I Ältestes Heimatblatt für Stadt und Bezirk Offenburg Erscheint wöchentlich dreimalig. Bezugspreis für den laufenden Monat DM 1.7S zuzüglich 25 Pfennig Triger- lohn. Einzelnummer 20 Pf. Im Falle höherer Gewalt oder bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. f\ l 1 ÄMck Anzeigenblatt mit anerkannt guter Werbewirkung SMbmger Zeitung Erfüllungsort und Gerichtsstand Gffenburg. Zur Zelt Ist die Anzeigenpreisliste Nr. 1 gültig. Drude und Verlag: A. Reiff & Cic., Buch.lruckerel Offenburg Bad. Geschäftsstelle: Offenburg, Kornstrage 10. Fernsprecher: Offenburg Nr. 1537 und 2134. Postschließfach Nr. 333. Postscheckkonto - Karlsruhe Nr. 138 '1. Nummer 36 Offenburg, Samstag, 25. März 1950 Ausgabe A L 139. Jahrgang Südweststaatfrage im Bundestag Hohe Kommission erklärt Volksbefragung in Baden und Württemberg für zulässig legung des Grundgesetzes ist deutsche Angelegenheit Aus- Bonn. In der Freitagsitzung des Bundestags legte Bundesinnenminister Dr. Gustav Hein e- m a n n (CDU) dem Parlament einen Gesetzentwurf über Volksbegehren und Volksentscheid bei Neugliederung des Bundes vor. Die Staatszugehörigkeit von Volksteilen und Landesteilen sollte nicht ohne Befragen des Volkes verändert werden, sagte er. Die Hohen Kommissare hätten entgegen dem Artikel 29 des Grundgesetzes, der solche Gebietsveränderungen bis zum 23. Mai vorsehe, einen Vorbehalt erhoben. Danach dürfen Ländergrenzen — mit Ausnahme der Verhältnisse in Württemberg und Baden — bis zum Friedensvertrag nicht geändert werden, wenn die Hohen Kommissare ihren Vorbehalt nicht einstimmig aufgeben. Am Donnerstag hätten die Hohen Kommissare dem Innenminister mitgeteilt, daß die Frist bis zum 23. Mai wegen des Vorbehaltes der Hohen Kommissare nicht ablaufe. Volksbefragungen gemäß Artikel 118 des Grundgesetzes (Württemberg und Baden) seien zulässig. Anträge hierzu müßten an die Hohe Kommission gerichtet werden. Der Minister empfahl, das vorliegende Gesetz nach der ersten Lesung an den Ausschuß zu verweisen, wo es im Zusammenhang mit der alliierten Stellungsnahme beraten werden soll. In der Aussprache forderten die meisten Redner, daß nicht nur die jetzigen Einwohner der fraglichen Gebiete wahlberechtigt sein sollen, sondern alle wahlberechtigten Bewohner der Bundesrepublik, die in den betroffenen Gebieten geboren sind, zur Zeit der Abstimmung aber in anderen Ländern wohnen. Hierfür setzte sich besonders der Abgeordnete Anton von A r e t i n (Bauernpartei) ein. Dr. Hermann Kopf, Freiburg, (CDU) gab zu bedenken, daß diese Bestimmung, nach der möglicherweise im ganzen Bundesgebiet eine Volksabstimmung über die Gebietsfrage einer bestimmten Gegend stattfinden könne, Unbehagen erregen müßte. Der Abgeordnete Dr. Wilhelm Lafo- ret (CDU) sprach sich dafür aus, daß bei der Entscheidung über das Schicksal der P f alz alle mitstimmen sollten, die durch Geburt und Herkunft Pfälzer sind. Martin Euler (FDP) wandte sich dagegen, daß von den Hohen Kommissaren Befugnisse zurückgenommen werden, die bereits aufgegeben worden waren. Die Ent wicklung im S ü d - westraum sei schon einmal durch die Alliierten freigegeben worden. Es gehe nicht an, sich diese Freigabe nachträglich durch französische Erklärungen nehmen zu lassen. „Wir sind Anhänger des Südweststaates“, sagte Dr. Georg Zinn '(SPD). Die Möglichkeiten, im Südwesten zu einem Zusammenschluß zu kommen, dürften nicht verbaut werden. Die Hohe Kommission sei nicht legitimiert, das Grundgesetz auszulegen, sagte Dr. Zinn. „Das Ist unsere Aufgabe.“ Eine scheinbare Zusage der damaligen Militärgouvemeure zur Neuregelung im Südwesten werde offenbar nicht mehr gehalten. An den Schwierigkeiten seien jedoch die Deutschen nicht ganz unschuldig. Kein Deutscher wäre 1945 auf die Idee gekommen, eine solche Kette von Kleinstaaten links und rechts des Rheines zu gründen, aber leider hätten sich dann deutsche Menschen gefunden, diese Kleinstaaten zu verteidigen Das Londoner Dokument Nr. 2 habe durchaus die Möglichkeit geboten, von deutscher Seite Vorschläge zur Neugliederung der Länder zu machen. Leider sei dies damals versäumt worden. Das sei das erste entscheidende Versagen des deutschen Neoföderalismus. Der Gesetzentwurf wurde dann an den Ausschuß für innergebietliche Neuordnung und an den Ausschuß für Verfassungsfragen und Rechtswesen überwiesen. Stürmischer Frühlingsanfang in Italien Kommt es zum Bürgerkrieg ? — Militär muß gegen Putschisten eingesetzt werden Rom. Die Pessimisten scheinen recht zu behalten: In Italien soll jetzt offensichtlich nach dem Willen der Korn inform ein kommunistischer Bürgerkrieg mit anschließender „Machtergreifung“ vorbereitet werden. Man hält anscheinend die Appeninnenhalbinsel für sturmreif, nachdem der Generalstreik vom Donnerstag und die voraufgegangenen Unruhen in bestimmten Teilen des Landes das nötige Klima geschaffen haben. So lautet in Rom der Tenor gemäßigter Zeitungen Die Barrikadenkämpfe in San Severo bei Foggia in Apulien am Donnerstag tragen nach Ansicht politischer Beobachter alle Anzeichen eines planmäßig angelegten und wohlorganisierten Putschen Die schwachen Polizeistreitkräfte wurden angegriffen, überwältigt und entwaffnet, die Zufahrtsstraßen nach Foggia so gründlich verbarrikadiert, daß die verstärkten Carabinieri- und Heereseinheiten in voller Kriegsausrüstung lange Zeit brauchten, ehe sie die Ordnung in der Stadt wiederherstellen konnten. An Waffen habe es den rund zehntausend Kommunisten, die bei dem Straßenkampf eingesetzt waren, durchaus nicht gefehlt, woraus sich die sorgfältige Physiker über Wasserstoffbomben Keine Geiahr, daß bei einer Explosion die Erde in die Luft geht London. Es besteht keine Gefahr, daß die ganze Erde bei der Explosion einer Wasserstoffbombe zerstört wird, stellte der britische Atomphysiker österreichischer Abkunft, Professor Otto Frisch, in der Zeitschrift „Atomic Scientists News“ fest. „Weder Luft noch Wasser noch irgendeine der herkömmlichen Gesteinsarten können als Kem-Ex- plosivmaterial wirken, selbst bei den höchsten Temperaturen nicht. Alle Kernteile, die in der Luft, im Wasser oder im Gestein enthalten sind, sind ganz stabil; Wasser enthält schweren Wasserstoff, aber in viel zu geringfügigen Mengen. Es besteht also keine Gefahr, daß die ganze Erde eines Tages in die Luft geht.“ Die Wirkung der Wasserstoffbombe würde aber schlimm genug sein. „Hundert Quadratmeilen zerstörte Fläche sind wahrscheinlich keine übertriebene Schätzung“. Eine Reihe weiterer Atomphysiker sprachen sich in der gleichen Zeitschrift für ein internationales Abkommen zur Kontrolle der Atomenergie aus. Professor P e i e r 1 s von der Universität Birmingham setzt sich mit der an der Tätigkeit von Atomphysikem geübten Kritik auseinander und schreibt: „Auf der Untätigkeit liegt ebensosehr Verantwortung wie auf der Tätigkeit. Wenn die Wis- vcnschaftler in den USA oder sonstwo ge- ’.ieinsam dieses Projekt der Atomforschung boykotieren würden, könnten sie an ihrer Verantwortung sehr schwer zu tragen haben, wenn ihr eigenes Land mit einer ähnlichen Waffe später einmal angegriffen werden würde.“ Sir George Thompson vom Londoner Imperial College verteidigt die Entscheidung Präsident Trumans, die Forschungen über die Wasserstoffbombe fortzusetzen. „Kein verantwortlicher Staatsmann könnte sich weigern, sein Land mit einer mächtigen Waffe auszurüsten, die sich ein möglicher Feind verschaffen kann“ Es gibt keine „Untertassen“ Stockholm. Der schwedische Generalstab glaubt nicht an die „fliegenden Untertassen“. Die Untersuchung der nachprüfbaren Fälle durch die Luftraumkontrolle ergab keinen Beweis für die Ueberfliegung durch fremde Flugzeuge oder Projektile. Die Phänomene erklärten sich züm Teil aus dem Durchgang der Erdkugel durch einen Kometenschweif, woraus sich vermehrter Meteorfall ergab. So konnte eine sehr starke und schnelle Lichterscheinung, die sich am 21. Februar am Stockholmer Nachthimmel zeigte, durch Radar einwandfrei als Meteor erkannt werden. Ein nordschwedi- scher Gewährsmann hatte eine „Rakete mit gekräuseltem Schwanz“ gemeldet. In diesem ebenfalls typischen Fall handelte es sich um schwedische Düsenjäger, die in großen Höhen flogen und einen Kondensstreifen verursachten, gab der Generalstab bekannt. Doch Wirklichkeit? Rom. „Giomale d’Italia“ veröffentlicht am Freitag auf der ersten Seite einen sensationellen Bericht des Ingenieurs Giuseppe Bel- luzzo, wonach die „Fliegenden Untertassen“ keine Utopie seien, sondern bereits im Jahre 1942 in Italien und Deutschland gleichzeitig ausprobiert wurden. Hitler und Mussolini interessierten sich damals für die Versuche, doch seien sie nicht zum Abschluß gekommen. Die „Fliegenden Untertassen“ seien eine einfache Konstruktion und funktionierten nach dem Gesetz der Zentrifugalkraft. Augenblicklich sei eine „große Macht“ mit dem Studium des Prinzips der ^fliegenden Untertassen“ beschäftigt Vorbereitung der ganzen Aktion ergebe. In diesem Zusammenhang erinnert man sich daran, daß Zeitungsmeldungen zufolge vor kurzem an der Küste Apuliens heimlich Waffen aus Albanien gelandet worden sein sollen...In San Sevepo^. widarsetzten sich als einzige Zivilisten die MSI-Aktivisten (Angehörige der als neofaschistisch geltenden Sozialbewegung) dem kommunistischen Terror. In rechtsbürgerlichen Kreisen kritisiert man die Scheu der Regierung de Gaspari vor drastischen Maßnahmen gegen die ; Ur- ' . heber solcher Bürgerkriegsepisoden. Der „Tempo“ fordert Tag für Tag einen Wechsel in den Methoden. Es genüge nicht, das Aufflammen hier und da abzuwarten und dann blutig zu unterdrücken, sondern es gelte, den Brandstiftern zuvorzukommen, ihnen das Handwerk zu legen und damit dem Lande viele Opfer zu ersparen. „II Tempo“ drückt sich nicht deutlicher aus, aber es wird angenommen, daß die große unabhängige Morgenzeitung den Augenblick gekpmmen erachtet, mit gesetzlichen Mitteln gegen die Kommunistische Partei als solche vorzugehen. Den gestrigen Worten de Gasperis vor den christlich-demokratischen Parlamentariern nach zu urteilen, sind er und Innenminister Scelba entschlossen, der Aktivität der Extremisten zu begegnen. ' Schwere Zusammenstöße in Mittelfrankreich Roanne. Zu schweren Zusammenstößen kam es in der mittelfranzösischen Stadt Roanne, wo etwa 1 500 Demonstranten den Transport von Panzern und sonstigem. Kriegsmaterial von einem Waffenlager zum Verladebahnhof zu v&hindern suchten. 15 Polizisten, die den Transport schützen wollten, wurden verletzt und 23 Personen festgenommen. Die Menge hatte sich zusammengerottet, nachdem in kommunistischen Flugblättern aufgefordert worden war, die Verladung des Kriegsmaterials zu unterbinden. Demonstrationen in Tunis Tunis. In Ferryville, v dem Arsenal südlich des tunesischen Hafens Bizerta, kam es am Freitag zu kommunistisch inspirierten Straßendemonstrationen gegen die Entladung der auf dem Flugzeugträger „Dimude“ für Frankreich gelieferten 48 amerikanischen Flugzeuge. Bei dieser Seidung handelte es sich um die erste Lieferung im Rahmen des amerikanischen militärischen Hilfsprogrammes für die Atlantikpaktstaaten. - Ist Paulus zurückgekehrt? Frankfurt. Die „Frankfurter Neue Presse“ berichtet aus gut unterrichteten französischen Kreisen, daß der frühere Generalfeldmarschall Paulus in aller Stille nach Deutschland zurückgekehrt ist. Er sei in das Entlassungslager Tuttlingen gebracht worden und von dort mit unbekanntem Ziel abgereist. Nachfragen haben ergeben, daß weder die Familienangehörigen in Baden-Baden, noch die Entlassungslager des französischen Besatzungsgebietes oder zuständige Berliner Instanzen etwas von der Heimkehr des ehemaligen Generalfeldmarschalls wissen. Deutschland und der Wiederaufbau Europas von Prof. Dr. W. Röpke Eine Währungsreform durchzuführen, um die deutsche Wirtschaft von den Ketten einer auf- gestauten Inflation zu befreien und in Westdeutschland normale Lebensbedingungen zu schaffen, das waren die Forderungen, welche ich in einem vor zwei Jahren in Brüssel gehaltenen Vortrag über das deutsche Problem erhoben hatte. Das alles i^t heute eine vollendete Tatsache geworden. Im Juni 1948 kam die Währungsreform und sie hat die Wirtschaft Westdeutschlands umgewandelt. In großen Zügen hat der korrumpierte Kollektivismus einer wirtschaftlichen Freiheit Platz gemacht, in der als einziges Gesetz Angebot und Nachfrage wieder den Mechanismus der Preise regieren. Der Erfolg dieser Reform ist erstaunlich. Niemand kann das bestreiten. Das Ergebnis ist um so höher zu werten, als es erzielt wurde trotz der- vermeidbaren und unvermeidbaren Unvollkommenheit, trotz sehr großer Startschwierigkeiten und trotz der verheerenden Hypotheken, die noch immer auf der Wirtschaft dieses Landes lasten, das in Ruinen liegt, ausgeblutet, verstümmelt und entsetzlich übervölkert, und zu allem Ueberfluß noch von einer Masse von Flüchtlingen überschwemmt ist die augenblicklich fast ein Fünftel der Gesamtbevölkerung bilden. Zur gleichen Zeit gelang es, einen westdeutschen Staat zu gründen, hervorgegangen aus freien Wahlen und fußend auf einer parlamentarischen Mehrheit, welche die Prinzipien der freien Wirtschaft verteidigt und die Gesellschaft sowie die Autorität des Gesetzes schützt. Diese Entwicklung ist für ganz Europa von außerordentlicher Bedeutung. Wir dürfen uns jedoch nicht der Illusion hingeben, daß bereits alles zum besten stünde. In Wirklichkeit bleiben ungeheure Probleme zu lösen und die Verzögerung, die ihre brauchbare Lösung erleidet, kann jederzeit schwere Gefahren herbeiführen. In diesen kurzen Zeilen ist es mir nicht möglich, eine genaue und umfassende Darstellung dieser Probleme zu vermitteln und sie von Grund auf zu diskutieren. Ich lasse daher die offenen politischen Probleme beiseite und beschränke mich auf ein Problem, das ich bereits vor zwei Jahren in Brüssel erläutert habe- Es ist die Notwendigkeit der fortschreitenden Liberalisierung der deutschen Wirtschaft und die vollständige Wiederherstellung der Freiheit des deutschen Außenhandels. Ich erklärte seinerzeit in Brüssel darüber folgendes: Seit 25 Jahren ist die Autarkie für Deutschland ein wahrhafter Fluch gewesen. Solange dieses Uebel nicht an der Wurzel gepackt wird, erscheint es unmöglich, sowohl in der deutschen Wirtschaft, als auch in der deutschen Politik und in der deutschen Mentalität eine wirkliche Gesundung herbeizuführen. Wir müssen endlich die Barrieren beseitigen, die sich noch der freien Bewegung der Waren, des Geldes, des Kapitals und der Menschen entgegenstellen. Nichts wird die Deutschen einschließlich derer unter dem kommunistischen Joch besser für die Konzeption eines westlich orientierten Deutschlands gewinnen können als die Oeff- nung der Tore zur Welt. Ich bin fest davon überzeugt, daß diese Oeff- nung nur durch die Wiederherstellung des freien Wirtschaftsaustausches erreicht werden kann, durch die völlige Befreiung der Devisenmärkte, ohne die es unmöglich ist, sowohl eine gesunde neue Währung aufrechtzuerhalten, als auch den verderblichen Autarkiegedanken zu zerstören. Je mehr man sich in die wirkliche Situation Deutschlands hineindenkt, desto mehr überzeugt man sich vpn der Notwendigkeit, die Devisenkontrolle zu beseitigen, auf welche die modernen nationalen Kollektivismen so stolz sind. Diese Methoden des Dirigismus enden zwangsläufig in der völligen Erstickung des Außenhandels. Für ein Land, das so stark industrialisiert ist wie Deutschland, ist die Ausfuhr von Rohstoffeif wie Kohle und Holz niemals ratiorell Ein solches Land muß in erster Linie die Spezialprodukte seiner verschiedenen Industrien. exportieren, und keine Staätsbüro- kratie kann die Rolle des privaten Geschäftsmannes übernehmen. Ich verstehe darunter den Geschäftsmann, der in direkten Kontakt mit den fremden Märkten treten und sie sondieren kann, ohne den Hindernissen überflüssiger Behörden zu unterliegen, die ihm jede Beweg- Nr. 86 — Seit« 2 A B Offenburger Tageblatt Samstag. 29. M8nf 1996 licfakelt und zweckvolle Entscheidungsmöglich- keit nehmen. Ich wage hinzuzufügen, daß die Aufhebung der Devisenkontrolle in Deutschland und das Aufhören des kollektivistischen Monopols, das die JEIA auf den Außenhandel ausübte, die besten Mittel sind, den deutschen Handelsverkehr zwischen den belgischen, holländischen und deutschen Häfen wieder zu normalisieren. Das natürliche Spiel der Wirtschaftskräfte wurde durch die Autarkie beseitigt, welche die Naziregierung eingeführt und die siegreichen alliierten Mächte aufrechterhalten hatten.. Vergessen wir niemals, daß der Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft und ihre Wiedereingliederung in ein freies Europa die unabdingbaren und elementarsten Voraussetzungen sind, um einen Erfolg unserer Anstrengungen zu garantieren, die wir für die Rettung unseres armen Kontinents übernommen haben. Ich glaube, daß ich diesen vor zwei Jahren geäußerten Bemerkungen nur noch hinzuzufügen habe, daß sich ihre Wichtigkeit anstatt vermindert noch vermehrt hat. Ich weiß sehr wohl, wie zahlreich die Kräfte noch sind, die sich im Westen nur schwer an die Gedankengänge gewöhnen können, die ich hier zum Ausdruck gebracht habe, und daß man auch ihre Gründe nicht mißverstehen darf. Aber, ob wir wollen oder nicht, wir sind im Interesse ganz Europas gezwungen, dem Wiederaufbau Westdeutschlands und den politischen Reformen, von dem er abhängt, unsere besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Wir können das tun, ohne allzusehr befürchten zu müssen, eine neue „deutsche Gefahr“ wieder zu erwecken. Das Antlitz der Welt ist nicht mehr das von 1945 und die unausweichlichen Reformen nicht zu verwirklichen, würde vom europäischen Gesichtspunkt aus einem Selbstmord aus Furcht vor dem Tode gleichen. Das Problem des europäischen Wiederaufbaues ist schon dadurch schwierig genug geworden, daß er allein von Westeuropa aus unternommen werden kann. Und das ist ein Grund mehr, um dieses Europa, welches schon so klein geworden ist, nicht noch weiter wirtschaftlich, politisch sowie moralisch abzuwerten. In Deutschland stehen sich die westlichen Prinzipien und ihre Verneinung in einem Kampf ohne Gnade gegenüber, dessen Ausgang jedoch das Schicksal unserer ganzen christlichen Zivilisation entscheiden wird. Deshalb: wenn der Westen Europas Erfolg haben will, muß er zuerst in Westdeutschland Erfolg haben. Bundeshaushalt in zweiter Lesung angenommen Ausweisung der Deutschen widerspricht den Gesetzen der Menschlichkeit - Wird Deutschland der größte Teil der ERP-Mittel geschenkt ? Bonn. Der Bundestag wandte sich auf seiner Donnerstagsitzung vor der Fortsetzung der Haushaltsdebatte fast einmütig gegen die von der Hohen Kommission verhängte Aufnahmesperre für die aus Polen, der Tschechoslowakei und den Gebieten jenseits der Oder- Neiße-Iinie ausgewiesenen Deutschen. In zweiter Lesung wurden die Haushaltspläne für das Bundesinnenministerium, das Bundesjustizministerium und das ERP-Ministerium angenommen. Zur Aufnahmesperre stimmte der Bundestag mit großer Mehrheit bei Stimmenthaltung der KPD einem SPD-Antrag zu, in dem die Bundesregierung ersucht wird, bei den Hohen Kommissaren die deutsche Auffassung über die Notwendigkeit der Aufnahme der ausgewiesenen Deutschen zu vertreten. Nach einem ebenfalls gebilligten Antrag der Bayernpartei soll die Bundesregierung eine Rechts Verordnung über die Verteilung der Ausgewiesenen erlassen. In dem Ersuchen an die Bundesregierung wird festgestellt, daß der Bundestag keine Maßnahmen billigen kann, die den Deutschen aus den Gebieten jenseits der Oder-Neiße- Llnie und der Tschechoslowakei den Zutritt ins Bundesgebiet verwehren. Der Bundestag werde daher alle Bemühungen zur Aufnahme dieser Menschen unterstützen, zu denen sich Bund und Länder bereits bekannt haben. Die durch den Befehl der Hohen Kommission hervorgerufenen Vorkommnisse bei der Ankunft der ersten Transporte widersprächen allen Bekenntnissen zur Menschenwürde und freien Persönlichkeit. Die Rechtsverordnung soll die Verteilung der noch aus den Ostgebieten erwarteten 300 000 und der aus der Tschechoslowakei kommenden 80 000 Deutschen so regeln, daß sie von der Grenze aus unmittelbar in solche Länder gebracht werden, die mit Flüchtlingen unterbelegt sind. Die Sprecher der Parteien — mit Ausnahme der Kommunisten — stellten fast übereinstimmend fest, daß die Ausweisung dieser Deutschen mit den Gesetzen der Menschlichkeit nicht zu vereinbaren sei. Der Bundestag hat am Freitag die Einzelpläne der Ministerien für Wohnungsbau- und Flüchtlingswesen, für gesamtdeutsche Fragen und für Angelegenheiten des Bundesrats in zweiter Lesung angenommen. Damit wurde die Beratung des Bundeshaushalts in zweiter Lesung abgeschlossen und gleichzeitig die von der Regierung vorgesehene Zahl der Ministerien gebilligt. Die Einzelpläne wurden im wesentlichen mit den Stimmen der Regierungsparteien angenommen. In der Aussprache über den Haushaltsplan des Flflchtlingsministeriums erkannten die Sprecher aller Fraktionen die Bedeutung dieses Ministeriums an, dem eine Sonderabteilung für Kriegsgefangenenbetreu- ung angegliedert ist. Bundesflüchtlingsminister Dr. Lukaschek dankte dem Plenum für die nationale Haltung, durch die die Welt auf die Wichtigkeit des Flüchtlingsproblems aufmerksam gemacht werde. Anfang Mai werde das Ministerium ein Rahmengesetz für die Vertriebenen vorlegen und In Kürze eine neue Verordnung, die das Weisungsrecht des Bundes beim Flüchtlingsausgleich erweitere. Der Bundestag verabschiedete danach in zweiter und dritter Lesung ein Gesetz über Bekanntmachungen und überwies in erster Lesung einen Gesetzentwurf über Volksbegehren und Volksentscheid zur Neugliederung des Bundesgebietes an den Ausschuß für innergebietliche Neuordnung und den Ausschuß für Verfassungsfragen und Rechtswesen. Vizepräsident Dr. Schäfer schloß die 51. Sitzung nach achtstündiger Dauer und berief die nächste Sitzung auf Montag 10 Uhr ein. Fünfmarksdieine werden ungültig Frankfurt,TVlain. Die Banknoten zu fünf D-Mark — erste Ausgabe mit der sitzenden männlichen Figur am rechten Nqtenrand der Vorderseite — verlieren am 31. Mai ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel. Wie die Bank deutscher Länder bekannt gibt, werden diese Noten, auch die mit einem „B“ für den Zahlungsverkehr in Westberlin bestimmten Noten, zum 31. Mai aufgerufen und bis zum 31. August von den Landeszentralbanken und der Berliner Zentralbank umgetauscht. Danach erlischt jeder Anspruch auf die aufgerufenen Banknoten. In den nächsten Tagen werden neue Banknoten zu fünf D-Mark ausgegeben, die den Namen der Bank deutscher Länder mit Unterschrift tragen. Messeschluß in Frankfurt 322000 Besucher der Frühjahrsmesse — Starkes Auslandsinteresse Frankfurt a. M. Am sechsten und letzten Messetag stieg die Besucherzahl der diesjährigen Frühjahrsmesse auf 322 000. Unter ihnen waren 17100 ausländische Interessenten aus 27 europäischen und 24 überseeischen Ländern. Auch am letzten Messetag war die Geschäftstätigkeit noch immer beachtlich. Auch einige Abschlüsse größeren Umfangs wurden verzeichnet Charakteristisch für die diesjährige Frankfurter Frühjahrsmesse war das überaus starke Auslandsinteresse an den deutschen Erzeugnissen. Eine große Zahl von deutschen Ausstellern meldet, daß von Ihren Auftraggebern bis zu 40 Prozent Ausländer seien. Außer festen Abschlüssen wurden zahlreiche Musteraufträge erteilt und lebhaftes Interesse an der Uebernahme von Vertretungen bekundet. Das Inlandsgeschäft stand im Zeichen aufmerksamer Prüfung aller gebotenen Erzeugnisse und lebhaften Interesses für Qualität und preisgünstige Ware. Die Messeleitung gab bereits am Freitag einige vorläufige Umsatzzahlen bekannt und meldet für das Inlandsgeschäft Umsätze von über 200 Millionen DM. Damit hat sich das Verhältnis zwischen Inlands- und Auslandsaufträgen gegenüber der letzten Messe zu Gunsten des Exportgeschäftes verschoben. An dem Auslandsgeschäft sind vor allem Neuheiten beteiligt. Die deutschen Erzeugnisse finden Im allgemeinen durch ihre Qualität, Preiswürdigkeit und kurze Lieferfristen die Anerkennung der Auslandsbesucher. Das Importeschäft, in dem anhaltendes deutsches Interesse an ausländischen Waren Bonn protestiert gegen Bevin Neue Vorschläge zur Erhaltung der Reidiswerke in Watenstedt-Salzgitter Bonn. Die Bundesregierung hat am Freitag der alliierten Hohen Kommission neue Vorschläge überreicht, um die wirtschaftlichen Anlagen in Watenstedt-Salzgitter für friedliche Zwecke zu erhalten. Sie beschloß ferner, die Vertretung für das Industriegebiet von Watenstedt-Salzgitter zu übernehmen und die entsprechenden Teile des Reichsvermögens in die Zuständigkeit des Bundes überzuleiten. Bisher war das Land Niedersachsen Eigentümer der früheren Reichswerke. Die Bundesregierung will, wie von amtlicher Seite bekannt wird, beim Rat der alliierten Hohen Kommission offiziell gegen die Demontagemaßnahmen der britischen Behörden in Watenstedt-Salzgitter protestieren, nachdem Außenminister Bevin die Einstellung der Demontagen abgelehnt hat. ZahlUSA- Diplomaten in Rom Nächste Botschafterkonferenz in BerliiF? — Auslandsreisen für Deutsche leichter gemacht Rom. Der amerikanische Hohe Kommissar für Deutschland, John McCloy, erklärte am Freitag» vor den in Rom akkreditierten deutschen Pressevertretern aus der Bundesrepublik, daß die sieben amerikanischen Diplomaten auf ihrer Konferenz in Rom zu ganz konkreten Beschlüssen gelangt seien. Ueber Einzelheiten der Beschlüsse, ihre Auswirkungen und wann sie in Europa spürbar werden würden, äußerte sich McCloy nicht Er zeigte sich aber über die Erfolge der Botschafterkonferenz beeindruckt und nannte sie sehr nützlich. Das Deuts chla n d problem habe auf der Konferenz, die nicht nur ein Meinungsaustausch gewesen sei, auch eine Rolle gespielt Die Berlinfrage sei im Rahmen des allgemeinen deutschen Themas behandelt worden. Einzelheiten wurden jedoch nicht festgelegt Die Demontagen oder eine etwaige Remilitarisierung Westdeutschlands hätten nicht auf der Tagesordnung gestanden. Er hoffe sehr, sagte McCloy, daß die nächste amerikanische Botschafterkonferenz in Berlin stattfinden werde. Jedenfalls habe er diesen Wunsch mit guten Erfolgsaussichten vorgebracht Die sowjetzonale Ablehnung des auf seinen eigenen Vorschlag zurückgehenden Bonner Vorschlages nach gesamtdeutschen freien Wahlen habe ihn nicht überrascht erklärte McCloy. „Ich kann nicht begreifen“, fuhr er fort „wie freie Wahlen eine Versklavung des deutschen Volkes mit sich bringen sollen, wie ein Sprecher der Sowjetzonenregierung erklärt haben soll.“ Die Ablehnung aber zeige die Geistesverwirrung dieser Politiker und stelle deren Reden für ein einheitliches Deutschland als Betrug hin. Zur Frage erleichterter Auslandsreisebestimmungen für Deutsche erklärte Mc Cloy, daß die Hohe Kommission gerade jetzt bemüht sei, auf diesem Gebiete wesentliche Erleichterungen zu schaffen. Das ganze Auslandsreiseverfahren, das durch den Combined travel-board“ gehapdhabt werde, müsse nach seiner Ansicht beschleunigt und vereinfacht werden. Die in diesem Zusammenhang wichtige Devisenkontrolle werde allerdings noch längere Zeit unter alliierter Aufsicht bleiben. Sie müsse im Rahmen der allgemeinen europäischen Liberalisierung be handelt werden. Bei dem Rüstungsbetrieb Watenstedt- Salzgitter, so führte McCloy weiter aus, bandele es sich um ein ausgesprochenes „Kriegskind“ (a warbaby), das nicht auf Friedensproduktion umgestellt werden könne. Nach McClbys Ansicht gibt es dort kein Arbeitslosenproblem. (!) Westuuionskonlerenz im April London. Eine wichtige Konferenz der im Brüsseler Bakt zusammengeschlossenen fünf Westunionsmächte — Großbritannien, Frankreich, Belgien, Holland und Luxemburg wurde in London für Mitte April angekündigt An ihr werden die Außen-, Verteidl- gungs- und Finanzminister der fünf Länder teilnehmen. Die Konferenz findet am 18. und 17. April in Brüssel statt Türkisch-italienischer Freundschaftsvertrag Rom. Im Palazzo Chigi wurde am Freitag ein neuer türkisch-italienischer Freundschaftsvertrag von den Außenministern beider Länder unterzeichnet reiche Politiker des Bundestages und Bundesrats haben den Bundeskanzler auf den Ernst der Lage hingewiesen. In diesen Gesprächen kam besonders zum Ausdruck, daß die Sowjetzonenpropaganda bemüht ist, zersetzend auf die betroffene Bevölkerung einzuwirken. In Bonner politischen Kreisen wird angenommen, daß die Bundesregierung gewisses Bestrebungen der Sowjetzone entgegenwirken wird, durch Kinderaufnahmen aus dem Salzgittergebiet Propaganda zu betreiben. Krupp-Betriebsrat appelliert an Bishop Essen. Der Krupp-Betriebsrat und die Industriegewerkschaft Metall in Essen protestierten in einem Telegramm an den britischen Landeskommissar für Nordrhein-Westfalen, Gene ral Bishop, gegen die Restdemontage in den Friedensproduktionsstätten der ehemaligen Krupp-Werke. In dem Telegramm wird gefordert, daß die Maschinen, die jetzt noch in den Produktionsbetrieben stehen, nicht abtransportiert werden, damit nicht die Zahl der Erwerbslosen noch erhöht wird. Außerdem sollten die ständigen, das Leben der Belegschaft und der Essener Bevölkerung gefährdenden Sprengungen im Werk eingestellt werden. General Bishop wird vom Betriebrat und von der Gewerkschaft um eine Aussprache gebeten. Doch vorzeitige Erhöhung der Stahlquote ? Basel. Die „Basler Nachrichten“ wollen zu Vizekanzler Blüchers Vorstoß in der Ruhrbe hörde wissen, daß die Vertreter der drei Hohen Kommissare sich im ganzen bereits für eine vorzeitige Erhöhung der Stahlquote ausgesprochen haben, da dies zur Verwirklichung des Arbeitsbeschaffungsprogramms notwendig sei, das besonders für einen beschleunigten Woh nungsbau erhebliche Stahl- und Eisenmengen beanspruchen wird. Gewisse Schwierigkeiten befürchte man von der Haltung des britischen und des französischen Hohen Kommissars, deren Instruktionen möglicherweise entscheidend von den Konkurrenzinteressen der britischen und französischen Hüttenwerke beeinflußt würden. Dies habe sich nach allgemeiner Auffassung besonders in den Entscheidungen des französischen Außenministeriums in der Saarfrage gezeigt. Ostmark weiter abgeschwächt Berlin. Bei den Berliner Wechselstuben über- wog auch am Freitag größeres Ostmarkangebot. Der Kurs der DM-Ost zeigte fallende Tendenz. Die Wechselstuben setzten den Ostmark-Kurs um 0.20 DM-Ost herab und werden am Samstag eine Westmark mit 8,00 bzw. 8.20 Ostmark handeln. Die Parität für 100 Ostmark beträgt 12^0 bzw. 12,50 Westmark. zum Ausdruck kommt, litt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, unter den knappen zur Verfügung stehenden Kontingenten, die durchweg vollkommen beansprucht, oft sogar mehrfach überzogen wurden. Die Importaufträge beliefen sich auf etwa 20 Millionen DM. Vornotierungen wurden über 30 Millionen DM vorgenommen. Den größten Anteil an diesen Geschäften hatten diejenigen Länder, deren Handel mit Deutschland weitgehend liberalisiert ist. Tchechoslowakische Flugzeuge landen bei Mönchen Wiesbaden. Drei tschechoslowakische Flugzeuge landeten am Freitag auf dem amerikanischen Flugplatz Erding bei München. Ein Sprecher der amerikanischen Luftwaffe in Wiesbaden teilte mit, daß die Flugzeuge ohne vorherige Meldung und ohne Landeerlaubnis auf deutschem Boden niedergegangen sind. Wie verlautet, haben die Flugzeuge zusammen 83 Passagiere und Mannschaften an Bord. Es hat den Anschein, daß die Piloten von den Passagieren zur Landung in Deutschland gezwungen worden sind. Schweres Eisenbahnunglück In Kolumbien • Bogota, Bei einem Eisenbahnunglück in der Nähe von Cali (Kolumbien) wurden 35 Personen getötet und 40 verletzt. Die Wagen eines D-Zuges waren auf die eigene Lokomotive aufgeprallt, die in voller Fahrt aus dem Gleis gesprungen und umgestürzt war. Neues in Kurze Die Bundesregierung beschloß, eine Vertriebe* nenbank für das Bundesgebiet zu errichten. Die Bank soll denjenigen Personen Kredite gewähren, die aut Grund Ihres Vertriebenenstatnts auf andere Welse keinen Kredit erlangen kSnnen. Der Bundesrepublik wurden von der Marsballplanverwaltung 1,3 Millionen Dollar für den Ankauf von Häuten und Fellen sowie 12S 0M Dollar für Holz and Holzprodukte zugeteilt. Deutschland erhielt 1949 insgesamt 53 Prozent aller Geschenkpakete aus den USA, die — im Gesamtwert von 110 Millionen Dollar — nach Europa geschieht wurden, heißt es in einem ECA-Bericht. Steigende Arbeitslosigkeit und der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen machten eine unmittelbare Unterstützung auch weiterhin erforderlich. Im Januar wurden durch den Deutschen Caritas- Verhand ln Deutschland 234 0M kg Kleider und Seife Im Werte von 1,11 Millionen Dollar verteilt, die während der Wintermonate ln den USA von der amerikanischen Caritas gesammelt wurden. Bundeskanzler Dr. Adenauer wird der ehemaligen Reichshauptstadt Berlin am 10. und 17. April seinen angekündigten Besuch abstatten. Mehrere Bundes- minister werden den Kanzler begleiten. Die durch ordentliche Spruchkammerverfahren In die Gruppe V der Entlasteten Eingestuften haben sich zu einer „Zweckvereinigung der Entlasteten im Bundesgebiet zusammengeschlossen. Die Vereinigung bezeichnet eine gerechte Wahrung ihrer Belange bei den Bandes-, Länder- und Anstellungsheh&rden als ihr Ziel. Der Hanptvorstand der Deutsihen Angestelltengewerkschaft bat in einem Telegramm an Bundeskanzler Dr. Adenauer und Arbeitsminister Storch dagegen protestiert, daß „die Angestellten ln der Industrie von Industriegewerkschaften und Betriebsräten durch Streikandrohung terrorisiert werden, wenn sie Ihre Wünsche auf Gruppenwahlen geltend machen.'* In London ist ein englisch-deutsches Institut gegründet worden, das als eine der wichtigsten Naeh- krlegseinrichtungen zur Pflege der britisch-deutschen Kulturhezlehungen bezeichnet wird. Das Institut plant Vorträge, Konzerte, deutsche Theateraufführungen, Vorführung deutscher Filme und die Bildung eines deutsch-englischen Chors. Eine Gruppe amerikanischer Juristen wird alle verfügbaren Unterlagen über den Massenmord an den 10 000 polnischen Offizieren in Katyn prüfen. Die National City Bank ln New York gab am Freitag bekannt, daß Spanien von Ihr eine Anleihe über 20 Millionen Dollar erhält. Die Anleihe wird durch Gold gesichert. Wetterbericht Unser Wetter bleibt zunächst unter dem Einfluß eines Hochs, das sich zur Zeit vom westlichen Mittelmeer nach Nordrußland hinzieht und durch Herannahen einer weiteren Hochdruckswelle von Frankreich her eine neue Kräftigung erfährt. Aussichten bis Sonntagabend: Trocken und überwiegend heiter, mittags warm. Wintersportmüglichkelten schmelzen dahin Die Schneedecke ist infolge des warmen Wetters weiter geschmolzen. Im Feldberggebiet liegt an Nordhängen noch 40 bis 50 cm Firnschnee. Eine Besserung der Schneeverhältnisse ist nicht zu erwarten. Feldberg 50 cm, geapert, Sport gut; Her- zogenhom 40 cm, geapert, Sport gut; Schau- insland 10 cm, geapert, Ski nur stellenweise möglich. Schneehöhe und Sportverhältnisse gelten nur für Nordhänge. Samstag, 25. März 1950 ABC Offenburger Tageblatt Nr. 36 — Seite 3 Im „Zug der Hoffnung" nach Südbaden Dänemark unterstützt deutsdie Flüchtlingsumsiedlung — Arbeitsbeschaffung ist die Hauptaufgabe mg. Konstanz. (Eigener Bericht). Hinter dem ersten, von der dänischen Regierung gestell ten Umsiedler-Transportzug des Jahres 1950 liegt die Strecke Husum—Konstanz und damit die längste Reise, die man heute in der westdeutschen Bundesrepublik zurücklegen kann, ohne die Richtung zu wechseln. Außer mir ist nur ein Vertreter der dänischen Presse mit von der Partie. Wieder sind es mehr als 1000 Kilometer, die die gebürtigen Ostpreußen und Pommeraner von der angestammten Heimat ihrer Väter trennen. Was Wunder also, wenn manchen von ihnen bei dem tage- und nächte langen Geräusch der unaufhörlich südwärts rollenden Räder zuweilen die Tränen näherstehen als die Hoffnung auf eine unbestimmte Zukunft? Davon hat man ihnen sowieso nicht viel mit auf den weiten Weg geben können. Aber sie müßten nicht Menschen sein, noch dazu Menschen, die nach dem herben Verlust der Heimat vier leidgeprüfte Jahre hindurch vergeblich versuchten, zwischen Nord- und Ostsee Zumindest eine Grundlage für ein menschenwürdig zu nennendes Dasein zu finden, um nun nicht doch wieder aus tiefstem Herzen zu hoffen. Sie tun es mit der ganzen Vorsicht, und dem uneingeschränkten Mißtrauen derer, die wissen, was Enttäuschung heißt. Zum großen Teil kamen sie jetzt noch, im Frühling 1950, aus erbärmlichen Elendslagem zum Husumer Sammelplatz. Ihre gesamte Habe, die einschließlich des mitgeführten Viehs mühelos in zehn normalen Güterwagen unter gebracht werden kopnte, liefert den eindeutigsten Beweis für, ihren < gegenwärtigen „Lebensstandard.“ Das einzige, worüber sie großzügig verfügen können, ist ihre umfangreiche Kinderschar, die auf allen Waggongängen herumwimmelt, das große Erlebnis dieser .Reise ungetrübt genießt und von Göttingen an die ersten Berge wie ein neues Wunder an- staum. Es sind durchweg einfache, bescheidene Menschen, die das Wagnis einer Umsiedlung über eine so weite Entfernung freiwillig auf sich nahmen, einfach deshalb, weil ihnen gar nichts anderes übrig blieb. Die jüngste Teilnehmerin ist.gerade drei Wochen alt, die älteste hat 77 Jahre auf dem gebeugten Buckel. Sie sind völlig anspruchslos. Ein kleines Beispiel nur: kaum einen Vater sah ich auf der langen Strecke seinen Kindern eine der so häufig angebotenen Apfelsinnen Ajufen. Mehr noch, kein Kind verlangte danachrwie es Kinder doch eigentlich selbstverständlich zu tun pflegen. Die Waggons der dänischen Staatsbahn 'sind völlig renoviert. Ueberall riecht es noch nach frischer Farbe. Die Flüchtlinge finden in den Abteilen zu je vieren bequem Platz. Diese 260 Menschen sind die ersten von 30 000, die im Laufe der nächsten neun Monate mit zwei dänischen Transportzügen aus Schleswig-Holstein in den Südwesten umgesiedelt werden sollen. Auch die gesamte Verpflegung unterwegs bestehend aus reichlich Brot, Butter, Wurst, Käse und mehreren warmen Mahlzeiten, wird von der dänischen Regierung bezahlt. Die Fahrt vom nördlichsten Zipfel Deutschlands führt den modernen Treck durch Spessart, Odenwald, das liebliche Gebiet des Mains und quer durch den Schwarzwald bis hinunter in das Gebiet der jungen Donau, das nun auf unabsehbare Jahre die dritte Heimat dieser armen Menschen werden soll. Ein Teil der Umsiedler ist in Donaueschin- gen, der Rest in Singen am Hohentwiel am Ziel. In beiden Städten werden die Flüchtlinge von Beauftragten der südbadischen Regierung mit herzlichen Worten begrüßt. Für einige Tage beziehen sie saubere Baracken. Das ihnen zustehende Unterstützungsgeld liegt bereit. Dann werden sie beschleunigt- auf Privatquartiere in den umliegenden Landkreisen verteilt. Zwar werden- nur die wenigsten eine eigene Wohnung bekommen können, aber man versicherte mir, daß alles getan wird, um ihre Wünsche zu erfüllen. Vor allem wurde gesichert, daß die Familien zusammenbleiben können. Umsiedler aus Schleswig-Holstein, die bereits im vergangenen Herbst in dieses Land kamen und sich nun zur Begrüßung früherer Freunde an der Bahn einfanden, sind ausnahmslos des Lobes voll und zaubern damit das erste wirklich befreite Lächeln auf die Lippen zweifelsvoller Menschen. Die nächste Sorge aller verantwortlichen Organe in Südbaden gilt der Arbeitsbeschaffung für diese Neubürger. Hier endlich sollen sie wirklich seßhaft gemacht werden. Aber bis dahin werden noch viele Schwierigkeiten zu überwinden sein. Südbaden ist ein kleines Land, das in erster Linie seine landschaftlichen Schönheiten zum Wiederaufbau des FremdenvÄkehrs verwenden will. Damit sind allen Bestrebungen zur Ansiedelung neuer Industrien enge Grenzen gesetzt. Das Land hat bereits 10 000 Heimatvertrie bene — Volksdeutsche aus dem Südosten, Sudetendeutsche und Rückkehrer aus Dänemark — aufgenommen. Weitere 38 000 werden im Laufe dieses Jahres aus dem gesamten Raum der britischen Zone (vorwiegend aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen) erwartet. Als besonders erwünscht gelten hier nicht Spezialisten auf irgend einem Gebiet, sondern Menschen, die Initiative und volle innere Bereitschaft mitbringen, überall dort die Hemdsärmel hochzukrempeln und anzupacken, wo das notwendig ist. Es kann kein Zweifel bestehen, daß der größte Teil derer, die mit dem ersten „Zug der Hoffnung“ hierher kamen, zu dieser Kategorie gehören, Und damit sind die ersten erfolgversprechenden Voraussetzungen für ein neues Leben im Süden gegeben. Neues aus aller Welt Er wußte nichts von seinem Totoglück Rottweil.. Einige Mühe hatte der Leiter der Tuttlinger Totoannahmestelle, den Gewinner eines Betrags von mehr als 10 000 DM aüs dem Württemberg-badischen Sporttoto ausfindig zu machen. Der Gewinner, ein jungverheirateter Automechaniker in Rottweil, hatte einen Zwölfer getippt, ohne es zu wissen. Als ihm die Nachricht überbracht wurde, bemerkte der Mechaniker, er habe zwar hin und wieder getippt, aber nachher nie nachgesehen, ob seine Tips richtig waren. Der Scheck über 10 000 DM wird ihm zu einer Wohnungseinrichtung verhelfen. Ein Mann mit vier Frauen Oldenburg. Die erste Strafkammer des Landgerichts verurteilte den Angeklagten Günther A. M. Gehre wegen Bigamie und falscher eidesstattlicher Erklärung in Verbindung mit Urkundenfälschung zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus Eine seiner ersten Frauen zeigte ihn an, als er seine vierte Ehe aufbieten wollte, ohne daß seine drei ersten Ehen geschieden waren. Don Juan mit 81 Jahren Einbeck. An nicht weniger als 16 Mädchen im Alter von acht bis zwölf Jahren hatte sich ein Einwohner aus Einbeck (Niedersachsen), vergangen. Der Richter billigte ihm mildernde Umstände zu und gewährte ihm auf Grund der Amnestie Bewährungsfrist. Er nahm an, Deutsche Fischerboote für Chile Die drei abgebildeten Fischereifahrzeuge, der 280 BRT-Fisehdampfer „Flensburg“ u. die beiden Hochseekutter „Feuerland“ und „Franzjska“ haben am Dienstag Hamburg mit Kurs nach Chile verlassen, daß dem stürmischen Liebhaber die Widerstandskraft fehlte. Das Urteil lautete auf zehn Monate Gefängnis. Der Don Juan aus Einbeck war — 81 Jahre alt. Lindström reicht Scheidungsklage ein Hollywood. Der bisherige Gatte Ingrid Berg- mans, Dr. Peter Lindström, hat eine Scheidungsklage gegen Ingrid Bergmann eingereicht. Szabo (Ungarn) der stärkste europäische Schachmeister Das darf man heute wohl, ohne auf ernsthaften Widerspruch zu stoßen, behaupten. "Nachdem er in Trentschin - Teplitz knapp hinter Stahlberg (Schweden) Zweiter wurde und in Venedig einen überlegenen Sieg landen konnte, übertraf er sich selbst in Hastings, wo er 8 P. aus 9 möglichen erreichte, einen halben Punkt vor Rossolimo (Frankreich), den Vorjahrssieger, aber 2 'h P. vor dam Exweltmeister Dr. Euwe, und 3 vor dem 17jährigen USA - Meister Evans. Wenn wir jetzt Euwes Niederlage gegen Szabo vorführen, dann werden es die Nachspielenden Euwe lebhaft nachfühlen können, wenn er von Szabos „Gangsterstil“ spricht. Euwe meint nämlich: „Er hat einen merkwürdigen Stil, den man als „Gangster-Stil“ bezeichnen könnte: keine Angst vor Schwierigkeiten, Geschicklichkeit im Augenblick des Handelns, aber ohne Verantwortlichkeit für die Zukunft. Szabo denkt nicht daran, zehn Züge im Voraus zu berechnen. Er vertraut eben darauf, daß im richtigen Augenblick ein guter Zug „drin“ ist — und er wird nur selten in dieser Erwartung betrogen. Andererseits erwartet er, daß sein Gegner im kritischen Augenblick nicht immer den richtigen Zug finden wird, und auch in dieser Hinsicht erhält er meist recht. Glück? Man kann es so nennen, aber mit genau so viel Berechtigung kann man es Intuition nennen. Weiß: Dr. Euwe Schwarz: L. Szabo l.d2—d4, Sg8—f6 2.c2—c4, e7—e« 3.Sbl—C3, Lf8—b4, 4.DÖ1—b3, Sb8—c6, 5.Sgl—f3 d7—d5 6.LC1—g5, h7—hfi 7-UgSxfKI DdSxf6! 8.e2—e3, 0—0! (Ein Bauernopfer, das es „dick hinter den Ohren hat“, wie Euwe bald entdecken muß.) 9.c4xdS, eSxdS, 10.Db3xd5, Tf8—e8 U.Lfl— eZ. g7—g5! 12.0—0, gS—g4 13. Sf3—d2, Sc6xd4!l (Das war des Pudels Kern! Der Bauer wird zurückerobert und dazu noch der Partner auf eine falsche Fährte gelockt.) 14.e3xd4, Lb4xc3 15.b2xc3, Te8xe2 16.Sd2—e4, DfB—e7 17.Se4—g3, Te2—b2 18. Tal—el, Lc8—e6 !9.Dd5—e4, Del—gS, 20.f2—f4. Großmeister Szabo Nicht alle Italien-Internierten wollenheim Freiburg. Anfang Februar befanden sich nach einer Mitteilung des Deutschen Caritas- Verbandes noch etwa 600 deutsche Internierte im Italienischen Internierungslager Fraschette. Ein Teil dieser Internierten sind ehemalige Kriegsgefangene, die meisten Auswanderer aus Deutschland ohne ordnungsgemäße Papiere, 150 der Internierten haben sich Zur Heimkehr nach Deutschland gemeldet, sie sollen bis Ostern zurück sein. Die meisten suchen jedoch außerhalb Deutschlands eine Existenz. Großzügigkeit gegenüber Heimkehrern gefordert Heidelberg. Der Chefarzt der Landesversicherungsanstalt Baden, Dr. Dengelmann- Karlsruhe, forderte auf einer Aerztetagung in Heidelberg die zuständigen Stellen auf, bei der ärztlichen Begutachtung der Heimkehrer großzügig zu verfahren. Dr. Dengelmann sagte vor den für die Durchführung des Körperbeschädigtenleistungsgesetzes maßgebenden Aerzten und Juristen Nordbadens, die hauptsächlichste Heimkehrerkrankheit beruhe auf Eiweißmangelschäden, die auf Unterernährung zurückzuführen seien. Diese Krankheit heile naai den bisher gemachten Erfahrungen im Laufe der Zeit aus. Die Besserung verlaufe jedoch wellenförmig, indem einer Besserung zunächst eine Verschlechterung folge. Dieser Zustand könne sich mehrmals wiederholen. Der Verlauf der Krankheit mache eine stufenweise Festsetzung der Renten notwendig. ■ Arbeitsausschuß zur Bekämpfung von Schmutz und Schund Freiburg. Auf einer Sitzung des Diözesan- ausschusses der Katholischen Aktion wurde in Freiburg die Gründung eines Arbeitsausschusses zur Bekämpfung von Schmutz und Schund für die Erzdiözese Freiburg beschlossen. Der Arbeitsausschuß hat die Aufgabe, den gewerbsmäßigen Vertrieb von Schmutz- ftnd Schundliteratur zu überwachen und durch geeignete Vorschläge und Maßnahmen Wege zur wirksamen Bekämpfung dieser Literatur zu finden. Ferner soll der neugebildete Ausschuß vor allem durch Propagierung guten Lesestoffes für Erwachsene und Jugendliche dazu beitragen, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von der Schmutz- und Schundliteratur abzulenken. Stellung nach 20.12—54 Schwarz: Szabo abedefgb Weiß: Dr. Euwe 20. . . .Dg5—d5! 21.14—15, Dd5xe4 22. Telxe4, Le6xa2 23.Te4xg4+, Kg8—h8 24.8Z3—s4, a7—a5 -(Der Anfang vom Ende) SS.TH—13, Ta8-g8 2«. Tg4xg8+, Kh8xg8 27.Se4x£6+, Kg8—g7 28. S18—e8+, Kg7—18 29.Se8xc7, La2—c4, 30.Tf3—e3, Tb2—e2! (Ja, wenn Weiß zu Te3—e8—a8 kommen könnte!) 31.Te3xe2, Lc4xe2, 32. Kgl—£2 a5—a4! (Der Todesstreich! Aul 33.Kf2xel läuft der a-Bauer sofort zur Dame!) 33. Sc7—ds» Le2—c4 34.Sd5—b4 Lc4—b3 35.K£2—e3, a4—a3 39. fä— 16, Kf8—e8 (Der Springer entgeht ja nicht, und daher kann sich Szabo in aller Ruhe mit den gegnerischen Drohungen abgeben und sie zu nicht« machen.) 37.Ke3—f4, Ke«—d7 38.K14—g4, Lb3—dl+ 39.Kg4—15, b7—b5 40.h2—h3, Kd7—d6, 41.g3—g3, Kd6—d7 42.h3—h4, Kd7—d6 43.g3—g4, Ldl—b3 44. g4—d5, hfixgS 45 Kf5xg5, Kd6—e6 46. d4—d5+, Ke5—dB 47.Kg5—h6 (Um einen Zug zu spät! Denn auf 47. h4—h5 folgt a»—a2 48.Sb4xa2, Lb3xa2 49.h5—h6, La2—bl und der Weiße steht vor „geschlossenen Schranken“.) 47... ,a3—a2 (Erst jetztl) 48.Sb4xa2, Lb3xa2 49.Kh5—g7. La2xd5 50.h4—h5, KdS—ek und Weiß gibt auf. In dieser Form wird Szabo bei den Budapest« Auscheidungskämplen um die Schachweltmei- steischaft im April und Mai den acht russischen Meistern manche Nüsse zum Knacken aulgeben. Lösung des Zweizügers von M. Dischler 1. Lei! K:el; 2. Kd3 matt 1. . . . L:h3, 14 (d5+); 2. K (:) d5 matt 1.... L anders; 2. K (:) ß matt 1. . . . c4: 2. Kd (15) 4 matt. Jdi bin ein lebendei Leichnam Ich will es der Reihe nach berichten, und zwar ganz ohne Leidenschaft, denn diese ziemt sich nicht mehr für mich. Die unmittelbare Ursache zu der tieftraurigen Erkentnis, die mich erfüllt, ist die wasserstoffblonde Verkäuferin der Konditorei „Aida“, die mir einen Nußkuchen verkaufte, in dem sich ein Stück harte Schale befand. Diese Schale hat eine Plombe in meinem rechten oberen Eckzahn gelockert. Ich begab mich sofort zu meinem Zahnarzt. Von dieser gänzlich uninteressanten Tatsache würde ich kein Wort aufschreiben, wenn nicht im Wartezimmer ein nervöser Herr gesessen wäre, der mich durch seine Grimassen zu einer Handlung zwang, die ich seit zwei Jahrzehnten nicht mehr ausgeübt hatte: Ich griff zu einer der Zeitschriften. Diese verzweifelte Tat beging ich nur, um den nervösen Herrn nicht ansehen zu müssen. Zeitschriften, die in zahnärztlichen Wartezimmern aufliegen, gehören zu den traurigsten Erzeugnissen der edlen Druckerkunst. Ich schlug also eine Zeitschrift auf und fand einen Artikel über die Gefahr der Küsse. Ich las, daß es nichts Schädlicheres für die Menschheit gäbe als den Kuß. Der feurige Kuß verkürze durch den elektrobiologischen Kräfteverlust das Leben um einen Tag und könne außerdem bis zu 40 000 Bakterien übertragen. Der nervöse Herr trat in die Folterkammer des Zahnarztes. Ich hätte nun die Zeitschrift weglegen können, ich tat es nicht. Ich nahm einen Bleistift und begann auf dem weißen Rand der Zeitschrift die Zahlen einer Rechnung aufzuschreiben, die mir bald eine tieftraurige Erkenntnis brachten. Von meinem 17. bis 23. Lebensjahr habe ich eine große Zahl von heißen Küssen verschenkt, durchschnittlich 20 Küsse täglich. Das ergibt in den sechs Jugendjahren ungefähr 40 000 Küsse., Dann heiratete ich, natürlich nur aus Liebe. In den ersten Ehejahren küßte ich, ohne wesentlich zu übertreiben, dreißigmal am Tag, später weniger. Heute bin ich 35 Jahre alt In den zwölf Jahren meiner Ehe habe ich immerhin die Summe von rund 90 000 Küssen erreicht, von denen sehr viele ganz besonders heiß und stürmisch waren, weil sie in die goldene Rubrik der unerlaubten Gelegenheitsküsse gehören. Ich bin also 35 Jahre alt und habe rund 130 000 Küsste hinter mir, ich kann die Summe auf 150 000 abrunden. Mir fällt nämlich ein, daß ich auf meiner Italienreise — aber davon kein überflüssiges Wort! . . . 150 000 Küsse kürzen mein Leben um 150 000 Tage ab, 150 000 Tage sind mehr als einundvierzig Jahre. Jeder Tag, um den das Leben abgekürzt wird, macht den Menschen eigentlich um einen Tag älter, als er wirklich ist, ich bin heute nur dem Anschein nach 35 Jahre alt Biologisch genommen zähle ich bereits über 76 Jahre. Und dazu habe ich 6 000 000 000 Bakterien in mich aufgenommen, deutlicher gesagt: 6 Millarden Bakterien. Wenn ich aber über 76 Jahre alt bin, lebe ich nicht mehr; denn eine Zigeunerin hat mir einwandfrei gewahrsagt, daß ich ein Alter von 72 Jahren erreichen werde. Ich habe meine Rechnung zweimal kontrolliert, während der nervöse Herr in der Folterkammer des Zahnarztes schwitzte. Leider: die Rechnung’ stimmt; ich bin seit mehr als vier Jahren tot obwohl ich 35 Jahre zähle und den Anschein des Lebens erwecke. Das alles ist nur Täuschung, die Wissenschaft hat recht: ich bin nach der Anzahl der gegebenen und erhaltenen Küsse tot Was sollte ich nun tun? Wozu brauchte ich mir den Zahn plombieren zu lassen? Ich nahm den Hut und wollte mich fortschleichen, als mein Zahnarzt in das Wartezimmer trat und rief: „He, lieber Freund! Sie werden doch nicht auskneifen wollen? Kommen Sie nur herein und lassen Sie sehen, wo es fehlt“ Ich blickte ihn traurig an und murmelte: „Ich brauche keine Plombe mehr. Ich bin ein lebender Leichnam! Seit wann müssen die Zähne der Leichen plombiert werden?“ Josef Robert Harrer PsydiO’Rlebilz Dauerskat! Und jeder rechnet Heimlich auf den „Grand mit Vieren“ Aber einer muß ja schließlich Auch verlieren! Nein, ich spiele nicht — Nur manchmal Lieb ich’s, still dabeizusitzen, , Um auf meine Art und Weise Zu kiebitzen. Ich bin Laie. Und ich habe Keine Ahnung von den Trümpfen. Mich ergötzt nur das Frohlocken Und das Schimpfen! Ziehe daraus als Erkenntnis Die Moral: Zum „Grand mit Vieren“ Braucht man Glück, — jedoch Charakter Zum Verlieren. Hanno Gutbrod Samstag, 25. März 1950 ABC Offenbnrger Tageblatt Nr. 86 — Seite , Tete-ä-Tete mit Anna Pauker ,Gefährlicher" Botschafter schrieb einen Zettel — Westliches Tischgeflüster kam Moskau zu Ohren Rumäniens „roter Drachen“ erhielt einen vollgekritzelten Zettel, dann arrangierte sie ein privates Treffen mit Kaviar für zwei Personen — und provozierte ein gefährliches Stimrunzeln im Kreml. Ein kurzes Tischgeflüster, wie es ehrgeizigen Frauen schon oft zum Verhängnis geworden ist, dürfte der Anlaß gewesen sein, daß Anna Pauker, Rumäniens dynamischer Außenminister, allem Anschein nach in Ungnade gefallen ist. Dabei wurde nicht etwa im Kreml geflüstert, oder bei einem Festbankett In Bukarest, sondern man flüsterte zwischen Suppe und Braten in den Hauptstädten des reaktionären, kapitalistischen Westens. Arme Anna. Es ist noch gar nicht lange her, da gehörte sie noch zu denjenigen Agenten des Kremls, denen am meisten Vertrauen entgegengebracht wurde. Sie gehörte zur sowjetischen Elite. Alle Direktiven für die kommunistischen Machthaber in Rumänien gingen über sie. Selbst Malenko pflegte ihren Ansichten mit Respekt zu lauschen. Heute ist das alles vorbei, einstweilen wenigstens. Anna ist in eine mysteriöse Wolke gehüllt, die ebenso schwarz und finster ist wie sie selber. Ob sie ihren früheren Einfluß jemals wiedergewinnen wird, hängt davon ab, ob sie sich von dem Verdacht reinigen kann, ohne Genehmigung einen Kontakt, womöglich eine verräterische Beziehung zum Westen, unterhalten zu haben. • — seinen Bericht übertrieb, um ihn für seine Herren interessanter zu machen: Sir Charles Peake saß als Delegierter Großbritanniens am Konferenztisch neben Madame Pauker. Eines heißen, schwülen Nachmittags, während die verschiedenen langatmigen Reden eintönig dahinplätscherten, beobachtete Sir Charles, daß sich seine Nachbarin langweilte. TCurz entschlossen kritzelte er etwas auf einen kleinen Zettel und schob ihn zu Anna Pauker hinüber. „Ich möchte wissen, ob sich mir mal eine Gelegenheit bieten wird. Sie allein aufzusuchen und zu sprechen“, hatte Sir Charles geschrieben. Madame Pauker nahm den Zettel, las ihn, faltete ihn fein säuberlich zusammen und steckte ihn in ihre Handtasche — alles, ohne Sir Charles auch nur eines Blickes zu würdigen oder irgendeine Reaktion zu zeigen. Mehrere Tage passierte nichts. Die Konferenz ging weiter. In jeder Sitzung saß Madame Pauker neben dem britischen Botschafter, aber sie gab keinerlei Zeichen. Eines Morgens aber erhielt Sir Charles eine Einladung zum Tee bei Ihrer Exzellenz dem Außenminister der rumänischen Republik in der rumänischen Botschaft. Sir Charles wurd^ bei seiner Ankunft in einen geschmackvoll' möblierten Raum geführt. Vor einem Fenster, das auf' die Donau hinabsah, standen eine riesige Schüssel mit Kaviar und zwei Gedecke. Wenige Augenblicke später erschien Anna Pauker. Sie schien von Vitalität und Charme zu strotzen. Bei ihren Aeußerungen setzte sie sich mit einer Freiheit über alle Hemmungen hinweg, wie es für Politiker hinter dem Eisernen Vorhang höchst ungewöhnlich ist. Während sie sprach, unterstrich sie ihre Bemerkungen mit nervösen Gesten, die sie sich wahrscheinlich in den Jahren ihrer langen Gefangenschaft angewöhnt hatte. Als ob sie ihre Augen vor dem blendenden Licht des Polizei-Inquisitors schützen wollte, pflegte sie plötzlich ihren rechten Unterarm vor ihr Gesicht zu halten, während ihre Hand die Mähne ihres eisgrauen Haares zurückkämmte. Sie sprach mit Haß, Ekel und Zorn von fast allem, wqs sie umgab. Für die Rumänen, die es unter ihrer Führung nicht fertiggebracht hatten, die ungeheuren Reichtümer ihres Landes auszuwerten, hatte sie nur Verachtung übrig. Anna sprach mit Abscheu von Tito und verachtete das kleine, provinzielle Belgrad. Sie gab zu, Moskau habe nie damit gerechnet, daß Tito Widerstand leisten würde. „Hätten wir das geahnt“, sagte sie, „dann hätten wir andere Maßnahmen ergriffen.“ Sie gab ihrer festen Ueberzeugung Ausdruck, daß Titos Regime sich keine zwei Monate mehr halten würde. Dazu mochte sie allen Grund haben. Denn gerade damals bereiteten sie und die Russen den großen Schlag vor, den Tito dann vereitelte. General Arso Jowanowitsch sollte nach Bukarest fliegen, dort eine Anti-Tito-Regie- rung bilden und dann nach Jugoslawien ein- dringen. Aber Titos Polizei war auf dem Posten. Der General wurde gefangen und erschossen. Es mag sein, daß Madame Pauker in einem oder zwei Punkten indiskret war. Aber so wie mir das Gespräch geschildert wurde, kann ich keinen Grund sehen, weswegen sie als Verräterin gelten sollte. Während eines Empfanges, der von den Jugoslawen einige Tage später gegeben wurde — an genau dem Tage, da der Jowanowitsch- Coup stattfinden sollte —, nahm Anna Pauker Sir Charles beiseite und zeigte sich sehr jovial und gutgelaunt. „Mein Freund“, rief sie, „ich bin voll Mitgefühl für Sie, Wenn ich an Belgrad denke, wie es da heute aussieht —, und morgen, übermorgen und all die Morgende später . . . Was für ein Leben!“ Bevor er irgendetwas zur Verteidigung Belgrads sagen konnte, war sie davongerauscht. Noch zwei weitere Zwischenfälle gehören zu diesem Fragment der Geschichte der Diplomatie. Am letzten Tag der Konferenz stand Madame Pauker auf und ritt einen scharfen und bitteren Angriff gegen Sir Charles als den Delegierten Englands. Als man den Konferenzsaal verließ, wandte sich Sir Charles ihr zu und sagte: „Madame, glauben Sie nicht, daß Sie in einer gar nicht nötigen Art und Weise grausam zu mir waren?“ „Ksch“, zischte sie ihn an und drehte ihm den Rücken zu, „sprechen Sie mich nicht an.“ Vielleicht hatte sie schon eine Ahnung von den Gefahren, denen sie sich durch ein harmloses Gespräch mit einem englischen Diplomaten ausgesetzt hatte. Die ganze Sache ist ins Rollen gekommen, weil englische und amerikanische Diplomaten sich folgende Geschichte erzählten. Madame Pauker und der englische Botschafter Sir Charles Peake hatten während der Donau- Konferenz in Belgrad ein Gespräch unter vier Augen, und Sir Charles übermittelte dem Foreign Office einen Bericht über diese nicht unwichtige Bagatelle. Die Geschichte von der Zusammenkunft und auch der Inhalt des Berichtes kamen nun einem Sowjetagenten zu Ohren — genau so, wie auch ich schon längst davon gehört hatte. Dieser gab seine Informationen sofort nach Moskau weiter, wo man ihAen offensichtlich eine unheilvolle Auslegung gegeben hat. Ich selbst bin voll und ganz davon überzeugt, daß sich alles so abspielte, wie es mir Sir Charles erzählte, den ich deswegen anrief., Dieses Treffen mit Madame Pauker sei nicht im geringsten irgendwie geheim oder verhängnisvoll, meinte er. „Ich habe sie besucht“, sagte Sir Charles zu mir, „gerade so wie ich auch andere Delegierte der Konferenz aufgesucht habe.“ Aber hier muß ich hinzufügen, daß für Moskau, das stets mit Verrätern und Ueberläufem rechnet, <|ie Dinge etwas anders aussehen. Vor allem, weil man im Kreml dem Botschafter Peak bereits den Nimbus eines neuen Lawrence angehängt hat. Er spielte nämlich eine Rolle bei der Beschneidung der russischen Balkan-Ambitionen, indem er Marschall Tito zu seinem Widerstand ermutigte. Hier sind die Tatsachen, wie ich sie hörte, und wie Moskau sie vermutlich auch hörte, wenn der Agent nicht — was gut möglich ist Unbekannte Romanze am Bukarester Hof Seit einigen Tagen findet man in den Auslagen aller Pariser Buchhandlungen ein Werk mit dem Titel „Mein Gatte — König Carol“. Doch die Verfasserin ist keineswegs Prinzessin Helena von Griechenland, sondern die bislang völlig imbekannte Jeanne-Marie-Valentine Lambrino, die jetzt in Cannes ein ganz zurückgezogenes Dasein führt. Der Welt ist es seinerzeit entgangen,, daß in den letzten Kriegsmonaten des ersten Weltbrandes am Bukarester Königshof eine Herzensaffaire Sensation erregte, die zwar im Leben des damaligen Kronprinzen Carol nicht die einzige bleiben sollte, doch immerhin erst nach über 30 Jahren der Weltöffentlichkeit bekannt wurde. Im Jahre 1917 lernte der rumänische Kronprinz am Hofe seines Vaters Ferdinand I. die bildschöne Tochter eines höheren Generalstabsoffiziers kennen. Ihr offizieller Name war Jeanne-Marie-Valentine Lambrino, doch wurde sie nur allgemein „Zizi“ genannt. Carol war vom ersten Augenblick in die jugendliche Schönheit verliebt. Sein Vater, der von dieser Leidenschaft wußte, versetzte den Kronprinzen sofort an die Front, um die höchst unerwünschte Affaire zu beenden Doch umsonst — Carol reichte im Felde einen Urlaub nach dem anderen ein, um „Zizi“ wiederzusehen. Am 31. August 1918 traf man sich wieder einmal in Odessa, und hier fand sich auch ein griechisch- katholischer Priester, der das Paar heimlich traute, ohne irgendwelche Zeugen hinzuzu- Zenzi, no a Maß! / Von Peter Rocholl „Der Bierkonsum der amerikanischen Besatzungstruppen in Bayern ist fast doppelt so > hoch wie der gesamte bayrische Bierexport.“ Diese fast lakonische kurze Meldung spricht Bände und erspart den Brauereien Stapel von Werbebro^phüren; denn für den amerikanischen Soldaten ist bekanntlich das Beste gerade gut genug — also! Coca-Cola hat eine Schlacht verloren. Erste Anzeichen, daß die G. I.’s dem bayrischen Bier nicht würden widerstehen können, zeigten sich schon beim vorjährigen Münchner Oktoberfest. Die kapitalstarken, ihre Hosen prall füllenden US-Soldaten erwiesen sich als die ausdauerndsten, auf ihren Stühlen schier festgeleimten Gäste — und gewannen durch ihre Trinkfestigkeit manches an Sympathien zurück, was sie vorher durch Ihr Rowdytum verloren hatten. Zu welch kapitalen Biertrinkern sie sich aber inzwischen erzogen hatten, erfuhr die Münchner Oeffent- lichkeit erst in Idieser Starkbier-Saison. Der Tage, in dqnen sich die Geldbörsen nach dem Münchner Fasching erholen konnten, waren nur wenige: schon werden neue Ausgaben unumgänglich für die „Frühjahrskur mit Hochprozentigem“. Die Bierkeller und Gaststätten haben ihre Kamevalsdekorationen heruntergerissen und sich mit grünen Girlanden und weißblauen Bändern geschmückt; Oberlandler-Kapellen schmettern, die Schankburschen schlagen Faß um Faß an und die Kellnerinnen haben durchgeschwitzte Blusen. Aber der „Stoff“ in den Maßkrügen ist endlich wieder von friedensmäßiger Qualität! Fast alle berühmten Namen sind wieder da: der „Salvator“ der Paulanerbrauerei, der „Hofbräu-Maibock“, der „Doppelspaten“ der Spatenbrauerei, das „St. Benno-Bier“ der Löwenbrauerei, das „Sankt Augustin-Fastenbier“ der Augustinerbrauerei, das „Liebfrauenbier“ der Hackerbrauerei, der „Animator“ der Pschorrbrauerei — jeder Geschmack kommt zu seinem Sechzehn- bis Achtzehnprozentigem. Wer 'aber noch nicht auf den Geschmack gekomiAen ist und „seine Marke“ gleichsam ererbt und von Kindesbeinen an getrunken hat, der muß es machen wie die US-Soldaten: von Keller zu Keller ziehen und sich erst einmal durch die ganze Bierkarte durchsaufen. Die in München stationierten G.I.’s tun es mit Passion — und ein Amerikaner, von zwei selbst schon schwankenden deutschen Zechkumpanen gestützt, ist ein Anblick, bei dem man in München nur nachsichtig lächelt (bloß die Fahrer der sogenannten „Export-Taxis“ sind verstimmt, weil sie fast nach jeder Fahrt ihren Wagen reinigen müssen). Es gibt keinen Zweifel - die US-Soldaten „verbayem“. Nun kennt die Geschichte viele Beispiele dafür, daß Sieger die Sitten und Gebräuche der Besiegten annahmen. Zunächst geht diese „Erziehung“ von den Frauen aus. Ein nächster Schritt ist die Uebemahme der Landestracht — den G.I. möchten wir kennen, der ohne eine bayrische Lederhose in die Staaten zurückfuhr. Ein weiterer Schritt ist nun die Bierfreudigkeit — noch ein paar Jahre, und die „Original-Trachtler“ mit ihren Schuhplattlern und Watschentänzen können sich in USA nicht mehr blicken lassen; denn der Amerikaner, die das besser und echter können, sind dann schon zu viele. Im übrigen leben in München wie anderswo die Besetzer und die Besetzten nebeneinander her, ohne miteinander menschlichen Kontakt zu haben. Das ist schade, wenn man willens ist, aus einer, gegebenen Situation das Beste zu machen. -Indes ist es für beide Seiten schwierig, Fühlung miteinander aufzunehmen, ohne sich etwas zu vergeben. Was im nüchternen Zustand schwer ist, fällt im Rausch leicht — und ist obendrein völlig unverbindlich. Und kommt man, wieder nüchtern, auf beiden Seiten zum Ergebnis, der andere sei eigentlich doch ein recht netter Kerl, so ist viel gewonnen. In diesem Sinn hat die Münchner Starkbier-Saison auch eine politischmenschliche Bedeutung. Den Brauereien indes liegt mehr an der wirtschaftlichen — sie wurde zum schlagenden Erfolg. So sind zum guten Schluß alle Beteiligten zufrieden und können in den Ruf ausbrechen: „Zensi, no’ a Maß!“ ziehen. Die Ehe war gültig, doch König Ferdinand ahnte noch nichts von dem übereilten Schritt seines Sohnes. Er erfuhr den Sachverhalt erst aus ausländischen Zeitungen, die Kenntnis von der Ehe des Thronfolgers bekommen hatten und ausführliche Berichte veröffentlichten. Die wenigen rumänischen Zeitungen erhielten sofort ein königliches Verbot, die Heirat von Odessa überhaupt zu erwähnen. Immerhin kursierten bald entsprechende Gerüchte im Lande. Da Carol sich beharrlich weigerte, die einmal geschlossene Ehe mit „Zizi“ aufzulösen, beschloß Ferdinand I., Gewalt anzuwenden. Er berief den höchsten Gerichtshof ein, der die Vermählung rückgängig machte. „Zizi“ wurde mit einer - jährlichen Rente von HO 000 Francs abgefunden. Das waren die Zinsen eines Vermögens, das im Ausland deponiert wurde und ihr erst nach Ablauf von 20 Jahren zufiel. Die morganatische Ex-Königin reiste sofort nach Paris ab, wo sie im Etoileviertel eine elegante Wohnung bezog. Hier wurde auch bald nach der Ankunft ihr Sohn Mircea geboren. Etwa zur gleichen Zeit heiratete Carol die vom Vater als Königin ausersehene Prinzessin Helena! von Griechenland. Eine Ehe, die vom väterlichen Willen diktiert war und niemals glücklich, wurde. Mehrmals besuchte Carol noch als Kronprinz seine frühere Frau in Paris. Als. der gemeinsame Sohn Mircea am 8. 1. 1926 sechs Jahre alt wurde, schuf Carol in Bukarest eine neue Sensation, als er nach Frankreich schrieb, er wolle dem Thron entsagen, die griechische Prinzessin verstoßen und wieder seine erste Liebe heiraten. Vielleicht wäre es zu dieser aufsehenerregenden Trennung und Wiederverheiratung gekommen, hätte nicht wenig später rein zufällig oder bewußt vorgeschoben Madame Lupescu den Weg Carols gekreuzt, der 1927 nach dem Tode seines Vaters den rumänischen Thron bestieg. Von dieser Zeit an trat „Zizi“ in Paris in den Hintergrund. Hatte sie sich einst gefügt, als man die an sich rechtmäßige Ehe aus Gründen der Staatsraison auf löste, so war sie jedoch nicht gewillt, einer Nebenbuhlerin zu weichen, die letztlich das gleiche Ziel verfolgte, das sie bereits 1919 erreicht hatte. „Zizi“ beschloß, ihre Ansprüche nun gerichlich durchzusetzen. Sie beauftragte Frankreichs berühmtesten Anwalt, den auch als Politiker sehr in den Vordergrund getretenen Sozialisten Paul Boncour, rflit der Wahrung ihrer Interessen. Als Unterlage ihrer Ansprüche diente vor allem ein handschriftlicher Brief von Carol, den dieser am 1. August, 1919 geschrieben hatte. Er lautet: „Da ich^gfezwungen bin, wieder das Kommando über mein Regiment zu übernehmen, weiß ich nicht, wann wir uns Wiedersehen. Ich schreibe-heute, damit Dir dieser Brief als Pfand dafür dient, daß ich meinerseits anerkenne, daß ich der Vater des Kindes-bin, das Du erwartest. Weiter werde ich trotz der Annullierung unserer Ehe niemals aufhören, mich als Dein rechtmäßiger Gatte zu betrachten.“ „Zizi“ Lambrino kämpfte also später weniger um die Wiederherstellung ihrer früheren Ehe, sondern mehr um die Rechte ihres Sohnes Mircea auf den rumänischen Thron. Dieses Kind, das auf dem Lyzeum von Vanves erzogen wurde, war der tragische Mittelpunkt der nun folgenden juristischen Streitigkeiten. Verschiedentlich kam es zu geheimen Terminen, doch mit den Jahren schlief der Prozeß ein, ohne daß man ein bindendes Urteil fällen konnte. Darüber ist dann ein Vierteljahrhundert ins Land gegangen. Der Thron von Rumänien hat auch dem Sohn mit Helena von Griechenland kein Glück gebracht. Ebenso wie sein Vater lebt er in der Fremde, die auch der bislang unbekannten ersten Gattin Carols zur zweiten Heimat geworden ist. Mircea ist inzwischen ein Mann von 30 Jahren geworden. Seine Mutter, auch heute noch eine Schönheit, hat sich entschlossen, den tragischen Roman ihres Lebens nun der Oeffentlichkeit zu übergeben. Ein Schicksal ohne jegliche politische Bedeutung, dem man jedoch tiefe menschliche Tragik nicht absprechen kann. West-Oestliches Acheson und Wyschinski hockten während der Pariser Konferenz einst an der Bar und unterhielten sich in aller Gemütlichkeit über die Präsidentenwahl in Amerika. % „Das war ein eigenartiges Ergebnis“, meinte Wyschinski. „In der Tat, überraschend“, stimmte Acheson zu. „Besonders für Gallup“, fuhr der Russe fort, „er tippte ja doch sicher darauf, daß Truman durchfallen würde. Was denken Sie jetzt, mit Gallup zu machen?“ „Wir haben eigentlich die Absicht, ihn nach Moskau zu schicken“, lächelte Acheson, „denn da kann ein Wahlresultat ja niemals zweifelhaft sein. * Von der Hundertjahrfeier zu Ehren Puschkins im vorigen Jahre wird erst jetzt die kleine Geschichte bekannt: Es wurde erwogen, ein Denkmal des Dichters in seiner Heimatstadt Tambow zu errichten. Das Festkomitee schrieb einen Wettbewerb aus und sprach den ersten Preis spontan einem Bewerber zu, der der Ehrung am meisten gerecht wurde: Sein Entwurf stellte Generalissimus Stalin dar, wie dieser in einem Buche von Puschkin liest. ♦ In einer russischen Zeitung — wirklich! — wird von einer Dame berichtet, die in Moskau Stoffe einkaufen geht! „Die Qualität würde mir schon gefallen“, meint sie, „aber die Farbe — —" „Das macht nichts, Genossin“, erklärt beflissen der Verkäufer, „die verblaßt beim ersten Waschen!“' * Auf dem Paßbüro der ungarischen Volksdemokratie erscheint ein Mann und bittet um Ausstellung eines Auslandspasses; er will Ungarn verlassen. „Aus welchem Grunde?“ fragt der Beamte. „Es ist wegen des neuesten Regierungserlasses, demzufolge das Halten von Elefanten in den Wohnungen verboten ist“, kommt dumpf die Antwort. „Aber haben Sie denn einen Elefanten zu Hause?“ „Nein, natürlich nicht. Aber sagen Sie doch mal selbst: Wie soll ich die Geheimpolizei davon überzeugen, daß ich di! Wahrheit sage?“ * In Bukarest, so wird berichtet, erzählt die Lehrerin im Unterricht vom Lebensgang der tapferen Jeanne d’Arc, wie sie stritt und siegte und schließlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. „Sagt mal, Kinder, wen haben wir hier im Lande, die so tapfer streitet, daß wir sie mit der Jungfrau von Orleans vergleichen können?“ Nun, die Antwort war nicht schwer. „Ganz recht“, bestätigt die Lehrerin, „wir haben Anna Pauker! Sie ist unsere Heldin, sie hat für Rumänien gekämpft, und wir sehen, welche leuchtende Stellung unser Land erworben hat-“ Da zeigt sich ein Finger. „Und wann wird sie nun verbrannt?“ Samstag. 25. März 1950 ABC Offenbnrger Tageblatt Nr. 36 — Sette 5 oCHWINDELAFF’A’REN DER NACHKRIEGSZEIT OIE SENSATIONELLSTEN! Die Abenteuer des schönen Robert Man muß es ihm lassen, er führte seinen Beinamen zu Recht. „Der Schöne“ wurde Robert Rathke im „Kollegenkreis“ genannt. Hochgewachsen, breitschultrig, lebhafte Augen unter der hohen Stirn, schmale Oberlippe, energisches Kinn, ein bißchen großspurig in den Bewegungen und immer tiptop in Schale — so kannte man Robert überall dort, wo nach den Begriffen seiner Welt „etwas los“ war. Heute in Hamburg, morgen in München, den nächsten Tag in Zürich oder Brüssel, das war gar nichts für den „Schönep“. Er kannte sich aus in der großen Welt, e!r wußte, wie man mit einem Bankdirektor umgeht, wie man einer echten Gräfin aus dem Pelz hilft, wie man einem mißtrauischen Hotelportier zu begegnen hat und wann es Zeit ist, den Standort zu wechseln, um schon am nächsten Tag in neuer Umgebung mit neuem Namen und neuen Papieren das alte Spiel von neuem zu beginnen. Als nach 1945 die große Zeit der Hochstapler anbrach, war Robert Rathke schon ein alter Hase > in seinem Fach. Die ersten Stationen sind kaifm noch nachzuprüfen. Seine eigenen Angaben klingen abenteuerlich genug: nach der Volksschule die Reichswehr, unfreiwillige Entlassung wegen einer Schießerei, danach Fremdenlegion, nach einem Jahr Fahnenflucht unter phantastischen Umständen, erste Verhaftung durch die deutsche Polizei, Spionageverdacht, Gestapo, Entlassung ohne einen Pfennig Geld. Aber Geld war nie ein Problem für den Schönen Robert. Es war ja so einfach, zu den Dingen zu kommen, die man zum Leben braucht. Gut aussehen, sicher auftreten, keinen Zweifel- an der Stabiliät des eigenen Bankkontos lassen, das war die Hauptsache, alles andere kam dann von selbst. Nicht, daß Robert sich herabgelassen hätte, selbst Geschäfte aufzusuchen. Viel einfacher und vor allem respekteinflößender war es, in einem eleganten Hotel abzusteigen und die Lieferanten ins Haus kommen zu lassen. Schneider, Schuhgeschäfte, Autofirmen drängten sich ja geradezu danach, den vermögenden jungen Baron zu bedienen . . . Robert brachte es schnell zu dem Wagen und den Schrankkoffern voll auserlesener Garderobe, die er für seine weiteren Pläne brauchte. Diese Pläne hießen: Heiratsschwindel. Rath- kes „sportlicher“ Ehrgeiz war erwacht. Ein Sport — mehr war dies Leben jenseits der Gesetze nicht mehr für ihn. Zum falschen Namen waren längst die falschen Papiere gekommen. Ein Bündel davon trug er stets in der Tasche, jeder Name war natürlich mit dem so attraktiven Beiwort „von“, versehen. Robert hatte leichtes Spiel. Die Frauen flogen auf ihn. Zwei Typen waren seine Spezialität: die etwas ältliche, aber reiche Industriellen toch- ter und die vermögende Witwe. Was er seinen Opfern abnahm, diente zum großen Teil dem Unterhalt der schönen und anspruchsvollen Frauen, ohne die Robert nicht leben konnte. Leben und leben lassen, das war seine Devise In den Nachtlokalen der Großstädte war Robert bald kein Unbekannter mehr. So blieb es nicht aus, daß sein Name trotz häufigen Ortswechsel": auf den polizeilichen Fahndungslisten ■ das damals noch größeren Deutschlands erschien. Kurz vor dem Kriege faßte :hn die Kripo. In der Gerichtsverhandlung kam nicht viel heraus. Die mehr oder weniger prominenten Opfer scheuten das Auftreten vor Gericht. Nur ein gutes Dutzend seiner zahlreichen Schwindeleien kamen ans Licht. Sie reichten für 16 Monate Gefängnis. Aber Robert trug nicht lange Gefängniskleider. Nach zwei Monaten gelang es ihm, zu entwischen Der neue Anfang war schwerer. Der „Schöne“ mußte zu einem Mittel greifen, das er bislang verabscheut hatte: Diebstahl. Beim Verkauf einer gestohlenen Brosche faßte man ihn zum zweiten Mal. Inzwischen war der Krieg ausgebrochen. Der stämmige junge Mann bekam Frontbewährung. Robert wurde Soldat. Kein Leben nach seinem Geschmack, aber immerhin eine Art Freiheit. Der „Schöne“ verstand sie zu nützen. Ein Lazarettaufenthalt brachte die Gelegenheit zum unauffälligen Verschwinden. Aber Zivilisten waren nicht mehr gefragt in Deutschland. Also vertauschte Robert seinen schlichten grauen Rock mit einer schicken Hauptmannsuniform, an der natürlich die hohen Kriegsauszeichnungen nicht fehlen durften. So ausgerüstet, war es ein leichtes, das bewährte Gewerbe des Heiratsschwindels wieder aufzunehmen. Das Geschäft ging gut und die Gefahr des Entdecktwerdens war gering. Wer wollte schon unter den vielen Hauptleuten, die damals in der Heimat herumliefen, den falshen herauskennen? Als Rathke kurz vor dem Zusammenbruch schließlich doch verhaftet wurde, gereichte ihm das nur zum Vorteil. Er stellte sich den Amerikanern, die bald darauf in sein Gefängnis eindrangen, als politischer Häftling vor — und wurde, mit neuen Papieren versehen, in Freiheit gesetzt Die neue Aera sah Robert zunächst als Landrat im Landkreis Bielefeld. Auch die Polizei unterstand hier seinem Befehlsbereich Robert war nicht der Mann, der diese Chance ungenutzt gelassen hätte. Er beschlagnahmte, was er brauchte. Und der „Schöne“ brauchte viel. War doch endlich die Zeit angebrochen, da man aus dem Vollen schöpfen konnte, wo nur eine Unterschrift genügte, um Kleider, Möbel, Radioapparate, Lebensmittel herbeizuschaffen. Ueber ein halbes Jahr lebte der „Herr Landrat“ so der Befriedigung seiner Ansprüche. Dann setzten zwei Bestohlene, - die sich für das Vorleben ihres Landrats interessierten, der Herrlichkeit ein Ende. Aber Robert war schlau genug, rechtzeitig das Landratsamt zu räumen. Er setzte sich nach Süden ab. Nachkriegs-Deutschland bot viele Möglichkeiten für einen Mann mit seinen Fähigkeiten. Der „Schöne“ machte sie sich ausgiebig zunutze. Er brauchte nicht lange, um zu erkennen, daß sich aus der Verfehmung ehemaliger NS- Funktionäre Kapital schlagen ließ. Wieviele Vertreter dieser unseligen Kategorie irrten Die Flau in andeien Ländern. nicht damals in Deutschland umher, nur darauf angewiesen, sich von ihresgleichen weiterhelfen zu lassen. Robert gesellte sich zu ihnen. Die nötigen Ausweise waren schnell beschafft. Wieder mußten klangvolle Adelsnamen herhalten Als flüchtiger ^Sturmbannführer der Waffen-SS bereiste Robert die westdeutschen Großstädte, stellte sich ehemaligen Pg’s vor und kassierte gewaltige RM-Sum- men. Nebenbei verschmähte er auch kleine Abstecher in andere „Berufssparten“ nicht: Gold- und Devisengeschäfte, Diebstähle, Gründung einer Schwindelfirma mit anschließender Pleite und hin und wieder ein kleiner Heiratsschwindel In Düsseldorf trieb ein Zufall dbn angeblichen SS-Führer in die Fänge des britischen Geheimdienstes. Ein anschließender kurzer Aufenthalt im Internierungslager erwies sich wiederum als nützlich. Rathke notierte sich die Anschriften der Wohlhabenden unter den Mitinternierten, brach aus und nahm seine Beutezüge bei den Angehörigen der Lagerinsassen wieder auf. Ueber eine Million Reichsmark erbeutete Rathke auf diese Weise bis zur Währungsreform. Aber auch nach dem Geldschnitt blühte das Geschäft Es mußte blühen, denn Roberts Auffassung von einem „standesgemäßen“ Leben hatte sich nicht geändert. Ueberall, wo die Polizei dem „Schönen“ auf die Spur kam, hatte er durch seine hohen Zechen von sich reden gemacht. Anspruchsvolle Frauen spielten noch immer eine Hauptrolle in seinem abwechslungsreichen Leben. Auf 200 000 DM bezifferte Rathke selbst seine Einnahmen nach der Währungsreform. Daß er rein zufällig keinen Pfennig davon in der Tasche hatte, als er im Dezember 1948 nach einem Sektgelage im Augsburger Bahnhofsrestaurant seine Zeche bezahlen sollte, wurde ihm zum Verhängnis. Der Kellner schöpfte Verdacht und rief die Polizei. Als Baron von Mallwitz wurde der „Schöne“ von drei Kriminalbeamten hinter Schloß und Riegel gesetzt. Als Robert Rathke verurteilte ihn das Augsburger Gericht zu sechs Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und 40 000 DM Geldstrafe. Er selbst prägte nach der Verhandlung seinen neuen Titel: „König der Hochstapler“. Der Fremde kennt die eckte Französin kaum Madame rechnet genau, aber sie kennt ihr Ziel — Episode auf dem Montparnasse — Geht die Französin in Nachtlokale ? Voriges Jahr in der Rue de Rennes in Paris. Im zweiten Stock lebt Madame de X. Sie soll nach Bekundungen der Hausmeisterin dem alten Adel angehören, aber anstelle eines Vermögens hat sie nur einen Sohn, einen hübschen Jungen, um den sich alles dreht. Er soll eine gute Partie machen. Bis jetzt arbeitet er bei Renault im Büro. Er besitzt, wer wüßte das nicht in einem echten französischen Mietshaus, zwei Paar Schuhe. Ein Paar etwas beschädigte braune, und ein Paar piekfeine Lackschuhe. Eines Morgens geschieht das Unglück. Madame rast die Treppe mit einem in Zeitungspapier gewickelten Paket herunter. Die Hausmeisterin versucht rasch, Informationen über den Inhalt des Päckchens einzuholen. Sie braucht nicht zu bohren. Madame sprudelt sofort über. „Wissen Sie, was geschehen ist? Mein Sohn zog heute morgen ins Büro die Lackschuhe an!“ „Und jetzt?“ ■ „Und jetzt?“ Die Stimme von Madame überschlägt sich fast. „Und jetzt fahre 'ich zu ihm in die Fabrik und ziehe ihm die guten Schuhe aus. Seine alten Treter habe ich hier eingewickelt!' „Der arme junge Mann!“ „Was soll das heißen: der arme junge Mann? Er ist mein Sohn, ich bete ihn an. Aber er ist ein wenig zu maniriert, das ist alles!“ Nun mögen Sie lächeln oder gar lachen. Doch wer wegen ein paar alter Schuhe dreiviertel Stunden mit der Untergrundbahn fährt, der hat am Ende seines Lebens seine kleine Stange Gold irgendwo in der Schlafstubenmauer sicher verborgen. Kurz: die Französin ist mindestens sparsam, oft sogar geizig. Sie dreht das Geld, obwohl es ja nicht mehr rund ist, dreimal in der Hand um, ehe sie es ausgibt. Wer einmal die Hausfrau in Frankreich auf dem Wochenmarkt mit den Händlerinnen hat feilschen sehen, wer zusah, wie sie sich fast fröhlich an das Ende einer endlosen Schlange stellte, um vielleicht ein paar heute lächerliche Francs zu sparen, bekommt einen schwachen Begriff von der Beharrlichkeit, mit der sie bei ihren Einkäufen zu Werke geht. Der Fremde, der für ein paar Tage oder Wochen in den Großstädten den internationalen Amüsierbetrieb über sich ergehen läßt, trifft keine echte Französin, sondern nur Vertreterinnen einer routinierten Industrie, die es sich zum Ziel gesetzt hat, in charmanten Formen dem Fremden das Geld aus der Tasche zu locken. Die typische Französin geht heute wenig aus, man sieht sie selten, noch öfter vielleicht übersieht man sie. Denn sie hat zu kämpfen, das Geld reicht nicht hin und nicht her. Frankreich ist heute ein sehr teures Land. Die Hausfrau muß rechnen, das junge Mädel im Büro nicht minder. Zwar sind die Mieten verhältnismäßig gering, doch sind Kleidung und Lebensmittel fast unerschwinglich. Die Löhne für Angestellte haben mit der Teurung nicht Schritt gehalten. Und so ist es gekommen, daß die leuchtende Fassade z. B. von Paris von der echten Pariserin kaum beachtet wird, eie geht an ihr mit ihren Sorgen vorbei. Die Luxusläden, von Fremden immer wieder bestaunt, sind für sie nichts weiter als eine amüsante Zurschaustellung, der man wohl einen Blick widmet, aber nicht mehr. Die Läden der Hausfrau liegen an der Peripherie. Sie kauft grundsätzlich nur in ihrem Viertel. Dort ist sie bekannt, dort ist sie zuhause. Mag nun Madame rote Fingernägel haben, mag sie sich in der Küche stets Gummihandschuhe überziehen, mag sie sich aus Resten einen todchicen Hut selbst gebastelt haben, sie ist in ihrem Herzen — so merkwürdig das zunächst klingen mag — eine Frau vom Lande, im guten Sinne einer Bäuerin geblieben. ^Sie liebt das Geld, das sagten wir. Sie liebt aber auch ihre Küche, obwohl sie bei weitem nicht so geleckt und sauber ist, wie im allgemeinen bei uns. Es ist vielfach nicht einmal gut, dorthinein zu sehen. Doch was auf den Tisch kommt, ist vorbildlich. Die Französin ist eine vortreffliche Köchin und ist stolz darauf. Als man vor einigen Monaten eine junge Schönheitskönigin interviewte, was sie sich wünschte, antwortete sie ganz natürlich und keineswegs berechnend; „Ich wünsche mir feinen Mann, ein Kind und die Möglichkeit, gut kochen zu können, denn das habe ich gelernt und es macht mir Spaß!“ Die Französin heiratet heute jung. Sie wird nicht gerade verheiratet, doch die Eltern sehen sich den jungen Mann genau und recht sachlich an. Wie schon zu Balzacs Zeiten muß er eine Existenz haben. Hat er das nicht, dann muß er zum mindesten eine Familie haben. Eine Familie, das sind Angehörige, die respektiert werden. Respektiert wird man, wenn man bemittelt ist, sonst lraum. Das bürgerliche Privatleben ist dem Fremden im übrigen ebenso verschlossen wie der besten Freundin des Hauses das Kochbuch. Wie Madame es ablehnt, etwa an der Haustür ein Namensschild zu befestigen, so lehnt sie es ab, ihre kleinen Kochgeheimnisse preiszugeben. Es kann sein, daß man länger als ein Jahr mit einem Franzosen gut bekannt ist und dennoch noch nicht einmal mit Bestimmtheit sagen kann, ob und wie er verheiratet ist. Niemals, selbst nicht in pekuniärer Not, würde sich die Frau des Hauses dazu bereit finden, etwa ein Zimmer der Wohnung abzuvermieten. Die Privatwohnung ist eine Bastion, die nur gute Freunde nehmen können. Private Sorgen teilt ausschließlich die Familie. Ein vielverbreiteter Irrtum ist es, daß die Französin keine Kinder wolle. Im Gegenteil: sie wünscht sich mindestens eins. Aber sehr häufig auch nicht mehr. „Ein Kind kann man auf ziehen, es kann etwas werden“, so argumentiert sie, „mehr Kinder fressen uns die Haare vom Kopf. Außerdem möchten wir auch etwas vom Leben haben!“ Das sogenannte „Vom-Leben-Haben“ wird bei Madame folgendermaßen erläutert: zunächst eine gute Küche, eine gesicherte Existenz im Alter, eine Rente also zumeist, schließlich jedoch eine alljährliche "Ferienreise. Wer aus bürgerlichen Kreisen nicht am 1. Juli verreisen kann, um am 1. August zurückzukommen, lebt in bedrängten Verhältnissen und hat etwas an Ansehen verloren. Es ist rührend, daß selbst bescheidenste Reisen zu nahen ländlichen Verwandten als kostspielige Ferien getarnt werden. Doch man ist weg gewesen, man blieb nicht daheim. Das bürgerliche Leben, daheim einzig uncj allein von der Frau bestimmt, ist selbst hinter der Glanzfassade von Paris stockkonservativ. , Und die jungen Mädchen? Man hat in Paris 1949 einmal eine Umfrage gestartet, wieviele Angestellte von Modegeschäften schon in einem Nächtlokal waren. Es war noch nicht einmal die Hälfte. Man fährt frühmorgens per Rad oder per Untergrundbahn ins Geschäft, arbeitet bis 12 Uhr, dann eilt man auf die Straße, um irgendwo bei einem Kaffee- expresso anzustehen, die Stulle wird oben im Atelier gegessen, weil es nicht gut auf der Straße aussieht, zu futtern. Um 17 oder 18 Uhr eilt man nach Hause, die warme Mahlzeit winkt. Und am Abend geht man in der unendlich weiten Vorstadt in ein Kino, einmal in der Woche vielleicht. Denn — man spart. Man spart von Hungergehältem. Denn wenn es heute eine Sorge für die Französin gibt, dann ist es die, immer — selbst mit den bescheidensten Mitteln Charme und Chic zu zeigen. Die Fähigkeit, aus dem „Beinahe- Nichts“ noch etwas hervorzuzaubern, ist angeboren und deswegen fast selbstverständlich. Also ist die Französin eine ausgesprochen gute Ehefrau? Die Zahl der Scheidungen scheint fast dagegen zu sprechen. Doch diese Ziffern täuschen sehr, weil sie durch die Großstädte mitbestimmt werden. Auf dem Lande und in der kleinen Provinz ist die Scheidung auch heute noch mindestens so selten wie in Deutschland. In der Großstadt jedoch häufiger. Gewiß leistet sich der provinzielle Ehemann gelegentlich bei willkommenen Reisen dieses oder jenes Abenteuer, weswegen er auch zur klassischen Witzblattfigur geworden ist. Und doch ist Flauberts „Madame Bovary“ noch heute anno 1950 hochaktuell. Der provinzielle Familiensinn ist so stark entwickelt, daß er einfach keinen Skandal aufkommen läßt. Denn vergessen wir nicht: die meisten Französinnen leben nicht in Paris, sondern in der Provinz. Was in Paris geschieht, wird zwar in der Provinz gern kommentiert, doch noch lange nicht kopiert. Und doch gibt es heute kaum eine Stajlt, in der so viel Sorge, soviel versteckte Armut herrscht wie gerade in dem strahlenden Paris. In wievielen armen Familien wandert der Hausrat allmonatlich um den Zwanzigsten ins Versatzamt, um am Ersten für drei Wochen zurückgeholt zu werden. In wieviel grauen Hinterhäusern sitzen Frauen mit großen Familien allnächtlich mit krummen Rücken über der Nähmaschine, um dann schon im Morgengrauen ihre Arbeit für ein paar Francs fortzubringen. Yvette Guil- bert schlich als junges Mädel jahrelang mit der Mutter über die leuchtenden Boulevards, um Heimarbeit zu verkaufen. Maurice Chevaliers Mutter hat sich für ihre Kinder zu Tode gearbeitet. Das sind Schicksale, die noch heute ganz alltäglich sind. Vielleicht ist nirgends das Schicksal der Armen härter als gerade in Frankreich. Doch man denkt nicht daran, Mitleid zu erhaschen. Private > Sorgen bleiben eben Privatsachen, mit denen man niemand belästigt. Wie man auch nicht mit den Sorgen anderer bekannt gemacht werden möchte. Stromsperren, unerschwingliche Preise, Streiks, Entlassungen, unzulängliche Pensionen, das sind die fünf dunklen Punkte im Alltagsleben der Französin. Sie klagt nicht, sie rechnet. Sie sorgt für ihren ganz kleinen, ganz privaten Kreis, was darüber hinaus geschieht, ist fast belanglos So ist sie auch in den allerseltensten Fällen politisch interessiert. Ein gewisser gesund-ländlicher Instinkt erfüllt sie mit Mißtrauen gegen alles, was von oben oder draußen kommt. Würde man eine Frau in Avignon, eine Bäuerin vom Lande fragen, wer derzeit in Paris regiere, so würde man totsicher die Antwort bekommen: ..(Ja ne me regarde pas!“ Das geht mich nichts an. Sie ist nur Frau, und das schafft ihr Sorgen mehr ais genug. Nr. SS — Seite S A Offenbarer Tageblatt Samstag, 25. MSn 1950 / liKlimi»! Ein trauriges Bild: Reformbedürftige Straftenbaupflanzungen Wie die Obstbauern zugleich zur Verschönerung unserer Kreisstraßen beitragen können sehen Obstbau wenig schön wirken, ganz abgesehen davon, daß kränkelnde, ungepflegte Obstbäume stete Gefahrenquellen für die gepflegten Nachbarbäume danstellen. Und wie schien die Pflegmaßnahmen und nicht zuletzt die Ernte bei dem zunehmenden Verkehr durchgeführt werden? Wäre es da nickt besser, die Bäume mit dem Einverständnis de; an die Straßen angrenzenden Nicht vergessen: Den Gründung Peitsche allein schafft keine Leistung Nein — mit den (dicken Kartoffeln, die dem dümmsten Bauern in den Mund hinein wachsen, ist es nichts; der Schang muß eine tüchtige Portion Wissen in sich hineinfuttern und es auch, verdauen, wenn er heute mit den Erfordernissen der Zeit Schritt halten will. Da hat er viel gehört von den organischen und anorganischen Stoffen, die sein Boden braucht. Aber es ist nicht damit getan, die anorganischen Nährstoffe von der chemischen Fabrik aus einfach in den Boden zu bringen — und Fahrlässiger Bienentod strafbar Keine Spritzungen Grundstücksbesitzer auf deren Grundstücken selbst zu pflanzen? Die Neupflanzungen müßten in gleichen Abständen, von der Straßenmitte ausgerechnet erfolgen. Dann hätte der Grundstücksbesitzer später einmal nicht nur den Schatten der Bäume, sondern auch deren Ertrag. So hätte unser Obstbaugebiet auch mustergültige Straßenpflanzungen. Ohne die dickt am Straßenkörper stehenden Bäume könnte zudem erste rer nach Regenwetter schneller abtrocknen und wäre auch länger haltbar. An besonders gefahrvollen Straßenzügen sind markante Warnzeichen aus Stein oder Holz besser als kränkelnde Obstbäume. Dies nur in kurzen Zügen, einige Ratschläge die zugleich beitragen sollen, das Ansehen unserer Kreisstraßen erheblich zu verschönern. Obstbauinspektion über diese Tatsache ist schon eine ganze Reihe guter Bauern gestolpert. Donnerwetter — sägte jener bäuerliche Urahn, der die Peitsche erfand und merkte, daß die Tiere allerhand mehr leisteten, wenn sie sie zu fühlen bekamen — Donnerwetter! Jetzt kann ich da« Futter sparen. Und einige Zeit danach konnte er sich neben dem gesparten Futter an die Kuhle setzen, in die er seine Tiere einscharren mußte. Die anorganischen Stoffe — so wichtig und Was die Straßen in unserem Kreisgebiet anbetrifft, das heißt der Straßenbelag, die Teerdecke, kann man sie bis auf wenige Ausnahmen in Ordnung bezeichnen.— Eines aber läßt «ehr zu wünschen übrig, und das ist die Pflege der Straßenbaupflanzungen. Ich denke hier nicht in erster Linie an die Kreis- Oder staatseigenen Bäume. Hier kann man ruhig sagen, daß sich viele Straßenwarte auf dem Gebiete der Entrümpelung, sowie mit dem Auslichten und Abkratzen der Bäume viel Mühe gegeben haben. Die privateigenen Obstbäume, die sich an den Kreis- und Bundesstraßen befinden, sehen aber zum Teil verheerend aus. Es befinden sich noch da oder dort Bäume mit einem weißen Kreuz. Diese Bäume sind dicht besiedelt von Borkenkäfern und Schildlausherden, sie stellen richtige Brutstätten .dieser Schädlinge dar. Dann findet man Bäume, bei denen man nicht durch die Kronen sehen kann, “die mehr oder weniger einen Urwald dar stellen, zudem sind sie dicht besiedelt von Moosen und Flechten. Ein trauriges Bild stellen Bäume mit dürren Aesten und mit den sogenannten Ast- stumpfen dar. Gerade diese Aststumpfen sind die Ansiedelungsorte der Borkenkäfer, hier ist die Saftzirkulation schwach, da kann er sich am besten einnisten. Befolgen Sie doch bitte unsere h er veröffentlichten Ratschläge. Werden dieselben von Ihnen nicht befolgt, so schädigen Sie sich selbst und dazu Ihren Nachbar. Sie unterstützen die Entwicklung dieser gefährlichen Schädlinge und arbeiten gegen unsere Ratschläge. Ich betone ausdrücklich die Obstbauinspektionen sind geschaffen um den Landräten und Obstbauern zu helfen. Nehmen Sie uns in Anspruch im Beratungsdienst. Wir sind für alle da! Gewöhnlich, wenn man der Sache auf den Grund geht, sind die noch nicht bekehrten .Nachzügler solche Leute, die die von Staatsseite aus geschaffenen Einrichtungen, angegangen mit der Winterschule, sowie den obst- baulichen und landwirtschaftlichen Beratungsdiensten nie in Anspruch nehmen. Es müßte ihnen aber doch klar sein, daß wir heutzutage nicht mehr, wie einst nach Großvätersitte, mit der Versicherung „es wird schon recht werden“ dem Unheil untätig Zusehen. Ich appelliere deshalb an Sie alle, die erkennen, um was es heute g lat: Klären Sie Ihre Nachbarn auf, wir sine Ihnen dankbar. Unsere wenig schönen otraßenobstbäume leiden noch an anderen Mängeln. Zur Ausbreitung ihrer Wurzeln steht ihnen auf der einen Seite, die nur Teerdecke und auf der änderen Seite der Straßengraben zur Verfügung. Wie soll hier eine Bodenlockerung und Düngung erfolgen. Ueber dem Straßenkörper müssen die Kronen alljährlich auf 4,50 Meter aufgeastet werden, um den Verkehr nicht zu behindern. Ueberdies beraubt man sie noch mitunter ihrer mühsamen aufgebauten Kronenspitze, um den Telefonleitungen Platz zu machen. Das sind Bilder, die für unsem badi- Nock kurze Zeit wird vergehen und der Frühling wird uns seine Blütenpracht bringen. Dann werden unsere honigbringenden Bienen von Blume zu Blume, von Blüte zu Blüte fliegen, nicht nur um uns den so wertvollen Honig zu geben, sondern auch um die so wichtige Befruchtung der Blüten vorzunehmen. Die Bienen sind, was oft übersehen wird, durch die Pflanzenschutzmittel, die zur Bekämpfung der schädlichen Insekten verwendet werden, stark gefährdet. Aus diesem Grunde bestehen gesetzliche Bestimmungen zum Schutze der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen, die u. a. vorschreiben, daß es zum Schutze der Bienen verboten Ist, blühende Obstbäume und -sträucher, sowie andere blühende landwirtschaftliche und gärtnerische Kulturpflanzen mit insektentötenden Pflanzenschutzmitteln zu behandeln. Besteht in Ausnahmefällen die Notwendigkeit zur Behandlung mit insektentötenden Pflanzenschutzmitteln, so darf die Maßnahme nur außerhalb der Hauptflugzeit der Bienen durchgeführt werden. Muß darüber hinaus eine Behandlung während der Hauptflugzeit der Bienen vorgenommen werden, so sind die Eigentümer der in einem Umkreis von 2 km befindlichen Bienenstöcke mindestens 24 Stunden vorher von der Durchführung der Behandlung zu verständigen. Die Anwendung von arsenhaltigen Mitteln ist bei Obstbäumen kurz in die Blüte hineinl vor und während der Blüte der zu behandelndes Bäume verboten. Vor Anwendung insektentötender Pflanzenschutzmittel müssen blühende Unkräuter aus Feldbeständen oder unter Obstbäumen und -sträuchem entfernt werden. Besteht in Ausnahmefällen die Nowendigkeit der Behandlung von Feldbeständen mit blühenden Unkräutern oder von Obstbäumen und -sträuchem mit darunter stehenden blühenden Unkräutern, so gilt dasselbe, was oben bef den Obstbäumen und gärtnerischen Kulturpflanzen gesagt ist. Obstbäume und -sträucher sowie andere landwirtschaftliche und gärtnerische Kulturpflanzen, die in einem Abstand von bis zu 30 m von Bienenständen und Bienentränken stehen, dürfen auch vor und nach der Blüte nur außerhalb der Hauptflugzeit nach rechtzeitiger Verständigung der Eigentümer der benachbarten Bienenstöcke mit insektentötenden Pflanzenschutzmittel» behandelt werden. Diese Vorschriften gelten u. a. nicht für die Behandlung von Reben und Kartoffeln, sowie bei amtlichen wissenschaftlichen Forschungen und Versuchen. Eine Zuwiderhandlung gegen diese Vorschriften kann eine Bestrafung nach sich ziehen. Es liegt sowohl im Interesse des Obst- und Gartenbaues, als auch im Interesse der Honigerzeugung, daß diese wohlbedachten Einschränkungen von der Bevölkerung beachtet werden. Sie soll selbst dazu beitragen, Schädigungen in dieser Hnsickt zu vermeiden und zu unterbinden. unersetzlich sie sind — genügen nicht, den Acker in gutem Zustand zu erhalten; man hat schon manches Stück Land damit totgepeitscht. Es ist nur gut, daß der Acker sich sein Futter selbst sucht, wenn man ihn nur in Ruhe läßt. Aber, aber, sagt unser Schang wieder — mit der Brache, wie unsere Großväter können wir doch heute nicht mehr arbeiten. Das erlaubt unsere Ernährung slage nicht und schon gar nicht das Finanzamt. Gut, helfen wir also dem Acker, sich aus sich selbst heraus zu erholen, füttern wir ihn einmal neben dem Kunstprodukt und neben dem Stallmist mit dem, was er selbst erzeugt: mit Gründung. Daß kostet so viel an Arbeit, macht manche Mühe und bringt wenig ein, sagt Schang wieder — aber da haben wir Experten und Statistiker, die das Gegenteil beweisen. Da wird gesagt, daß die Kartoffel nie so gut gedeiht, als wenn man sie nach Lupinen oder Hülsenfruchtgemenge — beides als Gründung gegeben — anpflanzt, und daß man außerdem dabei seinen Acker schont. Je Morgen rechnet man dabei mit einem Saatgutaufwand von 25 DM, mit einem Mehrertrag an Kartoffeln aber von 50 Zentnern für die gleiche Fläche und das läßt sich immerhin sehen. Denn wir werden immer mehr dahin kommen müssen, die Kartoffelerträge zu steigern, um zu einer sicheren, übersichtlichen und krisenfesten Wirtschaftsform zu kommen, ohne dabei unseren Acker totzupeitschen. Dabei wird empfahlen, den Bestand der Gründüngungspflanzen während des Winters auf dem Stengel verrotten zu lassen und ihn erst etwa 4 Wochen vor der Pflanzung mit Kartoffeln unterzupflügen. Gibt man dann noch gut verrotteten Stallmist, den man sofort unterpflügt, so hat man damit eine Saat vorbereitet, die gegebenenfalls auch die gefürchteten Trockenperioden gut übersteht. Als mineralische Zusatzdüngung — jawohl, unser Schang denkt nicht daran, auf die Peitsche zu verzichten! — ist Phosphorsäure und Kali dem Boden zuzusetzen, wobei zu beachten ist, daß das Kali nicht zu spät in die Erde gebracht wird, wenn es wirken soll So versorgt, wird der Acker seine Ruhe und seine Nahrung haben, er wird nicht ersticken an einem Zuviel von Nährstoffen, die er fticht verarbeiten kann, und er wird auch nichts von der wertvollen Gare verlieren. Der Bauer aber, der hier erntet, weiß, warum seine Ernte befriedigend ausfiell Hochtragende Kühe melken? ; In Berichten, die aus den USA und England eintrafen, wird entgegen den deutschen Erfahrungen das Melken vor dem Kalben als sogenanntes Praepartum - Melken befürwortet. Hand in Hand damit muß natürlich eine reichliche Fütterung der Kuh gehen. Es scheint aber nach den Untersuchungsergebnissen nicht so, als ob alle Kühe auf dieses Vormelken gleich gut reagieren. Umfangreiche Forschungsarbeiten sollten abgewartet werden, bevor das Vormelken ohne Bedenken empfohlen werden kann. Gute Heuernte ermöglichte gute Milch- ablieferungen Infolge erweiterter Anbaufläche und höherer Hektarerträge erreichte die Heuernte des Jahres 1949 in der Bizone einen Gesamtertrag von 17,96 Mill. t Heu gegenüber 15,47 Müll, t im Jahre 1948. Schädlingsbekämpfung im Obstbau: Jetjt Kampf dem Apfelblütenstecher! Der gefährliche Bursche vermag totale Obst-Mißernten zu verursachen Im Rahmen der Nachwinterspritzung mit Gelbspritzmittel. Dieses Mittel, soll nach Möglichkeit bei etwas feuchter Witterung gespritzt werden. Für die Festlegung des genauen Spritzter- mlnes, ist wichtig zu wissen von welchem Zeitpunkt ab die Käfer auf den Bäumen anzutreffen sind. Die Hauptmasse wandert bei Tagestemperaturen von 10—12 Grad Celsius auf die Bäume: durch Probeschütteln und Anlegen von Wellpappegürteln läßt sich zahlenmäßig der Termin des Hauptbefalls feststellen. Mit Gelbspritzmitteln ist hier bei der Bekämpfung dieses Schädlings ein stets guter Erfolg zu verzeichnen. Es wirkt als Berührungsgift bei der Wanderung aus den Winterverstecken auf dem Stamm, auf die Aeste und auf die Zweige. Der Apfelblütenstecher ist sehr empfindlich, an den Füßen, und sobald er m ; t dem genannten Mittel in Berührung kommt stirbt er ab. Gegen das Sterben der Himbeerruten Wie ist dem Unheil sicher vorzubeugen? Nunmehr Fortsetzung der Winterspritzung mit Gelbspritzmittel „Selinon-Neu“ oder „Di- nitrocresol“ aber nicht, wie auf den Paketen angegeben % Prozent. Gelbspritzmittel werden stets einprozentig gespritzt!. Diese Spritzung richtet sich gegen eine große Anzahl gefährliche Schädlinge, so zu gleicher Zeit gegen den Apfelblütenstecher, der mit Schwerölcarbolineum mehr oder weniger nicht zu fassen ist Wenn wir, es ist gleich welcher Art, irgend einen Schädling vernichten wollen, so ist wichtig, daß man einigermaßen mit der Biologie, das heißt mit der Lebensweise des Schädlings vertraut ist, dann weiß man auch in welchem Stadium, dieser am besten anzupacken und zu vernichten ist. Die Lebensweise des Apfelblütenstechers. Der Apfelblütenstecher, ist bekannt, als bläulich schwarzer Rüsselkäfer, er hat eine Länge von 4—5 mm, dunkelbraune Farbe und eine helle winkelförmige Zeichnung auf dem Rücken. Der Apfelblütenstecher überwintert als Vollkerf unter Borkenschuppen-Rindenrissen der Obstbäume, weiterhin an trockenen mit Laub, Moos und Flechten bedeckten Stellen, insbesondere des Wurzelhalses und sucht im zeitigen Frühjahr die Blütenknospen auf. Er besteigt den Stamm, die Aeste und die Zweige, in der Zeit, in der die Knospen anschwellen. Vom ersten bis zum zehnten Tag «eines Daseins, ist er auf dem Baume ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. Vom 10. bis 14. Tage, frißt er leicht von der äußeren Hülle der Blütenknopse. Er führt hier seinen Reifungsfraß durch. Durch diesen Fraß wird er geschlechtsreif. Anschließend erfolgt die Begattung. Jetzt ist der Zeitpunkt da, wo der Schäd- Ing «einen Vemichtungsgarig an den am Aufblühen befindlichen Blüten macht. Der größte Schaden ist zu verzeichnen, wenn kurz vor der Blütenentfaltung regnerisches Wetter herrscht. Mit dem Rüssel bohrt er die gerade entfaltenden Knospen an und schiebt ein einzelnes Ei, soweit als möglich in das Bohrloch hinein. Auf diese, Welse, vernichtet ein einziger Käfer bis zu 30 Blüten. Nach 8 Tagen schlüpft die weiße Larve aus dem Ei und beginnt Staubbeutel und Stempel abzuschneiden. Unter der braunen, vertrockneten BlütenhUUe wächst die Larve, auch Kai wurm genannt, so schnell heran, 1 daß sie nach 4 Wochen schon erwachsen ist, und sich verpuppt. Im Juni erscheinen die Käfer und zernagen die Blätter, im August verlassen sie die Baumkrone und verkriechen sich in ihrem Winterversteck. Zur Bekämpfung dieses Schädlings, dem wir wiederholt ln manchen Gebieten Süd- und Westdeutschlands totale Mißernten zuzuschreiben hatten, stehen uns eine ganze Reihe erfolgreiche Hilfsmittel zur Verfügung. Eine unmittelbar erfolgreiche Maßnahme ist das Abschütteln von den befallenen Bäumen und Auf sammeln auf untergelegten Tüchern. Ami wirksamsten aber zeigt sich das Spri t zeit' Das plötzliche Trockenwerden der Himbeerruten findet seine Ursache im Himbeerruten- sterben, der heimtückischsten Krankheit unserer Himbeerkultur. Krankheitsbild: Es macht sich schon im allerbesten Wachstum Ende Juni durch bläulich braune Flecken unter den Knospen der Triebe bemerkbar, die sich nach dem Abreifen derselben ins wei ßlich-graue .verfärben. Die Flecken platzen bald auf, die Rinde hängt herab und die befallenen Triebe sterben im Winter ab. Im Frühjahr treiben nur noch die unteren Augen oder unfruchtbare Bodentriebe durch. Die hierdurch entstandenen Ausfälle sind sehr groß. Bekämpfung. Gegen diese gefährliche Krankheit kommen nur vorbeugende Maßnahmen in Frage: Ina Frühjahr, wenn die Himbeertriebe etwa 30 cm hoch sind, spritzt man zum erstenmal und nach drei bis vier Wochen zum zweiten Mal mit einer ein- bis zweiprozentigen Kupferlösung (am besten Pomasol oder Vudasin). Die Triebe müssen von der Lösung triefen, um den Wirkungsgrad der Spritze noch zu steigern. Darüber hinaus muß derauf hingewiesen werden, daß die abgetragenen Triebe zur Herstellung guter Lichtverhältnisse innerhalb der Kulturen nach der Ernte zu beseitigen sind. Gut abgereifte Ruten sind härter und krankheitsunemp- findlicher. Vor allen Dingen ist darauf zu achten, daß man die Kulturen nie zu dickt werden läßt; denn Licht, Luft und Sonne sind die ersten Voraussetzungen, um dem Himbeer- rutensterben vorzubeugen. Auch die Düngung darf nicht außer acht gelassen werden, yor allen Dingen sind die Himbeeren für Humus- u. Kalkdüngung dankbar. Mindestens alle drei bis vier Jahre soll man den.-Himbeerkulturen eine Stallmistgabe von 4 dz je Ar geben. Die Nährsalze werden in zwei Gaben verabreicht. Eine Maidüngung soll den Neuaustrieb der Schosse und die Beerenbildung fördern und wird je Ar wie folgt gegeben: 10 kg schwefelsaures Ammoniak, 8 kg Superphosphat, 10 kg PatentkaU. Die Augustdüngung dagegen soll eine gute Ausbildung der Knospen und ein gutes Abreifen der Triebe bewirken. Sie selbst wirkt sich sehr auf den nächstjährigen Ertrag aus und wird in folgenden Gaben je Ar gegeben: 5 kg schwefelsaures Ammoniak, 10 kg Superphosphat, 10 kg Patentkali. Zehe «- Samstag, 25. März 1950 ABC Offenburger Tageblatt Nr. 38 Seite 7 Tagung der südbadischen Ortskrankenkassen Auswirkungen der Wiederzulassung von Sonderkassen — Durchschnittsbeitrag 6,26 v. H. des Grundlohnes — Belastung der Ortskrankenkassen durch Rentner, Kriegshinterbliebene und Arbeitslose Lahr. In Lahr, dem Sitz des Verbandes der Ortskrankenkassen für die drei Länder der französischen Zone, hielt der Verband eine Konferenz mit Geschäftsführern und Vorständen der südbadischen Ortskrankenkassen ab. Der Vorsitzende des Verbandes, Regierungsrat Zapp, machte einleitend mit der allgemeinen Entwicklung der Ortskrankenkassen im Bundesgebiet bekannt. In der französischen Zone sei nunmehr der Zusammenschluß der Ortskrankenkassen der drei Länder erfolgt. Die Frage, wer künftig aufsichtsführende Behörde sei, habe noch nicht geklärt werden können; jedenfalls werde das Bundesarbeitsministerium und nicht mehr die Länderregierungen zuständig sein. Bei Verhandlungen mit den Verbänden der Ortskrankenkassen in der Bizone hätten sich noch einige Schwierigkeiten ergeben, weil dort die Selbstverwaltung nicht im gleichen Maße wie in der französischen Zone durchgeführt worden sei, vielmehr noch das sogenannte „Leitersystem“ herrsche. Der Verband in der französischen Zone müsse auf die Gesetzgebung dahingehend einzuwirkbn versuchen, daß auch in der Bizone die gleiche Selbstverwaltung wie in der französischen Zone verwirklicht werde. Weiter solle nach einem Entwurf der Bundesregierung die Besetzung der Vorstände künftig paritätisch vorgenommen werden, während bisher in der französischen Zone sich der Vorstand zu zwei Dritteln aus Arbeitnehmern und zu einem Drittel aus Arbeitgebern zusammengesetzt habe. Auf Grund der Reichsversicherungsordnung könne dies zur Folge haben, daß, falls die Wahl zweimal Stimmengleichheit ergebe, der Vorsitz abwechselnd von den beiden Kandidaten mit den -meisten Stimmen übernommen werde — ein sehr ungesunder Zustand für die betroffene - Kasse. Auch sei beabsichtigt gewesen, den Ortskrankenkassen die Krankenversicherung der Soforthilfeempfänger zu übertragen. Der Verband stehe jedoch auf dem Standpunkt, daß diese Aufgabe den Soforthilfeämtern belassen werden solle. Stärkere Belastungen — höhere Beitragssätze Geber die Auswirkungen der Wiederzulassung der Sonderkassen (Ersatz- und Privatkrankenkassen) in der französischen Zone berichtete Verbandsgeschäftsführer K a 111 e r. Die Entwicklung habe leidör dem Verband und nicht der optimistischen Schlußfolgerung der Direktion Arbeit beim Wirtschaftsministerium recht gegeben, denn es komme nicht allein auf den absoluten Rückgang des Mitgliederstandes an, sondern entscheidend sei die Zusammensetzung. Zu den Sonderkassen seien gerade die risikofreien Mitglieder übergegangen, während die Zahl der belastenden Mitglieder bei den Ortskrankenkassen außerordentlich stark zugenommen habe. Der Beitrag betrug im Jahresdurchschnitt 1946 5,45 Prozent, 1947 5,56 Prozent, 1948 5,67 Prozent, 1949 5,8 Prozent des Grundlohns. In der gesamten französischen Zone war am 1. Januar 1950 eine durchschnittliche Beitragshöhe von 6,11 Prozent zu verzeichnen gewesen, in Südbaden mit Stichtag 1. März 1950 6,26 Prozent, in Rheinland-Pfalz mit Stichtag 1. Februar von 6,7 Prozent. Der Mitgliederstand sei von rund zwei Millionen am 1. Juli 1949 (höchster Stand) auf rund 1,8 Millionen am 1. Januar 1950 zurückgegangen. Dagegen habe die Zahl der Rentner, die für die meisten Ortskränkenkassen eine erhebliche Belastung seien, von 284 000 im Jahre 1946 auf 445 000 am 1. Januar 1950 zugenommen. Das gleiche gelte für die Kriegshinterbliebenen, bei denen eine Zunahme von 40 Prozent festzustellen sei. Außerdem kämen noch 33 700 Arbeitslose in Südbaden hinzu. Die Lage sei heute so, daß auf jeden produktiven Pflichtversicherten eine Person entfalle, die mitbetreut werden müsse, wobei jedoch die Familienangehörigen noch nicht berücksichtigt seien. Dasselbe unerfreuliche Bild böte auch ein Blick auf die finanzielle Entwicklung. Während am 1. Juli 1947 die Einnahmen um rund 1,8 Millionen Mark höher gewesen seien als die Ausgaben, hätten am 1. Januar 1950 die Ausgaben um 1,6 Millionen Mark die Einnahmen 'überstiegen. Viele Kassen seien ohne Betriebsmittel. Besonders schlecht sei die Müll- heimer Kasse daran, die bereits mit einer Beitragshöhe von 7,2 Prozent an der Spitze liege, ohne Betriebsmittel sei und unmöglich ihren Beitrag noch weiter erhöhen könne. Auch die Zahl der Arbeitsunfähigen sei im Steigen begriffen. In Lörrach habe sie am 1. März 5,27 Prozent erreicht, höher als 4 Prozent sei sie in Freiburg, Lahr und Villingen. Der hohe Stand in Lahr und Villingen müsse zu denken geben. Um den .normalen Stand wieder zu erreichen, sei eine stärkere Krankheitskontrolle erforderlich. Zur Erhöhung der Vergütung für den Einzug der Renten durch die Ortskrankenkassen teilte der Geschäftsführer mit, daß diese Erhöhung von 0,5 auf 1 Prozent begrüßenswert, aber noch nicht ausreichend sei. Dasselbe treffe auch für die Erhöhung der Krankenversicherung der Rentner von 3 DM auf 3.30 DM zu. Bei Berechnung des Krankenversicherungssatzes für Rentner auf Bundesebene sei man auf einen Betrag von mindestens 4.20 DM gekommen. Bei der Krankenversicherung der Kriegshinterbliebenen müßte eine Erhöhung um 30 Prozent vorgenommen werden, damit die Ortskrankenkpssen keine Mehraufwendungen zu leisten brauchten. Bei einer Verhandlung mit den Aerzten habe der Verband energisch dagegen Einspruch erhoben, daß von den Aerzten für andere Kassen geworben werde; es sei mit der Stellung eines Kassenarztes nicht vereinbar, Werturteile über die Kassen abzugeben. Zwei Anträge auf Erhöhung des Pauschalbetrages für Rentner uhd des allgemeinen Pauschalsatzes (letzterer mit der Erhöhung des Benzinpreises begründet) seien zurückgewiesen worden. Oberamtmann K i s s e 1 von der Direktion Arbeit gab zur Krankenversicherung der Soforthilfeämter bekannt, daß noch immer die Möglichkeit, gegeben sei, daß die Ortskrankenkassen diesen Personenkreis betreuen müßten, was eine weitere finanzielle Belastung bedeuten würde. In der Aussprache wandte sich ein Redner gegen die verschärfte Krankenkontrolle, da hierdurch bei den Versicherten nur Verärgerung entstünde. Von mehreren Rednern wurde gefordert, daß die Mehraufwendungen bei Rentnern und Hinterbliebenen auch von den Sonderkassen anteilsmäßig getragen werden müßten. Wie der Vertreter der Freiburger Ortskrankenkasse bekanntgab, betrugen allein in Freiburg die Mehraufwendungen für Rentner 256 000 DM. Durch Kontrolle der Verarztung und Rezeptur könne viel gespart werden, da wiederholt Mißbräuche festgestellt worden seien. Höhere Leistung durch Zusatzversicherung Geschäftsführer K a 111 e r machte sodann mit dem Entwurf für eine freiwillige Zusatzversicherung bekannt. In dem Entwurf ist vorgesehen, daß bei Krankenhauspflege, Entbindungen und Zahnersatz höhere Leistungen gewährt werden. Eine weitere Gewährung von Zusatzleistungen soll den einzelnen Kassen freigestellt sein. Mit dem Entwurf beschäftigen sich derzeitig die Verbände in allen Ländern des Bundesgebietes. Voraussetzung zur Durchführung der Zusatzversicherung sei eine entsprechende Ergänzung in der Reichsversicherungsordnung. Die Vertreter der einzelnen Ortskrankenkassen be- Ueber die Wellen des Funks Sonntag Radio Stuttgart: 7.00 Sonntagsandacht der Ältka- tholiken; 8.00 Landfunk mit Volksmusik; 8.80 Aus der Welt des Glaubens; 8.45 Orgelmusik; 9.00 Ev. Morgenfeier; 9 30 „Du bist beschlossen in meinem Herzen"; 10.1S Melodien am Morgen; 11.00 Universitätsstunde; 11.30 Joh. Seb. Bach; 12.00 Musik am Mittag; 13.00 Kammer-Tanzorchester; 13.30 Aus unserer Heimat; 14.00 Stunde des Chorgesangs; 14.30 Die Stuttgarter und Pfälzer Funkkinder grüßen den Frühling; 15.00 Ein vergnügter Nachmittag; 17.00 „Lot und Lots Weib“; 18.00 Ludwig van Beethoven; 18.55 Toto-Ergebnisse; 20.05 Das klingende Magazin; 22.00 Robert Schumann; 22.30 Dichter lesen aus ihren Werken; 23.00 Rundfunktanzkapeller 24.00 Unterhaltung um Mitternacht. Südwestfunk: 7.30 Morgenchoral; 8.10 Ständchen; 8.30 Nachrichten aus der christlichen Welt; 8.45 Ev. Morgenfeier; 9.15 Das Unvergängliche; 10.00 Kath. Morgenfeier; 10.30 Die Stunde der Universitäten; 11.00 Musik zum Sonntagvormittag; 11.45 Für den Bauern: Wirtschaftsberater unterwegs; 12.20 Volksmusik und Chorgesang; 12.45 Nachrichten, Progr.; 13.30 Musik nach Tisch;- 14.00 Meister der kleinen Form; 14.15 Frohe Melodien mit Gitta Lind und Horst Uhse; 15.00 Kinderfunk; 15.30 Der halbe Weg (Spiegel und Chronik des Jahrhunderts); 18.45 Maria Bergmann spielt die franz. Suite in E-dur von Joh. Sebastian Bach; 19.20 Kleine .Abendmusik; 19.40 Tribüne der Zeit mit politischer Wochenschau; 20.00 Großes Unterhaltungskonzert; 21.30 Ueber den Dächern der großen Stadt; 22.15 Sport und Musik am Sonntagabend; 23.00 Nachtgespräch.; 23.30 Fröhlicher Ausklang. Montag Radio Stuttgart: 14.00 Schulfunk; 15.30 Wirtschaftsfunk; 15.45 Kinderfunk; 16.00 Nachmittagskonzert; 16.45 Neue Bücher; 17.00 Konzertstunde; 18.00 Für die Frau; 18.15 Kleiner Instrumenten-Wettstreit; 19.30 Quer durch den Sport; 20.00 Fröhlich fängt die Woche an; 21.00 Sendung der Landeskommission; 21.15 Rendevous am Montagabend; 21.50 Wir denken an Berlin; 22.00 Bunte Melodien; 23.00 Schweizer Musik der Gegenwart. Südwestfunk: 14.00 Für die Schuljugend; Mit dem Segelschiff durch die Welt; 15.30 Musik am Nachmittag; 17.00 Literatur der Landschaft; 17.20 Solistenkonzert; 18.20 Stimme der Gewerkschaften; 18.30 Musik zum Feierabend; 20.00 Musik für dich mit Gästen von RIAS-Berlin; 20.45 Aus Wissenschaft und Technik; 21.00 Aus der Welt der Oper, Konzert des SWF-Orchesters; 22.20 Probleme der Zeit; 22.30 Bach: Die Flötensonaten; 22.45 Nachtgespräch; 23.15 Tausend bunte Noten. Dienstag Radio Stuttgart: 14.00 Schulfunk: Stefan Andres; 14.30 Aus der Wirtschaft; 16.00 Nachmittagskonzert; 17.00 Christentum und Gegenwart; 17.15 W. A. Mozart; 18.00 Mensch und Arbeit; 18.15 Natur und Leben; 18.30 Klänge der Heimat; 20.00 „Hoffmanns Erzählungen“. Eine komisch-phantastische Oper von Jacques Offenbach in einer Aufnahme des Südd. Rundfunks; 22.05 Wir denken an Schicksale dieser Zeit; 22.15 Die Rundfunktanzkapelle; 23.00 Das Lottchen; 2345 Kleine Melodie zum Träumen. Südwestfunk: 14.00 Wir jungen Menschen; 15.30 Sinfoniekonzert; 16.15 Erzählung der Woche; 16.30 Sang und Klang im Volkston; 17.00 Robespierre; Zwischen Freiheit und Diktatur; 17.15 Musik zur Unterhaltung; 18.20 Die Parteien sprechen; 18.30 Musik zum Feierabend; 20.00 Des Abends kann ich nicht schlafen gehn; 20.45 Hörspiel: „Helium“; 22.80 Musik der Welt, Konzert des SWF-Orchesters; 23.15 Unsere kulturpolitische Glosse; 23.30 Jazz 1950t Mannheimer Miniaturen Ehrung für Ludwig Frank — Die Besamung gibt eine Kaserne frei 7000 Jugendliche suchen eine Lehrstelle In Mannheim ist immer etwas los, über das man staunen und sich wundem kann. Zuerst war es der Ausverkauf, der uns ständig in Bewegung hielt, dann die D-Zug Messe, aus einem ausgebrannten Lazarettzug zu elf gelbleuchtenden Wagen mit Telephon, Licht, Wasser, Lautsprecher und Heizung ausgebaut. Nun ist der Zug über die Rheinbrücke ins Rheinland gefahren, um von dort in das Saargebiet, die Schweiz, Frankreich und Italien zu reisen. Seit jeher hat die guten Bürger nichts mehr gefreut, als die verdiente Ehrung eines erprobten in der Arbeit für die Gemeinschaft bewährten Mitbürgers. Obwohl in -unserer Zeit die Frage der Wohnraumbeschaffung von wesentlich größerer Bedeutung ist als der Wiederaufbau zerstörter Denkmäler, hat man es doch als schöne Geste empfunden, als man zur Erinnerung der in beiden Kriegen gefallenen Deutschen an der Stelle, an der früher das Ludwig Frank-Denkmal stand, ein Kunstwerk von Professor Blecke aufstellen ließ, betitelt: „Trauernder Jüngling mit dem Stabe“. Ludwig Frank war Führer der Sozialdemokratischen Partei -und stand bei allen in hohen Ehren. Am Tage nach der Reichstagsitzung im August 1914 wandte er sich an alle Vertrauensleute seines Wahlkreises und erklärte: „Die Pflichten des Parteigenossen fallen jetzt voll zusammen mit den Pflichten des Bürgers. Alle anderen Rücksichten treten zurück. In dieser schweren Zeit sind wir ein Volk von Brüdern“. Darauf meldete er sich als Freiwilliger, weil er nicht warten wollte, bis die Einberufung auch seinen Jahrgang trifft. „Mein Motiv“ — so schreibt er — „war, durch die Tat zu beweisen, daß es der Sozialdemokratie mit der Landesverteidigung ernst ist, und daß ihre Haltung aus einer inneren Notwendigkeit, nicht aus einem Zwang entsprungen ist.“ Die Christliche Wohnungshilfe hielt in der Kinderschulbaracke der Jesuitenkirche ihre erste Generalversammlung ab. Den 450 Mitgliedern des Vereins gelang es in Jahresfrist, für 70 Familien mit 232 Köpfen Wohnungen zu beschaffen. Es waren keine großen Bauobjekte die ausgeführt, es waren nur Altwohnungen, die hergerichtet wurden, aber sie haben genügt, um arme Menschen aus Kellern und Löchern herauszubekommen und ihnen wieder eine schöne, sonnige und sauber« Wohnung zu übergeben. Das geschah in vorbildlicher Weise. Nun kam noch die freudige Mitteilung, daß die Amerikaner auf Fürsprache des Erzbischofs von Freiburg eine Kaserne in Mannheim zu Wohnzwecken freigeben werden. Bei uns in Mannheim gibts immer etwas, worüber man sich freuen kann, aber unsere Sorgen nehmen auch kein Ende. Die größte, nachdem wir die Sorge um den Erhalt unserer Schillerbühne los sind, ist jetzt die, was sollen unsere Buben und Mädels werden, wenn sie aus der Schule entlassen werden? 7000 sollen untergebracht und für sie eine Lehrstelle gefunden werden. Da hat man nun alle zusam- mengerufen, die für die Jugend und deren Zukunft mit verantwortlich sind: Eltern, Lehrer, Leiter der Berufsberatung des Mannheimer Arbeitsamtes und viele Betriebsräte. Und siehe da, es zeigte sich, daß in der Metallindustrie etwa 1800, in den holzverarbeitenden Betrieben etwa 300, im Bauhandwerk rund 1000 und in den kaufmännischen Berufen 700 untergebracht werden können. Schwieriger ist es schon mit den Schülern der höheren Schulen; aber auch für sie wird man Lehrherren und Lehrstellen noch zu finden wissen. • Für die Mädchen sind die Aussichten besser, denn heute wenden sich viele Berufen zu, die ehemals Reservate für Knaben waren. Unsere Urahnen würden staunen, wenn sie heute junge Mädels im kleidsamen Overall oder bunten Arbeiterhemd und darüber eine fesche Hose auf der Leiter stehen sähen, wie sie mit Sorgfalt und flinken Händen ein Zimmer tapezieren oder an der Hobelbank in der Schreinerwerkstatt „ihren Meister“ zeigen. Und sind sie nicht auch für das Uhrmachergewerbe wie geschaffen? Den Mädchen mit höherer Schulbildung ist das gesamte Sozialwesen, ein Arbeitsgebiet ihren fraulichen Anlagen entsprechend, geöffnet, sei es als Pflegerin, Aerztin oder Fürsorgebeamtin, aus dem sie nicht wegzudenken sind. Auch das Verwaltungswesen bietet begabten Mädchen ein breites Tätigkeitsfeld. Die Wandlung der Volksstruktur und des Zeitgeistes lassen sie in alle Arbeitsbereiche hineinwachsen zur Erhaltung ihrer selbst. Das wissen die Mannheimer Mädchen sehr gut und deshalb ist keinem bange vor der Zukunft. ■Hede Liaz grüßten ausnahmslos die Schaffung einer Zusatzversicherung, mit der berechtigte Wünsche der Versicherten erfüllt würden. Zur Frage der Uebertragung der Rentenauszahlungen von der Post an die Ortskrankenkassen führte Oberamtmann Kissel noch aus, daß ein solcher Schritt Vorteile mit sich bringen könnte, da die Ortskrankenkassen ln dieser Sparte bewanderter seien und wohl auch eine individuellere Auszahlung gewährleisteten. Die Notstandsarbeiten in Baden Freibar*. In Baden sind bis Mitte März etwa 80 Notstandsarbeiten im Gange gewesen und z. Teil beendet. Aus diesen Notstandsarbeiten konnten mit Hilfe der Unterstützungsmittel aus der Arbeitslosenversicherung etwa 1800 Arbeitslose für durchschnittlich drei Monate Tariflöhne erhalten. Bisher 38 Mill. DM Soforthilfe Freiburg. Die Soforthilfeabgabe und die Soforthilfesonderabgabe haben nach Angaben des Finanzministeriums in der französischen Zone bis jetzt rund 137 Mill. DM ergeben. Von diesem Betrag sind in Rheinland-Pfalz ca. 57 Millionen, in Württemberg-Hohenzoilern ca. 42 Mill. und in Baden etwa 38 Mill. DM aufgebracht worden. Durch die termingerechten Leistungen der Zahlungspflichtigen wurde somit die Grundlage zu weiterer Linderung der dringendsten Not geschaffen. Außer der Fortführung der Auszahlung der Unterhaltshilfe und der Haushaltshilfe kann nun auch mit der Verteilung der Ausbildungs-, Aufbau- und Gemeinschaftshilfen begonnen werden. Der badische Wein Freiburg. Ueber 200 Weine mit nahezu 500 000 Flaschen erhielten bisher das vom Badischen Weinbauverband eingeführte Gütezeichen für Flaschenweine. Dem Verband gehören etwa 12 000 Mitglieder in den Weinbaugemeinden an. SHZ Duftende Dekorationsblumen Buchen (TO). Die Walldürner Blumenindustrie, die bedeutendste ihrer Art in Deutschland, hat seit der Währungsreform noch keine Krise gekannt und ist in allen fünf Fabriken vollbeschäftigt. In letzter Zeit sind die Betriebe dazu übergegangen, sich der Herstellung von Dekorationsblumen zU widmen, die nach Wunsch mit einem Duftstoff präpariert werden. Katholische Jugendwoche Freiburg. Vom 10. bis 14. April findet hier eine Jugendwoche des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend der gesamten Erzdiözese statt. Sie steht unter dem Leitwort „Der junge Christ in der Oeffentlichkeit“. Junge Menschen aus allen Berufen und Schulen wollen ihr Leben selbst gestalten auf der unerschütterlichen Grundlage ihres christlichen Glaubens. Tägliche Glaubensstunden sind in die Jugendwoche einbezogen. Insgesamt sind Arbeitsgemeinschaften für soziale Fragen, Politik, Kultur, Familie und Landjugend vorgesehen. Für die Frauenjugend ist noch eine weitere Arbeitsgemeinschaft für die Frohschar vorgesehen. Alle sechs 'Gruppen teilen sich wieder unter in Werkkreise mit wenigen Teilnehmern, denen sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Fachleute der verschiedensten Gebiete der Kunst und Wissenschaft als Referenten zur Verfügung gestellt haben. In dieser Woche soll auch die Jugend vom Land mit der städtischen Jugend Fühlung nehmen und sich gegenseitig zu verstehen und zu helfen versuchen. Im Rahmen der Kulturarbeit werden Laienspielscharen und Singgruppen des des Bundes aus ihrer Arbeit einiges weitergeben. Aber auch die Kunst als Beruf soll der Jugend erschlossen werden. Rompilgerfahrt der katholischen Jugend Freiburg. Die katholische Mannes- und Frauenjugend der Erzdiözese Feibürg wird sich im kommenden Sommer mit starken Abordnungen an den Rompilgerfahrten der deutschen katholischen Jugend beteiligen. Die Teilnehmer aus der Erzdiözese Freiburg fahren zusammen mit den Abordnungen der Diözesen Würzburg und Bamberg. Für die männliche Jugend findet die Romfahrt vom 17. bis 26. Juli, für die weibliche Jugend vom 13. bis ?2. Tuli statt. Aus der Erzdiözese Freiburg werden an beiden Fahrten jeweils 280 Jugendliche ceilnehmen. Auswanderungsberatung für Frauen und Mädchen. Freiburg. Die deutschen Bischöfe haben die kulturelle und seelsorglich caritative Betreuung deutscher Auswanderinnen nach England dem Katholischen deutschen Mädchenschutz- Verband in Freiburg Werthmannshaus, übertragen. Dieser hat eine besondere „Auswan- derinnen-Beratung und Hilfe“ eingerichtet, die allen Frauen und Mädchen mit Rat und Auskunft zur Seite steht. ! Nr. 36 — Seite 8 ABC Offenburger Tageblatt Samstag, 25. März 1950 SSpiffljMFÜeDQü Unsere Fußball-Vorschau Meisterschaftsvorentscheidung in Singen - Audi in Offenburg fällt eine Entscheidung — VfR Mannheim in Offenbadi am Scheideweg In der Südliga beträgt der Vorsprung des Spitzenreiters SSV Reutlingen gegenüber den Verfolgern Singen und Tübingen nach der Niederlage der Lauxmann-Elf ln Rastatt nunmehr drei Punkte, so daß sich der harte Endkampf zwischen den genannten Vereinen, zu denen noch als möglicher Anwärter auf den zweiten Platz der Freiburger FC kommt, weiter zugespitzt hat. Das sonntägliche Spielprogramm verzeichnet als herausragendes Spiel die Begegnung zwischen dem derzeitigen Tabellenzwelten FC Singen und dem SSV Reutlingen. Nach der Form des letzten Sonn- tags zu schließen müßte Reutlingen zu einem sicheren Erfolg kommen. Diese Prognose gilt jedoch nur als Wahrscheiniichkeitsfaktor. Singen mußte am vergangenen Sonntag auf Dr. Joachims- ky verzichten, so daß die Läuferreihe erheblich gehandicapt war. Trotz seiner Beständigkeit und der durchschlagskräftigen Fünferreihe wird dem SSV Reutlingen bei der harten Deckung der Gastgeber. eine Wiederholung des Vorspielerfolges nur bei äußerster Konzentration gelingen. Dem Freiburger FC, der seine geringen Hoffnungen auf den zweiten Tabellenplatz noch nicht aufgegeben hat, bietet sich Gelegenheit, bei einem Sieg in Offenburg bis auf einen Punkt zum spielfreien SV Tübingen aufzuschließen. Allerdings ist mit dem am Sonntag gegen Trossingen gezeigten Leistung kein doppelter Punktgewinn zu erwar- t ? n l, z ü mal die Platzbesitzer weiterhin verbessert Eind - ,- Der FFC hat Eich allerdings im entscheiden- den Moment immer wieder gefangen, so daß in Offenburg ein großes Spiel zu erwarten ist und bei dem Ehrgeiz der Platzherren ein Unentschieden, wenn nicht gar ein Sieg der OSV durchaus möglich ist. Der SV Rastatt erwartet mit dem VfL Konstanz eine großen ■ Formschwankungen unterworfene Elf. Nicht zu Unrecht hegen die Platzbesitzer begründete Hoffnungen, ihrem Erfolg über Tübingen einen weiteren Sieg anzureihen. ~. P er SC Freiburg muß im Heimspiel gegen Friedrichshafen beweisen, ob sein Erfolg über Lahr 5r!? r „' einmaligen Energieleistung entsprang. Der Tabellennachbar Friedrichshafen, der ebenfalls mit Abstiegssorgen belastet ist, verfügt über eine harte Deckung, die den nicht sonderlich durchschlagskräftigen Freiburger Angriff stoppen könnte. Ein knapper Sieg des SC würde nicht überraschen. Der auf eigenem Gelände starke ASV Ebingen Aussichten ins Heimspiel gegen den FC Villingen. Die Gäste wirkten bisher bei Auswärtsspielen sehr matt, doch dürften die spie- r'Üico 1 ?. 11 Leist üngen kaum den Leistungsstand der Gastgeber erreichen. — In Trossingen stehen sich mit der einheimischen Spvg und dem SV Hechingen die Tabellenletzten gegenüber. Für Hechingen sind die Aussichten auf den Klassenerhalt auf den Nullpunkt gesunken. Wenn das Schlußlicht trotzdem mit unverminderter Energie um die Verbesserung der Position kämpft, so ist dieser Faktor bezeichnend für die Kampfmoral der Elf. Immerhin könnte den Gästen nach den letzten Spielen zu urteilen, eine Punktegleichheit glücken. — Im Gegensatz zum FV Lahr hat der VfL Schwenningen einen Leistungsaufschwung zu verzeichnen. Allerdings ist es schwer, aut dem Lahrer Gelände die Punkte zu entführen. Oberliga Süd Der süddeutsche Meister Kickers Offenbach und der Besitzer der Viktoria, der VfR Mannheim, treffen in einem für beide Mannschaften gleichermaßen wichtigen Kampf am Bieberer Berg zusammen. Der „Offenbach-Expreß“, endlich wieder unter Volldampf gesetzt, würde in große Fahrt kommen, wenn durch eine geschickte Weichenstellung der Deutsche Meister VfR Mannheim abgehängt werden kann. Die letzten drei Begegnungen beider Mann-r schäften endeten zwar jeweils mit einer Irl-Punkteteilung, diesmal deutet aber vieles auf einen Sieg der Kickers bin. Da außerdem Fürth bei Eintracht Frankfurt, der VfB Stuttgart bei 1860 München und der FSV Frankfurt bei SV Waldhof äußerst schwere und in ihrem Ausgang völlig offene Spiele vor sich haben, dürfte manche Erschütterungswelle durch die obere Tabellenhälfte "“ben. Ebenso bedeutungsvoll sind die Kämpfe mit den Abstiegskandidaten. Kanada wiederum Eishockey-Weltmeister In London zum elften Male den Titel errungen Mit einem 3:1 (1:0, 2:0, 0:1)-Siege über die schwedische Nationalmannschaft holten die Edmonton Mercurys (Kanada-Vertretung) am Mittwochabend ln London die elfte Eishockey-Weltmeisterschaft nach Kanada. Die Kanadier beendeten das Weltmeisterschaftsturnier in London ungesdilagen und erzielten ln der Endrunde in fünf Spielen ein Torverhältnis von 42:3 Toren. Die Schweden lieferten gegen den neuen Weltmeister Ihr bisher bestes Spiel, docäi vermochten sie die sichere gegnerische Deckung erst Im letzten Drittel einmal zu überwinden An dritter Stelle lag Norwegen. In der Trostrunde war Belgien mit 4:2 (2:1, 1:0. 1:1) Toren über Holland erfolgreich. Vier Schweden Weltmeister im Ringen Mit vier Titelgewinnen und fünfzehn Punkten war Schweden bei den am Donnerstag ln Stockholm beendeten Ringerweltmeisterschaften lm griechisch- römischen Stil die erfolgreichste Nation. Die neuen Weltmeister heißen: Fliegengewicht: B. Johansson (Schweden). Bantamgewicht: A. M Hassan (Aegypten). Federgewicht: O. Anderberg (Schweden). Leichtgewicht: J. Gal (Ungarn). Weltergewicht: Slmanainen (Finnland). Mittelgewicht: Groenberg (Schweden). Halbschwergewicht: Candas (Türkei). Schwergewicht: Antonsson (Schweden). Finnlands Kunstturner kommen Finnlands Kunstturner erklärten sich bereit, lm Anschluß an die Weltmeisterschaften in Basel (14.—16. Juli) einen Wettkampf mit der deutschen Kunstturnerelite in einer noch zu bestimmenden Motorroller machen Mode Ein Streifzug durdi die Motorrad-Sonderschau auf der Frankfurter Messe deutschen Stadt auszutragen. Finnlands Kunstturner waren die Olympia-Sieger von 1948. Da sie gleichzeitig auch hervorragende Leichtathleten sind, starten sie bei den Weltmeisterschaften ln Basel mit den besten Aussichten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Finneiß sich dann als neugekrönte Weltmeister den deutschen Klassetumern stellen werden, die somit beste Gelegenheit haben, ihr eigenes Können mit dem des Weltstandards zu vergleichen. Am Sonntag spielen: Zonenliga Südj SV Ebingen — FV Villingen: FT/SC Freiburg — SG Friedrichshafen: FV Rastatt — VfL Konstanz: Spvg Trossingen — SV Hechingen! FC Singen — SSV Reutlingen: FV Lahr — VfL Schwenningen: FV Offenburg — Freiburger FC. Oberliga Süd: BC Augsburg — VfB Mühlburg; Offenbacher Kickers — VfR Mannheim; Eintracht Frankfurt 1 — Spvg Fürth; Jahn Regensburg — Bayern München; Stuttgarter Kickers — FC Schwein- furt 05; 1. F Nürnberg — Schwaben Augsburg; SV Waldhof — FSV Frankfurt; München 1860 — VfB Stuttgart. Zonenliga Nord: Worms — Weisenau am 22. 3. (3:1); FK Pirmasens — Wormatia Worms (0:4), 1. FC Kaiserslautern — VfR Kaiserslautern (3:0); Landau — Kirn (1:1); Weisenau — Oppau (0:1); Neuendorf — Andernach (2.1); Eintracht Trier — FSV Kürenz (1:6); Neustadt — Mainz (0:0). Oberliga Nord: SC St. Pauli — Harburger TB: Hamburger SV — Holstein Klei; VfB Lübeck — Werder Bremen; Arminia Hannover — Bremerhaven 93; Eintracht Braunschweig — Hannover 96; Bremer SV — TuS Eimsbüttel; Göttingen 05 — VfL Osnabrück; VfB Oldenburg — Concordia Hamburg. Oberliga West: Borussia Dortmund — Rhenania Würselen, Alemannia Aachen — Rot-Weiß Essen; Preußen Münster — Rot-Weiß Oberhausen; Erkenschwick — FC Schalke 04; Vohwinkel 80 — Preußen Dellbrück. , Landesliga Südbaden: Ottenau — Gottmadingen; Baden-Baden — Stockach; Achern — Lörrach; St. Georgen — Furtwangen; Schopfheim — ASV Freiburg; Blau-Weiß Freiburg — Gutach; Rhelnfelden — Emmendingen. Handball-Zonenliga Südbaden: Lörrach — Schutterwald; Niederbühl — Lahr; FT /SC Freiburg — Freiburger FC. Kilian-Roth in Münster siegreich 79. Deutsches Sechstagerennen beendet — Ein neues wird in München gestartet Das luxemburgisch/schweizerische Paar Gustav Kl- lian/Hans Roth gewann das am Donnerstag in Münster beendete internationale Sechstagerennen mit drei Runden Vorsprung vor den Holländern Lake- mann/Bakker lind Hörmann/Schom (München/Köln), die mit vier Runden Rückstand folgten. Die Sieger legten in diesem 79. deutschen Sechstagerennen insgesamt S 158,920 Kilometer zurück. Das offizielle Schlußergebnis: 1. KUlan/Roth (Luxemburg/Schweiz) 212 Punkte. Drei Runden zurück: 2. Lakemann/Bakker (Holland) 389 Punkte. Vier Runden zurück: 3. Hörmann/Schorn (München/Köln) 199 Punkte. Seths Runden zurück: 4. Mirke/Preis- keit - (München) 483 Punkte.' 5. Savelsberg/Vooren (Holland) 335 Punkte. 6. Ehmer/Müller (Berlin/Magdeburg) 167 Punkte. Sieben Runden zurück: 7. Saa- ger/Holthöfer • (Reichenhall/Bielefeld) 151 Punkte. 18 Runden zurück: 8. Deckers/Holzhüter 146 Punkte. Das am 31. März beginnende dritte Münchener Sechstagerennen, mit dem die deutsche Saison 1949/ 1950 zu Ende geht, erhält die bisher stärkste internationale Besetzung, die seit Kriegsende in Deutschland an den Start ging. U. a. wurden bisher verpflichtet: Naeye/Adrienssens (Belgien), Bigoni/Ter- ruzzi (Italien), strom/Arnold (Australien), Gillen/ Hörmann (Luxemburg/München), Giorgetti/Lohmann (Frankreich/Bochum),■ Berger/Pellenaers (Rosenheim/ Holland), Roth/Klllan (Schweiz/Luxemburg), Mlrke/ Prelskeit (München), Saager/Schwarzer (Reichenhall/ Nürnberg), Funda/Zoll (Magdeburg/Zossen), Ehmer/ Weimer (Berlin/Stuttgart), Lakemann/Hoffmann (Holland/Berlin) und Kolbeck/Mlady (München/Nümberg). Angriff auf 1000 m-Rekord der Flieger „Drei Stunden Spitzensport“ ist das Motto beim Münchener Sportpressefest am Heutigen Samstag. Das meiste Interesse wird dem 1000-m-Rekordzelt- fahren mit fliegendem Start entgegengebracht. Diesen deutschen Hallenrekord, der von Sepp Berger mit 1:12,2 Minuten gehalten wird, wollen Berger selbst sowie Hörmann, Saager, Weimer und der Italiener Giorgetti verbessern. Die Berufsfahrer tragen das Einstundenrennen aus. Internationales Skispringen au! dem Feldberg Bunt wie eine Frühlingswiese präsentiert sich die Sonderschau der Fahrrad- und Motorradindustrie bei der Frankfurter Frühjahrsmesse. Das ist der erste Eindruck dieser erstmals nach dem Kriege von; -der- einschlägigen Industrie durchgeführten Schau. 50 Firmen der „Zweirad-Industrie" und nahezu nochmal so viele Werke für Zubehörbedärf sind beteiligt-. Pikfein, wie aus dem bunten Oster-El gepellt, ist alles da, von der rennfertigen Supersport- BMW bis zum Kleinstmotorrad, alle Marken von Fahrrädern, mit und ohne Gangschaltung, und als Neuheit die diversen Motorroller. Sie schießen nun aus dem Boden wie Pilze nach einem warmen Regen. Der Motorroller für „Autofahrer, die kein Auto haben“, dürften bald eine Bereicherung des Straßenbildes bedeuten. Verbesserte Qualität und herabgesetzte Preise sind ein Anzeichen dafür, daß die deutsche Motorrad- und Fahrzeugindustrie langsam wieder auf den Weltmarkt zurückkehren will. Dl« Anteilnahme ausländischer Besucher bezeugt die Wertschätzung deutscher Qualitätsarbeit. Die kriegsbedingte Notwendigkeit, mit geringsten Mitteln leistungsfähige Fahrzeuge für den „kleinen Mann“ zu schaffen, bringt es mit sich, daß Kleinst- fahrzeuge mit sparsamem Verbrauch den Vorzug erhalten. ADAC-Deutschlandfahrt als Bewährungsprobe Unter dem Gesichtspunkt des Exportes geht die deutsche Industrie an ihre Aufgabe heran, leistungsfähige und preiswerte Erzeugnisse herzustellen. Die Modelle von Frankfurt werden bei der ADAC-Deutschlandfahrt einer Zerreißprobe unterzogen, die deutschen und ausländischen Käufern die Brauchbarkeit und den Wert dieser Fahrzeuge beweisen wird. Unter den Auto- oder Motorrollern, die ln etwa einem Dutzend verschiedenster Ausführungen zu sehen sind, nahmen die bei Hoffmann bezw. NSU ln Lizenz gebauten Vespas und Lam- brettas eine Sonderstellung ein. Wie man hört, will NSU u. a. auch mit einer Damen-Equlpe, bestehend aus Ilse Thouret mit ihren beiden Töchtern, die Zuverlässigkeitsfahrt Hannover—München bestreiten. Leichte Motorräder sind Trumpf Es ist erstaunlich, wie die verschiedenen Typen leichter Motorräder technisch vervollkommnet und mit dem Komfort ausgestattet sind, der früher nur bei teuren Maschinen üblich war. Typen mit einer Motorstärke von 100 und 125 ccm sind überwiegend. Großserien der verschiedenen Firmen ermöglichten eine Herabsetzung des Preises. In dem ausgedehnten Stand der NSU-Werke ist die Fox, der einzige Viertakter unter den Kleinen, am stärksten gefragt. Für den sportfreudigen Nachwuchs wird eine Serie von Fox-Rennmaschinen herauskommen. DKW, Ardie, UT und Triumph, um nur die bekanntesten Marken zu nennen, haben ihre bewährten Typen der 125er und der Viertelliterklasse weiter verbessert. Rennsport-BMW ein Wunderwerk Wie ein kostbarer Diamant steht die neue Sportmaschine von BMW lm Mittelpunkt. Die Halblitermaschine mit Ihrer formvollendeten Linienführung und ihrer enormen Leistungsspitze von 140 km/std ist ein Meisterwerk. Die Erfahrungen von Hennes- Weltrekordfährten und der vielen Rennsiege lm In- und Ausland in den letzten zwölf Jahren sind hier ausgewertet. Wer von den Motorsport-Enthusiasten möchte nicht lm Sattel dieser königlichen Maschine sitzen? Sie ist jetzt lieferbar. Allerdings ist der Preis so hoch, daß sich nicht allzu viele dieses luxuriöse Fahrzeug leisten können. Auch Zündapp mit seinem 600-ccm-Ks-ModeU und die neue Horex- Regine, das einzige Fahrzeug der 350er-Klasse, sind wegen Ihrer zauberhaften Ausführung vielbewundert. Zum Internationalen Springen am Sonntag auf dem Feldberg werden neben .den Schwarz Wälder Spitzenspringern und der bayrischen Spitzenklasse auch hervorragende Kräfte aus Oesterreich erwartet. Leider wird die Schweizer Springerelite mit Tschannen, Däscher und Bärtschl nicht am Start erscheinen. Aber mit dem Erscheinen Sepp Bradls, Gantschniggs und Eders wird bestimmt gerechnet, so daß wieder einmal ein spannendes deutsch- österreichisches Duell zu erwarten ist. Der Schanzenrekord, von Weiler im Vorjahre mit 87 m auf- gestellt, wird vermutlich diesmal ausgelöscht werden. Ob es Weller selbst sein wird, der dies besorgt? Die Endrunde im ' Südwest-Handball Der Austragungsmodus für die Ermittlung des Handballmeisters der französischen Zone hat — im Vergleich zum Vorjahre — keine Aenderung erfahren. An den Endrundenspielen sind Jeweils die Ligameister der einzelnen Länder teilnahmeberechtigt. Als Teilnehmer stehen bereits fest: SG Haß- toch (Pfalz/Rhelnhessen), SG Obermendig (Rheinland) und SSV Reutlingen (Südwürttemberg). In Südbaden dürfte mit Sicherheit der SV Schutterwald seinen Meistertitel erfolgreich verteidigen. Der Spielplan sieht folgende Begegnungen vor: 2. April: SV Haßloch — SSV Reutlingen; SV Schutterwald — SG Obermendig. — 9. April: SSV Reutlingen — SV Schutterwald. — 23. April: SG Haßloch — SV Schutterwald; SG Obermendig — SSV Reutlingen. — 30. April: SV Schutterwald — SSV Reutlingen; SG Haßloch — SG Obermendig. — 7. Mal: SSV Reutlingen — SG Haßloch; SG Obermendig — SV Schutterwald. — 14. Mal: SSV Reutlingen gegen SG Obermendig; SV Schutterwald — SG Haß- loch. — Der Sieger der Endrunde ist an den Qualifikationsspielen um die deutsche Handballmeisterschaft teilnahmeberechtigt. Südbadische Tisch-Tennls-EinzelmeisterschafteD in Villingen Die südbadischen Tiseh-Tennis-Einzelmeisterschäf- ten werden am Sonntag in Villingen ausgetragen. Für die Endkämpfe haben sämtliche Titelverteidiger ihre Zusage abgegeben. Im Rahmen dieser Spiele kommt ein Internationaler Wettbewerb zum Austrag, an dem sich neben den ersten südbadischen Spielern Gäste aus Württemberg sowie ausländische Kräfte beteiligen werden. Turnvergleicbskampf Pfalz—Südbaden am 16. April Am 16. April beginnen die Rundenkämpfe der Länderriegen. Im ersten Kampf trifft die Pfälzer Vertretung am 16. April auf die südbadische Riege. Als Austragungsort dieser Begegnung sind Ludwigshafen, Pirmasens oder Landau in Aussicht genommen. Kleines Fußball-Allerlei Hanne Sobek, Berlins populärster Fußballer» feierte jetzt seinen 50. Geburtsag. Sobek, in über 100 Städtespielen für Berlin repräsentativ und zehnmal in der deutschen Länderelf, betreut heute die Berliner Stadtmannschaft. Er schreibt zur Zeit das Manuskript für einen FußbaU-Film „Hinein!“. Englands Fußballjugend erwidert den Besuch der deutschen Jugendmannschaft im Laufe der nächsten Monate. Dabei sind Spiele in Köln, Frankfurt und Mainz in Aussicht genommen. KRIMINALROMAN VON FREO ANDREAS 7. Fortsetzung Sie schloß die Schublade ihres Schreibtisches auf und nahm zwei Fotografien heraus, die sie aufmerksam betrachtete, eine in jeder Hand, die Augen bald auf dieser, bald auf jener, gerade als ob sie zu wählen und sich zu entscheiden hätte. Es waren die Bilder Doktor Hesses und Lisa Monnards. Das von Hesse hatte sie, Anneliese Busch, einmal aus seiner Aktentasche gestohlen, wo es mit fünf anderen in einem Umschlag aus durchsichtigem Papier lag, frisch vom Fotografen gekommen; die Aufnahme von der Monnard hatte sie sich erbettelt, Schamlos erbettelt, und zwar zu einer Zeit, wo sie schon wußte, wie die Dinge im Chefzimmer standen, zu einer Zeit, wo sie der Monnard am liebsten Gift gegeben hätte . . . Ihr Blick verfing sich in den hellen Augen der Nebenbuhlerin. War es nicht schon unpassend, daß diese Frau so hellblaue Augen bei dunkelbraunem Haar hatte? Schon dies wirkte frivol. Und wie jugendlich sich die frisiert hatte. Dabei war sie neunundzwanzig, jetzt vielleicht schon dreißig. Das sinnlose Lächeln um den vollen Mund, bloß damit alle Welt ihre weißen Zähne bewundern konnte, als ob es heutzutage etwas Besonderes wäre, ein gesundes Gebiß zu haben. Freilich, die Nase war schön und schmal und gerade, im Profil war bä der Monnard nichts .auszusetzen; aber war das ein Verdienst? Ihr ganzes Wesen mußte ja Schmeichelei und Verstellung gewesen sein, sonst hätte sie doch den ernsten Herrn Doktor Hesse nicht in acht Tagen so behexen können ... Grau und klebrig fühlte Anneliese Busch das Enttäuschtsein wieder in sich hochsteigen. Warum nun gerade die und nicht sie? Was war denn an der? Warum konnte denn Hesse nicht . . . Sie warf die Bilder in den Kasten zurück, schloß ab, zog wieder den Mantel an und ging hinunter. Es gab in der Nähe kleinere Kinos, wo man ,fün achtzig Pfennig alles vergessen konnte, wenigstens für eine Stunde. Sie stand lange vor Schaukästen, betrachtete die Fotos bemalter Mädchen und ruchloser junger Männer und entschied sich für einen Film, der „Ada Berrinis Vergangenheit“ hieß. Hier glaubte sie noch am ehesten weinen zu können. Am nächsten Vormittag erfuhr Doktor Stern bei dem Leiter der Depositenkasse in der Hardenbergstraße, daß Dr. Bruno Hesse in der Tat einen Tag vor seiner Abreise dagewesen war, um seinem Safe etwas zu entnehmen. Der junge Mann, der den Fabrikanten in den Tressorkeller begleitet hatte, bekundete sogar, Doktor Hesse habe einen ziemlich dicken Briefumschlag mit Banknoten an sich genommen. Banknoten?— Sonderbarerweise, ja. Deutsche Banknoten, vermutlich Tausender, ein ganzes Päckchen. Der Bankbeamte war seiner Sache ganz sicher, weil Doktor Hesse schon vor ein paar Wochen einmal gekommen war und aus demselben Päckchen eine einzelne Tausendemote genommen hatte, die oben gewechselt werden mußte. Den Inhalt des Briefumschlages schätzte der junge Mann auf beiläufig achtzig- oder hunderttausend Mark. Zurückgeblieben war in dem Safe nur ein ledernes Portefeuille, worin sich vermutlich Familienpapiere befanden. Kopfschüttelnd hörte Doktor Stern sich das an. „Aber erlauben Sie“, sagte er zu dem Bankvorsteher, „man legt doch nicht hunderttausend Mark in ein Stahlfach, wenn man damit jährlich drei- oder vier- oder sechstausend Mark Zinsen verdienen kann?“ „Ganz recht. Man sollte es normalerweise nicht tun. Aber die menschliche Psyche, Herr Kommissar . . . wir hatten hier mal einen, der hielt Kognak und Liköre im Safe. Fragen dürfen wir nicht. Alles war wir gegen diesen Nonsens tun können, ist, daß wir die Haftung für Banknoten ablehnen. Das hat Herr Doktor Hesse gewußt Er muß schon eine bestimmte Absicht gehabt haben, natürlich, aber fragen durften wir nicht.“ Auf Sterns Erkundigungen, zu welcher Zeit Herr Doktor Hesse das Stahlfach gemietet habe, wurde festgestellt, daß es im März des laufenden Jahres* gewesen sei. Gleich bei der Uebemahme hatte er das Portefeuille und das Geldpaket einschließen lassen. Mehr war nicht zu ermitteln. Wenig befriedigt und mit einer nachträglichen stummen Anerkennung für die Buchhalterin Fräulein Busch ging Doktor Stern davon. Im Einwohnermeldeamt auf dem Präsidium stellte er fest, daß Elisabeth Monnard vor etwa zwei Monaten nachträglich von ihrer Quartiergeberin abgetneldet worden war, als „unbekannt verzogen“. Sie selbst hatte kein Formular ausgefüllt und also auch keine Bestätigung der Abmeldung in den Händen. Am 16. September hatte ihr das zuständige Revier einen Auslandspaß ausgestellt, der etwa fünf Jahre Gültigkeit hatte. Ein Kriminalassistent, der zu ihrer früheren Wirtin gesandt wurde, kam ohne nennenswertes Ergebnis wieder. Ein Herr in mittleren Jahren habe Fräulein Monnard häufig besucht. Nun ja, das war Hesse gewesen, man wußte es bereits. Bei ihrer Abreise hatte Fräulein Monnard gesagt, sie werde wiederkommen und das Zimmer behalten; wenige Tage später aber hatte sie mit einer Postkarte aus Leipzig das für den ganzen Monat im voraus bezahlte Zimmer pünktlich gekündigt, ohne etwas weiteres hinzuzufügen. An ihrer letzten Arbeitsstelle, der Bank, Erkundigungen einzuziehen, konnte der Kommissar sich noch nicht entschließen. Das blieb immer noch. Ruppa oder Ruppo oder Kuppa sollte der Ort heißen, wo Hesse angeblich mit ihr Zusammentreffen wollte. Ein Blick ins Geographische Lexikon ergab, daß Ruppa ein winziges Nest im westdeutschen Industriebezirk war; Ruppo oder Kuppa gab es nicht. Hier lag also offensichtlich ein Lesefehler vor, Fräulein Busch selber war ja ihrer Sache so wenig sicher gewesen, daß sie den Ortsnamen einfach ausgelassen hatte. „Ein begrtindeter Verdacht besteht!“ entschied der Kommissar bei sich selbst, „ganz entschieden besteht ein Verdacht!“ . . Das Danziger Protokoll, das er noch gestern telegrafisch bestellt hatte, traf abends ein und warf alles wieder um. Hiernach war nicht der leiseste Zweifel an Doktor Hesses plötzlichem und unvorhergesehenem Tod möglich. (Fortsetzung folgt) Wr. M — Seite ABC Offeabnrger Tigebbit Samstag, 25. März 1980 CffiXiffh Ayjflft Züäi VW WWW" WrfF IWPVV Wirtsdiafls- berichte Die Industrie- und Handelsfirmen sind gehalten, jeden Monat an das Statistische Amt ausfuhrlicke Angaben über die Zahl der Beschäftigten, die geleiste ten Arbeitsstunden, Löhne und Gehälter, Zahl der Arbeitstage, Strom nach Kwh, Kohlenverbrauch, Rohstoffe, Produktion, Umsatz und vieles andere zu machen. Dieses Material wird nicht nur gesammelt, sondern auch verarbeitet und nach gewissen Zeiträumen kann man auch Publikationen lesen. Die Unternehmer hätten aber ein Interesse daran, diese u. andere Zahlen in ihren Gesamtergebnissen sowie als Lo- gosberichte einzelner Gebiete nach Umlauf von einem oder zwei Monaten kennen zu lernen und nicht erst nach einem halben Jahr, wenn die Verhältnisse sich schon wieder wesentlich geändert und die Mitteilungen nur einen „historischen“ Wert haben. Sie wüßten aber darüber hinaus auch gerne einiges andere: Aus den Bankberichten erfahren wir etwas über die Lage am Geldmarkt, die Gelder auf Kontokorrent- und Sparkonten und die gewährten (und noch mehr: nicht gewährten, was weniger zu lesen ist) Kredite, den Wechselumlauf. Auch diese Mitteilungen geben im allgemeinen nur Gesamtbilder, lassen das Regionale allerdings sehr vermissen. Wäre es nicht möglich, aus den bei den zentralen Stellen eingegangenen Unterlagen jeweils jeden Monat ein Spiegelbild der Wirtschaft zu zeichnen? Denkbar wäre auch, daß man dem Volke einen Ueberblick geben würde über die eingegangenen Steuern und deren Verwendung, die Steuerrückstände und die Gründe, warum die fälligen Abgaben zu den Terminen nicht bezahlt worden sind oder ob sie aus Eigenkapital oder Krediten bezahlt wurden, wenn schon von der Wirtschaft verlangt wird, daß sie ihre Untemehmensberichte regelmäßig und pünktlich macht, so darf sie doch wohl auch erwarten, daß ihr ebenso die Aufklärung, die auch sie benötigt, regelmäßig und ausführlich gegeben wird. Wir meinen nun nicht, daß nur die Berichte gegeben werden sollten, sondern daß in den Schlußsätzen dargelegt würde, welche Folgerungen aus den Berichten gezogen worden sind und was jeweils geschehen ist, um den Uebelständen abzuhelfen. Auf diese Weise würde der wirtschaftende Bürger erkennen, daß täglich und stündlich die Verwaltung mit ihm lebt und bestrebt ist, die staatswirtschaftlichen Funktionen zu erfüllen, die er zum Wohle der Staatsbürgerschaft zu erfüllen hat. Der Einzelne kann helfen überschrieb jüngst Dr. Anneliese Dittmann in Heidelberg eine Zuschrift an eine Zeitung und sagte darin u. a.: „Die persönliche Betreuung von Mensch zu Mensch erweist sich immer wieder als besonders dankbar. Für den Notleidenden bedeutet es moralischen Rückhalt, neben materieller Unterstützung ein verständnisvolles Wort zu hören, um das Interesse anderer Menschen zu wissen und sich an diese wenden zu können. Und den Betreuenden bereichert es nicht weniger, die Wirkung seiner Wohltat zu spüren“. Es ist gut, wenn diese einfache Wahrheit immer wieder gesagt wird, wenngleich nicht gerade zu hoffen ist, daß, wer seine Verpflichtung gegen den darbenden Nächsten nicht erkennen will, durch solchen Appell dazu bewogen wird. Wer nie sein Brot mit Tränen aß, der weiß nicht, wie weh Not tut. Aber es könnte sein, daß jene, die auch heute noch harthörig und hartherzig sind, auch einmal die Hilfe anderer brauchen. Dann werden sie erkennen, wie es schmerzt, vergessen zu werden. Bitter aber auch ist es, sich zu erinnern, daß man einst selbst aus vollem Herzen mit offener Hand gegeben hat und jetzt selbst froh sein muß, etwas empfangen zu dürfen. Alle jene, die so einmal Wohltäter ihrer Mitmenschen waren und heute in kümmerlichsten Verhältnissen leben, werden nie mehr hoffen können, wieder zu den Gebenden und Spendenden zu gehören. Sie wollen kein Mitleid, aber sie haben einen Anspruch auf Hilfe. IlifM MAralin* schrieb das Presseamt der niQll „nurailll Evangelischen Kirche inBa- Und .klirkerlilM'^n. «ei Beweggrund, f 6 ?? die Errichtung einer Spielbank in Heidelberg Stellung zu nehmen, son dern es gehe „um Frauen und Kinder derer, die in der geplanten Spielbank scheitern werden“. Der Streit ist nicht nur in Heidelberg, er ist auch anderwärts. Auf der einen Seite wird erklärt, gespielt werde doch. Es sei nun einmal Tatsacke, daß viele Menschen im Spiel ihr materielles Glück suchen, und Gemeinde, Staat und auch Organisationen seien an dem Gewinn interessiert. Auf der anderen Seite wird betont, noch nie seien durch einen guten (sprich: fiskalischen) Zweck schlechte Mittel geheiligt worden. Nur das Geld freüe, das man Durch Alpen und Appennin: durch ehrliche Arbeit verdient habe. Je nach der Auffassung, die man vom Leben, dessen Sinn und Zweck hat, wird die Auffassung verschieden sein und bleiben. Rund zwei Millionen Menschen sind ohne Arbeitseinkommen, weil sie keine Arbeit finden können. Diese sind nicht das Spielbankpublikum. Nur ein Bruchteil von diesen wird sich von der Unterstützung den Betrag für den Totoeinsatz abzwacken. Fest steht aber auch, daß ein beträchtlicher Prozentsatz unter denen, die einen Lotterie-, Spielbank- oder Totogewinn erwarten, nicht bereit sind, auch nur einen kleinen Teil ihres Spieleinsatzes für einen sozialen Zweck freiwillig zu geben. Ist die Frage erlaubt oder unberechtigt, ob das die rechte Einstellung zu unserer Zeit und unserer Volke ist? Lassen wir die Problemstellung, ob Lotterie-, Toto- oder Spielbankgewinne moralisch zu rechtfertigen sind oder nicht, ganz aus dem Auge, schauen wir um so mehr auf das endlose Meer der sozialen Not unserer Zeit in allen sogenannten Ständen, dann müßte, so möchte man meinen, uns doch das Gewissen schlaget» und uns zur Selbstbesinnung bringen. Um unserer aller willen, in deren Gemeinschaft jeder seine Existenz hat. Lassen wir es uns ins Herz gehen, daß Bundespräsident Heuß von seinem Staatsbesuch in Hamburg gesagt hat, der tiefste Eindruck für ihn sei der Besuch bei einer um ihre Existenz ringende Flüchtlingsfrau gewesen. Solch ein Wort hat nichts von „Moralin“ und „Muckertum“ an sich. FH- In Venedig spricht man „schweizerisch" Die Stadt ohne Autos — Schlechte Zeiten für die Gondolieri — Fremdenverkehr als Industrie Von unserem nach Italien entsandten H. A.-Sonderkorrespondenten III. Wenn bei uns das liebe Geld nicht gar so knapp wäre, so könnte sich unsere Bundesbahn von den italienischen Staatsbahnen so manches aneignen, was die Bequemlichkeit der Fahrgäste erhöhen würde. Besonders die Polsterung der dritten Klasse empfindet man als äußerst wohltuend, und so bereuten wir es nicht, unseren Wagen auf Anraten kundiger Italiener in Verona gelassen zu haben.. Da Venedig für sämtliche Fahrzeuge grundsätzlich Tabu“ ist, besteht für Kraftfahrer nur die Möglichkeit, .das Fahrzeug am Ende der La- gunetibrücke in einer mehrere Stockwerke umfassenden Riesengarage unterzustellen, was wiederum — wie alles in Italien, das mit einem Kraftfahrzeug zusammenhängt — mit ganz erheblichen Kosten verbunden ist. Als unser Zug langsam aus dem Bahnhof von Mestre, der letzten Festlandsstation, auf die große Lagunenbrücke rollt, liegt schon die Dämmerung über dem Wasser. Bel dieser Beleuchtung kqmmt es dem Reisenden so vor, als führe der Zug ohne Ziel in ein endloses Meer hinaus. Parallel zum Schienenstrang läuft die moderne Autostraße nach Venedig über die Lagune. Nur selten huschen die Lichter eines Kraftwagens am Zuge vorbei. Der Verkehr nach Venedig gehört der Kleinschiffahrt, den Motorbooten, den Frachtbarken und den Gondeln, und so ist auch zu dieser späten Stunde die Lagune noch von Wasserfahrzeugen aller Art belebt. Wehe dem Reisenden, der ahnungslos und unvorbereitet aus dem Bahnhof von Venedig tritt! Ein ganzes Heer von dienstbereiten und hilfswilligen Personen stürzt sich auf ihn, wenn er nur eine halbwegs zahlungsfähige Figur macht. Auch mich schien man noch für irgendwie abgabefähig zu erachten, denn während etwa zwanzig Mann mein Geld wechseln wollten, bemühte sich die gleiche Anzahl um meinen Miniaturkoffer, den ich deshalb nur schwach verteidigen konnte, weil ich gleich zeitig ein weiteres Dutzend abwehren mußte, das mich in diverse Hotels bringen oder gleich vom Bahnhof zum Essen geleiten wollte. Die zahllosen Vertreter anderer Sparten sollen nicht weiter erwähnt werden, da hier sonst ein venezianisches Branchenverzeichnis entstehen würde. Ein italienischer Reisegenosse, der uns in die ser Klemme deckte, erbarmte sich unser und geleitete uns in eine freundliche Pension, über welcher der verheißungsvolle Name „Aurora in morgenrötlichen Neonbuchstaben prangte. Venedig hat sich durch den Krieg nicht verändert. Noch immer — oder vielmehr heute im Zeitalter der Stromenergie noch viel mehr als je zuvor — liegt jener geheimnisvolle Zauber über der Stadt, der jeden Neuankömmling sogleich beim Betreten der ersten Brücke, der ersten Gasse oder beim Befahren des ersten Kanals umfängt. Venedig ist eine Märchenstadt im wahrsten Sinne des Wortes. Ist es nicht ein seltsames Gefühl, durch eine Stadt von der Größe Braushweigs oder Augsburgs zu streifen, ohne auf ein einziges Auto oder Fahrrad zu stoßen? Die Geschäfte haben bis spät in die Nacht geöffnet und breiten ihre Auslagen zum großen Teil auf der Straße aus. Beleuchtete Gondeln und Motorboote beleben die unzähligen, zum Teil winzigen Kanäle, und die übrige Welt scheint unendlich weit entfernt zu sein. Als wir morgens erwecken und die Fensterläden öffnen, scheint eitle warme Sonne auf den am Haus vorbeifließenden Canale Grande. Schwerbepackte Frachtgondeln werden lang- Die Anekdote Der Schafskopf Leibi war bäuerlicher Herkunft und schämte sich dessen nickt. Nur wer es wagte, ihn damit aufzuziehen, der konnte einer deutlichen Antwort gewiß sein. „Sie sollen sogar Schafe gehütet haben?“ fragte ihn einmal ein Fatzke in einer philisterhaften Gesellschaft. „Stimmt“, sagte Leibi, „und seit dieser Zeit erkenne ick jeden Schafskopf auf den ersten Blick.“ Familienerbe Laube führte sehr lange Zeit die Direktion des Wiener Burgtheaters. Daher kannte er auch die Wiener Theatergeheimnisse in allen Einzelheiten — oft noch besser, als die Betroffenen selbst. Einst suchte eine kleine Balletteuse den Rat des Bühnengewaltigen. Sie'könne nicht mehr heimkehren, es sei ihr ein nicht eben seltenes kleines Malheurhen passiert. Und wenn sie vielleicht noch auf die Nachsicht ihrer Mutter, _ hoffen könne, so sei dock nickt auszudenken,' Bitte abschlug. Groß- c wie es gar die gestrenge und prüde mama aufnehmen werde. „Beruhigen Sie sich, mein Kind“, sagte .ä- terlick der Direktor. „Ick kenne Ihr Fräulein Mutter, ick habe auch Ihr Fräulein Großmutter gekannt — sie werden es beide überstehen. Das ist sozusagen Familienerbe.“ Der Bey Der Bey von Tunis stattete zu einer Zeit, da die Segnungen der Zivilisation noch nickt überall hingedrungen waren. Paris einen Be- suck ab. Schließlich blieb ihm nur noch ein Wunsch — er wollte eine Hinrichtung erleben. Auch das wurde ermöglicht, die Guillotine blitzte, und der Kopf eines «Raubmörders rollte in den Korb. Der Staatsanwalt wandte sick an den Bey, um zu bemerken, daß die Hinrichtung vorüber sei. Da zeigte dieser auf einen dicklicken Herrn unter den Zeugen: „Und nun dieser Herr bitte!“ Er war einigermaßen erstaunt, daß man ihm diese höfliche -mpfo sam durch das Wasser gestackt, und das Postmotorboot blitzt geschwind von Palazzo zu Pallazo, um die Morgenpost auszuliefem. Die Piazza San Marco, der weltberühmte Marcusplatz, bietet schon ein geschäitiges Bild, als wir nach einem langen und schwierigen Weg durch das Labyrinth der venezianische!? Gassen dort anlangen. Hoch ragt der Campanile in den frühlingsblauen Himmel. Die in orientalischem Stil gehaltenen, goldenen Türme der Marcuskirche glitzern und schimmern in der Sonne, und die vielbesungenen Tauben von St. Mareus lassen sich von einer Schar englischer Touristen mit Erdnüssen füttern. Der Fremdenverkehr ist die Lebensquelle und heute zugleich die große Sorge Venedigs. Mit dem Umfang des Gästestroms hängt da* Wohlergehen der Stadt und aller ihrer Einwohner mehr zusammen, als das in der Welt irgendwo an einem gleich großen Platz der Fall ist. Denn — Venedig lebt von den Fremden. Heute aber ist das Geld nicht nur in Italien, sondern fast in der ganzen Welt knapp, und so sind auch die Reisenden, die sich den Luxus einer Venedigreise erlauben können, recht selten geworden. (Dabei wollen wir — so paradox das klingt — hier feststellen, daß Venedig die für den Fremden billigste Großstadt Italiens ist). Resigniert stehen heute die Gondolieri vor ihren Fahrzeugen und versuchen, Vorübergehende zu einer Fahrt zu bewegen. Die Albergos und zahllosen Restaurants sind nahezu leer, und einem großen Teil der Bevölkerung geht es verhältnismäßig schleckt. Venedig hat Sorgen. Ueberall wurde uns versichert, daß man auch gerne die Deutschen wieder in Venedig sehen möchte, die vor dem Kriege einen hohen Prozentsatz aller Besucher ausmachten. Aber Deutschland scheint durch den Krieg um viele Kilometer nach Norden gerückt zu sein. Niemand rechnet damit, daß in absehbarer Zeit wieder deutsche Gäste auftauchen könnten. Noch in vielen Schaufenstern sieht man heute kleine Schilder mit der Aufschrift: „Man spricht schweizerisch“. Das machte sich nach dem Kriege besser, zumal man ja die Deutschen nicht einmal damit verletzen konnte, weil sie ja nicht kommen durften. Aber wie gesagt, deutschen Reisenden zuliebe, die mit gefüllter Brieftasche Venedig besuchen sollten, würde man die Schilder auch gerne wieder umändern, denn in Venedig zählt letzten Endes nicht die Nationalität, es zählt nur das Geld, die Währung. Und die D-Mark steht in gutem Kurs im Ausland. Als ein paar Tage später unser Zug über die in der Mittagssonne silbern glitzernde Lagune zurückfährt und die Stadt der Brücken und Kanäle zurückbleibt, fällt uns der Abschied schwer. Aber andere Städte warten — Italien ist groß. (Weitere Berichte folgen) Einundzwanzig, lote Rosen Humoreske von Georg Martin „Mein lieber Bob. Du glaubst gar nicht, wie erstaunt ich war, als es heute ganz früh klingelte und ein Bote deine herrlichen Blumen brachte. Daß Du noch an diesen Tag gedacht hast, Bob! Obgleich wir doch schon so lange Zeit auseinander sind! Weißt Du, ick glaube, das macht viele von den alten Geschichten wieder gut. Und gleich einundzwanzig so wunderschöne dunkelrote Rosen! Ich bin ganz verliebt in sie. Aber warum so geheimnisvoll, mein Freund? Keine Zeile dabei, kein Gruß? Dachtest Du im Ernst, ich wüßte nicht sofort, von wem sie sind? Ich habe mich sehr gefreut, Bob, wirklich sehr. Danke, danke, danke, Kitty.“ Robert liest den kleinen parfümierten Brief, den ihm die Morgenpost gebracht hat, mit wachsendem Erstaunen. Er versteht nichts davon. Erstens einmal: Kitty! Von Kitty jemals wieder etwas zu hören, das hat er ungefähr ebensowenig erwartet wie . . . wie ... na wie Schnee im August oder etwa eine Erbschaft von einem Onkel in Amerika, den er nicht besitzt. Schließlich braucht man ja gar nicht erst eine besonders verstaubte Zelle des Gehirns, Abteilung Gedächtnis, zu. öffnen, um sich daran zu erinnern, daß man damals nickt gerade im besten Einvernehmen mit Kitty auseinandergegangen ist. Zweitens: was sind das für Rosen, von denen sie schreibt? Einundzwanzig wunderschöne dunkelrote Rosen, steht da. Und er, Robert, soll sie ihr geschickt haben? Wozu eigentlich? Richtig, gestern war ja der zehnte Nein, Kitty, es tut uns ungeheuer leid, aber jener geheimnisvolle Rosenspender waren wir nicht Wir haben zwar einmal vor Jahr und Tag geglaubt, der zehnte würde uns ewig unvergeßlich bleiben, aber gestern . . ., also wir haben ihn vergessen. Richtig und vollkommen! Der Himmel weiß, wer dir diese Rosen geschickt hat. Kitty scheint seinen Anruf erwartet zu haben. Sie ist nicht im geringsten überrascht. „Das war wirklich eine ganz reizende Idee von dir, Bob!“ sagte sie sofort. „Sie stehen direkt neben mir und duften himmlisch.“ „Kitty“, sagt Robert ohne jede Einleitung, „auch auf die Gefahr hin, dich zu enttäuschen: du mußt dich bei jemand anders bedanken. Die Rosen sind nicht von mir. Ich bin untröstlich, aber . . .“ „Du lügst, Bob.“ „Leider nein. Außerdem, Kind, wenn ich jemand Rosen schicke — und noch dazu, wenn es einundzwanzig sind, ich würde das nie anonym tun. Der Gedanke, daß man sich versehentlich bei jemand anders dafür bedanken könnte, wäre mir schon von vornherein unerträglich.“ Kitty versteht das nicht. „Von wem sollen sie dann aber sein? Verstehst du dhs? Niemand hat Veranlassung, mir ausgerechnet am zehnten 21 Rosen zu schicken. Einundzwanzig, Bob!“ „Wieso gerade einundzwanzig?“ „Na, es war dock der 21. Monatstag, seit wir . . . Bobby! Du hattest das doch nicht etwa vergessen?“ „I wo, keine Spur“, beeilt sich Robert zu sagen. „Also hast du doch gelogen!“ triumphiert Kitty. „Ich wußte es ja. Mir kannst du doch nichts vormacken, ich kenne dich viel zu gut!“ Alle weiteren Beteuerungen Roberts sind völlig zwecklos. Kittys Glaube ist und bleibt unerschütterlich. Dann kommen sie ganz von selbst auf die Vergangenheit zu sprechen. Ein paar alte Mißverständnisse, einst unüberwindliche Probleme, schmelzen plötzlich wie Butter in der Frühlingssonne. Gar nicht sehr viel später sind Robert und Kitty darüber einig, daß dieser Tag viel zu schön ist, um ihn nicht bei einer Tasse Kaffee, irgendwo draußen gemeinsam zu genießen. „Du“, sagt Robert am späten Abend, als er sich von Kitty verabschiedet, „es ist direkt schade!“ „Was ist schade?' fragt Kitty. „Daß der Tag so herrlich gewesen ist?“ „Nein, das mit den Blumen, meine ich." „Was für Blumen?“ „Na, diese verdammten Rosen, die du gestern bekommen hast. Wenn mir da nicht einer zuvorgekommen wäre . . .“ „Was wäre dann?“ fragt Kitty gespannt mit seltsam lackenden Augen. „Ich wäre imstande und schickte sie dir morgen.“ „Tue es, Liebling!“ „Nein!“ „Warum nicht?“ „Willst du vielleicht ein Treibhaus eröffnen?“ „Kann man das mit 21 Rosen?“ „Du vergißt. Kleines, es wären dann bereits zweiundvierzig.“ „Und ich sage dir, du irrst dich, es blieben einundzwanzig.“ „Kitty!“ — Kittys Arme legen sich ganz von selbst um Roberts Hals und ziehen seinen Kopf herunter. „Ja, Bobby“, sagt sie leise ganz nah an seinem Ohr, „ich habe nicht eine einzige bekommen. Bist du mir sehr böse deshalb?“ EiühlingS’Schimmel Die blauen Frühlingsaugen Schaun aus dem Gras hervor, das sind die lieben Veilchen, die ick zum Strauß erkor. Ich pflücke sie und denke, und die Gedanken all', die mir im Herzen seufzen, singt laut die Nachtigall. Ja, was ich denke, singt sie lautschmetternd, daß es schallt, mein zärtliches Geheimnis weiß schon der ganze Wald. Heinrich Heine Nr. 36 — Seite 10 Offenburger Tageblatt Samstag, 25. M8rz 1950 I M ZEIT GESCHEHEN Immer wieder der Hauptstraßenverkehr Ob der Fischverkaufsstand am Neptunbrunnen ein Verkehrshindernis ist, wurde unlängst zur D.skussion gestellt. Die Antworten haben so ziemlich alle dahin gelautet, daß durch dieses kleine Ständchen und die Menschen, die an ihm ihre Einkäufe machen, der Verkehr nicht gehemmt werde. Es sei auch tatsächlich hier noch kein Unglück passiert. Aber einer hat richtig gesagt: Wehn man doch_ diesen seit alten Zeiten am Freitag hier getätigten Fisch verkauf als verkehrshemmend empfinden wolle, so könne man ja den Stand statt vor dem Neptunbrunnen hinter diesem zur Aufstellung bringen. Dann würde sicher niemand in Mitleidenschaft und Gefahr kommen. Hier parken täglich viele Autos und da hat auch noch der ♦ischstand gut und reichlich Platz. ' Wie ist das aber mit den Autos, die von der Einhornapotheke bis zur Bl u menst r a ß e in beiden Stfaßenrichtungen auf der Westseite der Hauptstraße parken? Es ist na türlich für die Autobesitzer sehr bequem, hier ihre Wagen zur Aufstellung zu bringen. Ayenn die Lokalbahn in ein paar Monaten durcÜ die Stadt fährt, wird das aufhören, und die Autos werden auf den Parkplatz in der Reeanlage, den neuen Marktplatz und hinter die ev. Kirche und in die Poststraße sich verziehen müssen. Was aber dann zwangsläufig geschieht, das wäre auch jetzt schon möglich, zumal die Verkehrssicherheit auf der Hauptstraße es schon heute sehr verlangen würde. Einstweilen hat die Polizei für diesen Teil der Hauptstraße noch kein Parkverbot erlassen. Sie ist sich aber wohl durchaus darüber im klaren, daß mit der Wiederdurchführung der Riedbahn dies unbedingt kommen wird. Im übrigen erführe man gerne einmal, in wieweit eigentlich die Verhandlungen über die Herstellung einer Brücke in der Unteren Mühlbachsiedlung und die Fertigstellung der über diese Brücke führenden Umgehungsstraße gediehen sind. Die gefährlichen (siehe die täglichen Verkehrsunfälle) Verkehrszustände auf unserer Hauptstraße kommen doch nur dann zu einem Ende, wenn die Umgehungsstraße benutzt werden kann. Gehwege sind kein Parkplatz Fahrzeuge dürfen grundsätzlich nur auf der Fahrbahn und nicht auf den Gehwegen ab gestellt werden, betont das Ministerium des Innern in einem Runderlaß an die Landrats- 1 ämter und Polizeidirektionen. Teilweise Abstellen von leichten Fahrzeugen (Krafträdern, Personenwagen) auf Gehwegen könne in Einzelfällen ausnahmsweise geduldet werden, wenn hierdurch der Verkehr auf der Fahrbahn wesentlich erleichtert und der Fußgängerverkehr nicht behindert oder gefährdet werde. Landratsämter und Polizeidirektionen werden aufgefordert, zunächst durch Belehrung und Aufklärung und dann gegebenenfalls auch durch Strafmaßnahmen die Verkehrsteilnehmer 'auf diese Vorschriften aufmerksam zu machen. Kleine Stadtchronik Gutbrod-Kolonne in Offenburg. Am kommenden Donnerstag, wird eine Gutbrod- Kolonne nach Offenburg kommen und auf dem Platz vor dem Gasthaus „Zum Schwanen“, Fachleuten uhd Bevölkerung Gelegenheit geben, den neuen Kleinlastwagen Gutbrod „Atlas“ 800“ kennen zu lernen. Wie wir erfahren, wird dieser Fahrzeugtyp, der -seit Jahresbeginn in Serienfabrikation läuft, in drei verschiedenen Ausführungen gezeigt werden. Das juristische Referendarexamen haben cand. jur. Ernst Armbruster, Offenburg, Zeppelinstr.; cand. jur. Carl Heinz Geiger, Zellerstr.; cand. jur. Franz Kimrnig, Wind schläg an der Universität Freiburg mit gutem Erfolg bestanden. Wir gratulieren! Der Südwestfunk überträgt am kommenden Sonntag. 26. März, in der Ev. Morgenfeier zwischen 8,45—9,15 Uhr die restlichen Bachchoräle, die in der letzten Abendmusik des Motettenchores aufgenommen wurden. Oeffentliche Stadtratssitzung Die Tagesordnung für die öffentliche Stadtratssitzung am kommenden Montag, 17 Uhr, enthält folgende Punkte: 1. Gründung einer Landessiedlungsgesellschaft gemäß § 33 des Agrarreformgesetzes. 2. Verstärkung der Eisenbahnbrücke beim Zähringer Hof. Das „Offenburger Tageblatt" gratuliert Am heutigen Samstag wird Friseurmeister Josef Huber, Inhaber des Friseurgeschäftes Josef Huber, Luisenstr. 19, 70 Jahre alt. Der Jubilar erfreut sich, seines fröhlichen Wesens wegen, allgemeiner Beliebtheit. — Seinen 78. Geburtstag kann am morgigen Sonntag Fritz Schwarz, der mit seiner Frau seinen Lebensabend im Vinzentiushaus verbringt und lange Jahre als Buchhalter in der Spinnerei und Weberei Offenburg tätig war, feiern. Ebenfalls kann am morgigen Sonntag, Schneidermeister Josef Basler, Albersbacherweg 8 seinen 88. Geburtstag feiern. Wir sdilagen vor: Baut eine Entbindungsklinik Ein alter Vorschlag neu zur Erörterung gestellt — Ungenügende Raumverhältnisse im Offenburger Krankenhaus Wie wir bereits berichtet haben, wurde in der letzten Kreisversammlung davon Mitteilung gemacht, daß der in der vorletzten Kreisversammlung gefaßte Beschluß, den Torsobau des ehemaligen Offizierskasinos für den Zweck einer neuen Gewerbeschule zu verwenden, wieder fallen gelassen worden ist. Die Verwendung des Baues an der Weingartenstraße beschäftigte die zuständigen Stellen noch in den vergangenen Wochen. Aus Freiburg war eine Kommission erschienen, die nachprüfen sollte, ob sich allenfalls das Objekt einer Lehrerakademie mit Internat verwirklichen ließe; ein Plan, der ebenfalls nicht mehr neu war, der aber wieder mit der Bereitstellung von Mitteln verbunden ist, deren Beschaffung auf Schwierigkeiten stößt. Die immer wieder auftauchende Frage: Wer soll das bezahlen? schreckt zurück. Nun steht der Vorschlag zur Debatte, ob nicht doch noch — wenn man den Bau nicht für die so dringend notwendige Wohnungsbeschaffung verwenden will — die Möglichkeit der Errichtung einer Entbindungsanstalt ins Auge gefaßt werden könnte. Dieser Vorschlag wurde ja auch schon in Erwägung gezogen. Seine Ablehnung geschah aus verschiedenen und gewiß auch zum Teil nicht unberechtigten Gründen. Es wäre aber zu überlegen, ob die Vorteile nicht doch die Nachteile überwiegen. Was für die Errichtung der Entbindungsklinik an der Weingartenstraße ins Treffen geführt wird, ist einmal die ideale Lage, die diese Anstalt einnehmen würde, und zum anderen der Umstand der ungemein beengten Verhältnisse, mit denen die Entbindungsabteilung im Kran- kenhaüs seit längerem zu kämpfen hat. Es ist dies mit ein Kapitel des so notwendigen Umbaues des Städtischen Krankenhauses am Ebertplatz. Um diesen Umbau gehen ja seit'sein. geraumer Zeit energische Bemühungen. Die Dinge liegen aber nun doch so, daß der Umbau noch einige Zeit auf sich warten läßt. Damit bleiben aber auch die beengten Verhältnisse der Entbindungsanstalt bestehen. Bei den Entbindungen ist der zuständige Facharzt Dr. Karl Schwank vielfach infolge Raummangels geradezu zu „Improvisationen“ gezwungen. Es herrscht nicht nur Raum-, sondern auch Bettenmangel. Die Mütter müssen verschiedentlich nach der Geburt des Kindes das Krankenhaus zeitiger als üblich verlassen. Man kann sich sehr leicht die Folgen, die sich aus solchen Verhältnissen auf die Dauer ergeben, vorstellen. Es gibt Frauen, die lieber eine andere Entbindungsklinik aufsuchen, wenn sie auch weiter gelegen ist als Offenburg. Der gute Ruf des Offenburger Krankenhauses leidet. Soll man hier zuwarten, bis der Umbau des Krankenhauses endlich durchgeführt wird? Und sollte sich der Neubau der Entbindungsklinik, die, in so idealer Lage gelegen, geradezu ein „Anziehungspunkt“ sein müßte, nicht rentabel gestalten? Der Torsobau ließe sich ohne allzugroße Schwierigkeiten zu einer solchen Klinik ausbauen. Keller und eine Reihe von Räumen sind bereits vorhanden. Weitere Stockwerke ließen sich errichten. Die stationäre Trennung der Entbindungsanstalt vom Krankenhaus müßte auch ihre Vorteile haben, die nicht verkannt werden sollten. Vielleicht beschäftigt man sich noch einmal mit diesem Vorschlag. Er scheint uns der Ueberlegung wert zu sein. Die zentrale Lage Ottenburgs rechtfertigt auch in diesem Falle nicht, nur ein solches Unternehmen, es dürfte dem Ruf der Stadt nur von Vorteil Europa-Union auch in Offenburg Ein Kreisverband im Landesverband Baden am Donnerstag gegründet Zwei Offenburger Jubilar e in Westfalen Im „Neuen Tagblatt“ von Osnabrück stand vor kurzem folgende Notiz: „Vor 25 Jahren berief die F. H. Hammersen AG. Ferdinand Kopf in die Direktion des Unternehmens. Direktor Kopf, der badischer Herkunft ist, hat in den t'A Jahrzehnten seiner Tätigkeit in Osnabrück eine wichtige Phase in der Entwicklung der F .H. Hammersen AG. in führender Position mitgemacht. Ihm oblag neben der Betreuung der Spinnereikundschaft unter anderem auch das Personaldezemat. Besondere Verdienste hat er sich erworben durch seine Mitarbeit am Aufbau der Werke nach dem zweiten Weltkrieg. Die F. H. Hammersen AG. beschäftigt in Osnabrück und in den Zweigniederlassungen in Rheine, Bocholt und Reydth zur Zeit über 2500 “"Arbeiter.“ Direktor Ferdinand Kopf ist der einzig« Sohn . des früheren Offenburger Brauereibesitzers Ferdinand Kopf am Stadtbuckel. Nach dem Besuch der Realschule hat er zunächst Bierbrauer gelernt und war auch auf der Brauereiakademie in Weihenstephan. Heimgekehrt erlernte er noch den Kaufmannsberuf in der Spinnerei u. Weberei Offenburg, betätigte sich aber, angeregt durch seine Erfahrungen in der Textilindustrie, nicht mehr im Brauereihandwerk und der Brauindustrie, sondern blieb bei den Tertilfachleuten, Als solcher kam er auch nach Osnabrück, wo er seine Lebensstellung gefunden hat, Es ist immerhin noch eine ganze Reihe Kameraden aus der Jugendzeit vom „Kopfe Ferdi“ in Offenburg seßhaft, und mit einigen hat er auch persönliche Beziehungen. Im vorigen Spätjahr führte ihn der Weg auch wieder einmal durch Offenburg. Er hatte allerdings nur kurz sich hier aufhalten können. Die Offenburger freuen sich, zu hören, welch bedeutende Position Direktor Ferdinand Kopf durch seine Tüchtigkeit sich geschaffen hat. In Osnabrück ist jetzt ebenfalls 25 Jahre Dr. Richard Hugle, Sohn des verstorbenen Hauptlehrers Hugle, und Bruder unseres Stadtpfarrers .Hermann Hugle. Er ist Chef der Landesplanung, und betreut auch die Dezernate Statistik und Presse. Auch dieser Offenburger, wenn auch nicht in Offenburg geboren, so hat er doch den größten Teil der Jugend hier verbracht, hat einen verantwortungsreichen Posten in der Ferne. —er. Im Rahmen des Landesverbandes Baden der Europa-Union wurde am Donnerstag im „Zähringer Hof“ der Kreisverband Offenburg der Europa-Union gegründet und ein vorläufiger Vorstand gewählt, der sich aus Dr. Zimmermann, Stadtrat Knorr, Frau Kaiser, von Lersner und Emil Waltz als Geschäftsführer zusammensetzt. Vor der Gründung des Verbandes legte der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes, Hummel, Freistatt, die Ziele und Aufgaben der Europa-Union in einem umfassenden Referat dar. Er schilderte nach einem geschichtlichem Rückblick auf die ideellen Beziehungen zu der Vergan genheit die einzelnen Etappen, wie sie nach dem zweiten Weltkrieg über die Entwicklungs. stufen Hertenstein, Montreux, den Haag, Straßburg bis zum heutigen Stand sich abgezeichnet haben. Der Redner bezeichnete die Konsolidierung der europäischen Verhältnisse und die Beseitigung des machtpolitischen Va kuums Europas als eine geschichtliche Notwendigkeit und den wichtigsten Beitrag zur Verhütung eines dritten Weltkrieges. Europa müsse aus eigener innerer Kraft einen „modus vivendi“ finden, um dieses Ziel zu erreichen In diesem Ringen um die europäische Union seien die Besinnung auf die unvergänglichen abendländischen Kulturwerte und das unbedingte Festhalten an den Menschenrechten die wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Durchführung des Kampfes. Denn beide Begriffe seien Güter, die den freiheitsliebenden Europäern heilig seien und die auch das alle einigende Band unter den .Völkern Europas abgeben können. In einer angeregten Diskussion wurde die Tatsache stark bemängelt, daß das Bild der europäischen Idee allzu sehr intellektualisti- sche Grundzüge angenommen habe und daß in nahezu allen Ländern der Uniongedanke den breiten Massen der Völker nicht populär sei. Ferner wurde betont, daß, wenn es nicht gelänge, den Gedanken der europäischen Union klar, einfach und zugkräftig zu formulieren, die Idee, niemals die Völker in ihrer Gesamtheit erfassen und zu innerer Begeisterung und Anteilnahme bewegen könnte. Ein Diskussionsteilnehmer, bezeichnenderweise eine Frau machte in diesem Zusammenhang gleich praktische Vorschläge, indem sie erklärte: „Europa braucht die europäische Union, weil es den Frieden braucht Wir Mütter wollen unsere Kinder nicht wieder für den nächsten Krieg großziehen!“ und „Rußland steht an der Elbe, worauf warten wir noch?“ Der neugegründete Kreisverband tritt bereits am Dopnerstag, dem 30. März mit einer Kundgebung an die Offenburger Oeffentlich- keit, auf, der, der auch vom Höllhofkreis her bekannte Vorkämpfer “ des europäischen Uniongedankens, Professor Baumgartner, Lyon, der Leiter des Internationalen Sekreta riats für europäische Probleme in Straßburg, über das Thema „Die Völker fordern ein einiges Europa“ sprechen wird. An der Gründungsversammlung, die von Rechtanwalt Paul Riebel geleitet wurde, nahmen u. a. auch der französische Kreiskommissar, Colonel E s t a d i e u und Landrat Dr. J o a ch i m teil. Kundgebung der Europa-Union Der am Donnerstag gegründete Kreisverband Offenburg der Europa-Union tritt bereits am 30. März, 20.30 Uhr im „Römischen Kaiser“ mit einer großen Kundgebung an die Offenburger Oeffentlichkeit. Der auch vom Höllhof-Kreis her bekannte Vorkämpfer des Europa-Gedankens, Prof.. Baumgartner Lyon, spricht zu dem Thema „Die Völker fordern ein einiges Europa“. Zu der Kundgebung, zu der weitere namhafte Diskussionsredner erwartet werden, ist die Bevölkerung herzlich eingeladen. Es gilt, den Gedanken der Europäischen Union auch in Offenburg Allgemeingut werden zu lassen. Nur wenn die Idee in allen Ländern Europas von den breiten Massen der Völker getragen und unterstützt wird, hat sie Aussicht, zum Ziel zu gelangen. Die Meisterprüfung als Landmaschinen- Mechaniker hat Paul G o r g o s ch, Offenburg mit gutem Erfolg bestanden. Gorgosch ist Vertreter der Firma Lutz, Landmaschinen, Offenburg. Meisterprüfung: Die Meisterprüfung als Schuhmachermeister bestand Willi Rothenberger, Badstr. 23. Der Skiclub Offenburg fährt am kommenden Sonntag ebenfalls mit mehreren Omnibussen zum Internationalen Skispringen auf den Feldberg. Sensations-Filme stark gefragt Ein Blick hinter die Kulissen der Oifenburger Kinos Es« gibt wohl nur wenige Einrichtungen der modernen Zivilisation, die einen derartigen beispiellosen Aufschwung genommen haben, wie Jerade das Kino Noch für unsere Eltern bedeutete der Besuch einer „kinematographi- sehen Vorstellung“, wie das Kino damals ge nannt wurde, eine kleine Sensation. Wenn wir heute eine Filmvorführung besuchen, wenn unwahrscheinliche Träume oder realistische Wirklichkeiten vor unseren Augen sich ab, spielen, wenn wir tief beeindruckt oder belustigt dem Geschehen auf der Leinwand folgen, so ahnen wir kaum, wieviel Arbeit, Mühe und wieviel Erfindergeist aufgewendet werden mußte, bis es soweit war. Der Film hat seine Kinderschuhe ausgetreten und abgelegt, er konnte bereits seine ersten Jubiläen feiern und die Entwicklung schreitet immer noch vorwärts. Den ersten Laufbildern folgten Stummfilme, diesen wieder der Tonfilm und heute sind auch Farbfilme schon eine Selbstverständlichkeit geworden. Was wird da morgen sein oder in ein paar Jahren? Löst das Fernsehen das Kino ab, so wie dieses das Theater mehr oder weniger in den Hintergrund gedrängt hat? Wir wissen es nicht und es soll auch nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, Prophezeihungen anzustellen. Uns interessierte einmal der Betrieb eines Lichtspielhauses, in dem täglich abgespannte Menschen Erholung und Freude finden, ohne sich jedoch Gedanken zu machen darüber, wieviel Arbeit mit der Vorführung eines Filmes zusammenhängt. Wir haben deshalb dem Offenburger Kino einen Besuch abgestattet, um uns an Ort und Stelle über einen solchen Betrieb zu orientieren. Wie anläßlich unseres Besuches von der Geschäftsleitung erklärt wurde, bereitet die Auswahl des „richtigen“ Filmes das meiste Kopfzerbrechen. Es ist nicht leicht, immer den Publikumsgeschmack recht zu treffen, zumal sich die Besucher ja aus den verschiedensten Schichten zusammensetzen und demnach auch die verschiedenartigsten Ansprüche stellen. Die Lichtspielhäuser dürfen dabei nicht nur allein vom geschäftlichen Standpunkt ausgehen, d. h. solche Filme vorführen, die auf alle Fälle ein volles Haus bringen, sondern müssen auch auf Qualität und Inhalt des Filmes schauen. Sonst brauchten sie mitunter nur Wildwest- und Kriminalfilme zu spielen, in denen es recht bunt zugeht. Ein großer Teil des Publikums ist recht wenig anspruchsvoll und hat das Geld für das Kino locker sitzen. Dieser Besucherschicht ist es sogar gleichgültig, was für ein "Film überhaupt gespielt wird. Im Gegensatz dazu steht em geringerer Prozentsatz von Besuchern, die nur ausgesprochen gute Filme ansehen. Bildstreifen mit religiöser Tendenz erfreuen sich durchweg eines guten Zuspruchs. So war „Das Lied der Bernadette“ der beste Kassenerfolg seit Jahren. Im großen und ganzen jedoch kennt der Kinobesitzer seine Gäste und er weiß schon bei der Auswahl so ungefähr, ob er mit einem guten öder. schlechten Besuch rechnen kann. Wenn dann der bestellte Film eingetroffen ist, kommt er in den Vorführraum, um auf eventuelle technische Mängel überprüft zu werden. Das Gelingen einer Vorführung hängt zum größten Teil von dem Zustand der Kopie ab. Daß diese nicht immer einwandfrei ist, ist zwar unangenehm, aber nicht immer zu umgehen. Vor kurzem wurde zum Beispiel ein Film vorgeführt, der im ersten Akt, also auf rund 500 Meter, nicht weniger als 179 mal geklebt war. Da außerdem der Streifen noch manche schlechten Stellen aufwies, kamen zu den 179 noch einmal 81 schadhafte Stellen, die zu kleben waren, hinzu, bevor der Streifen überhaupt anlaufen konnte. Diese Klebestellen können den Vorführer manchmal sehr aus der Ruhe bringen, weil sie gerne hängen bleiben und der Film dann reißt. Ein solches Reißen ist übrigens nicht ganz ungefährlich und kann leicht zu Bränden führen. Während der Vorführung selbst beaufsichtigen der Vorführer und ein oder mehrere Gehilfen dauernd die Apparaturen. Die Lichtstärke wird von den Apparaten selbst reguliert, der Ton kann von einem Schalter im Kino gesteuert werden. Zwei Apparate» die wechselweise laufen, ermöglichen es, einen Film, der ja aus mehreren Teilen besteht, ohne Zwischenpause abspielen zu lassen. Wenn der eine Film fast ausgelaufen ist, wird der andere Apparat startklar gemacht und kann dann sofort in Gang gesetzt werden, wenn das letzte Bild erschienen ist. Das Vorführen eines Filmes erfordert eine gute Schulung und jedes Kino ist bestrebt, sich die besten Leute zu beschaffen. Nur so ist es möglich, --eine Vorstellung reibungslos durchzuführen, um dem Publikum tatsächlich das zu bieten, was es sucht. Ein wenig Poesie in der Prosa des Alltags, ein wenig Abwechslung und Ablenkung von den großen und kleinen Sorgen und nicht zuletzt aber auch, und das dürfte für das Kino von größter Wichtigkeit sein, auch ein wenig Kultur, die man dem Film zwar gemeinhin absprechen möchte, die er aber trotz aller Ablehnung anerkannterweise besitzt. Samstag, 25. März 1950 AL Offenburger Tageblatt Nr. SS — Seite 11 ü-rtmci o a ly Ub)icit Rebumlegung geht weiter Vom Durbadier Gemeinderat Durbach, (m) Bei seiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat in Gegenwart des Rechnungsstellers Sdiönle aus Offenburg den Haushaltsplan für das laufende Rechnungsjahr 1950 beschlossen. Die Hebesätze für die Grundsteuer bleiben die gleichen wie im Vorjahre. — Nachdem das vergangene Jahr den Ausbau des Gemeindegebäudes „Sonne“, die Neuanlage desRebweges im Gewann Schwarz loch u. a. mehr aufzuweisen hatte, wird man dieses Jahr auch den Blick zum Ausbau des begonnenen Blauelrainweges wenden. Zur weiteren Beratung standen einige Schätzungen über Hausgrundstücke. Auch der Friedhof wurde als Sorgenkind erkannt. Die Umgrenzungsmauer wird in diesem Jahre eine Renovierung erfahren. Die Taxe für ein Einzelgrab wurde auf 50 DM, für ein Doppelgrab auf 100 DM festgelegt. Die Verlängerung für bereits gekaufte Gräber beträgt dagegen für ein Einzelgrab 40 DM und für ein Doppelgrab 80 DM Abschließend wurden einige Grabkäufe genehmigt. Durbach (m) Sonntag, 26. März, findet nachmittags 16 Uhr im Linden-Saaie eine Versammlung der Winzergenossenschaft Durbach statt. Hierbei werdepffirläuterungen zum Neubau der WinzergenossSischaft wie z. B. Finanzierung, Bürgschaft, Haftung usw. gegeben Bei dieser Versammlung werden auch Landrat Dr. Joachim, Landwirtschaftsrat Jäkle und Weinbauinspektor Weißenberg erscheinen. Weil es sich hier um ein Bauprojekt von größtem gemeindepolitischem und wirtschaftlichem Wert handelt, ist der Besuch dieser Versammlung jedem Winzer und Winzerin nur zu empfehlen. Gut gelungenes Handharmonikakonzert Rammersweier (b). Am Sonntag abend fand im überfüllten Gasthaus „Zur Blume“ das erste Konzert des Handharmonika-Spielringes Zell-Weierbach — Rammersweier nach der Gründung in unserem Dorfe statt. Der zweite Vorstand Litterst eröffnete mit einer Begrüßungsansprache die Veranstaltung. Zum Auftakt spielte das Gesamtorchester den Eröffnungsmarsch. Nach dem ersten Stück könnte jeder feststellen, wie gut geschult der Verein unter dem tüchtigen Dirigenten Kupferer spielt. Er brachte es in kurzer Zeit fertig, den Verein in die Höhe zu bringen. Es folgten ein Konzertwalzer sowie ein Intermezzo. Die Jüngsten des Vereins, die 8—15 Jahre alt sind, spielten mit viel Hingabe zur Musik. Besonders hervorzuheben waren hier der langsame Walzer „Kleines Mädchen von Hawai“ und die Swing-Polka „Nach em Räge schint Sunne“. Diese beiden Stücke wurden von dem Spieler Helmut Kupferer mit Gesang begleitet. Der 12Jährige brachte es fertig mit seiner Stimme, die Zuhörer in Bann zu schlagen und das Publikum sparte nicht mit Beifall. Im zweiten Teil spielte die Fortgeschrittenengruppe Konzertwalzer, Idylle, Ouvertüren, sowie ein Ländler-Potpourri. Der Dirigent hatte die Spieler fest in der Hand, Bewundernswert war die Exaktheit und die Präzision in den Einsätzen. Ganz besonders gefiel die Weichheit und das Piano beim Spielen. Der Verein kann stolz sein auf seinen Dirigenten und auf seine Spieler. Man kann ruhig sagen, daß der Verein in so kurzer Zeit sehr vieles geleistet hat. Eine besondere Leistung des Abends war der Solo-Vortrag von Arthur Kiefer. Die zwei Stücke die Kiefer vortrug, wurden mit viel Hingabe zur Musik gespielt, wofür er großen Beifall erntete. Freundlicherweise wirkte bei diesem Konzert der . Mandolinenverein Zell-Weierbach unter dem Dirigenten Basler mit. Es war erfreulich festzustellen, daß ein großer Teil, aus jungen Kräften besteht, die sich der Volksmusik widmen. Die Darbietungen, die zu Gehör gebracht wurden, fanden gleich zu Beginn bei den Zuhörern großen Anklang. Der Reinerlös dieser Veranstaltung wurde dem Kirchenfond Rammersweier zugeführt, wofür beiden Vereinen für ihre Mithilfe an diesem Werke zu danken ist. Alle, die in diesem Konzert waren, konnten einen Abend im Sinne der echten alten Volksmusik verbringen. Zell-Weierbach, (x) Die Besucher unseres Dorfes sind bei dem Gang durch die Wein Straße überrascht. Dort wird die alte Mauer abgebrochen und nach der Abtragung der notwendigen Erde die Straße um einen Meter verbreitert und eine neue Stützmauer errichtet. Nach der Durchführung dieser Arbeiten wird die Straße kanalisiert und nach der Ueberwin terung wahrscheinlich gepflastert. Damit dürfte sodann diese Straße in den nächsten Jahrzehnten keine Sorgen mehr machen. Verband der Europa-Union in Gengenbadx Gründung soll demnächst erfolgen Gengenbach. Nach der am Donnerstag erfolgten Gründung des Kreisverbandes Offen bürg der Europa-Union ist beabsichtigt, demnächst auch in Gengenbach einen Verband der Europa-Union zu gründen. TonfilmVeranstaltung in Reichenbach Reichenbach. (az). Eine Tonfilmvorführung des Jugend 1 - und Volksbildungswerkes im Kreise Offenburg startet hier am Sonntag, den 26. März, nachmittags 3 Uhr im Gasthaus „zum Rößle“. Auf die Vorführung sei besonders hingewiesen und der Besuch derselben kann nur empfohlen werden, da es sich hierbei um Filme geographischen, technischen, kulturellen und biologischen Inhalts handelt, mithin eine gute Ergänzung des Unterrichts bilden. Die Eintrittspreise sind mäßig gehalten. Reichenbach (az). Die Mütterberatung, durchgeführt von der Fürsorgerin Frl. Rottenecker, findet hier bei den in Frage kommenden Müt tern guten Anklang. Das zeigte sich auch diesmal bei der am vergangenen Mittwoch statt- gefundenen' BefatüngsstUnd, die sich wieder um eines regen Besuches erfreuen konnte. Reichenbach (az). Anläßlich der Gründungsversammlung einer Interessengemeinschaft der Heimatvertriebenen erläuterte der Kreisvorsitzende Behmel, Ziel und Zweck des Zusammenschlusses und gab sodann Aufschluß über gegenseitige Hilfeleistung, über den arbeitsrechtlichen Schutz der Heimatvertriebenen, Beschaffung von Wohnraum, Ausbildungsbeihilfe und Krankenversicherung. Auf Grund der Wahl setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Behnert, 2. Ad. Seefried, Schriftführer Erich Duberke, Kassier Frau Augusta Schmidt, Beisitzende Helene Stanek. In seiner Ansprache betonte Bürgermeister Benz, daß die Heimatvertriebenen nicht als Fremde, sondern als gleichberech- Mittel für die Feuerwehr Aus der letzten Sitzung des Schutterwälder Gemeinderats Schutterwald (b). In einer außerordentlichen Sitzunf des Gemeinderats wurde am Mittwochabend der neue Haushaltsplan für das Jahr 1950-51 beraten und nach lebhaften Diskussionen von den anwesenden Gemeinderäten gutgeheißen. Bei gleichbleibender steuerlicher Belastung auf der Einnahmeseite sind darin auf der Ausgabenseite neben allgemeinen Aufwendungen folgende für das Gemeindegeschehen wichtige Posten vorgesehen: Ein größerer Betrag für die Instandsetzung und Teerung der Hauptstraße von der Kirche bis zum Dorfende und Mittel für Ausbesserungsarbeiten an der Bahnhofstraße. Für die Feuerwehr wurde die Beschaffung von neuem Schlauchmaterial u. die Erstellung von 2 Feuerlöschbrunnen in der Fabrikstraße und in der Nähe der zur Zeit erstehenden neuen Siedlung genehmigt. Außerdem wurde ein beachtlicher Betrag für die Beschaffung von abhandengekommenen Schulmöbeln bereitgestellt. In dieser Form wird nunmehr der somit verabschiedete Haushaltsplan in den nächsten Tagen dem Landratsamt zur endgültigen Genehmigung vorgelegt werden. Neue Flüchtlingsfamilien trafen ein Schutterwald (b). Mit einem neuerlichen Flüchtlingstransport trafen diese Woche aus Schleswig-Holstein wiederum 3 Flüchtlingsfamilien ein. Sie wurden auf dem Rathaus von Bürgermeister Hansmann begrüßt. und alsdann trotz der auch hier herrschenden Wohnungsnot in annehmbare Unterkünfte eingewiesen. Farrenkörung In Schutterwald Schutterwald (b). Im Beisein von Reg.-Vet.- Rat Dr. Schwör und mehreren Vertretern des Landestierzuchtamtes Freiburg wurde am Mittwochvormittag im Hofe des Farrenstalls die alljährlich vorzunehmende Farrenkörung der Gemeinden Schutterwald und Hofweier durchgeführt. Der hierzu erschienenen Farren- schaukommission wurde durchweg gutes Zuchtmaterial vorgeführt, sodaß mit Ausnahme eines Tieres, alle Farren in ihrer bisherigen Zuchtwertklasse belassen und somit auf ein weiteres Jahr zur Zucht zugelassen werden konnten. Schutterwald. Im Gemeindehaus „St. Jakob wird am Sonntagabend um }9 Uhr und am Dienstagabend um 20 Uhr eine Spielgruppe des Nachbargesangvereins Dundenheim das Volksdrama „Der Vogt auf Mühlstein“ zur Aufführung bringen. Aus der Gemeinde Goldscheuer Goldscheuer. Landwirt Josef Krämer wurde 87 Jahre alt. Magdalena Kopf, geh. Schäfer, Witwe des langjährigen Landstraßenwarts Franz Kopf, wird 84 Jahre. In Kittersburg feiert Theresia Guth, geh. Berl, den 70. Geburtstag. Oberlehrer i. R. Jos. Klemm hier, langjähriger Vorstand und Schriftführer des Landesverbandes Bad. Bienenzüchter wurde bei der kürzlichen außerordentlichen Versammlung de* Landesverbandes in Anbetracht seiner hohen Verdienste auf dem Gebiete der Bienenzucht zum „Ehrenvorsitzenden des Landesverbandes“ ernannt. Die „Kegelsportler und Kegelfreunde“ werden gerne zur Kenntnis nehmen, daß die Kegelbahn in der Rheinlust-Goldscheuer seit einiger Zeit durch Rückführung der Umquartierten nach Kehl frei ist. Sie wird z. Z. umgebaut, der Aufenthaltsraum größer und schöner gestaltet und die Bahn selbst neu überholt. Die Generalversammlung des „Gesangvereins Liederkranz-Kittersburg“ mußte wegen Erkrankung des Dirigenten verlegt werden. Sie findet voraussichtlich am Sonntag, den 26. März, Im Vereinslokal zum »Rössel“ statt. tigte Bürger betrachtet werden. Sodann dankte der Vorsitzende Bürgermeister Benz für die großzügige Unterstützung, die er den Heimatvertriebenen angedeihen ließ und brachte zum Ausdruck, daß die Heimatvertriebenen keine Sonderstellung in der Gemeinde einnehmen sondern als gleichberechtigte Bürger gelten wollen. Fußbach. (e). Im Monat März vollendeten im Ortsteil Strohbach Berta Wittstock, geborene Kraft, ihr 73.; Maria Anna Lehmann ihr 75,; Pauline Huber ihr 83. Lebensjahr. — Im Ortsteil Fußbach konnten- Bernhard Sehilliund Baptist Finkzeller ihr 74. Lebensjahr vollenden. Berghaupten, (es) Morgen, Sonntag, den 26. März feiert Georg Geppert, Forstwart a. D. seinen 77. Geburtstag. Der Jubilar ist körperlich und geistig rüstig und nimmt noch regen Anteil an dem heutigen Zeitgeschehen. Der echte Humor mit weidmännischem Charakter machte ihn allgemein beliebt, Wir wünschen dem „Geburtstagskind“ noch * einen schönen Lebensabend und frohe Stunden im Kreise seiner Lieben. Geburtstagsjubilare in Berghaupten 79 Jahre alt wurde dieser Tage Josef Armbrusten, Lindenstr. Den 76. Geburtstag konnte am 25. März Wilhelm Lehmann, Obertal, begehen; am 27. März feiert Georg Müller, Alte Straße, seinen 78. Geburtstag. Hanauerland und Ried Fahrradzusammenstoß Icheheim. (f). Am letzten Montag wurde hier das Erträgnis von Laub für die Landwirte versteigert. Dieser Tage ereignete sich ein Verkehrsunfall. Bei einem Fahrradzusammenstoß erlitt eine ältere Frau durch den Sturz vom Fahrrad so schwere Verletzungen am Fuß, daß sie ins Bezirkskrankenhaus eingeliefert werden mußte. Ichenheim. In voller körperlicher und geistiger Frische konnten die Landwirte Friedrich Wilhelm. Roth in der Kirchstraße am 16. März seinen 73. und Hermann Jäger S. S. am 18. März seinen 74. Geburtstag feiern. Desgleichen feierten am 20. März Rudolf Karl Friedrich seinen 76. und Frieda Bläsi geh. Gieß am gleichen Tage ihren 74. Geburtstag. Am 21. März feierte Frau Karolina Schwärzei geb. Roth ihren 72. Geburtstag. Allen Geburtstagskindern unsere herzlichsten Glück- und Segenswünsche. Ichenheim. Ein Kind unseres Dorfes, Lotte Mackert, geb. Lipps, welche vor ca. 25 Jahren nach den Vereinigten Staaten Nordamerikas au-swanderte und drüben ihr großes Glück gefunden hat, ist vor 4 Wochen mit ihrem Gatten, einem gebürtigen Mannheimer, zu einem Besuch ihrer lieben Heimat und ihrer noch lebenden Mutter, eingetroffen. Groß war die Wiedersehensfreude nach langer Zeit. Doch allzuschnell vergingen die schönen Stunden an der Stätte der Jugenderinnerungen, Der vergangene Sonntag (19. März) war wieder dazu bestimmt, um von den Lieben Abschied zu nehmen. Nun haben sie wieder die große Reise nach Uebersee, dem Städtchen Peoria im Staate Illinois, zu ihren Kindern angetreten. Am Donnerstag zuvor hatten sie die nächsten Verwandten und ihre . ehemaligen Schulkameraden zu einer kleinen Abschiedsfeier ins Gasthaus zum Schwanen eingeladen. Am Tag der Abreise ihrer Tochter Lotte, konnte die Mutter Frau Josefine Lipps geb. Himmelsbach ihren 72. Geburtstag feiern. Eine vielköpfige Menschenmenge hat den Scheidenden am Bahnhof nochmals alles Gute und viel Glück zur großen Reise gewünscht. Ein seltsamer Zufall Ichenheim, (f). Vergangene Woche erlebte ein hiesiger Jagdaufseher einen seltenen Zufall. Er konnte ein Wildschwein erlegen, und als er dann nochmals von einer anderen Seite in den Rheinwald kam, fand er beim Durchqueren des Waldes ein paar kleine Wildschweine. Er nahm die mutterlosen Tierchen mit und die Schulkinder, die ja schon oft von Wildschweinen gehört haben, durften nun auch mal eines sehen. Achef-Renchkorrektion und Autobahn Nachrichten aus Urioffen Urloffen. (h) Die rüstig fortschreitenden Arbeiten im nördlichen Teil unserer langgestreckten Gemarkung lassen bereits deutlich Ausmaß und Zweck des großen wasserwirtschaftlichen Projekts erkennen. Die großen Erdbewegungen, die das Gesicht der fehemals so stillen und schönen Landschaft so grundlegend verändern, verscheuchen die Sorgen nicht, wel che sich die Gemeinde um den Bestand des schwer angeschlagenen Bannes macht. Da mit der geplanten Wiederaufnahme der Autobahn auch die Gefahr weiterer Inanspruchnahme wertvollen Bodens näher rückt, wollen die Gemüter nicht mehr zur Ruhe kommen. Urloffen. (h) Der Kirchenchor führt als Ausklang des Festes der Glockenweihe am morgigen Sonntag das Schauspiel „Der Glockenguß von Breslau“ in der Turnhalle auf. Appenweier. Am kommenden Montag findet der traditionelle Krämer- und Schweinemarkt statt, zu dem wie im vergangenen Herbst ein lebhafter Besucherzustrom erwartet wird. Appenweier, (v). Die Sonnenlichtspiele Ap penweier bringen vom 24. 3. bis 26. 3. 1950 den amerikanischen Spitzenfilm der „Herr der sieben Meere.“ Frühjahrskonzert des MGV. Eintracht Bohlsbaeh. (b). Am morgigen Sonntag veranstaltet der Männergesangverein „Eintracht sein Frühjahrskonzert. Der Verein wird mit einem vollkommen neuen Programm, das unter dem Motto „Wir grüßen den Frühling 1 steht, an die Oeffentlichkeit treten. Neben alten und neuen Originalmännerchören wird auch Silcher mit seinen herrlichen Volksliedern zu Wort kommen. Als Solistin wurde die in der Ortenau bestens bekannte Lautensängerin Else Wagner gewonnen. Das Konzert findet im Saale der Brauerei Jockerst statt und beginnt um 15.00 Uhr. Altenheim berichtet Farrenkörung Altenheim, (r) Am Mittwochmorgen fand vor dem Rathaus die Körung der Gemeindefarren statt, zu der viele Viehzüchter anwesend waren. Durch Zuchtinspektor Greulich wurde eine gründliche Musterung der Tiere vorgenommen und allen die Deckerlaubnis bis auf weiteres zuerkannt. Besonders anerkannt wurde die Pflege und der gute Futterzustand der Farren. Durch Schüler der Fortbildungsschule wurden wieder zwei Dorflinden gesetzt an der Ecke Rheinstraße—Lindengasse und Kirchstraße— Große Riedgasse. An beiden Plätzen standen schon früher Dorflinden und in wenigen Jahren werden die jungen Bäume ihren -Teil zur Verschönerung des Ortsbildes beitragen. Altenheimer Familienchronik Altenheim (r). Im Alter von 82 Jahren verstarb hier der Landwirt Johannes Fels. Der Verstorbene war in früheren Jahren als. tüchtiger Musiker weit über seine Heimat hinaus bekannt. — Den Bund fürs Leben schlossen: Erich Fels und Frieda Fels, beide hier. — In guter Gesundheit beging 'Frau Andreas Mild, Wagner Wwe., ihren 71. Geburtstag. Ferner begeht morgen ihren 75. Geburtstag Frau Marie Ursula Lang Wwe. in der Rheinstraße. In den Stgnd der Ehe traten Wilhelm Albert B r e h m, Landwirt, und Erika Walfriede Stolz, Allmannsweier. Altenheim. Vom 25. März bis 2. April führt eine Rastatter Möbelfirma im Bahnhofrestaurant eine Sonderschau durch. Neuer Verkaufsraum der M.G. Altenheim, (ed) Die hiesige Milchgenossenschaft hat den im Hof liegenden behelfsmäßigen Verkaufsraum in der Friedrichstraße nunmehr entfernt. Die Genossenschaft wird am selben Platz einen neuzeitlichen Laden für den Absatz ihrer Produkte errichten, der den hygienischen Anforderungen entspricht. Dundenheim, (s). Am 26. und 28. März 1950 bringt der Gesangverein „Eintracht“ Dundenheim mit »einer Spielgruppe im „Sankt Jakob“ in Schutterwald das Volksspiel „Der Vogt auf Mühlstein“ zur Aufführung. Dundenheim, (s). Seinen 82. Geburtstag konnte dieser Tage Landwirt Friedrich Wurth begehen. Der Jubilar kann immer noch in der Landwirtschaft tätig sein, und nimmt am Geschehen unserer Zeit regen Anteil. Möge ein gesunder Lebensabend ihm manche frohe Stunde noch bescheren. I Samstag, 25. März 1950 Nr. 8« h Seite 12 A L Offenbarer Tageblatt Der Josefstag in Zell a. H Nachrichten aus dem Hannersbachtal Zell a. H. (s) Am Vorabend des Josefstags ■ brachte die Stadtkapelle ihrem verdienten Dirigenten Josef Riehle zum Namenstag ein Ständchen dar. — Am Josefstag selbst strömte eine große Schar von Wallfahrern hinauf nach „Maria zu den Ketten“, der bekannten Wallfahrtskirche. Zum ersten Mal nach langen Jahren wieder sah man das frühere gewohnte Bild der großen Reihe von Verkaufsständen und auf dem Marktplatz hatten sich eine Schießbude und ein Karussell eingefunden, das von den Kindern eifrig benutzt wurde. Zell a. H. (s). Bereits seit mehreren Jahren leidend, verschied im hohen Alter von 84 Jahren Frau Elisabeth v. Amelunxen, geh. v. Va- cano, die Witwe des bereits 1932 verstorbenen Notars v. Amelunxen. Unter großer Anteilnahme wurde sie zur letzten Ruhe gebettet. Zell a. EL (s). Haute und morgen, nachmittags, finden im hiesigen Lichtspielhaus Sondervorstellungen des zur Zeit hier spielenden Großfilms „Das Lied der Bernadette“ statt. Die heutige Vorstellung ist besonders für die Jugend gedacht, die ermäßigte Eintrittspreise erhält. Vom Unterharmersbacher Gemeinderat Unterharmersbach (1). Der Voranschlag für den Gemeindehaushalt-Etat 1950/51 stand zur Beratung. Derselbe ist im ordentlichen Haushalt mit dem Betrage von 97 425.— DM in Ein- und Ausgaben ausgeglichen und wurde vom Gemeinderat gutgeheißen. Nur durch äußerste Sparsamkeit und Drosselung mancherlei Ausgaben kann eine Erhöhung der Gemeindeumlage vermieden werden. Aus diesem Grunde wurden Bürgermeister und Gemeinderechner nochmals vom Gemeinderat beauftragt, mit allen erforderlichen Mitteln die rückständige Gemeindeumlage einzufordern. Für Flüchtlings-Unterbringung und Wohnungsbau sind Mittel aus dem außerordentlichen Haushalt vorgesehen, da ja der diesjährige ordentliche Hiebsatz um 200 Festmeter gekürzt wurde. Der von einem hiesigen Handwerker beantragte Bau einer Wasserleitung nebst Kanalisation wird vorläufig zurückgestellt. Die Bebauung eines Geländestücks außerhalb des Ortsbebauungsplanes (Bürematt) wird nach § 11 des Ortsstraßenbaugesetzes genehmigt. Die vom Domänenamt Offenburg beantragte Zufahrtsregelung wurde ebenfalls vorläufig zurückgestellt. Der auswärts wohnenden Ehefrau mit Kindern eines hiesigen Bürgers wird Zuzugsgenehmigung erteilt. Ein ebenfalls beantragter Zuzug der "Ehefrau mit Kindern eines illegal zugewanderten Flüchtlings, wird erst nach erfolgter Regelung eines Arbeitsverhältnisses genehmigt. — Für die Wohnungskommission wird ein weiteres Mitglied bestimmt. m. Unterharmersbach. Der Schwarzwald- Verein hielt im Gasthaus zum „Rößle“ seine Generalversammlung. Der Vorstand Benedikt Zimmermann konnte eine stattliche Anzahl begrüßen. Der Jahresbericht gab einen Rückblick auf ein arbeitsreiches Schaffen. So wurden Wege ausgebaut, Wegtafeln und Markierungen angebracht sowie ein Pavillon repariert, Kassenbericht sowie Kassenstand waren in bester Ordnung. Auch der neue Haushaltsplan zeigt auf weitere Verbesserungen der Wegtafeln und Markierungen; auch der staubfreie Weg vom Gasthaus „Adler“ bis zum „Grünen Hof“ auf dem Grün soll wieder instandgesetzt werden. Auch ist die Aufteilung einer großen Orientierungstafel vorgesehen. Für den kommenden Sommer sind 8 Wanderungen vorgesehen. Die Versammlung nahm einen recht gemütlichen Verlauf. m. Oberharmersbach. Im Alter von 74 Jahren wurde am Mittwoch Frau Sofie Heiß, geh. Kiflig, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen. m. Oberharmersbach. Der Sportverein hält am Sonntag, ’26. März, im Gasthof z. „Bären“ seine Generalversammlung ab. Unfall Nordrach. Am Dienstagabend kam Josef Spitzmüller in der Dunkelheit vom Wege ab und fiel so unglücklich, daß er den Oberschenkel brach. Dies ist um so tragischer, als der Fuß bereits amputiert war und er eine Prothese benützen mußte. Es dauerte eine ganze Stunde, bis seine Hilferufe gehört wurden. Er fand Aufnahme im Krankenhause Zell a. H. Generalversammlung des Schwarzwaldvereins Nordrach (s). Auf Sonntagmittag hatte der Schwarzwaldverein seine Mitglieder zur Generalversammlung einberufen. Vorstand Josef Spitzmüller begrüßte mit herzlichen Worten die zahlreich Erschienenen. Zwei Mitglieder, Albert Spitzmüller und Förster Fridolin Bildstein wurden für 25-jährige Mitgliedschaft mit Diplom und Plakette ausgezeichnet, während Ludwig Spitzmüller und Friedrich Gehler zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Den Geschäftsbericht erstattete Herr Hienerwadel. Als Wanderwart wurde Erwin Spitzmüller gewählt. Nach Bekanntgabe des diesjährigen Wanderplanes konnte der Vorsitzende die Versammlung schließen. Noch eine Ueberraschung folgte; Ein großer Panzer edlen Gerstensaftes wurde aufgefahren, den Josef und Josefine Gebele „zur Post“, anläßlich des Josefstages, in hochherziger Weise stifteten. Nordrach. (s). Am 25. März vollendet Frau Luise Willmann, Witwe, ihr 85. Lebensjahr. In erster Ehe, war sie verheiratet mit K. Haas aus der zwei Söhne hervorgingen, die beide gestorben sind. Aus der 2. Ehe mit Willmann stammen 2 Töchter. Als „Stubenwirtin“ ist sie weithin bekannt. Durch ihre Geschäftstüchtigkeit und nie versagende Freundlichkeit sicherte sie sich die Zuneigung weiter Kreise und begründete damit den' guten Ruf des „Gasthofes zur Stube“. Ohlsbach, (ü). Der Bund der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner lud auf Sonntagmittag die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung ein. Der Ortsvorsitzende Ludwig Schrempp begrüßte die Erschienenen, insbesondere den Redner des Tages, Kreisvorsitzenden Hüther, Offenburg. Den Amtswaltern wurde Entlastung erteilt. Dann erfolgte die Neuwahl des Gesamtvorstandes. Der 1. Vorsitzende mußte aus beruflichen Gründen demissionieren und wurde durch Gemeinderechner Huber ersetzt. 2. Vorsitzender wurde Förster Wilhelm Vetter; Kassier Heinrich Fautz; Schriftführer Walter Koscelniak; Beisitzer Adolf Lienert und Anna Wußler. Aus dem Kinzigtal Theaterfahrt nach Freiburg R. Haslach. Nach einer Bekanntmachung des Bürgermeisteramtes besteht die Möglichkeit, jede Woche eine Vorstellung des „Städtischen Theaters Freiburg i. Br.“ besuchen zu können. Die Fahrtkosten würden sich auf 3 DM pro Person und die Theaterkarte auf 2—3 DM belaufen. Die Fahrt erfolgt durch einen Omnibusunternehmer von dutach. Interessenten wollen sich innerhalb 3 Tagen auf dem Rathaus, Zimmer 2, melden. 'Glockeneinweihung in Hausach Zur bevorstehenden Glockeneinweihung in Hausach wurden die ersten Vorbereitungen getroffen. e. Einbach. Der in Ruhestand versetzte Oberlehrer Karl Bohe erlitt dieser Tage einen schweren Schlaganfall. Am Dienstagabend verschied nach kurzer Krankheit Schmiderhofbäuerin Anastasia Schmider, Witwe, geb. Schwarz, im Alter von 62 Jahren. Eine heimtückische Krankheit hat ihrem Leben ein Ende bereitet. Die Verstorbene hinterläßt acht zum Teil unversorgte Kinder. Wieder falsche D-Markscheine h. Hornberg. Auch hier mußte leider die Feststellung gemacht werden, daß falsche Geldscheine im Umlauf sind. Es handelt sich in erster Linie um Geldscheine mit den Werten 5 DM und 20 DM. Sie sind als Fälschungen nur schwer zu erkennen. Fufiball: SV Offenburg - FFC Freiburg Welcher Fußballanhänger erinnert sich nicht gerne an die spannenden ^Kämpfe der beiden Vereine? Eine jahrzehntealte Rivalität hat diese Begegnungen schon längst zum „Spiel des Jahres“ gestempelt. So werden auch am Sonntag auf der Stegermatt Tausende Zeuge deiner erbitterten Auseinandersetzung sein. Wenn auch von gewisser Seite betont wurde, daß die Rotjacken in dieser Runde kaum mehr zu schlagen sein werden, so dürfte dies leicht übertrieben sein und diese Behauptung wird der OSV-Vertretung sicher wenig Respekt einflößen. In der derzeitigen Verfassung kann die Offenburger Elf ohne Hemmungen in diesen Kampf gehen. Zu einer reichen Torausbeute werden es die Gäste, auch mit Schaletzki, kaum bringen, denn bei der einheimischen Standardverteidigung sind die Tore auf eigenem Gelände längst Mangelware geworden. Wenn auch andererseits der OSV-Sturm nicht gerade im voraus für einige Tore gut ist, so sind bei vollem Einsatz und zweckmäßigem Spiel auch gegen den FFC Freiburg Erfolge zu erzielen. Wir betrachten die Begegnung, ohne Rücksicht auf die Tabelle, als durchaus offen und lassen uns gerne von einem der beiden Kontrahenten angenehm überraschen. Der FFC erscheint in kompletter Aufstellung mit: Stöcklin, Röselmeier Dehner, Scherer, Reich, Bantle, Flöhl, Wehrle, Schaletzki, Kopp. Die Offenburger, Vertretung konnte bis Redaktionsschluß noch nicht endgültig benannt werden. An Stelle der FFC-Jugend spielt Weier Jgd. gegen OSV A-Jgd. Spielbeginn 13.00 Uhr. Hk. VfR Elgersweier — SG Zell-Weierbach Nach dem eindeutigen Sieg in Hausach darf man annehmen, daß der VfR die Formschwankungen der letzten Zeit im wesentlichen überwunden hat. Insbesondere scheint der Sturm des Tabellenführers wieder zu seiner alten Durchschlagskraft zurückzukehren. So wird denn auch mit großer Spannung der morgige Gegner Zell-Weierbach erwartet, der auf eine Revidierung des Vorspielergebnisses brennen dürfte. Die gute Partie der Gäste im sonntäglichen Pokalmatch gegen Haslach dürfte die Rasenspieler von einer Unterschätzung ihres Gegners abhalten, zumal sie noch 2 Punkte zur endgültigen Sicherstellung der praktisch bereits vergebenen Meisterschaft benötigen. Jedenfalls dürfte das VfR-Gelände morgen der Schauplatz eines unerbittlichen Kampfes werden, den jedoch die Schwarz-Roten für sich entscheiden sollten. • Weier I — Haslach I Am Sonntag empfängt die Mannschaft von Weier die spielstarken Gäste aus Haslach. Die Gästeelf, die punktgleich mit Wolf ach an der Tabellenspitze steht, wird bestrebt sein, in Weier zu Punkten zu kommen. Weier, das in der Rückrunde unglücklich kämpfte, verfügt z. Z. über eine beachtliche Spielstärke, die nicht unterschätzt werden darf. Trotz des hohen Vorspielsieges laufen die Haslacher Gefahr, den Revanchekampf nicht ungerupft zu überstehen. Der Ausgang dieses Spieles wird sich auf die derzeitigen Tabellenplätze beider Vereine auswirken, es ist daher mit einem spannenden Kampf zu rechnen. Oberharmersbach — Homberg Am Nachmittag ist Homberg als Tabellenerster zu Gast. Wie das Spiel ausgehen wird, ist wohl mit einem Sieg der Gäste zu rechnen. Aber mit Ueberraschungen ist auf dem Oberharmersbacher Sportplatz immer zu rechnen. (m) * Bezirksklasse Offenburg I: Renchen — Offenburg II; Hausach — Wolf ach; Schiltach — Zusenhofen; Weier — Haslach; Zunsweier — Zell a. H. Ein neuer Meister Elgersweier, (a) Seit einigen Jahren arbeitet der hiesige Bürgersohn Otto Lang zur großen Zufriedenheit auf dem Schuhmacherhandwerk, zur Zeit bei der Firma Seidel in Offenburg. Letzte Woche hat nun dieser tüchtige Handwerksmeister seine Meisterprüfung mit sehr gutem Erfolg in Freiburg bestanden. Filme int Jugendbildungswerk Zunsweier, (w). Das Jugend- und Volksbildungswerk zeigte am Mittwochabend im Saale des Gasthauses „zum Leyenschen Hof“ Kulturfilme aus aller Welt. Die Filme führten uns zunächst nach Canberra in Australien und anschließend nach Indien. Dieses Riesenreich erzeugt heute in seinen modernen Industriewerken ein Viertel der Weltwolle und besitzt ein Drittel des Viehbestandes der Welt. Von Natur aus gesegnet, hat Indien keine Grenzen in der Entwicklung der Industrie. Ein weiterer Film gewährte einen lehrreichen Einblick in die Gewinnung des Tees in China der dort als Geschenk der Götter verzeichnet wird. Der letzte Film führte in die Palmenwälder und zeigte uns die Früchte vom „Baume des Lebens“ und deren Verwertung zu Fett, Seife und Cocosmatten. Die Filme erregten viel Interesse und ernteten Beifall. Zunsweier, (w) Vergangene Woche wurde hier die Listensammlung für die Arbeiterwohlfahrt durchgeführt. Die Schüler und Schülerinnen der 8. Klasse unterzogen sich gerne dieser Aufgabe und brachten eine beachtliche Summe zusammen, die nun an die Arbeiterwohlfahrt überwiesen wurde. Diersburg, (s) Frau Karolina Greiner, Witwe, konnte am 17. März in guter Gesundheit auf 78 arbeitsreiche Lebensjahre zurückblicken. Sport in der Heimat Märkte in der Heimat Mannheim Auftrieb: Rinder 198, Kälber 706, Schafe 134 Schweine 1222. Preise (pro Pfund Lebendgewicht); Ochsen AA 80—87 Pf. vollfleisch, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes 70—78 Pf., sonstige vollfleischige 62—68 Pf.; Bullen AA 76—82 Pf.; jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwertes 68—75 Pf., sonstige vollfleischige oder ausgemästete 60—66 Pf., Kühe, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwertes 64—70 Pf.; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 58—63 Pf.; fleischige 44—50 Pf.; gering genährte 36 bis 42 Pf.; Färsen (Kalbinnen) AA 86—92 Pf.; vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes 78—85 Pf.; vollfleischige 70 bis 77 Pf.; andere Kälber, beste Mast- und Saugkälber 90—100 Pf.; mittlere Mast- und Saugkälber 75—86 Pf.; geringere Saugkälber 48 bis 60 Pf., geringere Kälber 38—45 Pf.; beste jüngere Masthammel 35—60 Pf.; Schweine von 150 und mehr kg Lebendgewicht 115 bis 118 Pf.; von 135 kg bis 149,5 kg. 115—118 Pf.; von 120 bis 134,5 kg 118—120 Pf.; von 100 kg bis 119,5 kg; 116—120 Pf.; von 80 kg bis 99,5 kg; 108—115 Pf, fette Specksauen 100—108 Pf.; andere Sauen 95—105 Pf. Marktverlauf: Großvieh geräumt: Schweine langsam, Ueberstand; Kälber gute Qualität lebhaft; geringe Nachfrage, langsam. Ferkelmarkt: 150 Ferkel, 57 Läufer, Preis für das Stück bis 6 Wochen 50—55 DM, über 6 Wochen 60—70 DM; Läufer 70—90 DM. Marktverlauf; Langsam, Ueberstand. Badische Schlachthöfe Mannheim: Schweine 1.18—1,25, Schwerp. b. 1,22, Schafe 0,40 bis 0,60. — Heidelberg: Schweine 1,15—1,25, Schwerp. b. 1,25, Schafe 0,48—0,70. im neunen aer neuen Kegeln SV Offenburg - TuS Schutterwald 3:15 (1:8) Handballt Da für den Meister Schutterwald bereits am 2. April die Spiele um die franz. Zonenmeisterschaft beginnen, hatte man das für 2. April angesetzte Rückrundenspiel gegen Offenburg bereits am vergangenen Mittwochabend ausgetragen. Man wollte hierbei ganz besonders die Auswirkung der neuen Handballregel (30 Meter Abseitslinie) studieren, um evtl, auftretende Schwierigkeiten bei den Mannschaften sofort abzustellen. Wie schwer es war, sich auf die neue Regel umzustellen, zeigten vor allem die ersten 30 Minuten. Ganz besonders verstand es Offenburg nicht, die Vorteile aus dieser vorgeschobenen Abseitslinie auszunützen. Langes Zögern bei der Ballabgabe verursachten fast Jedesmal ein klares Abseitslaufen der Stürmer. Hatten sie mal eine Chance herausgespielt, so wurde sie unausgenützt gelassen. Am deutlichsten wird dies dadurch gekennzeichnet, daß Torwart Herrmann in der ersten Halbzeit kaum einen Ball abzuwehren hatte. Im Feldspiel waren die Gastgeber zeitweise ebenbürtig, doch hier wurden im genauen Zuspiel Mängel festgestellt. Demgegenüber waren die Gäste aus Schutter- dle „ Lage gleich informiert. In blitzschnellen Ballabgaben in den freien Raum wurden alle Vorteile, die sich aus der neuen Regel Bezirksklasse Offenburg II: Ettenheim - Auenheim; Ichenheim — Friesenheim; Lahr II — Kehl-Sund- heim; Orschweier — Leutesiheim; Willstätt gegen Schutterwald; Oberschopfheim — Altdorf. Kreisklasse Offenburg:, Bohlsbach — Windschläg; Elgersweier — Zell-Weierbach; Waltersweier gegen Gengenbach II; Schutterwald — Rammersweier; Weier II — Offenburg III; Zunsweier II — Ortenberg. Kreisklasse Renchtal: Ulm — Oberkirch II; Op- penau — Ebersweier; Zusenhofen II — Durbach.; Urioffen — Bad »Peterstal; Appenweier — Nußbach. ergeben, ausgenützt. Ein Erfolg konnte hierbei nicht ausbleiben. Ganz besonders fiel der linke Flügel mit dem spurtschnellen Zind W. auf, der einfach auf und davon lief und dabei auch den krönenden Torschuß nicht vergaß. Wenn Junker G. nicht so in Erscheinung trat, so war dies darauf zurüCkzuführen, daß er von seinen Bewachern keine Sekunde loskam. Im übrigen war die Gesamtleistung der Mannschaft im ersten Spiel mit der neuen Regel gut. Schiedsrichter Kabitzke, Lahr, leitete das faire Spiel ausgezeichnet. -Is,- Griesheim I — Zunsweier I Am Sonntag hat TuS. Griesheim die erste Elf aus Zunsweier zu Gast. Zunsweier kann eine starke Kampfmannschaft ins Feld stellen, der in der Vorrunde mancher UeberrasChungssieg gelang. Im Vorspiel trennten sich beide Mannschaften 5:5 unentschieden. Will Griesheim im Rückspiel erfolgreich abschneiden, so darf es die Mannschaft an Einsatz und vor allem an schnellem und genauem Zuspiel nlchfc- fehlen lassen. V. R Rotweiß Lörrach — TuS Schutterwald Am kommenden Sonntag kommt es erneut zum Zusammentreffen zwischen dem Exmeister Lörrach und dem neuen Meister Schutterwald. Beim Vorspiel in Schutterwald konnten die Einheimischen einen klaren ll:3-Sieg erringen. Die Wiesentäler haben zwar an ihrer alten Form viel verloren, sind aber gerade gegen Schutterwald immer auf dem Posten gewesen. Mit äußerstem Einsatz und festem Siegeswillen sollten auch diese beiden Punkte, die zur endgültigen Meisterschaft noch fehlen, erkämpft werden. -Is.- Handball — Kreisklasse Offenburg/Kehl: Auenheim — Willstätt; Ohlsbach II — Urioffen; Ottenburg II — Kork; Marlen — Oppenau; Oberkirch II gegen Hofweier II; Griesheim — Zunsweier. Wenn die Glocken rufen Kath. Gottesdienste Hl. Kreuz: 8.00 Frühmesse mit Beichtgelegenheit; 7.15 Gemeinschaftsmesse mit Osterkommunion der Jungfrauen und Mädchen; 8.45 Kindergottesdienst; 10.00 Amt mit Predigt; 11.30 Christenlehre für die Mädchen; 18.00 Fastenpredigt mit Segensandacht. Hl, Dreifaltigkeit: 6.00 Frühmesse; 7.00 Betsingmesse; 8.30 Hauptgottesdienst, Asperges, Predigt und Amt; 10.00 Kindergottesdienst; heute Kollekte für bedürftige Erstkommunikanten; 19.30 Fa- stenpredigt mit Andacht. Heute Beginn der Fastenopferwoche. St. Fidelis: Hl. Messen: 6.30, 8.00 (Frauen), 9.15: Kindergottesdienst; 10.00 Singmesse; 20.00 Fastenpredigt, Sühnepredigt. Kloster U. L. Frau: 8.00 Amt. Berghaupten: Passionssonntag: 7.30 Frühgottesdienst, best. hl. Messe für Luise Räpple, geb. Armbrusten 9.30 Amt. Bohlsbach: 7.30 Frühmesse; 9.30 Hauptgottesdienst; 13.30 Andacht. Bühl: 7.15 Frühmesse; 9.15 Hauptgottesdienst: 13.30 Andacht. Diersburg: 7.00 Frühmesse; 9.00 Hauptgottesdienst; 13.30 Andacht. Darbach: 7.15 erste Frühmesse; 8.00 zweite Frühmesse; 9.30 Amt; 13.30 Andacht. Gengenbach: Gottesdienste wie gewöhnlich. 7.30 Singmesse und hl. Kommunion der Schuljugend, Christenlehre für Jungmänner; 17.00 Fastenpredigt mit Segen. — Vom 26. März bis 2. April Fastenopferwoche. Hofweier: 6.45 erste Frühmesse m. Osterkommunion; 7.30 zweite Frühmesse mit Kinderkommunion; 9.15 Singmesse mit Predigt und Christenlehre: 13.15 Fastenandacht mit Segen. Langhurst: 9.00 hl. Messe mit Predigt. Nesselried: 7.00 hl. Messe und Kommunion; 9.00 Rosenkranz; 9.30 Predigt und Levitenamt mit hl. Kommunion und Segen am Gnadenaltar. Niederschopfheim: 7.00 Frühmesse; 9.00 Amt; 13.30 Andacht. Nordrach: 7.00 Frühmesse für Zäzilia Nock und Andr. Nock, Monatskommunion der » Frauen; 8.00 Kolonie hl. Messe für Wilh. Lehmann und verst. Angeh.; 9.15 Singmesse mit Predigt; 10.15 Christenlehre für die Jünglinge; 13.30 Kreuzwegandacht mit Segen. Ohlsbach: 7.30 Frühmesse; 9.30 Amt; 13.30 Andacht. Ortenberg: 7.15 Frühmesse; 9.30 Amt; 13.00 Rosenkranz; 13.30 Andacht. Schutterwald: 8.00 Beichtgelegenheit; 7.00 I. Frühmesse; 8.15 2 . Frühmesse; 9.30 Hochamt; 13.30 Andacht; werktags 7.00 hl. Messe. Waltersweier: 7.30 Frühmesse; 9.30 Amt; 13.30 Andacht. Windschläg: 7.15 Frühmesse; 9.30 Amt mit Predigt, Christenlehre; 13.30 Andacht. Zell a. H.: Stadpfarrkirche: 6.00 Beichtgelegenheit; 7.00 Frühmesse; 8.00 Schülergottesdienst mit Monatskommunion des 7. und 8. Schuljahres; 9.30 Hauptgotteedienst, anschließend Christenlehre der Jungmänner. Nach dem Gottesdienst Stiftungsratssitzung im Pfarrhaus mit Wahl der Mitglieder und Ersatzmänner für die kath. Kirchensteuervertretung. 14.00 Versammlung des Kindheit-Jesu- und des Schutzengelvereins mit Opfergang und Andacht zum hl. Josef für alle Schulkinder; 19.30 Fastenpredigt mit Andacht und Segen. Zell a. H.: Wallfahrtskirche: 6.30 und 7.00 stille hl. Messen mit Kommunionausteilung; 7.30 Singmesse mit Predigt. Zunsweier: 7.15 Frühmesse; 9.30 Hauptgottesdienst; 13.30 Andacht. Evang. Gottesdienste Evang. Kirchengemeinde Offenburg: Kein Frühgottesdienst; 9.00 Konfirmation der Westpfarrei mit Heiligem Abendmahl in der Stadtkirche; 11.00 Kindergottesdienst im Saal, Poststraße 16. 18.00 Abendgottesdienst in der Stadtkirche. — Dienstag, 28. März: 20.00 Frauenkrei» der Westpfarrei, Poststr. 18. — Mittwoch, 29. 3.: 20.15 Männerwerk, Poststr. 16. — Donnerstag, 30. 3.: 20.00 Bibelstunde im Saal, Poststr. 16. Evang. Gemeinschaft, Augusastr. 1: Sonntagabend 7.30 Uhr Predigt; Donnerstagabend: Bibelstunde fällt aus. Evang. Kirche Diersburg: Samstag, 25. März: 13.00 Glockenweihe; 14.00 Beichte; 19.00 Erstmaliges Zusammenläuten der neuen evangelischen und katholischen Glocken. — Sonntag, 26. März; 8.15 Beichtgelegenheit Im Pfarrhaus; 8.30 Aufstellen, kurze Vorfeier der Konfirmanden und Angehörigen im Pfarrhof; 9.00 Gottesdienst mit Prüfung, Einsegnung und Hi. Abendmahl der 23 Konfirmand. Evang. Kirche Gengenbach: Samstag: 20.00 Vorbereitung zum hl. Abendmahl mit den Konfirmanden. — Sonntag: 9.30 Gottesdienst, mit Konfirmation und hl. Abendmahl; 11.00 Kindergottesdienst. — Montag: 6.45 Morgenandacht Evang. Ktrchengemeinde Zell a. H.: Samstag: 20.00 Wochenschluß für die ganze Gemeinde. — Sonntag: 9.30 Hauptgottesdienst mit Prüfung und Einsegnung der . Konfirmanden. — Dienstag: 20.00 Frauenabend (Krone). — Donnerstag:: 20.09 Kirchenchor (Krone). Altkath. Kirchengemeinde Offenbg., Gymnasiumstr. 7 Sonntag, 20. März: 10 Uhr Gottesdienst; hl. Amt mit Predigt und allgem. hl. Kommunion. Ofienburger Tageblatt Chefredakteur; Adolf Kimmlg, Verantwortlich für Heimatlcil: Herbert Buhlet Sprechstunden der Redaktion: Montag Mittwoch und Freitag 11 bis 12 Uhr. Druck u. Verlag: A. Reift & Cte„ Offenburg Für unverlangt eingehende Manuskripte wird keine Gewähr Übernommen. i Samstag, 25. März 1950 A Offenburger Tageblatt Nr. 36 Seite 13 r (Met WO foUuädet habe ich am Lager, dabei die Weltmarken ADLER, MIELE, RIXE usw. in verschiedenen Farben und Größen r Omtern mit einem schönen Fahrrad ins Freie gibtdoppelfe Fefttagsfreude t Ich lade zur Besichtigung freundlichst ein Albert Uhl Hauptstraße 64 OFFENBURG Telefon 1198 Das Fachgeschäft für Fahrräder, Nähmaschinen ALLE REPARATUREN .j Oslergeschenke finden Sie in reicher Auswahl Damen* Herren* und Kinderwäsche Woll- und Sfridcwaren Textilhaus Späth OFFENBURG Metzgerstraße 7 WCBA QualitStsmöbel erhalten Sie zu billigen Preisen bei Schlafzimmer Wohnzimmer Küchen Sitz- u. Polsfermöbel aller Art sowie Einzel- n. Anbaumübel Otto Huber, Mttbelhandlung Ohlsbach, Hauptstraße 217 Arbeitsvergebvng Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Offenburg, eGmbH.. 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März, nachmittags 1.30 Uhr, in Fautenbach bei Achern, statt. r Für die kommenden Festtage sind Lederwaren aus meiner reichen Auswahl die passenden Geschenk' ■'t s Leto^öetv-'Re\seaiffis& ALLEINVERKAUF: MARKE GRUNGOLD V Danksagung Aus tiefbewegtem Herzen danken wir allen, deren herzliche Teilnahme anläßlich des Todes unseres unvergeßlichen Heimgerufenen, Herrn Hermann Zittel uns ein' Trost in unserm schweren, unfaßbaren Schmerze war. Unser besonderer Dank gilt Herrn Pfarrer Haaf für seine, unsere Herzen trostreich erfüllenden Worte und dem Diakonissenverein für dessen letzten Gruß. Für die trauernden Hinterbliebenen: Frau Christine Zittel, geb. Bieber. Offenburg, Gaswerkstr. 6, den 23. März 50. Musik Noten u. Vereinsartikel ■Instrumente Pianos - Harmoniums fkisiUtaus Ufeüstket Offenburg, HauptstnBe 66 Zufriedene Ku nd e n mit MÖBEL das große Einrichtungshaus mit den Preislagen für Alle ö. 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