keitel, Dönitz, Räder und Jodl.
Nach den kurzen Erklärungen des Vertreters der französischen Staatsanwaltschaft, Champe- tier de R i b e s und des Vertreters der sowjetrussischen Staatsanwaltschaft, Rudenko, die sich auf die in ihren Ländern gültigen Gesetze, die verbrecherische Organisationen zum Gegenstand haben, bezogen, wurde die Anklage- Erhebung der alliierten Staatsanwalten geschlossen.
Der erste Abschnitt des Nürnberger Prozesses ist abgeschlossen. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien, die Sowjetunion und Frankreich haben ihre Anklage gegen die 21 Angeklagten und die Naziorganisationen erhoben.
In der ersten Sitzung des Gerichts am 20. November des vorigen Jahres, begann nach den einleitend^ Worten des Gerichtspräsidenten Lordrichters Sir Geoffrey Lawrence die Verlesung der 58 Seiten langen Anklageschrift. Jeder Hauptankläger der vier Nationen trug dem Tribunal je einen Teil der aus vier Punkten bestehenden Anklagerede vor.
£um 1. Mal seit ihrer Verhaftung standen die 21 Männer auf der Anklagebank wieder der Oeffentlichkeit gegenüber, aber diesmal nicht in prunkenden Uniformen geschmückt mit Ordensbändern, nicht als Minister, General- feldmarschälle, Gauleiter und Volksredner, sondern als Untersuchungsgefangene.
„Wir haben für die Angeklagten einen internationalen Gerichtshof geschaffen und haben die Bürde auf uns genommen, uns an einem verwickelten Verfahren zu beteiligen, um ihnen ein gerechtes und leidenschaftsloses Verhör zu gewähren.“ Diese Worte aus der großen Anklagerede des amerikanischen Hauptanklägers Robert H. Jackson beleuchten die Linie, die der Prozeß in seinem Verlauf zielbewußt einhielt.
Neue Zeugen
Präsident Lawrence forderte in der Montagssitzung die Verteidiger Kaltenbrunners, Rosenbergs, Fricks und Franks auf, die Liste derjenigen Zeugen vorzulegen, die zugunsten ihrer Klienten aussagen sollen.
Der Verteidiger Kaltenbrunners verlangt vor allem das Erscheinen von 3 Schweizer Zeugen: Professor Burckhardt. ehemaliger Präsident des Internationalen Roten Kreuzes Brachmann, Generalsekretär des internationalen Roten Kreuzes und Meyer, ärztlicher Sachverständiger der gleichen Organisation. Außerdem möchte der Verteidiger, daß der ehemalige Botschafter in Belgrad. Neu- bacher, der in der Nähe von Frankfurt interniert ist, als Zeuge vernommen wird. Hiergegen hat Sir David Maxwell Fife nichts einzuwenden. Der Verteidiger Rosenbergs diskutiert lange mit Sir David welcher die Nützlichkeit der vom deutschen Verteidiger angegebenen Dokumente bestreitet. Der Verteidiger möchte zahlreiche deutsche Beamte und einige Ausländer, darunter General D a n - k e rs, den Leiter der lettischen Luftwaffe, als Entlastungszeugen vorladen lassen.
Der Verteidiger Franks möchte eine ganze Reihe von Beamten des Generalgouvernements als Entlastungszeugen vernehmen. Sir David beantragt, seine Vorschläge abzulehnen.
Deutsche aus Portugal ausgewiesen
Lissabon — Eine Anzahl Deutscher, deren Ausweisung seit längerer Zeit von der örtlichen alliierten Kommission in Lissabon gefordert wurde, soll demnächst den alliierten Behörden übergeben werden
Die Ausfuhr-Musterschau in Tübingen
Tübingen — Die erste Ausfuhr-Musterschau in der französischen Besatzungszone ist Anfang März unter lebhafter Beteiligung der Wirtschaft Süd-Württembergs in Anwesenheit der Spitzen der französischen Militärbehörden eröffnet worden. Als erste Gäste konnte Staatsrat Prof. Schmidt den Gouverneur von Württemberg, Widmer, und die Generäle Balensi. Ar- naud und Lorand, den Vorsitzenden der französischen Handelsmission, begrüßen.
die Besucher waren immer wieder überrascht, in Württemberg eine so vielseitige Industrie beheimatet zu sehen und freuten sich über die geschmackvolle Anordnung der ausgestellten Warenmuster Der Meister auf dem Akkordeon, Schittenhelm, und ein Mundharmonikaspieler der Weltfirma Hohner belebten durch ihre Vorträge den Rundgang durch die Ausstellung. Das Institut Dr Förster, Eningen ehemals Kaiser-Wilhelm-Institut für Metall- Forschung, führte seine erstmals in der Öffentlichkeit gezeigten Meßgeräte für magnetische Untersuchungen (störungsfreie Prüfung von Werkstücken) vor
Gouverneur Widmer beglückwünschte die Aussteller zu ihrem wohlgelungenen Werk und wünschte ihnen viel Erfolg als Beitrag zur Wiederbelebung der Wirtschaftsbeziehungen der Völker.
ler Verwaltungsbehörden in Deutschland Stellung zu nehmen.
In seiner Antwort betonte Bidauli die Übereinstimmung mit der amerikanischen Auf-, fässung und erklärte weiterhin daß die Frage der zentralen Verwaltung und diejenige der deutschen Westgrenzen gleichzeitig geregelt werden sollten. Sollten sich die Befugnisse derartiger Behörden auf Westdeutschland erstrecken, so würde es klar zutage treten daß der französische Plan der Abtrennung des Ruhrgebietes und des Rheinlandes vom übrigen Deutschland aufgegeben wurde.
Um jedoch einen Ausweg zu finden und um die Aufgaben der Besatzungsmächte in Deutschland zu erleichtern, weist der französische Außenminister darauf hin, daß die französische Regierung mit der Prüfung der Schaffung deutscher technische, Organisationen einverstanden ist, welche eine beratende Rolle zu spielen haben würden und die dem alliierten Kontrollrat zur Verfügung gestellt werden könnten.
Pius XI!. feierte seinen 70. Geburtstag
VaLkansiadt — Der Papst feierte am letzten Samstag seinen 7 0. Geburtstag. Dr. Riccardo Galoazzilisi,- der Leibarzt des Papstes, erklärte, daß sich Papst Pius XII. der besten Gesundheit und Arbeitskraft erfreue.
Die Wahlen in Argentinien enttäuschen
Buenos Aires — Die. ersten beiianntgeworde- nen Wahlergebnisse scheinen das Vertrauen im demokratischen Lager zu erschüttern. Nach den Ergebnissen ist die Partei Perons viel stärker als man ursprünglich annahm.
Die demokratischen Parteien sind trotzdem davon überzeugt, daß sie bei der Präsidentenwahl einen Erfolg davontragen werden. Sie geben jedoch die Möglichkeit zu, daß sie weder im Zentrumsparlament noch in den Provinzialparlamenten die Mehrheit erlangen können. Der Erfolg der Peron-Anhänger dürfte in der Zersplitterung der Parteien und ihrem Einzel- gängertum liegen.
Schweden verzichtet auf Lebensmittel
zugunsten notleidender Länder
London — Schweden hat die Brot-, Getreide- und Reislieferungen aus alliierten Beständen abgelehnt. Die Schweden zugedachte Lieferung hätte ausgereicht, um die Rationierung gänzlich aufzuheben. Schweden hat jedoch auf diese Hilfe verzichtet, damit sie m erster Linie notleidenden Ländern zugute kommen kann. Auch wird es die eigene Brotzuteilung vermindern.
Mag sein, daß die Enttäuschung, die aus diesem Urteil spricht, vernarbt, daß die Jahre des Studiums Abstand gewinnen lassen, um gerechter urteilen zu können. Für heute lebt dieser junge Mensch unter einer ernsten Belastung, die ihm schwer zu schaffen macht und durch die er unter Umständen in eine gefährliche Lage abgedrängt werden kann wenngleich in ihm das Zeug zu stecken scheint, die persönliche Krise zu überwinden, dafür aber dem deutschen Volk verloren zu gehen. Gerade die Besten sind es, die, wenn sie den Krieg heil überlebt haben, diese Haltung zeigen
In einer dem Deutschen eigenen Grundhaltung, „alles oder nichts“ zu wollen, sagt der junge Mensch: wir sind ntweder die Ersten einer neuen, weltbewegenden Idee oder die Letzten eines nichtswürdigen Geschlechts. Welcher überstiegene Stolz, welcher Anspruch und w.-Iciis rettungslose Arm , -> sprechen aus dieser weltfernen Antithese, die wenn man der negativen Möglichkeit gegenüber steht völlig versagt. Das Versagen ist darin zu erblicken, aus der Enttäuschung heraus dem angestammten Volk den Rücken zu kehren.
Hier kann der kameradschaftliche und zugleich liebend sorgende Geist echter und großer Lehrer Wunder wirken. Wir möchten hoffen, daß auf den Hochschulen dieser Geist lebendig sein möge. Denn der Eine, von dem hier berichtet wird, steht wahrscheinlich für viele, deren Not und Enttäuschung uns verborgen bleiben.
Der Jugend sind vermeintliche Ideale, sind ebensolche Glaubensvorstellungen zerstört worden, deren Voraussetzungen auf schwindelhaftem Grund erbaut waren Die Jugend wurde durch eine lügenhafte Propaganda in einen Rausch der Bedeutung, Größe und Wichtigkeit hineingeführt, der jetzt mit einer grausigen Ernüchterung sein Ende gefunden hat. Viele sind in ihren, für ihren Bereich geltenden „Ideale“ heute noch gefangen und sehen noch nicht ein, daß sie betrogen worden sind Für sie ist es fast noch schwerer. Fuß zu fassen als für die andern, die die Enttäuschung schon mit peinigender Gewalt erlebten. Da es sich um durchaus materielle Ideale gehandelt hatte, die der Jugend suggeriert worden sind, ist die Gefahr um
Auskunftsbüro für Kriegsgefangenenpost
Berlin — Mit Genehmigung der alliierten Kommandantur wird in Berlin ein Auskunftsbüro für Kriegsgefangener,post nach dem Gebiet östlich der Elbe und Neisse ein- gerichtet.Der Auskunftsdienst soll vom Berliner Magistrat geleitet werden. Für jede Auskunft ist eine Gebühr von einer Mark zugunsten der Post zu zahlen.
Das Elend muß besiegt werden! / Att,ee ^
London — In einer Rundfunkrede hat der englische Ministerpräsident A111 e e das englische Volk dazu aufgefordert, die englische Regierung in ihren Bemühungen, die Produktion zu steigern um die Prosperität der Nation zu sichern, zu unterstützen. Attlee erinnerte zu Beginn seiner Rede an die Leistungen des gesamten englischen Volkes in den dunkelsten Tagen des Jahres 1940. als die englische Nation sich dem deutschen Angriff allein gegenüber befand, „\yenn wir damals erfolgreich gewesen sind, dann ist dies deshalb möglich gewesen, weil jeder Mann und jede Frau ihre Pflicht verstanden und well sk- sich völlig in den Dienst der Nation gestellt haben. Heute
ist die Lage von derjenigen des Jahres 1940 nicht sehr verschieden, wenn sie auch weniger kritisch ist. Es ist wiederum die Pflicht eines jeden, alles zu tun um das Lebensniveau der Nation zu heben.“
„Wir müssen alle zusammen uns darum bemühen. das Elend zu besiegen, wie wir im Kampf für die Freiheit gesiegt haben. Das englische Volk muß zeigen, daß im Krieg wie im Frieden die Demokratie sich mit der Macht verbindet, die Tradition mit dem Fortschritt und die Freiheit mit einer freiwillig angenommenen Disziplin, die Prosperität mit der sozialen Gerechtigkeit.“
Kl l»
Badenei Tagblall
Mittwoch, den L März 1846
■o größer, well lro Augenblick die Vorztellung von geistiger Größe und Bedeutung noch gar- nicht in Sichtweite gekommen ist.
Es ist klar, daß diese Not alle um die Jugend bemühten Personenkreise und Verantwortungsträger mit brennender Sorge erfüllen muß. Das Erziehungsproblem steht mit drängender Schwere vor uns. Es kann nur gelöst werden, wenn die Methoden einen grundlegenden Wandel erfahren. Nur weitherzige, reife, erfahrene Männer, die aus der Weisheit unerschöpflichem Quell in Verbindung mit lauterer Gesinnung und hohen Charaktereigenschaften ihren Lehr- und Erziehungsberuf zu speisen vermögen, sind geeignet, der Not zu steuern, die Jugend zu beraten und heuen Hoffnungen zuzuführen.
Es ist eine Aufgabe von nicht geringer Größe, der Jugend klar zu machen, daß wir nicht weiter kommen, ohne die Ursachen unseres Zusammenbruchs mit rückhaltloser Offenheit darzulegen. Die Tatsache, daß eine Nation den Verführungskünsten nichtswürdiger Scharlatane und bindungsloser Demagogen unterlag, läßt Rückschlüsse zu auf die Beschaffenheit ihrer politischen, menschlichen und geistigen Reife. Erkennen wir die Ursachen, dann sind wir für die Zukunft vielleicht vor neuen Enttäuschungen sicher. Aber die Jugend kann ihre Aufgabe nicht übernehmen, bevor sie nicht gelernt hat, Wahrheit von Schein und Trug zu unterscheiden. Ihr dies zu erleichtern und möglich zu machen, erscheint als die wichtigste Voraussetzung für den Neubau unseres volklichen und Staatlichen Lebens. — u—
Kriegsverbrecherprozeß in Hamburg
Hamburg — Im Prozeß gegen die Kriegsverbrecher, der gegenwärtig in Hamburg stattfindet, hat der ehemalige SS-Führer Willi Bahr gestanden, im Lager von Neuengamme an einem einzigen Tag eigenhändig 200 russische Gefangene mit Blausäuregas umgebracht zu haben.
Der rumänische Arzt Sigismund Bendel und der ehemalige Lagerkommandant von Auschwitz, R o d, haben in ihren Zeugenaussagen entsetzliche Dinge enthüllt: 17 t Gold sind aus den Kronen und Zähnen gewonnen worden, die den unglücklichen 4 Millionen Opfer, die dann vergast wurden, ausgerissen worden waren. Das Gas wurde von der Firma Tesch und Stabenow geliefert, die mit ihren Gaslieferungen ungeheuere Reingewinne erziel-
Badische christlich-soziale Volkspartei
Ministerialdirektor Wohleb, Vorsitzender
In Freiburg L Br. fand Ende Februar die
1. Tagung der Badischen christlich-sozialen Volkspartei statt. Es waren Delegierte aus den badischen Landkreisen und den Städten Freiburg, Baden-Bad en und Konstanz erschienen.
Ministerialdirektor Wonleb faßte die Grundgedanken und Ziele zusammen, die die Arbeit der neuen Partei bestimmen sollen. U. ä. wurde zum Ausdruck gebracht die Partei verlange einen christlichen, sozialen Staat, keinen Staatssozialismus, der entgegen dem angestrebten Föderalismus zum Zentralismus und letzten Endes wieder zur Diktatur führe. Kapitalismus und Militarismus müßten gleichermaßen abgelehnt werden, da sie für das Unglück des deutschen Volkes verantwortlich seien. Ein staatliches und kulturelles Eigenleben im Rahmen des Ganzen würde angestrebt, freundschaftliche Verbindung mit den Nachbarstaaten Frankreich und Schweiz. Alles Trennende habe zurückzutreten, das Verbindende möchte man gefördert und betont wissen. Das Land
Baden sei in seiner überwiegenden Mehrheit christlich. Offene, loyale Zusammenarbeit zwischen den christlichen Konfessionen gehöre zu den Forderungen der Partei. Auf dem Gebiet der Wirtschaft strebe die Partei den sozialen Ausgleich an. Die genossenschaftliche Basis biete die beste Gewähr für ein aufstrebendes Handwerker- und Bauerntum. Dem Arbeiter werde die Bildung vernünftig organisierter Gewerkschaften empfohlen, die ihm Schutz und Hilfe zu bieten vermögen.
Durch Akklamation wurden dann Ministerialdirektor Wohleb zum Vorsitzenden, die Herren D i e z-Radolfzell Oskar Wirt h-Frei- burg, Alfons von Deschwande n-Offen- burg und Fritz D o r n-Freiburg in den Vorstand gewählt. Landesschriftführer wurde Franz Rohre r-Freiburg. Kassier Stefan Z ü r- c h e r-Freiburg. Ferner wurde ein beratender und beschlußfassender Senat berufen.
Zum Schluß wurden verschiedene Anträge angenommen, die aus dem Lande vorgelegt worden waren.
Wertvolle Glocken kehren zurück
Wilhelmsburg — Alle Kirchenglocken, die größtenteils aus süd-westdeutschen Kirchen stammen, wurden in einem Lager der Gießhütte Wilhelmsburg gefunden Die Nazis hatten die Glocken ohne Rücksicht auf ihren Kulturwert zum Einschmelzen beschlagnahmt Von der Gießerei wurden jedoch nur die Glok- ken neueren Herstellungs-Datums eingeschmolzen, so daß viele wertvolle Glocken erhalten blieben. Alle Pfarrämter, von denen Glocken beschlagnahmt wurden, haben jetzt die Anweisung erhalten, Kennziffern und Unterlagen der betreffenden Glocken zu melden, damit ihre Rückführung erfolgen kann.
Untersnchangskonimission für
willkürlich vorgenommene Verhaftungen
Berlin — Der Kontrollrat setzte am 28. Februar ein Verfahren für die Bildung einer Viermächte-Untersuchungskommission fest, die sich mit den Fäflen von willkürlich vorgenommenen Verhaftungen in allen 4 Zonen zu befassen haben wird. Sie soll, je nach dem vorliegenden Fall, von der alliierten Kommandantur für Groß-Berlin, und von der Di-
Der Interzonenhandel
Der interalliierte Kontrollrat tn Berlin hat für den Handelsverkehr zwischen den Zonen folgende Unterscheidung getroffen:
Die Erzeugnisse sind in zwei Gruppen eingeteilt: „zurückgehaltene“ und „freie“ Erzeugnisse. In ersteren ist keinerlei Geschäft von einer Zone in die andere ohne Genehmigung des alliierten Oberkommandierenden oder der Dienststellen, die er damit beauftragt hat, möglich. Dagegen ist der Handel mit den Waren der zweiten Gruppe grundsätzlich frei. d. h. Kaufleute und Industrielle in einer der Besatzungszonen sind berechtigt, sie zu erwerben, und es sollen keinerlei Schwierigkeiten bei ihrem Transport von einer Zone in die andere gemacht werden. .
Die Liste der zurückgehaltenen Produkte umfaßt zur Zeit 17 Warengruppen Auf dieser Liste stehen vor allem alle Nahrungsmittel, Saat, Tabak, Textilwaren, Leder, Petroleum, Holz, Gummi. Die Liste kann nicht durch die Entscheidung der Oberkommandierenden der Besatzungszonen verlängert werden. Dagegen ist es jedem Oberkommandierenden gestattet, eine der Waren freizugeben. In der französischen Besatzungszone sind Maßnahmen zur Durchführung dieser Entscheidungen getroffen worden.
Liste der zurückgehaltenen Erzeugnisse
1. Alle Lebensmittel, Futtermittel und alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die zur Herstellung von Nahrungsmitteln dienen.
2. Gemüse-Samen, landwirtschaftliche Sämereien, Saatkartoffeln.
3. Vieh.
4. Alkohol und alkoholische Getränke.
5. Tabak und Tabakwaren.
6 . Seife und Erzeugnisse auf Selfengrundlage.
7. Spinnstoffe, roh und verarbeitet.
8. Leder, roh, Schuhwerk und Leder für die Industrie.
9. Düngemittel.
10. Petroleum, Brennstoffe aller Art, öle und Fette.
11. Rundholz und Schnittholz, mit Ausnahme von Brennholz.
12. Papiermasse, Zellulose und Papier, mit Ausnahme von Papierwaren.
13. Fensterglas und optische Gläser.
14. Kautschuk, natürlich und synthetisch, und Gegenstände aus Kautschuk.
15. Elektrische Maschinen und Werkzeug.
16. Straßenfahrzeuge und ihre Teile, Automobilzubehör, Traktoren und ihre Teile, Lokomotiven und rollendes Material, Maschinen, die zur Herstellung und Unterhaltung der Straßen dienen.
17. Ausrüstung und Maschinen, die ausschließlich in Bergwerken Verwendung finden, und Sprengstoffe. Letztere Erzeugnisse (17) sind durch die französische Delegation in Berlin für die französischen Zone gestrichen worden, sind aber in den anderen Zonen bewirtschaftet.
Annahme von Patent-Anmeldungen
Mannheim — Auf Anordnung des badischen Landesdirektors für Wirtschaft und Verkehr wurde das Landesgewerbeamt Karlsruhe im Einvernehmen nvt den M'litä-behörden zur Annahmestelle für Patentanmeldungen erklärt.
rektion für innere Angelegenheiten für alle Besatzungszonen ernannt werden.
Steuervergünstigung für
anerkannte Nazi-Opfer
Potsdam — Anerkannte Opfer des Faschismus sollen bei der Veranlagung zur Einkommensteuer und Lohnsteuer, nach einer Verfügung ues . , uS.ujni.en der i-iuvinz.a.Verwaltung Mark Brandenburg, wie Kriegsbeschädigte behandelt werden
Dimitroff sollte liquidiert werden
Frankfurt — Der Direktor der deutsch-russischen Luftfahrtgesellschaft, Sommer, gab bekannt, daß die Nazi Dimitioff durch einen Flugzeugunfall verunglücken lassen wollten, weil sie dessen angebliche „Schuld“ in der Reichstagsbrand-Affäre nicht nachweisen konnten.
Die Einwanderung nach den USA
Frankfurt — Die einef der Vereinten Nationen angehörenden Flüchtlinge in der amerikanischen Besatzungszone haben vor allen andern Bewerbern ein Recht auf Zustellung eines Einwanderungsvisums für die USA. Das am 2. März in Frankfurt eröffnete amerikanische Konsulat wird sich mit den. für die ersten Transporte erforderlichen Formalitäten befassen. Es sollen jährlich für Personen aus den Ostseestaaten und aus Mitteleuropa 39 000 Visa bewilligt werden.
Großfener auf der „Milwaukee"
Liverpool — An Bord des ehemaligen deutschen 17 000 Tonnen-Luxusdampfers „Milwaukee“ brach ein Feuer aus Im Handumdrehen s*and dos ganze Schiff in Flammen. Zahlreiche Feuerwehrmannschaften bemühen sich, des Feuers Herr zu werden. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt und ins Krankenhaus verbracht.
Eisenbahnbrücke über den Rhein
dem Verkehr übergeben
Duisburg — Die Rheinbrücke in Baerl bei Duisburg wurde als erste feste Eisenbahnbrücke durch einen Vertreter der alliierten Kontrollkommission für den Verkehr freigegeben. Die über 800 m lange Brücke is + vorläufig eingleisig. Sie soll jedoch innerhalb eines Monats zweigleisig werden.
Gespannte Lage in Triest
London — Der Triester Korrespondent des „Manchester Guardian“ berichtet, daß die Lage im Verlaufe der letzten Wochen derartig gespannt ist, „daß die meisten Leute der Ansicht sind, daß nur eine rasch gefaßte Entscheidung Gewalttätigkeiten vermeiden kann. Die alliierte Militärregierung ist sich über diese Spannung im klaren und würde mit einer großen Erleichterung der Nachricht einer Zusammenkunft des englischen Außenministers Bevin, des jugoslawischen Ministerpräsidenten Tito und des italienischen Ministerpräsidenten de Gasperi, in Triest entgegensehen. Sie würden eine solche Zusammenkunft dem Kommen der Vertreter der Außenminister vorziehen.“
Eia Gesetz zur politischen Säuberung
Milde Seorteüung der Jugendlichen
München — Staatsminister für Sonderaufgaben. Heinrich Schmitt, sorach über das Gesetz zur politischen Säuberung, das jetzt unterzeichnet werden soll. Der Landesrat aaoe vom Kontrollrat in Berlin oei der Ausarbeitung des Gesetzes Richtlinien erhalten, die für ganz Deutschland von Bedeutung sein werden. Der Hauptgrund der Militärregierung sei, die Kriegsverbrecher zu erfassen und die nationalsozialistische Gefahr zu bannen.
Staatsminister Schmitt versicherte, daß es bei der Beurteilung dety Einzelpersonen nicht so sehr auf den Tag des Eintritts in die Partei ankommt, entscheidend sei die Gasamthaltung. Jeder einzelne Fall werde genau geprüft. Die Jugendlichen sollen milder behandelt werden, und sofern es sich nicht um ausgesprochene Aktivisten handele werden sie nicht einmal als Mitläufer bezeichnet.
„Es liegt nun an uns“, so schloß der Minister, „die geeigneten Personen zu finden, die das nötige Rechtsempfinden haben um den Grundsätzen des Gesetzes entsprechend ihre Tätigkeit aufzunehmen. Ich bin der Meinung, daß eine gerechte Durchführung der Säuberung den Tag freimacht „für einen Aufbau nach demokratischen Grundsätzen auf allen Gebieten“.
Italien straft Nichtwähler „moralisch"
Rom —Italiener, die ihrer Wahlpflicht nicht Nachkommen, sollen nicht gerichtEch, sondern nur „moralisch“ bestraft werden. Diese Entscheidung traf das italienische Kabinett im Anschluß an Debatten über die Durchführung des kürzlich erlassenen Wahlpflicht-Gesetzes. Die Namen der Nichtwähler werden veröffentlicht und in den Polizeiakten für fünf Jahre eingetragen.
BADISCHES LAND
Fachkommission der bad. Uhrenindustrie
Freiburg l. Br. — Auf Vorschlag des badischen Wirtschafisministeriums ist Fabrikant Franz Kaiser, Leiter der Kaiser-Uhrenfabriken in V i 11 i n g e n, zum Vorsitzenden der neuen „Fachkommission der badischen Uhrenindustrie und der verwandten Industrien“ gewählt worden. Kaiser, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem verstorbenen Vater zur Weltgeltung geführt hat, konnte im vergangenen Jahr sein 25jähriges Arbeitsjubiläum begehen. Die Unternehmen der Firma liegen in Villingen, Mönchweiler, Furtwangen und Kenzingen i. Br.
Karlsruher Nachrichten
In Ihrem Heim auf dem Mönchsberg in Salzburg feierte die weltberühmte Koloratursängerin Bianca Pollini-Bianchi ihren 92. Geburtstag. Ihr Name ist eng verbunden mit der Karlsruher Bühne, wo sie mit 16 Jahren ihre erfolgreiche Künstlerlaufbahn begann, die sie dann über London, Paris, Petersburg und Moskau wieder nach Karlsruhe zurückführte. Von hier aus ging sie nach Wien, wo ihr Johann Strauß seinen Walzer „Dorfschwalbea aas Österreich“ und seinen Frühlingsstimmen-Waizer widmete.
Die großen Aufgaben des Handwerks führte der Ausschuß für Arbeit und Wohlfahrt in der Arbeitsgemeinschaft für die Jugend der ins Berufsleben tretenden Jugend m einem lehrreichen, durch Lichtbilder unterstützten Vortrag vor Augen.
Pforzheim gedachte «einer Toten
Am 23. Februar jährte sich die Pforzheiraer Katastrophe zum ersten Male. Zur Erinnerung daran hatte die Stadtverwaltung diesen Tag zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Eine große Menschenmenge fand sich. auf dem Friedhof ein und gedachte vor den Massengräbern in einer würdigen und eindrucksvollen Feier der Tausenden von Menschen die einem unverdienten Schicksal zum Opfer fielen.
In der einzigen unbeschädigt gebliebenen Kirche im Stadtteil Brötzingen fand am Vorabend und am Feiertag selbst eine musikalische Trauerfeier statt
Das von einer zuvor unvorstellbaren Heimsuchung betroffene Pforzheim gedachte an diesem Tage aber nicht nur seiner ums Leben gekommenen Bürger, sondern sammelte auch in der Rückschau auf Leid und Not neue Kraft für das tägliche Ringen und den Wiederaufbau. -hö-
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Weitere Stenergesetze
Das Amtsblatt des französischen Oberkommandos in Deutschland Nr 16 vom 1. 3. 1946 veröffentlicht weitere vom alliierten Kontrollrat beschlossene Steuergesetze. Der Steuersatz der Vermögensteuer wird gestaffelt und beträgt 1 v. H. für Vermögen bis 50 000 Mark, 1,5 v. H. für Vermögen zwischen 50 000 und 500 000 Mark und 2,5 v. H. für Vermögen über 500 000 Mark. Der bisherige Satz hatte einheitlich 5 von Tausend betragen. Die Umsatzsteuer wird von 2 auf 3 v. H. erhöht. Personenkraftwagen die bisher, sofern sie neu in den Verkehr kamen, steuerfrei waren, werden künftig mit IS Mark je 100 ccm Hubraum besteuert. Den Text der drei Gesetze bringen wir in der Samstag- Ausgabe.
Thüringische „Handelsverträge“
Berlin — Thüringen hat „Handelsabkommen“ mit Bayern, Großhessen und Hannover abgeschlossen. Von Bayern emnfängt Thüringen Zellulose und kaustisches Soda im Tausch gegen Zellwolle und Scnwefei. von Groünessen Gummireifen, Treibstoff, Pharmazeutika, und Zellulose gegen Saatgut öle und Fette, Färbemittel für Textilien und Leder, Öfen und Werkzeuge gegen Gemüsesaaten, Grubenholz, Zellwolle, Glas- und Porzellanwaren. Mit Großhessen hat Thüringen zum ersten Male ein sogenanntes Global-Abkommen abgeschlossen, d. h. zwischen beiden Ländern wird ein freier Handel in solchen Waren ermöglicht, die den Beschränkungen durch die Militärbehörde nicht unterworfen sind, und für den Umfang dieses Handels wird ein monatliches Global-Höchst- kontingent festgesetzt
Verstaatlichung Berliner Banken
Berlin — Die deutsche Zentralfinanzverwaltung in der russischen Zone hat auf Anordnung der Sowjetbehörde die Funktionen der folgenden acht Berliner Banken übernommen: Preußische Landespfandbrief-Anstalt, Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt Deutsche Bau- und Bodenbank. Bank der Deutschen Luftfahrt AG., Preußische Staatsbank Seehandlung“, Reichskredit-Gesellschaft AG.. Deutsche X-andesrentenbank und Deutsche Siedlungs-
Landwirtschaftsplan in der brit. Zone
Hamburg — Die britische Müitärbenörde hat für 1946 in Westfalen und Schleswig-Holstein eine 100’/»ige, in Oldenburg eine 75°/«ige und in der Provinz Hannover eine 50°/»ige Erhöhung des Kartoffelanbaues angeordnet. Der Anbau von Brotgetreide soll um 10 bis 20'/» gesteigert werden. Alles Brachland soll bepflügt werden, wodurch in dei Weser-Emsgegend 62 000 ha und in Schleswig-Holstein 70 000 ha für Nutzanbau gewonnen werden sollen. Parks und Tennisplätze haben ebenso zu verschwinden wie Spargel- und Erdbeerbeete, und Blumen dürfen für kommerzielle Zwecke nicht mehr gepflanzt werden. Baumkulturen sind um 80°/» zu vermindern und neue Bäume dürfen nicht eingesetzt werden. Die Flugplätze wurden bereits umgepflügt und für Nahrungsanbau nutzbar gemacht. 24 weitere Flugplätze werden im März folgen
Verbreitung der Reblaus
Mainz — Die während des Krieges kaum bekämpfte Reblaus hat sich in den deutschen Weinbergen gefährlich verbreitet, so daß in den nächsten Jahren mancher Weinberg ausgehauen werden muß. Zur Wiederaufstockung dieser Weinberge werden Pfropfreben benötigt. Das dazu erforderliche Unterlageholz wurde bisher aus Italien, Rumänien und Frankreich bezogen, fällt also wegen De-, Visenknappheit vorerst aus. Zur Beschaffung des Unterlageholzes und des Edelreises selbst wollen die rheinischen Winzergenossenschaften Propfreben-Genossenschaften einrichten.
Die Verstaatlichung in Frankreich
Paris — Der Ministerrat hat den Vorschlägen des Ministers für industrielle Produktion, Marcel P a u 1. über das Monopol für die Nationalisierung der Kohlen- und Brennölgewinnung zugestimmt.
Der von Marcel Paul vorgelegte Plan sieht folgende Anordnungen vor: Ein nationales Institut koordiniert die Tätigkeit sämtlicher Bergwerke und dirigiert die Förderungsmethoden und die technischen Forschungsarbeiten. Auch der Ausgleich für die Kohlenpreise und die Finanzierung . der Bergwerks-Einrichtungen gehören zu den Befugnissen des nationalen Instituts. Die Gründung regionaler Geschäftsstellen für Industrie und Handel ist ebenfalls geplant. Die Entschädigungen sollen nach den gleichen Gesichtspunkten ausgezahlt werden, wie sie im Gesetzentwurf über die Verstaatlichung von Elektrizität und Gas vorgesehen ist.
Die beiden wichtigsten Punkte des Vorschlags sind:
1 Höchstentwicklung der Kohlenproduktion durch Beteiligung des Personals an der Leitung der Bergwerke.
2. Kampf gegen die Beamtenwirtschaft: Wahrung des industriellen und kommerziellen Charakters der Betriebe.
Der Regierungsplan über die Verstaatlichung ,yon Gas und Elektrizität sieht eine einzige Organisation vor: „Elektrizität und Gas Frankreichs“, die finanziell unabhängig und befugt ist, unter einheitlicher Leitung alle Fragen betreffs ihrer Ausgaben und ihres Bedarfs selbst zu lösen Die für die Übernahme der bisherigen privaten Unternehmen vorgesehenen Entschädigungen werden sich auf 45 Milliarden frs. belaufen, bei Zugrundelegung der z. Zt notierten Börsenkurse Ferner sollen für einen Betrag in gleicher Höhe dreiprozentige Obligationen für 50 Jahre ausgegeben werden. Die Beteiligung von ausländischem Kapital beträgt 1 Milliarde 600 Millionen zum Nennwert, oder bei der Rückvergütung etwa 3 Milliarden frs.
Wirtschaft in Kürze
Der Berliner Magistrat teilt mit, daß der kürzlich zwischen der sowjetischen Besatzungszone und dem Sowjetsektor Berlins aufgenommene Postscheckverkehr weder eingestellt worden ist
Gegenwärtig sind ungefähr! 1300 Banken in der amerikanischen Zone im Betrieb.
Ende Januar beschäftigten die Kohlenbergwerke der britischen und französischen Zone 244 000 Arbeiter über und unter Tage.
Das vom württembergischen Wirtschaftsministerium, Abteilung Landwirtschaft und Ernährung herausgegebene „württembergische Wochenblatt für Landwirtschtft“ erscheint mit Genehmigung der Militärregierung seit kurzem wieder im Verlag für Landwirtschaft.
O u <5+ ti*“*»* rj bis 17 Uhr durch die Stadtkasse.
Ausbezahlt wird nur gegen Vorlage der im Besitze der Unterhaltsberechtigten befindlichen Ausweise.
Die Familiennotunterstützung muß von sämtlichen Empfangsberechtigten oder von diesen mit schriftlicher Vollmacht versehenen Personen abgeholt werden.
Nachträgliche Auszahlung der nicht rechtzeitig abgeholten Notunterstützung findet nicht mehr statt.
Baden-Baden, den 28. Februar 1946. S 2182
Der Oberbürgermeister Abteilung kür Familienunterhalt
„Unter Hinweis auf die amtliche Bekanntmachung in Nr. 10 des Badener Tagblattes“ wird nochmals daraut hingewiesen, daß alle Personen, die Privatunterricht irgendwelcher Art erteilen, einen politischen Fragebogen in deutscher und französischer Sprache auszufüllen haben. Die Vordrucke hierfür sind im Rathaus (Zimmer 58) erhältlich. Die ausgefüllten Fragebogen sowie die Anträge in französischer Sprache (wie sie In der amtL Bekanntmachung gefordert werden) sind beim Gouvernement Milltaire bei Herrn Capitaine Quenzer, Schillerst raße 4 (Zimmer 2) unverzüglich abzugeben.
Personen, die ohne Genehmigung des Gouvernement« trotzdem Privatunterricht erteilen, werden sich vor dem französischen Militärgericht zu verantworten haben. 2>79 _Der Oberbürgermeister
Leseholz b?tr.
Durch Anordnung der Militärregierung ist das Lese- bolzsammein in den hinteren - Abteilungen de. Stadtwaldes, begrenzt durch Linie Mülleribiid - Fischkultur - Oberbeuern - Brahmsplatz - Geroidsau - Zimmerplatz (Distrikt I und VII) nur am Dienstag und Freitag von 7 bis 18 Uhr erlaubt.
Zuwiderhandlungen gegen dieses Verbot werden bestraft. 8 2178
_ Der Oberbürgermeister
Botte«6,»10 und 11 Uhr. Kommunion d. Männer u. Jungmänner u. Christenlehre d. männlichen Jugend. Abends 6 Uhr: Beginn d, Fastenpredigten.
Evangelisch-Lutherische Gemeinde (im Pfarramt, Fremetw- bergs tasse 41) Mittwoch, 6. Mätz (statt der für löt/i angezeigten Bibelstunde) 16 >/« Passions-Andacht (Pfarrer vo» Oertzen).
Kr. 19
Badener Tagblatt St
Mittwoch, den 6. MS» 1946
DAS QUINTETT
Roman von
Von Lehrer und Gouvernante geführt, feiern die Zöglinge einer Erziehungsanstalt auf der Waldwiese ihr Fest. Der große Pan, der hinter einem Busch von wilden Rosen schlummert, wird geweckt. Sein Anblick treibt die Menschen in die Flucht, nur ein Knabe und ein Mädchen bleiben, sie sehen verliebt bloß sich. Pan beschließt sie zu vereinen, mit seiner Flöte und seinem Tanz wiegt er sie in Schlaf. Aphrodite und die Nymphen nahen. Der Wohl- anstqnd sorgt dafür, daß der Zusammenstoß zweier Welten sich in glimpflichen Grenzen hält. Die Glocken läuten, es verfliegt der Spuk. Das Institut holt die beiden Zöglinge zurück, und Pan im Hintergrund nickt brav dazu.
Es war in der Tat nicht viel und die Musik mehr wagnerisch als original. Der Spannungsbogen des Themas weitete sich nicht aus, und daß Pan noch immer lebte, das blieb unqe- formt. Was hätte der Bürger auch damit anfangen sollen? Er klatschte, dann scherzte er schon. Die Uniformen, die Toiletten, die Logen galten weiter, und Pan, Aphrodite, Nymphe schminkten sich ab.
Wenzel hatte ein Tagzimmer genommen, ging gleich zur Bahn und geriet in die Baden- Badener Gesellschaft, die mit dem Theaterzug nach Hause fuhr. Sie füllte ein paar Wagen, die Damen waren in Pelzwerk vermummt. Sei es Zufall, sei es Absicht, die Geheimrätin Schill hatte Wenzel zwischen ihren Töchtern Anne und Isolde unter gebracht.
„Schade, daß Lina daheimgeblieben ist', sprach ihr frischer Mund. Daß sie die Freundin verteidigte, gefiel Wenzel, sie lächelte ihm zu. Die Wärme im Abteil, das Braun der Polster erhöhte die Vertraulichkeit, und die Abendtoilette ihren jungen Reiz.
Er kannte den Wunsch seiner Mutter, ihn um sie bemüht zu sehen. Anne wiederum und er hatten immer unbefangen, burschikos fast verkehrt. Sie war ungewöhnlich schön gewachsen, eine kräftige, gesunde Vollnatur. Ihn bedrückte sie ein wenig, und er hatte sich gefragt, wie sie mit Dreißig sein werde — es gab die Jahre, und es gab die Mutterschaft.
Seine eigenen Maße waren zarter, und der eine große Mangel, den sie in seinen Augen besaß, war der Ausfall des Gehörs. Seltsam, nie hätte er Anstoß daran genommen, daß jemand der Sinn für Farbe, Bild und Malerei abging. Warum also schien ihm der für die Sprache der Musik unentbehrlich zu sein? Tat er nicht unrecht? Er wußte es ganz einfach nicht, nur der Instinkt sagte ihm, er wenigstens verlange von einer Frau, daß ihr Nervensystem an das Ohr angeschlossen sei. Er dachte an den Flügel, und der Flügel machte ihn immun, so daß er ihre Weiblichkeit wohl als Tatsache spürte, doch nicht eigentlich als Fluidum. „ , .
Isolde — der Name paßte zum roten Schimmer des Haares — war das Gegenteil der Schwester, empfindsam und labil. Das beste der beiden Mädchen hätte man vereinen müssen — was für eine liebenswerte Frau entstände so.
Otto Flake
In Oos brauchten die Badener nicht umzusteigen, dafür war es ein Theaterzug. Auf der andern Seite des Abteils saß Frau Cora mit Rainer Hornung und ihrem Mann. Rainer war, der Unterhaltung und dem Spiel der Mienen nach, in voller Fahrt. Sein Dämon, der das Erregende liebte, war erwacht, er schwang. Frau Cora lachte und fand Zeit, Wenzel mit ihren maskenhaften Augen zu streifen, es war ein grünes Licht darin.
In Baden-Baden, auf dem Weg zum Ausgang, berührte sie Wenzels Arm und sagte:
„Wenn Ihr Dienst bei den Schiilschen Damen beendet ist, finden sie uns im Europäischen Hof.'
Die Betreuung der Damen nahm ihm der Geheimrat ab, er wartete am Kutschenschlag. Wenzel verabschiedete sich, Frau Cora winkte, er fand in ihrer Droschke Platz. Die Halle des Hotels danach war warm, die Sessel waren tief.
„Vier Wochen sind seit dem Maskenball vergangen, ich hoffte Sie bei mir zu sehen. Machen Sie es Ihren Freunden immer so schwer?' begann Frau Cora das Gespräch.
„Ein Mann der sich einrichtet, ist noch nicht
ansässig, er will es erst werden' entgegnete er.
„Die Entschuldigung ist angenommen. Aber wenn Sie nochmals vier Wochen warten, schelle ich an Ihrer Tür. Den Vorwand, den ich Vorbringen werde, erraten Sie kaum.“
„Für eine Dame gibt es einen einzigen: sie samtnelt für die Armen Beiträge ein.'
„Sie kommen der Sache ganz nah. Nur handelt es sich nicht um die Armen, sondern um einen neuen Verein.'
„Wissen Sie, wie viele es in Baden-Baden gibt? Dieser Tage erstand ich das Adreßbuch und fand nicht weniger als hundert darin.'
„Gewiß. Ich .selbst zahle in die Kasse von neun, und der, für den ich Sie gewinnen möchte, wird der zehnte sein. Die ersten Notizen haben Sie wohl schon gelesen: einige Ärzte, darunter mein Mann, gründen einen Verein zur Förderung der Feuerbestattung. Ich werde die Schriftführerin sein.'
„Wirklich? Ist es so wichtig, daß man, statt in die Erde gesenkt zu werden, als Rauch zum HimmU steigen darf?'
„Auf das Darf kommt es an. Noch fehlt denen, die Wert darauf legen, die Möglichkeit, es sei denn, daß man sie nach dem Tod mit der Bahn verschickt. Unser Verein strebt den Bau eines Krematoriums an Ort und Stelle an.'
„Und wie gehen Sie vor?"
(Fortseßung folgt)
Wo befinden sich unsere Kriegsgefangenen ? 41
Camp les Sables, Toulouse. Ruonp Egon Reutlingen/W ttbg. 447 919: Seig Jos., Dieterskirchen/ Ehingen 500 751; Strobel. Gr., Ravensburg 500 878 Sperle Willi, Wangen/Göppingen 446 378: Stan- ecker Martin, Grosengstingen / Reutlingen 447 961: Schoelch Karl, Oberschefflenz/Baden 447 714! Schaffert Friedr. Hütten/Schwäb. Hall 447 814; Scheid«! Albert, HeitbronivSonüveim 447 871; Schickner Gerd, Stockheim/Heilbronn 1189 594: Trunk August. Karlsruhe, 1189 344; Vogt Heinr. Neckarelz:Bd. 447 813' Westenfelder Jul. Karlsruhe/Bd. 1189 569: Wseiner Emil, Bernau/Bd. 1189 569: Werner Rolf, Endersbach/ Stuttgart 1189 760: Wacker Anton, Stuttgart 500 757: Wold Kurt, Wildbad/Schwzw. 443 509: Weber Peter Insweiler/Pfalz 447 363, Zirfag Günter Kaden/Lilburg 442 976.
Saleux: Ayat Eduard, Pforzheim 660 288: Al- brecht Wolfgang Grießen/Bd. 650 466: Allen,din :
f er Georg, Unterböhringen 650 839: Bauer Willi chwäb. Gmünd, 650 849; Bechthold Franz, Neu saty-Eck/Bd. 650 851: Behnke Hans. Mannheim 650 479: Blank Otto Urach/Württbg. 650 489: Kohlmeier Walter. Weißweil/Wahdshut 650 637; Konz Erwin, Stockenhausen/Balingen 650 639: Kraus« Werner, Waldorf/Heidelberg 610 431; Kremp Rudolf. Haslaeh/Kinzigtal 650 972: Krieg Helmut Pfuilingen/Vürttbg. 650 146: Kugier Horst, Ebergol n/Göttingen 650 071: Knödel Alfred Pforzheim/Bd. 651 631: Knorr Emil, Todtmoos/Schwzw 650 633:
Bizerte : Streble Walter, Gruibingen/Württbg. 31 784: Strein Friedr Michelbach/Bd. 70 017; Thorwarth Äuglet, Unterschneidweim / Württb. 68 004: Vettel Adam Eppenheim/Bd 71 633; Volk Friedr. Welzheim/Württbz. 74 773; Volz Johannes, Stuttgart 72 836; Wankmüller Erich, Pforzheim/Bd.- 68 051: Wa>smer Richard Haag Happach/Baden 74 969. Weber Johann, Ludwigs hafen/Rh. 72 930; Weber Josef. Bettringen/Würt temberg 71188: Weber Robert Freiburg/Brg. 68 662: Weidenheimer Alfred Manriheim/Baden 30 775: Weidner Kurt. Mannheim/Bd. 70 345:
Weismantel Gerhard. Oberndorf/Neckar 38399; Weller Emil, Stuttgart/Wttbg. 70 705.
Chartres : Wagner Friedr Kahiberg/Wttbg. Zwingenden? Richard, Pfaffenrot/Bd. 2332 233; Brem Hans, Donaueschingen 325170: Corneille Hans. Landau/Pfalz, 425 536: Elbs Geoig Tri- berg/Bd. 405 317: Engel Franz, Viliingen 737 261; Engelfried Herrn. Rottenburg/Nckar 272 239; Graf Herrn. Baden-Baden 512172; Härle Ludwig, Freudenstadt 430 236; Hätticb Manfred, Radolfzell/Bd. 755 605; Heuchmer Anton, Bruchsal 244 425; Hitz Josef, Gottenheim/Freiburg, 751 985; Kimmig Lorenz, Bad Peterstal 736 385; Koro«. Alfred Bettnau/Bodensee; Krieg Aif-ed Ettlingen/Baden 814 491: Hollenbach Robert, Ludwigshafen 735 898: Klein Heinz-Joaeh. Kon- stanz/Bd. 2913 585: Kleine Job. Inzigkofen/Sieg- marmgen 1026 236: Krausse Arnold. Baden-Baden 749 831: Kuruez Josef, Ludwigshafen 2910 595: Lippert Erich, Frankenthal 702 267; Maier Herrn. Geilingen/Konsta.cz; Mo ltfort Georg, Schönau/Wiesental 1031348: Nonn Alfred Burla- dingen/Sigmaringen 2903 344: Reithinger Friedr. Konstanz/Bd.; Sailer Hans Kanzaeh/Wttbg.,; Seidemann Hans, Viliingen 733 677: Seegep Ad. Erangen/W aldshut; Sigg August Möhringen/ Bd. 745 235: Sicka Matthäus Möhringen/Baden 708 089: Dr. Suhr Wilhelm Konstanz: Schäfer Alfred Emingen/Reutiingen 951 460: Schütz Hermann Säckingen, 2312 432; Schwamberger Ernst, Lörrach/Bd. 1122 231; Schweizer Ludwig 955; Stell Karl, Neckarhausen 1060 671: Storz Fritz Homberg/Schwzw. 2902 730 Streib Ernst Bisingen 730 387: Benz Friedrich Emmendingen/Bd 747 447, Berthoid Martin Karlsruhe, 744 711; Blind Otto. Rastatt 736112; Bohm Kurt, Tübingen; Vorwarfi Albert Me- etetten / Wttbg. 2909 017; Elz Hanns Ludwigs- hafen, 749 736: Engelmann Eugen Iznang/Kon- 2319253 : Ensmger Ulrich Haltingen/Bd, 2909 050: Pritsche Franz. Trossängm / W"ig.- Großer Georg, Tübingen 734 065: Hanke Herbert S te tten/Kirch h eim 2901 379. Heimb.-.ch
Rolf. Laupheim/Wttbg. 746 671.
1P © IR T
Freiburg-Wiehre — Kickers Frbg.-Haslacb 5 : » Ottenburg — FFC 0 - 1
SC. Freiburg — Kastatt 1 : *
Emmendingen — Lahr 0 : 1
Allerhand Überraschungen gab es bei der 5. Spielrunde der Oberliga. Der FFC. konnte, erst in der letzten Minute das einzige Tor erzielen. Rastatt gewann auch in Freiburg gegen den Sportklub mit 3:1 Toren, während sich Emmendingen auf eigenem Platz dem FV. Lahr mit 0:1 beugen mußte. Wiehre konnte sich gegen die Haslach er Kickers mit 2:0 behaupten und kam dadurch vom gefährdeten Tabellenende . weg. Baden-Baden, das spielfrei war, ist nun mit Uf- fenburg merklich nach unten gerutscht.
Der Tabellenstand:
P
9
9
6
5
4
4
3
3
1
RiBe-
Bühlertal 5 Punkte. Kappelrodeck 3 Punkte, Fautenbach 3 Punkte. Oberachern 2 Punkte. Staffel II: Söllingen 12 Punkte, Leiberstung 8 Punkte, Iffezheim 6 Punkte, Stollhofen 5 Punkte, Hügelsheim 3 Punkte, Schwarzaeh 2 Punkte. Staffel III: Sandweier 8 Punkte, Sinzheim 3 Punkte, FV. Oos 2 Punkte, Baden Bälden II 2 Punkte. Haueneberstein 1 Punkt.
Vereine
8
gew.
un.
verl.
T
FFC.
5
4'
1
0
26:2
FC. Rastatt
5
4
1
0
20:9
SC. Freiburg
5
3
0
2
12.9
FV. Emmendingen
5
2
1
2
9:10
FV. Lahr
5
2
0
3
5:10
Spvgg. Wiehre
5
2
0
4
12:25
Baden-Baden
4
1
1
2
14:16
FV. Offenburg
5
1
1
3
5:7
Kickers Haslach
5
0
1
4
6:21
-I
Staffel I: Achern
10
Punkte,
Bühl
9 Pu
Schöner 5:2-Sieg des VfR. Achern in Bühl
Von einigen hundert Schlachtenbummlern begleitet, gastierte die 1. Rasenspielerelf am vergangenen Sonntag in der Kreis tsadt BiihL Achern hatte zu diesem Vor-Entscheidungsspiei einige alte Spieler eingesetzt, die sehr gut einschlugen und mit ihrer reichen Spielerfahrung den jungn Nebenspiedem ein sehr gutes Vorbild waren.
Kappelrodeck I—Bühlertal I 8:3 (4:1)
Im Gegensatz zu den letzten beiden Spielen spielten diesmal die Einheimischen auf Sieg und schossen im Verlauf der ersten 20 Minuten eine 4:0-Führung heraus.
Auch nach der Halbzeit leistete Bühlertal einige Zeit über guten Widerstand, konnte aber trotzdem nicht verhindern, daß Kappelrodeck bis Spielende noch vier weitere Treffer erzielte.
Oos I—Sinzheim I 2:3 (Halbzeit 1:2>
Bei^ schlechten Platzverhältnissen wurde obiges Spiel ausgetragen Die Slnzheimer waren überlegen, und nur durch den schlechten Platz kam Oos um eine größere Niederlage herum. Bei Sinzheim konnte die gesamte Mannschaft gut gefallen. Die Entscheidungen des Schiedsrichters konnten nicht restlos befriedigen. -Fi-
HQgelsheim I—Leiberstung I 0:6 (0:3)
Beide Mannschaften legten gleich zu Beginn ein scharfes Tempo vor 'Bereite nach 15 Minuten ging Leiberstung in Führung und wenige Minuten später hieß es bereits 2:0 für die Gäste. Leiberstung glänzte vor allen Dingen durch seinen Sturm, der das Spiel bis zur Halbzeit auf. 3:0 erhöhen konnte. Gleich zu Beginn der zweiten Spielhälfte erzielte der Leiberetun- ger Mittelstürmer den 4 Treffer, während der Halblinke das 5. und 6. Tor schoß. Hügeishelm gab sich alle Mühe, wenigstens einen Ehrentreffer zu erzielen, aber Leiberstungs Hintermannschaft war wachsam. Schiedsrichter Woher leitete das Spiel gut.
Hügelsheim II—Leiberstung II 0:0.
mmmmm Es starben
Josef Knöbel, Schuhmachei meiste» geh. 6 . 4. 84 f 26 2. 46. In tiefer Trauer: Fr E Knöbel u. Angehörige. Eisenbahnstrasse 6 217t!
Uffz. Karl Strobel. Friseurmeister geh. 6. 7. 10, f 14. 6. 45 im Lazarett in Feetow »Mecklenburg). In unsagbar tiefem Schmerz: Frau Gertrude Strobel geh. Pfeitle, Söhnchen Manfred und alle Angehörigen, Lange Strasse 8. 22 u 24 Großsachsen a d B , Bez Mannheim. 2199
Josef Frank, geh 20. 5. 71, + 27. 2. 46. ln schmerzücber Trauer: Farn. Karl Nothelfer. Pheinstr. 69; Farn, löset Frank, New York und alle Anverwandte. 2213
Karle Fritz geh. Woltarth. 66 Jahre f 19. 2 46. In tiefer Trauer: ugen Fritz, Arthur Fritz u. Frau Lina geh Blust, sowie alle Anverwandten, Biihl/Bd., Hauptsir 50. 2150
, J aul Kautz, Reg.Sekr., geh. 23 II <0, f 22 2 46 In tiefem Leid: Frau Anna Kautz geh. Faust, Charlotte Kautz. Bühl/Bd„ Alois Schreiber- Strasse 2. 2149
Frl. Rosa Kern, geh 12. 11. 61. t 26. 2 46. In Stil er Trauer: Frau Lina Eichhorn geh Kern und Angehö rtge, BühJ/Kappelwindeck, Schänzelstrasse 1 . 2114
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Mittwoch, 6. März 1946. Kafchol. Arbeitsgemeinschaft, Vortrag Prot. Karl Meid, Baden-Baden, „Scböpfer- macht im Kleinsten 11 (Die neuesten Forschungen über den Aufbau der Materie und die Atomenergie), Kleiner Bühnensaal (18.15—19.15; 2 und 3 Mk.)
Donnerstag, 7. März 1946. Die Compagnons de la Rou- lotte in „Georges Handln", Komödie von Moliöre (in Irans. Sprache), Kleines Theater (21—23 Uhr; 2-8 Mk.)
Freitag, 8. März 1946. „Georges Dandin“, Kleines Theater (21-23 Uhr: 2-8 Mk.)
Samstag, 9. März 1946. Lilo’s Märchenbühne „Hänsel und Gretel“, Kleines Theater (16-17 Uhr: 1-5-Mk.)
Pariser Variete mit ViHabella, Tenor der Pariser Oper und dem/Orchester Georges Kay „10 Attraktionen“, Großer Bühnensaal 18.30-20.30 Uhr und 21-23 Ubr; 2-8 Mk.)
Sonntag, 10. März 1946. „Hänsel und Gretel“, Kleines Theater (15-17 Ubr; 1-5 Mk.) — .
Sinfonie-Konzert des Philharmonischen Orchesters Baden-Baden, Leitung Generalmusikdirektor Gottth E. Lessing, Solist : Kart Seemann (Klavier), Werke von Reger, Mozart und Schumann, Großer Bühnensaal 17- 19 Uhr; 1-6 Mk. —
Pariser Variete, Großer Bühnensaal (21-28 Uhr: 2-8 Mk.)
Montag, 11. März 1946. Pariser Variete, Großer Bühnensaal (21-23 Uhr; 2-8 Mk.)
Für die obigen Veranstaltungen hat der Vorverkauf an der Kurhauskasse begonnen.
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