Mestes Heimatblatt für Stadt und Bezirk Offenburg Rrsciisln« vsctienruct» SrelmsUz. Bezugsprell für den laufenden Monat DM 1.75 zuzüglich 25 Pfennig Trägerlohn. Einzelnummer 20 Pf. Im Falle höherer Gewalt oder bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. Snknbmger Settune MMR Mlt Anzeigenblatt mit anerkannt guter Werbewirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenburg. Zur Zeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. I gültig. Druck und Verlag: A. Reiff & Cic., Buchdruckerei Offenburg Bad. Geschäftsstelle: Offenburg, Konistraße 10. Fernsprecher! Offenburg Nr. 1527 und 212«. Postschließfach Nr. 222. Postscheckkonto- Karlsruhe Nr. 126 *1. Nummer 41 Offenburg, Donnerstag, 6. April 1950 Ausgabe a 139. Jahrgang Im März 130 000 Arbeitslose weniger Stärkste Abnahme seit der Währungsreform — Wohnungsbauprogramm wird Arbeitsmarkt weiter entlasten Bonn. Die Arbeitslosigkeit im Bundesgebiet ging im März um rund 130 000 zurück. Sie betrug somit Ende des Monats noch rund 1 852 000 gegenüber 1982 000 Ende Februar dieses Jahres. Wie das Bundesarbeitsministerium am Mittwoch bekanntgab, sind an diesem Rückgang in erster Linie das Baugewerbe und seine Zulieferindustrien beteiligt. Im Ministerium wird in Zukunft noch mit einer beträchtlichen Abnahme durch das Wohnungsbauprogramm sowie die übrigen Arbeitsbeschaffungs- tnaßnahmen gerechnet. Im Februar 1949 war die Arbeitslosigkeit noch um rund 100 000 gestiegen. Die Abnahme an Arbeitslosen im März 1950 ist die größte Abnahme seit der Währungsreform überhaupt. Starke Abnahme bei Männern Die Zahl der arbeitslosen Männer nahm im März um rund 118 200 ab, die der Frauen um rund 11800. Danach waren Ende des Monats von den rund 1851 900 Arbeitslosen rund 1 362 900 Männer und rund 489 000 Frauen. Eine Ausnahme von der allgemeinen rückläufigen Entwicklung der Arbeitslosigkeit machten im März noch die Hansestädte Hamburg und Bremen, wo die Zahl der Arbeitslosen weiter leicht zunahm Ministerium rechnet mit weiterem Rückgang Das Bundesarbeitsministerium rechnet mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen in den folgenden Monaten. Es wird darauf hingewiesen, daß bei rund 1,852-Millionen Arbeitslosen Ende März etwa rund 400 000 sogenannte Fluktuationsarbeitslose mitgezählt worden sind. Dabei handelt es sich um Arbeitskräfte, die erfahrungsgemäß nur vorübergehend arbeitslos sind, am Zähltag bei den Arbeitsämtern aber auch dann als Arbeitslose erfaßt werden, wenn sie schon in eine neue Arbeitsstelle vermittelt wurden. Höchste Arbeitslosenzahl weiterhin in Bayern Das Land Baden wies Ende März noch 15 915 Arbeitslose (minus 1 362) und Württembergs Hohenzollem noch 13 293 (minus 2514) auf. Bund verteilt 300 Millionen Kredite Bonn.. Der interministerielle Ausschuß zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hat jetzt 300 Millionen DM aus Bundesmitteln als Kredite an die finanzschwachen Bundesländer verteilt. 25 Millionen DM wurden für den Schiffsbau abgezweigt, 105 Millionen DM erhält Bayern. 90 Millionen Niedersachsen, 65 Millionen DM Schleswig-Holstein und 15 Millionen DM Ein Berliner, Westalliierte Maßnahmen gegen Frankfurt a. M. Ein amerikanischer Sprecher in Frankfurt wies am Mittwoch Behauptungen zurück, daß der in Westberlin gebildete westalliierte Aktionsstab gegen sowjetische Putschversuche und Propaganda ein „Generalstab militärischen Charakters“ sei. Der Aktionsstab habe rein politische, wirtschaftliche und ideologische Aufgaben Ihm stünden keine Truppen zur Verfügung. Falls durch eventuelle künftige sowjetische Putschversuche ein Truppenaufgebot notwendig werde, müßten erst das amerikanische, das britische und das französische Armee-Hauptquartier gefragt Vierden. Der westalliierte Aktionsstab sei wegen des immer stärker werdenden Drucks der Sowjetunion auf Westberlin vor sechs Wochen gebildet worden und bestehe aus den drei westberliner Kommandanten, ihren Stellvertretern sowie den Leitern der politischen, Hessen für das Notstandsgebiet Nordhessen. Die Kredite sollen nur an wirtschaftlich gesunde Betriebe gegeben werden, bei denen das Geld tatsächlich dazu beiträgt, den Ar- beitsmarttt zu entlasten. * Bonn. In einer dreistündigen Unterredung zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und den drei Hohen Kommissaren am Mittwoch auf dem Petersberg wurde der Bundeskanzler über die Neufassung des alliierten Gesetzes Nr. 75 (Neuordnung der Kohle- Stahl- und Eisenindustrie) unterrichtet. An den Besprechungen nahm auch bundeswirtschaftsminister Dr. Erhard teil. .Aktionsstab" Putschversuche und Propaganda wirtschaftlichen und der Intelligence-Abtei- lungen und der drei Aemter für öffentliche Angelegenheiten. Der Aktionsstab sei hauptsächlich aus Sicherheitsgründen sowie zur ständigen Beratung über die Berliner Situation und zur Planung eventueller Maßr nahmen geschaffen worden und werde von Fall zu Fall mit den zuständigen deutschen Instanzen eng Zusammenarbeiten. Zunächst befasse sich der Aktionsstab mit dem für Pfingsten geplanten FDJ-Treffen. Es würden Gegenmaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Amerikanische Steilen glaubten, daß jeder sowjetische Angriff auf Westberlin, ob gewaltsam oder propagandistisch, in der entsprechenden Form zurückgewiesen werden kann. So lange die Westmächte Deutschland besetzt hielten, würden sie auch in Westberlin bleiben Ein neuer Fall Westerling Militärrevolte in Ostindonesien Bayern meldete auch Ende März mit 479 266 die höchste Arbeitslosenzahl unter den Ländern der Bundesrepublik. In Bayern betrug die Abnahme gegenüber Ende Februar 45 540. Es folgen Niedersachsen mit 421472 Arbeitslosen (minus 24 398). Nordrhein-Westfalen mit 257 177, (minus 16 159) und Schleswig-Holstein mit 235 158 (minus 11194). Hessen zählte Ende März 163 739 Arbeitslose (minus 14 697), Hamburg 90 083 (plus 1 076), Württemberg-Baden 97 754 (minus 9816), Rheinland-Pfalz 73 408 (minus 6488) und Bremen 22 614 (plus 1063). London. Die Deutschlandfrage kann, wieder amerikanische Hochkommissar McCloy am Dienstag bei einem Essen der Pilgergesellschaft in London erklärte, nur durch Einbeziehung Deutschlands in ein geeintes Europa wirklich gelöst werden. Die Schaffung von Sicherheit durch Einschränkung des Kriegspotentials und durch Förderung der Demokratie in Deutschland sei nur ein Schritt auf dem .Wege zu dieser Lösung. McCloy beschuldigte die Sowjetunion, die Kluft zwischen Ost und West ständig zu vertiefen. Dieses Ringen habe in Deutschland dramatische Formen angenommen. Erstes Ziel der Sowjets sei Berlin Berlin werde aber nicht aufgegeben werden. So wichtig jedoch auch der Widerstand gegen sowjetischen Druck sei, so könne damit das deutsche Problem nicht gelöst werden. McCloy sagte: „Nur innerhalb eines geeinten Europas sehe ich eine Möglichkeit die wirtschaftlichen, politischen und geistigen Kräfte Deutschlands in gesunde und friedliche Bahnen zu lenken. McCloy wies darauf hin, daß die Bundesrepublik bei starker Volkszahl mit kleinem Raum auf ihre Industrieproduktion angewiesen sei. Die Sicherheit der Nachbarstaaten könne bei einer deutschen Wirtschaft nur durch vollkommene Eingliederung Deutschlands in die größere europäische Gemeinschaft gewährleistet werden. Mit einem vereinigten Europa wäre zugleich ein leistungsfähiger Apparat gegeben, der national ist, die deutsche Kraft in Schach hält und ein übergeordne- Djakarta. In der jungen Republik Indonesien ist es am Mittwoch zum zweiten Mal in kurzer Zeit zu einem bewaffneten Aufstand unter Führung eines Abenteurerhauptmanns gekommen. Dieses Mal riß Hauptmann Andi Abdul Azis, ein ehemaliger Angehöriger der ersten britischen Luftlandedivision „Rote Teu- tes Recht zum Schutz gegen skrupellose Angriffe gewährt. Eine echte europäische Gemeinschaft sei das psychologische und geistige Element, das an die durch Schwinden der Nationalstaatlichkeit entfallenen Ziele und Ideen treten kann. Heute wolle Deutschland noch Mitglied eines vereinten Europas sein, morgen bereits könnte ein Zögern jedes Handeln schwieriger machen. McCloy besprach sich mit Churchill Frankfurt. Der amerikanische Hohe Kommissar traf am Mittwochabend, aus London kommend, wieder in Frankfurt ein. Vor der Presse erklärte McCloy, daß er am Mittwochvormittag mit Winston Churchill eine mehrstündige erfolgreiche und wertvolle Aussprache gehabt habe. Zu seiner Freude habe er festgestellt, daß er und Churchill in den meisten akuten politischen und wirtschaftlichen Problemen der Bundesrepublik einer Meinung seien. Ueber Einzelheiten seines Gesprächs mit Churchill wollte McCloy nicht sprechen. Aus amerikanischen Kreisen verlautet, daß McCloy bei diesem Gespräch unter anderem die bisherige alliierte Deutschland-Politik. Churchills Ideen über die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik, die Berliner Situation, gesamtdeutsche Wahlen und die Möglichkeit einer besseren Koordinierung der amerikanischen und britischen Besatzungspolitik: erörtert hat ' fei“, in Makassar, der Hauptstadt des ostindonesischen Staates, die Macht an sich. Unter seiner Führung rebellierten mehrere hundert ostindonesischer Soldaten kurz nach Sonnenaufgang. Sie nahmen den indonesischen Gebietskommandeur gefangen und setzten 140 Offiziere und Mannschaften fest. Makassar soll sich gegenwärtig fest in der Hand der Aufständischen befinden. Hauptmann Abdul Azis erklärte in einer Rundfunkproklamation, sein Putsch habe den Zweck, die Selbständigkeit des ostindonesischen Staates gegen die einheitsstaatlichen Bestrebungen der Regierung in Djakarta zu verteidigen. Die indonesische Regierung hielt am Mittwochvormittag eine Sondersitzung ab. Ein von ihr nach dem Schauplatz des Aufstandes dirigiertes Bataillon ist noch nicht eingetroffen. Abdul Azis hat einen Vorgänger in dem ehemaligen Hauptmann Westerling, der vor einigen Wochen die westjavanische Stadt Bandung mit seiner Privatarmee, den „himmlischen Heerscharen“ vorübergehend besetzte. Westerlings Karriere wurde vor kurzem unterbrochen, als er wegen ungesetzlicher Einreise in Singapur ins Gefängnis kam. Fünfzig Personen ertrunken Lissabon. Etwa 50 Personen ertranken am Mittwoch, als ein Schiff auf dem portugiesischen Fluß Douro kentert e. Das Unglücksschiff war beim Fährverkehr zwischen der Hafenstadt Porto an der Douro-Mündung und Aviertes eingesetzt. Schiller wird überprüft Immenstadt. Ein Immen Städter Buchhändler, der schon seit längerer Zeit auf eine Sendung von vier Bänden der Werke Schillers aus Weimar wartete, erhielt von der zuständigen Berliner Verlagsauslieferung die Nachricht, daß die Sendung an der Grenze zur politischen Ueberprüfung beschlagnahmt worden sei. Eingliederung Deutschlands gefordert Bedeutsame Rede des amerikanischen Hochkommissars Dreimal Leopold III. Ein Lebensbild Von unserem Korrespondenten Kees v. Hoek Immer wenn ich an Leopold III. denke, muß ich mich lebhaft dreier Phasen seines Lebens erinnern: eine großen Glücks, eine der feierlichen Würde und eine der bitteren Tragödie. Die erste erlebte ich im September 1926. In Stockholm hatte eben die standesamtliche Trauung zwischen Prinzessin Astrid von Schweden, einer Nichte des Königs Gustav, und dem Kronprinzen Leopold stattgefunden. Der schwedische Kreuzer „Fylgia“ brachte die junge Braut nach Belgien, wo die kirchliche Trauung in der Kathedrale von Brüssel btatt- fInden sollte. In Antwerpen, der frohen und lebensdurchpulsten flämischen Stadt, betrat sie zum ersten Mal belgischen Boden — ein Traum von Jugend, Grazie und Schönheit. Die Ankunft war durch ein Zeremoniell festgelegt, jedoch der Kronprinz durchbrach es, als er, kaum daß das Kriegsschiff angelegt hatte, den Laufsteg hinau feilte, seine Braut in die Arme schloß und sie immer und immer wieder küßte. Acht Jahre später im Februar 1934: König Albert, der Bergsteiger, war tödlich abgestürzt, und die belgische Deputiertenkammer hatte sich versammelt, um den Eid des neuen Königs auf die Verfassung zu hören. Unter den glänzenden Uniformen und Staatsgewändern saß der junge König auf seinem mit Samt ausgeschlagenen. Thron in einer einfachen Khaki-Uniform. Neben ihm die Königin, trotz ihrer Trauerrobe berückend schön, mit den Kindern. Der dreijährige Prinz Baudouin sorgte für Ablenkung. Zuerst versuchte er seine Mutter zu küssen, dann schenkte er seine- Aufmerksamkeit dem Kardinal Erzbischof von Mailines, schließlich stieg er auf seinen Stuhl und flüsterte, lang in das Öhr der Mutter. Die Anwesenden konnten ein Lächeln nicht unterdrücken, bis der Prinz von Wales, der hinter ihm saß, die Situation rettete. Er reichte dem Knaben seinen Admiralshut. Und dieses Wunder mit gol .lenen Litzen und flaumigen Federn nahm die Aufmerksamkeit des kleinen Prinzen. in Anspruch. Wieder 18 Monate später, im August 1935: Die 29jährige Königin Astrid war in den Armen ihres Gemahls an den Folgen eines Autounfalles ln der Nähe eines einsamen Schweizer Sees gestorben. Unbewußt all der Sympathie, die eine Menge von zwei Millionen Spalierbildenden ihm entgegenbrachte, schritt der junge König von der Brüsseler Kathedrale zum königlichen Mausoleum in Laeken Palace ;hiiter dem Sarge her, der die Königin seinfes Herzens barg. Er trug den Arm in der Binde, er humpelte, da er eine Rippe gebrochen hatte. Die ' Sonne schien auf sein goldgelocktes Haar, als er Schritt für Schritt setzte, barhäuptig, wie ein Schlafwandler. Aufsehen erregte die Politik des Königs, als er 1936 in einer epochemachenden Rede Belgiens strikte Neutralität verkündete. Damals erklärte er auch, daß sich sein Land nicht mehr länger an den Locarno-Vertrag gebunden fühle. Er schälte damit Belgien, das zu lange und zu oft Schlachtfeld der anderen gewesen war, aus den Streitigkeiten seiner Nachbaren und begann eine ausschließlich belgische Politik einzuschlagen. Aber diese Politik rettete sein Land nicht im zweiten Weltkrieg. Genau so wenig wie Holland gerettet werden konnte Seit diese beiden Länder erkannt hatten, daß die Westmächte völlig unvorbereitet waren, war es nur natürlich, daß sie nur durch eine strikte Neutralität ohne irgendwelche Bindungen die einzige Chance wahrnehmen konnten, sich aus dem Krieg herauszuhalten. Innerpolitische Schwierigkeiten blieben Leopold III. ebenfalls nicht erspart. Kohlenstreiks, politische Skandale, Deflation, Sprachenkämpfe — das sind nur einige wenige größere Krisen, bei deren Ueberwindung er seinem Lande half. Er versuchte, die Krisen mit einer erstaunlichen Gründlichkeit und mit ehrlichem Wahrheitsstreben zu überwinden. Wenn immer der Nation etwas zustieß, war Leopold zugegen. Als der Leichnam Pater Damiens von den Lepra-Inseln heimkam. nahm der König den Sarg am Kai von Antwerpen in Empfang. Bei dem furchtbaren Bergwerksunglück bei Lambrechies half der König die Opfer auf die Bahren legen. Er lud eine Abordnung der Bergarbeiter, die ihm ihre Anliegen vortrugen, zum Essen ein. Bei einer Garden- üfr. 41 — Seite 8 ABC Offenbnrger Tageblatt Do nn erstag, 8. April ItM party für 3000 Arbeiter bewegte er sich frei mit seinen Kindern zwischen ihnen. Selbst Genosse Jaquemottei der damalige Kommunistenführer, konnte mit seiner Stoffmütze und seinem Rollpullover im Palast versprechen und wurde zu einem Gespräch empfangen Wie ein Geschäftsmann, der in die Stadt fährt, pflegte der König von Laeken, wo er wohnte, zum königlichen Palast in Brüssel, seinem »Amt“, zu fahren. Einige Male im Jahr stahl er sich für einen kurzen Urlaub weg, um einer Leidenschaft zu fröhnen, die er von seinem Vater geerbt hat — dem Bergsteigen. Als er einmal wegen einer Kabinettkrise heimeilen mußte, sahen ihn Schweizer Polizisten, die für seine Sicherheit sorgen sollten, aus einem Abteil dritter Klasse aussteigen, mit einem Rucksack auf dem Rücken. Er tat ihnen leid, erklärten sie ihm, ihn nickt früher gesehen zu haben „Das wäre auch nicht leicht gewesen“, antwortete er mit einem Lackeln auf seinem sonnverbrannten Gesicht, „denn genau so wie die Gemse, komme ick nicht unter 2000 Meter.“ Als der Krieg Belgien überrannte, kämpfte Leopold an der Spitze seiner Armee. Bei der Uebergabe seiner von unmenschlichen Anstrengungen erschöpften Armee war seine erste Ueberlegung, die Verbündeten rechtzeitig zu verständigen, wie Admiral Sir Roger Keyes außer jedem Zweifel bestätigt hat. Eine Versammlung von 50 belgischen Generälen hat dies in einem spontanen Brief gegen die Behauptungen in Winston Churchills Memoiren erneut festgestellt. Nah der Kapitulation blieb er in seinem Land, verweigerte jede Verhandlung mit den Eindringlingen, lebte als Gefangener inmitten seines gefangenen Volkes, bis er selbst mit Gewalt aus Belgien gebracht wurde. Zunächst 43 Konsulate Düsseldorf. Die ersten deutschen konsularischen Vertreter werden Ende dieses Monats ihre Posten im Ausland übernehmen. Zunächst Ist die Einrichtung von Generalkonsulaten, in New York, London und Paris vorgesehen. Im ersten Haushaltsjahr sollen 43 konsularische Vertretungen im Ausland eingerichtet werden, so z. B. ln den Benelux-Ländern, Dänemark, Norwegen, Italien, Griechenland, in der Türkei, in Kanada und in Australien. Wie der Leiter des Bonner Organisationsbüros für die konsularish-wirtshaftlihen Vertretungen im Ausland, Staatsrat Dr. Haas, am Mittwoch vor der Presse in Düsseldorf ^ bekanntgab, sollen die Vertretungen jeweils eine besondere Wirtshaftsabteilung erhalten, die sich auf eine Abteilung für Handelsförderung und eine für Wirtshaftsbeobahtung stützt Dr. Haas betonte, daß der alte auswärtige Dienst nickt wieder aufgebaut, sondern ein neuer Dienst geschaffen werde, der den Jetzigen Anforderungen des deutschen Volkes entspreche. Es werde niemand ins Ausland geschickt, dem „irgendwelche Verbindung der NSDAP“ nahgesagt werden kann oder der etwa mit einem Beglaubigungsschreiben Hitlers das nationalsozialistische Deutschland im Ausland vertreten hat, auch wenn er nickt Parteimitglied gewesen sein sollte. [Freundliche Worte Frangois-Poncets Paris. Der französische Hohe Kommissar In Deutschland, Frangois-Poncet, setzte sich am Dienstag bei einer Ansprache vor der Pariser Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaft für eine deutsch-französische Verständigung im Rahmen Europas ein. Frangois-Poncet erkannte die schwere Aufgabe der Bonner Regierung an und meinte, daß die Bonner Regierungstätigkeit „den Besetzten mißfallen muß, wenn sie der Besatzungsmaht zu gut gefällt, und umgekehrt“. Nach Eyskens nun van Zeeland Die Belgische Regierungskrise — Königsfrage weiter in der Schwebe Brüssel. Der belgische Verteidigungsmini' ster Albert Deveze hat nah über einwöchi- gen Bemühungen den Versuch aufgegeben, eine neue belgische Regierung zu bilden. Deveze gab am Dienstag Prinzregent Charles den Auftrag zur Kabinettsbildung zurück. Außenminister Paul van Zeeland hat am Mittwoch vom belgischen Prinzregenten Charles den Auftrag erhalten, ein neues belgisches Kabinett zu bilden. Van Zeeland, der der Christlich-sozialen Partei angehört, hat den Auftrag angenommen. Von Brüssel nah Pregny Brüssel. Der Privatsekretär König Leopolds, Professor Jacques Pirenne, reiste am Dienstagabend unerwartet mit dem Nacktschnellzug von Brüssel nach Genf ab, um König Leopold in Schloß Pregny aufzusuchen. Vorher hatte er eine längere Unterredung mit dem geschäftsführen den belgischen Ministerpräsidenten Eyskens und Justizminister Lilar. Der Anlaß der nächtlichen Besprechung und der plötzlichen Abreise Pirennes wurde nicht bekanntgegeben, Politische Beobachter bringen die plötzliche Reise Professor Pirennes mit einem Artikel in Verbindung, der in der führenden christlich-sozialen Zeitung Brüssels, „La libre beigique“ veröffentlicht wurde. Das Blatt schreibt: „Die Verzögerung bei der Lösung der Königsfrage wird durch gewisse Manöver dazu ausgenutzt, sogenannte Formeln für eine friedliche Einigung zu finden. Diese Formeln sollen aber ebenso wie alles andere, was sich Ihre Urheber ausdenken, zur sofortigen oder späteren Abdankung des Königs führen. So wird Spaak als Erfinder einer Formel genannt, nach der Prinz Baudouin zum „Generalstatthalter“ des Königreichs Belgien ernannt werden soll, während König Leopold seine verfassungsmäßige Vollmacht zumindest vorläufig wieder übernehmen würde, sich jedoch nur sehr selten bei offiziellen Anlässen zeigen dürfte Es liegt offen zutage, daß dieser Trick nach dem Wunsch seiner Urheber dazu bestimmt ist, die Abdankung des Königs nach einer gewissen Zeit vorzubereiten. Verurteilte Kriegsgefangene amnestiert Dia ersten Transporte in den Heimkehrerlagern eingetroffen Ulm. Nach zweimonatiger Pause trafen am Dienstag und Mittwoch zum ersten Mal wieder Transporte mit zusammen 89 Heimkehrern aus der Sowjetunion-im Heimkehrerlager Ulm ein. Mit wenigen Aufnahmen sind es Kriegsgefangene, die in der Sowjetunion zu Zwangsarbeitsstrafen bis zu 25 Jahren verurteilt wor den waren, aber überraschend amnestiert und seit Februar aus weiten Gebieten der Sowjetunion in Brest-Litowsk zusammengezogen wurden. Von dort wurden sie ohne neue Verhöre entlassen. Am Dienstag waren auch im Heimkehrerlager Hersfeld 50 zu Freiheitsstrafen verurteilte ehemalige deutsche Kriegsgefangene aus der Sowjetunion angekommen. Der Gesundheitszustand der in Ulm eingetroffenen Heimkehrer ist erträglich. Sie rechnen damit, daß noch etwa 20—40 000 deutsche Kriegsgefangene aus der Sowjetunion entlassen werden. Wahllos ausgesucht Die Heimkehrer berichten, daß sie Ende Februar plötzlich ohne Berufungsverhandlung wahllos in den sowjetischen Gefängnissen unter tausenden ausgesucht worden seien. Sie hätten die lakonische Auskunft erhalten: „Wir haben Nachsicht mit Ihnen gehabt, jetzt können Sie nach Hause gehen“. Etwa ein Drittel der Gefangenen werde jetzt auf diese Art in die Heimat befördert. Ueber die Gründe, die zu den Urteilen führten, sagten die Heimkehrer, daß ein großer Teil der ihnen bekannten Bestraften Angehörige der Sanitätsabteilung 322 oder der Sicherungsdivision 285 gewesen seien, ein Teil der Division sei 1943- 44 im Partisanenkampf eingesetzt gewesen. Kardinal Mindszenty schwer erkrankt 'Vatikanstadt. Dem Vatikan liegen Geheimberichte vor, daß Kardinal Mindszenty aus dem Budapester Gefängnis, in dem er seit seiner Verurteilnug in Haft gehalten wurde, in ein slowakisches Hospital übergeführt worden sei. Dort soll er wegen Vergrößerung seiner Schilddrüse behandelt werden. Ein Prälat des Vatikans teilte am Mittwoch ferner mit, daß Mindszenty außerdem an Angina pectoris erkrankt sei. Presseberichte aus Budapest, daß Mindszenty im Gefängnis gestor- Südweststaat über den Bund? FDP-Fraktion reichte Gesetzentwurf ein den sei, werden von Vatikankreisen auf eine Verwechslung mit dem Sekretär Mindszentys Monsignore Andreas Zakar, zurückgeführt, der in der Haft starb. Konfessionelle Zusammensetzung der Bundesrepublik Wiesbaden. Von den 43,7 Millionen Einwohnern der Bundesrepublik gehören 50,2 Prozent der evangelischen Kirch- an, während 45,8 Prozent Katholiken sind. Zur israelitischen Glaubensgemeinschaft bekennen sich 0,1 Prozent und zu anderen Religionsgemeinschaften 0,9 Prozent dei Bevölkerung. Die restlichen drei Prozent gehören keiner Religionsgemeinschaft an. Sie verteilen sich im Verhältnis gleichmäßig auf alle Länder der Bundesrepublik mit Ausnahme Hamburgs, wo Konfessionslose 32 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Wie der evangelische Oberkirchenrat Dr. Berger hierzu ausführte, haben Schleswig- Holstein mit 88 Prozent Bremen mit 85,3 Prozent und Hamburg mit 80,5 Prozent eine überwiegend evangelische Bevölkerung. Der evangelische Anteil in Niedersachsen beträgt 76,8 Prozent, der Hessens 63,5 Prozent, und Württemberg-Badens 58,5 Prozent. In den übrigen Ländern überwiegt der Anteil der Katholiken, und zwar in Südbaden mit 72 Prozent, in Bayern mit 71,6 Prozent, Rheinland-Pfalz 58,7, Nordrhein-Westfalen 56,3 und Südwürt- temberg-Hohenzallern mit 54,6 Prozent. Bonn, am 30. Die Bundestagsfraktion der FDP hat März den Initiativgesetzentwurf zur Neugliederung der die Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzol- lern umfassenden Gebiete eingereiht. Nack dem keine Vereinbarung dieser drei Länder über die Neugliederung ihres Gebiets zustande gekommen ist, soll die Neugliederung gemäß Artikel 118 des Grundgesetzes durch ein Ge setz des Bundestages erfolgen. Der Gesetzentwurf sieht die Vereinigung der Länder Baden, Württemberg-Baden und Würt- temberg-Hohenzollem zu einem Lande vor Die Rechtswirksamkeit dieses Gesetzes hängt von einer Volksbefragung ab, welche die Regierungen der drei Länder an einem noch zu bestimmenden Tage in ihren Ländern durchzuführen haben. Die bei der Volksbefragung an die Abstimmungsberechtigten gerichtete Frage soll folgenden Wortlaut haben: „Wollen Sie die Vereinigung der Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzol- lem zu einem Land?“ Lautet die Mehrheit der in den drei Ländern durchgezählten gültigen Ja- oder Neinstimmen auf Ja, so wird das Gesetz mit amtlicher Verkündigung des Abstimmungsergebnisses rechtswirksam. Lautet die Mehrheit auf Nein, so verliert das Gesetz seine Wirkung. Koblenz bleibt Landeshauptstadt Koblenz. Die namentliche Abstimmung im Landtag von Rheinland-Pfalz über die Frage der Sitzverlegung der Landesregierung von Koblenz nach Mainz ergab am Dienstagnahmittag Stimmengleichheit Von 92 Abgeordneten stimmten 43 für die Verlegung und 43 gegen die Verlegung. 6 enthielten sich der Stimme. Da Stimmengleichheit vorliegt, gilt der Antrag als abgeiehnt Landesregierung und Landtag von Rheinland-Pfalz bleiben also in Koblenz. Klagges zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt Braunshweig. Der ehemalige Braunschwelger Ministerpräsident Dietrich Klagges wurde am Mittwohnahmittag vom Schwurgericht Braunshweig zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt Das Urteil, in dem Klagges des Verbreckens gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen wird, zählt insgesamt 18 Anklagepunkte auf, darunter Beihilfe zum Landfriedensbruck in ershwerter Form, Mißbrauch der Amtsgewalt, Freiheitsberaubung, Aussageerpressung und Nötigung, Körperverletzung und fahrlässige Tötung. Neue NKWD-Agentengruppe für Westberlin Berlin. Nachdem kürzlick in Westberlin eine NKWQ-Agentengruppe aufgedeckt wurde soll nah einer Meldung des „Berliner Sozialdemokrat“ von Mittwoch eine Ersatzgruppe gebildet worden sein, die von dem SED- Oberinspektor Erdmann' und dem NKWD- Agenten Pieske geleitet wird. Der Mitarbeiterstab soll aus 11 Männern und vier Frauen bestehen. Wie die Zeitung berichtet, hat am Montag im Potsdamer Polizeipräsidium eine Besprechung leitender SED-Angehöriger mit dem NKWD-Oberstleutnant Woronin und dem sowjetischen Oberst Aldanow stattgefunden. Den Agenten sei die Aufgabe gestellt worden, sich vor allem der Mitarbeiter der Westberliner Rundfunksender sowie der Angestellten der Flühtlingsstellen „anzunehmen“ Luftreise mit dem Drachen Kopenhagen. Ist es strafbar, seinen dreijährigen Sohn mit einem Kastendrachen eine kleine Luftreise macken zu lassen? Zu dieser Frage müssen jetzt die dänischen Luftfahrtbehörden Stellung nehmen. In der Nähe von Esbjerg hatte ein Mann einen Kastendrahen gebaut und einen Tragstuhl darangehängt, in den er seinen dreijährigen Sohn setzte, der auf diese Weise seine „Lufttaufe“ erhielt. Die Polizei lehnte es ab einzugreifen. Ein Flieger, der diesem Drahenaufstieg zusah, erstattete Anzeige bei den Luftfahrtbehörden. Er findet es unverantwortlich, daß ein Vater seinen Sohn sieben bis acht Meter In die Luft steigen läßt und ein Leben aufs Spiel setzt, wenn die Schnur reißt Familie Dolci einträchtig hinter Gittern Rom. Familie Dolci aus Terni, die sich ihrem Namen zum Trotz — dolci bedeutet süß — nicht vertragen konnte, sitzt einträchtig hinter Gittern. Das Signal zur Verhaftung hatte der jüngste Sohn Castor gegeben, der das „friedlicke Heim“ nach einem furchtbaren Familienstreit kurzerhand in die Luft sprengte. Familie Dolci, bestehend aus dem Vater, zwei Söhnen und zwei Töchtern, war in ganz Terni für die Heftigkeit ihrer inneren Zerwürfnisse bekannt. Am Montagabend natte man sich wieder einmal über das Geld gestritten. Dabei war es zwischen dem Vater und seinen Kindern zu Tätlichkeiten gekommen, bei denen gekratzt, geboxt und gebissen wurde. Der 25jährige Castor hatte von all dem Krach endgültig genug. Er holte aus einem geheimen Waffenlager eine Mine, brachte sie unter einer Mauer des Hauses an und setzte die Zündschnur in Brand. Die Polizei, die nach der Explosion sofort zur Stelle war, holte die friedlosen Bewohner aus den Trümmern und brachte sie hinter schwedischen Gardinen unter. ' Eine 21-jährige Gans verendet Oppenheim. In Oppenheim verendete dieser Tage eine Gans im „biblischen“ Alter von 21 Jahren. Noch in diesem Jahr hatte die geflügelte Veteranin drei Eie* gelegt, besaß aber nicht mehr die Kraft, sie auszubrüten. Sie war so altersschwach, daß sie von. ihrem Besitzer stets aus dem Wasser gehoben werden mußte. Normalerweise wird eine Gans nur 4—6 Jahre gehalten. Selbstmord durch Schlaftabletten Stuttgart. In der Nacht zum Sonntag Ist in einem Stuttgarter Krankenhaus ein 24jähriger technischer Zeichner, der in selbstmörderischer Absicht eine größere Menge Schlaftabletten eingenommen hatte, gestorben. Als seine 25- jährige Braut im Krankenhaus von seinem Tod erfuhr, stürzte sie sich aus einem Fenster des Treppenflurs zwischen dem vierten und fünften Stock in den Hof. Sie erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen. 1 Neues in Kürze Nach mehrmonatigen Debatten hat dar Treuhänderschaftsrat der UNO da» Statut für di» Inter- patioaalisiprung Jerusalems angenommen. Der Beschluß In dieser umstrittenen Frage ward« ohne die am meisten interessierten Großmächte getagt. Die Sowjetunion nahm an der Abstimmung nicht teil, da sie den Treuhgnderschaftsrat wegen der Anwesenheit eines natioSalchinesitcben Delegierten boykottiert. Großbritannien und die USA enthielten sich der stimme. Die britische Regierung gab den Bau einer neuen Atomenergie-Anlage bekannt. Die Anlage soll bei Aldermaston in der Nähe von Beading (Berkshire) errichtet werden. Präsident Truman benannte Thomas Finietter als Nachfolger des amerikanischen Uuftfaimminister* Stuart Symington. Zehn römisch-katholische Mönche, unter ihnen einige Aebte und ein Jesuitenprovinzial, die vor einem Prager Gerichtshof wegen Verrats und Spionage angeklagt waren, wurden am Mittwoch zu Freiheitsstrafen Verurteilt. Das Strafmaß bewegte. sich zwischen zwei Jahren und lebenslänglichem Zuchthaus. Kalkutta wird seit Wochen von zwei ernsthaften Epidemien heimgesucht. In den letzten drei Monaten sind dort nach amtlichen Angaben an pochen und Cholera 2385 Menschen umgekommen. Der Hauptanteil entfällt dabei auf die Pocken. Die Alliierte Hobe Kommission bat Bundeskanzler Dr. Adenauer in einem Schreiben mitgeteilt, daß sie die Wiederaufnahme des Fechtens nicht beanstande, soweit dieser Sport nach den Regeln des internationalen Fechtverbandes getrieben wird. Wie die Bundespressestelle dazu am Dienstag mitteilte, bleibt die studentische Mensur nach wie vor untersagt. Churchill ist unzufrieden London. Winston Churchill erklärte am Mittwoch vor dem Unterhaus, es sei bedauerlich, daß in den 12 Monaten seit der Unterzeichnung des Atlantikpaktes keine größeren Fortschritte auf dem Wege zur Bildung einer gemeinsamen Verteidigungsfront erzielt worden seien. Er nahm damit zu einer Erklärung des britischen Verteidigungsministers Shinwell über das Jüngste Treffen des Atlantischen Verteidigungsausschusses im Haag Stellung. Shinwell erwiderte, daß es nicht so einfach sei, eine Organisation dieser Art aufzustellen, die 12 Länder umfasse, von denen einige sehr mächtig, andere wiederum. schwächer seien, und die alle verschiedene Interessen hätten. Churchill wisse das wohl am besten, denn er werde sich sicher an seine eigenen bitteren Erfahrungen zu Beginn des letzten Krieges erinnern. Die Pläne für den nächsten Schritt der Atlantikpaktorganisation würden zur Zeit eingehend überprüft und durchdacht, er hoffe, so sagte Shinwell, dem Unterhaus und allen interessierten Nationen so schnell wie möglich eingehendere Informationen geben zu können. USA-Regicrung wünscht. Beitritt der Bundesrepublik Washington. Die USA-Regierung wünsche, daß'die deutsche " Bundesregierung - die "Einladung des Ministerausschusses zum Eintritt in die Beratende Versammlung des Europarate* annimmt, erklärte Außenminister Acheson auf seiner wöchentlichen Pressekonferenz am Mittwoch. Die Vereingten Staaten, fügte er hinzu, seien daran interessiert, daß die Bundesrepublik so schnell wie möglich in die europäische Völkergemeinschaft einbezogen wird. Schatrsuche auf Veldenstein MM!» —S ^ ; / In der Nacht zum 31. März nahmen Angehörige der amerikanischen Armee völlig überraschend Freilegungsarbeiten in der Burg Veldenstein in Nen- hans 'Oberfranken auf, die sehr bald von Erfolg gekrönt waren. Wir haben darüber bereits berichtet. Unser Bild zeigt: Freilegungsarbeiten in der Burg Veldenstein — im Vordergrund und auf der Mauer Neugierige. Wetterbericht Anhaltender Druckanstieg hat zum Aufbau eines selbständigen H o ch d r u de gebietes über Südwestfrankreich geführt, das sich nordost- wärts verlagert. Wir haben daher mit einem Wechsel zu beständigerer, tagsüber wärmerer Witterung zu rechnen. Vorhersage bis Freitagabend: Am Donnerstag noch überwiegend bewölkt, aber höchstens noch vereinzelt leichte Schauer. Am Freitag t r o de 6 n und meist heiter. Tagsüber langsamer Temperaturanstieg. — Höchsttemperatur am Donnerstag bis 15 Grad, am Freitag bis 20 Grad. Noch sehr kühl.e Nächte und stellenweise leichter Bodenfrost Donnerstag, 8. April 1950 ABC Offenburger Tageblatt -Nr.-41-»—- Seite 8 Karfreitagsgedanken schaut wird, was in Wirklichkeit untrennbar! Schuldbekenntnis in unnachahmlicher Schliht- zusammengehört. I heit und Tiefe aus: „Nun, was Du Herr, er- Erlösung und nicht nur Trauer ist also der duldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst große Inhalt des Karfreitags. Dieser geheim-1 verschuldet, was Du getragen hast.“ Solch Konstanzei Altai von Matthäus d A. i i,,v: mw Karfreitag ist der schwarze Tag in der Geschichte der Menschheit. Denn da geschah das Ungeheuerliche, daß diese Menschheit den Heiligen Gottes, das Urbild der Reinheit, der Wahrheit und der Liebe, das einzig vollkommene Gotteskind, das über diese Erde ging, als einen Verbrecher ans Kreuz schlug. An diesem Unglückstag geschah es, daß sich unheilige Hände an dem heiligen Leben des Sohnes Gottes vergriffen und ihn dem Schandtod überantworteten. Es ist der Tag des Aufruhrs gegen Gott, da die Bosheit triumphierte und die Wahrheit und Gerechtigkeit scheinbar unterlagen. Darum ist der Karfreitag der Christenheit von Anbeginn der große Trauertag geworden, da sie schwarze Kleider anlegt und fastet. Da die lauten und lärmenden Feste und Veranstaltungen verbannt sind, auch bis in die kirchenfemen Kreise hinein. So betrauert man den Opfertod des Erlösers in stillem Gedenken an jedem Karfreitag neu. Das Gedächtnis dieses düsteren Geschehens von Golgatha soll nie mehr verloren gehen. Wie man den gefallenen Soldaten eines Krieges Ehrenmale setzt und an diesen Ehrenmalen jährlich ihres Opfertodes gedenkt, so tritt die Christenheit gerade an diesem Tage gedenkend und trauernd unter das Kreuz. Aber diese Trauer ist nicht der ganze Inhalt des Karfreitags. Denn dann wäre er nur die Anerkennung einer großen Niederlage, nämlich der Niederlage der Sache Gottes auf Erden. Dann gäbe es keine Hoffnung über den Tod hinaus, keine Lösung der Schuldfrage, keinen Trost für die Sterbenden und für die leidende Menschheit. Dann wäre Karfreitag wirklich der Tag der großen Hoffnungslosigkeit, die der heute so um sich greifenden Stimmung des Nihilismus Recht gäbe. Das Kreuz wäre nicht das Zeichen des Sieges. sondern das Zeichen der Niederlage. Es stünde zu unrecht auf den Altären, an den Wege und auf den Gräbern. Es müßte dann heißen: die ihr unter das Kreuz tratet, laßt alle Hoffnung fahren! Nein, Karfreitag ist untrennbar mit Ostern und seiner Siegesbotschaft verbunden: Ich lebe und ihr sollt auch leben! An Ostern hat Gott das Opfer von Golgatha erst gültig gemacht und die scheinbare Niederlage in den großen Sieg verwandelt. Erst von da aus wird das Geschehen des Leidens und Sterbens des Gottessohnes wahr. Darum müßten Karfreitag und Ostern als eine Einheit gesehen und gefeiert werden. Aber wir Menschen vermögen nun einmal nicht zeitlos zu denken und noch weniger gegensätzliche Inhalte als Einheit zu verstehen. Wir können darum jedes nur für sich betrachten, erst die Niederlage und dann den Sieg, erst Karfreitag und'dann Ostern, erst die Trauer und dann die Freude. Wir dürfen das auch, weil wir uns ja unserer menschlichen Sicht nicht entheben können. Doch dürfen wir dabei nie vergessen, daß damit nur nacheinander ge- nisvolle Inhalt des Kreuzes erschließt sich uns aber nur unter zwei Bedingungen: Wir müssen unsere verzweifelte Lage erkennen und uns nach Befreiung daraus sehnen. Unsere Erlösungsbedürftigkeit muß uns bewußt werden. Paul Gerhardt’s Lied drückt dieses ein Schuldbekenntnis ist freilich keine selbstverständliche Sache, sondern stößt auf stärksten inneren Widerstand. Wer würde denn gerne seine Schuld eingestehen, schon gar nicht in einer Zeit, die mit Schuldbekenntnissen derartig leichtfertig und mißbräuchlich umgeht. Aber wie sollte ohne Anerkennung unserer Verlorenheit und Ausweglosigkeit wahrhaft von unserer Erlösung die Rede sein können. Die Zentralinhalte des Karfreitagsgeschehens blieben dann nur leere Phrasen ohne jede Wirklichkeit. Gewiß ist die Erlösungsbotschaft keine Wahrheit, die sich oberflächlichem Denken in ihrer ganzen Tiefe erschließt. Letztlich klammert sich an das Wort vom Kreuz nur der, der sich eingestehen muß, daß er am Ende seiner Möglichkeiten ist. Der stolze, seiner selbst sichere und zufriedene Mensch wird das nicht anerkennen. Aber sollte denn das wirklich eine so unerhörte Zumutung sein, einzusehen, daß wir da nicht stehen, wo wir nach Gottes Willen stehen sollten! Müßten nicht heute auch die eingefleischtesten Optimisten erkennen, daß die Welt voller Bosheit, voller Ungerechtigkeit und Gier, voller Zwietracht und Lüge ist! Wäre es sonst möglich, daß nach einem so beispiellosen Menschenmorden schon wieder die Brandfackel eines neuen Krieges entzündet wird, schon wieder Haß und Zwietracht gesät werden. Wäre die Menschheit auf der Bahn Gottes und in Willenseinheit mit dem Ewigen, dann wäre das, was sich vor unseren Augen, in unserem Volk und unter den anderen Völkern abspielt, unmöglich. Sie wissen, was gut ist und gehen doch immer wieder wissentlich den anderen gottab- gewandten schuldhaften Weg. Ist das nun unser Schicksal oder ist es unsere Schuld? Wir sagen entschuldigend Schicksal, das Evangelium aber verkündet, das ist Schuld, und unser Gewissen gibt dem Recht. Dieser schuldbeladenen unseligen Menschheit entringt sich allenthalben der Aufschrei nach Erlösung. Wir hören förmlich durch unsere Zeit das Seufzen der Kreatur nach Befreiung aus solcher Qual: Herr, mach uns frei aus den Ketten irdischer Gewalten, aus den Banden des Todes und des Leidens dieser Welt, aus den Banden der Macht des Bösen. Warum will man denn die Errettung und Befreiung aus solchen Banden immer wieder bei irdischen Mächten und Instanzen suchen, die hier versagt haben und versagen müssen. Warum sucht man denn nicht da die Rettung, wo sie allein zu finden ist, bei dem Erlöser der Welt? In ihm hat Gott in un- ausdenklich wunderbarer: Weise ein für allemal der Menschheit Gebundenheit gelöst. Sie braucht nicht erst lange und immer wieder vergeblich, suchen. Die Errettung ist schon da. Wer an den Erlöser glaubt, ist schon hier vom Tode zum Leben durchgedrungen. Karfreitag ist nicht nur eine Botschaft, die man hören und wieder vergessen kann, sondern eine lebendige Wirklichkeit. Das Leichentuch Christi Eine Karfreitags-Pilgerfahrt nach Turin von Kees van Hoek Den ganzen Morgen hatte ich während dieser Reise nach Turin ein Gefühl der Unwirklichkeit vermischt mit heiliger Ehrfurcht. Hier saß ich nun in einem schnellen Wagen auf der Autobahn und eilte zu dem Leichentuch, das Zeuge des Todes und der Auferstehung unseres Herrn war. Es war ein trüber und nebliger Morgen. Die großartige Lombardische Tiefebene mit ihren endlosen geraden Straßen, an denen entlang die hohen Bäume gegen den verdeckten Himmel starrten, lag wie in Trauer — so, als ob in dieser Karwoche der Himmel selbst dem Beispiele der bedeckten Kruzifixe und Heiligenstatuen gefolgt wäre. Als die Kirchturmspitzen von Turin aus dem Nebel auftauchten, wanderten meine Gedanken zu dem erschütternden Augenblick zurück: Christus war am Kreuze gestorben, und als sein Leichnam ehrfurchtsvoll herab genommen wurde, breiteten Joseph von Arimathea und Nicodemus ein Stück Leinen auf dem Boden von Golgatha aus. Gefolgt von den Blik- ken Marias, legten sie den Leichnam auf dieses Tuch, das sie über dem Kopfe zurückfalteten, bevor sie den toten Erlöser zum Grabe trugen — so wie es Jesaias 600 Jahre zuvor prophezeit hätte. Das Leichentuch und die Bänder, mit denen es zusammengehalten war, fand man am Ostermorgen als Zeugnis, daß Christus wahrhaftig von den Toten auferstanden war. Durch alle Jahrhunderte haben Päpste und Heilige, Herrscher und berühmte Reisende das heilige Leichentuch verehrt, das in Marias Besitz bis zu ihrem Tode war und das dann in Jerusalem aufbewahrt wurde. Später kam es nach Konstantinopel, da man es dort vor den Moslems sicher glaubte. 1204 brachten es Kreuzritter nach Frankreich, zuerst nach Be- sancon, später nach Chamwery. Ein Feuer in der dortigen Kathedrale brannte 1349 einige Löcher in das Leichentuch und versengte die Ränder. Vor 500 Jahren kam diese kostbarste Reliquie des Christentums in den Besitz des Hauses Savoyen und wurde 1578 im Dom von Turin untergebracht. Während des Krieges verborgen Seit dieser Zeit blieb es in Turin, mit Ausnahme des zweiten Weltkrieges, als es an einen geheimen Ort gebracht wurde, der nur drei Menschen bekannt war, nämlich dem König von Italien, in dessen Besitz es ist, dem Kardinal von Turin und dem Benediktiner-Abt von Monte Vergine, in Süditalien, wo die Kostbarkeit verborgen war. Erst sieben Jahre später kam es zurück. Vor seiner Abdankung hatte der letzte König von Italien die Reliquie der Aufsicht des Kardinals Maurillio Fossati von Turin übergeben. Wie richtig diese Vorsicht, die Santissuna Sindone del Signore aus Turin wegzuschaffen, war, wird durch das Schicksal dieser ehrwürdigen aristokratischen Stadt am besten bewiesen. Ich sah den Dom zuerst von einem tiefen Krater, der den Raum des kleinen Platzes um die Kathedrale um das Doppelte vergrößert hatte, da ein ganzer Straßenblock durch das alliierte Bombardement pulverisiert worden war. Der Dom selbst blieb unbeschädigt, obwohl die meisten Fenster des angrenzenden königlichen Palastes nur noch mit Holz verschalte Löcher sind. Ueber dem Hochaltar Die Kathedrale ist klein, fast schmucklos Das gilt selbst vom Hochaltar, an dessen Seite die königliche Loge mit goldenen Leisten und dunkelrotem Plüsch und mit einer direkten Verbindung zum angrenzenden Palast liegt. Das Interesse konzentriert sich auf die Wand über dem Hochaltar, die vollkommen aus Glas besteht, und durch die man in die königliche Kapelle mit dem heiligen Leichentuch blicken kann. , Die Kapelle aus schwarzem Marmor liegt erhöht im Hintergrund des Domes. Das Haus Savoyen hat daran viele Schätze verschwendet. Der Altar, von einer schwarzen marmornen Rotunde mit vergoldeten Engeln umgeben, hat 30 mächtige Kerzenleuchter. Ihr Licht flackert zu dem gläsernen Sarkophag empor, der den schweren Silbersarg enthält. In ihm ist auf eine silberne Spule das Leichentuch aufgewickelt, das Joseph von Arimathea am ersten Karfreitag ln Jerusalem gekauft hatte. Kanonikus Paolo Bruso, der Wächter des Heiligen Tuches, empfing mich hier, als ich mit meinem Empfehlungsschreiben vom Kardinalspalast kam. Seiner Obhut oblag das heilige Tuch, als es anläßlich des neunzehnhundertsten Jahrestages der Kreuzigung 1943 ausgestellt wurde. Er betreute es auch, als es von Wissenschaftlern mikrophotographiert wurde. Zeuge der Kreuzigung Es Ist ein Stück Leinen, 372 Zoll lang und 43 Zoll breit. Obwohl es jetzt schon vergilbt ist, ist sein Gewebe immer noch vollkommen erhalten. Es zeigt in graubraunen Markierungen den Abdruck eines männlichen Körpers, es zeigt die Wunden, die durch die Nägel erzeugt wurden. Sie waren nicht in die Handflächen, sondern durch die Handgelenke getrieben worden, denn nur so war es möglich, den Körper am Kreuz zu halten. Es zeigt, wie ein Bein über das andere gebunden und wie ein Nagel genau über dem Spann des linken Fußes durchgetrieben war. Es zeigt die Wunden, die durch die Geißelungen hervorgerufen, und es zeigt die furchtbaren Verletzungen der fingerlangen Dome, die in die Stirne und den Hals gepreßt wurden, das grausam zerquetschte Fleisch der rechten Schulter, auf der Christus sein Kreuz hielt. Das Gesicht des Erlösers Es zeigt vor allem das Antlitz Christi so deutlich wie das Negativ einer Photographie. Es ist nicht das süße Antlitz, wie es die Maler aller Schulen und Zeitalter darstellen, sondern es sind die Züge eines Todeskampfes. der unter physischen Leiden vor sich geht, wie wenn sie von einem modernen Realisten porträtiert worden wären. Es ist ein Antlitz, erfüllt von tiefstem Gram, aber doch von bewegender Schönheit, das Gesicht des Menschen, der der Sohn Gottes war. Die bekanntesten Wissenschaftler der Welt — viele von ihnen Nichtkatholiken, ja Freidenker — haben das heilige Tuch mit allen Mitteln der medizinischen und chemischen Wissenschaft geprüft, um seine Echtheit festzustellen. Was sie gefunden haben, bestätigt in jeder Hinsicht die Exegese der Bibel und das Evangelium, wie es von den vier Evangelisten erzählt wird. Dies sah und hörte ich in Turin, ein Erlebnis, das ich kaum niederzuschreiben wage, da es mir unmöglich erscheint, die heilige Ehrfurcht in Worte zu kleiden, die ein Mensch empfindet, der vor dieser Reliquie des bedeutendsten Geschehnisses der Weltgeschichte steht: des Todes und der Auferstehung unseres Herrn. Nr. 41 — Seite 4 ABC Offeabnrger Tageblatt Donnerstag, fl. April 1980 SEpCDiPÜBDCgipncMM Gehacktes mit Ei auf dem Ostertisch Meisterschaften saftig garniert und dazu leckerer Ausiandsnaditisch Die Osterfeiertage bringen Immer eine besonders reichhaltige Karte für den Fußballer. Die knappen Termine zwingen dazu, daß in allen Oberligen die Feiertage zu Meisterschaftsspielen herangezogen werden. Diesmal fallen an den Ostertagen sogar Entscheidungen, so im Norden und im Südwesten, anderwärts sind Vorentscheidungen zu erwarten. Dazu kommen exquisite ausländische Gastspiele als Vorspeise oder Nachtisch, je nachdem der Terminkalender solche Zwischengerichte zuläßt. Wie noch nie nach dem Kriege sind ausländische Besucher in Deutschland. Etwa 80 ausländische Mannschaften nehmen die Gelegenheit wahr, alte oder neue Bande mit deutschen Vereinen zu knüpfen. Die Mehrzahl davon kommt im Rahmen des kleinen Grenzverkehrs nach Deutschland, so vor allem Schweizer, Schweden und Oesterreicher. Erstmals auch eine holländische Mannschaft. Spanien ist durch den FC Valladolid, La Coruna und den FC Malaga vertreten, Portugal durch den FC Belenenses Lissabon, und sogar Fußballkünstler aus Afrika lassen sich bei uns sehen. Die Marokkaner von Union Sportive Casablanca, die bei Tennis-Borussia Berlin weilen, sind keineswegs Wüstensöhne unbekannter Qualität. Fast alle französischen Proficlubs haben Nordafrikaner in ihren Reihen. Das spricht zweifellos für das Können der nordafrikanischen Ballartisten, die über Paris nach Berlin kommen. D-Mark-„Zauberkraft" überwindet alle Hindernisse Seitdem unsere Mark wieder Kaufkraft hat, interessieren sich ausländische Mannschaften mehr und mehr für den „deutschen Markt“. Auf diese Weise kommt Abwechslung in die Speisekarte. Die Zuschauer der Großstädte wissen das zu würdigen. Jetzt kommen aber auch kleinere Vereine in den Genuß, ausländische Mannschaften als Gäste empfangen zu dürfen. Diesmal liegt das Schwergewicht der Auslandsbesuche im Norden und Westen, die sich die Mehrzahl der Leckerbissen geschnappt haben. Neben den Marokkanern sind dabei die Spanier und die Portugiesen zu nennen, während die Wiener geradezu zum Standardprogramm aller Festtagsprogramme zählen. Aus der Vielzahl der Freundschaftsspiele ragt das Berliner Osterturnier hervor. Mit dem Deutschen Meister VfR Mannheim, dem voraussichtlichen Ostzonenmeister Dresden-FriedriChsstadt und den beiden Berliner Clubs BSV 92 und Alemannia 90 gibt es eine Art Generalprobe für die Endrundenspiele zur „Deutschen". Die wichtigsten Freundschaftsspiele: Karfreitag: Eintracht Frankfurt — Admira Wien; Horst Emscher — FC Valladolid; Hamburger SV gegen Belenenses Lissabon; Tennis-Borussia Berlin gegen Casablanca: Bremerhaven 93 — Vienna Wien. Ostersamstag: Fortuna Düsseldorf — Vienna Wien; 1860 München — FC Zürich. Ostersonntag: VfB Stuttgart — FC Valladolid; Borussia Dortmund — Belenenses; VfR Mannheim gegen Berliner SV »2; RW Essen — Casablanca. Ostermontag: SV Waldhof — FC Valladolid; Rheydt München-Gladbach — Belenenses; FC Nürnberg gegen FC Zürich; Schalke 04 — Vienna Wien; Eintracht Braunschweig — Wacker Wien; SSV Wuppertal gegen SpVgg Fürth; Vohwinkel 80 — BC Augsburg. Berliner Turnier: Berliner SV 92 — VfR Mannheim; Alemannia SO — Dresden-Friedrichst.; Berliner SV 92 — Dresden-Friedrichst.; Alemannia 90 gegen VfR Mannheim. Die Spiele der Zonenliga Süd In der Zonenliga Süd gewinnen die Spiele durch den Umstand an Bedeutung, daß bei der möglicherweise zu bildenden Gesamt-Oberliga Südwest die ersten vier oder fünf Vereine Aussicht auf einen Platz in der Gesamt-Oberliga für die französische Zone haben. So steht das Osterspielprogramm im Zeichen des Spiels FC Singen — Freiburger FC, in dem die Singener den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen haben, während die Freiburger spielerisch in der Lage sind, das Zünglein an der Waage zu bilden. Die Heim-Mannschaft Rastatt erwartet den Spitzenreiter Reutlingen, der diese Prüfung nur bei äußerster Konzentration bestehen kann. Allerdings werden die Gäste bemüht sein, ihren Vorsprung gegenüber Singen und Tübingen zu wahren. In Lahr werden die nicht krisenfesten Gastgeber schon mit einem Unentschieden zufrieden sein. Infolge der Unbeständigkeit des SC Freiburg einerseits und durch seine Kampfkraft andererseits könnten dem FC Vlllingen auch in Freiburg ein Sieg glücken, während die Spiele Schwenningen — Friedrichshafen und Spvg. Trossingen — ASV Ebingen als offen angesehen werden müssen, obwohl jeweils die Gäste leicht ihre Vorspielsiege wiederholen können. Der Spielfreie VfL Konstanz erwartet mit dem Vorarlberger Fußballklub Austria Lustenau österreichische Gäste. Ln Offenburg stellt sich mit dem BC Zürich erstmals in der Nachkriegszeit eine Elf aus der Schweiz vor, während der Ex- Südligavertreter TG Biberacb die Oberligaelf von Jahn Regensburg erwartet. Der umfangreiche Spielplan in der Südzone sieht folgende weitere Freundschaftsspiele vor: VfL Konstanz -- FC Brühl (Schweizer Nationalliga B); SSV Reutlingen — FC Aarau (Schweizer Nationalliga B); SV Tübingen — Offenbacher Kickers; ASV Ebingen — Phönix Karlsruhe: SV Hechingen — Germania Brötzingen; FC Radolfzell — Freiburger FC; SV Achem — Germania Friedrichsfeld; TSG Balingen — Spfr. Eßlingen; TSG Ehingen — FC Zürich/Unterstraß; VfR Sulz — SC Stuttgart. Unser Tabellenspiegel Oberliga Süd In Süddeutschland haben Bayern und Württemberg am Karfreitag absolut Spielruhe. So kann nur in Frankfurt ein Spiel zwischen FSV und BC Augsburg durchgeführt werden. Die wichtigsten Spiele sind für den Samstag angesetzt, wobei SpVgg Fürth und VfB Stuttgart in Waldhof und Schweinfurt schwere Auswärtsspiele zu bestehen haben. Die Waidhöfer werden alles daransetzen, um durch einen Sieg über den Tabellenführer Fürth wieder ran zu kommen. Auch für Kickers Offenbach wird es nicht leicht sein, die guten Platzchancen bei Bayern München zu realisieren. Das für den Abstieg vorentscheidende Spiel Schwaben Augsburg — Stuttgarter Kickers bestreiten die Augsburger mit dem Platzvorteil als Favorit. Nach der Fahrt über den Kanal Die Erlebnisse unserer Fußball-Jugend in England Wenn einer eine Reise tut, so kann er 'was erzählen. Wenn dieser eine noch dazu erst 17 oder 18 Lenze zählt, dann reißt das Erzählen gar nicht mehr ab. Das konnte unser ISK-Reporter feststellen, als er mit den 17 deutschen Fußballjungen plauderte; die nach fast dreiwöchigem England-Aufenthalt nunmehr an den Ausgangspunkt ihrer 3000-km- Reise nach Duisburg zurückkehrten. Ist es nicht bezeichnend für die sportliche Einstellung der Briten, daß deren Trainer dem deutschen Expeditionsleiter im Arsenal-Stadion eine Schildmütze mit dem Hinweis „For your goalkee- per!" übermitteln ließ, weil die Engländer den deutschen Torwart Prott, der dieses gegen die Sonne wichtige Requisit in der Aufregung in der Kabine hatte liegen lassen, nicht mit solchem Handicap belastet sehen wollten) Und ist es nicht ein Zeichen für das sportliche Leistungsvermögen des deutschen Mittelläufers Jungbluth (Duisburg 190«) und des Halblinken Erb (Altona 93), daß man dem Mannschaftsbegleiter Dr. Zimmermann-Karlsruhe allen Ernstes von englischer Seite das Anerbieten unterbreitete, diese beiden Talente „drüben" zu lassen? Die sportliche Bilanz der vier deutsch-englischen Begegnungen ist mit drei Siegen (in London 3:1, tn Sunderland und Nottingham Jeweils 3:0) und einem hauptsächlich auf Schlechtwetter zurückzuführenden- ü:l in Birmingham ausgezeichnet. Was 42 000 englischen Zuschauern an unseren Jungen imponierte, war ihre erstaunliche Unbekümmertheit (um nicht zu sagen „Kaltschnäuzigkeit“), mit der sie ihre Aufgaben anpackten . Unsere Toto Vorschau I. Der „Club” hat am vergangenen Sonntag trotz des Unentschieden in Frankfurt eine überzeugende Leistung geboten, aber auch Mühlburgs Sieg über Regensburg war nicht von Pappe, so daß man durchaus von einem offenen Treffen sprechen kann. Leichtes Plus für Nürnberg infolge Platzvorteils. 2. Kampf der Schlußlichter! Die „Schwaben” haben Waldhof auf eigenem Platz das Nachsehen gegeben, Augsburg dürfte auch diesmal gegen die Stuttgarter Kickers als Favorit anzusehen sein. — 3 . Der BCA ist von dem deutschen Meister eindeutig deklassiert worden. Auch in Frankfurt dürfte er nicht viel zu bestellen haben. Wir rechnen mit Sieg Württemberg-Bad. Sporttoto 1. I. rc Nürnberg — VfB Mühlburg 2. Schwaben Augsburg — Stuttg. Kickers 3. FSV Frankfurt — BC Augsburg 4. 1860 München — Eintracht Frankfurt 5. Bayern München — Kickers Offenbach 6. VfB Stuttgart — Valladolid Spanien 7. SV Waldhof — Spvgg. Fürth 8. VfL Osnabrück — Hamburger SV 9. Preußen Münster — Bor. Dortmund 10. Eintracht Singen — FC Freiburg U. FC Rastatt #4 — SSV Reutlingen 12. Un. Böckingen — TSG Ulm 46 Sportclub Ulm — FV Zuffenhausen SV Trossingen — SV Ebingen FSV. — 4. Als offen kann man die Begegnung zwischen den Münchner „Löwen” und der Frankfurter Eintracht bezeichnen. Wir schlagen vor: Unentschieden. „- S. Die Offenbacher trotzten den Fürthern ein Untenschieden ab. Auch die „Bayern“ sollten nicht ohne weiteres siegen können. Außenseitertip: Sieg Offenbach. — 6. Das Spiel ist schwer zu beurteilen, da die Stärke der Spanier nicht eindeutig bekannt ist. Wir schlagen vor: Unentschieden oder Sieg Valladolid. — 7. Zu einem Schlager ersten Ranges kommt es auf dem Waldhofplatz. Die „Waldhofbuben” sind bisher auf eigenem Platz unbesiegt und ob Fürth ein Sieg gelingen wird, ist mehr als fraglich. Wir rechnen mit einem Unentschieden. — 8. Eine interessante Begegnung, bei der noch nicht sicher ist, daß der Meister die Punkte holt. Trotzdem: Favorit HSV, oder Unentschieden. — 9. Der Meister der Westdeutschen Oberliga ist am letzten Sonntag in Dellbrück sanft eingegangen. Ui Münster sollte es aber mindestens zu einem Unentschieden reichen. — 10. Singen ist, zumal auf eigenem Platz, Favorit. — 11. Reutlingen wird es in Rastatt nicht leicht haben. Ein Unentschieden wäre schon ein Gewinn. — 12. Ein großes Spiel, das als völlig offen bezeichnet werden muß. Im Vorspiel gewann Ulm auf eigenem Platz 3:1. — 13. Das Schlußlicht SC Ulm dürfte auch auf eigenem Platz gegen Zuffenhausen wenig Aussichten auf Erfolg haben. Vorschlag: Sieg Zuffenhausen, dann Unentschieden. — 14. Ebingen geht als Favorit in den Kampf. Wenn Engländer, als vorbildliche Sportsleute bekannt, unsere „german boys“ als „o. k.“ bezeidh- neten und wenn auf dem Highbury-Platz „Wiederkommen !"-Rufe auf die spielerischen Leistungen unserer Jugendfußballer ebenso bezieht wie auf ihr sportliches Auftreten und ihre aufrechte Haltung, dann ist für uns ein Anlaß zu wirklicher Freude gegeben. * Die ungezwungene Art, das aufrechte mannhafte Auftreten hat unseren Jungen die Herzen zufliegen lassen, wo sie hinkamen. Die höchsten inoffiziellen Stellen wie der einfache Mann auf der Straße tauschten mit den deutschen Jungen, „shake hands“. Eine Aufgeschlossenheit hüben und drüben half eine neue Brücke bauen, die beim Gegenbesuch englischer Jugendfußballer in Deutschland (voraussichtlich schon am 22 . April ln Köln) weiter verstärkt werden wird. H. H. Schoedel Münchener Sechstagerennen Beim Münchener Sechstagerennen, das am Samstagabend begann, entfesselten am Dienstagabend die mit fünf Runden Rückstand an neunter Stelle liegenden Umbenhauer/Lakemann eine Jagd, in deren Verlauf Näye/Adriänssens, Strom/Arnold und Gil- ien/Hörmann abwechselnd in Führung lagen. Als später wieder Ruhe im Feld war, hatten die Australier ihren Rundenvorsprung eingebüßt. Bis Mittwochmorgen sechs Uhr waren nach 104 Stunden 2 470 km gefahren. Der Stand des Rennens. l. Berger /Pellenärs, 118 Punkte: 2. Näye'An- driänssens, 112 Punkte; eine Runde zurück: 3. Roth/ Kilian, 239 Punkte; 4. Rtgoni/Ternizzi, 147 Punkte; 5. Strom /Arnold, 114 Punkte; 6. Gillen/Hörmann, 99 Punkte; vier Bunden zurück: 7. Lakemann/Umbenhauer, 110 Punkte. Oberliga West Borussia Dortmund 26 17 3 6 Schalke 04 26 15 3 8 FC Köln 26 14 5 7 Preußen Dellbrück 26 14 5 7 Horst-Emscher 26 12 8 6 Spvgg. Erkenschwick 28 12 8 6 Rot-Weiß Essen 25 12 4 9 Duisburgei SV 26 9 7 10 Preußen Münster 25 9 6 10 Hamborn 07 26 7 10 9 Rot-Weiß Oberhausen 26 8 7 11 Rhenania Würselen 26 8 5 13 Vohwinkel 80 26 7 7 12 Alemannia Aachen 26 6 9 11 Arminia Bieleieid 24 3 7 14 Duisburg 08 26 5 2 19 Oberliga Nord Hamburger SV 26 19 4 3 FC St. Pauli 24 14 4 6 VfL Osnabrück 24 15 2 7 Werder Bremen 26 14 4 8 TV Eimsbüttel 24 13 4 7 Eintr. Braunschweig 25 11 7 7 | Hannover 96 **5 11 5 9 Bremerhaven 93 27 11 4 12 Concordia Hamburg 23 9 6 8 Holstein Kiel 24 10 3 11 VfB Oldenburg 25 10 3 12 Arminia Hannover 21 9 3 9 Bremer SV 24 6 3 15 Göttingen 05 24 5 5 14 VfB Lübeck 25 5 3 17 Harburger TB 23 2 2 19 Zonenliga Nord Wormatia Worms 23 21 1 1 FC Kaiserslautern 22 19 2 1 TuS Neuendorf 22 17 1 4 FK Pirmasens 23 15 % 5 Phönix Ludwigshafen 21 11 4 6 ASV Landau 24 10 $ 9 VfL Neustadt 22 9 4 9 Mainz 05 21 9 3 9 Spvgg. Andernach 23 9 3 n VfR Kaiserslautern 23 7 5 li FV Engers 21 6 3 12 Eintracht Trier 23 5 5 13 Trier-Kürenz 22 4 5 13 Spvg Weisenau 24 2 3 14 ASV Oppau 23 3 9 15 VfR- Klm 23 3 3 17 Landesliga Süd SC Baden-Baden 22 18 3 1 SV Achern 23 12 6 5 ASV St. Georgen 22 13 3 6 SV Schopfheim 23 11 5 7 Rot-Weiß Lörrach 22 10 3 9 Blau-Weiß Freiburg 22 9 5 8 SV Ottenau 21 10 1 10 Sovg Rhein leiden 23 7 7 9 VfR Stockach 23 7 5 11 SV Gottmadingen 22 7 4 11 ASV Freiburg 23 7 4 12 SV Gutach 23 7 2 14 ASV Furtwangen 21 6 3 12 SV Emmendingen 22 5 3 14 Handball-Zonenliga Süd SV Schutterwald FT/SC FreitfUrg TSV Zähringen SpVgg Niederbühl Freiburger FC Rot-Weiß Lörrach SG Schiltach SV Hauingen Sportfreunde Lahl Offenburgei SV 17 15 1 1 17 13 0 4 18 11 1 6 15 10 2 3 17 8 2 7 16 7 2 7 17 5 1 11 17 4 1 12 16 S Z 11 16 1 0 15 66:29 3t 59:48 33 54:32 33 46:32 33 49:29 32 44:35 32 58:43 28 44:54 25 46:37 24 39:48 24 35:49 23 37:46 21 40:55 21 32:50 21 24:54 13 26:58 12 85:32 42 52:30 32 83:37 33 68:36 32 49:25 30 43:40 29 46:50 27 45:61 25 47:50 24 44:41 23 41:52 23 23:24 21 39:58 15 33:54 1» 29:60 13 24:72 9 92:13 4» 130:19 49 75:20 35 49.27 32 54:42 29 37:50 29 42:39 22 34:48 21 52.48 21 43:47 19 34:72 15 34:61 1» 36:80 18 36:72 12 21:65 11 29:95 9 93:20 39 55:31 30 51:25 29 65:38 27 40:38 23 40:41 23 44:60 21 39:52 21 57:66 19 33:44 18 36:51 18 35:54 19 39:71 15 28:64 13 177:80 31 134:77 29 130:103 23 138:94 22 97:89 18 132:113 19 66:131 11 75:119 9 82:142 9 73:154 2 Osterprogramm der Punktspiele Zonenliga Süd: Ostersonntag: Singen — Freiburg (2:0); Lahr — Kuppenheim (1:1); Rastatt — Reutlingen (2:2); SC Freiburg — Vlllingen (1:4); Trossingen gegen Ebingen ( 0 : 1 ); Schwenninen — Friedrichshafen (2:3) Oberliga Süd: FSV Frankfurt — BC Augsburg (2:0): SV4 Waldhof — Fürth (1:5); Schweinfurt — VfB Stuttgart (0:3); 9. 4. Schwaben Augsburg — Stuttgarter Kickers (4:4); 9. 4 Bayern München — Offenbach (2:4): 10 . 4. 1860 München — Eintracht (2:1). Oberliga West: Karfreitag: Münster — Borussia Dortmund (1:3); Schalke 04 — 1. FC Köln (0:1); Dellbrück — Oberhausen (0:0); Duisburg 08 — Vohwinkel 80 (1:2); Hamborn 07 — Duisburger SV (2:2); RW Essen — Erkenschwick (1:1); Bielefeld — Alemannia Aachen (2 2). — Ostermontag: Bielefeld — Münster (0:5); Würselen — STV Horst Emscher (0:1). Oberliga Nord: Karfreitag: Holstein Kiel — FC St. Pauli (1:2): VfB Oldenburg — Braunschweig (0:2); Lübeck — Eimsbüttel (0:4); Osnabrück — Harburger TB (5:1); Werder Bremen — Arminia Hannover (0:2). Ostersonntag: Concordia Hamburg — Bremer SV (Sa) (3:2): Harburg — Bremerhaven 93 (1:3); st. Pauli — Göttingen (3:1); Lübeck — Holstein Kiel (0:1) - Ostermontag: Osnabrück — Hamburger SV (1:5); Eimsbüttel - Werder Bremen (3:0): Bremer SV — Hannover 96 (1:0); Arm. Hannover — Conc. Hamburg. Zonenliga Nord: Karfreitag: Mainz 05 - 1. FC Kaiserslautern (0:7); Pirmasens - Weisenau (5.1), Ludwigshafen — Worms (1:6); VfR Kaiserslautem gegen Kirn (8:1); Neuendorf — Landau (3:2); Eintracht Trier — Neu&adt (1:5); Andernach — Oppa^ (4:0). — Ostermontag: Wormatia Worms — 1. FC Kaiserslautern (2:1): Oppau — Engers (0:4); Andernach — Neustadt (0:2); Weisenau — Kirn (1:4); Landau — Kürenz (3:1); Neuendorf — Ludwigshafen (2:3); Pirmasens — Mainz 05 (0:2); VfR Kaiserslautern >;egen Eintracht Trier (0:1). Handball-Zonenliga Südbaden: Karfreitag; Niederbühl — Lahr. Sdiäuffeie führt •weiterhin Die Torschützenliste der Südliga erfuhr am ersten Spieltag im April nur eine unwesentliche Veränderung. Der ReutIInger Schäuffele führt weiterhin mit 24 Treffern vor Strittmatter (FC Singen) mit 23 Toren Hubrich (Tübingen) mit 21, Schäfer (Kuppen- heim) mit 20, sowie Tritschler (SC Freiburg) mit 16 Toren. ^ - KRIMINALROMAN VON FREO ANDREAS Sie wußte nicht, ob er an Selbstmord gedacht hatte, sie verscheuchte ihm zunächst einfach die Grillen auf die einzige Art, die möglich war. Ihre Hingabe war sein Trost, er schien es kaum begreifen zu können, daß eine Frau so bedenkenlos und mit soviel tiefer Empfindung seine Liebe erwidern konnte. Abe^ in seinem Blick stand zu lesen, daß dies nur ein Aufschub sei. Nun griff Gott ein. Lisa Monnard konnte es nicht anders nennen: eine Strähne von Glück und günstigen -Zufällen drehte sich um den unentschlossenen Mann. Er spielte seit sieben Jahren ein Doppellos in der Staatslotterie, ohne jemals mehr als den Einsatz gewonnen zu haben. Diesmal fielen in der vierten Ziehung im Februar 10 000 Mark auf seine Nummer, also aufs Doppellos nach Abzug der Gebühren 16 000 Mark, ein hübsches Stück Geld, aber kein sonderlich großes Vermögen. Auf ihren, Lisas Rat, kaufte er für die fünfte Ziehung ein neues Doppellos, und ietzt pew'nn er 60 000, in beiden Abteilungen zusammen also 80 000 Mark, schon eher eine Summe, die man als beträchtlich ansehen konnte. Lisas Hinweis, daß er damit nun das Geschäft sanieren könnte, lehnte er als irrig ab. 96 000 Mark, das seien ja kaum die Bankschulden; aa der Konjunktur liege es, die Konjunktur Schreite unaufhaltsam aufwärts und werde, nachdem sie alles verschluckt, auch dieses Geld in nichts auflösen. Aber die Konjunktur könne sich ja bessern, nicht wahr? — Ja freilich. Und dann? Dann sei es immer noch so. Es lohne sich einfach nicht. Nein, er wolle Lisa die Hälfte des Geldes schenken, die andere Hälfte auf gut Glück an der Börse arbeiten lassen. Mühsam redete sie ihm das aus, sie war nicht habgierig, und der Gedanke, gewissermaßen Hesses Familie um eine größere Summe zu berauben, war ihr widerwärtig. „Es sind beinahe hunderttausend Mark“, sagte ■ sife an einem dieser Tage in ihrer Wohnung, den Kopf auf Hesses Schoß, „laß sie auf der Bank liegen und mach gar nichts. Wir träumen inzwischen, daß es genug für uns beide ist, ein neues Leben anzufangen. Wir brennen — im Traum — nach Amerika durch, das Schiff geht unter, wir werden gerettet, wir kaufen ein Geschäft oder gründen eins, und alles ist neu. Es ist ganz klar, daß wir dann um 20 Jahre jünger sein werden, nein, wie die Kinder. Wie die Kinder..“ „Im Traum“, wiederholte Hesse merkwürdig scharf. Am Abend dieses Tages erzählte ihm sein Namensvetter, der Polizeibeamte, daß er ein überzähliges Paßformular besäße und es behalten wolle, „man wisse ja nie, wozu es einmal gut sein könne.“ So fügte sich eins zum anderen. Jetzt war Hesse der treibende Teil, und sie, Lisa, stützte ihn nur mit Liebe. Je gewisser er wurde, beständiges Gefühl war, lim so verwegener wurde er in seinen Plänen. Er bekam die Phantasie eines Kriminaischriftstellers, entwickelte eine märchenhafte Verschlagenheit. Sie konnte ihm nicht mehr wehren, sie wollte es auch nicht. Undeutlich hätte sie das Gefühl, es müsse eine große, zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit wieder gutgemacht werden, und da das Leben sich den regulären und erlaubten Anstrengungen widersetzte, eben mit Anstrengungen anderer Art Schon war von der künftigen Kraft und Unbefangenheit etwas in sie eingedrungen. Bruno Hesse war voll davon, er schien ein ganz anderer Mensch. • Oben, auf der Höhe hinter Ischl, traf Lisa Monnard den Xaver, einen Bergführer aus Käppi, einen noch jungen, adleräugigen Mann, der mit einem Hömerschlitten vom Holzplatz talwärts fuhr. Auf ihren Anruf hielt er an und rückte sein Hütchen um eine Spur näher ans Ohr. „Ich möchte gerne auf eine Hütte gehen“, sagte sie, „haben Sie Zeit, mich zu führen?“ „Wollwoll, gnä' Frau, Zeit scho...“ „Aber?“ „Auf welche Hütten wollns denn? Es sind net alle guat gangbar beim Neuschnee.“ Lisa entgegnete, sie habe an keine bestimmte gedacht, Xaver möchte ihr doch eine der Hütten im Galtür Vorschlägen Der Führer kratzte sich hinterm Ohr. „D’Wiesbadner wird der gnä' Frau zu weit san. D’Heidelberger is no net offen. D’Jam- talhütten wäre schon grad’ recht, aber’s is halt furchbar einsam da heraußen, da werma halt koan Menschen weiter finden.. .“ „Das tut nichts, Xaver. Ich bin ganz gern allein im Hochgebirge. Kann man auf der Dem Führer quöllen vor Verwunderung die Augen aus den Höhlen. „Ah, gehgans, gnä’ Frau“, grinste er, „a Wochen wollens auf der Jamtalhütten bleiben? Da Sterbens ja vor Langerweil in die ersten drei Tag...“ „Das lassen Sie meine Sorge sein, Xaver, ich muß eine Menge Bücher lesen. Sie bringen mich morgen hin, gehen wieder zurück, und ich schreibe Ihnen nach acht oder zehn Tagen, wenn Sie mich wieder abholen sollen.“ Xaver machte noch allerlei Einwendungen, mit den Lebensmitteln sei es dort oben auch nur so so, man müsse von Galtür entweder viel mitnehmen oder bestellen... Im Grunde behagten ihm hauptsächlich die Bücher nicht, die er würde hinauftragen müssen. Immer wieder warnte er Lisa, es sei so entsetzlich einsam dort, der alte Hüttenwirt sei halb taub und könne nicht einmal sonderlich gut kochen, — aber da • sie fest blieb und hartnäckig gerade auf der Jamtalhütte bestand und überdies nicht am Führerlohn feilschte, fügte sich Xaver schließlich. Er hatte schon so manchen Narren und manche Närrin in den Bergen herumgelotst, diese deutsche Dame war nicht die erste und würde nicht die letzte sein. Natürlich schickte sie spätestens am drittel! Tag nach ihm, oder sie ging bei der ersten sich bietenden Gelegenheit wieder talabwärts. Mochte sie, man konnte ja niemand zwingen. Um neun Uhr morgens, so wurde vereinbart, sollte er mit Lisa im Postauto nach Galtür fahren und von dort aus sie ins Jamtal führen. — Ein letztes „Wollwoll“ knurrend, schwang er sich auf seinen Schlitten und glitt schief um eine gefährliche Pfadbiegung, auf dep man, wie zwei schön gemalte Marterln bewiesen, seinem Schöpfer besonders nahe war. (Fortsetzung folgt) daß ihre Neigung ein wirkliches, tiefes und Jamtal eine Woche bleiben?“ Donnerstag, 6. April 1950 ABC Offenburger Tageblatt Nr. 41 — Seite 5 Dr. Oskar Vogt 80 Jahre Deutschlands größter Hirnforscher Neustadt. Der Direktor des Instituts für Hirnforschung und allgemeine Biologie Neustadt (Schwarzwald) Professor Dr. Oskar Vogt wird am 6. April 80 Jahre und seine an seinen Forschungen beteiligte Ehefrau Cecile 75 Jahre alt. Vogt wurde in Husum (Holstein) als Sohn eines Pfarrers geboren studierte in Jena und wurde 1893 Assistent bei dem Anatomen Fürbringer. AuS* dieser Zeit stammt der älteste Hirnschnitt seiner Sammlung, die über weitere Generationen fortgesetzt werden muß, um das wissenschaftliche Ziel des Forschers zu erreichen. Sein Lehrer war August Forel, dem er wesentliche Anregungen verdankt. 1898 wurde in Berlin das erste Institut für Himforschung von Vogt gegründet, das sich mit der Herstellung von Schnitten menschlicher Gehirne beschäftigte; es wurde später der Berliner Universität angegliedert. 1916 wurde Vogt zum Leiter des Himforschungsinstituts der Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft''berufen, aber 1933 in Zusammenhang mit dem Aufkommen, des Nationalsozialismus entlassen. 1937 begründete er das Institut in Neustadt. Die Universität Freiburg ehrte den Jubilar durch Verleihung der Würde eines Ehrendoktors der Naturwissenschaften und Frau Vogt durch den Ehrendoktor der Medizin. Weihbischof Dr. Burger 70 Jahre Freiburg. Weihbischof und Generalvikar Dr. Wilhelm Burger, der am 28 Oktober 1949 sein Silbernes Bischofsjubiläum feierte, vollendet in körperlicher und geistiger Frische am 6. April sein 70. Lebensjahr. Sein Name wurde während seiner 21jährigen Priester- und Seelsorgertätigkeit, durch seine Bücher und Schriften besonders für den Jugendreli- gionsunterricht weit über die Grenzen seiner Amtstätigkeit hinaus bekannt. 1924 wurde er auf Vorschlag des damaligen Erzbischofs der Erzdiözese Freiburg, Carl Fritz, von Papst Pius XI. zum Weihbischof ernannt. Gleichzei tig wurde er Mitglied des Domkapitels, Nach dem Tode von Erzbischof Dr. Groeber wurde Dr. Burger zum Kapitelvikar gewählt, bis er schließlich vom jetzigen Erzbischof Dr. Rauch in das verantwortungsvolle Amt eines Generalvikars berufen wurde. Wohnungsbaugenossenschaft der Fliegergeschädigten in Baden gegtündet Freiburg. Der Landesverband Baden des Bundes der Fiiegergeschädigten hat nunmehr die seit' längerer Zeit geplante Wohnungsbaugenossenschaft Baden e.G.m.b.H. gegründet. Ihr Tätigkeitsbericht soll sich auf ganz Baden erstrecken. In den Vorstand wurden gewählt Karlheinz Kugler, Dr. Werner Schul-Frey, beide Freiburg, und Max Laxy, Konstanz. 1 41 Caritasheime Freibürg. Der deutsche Caritasverband, Sitz Freiburg, verfügt trotz der Kriegsverluste bereits wieder über 41 Heime, die vornehmlich, der Müttererholung dienen. Zielbewußte Beschäftigungspolitik Minister Dr. Lais auf der Jahresversammlung der Eisen- und Metallindustrie Freiburg. Auf der Jahreshauptversammlung des Wirtschaftsverbandes Eisen- und Metallindustrie Baden, dem sechs Fachabteilungen angehören, betonte Dienstag in Freiburg der erste Vorsitzende des Verbandes, Dr. Walther Maurmann (Singen), im Geschäftsbericht, daß das Jahr 1949 im Zeichen des Abbaues der wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen gestände^ habe, der zwar unregelmäßig erfolgt sei, aber doch die Konsolidierung der deutschen Wirtschaft und die Besserung der Import- und Exportverhältnisse sowie die Ueberleitung zur freien marktwirtschaftlichen Wirtschaftsform gebracht habe. Die Zahl der Mitgliedsfirmen des Verbandes ist nach den Angaben des Vorsitzenden von 318 im Jahre 1948 auf 295 im Jahre 1949 zurückgegangen, der MitgMe- derschwund sei in der Hauptsache auf Betriebsstillegungen zurückzuführen. Der Bruttoproduktionswert, der im Verband zusammengefaßten Betriebe ist von 110,6 Millionen RM/DM auf 180,4 Millionen DM im Berichtsjahr angestiegen. Zielbewußte Beschäftigungspolitik Der badische Wirtschaftsminister Dr. Eduard Lais betonte, daß die gegehwärtige Arbeitslosigkeit große Gefahren in sich berge, die an Parallelen vor 1933 erinnere. Der Minister erläuterte die Arten der Arbeitslosigkeit und ihre Entstehung und kam zu -der Schlußfolgerung, daß nur langfristige, zielbewußte Maßnahmen die strukturelle Arbeitslosigkeit, die nach Abschluß der Flüchtlingsumsiedlungen in Westdeutschland mit einer Million und in Baden mit 14 bis 16 000 anzunehmen sei, beseitigen können. Die zur Steuerung der Erwerbslosigkeit nötige Kapazitätserweiterung müsse vorsichtig vorgenommen werden, um inflatorische Tendenzen und damit eine Gefährdung der Währung zu vermeiden. Um Vorfinanzierungen und Kreditausweitungen zu ermöglichen, forderte Dr. Lais die Wiederaufnahme des Kapitaltransfers mit der Schweiz als dem natürlichen Partner Badens. Hinzukommen müsse noch eine vernünftige Steuerreform, um dem Grundsatz „wer verschwendet ist im Vorteil“ endlich Einhalt zu gebieten. Die neuen Vorstände der Fachabteilungen Zu Vorsitzenden der sechs' Fachabteilungen des Wirtschaftsverbandes wurden gewählt: Fachabteilung Maschinenbau: Johann Georg Fahr, Landmaschinenfabrik Fahr, Gottmadingen. — Eisen-, Blech- und Metallwaren: Hermann Tscheulin, Aluminium GmbH. Teningen. — Eisen- und Stahl- und Temper- Gießereien: Dr. Walther Maurmann, Georg Fischer AG Singen. — Eisen- und Stahlbau: Gustav Müller, Stahlbaumüller Offenburg. — Stahlverformung und Drahtverfeinerung: Herbert G ö t z, Schraubenfabrik Neustadt. — Nichteisen-Metallgießereien Karl D i s c h, Eisen- und Metallgießerei Disch, Freiburg.' Vor Entscheidung in der Süd weststaatfrage Freiburg will unbedingt baldige Klärung herbeilühren Freiburg. Die badische Regierung ist nicht gewillt, länger als über die Osterwoche hinaus auf eine Entscheidung über eine Drei- ländervereinbarung in der Frage der Süd weststaatfrage zu warten, erfährt dpa von gut unterrichteter Seite. Es wird als sicher angenommen, daß, falls die Stuttgarter Re gierung sich in der Frage der Dreiländervereinbarung weiterhin ablehnend verhalten sollte, im Einvernehmen mit der Tübinger Regierung nach der Osterwoche in Bonn ein Gesetzesentwurf auf der Grundlage der Freu denstädter Beschlüsse vorgelegt werde. Gleichzeitig wird in Freiburg betont, ein Abgehen von den Freudenstädter Beschlüssen erscheine undiskutabel, weil nur auf der Ba sis dieser Beschlüsse das den beiden Ländern Württemberg und Baden durch Besatzungsdiktat von 1945/46 widerfahrene Unrecht wie derhergestellt werden könne. Nur die gesamt- badische Bevölkerung sei legitimiert, über den Fortbestand Gesamtbadens, oder über das staatliche Aufgehen des Landes in einen größeren Verband zu entscheiden. Jeder Versuch, ein Abstimmungsverfahren durchzuführen, das die eine öder andere Lösung bevorzuge, und dadurch die Entscheidung des Volkes vorwegnehme, sei undemokratisch und zu verwerfen. Kombinationen über einen Anschluß der Pfalz einen Südweststajit seien gegenstandslos, weil die Pfalz zu den Gebieten gehöre, die Karlsruher Mosaik Frühlingserwachen zwischen ^chwarzwald und Rhein Von unserem ständigen ce Korrespondenten Der Frühling beginnt in der Stadt nicht früher als auf dem Lande. Die Sinnestäuschung aber, die Illusion, mit der sein scheinbar früheres Beginnen die Bewohner der Großstadt verwirrt, kommt wohl durch den alten Trick der Modehäuser, die mit verschwenderischen Dekorationen und bezaubernden Modeschauen seinen Start auch in diesem Jahre in Karlsruhe viele Wochen vor dem eigentlichen Kalendertermin vorverlegten. Aber inzwischen ist er tatsächlich eingezogen ins Oberrheintal und seine warmen Sonnenstrahlen locken bereits tausende von Karlsruhern heraus aus den noch geheizten Stuben zum sonntäglichen Spaziergang in den schönen Grünanlagen der Fächerstadt. Es macht jetzt wieder Spaß, sich im Schloßpark > oder im Stadtgarten zu ergehen, nicht nur wegen des schönen Wetters, sondern weil das. Auge sich wieder an gepflegten gärtnerischen Anlagen und grünen Rasenflächen erfreuen kann. Das darf man vor allen Dingen vom Stadtgarten sagen. Was hier von fleißigen Händen den Winter über geschaffen wurde, wird richtig sichtbar erst in einigen Wochen, wenn die überaus reichhaltige Flora zu blühen beginnt. Aber auch der Karlsruher Schloßgarten wird allmählich wieder zu einer gepflegten Erholungsstätte der „Briganten“. Die „kriegsbedingten“ Schrebergärten sind hier verschwunden und noch in diesem Jahre wird sich hinter der Schloßruine wieder ein prachtvoller Rasenteppich ausbreiten. Ebenso ist dem botanischen Garten die gute Pflege anzusehen und es ist kaum zu glauben, daß noch vor wenigen Monaten der Karlsruher „Schutt-Expreß“ dieses schöne Fleckchen Erde durcheilte. Der Frühling 1950 in Karlsruhe hat es also auf und ln sich. Mit ihm und seinen bunten Frühlingsboten kehrt auch manches Stück „Alt Karlsruhe“ wieder. Frühlingserwachen war auch in der Ausgemeindungsabsicht des überparteilichen Aus gemeindungsausschusses von Durlach zu verspüren, der dieser Tage im altehrwürdigen Rathaus zusammen mit denp. Verwaltungsausschuß des württemberg-badischen Landtages und mit den Karlsruher Stadtvätern tagte. Und bei dieser Sitzung zeigte es sich sehr wohl, daß die guten Durlacher mit ihren Karlsruher Stadtvätern nicht in all ihren Bestimmungen übereinstimmen. Sie fühlen sich in vielem benachteiligt. Bekanntlich ist Durlach die Mutter von Karlsruhe und plötzlich will sich die Mutter von ihrer stolzen Tochter trennen. Die Scheidung wird etwa 300 000 DM kosten. Aber der Ausgemeindungsausschuß kennt keine Rücksicht auf Verluste, will mit aller Gewalt “los von Karlsruhe“. Um die erregten Gemüter der Markgrafenstadt zu beruhigen, fährt nun seit einigen Tagen wieder die alte Bergbahn auf den Hausberg von Durlach und Karlsruhe, auf den Turmberg und viele Tausende von Briganten haben die letzten Wochenende auf den „Höhen“ am Schwarzwaldrand verbracht oder aber auch schon draußen am Rheinesstrand, wo man bereits die Vorbereitungen trifft zu einer -großen Badesaison, sowohl aus „Rappenwörth“ wie am Rheinstrand selbst. Die Badegäste können sich freuen, denn in diesem Jahre wird erstmals wieder die Straßenbahn vom Fuße des Turmbergs bis an die Gestaden des Rheines fahren. 25 Pfennig ist der Fahrpreis und die Eintrittskarte zu den Rheinbädern kann man sogar mit der Fahrkarte selbst lösen. Doch vorerst müssen die Briganten noch warten, denn draußen auf Rappenwörth ist es noch ziemlich kalt und der Frühling kann sich hier nur mit viel Gewalt durchsetzen. " Brigant nach Artikel 118 grundgesetzlich privilegiert seien. Wiederherstellung der alten Länder in föderalistischem Sinne Die Wiederherstellung der alten Länder Baden und Württemberg ist nach Auffassung badischer Regierungsstellen im gegenwärtigen Augenblick auch im Hinblick auf einen gesunden föderalistischen Staatsaufbau des Bundes erforderlich Den Gebietsverlust, den Süddeutschland durch die Bildung eines Südweststaates im Bundesrat zu verzeichnen haben würde, wäre nach Auffassung unterrichteter Freiburger Kreise in dieser Zeit des Aufbaues der Bundeshierarchie sehr bedenklich. Ueber die Wellen des Funks Gründonnerstag Stuttgart: 14.00 Schulfunk. 15.45 Aus der Wirtschaft. 16.00 Nachmittagskonzelt. 16.50 „Das Kloster zu Lichtental bei Baden-Baden. 17.10 Hausmusik. 18.00 Evang. Abendfeier. Die Ansprache hält Prälat Hartenstein. 18.30 Passionsmusik. 19.30 Sport gestern und heute. 20.00 Frohes Raten — gute Taten. 20.40 Romantische Musik. 21.50 Sendung der US-Marshaliplan-Kömmission. 22.05 Der Totentanz. 22.40 „Menschen auf der Landstraße“. 23.20 Kammermusik. Südwestfunk: 13.15 Musik nach Tisch.* 14.00 Kln- derliedersingen: Tante Lilo mit den Funkkindern. 15.30 Nachwuchs stellt sich vor. 16.00 Die Dichterin Marie Luise Weisfnann. 16.15 Nachmittagskonzert des Pfalz-Orchesters. 17.00 Die Passion von Joh. Sebastian Bach. 17.15 Musik zur • Unterhaltung. 16.20 Wirtschaftsfunk. 20.00 Sinfoniekonzert de» Südwestfunk-OrChesters, Leitung: Hans Rosbaud. 21.00 Jugend spricht zu Jugend. 21.15 Ein altdeutsch. Liederspiel. 22.15 Franz.-deutsches Gespräch. 22.30 Die großen Meister, Johann Sebastian Bach. 23.u Erseneinungsformen der Religion in neuerer Literatur. Der Katholizismus bei Sigrid Undset. 23.30 Für Kenner und Liebhaber. Karfreitag Stuttgart: 13.00 Die Stuttgarter Volksmusik. 13.S0 „Kreuzweg“. 13.45 Geistliche Musik aus vier Jahrhunderten. 16.00 Job. Seb. Bach: Höhe Messe in n-moll für vier- bis achtstimmigen Chor, Orchester und Orgel. 19.30 Aus der Welt des Glaubens. 20.00 L. v. Beethoven; Rezitativ und Arie aus „Christus am Oelberg" (W. Ludwig) / Violinkonzert ln D-dur, G. Taschner). 21.00 Lazarus, eine Dichtung für den Funk v. Walter Bauer. 21.45 Ant. Bruckner. Südwestfunk: 13.30 Cembalomusik. 14.00 Geistliche Chormusik am Karfreitag. 14.45 Passionstheater, Paul Walter Jacob. 15.00 Musikal. Miniaturen. 15.30 Lyrisches Intermezzo. 16.15 „Die Nachfolge“. 16.45 Joh. Seb. Bach, Passionsmusik n. d. Evangelisten Matthäus. 19.20 Kleine Abendmusik. 20.00 Bruckner; Sinfonie Nr. 5 ttF" B-dur. 21.10 „Den Duldenden", Neue Verse von D. Nick. 21.40 Musik des 16. Jahrhunderts. 22.30 Das Amsterdamer Streich-Quartett spielt das Streichquartett in d-moll op. posth. v. Schubert. 23.05 Vom Sinn des Leidens. 28.20 Orgei- musik. Pforzheim verlegt Bahnhofshalle Pforzheim. In einer Sitzung des Pforzhei- mer Stadtrates am Montag teilte Oberbürgermeister Brandenburg mit, daß die Pforzhei- mer Hauptbahnhofshalle im Rahmen der neuen Stadtplanung nach Osten verlegt werden müsse. Spazierfahrt mit filmen Folgen Ein älterer Werkmeister Wurde dieser Tage in Mannheim von einem Jeep, das von einem 23jährigen, des Fahrens unkundigen Mädchen gesteuert wurde, angefahrön und so schwer verletzt, daß er auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb. Bei dem Unfall wurde außerdem eine Frau erheblich verletzt. Das Fahrzeug gehörte einem farbigen Soldaten, der mit seiner Freundin eine Spazierfahrt unternommen hatte. Südbadisches Oberfinanzpräsidium Freiburg. Die südbadische Regierung hat aufgrund der im Grundgesetz ' vorgesehenen Neuordnung des Finanzwesens in der Bundesrepublik, mit Wirkung vom 1. April in Freiburg ein Oberfinanzpräsidium errichtet. Oberfinanzpfäsiderit Wurde Dr. Karl Filz.' . Kaiser Tiberius als Vorbild Die badische Finanz- und Steuerverwaltung will auch in Zukunft wie bisher dem Rat folgen, den der römische Kaiser Tiberius seinen Steuereintreibern und Verwaltern gegeben hat: man soll die (Steuer) Schafe zwar scheren aber nicht schinden. — Der badische Finanzminister Dr. Wilhelm Eckert bemerkte am Montag im Anschluß an die feierliche Amtseinführung des Präsidenten des neuerrichteten Oberfinpnzpräsidiums Baden vor Finanz- und Steuerbeamten, man habe mit dieser Praxis in Baden sehr gute Erfahrungen gemacht, sie entspreche der subtilen badischen Art. Man sei zufrieden mit den badischen Steuerzahlern und wünsche nicht, daß sich, daran etwas ändere, wenn jetzt gewisse Steuern an den Bund gingen. Mittelbadische Flüchtlingswalifahrt Bühl. Eine große Wallfahrt aller zwischen Murg und Kin|ig ansässigen Flüchtlinge nach Maria Linden bei Ottersweier wird für den 1. Mai vom Caritasverband vorbereitet. „Bund der Steuerzahler" gegründet Freiburg. Nachdem in Freiburg der „Schutzverband der Steuerzahler“ kürzlich eine Geschäftsstelle für Südbaden eingerichtet hat, erfolgte am Dienstag in Freiburg auch die Gründung eines Landesverbandes des „Bun des der Steuerzahler“. Bei der Gründungs- Versammlung sprachen der Präsident des Landesverbandes Westdeutschlands, Dr. Wunderlich, und Vizepräsident Professor Breuer, Stuttgart, über die Aufgaben des parteipolitisch völlig neutralen Bundes. Auch Ortsfremde können Elternbeiräte werden Freiburg. Die Bestimmungen über die Zusammensetzung der Elternbeiräte für höhere Lehranstalten sowie für Berufs- und Fachschulen wurden vom Ministerium des Kultus und Unterrichts dahin erweitert, daß in besonders begründeten Fällen auch nichtortsansäs- »ige Eltern in den Beirat berufen werden können. Die Berufung muß in diesem Fall im Benehmen mit dem Bürgermeister sowohl der Schulgemeinde als auch des, Wohnorts erfolgen. 125-Jahrfeier der Technischen Hochschule Karlsruhe Karlsruhe. An der Technischen Hochschule Karlsruhe ist unter dem Vorsitz von Professor Dr. Terres ein Festausschuß gebildet worden, der die Feierlichkeiten anläßlich des 125jährigen Bestehens der „Fridericiana“ vorbereiten soll. Für die Jubiläumsfeier, die in der Zeit vom 26. bis 28. Oktober dieses Jahres stattfinden soll, will Professor Dr. Raab eine Festschrift herausgeben, die die Ge bis 1950 enthält. Die „Fridericiana“ ist die älteste Technische Hochschule in Deutschland. Benachteiligung Nordbadens? Karlsruhe. Auf einer CDU-Versammlung erklärte der Karlsruher Stadtkämmerer Dr. Burck daß Nordbaden mit einer Zuteilung der aus ERP-Mitteln versprochenen 800 000 DM zum Ausbau des Karlsruher Rheinhafens nicht mehr rechnen könne. Andererseits werde jedoch der Bau des Neckarkanals mit ERP-Mitteln w,eiterfinanziert. Weitere eindeutige Zeichen für den „Württembergischen und Stuttgarter Zentralismus und Egoismus“ seien die Bereitstellung von 500 000 DM aus ERP-Mitteln für die Stuttgarter Straßenbahnen, die Uebertra- gung der Bauarbeiten an einer größeren Brücke bei Mannheim an eine württembergi- sche Firma, die von württembergischen Industriellen geforderte Auflösung der Eisenbahndirektion Karlsruhe und die Verlagerung des Druckes von Toto-Zetteln für Nordbaden nach Württemberg. Landesjugendtreffen in Pforzheim Der evangelische Landesjugendsonntag wird in diesem Jahr in den Gemeinden der badischen Landeskirche am Sonntag, 30. April, durchgeführt Das Landestreffen der Evang. Jungmännerarbeit, gemeinsam für Evang. Gemeindejugend, Evang. Jungmännerwerk (CV- JM) und Christi. Pfadfinder findet an Pfingsten in Pforzheim statt. In der gleichen Zeit wird in Schwetzingen ein Landestreffen des sdiidite der Karlsruher Hochschule von 1825 Evang. Männerwerkes stattfinden. Nr. 41 — Seite 6 A Offenbarter Tageblatt Donnerstag, 6. April 1958 I M 'ZEITGESCH EHEN Kleine Stadtchronik Mechanikermeister Josef Weggier 80 Jahre Am 5. April vollendete Herr Mechanikermeister Josef Weggier, Offenburg, Fischerstraße 46, das 80. Lebensjahr. Der Jubilar ist der älteste Offenburger Mechanikermeister und zugleich auch Inhaber des zur Zeit ältesten Offenburger Führerscheins vom 19. Oktober 1910 auf Grund der Prüfung vom 5. Juni 1908. Geboren in Emmingen ab Egg bei Engen, erlernte Joasf Weggier bei der Landmaschinenfirma Gebr. Fahr in Gottmadingen das Schlosser- und Mechanikerhandwerk und wurde schließlich Vorarbeiter und Werkmeister in dem 200 Mann zählenden Betrieb. 1900 kam er in die Mechanische Werkstätte O. L. Bil- flnger in Offenburg, Badstr. (heute Schreiner König), machte hier seine Meisterprüfung und wurde Werkmeister. 1925 wurde Herr Weggier mit einer eigenen mech. Werkstätte in seinem Hause, Fischerstr. 46, selbständig. Als kenntnisreicher Mechaniker und mit der Technik der Benzinmotoren vertraut gewordener Fachmann übernahm er die Reparatur von Kraftfahrzeugen und bildete seine Sohne Rudolf. Hans, Albert und Josef zu Schlossern uncrMechanikern aus. Die drei ältesten Söhne machten sich mit Taxi- und Omnibusbetrieben hier selbständig, der vierte Sohn ist voriges Jahr gestorben; von den zwei Töchtern ist eine in Rastatt verheiratet. Bis in die Jahre des letzten Krieges hat Herr Josef Weggier in seiner Werkstätte gearbeitet und dank seiner geschickten Hand vielen Offenburgern gedient. Dem Veteran der Offenburger Schlosser und Mechaniker und dem ältesten Autofahrer unserer Stadt entbieten wir nachträglich die herzlichsten Glückwünsche. SOjähriges Geschäftsjubiläum. Vor 50 Jahren, am 1. April 1900, entschloß sich unser Mitbürger, Kaufmann Anton R e i s ch, Turnhallestraße 25, nachdem er eine Reihe von Jahren für mehrere Firmen tätig war und große Erfolge verbuchen konnte, auf eigene Füße zu stellen. Er hat hier sein Geschäft gegründet, das er mit Umsicht und Schaffenskraft auszubauen verstand, wurde Vertreter, wobei er seinem Kaufmannsberufe alle Ehre machte. Bei Wind und Wetter, oft zu Fuß, mußte der junge Kaufmannslehrling, der Sohn angesehener Eltern, täglich den Weg vop (Schutterwald nach Offenbürg zurücklegen. Seine Lehrzeit begann Herr Reisch bei der Firma Adolf Schell, Glasmalerei, in Offenburg, und hat sich hier durch Fleiß, und reiche Erfahrungen und Kenntnisse zu einem tüchtigen, strebsamen Kaufmann emporgearbeitet. Im Vereinsleben hat er sich zahlreiche Freunde erworben. Infolge seines reichen Wissens und ersprießlichen Wirkens wurde Herr Reisch vor Jahren zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Volksbank berufen. h. Stadtratssitzung Die Tagesordnung für die öffentliche Stadtratssitzung am kommenden Dienstag, 17 Uhr, enthält folgende Punkte: 1. Rechenschaftsbericht für das Rechnungsjahr 1948. 2. Marktordnung für den Krämermarkt. 3. Beitritt der Fürsorgeverbände Badens zur Fürsorgerechtsvereinbarung vom 3. Mai 1949. Die Schlesier treffen sich am Ostersamstag abends 8 Uhr im Durbacher Hof, Rammers- weierer Straße, zu einem gemütlichen Beisammensein mit gleichzeitiger Gründung der endgültigen Schlesier-Vereinigung und Wahl des Vorstandes. Das .Offenburger Tageblatt* gratuliert Gestern konnte Stadtarbeiter i. R. Georg Schwendemann, Schlossergasse, in geistiger Frische seinen 75. Geburtstag feiern. Ein Offenburger über Südafrika Dr. Max W. Clauß sprach über das südliche Afrika von heute Offenburg liegt, das kann man wohl sagen, weitab von Südafrika. Müßten da nicht, wenn ein Vortrag die Probleme des südlichen Afrika von heute aufwirft, einem braven Bürger die Goetheworte des politisierenden Bürgergesprächs beim österlichen Spaziergang einfallen: „Wenn drunten weit.. .“-Nun, die Zeiten haben sich seit 150 Jahren gewaltig geändert. Der Bürger einer Zeit, die das Weltbürgertum proklamiert, die den Gegensatz Ost und West wie keine Zeit vorher demonstriert, die vom europäischen Unionsgedanken bestimmt wird, dieser Bürger weiß sich unmittelbar in das Spannungsfeld weltpolitischer Auseinandersetzungen einbezogen. Er fühlt heute so etwas, daß sein persönliches Schicksal und seine Zukunft mit allen diesen Dingen irgendwie verknüpft sind. War dies nun der Grund, daß der Vortrag von Dr. Max W. Clauß im „Römischen Kaiser“ einen so ausgezeichneten Besuch aufzuweisen hatte? Gewiß. Aber hier spielte doch wohl auch noch ein zweites Moment mit und das war, daß zu den Offenburgern ein Offenburger sprach; der Träger eines Namens, der in Offenburg einen guten Klang hat. Und dann: hier sprach ein guter Kenner der Probleme des südlichen Afrika von einer unmittelbaren Anschauung her. Beruf und Schicksal haben Dr. Max Wi Clauß nach Lissabon verschlagen. Portugal ist durch seine Besitzungen in Südafrika brennend an der Entwicklung Südafrikas, die der Vortragende als umwälzend bezeichnete, interessiert. Was den Vortrag aus der Atmosphäre der üblichen Land- und Leuteschilderungen ähnlicher Reiseberichte heraushob, war die schon angedeutete Behandlung des Stoffes aus der realistischen Sicht der Gegenwar t s n ä h e. Alles Idyllische ist nur sekundär. Die Landschaft, und wenn sie noch so großartig ist, bildet nur den Hintergrund des eminent menschlichen, des politischen, wirtschaftlichen, sozialen Geschehens. Es gibt kein Aufatmen. Auch hier sehen wir uns in Konflikte verwickelt. Auch hier spüren wir den Riß zwischen Ost und West und den Machtanspruch des Ostens. Aber noch ein anderes machte den besonderen Reiz des Vortrages aus: daß hier ein Journalist sprach. Ein Journalist, der mit einem inneren Gespür für die wesentlichen Dinge, bei einer Luftreise von Lissabon bis Johannesburg doch mehr sieht, als ein gewöhnlicher Weltenbummler; der in' allem innere Zusammenhänge findet und aufdeckt; der dem auf die Spur zu trachten sucht, was die Welt im Innersten zusammenhält. Das Afrika der Siedlerstaaten, nicht der Kolonien, war der Gegenstand der Ausführungen. Ein Gebiet, wo „der Versuch einer weißen Zivilisation unternommen wurde, dessen Gewagtheit uns erst heute bewußt wird, seitdem Oswald Spenglers düstere Drohung vom Aufbruch der farbigen Welt Gestalt anzunehmen beginnt“. Der Gegensatz Schwarz und Weiß wird zu einer Schicksalefrage, die auch Europa angeht. Schon die Flüge aus den verschiedensten Städten, die heute alltäglich nach Südafrika führen, zeigen, daß jenes Gebiet des Kongo, der Union, Rhodesiens unmittelbar an Europa und Amerika angeschlossen ist. Dieses südliche Afrika, reich an Gold, Diamanten, Kohle, Eisen, Mangan, Radium (aus Belgisch Kongo kam das erste Material zur Herstellung der Atombombe) und anderen wichtigen Mineralien, ist durch eine wirtschaftliche Revolution, die sich durch unsere Abgeschlossenheit von der Welt ohne unsere Kenntnis während des Krieges und in den letzten Jahren vollzogen hat, zu einem der bedeutsamsten wirtschaftlichen Machtfaktoren geworden. 1946 wiederholte sich, was 1886 sich auf einer Farm abgespielt hatte, man fand im Oranien-Freistaat Gold. Dreizehn Schächte sollen 1600 Meter tief dieses kostbare Metall zutage fördern. Die Produktion soll 1953 beginnen. Der mineralische Reichtum führt zum Aufbau einer riesigen Verarbeituifgsindustrie, mit der die sozialen und rassischen Probleme auf den Plan treten. Amerika und England unterhalten schon heute in allen wichtigen Zentren ihre eigenen Werkstätten. Das Flugzeug als wichtigstes Verkehrsund Transportmittel, das hier die Bedeutung des Autos in Europa hat, hat zu einer unvorstellbaren zivilisatorischen Entwicklung beigetragen, die alle Illusionen von den von der Kultur abgeschlossenen und unberührten Landstrichen zunichte gemacht hat. Die wirtschaftliche Entwicklung drängt darauf hin, daß man auch politisch zusammen kommen muß. Der schwarze Industriearbeiter bildet das Problem. Die Gefahr eines schwarzen Proletariats führt natumotwendig zu einer Auseinandersetzung mit der östlichen Weltgefahr. Wird es zu einer Machtübergabe an die Die Häscher Aufnahme: Photo-Stobef (Zum Beitrag „Unser Oelberg“ auf der gleichen Seite) Schwarzen kommen? Das bisherige System, so meinte der Vortragende, wird sich auf die Dauer kaum aufrecht erhalten lassen. Vielleicht bleibt bei diesem Völkergemisch gegenüber der doktrinären, die administrative, die stufenweise ausgleichende Verwaltung, vorerst die möglichste Lösung drängender Probleme. Der in seiner Diktion klare und fesselnde Vortrag, den wir nur skizziert wiedergeben können, fand durch farbige Lichtbilder, die in die verschiedensten Städte und Bezirke der südafrikanischen Union führten, und unter anderem vor allem auch mit Smuths bekannt machten, eine interessante Illustrierung. Die denkbar herzlich aufgenommenen Ausführungen dürfen thematisch als auch formal zu den bedeutsamsten und aufschlußreichsten im Vortragswesen unserer Stadt in der letzten Zeit gezählt werden. KG. Der Weg in die Einsamkeit Kritische Anmerkungen zum „Eroica"-Film in den Parklichtspielen Man geht nicht ohne Sicepsis in Filme, di« das Leben eines Genies zum Gegenstand haben. Das biographische Bild, die Anekdote und das hinter- lassene Werk verdichten sich in uns zu gerne zu einer Vorstellung von der menschlichen Erscheinung eines Großen, die durch Verehrung zu einem Idealbild unseres Herzens geworden ist. Wird diese Vorstellung nicht durch allzu realistische ZUge zerstört? Stürzt in uns nicht eine Illusionistische Welt zusammen? Es ist die alte Frage bei solchen Versuchen. Nun gar bei einem Film, der Beethoven leibhaftig vor uns hinzustellen sucht. Ist die Erfassung des genialischen und menschlichen Wesens dieser einmaligen Erscheinung durch das Mittel der Darstellung nicht ein Wagnis? Wir sind uns darüber klar, daß auch di« noch so gute schauspielerische Leistung nur ein unvollkommenes Bild der Erscheinung Beethoven vermitteln kann. Er läßt sich nur schwer ln dl« übliche Filmschablone der Wechselbeziehung von Per- sönltchkeltszeichnung, Liebe und Werk pressen. Auch das Drehbuch zu diesem Beethovenfilm von Kolm-Veltee konnte diese Gefahrenklippe nicht umschiffen. Es geht, wie bei allen diesen Filmen, auf „Publikumswirkung“ aus und kann auf solche Weise nur „episodischen" Charakter haben. Der Film sucht das Leben Beethovens von der Schöpfung der Erolca bis zur tragischen Ertaubung des späten Beethoven wiederzugeben. Aber so einfach, wie das hier anfänglich geschieht, geht es nun doch nicht. Napoleon Ist Im Anmarsch auf Wien. Die Nachricht dringt bis zum Stammtisch Beethovens. Etwas unmotiviert hören wir ihn impulsiv in Freiheitsphrasen schwärmen. Er bricht sofort auf, uro seine Eroica zu komponieren. Etwas zu rasch, und psychologisch unglaubwürdig, vollzieht sich dann gleichsam noch im gleichen Atemzug sein Gesinnungswandel gegenüber dem großen Korsen. Mit etwas mehr Delikatesse, aber auch hier nicht ohne Bedacht auf filmische Wirkung, sind seine Beziehungen zu Therese von Brunswik und Glulietta Gulcclardl mit der Handlung verknüpft. Wir wissen aus den Worten von Wegeier, daß Beethoven ln Wien „nie ohne Liebe und meistens von ihr in hohem Grsde ergriffen wsr“. Wie aber hier seine entscheidende Begegnung mit Glulietta dargestellt erscheint, scheint uns doch etwas zu „billig“ geraten. Damit soll nun nicht gesagt seih, daß von diesem Film nicht doch auch sehr starke echte Wirkungen ausgehen. Sie sind eng verknüpft mit der schauspielerischen Leistung Ewald Baisers und vor allem auch der in den Film eingebauten Musik Beethovens, von der hier maßvoll und doch in beglückender Ausgiebigkeit in der Darbietung- durch die Wiener Philharmoniker, die Wiener Symphoniker, den Staatsopernchor und die Sängerknaben Gebrauch gemacht wird. Die musikalische Bearbeitung ist ein Verdienst Alois Mellchars. Hans Knapperts- busch dirigierte. Was Ewald Baiser aus seiner Rolle zu gestalten weiß, tat höchst bemerkenswert. Man merkt Ihm ersichtlich an, wie er zunächst von der Pose weg zu spielen sucht. Seine Maske kommt ln etwa dem Stich von Hoefel nach der Zeich- mm- von etronne aus dem Jahre 1814 nahe. Dieser Beethoven Baisers gewinnt mit der Darstellung der ersten Anzeichen der Ertaubung des Meisters an eindrucksvoller Dichtheit und Wesenhaftigkeit. Es ist der Weg in die Einsamkeit, der sich hier mit einer unerbittlichen Logik voll von menschlicher Ergreifung vollzieht. Die Begegnungen Beethovens mit seinem Neffen Karl, vor allem die letzten, Uber denen der düstere Ernst des Heiligenstädter Testamentes steht, sind von ganz starker echter Wirkung. Eine andere großartige Szene Ist jene, da Beethoven tragisch die Kontrolle über die Sänger bei der Aufführung des „Fldelio“ verliert. oGer aber, wenn er, ein zweiter König Lear, über seinem düsteren Schicksal zu verzweifeln scheint. Unaufhaltsam vollzieht sich eine Tragödie, der zuletzt nur der titanische Trotz und das Wissen um die Prüfung durch Gott begegnet. Die äußere Welt erstirbt, die innere aber wächst. Ungebörte Stimmen werden laut. „Sagen Sie allen, sagen Sie der Welt", so schließt der Film, „Beethoven hört...!“ -s. Am Samstag erfolgt keine Ausgabe der Treibstoffkontingente für den Monat April. Der Gartenbauverein Offenburg veranstaltet am 12. April,- 20 Uhr, in der „Zauberflöte“ einen Lichtbildervortrag. Ein kirchenmusikalisdies Ereignis Meinrad Spieß: Missa brevis in e-moll. Im Festhochamt des Ostersonntags singt der Kirchenchor Hl. Kreuz aus dem Manuskript die ,Missa brevis" in e-moll von Meinrad Spieß (1683—1761).. Mit dieser ersten Aufführung nach über 2,00 Jahren macht der Chor die Hörer mit einem Werk bekannt, das bis vor kurzem als verschollen galt und das der Kaufbeurener Musikwissenschaftler A. Gold--' mann der Oeffentlichkeit wieder zugänglich machte. Der Aufführung kommt daher besondere musik- historlsche Bedeutung zu. Die „Missa brevis“ ln e-moll beweist dltz hohe Beherrschung altmeisterlicher polyphoner Satzkunst. Die gelegentliche sollstische Auflockerung der Sätze läßt den Geist kommender Stiiepochen vorausahnen. Großanglegte Steigerungen von barocker Klangpracht verleihen dem Werk einen festlich großartigen Charakter, der besonders den eigentlichen Höhepunkt der Komposition, das Sanctus, aus- zelchnet, das, ebenso wie das Benedictus, von einem wundervoll aufgelockerten „Hosanna“ beschlossen wird Die Messe wird begleitet von einem Streichorchester (Orchesterverein) Offenburg) und der obligaten Orgel (Maria Hugle). Für die Ausführenden war die Arbeit am Werk eines zu Unrecht Vergessenen ein besonderes Erlebnis. Im Zeichen dea Bachjahres dürfte auch bei den Hörern das Werk dieses bisher völlig unbekannten Zeitgenossen des großen Johann Sebastian stärkstem Interesse begegnen. Anzeigen für Oster-Samstag-Ausagbe bitten wir bis heute mittag 12 Uhr aufzugeben. Unser ölberg Zu den Kostbarkeiten Offenburgs gehört der Oelberg, der im Jahre 1523 unter dem Dach eines eigens dazu errichteten kleinen Steinhauses auf dem Platz hinter der Stadtkirche aufgebaut wurde. Als Kinder lugten wir gerne neugierig durch das Gitter und staunten die steinernen Nachbildungen von Distel, Weinlaub und Efeu an. Wir entdeckten in der künstlichen Mauer sogar eine Schnecke und auch ein Mäuschen aus Stein. Dort vor uns kniete der Heiland im Gebet, den Blick zu der Erscheinung des Engels erhoben. Vorne rechts reckte sich Petrus aus dem Schlaf auf; man erkannte ihn gut an dem Schwert, nach dem seine Hand greift und mit dem er dem Mal- chus das Ohr abschlagen wird. Im Hintergrund kamen die Häsdier angerückt, vom Verräter Judas geführt. Der Judas war deutlich an dem Beutel zu erkennen, den er offen m der Hand trägt und in dem die Silberlinge sind, die er für seinen Verrat bekommen hat. Auf diese Unterscheidungen durften wir als Kinder stolz sein. Inzwischen sind wir älter geworden und sehen nun unsere eigenen und andere Kinder um das Oelberghäuschen spielen und durch das Gitter spähen. Die Tagesgeschäfte führen uns meistens in Eile über den schönen Platz, und höchstens noch auf einem Spaziergang machen wir einmal vor dem altbekannten Oelberg halt und betrachten ihn wieder. Wie erstaunen wir aber dann, wenn wir merken, daß wir lauter neue Dinge und Zusammenhänge entdecken und daß uns die Zeit bei ihrem Studium nicht lange wird! Die drei Jünger-Gestalten, die uns zunächst sind, erscheinen uns in ihrer Schlafumfangen- heit ganz geheimnisvoll. Petrus rechts ist zwar der „Wachste“ von ihnen, aber doch noch wie im Träum. Was er so oft befürchtet, die Verfolgung und Gefangennahme seines teuren Herrn und Heilandes nämlich, ist Wirklichkeit geworden, während er schlief! Die Unruhe der Häscher, das Klirren ihrer Waffen, das Scharren ihrer Füße drangen wie ein Signal in sein schlafendes Ohr, und mühsam, noch im Kampf mit seinem erschöpften traumtrunkenen Körper, reckte er das bärtige'Haupt. Während sich seine Rechte nach dem Schwert ausstreckt, mit dem er sich wenig später wie ein Vasall, der seinen König verteidigt, auf die Häscher stürzen wird, greift seine Linke schon in eine hoffnungslose Leere. Dagegen erscheint uns Johannes in der Mitte von einer stillen Hoheit. Er sitzt auch, im Vergleich zu seinen Gefährten, aufrecht und schläft bestimmt nicht, sondern hält nur die Augen über seinen schwermütigen Betrachtungen geschlossen, die ihn der ganzen drohenden Gegenwart entrückt halten. Das lockige Haupt hat er leicht auf die linke Hand gestützt, und die Rechte blättert in jener Schrift, nach der sich jetzt das Wort an dem Heiland erfüllen soll. Jakobus zur Linken liegt vom Schlaf lang hingestreckt. Das bärtige Haupt ruht ihm auf dem rechte* Oberarm, und die Hand hält noch das Buch, über dem er im Gebet einschlief. Auf ihn trifft sm meisten das Wort zu: „...und fand sie schlafen vor Traurigkeit“. als Fackel. Der Ritter hält einen Hammer zum Schlag bereit. Der Vorletzte trägt eine blanke Keule, und der Letzte trinkt sich Mut aus einem Weintopf an. Auf den Bretterzaun ist eine Laterne gestellt, wie wir sie heute noch in mancher alten Haushaltung sehen können. Hinter diesen Jüngern, die noch in ihrer Verlorenheit an sich selbst wie Wächter aus- sehen, kniet eine Stufe höher der Heiland, ganz im Gebet entrückt und der letzten Gewißheit schon teilhaftig. Denn hoch aus den Himmeln über ihm trägt sein Engel Kreuz und Kelch herab. Das Antlitz Christi ist in edlen männlichen Zügen gebildet, ein hoher schlanker Hals trägt das Haupt, und die Gestalt kniet aufrecht und stark. Wie eine handfeste Gespensterschar drängt dagegen die Bande der Häscher — vierzehn an der Zahl — hinter einem hüfthohen Bretterzaun nach dem überdachten Tor, durch das sich eben die ersten fünf Kerle unter der Anführung des Judas zwängen. Es ist eine buntgeflickte Schar - der schwergepanzerte Ritter neben dem leichtbetuchten Armbrustschützen. Alt neben Jung, der Ahnungslose neben dem Hasser und dem selbstbewußten Schergen im Amt. Jedenfalls tragen sie alle die verschiedenartigsten Kopfbedeckungen, und jeder ist mit einem anderen Gegenstand bewehrt: Der erste hebt den Strick, mit dem Christus gebunden werden soll. Der zweite stützt sich auf eine Muskete. Der dritte trägt die brennende Oelschale auf der Stange Diesem Aufzug voran tänzelt Judas in den Garten. Sein Haupt ist unbedeckt wie bei den übrigen Jüngern. Aber er trägt zum einen . Zeichen seines Verrates schamlos den Geldbeutel vor sich hin, zum anderen hat er sein Gewand aufgerafft, damit sein nervöser Fuß sich um so ungehinderter bewegen kann. Der Verrat steckt ihm in allen Gliedern. Dem, entschlossenen Strickträger flüstert er gerade’ zu, wer der Herr sei. — Was ist das für eine Stunde, die unser steinerner Oelberg fortwährend und deutlich vor unsere Augen stellt? 5 „Aber dies ist eure Stunde“, heißt es in der Schrift, „und die Nacht der Finsternis“. Aus grünenden Feldern kommt der Mühlbach in die Stadt geflossen und rauscht hinter dem Oelberg vorbei. Regengewölk wechselt mit blankem Himmel und Sonnenschein. „Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte“ Die geputzten Spaziergänger lustwandeln über alle Straßen, Plätze und durch die Anlagen. So kommen sie auch über den Oelberg, freuen sich an den neu hergerichteten Beeten, bleiben vor dem Gitter stehen und schauen .hindurch... A. Merklin. Donnerstag, 8. April 1950 A Offentrarger Tageblatt Nr. 41 — Seite f Langhurst baut Siedlungen Rohbaukosten werden durch Mitarbeit der Siedler verringert Langhurst (r). Am vergangenen Sonntag versammelten sich die Haushaltungsvorstände der Langhurster Familien in der Wirtschaft „zur Linde“ zu einer Besprechung aktueller Bau- und Gemeindeangelegenheiten. Zu derselben waren Vertreter der Gemeinde Schuf tsrwald urg! der Geistlichkeit erschienen. Nach der Begrüßung durch Gemeinderat Meier, Langhurst, erteilte er Ratschreiber Junker da Wort. Dieser gab ein ausführliches Referat über die Maßnahmen der Gemeinde zur Förderung des Wohnungsbaues, über den Stand der Bau arbeiten in Schutterwald und über die Vor haben im Ortsteil Langhurst. Ein Siedlungs Vorhaben mit 7 Einzelhäusern wird diese Woche begonnen werden. Da die Eigenmittel und die Hilfe des Staates hier nur in begrenztem Um fange zur Verfügung stehen, muß die Eigen arbeit und die Arbeit der Mitbevölkerung im weitesten Umfange in Anspruch genommen werden. Aus der Versammlung heraus sind Stimmen durch Sester (Vorstand des Rad fahrvereins) zur Mitarbeit laut geworden. Da die handwerksmäßige Zusammensetzung der Siedler günstig ist, wird angenommen, daß ein großer Teil der Rohbaukosten dadurch weg genommen wird. In der anschließenden Diskussion wurden Fragen und Anträge gestellt. Eingehend gab Bürgermeister Hansmann Antwort. Dadurch wurde im Verlauf der Besprechung, die allmählich den Charakter einer gut verlaufenden Bürgerversammlung annahm, eine Atmosphäre des gegenseitigen Verstehens und Vertrauens geschaffen. Allgemein kam nach Beendigung, die Befriedigung über den Verlauf und der Wunsch zum 'Ausdruck, solche Versammlung bei passender Gelegenheit zu wiederholen. Traurige Bilanz des Krieges Schutterwald, (j) Die erfolgte Registrierung der Vermißten ergab 57 Vermißte. Hiervon sind 56 ehemalige Wehrmachtsangehörige und ein Zivilangehöriger. 55 sind im Osten einschließlich der Balkanländer und 2 im Westen vermißt. Generalversammlung des Niederschopfheimer Sportvereins Niederschopfheim, (b) Am Sonntag fand im Gasthaus z. „Bahnhof“ die Generalversammlung des Sportvereins statt, die sehr gut be sucht war. Der 1. Vorstand Hans Deren- t h a 1 begrüßte die Erschienenen und gab einen Ueberblick über das vergangene Jahr. Dabei gedachte er in sinnvoller Weise der Mitglieder, die der Tod im vergangenen Jahr hinweggerafft hat. Ein kurzer Jahresbericht des rührigen Schriftführers Adolf Schaub folgte, darauf der Rechenschaftsbericht des gewissenhaften Rechners Josef Herr. Eine Neuwahl war nicht nötig, da alle Anwesenden einstimmig beschlossen, dem Gesamtvorstand die Geschicke des Vereins auf ein weiteres Jahr in die Hände zu legen. Besondere Bitten und Ermahnungen legte der Jugendführer Wilhelm Münchenbach und der erste Vorstand den Jugendspielem ans Herz. Gründungsmitglied, Schwerkriegsversehrter Rudolf Heimburger, der sich in früheren Jahren sowohl als auch bei dem Beginn nach 1945 um den Verein sehr verdient gemacht hat, und der Ortsgeistliche, Pfarrer Stadelmann, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Versammlung beschloß, den Sportplatz mit einem Zaun zu versehen, außerdem soll den gefallenen Mitgliedern auf der Sportplatzanlage ein Gedenkstein zu ihrer steten Erinnerung gesetzt werden. Auch dieses Jahr wird für die Sportler ein Ausflug stattflnden, zu dem unter lebhafter Befürwortung eine Reisekasse angelegt wurde. Flüchtlinge fanden Arbeit Reichenbach (az). Nachdem der Forstschul betrieb im Höllhof im Gange ist, und Kurs um Kurs mit immer großer Teilnehmerzahl eröffnet werden konnte, sah sich das Forstamt Gengenbach gezwungen, die Zufahrtsstraße zum Höllhof einer gründlichen Erneuerung zu unterziehen. Das erste Teilstück, vom Bauernhof Otter über den Höllhof hinaus zum Späneplatz geht demnächst seiner Vollendung entgegen. Ausgeführt wurde der Bau unter sachkundiger Leitung von auswärtigen Arbeitern, die montags mittels LKW zur Arbeitsstelle gebracht und am Wochenende auf gleiche Weise in die Heimat zurückbefördert werden. Unterkunft und Verpflegung finden sie bei Bauern im Mittelbach; auch einige hier untergebrachte Flüchtlinge finden dabei lohnende Beschäftigung. Die zweite Teilstrecke, von Otter bis zur Einmündung in den Talweg, soll im Laufe dieses Sommers von einheimischen Waldarbeitern in Angriff genommen werden. Die Vorbereitungen hierzu sind bereits getroffen. I So dürfte also der Mittelbacher Talweg in absehbarer Zeit in neuem Gewände erstanden sein und es steht zu hoffen, daß er den an ihn gestellten Anforderungen gewachsen sein wird. Bartholomäus Litterst gestorben Rammersweier. Mit 84 Jahren verstarb Bartholomäus Litterst von Rammersweier. In seinen rüstigen Jahren machte er täglich seinen Marsch nach Offenburg, um in der Buchdruckerei A. Reiff & Cie. tätig zu sein. Ueber zwei Menschenalter ist er hier in Arbeit gestanden. Er war als Hilfsarbeiter gekommen und hat den alten „Ortenauer Boten“ und das „Offenburger Tageblatt“ jahrelang auf der Doppelschnellpresse gedruckt. Als die Rotationsmaschine und mit dieser die Stereotypie eingeführt wurde, war er nicht arbeitslos geworden, sondern griff gewandt und eilig in der Stereotypie zu. Bartholomäus Litterst hat die Entwicklung der Firma Reiff zur Großdruckerei miterlebt, und es war erfreulich, mit ihm zusammen arbeiten zu dürfen Stets willig und frohgemut, ließ er sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Am Mittwochmorgen wurde Barth. Litterst unter zahlreicher Anteilnahme der Dorf bewohner und einer Abordnung ehemaliger Berufskameraden auf dem Friedhof in Weingarten zur letzten Ruhe bestattet. Der Betriebsratsvorsitzende der Firma A. Reiff & Cie., Offenburg, Josef Sator, legte unter ehrenden Worten am Grabe des Dahingeschiedenen einen Kranz nieder. Erfolgreicher Marktverlauf in Appenweier Appenweier, (v) Der Frühjahrs-Schweine- und Krämermarkt verlief mit vollem Erfolg. Durch das außerordentlich gute Wetter bedingt, waren ' über 100 auswärtige Verkäufer hier eingetroffen. Der Schweinemarkt war etwas schwach bestellt, wogegen eine große Anzahl Käufer vorhanden waren. Schon am frühen Morgen begann ein reges Treiben, auf dem Jahrmarkt in der Dorfstraße. Die Einwohner der umliegenden Ortschaften beteiligten sich sehr zahlreich an unserem alten tra ditionellen Markt. Käufer und Verkäufer sind auf diesem Markt auf ihre Rechnung gekommen. Das Fahrgeschäft und Karussell mit Schießhalle bot der Jugend reiche Abwechslung. , Appenweier. Die „Sonnenlichtspiele“ Appen weier bringen vom 8. bis 10. April den Film „Martina“. Am Ostersonntag um 20.00 Uhr als Sonderprogramm den großen Lustspielfilm „Pat und Patachon als Mädchenräuber“. Am Karfreitag findet keine Vorstellung statt. Bericht über eine Romreise Nesselried, (v) Am Sonntagabend lud die Pfarrgemeinde die Einwohnerschaft in das Gasthaus,, ^zujn. Eng$l“ , ein.. Der, Ro’mpilgef Öeistl. Rat Sester, Hesselbach, berichtete sehr interessant über seine Reiseeindrücke. Es war sehr interessant. Anschließend sprach Caritassekretär Benz von Nußbach über das katholische Männerwerk. Zur Verschönerung des Abends trug der Kirchenchor unter Leitung von Hauptlehrer Zimmermann einige Volkslieder vor. Geistl. Rat Biellmann sowie Schmiedmeister Bruder dankten den Rednern Pfarrer Enderle verunglückt Urioffen. Am Mittwochnachmittag ging die Kunde durch unser Dorf, daß unser Ortsgeistlicher Pfarrer Paul Enderle auf det Fahrt nach Offenburg kurz nach 12 Uhr an der Ecke Rammersweierer- und Hermannstraße mit einem Militär-LKW zusammenstieß und dabei verunglückte. Pfarrer Enderle erlitt eine Gehirnerschütterung und eine Platzwunde j am Kopf. Er wurde in das Offenburgerl Krankenhaus eingeliefert, was umso tragischer ist, als Pfarrer Enderle sich dienstlich auf dem Wege dorthin befand, um bei Kranken seelsorgerischen Pflichten nachzukommen. Die ganze Pfarrgemeinde nimmt Anteil an dem Unglücksfall und wünscht Pfarrer Enderle baldige Genesung. Münzeniund in Zell a. H. Zell a. H. Bei den zur Zeit im Gang befindlichen Umbauarbeiten am Gasthaus zum „Kleebad“ wurden in einem Versteck im Keller eine große Anzahl alter Münzen gefunden. Ein Sachverständiger nahm sich dieses Fundes an und gab der Zeller Bevölkerung am vergangenen Samstag Gelegenheit, diese Münzen zu besichtigen. Der eigentliche Wert der zum Teil noch unbekannten Münzen wird sich erst nach genauer Prüfung durch eine fachkundige Stelle bestimmen lassen. Unterharmersbach, (1) Im Alter von 74 Jahren verstarb nach langem schwerem Leiden Josef Walter, der weithin bekannte „Alt-Rößle- müller“. Es ward ihm nicht mehr vergönnt, seinen einzigen Sohn, der als Vikar im Osten vermißt ist, wiederzusehen. — Am Kfarfreitag, dem 7. April, kann Frau Justine Hertig, geh. Armbruster, ihren 80. Geburtstag feiern. Leider ist sie seit einem Jahr fast völlig erblindet, doch nimmt sie noch an allem Geschehen regen Anteil. Schlagkraft der Feuerwehr wurde erhöht Oberharmersbach, (m) Die Freiw. Feuerwehr hielt am Sonntagabend in der Brauerei Schwarz ihre diesjährige Generalversammlung ab, die gut besieht war. Im Rechenschaftsbericht gab Wehrführer Wilhelm Lehmann einen Rückblick auf das verflossene Jahr. Erfreulicher Weise waren keine Brandschäden zu verzeichnen. Trotzdem war aber die Wehr eifrig bemüht, und hatte 14 Proben. Bei zwei davon war auch der Bezirksbrandmeister zugegen. Die Schlagkraft der beiden Löschhalbzüge Dorf und Riersbach konnte verstärkt werden, da der Löschzug Dorf im vergangenen Jahr eine neue Motorspritze erhielt, so daß die Wehr mit den beiden Motorspritzen in der Lage ist, mit 6 und noch mehr Schlauchleitungen ein Brandobjekt zu bekämpfen. Wenn die Glocken rufen Katholische Gottesdienste Hl. Kreuz: Gründonnerstag: 7.00 Amt, anschließend Anbetungsstunden: 20.00 Trauermette. Karfreitag: 8.00 Liturgie, anschließend Anbetungsstunden. 18.00 Trauermette. Karsamstag: 7.30 feierliches Amt. 20.00 Auferstehungsfeier mit Prozession, Tedeum und Segen. Dreltaltigkeitsklrche: Gründonnerstag: 3.00 feierliches Amt, hiernach Aussetzung des Allerheiligsten und Anbetung bis 10.00. Nachmittags 13.00 Karfreitag: 9.00 Predigt und Karfreitagsliturgie, bis 23.00 Betstunden mit Verehrung des hl. Kreuzes und zerstörter hl. Messe. Hiernach Betstunden während des ganzen Tages.' Karsamstag: 6.00 Beichtgelegenheit. 6.15 Beginn der KarsamstagsUturgie mit Weihe des Feuers, der Osterkerze und des Wassers. Gegen 8.00 feierliches Amt mit hi. Kommunion. Nachmittags 14.30—18.00 Beichtgelegenheit. 20.00 Auferstehungsfeier mit Prozession, Tedeum und Segen. Sb Fidelis: Gründonnerstag: 8.00 Amt. 17.30 Trauermetten. Karfreitag: 9.00 Karfreitagsgottesdienst. 7.30 Trauermetten. Karsamstag: 7.15 Amt. 19.30 Auferstehungsfeier. GengenbaCh: Gründonnerstag: Ab 6.30 BeiChtgele- genheit. 6.30, 7.00 und 7.30 Austeilung der hl. Kommunion: 8.00 feiert. Amt mit hl. Kommunion der Gläubigen; Betstunden bis 20 Uhr; 14.00 Betstunde der Erstkommunikanten. 8.00 Trauermette. > Karfreitag: 9.00 Predigt mit Karfreitagsliturgie; Betstunden bis 20 Uhr; 14.00 Betstunden für die Schüler: 20.00 Trauermette. — Kollekte für die Vater vom hl. Grab. Karsamstag: Ab 6 Uhr hl. Weihen; 7.30 Amt und hl. Kommunion; von 16.00—19.00 Beichtgelegenheit. 20.00 Auferstehungsfeier. HoChhl. Osterfest: 7.30 Gemeinschaftsmesse und hl. Kommunion der Jungfrauen: 8.45 Predigt und feieti. Amt; 10.15 Singmesse und Predigt; 14.00 feiert. Vesper, — Generalabsolution des 3. Ordens. Zen a. H.: Kath. Stadtpfarrkirche:, Karfreitag: 6—9 Uhr Betstunden; 9.00 Predigt jmd Karfreitagsliturgie, anschließend Betstunden. 14—15 Uhr Betstunden für alle Schulkinder; 19.30 Trauermette. — Karsamstag: 8 Uhr hl. Weihe des Feuers, der Osterkerze und des Taufwassers; 8.00 Auferstehungsamt, 14 und 17 Uhr Beichtgelegenheit. 20.0# Auferstehungsfeier mit Prozession. Hofweier: Gründonnerstag 8 Uhr Amt mit hl. Kommunion, anschl. Betstunden. Abends 7 Uhr Trauermette. Karfreitag: 8.30 Karfreitagsliturgie mit Predigt und Betstunden. 6.30 Trauermette. Karsamstag: 6 Uhr hl. Weihen. 7 Uhr Alleluja- Amt mit hl. Kommunion; abds. 7.30 Uhr Auferstehungsfeier. Ostersonntag: 7 Uhr Frühmesse: 9 Uhr Hochamt mit Predigt und Segen. Nachmittags 1.15 Uhr feierliche Ostervesper mit Segen. Evangelische Gottesdienste * Ev. Gemeinschaft, Augustastraße 1, Offenbürg: Karfreitagabend 7.30 Uhr: Predigtgottesdienst. Ostersonntagmorgen 9.30 Predigtgottesdienst. Evang. Kirchengemeinde Zell a. H.: Gründonnerstag: 9.3® Uhr Hauptgottesdienst; 20 Uhr Kirchenchorprobe in der Kirche. Karfreitag: 9.30 Uhr Hauptgottesdienst (Kirchenchor), anschließend Feier des Hl. Abendmahles. (Iler für 8.30 Uhr angekündigte Frühgottesdienst findet nicht statt.) Samstag: 20.00 Passionsandacht in der Kirche. Ostersonntag: 9.30 Hauptgottesdienst (Kirchenchor), anschließend Feier des Hl. Abendmahles; 11.00 Schülergottesdienst und Kleinkindergottea- dienst. Ostermontag: kein Gottesdienst. Evang. Gottesdienst in Nordrach: Karfreitag: 6 Uhr Hauptgottesdienst, anschließend Feier des Hi. Abendmahls. — Ostersonntag: 8 Uhr Hauptgottesdienst. Evang. Gottesdienst Oberharmersbach: Karfreitag: 13 Uhr Hauptgottesdienst, anschließend Feier des Hl. Abendmahles. — Ostermontag: 10 Uhr Hauptgottesdienst; 15 Uhr Gemeindezusammensein. Altkath. Kirchengemeinde Offenburg, Gymnasiumstraße 7: Karfreitagnachmittag um 6 Uhr Pas- sionsgottesdienst mit Predigt. < Ostersonntag: Um 10 Uhr hl. Amt mit Predigt und atigern. Kommunion. Sport in Fubball: Schweizer Fußballgäste in Olfenburg Ballspiel-Club Zürich — Offenburger SpVgg Mit diesem Ostersplel soll eine alte, durch den Krieg unterbrochene Freundschaft mit schweizer Fußballvereinen, wieder aufgefrischt werden. Für Ostersonntag konnte die OSV den spielstarken BC Zürich verpflichten. Sicherlich werden es die Gäste verstehen, die Offenburger FußbaUwelt zu begeistern, denn gerade inmitten der erbitterten Punktekämpfe wird ein „Spiel für s Auge“ ganz besonders Anklang finden. Die Gästeelf, die ln der Schweizer Liga eine führende' Stellung einnimmt, wird in kompletter Aufstellung an treten und sicher bestrebt sein, ihre erste Nachkriegsbegegnung in Offenburg erfolgreich zu gestalten. Bei der Offenburger Vertretung ist Ja bekannt, daß die einzelnen Spieler bei besonderen Treffen immer über sich selbst hinauswachsen: somit dürften die Voraussetzungen zu einem spannenden Kampf gegeben sein Hk- * OSV spielt ln Ortenberg Am Ostermontag steht Ortenberg im Zeichen eines besonderen sportlichen Ereignisses. Die OSV stellt eine kombinierte Mannschaft zu einem Propagandaspiel mit folgender Aufstellung gegen Ortenberg I ins Feld: Vogel; Burgert, Babold; Klingert, Bruder, Armbruster; Schweinfurth, Hall, Willimowski, Bitt- ner, Schneider. Von den zahlreichen Gönnern und Fußßballfreun- den ortenbergs und der Umgebung sollte sich keiner die Gelegenheit entgehen lassen, dieses interessante Treffen zu erleben. — Im Vorspiel stehen sich um 13.30 Uhr die AH-Ortenbergs und Zunsweiers gegenüber. Urioffen I — Ortenberg I *:• (3:#) Die Freundschaftsbegegnung zwischen den Vertretern der Kreisklassen Offenburg und Renchtal litt sehr unter äußerst ungünstigen Witterungsverhältnissen. Trotz andauerndem Regen zeigten die Mannschaften ein einsatzfreudiges und flüssiges Spiel. Im Anschluß an einen Ecfcball gelang es Urioffen zum ersten Tor einzusenden. Kurz darauf erhöhten die Gastgeber auf 2:0. Nach der 25. Spiel- minute setzte dermaßen heftig der Regen ein, daß man sich entschloß, das Spiel für einige Minuten der Heimat zu unterbrechen. Trotzdem das Spielfeld durch die andauernden Niederschläge glatt wurde und den weiteren Spielablauf sehr behinderte, setzten sieh beide Mannschaften nach wie vor ein, um die unentwegten Zuschauer mit ihren Leistungen zufrieden zu steilen. Nach, einer 3:0 Halbzeitführung spielten die Gastgeber mit dem Wind im Rücken und drängten die Gäste in den zweiten 43 Minuten in ihre eigene Hälfte. In Abständen wurden noch weitere fünf Tore erzielt, wodurch die hohe Niederlage der Gäste unabänderlich war. Der Schiedsrichter hatte bei dem allzeit fairen Spiel kein allzu schweres Amt und leitete zur Zufriedenheit. Das Spiel der II. Mannschaften konnte Ortenberg nach tempogeladenem und flüssigem Spiel für sich entscheiden. —h— Altenheim I — Elgersweier I 3:3 (1:1) Zum fälligen Pokalspiel stellten sich beide Mannschaften in guter Form dar. Nach 10 Minuten Spielzeit konnte Altenheim durch Handelfmeter in Führung gehen. Doch die Freude dauerte nicht lange, denn bald darauf verschuldete der sonst sehr gute Torwart von A. durch zu frühes Herauslaufen das l:l-Halbzeitergebnis. Nach Wiederbeginn konnten in der zweiten Halbzeit die technisch viel besseren Gäste mit dem Wind im Rücken eine drückende Ueoerlegenheit erzielen, die sie jedoch nicht in zählbare Erfolge auswerten konnten. Bei einem durch den sehr guten Unken Flügelmann eingeleiten Durchbruch konnte Altenheim sogar nochmals in Führung gehen. Nun drängte Elgersweier heftig auf den Ausgleich, der auch bald darauf durch den rechten Flügel vorgetragen, vom Mittelstürmer erzielt wurde. Elgersweier ließ nun nicht mehr lok- ker und konnte nochmals durch das allzufrühe Herauslaufen des Altenheimer Torhüters das Endergebnis herstelieh. io. Schüler-pokalturnier ln Schutterwald Auf dem Sportplatz an der Kiesgrube fand am vergangenen Sonntag ein Schüler-Pokaltumier statt. Hierzu stellten sich die Schüler-Mannschaften aus WiUstätt, Schutterwald, Zunsweier und Langhurst. Die einzelnen Resultate: Schutterwald — Zunsweier 2:0: Schutterwald — Langhurst 2:1; Schutterwald gegen WiUstätt 4:0; WiUstätt — Langhurst 0:0; Langhurst — Zunsweier 2g). Pokalsieger: Schutterwald. ju. Handball: Handball: TV Urioffen I — OSV n 5:2 (1:2) Di« Offenburger spielten ln der ersten Halbzeit leicht überlegen, Erst nach dem Seitenwechsel kamen die Urloffer auf und konnten in den nächsten Minuten gleichziehen. Gefährliche Durchbrüche Offenburgs scheiterten an der massiven Urloffer Verteidigung. Trotz teilweise hartem Spiel der OSV- Verteidigung konnten die Einheimischen durch gut eingefädelte Strafstöße das Spielgeschehen diktieren und schließlich für sich entscheiden. —h— Altenheim I — Hofweier I 9:7 (3:5) Die mit dem Wind anspielende Gästemannschaft vertugte über einen flinken und wendigen Sturm, und konnten durch Ihr raumgreifendes Flügelspiel manch brenzliche Situationen vor dem Altenheimer Tor schaffen. Das Halbzeitergebnis zeigt jedoch deutlich, daß A. Hintermannschaft in der Abwehr gut arbeitete, und hat sich der Junge Torwart bewährt. In der zweiten Hälfte hatte A. mehr vom Spiel, da die Stürmerreihe die Einzelaktionen unterließ und fleißig die Flügel bedienten, und konnten dadurch noch sechsmal den sehr gut arbeitenden Gästetorwart schlagen. Ringen: Ringen: Appenweier — Waldkireh 5:2 Am vergangenen Sonntag standen sich obige Mannschaften in der RüCkrunde der Landesliga gegenüber. Der Verlauf des Treffens zeigte, daß die Mannschaft von Appenweier aus den bis jetzt geführten Kämpfen sehr viel gelernt hat, und dies wieder in diesem Kampfe auszuwerten verstand. Der Verlauf der einzelnen Kämpfe: Das Fliegengewicht gewann für Appenweier der jugendliche Hoffmann Adolf gegen den alten Wald- kircher Nitz, im schönen Kampf in 6 Minuten durch sauber ausgeführten Armzug. — Im Bantamgewicht stand der Nachwuchsringer Föll Walter, der in der 3. Minute seinem Waldkircher Gegner durch Armzug unterlag. — Im Federgewicht mußte sich ebenfalls unser Nachwuchsringer Kornmeier Emil gegen den starken Waldkircher Frankl in 5 Minuten durch Untergriff geschlagen geben. — Im Leichtgewicht wurde der spannendste Kampf gezeigt. Hier standen sich Spring Karl, Appenweier und der kampferfahrene Rieder, Waldkireh gegenüber. Erst in 3 Bodenrunden konnte Spring im überlegenen Kampfe den Gegner in 11 Minuten einwandfrei auf die Schultern legen. Der Junge Schnurr Albin der sehr temperamentvoll kämpfte konnte nach 9 Minuten durch doppelten Armzug den Waldkircher Frankl Otto besiegen. Im Mittelgewicht konnte Hätty Theo seinen Gegner in überlegenem Kampfe nach fünfeinhalb Minuten durch Schulterschwung besiegen. Das Halbschwergewicht stellte für Appenweier der noch jugendliche Siedler gegen den Waldkircher, seinen Mann. Nach kurzem einwandfreiem Sieg protestierte der Mannschaftsführer von Wald- klrch, wonach Kampfrichter Fäßler aus Lahr den Kampf abbrach. Infolgedessen trat das Schwergewicht nicht mehr zum Kampfe an. Ringen: Sportfreunde Freiburg — ASV Urioffen 4:4 Urloffens Ringereltte wellte am Abend des 1. April in Freiburg um sich dem Tabellenersten zum Gang über die Matte zu stellen. Trotz ersatzgeschwächter Aufstellung konnte die Mannschaft eine ehrenvolle Punkteteilung erreichen. Es ist auffallend, daß das Mannschaftsgefüge trotz mancherlei Pech der letzten Zeit nichts an der alten Stabilität eingebüßt hat. Das virtuose Dreigestirn Walz, Jeane und Börsig ist durch Verletzung des Walz vorläufig amputiert, aber der Junge Ersatz bewies durch Einsatzfreudigkeit die gute verläßliche Tradition des ASV. Wenn die jungen hoffnungsvollen Ringer sich fürder eines noch intensiveren Trainings befleißigen und neben oder über der Körperkraft nicht die ott blitzschnell entscheidende Denkarbeit vernachlässigen, dann kann für die Zukunft nichts fehlen und die Mannschaft wird jede Hürde neh- Boxen: Städteboxkampf Ottenburg — Lahr Die Boxabteilung der OSV erfreut ihre Anhänger am kommenden Samstag mit einer Großveranstaltung im Saalbau Drei Könige. Die Offenburger Vertretung wird gegen die bekannte Lahrer Kampf. Staffel Gelegenheit haben, ihre ansteigende Form unter Beweis zu stellen. Es werden mehrere Meister im Ring stehen. Nähere Einzelheiten und MannschaftsauisteUung in der Samstagausgabe. M. Hk. An die Mitarbeiter des Offenburger Tageblatts Wir bitten unsere Mitarbeiter, Berichte für die Dienstagausgabe so rechtzeitig abzusenden, daß diese bis spätestens am Montagnfor- gen eingetroffen sind. Offenburger Tageosatt Chefredakteur: Adolf Kimmig, Veiantwortlich füi HeimatM ,i. Heinert Buhle« Sprechstunden der Redaktion: Montag Mittwoch und Freitag u bis 12 Uhr Diuck U. Verlag: A Reit« & Cie.. Offenbuig - Für unverlangt eingehende Manuskripte wird keine Garantie übernommen. Wr. 4f — Seite 8 A Offenburger Tageblatt Donnerstag, 8. "April 1950 t Der Prozelj des Vatikans Es geht um die Annullierung von Ehen G. M. — In diesen Tagen trat in Rom der Vatikan als Kläger vor ein Tribunal. Besser gesagt, war es die Heilige Rota, der Apostolische Gerichtshof, der besteht, seitdem die Päpste in Avignon residierten. Vor einem römischen Zivilgericht führt er Klage gegen einige radikale Linksblätter des Landes, die ihm Bestechlichkeit nachgesagt hatten. „Wer einige Millionen springen läßt, kann sich in Italien, wo es keine Ehescheidung gibt, ein Dekret im Priesterlatein verschaffen, das ihn aller ehelichen Pflichten entbindet.“ So jedenfalls hatten die exkommunizierten Kommunisten behauptet. Ein anderes Blatt schrieb, die Heilige Rota gewähre nur dann die Annullierung einer Ehe, wenn sie sich ein Gutteil vom Vermögen eines Partners gesichert habe. Der stämmige schwarzhaarige Prälat, Monsignore Staffa, vertritt mit Feuer und Schwung seine Sache. Die Affäre Rosselin i hat gerade erst die Frage der Ehescheidungen in Italien erneut in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion gerückt Die Kirche weigert sich, die Ungültigkeitserklärung der früheren Ehe des Filmregisseurs, die vor einem österreichischen Richter in Eisenstadt im Burgenland erfolgt ist, anzuerkennen. Der zivile Gerichtshof in Turin akzeptierte die Eisenstädter Entscheidung, Die Abwehr einer Verleumdungskampagne der Linkspresse gibt dem Apostolischen Gerichtshof die Möglichkeit, das Augenmerk der Weltöffentlichkeit auf diese unbestechliche Institution des Heiligen Stuhles zu lenken. Nach Monsignore Staffa hat sich die Heilige Rota fast immer mit folgenden drei Gruppen von Ehen zu befassen: Die rechtlich gültige und konsumierte Ehe, die auch der Papst nicht lösen kann, die rechtlich ungültige, aber konsumierte Ehe, die als nichtig erklärt werden kann, und die rechtlich gültige, aber überhaupt nicht konsumierte Ehe. Die Annullierung im letzteren Fall ist relativ einfach. Die Komplikationen treten meist in solchen Fällen auf, in denen bei Eingehung der Ehe von einer „bedingten“ Zustimmung gesprochen wird. Wenn sich ein Mann beispielsweise vorgenommen hat, nur eine unberührte Frau zu heiraten, und nach der Eheschließung erkennt, daß diese Voraussetzung nicht erfüllt war, so besteht nach kanonischem Recht die Voraussetzung zur Annullierung. Der römische Prälat hat seine Klage gut vorbereitet „Es ist einfach nicht wahr, daß die Heilig Rota nur ein Tribunal für Millionäre ist“, und er enthüllt statistisches Material, das allgemeines Interesse verdient. Im Jahre 1936 lagen dem Apostolischen Gerichtshof 76 Annullierungsanträge vor. In 34 Fällen wurde die Erklärung der Nichtigkeit ausgesprochen. 19 Paare unter diesen waren mittellos und der Vatikan trug daher die Kosten. 1937 waren es 17 arme und 8 zahlungsfähige Paare, die ihre Ungültigkeitserklärung erreichten. 1946 waren 17 mittellos und 13 begütert, und nur 1948 war das Verhältnis 20 zu 32. Das Verfahren wird offenbar nur selten beantragt und seine Durchführung ist kostspielig. Medizinische, juristische und theologische Untersuchungen werden oft mit peinlichster Gründlichkeit vorgenommen, ehe das Urteil gefällt wird. Die Heilige Rota kostet dem Vatikan im Jahre einige Millionen. Be" Vorlage des Armutszeugnisses trägt sie nämlich alle Kosten. Die Fälle, die vor den Apostolischen Gerichtshof kommen,' werden nicht immer so entschieden, wie die Laien vermuten möchten oder wie es manchmal die öffentliche Meinung verlangt. Da ist vor ein paar Jahren ein bekannter Faschistenführer vor der Hl. Rota erschienen, um nach Erlaß der faschistischen Rassegesetze die Ungültigkeit der Ehe mit einer jüdischen Sängerin durchzusetzen. Er wurde abgewiesen. Einmal gab es einen schwerreichen Prinzen aus altrömischem Geschlecht. Zwei Päpste wies er unter seinen Vorfahren aus. Er heiratete ebenfalls ein adliges Mädchen. Die Frau ließ sich einen Ehebruch zuschulden kommen. Beide leiteten ein Annullierungsverfahren ein. Weder an Geld noch an Beziehungen fehlte es ihnen. Dennoch wurde ihr Antrag verworfen. Ein anderes Mal ging es um Vermögenswerte in einem Erbschaftsprozeß. Der Richter verliebte sich dabei in die bildhübsche Vertreterin der einen Partei. Ihre Verwandten überredeten sie, dem Richter nachzugeben. Es sei andern- Durdi Alpen und Apennin; falls alles verloren. Bald nach Prozeßende und Eheschließung verließ die Frau den Richter wieder. Die Heilige Rota annullierte die Ehe und trug die Verfahrenskosten. In einem anderen Fall hatte ein Mann seine Frau unter der Voraussetzung eines bestimmten Altersunterschiedes geheiratet. Erst als er schon zwei Kinder mit ihr hatte, kam er darauf, daß sie ihn hinsichtlich ihres Alters hinters Licht geführt hatte. Seinem Antrag gab die Heilige Rota statt. Die Ehemoral ist in allen Teilen Europas erschreckend abgesunken. Der Prozeß, den der Vatikan gegen Repräsentanten der materialistischen Weltbetrachtung in Rom führt, ist mehr als die Zurückweisung eines Verleumdungsfeldzuges. Er ruft die hohen Moralgesetze der Kirche und die ewig gültigen Normen für ein glückliches Zusammenleben der Menschen in Erinnerung. Der Geist, der dem Vatikan dabei niedrige Motive unterstellt, ist es nicht zuletzt, der das Ethos der Ehe in dem bekannten Ausmaß unterhöhlt hat (real) * Republik über den Wolken Glückliche Menschen in San Marino — Ein Staat lebt von Briefmarken Von unserem nach Italien entsandten H. A.-Sonderkorrespondenten Die warme Sonne des Südens steht leuchtend über dem Land, als wir Rimini, das bekannte italienische Adriabad in Richtung Westen verlassen. Unser Ziel ist San Marino, einer der kleinsten, selbständigen Staaten der Erde, dessen Grenze nur etwa 20 Kilometer vor Rimini verläuft. Wie auf fast allen italienischen Straßen, so ist auch das Fahren auf der Ausfallstraße nach San Marino eine reine Freude. Die letz- ■iS. Kleine Insel im Golf von Neapel len Häuser von Rimini bleiben schnell zurück, ein einsamer Verkehrsschutzmann noch und wir haben die Stadt verlassen. Unseren Augen aber bietet sich jetzt ein seltsames, phantastisches Bild. Wenige Kilometer vor uns geht die flache grüne Landschaft der Adriaküste langsam in die in der Ferne immer mehr ansteigende Berglandschaft des Apennins über. Aus diesen ersten Hügelketten jedoch strebt als bizarre Ausnahme ein mächtiges dreigezacktes Bergmassiv hoch in den Himmel, das auf jeder der drei Felsspitzen eine Burg trägt. Unwillkürlich stoppen wir unseren Wagen, um dieses Bild, das einem Märchenbuch entnommen sein könnte, auf uns einwirken zu lassen. Dieses Bergmassiv trägt den Staat San Marino, dessen eigenstaatliche Geschichte sich rühmen kann, älter als die Italiens zu sein, denn, als Italien noch auf seinen Einiger Garibaldi wartete, wehte hier oben in den Bergen über der Adria schon die Flagge mit den drei Bergspitzen, das Wahrzeichen der Republik San Marino. Von der letzten italienischen ca.sa cantoniera (Straßenmeisterei) sind es nur noch ein paar Minuten bis zur Grenze. Diese Minuten konnten wir gut dazu benutzen, um darüber nachzudenken, ob wir mit unserem kleinen Olympia jemals bis zu den drei in den Himmel greifenden Felsspitzen gelangen würden, bis zu denen die Straße angeblich führen sollte. Unser Grenzübertritt vollzog sich in durchaus fortschrittlicher Form. Der Schlagbaum, der plötzlich vor uns auf tauchte, war bereits hochgeklappt. Vor einem malerisch bemalten Schilderhaus stand in einer romantischen Uniform ein Soldat der Miliz von San Marino, die etwa 50 Mann zählt, und lächelte uns freundlich entgegen. Als wohlerzogene Europäer, welche die Bedeutung von Grenzen und Schlagbäumen zu würdigen wissen, wollten wir" natürlich halten. Alle Papiere waren gesucht und wir waren schon gespannt, welche Stempel, Marken und Gebühren wohl in San Marino an der Grenze benützt würden Aber weit gefehlt! Der bunt . uniformierte San Marinese lächelte weiter, schüttelte ob unseres Benehmens weise den Kopf und machte eine einladende Hanabewegung in Richtung auf das Innere seines Landes. Die Grenzformalitäten waren entfallen. Die nächste Stunde komme ich mir vor wie im Hubschrauber. In unzähligen Kurven windet sich die Straße um das Bergmassiv. Kleine Orte werden passiert, die wie Schwalbennester am Hang zu kleben scheinen, Maulesel mit schweren Lasten werden langsam überholt und immer näher rücken die drei felsigen Köpfe des Berges, in deren Schutz der Hauptort des Staates San Marino liegt, der den gleichen Namen wie die Republik trägt. Als die letzte Kurve genommen ist und der Wagen ein wenig dampfend auf dem Parkplatz von Sau Marino steht, pfeift uns ein scharfer Höhenwind um die Ohren. Ein seltsames Gefühl ist nach dieser Fahrt in uns. In unermeßlicher Tiefe liegt nach Osten zu das grüne Küstenland. Dahinter dehnt sich in sattem Blau bis an den Horizont, wo man die jugoslawische Küste ahnt, die Adria. Auch Rimini können wir klar erkennen — ein Kreis bunter Spielzeughäuschen am Meer. Nach Westen zu geht der Blick bis weit hinein in’ die einsame Gipfelwelt des Apennin. Irgendwo dort in der Ferne hinter den Bergen wird Rom liegen, unser nächstes Reiseziel. Als wir durch die Stadt wandern, sind wir beeindruckt von dem ehrwürdigen Alter der Häuser hier auf der Bergeshöhe. Fast in jedem Stein spiegelt sich die seltsame Geschichte dieser einzigartigen, kleinen Republik. In langen Gesprächen mit den Bewohnern wird uns klar, daß es ein karges, hartes Leben ist, das die Menschen auf dem drei- gezackten Felsen führen. Im Sommer brennt die Sonne des Südens mit sengender Kraft auf die Menge, im Winter peitschen die Stürme die geduckten Häuser und ihre Bewohner. Die ganze Republik liegt dann manchmal über den Wolken. Aber um nichts in der Welt möchten die knapp 14 000 Einwohner von San Marino ein besseres Leben gegen ihre Staatsangehörigkeit eintauschen. Die Zwergrepublik lebt vom Fremdenverkehr,, der allerdings nicht etwa mit dem Monacos zu vergleichen ist, vom Verkauf der in aller Welt gesuchten Postwertzeichen und nicht zuletzt von dem großen Spielkasino, das in San Marino seinen Sitz hat und dessen Steuern in die Staatskasse der kleinen Republik fließen. Allabendlich bringen Luxusautobusse die in Rimini weilenden Badegäste in einer halsbrecherischen Fahrt nach San Marino ins Casino hinauf. Natürlich ist unter diesen Umständen jeder Fremde gern gesehen in der Republik, und niemand wird daher nach Paß oder Visum gefragt, der den beschwerlichen Weg auf die sagenumwobenen Gipfel nicht scheut. Im letzten Kriege jedoch war die Grenze von San Marino als winzige Oase des Friedens neutral. Niemand, ob Deutscher, ob Italiener, durfte ohne Paß das Staatsgebiet von San Marino betreten, dessen Einwohner zwar hungerten, aber keine Soldaten wurden. San Marino wird nach demokratischen Grundsätzen regiert, hat ein eigenes Parlament und wird nur außenpolitisch durch Italien vertreten. Zwei parteigebundene Zeitungen unterrichten die Bevölkerung wöchentlich einmal über das Leben draußen in der Welt, die mit ihren Ereignissen unendlich fern von diesem Berg der armen, aber glücklichen Menschen zu sein scheint. Als wir an einem Abend Abschied nehmen von San Marino und seinen Menschen, steht eine glutrote, untergehende Sonne über den Bergen und verwandelt den Apennin in eine flammende Landschaft. Im Osten liegt die Adria schon in der Dämmerung und in Rimini leuchten die ersten Lichter auf. Ein zauberhafter Anblick, dei einen fast wehmütig stimmt. Doch die Räder rollen. Die Fahrt geht über die Berge. Unser Ziel ist Rom — die ewige Stadt. Uoifiühling, Die Tage mögen schon etwas verheißen, Aber die Nächte sind schwer und lang,. Und den strahlenden Himmel zerreißen Zerflatterte Wolken im eiligen Gang. Orgelt der Wind in den alten Föhren, Weil ein verschlafener Vogel schrie? Immer ist ein Rufen zu hören, Und manchmal ist’s eine Melodie. Dann spürst du wieder das große Besinnen und den verhaltenen Atem der Zeit, Da die Stunden wie Tropfen rinnen Durch die Hände der Ewigkeit. D. K i p p h a n. Die Frau hinter dem schwarzen Schleier Als Peer in das Abteil stieg, mußten sich seine Augen erst an das Dunkel gewöhnen. Draußen auf dem Bahnsteig war es hell gewesen, denn er hatte gerade unter einem der Tiefenstrahler gestanden; hier war die Deckenlampe zugezogen und man sah durch das dunkelblaue Tuch nur einen Schimmer der Birne. Es war noch jemand im Abteil. In der Ecke drüben am Fenster saß ein Mensch. Als Peers Augen sich mit dem Dämmern vertraut gemacht hatten, erkannte er, daß es eine Frau war. Nach der Figur wohl eine junge Frau. Ihr Gesicht konnte er nicht sehen, denn sie trug einen schwarzen Schleier, so wie ihn jetzt viele Frauen tragen. Sie sehen dann immer etwas hochmütig aus, obwohl sie es gar nicht sind; manchmal wirken sie auch sehr kühl, obwohl sie das auch nicht sind. „Guten Abend“, sagte Peer. Er verneigte sich leicht, dann setzte er sich ihr gegenüber. „Hoffentlich habe ich Sie durch mein Einsteigen nicht im Schlaf gestört.“ Sie schüttelte den Kopf: „Ich habe nicht geschlafen! Wenn Sie wollen, machen wir die Lampe hell. Vielleicht wollen Sie lesen?* 1 „Nein .. danke ... Wenn Sie nicht geschlafen haben, dann haben Sie also geträumt... Und sind mir doppelt böse, weil ich sie störte, wie?“ „Vielleicht haben Sie recht ... ja, ich habe geträumt... ich habe da draußen in die Nacht hineingeträumt, die wie ein Schattenbild vorüberhuscht ... Ich war hier einmal zu Hause ... Vor vielen, vielen Jahren ... vor einem Leben fast, ja — da war ich hier zu Hause!“ „Und ich bin es noch ...Ich könnte mir nicht vorstellen, wie es ist, fort zu müssen. Ich liebe das Land hier.“ „Ich habe es auch einmal geliebt, sehr habe ich es geliebt... und mußte doch gehen!“ sagte sie leise. Und dabei wandte sie das Gesicht wieder aus dem Fenster. Da kam jetzt der Wald bis dicht an die Schienen, es war. als berührten seine Zweige den dahinfahrenden Zug. „Warum sind Sie nicht geblieben, wenn Sie das Land lieb haben?“ fragte er einfältig. Er fragte nur, um das Gespräch nicht abreißen zu lassen. Es war langweilig, in der Nacht zu reisen. „Eigentlich ... gibt es keine Antwort darauf!“ sagte sie. „Manchmal geht es eben nicht nach unseren Willen — und nach unserer 1 Li^be, nicht wahr?“ — Nach einer Weile sagte sie; „Jetzt kommt Holmerskoog, Ja?“ „In zehn Minuten — Wir müssen noch...“ „... um den ganzen See, ich weiß!“ setzte sie seine Rede fort. „Sie kennen Holmerskoog?“ fragte er erstaunt, „vfrann waren Sie denn dort? Sie müssen wissen, daß mir Holmerskoog gehört, das Rittergut und die Vorwerke. Natürlich nicht das Dorf... Vielleicht sind wir uns schon begegnet .. „Vielleicht? ..." Sie sagte es seltsam. „Und wann ich dort war? Vor einem Leben, sagte ich Ihnen das nicht schon, vor einem ganzen Leben!“ Er lachte, obwohl ihm irgendetwas in dieser Antwort sehr ernst schien: „So alt sind Sie ja noch nicht!“ „Doch!“ sagte sie, „ich bin doch genau so alt wie du, Peer! Oder — hast du deinen Geburtstag geändert?“ Er starrte sie entgeistert an. Sie nannte ihn beim Namen, sie kannte ihn, sie ... wer aber war sie? Seine Gedanken liefen fieberhaft im Kreise. Er sagte nichts — es war ihm zu dumm, jetzt etwas zu sagen. Nach einer Weile meinte sie: „Ich habe eben nachgerechnet. Ich war vor 25 Jahren zum letzten Mal hier. Du hattest gerade das Examen gemacht, Peer, und du warst sehr stolz darauf. Am Steinhüttenweg hast du’s mir damals erzählt.“ „Am ... Steinhüttenweg ... mein Examen?“ Er überlegte. Wer war denn diese Frau?“ „Ein schlechtes Kompliment für mich, Peer, wenn du dich nicht daran erinnerst! Und ich habe ein ganzes Leben daran gedacht — wirklich ein ganzes Leben! Sogar drüben in Amerika.“ „Sie — du warst in Amerika?“ war alles, was er fragte. „Ja — in Nord- und Südamerika. Ich bin Künstlerin, Peer, Sängerin. Man hat mich drüben verpflichtet.“ Der Zug wurde allmählich langsamer. Man näherte sich der Station. „Jetzt mußt Du aussteigen, Peer!“ sagte sie leise. „Jetzt kommt Holmerkoog!“ Er stand benommen auf. „Auf Wiedersehen“, sagte sie und reichte ihm die Hand. Er hielt sie, bis die Frau fragte: „Weißt du nun, wer ich bin, Peer?“ „Natürlich —“ sagte er, „natürlich — die kleine Ruth, Schulmeister Krügels Jüngste!“ Sie senkte traurig den Kopf. „Nein, Peer, ich bin Marianne, weißt du, die Nichte von eurem Revierförster. Damals hatte ich mich in dich verliebt, bis über beide Ohren, richtig verliebt Mein Onkel war so klug, mich nach zehn Tagen fortzuschicken . . . Peer. Vor einem Leben .... habe ich nicht recht? Der Zug hielt Peer stieg aus. Draußen wandte er den Kopf noch einmal zurück. Hinter der geschlossenen Scheibe sah er ein Frauengesicht im schwarzen Schleier. Und etwas Weißes, wie ein Ta- sdientüchlein winkte wehmütig zu ihm hin. Vor der Station war der Kutscher mit dem Jagdwagen. „Guten Abend, Peer!“ sagte seine Frau, die mitgekommen war. Aber Peter antwortete nicht gleich. Er sah dem Schlußlicht des Zuges nach, der eben den kleinen Bahnhof Holmerskoog verließ. Kunst und Wissenschaft Im Bündern-Distrikt von Oslo, soll eine Universitätsstadt gebaut werden, die alle Fakultäten der Universität umfaßt und sechstausend Hörern Studienmöglichkeit bietet. Nach Smetanas „Die verkaufte Braut” sendet der Prager Rundfunk nunmehr auch die Oper „Die Wassernymphe” von Anton Dorak in Esperan t.b- f a s s u ng. Die früher beliebten Schloßgartenspiele Säcklnges werden in diesem Jahre wieder aufgenommen. Sie sollen vom 1. bis 30. Juli durchgeführt ‘ werden. Der Spielplan sieht Shakespeares „Sommemachtstraum”, Schillers „Wilhelm Teil” und die im Jahre 1884 entstandene Oper von Neßler „Der Trompeter von Säckingen” vor. Oper und Schauspiel werden mit Berufskräften besetzt sein. Prof. Dr. Johannes Kraus wurde zum Dekan der katholischen theologischen Fakultät der Johan nes-Gutenberg-Universität Mainz gewählt. Die Ufa will gemeinsam mit einer Reihe anderer Filmgesellschaften in Nordrhein-Westfalen Filme in eigener Regie hersteilen und selbst verleihen, sowie den größten Teil des zerstörten Ufa- Theaterparks aufbauen. Dieses Vorhaben stütze sich vor allem auf die Absicht der Bundesregierung, die deutsche Filmproduktion mit zwanzig Millionen D-Mark zu unterstützen. Donnerstag, 6. April 1956 Offenborger Tageblatt Nr. 41 — Seite S Mein herzensguter treusorgender Mann Wilhelm Saenger Stadtrechner i. R. hat mich nach kurzer, schwerer Krankheit für immer verlassen. Offenburg, Scheffelstraße 7, den 4. April 1950 In stiller Trauer: Frau Berta Saenger 0eb . Benz Die Beerdigung findet am Samstag, V* 11 Uhr vormittags statt den 8. April 1950 um Danksagung Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme, die vielen Kranz- und Blumenspenden, sowie Kranzniederlegung der Arbeitskollegen des Finanzamtes Offenburg, beim Heimgang unseres lieben Bruders, Schwagers, Onkels und Paten Friedr. Sebastian Ehrhardt Obersteuersekretär i. R. danken wir recht herzlich. Besonderen Dank den Krankenschwestern für ihre liebevolle Pflege, Herrn Pfarrer Hechelmann für den kirchlichen Beistand und allen, die an seinem Seelenopfer teilgenommen haben. Die trauernden Hinterbliebenen. Offenburg, Niederschopfheim, den 6. April 1950. t Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Bruder, Schwager und Onkel Alfred Gegg Bahnarbeiter am 4. 4. 50 im Krankenhaus Offenburg, an den Folgen eines Ki.-Jgsleidens im Alter von 45 Jahren, wohlvorbereitet in die Ewigkeit abzurufen. Örtenberg/Käfersberg, den 5. April 1950. Frau Theresia Gegg, geh. Sediinger Kinder Kurt und Theresia Gegg Die Beerdigung findet am Donnerstag, 6. April, nachmittags 3 Uhr. statt den Statt Karten Todesanzeige Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß meine innigstgeliebte Mutter und Schwiegermutter, unsere gute Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Josefine Bauer Ww. geh. Gaß nach einem Leben voll Arbeit und liebender Sorge heute nacht sanft und unerwartet in Gottes ewigen Frieden eingegangen ist Waltersweier, den 4. April 1950. In tiefer Trauer: Edgar Bauer und Frau Regina Baner geh. Kimmig Kinder Adelheid und Wilfried Bauer und Anverwandte. Die Beerdigung findet nachmittags 3 Uhr statt am Gründonnerstag r nerzweiß »wmwotB hilft! Vermietungen Zimmer zu vermieten in Umgebung Ottenburgs (evtl, mit Kost). Zu erfr. u. Nr. 11/84 im O. T. Offenburg Möbliertes Zimmer sofort oder 15. 4. zu vermieten. Zu erfr. unt Nr. 18-149 in der Gesch. des O. T. W ohnungstausch Biete in Freiburg sonnige 2- Z.-Wohnung, suche in Offbg. 3-Z.-Wohnung geg. Zuschuß von DM 500.-. Angeb. an E. Zahn, Offbg., Rheinstr. 15 I. TDoffen Lierofcfi und bestimmt perfroustu. dann wMmSie die ninge, es gibt- keinen besseren VeMustr Stellenangebote Jüngeres Mädchen tagsüber für den Haushalt in Geschäftsh. sofort gesucht. Zu erfragen u. Nr. 23/127 im O. T. Offbg. 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In tiefer Trauer Otto Litterst und Familie Lorenz Vogt und Familie Frau Rosa Nager, Wtwe, geb. Litterst. Die Beerdigung fand am 5. April in Weingarten statt. Mittwoch, den Reisende für Markenartikel der Getränkeindustrie auf Provisionsbasis gesucht. Herren mit eigenem Wagen bevorzugt. Off. unt. Nr. 12-115 an die Gesch. des O. T. CSSSflESSSSSS Mädchen 17 Jahre alt. mit höherer Schulbildung, Kenntnisse in Steno und Maschinenschreiben, sucht kaufm. Lehrstelle. Off. unt. Nr 8-171 an die Gesch. des O. T Tüchtige Bedienung sucht Stelle in gutgehendem Hotel, Restaurant od. Caf4. Off. unter Nr. 18-150 an die Gesch. des O. T. Verkäufe Einfamilienhaus in Offenburg zu verk. Zu erfr. u. Nr. 2/216 an die Gesch. des O. T. (a. 20 Zentner Stroh zu verkaufen. Rammersweier, Haus 222. ' -J -172 Standard Moto m her kompl., in gutem Zustand, mit 7 Messer für DM 650.- zu verkaufen. Lorenz Imhof, Rep.-Werkstätte, Welsehensteinach, Post Steinach i. K. Nadiruf Am 3. April 1950 verschied Bartholomäus Litterst aus Rammersweier. Er gehörte über 40 Jahre der Belegschaft unseres Hauses an. Wie er in seinen Berufsjahren mit größtem Fleiß und vorbildlicher Treue gedient hat, blieb er auch in seinem Ruhestand eng mit seinen Kollegen und dem Betriebe verbunden. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. A. Reiff & Cie. Verjag und Buchdruckerei Offenburg Kisten und Schachteln laufend abzugeb. Schindler, Tabakwaren - Großhandlung, Offbg., Hauptstr. 36. (18-151 2 neue Küdiensdiränke (Elfenbein) sehr preisw. abzugeben. Karl Riemer, Schreinerei, Offbg., Philosophenweg 27 (16-92 0 u | e Mjidniege Gebrauchte Maschinen in bestem Zustande preiswert zu verkaufen. l l Pendelpresse 1 Kaltsäge zweiarmig 1 Chapping-Maschine 1 Feil- und Sagemaschine 1 Muffelofen 1 kompl. Kreissäge mit Fräs- u. Langlochbohrvorrichtung einschl. Motor. Größe ungefähr 40 x 40. Konrad Willer, Meß- u. Präx.- Werkzeuge, Offenburg, Friedrichstr. 16, Telefon 1324. 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