Ni. 22 Badenei TagblaH St Samstaq, den 16. M3n 1841 OTTO FLAKE: IM SPIEQEL Eine erschreckende Frage taucht auf: ob wil diesen Wohlstand ertragen haben würden, ob der Mensch nicht Krieg führt, weil er den ewigen Frieden nicht aushält. Nun, das ist ein müßiges Problem angesichts der Tatsache, daß wir die Armut so gründlich herbeigezwungen haben. Ein Achselzucken über unseren Unverstand gehört zu den Reaktionen, die sich einstellen, wenn man durch solche Wüsteneien fährt. Die Nachricht, daß das Prachtstück der Heidelberger Bibliothek — die Manessische Liederhandschrift aus dem dreizehnten Jahrhundert, enthaltend 140 Lieder und 138 ganzseitige Bilder, seit 1888 wieder in deutschem Besitz — gestohlen sei, konnte berichtigt werden: sie überstand im Keller der Nürnberger Burg die Zeit der Gefahren. ! Die Sixtinische Madonna, seit Mitte des achtzehnten Jahrhunderts in Dresden, ist nun nach Moskau verzogen. Haben! sua fata — unter diesem Titel stellt vielleicht einmal einer die Abenteuer der Kunstwerke und die Schick- ll Gleich dem Staat erhält auch das Staatstheater der Comedie Frangaise eine neue Konstitution. Am 27. Februar, nach mehr als halbjährigen Beratungen einer Kommission, hat diese Strukturreform das Licht der Welt erblickt. Das Grundgesetz der Comedie Frangaise ist die „acte de sociötö des comediens frangais“ vom 27. Germinal des Jahres XII und ihr Verwaltungsregime wurde durch die Dekrete vom 12. Oktober 1812 geregelt, welche von Napoleon in Moskau unterzeichnet wurden. Eine Abänderung wurde am 27. April 1850 vorgenommen. Eine der wesentlichsten Reformen besteht darin, daß in Zukunft die Comädie Franchise über zwei Bühnen verfügen soll. Die erste, im bisherigen Gebäude heißt „Scöne Richelieu“. Auf dieser werden die Stücke des klassischen Repertoires gespielt, sowie jene der halbmodernen Autoren. Unter dieser Bezeichnung versteht man französische Autoren, deren Erstaufführung in Frankreich mindestens um 10 Jahre zurückliegen und fremde Autoren, die nicht mehr unter den Lebenden weilen. Die zweite Bühne soll dem modernen Repertoire gewidmet sein, bevor eine näher gelegene Bühne für diesen Zweck frei oder gebaut wird, ist das Odeon-Theater dazu ausersehen. Diese Reform allerdings kann sich erst im Sommer 1947 verwirklichen. Was die Truppe der Comädie Franchise anbelangt, bekommt der Administrateur eine stärkere Position in allen Prüfungs- und Vollzugsorganen. Wie bekannt ist, besteht die Truppe selbst aus „soci§taires“, „pensionnaires“ und „öiöves". Comedie Frangaise 1946" Meines VaferS Taschenuhr / Erzählung von Max Rieple Seitdem unser alter Bernhardiner, der manches Jahr hindurch der Begleiter meines Vaters auf allen Spaziergängen war, eines Morgens tot auf seinem Lager ruhte, fühlten wir es alsbald, daß der Herr seinen getreuen Hund nicht lange überleben würde. Es schien, als ob etwas im Lebensrhythmus meines Vaters in Unordnung geraten wäre, jenes Mannes, der seinen Tag nach dem Zifferblatt eingeteilt hatte, und der mii dem Glockenschlag sieben vor der täglichen Arbeit seinen Spaziergang begann, nicht ohne vorher seine Taschenuhr hervorzuholen, um ge- nauestens die Zeit zu vergleichen. Bis ins hohe Alter hinein hatte mein Vater es so gehalten. Doch jetzt, seit dem Tode des Hundes hielt er nicht mehr an seinem üblichen Stadtrundgang fest. Ohne seinen „Freund“, wie er oft den Bernhardiner nannte, wollte er nicht mehr den gewohnten Weg gehen: Erst die Straße hinunter bis zum Wasser, dann ein Stück an dem trag fließenden Bach entlang, um schließlich durch die von alten Kastanien beschattete Haldenstraße nach genau 20 Minuten den Rückweg anzutreten. Jetzt, da ich wieder einmal die Uhr meines Vaters hervor holte, fällt mir das alles ein, so, als sei es gestern gewesen. Ich höre noch das Aufklopfen des eisenbeschlagenen Stockes auf dem Straßenpflaster und den vertrauten Schritt, wie er leiser und leiser werdend sich in der Ferne verlor. Diese Uhr, das runde blanke Stück Silber mit der abgegriffenen Ziselierung, Schöpfermachi' im Kleinsten / Vortrag von Prof. Karl Meid sale der Gedenkstätten im Krieg zusammen. Wie viele bestehen nur noch im Photo, im Bild. Haben wir das Goethehaus verloren, so die Russen die Puschkin-, Tschaikowsky- und Tolstoimuseen. Wir sind Barbaren, wir wollen Barbaren sein, es ist ein Ehrentitel, sagte Hitler. Der russische Ankläger in Nürnberg setzte diesen Ausspruch dem Bericht über die Verluste seines Landes an Kulturgütern voran. Jasnaya Poljana, Tolstois Gut, war zum Goethehaus der Russen geworden: deutsche Truppen heizten ihre Oefei» mit seinen Manuskripten und Möbeln. Als der Hauswart bat, die Reliquien zu schonen, soll der Offizier erklärt haben: Wir werden alles verbrennen, was mit euerem Tolstoi zusammenhängt; das Anwesen ging danach ln Flammen auf. Vor 1933 und gewiß vor 1914 hätte ich geschworen, deutsches Militär begehe derartige Taten nicht. Wie rasch lernt eine Generation um. wenn man ihr erklärt, Barbarenzeit sei zurückgekehrt. Wie willig nimmt sie Parolen an, gleichgültig dagegen, was der Inhalt ist. Sie hören es nicht gern, die lieben Leute; sie beklagen sich, man übertreibe und gebe keine Ruhe. Wir andern aber, die aufrütteln, wir erfüllen eine Pflicht: um zu mahnen, um zu beleuchten, um die verwirrten Empfindungen zu ordnen, dazu sind wir da. Die „societaires“ sind die Privilegierten. Von den 30 „societaires“ dürfen nur noch ein Drittel Frauen sein. Sie haben, je nach dem Dienstalter, einen bestimmten Anteil an den Gewinnen der Gesellschaft. Bis jetzt wurde t sie vom Minister ernannt, aber in Zukunft werden sie von der Generalversammlung gewählt werden. Die „40 pensionnaires“ beziehen lediglich Gagen, während die 10 „Cleves“ an Vormittagen ihre Studien am Konservatorium fortsetzen. Die Verwaltung erlaubt den „societaires“ und den „pensionnaires“* eine Nebenbeschäftigung bei Kino und Radio, aber nur in der Sommersaison vom 15. Februar bis 15. September. Aber sie hat ein Interesse an der Sache. 50 bis 60 v. H. der Dreheinnahmen müssen der Gemeinschaftskasse eingeliefert werden. Für die „societaires*“ ist nach den neuen Bestimmungen der Austritt aus de r Comedie Frangaise nicht einfach und sehr kostspielig. Erst nach 15 Jahren Dienstzeit kann er austreten und auf anderen Pariser Bühnen spielen. Bei früherer Demission wird ihm ein Spielverbot von 10 Jahren auferlegt und es ist ihm untersagt, ein Theater zu leiten ebenso darf er später nicht erwähnen, daß ei einmal der Comedie Frangaise angehörte. Die Bestimungen dieses Dekrets werden bei den Schauspielern als „drakonisch“ bezeichnet. Schon verschiedene Demissionen wurden angemeldet. Was würden ein Monnet Sully, Luden Gultry, eine Sarah Bernhardt oder eine Rejane dazu sagen? Und selbst der gute Mollöre? scheint mir heute wie ein Teil von dem Wesen meines Vaters. Ich sehe noch jene eigentümliche Handbewegung, mit der er diese Uhr aus der Westentasche holte, und ich glaube noch das Geräusch zu hören, das wach wurde, wenn mein Vater vor dem zu Bettgehen das Uhrwerk aufzog, wobei er die Umdrehungen des Schlüssels leise mitzählte. Dann wurde die Uhr an ein kleines Gestell auf dem Nachttisch gehängt. Alle diese Handgriffe hatten etwas von einem strengen Ritus, wiederholten sie sich doch stets in derselben Form und Reihenfolge. War es deshalb ein Wunder, daß diese Uhr in dem Augenblick stehen blieb, als ihr Besitzer die Augen für immer schloß? Auch heute noch weisen die Zeiger auf die Minute, in der der Tod eintrat. Ich ließ diese Zeitangabe als ein Erinnerungsmal auf dem klaren Zifferblatt de» Uhr stehen. Ehrfürchtige Scheu verbot es mir, die Uhr wieder aufzuziehen, nachdem sie ihre unlösliche Verbundenheit mit dem Besitzer so offensichtlich dargetan hatte. Sie hatte bis zur letzten Minute bei dem Sterbenden einst gewacht. Deutlich sehe ich sie noch auf dem Nachttisch im Sterbezimmer meines Vaters hängen und weiß auch noch, wie träge die Zeiger hinzuschleichen schienen in jenen langen, bangen Stunden, da wir um das Bett standen, so, als könnten wir das Leben, das hier seinem Ende zuging, festhaiten. Still war es in dem Raum. So still, daß man „Stellen Sie sich einen kleinen Raum mit niedriger Decke und geweißten Wanden vor. Unter der Decke war eine Schiene angebracht, an der zehn große Haken hingen, wie die, welche die Metzger brauchen, um ihr Fleisch aufzuhängen. In einer Ecke stand eine Filmkamera. Scheinwerfer gaben ein grelles Licht wie in einem Atelier. In diesem sonderbaren kleinen Zimmer befanden sich der Generalstaatsanwalt des Reiches, der Scharfrichter mit seinen beiden Gehilfen, zwei Filmoperateure und zwei Gefängniswärter. An der Wand stand ein kleiner Tisch mit einer Flasche Kognak und Gläsern für die Zeugen der Hinrichtung. Die zehn Verurteilten wurden hereingeführt; sie hatten nur ihren Sträflingsanzug an und trugen Handschellen. Sie wurden in eine Reihe gestellt. Grinsend und unter Witzen machte sich der Scharfrichter zu schaffen, er war in seinen Kreisen für seinen Humor bekannt. Auf ein Zeichen des Scharfrichters packten die beiden Gehilfen den alten Marschall von Witzleben, rissen ihm die Jacke vom Leib und legten um den Hals, hinter den Ohren, eine ganz kurze dünne Schnur. Die kurze Schnur ist e' te raffiniert grausame Erfindung, dann sie bricht dem Verurteilten in dem Augenblick, wo er in die Tiefe stürzt, nicht die Wirbelsäule, sondern würgt ihn und läßt Ihn eine ganze Zeitlang zappeln bevor er stirbt. Brutal schleppten sie den Greis unter die Schiene und hingen ihn am ersten Haken auf. Dann zogen sie ihm seine Hose aus. Nackt wie ein Wurm hing er da und schlug um sich unter furchtbaren Schmerzen. Aber er hat nicht ge- schrien, er hat nicht einmal gestöhnt. Ein dünner Fad an Blut floß ihm aus dem rechten Nasenloch.“ Dieser Bericht über das Ende der Verschwörer vom 20. Juli 1944 stammt von einem der beiden Gefängniswärter. Warum ich ihn hier abdrucke? Damit er gelesen wird. Angenommen, meine Aufsätze kämen einmal gesammelt heraus, so steht er darin und ich habe das Meinl ge getan, um ihn vor der Vergessenheit zu bewahren. Ich wünsche festzuhalten, unter welchen Zeitgenossen ich lebte — damals, als Deutschland das Land der Henker war. Der Bericht fährt fort: „Einer nach dem anderen, alle zehn, kamen dran. Alle zeigten den gleichen Mut. Das dauerte alles in allem fünfundzwanzig Minuten. Der Scharfrichter grinste ständig und machte dauernd seine Witze. Die Filmkamera arbeitete ohne Unterbrechung. Denn Hitler wollte sehen und hören, wie seine Feinde starben. Am gleichen Abend, in der Reichskanzlei, konnte er sie auf der Leinwand betrachten — zehn nackte Männer, aufgereiht wie Fleischklumpen in einer Metzgerei. Das war sein eigener Einfall. Er hatte den Scharfrichter zu sich kommen lassen und persönlich die Einzelheiten der Prozedur festgelegt: Ich wi’l, daß sie erhängt werden, aufgehängt wie Schlachtvieh, waren seine Worte “ Noch heute kann' man Leute, die in den Zeitungen das Politische auslassen, sagen hören, dem Führer, der es doch so gut gewollt habe, seien die Vorgänge im Land verborgen geblieben, sie kämen aufs Konto Himmlers. In Wahrheit war er der Vater aller Dinge; sein Geist unterwarf die Nation, sein Wille durchdrang alles. , Fragt man nach seinem Wesen, nach seiner Natur, so gibt es nur eine Antwort: er besaß weder ein Bedürfnis nach Bildung noch geistige Interessen. Es war ein Geruch von Transtiefel und Kaserne um diese demagogische Erscheinung — fern jede seelische Aura Den Charakter bestimmten Herrschsucht und Rachsucht, Grausamkeit und Kälte. Daß ein Machthaber Gegner, die ihn zu beseitigen suchen, dem Henker übergibt, es bleibl ln Gottes Namen begreiflich. Aber daß er den Akt der Hinrichtung aufnehmen läßt, um sein Gemüt am Abend daran zu weiden, das ist ein Einfall, den Nero gehabt haben könnte, hätte es schon Kamera und Jupiterlampe gegeben. Die Vorunterredung mit dem Henker; die künstliche Verlängerung der Qualen; die der Hosen entblößten und zuckenden Körper an Fleischerhaken; die Großaufnahme im engsten Raum, der die Distanz und damit selbst die letzte Würde aufhebt — ergibt Goyaszenen sexuell gefärbt. Ein Entwurzelter und Gescheiterter, im Grunde ein Schwächling, ein unmännlicher Histrione, füllte sich mit Blutrunst und Sadismus, als die Nation in, wüsten Träumen lag und den Incubus erduldete. Eine Reise nach Mainz führte mich zum ersten Mal nach der Katastrophe aus Baden-Baden heraus. Auf dem Hinweg sah ich, bevor es dunkel wurde, die Verwüstungen in Rastatt, Karlsruhe, Mannheim; auf dem Heimweg die in Worms, Frankenthal, Ludwigshafen und am Rand des Gebirges in Büchenau und Weingarten; dazwischen die von Mainz selbst. Die schlimmsten sind nun gerade ein Jahr alt — der Schutt ist derselbe, und die Vorstellungskraft braucht sich nur die Flammen, den Feuerwind, die Panik hinzuzudenken. Man gelangt zu einem Anschauungsunterricht, der Seinesgleichen nicht hat. In Mainz und Worms ist um die Dome tabula rasa; in Mainz sind Zentrum, Geschäftsstraßen und die Paläste der erzbischöflichen Zeit dahin. Zwei Empfindungen mischen sich: war ein solcher Grad der Vernichtung geboten, und: was hat diese arme, verirrte Nation auf sich beschworen? Das wilde Heer in den Lüften, W i r zogen es herbei. Die Sprengung der Rheinbrücken, der Unter- und Uebferführuhge« an der Reichsautobahn allein legt die Frage nahe, wie der Wille zum Krieg durch den, nie mehr Krieg zu führen, sich ersetzen lasse. Ein Problem so schwer wie die Entfernung des Schuttes mag die Hinwegräumung der alten Anschauungen sein. Während ‘man von einer Stätte des Unterganges zur nächsten rollt und mit Apokalypsegefühlen auf dem Schauplatz des Jüngsten Gerichtes zu weilen glaubt denkt man Über das Unglück nach, das ein falscher Staatsbegriff erzeugen kann. Mit dem Mitleid ist es nicht getan, es versteht sich von selbst. Der Mensch in Person trägt Verantwortung für das, was ihm als Gemeinschaftswesen geschieht. Zu den Schicksalsschlägen, die durch die Elemente, die Seuchen, die außermenschlichen Kräfte herbeigeführt werden, treten die zusätzlichen die vermeidbat wären, wenn wir unseren Willen anriefen. Es gibt Dämonien und Dämonien. Man braucht nur einmal zu überlegen, .wie Deutschland sich heute darböte, falls die beiden Weltkriege nicht stattgefunden hätten. Es ist nicht auszusinnen, in welchem Reichtum wir leben könnten — nicht, was uns an Leid, an Jammer, an ^Verlusten erspart geblieben wäre. Innerhalb der Vortragsreihe der katholischen Arbeitsgemeinschaft sprach Prof Karl Meid über Atomenergie. Der Redner ging davon aus, daß atomistischa Vorstellungen vor der Kenntnis der Grundlagen der Chemie, und unabhängig von ihr, schon in der Antike vorhanden waren. Die griechischen Philosophen Leukippos und Demokrit (etwa 500 v. Chr.) leiteten bereits alles Geschehen aus der Mechanik der Atome ah. Dann kam ein fast l'ütausendjähriger Stillstand. Der französische Philosoph und Physiker Pierre Gassendi erweckte im 17 Jahrhundert die Atomistik zu neuem Leben. Er hatte bereits ganz moderne Anschauungen und sprach sogar von der Vereinigung mehrerer Atome zu einem Mollekül. Prof. Meid legte zunächst den Begriff fest. Unter Atom (griech. unteilbar) versteht man den kleinsten Teil der chemischen Grundstoffe, der naturgemäß früher als nicht mehr zerlegbar angesehen wurde. Nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft bestehen die Atome aus dem sog. Atomkern mit positiver elektrischer Ladung, um den negativen Elektronen kreisen, wie Planeten um die Gestirne: ein Kosmos en miniature. — 1913 erhielt die Physik einen völlig neuen Impuls durch den damals erst 28jährigen Dänen Niels Bohr, der um diese Zeit mit seinen Forschungsergebnissen über den Bau der Atome Aufsehen erregte. Bohr knüpfte an den englischen Atomforscher Rutherford, der aus dem Experiment heraus das Bild drs Atombau» entworfen und schon 1911 an dar Atomzertrümmerung gearbeitet hatte, an. Diese Zertrümmerung, also die künstliche Umwandlung des Atom» geschieht durch Bombardement von Elementen mit den sog. Alpha-Strahlen. Aber das von Rutherford entworfene Atombild reichte für die Forschung nicht aus. In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Elektron entdeckt. Die beiden Bausteine der Atome sind nämlich das Elektron, als kleinste Einheit der negativen, und das Proton als kleinstes Teilchen der positiven Elektrizität. Durch die Kenntnis des Elektrons konnte die positive Atomforsehung ejnsefczen Rutherford fand dann den positiv geladenen Atomkern. Trotz allem war das ungelöste Rätsel die Energieverteilung. Sie wurde erst durch die Quantentheorie Max Planks durchsichtig. Bohr schuf gewissermaßen eine Synthese beider Ansichten, eine neue Quantentheorie, die das Hinwegnehmen des letzten Schleiers ermöglichte. Die Arbeiten der drei Nobelpreisträger Rutherford, Bohr und Flank hatte dann Otto Hahn in Verbindung mit seinem Mitarbeiter Straßmann (beide am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Dahlem) vollendet. Otto Hahn gelang die Uranspaltung. Damit trat die Physik abermals in ein neues und ganz entscheidendes Stadium ein. Auch Hahn wurde Nobelpreisträger, konnte die Auszeichnung aber nicht annehmen, weil ihn Hitlers Verbot, das in einer seiner Reden bekannt gegeben wurde, daran hinderte. Nachdem Schweden Prof. Hahn nunmehr offiziell orientiert hat, ist er der erste deutsche Nobelpreisträger seit dem Sturz des Regimes. Ohne die Plank’sche Quantentheorie (der Gelehrte ist heute 88 Jahre alt) und ohne die Arbeiten von Otto Hahn, die beide nur für Friedenszwecke arbeiteten, wäre die Atomforschung nie das geworden, was sie heute ist. Deshalb bedauerte der Redner, daß die deutsche Forschung nunmehr auf die Weiterarbeit verzichten muß. Was die Einschaltung der Atomenergie für Friedenszwecke bedeutet, das wies der Redner an verschiedenen Beispielen nach. Ein Gramm Uran hat die Energiespannung, die ein riesiger Kran leisten würde, wenn er 1 Million Tonnen 10 m über den Boden heben würde. Es schafft eine Leistung, wie sie von 1260 Pferden, die ein Jahr lang, 3000 Arbeitsstunden gerechnet, tätig sind, hervorgebracht würde. Dieselbe Energiemasse würde reichen, einen 6-Tonner- lastwagen ca. 16 Jahre lang in Fahrt zu halten. Am Schluß der Ausführungen beschäftigte sich der Redner auch mit der neuesten amerikanischen Forschung. — Das, was Prof. Meid gab, ging weit über das hinaus, was man unter einem Vortrag versteht das silberne Ticken der Taschenuhr deutlich hören konnte, wenn es nicht durch die Atemzüge des Sterbenden übertönt wurde.. Schon lange hatte ein früher Januarabend mit seiner grauen Schwermut sich in das Zimmer gesenkt. Nur eine verhängte Lampe brannte. Da wurden die Atemzüge, die sonst die Regelmäßigkeit eines Uhrschlags hatten, auf einmal langsamer. Mir fiel ein, wie ich als Kind, wenn ich beim Vater im Zimmer schlafen durfte, manchmal besorgt auf diese Atemzüge gelauscht hatte, wenn des nachts einmal dieses regelmäßige Auf und Ab sich für Augenblicke verzögerte, um dann wieder den gewohnten Rhythmus aufzunehmen. Wie oft hatte ich damals gebangt, einer dieser zögernden Atemzüge könnte der letzte sein. Und wie hatte ich mich in kindlicher Angst, die noch keine Vorstellung von dem Tod hatte, vor jener Stunde gefürchtet, in der einmal diese# Atmen für immer erlöschen könnte. Jetzt war die Stunde gekommen. Es nützte nichts mehr darauf zu warten, daß ein tieferer Atemzug Versäumtes nachholen würde. Länger und länger wurden die Pausen in diesem zer- dehnten Auf und Nieder des Atemholens, da« symbolhaft das Leben zu verkörpern schien. Auf einmal stand nur noch lastende Stille im Raum. Auch das Ticken der Uhr war in dem Augenblick verstummt, als die Seele sich vom Körper trennte, und als mit einem seltsamen Ruck dieses Antlitz zerfiel und plötzlich einen verklärten Ausdruck annahm, der fremd war und der diesem Gesicht alles Erdgebundene nahm, um es dafür edel und schmal werden zu lassen. Lange bist du nun tot, Vater. Ich halte deine silberne Uhr in Händen und meine, du müßtest sie wieder aufziehen unter leisem Nachzählen der Umdrehungen des Uhrschlüssels, oder du müßtest sie wieder aus deiner Tasche ziehen, um die Zeit zu vergleichen. Denn dieses „Mit-der- Uhr-Gehen“ war ja ein Teil deines Wesens und es gehörte zu dir, wie die Uhr selber, die dein Leben und deine Todesstunde auf ihrem klaren Zifferblatt untilgbar für mich festhält. Kleine Bücherschau Unter dem Sammeltitel „Gedanken des Friedens“ sind die kleinen Flugschriften Reinhold Schneiders in einem schönen handlichen Band bei Herder in Freiburg henausgekommen. Von c' m Wort des Dichters und Deuters der Geschichte gehen Ströme der Kraft hinaus in die deutsche Welt, die aber erst dann voll in Wirksamkeit treten werden, wenn die Gewissen wachgerufen sind. Reinhold Schneider will zu den Gewissen sprechen als Christ und Mensch, der kein höheres Anliegen kennt, als die Rettung der Seele vor dem Zugriff des Irdischen, das uns in die Maßlosigkeit, in Schuld und Verirrung geführt hat. Klärend, unterrichtend und aufrufend treten einige neue Flugschriften des Verlags Herder an den Leser heran. Genannt seien: Alfons Beil: „Die Einfalt des Herzens“; Dr. Heinrich Schneider: „Kirche, Bibel und Abstammungslehre“; Dr. Bernhard Welte: „Vom Geist der Buße und vom Trost der Buße“; Ida Friederike G ö r r e s : „Der heilige Severin“. Unter dem Sammelbegriff „Das christliche Deutschland erscheinen drei Schriftenreihen (ebenfalls bei Herder in Freiburg). In der katholischen Reihe ist soeben das päpstliche Rundschreiben vom 14. März 1937 „M i t brennender Sorge“ erschienen, das zu jener Zeit die Lage der katholischen Kirche in Deutschland mit einer Deutlichkeit spiegelte, die den weiteren Weg der nationalsozialistischen „Führung“ erkennen ließ. Die diplomatischen Noten und Schreiben, die das päpstliche Rundschreiben zur Folge hatte, sind in diesem Heft vereinigt. Der Leser kann rückschauend eine Lehre empfangen, die ihn für alle Zeiten davor bewahren kann, die Fähigkeit zur Unterscheidung zu verlieren. In der evangelischen Reihe erschien als Heft 1 der Band „Zeugnisse der bekennenden Kirche — Wir aber sind nicht von denen, die da weichen“. Auf rund 100 Seiten werden die zahlreichen Zeugnisse der bekennenden Kirche vereinigt, die den Nachweis erbringen, daß auch von evangelischer Seite in Sorge und Not Warnruf auf Warnruf erfolgte, ohne daß die damalige staatliche Führung auch nur den Versuch machte, sich mit diesen Stimmen auseinander zu setzen. Die Dokumente, die der Herder-Verlag in hoher Einschätzung seiner verlegerischen Aufgabe hier verlegt, haben nicht nur zeitgeschichtlichen, sie besitzen geschichtlichen Wert, —u— War es die faszinierende Persönlichkeit dieses Physikers im geistlichen Gewand oder seine pädagogische Begabung: die Ausführungen, die ein profundes Wissen zeigten und die ohne jeden Anhalt an ein Manuskript gegeben wurden, wirkten aufwühlend und nachhaltig. Der Beifall kam einer Ovation gleich. -rRJ— * „Georges Dondin" von Meliere Die „Compagnons de la Roulette" brachten im Kleinen Theater eine ungemein amüsante Aufführung dieses klassischen Lustspiels, dessen Titelheld von Francois Darion tragisch berührt. Jeanne Legal machte in Sprache, Gebärde und Bildwirkung Ihrem Namen „Angölique“ alle Ehre, um ihren bürgerlichen Mann umso teuflischer zu foppen mit ihrem Stutzer und seinem Helfer. Ihnen gaben Raoul Legard und Guy Pieral die traditionelle Gestaltung der Commedia dell'art« wie auch Raymond Hermantier und Helena G r o u t als Eltern der Ungetreuen meisterlich die satirischen Hlchter Moliöres funkeln ließen. Anne Marlis traf ausgezeichnet das Derb- Frische der Claudine, die ihrer schönen Herrin in ihrem schlimmen Treiben so gern behilflich ist. Colin (Francois Liron) ist seinem Herrn zugeordnet und verstärkt das erdnaft Dumpfe dieses schlichten Mannes, dem die Adligen so bös mitspielen. Der Regisseur A. C1 a v e kam mit wenigen schlichten Versatzstücken aus und ließ doch den Geist des klassischen Lustspiels hell auf- leuchten. Dia 5 Mathurins unterhielten eingangs mit ihren Mundharmonikas durch Schlager, Volkslieder und Proben aus Rossinis Wilhelm-Tell- Ouvertüre durch sehr geschickte Ausnutzung aller Möglichkeiten dieses Volksinstruments, voll Humor dargeboten. Friedrich Base« JUGEND und GEGENWART Kulturbedürinisse der Jugend Die deutsche Jugend wurde durch den Nationalsozialismus der Kultur systematisch entwöhnt. Wenn sie sich dieser Entwöhnung zu entziehen versuchte, geriet sie sofort in den Verdacht, die „Geschäfte der volksschädlichen Demokratie“ zu verrichten. Die kleinen Wider- Standskreise, die sich an einigen Hochschulen bildeten, wurden entweder mit radikalen Mitteln bekämpft oder wie im Falle der Geschwister Scholl kurzerhand durch den Volksgerichtshof „unschädlich“ gemacht. Eine selbständig denkende und lebende Jugend war für den „totalen“ Staat lebensgefährlich. Diese Gefahr wurde erkannt, und man handelte danach. Es ist fraglos, daß die systematische Kulturentwöhnung bei dem größten Teil der jungen deutschen Menschen ln Verbindung mit dem Kriegserlebnis und der einseitigen Propaganda verheerende Wirkungen zur Folge hatte. Heute haben Schulen, Universitäten, Parteien Gewerkschaften und vor allem die Elternschaft und nicht zuletzt die kirchlichen Institutionen eine hohe Verpflichtung dei Jugend gegenüber. Die Kenntnisse auf den Gebieten der Geschichte, Literatur, Kunst und anderen Disziplinen sind bei dem größten Teil der Jugend erschrek- kend mangelhaft. Nicht nur das, sie sind als Folge der subjektiven, auf einseitige Verherrlichung der Nation abgestellten Darstellungen vielfach verzerrt und stehen im Widerspruch mit den Tatsachen. Die Jugend wird, wenn sie erkannt hat, daß man sie bewußt belog und betrog, daß man ihre Bedeutung in raffinierter Berechnung des Erfolgs dieser Maßnahme überschätzte, erkennen, daß ihr nur ein völliger Wandel der Haltung gegenüber der Welt und den Dingen des Lebens, der Bildung und der Kunst helfen kann, aus der Isolierung und Vereinsamung herauszutreten. Heran an die Wirklichkeit, heran an die Tatsachen! Eine neue Schau, und die Erkenntnis, daß alle Werts neu gesehen und wiederentdeckt werden müssen, werden ihr helfen, ihren Wert zu erweisen und die Bewährung erfolgreich zu bestehen, die man ihr gerechterweise zugestehen muß. Und dann wird diese Jugend, wenn sie wirklich eine Ahnung vom geistigen Reichtum der Welt und des eigenen Vaterlandes empfangen hat, mit aufgeschlossenem Herzen und wachem Geist ihre wunderbare Reise in das unbegrenzte Reich der Kunst und Kultur antreten. Die Lehrer im weitesten Sinne des Wortes sind ihr alle Grossen, die jemals gelebt und ihre Spuren in ihren unsterblichen Werken hinterlassen haben. —u— Der Krieg ist zu Ende. Die Jugend ist, soweit sie das fürchterliche Geschehen überlebt hat, entweder heimgekehrt oder wartet mit brennender Ungeduld in den Gefangenenlagern auf die Heimkehr. Es ist nicht zu verkennen, daß der junge deutsche Mensch unter der zerstörerischen Macht des zerbrochenen Systems gelitten und vieles erduldet hat. Aber er fand durch dieses gefährliche System auch die Unterstützung und Förderung bestimmter Neigungen, die eine einseitige Begünstigung des kriegerisch-militaristischen Menschentyps darstellten. Die Folgen sind unabsehbar, und sie haben die Tendenz, hartnäckig zu verharren. Wir wollen der Jugend helfen, ohne Rücksicht auf heute noch störende und anklingende Gegenargumente, den Weg zur lebensnahen, wirklichkeitsgebundenen Demokratie zu gehen. Alle, die etwas zu sagen haben und die fähig sind, der Jugend zu raten, sind aufgerufen. Die Stimmen aller Richtungen sind erwünscht. Es gibt keine Patentlösung, wie man das früher zu dekretieren versuchte. Heute soll versucht werden, einige Fragen und Aufgaben zu stellen und zu beantworten, ln der nächsten Ausgabe melden sich die Gewerkschaften und ein christlicher Jugendkreis zum Wort. Es soll mit der Zeit immer mehr Tuchfühlung mit den unmittelbar die Jugend angehenden 1%.ges- und Zukunftsfragen gefunden werden. Dazu brauchen wir vor allem die Mitarbeit junger Menschen, die etwas zu sagen haben und die einsehen, daß ihre Zukunft nur dann lebenswert sein kann, wenn sie von schöpferischen Ideen und gesundem Tatsachensinn getragen wird. Jugend - zuversichtlich gesehen / Von vr. Gerard Müller In einem Lied christlicher Jugend stehen die Worte: „Gott verbrennt in Zornesfeuern eine Welt, sie zu erneuern wollen kraftvoll wir beteuern“. Ist das nur Phrase? Spricht hier nur jugendlicher Idealismus, über den man hinweggehen kann? Wohl kaum. Denn ein Blick über das deutsche Land läßt jeden in den ungezählten Ruinen das Gottesgericht an einer morsch gewordenen Welt erkennen. Und es ist so allumfassend, wie kaum einmal in der Geschichte. Stehen doch neben den materiellen Trümmern die fast noch schlimmeren geistigen und religiösen, von denen auch die Jugend nicht verschont geblieben. Das weiß jeder, der heute erziehend in ihr steht. Und doch kommt aus dieser Jugend der Entschluß, eine so ausgebrannte Welt kraftvoll zu erneuern. Ist das ernst gemeint? Allenthalben geht der Ruf nach Wiederaufbau Er kommt von Erwachsenen. Findet er ein Echo bei der Jugend? Man hat in der letzten Zeit viel davon geredet und glaubt weithin, die Frage verneinen zu müssen. Doch man übersehe nicht: die Pessimisten kommen fast nur aus politischen Kreisen. Man muß aber die Jugend unserer Tage kennen, um diese politische Interesselosigkeit zu verstehen. Wer ist denn diese „Jugend“? Sicher nicht die unter 16 Jahren stehende Schicht. Von diesem Alter ab waren aber die Jungmänner größtenteils in das Kriegsgeschehen eingeschaltet, verloren die schönste Zeit ihres Jugendlebens, sahen zuviel Elend Ein Student spricht Es wird heute sehr viel von der Resignation gesprochen, in der sich die deutsche Jugend dom Aufbau und besonders allen politischen Problemen gegenüber verhält. Immer wieder wird dabei versucht, an die guten Kräfte zu appellieren und sie aufzufordern, Vorbild zu sein und mitzureißen. Allein, man muß heute, nach beinahe einem Jahr Aufbau feststellen, daß sich die Grundhaltung der Jugend all diesen elementaren Dingen gegenüber nur wenig verändert hat. Hätte man sich in der Tat früher und eindringlicher, mit dieser unumgänglichen Frage beschäftigt, so wäre ein unwiederbringliches Stück kostbarer Zeit gewonnen geblieben. Für die Jugend ist mit dem Untergang des „Dritten Reiches“ mehr versunken als eine zwölfjährige Zwangsherrschaft. Für sie ist dank der raffiniert angelegten Angelpunkte der nationalsozialistischen Lehre die entscheidende Lehensgrundlage, die Erziehung, und, daraus folgend, die grundsätzliche Lebens- und Weltanschauung zerfallen. Vor diesen Trümmern stehen wir nun und sie gilt es klug und ohne Zögern zu beseitigen. Die entscheidende Frage ist für uns die Mitverantwortung an der Schuld, die durch die alliierte Gerichtsbarkeit dem deutschen Volk auferlegt wird. Sollen wir für unsere Erziehung verantwortlich gemacht werden, oder gibt man uns Gelegenheit zu beweisen, daß unser natürliches Leistungsvermögen für den friedlichen Neuaufbau Deutschlands und darüber hinaus der Wille zur gerechten Menschenordnung der Welt stärker sind als unsere widerspruchsvolle Erziehung. Die zweite zukunftsschwere Frage ist die der politischen und wirtschaftlichen Neugestaltung Deutschlands. In ihr liegt das Schicksal für die Entwicklung aller beruflichen Möglichkeiten. Durch sie hat sich an unseren Universitäten das gesamte Erscheinungsbild verschoben, vor allem bei den Naturwissenschaften. Daß diese Entwicklung nicht nur für Deutschland, sondern die ganze Welt beachtenswert ist, steht außer jedem Zweifel. Wir stehen hier vor dem alten Problem, ob freie oder gelenkte Wissenschaft. Es gibt dabei weder eine natürlich^ Beschränkung noch eine gewaltsame Beschneidung. Sind diese beiden Lebensprobleme mit Maß und Gerechtigkeit geklärt, kann erst an eine politische Neuerfassung und Führung der deutschen Jugend in ihrer Gesamtheit gedacht werden. Die Reserven des bedingungslosen Glaubens und blinden Gehorsams wurden auf den blutigen Schlachtfeldern Europas restlos ausgeschöpft. Zurückgeblieben ist eine dunkle Leere. Sie mit neuem Mut und frischer Hoffnung auszufüllen, heißt den Schlüssel zu finden zu jener unerläßlichen Kraft, die unserem Volke von den Wurzeln seiner Existenz her zuflutet - —FW— und Grauen, sind deshalb heute vielfach verbittert. Ist es da nicht allzu verständlich, daß diese jungen Menschen nun Ruhe wollen und vorerst nichts übrig haben für Fragen der Politik. So geben wir ihnen die Ruhe in voller Einfühlung in die jugendliche Psyche. Heißt das aber nun, die Jugend einfach laufen zu lassen? Man müßte die Not der Zeit nicht kennen, wollte man diese Frage bejahen. Es geht ja beim Wiederaufbau auch um die Durchdringung unseres Volkes mit einem neuen Geist, damit so der alte unselige Geist der 12 Jahre restlos aus Denken und Wollen verschwindet. Denn mit der durch die Kapitulation erfolgten äußeren Entmachtung des Nationalsozialismus ist nicht ohne weiteres der Geist dieses Systems entthront. Ist aber dieser Geist in Wahrheit nur zu deuten als Satans Geist, dann muß der neue Geist der Geist Christi sein, des großen Gegenspielers auf der Weltenbühne. Verblendet ist, wer sich vor dieser Erkenntnis wehrt. Die Lehre der Geschichte von Jahrhunderten spricht dafür. So gilt es also, ganz bewußt den Geist des Christentums neu aufzubauen. Und zwar heute schon, nicht erst morgen. Hätte man gleich nach dem 1. Weltkrieg diese Aufgabe gesehen, es wäre anders gekommen. Denn wir wagen zu sagen: es hätte wohl nie einen Nationalsozialismus gegeben, wäre das Christentum im deutschen Volk lebendig gewesen. Können doch nur aus seinem Geist die Normen erwachsen, nach denen sich das gesamte, auch das öffentliche Leben richten muß. Dieser neue Geist muß nun vor allem Eingang finden in der Jugend. Auf sie baut sich unsere Hoffnung für die Zukunft, soll das deutsche Volk wieder Stimme bekommen im Chor der Völker. Ist aber diese Hoffnung auch berechtigt? Ist diese Jugend nicht anscheinend ganz begeistert hinter ihrem Hitler hermarschiert? Trägt sie nicht am meisten das Erbe seines unseligen Geistes in sich? Man lege ja nicht für die Beurteilung der Jugend die gleichen Maßstäbe an wie für Erwachsene. Hier könnte man prüfendes Denken erwarten und ein Wissen um die wahren Ziele des vergangenen Systems, sodaß ein Ja zu ihm bei vielen als unverzeihlich gelten muß. Dort aber wirkte, was äußeren Eindruck machte, was dem spontan reagierenden jugendlichen Geist entsprach. Nur durch Zwang und vor allem durch Erdrosselung der gesamten hündisch organisierten konfessionellen Jugend ergab sich der zahlenmäßige Erfolg dieser „Jugend des Führers“. Und trotzdem war es mit der Begeisterung nicht so weit her, als man dem äußeren Schein nach glauben mochte. Das kann nur wissen, wer trotz Verboten und Gestapobespitzelung diese verführte Jugend führte. Bei vielen lebte weiter der Wille zum Guten, ein idealer Drang zur Höhe, ein Zug zu einem naturhaft-echten Leben, zu natürlichem Anstand und Benehmen, zu Wahrhaftigkeit und Hilfsbereitschaft, zu aktivem Christentum. Einzigartige Zeugnisse dafür sind so manche Briefe Jugendlicher aus dem Krieg in die Heimat. Es war auch interessant festzustellen, um nur ein Beispiel zu nennen, . Handwerk und Können Die Jugend hat den Wunsch, etwas zu können. Sie will gestalten, formen und verbessern, und so ist es verständlich, daß gerade sie zum bevorstehenden Wiederaufbau gerufen werden möchte. Eine Regierung, Verwaltung oder Partei, welche diesen Trieb als natürliches Wesen der Jugend übersieht, geht an ihr vorbei und wird dafür später von ihr nicht beachtet oder gestützt werden. Die Jugend muß ehrgeizig sein. Es gibt verschiedene Wege, diese Eigenschaften zu wecken, fördern und auf die rechte Bahn zu führen, denn die Übersteigerung ist genau so gefährlich wie die Unterdrückung. Betrachten wir darum heute einmal den Nachwuchs des Handwerks. Auf ihm lastet eine besondere Verantwortung, die sich aus Vergangenheit und Gegenwart herleitet. Der mangelhafte Unterricht in den letzten Jahren, das Fehlen der Betriebe und der Rohstoffe sind für die handwerkliche Jugend ein Hemmschuh, an dem sie noch Jahre zu tragen hat Der Betriebsführer wird mit gewissen Bedenken an die Neueinstellung eines Lehrlings gehen. Er weiß im voraus, wenn es sich nicht um eine besondere Begabung handelt, daß er bald mit diesem jungen Menschen „Schiffbruch“ erleidet. Ebenso ist es mit dem jungen Menschen, der im Kriege seine Lehre abbrechen mußte oder sie nur behelfsmäßig zu Ende führen konnte, dann jahrlang Soldat war und heute, vom fachlichen Wissen aus betrachtet, wie ein Anfänger im Betrieb steht Diese Erkenntnis aber müssen wir voraussetzen, wenn wir das Problem Jugend behandeln wollen. Vielleicht sind auch dieser oder jener anderer Meinung, (wie wir es sicherlich aus den Zuschriften ersehen werden), aber es ist besser, wir stellen so dar wie es ist, als wie es sein sollte. Denn die Jugend trifft damit keinen Vorwurf. Sie bedarf nur der besten Pflege und somit des Verantwortungsbewußtseins der älteren Generation. Man hat nicht umsonst in den zurückliegenden Jahrhunderten unsere Handwerkerkunst, unser Können in aller Welt gelobt Jetzt aber, wo wir nur Trümmer und Ruinen vor uns liegen haben, benötigen wir dieses Können doppelt und dreifach. Das ist der Ruf der Zeit Das Handwerk muß wieder goldenen Boden gewinnen. Die Jugend muß wissen, daß von ihrem Können ihr Schicksal abhängt. Man bekommt die demokratiscne Freiheit nicht geschenkt, sondern sie muß erarbeitet und erkämpft werden. Aber nicht mit den militärischen Waffen, sondern mit denen des Könnens auf handwerklichem wie auf geistigem Gebiet. —ste— itiimiiiiiimiiniiiiiiimiiiiti imiiiiiiimiiiiiuiiiiiimmiimmiiiiimiim wie aufgeschlossen 10- bis 16jährige Oberschüler beider Konfessionen in einem Lager des Hochschwarzwaldes, als über Nacht die ganze HJ- Herrlichkeit beendet war, die ersten orientierenden und die Vergangenheit charakterisierenden Worte des ReHgionsiehrers entgegengenommen haben. Da wurde es schon klar: die Jugend ist uns nicht verloren. Abgesehen von einem kleinen vorerst noch unzugänglich scheinenden Teil läßt sich die Mehrzahl formen. Nur müssen wir sie formen. Die Form ist klar: es ist der Geist des Christentums. Und ebenso klar ist, wer zu dieser Aufgabe gerufen ist: Persönlichkeiten, bei denen allein entscheidend sein darf ihre in der Feuerprobe der vergangenen Jahre bewährte christliche Haltung und pädagogische Befähigung. Besonders aber sieht die christliche Kirche ihre Verantwortung für die Jugend. Sie weiß um ihr aus göttlichen; Auftrag kommendes Erziehungsrecht und kennt auch bei der naturgemäßen Einheit, die der Mensch darstellt, ihren Erziehungsbereich: nämlich den ganzen Menschen zu erfassen nach seiner natürlichen wie religiösen Seite, das Leben des Einzelnen, wie der Familie und der Gemeinschaft. Wie sehr die alliierte Besatzungsbehörde diese Aufgabe der Kirche zu schätzen weiß, zeigt ihre ausdrückliche Anerkennung des Reichskonkordates von 1933. So ist für die Kirche der Weg wieder frei zur deutschen Jugend. Und niemand, dem es um das wahre Wohl des Volkes geht, wird die Kirche hindern an der Vermittlung eines christlichen Geistes an unsere Jugend. RICHAR D BENDER ; Der deutsche Sport Die augenblickliche Lage des deutschen Sports läßt sich nur dann richtig erfassen, wenn man Immer wieder von dem Gedanken der totalen Niederlage Deutschlands ausgeht, die uns vor allen Dingen die Aufteilung der staatlichen Einheit des Reiches in 4 verschiedene Besatzungszonen brachte. Die zwangsweise Eingliederung der deutschen Sportverbände in den ehemaligen NSRL. sowie der vormilitärische Verwendungszweck vieler Sportarten, führte nach der Kapitulation zur völligen Auflösung der deutschen Sportbewegung. Nur langsam kristalisierten sich dann nach Monaten mit Genehmigung der zuständigen Militärbehörden in den einzelnen Zonen Verbände heraus, die sich zum Ziele setzten, den Neuaufbau des Sports auf demokratischer und rein sportlicher Grundlage neu zu organisieren. Nachfolgend sei versucht, in kurzen Zügen über den augenblicklichen Stand des Sports in Deutschland zu berichten: Entsprechend seiner Bedeutung als Volkssport marschiert der Fußball weitaus an führender Stelle. Seine erste markante Gestalt nahm er mit der „Süddeutschen Meisterschaft“ an, die Inzwischen reichlich weit gediehen ist. Mit Ausnahme ganz weniger Vereine in der französi- jsehen Zone umfaßt sie die bekanntesten Mannschaften Süddeutschlands, die glücklicherweise {eile in einer Zone — der amerikanischen — beheimatet sind. Somit entfällt der umständliche interzonale Grenzverkehr. Während nun diese Spielrunde als führende Dachorganisation zu gelten hat, werden in allen Ländern der amerikanischen Zone die Landesmeisterschaften — ähnlich den ehemaligen Gauligaspielen_ {ermittelt. Sie geben uns ein anschauliches Bild 'der Spielstarke in den einzelnen Ländern. Bemerkenswert ist das Vordringen früher zweitrangiger Vereine, die durch den Zuzug von Evakuierten oder Flüchtlingen aus dem Osten sich erheblich verstärken konnten. Dieses gleiche Bild ergibt sich in der britischen Zone. Allerdings bedingte deren geographische Gestaltung von vornherein eine andere ■Lösung. Obwohl man erst am Anfang der Spiel- runde steht, sind doch schon deutliche Schwer-. punkte zu erkennen, im Ruhrbecken um Schalke 04, an der Wasserkante um den HSV. In der Zwischenzeit sollen nun bereits Vergleichskämpfe der einzelnen Zonen gestartet werden. Den ersten sieht die Stuttgarter Kampfbahn zwischen Süddeutschland und Westdeutschland am 24. März. Auch einzelne Vereine haben den interzonalen Spielverkehr bereits wieder aufgenommen. Ganz Unentwegte schnitten nun die Frage einer deutschen Fußballmeisterschaft 1946 an, stießen aber auf entschiedenen Widerstand der Vereine aus der russischen Zone, die eindeutig erklärten, daß ohne ihre Teilnahme eine deutsche Meisterschaft nur ein Torso sei. Diesen Worten ist insofern großes Gewicht beizulegen, als der letzte deutsche Fußballmeister Dresdener SC. hieß! ! Leipzig, Halle, Chemnitz und die Fußballhochburg Berlin mit über 700 Vereinen sind gar nicht zu unterschätzen. Die deutschen Sportfreunde hoffen zuversichtlich, daß hier noch eine Lösung gefunden wird, die Allen gerecht sein soll. In diesen großen Fragen hat die französische Zone kaum Stimmrecht, denn in ihr liegen kaum Vereine, die da ein ernstliches Wort mitsprechen könnten. Man wählte also für sie den regionalen Sportverkehr, d. h. jedes Land der franz. besetzten Zone ermittelt in einzelnen Spielgruppen seinen Meister. Ob es dann zu einer Zonenmeisterschaft kommen wird, ist noch ungewiß. Dabei hätten allerdings die Vereine der Saar-Pfalz die größten Aussichten. Oberste Spielklasse ist überall die Oberliga. Eine weitere Unterteilung nahm man nicht vor, da die langen Kriegsjahre kaum einen Stärkevergleich zuließen. Einzelne Spielgruppen oder Staffeln, räumlich zusammengefaßt, spielen ihren Meister aus. Zu gegebener Zeit kann dann durch Auf- oder Abstieg eine Klärung dieser Lage erfolgen. Lange Zeit war man im Ungewissen, ob die Militärregierung für die neuen Sportvereine Richtlinien herausgeben würde, oder ob der Sport nach den Prinzipien von vor 1933 aufgebaut werden soll. Nunmehr hat der Erlaß des Administrateur Gen&ral diese Zweifel behoben und auch in der französischen Zone besteht jetzt das Vereinsreeht für Sportvereine. Wir hoffen, daß diese Entwicklung ein Markstein in der Geschichte des südwestdeutschen Sports bedeuten möge, damit der deutschen Jugend wieder ein weites Betätigungsfeld offenstehe, bar jeden Zwanges und jeder „vormilitärischen Erziehung.“ Fortsetzung folgt I Nur zwei Vereine konnten am 2. Sonntag der Rückrunde in der süddeutschen Fußballmeisterschaft Auswärtssiege erreichen, die Stuttgarter Kickers bei Phönix Karlsruhe der Altmeister KFV. bei VfR. Mannheim. Der KFV. macht alle Anstrengungen, vom Tabellenende wegzukommen und darf mit seinem Rückrunde-Start — nach dem 1:1 gegen VfB. Stuttgart — recht zufrieden sein. An der Spitze konnte der „Club“ gegen Eintracht Frankfurt nach Kampf erwartungsgemäß erfolgreich sein und die Augsburger Schwaben stellten ihre derzeitig gute Form durch ein glattes 4:0 über Bayern München unter Beweis. Auch VfB. Stuttgart ist weiter zu beachten. Die Stuttgarter haben neben dem „Club“ den erfolgreichsten Sturm. Im Mittelfeld verbesserten 1860 München und FSV. Frankfurt durch sienere Heimerfolge ihre Position. Tabellenstand: 1. FC. Nürnberg 27:7 Punkte; Schwaben Augsburg 25:9; SpV. Waldhof 22:10; VfB. Stuttgart 21:13; FC. Schwein- furt 20:12; Stuttgarter Kickers 20:14; Bayern München 20:14; 1860 München 17:17; Offenbacher Kickers 16:18; BC. Augsburg 16:18; FSV. Frankfurt 15:19; Spvgg. Fürth 13:21; Eintracht Frankfurt 11:23; VfR. Mannheim 10:24; Karlsruher FV. 9:27; Phönix Karlsruhe 8:26. Badische Oberliga (Gruppe West) Vom letzten Spielsonntag ist noch das Ergebnis Haslacher. Kickers—FV. Lahr nachzutragen. Die Kickers konnten sich auch auf eigenem Platz nicht behaupten und verloren mit genden Stand: Freiburger FC 6 5 1 FC Rastatt 6 4 1 Sportclub Freiburg 6 4 0 FC Emmendingen 6 3 1 FV Lahr 6 3 0 Spvgg Wiehre 5 2 0 FV Offenburg 6 11 Baden-Baden 5 1 l Haslacher Kickers 8 0 1 Spiele am Sonntag: FV mannschaft B.-Baden; Kickers Emmendingen; FC Rastatt—Fr« Spvgg. Wiehre—FV Offenburg. zeigt nun fol- 0 34: 4 11 1 20:12 9 2 14:10 8 2 12:10 7 3 10:12 6 3 12:25 4 4 6: 9 3 3 16:24 3 5 8:26 1 Lahr—Stadt- Haslach- -FV nburger FC;. Bezirksklasse. Staffel I: Kappelrodeck —Bühl; Bühlertal—Achern. Staffel 11: Stollho- fen—Schwarzach; Leiberstung—Söllingen; Iffezheim—Hügelshelm. Staffel III: Baden-Baden—Baden—Oos; Haueneberstein—Sandweier. Staffel IV: Rotenfels—Gernsbach; Gagger.au— Ottenau; Forbach—B.-Baden, Staffel V: Bietigheim-Steinmauern; Illingen—Au a, Rh.; Würmersheim—Durmersheim; Otigheim—Elchesheim. Staffel VI: Plittersdorf—Kuppenheim; Ottersdorf—Niederbühl; Bischweier—Muggensturm. —Ribe— Süddeutsche Meisterschaft 1. FC. Nürnberg—Eintracht Frankfurt 3:1 Schwaben Augsburg—Bayern München 4:0 1860 München—Spvgg. Fürth 4:0 VfB. Stuttgart—BC. Augsburg 5:2 Phönix Karlsruhe—Stuttgarter Kickers 1:2 VfR. Mannheim—Karlsruher FV. 1:3 FSV. Frankfurt—Offenbacher Kickers 5:1 Schweinfurt— SpV, .Waldhof ausgefallen. Oberachem I — Bühlertal 14:1 (1:0) Oberachem Jgd. — Sasbach Jgd. 7 : 1 Im Gegensatz zu den letzten Spielen, ln denen Oberachem sichtlich vom Pech verfolgt war, landeten sie diesmal den verdienten Sieg. Schon m den ersten Spielminuten kam Oberachem zur Führung; aber in der Folge drehte Bühlertal zur starken Gegenleistung auf, ohne jedoch zählbare Erfolge zu erzielen. — Die zweite Hälfte stand im Zeichen von vier Elfmetern, wobei Bühlertal in deren Auswertung Schwächen zeigte und von drei Elfmetern nur einen verwerten konnte, während aber auch Oberachern einen solchen verschoß. — — Frankreich: 1300 km wird das Fünf- Etappen-Rennen lang sein, das an Stelle der „Tour de France“ vom 22. bis 28. Juli von Monaco bis zum Parc de Princes in Paris durchgeführt wird. Die Streckenführung dürfte lauten: Monaco — Digne — Briancon — Genf —i Dijon — Paris. «r. 22 Badenei Tagblatt St Samstag, den 16. März 1S46 D8® WSrfeselhaiPfc Gesundung und Wiedergutmachung IV* *) Der unvermeidliche Kostenauftrieb Dr. H. F. GEILER i Unser Geld ist überaus stark aufgebläht als Folge der Finanzierung der Kriegsaufwendungen. Wir haben es ausschließlich dem im Großen und Ganzen wirksamen Preisstopp und dem Lohnstopp zu danken, daß uns die Preise nicht davon gelaufen und daß wir nicht, wie nach 1918, in eine riesige Preisinflation gerutscht sind. Da wir die wesentlichen Preise festgehalten haben, und da andrerseits unsere volkswirtschaftliche Erzeugung sich auf einem sehr niedrigen Stand hält, haben wir ein gewaltiges Mißverhältnis zwischen der aus der Finanzierung der auf Hochturen laufenden Kriegserzeugung stammenden Geldfülle und dem tatsächlichen Geldbedarf, der für die Bewältigung der heutigen wirtschaftlichen Umsätze nötig ist. Zwar hoffen wir, daß unsere volkswirtschaftliche Erzeugung von Monat zu Monat weiter steigen wird, so daß Umsätze und damit Geldbedarf ständig wachsen werden. Aber sie können ja niemals so groß werden, daß soviel Geld zu ihrer Bewältigung nötig wäre, wie wir gegenwärtig haben. Es ist daher die Hauptaufgabe unserer Geldpolitik, die durch Erzeugungszuwachs nicht belegbare und daher ungesunde Geldfülle zu beseitigen. Aber es wäre ein Verbrechen, dieses Mißverhältnis zwischen Geldbedarf und Geldfülle dadurch aus der Welt schaffen zu wollen, daß man die Preise einfach empor schnellen läßt. Das wäre genau die gleiche unselige innere Geldentwertung, die wir 1918 bis 1923 ausgekostet haben und die so viel Jammer und Elend über unser Volk gebracht hat. Wir haben in den letzten Monaten keine einzige ernst zu nehmende Stimme mehr gehört, die ein solches Verbrechen gefordert hätte, um dadurch bequemer aus den gleichen Nöten heraus zu schlüpfen. Aber es gibt andererseits Gründe genug, die einen ungewollten Preisauftrieb erwarten lassen, von dem man nur hoffen möchte, daß er sich in scharf kontrollierten Bahnen vollzieht. Höhere Preise für die Ware bedeuten höhere Kosten für alle Betriebe, die die verteuerten Waren als Rohstoffe, Hilfsstoffe, Halbwaren und Fertigwaren brauchen. Das fängt schon an bei der Kohle, die in den Preisen aller Fertigwaren als Kostenbestandteil enthalten ist. Gerade die Notwendigkeit, die Kohlenpreise zu erhöhen, ist von den Sachverständigen der britischen Zone (Ruhrgebiet) auf dgr Ende Februar in Frankfurt/M. abgehaltenen Wirtschaftskonferenz betont worden und zwar als eine der Voraussetzungen für die Steigerung der Kohlenförderung. Eine allgemeine Kosten- und damit auch eine allgemeine Preiserhöhung ist schon durch die überaus starke Heraufsetzung der Steuersätze eingeleitet worden. Auch die Transport- und Verkehrskosten vom Briefporto bis zum Straßen- und Bahntransport sind höher geworden und werden noch weiter steigen. Nun ist ein beträchtlicher Teil der Steigerung, welche die Kosten unserer gewerblichen Erzeugung seit dem Zusammenbruch erfahren haben, einfach darauf zurück zu führen, daß die von Betrieben hergestellten Serien kleiner geworden sind und daß sogar vielfach an die Stelle bisheriger Serienherstellung die Einzelfertigung getreten ist. Andere Kostenbelastungen sind auf die schwierige Transportlage zurück zu führen. Die auf das einzelne Stück entfallenden Herstel- lungs-, Vertriebs- und allgemeinen Kosten sind daher oft ein Vielfaches jener Kosten geworden, die früher erreicht worden waren. Kein Zweifel, daß mit einer Zunahme unserer gewerblichen Erzeugung auch die Kosten je Stück wieder sinken werden. Aber leider ist ja kaum eine Möglichkeit zu sehen, wie unter der Last der erhöhten Steuern und bei dem chronischen Mangel an Kohle und an Transportraum die Serien der gewerblichen Erzeugung wieder größer wenden können. Wir werden wahrscheinlich schon sehr froh sein müssen, wenn die Erzeugung auf dem bisherigen Stand gehalten werden kann. Wie weit von der Lohnseite her die Betriebskosten erhöht und damit der Preisauftrieb verstärkt werden wird, vermag man heute noch nicht zu übersehen. Sicher ist aber, daß man in der Geldpolitik Schritte unternehmen wird, um einem ungesunden Preisauftrieb zu begegnen und den schwarzen Markt zu beseitigen. Man wird zu diesem Zweck die zur Bewältigung der wirtschaftlich erwünschten Umsätze nicht benötigte Kaufkraft still legen und die Die erhöhte Erbschaftssteuer BERLIN — Der Kontrollrat hat das Gesetz Nr. 17 über die Aenderung der Erbschaftssteuer beschlossen, das ab 1. 1. 1946 gilt: Artikel I: Der für Erwerbe in der Steuerklasse V (siehe § 9 des Erbschaftssteuergesetzes vom 22. August 1925 in der Fassung des Gesetzes vom 16. Oktober 1934) gegenwärtig gültige Erbschaftssteuersatz findet auf Erwerbe in allen anderen Steuerklassen Anwendung. § 10 des Erbschaftssteuergesetzes wird entsprechend geändert. Artikel II: 1. § 17b des Erbschaftssteuergesetzes wird wie folgt geändert: a) In Absatz 1) wird der Freibetrag für Erwerbe in der Steuerklasse 1 von RM 30 000 auf RM 10 000 herabgesetzt. b) In Absatz 2) wird die Besteuerungsgrenze für Erwerbe in den Steuerklassen III und IV von RM 2000 auf RM 500— herabgesetzt. Die Vorschrift, wonach die von Personen der Steuerklassen III, IV und V zahlbare Erbschaftssteuer auf die Hälfte des die Besteuerungsgrenze übersteigenden Betrages beschränkt war, wird aufgehoben 2. § 17a des Erbschaftssteuergesetzes wird aufgehoben. Artikel III: Außer den in Artikel II dieses Gesetzes vorgesehenen Steuerbefreiungen bleibt der zur Erbschaft gehörende Hausrat, soweit sein Gesamtwert RM 5000 nicht übersteigt, steuerfrei, und zwar ohne Rücksicht auf die Steuerklasse, zu welcher der oder die Erwerber gehören. Falls der Wert dieses Hausrats RM 5000 übersteigt, wird eine Steuerbefreiung nur für die ersten 5000 Mark gewährt. Zwischen mehreren Erwerbern wird der steuerfreie Betrag entsprechend den Hausratsgegenständen verteilt, die jeder bei der Nachlaß-Auseinandersetzung erhält. § 18 Abs. 4 des Erbschaftssteuergesetzes vom 22. August 1925 in der Fassung des Gesetzes vom 16. Oktober 1934 wird entsprechend geändert. J Artikel IV: Alle übrigen deutschen steuergesetzlichen Bestimmungen, die mit dem gegenwärtigen Gesetz unvereinbar sind, treten hiermit außer Kraft oder werden nach diesem Gesetz geändert. Artikel V : Die in diesem Gesetz bestimmte Steuer tritt am 1. Januar 1946 in Kraft. Preiskontrolle verschärfen. Es wird also zwar unvermeidliche Kosten- und Preiserhöhungen geben, aber sie werden nur in dem unbedingt nötigen Ausmaß geduldet werden. Für eine frisch-fröhliche Preisehausse mit entsprechend guten Gewinnmöglichkeiten für Leute mit der 'nötigen „Geschicklichkeit“ wird also kein Raum sein. Unsere Preispolitik kann und wird nur das Ziel verfolgen, durch ihre Maßnahmen die Erzeugung zu steigern, die Kosten zu senken und sozial gerecht zu wirken. Die Preispolitik der Verwaltungen in den einzelnen Zonen aber hat die Aufgabe, eine einheitliche Preisbildung in allen Zonen zu ermöglichen, weil ohne diese ein regerer Wirtschaftsverkehr zwischen den Zonen nicht in Gang kommen kann. Tendenzen, in den einzelnen Zone eine egoistische Sonderpolitik auf dem Preisgebiet zu treiben, sind äußerst gefährlich und können sich nur zum Schaden der Wirtschaft auswirken. Es ist erfreulich, daß diese klaren Grundsätze die Zustimmung aller deutschen und alliierten Sachverständigen und Politiker gefunden haben. Auch der alliierte Kontrollrat hat sie sich zu eigen gemacht, als er seine „Richtlinien zur Preiskontrolle“ erließ, die wir am 23. Februar veröffentlicht haben. Die deutsche Wirtschaft steht vor einer überaus scharfen und ernsten Kostenkrise, die sie mit allen Mitteln wird meistern müssen. Sie kann nur gemeistert werden, wenn jeder einzelne gewerbliche Betrieb, mag er Kohle fördern oder Zahnbürsten hersteilen, so scharf als irgend möglich kalkuliert und jede Möglichkeit benutzt, um seine betrieblichen Kosten zu senken. Diese bedingungslose Kostendisziplin ist schon im Hinblick auf unsere Ausfuhr zwingend nötig. Wird sie nicht geübt, so müssen die bevorstehenden Währungsmaßnahmen nur umso schärfer und für uns schmerzlicher ausfallen, damit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Ausfuhrwaren gewährleistet werden kann. Mehrerzeugung auf der einen Seite — strengste Kostenkalkulation und Preisdisziplin auf der andern Seite sind daher die Notwendigkeiten, denen sich jeder Betrieb, ob groß, ob klein, unterwerfen Inuß. *) Die bisherigen Aufsätze erschienen am 23. 2., 2. 3. und 9. 3. Gemüse aus eigenem Garten Von einem erfolgreichen und im hiesigen Bezirk führenden Kleingärtner wird uns geschrieben: Wer heute Gemüse aus eigenem Garten ziehen kann, soll sich glücklich preisen. Für jeden Haus- und Kleingärtner muß es Ziel sein, seinen Bedarf an Gemüse für das ganze Jahr aus dem eigenen Garten zu decken. Von schön gepflegten Blumenbeeten und Rasenflächen, die bisher einen großen Teil des Hausgartens einnahmen, müssen wir uns trennen. Zu viele feste und breite Gartenwege sind Platzverschwendung, schmale Tretfurchen erfüllen den gleichen Zweck und machen nicht so viel Arbeit und Kosten. An Wänden, Mauern und Zäunen befinden sich mehr oder weniger beschattete Plätzchen, die, vom Gerümpel befreit, nutzbringend anzubauen sind. Ausgesprochene Vollschattenlagen sind für den Gemüseanbau ungeeignet, dagegen können in Halbschattenlagen viele unserer Gemüsearten mit gutem Erfolg gezogen werden. Wer einen Obstgarten mit guter Sonnenlage sein Eigen nennt, soll den ganzen R a - sen.umstechen und die gewonnene Fläche für den Gemüseanbau nutzbar machen. Dabei muß er darauf achten, daß die Wurzeln der Bäume nicht beschädigt werden. Diese „Unterkultur“ sollte in unseren Obstgärten mehr als bisher gepflegt werden; in ihr steht uns eine umfangreiche Anbaureserve zur Verfügung. Für Halbschattenlagen sind besonders die Buschbohnen geeignet, ferner Erbsen, vor allem der Sommeranbau. Ferner eignen sich für Halbschattenlagen Frühkartoffeln, Kohlrabi, Sommer-Kopfsalat, Radieschen, Rettiche, Porree (Lauch) und verschiedene Würzkräuter wie Petersilie, Liebstöckl, Gartenkerbel und Kerbelrübe. In feuchten Halbschattenlagen gedeihen sehr gut Meerettig und Rhabarber. Vielfach besteht Abneigung, feuchte und sauere Wiesen in Gemüseland umzuwandeln. Eigene langjährige Erfahrung hat gezeigt, daß das mit bestem Erfolg geschehen kann. Es ist jedoch nötig, daß der Boden entwässert und entsäuert wird. Das geschieht durch Anlage von Gräben, Vermischung des Bodens mit leichteren Bestandteilen wie Sand, Asche, Kalk und Kalkschutt usw., sowie durch Erhöhung der Beete mit Erdreich, das aus den Gräben gewonnen wird. Allgemein beachte man bei der Umwandlung von Rasen- und Wiesenflächen in Gemüseland, daß beim Umstechen die Grasnarbe nach unten und der gewachsene schwarze Boden nach oben zu liegen kommt. Dieser Umstich erfolgt in etwa Spatenlänge. Die darunter liegende Erdschicht, oft Lehm- oder Mergelboden muß ebenfalls in Spatenlänge tüchtig aufgelockert werden; tieferes „Rigolen“ ist natürlich vorteilhafter. Viel Mühe und Arbeit kostet die erste Anlage eines Gemüsegartens, aber mit steigenden Erfolgen wachsen Lust und Liebe, um aus dem eigenen Garten das zum Leben nötige Gemüse heraus zu holen, auf das wir heute mehr denn je angewiesen sind. Wenn so alle Garteninhaber bemüht sind, ihren eigenen Bedarf an Gemüse selbst anzubauen, wird das Gemüse, das früher von ihnen gekauft oder hinzu gekauft wurde, für diejenigen frei werden, die keinen Garten haben. —Klz— Mehr Arbeitskräfte für die Ruhr BREMEN — Steigerung der Arbeitskräfte im Kohlenbergbau von Ruhr und Rhein, um eine Tagesförderung von 300 000 t zu erreichen, forderte der Oberpräsident der Nord-Rheinprovinz Dr. Robert Lehr auf der Bremer Länderkonferenz. Die gegenwärtige Förderung belaufe sich auf 180 000 t je Tag gegen 420 000 t vor dem Krieg. Da sich die Bestände auf den Halden infolge der Erleichterung der Transportlage zusehends vermindern, wird bald der Tag kommen, an dem keine Kohlen mehr vorhanden sind. Weniger zu essen — weniger Kohle I HERFORD — Die Kohlenförderung ist im Herforder Revier in der ersten Woche nach der Kürzung der Lebensmittelrationen um fast 10 v. H. zurückgegangen, meldet die britische Militärregierung. Um die Ernährung Europas Am 3. April Ernährungskonferenz in London LONDON — Die Ernährungsminister fast aller europäischen Länder werden nach einer Mitteilung des britischen Ernährungsministeriums am 3. April zu einer Konferenz in London Zusammentreffen. Dabei sollen Maßnahmen zur Verhütung einer Ernährungskatastrophe in Europa und eine einheitliche langfristige Ernährungspolitik auf dem Kontinent besprochen werden. Die Konferenz wird sich besondes mit der Frage befassen, wie bis zum Juni eine Hungersnot verhindert werden kann. WASHINGTON. — Infolge der starken Abnahme der Schweineproduktion in Mittel-Europa ist der Schweinebestand der Welt, nach einer vorläufigen Meldung des Landwirtschaftsministerium der USA, um 5 000 000 Stück zurückgegangen. Desgleichen ist dev Schweinebestand in Kanada und Argentinien gesunken; diese Rückgänge sind nur teilweise durcn einen geringen Anstieg der Schweineerzeugung in den USA, der Sowjet-Union und Frankreich ausgeglichen. Die Lebensmittellieferung der USA im Dezember WASHINGTON. — Das amerikanische Landwirtschaftsministerium gibt d>e im Dezember freigegebenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse mit 930 Mill. kg an. Diese Zahl schließt sowohl den Eigenverbrauch des Landes als auch die Ausfuhr und die UNRRA-L eferungen ein Nach der Aufstellung belaufen sich die Ausfuhren außerhalb des UNRRA-Hilfswerks auf mehr als 450 Mill. kg oder 6 v. H des Gesamtverbrauchs. Diese Summe verteilt sich wie folgt: Großbritannien 23 v. H., UdSSR 3 v H. Andere Länder, darunter das französische Mutterland französisch - Westafrika französisch-Nordafri- ka, das französische Koloniai-Hilfswerk, Tschechoslowakei, Italien, Niederlande, Belgien, die holländischen Kolonien in Ostasien, das britische Koloniai-Hilfswerk die britischen Dominien und Kolonien, Island und die Philippinen, 74 v. H. Bei diesen Lieferungen handelt es sich in der Hauptsache um Getreide und Getreideprodukte. 28 v. H. der Gesamtmenge wurde von der UNRRA nach der Tschechoslowakei. Italien, Polen, der Ukraine Griechenland. Albanien, China und Weißrußland geschickt. Wirisdwft in Kürze Nach einer Verordnung des bayerischen Ministerpräsidenten und des Finanzministers von, 26. Juli 1945 sind alle bei den Kreditinstituten geführten Eisernen Sparkonten ab 1. August 1945 als Spareinlagen mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von 12 Monaten zu behandeln. Wenn bis 1. April 1946 die Kündigungsfrist nicht verlängert und von dem Kündigungsrecht kein Gebrauch gemacht worden ist, werden die Konten vom 2. Januar 1947 als gewöhnliche Spareinlagen weitergeführt. Um die von ihrem Heimatort abwesenden Kontoinhaber verständigen zu können, fordern die Banken alle Evakuierten auf, ihre Adresse anzugeben. * Einen völligen Bruch mit der nationalsozialistischen Wohnungspolitik stellt das vom Kontrollrat beschlossene Wohnungsraumgesetz dar, das aktiven Kämpfern gegen den Na tionalsozialismus und dessen Opfern eine Vorzugsstellung bei der Zuteilung von Wohnungen einräumt. Das Gesetz, das die durch die Verordnung zur Wohnraumlenkung von 1943 geschaffenen Bevorzugungen aufhebt, überträgt die Verantwortung für die Durchführung der wohn- raumpolitischen Maßnahmen an die deutschen Behörden. Das „Gesetz Nr. 18“ tritt am 14. März in Kraft. Am Aufbau der Ostseefischerei beteiligt sich auch die Berliner Industrie. Auf einer Spreewerft im Bezirk Köpenick werden in diesem Jahr 20 Fischkutter vom Stapel laufen. * Die Besprechungen über die Ausfuhr von 1000 t bayrischen Hopfens nach den Vereinigten Staaten konnten abgeschlossen werden. Die Lieferung der vertragsmäßig für Belgien bestimmten 500 t Hopfen ist mit einer Sendung von 176 Tonnen begonnen worden. Gleichzeitig wurden in Schneidebach in Bayern die ersten 160 t Schmelzsand nach Belgien verladen. * Die Gummierzeugung der in Hannover liegenden Industrie, die 80 v. H. des Bedarfs der britischen Zone deckte, ist infolge der Hochwasserkatastrophe im vorigen Monat auf 44 919 Autoreifen gegenüber 80 419 im Januar gesunken. * Textilien im Werte von l 1 /« Mill. RM für die Fabrikation von Kraftfahrzeugreifen sind aus Leipzig in Hannover eingetroffen. Dies ist die erste große Lieferung auf Grund eines Interzonen-Handelsabkommens. Industrielage im Bezirk Baden-Rastatt BADEN-BADEN — Die Industrie-, Handelsund Gewerbekammer Baden-Baden berichtet über die industrielle Tätigkeit in ihrem Bezirk im Dezember 1945. Von 284 bestehenden Industriefirmen haben 213 berichtet. Etwa die Hälfte aller Firmen arbeitet unter Ausnützung von etwa einem Drittel der Kapazität. Zum vorübergehenden Stillstand kamen 6 Firmen: Hörth, Seifenfabrik, Bühl (Rohstoffmangel), Vogt, Herzberg & Co., Oberachern (Kohlenmangel), Holdermann Söhne. Baden-Baden (Rohstoffmangel), Wetzsteinfabrik Achern (Kohlenmangel), Sägewerk Baumann Bühlertal (ungünstige Witterung, Transportschwierigkeiten), Kieswerk Baden-Baden (Witterung). Die Erzeugung konnten 4 Firmen aufnehmen: Fl. Maisch, Gaggenau, Eckschutzleisten für Gipser, Schablonen, Beschlagteile, Heitz & Anselment, Bühl, Oefen, Herde, Reparaturen, Geppert, K.G., Bühl und Fa. Hörth, Ottersweier, Branntwein- und Syrupherstellung. Die erhoffte Besserung im Zwischen-Zo- nenhandel ist nicht eingetreten und so bleibt die größte Schwierigkeit, die Beschaffung der Roh- und Hilfsstoffe aus den anderen Zonen, bestehen. Wenn nicht Abhilfe geschaffen wird, muß mit einem weiteren Absinken der Produktion gerechnet werden. Es fehlen Facharbeiter, die noch in Kriegsgefangenschaft sind. Aber auch an ungelernten Kräften und Frauen mangelt es fast in allen Industrien. In der Energieversorgung besteht Hoffnung auf bevorzugte Versorgung derjenigen Betriebe, die bei strengem Maßstab sehr vordringliche Fertigungen haben. Bei Transportmitteln fehlt es nicht nur an Kraftfahrzeugen und Reifen aller Art, sondern auch an Treib- und Schmierstoffen, und besonders auch an Zugtieren für die Heranschaffung des Rundholzes für unsere so bedeutende Holzindustrie. Holzverarbeitende Industrie: Von 63 Betrieben haben 50 berichtet. Davon arbeiten 44. Die Ausnützung der Kapazität war etwas geringer als im Vormonat, bedingt durch Wetterlage und Mangel an Transportmitteln. Sie lag bei etwa 44 Prozent, bezogen auf die arbeitenden Betriebe. Steine und Erden und Baubetrie- b e : Von 45 Betrieben haben 31 gemeldet, von diesen arbeiten 22. Ausnützung der Kapazität etwa 28 v. H., bezogen auf die 22 arbeitenden Betriebe. Sie bleibt weit hinter den Wiederaufbauwünschen zurück. Die Gründe für die geringen Leistungen liegen in dem absoluten Mangel an Zement und im Mangel an Kohlen für die Ziegelindustrie Die Zementfabriken der französischen Zone wurden inzwischen in Betrieb genommen, sodaß mit einer Besserung im Laufe der nächsten Monate zu rechnen ist. Der Arbeitskräftemangel ist. auch hier sehr groß, besonders fehlt es an Facharbeitern für die Steinbrüche. Die Frage der Sprengstoffbeschaffung für diesen Industriezweig kommt voraussichtlich zur Klärung. Metallverarbeitung: Hier ist das Bild gegenüber dem Vormonat besser. Von 35 Firmen haben 30 berichtet, davon arbeiten 24 mit einer Kapazitätsausnützung von 34 v. H. gegen 20 v. H. im Vormonat. Es gelang im allgemeinen eine Produktionssteigerung mit Hilfe französischer Dienststellen und durch persönlichen Einsatz. Chemisch-pharmazeutische Industrie: Von 20 Mitgliedsfirmen haben 15 berichtet. Es arbeiten jedoch nur 8. Gegenüber dem Vormonat zeigt sich ein Rückgang, durch Kohlen- und Rohstoffmangel bedingt. Kapazitätsausnützung 23 v. H. Papierhersteller und -Verarbeiter: Von 19 Firmen haben 17 gemeldet, von diesen arbeiten 11. Die Druckereien konnten noch nicht vollständig erfaßt werden. Die Kapazitätsausnützung lag mit 30 v. H. um ein geringes höher als im Vormonat. 2 bedeutende Papierfabriken sind noch durch französische Einheiten belegt. Die Rohstofflage ist nach wie vor prekär. Eine Aktion zur Erfassung des Altpapieranfalles, der -ein sehr wichtiger Grundstoff der Papierfabrikation ist, wird in die Wege geleitet werden. Textilindustrie: Die Textilindustrie ist nur schwach mit einigen Kleider- und Wäschefabriken und einer Wattefabrik vertreten. Durch Aufträge für die Cooperative unter Anlieferung der Gewebe waren einzelne Kleiderfabriken gut beschäftigt, während andere noch stilliegen, da für den zivilen Bedarf Gewebe noch nicht freigegeben werden konnten. Andere Industrien: Von 28 Firmen haben 20 gemeldet. Von diesen arbeiten 14. Glashütte in Achern konnte wegen Kohlenmangel den Betrieb noch nicht aufnehmen. Piassa- vawerk Hermann Wimmer, Kappelrodeck, konnte aus vorhandenen Rohstoffen Bürsten und Besen in Höhe von 10 v. H. seiner Kapazität hersteilen. Ernst Hermann. Gewächshausteile in Gernsbach: bedauerlicherweise kann diese Firma die so notwendigen Frühbeetfenster noch nicht wiederherstellen, da es an Glas, Eisen und Beschlagteilen fehlt. Die Firma arbeitet zurzeit im Barackenprogramm. Die Firma Hanfwerke Oberachern A G. arbeitet ausschließlich für französische Belange. Interessant ist, daß die Firma Artur Fahlbusch in Rastatt ihre Produktion von Nichteisenmetallen in kleinem Umfang wieder aufnehmen kann. Wo befinden sich unsere Kriegsgefangenen? 44 Saleux: Jakobi, Georg, HockenheimBaden 650 940; Joos, Erich, Besigheim/Ludwigsburg 660 265; Heugel, Heinz, Oetigheim 650 326; Hie- ber, Alfred, Lautenbach'Waiblingen 650 327; Hloch, Günther, Heidelberg 650 592, Hammer, Gottfried, Durmersheim 650 317; Flöß, Anton, Haulersbrinn'Sigmaringen 650 540; Frühe, Fritz, Baden-Eaden-Bald 660 328; Elsässer, Anton, En- gen'Hegau 650 894; Conzelmann Hermann, Tailfingen'Württbg. 650 881. Cherbourg: Hoock, Wilhelm, Wörth/Rhein 695 414; Hübinger. Karl, Ludwigshafen'Rhein 697 747; Janka. Otto, Frankenthal 697 766; Ah- ner, Franz, Seedorf Oberndorf 1457 566; Al- brecht, Gerhard, Lenzkirch/Schwarzw. 1 441 826; Amann, Nikolaus. Donaueschingen 1 457 363; Anselm, Friedrich, Neudorf Bruchsal 697 772; Ayen, Gerhard, Messingen Tübingen 695 507 Bäuerle, Rüdiger, Freiburg'Brg. 695 522: Baldus, Rudolf, Bad Krotzingen Breisgau 1 444 216; Bail. Eugen, Mörsch'Bd. 695 524; Bayer Rudi, Saulgau'Wttbg. 1 458 423; Beck, Wolfgang, Freudenstadt 695 544; Becker, Heinz, Zizenhausen 695 547; Benkesser, Bernhard, Lauf Bd. 1458 437; Benz, Bernhard, Gengenbach Offenburg 1 457 366; Berlage. Karl, Freiburg'Brsg. 1 458 441; Bilharz. Kurt Kenzin- gen/Bd. 1 457 479: Bipp. Arnold. Feldberg/Mülheim 1458 449; Bippus. Helmut, Konstanz Bd. 695 586; Bischoff, Willi, Offenburg 1458 451; Blaser, Kurt, Ravensburg Württbg. 695 497. B«r- schig, Georg, Gengenbach/Bd. 1458 469; Bohnert, Karl, Oberachern Bühl 1457 623; Bonauer, Karl Konstanz'Allmannsdorf 1 457 525; Bordt, Hans, Offenbach 1457 948: Brändle, Otto, Entringen/ Württbg. 1 457 628; Brem, Franz, Tengen/Kon- stanz 1 457 932; Broß Josef, Elgersweiler'Offen- burg 1 458 488; Brugger Alois, Rheinfelden'Bd. 1458 487; Bürckle, Max, Gengenbarh'Offenburg 1 458 503; Bürner, Hans Ladenburg Bd. 695 682; Burk, Gerhard, Murr 14/Ludwigsburg 695 687; Burkart, Leo, Vimbuch/Bühl 1 457 647. Gurret (Creuse): Rieg. Hermann Oeffingen/ Stuttgart 226 745; Rothweiler, Paul, Reutlingen 214 104; Rümelin, Fritz, Stuttgart 209 231; Singer, Walter, Villingen'Schwarzw. 220 360; Speidel, Berth., Friedrichshafen 209 501; Spinner, Edmund, Waldmatt Bühl 207 239; Süß, Alfons, Freiburg 208 865; Schaal Math. Schwenninger. 206 776; Schaus, Otto Gersweiier 207 583' Schlenker, Arthur, Schwenningen 206 048; Schmeiß er, Ferd., Stauffenberg 209 286, Schneider, Albert, Reutlingen 209 672; Schulte-Annen, Hel., Speyer 227 152; Schwab, Kar: Speyer/Rh. 226 684; Schwarzwälder. Ernst, Weiler/Baden 206 483; Staschull, Ernst Freiburg 227 163; Steimel, Erhard, Bühlertal 209 096: Stolbert. Friedr., Schwabenhausen'Villingen 206 726; Stützte. Johann, Villingen 209 685; Themar.. Karl, Freiburg 226 852. Nr. 22 lad*Hi Tagblatt St Scrb «tag, den 18. März 1948 I H j | i uffH'ßn'MeFStwr Entlassene Kriegsgefangene! Die aus französischer amerikanischer, englischer und russischer Kriegsgefangenschaft entlassenen ehemaligen deutschen Wehrmachtsangehörigen (auch Valkssturmmänner und Angehörige von W ehrmachtsgliederungen) ganz gleich welchen Alters. haben sich mit sofortiger Wirkung vor Erfüllung jeder anderen Meldepflicht sofort. nach ihrem Eintreffen im Stadtkreis Baden-Baden 1. im Lager Malschbach e« melden. Hach Ausstellung und Aushändigung eines ordnungsgemäßen französischen Entlassungsscheines im Lager Malschbach habe sich sodann alle aus der Gefangenschaft Entlassenen 2. im i Control-Bureau des prisonnniers de guerre liberäs. Baden-Baden, Kurfürstenstr. 2. (Dienststunden 8.30—11 und 14.30—17 Uhr) unter Vorlage der im Besitz befindlichen Militär- und Zivil papiere einzufinden. Die in den letzten Tagen entlassenen Kriegsgefangenen haben die vorstehenden Meldungen unverzüglich nachzuholen. Für alle Männer, die bereits im früheren Bureau de Recensement Kurfürstenstr. 2 registriert sind, entfallen die vorgenannten Meldungen. L’Officier chargä de Controls des p risonniers de guerre libiräs pour le Stadtkreis Baden- Baden. •Aus dem 3kden-3fadeMt Jkdaktioashatetidt* Am 13. Marz feierte Buchbinder Heinrich Hornberger, Eisenbahnstr aße 6, seinen 70. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! Josephine Schuh, ged. Zeitvogel, Baden- Oos, Rheinstraße 226, begeht am Montag Ihren 70. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich. Wif verweisen unsere Leser auf die amtliche Bekanntmachung, nach der eine vorübergehende Schließung der Getreidemühlen »ngeordnet wird. Der nächste Sprechtag der Orthopädischen Versorgungsstelle Karlsruhe findet am 20. März 1946 von 8.30 Uhr bis 13 Uhr im Landesbad statt. Im Sinfonie-Konzert des Philharmonischen Orchesters Baden-Baden unter Leitung von GMD. Go-th. E. L e s s i n g am morgigen Sonntag, 17 Uhr, im Großen Bühnensaal, wirkt als Solistin die bedeutende französische Pianistin Monlque de la Bruchollerie mit, die das Klavierkonzert von P. J. TschaiUowsky in b-moll tum Vortrag bringt. Das Konzert beginnt mit den Kaydn-Variationen von Johannes Brahms und wird mit dem „Bolero“ von Ravel beschlossen. Das bekannte französische Streichquartett Loewenguth, die Herren Alfred Loewen- guth kl. Violine), Maurice Fueri (2. Violine), Roger Roche (Bratsche) und Pierre Basseux (Cello), veranstalten im Kleinen Theater am Mittwoch, 21 Uhr, einen Kammermusik-Abend, ln dem das X. Beethoven-Quartett, dor Tod und das Mädchen von Schubert und zum Abschluß das Quartett von Ibert zur Aufführung gelangen. R. G. Haebler liest Wir verweisen nochmals auf den heute abend 19.30 Uhr, lm Kleinen Bühnensaal des Kurhauses stattfindenden Dichter-Abend unseres langjährigen Mitarbeiters Rolf G. Haebler. Zum Vortrag gelangen Gedichte und Novellen, die in den letzten Jahren geschrieben und noch nicht veröffentlicht worden sind. Geh. Rat Prof. Dr. Georg Winter •(■ In Baden-Baden verstarb im 90. Lebensjahr der frühere Ordinarius an der Universitäts- frauenklinik in Königsberg. Geh.-Rat Prof. Dr. Georg Winter. Winter bat sich durch seine praktisch-medizinische wie auch theoretische und wissenschaftliche Arbeit einen ausgezeichneten Namen bis weit über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus erworben. Unvergessen ist seine systematische Bekämpfung des Gebärmutterkrebses, die er als Erster in Deutschland in die Wege geleitet hat. Seine Methode wurde bald nach ihrer Einführung in ganz Deutschland zum Segen aller Frauen angewendet. Winter hat sich den Ehrentitel „Gewissen der Gynäkologie“ zu Recht verdient. Auch seine erfolgreiche Tätigkeit auf anderen Gebieten seines fachlichen Wirkens einschließlich der Geburtshilfe bedarf der gebührenden Hervorhebung. Nach seiner Zuruhesstzung siedelte Geh.-Rat Winter über nach Baden-Baden, wo er 12 glückliche Jahre in Gemeinschaft mit seiner Gattin verleben durfte. Die Summe seiner Erfahrungen und wissenschaftlichen Lebensarbeit faßte er zusammen in dem Band „Wissenschaftliches Lebenswerk“. Zahlreiche Neuauflagen seiner Lehrbücher wurden von ihm bearbeitet. Daneben schrieb er in Fachzeitschriften Beiträge und nahm Anteil an dem Fortschritt der medizinischen Wissenschaft. Der Tod des großen Arztes und Lehrers ruft bei allen, die ihm nahestanden, vor allem bei seinen zahlreichen Schülern und den ungezählten Frauen, die seiner ärztlichen Kunst vieles verdanken, tiefes Bedauern hervor Badiscbe christlich-soziale Volkspartei öffentliche Versammlung am Sonntag Wie aus einer Ankündigung im Anzeigenteil hervorgeht, veranstaltet der Vorstand der Badischen christlich-sozialen Partei in Baden- Der bis zur Empore voll besetzte Große Bühnensaal hatte in Anwesenheit General Königs und seines Mitarbeiterstabes einen großen Tag: die seit 1680 weltberühmt gewordene Com4- die Franqaise spielte Molieres „Men- sohenfeind“ und einen frühen Einakter von P. Mürimäe! Den galligen Titelhelden Alceste spielte Aimä Clariond in meisterlicher Charakterzeich- nung, dem Mollöre wohl so manches seiner eigenen, durch Ehezwist und Hofintriguen tief verwundeten £eele mitgab. Aicestes Beschwerden werden durch die Flatterhaftigkeit seiner Cölimäne heraufbeschworen, der Marie Bell eine fast zu vorteilhafte Erscheinung mitgab: bisweilen wirkte sie neben ihrem Verehrer wie das blühende Leben voll Kraftüberschuß neben einem Zukurzgekommenen! Alceste kann sich ja nicht auf unsterbliches Schaffen berufen, das durch ihre Schuld gehemmt worden sei, wie wir es Moliäre in seiner unglücklichen Ehe zugutehalten müssen! Umso dankbarer konnte Vitalität und Temperamentsüberschuß dieser bedeutenden Schauspielerin als Märimäes Camila Pe- richole sich durchsetzen! Mit ihren Verehrern, dem bevorzugten Oronte (Y o n n e 1) und beiden Marquis (Jean Weber und Clancy) bot sie in bestechenden Kostümen lebensfreudigste Bilder in wundervoller Bühnenausstattung. Hinzu kam ihre Freundin Arsinoe, von Germaine R o u e r in gleichem Sinn geboten, wie auch Eliante (Thäröse Marney). Und doch setzten sich immer wieder die tragikomischen Auseinandersetzungen des so ungleichen Paares durch, unterstützt durch die wunderbare Charakterzeichnung Molieres. Beide Kammerdiener (De R i g o u 11, M. Le M a r c h a n d) belebten den ausgeglichenen dramatischen Ablauf, der zugunsten der Charakterdarstellung zurücktritt. Neben solchem Meisterwerk der Weltliteratur weiß sich Prosper M4rim4es Prosa -Satire „Der Prunkwagen des Allerhellig- sten“ erstaunlich gut zu halten, obwohl er es schon mit zwanzig Jahren schrieb. Dem wirklichen Leben abgelauscht, treffen die Hiebe M4- rimäes Umwelt der 1820er Jahre, obwohl er sie ins Spanische verkleidete. Mehr noch: er gab diesen mit andern Einaktern als wortgetreue Uebersetzungen aus dem „Theater der Clara Baden (Vorsitzender Prof. Dr. Malchl«, stellv. Vorsitzender Ministerialdirektor a. D. Dr. F e c h t) am morgigen Sonntag, den 17. März, vorm. 11 Uhr, im Großen Bühnensaal des Kurhauses eine öffentliche Versammlung, zü der die Einwohner Baden-Badens und Umgebung eingeladen sind. Rentenzahlungen Ab 16. 3. Angestelltenrenten (Reichsversicherung); volle Renten für Monate Juli und August 1945 sowie Januar und Februar 1946, insgesamt 4 volle Monatsbeträge. Der Gesamtbetrag ist auf einem Rentenempfangsschein unter Angabe des Zahlungszeitraumes aufzunehmen. Ab 19. 3. Invalidenrenten (Alters-, Witwen, und Waisenrenten) der Landesversicherungsanstalten; I. Halber Rentenbetrag für die Monate Juli 1945 bis Februar 1946, insgesamt 4 volle Monatsbeträge. 2. Alle rückständigen Renten aus den Jahren 1944 und 1945. 3. Alle einmaligen Renten (Spitzrenten). Es wird besonaers darauf hingewiesen, daß für jede Art der Nachzahlung (unter 1, % 3) je ein besonderer Rentenempfangsschein erforderlich ist. Der Zeitraum für den der Betrag bezahlt wird, muß genau angegeben werden. Da die Abrechnung mit den Landesversicherungsanstalten bereits Ende März erfolgen muß, ist es unbedingt erforderlich, die Rentenbeträge bis spätestens 23. März 1948 abzuholen. Die nach diesem Zeitpunkt noch säumigen Rentenempfänger können unter Umständen der Nachzahlung verlustig gehen. Gazul“ heraus (1825), um gegen die Rache der Betroffenen gesichert zu sein. Und trotzdem wagte er es erst 1850, das Stück aufzuführen. Köstlich, wie Märimäe lange vor Auftreten der sieggewohnten Camila Pärichole (eine Glanzrolle der Marie Bell!) ihr Bild mit all seinen überragenden Einzelheiten projiziert in Enthüllungen des Martinez (Jean Weber) gegen den haustyrannischen Don Andres de Ribera (Aimä Clariond’s Meisterleistung!), der seinem Diener Balthasar (M. Le Marchand) die Hölle heiß macht, aber dann von C Pärichole als Schauspielerin zugleich eine durchtriebene Diplomatin, um den Finger gewickelt wird. Gleichem Los entgeht dann nicht einmal der Bischof von Lima, dem Le Goff freundliche Gestalt lieh. Bis zum Lizentiaten und Mönch (de Rigou 11, Jacques Dacqmine) war jede Rolle ungemein charakteristisch besetzt. Der Prosadialog konnte zwar nicht den Schwung der wunderbar gesprochenen Meisterverse Moliöres erreichen, rollte aber sehr lebendig ab und traf immer ins Schwarze. Alles ln allem: ein beglückender Komödienabend voll stillen und auch lauten Lachens, aber auch vertieft bis zu betroffener Besinnlichkeit, die uns alle bereichert! Aurelia-Ucbtsplele „Die vier weissen Federn" Ein englischer Film aus der dramatisch bewegten Zelt der Kolonialkriege im hohen Sudan-Gebiet. Die stolzen Taten der kleinen, aber tapferen Armee Lord Kitcbeners im Mahdi-Aufstand bilden den sehr lebendig gezeigten Hintergrund. Gemäß der demokratischen Einstellung der englischen Gesellschaft geht die Auseinandersetzung zwischen den in der Militärakademie streng erzogenen Kameraden und dem aus pazifistischer Grundeinstellung heraus aus dem militärischen Verband ausgetretenen Haupthetden. Die ganzen Vorgänge entwickeln sich aus seinem tapfer durchgehaltenen Bemühen, die Schmach zu tilgen, die ihm durch Uebersendung dreier weißer Federn sugefilgt wurde. Die vierte Feder entnimmt er selbst dem Fächer seiner Verlobten, die seinen Austritt ebenfalls als Feigheit deutet. Der von solch untragbarer Schmach Betroffene reist den Kameraden nach Aegypten nach und findet reichliche Gelegenheit, unbeugsamen Heldenmut zu beweisen. Ausgezeichnete Farbaufnahmen dieser erregten Kämpfe sind wohl eine der stärksten Anziehungspunkte dle- Karlsruher Papstfeiern 1946 Weihbischof Dr. Burger und Pater Esch S. J sprachen Dreimal vermochte am Papsttag 1948 das große Karlsruher Konzerthaus aii die Katholiken nicht zu fassen, die zur Papstfeier kamen, um ihrer Treue zum Heiligen Vater in aller Öffentlichkeit Ausdruck zu geben. Beide badischen Regierungen, Ministerien und Stadtverwaltung hatten ihre Vertreter entsandt, an ihrer Spitze Ministerpräsident Dr. Köhler, Landesdirektor Prof. Dr. Schnabel, Oberbürgermeister Dr. Veith. Für den erkrankten Erzbischof Dr. Gröber war Weihbischof Dr. Burger-Freiburg zur Feierstunde erschienen. ses Films, zumal sie mit unerhörtem Aufwand unter sehl sachkundiger Regie am Nil und in der Wüste auf genommen wurden. Darstellung, die subtropischen Schauplätze und ein» Regie, die die dramatische Auseinandersetzung der wenigen Hauptdarsteller geschickt in den Rahmen der großen Kriegsgeschehnisse einspannt, lassen den Beschauer kaum zu Atem kommen und fesseln bis zum happy end das den Voilrehahilitlerten mit seiner Braut wieder vereint, die von seinem Heldenmut überzeugt wurde. Lustige Episoden des alten Generals, der sich nur all- augerne in die Rolle eines Reiterhelden hineingeiebt hatte und schließlich doch durch den einstigen Pazifisten mutig auf das Irrige seiner Darlegungen hingewiesen wurde, beleben amüsant das Geschehen. Alles in allem ein Film, der durch ausgezeichnete Farbtechnik, interessante Regie und erstklassige Darstellung fesselt. Friedrich Baser Ans Lichtental Nach längerem schweren Leiden starb der 78- jährige Landwirt und Fuhrhalter Stephan Schulmeister, Ebenechtweg 1. Der Verstorbene betrieb mit großem Fleiß seine Landwirtschaft und die Fuhrhalterei und erfreute sich allgemeiner Achtung und Beliebtheit. —JF— Richtlinien für Versicherungen Gemeinsame Auszahlungs-Richtlinien wurden von den führenden deutschen Lebensversicherungsgesellschaften in den drei westlichen Zonen beschlossen. Danach werden in diesem Gebiet die Versicherungssummen für alle nach dem 8. Mai 1945 eingetretenen und in Zukunft eintretenden Todesfälle voll ausbezahlt. Nene Briefmarken Durch die Gebührenerhöhung bei der Post werden die Briefmarken zu 3, 4, 5 und 42 Pfennig überflüssig und künftig nicht mehr gedruckt. Als neuer Wert ist die 84 Pfennig-Marke für Einschreibebriefe vorgesehen. Voraussichtlich sollen neue Marken zu 45 und 75 Pfennig, die für internationale Postkarten bezw. Briefe vorgesehen sind, gedruckt werden. Die deutschen Briefmarken werden also künftig nicht mehr 19 sondern nur 18 Werte umfassen. Mit Rücksicht auf die 3 internationalen festgelegten Werte ändern sich bei einigen Marken auch die Farben Ministerium für Landwirtschaft Die Bildung eines Badischen Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung gab im Auftrag der französischen Militärregierung der Präsident der Badischen Landesverwaltung Ministerialdirektor Dr. Bund bekannt. Zum Leiter des neuen Ministeriums wurde der frühere Reichstagsabgeordnete Ministerialdirektor Carl Diez ernannt. —Schm— OTIGHEIM — Wieder Volksschauspiele. Wie wir erfahren, werden die ötig- heimer Volksschauspiele voraussichtlich im Juni wieder ihre Pforten öffnen. Im nächsten Jahre werden es 40 Jahre her sein, daß Pfarrer S e i er die Volksschauspiele Otigheim mit der Aufführung von „Wilhelm Teil“ begründete. Geradezu aus dem Nichts hat er das Unternehmen geschaffen, aus einer Sandgrube hat er die großzügige Freilichtbühne geschaffen, die nicht allein Hunderttausenden Freude und Erhebung brachte, sondern die auch den Namen Otigheims in alle Welt trug. Mit einem Schauspiel, „Das Welttheater“, das von dem Schöpfer der ötigheimer Spiele, Pfarrer Josef Seier, selbst verfaßt ist, wird der diesjährige Spielplan eröffnet werden. —a— Erfolgreiches Gastspiel der Comedie rran$aise Molikre : „Der Menschenfeind“ und M4ri mte: „Der Prunkwegen des AllerheiliQSten 14 RDI Avml*che aekanntifiachunQen f. Vertagung Nr, 24 tföer die Anzeige von Ausplünderungs- nvaCnahmen gegen Personen, auch Deutsche, wegen Ihrer Zugehörigkeit zu einer Ratae oder Weltanschauung. Der Administrateur Gön^ral Adjuint pour le Gouvernement Wilitaire de l» Zone Francaise d’Occupation erläßt nach Anhörung de» Comitd Juridique unter Bezugnahme auf Dekret vom 15. Juni 1945 über die Bildung tines Coinnjandement en Chef Francaipe en Allemagne, »bgeändert durch Dekret vorn 18. Oktober 1945, Kundgebung der Vereinten Nationen vom S. Januar 1945, Verordnung Nr. 1 des Commandant en Chef vom B8. Juli 1945, über Aufrechterhaltung der vom Commandant en Chef Suprtfme Interallid und unter seiner Be- fehlsgewalt erlassenen Verordnungen und Bestimmungen, Gesetz Nr. 52 des Comroandement ßupröme Interallie über Sperre und Kontrolle von Vermögen, Verordnung Nr. 6 des Commandant en Chef vom 4. September 1945 über Kontrolle der deutsenen Wirtschaft Innerhalb des französischen Besatzungspebiete» folgende Verfügung. Artikel 1. Alle physischen und Juristischen Personen, Jeder Staatsangehörigkeit, auch diejenigen deutscher Staatsangehörigkeit, deren Vermögen, Rechte oder Interessen, »ei e» auch unter ihrer eigenen Mitwirkung, Von Maßnahmen betroffen worden sind, die auf Grund der in Deutschland nach dem 30. Januar 1933 erlassenen Annahme Bestimmungen durchgeführt wurden,s.desgleichen ihre Rechtsnachfolger, haben über die Ausplünderung, deren Opfer sie wegen ihrer Abstammung oder Ihrer weltanschaulichen oder politischen Anschauung geworden sind, eine ausführliche Meldung zu erstatten. Artikel 2. Physische ond Juristische Personen, di« «— gleichviel au» welchem Peehtsgrund und in welcher Eigenschaft — im Bereich des französischen Besatzung* gebiete» in Deutschland Vermögen»ohjekte, Rechte oder Interessen im Besitz haben, die Personen irgendwelcher, »ei es auch deutsche Nationalität, gehören oder gehört haben, die Opfer von Auspinnderungsmaßnahtnen lm Sinne des Artikel 1 dieser Verfügung geworden sind, haben hierüber eine eingehende Meldung zu erstatten. Die deiche Verpflichtung liegt allen physischen und moralischen Personen ob. die Kenntnis von derartigen AusplünrterunqrRmaßnahrp.en haben. Artikel 3 Die Meldungen sind beim Bürgermeister des Orte», an dem die Vermögeusohjekte »ich befinden, oder de» WohnBitres der zur Meldung verpachteten Personen bis 3t. März 104« Inzureichen Die hierfür vor«e«chriebenen Vordurcke Rind für Baden-Baden •uf dem Wirtschaftsamt, Stefanienstr. 2, erhält lieh und sind dort bl» spätestens 31. März 19*6 aus«efüllt wieder abzugeben Artikel » Die ln Artikel 2 genannten Personen, die den Bestimmungen dieser Verfügung nicht nach- kommen, setzen sich den gesetzlich vorgesehenen Strafen aus. Artikel 5- Der Dfrecteur GSnsrsl de la Justfre und der Directeur de l*E»'onom:e et des Finan es werden, Jeder für seinen Dienstbereich, mit der Durchführung dieser Verfügung beauftragt, die im Amtsblatt <*e» Tran- «ösjschen Oberkommandos ln Deutschland zu veröffentlichen ist. Baden-Baden, den 3. Dezember 1945. Der Administrator G^nöral E LAFTON. Vorübergehende SchHeMnng d. Getreidemühlen Im Zuge der .Getreide-Erfassung wird hiermit die fichiieüung Kämtiicher Getreide-Mühlen im Gebiete der französischen Besatzungzone Badens für die Zeit vom 14. Pis *25. März ly46 angeordnet. Den Mühlenbetrieben ist für die Dauer der Schließung die Annahme und Rückgabe von Getreide sowie die Abgabe von Mühlenerzeuguissen untersagt. . Die Bürgermeister am Betriebssitz der Mühlen haben diese Anordnung zu vollziehen und ihre genaueste Beachtung zu überwachen. Freiburg, den 14. März 1946 Badisches Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung gez.: Diez, Minist. Direktor 2674 Qaartierentschädigung Die Entschädigung für die bis 31. 12. 1945 durch die Besatzungsmacht in Anspruch genommenen Quartiere wird demnächst durch die Stadt bezahlt werden. Mit dieser Entschädigung wird auch der Verbrauch an Strom, Gas und Wasser vergütet werden. Soweit es sich um Normalverbrauch durch die Besät* zungsmacht handelt, wird dieser Verbrauch ohne besonderen Nachweis mit 10 v. H. der Miete für die in Anspruch genommenen leeren Räume abgegolten werden. Ist der tatsächliche Verbrauch wesentlich höher als der Normalverbrauch, so wird der tatsächliche Verbrauch vergütet. Verlangt ein Wohnungsinhaber, daß der tatsächliche Verbrauch vergütet wird, so muß er dies unter Vorlage der bezahlten Strom-, Gas- und Wasser rechnung dem Requisitions-Amt. Rathaus Zimmer 17-19 anmelden. Auf den Rechnungen muß durch die Stadt- werke bestätigt sein, welche Kosten auf die Besatzungsmacht entfallen. Diese Anmeldung bezw. die von den Stadtwerken bestätigten Rechnungen müssen bis spätestens 28, März 1946 dem Requisitions-Amt voriiegen. Bei beschlagnahmten Räumen, für weiche der tatsächliche Verbrauch bis zu diesem Zeitpunkt nicht geltend gemacht ist. wird nur der Normalverbrauch, d. s. 10 v. H. die Miete für di6 leeren Räume vergütet. 2695 Baden-Baden, den 14. März 1946 Der Oberbürgermeister Die Schutzpolizei Baden-Baden «teilt noch weiter« -Anwärter für den Dienst In der Schutzpolizei ein) Bedingungen: , 1. Alter zwischen-18 and 30 Jahren, i. Miirdestgröße 1.70 m. *. Nicht Mitglied der NSDAP oder deren Gliedern» »en, 4. Nicht ehemalige aktive Wehmachtsangehörige vom Unteroffizier an aufwärts. 5. Wohnhaft im Stadtkreis Baden Baden oder 10 km Umkreis, unbescholten, polizeilich einwandfrei, gut beleumundet und nicht gerichtlich vorbestraft. Bewerber wenden sich persönlich an Chef der Schutzpolizei, Baden-Baden, Polizeidirektion, Landesbad, Ziro raer 229, Meldung bis spätestens 25. März 1946. 8 2686 Tarif Verordnung für das Transportwesen. Laut Erlaß des Bad. Wirtachaftsminlsteriums dürfen für den Nah- sowie Fernverkehr nur ausschließlich die Sitze der Nahverkehrspreisverordnung (N. V p.) Ausgabe vom 1. Januar lf4i verwendet werden. Für Pkw., Komm, und Kräder gelten die Sätze dt. L. G.) Teil II. Auf diese Sätze dürfen folgende Zuschläge hinzugerechnet werden: 1. Ferntnmwportebreohmmgen: Die Nutzlast des Anhängers wird nicht mehr gesondert, sondern zu der des Zugfahrzeuges hinzugerechnet und als Ganzes aifs den Sätzen iür Zugfahrzeuge abgerechnet. 2. 15 */• Sctivrierfgkeftszuschieg: wird gerechnet aus i'agessatz und Kilometergeld oder Stundensatz. 3. 15 «/, Treibstofferhöbungszuschlag: darf nur aus Kilometersatz genommen werden. Bei Stundenabrechnung werden pro Stunde 10 km Fahrt zugrunde gelegt. 4. 5 '/aBefürdening3steuer: (lm Fernverkehr): An das Finanzamt sind 7 •/. abzuführen, es werden Jedoch nu> 6 */> zusätzlich In Rechnung gestellt, da ln den Sätzen der N. V. P. bereits 2 •/. Umsatzsteuer enthalten sind. Beförderungssteuer errechnet sich aus der Gesamtsum me ohne Personalkosten. 6. 2 */< Prüf gebühr .- wird aus der Gesamtsumme einschließlich Personalkosten errechnet. 6. 5 •/« Bedeckungszusohtag: sofern Plaue und Spriegel verwendet werden, ist der Betrag aus Tagessatz und Kilometergeld zu errechnen oder aus Stundensatz. Für sämtliche Fuhrleistungen mit Kraftfahrzeugen gleich welcher Art, gleichgültig, ob dieselben auf Fahr befehlen der Straßenverkehrsieiter ausgeführt wel-den oder nicht, gelten grundsätzlich die Höchstpreise, wie sie in obiger Verordnung und der Aenderung zu dieser Anordnung vorgesehen sind. Für Jede ausgeführte Fuhrleistung ist vom Fahrzeugbesitzer eine Rechnung auHZUstellen. Sämtliche Rechnungen dürfen künftig erst dann von den Fahrzeugbesitzern erhoben oder vom Rechnungsempfänger v ezah!t werden, wenn dieselben durch die Transport Abrechnung-Rech nungsprüfstelie-Außenstelle Bühl, Eisenbahnstr. 11 auf die Richtigkeit geprüft und mit dem Prüfvermerk versehen sind. Weitere Auskunft erteilt die Transport-Abrechnung, RechnungsprüfsteUb Bühl, Eisenbahnstr. 11 und der Kreis-Straßenverkehrsieiter (Fahrbereitschaft). Die Anordnung tritt rückwirkend ab 1, 3. 1946 in Kraft. Bezirka-Straßenverkebrsletter Baden-Baden 8 2657 Ablauf dor Ruhezeiten für Kaufgräber des Altstadt- Friedhofes Die Ruhezeit nachstehender Kaufgräber Ist abgelaufen. Die Hinterbliebenen werden aufgefordert, bis 22. April 1946 die Gräber im Benehmen mit dem Friedhofaufseher abzuräumen oder die weitere Verschonung beim städtischen Bestattungsamt — Rathaus, Zimmer 44 — zu beantragen. Geber die Gräber, für weiche die Ruhezeit nicht verlängert wird, oder weiche von den Hinterbliebenen nicht geräumt werden, verfügt das städt. Bestattungsamt nach Ermessen. Das Verfügungsrecht erstreckt sich auf Grabsteine und Einfassungen. Buch-Nr. 517, Müller. Bankier, Karlsruhe, Feld TU, I Grabstelle: «83, Erfurth, Anna und Emma, II, 2 : 645, Kroemer, Alfred, I, 1; 671. Schneider, Georg, I, 1; 709, Kah, Maria und Menz, Hermine, I 2; 745, Heß. Josefine; II, 1 ; 746, Fels, Emilie geh. Exter, II, 1; 754, Schier- schwitz, Berta und Elize, VI. 2; 766, Meyer, Antoinette u. Fanny V. 2 : 858 Kirsch, Babette, IX, I; 859, Hürth. Luise, IX, 1; 909. Werzinger, Friedrich, XI, 1; 910 Werzinger, Franz, XI, 1; 931, Kah, Wilhelm, IX, 1; 935, Dilzer, Karollne, III, 1: 937. Clausius, Eduard. Pfarrer, V, 1; 938, Schluz-Fritsch, Franziska, XII, I: 943, Wip- permann, Anna, V, 1; 944, Reinhoidt, Karl und Schiehle, K„ IX, 2 : 945, Emmerich, Robert u. Sophie, XI. 2 : 946, Weingärtner, Ludwig. XI, 1: 951, Usinger, Sofie IX, 1; 952, Matys, Helene. Hannover, IX, 1; 953, Leneke, Luise, IX. I: 964, Sehroth, Thekla, IX, 1: 965, Trfltzschler v. Kalkenstein, K., IX, 1, 966, Wentzei, Emil und Luise, IX. 2: 971, Arnold, Therese geh. Ritzlnger, XI. 1; 999, Arnold-Föhrenbach, XI. l; 972, Otterstedt, Auguzte von Baron, I, 1; 975, Thümen, Klara von, I, 1; 977, Mayer, Mathilde, XI, 1; 078, Penafiel de, Marquise, Gruft, 1, Fortsetzung fcl^ 1 II, * * V, * * * IX. Gottesdienste Stiftskirche. Sonntag 6: hl. Messe, */i7: Monatskommunion der mar. Kongregation, V*8: Gemeinschaftskommunion aller Schüler und Schülerinnen, 9: Hochamt mit Predigt, Vtll: Singmesse mit Predigt, */t 12: Chri stenlehre f. d. männl. Jgd. 1. d. Klostrk z Hl Grab, >/> 5: Versammlung der Kongregation Stiftskirche im Vin- zentiushaus, 6: Fastenpredigt mit Litanei und Segen- Montag >/-7: Austeilung der hl. Kommunion, 7: f. Gefallenen Karl Leuchtner. V«9: n. d. Meinung der Pfarrangehörigen. Dienstag (Fest des hl. Josef. 6: f, Josef Maier, 7: f. Prälat Martin, 8: Schüler-Gottesdienst, 9: feierl. lev. Hochamt m. Festpredigt u. Segen, abends 6 Uhr Jos,-Andacht Fest d. hl. Josef, Mittwoch V.7: f. Kurt Köttner, 7: Gemeinschaftsmesse d. Jgd. f. Gef. Oskar Hasel, 'h9: 8. A. f. Wilhelm Schmeiser, >/-5: Bi- helätunde d. Kathol. Frauenbundes, abends 6: Rreuz- wegamlacht mit Segen. Donnerstag '/t7: Austeilung der hl. Kommunion, 7: f. Paul EH. V*9: 8. A. für Gef. Friedrich Rammstedt. Freitag 'A7: f. Albert Bene, 7: f. Gef. Josef Hilger, Schülersingmesse, G*9: S. A. f. Emma Blumenstock. Samstag */<7: f. Ernst Billharz. 7: f Klara Pflüger, Vs9: 8. A. f. Fr. Emilie Peter. St. Bernhard. 6.15 Uhr hl. Messe, 7.30: Gemeinschafts- messe mit Predigt, 9: Hochamt mit Predigt, 11: Singmesse mit Predigt, 6: Andacht mit Segen. Evang. Landeskirche, Sonntag Reminlscere. Stadt- k I r c b e. 8,30 Uhr: Brand! im Gemeindehaus, 9,30 Brandl im Gemeindehaus, 11,30: Jugendgottesdienst im Gemeindehaus. Lichtental. 9,30- Gußmann im Kinderheim, 10.45: Jugendgottesdienst im Kinderheim. West Stadt. 9,30: Schwarz, 10 45: Jugendggottes- dienst. Oos. 11.00: Jugendgottesdienst, 16.00: Schwarz, Mittwoch, den 20, März: Altstadt 17,00: Bibelstunde im Gemeindehaus; Lichtental 16,00; Bibelstunde im Kinderheim: Weststadt 20,00: Bibelstunde und Frauenkreis lm Gemeindesaal. Donnerstag, den 21. März. Altstadt: 7,00 Uhr Morgenandacht im Gemeindebaus; Oos: 20: Bibelstunde. Evangelisch-Lutherische Gemeinde (im Pfarramt, Fremers- bergsirasse 41) Somdag. 17 März (Vo-kstrauerlag) 10 Gottesdienst (Pfarrer von Oertzen, Gesang Irma Harder). Mittwoch, 20. März lfiV» Passions-Andacht (Pfarrer von Oertzen) Christuskapelle (Evangelische Stadtmission) Sonntag, 17. 3. 9.30 Ptedigtgottesdienst im Saale der Ev. Gemeinschaft Lichtenlaierstr. 64, Prediger Höcker, II Kindergottesdienst. Rumänische Kapelle Stourdza. Sonntag, 17.3. Liturgie um 10 Uhr Christlich- Wissenschattl. Verelnlguno. Christian Science Bürohaus Badischer Hoi I Etagei Sonntag 10 Uhr Gottesdienst. Kirche Jesu Christi, der Heiligen der Letzten Taget Bühl: Meister Eiwwstr. 28, sonntagsschule 10 Uhr Predig. !4 Uhr; Freiburg- Zasiusstr. 55 Predig' 15 Uhr. Druck und Verlag fSrnet Koelblin Baden-Baden Schriftleitnng Werner Steinbriick .Wirtecha/tsteii: De. Hermann Jf. Geiler Hb Nr. 22 Badener Tagblatt St Samstag, den 16. März 1946 Familienanzeigen Ihre Vtimahmng geben bekannt 2590 Hans Kaufmann Hady Kaufmann geb Mannsiaedt-Ktpping Baden - Baden, den 16. März 1944 Fiühlingstrasse I mamm Es starben Stefan Schulmeister, Landwirt geb. 10. 2 68, t 8. 3 46. In tiefem Leid: Frau Margareta Meermann gb Schulmeister u. bohn, Frau Ida Schulmeister, Kinder und a le Angehörige Baoen-Lichienlal. Ebenechtweg 1.2493 Diskrete Auskünfte Zuverlässiges Inkasso besorgt 228' Berthold Gross Auskunftei u Inkasso Karlsruhe i. B. Kaiserstrasse 237 Telefon 1432 Franz Deichler, 50 Jahre Die Überführung u. Beisetzung der Leiche meines Mannes hat Stange unden. in stiller Trauer: Emma Deichler Ww Hermannstr. 12. 2490 i*rau KaroHne Schmuck geb Müller, geb. 24 7. 66, f 9 3.. 46. In ueter Trauer: Ludwig Schmuck, B.- Baden, Familien Walter und Otto Schmuck. Baden Baden u. New Jork Wilhelm Schmeiser, Finanzangest geb. 30 . 4 . 86, t 8 3. 46. In tiefet Trauer: Frau Johanna Schmeiser u. Angehörige. Küfersttasse 1. Seelenamt 20. 3 46 8 30 Stiftskirche 2518 Josef Gutterer. geb. 3 3. 07. 1 14 3. 46. In tiefer Trauer: Rosa Gutte rer geb. Rohrer, Kinder u. Angehö rige. Stefaniensir. 31 Beerdigung Samstag, 16. 3, 46 14 30 Uhr. 69 7 Dr. Geora Winter, Geh Med Rat einer. Professor d Albertus Universität u Dir. der Univ. Frauenklinik Königsnerg. t 13 3 46. Im Namen der sehr trauernden Familie: seine Lebensgefährtin Irmgard Winter, Beisetzung erfolgt am Sonnabend 11 Uhr Stadtfriedhof. 2707 Bienenwohnangen wenn möglich Bautahmcnn ätterätöcke m. Freudenstemmaß oder bad. 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Klavierkonzert b-moll, M.Ravel: Bolero Orchesters Baden-Baden, Leitung: Genera musikdirekioi Gr. Bühnensaal (17-19 Uhr; 1-6 RM) Gastspiel Margot Pfeiffer »Glückliche Reise« Kl. Gotth. E. Lessing. Solist. Dr Günther Kehr (Violine A. Honegger; Pacific 231, P. Hindettihh: Violinkonzert, Rimsky Korsakow: Scheherazade, Grosser Bühnensaal (17- 19 Uhr; 1-6 RM) Theater (19.30- etwa 22.30 Uhr; 2-8 RM) Dienstag, IS. März 1946. Gastspiel Margot Pfeiffer »Glückliche Reise« Kl Theater (19.30- etwa 22.30 Uhr; 2-8 RM) Centre Universitaire Lycee Charles de Gaulle, Vortrag J. Gaudemat, Protessor an der Rechtsfakultät der Univer- Für die Veranstaltungen am 16. und 17. März hat der Vor citaf QirascKtiror .Vfl. fakeiinnenrAKlcimA im aiian £vank- i.*.. * 41 .» __ ,n 112. Pariser Variete (siehe 23. März) Grosser Bühnensaal (21- 23 Uhr; 2-8 RM) verkant begonnen; für die Veranstaltungen vom 19-24. Mäu Vorver kauf ab 17. Mätz vorm. 10 Uhr an der Kurhauskasse. 2669 Mittwoch, 20. März 1946. 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