I rm\ m Westes Heimatblatt für Stadt und Bezirk Offenburg Erscheint wöchentlich dreimalig. Bezugspreis fOr den laufenden Monat DM 1.15 zuzüglich 2S Pfennig Trägerlohn. Einzelnummer 20 Pf. Im Falle höherer Gewalt oder bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. Sffenburger Zeitung ügeKÄ Anzeigenblatt mit anerkannt guter . Werbewirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenburg. Zur Zelt ist die AnzeigenpreisUste Nr. 1 gü’tlg. Drude und Verlag: A. Reiff & Ci«.., Buchlruckerei Offenburg/Bad. Geschäftsstelle: Offenburg, Korustraße 10. Fernsprecher: Offenburg Nr. 1537 und 2134. Postschlleßfach Nr. 133 . Postscheckkonto' Karlsruhe Nr. 138 *1. Nummer 35 Offenburg, Donnerstag, 23. März 1950 Ausgabe a l 139 . Jahrgang Bonner Vorschlag für Einheitswahlen Appell der Bundesregierung an die Welt — Wahlen unter Viermächtegeseij und internationaler Kontrolle — Persönliche und politische Betätigungsfreiheit Voraussetzung Bonn. Die Bundesregierung veröffentlicht einen ins einzelne gehenden Vorschlag für gesamtdeutsche Wahlen. Nach Auffassung der Bundesregierung kann die deutsche Einheit auf folgende Weise wieder hergestellt werden: 1. Nach Erlaß eines Wahlgesetzes durch die vier Besatzungsmächte werden gesamtdeutsche Wahlen zu einer Verfassunggebenden Nationalversammlung ausgeschrieben. 2. Die Wahlen zur Nationalversammlung stehen in allen Teilen Deutschlands unter der Kontrolle von Kommissionen, die sich aus Vertretern der vier Besatzungsmächte oder aus Vertretern der Vereinten Nationen zusammensetzen. 3. Einzige Aufgabe der Nationalversammlung ist die Ausarbeitung einer deutschen Verfassung. Der Verfassungsentwurf wird dem deutschen Volke zur Bestätigung vorgelegt. Die Bundesregierung betont, daß die persönliche und politische Bewegungs- und Betätigungsfreiheit in allen Zonen als Voraussetzung für gesamtdeutsche Wahlen garantiert sein muß. Sie nennt h’erfür folgende Bedingungen: 1. Betätigungsfreiheit für alle Parteien in ganz Deutschland und Verzicht aller Besatzungsmächte, die Bildung und Betätigung politischer Parteien zu beeinflussen. 2. Die persönliche Sicherheit und der Schutz vor wirtschaftlichen Benachteiligungen aller für politische Parteien tätigen Personen muß von allen Besatzungsmächten und deutschen Behörden vor und nach der Wahl gewährleistet sein. 3. Zulassung und Vertriebsfreiheit für alle Zeitungen in ganz Deutschland. 4. Freiheit des Personenverkehrs innerhalb ganz Deutschlands una Fortfall des Interzonenpasses. Die Schaffung und Sicherung dieser Freiheiten liege bei den vier Besatzungsmächten. Den Deutschen müsse die Möglichkeit gegeben werden, jederzeit zum Schut 7 dieser Rechte Viermächteinstanzen anrufen zu können. Die Bundesregierung erklärt, daß sie seit ihrem Bestehen keine größere Aufgabe kenne als die Wiederherstellung der deutschen Einheit. Sie sei sich bewußt, daß die erstrebte, ganz Deutschland umfassende staatliche Ordnung aus dem freien Entscheid des ganzen deutschen Volkes kommen muß Die Bundesregierung erinnert daran, daß sie von dem Vorschlag des amerikanischen Hohen Kom- Prüm. Im Kaffeeschmuggler-Prozeß in Prüm kam es am Mittwochabend zu einer Sensation, als sich herausstellte, daß der Vertrauensmann der Zollfahndungsstelle Koblenz, der Kaufmann Schmidt aus Heidelberg, minde- stenz in einem Fall den von den Angeklagten gelieferten Kaffee auf eigene Rechnung gekauft und weiterveräußert hat. Ein als Zeuge geladener Beamter der Zollfahndungsstelle erklärte dazu, er könnte den Fall zwar genau aufklären, müsse aber die Aussage verweigern, da er die Genehmigung dazu nicht habe. Er erklärte wörtlich: „Ich könnte den Film regelrecht abrollen lassen, aber ich will noch keine Sensation machen“. Im Verlauf der Verhandlungen ergab sich, daß der Wagen, mit dem Schmidt am 10. November mit acht Zentnern Kaffee aus der Eifel kam, in Mayen aufgegriffen worden war. Auf eine telefonische Rückfrage der Mayener Polizei, was zu geschehen habe, erklärte der Leiter der Zollfahndungsstelle Koblenz sofort, was Schmidt getan habe, sei eine Schweinerei. Trotzdem wurde der Wagen freigegeben. Es wurde weiter festgestellt, daß Schmidt fünf Zentner Kaffee, das Kilo zu 21 DM. an eine Bonner Firma verkaufte, wobei er im Kaufvertrag bescheinigte, der Kaffee sei regulär verzollt Der Juweliermord von Waldkirch Auch der letzte Beteiligte verhaftet Freiburg. Nach einer Mitteilung des Landeskriminalamtes in Freiburg hat die österreichische Kriminalpolizei einen Polen -verhaftet, der missars John M c CI o y für gesamtdeutsche Wahlen mit Genugtuung Kenntnis genommen habe. Der britische Hohe Kommissar Sir Brian Robertson vertrete den gleichen .Standpunkt. Die Bundesregierung sei überzeugt, daß auch der französische Hohe Kommissar Andre Francois-Poncet gleicher Ansicht ist. Mitglieder der sowjetischen Regierung hätten auf den Außenministerkonferenzen und in amtlichen Verlautbarungen erkennen lassen, daß die Sowjetunion ebenfalls ein geeintes Deutschland anstrebt. Die Bundesregierung richtet einen Appell an alle Deutschen, an alle Besatzungsmächte und darüber hinaus an die gesamte Weltöffentlichkeit, dem deutschen Volk bei seiner Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit zu helfen. Sie bezieht sich dabei auf Präambel und Schlußartikrl des Grundgesetzes, in denen das deutsche Volk aufgefordert wird, die Einheit Deutschlands in freier Selbstabstimmung zu vollenden. • Ablehnung in der Ostzone Berlin. Mit den Worten „solchen Unsinn sehe ich mir gar nicht erst an“ lehnte der Minister- New York. Als ersten Schritt zu einer vollständigen deutsch-französischen Union und als Grundstein für die Vereinigten Staaten von Europa schlägt Bundeskanzler Dr. Adenauer die sofortige wirtschaftliche Vereinigung Frankreichs mit der Bundesrepublik vor. Eine solche Union würde die westeuropäische Zivilisation nach Ansicht Adenauers vor dem Zusammenbruch retten. Der Bundeskanzler empfiehlt die Bildung einer Zollunion und eines gemeinsamen souveränen parlamentarischen Wirtschaftsrates, dessen Mitglieder - von den gesetzgebenden Körperschaften beider Länder zu wählen wären; es könnten auch beide Regierungen Vertreter ernennen. Die kürzlich abgeschlossenen Saarkonventionen nennt Adenauer ein Beispiel für eine deutsch-französische Wirtschaftsverschmelzung. Diesen Vorschlag machte Dr. Adenauer in seinem dritten Interview mit dem Chefkorrespondenten der Nachrichtenagentur als vierter Mann art der Ermordung des Juwelierehepaares Kuri in Waldkirch am 7. Februar 1949 beteiligt gewesen ist. Mit seiner Ueberstellung an die deutschen Gerichtsbehörden ist in den nächsten Tagen zu rechnen. Die drei anderen Raubmörder, die ebenfalls polnischer Nationalität sind, wurden bereits vor einiger Zeit in Rottweil beim Versuch, einen Güterwagen auszurauben, von der französischen Gendarmerie verhaftet und legten im Verlauf der anschließenden Vernehmungen ein volles Geständnis über ihre in Waldkirch begangene Mordtat ab. Da es sich um Ausländer handelt, wird noch zu entscheiden sein, ob die vier Verbrecher von einem französischen Militärgericht oder von einem deutschen Schwurgericht abgeurteilt werden. Prof. Dr. Eucken in London gestorben Freiburg. Der bekannte Freiburger Nationalökonom Professor Dr. Walter Eucken ist auf einer Vortragsreise, die er auf Einladung englischer Nationalökonomen unternommen hatte, am Montag in London im Alter von 59 Jahren an einem Herzschlag gestorben. Professor Eucken, der Sohn des Nobelpreisträgers Wilhelm Eucken, wirkte seit 1927 an der Universität Freiburg und widmete sich vor allem dem Problem der Lenkung der Wirtschaft. Er ist der Verfasser des Werkes „Die Grundlagen der Nationalökonomie“. Der Verstorbene gehörte dem Deutschen Forschungsrat und dem Wissenschaftlichen Beirat beim Bundeswirt- schaftsministerium an. Präsident der Sowjetzonenfegierung Otto Grote wohl am Mittwochnachmittag eine Stellungnahme zu dem Wahlvorschlag der Bundesregierung ab. Er empfahl, die Ausführungen noch einmal zu lesen, die er am 6. März auf der Leipziger Messekundgebung gemacht habe. Grotewohl hatte in dieser Rede gefordert, daß als Voraussetzung für gemeinsame Wahlen in ganz Deutschland die „spalterische, zerstörerische und Deutschland vernichtende Entwicklung in Westdeutschland" beseitigt werden müsse. Ein Beamter der sowjetlsehen Informationsabteilung erklärte, der Vorschlag bedeute einen Versuch der „Bonner Söldnerregierung“ den demokratischen deutschen Kemstaat der Terror-Demokratie der Anglo-Amerikaner zu unterwerfen. Man dürfe heute nicht erwarten, daß die sowjetische Kontrollkommission Vorschläge einer nicht autorisierten Marionettenregierung als Verhandlungsgrundlage annehme. Der Präsident der Volkskammer der Sowjetzone, Johannes Dieckmann, lehnte den Vorschlag ab. Er sei ein nicht ausreichender Ansatzpunkt für eine wirkliche Wiedervereinigung ganz Deutschlands. INS, Kingsbury Smith. Dr. Adenauer ist der Auffassung, daß eine solche Union Deutschland und Frankreich eine neue Aera wirtschaftlichen Gedeihens bringen und sfeh als mächtiger Antrieb für den Marshallplan erweisen würde. Er hält die Verwirklichung des Unionsgedankens im jetzigen Zeitpunkt aber wegen der sich ständig verschärfenden politischen Spannung für besonders notwendig. Der Bundeskanzler warnt ausdrücklich vor der Annahme, daß die Sowjetunion in nächster Zeit keinen Krieg mit dem Westen wagen wird. Er glaubt, daß nur dje sofortige Anbahnung einer deutsch-französischen Union Europa Sicherheit vor einer Eroberung durch die Sowjetunion geben könnte. „Nach meiner Ueberzeugung“, erklärte Adenauer, „würde sich für die Sowjetunion ein Krieg lohnen, wenn sie sicher ginge, ganz Europa in ihre Gewalt zu bekommen. Wenn Westeuropa von sowjetischen Armeen besetzt würde, könnte die Sowjetunion die Intelligenz Westeuropas und sein Arbeitspotential versklaven und alle diejenigen liquidieren, die sich zum Widerstand zusammenschließen. Es ist nach meiner Ansichtj höchst unwahrscheinlich, daß die Vereinigten Staaten in der Lage wären, für die Befreiung eines ausgekämmten Europas zu kämpfen. Aus diesem Grande ist die Versuchung, einen Krieg zu riskieren, für Rußland viel größer, als allgemein angenommen wird.“ Der Friede könne nur gesichert werden, wenn sich die sowjetische Führung überzeugen müsse, daß ihr eine Eroberung Westeuropas nicht gelingt. Pariser Vorbehalte Paris. Nach einer Sitzung des Ministerrates gab der französische Informationsminister Teitgen am Mittwoch bekannt, die französische Regierung sei einverstanden, Vorschläge, die Westdeutschland für eine engere Union mit Frankreich machen würde, mit gewissen Vorbehalten in Erwägung zu ziehen. Auf der Sitzung hatte Außenminister ‘ Schuman eine Erklärung über die Vorschläge für eine deutschfranzösische Union abgegeben, die von Bundeskanzler Adenauer in seinen letzten Presse-Interviews gemacht worden waren. Teitgen sagte: „Die französische Regierung hat viele Beweise ihres Willens gegeben, alle konstruktiven Lösungen zu befürworten, die Deutschland den ihm in der europäischen Gemeinschaft zukommenden Platz sichern könnten. Aber die französische Regierung bleibt ebenso fest überzeugt davon, daß eine dauernde Regelung der deutsch-französischen Beziehungen im Rahmen der kollektiven Organisation Europas geschehen muß. Um die deutsche Einheit ak. Es sind jetzt vier Wochen her, daß der amerikanische Hochkommissar John McCloy in seiner Frankfurter Rede die politische Vereinigung Deutschlands auf der Grundlage freier gesamtdeutscher^ Wahlen als eines def Hauptziele der amerikanischen Politik bezeich* nete. Er versicherte in diesem Zusammenhang das deutsche Volk der Unterstützung seines Regierung bei der Erlangung seiner Einheit, wenn dies sich auf echten demokratischer» Grundsätzen aufbaue und den Willen der gesamtdeutschen Nation verkörpere. Inzwischen ist es um die Frage der Vereinigung der beiden deutschen Hälften nie mehr ganz ruhig geworden, bis am Montag dieser Woche aus dein Munde McCloys bekannt wurde, daß hinter seinen Vorschlägen gesamtdeutscher Wahlen auch der amerikanische Außenminister Detzn Acheson stehe. Nach diesem von amerikanischer Seite angestimmten Präludium hat nun die Bundesregierung mit ihrer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung selbst die Initiative ergriffen und an die vier Besatzungsmächte und die Welt den Appell gerichtet, dem deutschen Volke bei seiner Wiedervereinigung ÄU helfen. Solange die Welt und insbesondere das uns am nächsten stehende Europa in Nationalstaaten aufgespalten ist, wird man auch uns, die wir so lange gebraucht haben, ein Staat zu. werden, den Anspruch auf Einheit zuerkenneri und verstehen müssen, daß das deutsche Volk nie und nimmermehr die gegenwärtige Aufspaltung ln zwei. Halbsteaitn anaskenpeft wird. Die Spaltung Ist ja nicht unsere Schuld, unsere staatliche Einheit ist ja ausschließlich dem Ost- und Westkonflikt der Weltmächte zum Opfer gefallen. Das Bild, d^s Deutschland der Welt heute bietet, 'ist nur Spiegelbild einer in Mächtegruppen und- Antagonismen, gespaltenen Welt, die uns zu unserem Schaden immer wieder zwingt, für oder gegen Partei zu ergreifen. Es liegt also nicht in unserer Hand, daß die beiden Hälften wieder zusammenfinden, sondern die Wiedervereinigung des deutschen Ostens mit dem deutschen Westen gehört zur ausschließlichen Zuständigkeit der Alliierten des letzten Krieges. Aus dieser geschichtlichen und machtpolitischen Lage erklärt sich auch der Vorschlag der Bundesregierung, die gesamtdeutschen Wahlen zu einer verfassunggebenden Nationalversammlung nach Viermächtegesetz und unter internationaler Kontrolle abzuhalten. Mit gutem Recht erinnert sie gleichzeitig daran, daß alle vier Großmächte sich bisher stets für ein geeintes Deutschland ausgesprochen haben. In Deutschland selbst tun dies alle Parteien ohne Ausnahme, wobei nur die betrübliche Feststellung zu machen wäre, daß sich die beiden Teile Deutschlands inzwischen weitgehend auseinandergeredet und auseinandergelebt haben, mehr noch als es zur Zelt der Aufspaltung ln vier Zonen der Fall gewesen ist. „Staaten“, und handele es sich auch um künstliche Produkte, haben nun einmal die Tendenz, sich eigengesetzlich zu entwickeln und eifersüchtig ihre einmal konstituierte Staatlichkeit zu wahren. Dies gilt für die Bundesrepublik Deutschland, die sich von Anfang an als ein Provisorium bezeichnete, mehr aber noch für die auf sowjetischen Befehl entstandene „Deutsche demokratische Republik“. Jede unterhält echte und unechte diplomatische Vertretungen, jede schließt Handelsverträge und proklamiert ihre Souveränität im Rahmen der von der jeweiligen Besatzungsmacht zugestandenen Grenzen. Diese Entwicklung hat es den Deutschen im Westen und im Osten wirklich nicht leicht ge-, macht, Wieder zusammen zu kommen, zumal der Einheitsbegriff leider zu oft zu propagandistisch-taktischem Mittel herabggwürdigt wird. Wie die Dinge nun einmal liegen, wird das entscheidende Wort für die Wiedervereinigung und für gesamtdeutsche Wahlen die Sowjetunion zu sprechen haben. Die Sowjetzonen- Regierung und die sie parteipolitisch stützende SED lehnt aus Gründen der Selbsterhaltung die Durchführung freier uni demokratischer Wahlen ab, die von der Bundesregierung als Vorbedingung der Einheit proklamiert wird. Auch jetzt ist das Echo, das auf die Erklärung der Bundesregierung aus dem Osten kommt, alles andere denn ermutigend. Mit der Erklärung: „Solchen Unsinn sehe ich mir gar nicht erst an“, wie Otto Grotewohl, der Ministerpräsident der Sowjetzonenrepublik, gestern seinen ablehnenden Standpunkt formulierte, kann natürlich die Frage der deutschen Einheit nicht vorangetrieben werden, auch nicht mit Sensation im Kaffeeschmuggler-Prozeß Vertrauensmann der Zollfahndungsstelle schmuggelte auf eigene Rechnung Adenauer für Wirtschaftsunion Nur eine deutsch-französische Union kann Europa gegen Sowjetunion sichern Nr. 33 — Seite 2 A B Offenburger Tageblatt Donnerstag, SS. März 1930 der Auffassung des Herrn Dertinger, seines Zeichens Außenminister der Ostzonenrepublik, bei den Vorschlägen der Bundesregierung handele es sich um ein „sehr interessantes politisches Dokument“. Derartige Aeußerungen sind nur Dokumente des schlechten Willens. Im letz ten wird die Regierung der Sowjetzone so tanzen, wie die Sowjetregierung pfeifen wird. Diese also hat die Entscheidung über Deutschlands Wiedervereinigung in der Hand, eine Entsdieidung, die nach der Initiative der Bundesregierung eigentlich nicht sehr lange wird auf sich warten lassen können, denn jetzt heißt es: hic rhodus, hic salta — hier ist Rhodus, Jetzt springe. All denen, denen es diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs mit der deutschen Einheit ernst ist, bleibt aus Eigenem nichts zu tun übrig, als das gesamtdeutsche Bewußtsein und das Gefühl gegenseitiger Verpflichtung wachzuhalten. Amerikanische Diplomaten beraten deutsche Fragen Rom. Die achte Regionalkonferenz amerikanischer Diplomaten begann am Mittwoch in Rom. Es stehen Deutschlandthemen zur Debatte. Der amerikanische Hohe Kommissar, John McCloy, nimmt mit seinem politischen Berater James Riddleberger an den Besprechungen teil. In Rom soll vor allem über die Saar, die Berliner Situation und die Möglichkeit gesamtdeutscher Wahlen gesprochen werden. McCloy will außerdem die Demontage, die Dekartellisierung, das Flüchtlingsproblem, den deutschen Schiffbau, die Arbeit der Ruhrbehörde, die deutsche Wirtschaftslage im allgemeinen und den deutschen Interzonen- und Außenhandel auf die Tagesordnung bringen. Auch London nimmt Stellung London. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums erklärte am Mittwoch zum Vorschlag Dr. Adenauers, die britische Regierung würde jeden Schritt begrüßen, der Deutschland in nähere Verbindung zu den westeuropäischen Staaten bringt. Um den Vorschlag des deutschen Bundeskanzlers in allen Einzelheiten zu kommentieren, seien die notwendigen Informationen in London noch nicht vorhanden. 1,5 Milliarden Bundeshaushalt Benzin ab 1. April 55 Pfg. r Benzol 63 Plg. und Dieselkraitstoif 38 Pfg. — Etatdebatte ohne SPD — Länderbeiträge müssen 215 MilL-Deüzit decken Bonn. Der Bundestag verabschiedete am Mittwoch in Abwesenheit der SPD und KPD ein Gesetz über die neuen Treibstoffpreise und nahm in zweiter Lesung die Bundeshaushaltspläne des vergangenen halben Jahres für den Bundestag (zusätzlich der Bundesversammlung), den Bundespräsidenten und das Bundespräsidialamt sowie für den Bundesrat und das Bundeskanzleramt an. Die SPD nahm auch an der Haushaltsdebatte, die am Donnerstag fortgesetzt wird, nicht teil. Nach dem Beschluß des Bundestages wird Benzin künftig je Liter 55 Pfennig, Benzol 63 Pfennig, Petroleum 35 Pfennig und Dieselkraftstoff je Kilo 38 Pfennig kosten. Der Bundesrat muß dem Gesetz noch zustimmen. SPD und KPD-Fraktion hatten die Sitzung gleich zu Beginn unter Protestdemonstrationen und Pfuirufen verlassen, weil Bundestags- Präsident Dr. Köhler die SPD-Abgeordne- ten Herbert Wehner und Rudolf Heiland wegen des Hedler-Zwischenfalls für zehn bezw. acht Sitzungstage ausgeschlossen hatte. Die Abgeordneten haben sich nach den Feststellungen Köhlers an den Tätlichkeiten gegen den Abgeordneten Wolfgang Hedler während der Saarsondersitzung des Bundestages beteiligt. Die SPD-Fraktion betonte unmittelbar nach ihrem Auszug in einer Erklärung, Hedler sei kein Abgeordneter, er habe sich sein Mandat durch Fälschungen erschlichen. Zwei Ausschußanträge, in denen die Bundesregierung für den Wiederaufbau kriegszerstörter landwirtschaftlicher Anwesen bevorzugt Mittel flüssig machen und mit der Hohen Kommission über eine wirksame Bekämpfung der Wildplage verhandeln soll, wurden angenommen. Haushaltsdebatte über den Bundeshaushalt Anschließend begaici der Bundestag seine erste große Haushaltsdebatte - über den Bundeshaushalt des letzten halben Jahres, der mit 969 Millionen Mark in Einnahmen und Ausgaben abschließt und mit dem Ergänzungshaushalt von 587 Millionen Mark ins- Neuer Haßgesang Bevins „Denkt daran, wer Salzgitter gebaut hat!” 'London. Der britische Außenminister Be-Adenauer in einem Interview aus, das er dem v i n erklärte am Mittwoch im Unterhaus Korrespondenten des „Massaggero“, Dr. Carlo zur Demontage in Salzgitter: „Ich stimme mit den Maßnahmen der britischen Regierung in Salzgitter fiberein. Wir sollten uns daran erinnern, warum Salzgit- ter gebaut wurde und wer es gebaut hat. Wir sollten uns an die Zwangsarbeiter ans Frankreich und den anderen Ländern erinnern und wie tief all dies in den Seelen jener Menschen brennt, die diese Gebäude sehen.“ Bevln hatte zuvor behauptet, die britische Regierung beabsichtige nicht, in Deutschland solche Gebäude zu zerstören, die für friedliche Zwecke verwandt werden könnten. Als der Labourabgeordnete Emrys Hughes erklärte, daß dieser Grundsatz in Salzgitter nicht eingehalten werde, gab Bevin die obige Erklärung ab. Ein Vertreter des Luftfahrtministeriums gab bekannt, daß er eine Bittschrift von neun Helgoländer Fischern erhalten habe, in der diese sich gegen die Bombardierung des Helgoländer Friedhofs wenden. Er werde Zusehen, ob es möglich sei, den Friedhof aus dem für Bombardements vorgesehenen Gebiet auszusparen. Der konservative Abgeordnete Professor Savory rief daraufhin ans: „Ist es jemals In der Geschichte schon vorgekommen, daß eine christliche Nation einen Friedhof in Zeiten tiefsten Friedens bombardiert hat?“ Adenauer für deutsch-italienische Zusammenarbeit Rom. Für eine enge deutsch-italienische Zusammenarbeit sprach sich Bundeskanzler Dr. gesamt1,556 Milliarden Mark beträgt. Die SPD-Fraktion war nach wie vor nur durch einen Beobachter vertreten, während fünf KPD-Abgeordnete wieder teilnahmen. Im Dezember v. J. war der vorläufige Haushalt in erster Lesung nach kurzer Debatte an den Haushaltsausschuß überwiesen worden. Der Ausschuß hat inzwischen festgestellt, daß der ursprüngliche Fehlbetrag von 340 Millionen Mark durch Abstrich an den Ausgaben und Herauf Setzung der Einnahmeposten auf 215 Millionen Mark verringert werden kann, die durch Länderbeiträge gedeckt werden müssen. Nach der einleitenden lebhaften Debatte wurden verschiedene Anträge auf Herabsetzung der Zahl der Ministerien abgelehnt. Haushalt des Bundesrates Vor Abschluß der Sitzung holte das Plenum die Abstimmung über den Haushalt des Bundesrates nach. Gegen die Stimmen der KPD und DRP wurde der Einzelplan des Bundeshaushalts für den Bundesrat in zweiter Lesung angenommen. Fünf Einzelposten des Bundeshaushalts in zweiter Lesung angenommen In der folgenden Beratung der Einzelposten des Bundeshaushalts wurde in zweiter Lesung der Haushalt des Bundestages, der Bundesversammlung sowie der Haushalt für den Bundespräsidenten und das Bundespräsidialamt gegen die Stimmen der DRP, WAV, KPD und des Zentrums bei Abwesenheit der SPD angenommen. Das Plenum stimmte auch dem Haushaltsplan des Bundeskanzleramtes zu. Gegen die Stimmen der KPD und DRP wurde der Bundesetat angenommen Zu Beginn der Berichterstattung über den Haushalt des ERP-Ministeriums dankte der CDU/CSU-Abgeordnete Karl Dengler dem amerikanischen Volk unter dem Beifall des Plenums für die großen Hilfeleistungen. Mit der Aussprache über den ERP-Haushalt setzt der Bundestag am Donnerstag die Haushalts- debatte fort. Bundestagspräsident Dr. Köhler schloß die 49. Sitzung und berief die 50. Sitzung auf Donnerstagvormittag 10 Uhr ein. Die Aussprache über den Bundeshaushalt soll dann mit der Beratung des Haushalts für das ERP- Ministerium fortgesetzt werden. * Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion Dr. Heinrich von Brentano, bezeichnet« in einer im Anschluß an die Sitzung herausgegebenen Erklärung das Verhalten der SPD- Fraktion, die der Debatte über den Haushalt femgeblieben war, als verantwortungslos. SPD-Vertreter hätten im Aeltestenrat zugegeben, daß das Verhalten einiger ihrer Frak- tipnsmitglieder während des Hedler-Zwi- Trotter, gewährte. Dr. Adenauer sprach sich für eine schrittweise Verwirklichung einer möglichst engen Zusammenarbeit zwischen Italien und Deutschland aus. Die Annäherung müsse jedoch vorerst auf das wirtschaftliche und kul-1 schenfalls eine disziplinarische Ahndung ver- turelle Gebiet beschränkt bleiben. > lange. Französische Erklärung zum Elsaß-Kanal Bonn. Das französische Hohe Kommissariat wies Vorwürfe deutscher Zeitungen zurück, daß die französischen Arbeiten am großen Elsaß-Kanal den Grundwasserspiegel in Südbaden , um zwei Meter gesenkt und dadurch die Landwirtschaft schwer geschädigt hätten. Erhebungen des Landwirtschafts- und Ernährungsamtes in Freiburg hätten bestätigt, daß der Wasserspiegel in der Nachbarschaft des Rheins bereits seit Jahrzehnten erheblich gefallen ist. Adenauer ging schließlich noch auf die deutsch-französischen Beziehungen ein. Er bezeichnete die Furcht der Franzosen vor der „deutschen Gefahr“ als eine Krankheit, gegen die es leider bisher kein Heilmittel gebe. Möglicherweise liefere aber der Gedanke der europäischen Zusammenarbeit in Zukunft dieses Heilmittel. „Es gehe langsam voran“, meinte er. „Vielleicht wäre es gut, wenn die Amerikaner einen leichten Druck ausübten.“ Volkspolizist als Munitionslieferant Prozeß gegen eine Berliner Gangsterbande Berlin. Ein Aufgebot von rund 100 Volkspolizisten sicherte die Verhandlung gegen den 18jährigen Bandenführer Werner Gladow, dessen Mutter und neun Bandenmitglieder vor dem Berliner Schwurgericht im Sowjetsektor. Den Angeklagten werden zwei vollendete Morde, 15 Mordversuche, eine Verabredung zum Mord und zahlreiche Raubüberfälle zur Last gelegt, bei denen sie stets Feuerwaffen mit sich führten. Gladows Mutter soll den Polizisten bei der Verhaftung ihres Sohnes aktiven Widerstand entgegengesetzt haben. Djfe meist vorbestraften Angeklagten waren an Händen Italien im Zeichen des Generalstreiks Rom. Italien steht am Mittwoch im Zeichen des zwölfstündigen, von dem kommunistisch beherrschten Allgemeinen Gewerkschaftsbund (CG1L) ausgerufenen Generalstreiks. In den großen Städten scheint der Aufruf des CGIL, der über angeblich fünf Millionen Mitglieder verfügt, im allgemeinen befolgt worden zu sein. In den Vormittagsstunden waren die Straßen zunächst wie ausgestorben. Später kam es —vor allem in Rom — zu zahlreichen Demonstrationen und Zusammenstößen mit der Polizei. Bisher wurden allein in Rom über tausend Personen festgenommen. Ursache des Streiks sind scharfe Bestimmungen, die die Regierung gegen rechts- und linksradikale Gruppen erließ. Anlaß zur Durchführung des Streikbeschlusses waren Zusammenstöße in Lentalla bei Chieti, bei denen am Dienstag zwei Demonstranten getötet wurden. Innenminister Mario Scelba, der „starke Mann Italiens“, hat für Mittwoch alle politischen Versammlungen verboten. In Rom kam es am Mittwoch zu zahlreichen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, die ständig mit ihren fliegenden Brigaden in allen Hauptverkehrsstraßen patrouillierte; es gab einige Leichtverletzte. Demonstranten versuchten, einen Autobus umzustürzen, wurden aber von den Wachtposten eines Ministeriums an ihrem Vorhaben gehindert Die Peter* kirche wurde von einem besonders starken Polizeiaufgebot gesichert da Papst Pius XII. am Mittwoch im Petersdom zehntausend Pilgern den Segen erteilte. Schweizer Garden sind an den Toren und Mauern der Vatikanstadt zum Schutz gegen Uebergriffe aufgezogen. Auch die USA-Bot- schaft, in der die Diplomatenkonferenz stattfindet, wird von einem starken Polizeiaufgebot gesichert, In der Nacht zum Mittwoch und in den frühen Morgenstunden explodierten in Rom vier, Bomben. Ein Parteibüro der Kommunisten und eins der christlichen Demokraten wurden durch die Explosion zerstört Anschläge vor einem Geschäft und einer Bar im Zentrum der Stadt richteten unbedeutenden Schaden an. Von den nichtkommunistischen Gewerkschaften wird in Rom mit zweihundert Straßenbahnzügen ein Notverkehr aufrechterhalten. Der Generalstreik ging in den Abendstunden zu Ende, ohne daß es während des Tages zu ernsteren Zwischenfällen gekommen war. Nur aus Parma wird ein größerer Zusammenstoß zwischen Streikenden und Polizisten gemeldet bei dem eine Person getötet und mehrere Personen verletzt wurden. In den Abendstunden kehrten mehrere Arbeiter, die während des Tages verhaftet worden waren, wieder nach Rom zurück. Die Polizei hatte sie nach ihrer Verhaftung auf Lastwagen geladen und 16 km vor der Stadt abgesetzt Von dort mußten sie zu Fuß zurücklauföi. und Füßen gefesselt und von einem starken Polizeikordon umgeben. Der Prozeß wird rund drei Wochen dauern. Gladow organisierte eine regelrechte Bande, die 21 Schußwaffen besaß, von denen stets rücksichtslos Gebrauch gemacht wurde. Neu hinzukommende Bandenmitglieder mußten Mut-, Intelligenz- und Erfahrungsproben ab- legen. Er selbst, sagte Gladow, habe die Verbrechen mehr aus Abenteuerlust begangen. Durch Kriminalfilme und die Lektüre von Kriminalromanen sei er dazu angeregt worden. Der 22jährige Mitangeklagte Jürgen Menges war nach seinen Aussagen bis zu seiner Verhaftung im vorigen Sommer Angehöriger der Volkspolizei und gleichzeitig Munitionslieferant für die Gladow-Bande. Da dies seinen Vorgesetzten damals noch unbekannt .war, wurde er zu dem Kommando eingeteüt, das Gladow in der Wohnung seiner Eltern ausheben sollte. Er beteiligte sich auch tatsächlich an der Aktion, bei der mehrere Polizisten von dem wild um sich schießenden Gladow verletzt wurden, bevor Gladow selbst, von verschiedenen Kugeln getroffen, überwältigt werden konnte. Das Urteil im Schweizer Uhrenschmuggler-Prozeß Tübingen. Die Große Strafkammer fällte jetzt das Urteil gegen sechs Angeklagte, die als Glieder einer großen Schmugglerkette geholfen haben, Schweizer Uhren unter Umgehung des Zolls nach Deutschland zu bringen und zu verkaufen. Die Urteile lauten auf Gefängnisstraf öi zwischen 2 und 16 Monaten und auf Geldstrafen zwischen 1000 und 15 000 DM. Fünf der Angeklagten wurden ferner zur Vergütung eines Wertersatzes für hinterzogene Steuern und Zölle in Höhe von 2,34 Millionen DM verurteilt, an deren Stelle ersatzweise ein Tag Gefängnisstrafe für je 10 000 DM tritt. Die geschmuggelten Uhren wurden durch einen Lörracher Kaufmann und Zolldeklaraten durch die Zollkontrolle gebracht, nach Singen a. H. befördert, dort eingelagert und später verkauft Neues in Kürze Die au* der Tschechoslowakei aussesiedelte ent* Gruppe von 345 Deutschen, die im Grenzlager Fnrth im Walde aulgenommen wurden, soll bis Donnerstag anl die einzelnen DLnder der Bundesrepublik verteilt werden. SQdbaden wird 39 Umsiedler aut- zunehmen haben. In Manchen wurde der „Bund der Pfalzfreunde ln Bayern" gegründet. Dem Bund gehören prominente Mitglieder der bayrischen Staatsregierung, des Landtags und der Ministerien sowie Vertreter des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens an. Die Preisbindung für Pflanzkartoffeln ist am Antrag des Bundesernährungsministeriums vom Bunde*- wlrtschaftsministerium aufgehoben worden. Die Getreidepreise werden nach einem Beschluß des Bundeskabinetts im laufenden Wirtschaftsjahr, d. h. bis zum 30. Juni, nicht geändert. Der Aufsichtsrat der Reichswerke Watenstedt-Salzgitter beschloß, am Donnerstag die „Hüttenwerke Watenstedt-Salzgitter GmbH.“ als neue Betriebsgesellschaft mit einem Grandungskapital von 100 000 DM zu gründen. Die neue Gesellschaft umfaßt die den Werken verbliebenen drei Hochöfen der ersten Ausbaustufe, die Kokerei II und das Kraftwerk Hallendorf mit den dazugehörenden Nebenanlagen. Am Mittwochvormittag wurden die bisher noch fortgesetzten Bohrungen an den zur Sprengung vorgesehenen Fundamenten der Kokerei II eingestellt. Die deutsche Minderheit konnte bei den letzten Gemeindewahlen in Nordschleswig einen beträchtlichen Stimmenzuwachs verzeichnen. Sie erhielt 67SÖ Stimmen und 47 Mandate gegenüber 5098 Stimmen und 40 Mandaten bei der vorangegangenen Wahl. Dazu kommen zwei Kreistagsmandate; in den Städten konnte die Zahl der Mandate von neun am zwölf erhöht werden. Die diesjährige Utrechter Frühjahrsmesse wurde mit einer Rekordbeschickung von fast 4000 Ausstellern, davon 61 Prozent aus dem Ausland, eröffnet. Unter den ausländischen Ausstellern führt die Bundesrepublik Deutschland mit 572 Firmen. Der bisherige belgische Ministerpräsident Gaston Eyskens gab am Mittwoch den Versuch auf, ein neues belgisches Kabinett zu bilden. An seiner Stelle wurde der führende christlich-soziale Baron Carton de Wiart von Prinzregent Charles beauftragt, vorbereitende Besprechungen über die Neubildung der Regierung zu führen. König Paul von Griechenland beauftragte am Mittwoch den Führer der Liberalen Partei, Sophokles Venizelos, mit der Neubildung der Regierung. „Glauben Sie an Gott?" 78 v. H. antworten mit einem klaren „Ja“ Allensbach. 88 Prozent der vom Institut für Demoskopie in Allensbach am Bodensee befragten Bewohner des Bundesgebietes glauben an Gott Bemerkenswert ist bei dem Ergebnis der Umfrage, daß die Prozentzahlen bei den verschiedenen Altersgruppen kaum unterschiedlich sind. Während 78 Prozent der Befragten auf die Frage „Glauben Sie an Gott?“ mit einem klaren „Ja“ antworteten, fügten 6 Prozent zum „Ja“ die Einschränkung „aber nicht im kirchlichen Sinne“ hinzu. Vier Prozent der Befragten wollten sich durch den Zusatz „an eine höhere Gewalt“ vom „kirchlichen Sinne“ offenbar noch weiter absetzen. Sechs Prozent sprachen ein klares „Nein“ aus, die restlichen sechs Prozent verweigerten die Antwort Die Nein-Sager erzielten ln Schleswig- Holstein, Hamburg und Bremen mit 13 v. H. und in Rheinland-Pfalz mit 11 v. H. den höchsten Prozentsatz, während Hessen mit 2 Prozent und Württemberg mit 4 Prozent den geringsten Anteil an den Nein-Sagern hatten. Lediglich fünf Prozent der befragten Flüchtlinge verneinten. Papstaudienz iür 15000 Pilger Rom. Papst Pius XII. empfing am Mittwoch in der St. Peters-Basilika über 15 000 Pilger zu der bisher größten Massenaudienz des Heiligen Jahres. Der Papst wandte sich in 6 Sprachen an die Pilger, die aus Deutschland, Oesterreich, der Schweiz, Spanien, den USA und Italien nach Rom gekommen waren. Südwürttemberg für Wohiebs Vorschlag Tübingen. Das Kabinett von Württemberg- Hohenzollern stimmte dem Vorschlag des südbadischen Staatspräsidenten Leo Wohieb zu, wonach die drei Regierungschefs der südwestdeutschen Länder sobald wie möglich noch einmal versuchen sollten, zu einer Vereinbarung über die Neuordnung des südwestdeutschen Raumes zu kommen. Das Tübinger Kabinett ist damit einverstanden, daß die Regierungschefs von Württemberg-Baden, Württemberg- Hohenzollem und Baden in Freudenstadt Zusammentreffen, und schlägt als Termin für die Zusammenkunft den Anfang der nächsten Woche vor. Wetterbericht Verbreiteter Druckanstieg führt über Mitteleuropa zum Aufbau eines Hochdruckgebietes, das zunächst ein erneutes Vordringen atlantischer Störungen nach Baden verhindert. Aussichten bis Freitagabend: Ueberwiegend trocken und heiter. Nachts Temperaturen nahe an 0 Grad und stellenweise leichter Frost, nachmittags in den Niederungen 15 bis 20 Grad, im Hochschwarzwald 5—10 Grad. Geringer Schneefall im Schwarzwald In den ••Gipfellagen des Schwarzwaldes sind bei Uebergang zu geringem Frost in der Nacht zum Dienstag leichte Schneefälle eingetreten. Die nächste Umgebung des Feldberges weist daher bis zu 5 cm Neuschnee auf. In Höhen über 1200 n. sind an Nordhängen weiterhin gute Sportmöglichkeiten gegeben: Feldberg: 60 cm, 3 cm neu, Firn, minus 2 Grad, tiport gut. — Herzogenhom: 50 cm. 2 cm neu, Firn, minus 1 Grad, Sport gut. — Altglas- bütten: 20 cm, Firn, minus 2 Grad, Ski stellenweise möglich. — Schauinsland: 15 cm, Schneedecke unterbrochen, minus 1 Grad. Donnerstag, 23. ÄJärz 1950 ABC Oflenburger Tageblatt Nr. 35 — Sette 3 Der Fremdenverkehr in Südbaden 45 Millionen DM Kriegs- und Besatzungsschäden stehen 1 Million DM Ent Schädigungen gegenüber - übernachtungs- u. Pensionspreise sollen erhöht weiden Badenweiler. In 95 Fremdenverkehrsgemein- stellt oder mindestens vorfinanziert werden den Südbadens wurden im Sommerhalbjahr könnten. 1949 insgesamt 385 576 Fremdenankünfte, davon 25 453 Ausländer, und 2 057 554 Fremden Übernachtungen, davon 73 350 Ausländer regi striert, erklärte der Vorsitzende des Verbandes der Hotels und verwandter Betriebe des Lan des Baden e. V , Alfred Brenner, Baden-Baden auf der Hauptversammlung des Verbandes in Badenweiler. In denselben Orten wird für das ganze Jahr 1949 die Zahl der Hebernachtungen auf 2,7 Millionen geschätzt. Die Ein nahmen aus dem Fremdenverkehr dürften 50 Millionen DM betragen haben. Damit wurde beinahe die Hälfte der Vorkriegszahlen erreicht, ein Ergebnis, das unter den gegebenen Verhältnissen als seh- günstig angesehen werden müsse. Die Einnahmen aus dem Auslän derverkehr in Südbaden dürften sich im vergangenen Jahi auf 1,5 Millionen DM in Devisen belaufen haben. Der Besuch der Bäder und Kurorte und damit auch die Rentabilität war allerdings örtlich und zeitlich sehr verschieden. Die Kriegs- und Besatzungs Schäden des südbadischen Hotel- und Gaststättengewerbes werden auf 45 Millionen DM geschätzt im Vergleich mit 85 Millionen DM Kriegs- und Demontageschäden der südbadischen Industrie. An Entschädigungen wurden bisher etwa eine Million DM an das Hotel- und Gaststättengewerbe gezahlt Zum Ausgleich der erhöhten Betriebskosten genehmigte die Preisüberwachungsstelle nach langwierigen Verhandlungen kurz vor der Hochsaison einen Zuschlag von 1.50 DM pro Bett, einen Heizungszuschlag von 40 Pfennig pro Uebernachtung und eine Erhöhung der Pensionspreise bis zu 25 Prozent. „Die auf Veranlassung der amerikanischen Militärregierung in Westdeutschland eingeführte Gewerbefreiheit hat auch im Hotel- und Gaststättengewerbe eine Unzahl von volkswirtschaftlich nicht vertretbaren Neugründun gen bis herab zu vielen Hunderten von Eis dielen gebracht und dazu geführt, daß die Zentren mancher westdeutschen Städte den orientalischen Basaren gleichen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Dr. Moritz Hoff- mann (Frankfurt). Die noch bestehenden Preisbindungen müßten aufgehoben werden, nachdem die Erfahrung gelehrt habe, daß sich keine unerträglichen Folgen für den Verbraucher daraus* ergäben Zinsen für Bankkredite, die bisweilen über zehn Prozent hinausgingen, seien zu hoch; auch der Zinssatz von 7,5 Prozent für die Marshallplan-Kredite sei nicht tragbar. Landtagspräsident Dr. Karl Person wies u. a. darauf hin, daß 75 Prozent aller Staatsausgaben und damit auch aller Steuergelder gewissermaßen für eine Konkursverwaltung verwandt werden müßten, sei es als Renten, sei es als Besatzungskosten oder als Wiederaufbaulasten. Wirtschaftsminister Dr. Lais sprach vor allem über die Anträge auf Freigabe weiterer Beherbergungsbetriebe und bedauerte, daß diese Bemühungen für St. Blasien und den Feldberger Hof noch keinen Erfolg gezeitigt hätten. Ministerialrat Dr. Schur, Referent für Fremdenverkehr beim Bundeswirtschaftsministerium, stellte in Aussicht, daß bis Ende Juni im Rahmen der zu erwartenden Freigabe von 1,15 Milliarden DM aus Marshallplan-Mitteln 25,5 Millionen DM für den Fremdenverkehr zur Verfügung ge- Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Vorsitzender des Verbandes ist Alfred Brenner, Baden-Baden, zweiter Vorsitzender Erich Grüner, Konstanz, Schatzmeister Josef Hosp, Falkau. Zu Beisitzern wurden gewählt: Louis Joner, Badenweiler, Ferdinand Huse, Kurhaus Sand, Karl Otto Schimpf, Offenburg, und Erwin Haas, Freiburg. Einlösung von ausländischen Reiseschecks Ausländische Reiseschecks und sonstige Reisezahlungsmittel können nach einer Mitteilung der Fachkommission Fremdenverkehr und Bäderwesen bei der Mehrzahl der badischen Kreditinstitute, ferner bei den ermächtigten Reisebüros in Badenweiler, Freiburg Konstanz und Lörrach sowie bei den Wechselstuben der deutschen Verkehrs-Kreditbank AG Karlsruhe, in Basel, Badischer Bahnhof, und in Weil-Otterbach, Grenzübergang, eingelöst werden. Sofern sich an Fremdenverkehrsplätzen das Bedürfnis zur Errichtung von Einlöse- stellen für' ausländische Zahlungsmittel ergeben sollte, sind entsprechende Anträge an die Fachkommission zu richten. „Kleines Spiel“ in Baden-Baden Baden-Baden. Wie die Leitung der Spielbank bekannt gibt, wird das sogenannte „Kleine Spiel“ für Einheimische* bestehend aus Cubus und Eoulca (einem neuen Roulette- Staatsbörgsdiaftsgesetz in Kraft Freiburg. Das am 13. Januar vom Landtag beschlossene Landesgesetz über Staatsbürg schäften für die badische Wirtschaft ist durch Verkündung im Badischen Gesetz- und Ver ordnungsblatt am 18. März in Kraft getreten Das Gesetz ermächtigt das Finanzministerium, zur Befriedigung dringender sozialpolitischer und volkswirtschaftlicher Bedürfnisse, ferner für den Aufbau von Flüchtlingsbetrieben sowie für den Existenzaufbau und die Existenz Sicherung von Schwerkriegs- und Schwer unfallbeschädigten bis zum Gesamtbetrag von 5 Millionen DM Bürgschaften für mittel- und langfristige Kredite durch die badische Staats Schuldenverwaltung zu übernehmen. Die Regierung plant, das Bürgschaftsgesetz dahin zu ergänzen, daß der Staat die Bürgschaft für weitere 15 Mill DM übernimmt, da der Betrag von fünf Mill. DM für den genannten Zweck als nicht ausreichend erachtet wird. Eine entsprechende Vorlage wird dem Landtag dem nächst zugehen. Gemaßregelte Kommunal- und Körperschafts bedienstete ' Dem Drängen der Vereinigung 1933 gemäß- steten, um Erlaß eines Wiedergutmachungsgesetzes für die Beamten, Angestellten und Arbeiter im .öffentlichen Dienst wurde endlich insofern ein Erfolg zuteil, als der Vereinigung zur Kenntnis gelangte, daß der Referentenentwurf zu diesem Wiedergutmachungsgesetz nunmehr fertiggestellt ist. Die Vorlage des Gesetzentwurfes wird dem Landtag noch vor der nächsten Plenarsitzung zugehen. Im Lohnsteuerabzug • nach den bisherigen Tabellen Handel sind neue Lohnsteuertabellen System, b^i dem rollende Karten die üb- ^ dem vermerk „Gültig ab 1. Januar 1950“ liehen Nummern ersetzen), mit Rücksicht auf __",_._._j_ liehen Nummern ersetzen), mit Rücksicht auf den offiziellen Eröffnungstag der großen Spielbank am 1. April erst am 2. April beginnen. Der Mindesteinsatz bei dem „Kleinen Spiel“ ist 1 DM, der Höchsteinsatz 100 DM. Amateurfunker-Treffen auf der Reichenau Konstanz. Amateurfunker aus ganz Europa und den USA haben ihre Beteiligung an einem internationalen Treffen der Kurzwellenamateure zugesagt, das der Deutsche Amateurradioklub der französischen Zone im Sommer auf der Bodenseeinsel Reichenau veranstalten wird. — Die erste Amateurfunker-Prüfung nach dem Kriege, die dieser Tage von der Oberpostdirektion Freiburg in Konstanz abgehalten wurde, bestand ein großer Prozentsatz der Prüflinge. erschienen, obwohl das Gesetz zur Aenderung des Einkommensteuergesetzes, das die Tarif Änderung vorsieht, noch nicht in Kraft getreten ist Das Badische Ministerium der Finanzen macht darauf aufmerksam, daß die Tabellen keine Gültigkeit haben und zur Zeit nicht angewandt werden dürfen. Der Lohnsteuerabzug ist ausschließlich nach den bisherigen Tabellen vorzunehmen. Tabakpflanzer fordern gesetzlichen Schutz Bretten. Der Landesverband der Tabakpflanzer in Nordbaden will bei der Bundesregierung den Schutz des inländischen Tabakbaues durch gesetzliche Vorschriften beantragen. Dies teilte der Geschäftsführer des Verbandes, Dr. Meißner, in einer Versammlung des Bezirksverbandes in Bretten mit. > Nachbarliche Rücksicht vertuschte Verbrechen Konstanz. Ein 38jähriger Malermeister von der Insel Reichenau, der sich innerhalb von 2 Jahren in mindestens 50 Fällen an Kindern vergangen hatte, wurde von der Konstanzer Strafkammer zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Der Verurteilte wird nach Verbüßung seiner Strafe m eine Heil- und Pflegeanstalt verbracht. Bei der Verhandlung stellte sich heraus, daß Bewohner der Reichenau schon mindestens ein Jahr vor Inhaftierung des Unholdes von dessen Vergehen wußten. Der Hauptzeuge, ein Oberwachtmeister, der die Erhebungen geleitet hatte, erklärte, auf der Insel Reichenau seien Hinz und Kunz derart verschwägert, daß niemand Anzeige erstattet habe. Der Angeklagte, der von dem Gerichts- Umsiedlungspause ist abgeiaufen Die Schwierigkeiten der Unterbringung sind nicht geringer geworden Freiburg. Nach einer Winterpause von über drei Monaten haben Mitte März die Flüchtlingstransporte aus Schleswig-Holstein, Bayern und Niedersachsen nach Baden wieder begonnen. Damit ist für das kleine Land im äußersten Südwesten Deutschlands das fast unlösbare Problem der Unterbringung dieser Menschen in Wohnungen und Arbeit wieder akut geworden. Man erinnert sich noch jener Kämpfe, die in zahllosen Konferenzen vor zahllosen Gremien geführt wurden, ehe die südbadische Regierung und die damalige französische Militärregierung si.ch bereit erklärten, überhaupt Flüchtlinge aufzunehmen. Damals wurden diese Widerstände im übrigen Deutschland nicht gerade gerne wahrgenommen, die Flüchtlingsumsiedlung des vergangenen Jahres hat jedoch gezeigt, daß selbst beim besten Willen der beteiligten Behörden und Privatpersonen oft nicht viel mehr herauskam als die Umsiedlung von einem Elendsquartier ins andere. Südbaden, die eine Hälfte eines früher lebensfähigen Landes, hat eine in der Hauptsache ländliche Struktur. Die meisten Bauern des Schwarzwaldes haben nur soviel Arbeit, Brot und Wohnraum, daß sie selbst gerade auskommen. Jeder, der hinzukommt, ist oft zuviel. Die wenigen Industriebezirke in der Gegend von Lörrach und in Mittelbaden können bei der seit Monaten auch hier steigenden Arbeitslosigkeit- nicht unendlich neue Arbeitskräfte aufsaugen. In dieser Lage befindet sich dieses Land in dem Augenblick, in dem die ersten von insgesamt 48 000 für dieses Jahr erwarteten Flüchtlinge ankommen. Die südbadische Regierung hofft, durch die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel und aus eigener Kraft — die durch die sehr hohen Besatzungskosten geschmälert ist —, das Aergste abzuwenden. Das Ei des Columbus wurde bisher aber auch hier, wie in allen anderen deutschen Ländern, noch nicht gefunden. Für FlüchtlingsindustrfBn, die hier und da im Lande mittlerweile bereits aufgebaut wurden, ist nicht viel Raum gegeben; dagegen hofft man durch den geplanten Bau der Autobahn Karlsruhes-Basel und durch die Elektrifizierung der Rheintalstrecke, die schon in diesem iTahr begonnen werden soll, Erleichterungen zu schaffen. Als wesentliche Voraussetzung zur Versorgung der Flüchtlinge bezeichnet man sowohl im Umsiedlungsamt als auch in der badischen Staatskanzlei die Herabsetzung der Besatzungskosten. Psychiater als infantiler, gemütsflacher Psychopath bezeichnet wurde, dem der Paragraph 51 zugebilligt werden müsse, erklärte sich in allen Fällen für schuldig. Der Oberstaatsanwalt nahm in seinem Plädoyer scharf gegen die „aus nachbarlicher Rücksicht geübte bürgerliche Feigheit“ Stellung. 58 000 Dollar im alten Leinensack Konstanz (SWK) Mühselig klettert ein altes Mütterchen von über 70 Jahren“ aus dem Zuge und humpelt langsam am Stock zur Zollkontrolle. In den Händen trägt sie einen alten schäbigen Leinensack und eine Handtasche. Sie will in die Schweiz reisen zu ihren Kindern. Die Zollbeamten tun mehr aus Neugier als aus Pflicht einen Griff in den al ten Sack und fördern 8000 Dollar in bar und 50 000 Dollar in Wertpapieren zu Tage. Die humpelnde Alte versah den Kurierdienst für eine internationale Schmugglerbande. Den Vater niedergeschlagen Wolfach. Ein 63jähriger Wolfacher Einwohner wurde beim Verlassen seines Hauses von seinem eigenen zweiundzwanzigjährigen Sohn mit einem Hammer niedergeschlagen. Mit schweren Verletzungen wurde der Vater in das Krankenhaus eingeliefert, wo er bedenklich damiederliegt. In der Jauchegrube ertrunken Mannheim. ,A.ls das fünfjährige Töchter- chen eines hiesigen Diplom-Ingenieurs in den Nachmittagsstunden noch nicht zu Hause war, suchten die Eltern das Kind in dem an die Wohnung anschließenden Gartengelände. In den Abendstunden wurde es dann tot in der Jauchegrube aufgefunden. Märkte in Baden • Freiburger Schlachtviehmarkt Auf dem Freiburger Schlachtviehmarkt vom 20. bis 21. März waren 116 Stück Großvieh aufgetrieben, davon 29 Ochsen 1,20 bis 1,80 DM (Preise je kg Lebendgewicht^ 22 Bullen 1,20 bis 1,70 33 Kühe 0,76 bis 1,60, 32 Rinder 1,30 bis 1,90, ferner 173 Schweine 2,30 bis 2,50, 69 Kälber 1,30 bis 2.40, 8 Schafe 1,40 bis 1,50. Die Ueberstände betrugen: 11 Ochsen, 10 Bullen, 11 Kühe, 14 Rinder, 21 Schweine, 6 Kälber und 3 Schafe. Ueber die Wellen des Funks Sfidfunk Donnerstag: 14.00 Schulfunk: Psychologische Reihe: Das kann Ich nicht! 14.30 Aus der Wirtschaft. 16.00 Zur Kaffeestunde. 16.50 Für die Frau. 17.05 Hausmusik. 18.30 Volkstüml. Chormusik. 19.30 Sport gestern und heute. 20.00 Frohes Raten — gute Taten. 20.40 Ihre Lieblingsmelodie. 22.05 „Vermächtnis und Verheißung". 23.00 Orchesterkonzert. 23.50 Zum Tagesausklang. Freitag: 14.00 Schulfunk: Geschichte: Aus unseren Tagen. 14.30 Informationen der IRO. 15.30 Wirtschaftsfunk. 15.45 Kinderfunk. 16.00 Nachmittagskonzert. 16.45 Neue Bücher. 17.00 Froh und heiter. 18.00 Aus der Wirtschaft. 18.15 Das Heinz-Lucas- Quintett. 20.00 Lachender Alltag. 20.30 Sinfoniekonzert. 21.50 Die Woche in Bonn. 22.00 Sendung der württembergisch-bad. Studentenschaften. 22.10 Dia Rundfunktanzkapelle. 22.45 „Die Diktatur der Angst". 23.15 Kleines Konzert. 23.50 Zum Tagesausklang. Südwestfunk Donnerstag: 14.00 Kinderliedersingen. 15.30 Nachwuchs stellt sich vor. 16.00 Dichtung der Zeit: Helmut Draws-Tychsen. 16.15 Nachmittagskonzert. 17.00 Deutschland und Frankreich in der Musik. 17.15 Musik zur Unterhaltung. 18.20 Wirtschaftsfunk. 18.30 Musik zum Feierabend. 20,00 Ein Tanzabend im Südwestfunk. 21.00 Jugend spricht zu Jugend. 21.15 Unterhaltungsmusiker von heut'e 22.30 Die großen Meister. 23.15 Stifter und Urworte von Weltreligionen. 23.30 Für Kenner und Liebhaber. Freitag: 13.15 Musik nach Tisch. 14.00 Für dia Schuljugend: Jean Paul Sartre. 15.30 Musik zur Teestunde. 16.15 Denken in Ordnungen. 16.30 Klaviermusik. 17.00 Wahrheit und Dichtung im Kunsthandel. 18.20 Frauenfunk: Aus Arbeit und Beruf. 18.30 Musik zum Feierabend. 19 40 Tribüne der Zeit. 20.00 Job. Seh Bach zum 200. Todestag. 20.45 „Der rheinländische Hausfreund“. 21.30 Volksmusik und Chorgesang. 22.20 Probleme der Zeit. 22.30 Wir erfüllen Hörerwünsche. • Berufsnot der Jugendlichen Frübjahrstagung der Südwestdeutschen Konferenz für Innere Mission Heidelberg. Unter außerordentlich, starker Beteiligung fand hier die Frühjahrstagung der Südwestdeutschen Konferenz der Inneren Mission statt. Zur Beratung stand die Berufsnot der heranwachsenden Jugend. 1949 gab es in Westdeutschland 1 555 000 jugendliche Heimatvertriebene. Dazu kommen schätzungsweise etwa 80 000 illegale Grenzgänger. Am 15. 10> 49 waren im Bundesgebiet 510 000 Jugendliche arbeitslos und ohne Lehrstelle, darunter 320 000 aus einer geregelten Tätigkeit entlassen. Daneben stehen noch 170 000 Berufsausbildungsanwärter, die keine Lehrstelle fanden. Heimatlos oder in der Heimat ohne Familie und aus zerrütteten Verhältnissen stammend, ohne Aussicht auf Arbeit irren viele Jugendliche im Westen von Ort zu Ort oder kommen als illegale Grenzgänger aus dem Osten. Dabei erscheint noch tiefergreifend die Gefährdung der weiblichen Jugend, die auch vom Abgleiten aus der normalen Bahn des Lebens und der Arbeit bedroht ist. Diakon Krumm - München gab ein erschütterndes Bild der Berufsnot der heutigen Jugend, Pfarrer D. Braune-Lohetal, der Leiter der Bethelschen Zweiganstalten bei Berlin, sprach als Sachkenner über das Problem der wandernden Bevölkerung auf der Landstraße. Diakon Goller, der Leiter der Arbeitskolonie Herzogsägmühle in Bayern, ergänzte die Ausführungen durch Berichte aus Gesprächen mit Wanderern in den Bahnhofsmissionsstellen und Obdachlosenuhterkiinften. Kirchenrat Dölker- Stuttgart sprach abschließend über die Lage der weiblichen berufstätigen Jugend. An die Referate schloß sich eine lebhafte Aussprache. Bei dem Ueberblick über das, was in den einzelnen Ländern getan worden ist, konnten dife Kirche und die Innere Mission in Baden von den Arbeitsgilden, vom Dienst- und Anlemjahr für Mädchen und von der Schaffung neuer Lehrlingsheime berichten. Die Arbeiten werden gemeinsam von Innerer Mission, Hilfswerk und Jugendarbeit der Landeskirche getragen. In der Staffelung: Auffangheim — Uebergangsheim — Jugendwohnheim sieht die Konferenz den richtigen Weg zum Einsatz und zur Sichtung der Jugendlichen. Ideal wäre es, wenn in einem Umkreis von je '30 bis 40 km im ganzen Bundesgebiet Wanderarbeitsstätten entstehen würden. Daneben müssen noch in viel größere Zahl als bisher Jugendwohnheime entstehen, von denen aus die Jugendlichen ihre Arbeitsplätze aufsuchen. epd Landestagung des Hilfswerkes in Heidelberg Das Hilfswerk der Evang. Kirche in Baden wird seine diesjährige Landestagung am 26. und 27. April ln Heidelberg abhalten. Badischer Pfarrertag in Offenburg Die Jahrestagung des Badischen pfarrver- eins findet in diesem Jahr am 29. Juni in Offenburg statt. Alle 14 Tage Ziehung hei der Siidd. Klassenlotterte In der Jetzt anlaufenden 7. Lotterie weiden neben dem bisherigen unverkürzten Spielplan in 4 Zwischenklassen weitere 20 000 Gewinne ausgespielt, so daß in insgesamt 9 Ziehungen 90 000 Gewinne gezogen werden. Die Anzahl der Lose ist hierbei nicht erhöht worden. Durch Zuzahlung von nur 1.— DM für das Achtel erwirbt jeder Losbesitzer das Recht, mii «einem Klassenlos auch an der betreffenden Zwischenklasse teilzunehmen. Obwohl die Teilnahme an den Zwischenklassen freiwillig ist, machen mehr als 80 Prozent der Spieler davon Gebiauch, um sidr die erhöhten und schnelleren Gewinnmöglichkeiten nicht entgegen zu lassen. Ausführliche Prospekte können kostenlos von den Staatlichen Lotterie- einnehmem bezogen weiden. Donnerstag, 23. März 1950 ABC Offenbarter Tageblatt Kr. 35 — Seite » Mühlburg ist neuerdings stark abgefallen. Der BCA sollte in der Lage sein, auf eigenem Platz einen Sieg davon zu tragen. »> Erkenschwick wird die 0:4 Vorspielniederlage wett machen wollen. Ein scharfer Kampf ist zu erwarten, bei dem die Schalter „Knappen“ mindestens ein Unentschieden herausholen dürften. 10 ) Mit dem Treffen Singen — Reutlingen dürfte eine wichtige Vorentscheidung in der Südliga fallen. Reutlingen geht als Favorit in den Kampf, llj Eine Begegnung, die als durch- •aus offen zu betrachten ist. Wir rechnen mit Un- entschieden. 12) Auch hier rechnen wir, wie im Vorspiel der beiden Gegner, mit einem Unentschieden. 13) Beide Mannschaften haben am vergangenen Sonntag ansprechende Leistungen gezeigt, die Tagesform dürfte den Ausschlag geben. Kleines Plus für Untertürkheim. 14) Die „Seehasen" haben neuerdings nicht viel geboten. So sehen wir auch am Sonntag Rastatt als den sicheren Sieger an. Es wird durchgegriffen! Spielerbestrafungen in der süddeutschen Oberliga Die neue Spruchkammer der süddeutschen Oberliga hat folgende Spielerbestrafungen ausgesprochen: Herberger und Langjahr (Stuttgarter Kickers) wurden wegen Schiedsrichterbeleidigung beim Spiel gegen den VfR Mannheim mit einer vierwöchigen Sperre (vom 6. 3. bis 6. 4.) belegt. Edmund Conen (Stuttgarter Kickers) erhielt wegen unsportlichen Verhaltens beim gleichen Spiel eine Geldstrafe von 38 — dm. Außerdem wird das Spiel VfR Mannheim gegen Stuttgarter Kickers in der Tabelle mit 5:2 für den VfR Mannheim gewertet. Struzina (Schwaben Augsburg) erhielt wegen unsportlichen Verhaltens im Spiel gegen die Offenbacher Kickers eine Geldstrafe. Schwaben Augsburg erhielt 50.— DM Strafe, weil es den Platz ohne Ausrufen'des Sportgrußes verlassen' hatte. Aufgrund einer Anzeige des Schiedsrichters Heller (Stuttgart) wurd« dem ersten Vorsitzenden des BC Augsburg, Direktor Drießletn, wegen Schiedsrichterbeleidigung eine Geldstrafe zudiktiert. Süddeutsche Hallen -Sdrwimm-Meister- schaiten in Reutlingen Das Reutlinger Hallenbad ist am Wochenende Schauplatz der süddeutschen Hallen-Schwimm-Mei- sterschaften für Männer und Jugendliche» für die 140 Einzel- und 25 Staffelmeldungen aus 27 Vereinen eingegangen sind. Am Samstag fallen bei den Man nern die ersten Entscheidungen und zwar über 200 m Kraul, 200 m Brust und der Kraulstaffel (100, 200, 200, 100 Meter). Als aussichtsreichste Anwärter bei den Entscheidungen am Samstag gelten der Rekord- Schwimmer Herbert Klein (München) über seine Spezialstrecke (200 m Brust) und der Pirmasenser Justus (200 m Kraul). Auch über 100 m Brust wird der Endsieg dem Münchener nicht zu nehmen sein. Die Entscheidung über. 200 Meter Kraul dürfte eine Neuauflage des Kampfes zwischen Justus, Reinhard und Hirsch bringen. Auch über 400 m Kraul gilt Justus als Favorit. In den Staffelwettkämpfen sind die Pirmasenser Vertreter favorisiert. Die Titel- Kämpfe werden von Wasserballspielen umrahmt. „Meine Starts wurden sabotiert 11 Manfred von Brauchitsch berichtet über seine Argentinienfahl t Der deutsche Autorennfahrer Manfred von Brauchitsch erklärte am Freitag in einem dpa-Interview in München, daß der in Südamerika ansässige deutsche Journalist Dr. Tabor nach seiner Meinung völlig die Tatsachen entstellende Berichte an Stuttgarter, Hamburger und Berliner Zeitungen gegeben habe. „In einem meiner wenigen Briefe aus Argentinien habe ich geschrieben, daß man meine Starts in Südamerika sabotiert habe“, sagte von Brauchitsch und fuhr erläuternd fort, daß ihm vor seiner Abreise ein 1,5 Liter Maserati-Rennwagen neuester Konstruktion zugesichert worden sei. Nach seiner Ankunft erhielt er jedoch einen 3 Liter Maserati ältester Bauart. Obwohl kein anderer Fahrer sich in dieses Fahrzeug gesetzt hätte, fuhr von Brauchitsch einige Trainingsrunden. Hierbei setzte der Motor aus, und die Bremsen -funktionierten nicht. Da mit diesem Wagen an einen Start nicht zu denken war, das Publikum jedoch — von Brauchitschs Fahrkunst begeistert — in Sprechchören einen richtigen Wagen für ihn verlangte, vertröstete man ihn. Die beiden argentinischen Spitzenfahrer Fangio und Gonzales hatten neben ihren neuen 2-Liter-Ferraris je einen 1,5 Liter Maserati in Reserve stehen. Man machte dem Deutschen Hoffnungen, einen von diesen Reservewagen zu benützen, wenn die beiden. Argentinier das Rennen auf den Ferrariwagen aufnehmen würden. Dies hätte sich ermöglichen lassen, da auch in Argentinien während des Rennens kein Fahr zeugwechsel erlaubt ist. Es kam jedoch so, daß die beiden Reservewagen in der Garage blieben, und von Brauchitsch Zusehen mußte. Eine kurzfristige Ueberholung des alten 3-Liter- Maserati hätte wohl für den Start und einige Runden genügt. 0 „Ich war mir aber bewußt, daß ich Deutschland und den deutschen Sport zu vertreten hatte und habe deshalb lieber auf das gegenüber den Siegpreisen wesentlich höhere Startgeld verzichtet, da ich mit einem veralteten Wagen das Rennen doch nicht durchstehen konnte.“ „Als die argentinische Bevölkerung und vor allem die vielen Deutschen von meinem Mißgeschick erfuhren. wollte man eine Geldsammlung für mich starten, damit Ich einen der modernen Rennwagen hätte fahren können. Aber das wäre ja nicht möglich gewesen, da in Argentinien keine Rennwagen gebaut werden. Ein dort lebender deutscher Bierbrauer erklärte sich sogar bereit, mir seinen alten Mercedes SSK zu überlassen. Trotz des guten Willens änderte sich aber an meiner unglücklichen Situation nichts, ich mußte auch bei den folgenden drei Rennen verzichten.“ von Brauchitsch wurde von Staatspräsident Peron empfangen, allerdings weniger in seiner Eigenschaft als Rennfahrer, sondern als Sportpräsident des ADAC, wobei von Brauchitsch gleichzeitig die Einladung für argentinische Rennfahrer zum „Großen Preis von Deutschland" auf dem Nürburgring überbrachte. Da der deutsche Rennfahrer immer noch leise Hoffnungen hatte, doch noch an einem Rennen teilzunehmen, trug er dem Präsidenten Peron seine Sorgen nicht vor. Die Hoffnungen wurden jedoch zunichte, das Ministerium verwies ihn auf den Automobilclub, und dieser wiederum zu anderen Dienststellen, keiner wollte das entscheidende Wort sprechen. von Brauchitschs großer Gegenspieler und Sa- ooteur seiner Pläne war der Uauemscne Betreuer der argentinischen Rennfahrer, Btgnanu. Angehörige des argentinischen Automobilklubs erklärten dem Deutschen, daß man ihm einfach keine Chance geben wollte, da man in ihm eilten weiteren bedeutenden Konkurrenten für das „AS“ Fangio erblickte. Trotzdem gab es nur zwei bis drei Fahrer, die an die alte Klasse heranreichen, war die Meinung des Deutschen. Er bezeichne te den Italiener Ascari als den kommenden Mann. Die Argentinier fahren nach seiner Ansicht viel zu wild und ungeschult. Nett war die Geschichte von der ersten Autofahrt des Ehepaars Brauchitsch in Buenos Aires. Mit 80 bis 90 Stundenkilometern rasen dort die Autos durch die Straßen der Viermillionenstadt. Ein Omnibusfahrer war so verwegen, daß von Brauchitsch nach überstandener Nervenprobe sich am Ziel auf die Knie fallen ließ und dafür dankte, daß Ihm wieder einmal „aas Leben geschenkt“ wurde. Auch Aja Vrzanova geht Ins Exil Die 18jährige tschechoslowakische Eiskunstlauf-Welt- meisterin Aja Vrzanova wird, dem Vorbild des Europameisters Edy Kiraly (Ungarn) folgend, ebenfalls nicht in die Heimat zurückkehren, sondern im Exil in England bleiben. Unser Tabellenspiegel Zonenliga Nord Wormatia Worms 20 19 1 0 82:11 89 FC Kaiserslautern 19 16 2 1 110:17 34 TuS Neuendorf 20 15 1 4 68:18 31 FK Pirmasens 20 13 3 4 41:23 29 Phönix Ludwigshafen 20 11 3 6 52:40 25 ASV Landau 21 9 5 7 33:41 23 Mainz 05 20 9 3 8 33:44 Spvg Andernach 21 9 3 9 50:43 21 VfL Neustadt 20 8 4 8 38:37 20 VfR Kaiserslautern 21 6 5 10 41:3fr 17 Eintracht Trier 21 5 5 11 34:54 15 FV Engers 20 5 3 12 31:71 13 Oberliga Nord Hamburger SV 23 17 4 2 74::26 36 VfL Osnabrück 23 15 1 7 53:37 31 FC St. Pauli 22 13 4 8 47:26 30 Werder Bremen 24 12 4 8 64:36 28 TV Eimsbüttel 21 11 4 6 43:23 26 Hannover 96 23 10 5 8 41:44 25 Eintr. Braunschweig 23 9 7 7 36:38 25 Bremerhaven 93 24 10 4 10 41:51 24 VfB Oldenburg 24 10 3 11 38:48 23 Concordia Hamburg 21 8 6 7 43:45 22 Arminia Hannover 20 9 3 8 22:21 21 Holstein Kiel 22 9 3 10 41:37 21 Bremer SV 22 « 2 14 35:53 14 Göttingen 05 22 5 3 14 30:51 13 VfB Lübeck 22 4 3 15 27:54 11 Harburger TB 22 2 2 18 22:67 6 Oberliga West Borussia Dortmund 24 16 3 5 64:2» 35 Horst Emscher 24 11 8 5 42:25 30 Schalke 04 24 14 2 8 52:44 30 FC Köln 24 12 5 7 48:31 29 Preußen Dellbrück 24 12 5 7 43:31 29 Spvg Erkenschwick 24 11 7 8 38:32 29 Rot-Weiß Essen 20 12 4 7 56:38 28 Hamborn 07 24 7 10 7 39:42 24 Duisburger SV 24 8 7 9 40:49 23 Preußen Münster 23 8 6 9 42:33 22 Rhenania Würselen 24 8 5 11 36:41 21 Rot-Weiß Oberhausen 24 7 7 10 34:45 21 Vohwinkel 80 24 6 7 11 36:52 19 Alemannia Aachen 24 4 9 11 27:49 17 Arminia Bielefeld 22 3 7 12 23:48 13 Duisburg 06 24 4 2 18 22:54 10 Landesliga Süd SC Baden-Baden 20 17 2 1 79:17 36 SV Aehern 21 10 6 5 49:30 28 ASV St. Georgen 20 1J 3 6 44:24 25 SV Schopfheim 21 10 5 6 63:33 25 Rot-Weiß Lörrach 2« 10 3 7 39:35 23 Blau-Weiß Freiburg 20 8 4 8 34:37 20 SV Ottenau 20 9 1 10 41:60 19 SpVgg Rheinfelden 21 6 7 8 34:44 19 VfR Stockach 21 6 5 10 51:54 17 ASV Freiburg 21 7 3 11 34:47 17 SV Gottmadingen 20 6 4 10 31:40 16 SV Gutach 21 7 2 12 32:44 16 ASV Furtwangen 19 6 2 11 37:68 14 SV Emmendingen 21 5 3 13 25:60 13 Handball - - Zenenüga Süd SV Schutterwald 15 13 1 1 144:64 27 FT/SC Freiburg 15 12 0 3 120:68 24 TSV Zähringen 17 11 1 5 128:98 23 SpVgg Niederbühl 14 9 2 3 129:90 20 Äot-Weiß Lörrach 14 7 2 5 118:93 16 Freiburger FC 18 7 2 7 93:87 16 SG Schiltach 17 5 1 11 66:131 11 FV Lahr 15 3 2 10 77:130 S SV Hauingen 16 3 1 12 67:110 7 Offenburger SV 15 1 0 14 70:139 2 Dortmund — Frankfurt — Stuttgart Neun Mannschaften ohne Heimspielniederlage ( Borussia Dortmund und Wormatia Worms aüf eigenem kiatz unangetastet Große Hallenbauprojekte vor ihrer Verwirklichung Von 94 Oberliga-Mannschaften können Immerhin noch neun Vereine (9,5 Prozent) den Nimbus der Unbesiegbarkeit auf eigenem Platz für «ich ln Anspruch nehmen. Aber nur zwei davon — Borussia Dortmund und Wormatia Worms — ließen keinen Punkt „außer Haus“, während die übrigen sieben Vereine — Schalke 04, Erkenschwick, SV Waldhof, FSV Frankfurt, Hamburger SV, SV Tübingen und SSV Reutlingen — einen oder mehrere Punkte durch unentschiedene Spiele auf eigenem Gelände einbüßten. Die einzige ungeschlagene Elf Ist dabei immer noch Wormatia Worms, die insgesamt 20 Begegnungen absolvierte. Bemerkenswert ist auch noch das hervorragende Abschneiden von Schalke 04, das im letzten Jahr nur durch die Erhöhung der Oberliga auf 16 Verein« dem sicheren Abstieg entging. Heute belegen die „Knappen" dagegen den dritten Tabellenplatz ln der Oberliga West. Zuhause gewannen sie elfmal und trennten sich einmal unentschieden. Als erster Meister im Bundesgebiet wurde die Turek-Elf von Ulm 1846 (Landesliga Württemberg) festgestellt, die sich damit einen Startplatz für die Aufstiegsspiele zur Süd-Oberliga erkämpfte. Ulm ist in 21 Spielen ungeschlagen (bei sieben Remis- Partien) und hat begründete Hoffnungen, auch die drei restlichen Begegnungen ohne Niederlage zu überstehen. Die Torschüijenliste In den Torschützenlisten der Fußball-Oberligen stehen folgende Stürmer an der Spitze: Oberliga Süd: Schieth (Eintracht Frankfurt) 16 Tore Oberliga West: Preißler (Bor. Dortmund) 21 Tore Oberliga Nord: Vetter (VfL Osnabrück) 22 Tore Stadtliga Berlin: Rogge (Oberschöneweide) 23 Tore Oberliga Ost: Werner (Dresden-Friedrichstadt) 24 T. Süd west, Gr. Süd: Schäuffele (SSV Reutlingen) 24 T. Südwest, Gr. Nord: O. Walter (Kaiserslautern) 34 T. Unter den besten Torschützen ist auch ein Landes- liga-Spieler zu finden, nämlich der bekannte Fritz Balogh, der für den VfL Neckarau 27 Treffer erzielte. Schäuffele weiter vor 8trittmatter In der Torschiitzenliste der Südliga liegt nach dem letzten Spieltag der Reutlinger Schäuffele mit 24 Toren vor Strittmatter (FC Singen) mit 22 Treffern in Führung. Hubrich (SV Tübingen) sowie Schäfer (SV Kuppenheim) belegen gemeinsam mit 30 Toren den dritten Platz vor Tritscbler (SC Freiburg) und Flöhl (Freiburger FC) mit je 15 Treffern. Der in den Großstädten fühlbare Mängel, »n; weiträumigen Hallenbauten wird im Laufe dieses oder des kommenden Jahres teilweise behoben werden. Nach Erledigung anderer dringlicher Aufgaben gehen Jetzt wenigstens die Städte einen Schritt wei- er, deren Hallen früher im Mittelpunkt standen. Dortmund baut seine Westfalenhalle wieder auf. Nach Ostern soll begonnen werden und im kommenden Winter sollen die ersten Großveranstaltungen rollen. Die Ausmaße sind imponierend: 100 m Länge, 77 m Breite und 36 m Höhe. Insgesamt sollen 23 000 Plätze verfügbar sein. Bei Sportveranstaltungen mit nur bedingter Auswertung des Innenraums sind 8000 bis 12 000 Sitzplätze vorhanden. Frankfurt am Main hat seine Festhalle. Sie dient in erster Linie Messezwecken. Aber nach der Herbstmesse wird der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen, so daß auch die Wünsche der Sportler erfüllt werden. Die Hallenfeste der Frankfurter Festhalle hatten vor dem Kriege im In- und Ausland einen großen Ruf. 17 500 Menschen sollen untergebracht werden. Nach Einbau einer Radrennbahn bleiben dann Immer noch über 11 ooo Sitzplätze übrig, sie garantieren größte Veranstaltungen. Die Frage von Spezialeinrichtungen, wie Kunsteisbahn, sind noch zu klären. In Stuttgart reift das Projekt einer Schwabenhalle heran, die die frühere Stadtnahe ersetzen soll. Die Frage der Finanzierung und des Aufbaues si*d allerdings noch nicht restlos geklärt, obwohl eine Industriefirma zwei , Millionen - zur Finanzierung beisteuert. _ Ais Gelände’ vöili man vom Staat die Freigabe,d^i, .Unteren Anlagen in der Nähe des Rosensteihpärkes erreichen. Die schon ausgearbeiteten Baupläne lassen eine Aufnahme von etwa 15 000 Zuschauern zu. Nach Einbau einer 180-m-Rennbahn könnten noch 10 000 Zuschauer untergebracht werden. Bunte Sportmeldungen Arbeitstagung der Jugendwarte des DTB Die Jugendwarte des Landesverbandes des Deutschen Tennisbundes besprachen am Samstag ln B.- Baden auf ihrer ersten Arbeitstagung Richtlinien für die Ausbildung und Förderung des Tennisnachwuchses in der kommenden Saison. Sepp Weiler verbesserte eigenen Schanzenrekord Sepp Weiler verbesserte am Sonntag seinen eigenen Rekord auf der Buchenberg-Schanze von 60 auf 62 m. Sein Clubkamerad Toni Brutseber (Oberstdorf) stürzte beim weitesten Sprung des Tages bei 64 m und mußte wegen Fußverletzung ausscheiden. Im. Basler Hallenbad trugen die Schwimmerstaffeln des Sportclubs Old Boys» des Freiburger FC und des SC Innsbruck einen Dreistädtekampf aus, der von den Oesterreichem vor Basel und Freiburg gewonnen wurde. KRIMINALROMAN VON FRED ANDREAS 6. Fortsetzung „Gut. Aber bedenken Sie eines, Fräulein Busch: die Versicherungssumme bekommt er ja nicht ... es sei denn, daß er-seine Frau in den Betrug eingeweiht hätte, was in diesem Falle wenig wahrscheinlich ist. Ferner: die Firma stand schlecht, also- konnte er kaum unauffällig eine nennenswerte Barsumme mitnehmen? Warum sollte er nun das neue Leben beginnen? Oder hatte er Kapital im Ausland?“ „Im Inland. Er hatte seit der Zeit, wo er die Monnard kennenlemte, ein Banksafe bei einer Depositenkasse. Freilich konnte er in der Kurzen Zeit nicht viel beiseitegelegt haben ohne mein Wissen — alle Kassenbuchungen gehen ja durch meine Hände —, doch bin ich überzeugt, daß er sieh für diesen Fall gesichert hat Wie, weiß ich nicht, aber ich bin ganz gewiß, daß er Geld oder Werte für seinen Zweck hatte.“ „Hm. Sie beschuldig«! ihn also des Versicherungsbetrugs“, begann Dr. Stern nach längerer Pause. „Das setzt voraus, daß er auf irgendeinem Umweg an der Versicherungssumme zu profitieren gedenkt Freilich kann dies auch mittelbar geschehen: Sicherung der Familie ist Vermögensvorteil im Sinne des Strafgesetzbuches. Andererseits wäre ihfi das schwer nachzuweisen, wie?“ „Ich finde, es ist ihm sehr leicht nachzuweisen, Herr Kommissar.“ „Dann muß er gespenstische Eigenschaften hahen. Er wa^ bei der Abfahrt der Regina an Bord, später nicht mehr. Es gab schweren Sturm. Wie ist er also ausgestiegen? Konnte er an Land schwimmen? Wurde er in einem bereitgehaltenen Motorboot gerettet?“ Anneliese Busch schüttelte mitleidig den Kopf. „Er ist nicht auf dem Schiff gewesen.“ „Aber der Steward hat ihn nachts stöhnen hören.“ „Wer weiß, wer da gestöhnt haj.“ „Das sagen Sie, Fräulein Busch. Aber wenn die Angaben der Zeitungen nur einigermaßen wahr sind — wenn das Danziger Protokoll nichts Verdächtiges enthält, wenn die Vernehmung der Besatzung alles bestätigt —, dann muß das Standesamt in Danzig den Todesschein au^stellen, und dann ist Doktor Hesse totl“ „Er ist nicht tot. Er ist sehr lebendig bei Fräulein Monnard“ Doktor Stern zuckte die Achseln. Das, was ihm Fräulein Busch bisher angegeben habe, erklärte er, reiche bei weitem nicht aus, ein Verfahren einzuleiten. Es sei vielleicht ein wertvoller Hinweis, ein Anlaß, die Angaben der Schiffsbesatzung ganz besonders genau zu prüfen — aber mehr nicht Erst wenn sich ein Anhalt dafür ergebe, daß sich Doktor Hesse bei der Abfahrt der Regina nicht mehr an Bord befunden habe, könnte etwas geschehen. Und dem widerspreche ja alles. Möglich, daß die Einzelheiten — alles das, was Fräulein Busch für „Vorbereitungen“ gehalten habe — in ihrem Sinne verdächtig seien, aber bekanntlich sei jeder dritte Verdacht mißlungen. Nach den bisherigen Feststellungen sei er einfach und nach allen Regeln der Kunst ertrunken. Freitag werde die Regina zurückerwartet, er werde ein ganz genaues Verhör in Stettin veranlassen, und dann werde man ja sehen. „Wie Sie meinen“, sagje Fräulein Busch spitz. Sie hatte erwartet, der Kommissar werde sich wie ein Schießhund auf jede ihrer Bekundungen stürzen, Doktor Hesse noch heute nacht mit allen Mitteln moderner Technik verfolgen und „die Monnard“ ein für allemal unmöglich machen und sogar wegen Beihilfe ins Gefängnis bringen. Statt dessen leistete man den Flüchtigen ideellen Vorschub, indem man sie nicht verfolgte, sondern duldete, daß ein Totenschein ausgestellt und die Versicherung um eine große Summe geprellt wurde. „Wie Sie meinen“, wiederholte sie noch einmal und noch um eine Nuance spitzer. „Ergibt sich aus dem Verhör etwas Neues, Fräulein Busch, so werde ich Sie auf die diskreteste Weise noch einmal hierher bitten.“ „Na schön.“ Sie stand auf und wollte den Kommissar mit einem kurzen Gruß verlassen. „Ich wohne Pestalozzistraße fünf.“ Doktor Stern notierte es und sagte: „Danke schön.“ Während er sich gleichfalls erhob, um der Besucherin den Zettel mit dem Brieftext zurückzugeben, fiel sein Blick noch einmal auf den leeren Fleck hinter dem Wort „in“. — Spätestens am 10. Aann ich dann bei dir sein in . . . „Wie war das eigentlich hiermit?“ fragte er, auf die Stelle deutend, „den Ortsnamen haben Sie nicht lesen können, Fräulein Busch?“ t „Nein. Er war kurz, aber ich konnte es nickt so genau ausmachen. Doktor Hesses Handschrift ist schwer leserlich. Es hieß vielleicht Ruppa oder Ruppo oder Kuppa ... Es war jedenfalls ein fremder Name. Aber das wird Sie ja kaum noch interessieren, Herr Kommissar.“ „Im Gegenteil, mein Fräulein, es interessiert mich sehr. Ich möchte sogar das Blatt hierbehalten. Unter Amtsgeheimnis, versteht sich.“ ,Bitte.“ „Also halten Sie mich gelegentlich auf dem laufenden, Fräulein Busch. Man kann ja nie wissen . . . Besten Dank einstweilen.“ „Auf Wiedersehen.“ Doktor Stern begleitete sie bis zur Tür und betrachtete sie noch einmal ganz genau. Die Empörung in ihrem Gesicht war so echt, daß man daraus getrost folgern konnte, ihre Anklagen seien in gutem Glauben erhoben worden. „Auf welcher Bank*, fragte Doktor Stern plötzlich weiter, „hatte Ihr Chef doch das Stahlfach?“ Fräulein Busch nannte ihm verwundert eine Depositenkasse in der Hardenbergstraße, nickte flüchtig mit dem Kopf nach der Richtung, wo Doktor Stern stand und ging schnell aus dem Zimmer. In dem verräucherten Vorraum starrte der uniformierte Beamte ihr verletzend ins Gesicht. Nein, sie . hatte diesen Ausgang bei weitem nicht erwartet. Auf dem Tiscn in ihrem möblierten Zimmer stand kalter Tee, sie goß ihn durstjg und ohne Gottesdank hinunter. Welch eine Welt war dies! Alles hat sich verschworen, Hesse und seiner Geliebten den Weg zu ebnen. Morgen .würden verlogene Nachrufe in den Zeitungen stehen, die Familie würde Trauer tragen, Beerdigungskutschen . . . ach nein, das ja nicht. Dies fiel freilich fort. Grauenhaft grotesk. Und der Tote saß irgendwo frisch und munter bereit, nach wenigen Tagen zu der Person zu stoßen, um derentwillen er dies alles unternommen hatte. (Fortsetzung folgt) Donnerstag, 23. März 1950 Offenbnrger Tageblatt Nr. 35 — Seite * 34 31 29 rs 23 A 21 20 17 IS 13 36 31 30 28 26 2S 25 24 23 22 21 21 14 18 11 6 39 30 20 28 24 23 22 21 2L 1» 17 13 10 2S 25 23 20 19 19 17 17 16 16 14 13 27 24 23 20 16 16 11 8 7 2 I M ^ZEITGESCHEHEN ■Als Un- rkes las« zu. loch ut- B.- iien ich- rd ige- auf orf) m [ein und der seesatt eht em nie ind Die laß in- >en s m ias ert ße, di- ell erstem em oß er. ich len ne li- it- iel n- sr- les Fast unbemerkt .... ... ist der Frühling in diesem Jahr ins Land gekommen. Der Winter war zu milde und an manchem Tag schien uns der Frühling näher zu sein, als in den vergangenen Jahren, so warm und gänzlich unwinterlich mutete er uns an. Seit Wochen also umfängt uns nun schon milde Witterung, sicherlich die Hauptursache dafür, daß der regelrechte Frühlingsanfang, der 21. März, von vielen gar nicht vermerkt wurde. Aber am vergangenen Dienstag war’s soweit und auch gestern war ein solch herrlicher Sonnentag, daß einem so recht das Herz im Leibe lachen mochte. Das ist nun also die Zeit der jungen Liebespaare, das sind die Tage, an denen junge Mütter mit süßer Fracht unbesorgter ins Freie fahren. Die Sonne hat nun schon wieder Kraft und Licht, Luft und Sonne sind ja für Babies die beste Medizin. Auf dem Markt werden Frühlingsblumen angeboten und der Wintermantel hat wohl bis „auf weiteres“ ausgedient. Tennisplätze werden hergerichtet und sogar im Schwimmbad werden schon erste Vorbereitungen getroffen, daß demnächst die Schar der Sonnenanbeter, der Wasserratten und sonstiger Besucher Einzug halten kann. Freilich sind nicht alle Erdenbürger vom Einzug des Frühlings gleichermaßen entzückt. Wer sein Kreuz mit Rheuma hat, spürt dies in diesen Tagen doppelt schwer und wessen Herz unterm Föhn leidet, wünscht sich manchmal, daß es noch Winter wäre. Aber keiner ist von dieser Auferstehung der Natur ausgenommen. Irgendwie zwickt und zwackt „es“ uns alle, den ejnen so, den andern so. Aber wie es uns auch packen mag, irgendwie in irgendeiner Beziehung sind wir doch angerührt von diesem Wunder, und der wäre ein armer Tropf, der dies nicht deutlich spürte. Lassen wir uns also so recht zwicken und zwacken, vom Rheuma, vom Föhn oder — von der Liebe. Jeder halt so, wie’s ihn erwischt und wie er sich’s wünscht. Hauptsache: Es ist Frühling. Etwas für die Radfahrer Pedale mit gelben Rückstrahlern versehen! Das Landratsamt teilt mit: Die Fahrräder müssen nach der Straßenverkehrsordnung an beiden Seiten der Pedale Rückstrahler von gelber Färbung führen. Nur die Schwierigkeiten in der Beschaffung von Tretstrahlern haben in den vergangenen Jahren davon Abstand nehmen lassen, auf eine Durchführung dieser Vorschrift zu achten. Die zentrale Stelle in Freiburg hat letztmal eine Nachsichtsfrist bis zum 31. 12. 1949 gewährt. Nunmehr muß aber im dringenden Interesse der Verkehrssicherheit die Ausrüstung der Fahrräder mit gelben Tretstrahlern verlangt werden. Solche sind im Handel wieder überall zu haben. Auch bei Neubeschaffung von Fahrrädern ist auf eine solche Ausrüstung zu achten. Wenn sich die polizeilichen Vollzugsorgane auch jetzt noch auf Mahnungen beschränken, so wird doch in Kürze dazu übergegangen werden, Strafanzeige zu erstatten. Vor derartigen Unannehmlichkeiten sollte sich jeder Radfahrer bewahren.“ Verwaltungssonderzug zum internationalen Skispringen auf dem Feldberg Am Sonntag verkehrt ein Verwaltungssonderzug von Offenburg nach Feldberg- Bärental und zurück, um den am Skisport Interessierten Gelegenheit zu geben, namhafte Skispringer von internationalem Ruf am Start bewundern zu können. Das Springen wird um li Uhr eröffnet. Die Fahrpreis ermäßigung beträgt 50 Prozent des nor malen Personenzugfahrpreises. Der Sonderzug führt bequeme Durchgangswagen, so daß die Fahrgäste von diesen Wagen aus die herrliche Schwarzwaldlandschaft bewundern können. Der Fahrplan des Sonderzuges hat den Anschluß von und nach dem Kinzigtal gewahrt. Der Zug fährt durch bis Feldberg- Bärental ohne Umsteigen in Freiburg. Fahrkartenverkauf und Bestellungen durch die Fahrkartenausgaben und das Reisebüro Offenburg. Fahrplan: 7.07 Uhr ab Offenburg an 20.36 Uhr 7.28 Uhr ab, Lahr-Dinglingen an 20.13 Uhr 9.56 Uhr an Feldberg-Bärental ab 18.08 Uhr Ab Bahnhof Feldberg-Bärental besteht Omnibusverbindung von und zum Feldberg. Das „Offenburger Tageblatt* gratuliert Seinen 79. Geburtstag kann heute Oberzugführer a. D. Josef Uhl, Schaiblestr. 2 feiern. Was das Kino bringt Via Mala! Ein neuer deutscher Film in den Parklichtspielen mit Karin Hardt, Viktor Staal, Karl Wery, Hilde Korber, Albert Flo- rath, nach dem gleichnamigen Roman von J. Knittel. Diese Nacht vergeß’ kh nie. Ein turbulentes Filmlustspiel, in dem sich prominente Sterne des Filmhimmels mit Nachwuchsstemlein ein heiteres Stelldichein geben. — Nanuk, der Eskimo und Derby der Pedale, nochmals am Samstag, 15.30 und Sonntag morgen um 11 Uhr in zwei Sondervorstellungen, Offenburgs Kunst- und Baudenkmäler Ein Vortrag von Prof. Kabul in der Volkshochschule Professor Dr. Kähni hielt am Dienstagabend im Rahmen der Volkshochschule einen Vortrag, der von der Offenburger Bevölkerung sehr lebhaft begrüßt wurde, denn das Thema lautete „Alt Offenburger Kunst- und Baudenkmäler“. Der Andrang war so stark, daß viele wieder nach Hause gehen mußten, weil einfach kein Platz mehr zu schaffen war. In seiner Einführung wies Professor Kähni darauf hin, daß Offenburg zwar nach außenhin eine moderne Stadt sei, in ihrem Innern jedoch nicht nur viele, sondern auch sehr schöne altertümliche Kunstwerke besitze, wobei der Uebergang von Neu- zu Altoffenburg kaum feststellbar wäre. Kein altes Stadttor trenne den älteren Stadtteil vom neuen, und kein Stadtturm gäbe das Gefühl der Geborgenheit. Der Redner führte das daraufhin zurück, daß die Jahrhunderte nicht glimpflich an unserer Stadt vorbeigegangen seien. Unterstützt und illustriert durch gute Farblichtbilder führte Professor Kähni die aufmerksamen Hörer anschließend an verschiedene Offenburger Baudenkmäler heran, wobei sich der Vortrag in zwei Teile gliederte, von denen der erste Teil sich mit Resten von Alt- Offenburg aus der Zeit vor 1698 und der zweite Teil in das Offenburg der Spätrenaissance und des Barock nach dem Wiederaufbau im 18. Jahrhundert führte. Es folgten Aufnahmen des Vortragekreuzes aus dem Jahre 1515, das ein hervorragendes Meisterwerk der Offenburger Goldschmiedekunst ist. Auf der Vorderseite trägt es an einem naturalistischen Holzstamm den Körper des Heilandes mit flatterndem Lendentuch. Die Reliefarbeiten zeigen die Evangelisten, die von grausem Blattwerk umrahmt sind. In den rechteckigen reichverzierten Knauf sind die Jahreszahl 1515 und das Offenburger Zeichen eingestochen, während im Mittelpunkt und auf der Rückseite Edelsteine qnd geschliffene Rheinkiesel, ebenfalls von Rankenwerk umgeben, eingelassen sind. Ein weiteres prachtvolles Kunstwerk, das von Professor Kähni eingehend behandelt wurde, war die Kreuzgangkapelle im Kloster. Im Mittelpunkt des Vortrages stand dann ohne Zweifel der Oelberg bei der Hl. Kreuzkirche, der von dem Bildhauer Nikolaus Gerhard geschaffen wurde. Gerhard hatte vorher schon verschiedene Kunstwerke geschaffen und so war es nicht verwunderlich, daß die Offenburger ihm auch die Arbeit für diesen Oelberg übertrugen. Professor Kähni wies darauf hin, daß derartige Oelberggruppen gegen Ende des Mittelalters sehr zahlreich geschaffen wurden und bezeichnete sie als Denkmäler der deutschen Volksfrömmigkeit. Fast jede Pfarrkirche hätte damals ihren Oelberg gehabt und die Erinnerung an die Todesangst Christi wurde zu jener Zeit auch außerhalb der Kirche auf dem Gottesacker gefeiert. Da lag es nahe, für diesen Gottesdienst auf dem Friedhof eine plastische Darstellung jenes ergreifenden Vorganges zu errichten. Aus Gründen des Verkehrs wurden jedoch die meisten dieser Oelbergs im Laufe der Zeit in die Kirche oder andere Orte gebracht. Der Offenburger gehört zu den wenigen, die an ihrem Platz verblieben. Nach der Schilderung der Figuren des Offenburger Kunstwerkes kam er auf - die einzelnen Gegenstände zu sprechen. Auch die Hl. Kreuzkirche-Außenwand mit ihren Grabsteinen, besonders dem Grabmal des Ritters Jörg von Bach wurde von Professor Kähni ausführlich gewürdigt, wobei er besonders auf den 1538 in Offenburg verstorbenen Ritter von Bach zu sprechen kam, dessen Familie in der Ortenau reich begütert war. Aber auch * die anderen Grabplatten bieten dem Heimatforscher viele Freuden und er kann aus ihnen manches aus der Geschichte der Ortenau herauslesen. Den Uebergang von der Renaissance zum Barock schildert am besteh das Rathaus, an dessen Stelle vorher ein Renaissance-Bau aus dem Jahre 1605 von Meister Wendling Götz errichtet, gestanden hat. Der heutige Bau wurde im Jahre 1741 unter Baumeister Mathias Fuchs begonnen. Das sehr schöne Barock-Portal des St. Andreas-Hospitals aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts folgte. Es würde zu weit führen, wenn man all die anderen gezeigten und besprochenen Kunstdenkmäler, wie das Salzhaus, den Vinzentius- garten, den Neptunbrunnen, die Stadtkirche von Hl. Kreuz und die weniger bekannten Bauten und Kunstwerke an dieser Stelle eingehend würdigen wollte. Die Volkshochschule beabsichtigt, für alle Offenburger Heimatfreunde den Vortrag am 30. März zu wiederholen, ebenfalls in der „Alten Pfalz“. Der reiche Beifall war ein Beweis dafür, wi« sehr gerade dieser Vortrag Anklang gefunden hatte. 11839 DM Stundenlohnopfer Das Stundenlohnopfer ergibt für die Stadt Offenburg den monatlichen Betrag von 3047 DM. Im Landkreis beteiligen sich 14 Gemeinden an der Aktion; der Gesamtbetrag im Dekanat an monatlichen Beiträgen und einmaligen Spenden zum Stundenlohnopfer beträgt bis heute 11 839 DM. Vor kurzem wurde nun in einer eigens zu diesem Zweck einberufenen Sitzung im Marienhaus der Verteilungsausschuß des Stundenlohrfopfers gewählt, d. h. der Ausschuß, der die eingegangenen Gelder verwaltet, verteilt und darüber jederzeit Rechenschaft geben muß. Wahlberechtigt waren der Arbeitsausschuß des Stundenlohnopfers, Geistliche und Laien der sich an der Aktion beteiligenden Gemeinden und der Vorstand der Gemeinnützigen Baugenossenschaft „Neue Heimat“. Der Verteilungsausschuß setzt sich wie folgt zusammen: Friedrich Rudigier, , Sparkassendirektor, Offenburg; Georg Reese, Steuerrat a. D., Oberkirch; Stadtpfarrer Vorbach, Oppenau; Eugen End und Frau Elisabeth Erb, Offenburg; Michael Baier, Bürgermeister, Hofweier; Peter Düren, Ortenberg, und Alfred Junker, Ratschreiber, Schutterwald. Immer wieder Verkehrsunfälle Am Samstag gegen 14.15 Uhr wurde bei der Einmündung der Gerberstraße in die Hauptstraße ein Radfahrer von einem PKW erfaßt und zu Boden geschleudert, wobei er sich Prellungen zugezogen hat. Am Samstag' um 7,55 Uhr lief auf der Hauptstraße bei der Einhorn-Apotheke eine Fußgängerin, einem Motorradfahrer in’s Fahrzeug, wobei die Fußgängerin zu Boden stürzte und erheblich verletzt wurde. Sie mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Am Sonntag, 21,15 Uhr kam eine Radfahrerin auf der Kreisstraße Offenburg—Durbach am Ausgang des Rammersweirer Waldes beim Ueberholen eines Pferdefuhrwerkes zu Fall, wobei sie durch den Sturz eine Gehirnerschütterung und eine Platzwunde über dem linken Auge davontrug. Am Montag um 11 Uhr fuhr auf der Hauptstraße in der Einmündung der Franz-Volk- Straße ein Kradfahrer auf einen vor ihm fahrenden PKW auf, wobei beide Fahrzeuge beschädigt wurden. Personen kamen dabei nicht zu Schaden. Am Dienstag gegen 13 Uhr fuhr ein Kraftfahrer auf der Hauptstraße in der Kurve bei der Bäckerei Ohnemus infolge Außerachtlassung der notwendigen Vorsicht auf einen entgegenkommenden LKW auf. Der Kraftfahrer kam hierbei zu Fall und zog sich einen Knöchelbruch zu. Er wurde in das Krankenhaus eingeliefert. Am Dienstag um 20.55 Uhr fuhr ein Radfahrer in der Straßburger Straße in Höhe Bach - Hindemith - Beethoven Viertes Sinfoniekonzert des Ortenau-Orchesters Die Darbietungen dieses 4. Sinfoniekonzertes des Ortenau-Orchesters gehörten sehr verschiedenen musikalischen Bereichen an, wie die drei Komponisten Bach — Hindemith Beethoven schon an sich andeuten. Aber auch die durch diese Werke bedingte Problemstellung war sehr interessant, ja sogar reizvoll. Der Abend begann mit dem berühmten R|cercar aus dem „M usikalischen Opfer“, für Streichorchester, nach einem Thema von Friedrich dem Großen, von Job. S. B ach. Die Kunstform des Ricercars hat bis Job. S. Bach manche Wandlungen mitgemacht. In dieser klassischen Prägung versteht man unter einem Ricercar eine ganz außerordentlich kunstvoll ausgearbeitete Fuge. Diese wird durch die Polyphonie des Streichquintetts ganz besonders kompliziert und schwierig. Es war ohne Zweifel keine leichte Aufgabe für die Streicher des Ottenau-Orchesters, dieses subtile Werk so klar zu bewältigen, wie es tatsächlich zu hören war. Die nineare Verstrebtlgeit des immer neu aufklingenden Themas wurde fein herausgearbeitet und in prachtvoller Steigerung zu einem eindrucksvollen Finale durchgeführt. Für die Stellungnahme mancher wohl nicht so eindeutig war das zweite Werk, eine Komposition des modernen Meisters Paul Hindemith: „Die junge Magd“, 6 Gedichte von Georg Trakl, vertont für eine Altstimme, Flöte, Klarinette und Streicher, op. 23,2. Deutlich tritt (wie übrigens auch in den Versen) das bewußte Streben zutage, weniger das bisher großenteils besungene „Schöne“ zu betonen. Vielmehr ist diese junge Magd in ein Milieu gestellt, das recht sehr an das „Milljöh* von Heinrich Zille erinnert Hier ist es nun auch klanglich umschrieben, allerdings fehlt hier sogar jener Humor, der Zilles Bilder trotzdem noch irgendwie sympathischer macht Hier überwiegt die graue Stimmung, düsteres Zwielicht das auch gelegentliche „goldne Lichter“ nicht bannen können, weil die Schatten stärker sind. Paul Hindemith hat in der ihm eigenen Tonsprache musikalisch diese Stimmung vortrefflich in Klängen gemalt: das Schattenhafte, Düstere und Graue, bisweilen auch „von goldnem Licht verhangen“. In der Struktur der Komposition fühlte man jene Elemente, die Hindemith mit der polyphonen Musik Bachs verbinden. Das Ganze ist, wie gar viele moderne aus den verhältnismäßig doch wenigen Musikern kaum glaubliche Leistungen an technischer Bewältigung und inhaltlich-dynamischer Gestaltung herausgeholt! Der Eindruck war überwältigend. Und so war denn auch der Beifall außerordentlich begeistert und wollte kein Ende nehmen. Für die Annalen des Ortenau-Orchesters ein wohlverdientes Ruhmesblatt! -n. der Glasplakatefabrik infolge Unvorsichtigkeit und schnellen Fahrens einen Fußgänger von hinten an. Der Radfahrer stürzte und zog sich am Kopfe und an der Schulter schwere Verletzungen zu, die seine Ueber- bringung ins Krankenhaus notwendig machten. Aus dem Notizbuch der Polizei Betrüger festgenommen Bei einer Personenkontrolle in Offenburg wurde ein wegen Betrugs und Unterschlagung gesuchter lediger 20 Jahre alter Kellner aus Bochum festgenommen und in das Gefängnis eingeliefert. Lebensmüde In der Nacht vom 20. auf 21. März hat ein 79 Jahre alter verwitweter Bierführer von hier im Vinzentiushaus durch Erhängen seinem Leben ein Ende gemacht, nachdem er schon zwei Tage vorher versucht hatte, sich im Karpfenteich beim Seewinkel zu ertränken. Der Gärtner als Medizinstudent Ein 24 Jahre alter angeblicher Medizinstudent aus Holland, der dem hiesigen Flüchtlingslager überwiesen wurde, entpuppte sich bei näherer Kontrolle als Gärtner. Er gab schließlich zu, daß er in seinem Heimatland Holland eine mehrjährige Zuchthausstrafe zu verbüßen hatte und deshalb flüchtig ging. Da er sich durch Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung vor einem Notar einen falschen Namen zugelegt hatte, wird er sich noch vor einem deutschen Gericht zu verantworten haben, bevor er den holländischen Behörden ausgeliefert wird. Ein 19 Jahre alter Schlosserlehrling aus Berlin hat seinem Meister im Landkreis Ulm/D. ein Fahrrad und Kleidungsstücke entwendet und ging damit flüchtig. Er könnte anläßlich einer Personenkontrolle hier ermittelt und festgenommen werden. Das Fahrrad hatte er unterwegs bereits verkauft. Der Farrenmarkt in Dinglingen ließ vielfach die Frage aufkommen, warum der seit Jahrzehnten in Offenburg abgehaltene Zentralzuchtviehmarkt nun in Dinglingen stattfindet. Es ist für die Schwarzwälder durchaus nicht bequem, auf dem Umweg üb« Offenburg nach Dinglingen fahren zu müssen. In Dinglingen mußte eine neue Halle erbaut werden. In Offenburg steht.-zwar nicht die Zentra-lzuchtviehmarkthalle leer, wohl aber die ebenfalls sehr massivgebaute und außerordentlich geräumige Schlachtviehmarkthalle mit Gleisanschluß. Obwohl diese Halle vorhanden war und auch mit ihrer Freigabe gerechnet .werden konnte, soll doch für die Dinglinger Halle ein Staatszuschuß gegeben worden sein, womit man das Faktum hätte, daß in der einen Stadt mit Staatsgeldem eine neue Halle errichtet wird, während in der 20 Kilometer entfernten und wesentlich günstiger liegenden Stadt eine große Halle bereit« steht und vollkommen unbenützt ist. Bund deutscher Kaufleute In der vergangenen Woche hielt der Bund deutscher Kaufleute seine Monatsversammlung ab. In dieser Versammlung sprach der Inhaber des Ateliers für Werbetechnik. In fachlich kundigster Weise erläuterte er die Arten der Werbung. Der Vortrag war nach allen Gesichtspunkten neuzeitlicher Werbung aufgebaut. Es wurde zunächst über persönliche Werbung, dann über Zeitungsreklame und zuletzt Üb« Werke, erschütternd, ohne uns innerlich zu erlösen, was ja die moderne Musik vielfach auch gar nicht will. Unsere hier geschätzte Altistin Erika Jung hatte in der Wiedergabe dieser sechs Lieder keine leichte Aufgabe, denn in populärem Sinne gesagt, sind diese Lieder wirklich nicht dankbar, und in gesanglicher Hinsicht sind sie sehr schwierig. Erika Jung gestaltete sie jedoch mit ihrer kultivierten und wohlklingenden Altstimme sehr wirkungsvoll. Das Orchester begleitete unter Peter Seegers umsichtiger Leitung dezent und präzis. Der zweite Konzertteil führte wieder in die klassische Musik zurück und zwar zu keinem geringeren als zu Beethoven! Wie zerstoben’ waren die vorher noch lastenden grauen,. Nebel und Schatten, als wie ein wirbelnder Frühlingssturm Ludwig v. Beethovens heitere Sinfonie Nr. 7 (A-Dur) op. 92 aufklang und in ihrem herrlichen Vivace dahinbraustel Beethoven hatte, als er diese Sinfonie schrieb, nach Ueberwindung seiner seelischen Zwiespalte wieder seine innere Heiterkeit gefunden, die nun umso zeit loser war, je höher er über allen irdischen früheren Zielen stand. Bisweilen, wie am Anfang des 2. Satzes (Allegretto) kommen auch durch sein Herz nochmals dunkle Schatten gezogen, aber in herrlicher Durcharbeitung hellen auch diese sich auf, und schon im Presto sprüht ein neues frühlingshaftes Singen, Klingen und Jubilieren auf, ab und zu von einem volksliedmäßigen Thema unterbrochen und abgelöst. Wie ein dithyrambischer Siegesgesang jauchzt das Allegro con brio auf und wird zu einem imposanten Finale. Peter S e e g e r war gerade diesem Werk ein überlegen führender Interpret. Man möchte nun auch nach dieser Beethoven-Sinfonie glauben, daß Peter Seeger besondere innere Beziehungen zu den Sinfonien dieses Mei- [Packungen, Plakate und Kinoreklame gespro- sters hat, den die alles um sich vergessende chen. An Hand von Vorlagen und Entwürfe» Inbrunst, mit der er das Werk leitete, hat konnten die Teilnehmer selbst nachprüfen, worin die Wirkung moderner Werbung liegen kann. In einer anschließenden Aussprache konnten Einzelfragen besprochen werden Und jeder einzelne Teilnehmer verließ die Versammlung mit dem Bewußtsein, etwas Wertvolles für seine Berufsausbildung und für di« Erweiterung seiner Berufskenntnisse mitzunehmen. Erfreulicherweise war die Jugend stark vertretm. Sfr. 38 as Seite S AL Offenburger Tageblatt Donnerstag, 23. März 195® ü'öbv/i&iw^btu , /icib Glockenweihen in der Ortenau Diersburg und Urioffen erhielten ihr neues Geläut Diersburg. Nach langem Warten und Hoffen konnten endlich am vergangenen Freitag die neuen Glocken abgeholt werden. Zu diesem festlichen Ereignis hatte sich die gesamte Bevölkerung am Abend vor dem Rathaus zusammengefunden und zog unter freudigen Klängen der Musikkapelle zur Ortsgrenze Richtung Oberschopfheim, . wo gegen 18.30 Uhr die geschmückten Glocken in Empfang genommen werden konnten. Unter Vorantritt der Musikkapelle, der Schuljugend, des Gesangvereins mit Fahnen, der Gemeindeverwaltung, der beiden Herren Geistlichen und der beiden Kirchenchöre wurde der Glockenwagen von der .ganzen Gemeinde zum Rathaus geleitet, das festlich geschmückt war. Nach einem Musikstück trugen drei Schülerinnen zur Begrüßung der Glocken ein Gedicht vor, und die Schuljugend sang ein Lied. Bewegend war das Gedicht zweier Flüchtlingskinder. Nach einem Lied des MännergesangVereins begrüßte Bürgermeister Moser die neuen Glocken und sprach den Wunsch aus, daß die beiden Bekenntnisse wie bei der Beschaffung der Glocken und in der Vergangenheit, so auch in der Zukunft wie das harmonische Geläute in Einigkeit Zusammenarbeiten mögen zum Wohle der Gemeinde. — Nach einem Lied des katholischen Kirchenchors gab der katholische Geistliche, Pfarrer Weimert, einen kurzen Auszug aus den Kirchenchroniken. Die Glocken beider Konfessionen in Diersburg, so führte er aus, von der Firma Andreas Hamm, Sohn, in Frankenthal „aus einem Topf“ gegossen und melodisch aufeinander abgestimmt (b, c, d, es, f g) wecke Erinnerungen, die. nur wenigen der jetzt lebenden Diersburgem bekannt sind. Der großzügigen und weitherzigen Mithilfe der gesandten Bevölkerung von Diersburg sei es aber zuzuschreiben, daß wir heute wieder ein vollständiges Geläute haben, und er danke allen aus vollem, tiefstem Herzen für die Spenden und Opfer. Anschließend sang der evangelische Kirchenchor ein Lied, und Pfarrer A1 b r e ch t begrüßte die neuen Glocken. Er habe für die beiden Glocken, die die evangelische Kirchengemeinde erhält (c, ces), die beiden Sprüche gewählt: „Von Anfang bis Ende zur Lebenswende rufe ich von diesem Ort die Gemeinde zu Gottes Wort“ für die große Glocke, und für die kleine: „Zum Umguß war ich bereit, herbeizuführen die Einheitlichkeit, für beide Glockengeläute unsrer Diersburger Kirchengebäude“. In diesem Sinne hob auch Pfarrer Albrecht die Forderung und den Wunsch zur Verständigung und Zusammenarbeit der beiden Konfessionen hervor, die auch in der Zukunft mehr denn je notwendig sei. umrahmt von Liedern des Kirchenchores, Vorträgen der Musikkapelle und allgemeinen Liedern, die auf die vier Glockenpatrone zugestimmt waren, wurde von Pfarrer Weimert den zahlreich erschienenen Gläubigen näher erläutert und die Bedeutung der Handlung erklärt. Mit dem „Te deum“ und der Hymne „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ als Dank für das gelungene Werk klang die würdige Feier der Glockenweihe aus. Besonderes Lob zur Gestaltung der Feierlichkeit gebührt dem Kirchenchor und der Musikkapelle, die ihr ganzes Können in den Dienst der Feier gestellt hatten und mit besonderen Leistungen aufwarteten. Die Glocken werden im Laufe dieser Woche auf beiden Türmen montiert. — Die Weihe der evangelischen Glocken erfolgt am Samstag um 13 Uhr, und am Abend des gleichen Tages um 19 Uhr werden sie gemeinsam den Sonntag Judica (Pa^sionssonntag) einläuten, an dem hier in der evangelischen, Kirche 23 Kinder (14 Diersburger und S Flüchtlinge) konfirmiert werden. Die Feier in Urioffen In der Morgenfrühe des Samstag kam Bewegung ins Dorf, als die Nachricht eintraf, daß die neuen Glocken nach 15-stündiger Fahrt, am Bahnhof eingetroffen waren. Eine emsige Arbeit hob an und die ersten geschmückten Wagen rollten zur Verladerampe bei der Güterhalle. Man legte eilig letzte Hand an Pferd und Geschirr und die strahlende Morgensonne sah festlich gestimmte Gruppen vor den Höfen, die mit munterem Zuruf die zur Abholung eilenden Reiter und Gespanne grüßten. Gruppe um Gruppe zog auf und strebte „ans Südweste Eck", um die von der Bahnhofstraße her anrollenden Glocken einzuholen. Es bildete sich hier ein rasch und dennoch schön und würdig improvisiertes Ehrengeleite. Einer Gruppe von Festreitem folgte die Musikkapelle und die Pfarrjugend mit ihren Bannern und Wimpeln Dann kamen nacheinander die Wagen mit den Glocken im festlichen Tannengrün und Ehrenjungfrauen im Geleit der Feuerwehr. Die übrige Schuljugend mit ihren Lehrern schloß sich an und den Schluß des Zuges bildete ein Wagen mit der „Prominenz“. Ueberall stand in dichten Gruppen die Bevölkerung am Wege und seihst die Aeltesten des Dorfes zwangen sich ein paar hundert mühselige Schritte auf, um das neue, hoffentlich glücklichere Geläute zu grüßen. Auf dem weiten Platz vor der Kirche sprachen Pfarrherr und Bürgermeister den Willkommgruß und nahmen die fünf neuen Glok- ken aus den Händen der Firma A. Junker in Brilon, bei Paderborn in Empfang. Langsam erst löste sich das zahlreiche Volk und die Handwerker gingen daran, in schwerer, aber flotter Arbeit, die Glocken ins Kircheninnere zu schaffen, wo sie an einem stabilen Balkengerüst zur Weihe auf gehängt wurden. Um den Bau des komplizierten Gerüstes und um die Verladung aus den Transportwagen der Bundesbahn, haben sich der techn. Eisenbahnoberinspektor Koch und eine kleine hiesige Handwerkergruppe verdient gemacht. Der St. Josefstag und Weihesonntag versammelte im Frühgottesdienst eine große Anzahl Gläubiger zur Messe und den Sakramenten. Im levitierten Hochamt hielt als Gast und Konsekrator der Domkapitular, Msgr. Alois Eckert aus Freiburg, eine aus den Nöten unserer Zeit schöpfende, eindringliche Predigt. Der sehr leistungsfähige Kirchenchor mit seinem tüchtigen Dirigenten, Erich Sauer, und dem talentierten Organisten Neumaier, bot mit orchestraler Begleitung eine ausgezeichnete Leistung zur liturgischen Feier. Lange vor dem feierlichen Weiheakt am Nachmittag, war die große Pfarrkirche überfüllt. Wiederum war es die Predigt des Kon- sekrators, Msgr. Eckert, die prägnant die schier unüberwindliche physische und geistige Not unserer dem Ungeist und dem Egoismus, der Zwietracht und der Niedertracht verfallenen Menschheit aufriß, deren einzig erlösender Gegenpol die Stimme der göttlichen Offenbarung ist, die uns aus den Mündern der Glocken zur Umkehr und friedvoller Einkehr ruft. Festliche Psalmen, Choräle von Musikkapelle und Gesangverein bereiteten die Weihe vor. Der Chor bot unter der Stabführung des Orgahisten Neumann eine schöne klangliche Gesamtleistung. Die Solls wurden von Frau Neumann mit stimmlicher Beherrschung der Passagen vortrefflich vorgetragen. Nun vollzog der Konsekrator unter Assistenz des Ortsgeistlichen, Pfarrer P. Enderle und des früheren, langjährigen Vikars Dr. theol. Th. Kurrus, Müllheim, die feierliche Weihe der Glocken. Psalmen und Gebete umrahmten den lithurgischen Akt, der zum seelischen Erlebnis wurde. Der Kirchenchor beschloß die Weihezeremonien mit den Teilen VI und VII der Händelschen Kantate, denen sich Beethovens „Die Himmel rühmen“, vom Gesangverein sehr gut vorgetragen, anschloß. Tedeum und sakramentaler Segen beschlossen die dritte festliche Glockenweihe dieses ersten halben Jahrhunderts in der Urloffer Pfarrkirche. Mögen die neuen Glocken mit ihrem ersten Geläute, der mit sich selbst verfallene)! Menschheit, ein wirkliches Auferstehungslied singen. —h— Die Behandlung der Reben Nach einem weiteren Musikstück der Musikkapelle stimmte die versammelte Gemeinde das „Te Deum laudamus“ (Großer Gott, wir loben Dich) an, und die Glocken wurden im Zuge an den beiden Kirchen vorbeigeführt. Mit dem Lied „Nun danket alle Gott“ fand die erhebende Feier ihren Abschluß. Am Sonntagnachmittag weihte dann Dekan Geist!. Rat Augenstein von Offenburg die vier Glocken der katholischen Kirchengemeinde. Die Feier der Glockenweihe wurde einge- ieitet mit der Weihepredigt des Dekans, der in schlichten, aber bedeutungsvollen Worten darlegte, wie der Klang, der Ruf der geweihten Glocke uns auffordert und einschließt in die Gebetsgemeinschaft der Gläubigen und uns teilnehmen läßt an der Gnadenfülle Gottes, sofern wir nur den Ruf und geweihten Klang der Glocke als einem Anruf Gottes folgen und ihm unser Herz öffnen. — Der Gang der Weihehandlung, Winzerversammlung in Ortenberg Ortenberg, (s) Vergangenen Samstag wurde im Gasthaus zur „Krone“ eine Versammlung der Winzer abgehalten, in der Weinbaulehrer Weißenberg (Offenburg) über das Pflanzen der Pfropfreben sprach. Er begann seine Ausführungen mit der Behandlung der jungen Pfropfreben, wie man sie aus der Schule erhält. Die junge Rebe wird im Keller in Verwahrung genommen, in Sand eingeschlagen und feucht gehalten, daß sie nicht eintrocknet. Beim Bezüge der Pfropfreben ist darauf zu achten, daß die richtige Unterlage für das zur Pflanzung hergerichtete Gelände vorhanden ist Di« stark wüchsige Unterlage 5bb kann schließlich in jedem Boden verwendet werden, wird aber in der Hauptsache in tiefgründigen Boden gepflanzt. Die Unterlage 3309 gedeiht nicht in einem Kalkboden, das sind bei uns die Lösoder Merkelböden und hat auch ein schwä- Bach-Feierstunde in Gengenbach Von der Volkshochschule Gengenbach, (a) Die Volkshochschule Gengenbach hatte zier Ehrung von Johann Sebastian Bach die Aufführung der sechs Sonaten für Solo-Violine auf dem Plan. Für die Interpretation dieses an Spieler und Hörer sehr hohe Anforderungen stellende Werk hatte sich Professor Adalbert Nauber, Freiburg, freundlicherweise bereit erklärt. Die Aufführung dieses Werkes wurde sorgfältig vorbereitet. Am Samstag führte Oberstudienrat Bier die Hörer 1 mit zwei Vorträgen in das gewaltige Werk des Altmeisters der deutschen Musik ein. Am Abend des Samstag wohnte auch Professor Nauber der Einführung bei und ging nach dem Vortrag kurz auf dieses Werk von Johann Sebastian Bach ein. Der Sonntag war den Aufführungen der Sonateft gewidmet. Waren am Vormittag schon alle Plätze in dem herrlichen Saal der Pädagogischen Akademie besetzt, so konnte er am Nachmittag die Hörer kaum fassen. Diese Sonaten für Solo-Violine passen sich auf das vollkommenste dem Wesen des Instru mentes an, was im besonderen auch für die Chaconne gilt, dem klassischen Stück für Solo-Violine seit alter Zeit. Nicht endenwollender Beifall dankte dem Künstler für seine hervorragende Interpretation, die sowohl eine physische wie auch psychische Leistung bedeutet. Nach Schluß der Aufführung stand Professor Nauber den Hörem der Volkshochschule bereitwillig zur Verfügung, um Fragen, die dieses Werk Bach’g betreffen, zu beantworten. Aus Geugenbacfas Familienchronik Gengenbach, (a) Seinen 73. Geburtstag feiert am 22. März Augustin Müller, Dorfstr. 18; 82 Jahre wird am 24. März Carolina Sieferle, Dorfstr. 23, während am gleichen Tage Georg Volk, Dorfstr. 54 seinen 74. Geburtstag feiert. Arbeitsjubiläum Ohlsbach. Am 23. März sind 25 Jahre verflossen, seit Hermann Huber, als Arbeiter in das Sägewerk Brüderle-Reichenbach eintrat. Der Arbeitsjubilar gehört dem Gemeinderat an und wurde zum 1. Beigeordneten gewählt. cheres Wachstum. Die stark wachsenden Pflanzen brauchen selbstverständlich eine größere Pflanzweite. Die Pflanzweite muß auf alle Fälle so sein, daß jeder Stock genügend Licht und Luft hat und daß eine Bearbeitung ohne besondere Schwierigkeit durchgeführt werden kann. Die Pflanzgruben sind in dem vorbereiteten Gelände so tief zu machen, daß die Veredlungsstelle etwa 1—2 cm über den Boden herausragt. Die Pflanze ist vor dem Einsetzen zu schneiden und zwar, das Edelreis auf ein Auge, die Wurzel auf etwa 6 cm Länge. Auf den Boden der Pflanzgrube kommt etwas gute Erde, Kompost oder Torf. Nach dem Setzen ist das Edelreis mit Erde anzuhäufeln, um es vor dem Austrocknen zu schützen. Die junge Pflanze erhält zunächst einen Pfahl, an den die Ankommenden Triebe geheftet werden können. Von den Trieben kommt nur der stärkste zur Weiterzucht in Frage. Der Redner ist der Ansicht, daß der eine Trieb dann als Stamm verwendet wird, der nicht zu niedrig sein soll, und auf dem ein oder zwei Ruten oder wie man bei uns sagt, Gerten als Traubenträger gezogen werden. Er hat auch nichts einzuwenden, wenn an Stelle von einem Stamm zwei Schenkel zur Aufzucht kommen. Er hält die Drahtanlage als die bessere Einrichtung, an der die Triebe so verteilt werden können, daß der Stock zu seiner Entwicklung in allen Teilen genügend Luft und Licht erhält Er läßt aber auch die Stecken- oder Pfahlreben gelten, wenn der eine oder andere sich nicht für eine Drahtanlage entschließen kann. Zum Schlüsse wurde die Frage aufgeworfen, wie kann man der Frostgefahr oder den Frostschäden im Frühjahr begegnen. Dies kann nicht etwa durch Abbrennen eines Feuers, sondern durch Vernebeln des bedrohten Geländes erreicht werden, und erfordert eine voll* Aufmerksamkeit und Ausdauer. Ortenberg, (s) Franz Münchenbach, Sohn, des Malermeisters Frz. Münchenbach, hat bei der Handwerkskammer in Freiburg die Meisterprüfung als Herren- und Damenfriseur mit gutem Erfolg bestanden. Die Familie Münchenbach ist eine tüchtige Handwerkerfamilie, da nun schon der dritte Sohn seine Meisterprüfung abgelegt hat. Achtung - Munitions-Sprengung! Am Samstag, 25. März 1950, in der Zeit zwischen 8 und 10 Uhr werden im Kammers- weierer Wald südlich der Schießstände eine Anzahl Bomben, Granaten und sonstige Sprengmunition durch den amtlichen Sprengmeister gesprengt Die Bevölkerung wird darauf hingewiesen und gewarnt, die Gemarkungen von Rammersweier, Durbach, Bohlsbach, Windschläg und Offenburg im Umkreis von etwa 2 km der Sprengstelle in der genannten Zeit zu betreten. Widerrechtliches Betreten während der Sprengzeit wäre mit höchster Gefahr verbunden. Die in der Gefahrenzone wohnende Bevölkerung wird besonders darauf hingewiesen, während der Sprengzeit die Fenster zu öffnen, um Beschädigungen der Fenster zu vermeiden. Rund um Offenburg Freude für die Schuljugend Waltersweier, (b) Benediktstag ist ein Tag der Freude für unsere Schuljugend; an diesem Tag erhält jedes Schulkind aus einer Stiftung eine Bretzel, die sogenannte Benedikts-Bretzel. Schon Tage vorher können die Kinder kaum den Zeitpunkt erwarten, bis es soweit ist, und Freude der Erwartung steht auf ihren Gesichtern, wann es am Benediktstag in die Schule geht. Der Stifter dieser guten Sache, Benedikt Broß von Waltersweier, gest. 12. 3. 1918, hatte in seinem Testament der Gemeinde’Waltersweier einige Grundstücke vermacht, unter der Bedingung, daß diese Grundstücke von der Gemeinde nicht verkauft werden können, und aus dem Erlös der Stiftung jedes Schulkind eine Brezel erhält. Waltersweier, (b) Am 25. März kann Postbetriebsassistent Josef Riehle aus Waldulm, der schon 30 Jahre in Waltersweier ansässig ist, seinen 60. Geburtstag feiern. Elternabend des Turn- und Sportvereins Griesheim, (r) Daß der Turn- und Sportverein Griesheim besonderen Wert auf die Pflege des Kinderturnens legt, war aus den umfangreichen Darbietungen 'zu entnehmen, die den Eltern im „Adlersaal“ am Sonntag vorgeführt wurden. Daß man auch von Seiten der Gemeindebehörden diese Aufgabe zu schätzen weiß, bewies, das Erscheinen von Bürgermeister Litterst, Pfarrer Lehrmann und Hauptlehrer Wäschle. Vorstand Albert Wacker wies in seiner Ansprache darauf hin, daß dieses Kindertumen zur körperlichen aber auch geistigen Ertüchtigung erforderlich sei, denn nur in einem gesunden Körper könne auch ein gesunder Geist herrschen. Neben diesem idealen Sinn hatte der Elternabend auch den Zweck, aus dem Erlös des Eintrittspreises sowie einer Tombola Tumerkleidung und Sportgeräte zu beschaffen. Um das Zustandekommen der Veranstaltung machten sich besonders verdient Oberturnwart Anton Sachs sowie die ersten Turnwarte Hatschbach und Frau Ickos. In ununterbrochener Folge wickelte sich das eigentliche Programm ab. Die Schüler zeigten exakte Barren- und Pferdübungen, Boden- und Freiübungen sowie Pyramiden. Aber auch die Schülerinnen standen den Schülern in nichts nach und verstanden es, ihre Eltern neben Freiübungen durch schön eingeübte Reigen sowie einen sehr gut gelungenen Walzertanz im neuen Tanzkostüm zu überraschen. Turngauvertreter Ottstadt (Offenburg), der ebenfalls erschienen war, gab in seiner Schlußansprache der Freude Ausdruck, mit welcher Hingabe und Fertigkeit die Kleinen diese Hebungen bewältigten und forderte die Eltern auf, durch ihre Mitarbeit ihren Kindern diese Lebensertüchtigung zu ermöglichen. Griesheim. Hx) Am 21. März konnte Josef Suhm, Eisenbahnarbeiter s. D., seinen 82. Geburtstag feiern Am 23. März vollendet Frau August Wacker, geh. Falk. Alt-KronenWirtin, ihr 84. Lebensjahr. Die Meisterprüfung im Küferhandwerk hat Karl Ockenfuß mit gutem Erfolg bestanden. Im „Griesheimer Hof“ wurde das Tabakgeld für den kürzlich abgelieferten Geudertheimer und in der „Krone“ für den Havanna-Tabak ausbezahlt. Griesheim, (r) In guter körperlicher und geistiger Rüstigkeit konnte Josef Brischle seinen 77. Geburtstag feiern. Ebersweier, (a) Die katholische Jugend ließ es sich nicht nehmen, unsem Pfarrer Schwall, Prof. a. D., zu seinem 56. Geburtstag mit Liedern und Gedichten zu ehren. In der kurzen Zeit seines Wirkens in hiesiger Gemeinde hat er. sich die Herzen aller Gläubigen erobert. So wünscht ihm die ganze Gemeinde, daß ihn der Herrgott noch recht viele Jahre in Gesundheit ihr Seelenhirt sein läßt. Es ist anerkennenswert, wie die Gemeinde sich bemüht, den hiesigen Flüchtlingen menschenwürdige Wohnungen zur Verfügung zu stellen. So läßt sie unter anderem das Dachgeschoß des Gemeindehauses zu einer 4-Zim- merwohnung mit Küche ausbauen. Donnerstag. 23. März 1950 A L Offenburger Tageblatt Nr. 35 — Seite 7 Staatspräsident Wohieb in Ortenberg Großes Interesse des Gastes für die wirtschaftlidien Nöte der Gemeinde Am letzten Sonntag erhielt auch die hie sige Gemeinde den Besuch des Staatspräsidenten Wohieb. Unter dem Läuten der Gleichen traf er mit seinem Auto um 10.30 Uhr beim Rathaus ein, wo sich eine größere Anzahl Einwohner eingefunden hatte. Er wurde c'fen Bürgermeister Vollmer begrüßt Zur Begrüßung spielte die Musikkapelle das Badner lied, ein Schulmädchen trug ein Heimatgedicht vor und der Gesangverein begrüßte ihn mit dem Badischen Sängergruß und einem Weihelied. Der Staatspräsident dankte für den schönen und herzlichen Empfang, und begab sich hierauf mit dem Landrat, dem Bürgermeister, den Gemeinde- und Stiftungsräten, dem Ortsgeistlichen und dem Lehrerpersonal nach dem Rathaus. Er interessierte sich für alle Gemeindeangelegenheiten, erkundigte sich nach den wirtschaftlichen Verhältnissen der Gemeinde, der Zusammensetzung der Bevölkerung nach Berufen, dem Stand der Landwirtschaft, über die Viehzucht, den Obst- und Weinbau 'und über die Sorgen und Nöte der Gemeinde. Hierauf ging es unter den Klängen der Musik nach dem Gasthaus zum „Ochsen“, wo sich bereits eine große Anzahl der Ortseinwohner eingefunden hatte. Er wurde hier nochmals vom Bürgermeister begrüßt, der seiner Freude Ausdruck gab über den hohen Besuch,’ der auch Anteil nehme an den Sorgen der Gemeinde Hierauf sprach der Staatspräsident in mehr als einstündigem Vertrag zu den Erschienenen und führte aus: Zur Einigung von Europa, was ja so notwendig sei, müsse auch Deutschland seinen Anteil beitragen. Auch unser Grenzland Ba- • den hat dabei mitzuhelfen, eine Einigung mit den westlichen Nachbarn zu erzielen. Er hält den Vorschlag Dr. Adenauers zur Bildung einer deutsch-französischen Union, der auch General de Gaulle zustimmte, als ein Anfang zum Aufbau eines geeinten Europa. Es sei nun an der Zeit, den alten Hader zu vergessen und zu begraben. Er sprach auch über die Ablösung der Zwangswirtschaft durch die freie Wirtschaft', die sich noch mehr einspielen müsse durch Angleichung der Preise an die Löhne und Gehälter. Zur .Hebung der Wirtschaft sei die Ein- und Ausfuhr, der Güteraustausch mit dem Auslande notwendig; es gelte wieder, die verlorenen Absatzmärkte zurückzugewinnen. Er erinnerte auch daran, daß die Landwirtschaft es weiter bringen müsse im Interesse der Volksemährung und des Bauernstandes. Hierzu werden auch Mittel an die Landwirtschaft bewilligt aus der Landwirtschaftsabgabe, die im letzten Jahre eine Einnahme von 2,5 Millionen DM eingebracht hatte und die für die Landwirtschaft auch wieder verausgabt wurden. Bürgermeister Vollmer dankte für die mit reichem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Staatspräsidenten und gab bekannt, daß dieser bereit sei, noch Einzelwünsche entgegenzunehmen. Mit dem Badnerlied, gemeinsam gesungen und von der Musik begleitet, schloß der Akt. Frühlingskonzert des M.G.V. „Sängerbund“ Zunsweier, (er) Zur Verherrlichung des Frühlings fand am Sonntagnachmittag im gut besetzten Saale der Kinderschule ein Konzert des Männergesangvereins „Sängerbund“ statt. Die sehr geschmackvoll zusammengestellte Liederfolge meisterte der Chor ausgezeichnet'. Erstmalig wurde dem Männerchor ein Kinderchor angegliedert, der Dank der ausgezeichneten Schulung im Zusammenklang mit dem Männerchor eine einzigartige Wirkung erzielte. Zwischen die Vorträge des Männer- und Kinderchors waren leicht eingestreut und dem Grundgedanken des Konzerts angepaßt die „Lieder zur Laute“ von Konzertsänger Fritz Krehl aus Kork, der sich hier erstmals als Konzertsolist vorstellte. Der reiche Beifall war wohl verdient und war gleichzeitig der Aus druck des Wunsches auf eine baldige Wiederholung Die Leitung des Konzerts lag in den Händen von Chormeister Gustav Weber. Was er in zielbewußter Probenarbeit mit den beiden Chören gestaltet hat, war eine außerordentliche Leistung und verdient höchste Anerkennung. Auch die Hingabe der Sänger und Kinder war lobenswert und verspricht für die Zukunft weitere Erfolge’. Vorbildliche Kulturarbeit auf dem Dorfe Generalversammlung des Männergesangvereins Bohlsbach Bohlsbach. (b) Am vergangenen Samstag lud die „Eintracht“ zu ihrer Hauptversammlung in die Brauerei Jockerst ein. Der 1. Vorsitzende, Ratschreiber Theodor Li enert, sprach herzliche Worte der Begrüßung und gedachte sodann der beiden Verstorbenen des Jahres: Sänger Franz Link und Mitglied Josef Eggs. Nach einem Lied des Chores wurde mit dem Rechenschaftsbericht begonnen, welcher bewies, daß der Verein in einer bewundernswerten Aufwärtsentwicklung steht. Chormeister Georg Benz entwarf ein eindrucksvolles Bild der musikalischen Arbeit. Durch unermüdliche, fleißige Probenarbeit habe der Verein auch in diesem Winter ein Konzertprogramm erarbeitet, mit dem er am nächsten Sonntag vor die Oeffentlichkeit treten wird. Dieser Leistungsstand des Chores war nur deshalb zu erreichen, weil eine vorbildliche Harmonie und helle Sangesbegeisterung alle Sängerhprzen beseelt. Schriftführer Hermann Benz brachte interessantes statistisches Material. Der Verein zählt heute -152 Mitglieder und 13 Ehrenmitglieder. Zu neuen Ehrenmitgliedern wurden Karl Ganter und Felix Bruder ernannt; es wurde ihnen ein Diplom ausgehändigt. Der Chor zählt 50 Sänger Von den insgesamt 59 Proben des Jahres haben zwei Sänger keine einzige Probe versäumt: Josef Bahr I und Hermann Benz. Mustergültige Arbeit verriet der Bericht des Kassenverwalters Wilhelm Jockerst. Neu gewählt wurde als Vergnügungswart Karl Funk. Einen breiten Rahmen nahm die Aussprache .über den diesjährigen Vereinsausflug in Anspruch. Die endgültige Beschlußfassung wurde einer Sängerversammlung überlassen. Auch über die Teilnahme am Bundesliederfest in Karlsruhe entspann sich eine Debatte.- Im kommenden Sommer werden das Stiftungsfest in Schutterwald und die Fahnenweihe in Windschläg besucht. — Nachdem aus Sängerkreisen der Vorstandschaft herzlicher Dank für die selbstlose Ar- Aus dem Rebgebirge beit ausgesprochen worden war, beschloß ein heiteres Lied den offiziellen Teil des Abends Lange noch saßen die Sänger in der Runde. Beratung landwirtschaftlicher Fragen Bühl, (m) Am vergangenen Freitagabend fand im Gasthaus „zur Krone“ hier eine Versammlung der hiesigen Landwirte statt. Bürgermeister Lurk hieß alle Anwesenden herzlich willkommen und eröffnet« gleichzeitig die Versammlung. Fräulein Degen von der Landwirtschaftsschule Offenburg berichtete in ausführlichen und lehrreichen Worten über den Gartenbau, dessen Bewirtschaftung und Düngung der Gart»ige wüchse und über die Aussaat. Zum Schluß wurde auch die Schädlingsbekämpfung besprochen. Der zweite Teil des Vortrages , war dem Thema Geflügelhaltung gewidmet, wo vor allem Hühnerrassen, Pflege und Stallverhältnisse zur Sprache kamen. Die Vorträge wurden durch ausgezeichnetes Anschauungsmaterial ausgeschmückt. Bürgermeister Lurk sprach der Vortragenden zum Schluß den Dank aus für die interessanten Ausführungen. Anschließend referierte Bezirkssekretär Reimold vom Landwirtschaftlichen Hauptverband über allgemeine Tagesfragen in Bezug auf die Landwirtschaft. Er gab eine allgemeine Uebersicht über die Entwicklung der Landwirtschaft vom Zeitpunkt des Zusammenbruchs bis heute und unterstrich dabei die Bedeutung der Landwirtschaft, gerade in der Jetztzeit, wo der Konkurrenzkampf mit dem Ausland ein sehr schwerwiegender Faktor geworden ist. Der Redner wies in seinen Ausführungen auf die Wichtigkeit des Zusammenschlusses aller Bauern im landwirtschaftlichen Hauptverband hin. Bürgermeister Lurk, der dem Redner für seine Worte dankte, betonte seinerseits auch nocheinmal die Bedeutung des Hauptverbandes. Den Schluß der Veranstaltung bildete eine rege Aussprache über einzelne Fragen. Bühl. (n). Am 21. März wurde Zugschaffner i. R. Johann. Fröhlich und am 26. März wird Rentner Peter Oehler 76 Jahre alt. Voranschlagsberatung fn Zell-Welerbach Zell-Weierbach, (x) Der Gemeinderat nahm in seiner letzten Sitzung Stellung zu dem von Gemeinderechner Buchert vorgelegten Haushaltsplan 1950-51 Stellung. Für die Hausbesitzer mit Mietwohnungen, gewerblichen Räumen usw., für Baugrundstücke konnte die im letzten Jahre festgelegte Umlage etwas gesenkt werden. Gemeinderat Müller nahm zu dem neuen Vorschlag eingehend Stellung. Er erinnerte daran, daß die Gemeinde in nicht all zuferner Zeit sich auch mit dem Siedlungsbau befassen müsse, daß der Bau von Schulraum dringend notwendig ist, um dtte Volks- und die Kochschule anständig unterzubringen. Das Drängen der zuständigen Behörden läßt ein längeres Warten nicht mehr zu. Zu erwägen sei die Einrichtung von zwei bis drei Wamsirenen, die im Falle eines örtlichen Notstandes in Betrieb gesetzt werden können. Die Mittel müßten aus der Feuerschutzabgabe bestritten werden. Nach längerer Beratung und Aussprache der Gemeinderatsmitglieder wurde der Voranschlag schließlich einstimmig angenommen. Altersjubilare Zell-Weierbacb. Die Witwe des Bahnarbeiters a. D. Sebastian Bieser, Helena geh. Herp, vollendete am vergangenen Donnerstag das 75. Lebensjahr. 70 Jahre alt wurde am selben Tage der Landwirt Josef Leitermann. Der Gipser Josef Falk wurde am 19. ds. Mts. 71 Jahre alt. Das 72. Lebensjahr vollendet heute die Ehefrau des Revierfrösters Heinrich Basler, Franziska geh. Fey. Den Jubilaren wünschen wir einen gesunden Lebensabend. Durbach. (e). Noch einmal ertönte vergangene Woche die Totenglocke. Diesmal verkündigte sie den Heimgang der ledigen Barbara Wömer, Sendelbach, die ein Alter von nahezu 70 Jahren erreichte. Eine schwere Krankheit hatte ihrem arbeitsreichen Leben ein Ende bereitet. Viele Verwandte und Bekannte gaben der braven Entschlafenen das Geleite £um Friedhofe. Der Kirchenchor sang das tiied „Ueber den Sternen ist Ruh!“ Bauern versammlu ng Nesselried, (v) Am Samstagabend fand im Gasthaus zur „Krone“ eine gut besuchte Bau- emversammlung statt. Vorstand Ludwig Vollmer begrüßte die Erschienenen und konnte als Redner Bezirksvorstand Ziegler aus Wolfhag, sowie Reinmold aus Offenburg begrüßen. Es wurden landwirtschaftliche Fragen besprochen. Von der Diskussion wurde regen Gebrauch gemacht Nesselried. In dem Artikel vom 9. März über Musikkapelle hat der Chorführer, der 25 Jahre das Amt inne hatte nicht auf Anordnung des Vorstandes sein Amt niedergelegt, sondern freiwillig. Altersjubilare ln Nesselried Ness e lried. (v). Magdalena Seidel vollendete am 9. März das 73. Lebensjahr; Franziska Geiler, geh. Armbruster am 13. März das 77.; Anna Benz geh. Hauth am 19. März das 74.; Kunigunde Junker, geh. Palmer am 28. März das 71.; Sofie Serrer. geh. Vollmer am 30. März das 72., und am gleichen Tag Luise Bruder das 78. Lebensjahr. Wir wünschen allen Geburtstagskindern noch einen langen, recht frohen Lebensabend. ,Langhurst, (r). Die Witwe Elisabeth Schley, geb. Zapf, genannte „Zapfelis“ begeht am 25. März ihren 75 Geburtstag. Ihr Leben war stets mühsam und bescheiden. Trotz Ihres Kindersegens ist sie immer noch rüstig und auch gesprächig. Langburst. (j). Heute wird Frau Vik toria Oßwald, geb. Junker, 74 Jahre alt. Sie könnte vor einiger Zeit mit ihrem Ehemann die goldene Hochzeit begehen. Ihre Nachbarin, Elisabeth Schley Witwe, geb Zapf, wird am 25. März 75 Jahre alt. Die „Zapfe-Lies“, wie sie genannt wird, stammt aus Zunsweier, und hat ihre Heimat in Sprache und Art nie verleugnet. Dank ihrer Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit ist sie weit über unser Dorf eine populäre Erscheinung. Schwarzwaldverein Appenweier legt Wanderplan fest. Appenweier, (v). In der letzten Vorstandssitzung des Schwarzwaldvereins wurde der Wanderplan für dieses Jahr festgelegt. Des weiteren wurden die Arbeiten des Vereins besprochen, wonach die Wanderwege neue Beschilderung erfahren sollen und 2 weitere Ruhebänke errichtet werden. Der Wanderplan wurde für 1950 wie folgt festgelegt; Am 7 4. 50 Blütenwanderung über Wiedergrün—St, Anton—Ebersweier. Am 14. 5. 50 Marschziel Schwend über Oberkirch—Ringel- bacher Kreuz — Schwend — Oberkirch. Am 25. 6. 50 Marschziel Geigerskopf über Ober- kirch — Butschbach — Geigerskopf — Brandstetter Kapelle — Staufenberg — Nesselried. Am 23. 7. 50 Marschziel Brandeck Lindle über Nesselried — Durbach — Brandeck Lindle — Zell-Weierbach — Offenburg. Am 13. 8. 50 Marschziel St. Wendel über Hungerberg — St Wendel — Meisenbühl — Herztal Am 10. 9. 1950 Marschziel Solberg über Hubacker — Sulzbacher Grat — Solberg — Lautenbach nach Hubacker. Am 8. 10. 50 Marschziel Geroldseck über Gengenbach — Geroldseck — Biberach. Am 7.11.1950 Herbstwanderung nach Schloß Staufenberg. Außerdem sind einige lehrreiche Vorträge vorgesehen. Brennender Tankwagen. Urioffen. Ein mit Treibstoff beladener Besatzungstankwagen stieß beim Einbiegen in die Mühlwegbrücke gegen die Badmauer und geriet in Brand. Durch rasch herbeigeschaffte Schaumlöscher von vorbeifahrenden Autos, konnte das Feuer gelöscht und größeres Unglück verhütet werden. Das Auto wurde beschädigt abgeschleppt. Einige Steinquader der Eisenbahnbrücke wurden aus den Fugen gestoßen. Waldbegehung durch die Landegforstbehörde Urioffen, (h) Obe-landesforstmeister Dr. Bauer, Freiburg, stattete dem Forstbezirk Oberkirch einen Besuch ab und unternahm mit den Bürgermeistern des Bezirks Tagfahrten ln die Gemeindeforsten von Windschläg, Appenweier, Urioffen und Renchen, deren Zweck es war, anhand von anschaulichen Waldbildern die wirtschaftliche Beforstung der schwer angeschlagenen Wälder zu geben. Farrenkörung In Urioffen Urioffen, (h) Auf dem ideal gelegenen Gelände des früheren RAD.-Lagers führte das Landestierzuchtamt Freiburg unter Veterinärrat Dr. Reinold, Altenheim, eine Farrenkörung durch. Zum Auftrieb und zur Vorführung gelangten Zuchtstiere aus den Gemeinden Appenweier, Sand und Urioffen. Von den gemeindeeigenen 8 Farren wurden alle Tiere auf ein weiteres Jahr gekört und zur Zucht zugelassen. Urloffe n . (h) In völliger geistiger und körperlicher Frische beging am 18. März Frau Balbina Hurst, Hauptstraße 112, ihren 78 Geburtstag. 40 Jahre Vereins vor stand Generalversammlung des Turnvereins Appenweier Appenweier, (v). Schon im Oktober 1949 konnte der Turnverein. gleichzeitig mit der Wiederaufnahme seiner Tätigkeit das 40jäh- rige Jubiläum seines Bestehens feiern. Es zeigte sich, daß der turnerische Gedanke hier doch starke Wurzeln geschlagen hatte, denn nachdem der bisherige Vorsitzende des Vereins Kaufmann Franz Kupferer, seine Leute zusammengerufen hatte, kam der Betrieb wieder rasch in Gang. Noch lebten der altbewährte Oberturpwart Leo Graf und Frl. Irmgard La über in der man eine ausgezeichnete Leiterin des Mädchentumens hatte. Schon an Weihnachten konnte man mit beachtlichen Leistungen vor die Oeffentlichkeit treten. Das war nicht leicht in einer Zeit, in der in Rundfunk und Presse sehr viel von Sport und Toto aber allerhöchstens einmal am Rande auch vom Turnen die Rede war. Kaufmann Franz Kupferer hat in unserer wechselvollen Zeit das gewiß seltene Verdienst, seit 40 Jahren ohne Unterbrechung der tatsächliche und verantwortliche Leiter des Turnvereins Appenweier gewesen zu sein. Er erlebte dabei glanzvolle Aufstiege und schwere Niedergänge. Leider hatte er diesmal schon vor einem halben Jahr die Absicht geäußert, den Vereinsbetrieb wieder in Gang zu setzen, um dann altershalber zurückzutreten. Gegen alles Zureden blieb er bei seinem Entschluß. Der hoffnungsvolle Anfang, den die Turnerei wieder genommen hatte, schien damit in Frage gestellt. Da entschloß sich Professor Brudy, der wie Kupferer ebenfalls ein altes Gründungsmitglied, die Leitung des Vereins solange zu übernehmen bis jüngere Kräfte an seine Stelle treten können. Rasch wickelte sich dann die ab. die Wahl der übrigen Vorstandsmitglieder Bahnbeamter Karl Lechleiter übernahm Stelle des zweiten Vorsitzenden. Professor Brudy führte aus, daß für ihn drei Gründe bestimmend seien, die Wahl anzunehmen. Einmal sitzen noch eine Reihe treuer alter Kameraden da, die einst vor 40 Jahren als sogenannte Zöglinge mit ihm ein getreten sind, dann stehe ihm ja ein Stab tüchtiger und dienstbereiter Mitarbeiter zur Verfügung und schließlich müsse man an unserer Jugend seine Freude haben, die mit so großem Eifer bei der Sache sei. Die erste Amtshandlung des neuen Vorsitzenden bestand darin seinen Vorgänger Franz Kupferer zum Ehrenvorsitzenden vorzuschlagen, was von der Versammlung freudig begrüßt wurde. Mit einem alten Turnerlied schloß der anregende Abend in bester Stimmung. Zuweisung von Flüchtlingen Windschläg, (tt) Der Gemeinde Windschläg werden vom Flüchtlingsausschuß zwei weitere Flüchtlingsfamilien zugewiesen. Die Flüchtlinge, eine Maler- und Bäckerfamilie mit fünf Personen, kommen von Flensburg (Schleswig- Holstein) und treffen im Laufe dieser Woche hier ein. Trotz Wo.mungsknappheit hat das Bürgermeisteramt alles getan und den beiden Familien entsprechenden Wohnraum zur Verfügung gestellt. Wie wir erfahren, ist mit weiteren Zuweisungen zu rechnen. — Zwei Konfirmanden, ein Junge und ein Mädchen von hier, wurden am Sonntag in der ev. Kirche in Appenweier konfirmiert Meisterprüfung bestanden Windschläg, (tt) Karl Birk, Sohn des Schuhmachermeisters Birk, hat die Meisterprüfung im Schuhmacherhandwerk vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer Freiburg mit gutem Erfolg bestanden. Aus dem Vereinsleben von Waltersweier Waltersweier. Am vergangenen Sonntag, den 11. März, hielt der MGV. „Liederkranz“ im Gasthaus „zum Löwen“ seine jährliche Generalversammlung ab.*Nach der Einleitung durch den Bad. Sängergruß eröffnete Vorstandsmitglied Baumann die Versammlung durch eine Begrüßungsansprache, in der er auch der im Laufe der letzten Jahre verstorbenen Mitglieder gedachte. Im Anschluß daran wurde ein Rückblick über die Vereinsgeschehnisse des vergangenen Jahres gegeben. Als nächstes gab Kassier Josef Huber den Rechenschaftsbericht über die finanziellen Angelegenheiten des Vereins. Nicht zuletzt sprach man auch dem altbewährten Dirigenten Allgeier aus Offenburg den Dank aus für die mühevolle Arbeit als Chorleiter. Der bisherige 1. Vorstand Gottfried Buchholz hat infolge seines hohen Alters und aus gesundheitlichen Gründen gebeten von einer Wiederwahl abzusehen. Aus der Wahl des Vorstandes gingen hervor: 1. Vorstand der bisherige 2. Vorstand Heinrich Baumann und als 2 Vorstand Albert Junker. Der bisher'ge Schriftführer Josef Mandel und Kassierer Josef Huber wurden einstimmig wiedergewählt, als Beisitzer wurden Friedrich Huber. Hermann Schley und August Kahlbereer ernannt. Als Vereinsdiener wurde Willi Steinert bestellt, da der bisherige Inhaber d'eses Amtes Lorenz Kemof um seine Ablösung gebeten hatte. Der Verein hat 110 Mitglieder, von denen 28 aktive Sänger sind. Im Verlaufe der Versammlung wurde auch noch über die diesjährigen Vorhaben des Verems beraten. Es wurde beschlossen, an versch'edenen Sängertr»ffen unserer Heimatgegend teilzunebmen. Außerdem -wurde em Ausflug zusammen m>tdem hiesigen Sport- vere'n geplant. Zu dem P inkte Wünsche und Anträge wu-de angeregt, im Laufe des Sommers ein Gartenfest zu veranstalten. Ferner legte man dm, Mitgliedern ans Herz, um den Verein in d ; «. Höbe m bringen, neue Sänger zu werben. Vorstand Baumann schloß die Versammlung m't den Worten des Dankes an die Mitglieder für seine Wahl sowie an den bisherigen 1. Vorstand für seine bisher im Interesse des Vereins geleistete uneigennützigen Arbeiten. Hiernach gings zum gemütlichen Teil, wobei’die Versammlung bei Liedern einen frohen Ausklang fand. Nr. K Seite 8 AL Offenburger Tageblatt Donnerstag, 23. März 1950 Heimkehrerfeier in Ichenheim Aus Hanauerland und Ried W8T Ichenheim. (r) Zum erstenmal nach dem Kriege veranstaltete die Gemeindeverwaltung zu Ehren ihrer Heimkehrer im Schwanensaal einen Heimkehrerabend. Einleitend gaben der Musik- und Gesangverein, die ihre Kräfte für den Abend unentgeltlich zur Verfügung stellten, je eine ihrer herrlichen Weisen zum besten. Anschließend begrüßte Bürgermeister D r e x 1 e r im Namen der Gemeinde alle geladenen Heimkehrer auf das herzlichste. Ganz besonders begrüßte er den H. H. Religionslehrer Volk aus Rastatt, der ebenfalls vor Jahresfrist aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Ichenheim heimkehrte. In seinen weiteren Ausführungen erwähnte er, daß es ihm vergönnt sei, etwa 300 Heimkehrern zu Ehren, diesen Abend veranstalten zu dürfen. Von 64 Soldaten sei das Schicksal noch ungewiß, während 103 Bürgersöhne ihr Grab in fremder Erde gefunden haben. Den gefallenen Kameraden zu Ehren bat er die Versammelten, aufzustehen und einige Minuten ihrer zu gedenkep, während die Musikkapelle das Lied vom guten Kameraden spielte. Nach dieser ergreifenden Szene wurde von Mitgliedern des Gesangvereins ein Duett „Die beiden Kriegsgefangenen“ vorgetragen. Den Höhepunkt des Abends bildete die Rede von Pfarrer Volk, der mehrere Jahre den grauen Rock der Landser trug und ebenfalls Jahre lang mit ihnen das bittere Los der Kriegsgefangenschaft ertrug. Pfarrer Volk kat es sich deshalb nicht nehmen lassen, dieser Einladung Folge zu leisten. Konfirmation in Dundenheim Dundenheim, (w) Vergangenen Sonnlag fand unter reger Anteilnahme der evangelischen Kirchengemeinde die Konfirmation statt. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Krafft, Ichenheim, wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Tages für die jungen Menschen selbst sowie auch für die Gemeinde hin. Nach ausführlicher Prüfung fand die Einsegnung in feierlicher Welse statt. Der Kirchenchor umrahmte den Festgottesdienst mit Liedervorträgen. Hobes Alter Dundenheim, (s). Ihren 75. Geburtstag kann in voller körperlicher Gesundheit und geistiger Frische Frau Frieda Wagner,, geborene Hornberger, im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel begehen. Wieder Wochenmarkt in Zell a. H. Aus dem Harmersbachtal Zell a. H. (s). Am Samstag, dem 25. März, vormittags zwischen 7 und 10 Uhr, findet zum ersten Mal wieder der früher übliche Wochenmarkt vor dem Rathaus statt Kulturfilmabend in Zell a. H. Zell a. H. (s). Als letzte Veranstaltung des Winterhalbjahres brachte am vergangenen Montag das Jugend- und Volksbildungswerk nochmals einen Kultur-Tonfilmabend im Das ganze Dorf feierte mit Nachrichten aus Hofweier Hofweier, (h) Der „Josefstag“ wurde hier, der hohen Bedeutung des Festes entsprechend, gebührend gefeiert. Morgens in der Frühmesse war Gemeinschaftsosterkommunion der Männerwelt, Der Hauptgottesdi'enst wurde verschönert durch die Wiedergabe einer neu einstudierten Festmesse unter Leitung des rührigen Dirigenten Hugo Armbrusten. Den Orgelpart übernahm Herr Lipps aus Gengenbach, der sich seiner Aufgabe in gewohnt meisterhafter Weise entledigte. Den Schluß des Tages bildete, dem Ernst der Fastenzeit entsprechend, eine religiöse Feierstunde im Saale des Gasthauses zum „Engel“, zu der die Pfarrangehörigen eingeladen waren. Der geräumige Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Im Mittelpunkt des Abends stand das tiefreligiöse Schauspiel „Gefehlt und gesühnt“. Spieler und Spielerinnen gaben ihr Bestes, um das inhaltsreiche Stück natürlich und lebensnah zu gestalten. Im weiteren Verlauf des Abends zeigte der Ortsgeistliche Lichtbilder von der Spendung der Priesterweihe, der ewigen Stadt Rom und dem Papste sowie einige Farbaufnahmen von Hofweier. Die ganze Veranstaltung wurde umrahmt von gut gesungenen Liedern des Kirchenchors. Michelangelo und sein Werk Schutterwald, (b) In Fortsetzung der Vortragsreihe „Erde und Ewigkeit“ sprach am Sonntagabend im vollbesetzten Saal des Gemeindehauses „St. Jakob“ Dr. Kunz aus Freiburg über das Thema „Michelangelo und sein Werk“. In seinen Worten stellte der Redner des Abends in kurzen Zügen das^ Leben dieses großen Meisters der Renaissance eindrucksvoll heraus. Alsdann gab er an Haftd eindrucksvoller Lichtbilder Ausschnitte aus dem Schaffen und Wirken des Malers, Bildhauers und Architekten. PKW verbrannt Schutterwald. Mittwoch abend, etwa 19 Uhr, geriet der PKW des Vertreters der Oberrheinischen Kleiderfabrik, Sitz Bühl, auf der bestem Erfolg. Straße Offenburg—Schuterwald in Brand, und brannte vollständig aus. Der Brand, der durch eine Stichflamme vom Vergaser ausging, griff sofort auf das ganze Fahrzeug über, sodaß der Besitzer mit seiner ihn begleitenden Ehefrau Mühe hatte, sich aus dem Wageninneren ins Freie zu retten. Schon wieder ein Sterbefall Elgersweier, (a) Letzte Woche wurden unter zahlreicher Beteiligung die leiblichen Ueber- reste des hier sehr beliebten Mitbürgers Leopold Spinner zu Grabe getragen. Der Verstorbene war viele Jahre im Reichsbahnausbesserungswerk in Offenburg tätig und lebte erst kurze Zeit im Ruhestand. Im Offenburger Krankenhaus starb er an einem unheilbaren Leiden im Alter von 65 Jahren. An seinem Grabe wurde er geehrt von seinen Berufskameraden mit Kranzniederlegung; es wurden seine Treue zur Arbeit und seine Liebe zu seinen Mitarbeitern besonders hervorgehoben. Als ein eifriges Mitglied der Gewerkschaft legte ihm der Gewerkschaftsführer mit ehrenden Worten einen Kranz nieder. — Am Sonntag verkündete die Sterbeglocke den Tod der 52 Jahre alten ledigen Näherin Maria Adler. Lange Monate lag sie im Offenburger Krankenhaus, und der Tod erlöste sie nun von ihrem schweren Leiden. Elgersweier, (a) Die Beerdigung des, wie seinerzeit berichtet, an den erlittenen Verletzungen bei der Explosion eines Kanonenrohrs verschiedenen Schmiedemeisters Alfred Vögele, gestaltete sich zu einem großen Beweis der Beliebtheit des Verstorbenen. Nicht nur von Elgersweier, sondern auch aus der Umgebung waren zahlreiche Trauergäste erschienen, um Alfred Vögele die letzte Ehre zu erweisen. Bestandene Meisterprüfung Berghaupten, (as) Vor der Handwerkskammer Freiburg bestand Gottfried Geppert im Schuhmacherhandwerk die Meisterprüfung mit hiesigen Lichtspielhaus,, zu dem sich sowohl Jugendliche wie Erwachsene zahlreich eingefunden hatten. Es wurden 5 sehr interessante Filme gezeigt und zwar zunächst „Brüssel“, die belgische Haupt- und Handelsstadt mit ihren herrlichen Baudenkmälern. Als nächstes folgte „Frühling in Sevilla“, der schönsten Stadt des europäischen Südens. Ein dritter Film zeigte „Java“ mit seinen riesigen Tee- und Zuckerrohr-Plantagen und dem großen Fischreichtum der die Insel umgebenden Gewässer. Prächtige Landschaftsaufnahmen bot der nächste Film „Im Tal der Rhone“, angefangen beim Genfer See, über die Seidenstadt Lyon, Valence, Avignon, bis hinunter zur Rhone-Mündung. Der letzte Film endlich führte zurück zur engeren Heimat, zum „Schwarzwaldzauber“. Konzert der Künstlervereinigung Zen a. H. Die Künstlervereinigung im Kreise Wolfach veranstaltet am Sonntag ein Konzert, bei dem die bekannten Künstler Werner Laukisch, Cdllo, Hilde Matzka, Klavier und Anneliese Werrlein, Sopran, mitwirken werden. Auf dem Programm stehen Werke von Schubert, Beethoven, Bach und Händel. Zell a. H. (s) Am Sonntagnachmittag wurde der im Alter von 67 Jahren verstorbene Lehrer a. D. Fritz Küssner, Nordracher Straße, zur letzten Ruhe gebettet. Der Verstorbene, der aus Königsberg stammte, hatte als Neubürger hier eine zweite Heimat gefunden und erfreute sich allgemeiner Wertschätzung.' Zell a. H. (s). In einem Freundschaftsspiel an 12 Brettern Schlug der „Schachklub Schwarz-Weiß Zell a. H.“, trotz vier Ersatzleuten, den Schachklub Haslach mit 6K zu 5 % Punkten. Kino im Harmersbachtal Zell a. H. (m) Vom 24. bis 26. März wird in Zell a. H., am 28. März in Oberharmersbach und am 29. März in Nordrach der Film „Das Lied der Bernadette“ gezeigt. Der Film dürfte sehr interessant sein, da wir gerade in Oberharmersbach-Zuwald die Kriegergedächtnisgrotte, in der Bernadette versinnbildlicht ist, als immerwährendes Zeichen vor Augen haben. . Jugend musiziert Zell a. H. Unter obigem Motto veranstalten die Harmonika-Freunde Zell am Harmersbach mit 33* Mitwirkenden ihr diesjähriges Frühjahrs-Konzert. Dasselbe findet am Sonntag, dem 23. April im Hotel „Hirsch“ Zell a. H., 20,00 Uhr statt. Wer die Veranstaltungen im vergangenen Jahr miterlebte, wird es nicht versäumen, dieses fröhliche Programm mit seinen Ueberraschungen zu hören. Generalversammlung des Gesangvereins Oberharmersbach (m) Am Sonntagabend fand im Gasthaus zum „Bahnhof“ die diesjährige Generalversammlung des Gesangvereins „Frohsinn“ statt. Vorstand Cölestin Läufer begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder. Im Anschluß an den Jahresbericht wurde der Kassenbericht mit seiner gesicherten Grundlage bekanntgegeben. Der Vorstand wurde durch offene Abstimmung wieder gewählt. Mit größter Sorgfalt wird der Verein bemüht sein, ein großes Konzert anläßlich des 65jährigen Bestehens des Gesangvereins „Frohsinn“ im April zur Durchführung zu bringen. Der Abend verlief in guter Stimmung. „ ünterharmersbach. .(1) Am kommenden Samstag, 25. März, feiert die Schwiegermutter des hiesigen Metzgereiinhabers Herrmann ihren 83. Geburtstag. Die Jubilarin, die seit einiger Zeit- bei ihrer Tochter lebt, erfreut sich trotz ihres hohen Alters immer noch einer geistigen und körperlichen Rüstigkeit. Sie liest die Zeitung noch ohne Brille und nimmt an allem Geschehen regen Anteil. Nordradi, (s) Geburtstagskinder in dieser Woche sind: Franziska Sester war am 20. März 71 Jahre alt. Frau Anna Edrich feiert ihren 73. Geburtstag und Pfundstein Josef im Bärhag heu^e seinen 75. Geburtstag. Biberaeh. (b) Viermal innerhalb acht Tagen ging die Trauerbotschaft vom Ableben eines lieben Menschen durchs Dorf. Maria Fautz war noch nicht beerdigt, als die Glocke vom Hinscheiden des Rentners Karl Kienzle kündete 71 Jahre war er unlängst alt geworden. Viel Mühe und Entbehrungen zeichneten seinen Lebensweg, so sagte Symph. Stern, Betriebsrat der Papierfabrik, in der Kienzle 18 Jahre arbeitete. Worte dankbarer Anerkennung verband Baron K. v. Krewel, der Besitzer dieses Betriebes, mit der Kranzniederlegung. — Frau Maria Anna Oschwald Witwe durfte das Ende ihres 70. Lebensjahres nicht mehr erleben. Sie starb an einem bösartigen Leiden, das ihre letzten Monate oft schmerzlich begleitete. — Am Nachmittag des gleichen Tages fand die fünfjährige Annemarie der Familie F. Braun, Sägewerkbesitzer, in den kühlen Fluten des Mühlbachs den Tod. Wie das Unglück vor sich ging, bleibt unbekannt. Man fand die Leiche der Kleinen in Schönberg. In der Generalversammlung der Kinzigtäler Rinderzuchtgenossenschaft in Haslach wurde Bauer Paul Schmieder von Fröschbach, der als tüchtiger Züchter und eifriger Verfechter des Genossenschaftsgedankens gilt, wieder zum Bezirksverbandsvorsitzenden gewählt. In seinem Stalle dürfte der zur Zeit beste Zuchtbulle der Vorderwälderrasse stehen. Wenn die Glocken rufen Gottesdienstordnung Oberharmersbach Freitag (Hi. Erzengel Gabriel): 7.00 III. Opfer mit hl. Messe für Frau Heiß. Samstag (Mariä Verkündigung): 7.00 Amt zu Ehren der Gotteslutter für die Pfarrgemeinde. Beichtgelegenheit jeden Morgen und Samstagnadi- mittag 2—4 und 5—6.30 Uhr. Gottesdienstordnung Nordrach Donnerstag: 7.15 Uhr Seelenamt, 3. Opfer für Zäzilia Späth; 7.15 Uhr Kolonie: hl. Messe zu Ehren des hl. Joseph. - Freitag: 6.45 Uhr hl. Messe für verst. Angehörige .Brüder—Spitzmüller; 7.15 Uhr Jahrtagsmesse für Karl Nock und Ehefrau. Samstag: 6.45 Uhr Jahrtagsmesse für Martin Kropp und Sohn; 7.15 Uhr Muttergottesamt für Schwester Gottharda. Sport in der Heimat Fußball: VfB Hausach — VfB Elgersweier a:5 (0:3) Für eine zünftige Lokalüberraschung sorgte am Sonntag der Meister der Staffel Offenburg, der mit dem Kinzigtäler Bezirksllgisten auf dessen eigenem Platz wenig Federlesens machte. Zwar sah es zu Beginn dieses schnellen, derben, aber auch fairen Kampfes nickt nach einem derartigen Triumph des VfB aus und die Platzherren, die gleich den Gästen mit Ersatz antreten mußten, kreuzten oft vor dem Heiligtum Müllers auf. Nach etwa einer halben Stunde Spieldauer begannen sich die Basenspieler mit den Tücken des kleinen Spielfeldes abzufinden und massierte Angriffe rollten nun gegen das Hausacher Tor, wo es bis zur Halbzeit binnen weniger Minuten dreimal einschlug. Nach dem Wechsel setzte sich die TTeberlegenheit des VfB Immer deutlicher durch und zwei weitere Volltreffer besiegelten das Schicksals Hausacks endgültig. Schiedsrichter Bendeneck-Haslach leitete einwandfrei. Goldscheoer — Oberschopfheim S:1 (1:1) Gleich nach dem Anstoß entwickelte sich ein sehr schnelles, faires und ausgeglichenes Spiel. Beide Mannschaften versuchten ihrerseits den Führungstreffer zu erzielen. Die Platzherren konnten indessen stets einwandfrei klären durch die hervorragend spielende Hintermannschaft und hatten ihrerseits einige sthöne Torchancen, waren zunächst aber etwas vom Pech verfolgt. Doch in der 16. Minute konnte Mittelstürmer End einen Eckball durch glänzenden Kopfball am verdutzten Torsteher vorbei zum Führungstreffer für die Blau^Weißen einsenden. Die Gäste versuchten indes den Ausgleich zu erzielen, aber die Hintermannschaft und der Torwart der Gastgeber machten alles zunichte. Kurz vor Halbzeit konnten dann die Gäste durch einen hohen, von rechts geschossenen Ball, den Ausgleich erzielen. Beim Stand von 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Nach der Halbzeit drehten die Blau- Weißen gewaltig auf, nachdem der Wind nunmehr ihr Verbündeter war. Die Ueberlegenheit der Gastgeber trat Immer mehr zu Tage. Das Ergebnis wurde dann nach und nach auf 5:1 erhöht. Als End zum 6. Treffer einsenden wollte, nachdem er frei durchgelaufen war, wurde er am Elfmeterpunkt durch einen Verteidiger von hinten gelegt. Der hierauf verhängte Elfmeter wurde von Lux plaziert zum 6:1 verwandelt. Die Blau-Weißen erhöhten dann noch auf 8:1 und bei diesem Ergebnis ertönte der Schlußpfiff. Schutterwald I — Scherzheim I 1:» Bis zur ersten Halbzeit verlief das Treffen torlos und bald nach Halbzeit war es Schutterwalds Linksaußen Oßwald, fwelcher dem guten Gästetorhüter das Nachsehen gab. In der weiteren Folge wurde Scherzheim manchmal gefährlich. Das Spiel selbst zeigte Schutterwald wohl als verdienten Sieger, mehr Kampfgeist und Elan zu zeigen, wäre wohl in Zukunft angebracht. — Im Vorspiel errang Schutterwalds Jugend gegen die Scherzheimer Jugend einen 2:1-Sieg. j. Weier I — Urioffen I 3:» (1:»> Mit dem SV Urioffen stellte sich in Weier eine eifrig spielende Mannschaft vor, die in der ersten Halbzeit das Spiel offen gestalten konnte. Sie unterlag aber nach der Pause dem technisch besseren Spiel der Platzherren. Bester Mann euf dem Platze war der Gästetorhüter, der die bestgemeinten Schüsse meisterte. Bel etwas mehr Scfhußglück bzw. Auswertung der gebotenen Torchancen hätte der Sieg leicht höher ausfallen können. Mit diesem Erfolg hat sick Weier für die nächste Bunde um den Pokal qualifiziert. Das Jederzeit faire Spiel wurde von Schiedsrichter Titel en, Biberaeh, gut geleitet. Handball: Altenheim I — Rastatt I 3:6 (2:3) Beide Mannschaften führten ein ausgeglichenes faires Spiel vor. Auf beiden Seiten wurden, hauptsächlich ln der ersten Halbzeit, die schönsten Torgelegenheiten vermasselt, darunter ein 13 m gegen Altenheim, der von Altenheims jungem Hüter schön gehalten wurde. In der zweiten Halbzeit kam Altenheim, mit dem Wind im Bücken, besser zum Zug, und ließ es diesmal an Fernschüssen nicht fehlen, und bald hieß es 6:3 für Altenheim. Rastatt ließ Jedoch auch nicht locker und kam bis auf 7:5 heran. In der letzten Viertelstunde mußten beide Torhüter Ihr ganzes Können aufbieten, um die zahlreichen beiderseitigen Angriffe abzuwehren. Altenheim konnte durch zwei schöne Spieltore das Resultat auf 9:5 stellen; dehen Rastatt nur noch einen Treffer durch Strafwurf entgegensetzen konnte. Altenhelm n — Oberkirch I 3:11; Altenhelm Jgd. gegen Oberkirch Jgd. 8:4. Lo. Ringen: Appenweier — Urioffen 4:4 Im vollbesetzten Kronensaal fand am vergangenen Sonntag der Rückkampf ln der Landesliga obiger Mannschaften statt. Kampfrichter Wiehert, Lahr, leitete die Kämpfe zur vollsten Zufriedenheit. Verlauf der Kämpfe lm einzelnen: Im Fliegengewicht standen sich Flötzer Edmund, Appenweier, u. Langenecker, Urioffen, gegenüber. Flötzer, Appenweier, konnte seinen Gegner in der 7. Minute durch Eindrücken der Brücke auf die Schultern legen. — Im Bantamgewicht standen sich zwei N ach wuchsringe): gegenüber. Stöckel, Urioffen konnte nach 4% Minuten seinen Gegner Kornmeier, Appenweier durch Hammerlock besiegen. — Federgewicht: Hier stand der alte kampferfahrene Walz, Urioffen gegen den im Anfang der Kämpfe stehenden Wiedeiner Franz, Appenweier. Walz, Urioffen mußte sich nach I Minute von dem jüngeren Wledemer, Appenweier durch Drehgriff auf die Schultern legen lassen. — Im Leichtgewicht standen sich die alten Rivalen Jenne, Urioffen und Spring Karl, Appenweier gegenüber. Alles war auf den Ausgang dieses Kampfes gespannt. Jenne konnte nach Ablauf der Ringzeit von 15 Minuten als knapper Punktsieger erklärt Der Sportverein Biberaeh hatte diese Waldlauf- Meisterschaften der Leichtathleten gut vorbereitet und so eine flotte Abwicklung der Kämpfe geschaffen. lieber 140 Meldungen aus den Kreisen Offenburg und Wolfach wurden abgegeben. Die Leistungen sind als überaus erfreulich zu vermerken. Bei den Männern hatten die in bester Besetzung antretenden Läufer das ASV Nordrack schwer zu kämpfen, um über 800 und 1500 m die nackdrängenden Kräfte aus Haslach abzuwehren. Bel der Jugend trat die Breitenarbeit Nordraths hervor, die in allen Disziplinen die Sieger stellten. Wolfach triumphierte in. der Altersklasse II, bei den Junioren und den Mädchen A, wo Frl. Busam über die 600 m-S trecke wohl die beste Tagesleistung mit 1:55 Min. vollbrachte, während Haslach bei den Frauen und den Mädchen B mit Biberaeh an der Spitze lag. In der Schülerklasse waren es dann Gutaeh und Schenkenzell, die sich in die Plätze teilten. Ergebnisse: 800 m Männer — Altersklasse I: 1. Oestreich, ASV Nordrach, 2:54,0; 2. Schaffer, SV Haslach. 3:05,0. — Altersklasse H: 1. Franz Stehle, TV Wolfach, 2:50,0 Min. 2. Schmieder, TV Wolfach, 2:56,0 Min. 3. Klein, TV Wolfach, 2:58,0 Min. — 800 m Männer: 1. P. Bteser, ASV Nordrack, 2:11,0; 2. R. Schmidt, ASV Nordrack, 2:14,0; 3. Spitzmüller, ASV Nordrach, 2:15,0; 4. Hüsam, SV Haslach, 2:18,0. 800 m Ju nloren: 1. Gustav Flalg, SV Haslach, 2:17,0; 2. Karl Kilgus, SV Haslach, 2:19,0; 3. Raimund Gebhardt, SV Griesheim. 2:20,0. — 800 m Jugend A: 1. Klaus Wagner, ASV Nordrach, 2:17,0; 2. Planzig, ASV Nordrach, 2:19,0; 3. Schuster, ASV Nordrach, 2:23,0. 600 m Frauen: 1. Gretel Hauer, SV Schenken- zel »00,01; 3. Lina Beck, SV Haslach, 2:01,0; 3. Hanni Häufle, TV Wolfach, 2 : 10 , 0 . — 600 m Mädchen A: werden. — Das Weltergewicht bestritten Schnurr Albin, Appenweier und Leible Arthur, Ur- loffen. Nach temperamentvollem Kampfe konnte Schnurr in *V4 Minuten seinen Gegner durch Armzug besiegen. — lm Mittelgewicht mußte Hätty Theo, Appenweier dem stärkeren Spengler, Urioffen den Sieg in 2 Minuten durch Hüftschwung lassen. — Föll Alfred, Appenweier, der in diesem Treffen das Halbschwergewicht brachte, konnte in altgewohnter Weise seinen Partner Leible Ernst, Urioffen, in glänzendem Stil durch sauber ausgeführten Schleudergriff nach einer Minute besiegen. — Im Schwergewicht mußte der sich tapfer wehrende Josef Föll, Appenweier, dem starken Börsig, Urioffen, in 2’/i Minuten durch Hüftschwung den Sieg überlassen. 1. Waltraud Busam, SV Wolfach, 1:55,01; Lissel Gehler, SV Biberaeh, 2:01,0; Inge Scherer, SV Haslach, 2:09,0. — 600 m Mädchen B: 1. Irmgard Uhl, SV Haslach, 2:04,01; 2. M. Schwendemann, SV Biberaeh, 2:08,0: 3. Hilde Räuber, TV Wolfach, 2:12,0. 1500 vi Männer: 1. Paul Dieser, ASV Nordrach, 4:46,0; 2. Adolf Riemeck, ASV Nordrack, 4:46,0; 3. Günther Porzelt, ASV Nordrack, 4:48,0. 1500 m Junioren: 1. Werner Dreher, ASV Nordrach, 5:07,0; 2. Werner Bonas, ASV Nordrack, 5:27,0. — 1500 m Jugend A: 1. Arnold Lacker, ASV Nordrack, 4:37,01; 2. Franz Sehilli, SV Biberaeh, 4:46,0. — 1000 m Jugend B‘ 1. Werner Muser, ASV Nordrack, 3:08,0; 2. Bartenstein, ASV Nordrach, 8:09,0; 3. Nepomuk Lehmann, ASV Nordrach, 3:09,0. — 600 m Schüler: 1. Burckhardt Kaufmann, fkher,- kenzell, 1:52,011; 2. Hans Schneider, Gutaeh, 1:54,0; 3 Franz Hartlieb, Biberaeh, 1:55,0 3000 m M ä n e r : 1. Adolf Rimeck, ASV Nordrach, 9:31,51; 2. Reinhard Sckmid, ASV Nordrach, 10:19,0; 3. Oswald Lorbeer, SV Biberaeh, 10:27,0. 3000 m junioren: 1. Franz Storz; TV Wolfadj. 10:11,0; 2. Klaus Bährle, ASV Nordrach lfl,:16,0; 3 Franz Schllli, SV Biberaeh, 10:23,0. Offenburger Tageblatt Chefredakteur: Adolf Kimmig, Verantwortlich für Heimat** U Herbert Buhle« Sprechstunden der Redaktion: Montag Mittwoch und Freitag 11 bis 12 Uhr Drude u. Verlag: A Reift & Cie., offenbuig Für unverlangt eingehende Manuskripte wird keine Gewähr Übernommen. Waldlaufmeistersdiaften der Leiditathleten Ueber 140 Teilnehmer aus den Kreisen Offenburg und Wolfach Rimeck, Nordrath", siegte über 3000 m Donnerstag, 23. März 1950 A Offenburger Tageblatt Nr. 35 — Seite 9 Todes-Anzeige Am 19. März verschied unser lieber Schwager, Onkel, Großonkel, und Vetter Alfred Burger Oberstaatsanwalt a. D. im 71. Lebensjahr. Offenburg, den 23. März 1950 Im Namen aller: Margarete Burger, geb. Behrle Hedwig Burger Hans Burger Dia Einäscherung fand auf ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Statt Karten I Todesanzeige Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied gestern nachmittag mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Großvater, Schwiegervater und Schwiegersohn Josef Kiefer Polizeiwadimann nach langem, schwerem Leiden, im Alter von 46 Jahren, Offenburg, (Albersbösch 16), 22. März 1950. In tiefer Trauer: Lina Kiefer, geb. Dürr sowie Kinder und Anverwandte. Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. März, um 14.30 Uhr, statt. » I Stellenangebote Jüngeres sauberes Mädchen in kleinen Geschäftshaushalt gesucht. Frau Huber Ww, Weinhdlg., Offenburg, Gerberstr. 29. Jüngere Hausgehilfin evtl, für halbe Tage, per 1. 4. gesucht. Bedingung: Muß zu Hause schlafen können. Frau Scbof er, Offenburg, Hauptstr. 57. (18-122 Lehrmädchen für Büro gesucht. Bewerbungsschreiben mit selbstgeschriebenem Lebenslauf unt. 23-102 an die Gesch. d. O. T. Todesanzeige Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß wurde am 21. März 1950 unser lieber, treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel Karl Sdiwörer Bäckermeister nach kurzer Krankheit, jedoch unerwartet rasch, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 70 Jahren, in die Ewigkeit abberufen. Er folgte allzu rasch unserer lieben Mutter im Tode nach. Ortenberg/Käfersberg, den 22. März 1950. In tiefer Trauer: Karl Sdiwörer Hugo SchWörer Irma Sdiwörer sowie alle Anverwandten. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 23. März 1950. nachmittags 3 Uhr, statt. Zwangsversteigerung Im Zwangsweg versteigert das Baa. Notariat am Mittwoch, den 24. Mai 1950, nachmittags 2 Uhr in seinen Diensträumen in Gengenbach (Villa Julius Köhler) Grünstraße, das Erbbaurecht des Hans Hoffmann, Ingenieur in Oberharmersbach, auf Gemarkung Oberharmersbach. Die Versteigerungsanordnung wurde am 6. September 1949 im Grundbuch vermerkt Rechte, die zur selben Zeit noch nicht im Grundbuch eingetragen waren, sind spätestens in der Versteigerung vor der Aufforderung zum Bieten anzumelden und bei Widerspruch des Gläubigers glaubhaft zu machen; sie werden sonst im geringsten Gebot nicht und bei der Erlösverteilung erst nach dem Anspruch des Gläubigers und nach den übrigen Rechten berücksichtigt. Wer ein Recht gegen die Versteigerung des Erbbaurechts oder nach § 55 ZVG mithaftenden Zubehörs hat, muß das Verfahren vor dem Zuschlag aufheben oder einstweilen einstellen lassen; sonst tritt für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstands. Die Nachweise über das Erbbaurecht samt Schätzung kann jedermann einsehen. Grundstücksbeschrieb Erbbau-Grundbuch Oberharmersbach Band 12 Heft 19 Erbbaurecht eingetragen auf dem im Grundbuch Band 4 Heft 1 unter ’-'d. Nr. 17 des B.V.I verzeichneten Grundstücks. Vor Riers- bach Lagb.-Nr. 694/3 Hofreite mit Gebäulichkeiten (Fabrikgebäude mit Wohnhaus) 14 Ar 61 qm auf die Dauer von 30 Jahren vom 4 Februar 1949 an. Als Eigentümerin des belasteten Grundstücks ist die Gemeinde Oberharmersbach eingetragen. Erbauberechtigter: Hans Hoffmann, Ingenieur in Oberharmersbach. Geschätzt mit Zubehör zu 69 700.— DM. Geschätzt ohne Zubehör zu 49 500.— DM. Das Landratsamt Wolfach hat das höchstzulässige Gebot wie folgt festgesetzt: für Gebäulichkeiten 84 700.— DM, für das Zubhör 20 200.— DM. Bad. Notariat Gengenbach als Vollstreckungsgerieht. Witwer Werkmeister, 60 J., kath. m. eigenem Haus, sucht kath. Haushälterin, 40—50 Jahre. Spätere Heirat nicht ausgeschlossen. O'ff. mit Bild erbeten u. 23-99 a. d. G. d. O. T. Verkäufe Stellengesuche Alleinsteh. Mann Anf. 40, sucht geeignete Stelle zur Mithilfe in Landwirtschaft. Kl. Betr. bevorzugt, evtl, bei alleinst. Witwe. An- geb. u. 5-56 an Gesch. O. T. Beteiligungen Tätige Beteiligung mit 8 bis 10 Mille sucht erfahrener Kaufmann sn solidem Unternehmen. Angebote unter Nr. 12-92 an die Gesch. des O. T. Prima 1949er Weibherbst im Kleinverkauf, Liter 2.50. zu verkauf. Zu erfr. u. 12-93 in der Gesch. des O. T. Wollkleid rot, neu, Größe 44, zu verkaufen. Zu erfr. unter 5-57 in der Gesch. des O. T. Dickrüben 30—40 Ztr., zu verk. Bohls- bach, Okenstr. 127. (6-41 Guterh. 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