Ältestes Heimatblatt für Stadt und Bezirk Offenburg Erscheint wöchentlich dreimalig. Bezugspreis für den laufenden Monat DM 1.75 zuzüglidi 25 Pfennig Trägerlohn. Einzelnummer 20 Pf. Im Falle höherer Gewalt oder bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. SstrntMM Zeitung WM Anzeigenblatt mit anerkannt guter Werbewirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Gffenburg. Zur Zelt ist die Anzeigenpreisliste Nr. I gü'tig. Druck und Verlag: A. Reiff & Cic., Buchdruckerei Offenburg Bad. Geschäftsstelle- Offenburg., Knrnstraße 10 Fernsprecher! Offenburg Nr. 1537 une 2134 Postschließfach Nr. 233. Postscheckkonto Karlsruhe Nr. 135 "1. Nummer 20 Offenburg, Donnerstag, 16. Februar 1950 Ausgabe a 139. Jahrgang So wj etisdi - chinesischer Beistandspakt Port Arthur wird von russischen Truppen geräumt — Beistandsvertrag „für allgemeinen Frieden und allseitige Sicherheit" Moskau. Das Geheimnis über den mehr-1 Ansicht Londoner diplomatischer Kreise in monatigen Aufenthalt Mao Tse Tungs und sei-1 dem Kommunique nicht genannt. Die darin nes Außenministers Tschou en Lai in Moskau I enthaltenen Bestimmungen des neuen sowje- hat sich am Dienstag zu lüften begonnen. Tschou en Lai und Außenminister Wyschinski Unterzeichneten nach zweimonatigem Verhandeln einen Freundschafts- und Beistandspakt, der eine dreißigjährige Laufzeit hat. Mehr als der vierte Teil der Menschheit ist in diesen Pakt einbezogen. Ein Kommunique gibt über den Inhalt des Vertrages folgendes an: 1. Das Beistandsabkommen löst den am 14. August 1945 zwischen dem China Tschiang- 1 kaischecks und der Sowjetunion geschlossenen Vertrag ab. Beide Regierungen erkennen die Unabhängigkeit der Mongolischen Volksrepublik an. 2. Ein weiteres Abkommen regelt die Verhältnisse der chinesischen Tschantschung-Eisen- bahn und der Häfen Port Arthur und Dalny. tisch-chinesischen Pakts werden in London lediglich als Neuauflage des im Jahre ^945 zwischen der Sowjetunion und der Kuomintang-Regierung Tschiangkaischecks geschlos senen Paktes angesehen, der jetzt widerrufen wurde. Man ist aber der Auffassung, daß man nicht beinahe zwei volle Monate nur damit zugebracht hat, den Text eines alten Vertra ges aufzufrisieren. Landes- gegen Bundeswirtschaftsminister Abg. Veith interpelliert Minister Erhard über die Kapitalinvestitionen Von unserem Bonner pmw-Vertrer Bonn. Die vom Bundeswirtschaftsminister Dr. Erhard beantwortete Interpellation der Sozialdemokraten über die Investitionen im Gebiet der Bundesrepublik war der erste und wichtigste Punkt der Tagesordnung auf der (Dairen). Eisenbahn und Hafen Port Arthur I Mittwochsitzung des Bundestages. Das Haus sollen nach Unterzeichnung eines Friedensver-1 zeigte durchaus nicht die Merkmale eines träges mit Japan, keinesfalls aber später als],.großen Tages“. Die Plätze der Bundesregie- 1952, an China zurückgegeben, beziehungsweise I rung und des Bundesrates waren fast leer, von sowjetischen Truppen geräumt werden.!und auch in den Reihen der Abgeordneten Ueber Dairen soll nach Abschluß des japa-I und auf der Tribüne klafften breite Lüchen Bischen Friedensvertrages nochmals verhandelt werden. Verwaltung und Eigentum -dieses Ha-j fens gehen jedoch schön 1950 auf die chine-' sische Volksregierung über. Alles von sowjetischer Seite in der Mandschurei übernommene japanische Eigentum fällt entschädigungslos an die Chinesische Volksrepublik. 3. China erhält von der Sowjetunion einen langfristigen Kredit im Gegenwert von 300 Millionen USA-Dollar. (1 Milliarde 200 Millionen DM). Dafür bekommt China ■ Maschinen und Eisenbahnmateral aus der Sowjetunion. Der Kredit ist nur mit einem Prozent jährlich zu verzinsen. Der Beistandspakt „für allgemeinen Frieden und allseitige Sicherheit“ hat eine Laufzeit von dreißig Jahren. Er läuft dann jeweils fünf Der württemberg-badische Wirtschaftsminister Dr. Vejtth (SPD) trug .seine -Kritik über Ms Wirtschaftspolitik der Regierung in bemerkenswert ruhiger Form vor, während sein Parteivorsitzender,. Dr. Schumacher indessen die Zeitung las. Tis kam auch wenig Bewegung im Hause auf, als Dr. JSrhard antwortete, bis auf die Schlußsätze äejne? Rede, die fast im Lärm des Hauses uritifgingen. Er sagte, die SPD wäre gegen seine Wirtschaftspolitik, weil sie den Einfluß der Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre in Deutschland beseitigt habe. Empörter Protest der Linken antwortete ihm, aus dem mit Mühe die Zwischenrufe herauszuhören waren. In der anschließenden Diskussion nahmen Vertreter aller Parteien zur Regierungserklä- letzten Donnerstag konnten sie im allgemeinen nichts neues sagen, so daß man sich in Bonner politischen Kreisen frägt, warum man eine „Aussprache“ über eine derartige Interpellation und ihre Beantwortung überhaupt auf die Tagesordnung des Bundestages gesetzt hat. In Kreisen der Regierungsparteien will man in der von Tag zu Tag zunehmenden Aggressivität der Sozialdemokratie gegen die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung allenfalls eine Vorbereitung auf die kommen den Landtagswahlen in Westdeutschland und auch eüie. gewisse Hilfsstellung für die britische Arbeiterpartei in ihrem gegenwärtigen Wahlkampf erblicken. (Sitzungsbericht auf Seite 2V Preisherabsetzung für Benzin? Bonn. Das Bundeswirtschaftsministerium bereitet eine neue Preisanordnung für Mineralöl vor, durch die die vom Bundestag empfohlenen Preise für Benzin von 53 Pfennig und Dieselöl von 38 Pfennig verwirklicht werden sollen. Man hofft, die neue Preisanordnung zum 1. März in Kraft setzen und frühestens zum I. April, falls die Alliierten zustimmen, auch die Rationierung für Treib- Jahre weiter, wenn er nicht ein Jahr vor 1 rung Stellung. Nach der großen Debatte vom Stoffe aufheben 3 u können. Verstreichen der Frist gekündigt wird. Beide! vertragschließenden Partner versichern, daß sie in Fühlungnahme mit den Alliierten des zweiten Weltkrieges versuchen wollen, einen Friedensvertrag mit Japan zustande zu bringen Sie wollen das Wiedererstehen eines von japanischer oder anderer Seite kommenden Imperialismus oder eine japanische Aggression verhindern und bei einem Angriff von dritter | Seite einander zu Hilfe eilen. Freispruch für Hedler »Das Urteil wird Anerkennung und Ablehnung finden", meint Landgerichtsrat Dr. Paulick Der Anschluß des chinesisch - sowjetischen Freundschaftspaktes wird von West und Ost als ein Ereignis von großer politischer Bedeutung gewertet. In London und Washington ist man der Ansicht, daß dieser Pakt die formelle Einbeziehung Chinas in die sowjetische Einflußsphäre bedeutet. In Washington wird die beabsichtigte Räumung Port Arthurs durch die sowjetischen Truppen und die Rückgabe der mandschurischen Zentralbahn an China besonders beachtet. Dia Klausel über die Verhinderung jeglicher imperialistischer Bestrebungen von seiten Japans und anderer mit Japan verbündeter Mächte wird als ein indirekter Angriff gegen die USA angesehen, die Japan nicht nur militärisch be setzt halten, sondern sich auch um den wirtschaftlichen Wiederaufbau dieses Landes bemühen. Japanische Regierungskreise betonen, daß die Sowjetunion weiterhin in der Mandschurei bleibe und auch die ostmandschurische Bahn behalte, die zur sibirischen Grenze führt. Die wirtschaftliche Unterstützung, die China von der Sowjetunion erhalten soll, erscheine angesichts des ungeheuren Bedarfs Chinas und im Vergleich zu den Anleihen, die die USA den kleinsten Staaten gewähren, mehr als bescheiden. Ein Sprecher der japanischen Liberalen erklärte vor dem Außenpolitischen Ausschuß des Parlaments, die Sowjetunion versuche, eine Entscheidung in ihrem Konflikt mit den Westmächten zu erzwingen. Der chinesisch-sowjetische Vertrag bedeute «ine Verschärfung des kalten Krieges. Alter Pakt neu Irisiert London. Die wichtigsten Abmachungen zwi- tcnen China und der Sowjetunion sind nach Neumünster. Nach neun Verhandlungstagen wurde der frühere Bundestagsabgeordnete Wolfgang Hedler am Mittwoch von einer Strafkammer des Kieler Landgerichts in Neumünster freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft will gegen den Freispruch Revision emlegen. Es sei bei diesem Prozeß nicht um Politik, sondern um Recht gegangen, sagte Landgerichtsrat Paulick in seiner Urteilsbegründung. Das Gericht sei nicht an dem politischen Problem vorübergegangen, habe aber nur feststellen können, ob 1er Angeklagte sich nach dem Gesetz schuldig gemacht habe oder nicht. Die Wiedergabe der Rede Hedlers, die eine Bedeutung bekommen habe, die sie nicht verdiene, durch den Hauptzeugen Fischer sei nicht stichhaltig gewesen. Es sei nicht erwiesen, daß Hedler in seiner Einfelder Rede Mitglieder der jüdischen Gemeinde beleidigt und daß er zum Klassenhaß aufgereizt habe. Der genaue Wortlaut seiner Rede sei nicht mehr festzustellen, sei aber ganz anders gewesen, als Fischer ihn wiedergegeben habe. Nach den Zeugenaussagen habe sich Hedler deutlich von den Maßnahmen des nationalsozialistischen Regimes gegen die Juden abgesetzt und zu keiner Gewalttat aufgefordert Auch im Anklagepunkt „Beleidigung der Widerstandskämpfer“ seien Hedlers Aussagen von anderen Zeugen nicht bestätigt worden. „Das Urteil wird Anerkennung und Ablehnung finden“, meinte der Vorsitzende abschließend. „Wenn wir auch zu einem Freispruch gekommen sind, so ist dieser Prozeß doch eine deutliche Warnung an alle, die es angeht.“ Als Hedler das Rathaus in Neumünster verließ, erhielt er von einem Angehörigen der Deutschen Partei- einen . Blumenstrauß mit schwarz-weiß-roter Schleife. Viele Menschen geleiteten den Freigesprochenen unter Beifall in ein Hotel. Kieler Gewerkschaften wollen demonstrieren Sie verlangen Absetzbarkeit der Richter Die Kieler Gewerkschaften haben zu öffentlichen Demonstrationen für Donnerstag aufgerufen, in denen die Bevölkerung gegen den Freispruch in Neumünster protestieren soll. Bei einer Kundgebung auf dem Rathausplatz will der Hauptbelastungszeuge, der schleswig-holsteinische SPD-Landtagsabgeord- nete Fischer, über den Prozeß berichten. Auf der Kundgebung sollen die Absetzbarkeit der Richter (!), das Verbot der Deutschen Partei und Redeverbot für Hedler in .Schleswig- Holstein gefordert werden.' Der Vorsitzende des Ortsausschusses erklärte vor Vertrauensleuten des Deutschen Gewerkschaftsbundes, falls die Forderungen der Gewerkschaften nicht anerkannt würden, so müsse man zur ..Selbsthilfe" (!) greifen Sdmellst-Flugzeug explodiert Bow BrickhilL Ein weiteres Modell des britischen Nurflügel-Düsenjägers der Firma de Havilland, die DH 108, die für Überschallgeschwindigkeit gebaut ist, explodierte am Mittwoch bei einem Probeflug über Buckinghamshire und stürzte ab. Der RAF- Pilot kam dabei ums Leben. Das Flugzeug, an dessen Konstruktion bereits seit fünf Jahren gearbeitet wird, war vom gleichen Typ, wie die Apparate, die 1946 und im vergangenen Jahr abgestürzt waren. 1948 stellte dieser de Havilland-Jäger mit 973 Am Scheideweg km/h einen Weltgeschwindigkeitsrekord Bei einem Sturzflug Schallgeschwindigkeit kmh erreicht haben. soll die Mashine überschritten und auf. die 1120 Noch nie zuvor haben sich die Meinungen der maßgeblichen Männer Washingtons über die wichtigsten Punkte der US-Außenoolitik so stark gespalten, wie es gegenwärtig der Fall ist. Zwei Lager zeichnen sich ab: eines, das trotz aller Fehlschläge der vergangenen Jahre immer noch an ein Toleranz-Abkommen mit dem Kreml glaubt, und jenes, das jede Hoffnung auf eine Einigung aufgegeben hat und für eine möglichst aktive Haltung eintritt. Diese Erkenntnis stammt nickt von irgend- wem. James Reston, der diplomatische Mitarbeiter der „New York Times“, verkündet sie an leitender Stelle des einflußreichen Blattes. Und da Reston einer der wenigen Journalisten ist, die wirklich darüber Bescheid wissen, was im State Departement vor sich geht, wird seine Stimme um so stärker beachtet. Er erzählt seinen Lesern auch, daß sowohl Truman als auch Acheson jenem Kreis angehören, der die Hoffnung auf eine Verständigung mit den Russen aufgegeben hat. In der gegenwärtigen Situation ist dies wohl so zu verstehen, daß Truman mit der Wasserstoff-Bombe als Rückhalt nicht mehr gewillt sein dürfte, die Initiative zu Verhandlungen mit Moskau zu ergreifen, wozu er von verschiedenen Seiten aufgefordert worden ist. Die Perspektiven, die sich hieraus ergeben, lassen nach Restons Auffassung auf eine Fortsetzung des „kalten Krieges“ für mindestens noch ein Menschenalter schließen, und in dieser Zeit kann ja noch allerhand geschehen, was eine vollkommen neue Lage schafft. Was, um nur zwei Beispiele zu nennen, hätte Stalins Tod zur Folge oder der 1 'Vormarsch de* Titoismus in China? Im Grunde handelt es sich also bei den Betrachtungen des amerikanischen Journalisten um das.gleiche Weltho- roSkop, wie es auch Wirtston Churchill schon vor einem Jahre in seiner Bostoner Rede entwickelte. Churchill verglich die kritische Situation Europas mit der Lage vor 800 Jahren, als die „mongolischen Horden eines Dschingis- Chan auf ihren Ponies nach Asien zurückfluteten, von wo sie erst jetzt wieder zurückkehren“. Das ist schon immer eine undankbare Aufgabe gewesen, eine politische Entwicklung Voraussagen zu wollen. Besonders in der heutigen Zeit überstürzen sich die Ereignisse oft so sehr, daß sich keine klaren Etappen mehr abzeichnen. Die Aeußerungen des Journalisten Reston dürfen deshalb auch als eine Kennzeichnung der augenblicklichen Lage betrachtet werden. Da die führenden Männer des Weißen Hauses und des Washingtoner Kongresses in der Haltung des Kreml, der UNO, sowip in der jetzigen Situation In dockin as, Berlins oder in der österreichischen Friedensfrage keine Anzeichen erkennen, das als Verhandlungsgrundlage dienen könnte, haben sie natürlich keine besondere Neigung, die Initiative zu Verhandlungen oder irgendwelchen Arrangements zu treffen. Auf der anderen Seite hält sich Moskau sehr zurück, da es in der jüngsten China-Politik der USA kaum eine Verständigungsbereitschaft Washingtons zu erkennen vermag. Das Problem hat . sich also im Grunde in den letzten Jahren nur wenig geändert. Doch etwas anderes steht im Mittelpunkt der gegenwärtigen weltpolitischen Situation: Die verschiedenen Umstände, die während der letzten vier bis fünf Jahre eine Herstellung des Gleichgewichts zwischen Ost und West erschwerten, haben sich sehr wesentlich dadurch verändert, daß neue Entwicklungen und Tatsachen hinzugekommen sind Die Großmächte befinden sich wieder einmal in der Sackgasse. Als die wichtigste Tatsache muß bezeichnet werden, daß die USA seit dem September vorigen Jahres nicht mehr das Monopol für die Atombombe besitzen, und ebenso bedeutungsvoll ist die radikale Umwälzung in Asien. In dieses noch vollkommen unklare Bild platzt nun plötzlich die Wasserstoff-Bombe hinein. Dadurch wird zwar die Lage, wie sie vor der allgemeinen Kenntnis von dieser Superbombe bestand, nicht in der gleichen Weise verändert, wie es die beiden ersten Umstände zu tun vermochten. doch wird auf jeden Fall eine Zuspitzung erreicht, die unter Umständen zur Beschleunigung des ganzen Prozesses beitragen kann. In Moskau und Washington, aber auch an allen anderen weltpolitischen Zentren werden gegenwärtig alle Faktoren, die politische und militärische Konsequenzen auslösen könnten, eingehend beraten Im Kreml zerbricht man sich darüber den Kopf hinter, verschlossenen Türen, und es wäre müßig, über das Ergebnis .20 — Seite 2 A B Offenbarter Tageblatt Donnerstag, jS. Februar 1950 dieser Besprechungen Kombinationen anzu stellen, soweit es sich dabei überhaupt schon um Ergebnisse handeln kann, In Washington dagegen verhandelt man darüber am offenen Fenster. In dieser amerikanischen Debatte ist von verschiedenen Seiten immer wieder darauf hingewiesen worden, sowohl der kommunistische Sieg in China als auch die russische Kenntnis der Atomwaffe hätten die Grenzen aufgezeigt, wie weit die USA sich auf Verpflichtungen einlassen könnten. Es sei deshalb an der Zeit, eine vollkommen neue Politik zu formulieren, die mit zeitlich begrenzten Zielen weiter darauf bauen kann, was mit der Tru- man-Doktrin, dem Ma'rshallplan und dem Atlantikpakt bereits erreicht worden ist. Diese Richtung steht auf dem Standpunkt, daß eine Politik, die im wesentlichen anstrebte. Rußland dadurch in Schach zu halten, daß man eine möglichst große Zahl von antisowjetisch eingestellten Ländern um sich sammelte, nicht mehr durchführbar ist und so bald wie möglich durch neue Ideen ersetzt werden muß Das ist der Kern der Gegensätze, die sich jetzt in Washington offenbaren. Die USA stehen am Scheidewege, und die nächste Zukunft wird und muß die Entscheidung darüber bringen, welcher der beiden Flügel sich durchsetzt. Investitionen und Beamtengeset; Der Bundeswirtsdiaftsminister gegen „ In vestitionszwangsWirtschaft* - SPD gegen Beamteneid Bonn. Der Bundestag erörterte am Mittwoch eine SPD-Interpellation über die seit der Währungsreform erfolgten Kapitalinve stitionen und nahm den Regierungsentwurf des Beamtengesetzes in zweiter Lesung an, wobei die Abänderungsanträge der Oppost tion abgelehnt wurden. Die dritte Lesung wurde vertagt Die SPD, die sich in einer Interpellation über die bisherigen Kapitalsanlagen erkun digt hatte, warf der Regierung eine Verschwendung volkswirtschaftlich wichtigen Kapitals vor. Zur Begründung führte Abg. Dr. V e i t h aus, daß die Erhöhung des Sozialproduktes in Deutschland auf den Fleiß und den Lebenswillen aller Deutschen zurikkzuführen sei. Wenn aber die Kapitalien nicht* richtig eingesetzt worden seien, würden die Aerm- sten 1952 die Folgen zu tragen haben. Professor Erhard gab in seiner Erwiderung bekannt daß im ersten Jahr nach der Währungsreform rund 10 Milliarden Mark und im zweiten Jahr rund 11 Milliarden Mark neu investiert worden seien. Er versicherte. Churchill will mit Stalin sprechen Man sollte eine äußerste Anstrengung machen, um die Kluft zwischen den zwei Welten zu überbrüdten Edinburgh. Für einen neuen Versuch, mit der Sowjetunion auf höchster Ebene zu verhandeln, setzte sich Winston Churchill in einer Wahlrede in Edinburgh ein. Vor einer großen Menschenmenge erklärte Churchill: „Ich kann mir nicht helfen. Immer wieder komme ich auf den Gedanken zurück, mit der Sowjetunion noch einmal- auf höchster Ebene Verhandlungen zu führen. Mich spricht der Gedanke an, noch einmal eine äußerste Anstrengung zu machen, um die Kluft zwischen den zwei Welten zu überbrücken, damit jeder, wenn nicht in Freundschaft, so zumindest ohne den Haß des kalten Krieges leben kann.“ In dieser Erklärung sieht man ein Anzeichen dafür, daß Churchill möglicherweise persönlich mit Marschall Stalin verhandeln könnte, falls er nach den Wahlen zum neuen Ministerpräsidenten ernannt werden sollte. Der Oppositionsführer verlas ein Telegramm, das er im April 1945 an Stalin gerichtet hatte. Er warnte darin vor einer Aufteilung der Welt in zwei große, einander bekämpfende Lager. „Es ist ganz offensichtlich, daß der Streit zwischen diesen Lagern die Welt in Stücke reißen würde und daß alle führenden Persönlichkeiten auf beiden Seiten, die in Irgendeiner Weise dafür verantwortlich sind, vor der Geschichte verurteilt wären“, hieß es ln dem Telegramm. „Sogar eine lange Periode des Argwohns, der Beschimpfungen und Gegenbeschimpfungen und feindseliger Politik würde ein Verhängnis sein das die große Entwicklung des Wohlstandes auf der ganzen Welt hindern würde. Dieses Ziel ist nur durch die Einheit der drei Großmächte zu erreichen.“ Churchill erklärte dazu: „Leider waren diese Worte nur allzu wahr. Alles traf mit schrecklicher Genauigkeit ein.“ Washington ist skeptisch Washington. Der Vorschlag Churchills wurde in amerikanischen Regierungskreisen mit Skepsis aufgenommen. In Washington ist man der Ansicht, daß zweiseitige Verhandlungen zwischen Ost und West angesichts des immer offensichtlicher werdenden Wunsches der Sowjets, ihre Herrschaft über die ganze Welt auszudehnen, kaum noch Erfolg haben dürften. Sowjetunion h^elt nur Jalta-Abkommen New York. „Wir dürfen in keiner Hinsicht eine Schwäche zeigen, da es in unserer Haltung keine Schwäche gibt“, erklärte Präsident Tru man in einem Interview, das von der „New York Times“ veröffentlicht wird. Der Präsident äußerte die Ueberzeugung, daß die Sowjetunion kein Übereinkommen einhalten würde, das von den USA mit ihr geschlossen werden könnte. „Das Abkommen, das die Russen in Jalta abschlossen, ist das einzige unter etwa 40, das sie eingehalten haben. Der Korrespondent berichtet, Präsident Trumm habe zuverlässige Informationen darüber, daß sich in den sowjetischen Konzentra tionslagern gegenwärtig etwa 16 Millionen Menschen befinden. Paasikivl wiedergewählt Helsinki. Paasikivl wurde am Mittwbch erneut zum Präsidenten der finnischen Republik gewählt Die Wiederwahl erfolgte bereits im ersten Wahlgang mit 171 Stimmen. , Schlägerei im italienischen Parlament Abgeordnete müssen in ärztliche Behandlung — Den Arbeitsminister in die Hand gebissen Rom. Im italienischen Parlament kam es am Dienstag Unruhen aus. In einigen Vor- ‘ städten kam es zu Brandstiftungen und Plünderungen. Alle Verkehrsmittel wurden von aen Eingeborenen mit Steinen beworfen. Die Polizei mußte von der Schußwaffe Gebrauch machen. Schließlich kam* es zu regelrechten Feuergefechten zwischen der Polizei und den Aufrührern.' bei einer Rede von Ministerpräsident de Ga- speris zu einer ScHlägerei, an der etwa 5 0 Abgeordnete aller Parteien beteiligt waren. Etwa zwölf Abgeordnete, darunter eine Frau, mußten sich nachher ärztlich behandeln lassen. Arbeitsminister Marazza wurde in die Hand gebissen. Ein Kommunist erhielt erhebliche Kopfverletzungen. Der Tumult begann, als de Gasperi den Kommunisten vorwarf, sie hätten bei den Streikunruhen in Modena, bei denen seinerzeit sechs Arbeiter von der Folizei erschossen wurden, einen Gewaltstreich beabsichtigt und zu diesem Zweck von außerhalb Unruhestifter nach Modena geschickt. Daraufhin protestierte die linke Seite des Hauses mit lauten Zwischenrufen. Die Kommunisten und Linkssozialisten stürzten sich auf die Christlich-Demokraten und versuchten, auch zur Regierungsbank vorzudringen. Schließlich mußte die Sitzung für eine Viertelstunde unterbrochen werden um die Ruhe wiedei herzustellen Ein kommunistischer Abgeordneter wurde wegen der Zwischenfälle aus dem Parlament ausgeschlossen. Ausnahmezustand in Negerrepublik Monrovia. Die Regierung von Liberia verkündete für die in amerikanischem Besitz befindlichen Firestone-Gummiplantagen den Ausnahmezustand. Den Anlaß gaben Ausschreitungen streikender Neger. Eine Abteilung liberianischer Grenzwachen ist in das 80 Kilometer von Monrovia gelegene 400 000 Hektar umfassende Gebiet entsandt worden.. In einem Extrablatt, das die Regierung der Negerrepublik herausgab, heißt es, die Arbeiter hätten sich mit Hirschfängern, Keulen und anderen Waffen ausgerüstet und seien zur mutwilligen Zerstörung des Plantageneigcaitums übergegangen T , Unruhen in Johannesburg Johannesburg. Unter den Eingeborenen de: südafrikanischen Stadt Johannesburg brachen Kriegsmaterial versenkt Französisches Kriegsmaterial, das für Indo- 3Una bestimmt war, wurde am Dienstagmor nen ln das Hafenbecken von Nizza geworfen. Etwa tausend Arbeiter versuchten, das Verladen des Kriegsmaterials zu verhindern. Es ■cam zu schweren Zusammenstößen, bei denen zehn Polizisten verletzt wurden. Die Ar- netter gingen mit Eisenstangen und Steinen vor. Die Polizei versuchte, die Angreifer mit Tränengas zurückzutreiben, hatte wegen des starken Windes damit aber keinen Erfolg. Die Aroeiter bemächtigten sich eines Teils des Kriegsmaterials und warfen es ins Hafenbek- ken. Erst nachdem Polizeiverstärkungen eingetroffen waren, konnte die Ruhe wiederher- gesteilt werden. Flammentod einer fünfköpfigen Familie Wegen häuslichen Unfriedens Feuer an das Haus gelegt Verden. Fünf Mitglieder einer Familie aus Etelsen (Niedersachsen) kamen am Dienstag bei einem Brand ums Leben der in selbstmörderischer Absicht gelegt worden war. Das Haus des Rentners Vogts ging in Flammen auf. Als die Feuerwehr in das verschlossene Haus eindrang, fand sie die Leichen des Rentners, seiner Frau, der Tochter und seiner beiden Enkel. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß schwere Auseinandersetzungen zwischen den Familienmitgliedern und auch die wirtschaftliche Notlage den Entschluß herbeiführten, gemeinsam in den Tod zu gehen. Auch aus Abschiedsbriefen an Verwandte gehen Selbstmordabsichten hervor. daß die Regierung Fehlinvestitionen verhindern wolle, „auf keinen Fall aber durch eine Investitionszwangswirtschaft“. Den Vorwurf, Deutschland lebe über seine Verhältnisse, wies Erhard scharf zurecht. Nur vorläufiges Beamtengesetz Die dritte Lesung des Beamtengesetzet mußte nach seiner Annahme in zweiter Lesung vertagt werden, da nach der Geschäftsordnung eine Vorlage nur dann in zwei aufeinanderfolgenden Beratungen behandelt werden kann, wenn dabei keine Abänderungen vorgenommen werden. Der Berichterstatter des Beamtenrechtsausschusses wies auf den vorläufigen Charakter des Entwurfes hin, der als Mantelgesetz das Beamtengesetz von 1937 unter Beseitigung des nationalsozialistischen Beiwerks umgestalte und fortbilde. Die SPD erhob vor allem gegen die mit dem Entwurf verbundenen nach ihrer Ansicht zu weitgehenden Regierungsvollmachten Bedenken. Walter Menzel (SPD) wies darauf hin, daß die Ermächtigungen nocr weit über die des Artikels 48 der Weimarei Verfassung hinausgingen. Den Beamteneid lehnte er unter Hinweis darauf ab, daß in der Vergangenheit manche Beamte mehrfach jedem Regierungssystem neue Eide geschworen hätten. Der SPD-Forderung nach einer „Blutauffrischung“ der Beamten durch „Außenseiterbegegnete der Abgeordnete Dr Wilhelm No - wack für die FDP. Er forderte, den Kreis der Beamten im Interesse des Berufsbeamtentums so begrenzt wie möglich zu halten. Dr. Würmeling (CDU-CSU) lehnte die völlige Gleichberechtigung der Frau nach den Vorstellungen der SPD ab. Auch die Deutsche Partei und das Zentrum billigten. die Regierungsvorlage. Der KPD-Abgeordnete Gustav G u n d e 1 a ch lehnte ab und warf der Regierung vor, sie wolle „das Berufsbeamtentum als Kaste im Staat beibehalten“ Mit der Ablehnung der Oppositionsanträge entsprach das Haus den Wünschen des Innenministers Dr. Heinemann, der vor der Abstimmung die Zielsetzung dieser Anträge als undurchsichtig bezeichnet hatte. „Mit den Zusatzanträgen ist das Gesetz restlos wertlos“, meinte er. Bundestagspräsident Dr. Köhler berief das Plenum für Donnerstag 13.30 Uhr zu seiner 39. Sitzung ein. Neues in Kürze Am I, März will die Bundesbahn fflr alle Arbeiter die is-Stundenwocbe einf übten. Die Bundesbahn verpflichtet sich, mährend der Dauer des Abkommens mit der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschland, keine Entlassungen vorzunehmen. In Kürze wird es neben dem Papiergeld auch wil der Scheidemünzen geben. Die Bundesregierung billigte einen Gesetzentwurf über das Ausprägen von Münzen im Werte von einem, zwei, drei, fünf, zehn und 5« Pfennig sowie von einer, zwei und fünf Mark. Es ist daran gedacht, ’ueb wieder Silbermünzen, zunächst Fiinfmarkstücke, zu prägen. Insgesamt sollen je Kopf der Bevölkerung Münzen Im Werte von 20 Mark ausgeprägt werden. Bundesernährungsminister Niklas hat am Mittwoch die Bevölkerung des Bundesgebietes auf gerufen, keine Schlagsahne mehr zu kaufen. Die gesetzwidrige Herstellung von Sahne und Schlagsahne habe zur Butterknappheit geführt, die ln letzter Zeit einen geradezu bedrohlichen Umfang angenommen hab- Das Bundeskanzleramt will dreißig Anwärter für den auswärtigen Dienst in einem Lehrgang auf die besonderen Erfordernisse dieses Aufgabengebietes vorbereiten Der Lehrgang dauert mehrere Monate und wird durch eine schriftliche und mündliche Prüfung Im Völkerrecht und im Internationalen Privatrecht, in Volkswirtschaft und Geschichte, ln Englisch Und Französisch abgeschlossen. Für die Zulassung Ist grundsätzlich ein abgeschlossenes Hochschulstudium erforderlich. Gesuche müssen bis zum 1. März an das Bundeskanzleramt, Organisationsbüro für die konsularisch-wirtschaftlichen Vertretungen Im Ausland, unter dem Kennwort „Anwärter“ gerichtet werden. Im Kalenderjahr 1949 sind tm Bundesgebiet an Steuern und Zöllen insgesamt 18,2 Milliarden D-Mark aufgebracht worden. Davon machten die Komm mal- steuern 2,3 und die ehemaligen Reichssteuern und Zölle 14,948 Milliarden D-Mark aus. Der Rest entfällt auf Soforthilfeabgaben und Abgaben für das Notopfer Berlin. Die Besprechungen über den Abschluß eines neuen deutsch-britischen Handels- und Zahlung». Abkommens haben am Mittwoch ln Frankfurt begonnen; sie dürften längere Zelt ln Ansnruch nehmen. Das alte Handels- und Zahlungsabkommen zwischen den beiden Partnern läuft am 29. Jnnl ab. Die französische Devisenkontrolle hat den Kurs der DM für die Verrechnung von Handels- und Finanztransaktionen auf 8328 bezw. 8345 ffres für 18t DM festgesetzt. Vom 23. April bis 1. Mal findet ln Saarbrücken eine Internationale Briefmarkenausstellung „lbasa** statt. Den deutschen Sammlern wird . um ersten Male wieder Gelegenheit geboten sein, mit ausländischen Sammlern gemeinsam auszustellen. Im Befinden des seit Montag erkrankten Papste» ist Mittwoch früh eine leichte Besserung eingetreten. Man erwartet, daß der Papst tach einigen Tagen der Pflege und Bettruhe seine gewohnte Tätigkeit wieder aufnehmen kann. Er plante einen Anschlag auf Heuß Der Bundespräsident sollte bei seinem Hannover-Besuch ermordet werden Hannover. Durch ein Associated-Press- Interview wurde am Dienstagmittag bekannt, daß auf Bundespräsidenten Theodor Heuß bei seinem Bestick in Hannover am 30. November 1949 ein Mordanschlag geplant gewesen sei. der durdi das Eingreifen der Kriminalpolizei in Hannover vereitelt wurde Der von der Kriminalpolizei verhaftete Mann neißt Hans Bodenstab, ist 41 Jahre alt, ehemaliger Blockleiter der NSDAP. Die Kriminalpolizei teilte mit, daß Bodenstab in Bramsche in Niedersachsen geboren ist und während des nationalsozialistischen Regimes Staatsbeamter war. Seit 1932 war er Mitglied der NSDAP. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in einem Internierungslager versuchte Bodenstab. in der Industrie und in der Verwaltung unterzukommen. Die ihm vom Arbeitsamt zugewiesene Handarbeit -lehnte er ab und betätigte sich später auf dem schwarzen Markt, wo er nach seinen eigenen Angaben im Frühjahr vorigen Jahres Verbindung mit Ausländern aufnahm, die ihrerseits Fühlung zur Sowjetzone haben sollten. Einer der Ausländer soll ihn beauftragt haben bei der Ankunft des Bundespräsidenten in Hannover eine Bombe auf dessen Wagen zu werfen. Bodenstab will das Attentat nicht ausgeführt haben, um die in der Nähe stehenden Frauen und Kinder nicht zu töten. Er gab an, einen Mann aus der Sowjetzone ermordet zu haben, der von dem Plan wußte. Skörzeny ist geschäftstüchtig Paris. Von der französischen Polizei wurde am Dienstag fieberhaft nach Skörzeny gesucht. der sich zwei Monate hindurch mit falschen Papieren in Frankreich aufgehalten haben soll Die Oeffentlichkeit beschäftigen vor allem die Fragen, wie und von wo er nach Frankreih gekommen ist und was er wollte Von der französischen Kriminalpolizei wurde in einer Privatpension in St. Germain-en- Laye. wo Skörzeny gewohnt haben soll, ein dickes Bündel beschriebener Shreibmashinen- blätter gefunden. Sie tragen die Ueberschrift" „Meine Memoiren — von Otto Skörzeny“. Inzwischen wird bekannt, daß der angebliche Befreier Mussolinis in diesen Tagen in Hamburg weilte, wo er versuchte, die von ihm niedergeschriebene sogenannte „Befreiung“ als Manuskript von etwa 900 Sckreibmasckinen- seiten dem Verlag einer Zeitschrift für 40 000 DM anzubieten, der aber aus politischen Gründen ablehnte. Skörzeny hat seine Memoiren dann an einen anderen Verlag in Hamburg verkauft und wird das Kapitel über die Befreiung Mussolinis in einer Münchner Zeitschrift veröffentlichen. Skörzeny entkam vor achtzehn Monaten aus einem deutschen Internierungslager, wo eij auf sein Entnazifizierungsverfahren wartete. Zuvor war er von der Anklage, Kriegsverbrehen begangen zu haben, freigesprohen worden. Angeblich soll Skörzeny sich mehrere Wochen in Frankreih unter dem Namen Steiner aufgehalten haben. Der leiste katholische Feldbischof gestorben. München. Auf dem Münchner Waldfriedhof wurde der letzte katholische Feldbishof der ehemaligen deutschen Wehrmacht. Msgr Franziskus Justus Rarkowski, beigesetzt. Der Erzbischof von München. Kardinal Faulhaber, zelebrierte das Seelenamt und erteilte die Absolution. Bishof Rarkowski trat 1914 als Feldgeistlicher in die preußische Armee ein und wurde 1918 von der Reihswehr übernommen. 1929 übernahm er die Geschäfte der katholischen Feldpropstei und 1936 ernannte ihn der Hl. Stuhl zum apostolischen Administrator für die Wehrmahtsseelsorge. Freiwillig in rassischer Gefangenschaft Pattsheid. Dieser Tage kehrte der katholische Pfarrer Gerhard Schaffran aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück, zu derer sich freiwillig gemeldet hatte. Pfarrer Schaf- fran war im Kriege Divisionspfarrer an der italienischen Front und weilte 1945 in Breslau auf Urlaub, als die Festung von den Russen eingeshlossen wurde. Nah der Kapitulation meldete er sich beim sowjetischen Kommandanten des Zentrallagers der 10 000 deutschen Kriegsgefangenen mit der Bitte, in den einzelnen Lagern Gottesdienste abhalten zu dürfen. Da ihm dies nickt gestattet wurde, ging er selbst freiwillig in Kriegsgefangenschaft und wurde im Dezember 1945 nah Rußland abtransportiert. Wetterbericht Zwischen einem Hochdruckgebiet über Spanien und einem ausgedehnten Tiefdrucksystem über dem Atlantik hat sich ein breiter südwestlicher Warmiuftstrom bis nah Mitteleuropa durhgesetzt. Einzelne Randstörungen werden zeitweilig auf unser Gebiet Einfluß gewinnen und das Wetter weiterhin unbeständig gestalten. Aussichten bis Freitagabend: Anfangs wechselnde, später wieder stärkere Bewölkung mit weiteren Niederschlägen. In hohen Schwarz- waldlagen als Schnee, sonst als Regen. Tagestemperaturen in den Niederungen bis über 10 Grad ansteigend. Kein Nahtfrost. Auch im Hohshwarzwald zeitweilig Tauwetter. Winde aus Südwest. Wintersportmeldungen Feldberg 95 cm Schnee 10 neu, Pulver auf fester Unterlage, Sport sehr gut Shauinsland, 35 cm, 3 neu, Pulver, Sport sehr gut; Herzogenhom 1.20 m, Pu'ver, Sport sehr gut; Hinterzarten, 15 cm, 10 neu, Pulver, Sport gut: Brend (Gasthaus) 60 cm, 10 neu, Pulver, Sport sehr gut; Schönwald, 30 cm. 10 neu. Pulver, Sport gut. Im Sehwarzwald unterhalb 1000 Meter sind die Niederschläge bereits in Regen übergegangen. Mit weiterer Warmluftzufuhr wird heute in Gipfellagen Tauwetter eintreten. so daß sich die Shneebeshaffenheit allgemein verschlechtern wird. Donnerstag, 18. Februar 1950 ABC Offenbnrger Tageblatt Nr. 20 — Seite 8 (fi&dj*JA /itfJicl Forderungen der Fliegergeschädigten Kritik an der Denkschrift des Bundesfinanzministeriums zum endgültigen Lastenausgleich Freiburg. Der Bund der Fliegergeschädigten in Südbaden nahm auf einer Pressekonferenz in Freiburg zu der Denkschrift des Bundesfinanzministeriums zum endgültigen Lastenausgleich Stellung. Eine Verwirklich ng des Lastenausgleichs sei überhaupt nur dann möglich, wenn die Staatsfinanzen Träger oder Garanten des Lastenausgleichs seien. Nicht alle gegenwärtigen Staatsaufgaben seien zwangsläufig und unabänderlich, so z. B. die Besatzüngskosten; in ihrer derzeitigen Höhe entbehrten sie jeder sachlichen Berechtigung, Etwa sieben Achtel aller Besatzungskosten hätten ihre Ursache in den weltpolitischen Spannungen oder auf Gebieten, die Deutschland nicht zur Last gelegt werden könnten. Angesichts der Verzögerung und zahlreicher unklarer Fragen des endgültigen Lastenausgleichs müßten die Fliegergeschädigten unbedingt auf Fortsetzung der Soforthilfe bis zum endgültigen Lastenausgleich und auf Vorauszahlung auf ihn bestehen, die über den Rahmen der Soforthilfe hinauszugehen hätten. Solche Vorauszahlungen seien auf dem Ge , biete der Sparguthaben-Aufwertung und, der Entschädigung des Hausbesitzes möglich.' Die Denkschrift bringe ' den Geschädigten aber wenigstens den Trost, daß die Bundesregierung den endgültigen Lastenausgleich tatsächlich erstrebe Flüchtlinge bringen Wohnungsbaugelder Offenburg. Wie Staatssekretär Dr. Wandersieb vom Bundesministerium für den Wohnungsbau bekanntgab, daß die Finanzierung der sozialen Wohnungsbauprogramme 1 der Länder „fast durchweg möglich“ sein würde, soweit sie der Unterbringung von Flüchtlingen dienten, von der Umsiedlungsaktion Heimatvertriebener aus stark in bisher schwach belegte Länder betroffene Gebiete berücksichtigten. „Die Flüchtlinge sollen“, sagte Staatssekretär Dr. Wandersieb wörtlich, „sozusagen das Geld mitbringen, mit dem die Wohnungen für sie zu bauen sind!“ Da das französisch besetzte Baden zu den von der Umsiedlungsaktion betroffenen Gebieten gehört, dürfte es also mit dem Erhalt derartiger Bundesmittel rechnen können. Wohnungsbaugenossenschaft der Fliegergeschädigten Freiburg. Der Bund der Fliegergeschädigten in Baden e. V. plant die Gründung einer „Ge meinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Ba den.“ Sie soll speziell den Fliegergeschädigten dienen und geht von dem Gedanken der Eigenwohnung aus. Die Gründung einer derartigen Genossenschaft wurde deshalb befürwortet, weil 10 Prozent der von der Bundesregierung für das Wohnungsbauprogramm vorgesehenen Mittel den gemeinnützigen Baugenossenschaften zur Verfügung gestellt werden sollen. Das Innenministerium hat der Wohnungsbaugenos, senschaft der Fliegergeschädigten seine Unterstützung zugesagt; die Gründung wird noch in diesem Monat erfolgen. Sonderkursus für Heimkehrer Freiburg. Das Ministerium des Kultus und Unterrichts beabsichtigt, einen Kursus Tür badische Heimkehrer aus Kriegsgefangenschaft einzurichten, die nach ihrer Vorbildung in der Lage sind, in einem Jahre das Unterrichtspensum der Unter- und Oberprima zur Ab legung der Reifeprüfung nachzuholen. Anfragen sind umgehend an das Badische Ministerium des Kultus und Unterrichts in Freiburg, Schloßbergstraße 15, zu richten, damit festgestellt werden kann, ob sich genügend Teilnehmer finden. Ein Sdiutgverband der Steuerzahler Freiburg. Der „Schutzverband der Steuerzahler“, dessen Hauptgeschäftsstelle in Frankfurt ist, hat seit dem 1. Februar auch in Südbaden eine Landegeschäftsstelle in Freiburg einge richtet. Der Verband betont, daß er keine Organisation sei, die neue Existenzen schaffen wolle, sondern daß er die bestehenden Existen zen unter einer erträglichen Steuerlast zu erhalten wünsche. Hauptzweck des Verbandes sei, eine umfassende Steuerreform beschleunigt herbeizuführen. Das Volk soll sprechen Die Verhandlungen zwischen den Regierun gen von Baden, Württemberg-Baden und Würt- temberg-Hohenzollern über die endgültige Ordnung im südwestdeutschen Gebiet haben zur Enttäuschung der Bevölkerung bisher kein Ergebnis gehabt. Eine rasche Klärung der Verhältnisse ist aus politischen, wirtschaftlichen und ideellen Gründen notwendig. Die letzte Entscheidung darüber liegt beim Volk. Seit Jahren wartet es darauf, daß es seine Stimme abgeben kann. Die öffentliche Meinung der drei Länder kann die dauernde Verzögerung der Abstimmung nicht verstehen, erst recht nicht eine Vertagung bis zum Abschluß eines Friedensvertrages. Die Unterzeichneten Zeitungen fordern die Regierungen auf, die Meinung des 'Volkes durch gleichzeitige Befragung im ganzen Gebiet festzustellen. Wir erklären, daß wir nicht ruhen werden, bis dem Volk die Möglichkeit gegeben wird, seinen Willen zur Geltung zu bringen. Sübaden: Ache» und Bühler Bote, Bühl;*-Der Kaiser- stühler, Endingen a. K.; Ettenheimer Heimatbote, Ettenheim; Badische Zeitung, Freiburg; Tagespost, Freiburg; Kinzigbote, Gengenbach; Kehler Zeitung; Lahrer Zeitung, Lahr; Oberbadisches Volksblatt, Lörrach; Renchtal Zeitung, Oberkirch; Offenburger Tageblatt, Offenburg; Wehrataler, Wehr; Schwarzwälder Post, Zell a. H., Lahrer Anzeiger. Württemberg-Baden: Schwäbische Post, Aaalen, Neue Württem- bergische Zeitung, Göppingen; Rhein-Neckar- Zeitung, Heidelberg; Tageblatt, Heidelberg; Heilbronner Stimme, Heiibronn; Neckar-Echo, Heilbronn; Abendzeitung für Baden, Karlsruhe; Badische Neueste Nachrichten, Karlsruhe; Mannheimer Morgen, Mannheim; Pforz- heimer Zeitung, Pforzheim; Haller Tagblatt, Schwäbisch-Hall; Stuttgarter Nachrichten, Stuttgart; Stuttgarter Zeitung, Stuttgart; Württembergische Abendzeitung, Stuttgart; Schwäbische Donau-Zeitung Ulm; Ulmer Nachrichten, Ulm; und über vierzig weitere lokale Zeitungen. Wfirttemberg-Hohenzollern: Schwäbische Zeitung, Leutkirch (Allgäu); Schwarzwälder Post, Oberndorf; Reutiinger General-Anzeiger, Reutlingen; Schwäbisches Tagblatt mit den ihm angeschlossenen 19 Heimatzeitungen, Tübingen. nommen, cfa die Qualität zu unsicher sei. Nach den Kontrollen sei der Wassergehalt der Landbutter verschiedentlich sehr hoch gewesen. Bessere Milch zu gleichen Preisen Freiburg. Mit Wirkung vom 15. Februar tritt eine Verbesserung der Qualität der Trinkmilch durch Erhöhung des Fettgehaltes von bisher 2.5 auf 2.8 Prozent ein. Eine Erhöhung des bis herigen Trinkmilchpreises von 36 D-Pfennig je Liter Standardmilch tritt durch diese Qualitäts Verbesserung nicht ein. Dagegen wurde der Preis für entrahmte Frischmilch (E-Milch) von bisher 24 D-Pfennig je Liter bereits auf 18 D- Pfennig gesenkt. Warum ist die Butter knapp? Freiburg. Nach Auskunft des Landwirtschaftsministeriums wird die Nachfrage des Großhandels nach Butter zur Zeit nicht befriedigt. Beim Einzelhandel könne der Verbraucher nur ein Drittel bis zur Hälfte der verlangten Menge bekommen. Die Butterknappheit in Südbaden, sei darauf zurückzuführen, daß hier von jeher eine geringe Produktion bestand und die meiste Butter aus Südwürttemberg bezogen worden sei, die jetzt wegen Lieferung nach Nordwürttemberg wegfalle. Aus Bayern könnte zwar Butter bezogen werden, jedoch mache dieses Land die Mitlieferung von Käse, dessen Absatz zur Zeit schwierig sei, zur Bedingung. Ein eigentlicher Schwarzhandel mit Butter bestehe nicht. Landbutter werde von den Geschäften kaum ge-rund tausend auf 339 956 Personen, Bedeutung der landwirtschaflichen Genossen schaftsarbeit Offenburg. An der Bezirksversämmlung des Verbandes Landwirtschaftlicher Genossenschaften in Baden — Raiffeisen — E. V. nahmen 460 Genossenschaftler aus den Bezirken Achern, Bühl, Kehl, Lahr, Offenburg und Wolfach teil. Verbandsdirektor Wiehl behandelte grundsätzliche Fragen der Genossenschaftsarbeit und gab der Ueberzeugung Ausdruck, die badische Landwirtschaft werde mit ihrer genossenschaftlichen Selbsthilfeeinrichtung die bevorstehende Krise überwinden. Anschließend berichtete Direktor Müller über die Entwicklung der ländlichen Kreditgenossenschaften und der Badischen Landwirtschaftsbank. Reges Interesse fanden seine Ausführungen über die Auswirkungen der Gesamtlage auf die Entwicklung der Geldwirtschaft. Schließlich behandelte Direktor Beh'ringer, Marktlage, Versorgung der Landwirtschaft und Erfassung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse durch die Zentralgenossenschaft. ZUr Leistung» und Qualitätssteigerung empfahl der Redner eine vermehrte Anwendung von Düngemitteln, um zum Schlüsse auf die Entwicklung der Getreidepreise. die Aufnahmefähigkeit des Roggenmarktes und die bevorstehenden Einfuhren landwirtschaftlicher Erzeugnisse einzugehen. In der Aussprache kamen Fragen der praktischen Genossenschaftsarbeit zur Behandlung, wobei Regierungslandwirtschaftsrat Jaeckle die Notwendigkeit genossenschaftlicher Arbeit unterstrich. In der Forderung nach Zusammenhalt in der berufsständischen Organisation gipfelten die Ausführungen des Bezirksvorstands des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes, Ziegler, während Direktor Reinhard die entscheidende Bedeutung der Milcherzeugung herausstellte. Mit Dankesworten an die Vertreter der Genossenschaft und der befreundeten Organisationen schloß Präsident Dr. K e i d e 1, die harmonisch verlaufene Versammlung. Ueber die Wellen des Funks Süddeutscher Rundfunk Donnerstag: 14.00 „Die Bremer Stadtmusikanten"; 14.30 aus der Wirtschaft: 16.00 Nachmittagskonzert; 16.50 Für die Frau; 17.05 Hausmusik; 18.00 Zeitfunk; 18.30 Der Chor des Süddeutschen Rundfunks; 19.30 Sport gestern und heute; 20.00 „Alles maskiert“; 22.00 Französische Musik; 22.30 Die sonderbaren Gestalten des Monsieur Daumier (Hörfolge); 23.00 Im Wirbel der Noten (Tanzmusik); 23.50 Zum Tages- auskl ng. Freitag: 14.00 Schulfunk; Dem Weltkrieg entgegen; 15.30 Wirtschaftsfunk; 15.45 Kinderfunk „Singt mit“; 16.00 Nachmittagskonzert; 16.45 Neue Bücher; 17.00 Froh und heiter; 17.55 Schnesberichte; 18.00 Aus der Wirtschaft; 18.15 Musik zum Feierabend; 20.00 Die Leute von nebenan; 20.30 Sinfoniekonzert; 21.50 Die Woche 4n feonn; 22.00 Tanz- und Unterhaltungsmusik; 22.45 Die Mausefalle auf Welle 1950; 23.15 Liebesliederwalzer von Joh. Brahms; 23.50 Zum Tagesauskla.ig. Südwestfunk Donnerstag: 14.00 Kinderliedersingen; 15.30 Nachwuchs stellt sich vot; 16.00 Paul Averdes: Heitere Anekdoten. 16.15 Nachir.ittagskonzert; 17.00 Offenbach und seine Musiquettes; 17.13 Musik zur Unterhaltung; 18 30 Musik zum Feierabend; 20.00 Ein Tanzabend im Süd westfunk: 21.00 Jugend spricht zu Jugend; 21.15 Unter der Narrenkappe; 22.Iß Paris—Baden-Baden; 22.30 Johann Sebastian Bach; 23.35 Karl Fuß: Satiriker der Weltliteratur; 23.45 Für Kenner und Liebhaber. Freitag: 13.15 Bunte Operettenmelodien; 14.00 Für die Schuljugend: aus der Welt der Kunst; 15.30 Musik zur Teestunde; 16.15 „Bindet Flor an meine Leier . . Die Reimereien Biedermeiers; 16.30 Klaviermusik; 17.00 Mai was anderes; 18.20 Die Welt der Frau; 18.30 Musik zum Feierabend; 20.00 Kammermusik; 20.45 Karneval!; 21.30 Volksmusik und Chorgesa.ng; 22.30 „Katerideen“ (2. Folge) von Werner Fetrenz. Eine bunte Sendung mit Horst Uhse und viel Musik. Rolf Hans Müller am Flügel. Freiburger Weinmarkt Freiburg. Der 12. Freiburger Weinmarkt am 15. Februar fand größte Beachtung bei lebhaftem Verkauf. Im Vordergrund der 366 ausgestellten Nummern waren 49er Weine, da ältere Jahrgänge kaum noch vorhanden sind. Die Preise waren angemessen und dürften nach fachmännischer Ansicht auch kaum gesenkt werden. Von der Senkung der Biersteuer erwartet man keinen Einfluß auf die Weinpreise in einem weintrinkenden Land wie Baden. de Gaulles Nichte als Zeugin Der Rastatter Ravensbrück-Prozeß Rastatt. Der Prozeß gegen den ehemaligen Kommandanten des Konzentrationslagers Ravensbrück, Fritz S u h r e n, wurde mit der Vernehmung von französischen Belastungszeu- ginnen fortgesetzt. Ihre Aussagen beschränkten sich zum größten Teil auf Klagen über die unmenschlichen Lebensbedingungen im Lager. Die Fragen des Angeklagten Suhren, ob die Zeuginnen ihm persönlich vorwerfen könnten, daß er Deportierte geschlagen habe, wurde von den bisher vernommenen Zeuginnen verneint, sie wiesen jedoch darauf hin, daß Suhren die ständigen Mißhandlungen geduldet und angeordnet habe. Dagegen wurde der ehemalige SS-Oberscharführer Hans Pflaum mehrfach der Grausamkeit bezichtigt. Wegen seiner Rücksichtslosigkeit und Brutalität habe man ihn deswegen „Viehhändler“ genannt. Die Nichte des französischen Generals de Gaulle, Genevieve A n t o n i o z, schilderte, wie ihr Suhren im Oktober 1944 bessere Unterbringung und leichte Arbeit angeboten habe. Sie habe unter Hinweis auf das Schicksal der anderen Häftlinge abgelehnt und bessere Behandlung aller Deportierten erbeten. Suhren habe das rundweg als unmöglich bezeichnet. Weitere Zunahme der Arbeitslosigkeit Folgen des Kapitalmangels — Soforthilfeabgaben der Wirtschaft wirken sich aus Freiburg. Während der Monatsbericht des Landesarbeitsamtes Ende Januar bereits 15 236 Erwerbslose meldet, ist .die Arbeitslosenziffer bis zum 10. Februar weiter auf insgesamt 17 361, darunter 13 735 Männer und 3 626 Frauen, gestiegen. Die Zunahme von Ende Dezember bis Mitte Februar beträgt damit 6 134 Personen Im Januar war in Südbaden seit Kriegsende die bisher größte monatliche Zunahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Dazu dürften neben den saisonüblichen Ursachen auch solche konjunktureller Art beigetragen haben. Von den Arbeitgebern wird immer wieder über die zu knappe Gelddecke geklagt, die es nickt erlaube, in nennenswertem Umfang auf Lager zu arbeiten oder größere Investitionen zu finanzieren. Die gegenwärtige Anspannung der betrieblichen Liquität scheint zum nicht geringen Teil durch die Abgaben zur Soforthilfe veranlaßt zu sein. Kennzeichnend für den Mangel an Betriebsmitteln ist ferner die Tatsache, daß eine Reihe von Unternehmern ihre Arbeitskräfte entlassen haben, obwohl ihnen die Kurzarbeiter-Unterstützung Gelegenheit gegeben hätte, sie bei Fortzahlung eines Arbeitstages in der Woche durehzuhalten. Der zunehmenden Arbeitslosigkeit entspricht ein Rückgang der Vermittlungstätigkeit (minus 900) und der Gesamtzahl der Beschäftigten um Schwierige Lage der Werkstudenten Freiburg. Auf einer Sitzung des Beirats der Universität Freiburg, der im vergangenen Jahr gegründet worden war, um eine engere Verbindung zwischen der Universität und der Oef- fentlichkeit herzustellen, berichtete ein Mitglied des allgemeinen Studentenausschusses über die wirtschaftliche Lage der Studierenden. Aus seinem Bericht ging hervor, daß nahezu 50 Prozent der 3800 Studierenden der Universität ihr Studium ganz oder teilweise durch eigene Arbeit finanzieren. Dabei sei es für Werkstudenten sehr schwer, einen Arbeitsplatz zu finden. Großer Rauschgiftschmuggel Mannheim. Von der Mannheimer Kriminalpolizei wurde ein Rauschgiftschmuggel größten Ausmaßes aufgedeckt. Bisher wurden acht Kilogramm reines Morphium und etwa 105 Gramm Codein sichergestellt. Drei Personen wurden verhaftet. Ihnen wird der Vertrieb von drei Kilogramm Morphium zur Last gelegt. Das Rauschgift soll von Vermittlern zum Teil nach der Schweiz und nach Oesterreich verschoben worden sein. Das Rauschgift stammte nach Auskunft der Kriminalpolizei aus einem bekannten süddeutschen Werk. Ein Arbeiter dieses Werkes habe täglich eine bestimmte Menge Morphium entwendet Sie selbst sei vier Monate lang in einem abgesonderten Bunker untergebracht worden und habe nur jeden Monat einmal eine halbe Stunde lang einen Spaziergang machen dürfen. Den Angeklagten Pflaum beschuldigte die Zeugin, nie an einer Deportierten vorbeigegangen zu sein, ohne diese geschlagen zu haben. Suhrens Verteidiger äußerte in der Mitt- wochverhandlung zum ersten Male, daß die Möglichkeit einer Verwechslung Suhrens mit einem SS-Führer Breuning bestehen könne. Suhrens wies daruf hin, daß ihm 10 Abteilungen und 20 Außenlager unterstanden hätten. Er habe sich deshalb nur um Großinspektionen, nicht aber um Einzelheiten kümmern können. Mörder einer 21jährigen? Karlsruhe. (SWK) Vor dem hiesigen Schwurgericht begann der auf 10 Verhandlungstage berechnete Prozeß gegen einen ungarischen Staatsangehörigen mit nicht weniger als vier urkundlich geführten Namen: Dr. Tibor Hal- may alias Janos Jancowicz alias Zoltan Kaiser alias Zoltan Karpathy hat sich wegen Raubmordes, den ihm die Anklage an der 21 jährigen Irene Breier zur Last legt, zu verantworten. Er war beschuldigt, das junge Mädchen am 17. April 1948 in einem Wäldchen bei Mingolsheim durch mehrere Messerstiche getötet und anschließend in gemeinster Weise bis aufs Hemd beraubt zu haben. Der Angeklagte leugnet bisher hartnäckig. Bei seiner ersten Vernehmung bereits ergaben sich hinsichtlich seiner Person, seines Vorlebens und seiner eigenen Alibi-Beweise erhebliche Widersprüche, so daß der Vorsitzende ihn ermahnen mußte, dem Gericht nicht dauernd Märchen aufzubinden. Im Verlaufe des Prozesses werden rund 50 Zeugen gehört werden. Ein Rabenvater Karlsruhe. (SWK). Der Vater eines 13 Jahre alten Jungen aus einem Orte im Landkreis Karlsruhe wurde vorläufig festgenommen, weil er sein Züchtigungsrecht in erheblichem Maße überschritten hatte. Seinen Sohn schlug er mit der Mistgabel, daß er mehrere Blutergüsse davon trug. Des weiteren würgte er den Knaben am Halse und versetzte ihm wuchtige Fußtritte, die ebenfalls erhebliche gesundheitsschädigende Folgen hatten. Der rabiate Vater wird sich vor Gericht zu verantworten haben. „Unser Tag“ für sieben Tage verboten Freiburg. Das Organ der Kommunistischen Partei Südbadens, „Unser Tag“, wurde von der französischen Besatzungsmacht ab 15-. Februar auf die Dauer von sieben Tagen verboten. Das Verbot stützt sich auf „falsche und tendenziöse Darstellung eines Artikels“, in dem die Zeitung unter der Ueberschrift „Süretd verhaftet FDJ-Mitglieder" über die Festnahme von Angehörigen dieser Organisation berichtet. Nr. 20 — Seite 4 ABC Offenbarter Tageblatt Donnerstag, 18. Februar 19S0 Unsere Totovorschau X) Auf Grund der Ergebnisse lies etzten Sonntags Ist Kickeis Favorit — 2) Auch die Münchener „Löwen“ gehen auf eigenem Platz mit guten Aussichten auf Sieg in den Kampf. — 3) Trotz des schwer erkämpften Sieges gegen den Tabellenletzten am vergangenen Sonntag, rechnen wir auch diesmal mit einem Sieg des Tabellenführers Fürth. — 4) Ein Spiet das völlig offen ist. Vorschlag: Unentschieden. — 5) Neuer Meister gegen alter Meister. Eine Kraftprobe, die die Mannheimer eigentlich gewinnen müßten. — «) VfB Stutt- Württ.-Bad. Sport-Toto Spieltage 18., 1 ». Februar 1938 1 Kidcers Offenbach - FSV Frankfurt 2 1860 München — Jahn Regensburg 8 SpVgg Fürth — Schweinfurt 05 4 VfL Osnabrück — Eimsbüttel 5 VfR Mannheim — l. FC Nürnberg 6 VfB Stuttgart — Bayern München 7 VfB Mühlburg — Schwaben Augsburg 8 Eintracht Frankfurt — Stuttgarter Kickers 9 BC Augsburg — Waldhof Mannheim 10 SV Trossingen — T 'fL Konstanz 11 FV Lahr — FC Freiburg 12 VfL Kirchheim — TSG Ulm 46 13 FV Zuffenhausen — SC Stuttgart 14 VfL Schwenningen — SV Tübingen gart scheint sich wieder gefangen zu haben, die „Bayern“ werden wohi die Segel streichen müssen. — 7) Die Mühlburger sollten auf eigenem Platz die Augsburger „Schwaben“ besiegen können. — 8) Nach dem erbitterten Kampf, den das Schlußlicht am lezten Sonntag Fürth lieferte, müssen sich die Eintrachtleute schön auf einiges gefaßt machen. Das Spiel. ist offen. — 8) Waldhof tut einen schweren Gang. Es riecht zumindestens stark nach Unentschieden. — lo> schwer zu beurteilen. Ob der Platzvorteil Trossingen zu einem Sieg verhilft? — ll) Wir rechnen mit Unentschieden. — 12) Eine klare Sache für die .Spatzen“, trotz Auswärtsspiels. — 13) Ein offenes Spiel. Leichtes Plus für Stuttgart — 14) Tübingen wird nicht so ohne weiteres siegen können. Eher ist ein Unentschieden wahrscheinlich. Jeljt Kurzwette Puntviweae in, den „kleinen Wetter“ zu wenig anziehend gewesen sei, weil sie ihm nicht die gleichen Chancen ehe. wie dem Wetter, der mehrere Tipreihen ausfülle. Anstelle der Punktwette tritt vom 27. Wettbewerb an die sogenannte Kurzwette. Diese Zusatzwette wird nach folgenden Richtlinien abgeschlossen: 1. 8 Tips ln Spalte 11 in Verbindung mit einer Hauptwette für einen zusätzlichen Einsatz von 50 Pfg. 2. 50 Prozent Gewinnausschüttung in jedem Rang. I. Der Teilnehmer tippt ln der hierfür vorgesehenen Spelte acht Spiele und zwei Ersatzspiele. Gewertet wird die höchste Anzahl richtiger Tips, in der Hegel also acht Tips mit giel tender Skala. Bei Spielausfällen treten die Ersatz spiele ir. Kraft. 4. Sollten bei der Kurzwette drei Spiele ausfallen, werden sieben Spiele einschließ lieh der Ersatzspiele gewertet. Fallen mehr als drei Spiele aus, wird Je Gewinnausschüttung auf den nachfolgenden Wettbewerb zugeschlagen. Eine schlechte Tugend machte sich in einer süddeutschen Stadt bemerkbar. Der einheimischen Oberligamannschaft wurde bei Halbzeit über den Platzlautsprecher eine besondere Prämie in Aussicht gestellt, wenn sie im Rückstand liegend, das Spiel noch gewinnen würde. Für die Gäste ist solch eine einseitige Einflußnahme auf das Spielgeschehen weniger angenehm. Die Verbände sollten Vorsorge treffen, daß die Platzlautsprecher durch Vereinsfanatiker nicht mißbraucht werden Können Oesterreichs Frauen triumphierten in Aspen We tmeisterschaften im Riesenslalom —- Europ ische Vorherrschaft auch bei den Männern Dagmar Rom -kicherte ucu ersten Weltmsistertltel Die alpinen Skiweltmeisterschaften in Aspen begannen am Montagmittag mit dem Riesenslalom der Damen. Das österreichische Sextett sicherte sich dabei sechs der ersten sieben Plätze. Der Sieg fiel aber nicht an die im eigenen Lager am höchsten eingeschätzte Meisterin Erika Mahringer, sondern an die akademische Weltmeisterin 1947, Dagmar Rom, eine 21-jährige Innsbrucker Studentin. In gleichmäßiger Fahrt steuerte sie die 28 Kontrolltore auf kürzestem Wege an und über wand die auf halbem Wege durch die Strecke führende Straße mit einem sechs Meter weiten Geländesprung Trude Beiser-Jochum, die Olympiasiegerin 1948 ln dei Alpinen Kombination, war ity-er Landsmännin dicht auf den Fersen. Ebenso dip Französin Lucienne Schmidt-Couttet, die sich einzige in die österreichische Phalanx schieben konnte. Für die Ueberraschung des Tages hätte fast die Amerikanerin Katy Rodoiph gesorgt, die trotz eines Sturzes auf dem letzten Teil der Strecke noch auf den achten Platz kam. Die Placierung: Weltmeisterin: Dagmar Rom (Oesterreich) 1:29,6 Min.; 2. Trude Beiser-Jochum (Oesterreich) 1:29,8 Min.; 3. Lucienne Schfnidt Couttet (Frankreich) 1:30,0 Min.; 4. Erika Mährin- ger (Oesterreich) 1:31,8 Min.; 5. Dr. Annelies Schuh-Proxauf (Oesterreich) 1:31,9 Min.; 6. Lydia Gstrein (Oesterreich) 1:32,7 Min.; 7. Resi Hammerer (Oesterreich) 1:33,1 Min.; 8. Katy Rodoiph (USA) 1:33,4 Min ; 9. Andrea Mead (USA) 1:33,5 Min. Zeno Coli Weltmeister Im Riesenslalom-Lauf Couttet (Frankr.), der die mit 35 Toren abgesteckte Distanz mit 1:55,3 Min zurücklegte. Der neue Weltmeister, der bei den Olympischen Spielen >n St. Moritz durch einen -thweren Sturz im Slalom nur 14. wurde, fuhr die Strecke rücksichtslos tnd verwegen ab, steuerte die Tore auf kürzestem Weg an und imponierte durch starke Sprünge. Er kam im Gegensatz zu den Amerikanern, die sehr ermüdet waren frisch am Ziel an. Olympiasieger Henri Oreiller (Frankreich) , der Vierter wurde, erreichte das Ziel .nit Mühe und Not, denn seine Ski überkreuzten sich bereits am zweiten Tor und er wäre beinahe gestürzt. Ergebnisse: Weltmeister: Zeno Collo (Itai.) 1:54,4 Min. 2 Fernand Grosjean (Schweiz) 1:55,2 Min. 3. James Couttet (Frankreich) 1:55,3 Min. 4. Henri Oreiller (Frankreich- 1:55,8 Min. 5. Georges Schneider (Schweiz) 1:55, 9 Min. Schwedens Tischtennis-Nationalmannschaft >chlug Berlin Die schwedische Tischtennis-Nationalmannschaft trat am Dienstag auf ihrer Rückreise von den Weltmeisterschaften in Budapest gegen eine Berliner Auswahl an und besiegte diese im Gesamtergebnis mit 5:4. Ein Blick zu den andern Zonenliga Nord Wormatia Worm* 17 16 i 0 59:9 38 FC Kaiserslautern 16 14 1 1 101:14 28 TuS Neuendorf 17 13 1 1 62:17 27 FK Pirmasens 17 11 2 4 37:22 24 Phönix Ludwigshafen 17 10 2 S 45:34 22 ASV Landau 17 7 ( 8 29:39 18 Spvg Andernach 17 8 1 8 39:33 17 VfL Neustadt 17 7 S 7 32:32 17 Mainz 05 17 7 3 7 27:38 17 VfR Kaiserslautern 17 § 2 9 36:32 14 FV Engers i7 4 3 10. 27:53 11 Eintracht Trie» 17 4 2 11 27:46 10 Trier-Kürenz 16 3 3 10 26:62 9 ASV Oppau 17 3 S 11 .8:48 9 VfR Kirn 17 3 13 22:80 1 Spvg Weisenau 17 8 6 11 23:49 » Oberliga Nord Hamburger SV 18 12 4 2 »4:22 28 FC St. Pauli 18 12 3 3 41:21 27 TV Eimsbüttel 17 10 3 4 35:15 23 VfL Osnabrück 18 10 1 7 39:32 21 Eintr. Braunschweig 18 8 5 S 32:26 21 Werder Bremen 18 8 4 6 46:27 20 Hannover 96 18 8 4 6 31:32 20 Bremerhaven 98 Vfe 9 1 9 38:46 19 Concordia Hamburg 16 6 8 S 34:39 17 Arminia Hannover 16 7 3 6 17:17 17 VfB Oldenburg 18 7 2 9 29:40 16 Holstein Kiel 17 8 3 8 30:28 13 Bremer SV 18 5 2 11 33:44 12 Göttingen 05 18 5 2 11 26:41 12 VfB Lübeck 17 3 2 12 20:48 8 Harburger TB 18 2 2 14 19:46 8 Oberliga West Borussia Dortmund 20 13 3 4 59:26 29 Horst- Emscher 20 11 5 4 38:20 27 Spvg Erkenschwick 20 9 7 4 33:27 23 Preußen Deilbrück 20 10 4 6 35:25 24 FC Köln 30 10 3 7 41:28 23 Rot-Weiß Essen 20 10 3 7 51:35 23 Schalke 04 20 11 1 8 «5:40 23 Hamborn 07 20 6 8 6 31:36 20 Vohwinkel 80 20 6 6 8 34:42 18 Duisburger SV 19 6 5 8 »1:43 17 Rot-Weiß Oberhausen 20 6 5 9 29:41 17 Preußen Münster 19 S 6 8 33:29 16 Rhensnia Würselen 20 6 4 10 30:37 16 Alemannia Aachen 19 4 7 8 26:42 15 Arminia Bielefeld 19 4 5 10 24:45 18 Duisburg 08 20 4 2 14 21:45 10 300 Fahnen wehen über Reit im Winkl Gute Schneeverhältnisse für die Deutschen Skimeistersdiaften am Wodienende im Württ./Bad. Toto Am Sonntag wurde tm Württe.nbergisch-badl* »chen Sporttote zum letzten Mal die Punktwette auspielt. Die Toto - Gesellschaft erklärte auf Befragen, daß sich dis Punktwette gut bewährt hebe. Die Erfahrunp habe jedoch gezeigt, daß die Die Ski-Weltmeisterschaften wurden am Dienstag mit dem Riesenslalom der Herren fortgesetzt, in dem es zu einem glatten Favoritensieg kam. Weltmeister 1950 wurde der Italiener Zeno Collo, der die 2000 m lange Strecke, die einen Höhenunterschied von 480 m aufwies, in 1:54.4 Min. durchfuhr. Zweiter wurde der Schweizer Fernand Grosjean mit 1:55,2 Min. vor dem Olympiazweiten 1948 James 96 Elfmetertore in 452 Oberligaspielen Tabellenallerlei vom Fußball — Von 1600 Treffern waren 47 Eigentore In den 13 Ober-, Landes- und Zonenilgen des deutschen Spitzenfußballs erzielten die 193 Mannschaften bisher 6418 Tote. Interessant ist es, einmal festzustellen, wieviele dieser Treffer durch Verwandlung von Elfmeterbällen oder durch Eigentore zustande gekommen sind. Für die Oberligen Süd, West und Nord gibt folgende Aufstellung darüber Auskunft: Süd: 506 Tore, 34 Elfmeter (6,7 Prozent) 19 Eigentore (3,7). West: 556 Tore, 23 Elfmeter (4,1 Prozent) 12 Eigentore (2,1). Nord: 538 Tore, 39 Elfmeter (7,2 Prozent) 16 Eigentore (2,9). Durchschnittlich werden damit 6 Prozent der Tore durch vollstreckte Elfmeter-Strafstöße erzielt und 8,9 Prozent der Treffer gehen auf das Konto der eigenen Verteidigung, die beim Abwehrversuch den Ball ins eigene Netz beförderte. Es ist eigentlich erstaunlich, daß a'so etwa neun von hundert Treffern, nicht durch reguläres Mannschaftsspiel mit krönendem Torschuß erzielt wurden. Sieben „Kleeblättler“ schossen 52 Tore An den 558 Toren der Oberliga West waren 134 Spieler beteiligt. Spitzenreiter Borussia Dortmund benötigte zu 59 Treffern neun Spieler. Preißler mit 17 und Erdmann mit 11 waren die Haupttorschützen. Der Norden letzte für seine 538 Tore 135 Spieler ein. Zwölf Mann brachten dem Tabellenführer HSV 54 Tore, davon entfallen auf Adamkiewicz 14 und auf Rohrberg 10. Die wenigsten Spieler benötigte der Süd-Spitzenreiter Fürth. Nur sieben brachten ihm 52 Zähler. Schade erzielte davon 14, Brenzke 14. Hofmann und Nöth je 8 Tore. I Xn den drei stärksten Oberligaklassen dürfte am nächsten Sonntag der fünfmillionste Zuschauer die Sperre passieren. 4,8 Millionen wurden bisher gezählt: Süd: Spiele: 140, Besucher: 1,9 MM., pro Spiel: 12 000, Höchste Zuschauerzahl: Fürth — 1 . FC. Nürnberg 32 000. — West: Spiele: 158, Besucher: 1,9 MM., pro Spiel: 10100, Höchste Zuschauerzahl: Borussia — Schalke 50C00. — Nord: Spiele: 144, Besucher: 1,5 MM., pro Spiel: 10 000, Höchste Zuschauerzahl: 28 000. Die erfolgreichsten Torjäger Die Spitze hält klar Otmar Walter (1. FC. Kaiserslautern) mit 32 vor seinem Vereinskameraden Werner Basler mit 25 Toren, dicht gefolgt von Fritz Balgoph (Neckarau) mit 23. Ea folgen Werner (Dresden) 22, Fritz Walter (1. FCK.) und strittmatter (Singen) je 20 Tore. - , Für das Länderpokal-Endsplel Bayern — Pfalz am 19. März in Stuttgart wird links und rechts des Rheins bereits lebhaft organisiert. Die Pfälzer haben bchon drei Sonderzüge, die Bayern einen aus München angesetzt. Dem Spiel voraus geht ein Treffen der Jugendmannschaften t'falz — Bayern. Ein schöner Lohn wurde den Fußballern des 1. FC Köln zuteil. Deren 3:0-Sieg in Oberhausen löste auf einer exklusiven karnevalistischen Gesellschaft solchen Beifall aus, daß im Nu Prämien und Stiftungen zusammen kamen, die einen Wert von etwa 5000 Mark darstellten. So kamen die Vertragsspieler ' zu einer unerwarteten Gratifikation. Reit im Winkl, das „bayerische Sibirien', ist für die Deutschen Skimeisterschaften in den Nordischen Disziplinen vom 17. bis 19. Februar avfs beste gerüstet. Eine Gefahr, daß die Titelkämpfe mit „Wasser-Skiern“ ausgetragen werden müssen, besteht nicht. Der Föhneinbruch hat, wie schon so oft, das Skigebiet am Fuße des Wilden und Zahmen Kaisers unberührt gelassen und in Reit im Winkl flattern seit Wochenbeginn 300 Fahnen aus deutschen Städten übe einer herrlichen Winterlandschaft mit 30 cm Schnee. Samba neben Jodlern und Ländlern Die Besucher werden Im „Alaska des Chiem- gaues“ ein buntes Leben vorfinden und über den moderner, Schwung des nur 2600 Einwohner zählenden Borgdorfes erstaunt sein. Aus den Gasthöfen beim „Unterwirf, in der „Post“, zum „Löwen", im Cafe „Almrausch" klingen Samba- Rythmen neben bayrischen Jodlern und Ländlern. Draußen am Hausberg und am Schusterw ild aber werden die über den ganzen Ort angeschlossenen Lautsprecher-Anlagen der Weltfirma Philips ausprobiert. Diese elektroakustische Uebertragungs- anläge, die mit gebündelten Reflextrichtern und neuartigen Schallgruppen arbeitet, ist weithin im ganzen Hausbach-Tal zu hören, zumal der Verstärker mit den hochmodernen Rimloh-Rchren ausgestattet Ist. So werden die Schilderungen der Kämpfe, die man beim Lang- und Staffellauf selbst 1a nur teilweise beobachten kann, alles in Atem halten, wenn der bekannte Ski-Experte Artur J. Keser seine Lageberichte vom 17. Februar an gibt. Viele der bereits eingetroffenen Zuschauer stauen sich vor den Geschäften, in denen die zahlreichen wertvollen Ehrenpreise ausgestellt sind. Man sieht dort Rundfunkgeräte, Photoapparate, Armbanduhren, Silbersehalen, Pokale, Spezial-Skier und alles war zu einer Skiausrüstung notwendig ist. Meergans ohne Gefahr vor „Föhnkrankhelt“ Ein große- Teil der Läufer aus Westdeutschland und Berlin is' bereits in Reit im Winkl eingetroffen und befindei sich fleißig im Training. Unter den gemeldeten Teilnehmern sind natürlich alle Kanonen verzeichnet, die einen Anspruch auf einen der vier Meistertitel im Spezial-Lang- lauf, in der Kombination (Sprung- und Langlauf), im Spenalspringen und in der 4-mal-10-km-Staffel erheben können. Unter anderem 'lest man die Namen Weiler, Meergans, Windisch, Egger, Hauser, Ehrenberg, Vogel Speicher, Klopfer, Brutscher, Gering und Rupp. Am begehrtesten ist natürlich die Kombinationsmeisterschaft, die ln Reit um 33. Male ausgetragen wird. Der Sieger erhält als Meisterzeichen den „Goldenen Ski“. Je dreimal konnten bisher Gustl Müller (Bayrisch-Zell), Gustl Berauer (Petzer/Schliersee) und Günther Meergans (Hirschberg/München) diese höchste Auszeichnung des deutschen Skisports erringen. Ob Günther Meergans als Erster zum vierten Male erfolgreich sein kann, erscheint nach seiner Niederlage in der Bayernmeisterschaft gegen den Vogtländer Windisch fraglich. Immerhin Kann der einstige Hirschberger Jäger darauf verweisen, daß Erich Windisch schon einmal vor drei Jahren ihm die Bayernmeisterschaft mit dem letzten Sprung wegschnappte, und daß er dann dennoch 1949 ln Isny den deutschen Titel eroberte Da in Reit beste .ichnee- verhältnisse herrschen, wird es auch nicht verkommen, daß Günther Meergans wie in Hindelang der „Föhnkrankheit“ zum Opfer fällt. Holt Sepp Weiler endlich 'den Meistertitel? In der Zahl der errungenen deutschen Meistertitel (st WIM Bogner, der heute ein Sportgeschäft in München betreibt unerreicht. Bogner brachte es auf sieben Meisterschaften, (je eine in der K- m- bination und Langiauf und fünf in der Staffel). Gustl Bernauer errang fünf Titel (dreimal die Kombination und zweimal den 18-km-Langiauf). Meergans holte sich vier Titel (dreimal Kombination, einmal Langlauf). Diese glänzenden Könner kann sich unsere Jugend nur zum 'orbild nehmen denn gerade im Skisport hat der Nachwuchs noch viel zu arbeiten, he er Anschluß an diese Spitzenkräfte findet. Auch heuer dürften die „Alten" die ersten Plätze belegen. Toni Rupp (Sonthofen) wird im 18-km-Langla jf Kaum zu schlagen sein und auch Sepp Weiler sollte sich diesmal auf der Franz-Haselberger-Sch cnze den Titel holen, der im Vorjahr wegen seines Sturzes Toni Brutscher zufiel Es ist fast eine Ironie, daß dem Rekordmann auf so vielen deutschen Schanzen bisher die Krönung durch den Meisterschaftssieg veisagt blieb K. Dobbratz FALL CiA A SEN Roman von Eridi Ebermayer <1M AXEL SPRINGER-VERLAG HAMBURG) 52. Fortsetzung. Claire zögerte einen Augenblick. „Vielleicht will er gar nichts mehr von ihr. Vielleicht ist er glücklich und erlöst, wenn er die Veränderung der Dinge feststellt Vielleicht — will er von ihr etwas ganz anderes...“ ,Und das wäre nach deiner Ansicht?“ „Er wird mit ihr von seiner Tat sprechen wollen. Von dem Mord an Katharina Blendl.“ „Claire!“ Der General sprang aut Er hatte seit langem darauf gewartet „Nun ist es aber genug! Ich bitte dich, zu schweigen!“ Er brüllte sie an. Sie zuckte nicht zurück. Sie wollte seine Erregung nicht verstehen. „Warum erschrickst du?“ sagte sie anscheinend vollkommen ruhig. „Es wäre doch, das Natürlichste von der Welt! Claasen ist - Jegen Mordes verurteilt Er hat die Tat niemals zugegeben. Er hatte nie Gelegenheit, sich vor der Frau, um derentwillen er das Verbrethen doch offenbai begangen hat, zu rechtfertigen. Vielleicht will er heute nichts als ihre Verzeihung, — und ihr erklären, nit drei, vier Sätzen, warum er es getan hat ■ .“ „Darauf legt Leonie keinen Wert!“ „Aber er! Sein Leben ist verspielt Seine Ehre ist hin Er ist als Mörder gestempelt, mag er begnadigt sein oder nicht — in ihren Augen ist und bleibt er der Mörder.“ Er sah sie an. Er suchte zu ergründen, ob sie wirklich glaubte, was sie sagte, ihr Gesicht aber war starr wie eine Maske. „Natürlich ist er es!“ sagte der General heiser. * „Er bestreitet es nach wie vor.“ 1 „Um so schlimmer für ihn!“ „Es kann ein Unglücksfall gewesen »ein.“ „Ein Geschworenengericht irrt sich nicht“ „Es wäre nicht das erstemal.“ „Die Indizien waren erdrückend. * „Nur weil Claasen schwieg. Aber die Tat bleibt ein Rätsel, solange Claasen nicht gesteht“ Sie stand hinter ihm und umfaßte seine Schultern. „Vielleicht ich glaube es, Väterchen, vielleicht wird er jetzt endlich die Wahrheit sagen.“ „Die Wahrheit!“ Der General schüttelte Claires Hände ab. „Die Wahrheit! Wir sind nicht dazu da, Kind, nach 22 Jahren di» Wahrheit festzustellen!“ „Aber Gerechtigkeit!“ rief Claire, „dazu sind wir da!' „Unsinn! Dazu gibt es Anwälte, Gerichte, Justizbehörden! Soll er ein Wiederaufnahmeverfahren beantragen!“ „Er will sich nicht mehr vor der Welt — er will sich vor Mama rechtfertigen.“ „Soll er ihr schreiben! Was er ihr zu sagen hat das kann er ihr schriftlich mitteilan.“ „Nein!“ wehrte Claire ab. „das würde niemanden helfen! Nur eine Begegung dieser beiden Menschen, die sich seit der Stunde der Tat keinen Augenblick mehr allein sprachen, die man auseinandergerissen hat ahne daß einer dem andern auch nur ein Lebenszeichen zu geben vermöchte — eine Begegnung Auge in Auge, ohne Gericht, ohne Polizei, nach 22 Jahren Schweigen und grenzenlosem Leid vermag vielleicht die Gerechtigkeit wiederherzustellen." „Du zweifelst an seiner Schuld?“ „Ja“, sagte Claire fest „Seit ich die Berichte in den Zeitungen las. Aber seit heute, seit ich ihn kenne, bin ich überzeugt von seiner Unschuld —.“ „Unerhört!" wütete der General. „Du solltest dich schämen!“ „Ich schäme mich ja auch“, sagte Claire mit verschleierter Stimme. „Du sorgst dafür, daß Claasen noch in dieser Stunde unser Haus verläßt!“ „Ich kann das nicht! Ich kann es nicht, Väterchen. Nie und nimmer — —1“ Bleich, verbissen, mit weit geöffneten Augen stand das Kind vor seinem Vater. Zum erstenmal in ihrem Leben offene Auflehnung, Ungehorsam, Rebellion. Der General wankte. Einen Augenblick lang wollte er zupacken und sie schlagen. Sein breites, gutmütiges Gesicht war jetzt blau vor Zorn: „Was ist denn da los?' schrie er. „Ich will wissen, was in meinem Hause los ist!“ Claire schwieg und sah den wilden, alten Mann erstaunt an. Ihr Blick schien ihn nüchtern zu machen - „Liebst wohl den Zuchthäusler — was?" fragte er über die Achsel und wandte sich zum Fenster. „Ja“, sagte Claire „Ich liebe Ge arg Claasen.“ Sie wußte, daß er es bereits erkannt hatte; es hatte keinen Sinn mehr, zu lügen. Sie fühlte auch, erst jetzt, in dieser halben Stunde, seit sie allein war, ohne ihn, und für ihn kämpfte, wie wunderbar und rettungslos sie ihn liebte. Der Alte nahm es überraschenderweise ruhig auf. Vielleicht war er bewegt vom Klang ihrer Stimme Vielleicht ahnte er jetzt, was sie litt: „Du kennst ihn seit zehn Stunden!“ „Ich kenne ihn immer . . . Seit ich denken kann, kenne ich ihn ' Sie wußte nicht mehr, was sie sprach „Nimm Vernunft an. Kind! Ein Mann, der dein Vater sein könnte . . Ein abgeurteilter Verbrecher Das ist doch alles Wahnsinn. Kind!“ Eine Träne schimmert in seinem Auge. Claire wurde das. Herz weich und wund, als sie ihn so sah „Vielleicht ist es Wahnsinn . . ." „Na — und er? Habt ihr — hat er dir — seid ihr euch — ?“ Er brachte es nicht heraus, er gab es auf und ließ sich stöhnend in seinen alten Stuhl nieder „Er! Er denkt doch nur an Leonore . . sagte sie. „Für ihn gibt es nichts anderes! Keine Frau, keinen Sinn des ^bens. Nur leonore.“ „Also deshalb!“ sagte der General. „Jetzt verstehe ich dich. Jetzt wird mir alles klar. Komm her, Mädel; wir wollen vernünftig sein — alle beide . “ Sie kam zu ihm, setzte sich auf die Lehne des Sessels Er legte den Arm um ihre Hüfte, hielt sie, stützte sie. Sie schwiegen und starrten ins Dinkel des Zimmers. „Nun hör mai zu Kind. Hör mich mal ganz ruhig an. Bis Mama kommt, müssen wir uns klar sein, was geschehen soll.“ „Ja.“ Sie war glücklich über seine Ruhe, seine Vernunft So elend und verwirrt war sie, daß sie seinen väterlichen Willen als gute, sichere Hut jetzt empfand. Wenn er nichts Unmögliches von ihr verlangte, wenn er nicht rechthaberisch und besessen nur seinen und Mamas Willen verfocht, wenn er auch an Claaset. und an sie. dachte — sie wollte so gern ihm gehorchen, alles tun, was er für gut hielt Seine klare Stimme sprach schon weiter „Ich befehle di, mems, Kind, denn ich sehe jetzt, hier geht es nicht, wie ich geglaubt habe um kindischen Eigensinn, den ich brechen kann Sondern um das Schönste, was es von Mensch zu Mensch gibt — um Liebe Und Liebe kann kein anderer verstehen kein Mensch auf der Welt. Ueber Liebe steht niemandem ein Urteil zu. Man muß sie hinnehmen. Mag sie Glück, mag sie Elend bringen — man muß sich beugen vor ihr Man muß fertig werden mit ihr “ „Väterchen — gutes, altes — sagte sie leise und legte ihren K isf an seine Schulter. fccu iseizuug folgt Donnerstag, 16. Februar 1950 A Offenbarter Tageblatt Nr. 20 — Seite S I M ZEITGESCHEHEN Närrischer Kalender Das Fasentstraßentreiben am Fastnacht dienstagnachmittag soll neben dem Hexentreiben in diesem Jahr wieder einen Umzug bringen. Ehedem haben diese Fastnachtsumzüge die Länge von einem und mehr Kilometer gehabt. Es kam vor, daß nicht nur der Karnevalverein, sondern auch Vereine und Gruppen der umliegenden Dörfer sich mit großen Wagen beteiligten. Sehr erwünscht wäre, wenn Offenburger Vereine ihren Sinn für Humor auch in der Oeffent- lichkeit bekunden würden und wenn die Jugend unserer Offenburger Schu- 1 e n sich beteiligen wollte. Um in den Zug Ordnung zu bringen, empfiehlt es sich, daß diejenigen, die sich erst in letzter Stunde zum Mitmachen entschließen, sich bei Herrn Kasper in der Kunstschau am Marktplatz anmelden. Die fahrenden Concordianer Mit Sicherheit kann man nur sagen, was gewesen ist. Das war der Lu- Lu- Lüftballon- Ball im Vorjahr. Und der war ein Glanzstück. Wenn man nun hört, daß es „Beim fahrenden Volk“ noch schöner werden soll, so ist das eine Voraussage, aber eine von denen, die bestimmu eintreffen. Nicht umsonst befürchtet man. daß die Eintrittskarten bei der Ortenauer Leistungsschau vorzeitig ausgehen, denn die Nachfrage des „Fahrenden Volkes“ ist groß, fast so groß wie einstens die nach Schuhbezugscheinen ' auf der Kartenstelle. Die Concordia erwägt auch bereits, ob der Leiter dieses Amtes nicht als Fachmann für die Verteilung engagiert werden kann. Doch wer schnell genug kommt, ist bestimmt am Fastnachts-Samstag im „Drei Könige“ unter den „Fahrenden“, und keiner wird es bereuen. Dafür sorgt schon der Oberzigeuner Pröttel und der Saisonschlager mit seegerreichen musikalischen Einfällen. Es ist unnötig, all die Freuden aufzuzählen, die uns im Zigeunerlager erwarten. Es wird der, Ball der Bälle, und darauf freuen wir uns schon jetzt. Die „Pläria“ steigt am Sonntagabend auf die Bretter. Sie ist noch mit ihrem „Wett gesang“ aus der vorjährigen Fastnacht guter Erinnerung, dabei erübrigt es .ich, da rauf hinzuweisen, daß sie auch diesmal mit ihrem „Gartenfest“ etwas Beachtliches zur Aufführung bringen wird. Und heute Abend? Nach der Fasenttauf und dem Bohnensuppessen am Morgen natürlich zum „Schmutzige Donnerstag 1 Ball beim „Setzli“ im „Drei König Fünf närrische Kapellen spielen zum Tanz 20.11 Eröffnung durch die Althistorische Narrenzunft. Vor den letzten Fasenttagen An den Plakatsäulen sieht man ein bekanntes Bild, der Clown mit der roten Mütze, schwarzen Maske und der Rusche, das Plakat des Preismaskenballs der „Althistorischen Narrenzunft“. Die Fasent geht ihrem Höhepunkt und Ende zu. Dem Schmutzigen folgen Vereinsbälle, und dann kommt •*— nicht der „Rosenmontag“, wie hier fälschlich gesagt wird — sondern der „Fasentmändig“ mit dem Preismaskenball des Elferrats oder der „Althistorischen Narrenzunft“. Darauf warten und — waren schon viele. Es geht nicht nur um die schönsten und originellsten Kostüme, deren Ideen in geheimnisgeschwängerten Stunden ausgeklügelt werden, sondern auch darum, daß man nicht gleich weiß, wer in einem der Kostüme steckt, und das sind eben die Masken. Maskenbildner zu sein, bekundet. Intelligenz, und lokale Masken gestalten zu können erfordert auch Kenntnis der Ortspersönlichkeiten. Herrliche Damen-, Herren- und Gruppenpreise locken die Offenburgerinnen und Offenburger und wohl auch Fremde in der Auslage der Offenburger „Kunstschau.“ Die Besucher kommen, um zu tanzen, zu flirten, zu schauen, urfd selbst durch ihr Spiel bei einer rassigen Musik von 3 Tanzkapellen 'zu wirken. Es gehört zum Fasentmontag der „Althistorischen“, daß, wie schon zu Zeiten von Hans Sachs eine Lokalkomödie steigt. Wie zu jeder dieser Veranstaltungen hat sich auch in diesem Jahr ein Lokalpoet gefunden, der aus Kenntnis des Offenburger Milieus ein humorvolles Spiel in 2 Bildern gestaltet hat. Spieler und Spielerinnen sind die Elfer. Thema „S i b - zigschder in der Schtrohgaß“. Ja, was das heißen soll? Das wird nicht verraten. Kommet und schaut. Der Dichter wird es schon recht gemacht haben. Eine Bestie in Menschengestalt Aus der ersten Atzung des Schwurgerichts Oiienburg Auf den Meeresgrund? Natürlich gehst Du zum Tanz mit den Künstlern auf den Meeresg ; und. Schon der Zerberus an der Eingangstür zeigt als erster, daß Du die menschlichen Regionen verlassen hast und daß Du es wagst, einmal in die Tiefe des Meeres zu tauchen. Neptun und sein Gefolge regieren hier. Sieh zu. daß Du Dich nicht in seinen Netzen verstrickst Klabautermann ist überall und sucht seine Opfer für* die Aequatortaufe. Wo Dein Auge hinschaut, zappelt und leuchtet das Meeresgetier und klozt Dich mit Augen an, die in allen Farben schillern. Hunderte von lebenden Fischen schwimmen in der verträumten Bar. Aber komm selbst und schau es am Samstag im „Römischen Kaiser in. Was das Kino bringt Von Freitag bis Montag bringen die Park-Lichtspiele „Gelährliche Gäste" ins Haus. — „Du bist nicht allein“, wenn Du in die Stadthalle-Llehtspiele gehst. Statt der Kapelle vom Burda Franzei spielte beim ..Hexenball' die Stadtkapelle — ganz konservativ original. und Man dürfte ruhigen Gewissens die Straftaten, über die das Schwurgericht in seiner ersten diesjährigen Sitzung abzuurteilen hatte, mit einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit betiteln, wenn man elf Stunden das miterlebt hat, was sich während nunmehr 23 Jahren in dem verpfuschten Leben einer be dauernswerten Frau abgespielt hat. Aus der Untersuchungshaft vorgeführt, hatte sich der 45 Jahre alte Hilfsarbeiter K. E. (Karl Eberle) aus Lahr dafür zu rechtfertigen, daß er wäh rend zwei Jahrzehnten seiner in allen Kreisen der Stadt Lahr angesehenen Ehefrau geradezu ein Marterleben geschaffen, hat. Als Sohn rechtschaffener Eltern und Bruder von acht braven und ordentlichen Geschwistern, erwies er sich bereits in früher Jugend als der ungeratene Sohn, der schon von der Mut ter als „ihr Hauskreuz“ bezeichnet 1 wurde. Bald nach der im Jahre 1927 geschlossenen Ehe begann das unverträgliche Wesen des rohen, gewalttätigen und leicht reizbaren An- geschuldigten das eheliche Zusammenleben zu stören. Nach zwei Jahren aber fing er damit an, seine Frau mit geradezu krankhafter Ei fersucht zu quälen. Nach allen Ermittelun gen aber waren alle seine Vorwürfe gegen die brave Frau völlig unbegründet. Sie genießt einen tadellosen Leumund und führte schon aus Furcht vor ihrem unberechenbaren Manne ein überaus zurückgezogenes Leben. Er selbst aber ließ sich wiederholt mit anderen Frauen ein. Seine Wahnideen reizten ihn zü leidenschaftlichen Ausbrüchen und unzähligen Mißhandlungen seiner Frau. So ziemlich alle zwei Wochen während der 23-jährigen E.ie * ’.ilug er sie in der entsetzlichsten Weise, sodaß sie häufig Zuflucht bei Bekannten suchen und oft in der Nacht aus dem Fenster springen mußte. Die Anklage machte dem gewissenlosen Täter nun in der Hauptsache versuchten Totschlag in drei besonders krassen Fällen zum Vorwurf. Im Sommer 1947 wollte er in einem Anfall von Eifersucht die Frau aus dem vierten Stockwerk in den Gewerbekanal werfen, um sie zu töten. Nur weil sie sich am Fenster festhielt und ein Nachbar hinzukarp, ließ der Verbrecher von seinem Vorhaben ab. Ein Jahr darauf wollte er sie einen 60 Meter hohen Steinbruch hinabstürzen. Hier rang sie etwa eine Stunde um ihr Leben, und nur als sie schließlich erklärte, sich freiwillig abzustürzen, ließ er von ihr ab. Darauf gelang es ihr, zu entkommen. Im dritten unter Anklage stehenden Falle versuchte er sie mit einem Strick zu erdrosseln. Da er schon lange vorher das Seil in seiner Tasche bei sich führte, vertrat hier die Anklagebehörde den Standpunkt, daß er heimtückisch als Mörder gehandelt habe. Als die bewußtlose Frau wieder zu sich kam und sich ein Nachbar der Wohnung näherte, ließ er von seinem Verbrechen ab. Der zu allem fähige Mensch leugnete bis zur letzten Stunde seine entsetzlichen Verbrechen an der ihm hörigen Frau und behauptete, er habe ihr nur Angst einflößen wollen, damit sie ihm treu bleibe. Die Fräu selbst schilderte das Martyrium dieser entsetzlichen Ehe, die sie wahrscheinlich aus Angst vor dem Verbrecher auch heute noch weiterführen würde, wenn es nicht die Lahrer Kriminalpolizei gewesen wäre, die die Strangulationsmale an ihrem Halse entdeckte und dieser Hölle ein Ende machte. Als Landgerichtspräsident Dr. Pfeifer, der den Vorsitz führte, die Frau befragte, warum sie sich trotz dieses Marterlebens nicht von dem Schurken getrennt habe, fand sie nur die Worte, daß sie so tiefgläubig sei, daß sie nach ihrer religiösen Ansicht eine Ehescheidung ablehnen mußte. Auch hätte sie Furcht vor weiteren Nachstellungen gehabt. Als Sachverständiger vernommen, gab der frühere Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Emmendingen, Dr. Thumm, das Gutachten »b, daß es sich hier zwar nicht um einen Geisteskranken im medizinischen Sinne, wohl aber um einen Psychopaten fnit verminderter Zurechnungsfähigkeit handele. Seine krankhaft verstärkte Liedesleidenschaft wirkte sich zu Eifersuchtsregungen aus. Es sei einfach unausdenkbar, was die Frau in diesen 23 Jahren aushalten mußte. Der Täter neige zu Brutalitäten, und seine Triebhaftigkeit weise sadistische Einschläge auf. Seine Einweisung in eine Heil- und Pflegeanstalt sei erforderlich. Der Anklagevertreter, Staats anwalt Dr. Klien, ließ die Frage offen, ob versuchter Totschlag oder nur Bedrohung in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung vorliege und beantragte eine Gesamtstrafe von 21 Monaten Gefängnis, sowie die vom Amtsarzt geforderte Einweisung. Das Gericht erkannte auf 18 Monate Gefängnis wegen Körperverletzung in Tateinheit mit Bedrohung und Nötigung und ordnete die Unterbringung in eine Heil- und Pflegeanstalt an. -ali- Eine Richtigstellung. Das Landgericht Ottenburg teilt mit,' daß es sich bei dem am Donnerstag, den 16. Februar, um 16 Uhr, zur Verhandlung anstehenden Strafverfahren wegen Meineids nicht um ein Fräulein Maria Probst aus Offenburg, sondern um Frau Maria Probet, geb. Himmelsbach, aus Offenburg, handelt. Offener Brief der Erwerbslosen Der Erwerbslosenausschuß des Kreises Offenburg richtete an staatliche und städtische Stellen einen „Offenen Brief“ in dem es unter anderem heißt: Die 800 Erwerbslosen des Kreises Offenburg fordern von den zuständigen Parlamenten und Behörden eine einmalige Beihilfe zur Beschaffung von Heizmaterial und Kartoffeln. Es ist selbstverständlich, daß bei den, im Verlauf längerer Arbeitslosigkeit, sich immer mehr vermindernden Unterstützungssätzen, es einfach unmöglich ist, von dieser geringen Summe Heizmaterial und Kartoffeln zu kaufen. Die Stadt Offenburg hat in einer Stadtratesitzung vor Weihnachten einen Antrag eines Stadtrates auf Zahlung einer einmaligen Weihnachtsbeihilfe von 10.— DM für die Erwerbslosen mit der Begründung abgelehnt, daß dafür keine Mittel vorhanden wären. Dagegen soll ausgeschiedenen Bürgermeistern lt. Landesgesetz vom 17. 12. 1949 von den Städten eine einmalige Ueberbrückungsbeihilfe von 4 Monatsgehältern gezahlt werden. Wir Erwerbslosen erheben gegen solche Machenschaften schärfsten Protest. Wir verlangen vom Badischen Landtag, daß dieses Gesetz wieder aufgehoben wird. Man kann uns nicht klar machen, daß keine Mittel vorhanden sind um die Erwerblosenbei- hilfe durchzuführen, wenn man für die ehemaligen Bürgermeister laut Gesetz Millionenbeträge verausgaben kann. Wir fordern, daß unser verfassungsmäßiges Recht auf Arbeit realisiert wird oder aber, man gibt uns Unterstützungssätze, mit denen wir menschenwürdig leben können Aus dem Notizbuch der Polizei In der vergangenen Woche wurde auf der Bundesstraße 3 in Höhe der Abzweigung der Straße nach Elgersweier eine Frau, die mit einem Handwagen aüf der Straße fuhr, von einem PKW angefahren. Die Frau stürzte, zu Boden und erlitt am Hintefkopf, an der Schulter und linken Unterschenkel erhebliche Verletzungen, so daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Am Dienstag, 16.30 Uhr, lief auf der Hauptstraße in Höhe des Kirchplatzes ein Jagdhund einem vorbeifahrenden Kradfahrer in’s Rad. Der Kradfahrer kam hierbei zu Fall und wurde erheblich verletzt, so daß er ins Städt. Krankenhaus eingeliefert werden mußte. In der Nacht zum Mittwoch, gegen 0.30 Uhr, wurde einem hiesigen Geschäftsmann in der Wilhelmstraße ein Volkswagen, den er dort ungesichert abgestellt hatte, von einem unbekannten Täter entwendet. Das Fahrzeug konnte in den Morgenstunden im hiesigen Stadtwald wieder aufgefunden werden. Am Dienstag um 10 Vhr wurde auf der Hauptstraße in Höhe des Fotogeschäftes Stöber eine Frau beim Ueberqueren der Faiirbahn von einem Radfahrer angefahren. Die Frau kam hierbei zu Fall und zog sich am rechten Ellenbogengelenk leichte Verletzungen zu. — Der Staat soll Lehrherr sein Die Lehrwerkstätten des Eisenbahnbetriebswerkes als soziale Einrichtung Ein Gang durch die Lehrwerkstätten des Offenburger Eisenbahnbetriebswerkes mag uns den Beweis einer sozialen Bestrebung erbringen, die zu den dringendsten Problemen der Gegenwart zählt: Jungen Schulentlassenen die Gelegenheit zu guter handwerklicher Ausbildung zu geben. Wenn der Leiter der Jugendarbeit der Eis-mbahngewerkschaft, Lange, mit Unterstützung von Werksdirektor und Ba irat Winkelhaus uns einlud, die Lehrwerkstätten des Werkes zu besichtigen, so darf dies als weiterer Ausdruck produktivster Tätigkeit von dieser Seite aus gewertet werden. Das Problem ist leicht zu übersehen. Im vergangenen Jahr standen 50 000 Schulentlassene ohne Lehrstelle auf der Straße und damit auf gefährlichstem Grund. Nur 20—30 Prozent fanden Arbeit. Junge Menschen in einem Alter, dem sorgfältigste Pflege gebührt, Betrachten wir die Einrichtung der Offen burger Eisenbahnlehrwerkstätten: Theoretisch stehen hier 160 Ausbildungsplätne zur Verfügung: Schlosser und Schmiede mit dreijäh riger Lehrzeit. Werkräume, in denen an langen Tischen die jungen Burschen — jeder am eigenen Schraubstock — ihre Arbeit machen. Auf neun Lehrlinge kommt ein Lehr geselle. Eine Atmosphäre, die aus lauter Eifer besteht Im Nebenraum Tische mit fein säuberlich gearbeiteten Lehrlingsarbeiten. Werkzeuge und Ersatzteile; der Lehrling weiß, daß seine gute Arbeit Verwendung findet. Viele Möglichkeiten bietet da die Bahn. In der Schmiede stehen 13 Lehrlinge. Diese Arbeit ist schwer, und nicht jeder hält sie aus. Daher der geringe Prozentsatz. — Es ist dem Verdienst des Werkdirektors zuzuschreiben, daß nicht nur 160 Lehrlingen, sondern sogar 183 die Gelegenheit zur Ausbildung gegeben wird. Obwohl die Eisenbahn nur 30—35 ausgebildete Lehrlinge jährlich einstellen kann, hat man hier vorgegriffen, was in Zukunft unmöglich sein wird, weil die Bahn die nötigen Mittel nicht aufbringen kann. Die Kleinkunst des Puppentheaters Prof. Löwenhaupt sprach in der Volkshochschule Der „Kasperle“ hat ja alle Tage Fasnacht. Das ist wahr. Aber daß ein Vortrag über den Kasperle und seinen Lebenskameraden in der Fastnachtszeit einen vollbesetzten Saal findet, das ist doch etwas wie eine Ueberraschung. Eine zweite Ueberraschung war nun für die meisten der Zuhörer aber gewiß auch, wie Professor Friedrich Löwenhaupt über die Kleinkunst der Papier- und Handpuppen und die Marionetten zu sprechen wußte. Das war fern aller akademischen Art. So kann nur jemand über dieses Thema ein vielschichtiges Publikum orientieren, der ganz in der Sache steht, und von Jugend an nicht nur solche Figuren gesehen hat, sondern auch sie führen lernte. Prof. Löwenhaupts Vater war ein Liebhaber der Marionettenkunst. Ein Mannheimer Malermeisterssohn, der in Mannheim die große Bühne des Nationaltheaters erleben konnte, aber auch auf den Messen die kleine Bühne der Handpuppen und des Welttheaters. Jenes Spiel mechanischer Figuren, das ja auch in Offenburg vor einem halben Jahrhundert gezeigt wurde, das die Gebrüder Bede — Joseph Beck lebt heute als einer der Hochbetagtesten unter uns — zur Gestaltung eines eigenen Welttheaters brachte, just in dem Moment, in dem der Film mit seinen viel größeren Möglichkeiten sein Leinwandtuch über diese Bühne geworfen hat. Professor Löwenhaupt erzählte den Kindern und den Erwachsenen von der Begeisterung, die Dichter wie Kleist und Goethe, die Menschen von Weitem Horizont erfüllte, als sie die Bekanntschaft mit den Puppenspielen erst einmal gemacht hatten, und er zeigte in Bild und in Natur die verschiedensten Puppen bei den Völkern aller Welt. Auch in Offenburg hat das Puppenspiel von je seine Freunde und Freudinnen gehabt, und es waren früher besonders Karl Kreidler, Emil Göttler, Wilhelm Löwenhaupt, Karl Otto Schimpf, Edmund Kraus, Justizrat Dr. Straub die Förderer, in unserer Zeit Rappenecker und Gajek. Lichtbild und Film vervollständigten in vorzüglicher Weise das gesprochene Wort. Man darf Friedrich Löwenhaupt und der Volkshochschule von Herzen dankbar sein, daß sie einem Kreis von Jungen, Aelteren wie Alten ermöglicht haben, diese Wunderwelt der Puppen und Marionetten in ihrer Bedeutung ^ für die Kulturgeschichte der Völker, wie auch für die Unterhaltung der Menschen zu erleben. Der Vortrag fand wohlverdienten herzlichen Beifall, Jeder Lehrling erhält 50—70 DM als Erziehungsbeihilfe, drei Freifahrten im Jahr und 24 Tage Urlaub. Die Bahn hat wenig Mittel. Hier ist es Sache des Staates, zu helfen. Es ist erstaunlich, zu sehen, was hier unter Leitung von Baurat Winkelhaus und der Lehrer geleistet wird. Ein Projekt, das nicht nur wegen seiner technischen, sondern auch wegen seiner moralischen Qualität und pädagogischen Arbeit ernste Unterstützung finden müßte. Außer dem Gewerbeschulunterricht _ erhalten die Lehrlinge hier noch Unterricht Ja Fahrzeugkunde, Rechnen, Maschinenbau, Unfallverhütung und anderes mehr. 2 Stunden Sport in der Woche, Wanderungen und Schwimmen, Besichtigungen anderer Werke bringen den nötigen Arbeitsausgleich. Der Nutzen, den die Bahn von solcher Arbeit hat, ist nicht sonderlich groß. Bei monatlich 160—200 Arbeitsstunden wird im ersten Lehrjahr etwa 17,5 Prozent, im zweiten 35,5 Prozent und im dritten Jahr 72 Prozent produktive Arbeit vom Lehrling geleistet. Die abgeschlossene Lehrzeit bietet im Bedarfsfälle die Möglichkeit zur Lokomotivführerlaufbahn. Ausbildung für Elektriker beginnt in diesem Jahr. ' Daß der Staat hier im Falle der Bahn die notwendigen Mittel zur Verfügung stellt Verhandlungen sind im Gange —, dürfte als größte Selbstverständlichkeit zu betrachten sein; zumal tüchtige Männer hier mit gutem Beispiel vorangehen. Mag dir der Staat hier als Lehrmeister gelten! — Es ist besser, die Jugend sich etwas 'kosten zu lassen, als sie durch mangelnde Existenzmöglichkeiten verkommen zu lassen. Hier ist für Privatmann, Kirche und Staat Gelegenheit gegeben, etwas zu tun, wovon man sonst nur spricht. Die Berechtigung der eigenen Existenz ist meßbar am Gesicht der Jugend! Das Schulamt Oflenburg dankt Rektor Würthle bittet uns um Veröffentlichung nachstehenden Schreibens: Als das Schulamt der Volksschule vor etwa vier Wochen mit einem Brief, den es durch die Schüler und Schülerinnen an die Eltern mitgeben lieS, um Kleiderspenden für bedürftige Kinder bat, rechnete es kaum mit einem so starken Widerhall, wie ihn sein Appell in der Bevölkerung fand. Soviel an Not gilt es heute zu lindern, die Zeit verlangt von fast jeder Familie Opfer. Um so freudiger überrascht war man von dem schönen Ergebnis, das der Brief zeitigte. Aus allen Bevölkerungsschichten kamen Gaben von Kleidern, Wäschestücken, Mänteln, Wollsachen und Schuhen. Es war eine große Freude, immer “Wieder zu sehen, wie «ich die Türe zum Sekretariat öffnete und Erwachsene oder Kiftdei ein Kleider paket ablieferten. Nicht nur Geschäftsleute, die völlig neue Stücke sandten, und wirtschaftlich besser gestellte Familien, auch solche, die selbst nur das Nötigste besitzen, und — was von einer rührenden echten Hilfsbereitsch eft Zeugnis gab! — sogar Flüchtlinge, die doch kaüm ein Weniges für ihr Leben retteten, ließen der Schule Spenden zukommen. Dank dieser aufgeschlossenen Gebefreudigkeit war es schon bald möglich, über S00 bedürftige Kinder mit notwendigen Kleidungsstücken zu verseilen. Als Leiter der Schule möchte Ich allen, die ein so hilfsbereites Herz und eine so offene Hand zeigten, an dieser Stelle herzlich danken. Ich danke im Namen - aller Kinder, die leuchtenden Auges ihre Ga-'en in Empfang nahmen. Die große Freude der Kinder mag den Wohltätern schönster Lohn sein. Ich danke vor allem auch den I-ehr- körpem der höheren Schulen, die sieh ebenfalls so warmherzig für die Hilfsaktion einsetzten. Noch manches bleibt zu tun, der Gebefreudigkeit keine Grenzen gesetzt. Falls übersehen wurde, angemeldete Kleidungsstücke abzuholen, so bitte ich höflichst dieselben beim 'chulamt abzugeben oder uns dies mitzuteilen. Möge die Bevölkerung unserer tedürfti’en Jugend gegenüber auch weiterhin ein so hilfsbereites Herz zeigen. Nr. 20 — Seite « A B Offenbarter Tageblatt Donnerstag, 18. Februar 1950 Der Moosgeist Stürmisch umjubelter . Gengenbach, (so) Fast ließ sich die Fest- und Turnhalle nicht mehr erkennen. Sie war mit Geschmack und Geschick herausgeputzt. Meister Hans Irion vor gllem hatte Stift und Palette köstliche Fasenteinfälle entlockt. Bis zum letzten Platz wgr der große Saal besetzt, als die dreistündige Folge von lustigen Szenen, Schnitzelbänken. Vorträgen, ausgelassenen Tollheiten abzurollen begann. Aus „Altersgründen“ beantragte auf höchst humorvolle Art — als seine eigene Frau erschienen — der Präsident Karl Huber seine „Pensionierung“. Ratlos beschworen Zwölfer, Spättle und Hexen die Narrengötter, ihnen einen neuen Präsidenten zu senden. Da erschien unter Donnerrollen der Moosgeist, um also zu den Erstaunten zu sprechen: Gesendet hat midi Eures Hausbergs gütiger Patron, — Der droben auf der Moos auf seinem tannumrauschten Thron — Um Euch sich sorgt, ob ihr nach altem Brauche närrisch seid, — Daß wieder kam die liebe Fasentzeit. — Mir ward von meinem Herrn, dem Moosregenten, aufgetragen, — Dem Huber-Karl von Herzen Dank zu sagen — Für alles, was zum Ruhm Üer Narretei er hat getan. — Jetzt aber ruf’ den Zwölfer Nobile (Josef Gmeiner) ich auf den Plan: — Knie nieder, wackerer Lohn von Hexenbach, allhier, — Empfang den Präsidenten-Ritterschlag von mir. — Euch Narren allen, die Ihr hier versammelt seid, — Mein Herr, der Moosregent, durch mich entbeut: — Daß keiner je bei allem Närrischsein vergißt, — Daß auch der Narr — ja, er erst recht! — der Ehre Hüter ist, — Der Ehre und des Maßes, das auch gilt, — Was führen mag so Uebermut wie Witz im Schild. in Gengenbach Ibend der Narrenzunit — Ihr Hexen im besonderen habt midi mächtig angezogen, — Und nie hat meine Hexenliebe mich betrogen, — Zu Euch gehöre ich mit Leib und Seele, — Ich weiß, wenn ich auf Euern Vorsatz zähle, — Nie zu verstoßen gegen Ehr und Sitte, — Idi mich nicht irr’! In Eurer Mitte —. Des Moosgeists Platz fortab für immer sei! — Schlagt ein! Es leb’ der Hexen Narretei! — „Verletzte Bauernschlampen“*) hat man Euch geheißen: — Seid stolz darauf — der Moosgeist wird Euch stürmischer nur preisen: — Urtümlich, kernig, abhold allem modischen Firlefanz, — Seid echtem *) In einem Zeitungsartikel aus Freiburg. Goldene Hochzeit Zell-Weierbadh. Am gestrigen Mittwoch konnten in körperlicher und geistiger Frische die Eheleute Joseph Dienert, Bahnarbeiter a. D. u. Frau Emma geh. Könninger das Fest ihrer Goldenen Hochzeit' feiern. Zugleich konntet die Jubelbraut ihr 71. Wiegenfest begehen, während der Jubilar 76 Jahre alt ist. Aus der Ehe gingen 15 Kinder hervor, von denen heute noch 10 am Leben sind. Frau Dienert war in den Gemeinden Zell-Weierbach und Fessenbach 18 Jahre lang Leichenfrau und versah dieses Amt sehr gewissenhaft. Wir wünschen dem Jubelpaar viel Glück und noch einen recht langen gemeinsamen Lebensabend. Zigeunerball der Musiker Rammersweier, (b) Der hiesige Musikverein ladet alle Narren und Närrinnen am Sonntag Hexentum verschworen Ihr ganz. — In einer Welt, in der an Talmihaftem allzu viel — Nicht nur bei „Fasching“ und bei „Karneval“ im Spiel! — Von alledem bleib’ unsre alemann’- sche Fasent frei: — Sorgt Ihr dafür, daß nie dem anders sei. — Auch Euch (zum Publikum), die unsem Abend Ihr beehrt, — Entbiet ich Grüße! Alles, was Ihr seht und hört, — Ist Scherz nur, Ironie, ist ausgelassen Spiel, — Euch zu erheitern, unser einzig Ziel! — Es ist auch heute, wie es immer war: Wer an der Fasent nicht ein Narr, der ist’s das ganze Jahr! Der heitere Abend wurde am Sonntagabend wiederholt. Als Ansager hatte sich der urkomische Schaudig-Hans besonders herzlichen Beifalls zu erfreuen. Und nun geht es über den „Schmutzigen“ dem Zunftball am Samstag zu. — in Zell-Weierbach zu einem großen Zigeunerball ein. Dieser beginnt 'um 3 Uhr in den Räumen des „Römischen Kaisers“. Bohlsbach (1) Nachdem nun alle Vereine mit ihren traditionellen Fastnachtsveranstaltungen auf den Plan getreten sind, steht am Fastnachtmontagabend in der Brauerei Jockerst die Veranstaltung des Gesangvereins in Aussicht. Das ganze Dorf ist voller Spannung, was die Schnitzelbank alles bringen wird. Mancher und manche werden sich hinter den Ohren kratzen, wenn ihre Streiche oder denkwürdigen Erlebnisse in humoristischer Weise der Oeffentiichkeit bekanntgegeben werden,, Der Abend wird mit weiteren Umrahmungen, die nicht verraten werden, und Tanz ausgeschmückt sein. Närrisches Wochenende Audi in Schutterwald begann die Fastnacht Schutterwald, (b) Das Sehutterwälder Fastnachtsprogramm, das mit einzelnen Veranstaltungen an und für sich einen recht frühzeitigen Auftakt nahm, war auch über das vergangene Wochenende stark belebt. Es begann mit dem Samstagabend, wo der „närrische Albert“ in der „Krone“ zu einem Preismaskenball eingeladen hatte. Eine stimmungsvolle Kapelle sorgte auch dieses Mal wieder schon in den frühen Abendstunden für die nötige Unterhaltung, und so war es nicht verwunderlich, daß gegen 12 Uhr, als mit der Bewertung der Kostüme begonnen wurde, ein echt närrisches Treiben und Scherzen eingesetzt hatte. Diese Stimmung erhöhte sich jedoch noch, als dann die einzelnen Teilnehmer mit urwüchsigem Humor ihre Darbietungen vorführten. Besonderen Gefallen erregte das von E. Bruder trefflich inszenierte und auch äußerlich originell aufgemachte „Soforthilfegesetz und Lastenausgleich“. Sehr eindrucksvoll wurde auch die „Nachtwächterszene“ wiedergegeben. Aber auch die anderen Nummern wie „Plaudernde Zigeunerweiber“ und das bübische „Mädel in den Sehutterwälder Alpen“ riefen Begeisterung hervor. Im einzelnen fielen die Preise an folgende Teilnehmer: 1. Preis an E. Bruder mit seinem „Lastenausgleich* 1 , 2. Preis an Frau Schmitthammer und Tischer als „Nachtwächter“, 3. Preis an das Paar J. Bruder und M. Hansert als „Zigeunerweiber“ und der 4. Preis an W. Lang als „Mädel in den Sehutterwälder Alpen“. — Zur gleichen Zeit ließen d’r Otto und d’Marie „ihre Sonne“ in einem gutbe- süchten und urgemütlichen Hausball leuchten, während ins’ „Zinde“ eine besonders geladene Gesellschaft unter den Klängen einer Hauskapelle bis zum frühen Morgen tagte. Am Sonntagabend hatte dann der Musikverein in den „Ballsälen“ der Bahnhofrestauration zu einem närrischen Abend eingeladen. Daß sich unter den kräftigen Klängen der Musikkapelle auch eine kräftige Stimmung entwickelte, braucht nicht besonders hervor- gehober zu werden. Außerdem füllte die Pausen der „großen Blechmusikkap^le“ eine kleine Jazzkapelle aus und brachte dadurch so manches Blut in Wallung. — Da gleichzeitig auch im „Ochsen“ eine Kapelle zum Tanz aufspielte, setzte nicht nur in den Gaststätten sondern durch das Kommen und Gehen von Wirtschaft zu Wirtschaft, auch auf der Straße ein närrisches Treiben ein. Im weiteren Verlauf des Fastnachtsprogramms ist für den „Schmutzigen Donnerstag“ vom Sportverein ein Preismaskenball angekündigt. Da hierbei außerdem bereits ein Vorkommando der über Fastnacht hier weilenden Handballmannschaft „Indianien“ eintrifft und in den einzelnen Gaststätten bereits Quartier macht, dürfte diese, wie auch die unter dem Motto „Schnurren und Schnai- gen“ im „Ochsen“ gleichzeitig startende Fastnachtsveranstaltung ihre Wirkung nicht verfehlen. Bühl, (m) Am Schmutzigen Donnerstagabend werden die hiesigen Narren zum ersten Mal seit 10 Jahren im Ankersaal ihren früher traditionellen Preismaskenball abhalten. Da allerhand Ueberraschungen bei der Veranstaltung geplant sind, dürfte sich ein Besuch lohnen. Wie wir bereits in Erfahrung gebracht haben, sollen unter anderem namhafte Größen unter dem „Filmnachwuchs“ ihre Zusage gegeben naben. Auch ist eine Uebertragung der Veranstaltungen durch den Rundfunk über den hiesigen Ortssender vorgesehen. Die Narrenzunft Hofweier bat das Wort Hofweier, (h) Am Schmutzigen Donnerstag findet die traditionelle feierliche Eröffnung der Hofweierer Fasent statt. Die närrische Zunft hat sich, nachdem sie aus ihrem tiefen Winterschlaf erwachte und die verklebten Augen ausgerieben, aufgeschwungen zu großem Tun. Das Stimmungsbarometer zwischen den Elgersweierer und Hofweierer Narren ist fast bis zur Gluthitze gestiegen. Den durchtriebenen und mit allen Spitzfindigkeiten vertrauten Hofweierern ist es mit dem allemeusten von ihnen erfundenen Radargerät gelungen, den scheuen Kuckuck einzufangen. Sein Los ist aber das denkbar beste. Elgersweier, (a) Auf zum Winzerfest in Elgersweier! 'Land auf, Land ab ist zum Winzerfest nach Elgersweier aufgerufen. Große Beteiligung vom Ausland wird erwartet, zumal das Festbüro eine bindende Abmachung Urioffen berichtet Urloffen. (f) Anläßlich der Vermählung der Lehrerin Hildegard Müller, Tochter des Ehrendirigenten Müller, brachte der Gesangverein „Eintracht“ ein wohlgelungenes Ständchen dar. — Beim „närrischen Abend“ der „E’nträchtler“, der sehr gut besucht war, wurde die Stimmung durch kostli^ en Humor de.- Experten uni durch die Sangesfreunde des „Hemdenglunkerchors“ gesteigert, so daß man bis zur vorgerückten Stunde bc-ieinander- blieb. — In der Nacht zum Sonntag stieß ein Pkw aus Offenburg am Bahnübergang 230a infolge Trunkenheit des Lenkers mit einem Lkw aus Konstanz zusammen. Der Schaden ist unbedeutend. Am Abend des 11. Februar versammelte der Gesangverein Urloffen seine Mitglieder und zahlreiche Freunde zu einem närrischen Abend im „Blutigen Ochsen“. Ein erlesenes Programm mit erlesenen Humoristen sorgte für fidele fastnachtliche Stimmung. Fastnachtsveranstaltungen in Windschläg Windschläg, (tt) Am Samstagabend veranstaltete der Turn- und Sportverein Windschläg im Gasthaus „zum Schwanen“ seine diesjährige Fastnachtsveranstaltung. Nach der Begrüßungsansprache durch den närrischen Andres wurde der gut gelungene Abend eröffnet. Er war mit Schwänken und Possen ausgefüllt. Ganz besonders gefielen die Liedervorträge der ersten Fußballmannschaft. Es war erstaunlich, was Kameradschaftsgeist alles schaffen kann. Auch die Musikkapelle spielte unermüdlich zum Tanze auf. Die Schnitzelbank in drei Abt. vorgetragen, wurde mehrmals durch Lachsalven unterbrochen. Die Vortragenden verdienen für ihre Leistungen, die wesentlich zum Gelingen dieses Abends beitrugen, allgemeines Lob. Auf gefallen sind im allgemeinen die schönen Kostüme und Masken. Mit einem gemütlichen Beisammensein, wobei das Tanzbein zu seinem Recht kam, nahm der Abend einen stimmungsvollen Verlauf. — Am kommenden Samstag veranstaltet der Gesangverein, Abt. Musik, unter der Leitung des närrischen Karl, in den Räumen der Wirtschaft „zur Blume“ einen bunten Abend mit Prämiierung der schönsten Masken (Orginale) und Kostüme. Große Ueberraschungen, Humor und Stimmung! getroffen hat, vom Reingewinn einen Betrag von 1000 000 an das vereinigte sowjetrus- sche - amerikanische Forschungsinstitut für W asserstof f-Atombomben abzuliefern. Blaue Dragoner in Berghaupten Berghaupten, (as) Am Schmutzigen Donnerstag hält der hiesige Sportverein im Gasthaus zum „Hirschen“ seine Fastnachtsveranstaltung ab, die unter dem Motto „Die blauen, Dragoner“ startet. "" Vom Sportverein Niederschopfheim Niederschopfheim. Am Fastnachtsonntag hält der Sportverein, wie alljährlich, seinen Preismaskenball ab, verschönt mit bunten Einlagen. Bei der Prämiierung der schönsten Masken und Kostüme kommen wertvolle und schöne Preise zur Verteilung. — Am Nachmittag werden zwei gute Mannschaften einen Großkampf vorführen, bei dem die Sportfanatiker auf der Gänsweide die Narren und Närrinnen anfeuern können. Sagen von Oberharmersbach Erzählt von K. Dietsche Wenn wir in Biberach in die kleine Nebenbahn mit ihrer altertümlichen Lokomotive einsteigen, bringt uns der Zug in das liebliche Harmersbachtal. Nach halbstündiger Fahrt erreichen wir Oberharmersbach. Dieses schöne Bauerndorf hat sich schon durch seine hübsche Lage bei den Erholungssuchenden einen f uten Namen gemacht. Wie überall in unseren älem finden wir auch hier auf Schritt und Tritt Plätze, die uns aus der Geschichte des Tales oder der sonstigen Begebenheiten durth Sagen bekannt sind. , Schon das Ortswappen zeigt unä den hl. Gallus als Abt mit dem Krummstab in Begleitung eines Bären. Um das Jahr 750 n. Ohr. setzte die planmäßige Christianisierung des Harmersbachtales ein. Durch fränkische Grafen gerufen, kamen irische und schottische Glaubensboten hierher, um das Evangelium zu verkünden. Einige wirkten in einem Seiten- tälchen, das heute noch den Namen Schottenhöfen führt. Der hl. Gallus aber predigte im Harmersbachtal, welches damals wohl noch eine Wildnis war. Als treuen Begleiter hatte er einen Bären bei sich, der ihm manche Dienste verrichtete. Ueberall, wo der Glaubensbote hinkam, lehrte er durch Wort und Beispiel. Als er im Harmersbachtal seine Aufgabe erfüllt hatte, zog er in die Schweiz, wo er das Kloster St. Gallen gründete. Wenn wir vom Bahnhof in das Dorf kom- rfiqn, fällt uns gleich ein ansehnliches Gasthaus auf. Es ist das Gasthaus zur „Stube“ oder zu den «Drei Schweinsköpfen“, Hier kehren wir ein und lassen uns von der stattlichen Wirtin etwas über die beiden Namen des Hauses erzählen. Es war um die Zeit vor 1400, da regierte in Deutschland der König Wenzel. Er war bei den Edeln nicht sehr beliebt. Ihr Haß verfolgte ihn,' so daß er fliehen mußte. Auf seiner Flucht kam er auch in das Harmersbachtal. Von seinen Feinden sehr bedrängt, bat er einen Bauern um Unterschlupf. Dieser verbarg den Unglücklichen bei seinen drei Borstentieren, in der Hoffnung, daß ihn dort die Häscher nicht suchen würden. Als diese kamen, durchsuchten sie das ganze Haus. Nur in den Schweinestall schauten sie nicht. So glückte die Rettung. Aus Dankbarkeit schenkte der König dem wackeren Bürger die Wirtschafts- gerechtsamkeit mit dem Titel: „Zu den drei Schweinsköpfen“. Der zweite Stock der Wirtschaft war in späteren Jahren die Ratsstube, was dem Gasthaus auch die Bezeichnung „Zur Stube“ einbrachte. Neben der „Stube“ ist die Falkenbrücke. Wie sie zu diesem Namen kam, erzählt uns folgende Sage: Es war zur Zeit des schmal- kaldischen Krieges, der im Jahre 1546 ausbrach und zwei Jahre dauerte. Deutsche Fürsten kämpften ihres Glaubens wegen gegen Kaiser Karl V. Die Harmersbacher standen treu zur Sache des Kaisers. Da kam es im Laufe dieses Krieges zu einem blutigen Kampf bei der Falkenbrücke Des Kaisers Bruder, Herzog Ferdinand, führte die Kaiserlichen an. Im Kampfgetümmal stürzt« er vom Pferde. Schon umzingelt, kämpfte er wie ein Verzweifelter gegen seine Feinde. Seine Lage war aussichtslos. Tod oder Gefangenschaft schienen sein Los zu sein. Da, im letzten Augenblick, stürzte sich der Harmersbacher Vogt mit einem Häuflein tapferer Bürger in den Kampf und befreite den Herzog. Zum Zeichen des Dankes schenkte ihm der Herzog das Schlachtroß, das von falber Farbe war. Seither nennt das Volk die Brücke Falbenoder Falkenbrücke. Gehen wir nun das Tal aufwärts, so kommen wir in den Ortsteil Hub. Als vor vielen Jahren noch die Geister auf der Erde ihr Wesen trieben, machte diesen Ortsteil auch ein solcher unsicher Es war ein niedliches Weiblein, das einen großen Hut und eine sehr große Laterne trug. Diese Laterne leuchtete oft hellauf, um ebenso schnell wieder zu erlöschen. Man nannte den Geist nur das „Hubacher Wible“. Es war an und für sich ein harmloses Wesen, das guten Menschen nichts zuleide tat. Wenn aber jemand bei Nacht, ohne zwar Weihwasser genommen zu haben, auf die Straße ging, oder wenn er gar auf Unrechtem Pfade wandelte, dann konnte er recht unerfreuliche Ueberraschungen erleben. Bei einer Kirchweihe ging es mal wieder hoch her. Die Oberharmersbaeher Bürgermiliz war auch ausgerückt. Bis tief in die Nacht herrschte reges Leben in allen Gasthäusern. Da taumelte und schwankte ein tapferer Schütze singend talaufwärts. Sein Hut mit dem Federnbusch war schon bedenklich nach hinten gerutscht. Seinen vorsintflutlichen Vorderlader trug er trotz alledem vorsichtig auf der Schulter. So kam er bis zu’s „Pfundalfrede“ Deich. O Schreck, was erblickte da der tapfere Schütze? Mitten auf dem Deich stand das Hubacher Wibli mit seinem großen Schlapphui und leuchtete auf die Straße. Der wackere Bürger bekam es nun doch mit der Angst zu tun, nahm zitternd den Schießprügel von der Schulter und knallte hastig drauf los. Doch so was tut man nicht ungestraft. Das Gespensterweiblein war unversehrt geblieben. Der Schütze hingegen bekam beim Abfeuern des Schusses einen so mächtigen Stoß, daß er rücklings zu Boden fiel. Zu allem Unglück war der Lauf seiner Prachtflinte so verbogen und verbeult, daß es mit dem Schießen für alle Zeit vorbei "war. Ein junger Zimmergeselle machte eine Wette, daß er dem Hubacher-Wibli einer» Schabernack spielen würde. Voll Uebermut ging er eines Nachts die Btuhgasse hinauf. Er rief nach dem Weiblein. Schon stand es vor ihm und schaute ihn lange an. Er konnte kein Wort sprechen. Vor Angst klapperten ihm die Zähne. Nun machte der Geist einen Sprung, setzte sich dem Gesellen auf den Rücken und trieb ihn mit Stößen in die Rippen an. Ohne Rast und Ruh mußte der Zimmergeselle die ganze Nacht hindurch laufen. Ach das war eine seltsame Jagd über Wiesen und Aecker, durch Domen und Hecken, bergauf und bergab, durch Gräben und Weiher. Immer gehetzt von den Schlägen des Geistes keuchte der arme Bursche durch die Nacht, bis er am frühen Morgen beim ersten Glockenschlag kopfüber ins „Hubbure“-Sand- loch stürzte. So nahm dieser nächtliche Geisterritt. für den Burschen ein wenig rühmliches Ende. »> Donnerstag, 16. Februar 1956 A Offenbarter Tageblatt Nr. 26 — Seite 7 Hanauerland und Ried Altenhelmer Fastnacht Altenbelm, (r) Den Reigen der hiesigen Fastnachtsveranstaltungen eröffnete am Samstagabend der Sportverein mit einem Maskenball im „Schwanen“, bei dem für originelle Masken wertvolle Preise verteilt wurden. — Einen Lumpenball veranstaltete am Sonntagabend der Kraftsportverein im „Salmen“ und im Bahnhofsaale fand unter Mitwirkung des Musikvereins ein Fastnachtsball statt. Beide erfreuten sich eines guten Besuches und überall herrschte richtige Nairenstimmung Auch in den übrigen Lokalen zeigten sich die ersten Anzeichen eines richtigen Narrentreibens. 83 Jahre alt Altenheim, (r) Seinen 83. Geburtstag beging in guter Gesundheit und Frische der Landwirt David Fink. Dundenheim, (s) Am 16. Februar kann in körperlicher' und geistiger Frische Landwirt Johann Gottlieb Roth II seinen 70. Geburtstag begehen. Bel der Feuerwehr Ichenheim (r) Zum erstenmal nach dem Wiedererstehen veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr am vergangenen Samstagabend im Gasthaus zum „Löwen“ einen Kameradschaftsabend. Den Höhepunkt bildete eine Filmvorführung über den Einsatz moderner Brandbekämpfungsmittel von Fotograf Fahrenbach aus Lahr. Im Anschluß an die Filmvorführung wurden zwei humorvolle Theaterstücke „Die fidele Brandwache“ und „Die Wunderspritze“ aufgeführt, welche bei den Anwesenden viel Heiterkeit hervorriefen. Eine Abteilung der hiesigen Musikkapelle sorgte in den Pausen mit ihren Einlagen für gute Unterhaltung. Ichenheim (r) Die beiden ältesten Söhne des Glasermeisters F. Siegenführ, Emst und Fridolin, haben kürzlich bei der Bad. Handwerkskammer in Freiburg ihre Meisterprüfung im Glaserhandwerk abgelegt und mit gutem Erfolg bestanden. Lagebericht vom Obstbau Obstbau- und Kletnbrennerversammlung in Biberach Biberach. (b) Einem längst gehegten Wunsche entsprechend, trafen sich die Mitglieder des Obstbau- und Kleinbrennervereins im Gasthaus „zum Löwen“. Fridolin Allgeier, der Vorstand des Obstbauvereins, gab zuerst einen längeren Bericht übe.- den Zusammenschluß und die Arbeitsweise der verschiedenen Landesverbände der Abfindungsbrenn t. Währenddessen traf Kreisobstbauinspektor Bach ein, der anschließend einen Lagebericht vom Obstbau gab. Der Blich in die Zukunft sei wenig erfreulich, aber nicht hoffnungslos. Mit Rücksicht auf die ungeheure Absatzstok- für die Spritzung zur Schädlingsbekämpfung. Er verabschiedete sich dann von den Obstbauern des Kreises Wolfach, da in Kürze mit einem eigenen Fachbearbeiter dieses Kreises zu rechnen sei. Er scheide mit einer gewissen Wehmut, denn er habe gerade in Biberach, das neben Steinach zu den bedeutendsten Obstbauorten gehöre, immer viel Verständnis gefunden Er werde immer wieder sich für den Fortschritt in unserer Gemeinde interessieren Vom Biberacher Gemeinderat kung einerseits — im Renchtal lägen jetzt noch viele tausend Dz. Aepfel in den Kellern der Bauern — und das Riesenangebot von Auslandsobst andererseits, verlangte er die Einrichtung einer hieb- und stichfesten Absatzgenossenschaft Der Handel sei durchaus für die Beibehaltung der Marktordnung, er könne aber nur noch Qualitätsware annehmen. Der Produzent müsse mit einer strengen Marktkontrolle rechnen, die in Holland und andern Ländern seit langem selbstverständlich sei und das Auslandsgeschäft garantiere. Voraussetzung für einwandfreie, marktfähige Ware sei eine gründliche Umstellung und Intensivierung des Obstbaues. Wir ständen gerade in unserem Gebiete an einem Scheideweg. Weiterhin nichts tun, bedeute allenfalls Mostobst ernten, mit wenig tun, könne man auf Wirtschaftsobst rechnen, wer aber viel tut, der erhalte Qualitätsobst. Unser Gebiet nannte er ein Obstparadies, eine Apfelkammer, in der dank der guten Ümweltsbedingungen auch ohne Arbeit und Aufwendungen Obst wachse. Aber erst durch gründliche Baumpflege, wobei Säge und Schere nicht gespart werden dürften, durch ausgiebige Düngung, man gebe künftig mehr Kali als bisher, und durch planmäßige Schädlingsbekämpfung könnten wir Spitzenleistungen erreichen. In kurzer, leichtfaßlicher Form erläuterte er die wenigen wichtigen Daten Biberach. (b) Mehrere Beschlüsse wurden in der letzten Gemeinderatssitzung durchgeführt. Ein' n Antrag des Roten Kreuzes auf Mitgliedschaft wurde entsprochen und die Gemeindekasse angewiesen, einen regelmäßigen Jahresbeitrag abzuführen. — Das seitlängerer Zeit in Aussiht genommene Gelände zwischen Sportplatz und Brucher-Dohle ist jetzt für die Siedlung freigegeben. Der Preis wurde mit 30 DM für ein Ar absichtlich sehr niedrig gehalten und außerdem ein längeres Zahlungsziel versprochen, damit finanzschwache Siedler das erforderliche Baugelände leicht erwerben können. — Das Straßenbauamt sah sich veranlaßt, ein Ackerstück in unmittelbarer Nähe der Eisenbahnunterführung als Bauplatz abzulehnen, da sonst eine Sichtbehinderung im Straßenverkehr ein treten würde. — Die Reparaturarbeiten am gemeindeeigenen Postgebäude sollen fortgesetzt werten; die Beschaffung einer elektrischen Wasserpumpe wurde genehmigt. Humoristischer Abend des Gesellen- and katholischen Jungmännervereins Biberach. (b) Zur Unterhaftung der Mitglieder, Gönner und Freunde des Gesellen- und kath. Jungmännervereins fand im Gasthaus zur „Sonne“ am Abend des Biberacher Festes ein humoristischer Abend statt. Mehrere Bühnenstücke gelangten dabei zur Aufführung, die mit freudigem Beifall aufgenommen wurden. Aus dem Hannersbachtal Zell a. H. (s) Ein närrisches Wochenende brachte zunächst am Samstagabend den „Schwarz-Gelb-Ball“ des Fußballvereins im „Badischen Hof“. ' Ein humoristisches Programm brachte die richtige Fastnachtsstimmung zuwege. — Am, Sonntagabend folgte der „Alpen-Ball“ des Gesangvereins im „Löwen“. Unter großem Hallo zogen zu Beginn die Sänger mit ihren waschechten Dirndeln an der Hand in den Saal, sogar das melodische Kuhglockengeläute fehlte nicht. Sowohl die echten, wie die hiesigen Schuhplattler gefielen ausgezeichnet Besonders das Solo-Schuhplattlerpaar „Viktoria und Barbara“ brachte in seiner urkomischen Aufmachung alles zum Lachen. Die Sänger trugen mit ihren heiteren Weisen zur Verschönerung des Abends bei. — Gleichzeitig fand im Zeller „Hofbräuhau»" ein großes Sommemachtfest mit Preis-Schnurren statt das ebenfalls sehr gut besucht war. Eine große Anzahl Masken übten eifrig die Kunst des Schnurrens, galt es doch, damit einen Preis zu erringen. Am Schmutzigen Donnerstag findet die erste große Veranstaltung der hiesigen Narrenzunft ein „Großer Bunter Zunft-Abend“, im Hotel „Hirsch“ statt, der allerhand närrische Ueberraschungen bringen wird. Kino im Harmersbachtal Zell a. H. (m) Das Lichtspielhaus zeigt das Lustspiel „Heimliches Rendezvous“ mit Hertha Feiler, Rudolf Prack u. a. vom 17. bis 19. Februar in Zell a. H., am 22. Februar in Nordrach und ausnahmsweise am Donnerstag, 23. Februar, in Oberharmersbach, nicht wie gewöhnlich am Dienstag. 566 DM für Siedlungszwecke Oberharmersbach, (m) Die in unserer Gemeinde durchgeführte Sammlung vom kath. Männerwerk, für. Bau- und Siedlungszwecke ergab den schönen Betrag von 566 DM. Oberharmersbacb. (m) Durch das starke Anschwellen des Harmersbachs ist ein Wehrschaden eingetreten. Jetzt gehts los! Oberharmersbacb. (m) Einen ganz ruhigen Verlauf nahm die Vorzeit der Fastnacht; aber jetzt wird es lebendig. So fand am Sonntagabend im „Bären“ ein großangelegter Bürgerball statt; im „Freihof“ ein närrischer Unterhaltungsabend und im „Posthömle“ fand eine Narrenrats-Beratung über die weitere Gestaltung und den Umzug an Fastnacht statt. Ara Schmutzigen Donnerstag kommt der Gesangverein „Leichtsinn“ in der „Sonne“ mit seinem verrückten Gesang und schnurrigem Programm zur Uraufführung. Am Schmutzigen Donnerstag, Fastnachtsonntag und -Dienstag ist im Dorf Großbetrieb, besonders in der „Stube“. Die Dörfler (Riersbacher) sind für die letzten Tage ganz unberechenbar. Am Sonntagnachmittag gibt es auf dem Sportplatz ein Fußballmatsch Kegelklub gegen passive Sportler. Er batte Humor Nordrach, (s) Eine große Trauergemeinde begleitete unseren Mitbürger und Bienenvater Josef Vetter auf seinem letrten Gang. Der Verstorbene war Mitglied der hiesigen Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins. Der Vorsitzende des Sch warzwaldvereins ehrte ihn als Gründungs- und Ehrenmitglied durch einen tiefempfundenen Nachruf und Kranzniederlegung. Dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend beendete ein männerfester Trunk die Todesfeier. — Außerdem verstarb Frau Maria Brüderle, die Witwe des Oberpostschaffners Karl Brüderle. Sport ln der Heimat Handball: SV Yburg — TuS. Schutterwald 1:18 (0:6) Nach einer 7-wödtigen Pause nahm der TUS. Schutterwald seinen Spielbetrieb wieder auf und war am vergangenen Sonntag beim Landesltgiste» SV. Yburg zu einem Freundschaftsspiel eingeladen. Der nasse, aufge weichte Boden ließ kein zügiges Spiel zu, da der größte Teil der Angriffe Im Dreck stecken blieb. So war es auch nicht Verwunderlich, daß die berühmte Kömbln itions- maschine der Gäste nicht zur Geltung kam. Aber noch weniger zeigten die Gastgeber, die mit ihrem engmaschigen Spiel keine großen Anforderungen an die Gästehintermanr.schaft stellten, ihre Angriffe z. T. von beiden Außenläufern unte-stützt, blieben Jedesmal an der Abwehr nängan oder waren sichere Beute des güten Gästetorhüters. Das Spiel verlief in freundschaftlich fairer Weise; und so hatte der Schiedsrichter kein allzuschweres Amt. —Is.— Durbach I — Urioffen I z:8 Durbach n — Urioffen N 1:S; D. Jgd. — U. Jgd. 2:2 Nach anfänglich ausgeglichenem Spiel kommt die Urloffer Mannschaft mehr und mehr ln Fahrt. Durbach spielt mit nem Wind, kann Jedoch keine Chance herausspielen. In der 17. Minute fällt durch den überraschenden Alleingang des Urloffer Mit. telstürmers Goos -'as erste Tor für die Gäste. Durbach gelingt im Anschluß der Ausgleichstreffer durch ein Mißverständnis des Urloffer Schlußdreiecks. Nach dem Seitenwechsel beherrscht Ur- loffen unbeschränkt die Lage und erzielt nacheinander 7 weitere Tore, darunter 2 Elfmeter, die von Baumert und, Kiefer sicher verwandelt werden. Der Urloffer Mittelstürmer mußte wegen Verletzung ausseheiden. Ein zweites Tor ,‘ür Durbach kann an der hohen Niederlage des Gastgebers nichts mehr ändern. Die Leistung des Schiedsrichters Hätty (Offenburg) konnte befriedigen. Wenn die Glodren rufen Gottesdienste in Zell a. H. Donnerstag 0.45 Uhr: 2 Opfer mit Seelenamt för Veronika Mari& Ruhland ged. Hermann v. zell; 7.15' Uhr: j Opfer mit Seelenmesse für dieselbe. Freitag 6.45 Uhr: hl Messe Wilhelm Dreher ven Zell; 7.15 Uhr: Schülergottesdienst mit Sing- messe für Karl Breig und verst. Ang »hörige von Unterharmersbach-Kirnbach. Samstag 0.45 Uhr: hl. Messe für verst. Angehörige Familien Riehle-Walter von Unterharmersbach: 7.15 Uhr: Jahrtagsamt für Berrth, Kienzle von Zell-Neuhausen; 14 und 17 Uhr: Beicht; 18 Uhr: Rosenkranz mit Segen. Donnerstag 9.00 Uhr: Beerdigung der Witwe Karo- lina Boschert geh. Schwarz, vom Bühl. J. Opfer mit Seelenamt. v Freitag 7.00 Uhr: 1. Jahrzeitsseelenamt für Hofbauer Lorenz Birk (Waldhätiser). Samstag 9 00 Uhr: kirchl. Trauung mit Hochzeitsmesse. Beichtgelegenheit jeven Morgen. Freitagnac3im. i 14.«r Uhr ab für Kinder (Aushilfe*., Samstagnachmittag 14.00, 16.00, 17.00 Dis 18.00 Ühr. ‘ Ofienburger Tageblatt -hefredakteur: Adolf Kimm!? Verantwortlich für Heimattctl: Herbert Neblet Sprechstunden der Redaktion: Montag. Mittwoch und Freitag 11 bis 12 Uhr Druck u Verlag- A. Reiff A Cie„ Offenburg Für unverlangt eingehende Manuskripte wird keine Gewähr Übernommen. Danksagung Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des HinscheiTeilnahme beim Heimginge meiner dens unseres lieben, unvergeßlichen Vaters, Großvaters, Schwiegervaters, lieben Frau Bruders, Schwagers und Onkels Paula Hansmann Karl Mai geb. Heitzmann sagen wir allen unseren herzlichen sagen wir allen herzlichen Dank. Dank. Besonders sei gedankt für Besonders danken wir dem Hochw. die zahlreiche Beteiligung am BeHerrn Pfarrer für die trostrei hen gräbnis, die vielen Kranzspenden, sowie für die Kranzniederlegung Besuche, den ehrwürdig,« Schweder Direktion und Arbeiterschaft stern vom Vinzentiushaus für ihre der Spinn- und Weberei Offenburg. aufopfernde Pflege und all denen, 1 Im Namen die der lieh«, Verstorbenen das 1 j der trauernden Hinterbliebenen: letzte Geleit gaben. 1 ' Irene Paech geb. Mai Alfred Paech, Ottenburg, den 14. Februar 1950. ■ * Ottenburg, im Februar 1950. r Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche; sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Karl Isenmann und Frau Lina, geb. Körkel Offenburg, den 16. Februar 1950. J Alfred Seigel Auto-Vermietung Offenburg, Telefon 2144 Stellenangebote Vertreter für gängigsten Damenmodeartikel an Private gesucht 30.- DM Mindast-Tagesver- dienst Nur erfahrene Kräfte woll. Bewerbg. m. Lichtbild einsend. u. 20576 a. Bad. Ann.- Exp., Karlsruhe, Zähringer £0 Vers.-Ges sucht für Offen- burg u. angrenzend. Bezirk seriösen Lebensfachmann als Bezirksinspektor in entwicklungsf. Position gegen Gehalt, Prov. u. Spesen. Auch Nichtfachleut., die über Werbetalent u. gute Beziehungen verfüg, u. sich haupt- berufl. einer betten od. als Ortsvertret betätig, wollen, biet wir gute Verdienstmög- lichkeiten. Bewerbungen mit den erfordert. Unterlag, erb. u. Nr. 20572 an Bad. Ann- Exp., Karlsruhe, Zähringer SO Mädchen 25—35 Jahre alt, zur selbst. Führung eines Geschäftshaushaltes mit einem Kind ges. Ang. u. Nr. 16-38 an das Offenburger Tageblatt, Kornstraße 10. Tüchtige zuverl. Kraft für Haushalt (3 Personen) sof. ges. Off. u. Nr. 2-77 an O. T. 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Februar, abends 8 Uhr (Saaleröff- nung 7 Uhi) der traditionelle Fastnachtshöhepunkt Großer Preismaskenball mit der LokaiKomödie: SiebziQsdider im SdifroligSssle Prämiierung der besten Herren-, Damen- und Gruppenmasken. Eintritt: Mitgliedskarte DM. 3.-. Zusatzkarte DM. 3.— Karten und Tisch besteflungen in der Kunstschau (letztere nur noch Donnerstag 10-12 Uhr und 2-5 Uhr) Fastnachtsdienstag-Nachmittae Umzug- Anmeldungen in der Kunstschau, wo auch die Preise ausgestellt sind. Wo treffen sich die Närrinnen und Narren am Sdimutzige? Im neurenovterten Entenhof! Ab 20 Uhr spielt die Kapelle Narro Es ladet ein Familie End mm fkeietkaf, Offettfätp «« Blume“ Rammersweier Heute abend 20 Uhr großer Preis-Maskenbail Zwei S.timmungskapellen — Barbetrieb Palmengarten-Gaststätten Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag und Montag jeweils ab 20 Uhr Buntes Faschingstreiben VerlSngerung bis S Uhr. Kehraus w . _! _; _ / Zauberflöte Offenburg ^ ra Donnerstag, den 16. Februar 1950 JuB intzigei DobuM j|& Samstag, Sonntag, Montag u. Dienstag Großer Faschings-Rummel Swing-Star* und eine Stimmungskapelle*- Barbelrieb Es ladet »Teundlidist ein: Familien Hug u. FrHsdii „Ochsen“ Ortenberg Heute „Schmutziger Donnerstag“ ab 19 Uhr Großes närrisches Treiben gK mit Tanz spielt die erstkL Stimmungskapelle KLAUSNER < 9 ^ Es ladet freundlichst ein y Familie Kiefer, Tel 1326 r ^ N Saaibau Riedle ZELL- WEIERBACH Heute ab 20 Uhr Großer e. d« W JüjP Sdunugiger Musikkapelle Donnerstags- Zell-Welerbach Ball 1950 t ' 19 Uhr Pendelverkehr ab Lindenpl., v. Ch Bedcer, Tel. 1427 ^ Es Ist alles herzlich elngeladen von nah und fern. j um Winzer-StubeRammersweier Samstag, Sonntag, Montag und Dianstag ab 19 Uhr Närrisches Treiben mit Tanz und großem Wildschweinessen mit selbstgemachten Nudle und Spätzle Katfee. Kuchen und Berliner Es spielt die Rammtrsweierer Musikkapelle Es ladet freundlichst ein Familie Schmidt Achtung Närrinnen! Achtung Narren! .WM Kaiser Rammersweier Heute Abend um 19 Uhr des hiesigen Musikvereins mit Saalposl Es ladet ein Der Musikoerein Brauerei Harter, Ortenberg Heute »Schmutziger Donnerstag“ in sämtlichen Räumen Grober Faschingsrummel HottD: „Unter to roten latm tob St. Pauli“ 2 Kapellen > Barbelrieb • Beginn 19.30 Uhr Der nSrrische Elferrat. Fastnachts-Veranstaltungen „Römischer Kaiser“ Offenburg Donnerstag, 16. Febr. Schmutzige Dunstlg-KostQmball Sonntag, den 19. Febr. Srafler Fas-ntumtrleb Montag, den 20.^Febr. Narrischer Ruseitmontaibili Dienstag, den21. Febr. ScllluBraihbe mit Fastnachtsbeerdlgune. Saalbau Sonne Zell-Weierbach II Schmutziger Donnerstag, 16. 2. Fastnachts-Samstag, 18. 2. Hosenmontag, 20. 2. großer Maskenball ab 20 Uhr mit Verlängerung. - Kapelle Melodia. AAAAAAAAAAAAAAAAAAAA Schmutziger Donnerstag Närrisches Treiben in der Weinstube Offenburg, Wasserslr. 2 23/43 QDE3I Freitag bis Montag, werktags 18.00 u. 20.30, Sonntag 14.30, 17.30, 20.30, Montag nur 20.30 Uhr: »Gefährliche Gäste" mit Wolf Albach - Retty, Paul Kemp, Vera Molnar usw. — Die Garantie für einen ausgelassenen und lustigen Abend! Stadthalle-Lichtspiele Offenburg Freitag bis Montag, Freitag u. Sonntag 18.00 und 20.30, Samstag und Montag nur 18.00 Uhr: Du bist nicht allein mit Carola Höhn, Peter Pasetti, Otto Wernidee usw. Ein Kampf um die geliebte Frau. Kostümaufnahmen in natürlichen Farben nach dem neuen Agfa-Color- Verfahren sind bleibende Erinnerungen. In Photo-Stöbers neu eingerichtetem Atelier werden Sie individuell u. erstklassig bedient Das große Photo-Kino-Haus Beinschaden, Flechte*. FwunkeC. «ntf alle Wunde* «ind heilbar durch Kasckscslb*. «* Apotheken erhältlich. Froep. gratis PL Cham. Leb. Schneider. Wiesbaden IS 4g. 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Frieda Ehret Gasthaus z. schwarzen Adler Ab 15. Februar habe ich von Frau Frieda Ehret die Metzgerei im Gasthaus zum „Adler“ hier, übernommen Als langjähriger Angestellter dieses Betriebes werde ich eifrig bestrebt sein, dieses Geschäft in gutem alten Geiste weiterzuführen und meine Kundschaft gewissenhaft und reell zu bedienen. Heinrich Feger, Metzgermeister Gasthaus zum „Adler"