Erscheint wöchentlich dreimalig. Bezugspreis für den laufenden Monat DM 1.75 zuzüglich 25 Pf. TrSgerlohn. Einzelnummer 20 Pf. Im Falle höherer Gewalt od. bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. vminm[iiinniniiniiiH«iiii-iiiiiiiiiiiiiiniinniif Mlrstes HeimaidlaN für Statt und Serirk Ottenburg JMgenblatt mit anerkannt guter Werdewirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenburg. Zur Zelt ist die Anzeigenpreisliste Nr. 1 gültig. Druck u. Verlag: A. Reiff & Cie., BuchdruCkeret, Offenburg/Baden. Geschäftsstelle: Offenburg, KornstraQe 10. Fernsprecher: Offenburg Nr. 1537 und 2134. Postschließfach Nr. 333. Postscheckkonto: Karlsruhe Nr. 130 81. Nummer 51 Samstag, 29. April 1950 Ausgabe a l 139. Jahrgang Alliierte billigen Steuergeset* Bereinigung der Meinungsverschiedenheiten — Nur noch eine Steuerveranlagung im Jahr Bonn. Die alliierte Hohe Kommission genehmigte am Freitagnachmittag das deuts che Einkommen - und Körperschaft s- steuergesetz. Bundeskanzler Dr. Adcnauer und Finanzminister Fritz Schäffer hatten mit den Hohen Kommissaren eine zweiein- halbstdndige Unterredung, in deren Verlauf aufgrund des alliierten Einspruchs die neuen deutschen Vorschläge erörtert wurden. Es wurde eine völlige Uebereinstimmung erzielt und der vorläufige alliierte Einspruch gegen das Steuergesetz aufgehoben. Das alliierte Kommuniquee Wie aus einem alliierten Kommuniquee hervorgeht, hüben die deutschen Erklärünngen und die von deutscher Seite abgegebenen Versicherungen zum neuen Steuerigesetz die Hohen Kommissare befriedigt. In einem Brief an den Bundeskanzler beziehen sich die Hohen Kommissare auf die Darlegungen, die Bundesfi- nanztninister Fritz Schäffer am Montag bei seiner Besprechung mit den Finanzberatern der alliierten Hohen Kommissare gemacht hat. Die deutsche Darstellung ergäbe: 1. daß der Bundeshaushalt für das Rech- nungsiahr 1950'51 au s g eg 1 i c h e n ist: 2- daß die Länderhäushalte für das kommende Rechnungsjahr durch das neue Gesetz nicht negativ beinflußt werden. Von deutscher Seite war darauf hingewiesen worden, daß im kommenden Finanzjahr fünf vierteljährliche Steuerzahlungen stattfinden. 3. daß eine zusätzliche Besteuerung in der Form von Luxus- und Verzehrsteuem eingeführt wird*, die die Steuerermäßigung in den höheren Einkommensklassen ausgleichen soll. Der Bundesfinanzminister ist der Ueberzeu- gung, daß eine solche Begrenzung übertriebener Ausgaben im Zusammenhang mit anderen Besteuerungen zu Soarmaßnahmen führen könnte und dadurch Investitionsmöglichkeiten gegeben sind. 4. daß besondere Maßnahmen gegen Steuerflucht ergriffen werden. Angesichts dieser Versicherungen haben die Hohen Kommissare ihre provisorische Mißbilligung gegen das Steuergesetz zurückgezogen. Die vermiedene Krise Bundeskanzler Dr. Adenauer teilte nach Abschluß der Beratungen mit den Alliierten auf der Bundespressekonferenz mit, daß der alliierte Einspruch gegen das Einkommensteuergesetz nach kurzer Aussprache mit den Hohen _ Kommissaren zurückgezogen worden ist. „Wir sind außerordentlich befriedigt, daß es zu keiner Krise gekommen ist“, sagte der Bundeskanzler. Die Einkommensteuemovelle. die vom Bundesfinanzminister Schäffer ausgearbeitet und vom Bundestag beschlossen worden sei, habe nunmehr das Plazet der Alliierten gefunden. Dr. Adenauer betonte, daß die Verhandlungen in einer „guten Atmosphäre“ stattgefunden hätten. Dies sei ein großes Verdienst der alliierten Finanzsachverständigen und des Bundesfinanzministers, die in langen Verhandlungen den günstigen Ausgang herbeigeführt hätten. Das neue Steuergesetz sei von größtem Interesse für die deutsche Wirtschaft. Auf der anderen Seite müsse aber auch hervorgehoben werden, daß die Zusammenarbeit mit den Hohen Kommissaren nicht durch „besondere Vorkommnisse“ gestört worden sei. Der Bundeskanzler gab dann Finanzminister Schäffer das Wort zu erläuternden Angaben über den zwischen den Alliierten und der Bundesregierung gefundenen Kompromiß. Bundesfinanzminister Fritz Schäffer berichtete dann ausführlich über seine Aussprache mit den alliierten Finanzberatem am vergangenen Montag. Er freue sich sehr, daß es ihm damals gelungen sei, die Bedenken gegen das Einkommensteuergesetz restlos zu zerstreuen. Das Prinzip der Einkommensteuerreform liege in dem Uebergang von der Selbsteinschätzung der Steuerpflichtigen zur ordentlichen Jahresveranlagung. Da die vierteljährliches Vorauszahlungen in Zukunft nach einem starren Verhältnis zum Vorjahreseinkommen geleistet würden, gebe es im Jahr nur eine Steuerveranlagung und nicht wie bisher deren vier Damit vermindere sich die Arbeitslast der Finanzverwaltung auf ein Viertel. Sie werde dadurch in der Lage sein, die Veranlagung jetzt viel genauer als bisher zu überprüfen. Da auch das Betriebsprüfungssystem ausgebaut werde, seien er und sämtliche Länderfii.anzminister der Ueberzeugung. daß der anfängliche Steuerausfall eingeholt werde. Dazu komme, daß durch eine Verschiebung der Termine für die Vorauszahlungen im neuen Haushaltsjahr nicht vier, sondern fünf Quartalzahlungen eingehen würden. Am 20. April sei die erste Vorauszahlung nach dem alten Gesetz erfolgt. Die nächste folge nach dem neuen Gesetz am 10. Juni. Danach kämen bis zum 10. März nächsten Jahres noch drri Vorauszahlungen. Der Steuerzahler habe fln Kalenderjahr nach wie vor nur vier Quartalzahlungen zu leisten doch könnten die Länder in diesem schwierigen Haushaltsjahr eine fünfte Zahlung vereinnahmen, womit das Risiko der Einkommensteuersenkung rest'os ausgeglichen sei. * Bonn. Mit einer Verspätung von acht Tagen wird am Samstag das neue deutsche Steuer- geaetz verkündet werden. Landtag Wilrttambarg-Baden gegen Luxussteuer Stuttgart. Der Landtag von Württemberg- Baden genehmigte in dritter Lesung einen Gesetzentwurf über die Feststellung eines dritten Nachtrags zum Staatshaushalt für 1949. Das Haus nahm ferner einen Antrag des DVP-Abgeordneten, Dr. Brandenburg (Pforzheim) an, in dem die Regierung ersucht wird, mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen und sozialpolitischen Auswirkungen dem Zu-i standekommen eines Luxussteuergesetzes im Bundesrat entschieden zu widersprechen. Dr. Brandenburg begründete seinen Antrag mit dem Hinweis auf die weitgehenden Folgen, die ein derartiges Gesetz für die Schmuck- und Silberwarenindustrie in den Städten Pforzheim und Schwäbisch-Gmünd haben könne. Bundestagssitgung vorzeitig beendet Bonn. Die 60. Sitzung des Bundestages wurde am Freitagnachmittag kurz vor 13 Uhr vor- zeitg beendet Nachdem der SPD-Abgeordnete August Berlin während seiner Rede über die Not der arbeite-, berufs- und heimatlosen Jugend einen Ohnmachtsanfall erlitten hatte und aus dem Sitzungssaal getragen werden mußte, beantragte Franz Strauß (CDU), die Sitzung zu beenden. Das Thema verdiene es, vor einem vollbesetzten Plenum in Anwesenheit der zuständigen Minister behandelt zu werden. Außerdem sollte Berlin Gelegenheit haben, seine Ausführungen zu wiederholen. Daraufhin berief Vizepräsident Carlo Schmid die nächste Sitzung für Donnerstag, 4. Mai, ein. , Gaststättengewerbe gegen Verzehrsteuer Köln. Das Hotel- und Gaststättengewerbe lehnt eine Verzehrsteuer als Ausgleich für den von den Alliierten erwarteten Steuerrückgang durch das Einkommensteuergesetz ab, weil sie nach Ansicht des Hauptgeschäfteführers des Hotel- und Gaststättengewerbeverbandes, Dr. Hoffmann, nicht verwirklicht werden kann. Gäste, Kellner und Gastwirte würden Zusammenwirken, um eine solche Steuer zu hintergehen. Außerdem würden die mit 24 Millionen Mark daraus veranschlagten Steuereinnahmen im Vergleich zu den von den Alliierten geforderten Mehreinnahmen von neunhundert Millionen Mark gering sein. Dr. Hoffmann forderte dagegen eine Senkung der Verbrauchssteuer und der Sondersteuer für Zigaretten, Kaffee. Tee, Branntwein und Sekt. Ein M.d.B. gegen Diätenwirtschaft „Erste Nachteile der Wahl Bonn„dorfs“ bereite spürbar“ Ludwigshafen. Der FDP-Bundestagsabgeord- nete und bekannte Nationalökonom Professor Dr. Robert Noell von der Nahmer (Mainz), sagte auf einer Versammlung in Ludwigshafen, die ersten Nachteile der Wahl Bonn„dorfs" zur Bundeshauptstadt seien heute bereits spürbar. In seinem Referat „Acht Monate deutscher Bundestag“ kritisierte der Redner vor allem die 200 DM Pauschale für Autospesen. Diese Pauschale erhalte jeder Abgeordnete, gleichgültig, ob er ein Auto besitze oder nicht Der Redner meinte, die Diäten- wirtschaft werde zwangsläufig den Typ des Berufspolitikers hervorbringen, der bald keinerlei Bindung mehr zu seinen Wählern habe. „England-Lied" Ist nicht verboten Herford. Das oberste britische Berufungsgericht entschied, daß das Spielen des Engeland-Liedes oder anderer Lieder der früheren Deutschen Wehrmacht nicht verboten ist. Es gebe kein alliiertes Gesetz, das ein solches Verbot enthalte. Das bedeute aber nicht, daß man für das Singen solcher Lieder nicht bestraft werden könne, wenn die Alliierten dadurch absichtlich verächtlich gemacht werden sollten. Nun auch Montag-Ausgabe Die weltpolitische Lage mit ihren west-östlichen Spannungen, die bevorstehenden internationalen Konferenzen, deren wichtigen Auftakt die Londoner Außenminister-Konferenz am n. Mai bildet, und die die künftige Entwicklung der deutschen Bundesrepublik maßgebend beeinflussen werden, das wechselvolle Geschehen innerhalb der deutschen Grenzen und der Engeren Heimat lassen eine rasche und ausführliche Berichterstattung als notwendig erscheinen. Bei der bisherigen Erscheinungsweise unserer Zeitung wurde, wie zahlreiche Zuschriften zeigen, das Fehlen einer Montag-Ausgabe schmerzlich empfunden. Wir beabsichtigen nun, diese Lücke zu schließen. Damit tragen wir auch den Wünschen der Sportfreunde Rechnung, die schon am Montagmorgen von ihrer Heimat - reitung über die sonntäglichen Sportereignisse unterrichtet werden sollen. Darüber hinaus werden selbstverständlich auch die lokalen Veranstaltungen am Sonntag in der Montag-Ausgabe ihren Niederschlag finden. Wir sind sicher, daß die Leser unsere geplante Maßnahme freudig begrüßen und in ihr einen weiteren Beweis dafür erblicken werden, daß ihre Heimatzeitung trotz den erhöhten Anforderungen, die Sonntagsarbeit an Redaktion, technisches und kaufmännisches Personal stellt, dem Gebot der Stunde Rechnung trägt. DER VERLAG Feiertag der Arbeit Maifeier! Die Arbeit ruht. Zu Tausenden ziehen die Mensthen mit wehenden Fahnen und roten Nelken im Knopfloch auf die großen Plätze der Städte. Die Wünsche und Forderungen der Arbeitenden werden vorgetragen: Der Wunsch nach Frieden, Freiheit und Gleichberechtigung, und die Forderung nach Arbeit und 1^-ot. Fast ein halbes Jahrhundert lang war der Begriff „Maifeier“ mit Streiks, Aussperrungen, klassenkämpferischen Parolen und blutigen Zusammenstößen verknüpft. In der Wandlung des 1. Mai vom „Kampftag des Proletariats“ zu einem „Feiertag der Arbeit“ spiegelt sich gleichsam das wechselvolle Gesicht unserer Zeit wider. Sechzig Jahre liegt die erste Maidemonstration der deutschen .Arbeiterschaft zurück. Der 1889 ln/Paris tagende Gründungskongreß der marxistischen II. sozialistischen Internationale hatte am 19. Juli beschlossen: „In einem bestimmten Moment ist eine große internationale Kundgebung zu organisieren, und zwar so, daß in allen Ländern und Städten gleichzeitig an einem bestimmten Tage die Arbeiter • an die Staatsmacht die Forderung auf Einführung des Achtstundentages richten und laut die Beschlüsse des Internationalen Pariser Kongresses verkünden.“ Der Pariser Beschluß wurde von den Sozialdemokraten und den sozialistischen freien Gewerkschaften in Deutschland begeistert aufgenommen. Am 1. Mai 1890 fand die erste Maikundgebung der deutschen Arbeiterschaft statt. Allerdings verliefen die Demonstrationen unterschiedlich, da man sich innerhalb der sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaften nicht über die Frage einigen konnte, ob an diesem Tag eine strikte Arbeitsruhe eingehalten werden, oder — wie es im Parteibeschluß hieß — nur dort die Arbeit ruhen sollte, wo es „ohne Schaden** geschehen könnte. In Hamburg kam es zu einer großen Aussperrung, nachdem 100 000 Arbeiter trotz angedrohter Maßregelungen demonstriert hatten. Es folgte ein monatelanges Ringen, das mit einer schweren Niederlage der Gewerkschaften endete. Fortan wurde der erste Sonntag im Mai als Kundgebungstag gewählt. Aber der 1. Mai blieb der offizielle Feiertag, und da Demonstrationen zu Unruhen führten, tagten an diesem Tage die Partei- und Gewerkschaftsvorstände. Im Vordergrund der Forderungen der Arbeiterschaft standen der Achtstundentag, besserer Arbeitsschutz und gleiches Wahlrecht für alle. Freilich führten diese Kundgebungen nicht schnell zum Ziel. Erst mit dem Ende des ersten Weltkrieges wurden die wesentlichsten Wünsche der Arbeiterschaft erfüllt. Die 1918 gebildete Zentralarbeitsgemeinschaft der Gewerkschaften und Unternehmer hatten jene Form der Gleichberechtigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern hergestellt, die im Reichswirtschaftsrat sichtbaren Ausdruck finden sollte. Die Betriebsräte waren gesetzlich verankerte Körperschaften. Diese Erfolge und die daraus entstehende neue Verantwortung der Arbeitnehmer ln der Wirtschaftepraxis zwang die Gewerkschaften, sich vom alten Klassenkampfgedanken zu lösen. So standen die Maifeiern dieser Epoche vorwiegend im Zeichen wirtschaftlicher Tagesfragen und dem neuen Gedanken der „Wirtschaftsdemokratie“, in der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichberechtigt das Wirtschaftsgeschehen steuern sollen. Doch die Arbeiterschaft sollte nicht mehr dazu kommen, ihre neuen Gedanken zu verwirklichen. Die Arbeitslosigkeit am Ende der 20er und zu Beginn der 30er Jahre, steigende Auseinandersetzungen mit den Unternehmern und nicht zuletzt die ideologischen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Arbeiterbewegung beherrschten jene Zeit, in der sich der Nationalsozialismus immer mehr nach vom bperierte. Das Jahr 1933 sah die letzte Maifeier — die noch an die alte Tradition anzuknüpfen schien — und das vorläufige Ende der Gewerkschaften in Deutschland. Am 12. April 1933 war der 1. Mal zum gesetzlichen „Feiertag der Nationalen Arbeit“ erklärt worden. Die Gewerkschaften selbst riefen ihre Mitglieder noch einmal zu einer großen Maikundgebung auf. In Berlin versammelten sich Millionen Menschen auf dem Tempelhofer Feld. Sie hatten die Rede des neuen Reichskanzlers Hitler entj gegenzunehmen. Am folgenden Tag, am > 2. Mai 1933, wurden überraschend die Gewerkschaftshäuser besetzt, das Gewerkschaftsvermögen beschlagnahmt, die Gewerkschaftsführer verhaftet und die Gewerkschaftsmitglieder in die „Deutsche Arbeitsfront“ übergeführt. Künftig bestimmten Fanfarenklänge, Uniformen und Nr. 51 — Seite 2 AB Offenbarter Tageblatt Samstag, 39. Aprö 1906 Marschrhythmen das Gesicht der Großkundgebungen zur Maifeier. JDie letzte dieser nationalsozialistischen Demonstrationen fand 1939 statt. Dann begann der Marsch in den Krieg, ins Elend, in Gefangenschaft und Tod. Nach dem bitteren Ende des zweiten Weltkrieges hat der 1. Mai eine neue Bedeutung gefunden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind nach den Erfahrungen der Vergangenheit einander näher gerückt. Der Wandel im sozialpolitischen Denken unserer Zeit wird besonders dadurch unterstrichen, daß alle Länder der Bundesrepublik, die bereits eine Länderverfassung besitzen, den 1 Mai dort als gesetzlichen Feiertag verankert haben. Geber ein bloßes Feststellen dieser Tatsache in Bayern und Rheinland-Pfalz hinaus haben Bremen, Hessen, Südbaden, Südwürttemberg- Hohenzollern und Württemberg-Baden in ihren Verfassungen noch das Bekenntnis hinzugefügt, diesen Tag als Sinnbild für soziale Gerechtigkeit, für Frieden, Freiheit und Völkerverständigung auszusprechen. Bundestag fordert Aufhebung der Brüningverordnung Um Familienausgleidiskassen - Ohnmachtsanfall beendet Freitagsitjung Bonn. Der Bundestag forderte am Freitag die Bundesregierung in einem Antrag einstim mig auf, die Brüningsche sechsprozentige Gehaltskürzung bei Beamten und Ruheatands- beamten (Notverordnung vom 1. Dez. 1930) un verzüglicfa aufzuheben. Ein zweiter Abschnitt dieses Antrages wurde im Hammelsprung mit den Stimmen der CDU/CSU, FDP, DP tmd DRP bei einem Verhältnis von 131 zu 123 bei 9 Stimmenthaltungen ebenfalls angenommen. Er sieht vor, daß die Aufhebung der Notverordnung in einer sachlichen und zeit- liehen Abstimmung mit den Maßnahmen er folgt, die nach dem Grundgesetzartikel 131 vorbereitet sind. Der Artikel sieht vor, daß Der 1. Mai in Berlin Berlin. (Eigenbericht unseres BK-Korrespon denten). Der weite Platz der Republik, begrenzt, durch das ehemalige Reichstagsgebäude die Charlottenburger Chaussee, die Ruinen der Krollöper und Im Norden durch, die Spree, steht im Zeichen geschäftiger Arbeit. Hjer wird das demokratische Berlin am 1. Mai sei nen Willen nach Freiheit bekunden, nicht nur für sich selbst, sondern stellvertretend auch für die 18 Millionen Menschen in der Ostzone, die diesem heißesten Wunsch nicht öffentlich Ausdruck geben können. Wenige Me ter vor den Säulen des Brandenburger Tores rattern in heftigen, kurzen Stößen Preßluftbohrer, die sich in die Fundamente der dort stehenden, durch den Krieg zerstörten Marmordenkmäler wühlen. Am Rand der Straße liegen die herau ^gebrochenen Marmorquadem Die Frühlingssonne spiegelt sich in dem blendenden Weiß der Steine. Links und rechts der Charlottenburger Chaussee werden junge Linden gepflanzt. Grünanlagen angelegt, Schutt weggeräumt, Bomben- und Granattrichter planiert. Noch stehen hier und da Reste von Draht- und Holzzäunen, mit denen die Parzellen abgegrenzt waren, auf denen die Berliner bis zum vorigen Jahr Kohl und Kartoffeln anbauten, Fremd mutet das sowjetische Ehrenmal in diesem Treiben an. Ein Besucher aus der Ostzone staunt, daß an der Stelle, wo in wenigen Tagen eine große Demonstration stattfinden wird, keine knalligen Plakate, keine breitspurigen Transparente auf dieses Ereignis hinweisen. Er hat soeben, vom Lustgarten kommend, das Brandenburger Tor durchschritten und dort etwas ganz* anderes gesehen. Auch Ostberlin rüstet für den • 1. Mai. Allerdings stehen die geplanten Kundgebungen für diesen Tag schon im Schatten eines wichtigeren Ereignisses, des Pfingst- treffens der FDJ. Es ist schwierig festzustellen welcher politische Jahrmarkt hier gerade vor- Ostberlin die Fahnen gar. nicht mehr einziehen Es scheint, als ob ein ewiger Feiertag angebrochen sei. Vor der Ruinenfront des Berliner Schlosses ist, dem Lustgarten zugekehrt, eine große Ehrentribüne im Entstehen. Als Abschluß ist schon ein überdimensionales Bild in schreienden Färben auf das Brettergerüst aufmontiert. Unten sieht die Schaubühne noch etwas schäbig aus, aber es wird eifrig daran gearbeitet, damit der Pankower „Staatspräsident“ mit seinem Hofstaat einen würdigen Platz hat, wenn sich der Lustgarten am 1. Mai mit den Marschblocks der Volkspolizei und den zur Demonstration befohlenen Angehöri- gen der Ostberliner Betriebe füllen wird. Auch vor der Neuen Wache rdgen Balken in die Luft, die ersten Ansätze einer zweiten Tribüne von der die Parade der „Nationalen-Front“- Bataillone abgenommen werden soll. Dahinter liegen die Trümmer des kürzlich zusammen gestürzten Vorbaues der Neuen Wache. Schräg gegenüber wird das ungefüge Holzprosp.ekt vergrößert. Die linke Fahrbahn ist gesperrt, weil Holzstangen quer über die Straße gezogen werden. Es soll wohl eine Art Triumphbogen errichtet werden. Ringsumher kleben Plakate, die alles fordern, bekämpfen oder lobpreisen. Bald werden die Häuserwände nicht mehr ausreichen, um sie alle zu fassen. Vor der Lin den-Universität steht im Mittelpunkt der Bretter- und Plakatseligkeit ein großer geschlossener Lastwagen. „Staats-Theater“ ist in großen, schwarzen Lettern an die Seitenwände geschrieben. Ein besserer Kommentar zu dem, was ringsumher vorgeht, ist schlechthin undenkbar! Der Elbtunnel gerettet Bonn. Der britische Hohe Kommissar hat dem Hamburger Bürgermeister mitgeteilt, daß die Sprengungen am Elbedock 17 im Ham bereitet Wird, Sie lösen sich in so dichter Iburger Hafen sofort eingestellt werden. Der Folge ab, daß die öffentlichen Gebäude in | Elbtunnel solle nicht gefährdet werden. I Volksbefragung über Südweststaat Sechserkommission arbeitet Gesetzentwurf aus Tübingen. Die Sechserkommisson der Länder Baden, Württemberg-Baden und Württem- berg-Hohenzolem hat am Freitag in Tübingen einen Gesetzentwurf über die Volksbefragung zur Vorbereitung der Neugliederung im südwestdeutschen Raum ausgearbeitet und den Regierungen in Stuttgart, Freiburg und Tübingen zugeleitet. Die Bildung der Kommission war in dem Uebereinkommen vongesehen, das die Länderchefs der drei südwestdeutschen Länder am 15. April in Freudenstadt getroffen haben. Jedes der drei beteiligten Länder hat in dieser Kommission, die am Freitag zum ersten Mal zusammentrat, zwei Vertreter. Südweststaat mit „Spielraum" Karlsruhe. Das Aktionskomitee der „Vereinigung Südwest“ will einen Südweststaat, der dem politischen Eigenleben seiner einzelnen Landesteile genügend Spielraum läßt. In einem Aufruf des vor einigen Tagen in Karlsruhe gegründeten Komitees heißt es, raum durch innere Schranken noch mehr beengen würde. Vorsitzender des Aktionskomitees ist der Präsident des Oberlandesgerichts Karlsruhe, Martens. Dem Komitee gehören ferner u. a. an der Kreisvorsitzende der IDAD, Rechtsanwalt Dr. Buchta, der Vorsitzende des Ortsausschusses Karlsruhe des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Stadtrat K. Flösser, Dr. K. Kammüller von der Technischen Hochschule Karlsruhe Und der CDU- Bundestagsabgeordnete August Neuburger. „Baden soll nickt Opfer werden" Karlsruhe. Die Arbeitsgemeinschaft der Badener hat am Freitag in einem Aufruf an alle Alt- und Neubürger Badens erneut die Wiederherstellung des alten Landes Baden gefordert In dem Aufruf heißt es, daß das Land, das sich in guten und schlechten Zeiten bewährt habe und ohne Befragen der Bevölkerung getrennt worden sei, nicht ein Opfer der württembergischen Interessenmehrheit werden wolle. Karlsruhe muß Landeshauptstadt man. versündige sich an der Jugend, wenn i und Industriestadt in einem wiedervereinigten man den ohnehin zu engen deutschen Lebens-1 Baden werden. . Ostxonen-Schauproxeß im Theater Am 24. April begann lm Dessauer Theater der Prozeß gegen den ehemaligen Wirtschafts- mlnister und früheren CDU-Vorsitzenden von Sachsen-Anhait, Dr. Leo Herwegen, den frühe-, ren Ministerialdirektor 1 Brundert (SED) und sieben weitere Angeklagte. Die Anklage lautete auf „Verschiebung von Vermögenswerten der Kontinentalen Gas A.G. nach Westdeutschland". Die Eintrittskarten zu diesem bisher größten Schauprozeß in der Ostzone wurden von der Nationalen Front ausgegeben. Bilde auf die Anklagebank. Der rechte leere Stuhl war für den Angeklagten Meth- fe'ssel gedacht, der nach Westdeutschland geflüchtet ist. Der Generalstaatsanwalt ■ für den Haupt- 1,11k geflohenen ehemaligen Direktor Methfessel, die angeklagten Dr. Herwegen,' den e..oc. Ilgen Mini-nach der Anklage höchst zulässige Freiheitsstrafe sterlaidirekter Brundert und den in die Buadesrepu- von fünfzehn Jahren Zuchthaus, die Rechtsvfrhälfeisse'aller Beamten, die au* anderen als bereiten- ‘oder tarifrechtlichen Gründen nach dem 8. Mai 1945 aus dem öffentlichen Dienst ausgeschieden sind, durch ein Bundesgesetz geregelt werden. Dazu gehören auch heimatvertriebene Beamte. Nach einer lebhaften Debatte über die Kinderbeihilfe forderte da* Haus in ekiem CDTJ/CSU-Antrag von der Bundesregierung die Errichtung von Fantilienausgleichskassen. Sie sollen vor allem die materiellen Lasten kinderreicher Familien tragbar gestalten. Für den CDU/CSU-Antrag hatten sich alle Parteien außer der SPD und KPp ausgesprochen. Einstimmig überwies das Plenum der Bundesregierung einen Antrag der Bayempartei als Material, wonach die Regierung das Personal sämtlicher Arbeitsämter auf seine fachliche filgriüng fTföferT und dSbel die verfügbaren landwirtschaftlichen Arbeitskräfte ermitteln soll. Schärfste Maßnahmen sollen gegen 'Schwarzarbeiter ergriffen werden. Eingehend beschäftigte sich das Plenum mit der Notlage Ton 500 000 arbeitslosen Jugendlichen ander 35 Jahren i»> Bundegebiet und in Berlin. Darunter sind rund 140 000 Heimatvertriebene. Zu diesen 500 000 kommen noch eine halbe Million' Schulentlassener im Bundesgebiet und 23 000 in Berlin. Bundesflüchtlingsminister Dr. Lukaschek wies darauf «hin, daß die Bundesregierung bereits ein Hilfsprogramm für Jugendliche vorbereite. Die Debatte über das Jugendproblem wurde vorzeitig abgebrochen. Der CDU/CSU-Abge- ordnete Franz Strauß hatte beantragt, die Beratung auszusetzen, weil das Jugendproblem vor einem volleren Plenum und in Anwesenheit der zuständigen Minister behandelt werden müßte. Außerdem müsse der SPD-Abgeordnete August, Berlin, der während seines Referats einen Ohnmachtsanfall erlitt, Gelegenheit haben, seine Rede zu beenden. Das Jugendproblem soll deshalb erster Punkt auf der Tagesordnung der nächsten* Bundestagssitzung am 4. Mai sein. Neues in Kürze Bundespräsident Prof. Dr. Theodor IraB hat die Schirmherrschaft über den deutschen Weinbau- Kongreß übernommen, der im September in Bad Kreuznach stattfinden soll. Mit der Inkraftsetzung des neuen Warenverkehrs- abkomment für die deutsch-französischen Grenzgebiete ist Mitte Mai zu rechnen. Dm beiden Regierungen noch Gelegenheit zur Prüfung zu geben, wurde vereinbart, das badisch-elsässische Grenzabkommen noch um sechs Wochen zu verlängern. Auf deutscher Seite werden u. a. die Bezirke der Industrie- und Handelskammer Schopfheim, figei- burg, Millingen und Baden-Baden von dem neaen Abkommen erfaßt. ' Frankreich hat die Einfuhr von Schreibmaschinen aus der Bundesrepublik bis auf weiteres eingestellt, womit zum ersten Mal die Sicherheitsklausel des deutsch-französischen Handelsvertrages angewandet worden ist. Die Klausel erlaubt den Behörden der vertragsschließenden Länder, gewisse Importe einzustellen, wenn sie die heimische Industrie bedrohen. Der interministerielle EinfnhrausschuS hat die Einfuhrsperre für Weizen, Mais und Gerste aus Frankreich, die am 22. Februar verhängt worden war, mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Die achte Präsidialsitzung des Deutschen Gemeindetags fand am Freitag in Bacharach am Rhein «ad damit zum ersten Mal an einem Ort in der französischen Zone statt. Ueber die kommunalpolitische Lage auf der Bundesebene referierte der Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Ritter von Lex. Die Gründung einer Filmkünstler-Nothilfe als Stiftung, mit dem Sitz in Frankfurt am Main, wurde an» Freitag von der Spitzenorganisation der deutschen FUmWirtschaft bekanntgegeben. Die Stiftung soll arbeitsunfähigen oder unverschuldet in Not geratenen Filmkünstlern durch Zuwendungen oder Darlehen helfen. Im Haus der europäischen Jagend ln Speyer wurde am Freitagnachmittag das zehnte Bundesthing der katholischen St. GCorgspfadflnder Deutschlands eröffnet. Der französische Außenminister Robert Schumaa erklärte am Freitag vor dem Ministerrat, daß der Einschluß Deutschlands in das Verteidigungssystem des Atlantikpakts absolut nicht ln Frage kommt. Der Vorschlag für eine lM-MlIionen-Dollaranlelhe an Spanien wurde mit 42 gegen 25 Stimmen vom USA-Senat abgelehnt. Trutnan und Acheson sollen jedoch nichts dagegen haben, wenn die Export- Import-Bank Spanien unabhängig von der Auslandshilfsvorlage eine Anleihe gewährt. Die Türkei habe ein- für allemal die sowjetischen Vorschläge auf eine gemeinsame sowjetisch» und türkische Kontrolle der Dardanellen abgelehnt, erklärte der türkische Botschafter in Washington, Feridum Erkin. Heimkehrergeset} verabschiedet Der Bundestag verabschiedete am Donnerstag einstimmig in dritter Lesung das Heimkehrergesetz. Das Gesetz tritt rückwirkend vom 1. April 1950 in Kraft und gewährt allen Heimkehrern ein einmaliges Entlassungsgeld von 150 Mark sowie eine Uebergangs- beihilfe in Form von Bekleidung oder Gebrauchsgegenständen im Werte von 250 Mark. Auf Antrag. des Heimkehrers kann die Uebergangsbeihilfe auch in bar ausgezahlt werden.- Die Bestimmungen Die wichtigsten Bestimmungen des Heimkehrergesetzes sind außer den finanziellen und materiellen Beihilfen, daß die Heimkehrer in den ersten sechs Monaten nach ihrer Rückkehr keinen Zuzugsbeschränkungen unterworfen sind. Bei Wohnraum- und Arbeitsvermittlung sollen sie bevorzugt behandelt werden. Sie genießen ferner erhöhten Schutz in den verschiedenen sozialen Einrichtungen. Als Heimkehrer werden auch ehemalige Kriegsgefangene anerkannt, die sich in den Gewahrsamriändern zu Zivilarbeitern verpflichtet hatten, sowie Rückkehrer, die nicht wegen aktiven Eintretens für den Nationalsozialismus, sondern allein auf Grund ihrer Volks- oder Staatsangehörigkeit interniert waren. ; Der Bundestag nahm ferner ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung ein Gesetz an, nach dem eine Landesjustizverwältung die freie Ehe von rassisch und politisch Verfolgten aus der Zeit des Nationalsozialismus «da rechtswirksam anerkennen kann, wenn der Tod des einen Teils der Verlobten nach Nachholen der standesamtlichen Eheschließung verhindert hat: Hilfe für die Landwirtschaft Der Bundestag billigte ferner die Richtlinien für den Wiederaufbau der deutschen Landwirtschaft Darin ist vorgesehen, daß die Steigerung der landwirtschaftlichen Inlandserzeugung und -Verarbeitung nicht durch „ungeregelte Importe“ gestört wird. Bundesernährungsminister Professor Niklas betonte in diesem Zusammenhang, daß der Milchpreis auf alle Fälle gehalten werden müsse. Er kündigte an, daß in nächster Zeit rund 70 Millionen Mark ERP-Gelder für die landwirtschaftliche Forschung verfügbar werden. Die Notlage der Landwirtschaft sei auch dadurch bedingt, daß durch die Arbeitslosigkeit 720 Millionen Mark im Jahre weniger für Lebensmittel ausgegeben würden. Ein Friedensappell der EKD Fünftägige gesamtdeutsche Synode der Evangelisdien Kirche Deutschlands Berlin. Ein Friedensappell an alle Völker der Welt, in dem die Befreiung der Menschen von der Sorge um einen neuen Krieg und die Abkehr vom Geist des Hasses und der Feindseligkeit gefordert wird, bildete den Abschluß der zweiten Tagung der gesamtdeutschen Synode der Evangelischen Kirche, die vom 23. bis 27. April im Ostsektor Berlins stattfand. Fünf Tage lang haben die Vertreter der Evangelischen Kirche aus allen Teilen Deutschlands über die Probleme beraten, denen sich in dieser Zeit auch die Kirche nicht verschließen kann und die ihr Leben beeinflussen. Zur Eröffnung der Synode hatte der evangelisch» Bischof von Berlin, Dr. Dibelius, in einem Festgottesdienst in der Berliner Marienkirche erklärt, daß die gesamtdeutsche Synode als „Kirche in der Anfechtung“ zusammentrete. In der ersten Arbeitstagung stellte er in einem Jahresbericht der Synode dem Entgegenkommen, das die meisten Länder der Bundesregierung der Kirche gezeigt hätten, die Eingriffe in das kirchliche Leben in der Sowjetzone gegenüber. Er wies jedoch die Behauptung zurück, daß die Kirchenleitungen des Ostens zu einem Angriff angetreten seien. Die Kirche befinde sich vielmehr in der Abwehr. Die Abwehr der Kirche, — die sich wie ein roter Faden durch die ganze Synode zog — hatte sich schon in einer Kanzelankündigung ausgedrückt, in der die Leitung der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg am Sonntag — dem Beginn der Tagung der Synode — Einspruch gegen d,e in der Sowjetzone propagierte materialistische Weltanschauung erhoben hatte. Die Kanzelabkündigung wurde von dem Sowjetzonenministerpräsidenten Otto Grotewohl (FED) als ein „verfassungswidriger Angriff auf die Deutsche Demokratische Republik und die Regierung“ bezeichnet. In einer zum Abschluß der Tagung heratfe- gegebenen Erklärung forderte die Synode alle Christen auf, sich von jedem Antisemitismus loszusagen und ihm, wo er sich neu rege, zu widerstehen. Sie erklärt sich vor Gott mitschuldig, „an dem Frevel, der durch Menschen unseres Volkes an den Juden begangen worden ist“ Die Vertreter der piotestantischen Kirchen im Ausland, die zu der Tagung der Synode erschienen waren, erklärten ihre Solidarität mit der Deutschen Evangelischen Kirche und sagten ihre Unterstützung im Kampf für den Frieden und gegen die materialistische Weltanschauung zu. Dibelius traf Grotewohl Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Dr. Otto Dibelius, hatte am Freitag mit dem Ministerpräsidenten der Ostzonenregierung, Otto Grotewohl eine Aussprache über die Lage der Evangelischen Kirche im sowjetischen Besatzungsgebiet Die Zusammenkunft war von der evangelischen Kirchenleitung bereits vor längerer Zeit angeregt worden. Det Bischof war von führenden Vertretern der Evangelischen Kirche ha der Sowjetzone begleitet An der mehrstündigen Besprechung nahmen auch die stellvertretenden Ministerpräsidenten der Sowjetzonenregierung, Walter Ulbricht (SED), Otto Nuschke (Sowjetzonen-CDU) und Professor Dr. Hermann Kästner (Sowjetzonen-LDP) teil. Wetterbericht Vom Atlantik her gelangt mildere Meeresluft nach Mitteleuropa. In diese Strömung sind jedoch weitere Störungen eingelagert. Aussichten bis Montagabend: Noch häufig stark bewölkt, nur zeitweiser Bewölkungsrückgang. Noch unbeständig, aber wärmer als bisher. Samstag, April- 1950 - • Offenburger Tageblatt Nr. 51 Seite 3 ABC Partisanen überfallen Sowjet-Transporte •.Berlin. Die zunehmende Tätigkeit organi- alerter Partisanengruppen entlang der polnischen Ost-West-Bahnstrecke hat die Transportabteilung der sowjetischen Kontrollkommission Anfang April veranlaßt, 80 Prozent des Transitverkehrs durch Polen nach der Sowjetunion einzustellen. Wie am Freitag aus der Generaldirektion der Sowjetischen-Eisen- bahn verlautet, dürfen von 25 Transitzügen, die bisher täglich in Frankfurt/Oder abgefertigt wurden, nur noch sechs die Haupttransitstrecke über Posen—Brest-Litowsk befahren. Die Züge werden durch ein sowjetisches Militärkordon gesichert. Alle anderen Transporte, vornehmlich Reparationsgüter, müssen zur Verschiffung nach den baltischen Sowjetrepubliken über Wismar und Rostock geleitet werden. Aus einer Statistik der Eisenbahngeneraldirektion geht hervor, daß im letzten halben Jahr 116 Züge in Polen beschossen und acht Lokomotiven durch Treffer zeitweilig außer Betrieb gesetzt wurden. Die Züge haben deutsche Lokomotiven und Waggons. Nach Berichten des Lokomotivpersonals der inzwischen aufgelösten Eisenbahnbrigaden wurden die Züge besonders im Raum von Lodz und Kolo von Partisanen überfallen. Australische KP verboten Canberra. Der australische Ministerpräsident Robert Menzies bezeichnete am Freitag in einer Rundfunkansprache das Vorgehen der australischen Regierung gegen die Kommunisten als eine notwendige Maßnahme im kalten Kriege. Er begründete damit den von ihm am Vortage im australischen Bundesparlament eingebrachten Gesetzesentwurf zum Verbot der KP Australiens. Menzies sagte: „Es genügt nicht, einen Krieg mit Schiffen, Heeren und Flugzeugen zu gewinnen. Ebenso wichtig ist es, im kalten Kriege zu bestehen und diejenigen an der Zerstörung unserer Verteidigungskraft zu verhindern, die einer anderen Macht hörig sind.“ Plakate werben für Marsballplan Zu dem ERP-Plakatwettbewerb, der von der ECA Special Mission to Germany für Westdeutschland veranstaltet wurde, sind über 1700 Entwürfe eingegangen. Die Plakate sollen unter dem Leitgedanken „Inter-europaisdie Zusammenarbeit für bessere Lebensbedingungen“ das Hauptziel des Mar- shellplanes zum Ausdruck bringen. Eine deutsch- amerikanische Fach-Jury sichtet das eingegangene Material und leitet die von ihr preisgekrönten Entwürfe nach Paris weiter, wo sie zusammen mit den aus anderen ERP-Ländern eingegangenen Plakaten an der Konkurrenz für den großen inter-europäischen Preis teilnehmen werden. Die preisgekrönten Plakate werden dann in einer Wanderausstellung zusammengefaßt, die in ganz Europa und Amerika gezeigt wird. Sichtung der eingegangenen ERP-Plakat-Entwürfe lm ECA Information Office in Frankfurt/Main. Londoner Hafenstreik zusammengebrochen London. Die britische Regierung hat sich am Freitag einverstanden erklärt, die zu Löscharbeiten im Londoner Hafen aufgebotenen Truppen zurückzuziehen. 2000 von 14 000 streikenden Hafenarbeitern hatten am Freita^- morgen beschlossen, die Arbeit am Samstag wieder aufzunehmen. „Durch fortgesetztes ungesetzliches Verhalten“ könne der Konflikt nicht gelöst werden. Einer der drei Arbeiter, deren Ausschluß aus der Transportarbeitergewerkschaft vor zehn Tagen zum Ausbruch des wilden Streiks geführt hatte, wurde von den Arbeitern niedergeschrieen, als er zu ihnen sprechen wollte. Das Truppenaufgebot war am Freitag auf 6000 Mann verstärkt worden. Die Londoner Hafenarbeitsbehörde hatte den Streikenden den Verlust der Mindestlohn-Garantie angekündigt, falls sie sich bis Montag nicht wieder zur Arbeit einfinden würden. Kommunist Joliot-Curie amtsenthoben Paris. Der französische Ministerrat beschloß am Freitag, den Kommissar für Atomenergie Joliot-Curie seines Amtes zu entheben. Joliot-Curie ist Kommunist und hatte auf dem letzten Parteitag der französischen Kommunisten erklärt, daß kein fortschrittlich denkender Bürger sein Können für einen Krieg gegen Pilgerritt der Gräfin Mit 20 DM und Satteltaschengepäck nach Rom Rom. Die deutsche Gräfin Ellen von Hohenau ritt am Freitagmorgen feierlich durch die Straßen Roms zum Petersplatz. Sie will Papst Pius zum Heiligen Jahr die Grüße der deutschen Reiterschaft übermitteln. Ihren Apfelschimmel band sie an der Treppe fest, die zum Petersdom hinaufführt. Die Gräfin, die 52 Jahre alt ist, war am 6. März von Garmisch-Partenkirchen aufgebrochen und hat den etwa sechshundert Kilometer langen Weg nach Rom in 53 Tagen zurückgelegt. Unterwegs war sie auf die Gastfreundschaft von Klöstern und geistlichen Instituten angewiesen, da sie die Reise mit nur zwanzig DM antrat. Das ganze Reisegepäck der Gräfin war in zwei kleinen Satteltaschen verstaut. Während Unter Reise hatte sie nur kurz vor den Toren Roms einen kleinen Unfall, als ihr Pferd ausglitt und sich am Maul verletzte. Die Hauptschwierigkeit während der Reise bestand darin, Futter und Stall für ihr Pferd „La bella Gisela“ zu finden. Hartmann Lauterbache r in Italien verhaftet Rom. Die römischen Polizeibehörden haben inoffiziell die Verhaftung des früheren HJ- Führers und Gauleiters von Südhannover- Braunschweigi, Hartmann Lauterbacher bestätigt. Die Verhaftung erfolgte bereits vor einiger Zeit. Hartmann Lauterbacher soll sich unter dem Namen Johann Bauer längere Zeit ln Italien verborgen gehalten haben. Wie verlautet, war er zuletzt im Gefängnis von Fro- slnone und ist seit Mittwoch im Internierungslager für „Unerwünschte“ in Fraschette. D^e italienischen Behörden wollen ihn jetzt nach Deutschland abschieben. Bald nach der Kapitulation wurde Lauterbacher von den britischen Besatzungsbehörden Interniert. Ein britisches Militärgericht sprach ihn im Juli 1946 von der Anklage frei, nodh in den letzten Kriegstaigen den Befehl zur Vergiftung von Insassen des Zuchthauses Hameln gegeben zu haben. Zum zweiten Mal wurde er von einem amerikanischen Militärgericht Anfang 1947 in Dachau freigesprochen, weil er nachweisen konnte, daß er mit der Tötung von zwölf alliierten Fliegern in der Nähe von Goslar nichts zu tun hatte. Ekhe im Januar die Sowjetunion zur Verfügung stellen würde. Die Amtsenthebung wird sofort wirksam. Dei heute Fünfzigjährige, aus Paris gebürtige Joliot-Curie wurde im Januar 1946 zum Kommissar für Atomenergie ernannt. Seine Stellung zur Sowjetunion und seine wiederholten Reisen nach Moskau hatten in der französischen Oeffentlichkeit lebhafte Kritik ausgelöst. SED-Mitgüeder müssen Parteiabzeichen tragen Berlin. Alle SED-Mitglieder müssen ihre Parteiabzeichen — zwei ineinander verschlungene Hände — in der Oeffentlichkeit tragen. Wer es nicht tut, soll zur Verantwortung gezogen und im Wiederholungsfälle aus der Partei ausgeschlossen werden. Verteilung der Flüchtlinge Bonn. Die Bundesregierung nahm auf ihrer Kabinettssitzung am Freitag eine Verordnung über die Verteilung der Rücksiedler aus Polen und der Tschechoslowakei an. Darin wird die Bundesregierung ermächtigt, diese Flüchtlinge auf die Länder mit Ausnahme von Bayern, 'Niedersachsen und- Schleswig-Holstein zu verteilen. Die Länder, in die diese Flüchtlinge einströmen, sind zunächst zu ihrer Aufnahme verpflichtet, bis die Bundesregierung sie auf Grund ihrer Ermächtigung verteilt hat. Die Flüchtlinge sind berechtigt, Aufnahme in den Orten zu verlangen, in denen Verwandte leben. 1948 gegen ihn angesetzte Spruchkammerver- nandlung mußte vertagt werden, weil sich nur ein einziger Belastungszeuge gemeldet hatte. Kurz nach der Vertagung gelang ihm die Flucht aus dem Interniertenlager Sandbostel bei Bremervoerde. 860 000 Francs für Görings Porzellan Paris. Ein aus 357 Teilen bestehendes Service aus Sevres-Porzellan, das einst Hermann Gering gehörte und sein Wappen trägt, wurde auf einer Auktion in Paris für 860 000 Francs (etwa 10 000 Mark) versteigert. Ein 178 Teile umfassendes Kristall-Service fand für 330 000 Francs (etwa 4000 Mark) einen neuen Besitzer. Hitlers Schwager Aktivist München. Die Berufungskammer München bestätigte am Freitag die Einstufung des kurz vor Kriegsende erschossenen Generalleutnants der Waffen-SS Otto Hermann Fegelein — ein Schwager Hitlers — als Aktivist mit Vermögenseinzug zu 80 Prozent. Fegelein, der auch als Turnierreiter einen Namen hatte, ist Ende April 1945 auf Befehl Hitlers'erschossen worden. Die Gründe dafür konnten von der Kammer nicht geklärt werden. Der frühere Kraftfahrer Hitlers, Erich Kempka, behauptete, daß man Fegelein Hochverrat vorgeworfen habe, der SS-General habe versucht, mit Hilfe des Auslands den Krieg möglichst bald zu beenden. Hochzeitsmahl im Gefängnis Paris. Die Insassen des Gefängnisses in Nizza hatten am Donnerstag einer» großen Tag. Jeder Häftling erhielt ein Stück Hochzeitskuchen. An dem Hochzeitsmahl allerdings nahmen nur die Wärter des Gefängnisses teil, deren Obhut Victor Ciffreo anvertraut ist. Der Bräutigam wartet auf seine Aburteilung wegen Raubüberfalls und Einbruch» Die Hochzeit fand im Rathaus von Nizza statt. Das Gefängnis hatte eine Ehrenwache und außerdem noch eine Wachmannschaft von fünf Polizeibeamten gestellt Die Anwälte des Bräutigams waren Trauzeugen. Nqeh der Trauungszeremonie wurde der Bräutigam wieder ins Gefängnis geleitet, wo die Feier weiterging. Neues aus aller Welt Für den Wiederaufbau zerstörter Betriebe des westdeutschen Hotel- und Gaststättengewerbes werden demnächst erhebliche Mittel bereitgestellt werden wie auf einer Tagung des Hotel- und Gaststättengewerbes mitgeteilt wurde. Dem Verband ist es ferner gelungen, sich mit den zuständigen Bundesministerien über die Senkung der Biersteuer zu einigen. Das Hotel- und Gaststättengewerbe strebt eine Sonderbehandlung im Lastenausgleich an, da das Anlagekapital der einzelnen Betriebe gegenüber dem Umlautkapital unvergleichlich hoch ist. Deutsche Suchdienstzeitung Noch fast 5 Jahre nach Kriegsende müssen Millionen Mens men in Deutschland die Frage stellen: „Wo sind unsere Angehörigen?“ Mit Erfolg ist seit Jahren der Suchdienst bemüht, das Schicksal Vermißter zu klären, sich Suchende wieder zusammenzuführen und elternlose Kinder ihren Eltern wiederzugeben. Noch immer aber ist die Zahl der Suchenden bedrückend groß. Die „Deutsche Suchdienstzeitung“ (DSZ), die mit einer Sondernummer erstmalig im Februar als Organ des Suchdienstes in der Bundesrepublik erschienen ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Suchenden über die Arbeitsweise, Möglichkeiten und Grenzen des Suchdienstes aufzuklären und darüber hinaus selbst aktiv in der Sucharbeit durch Veröffentlichungen von Suchdienstmaterial und privaten Suchanzeigen mitzuwirken. Bereits die erste Sondernummer im Februar konnte 22 Such-Erfolge verzeichnen. Die „Deutsche Suchdienstzeitung“, die ab 1. April zweimal monatlich erscheint, kann bei jedem Postamt oder auch beim Briefträger abonniert werden. Vom Offenburger Schacbleben Am morgigen Sonntag, 30. April, tritt die erste Mannschaft der Offenburger Schachvereinigung zu ihrem ersten und wohl auch schwersten Kampfe um die Südbadische Mannschaftsmeisterschaft 1956 an. Als Gegner stellt sich der Freiburger Schachverein vor, den die Offenburgr im letzten Jahre mit 4’/i : 3*/« Punkten besiegen konnten. Jedoch hat sich die Freiburger Mannschaft inzwischen durch ..Spielerzugänge" wesentlich verstärkt. Selbst Großmeister Bogoljubow, der in den letzten Jahren die Farben Offenburgs vertrat, stellt sich zu diesem Kampfe neutral, was zweifellos für die Mannschaft aus Freiburg als ein Plus zu bezeichnen ist. Die Offenburger Mannschaft hingegen wird zu dem Kampfe, der um 9 Uhr in der Brandeck beginnt, mit den alten, bewährten Mannen um Dr. Barnstedt und, soweit erforderlich, mit erfolgversprechendem Nachwuchs antreten. Wenn auch die Papierfo.rm für die Gäste als Sieger spricht, Ist doch für die einheimische Mannschaft noch „alles drin“. Am Abend des gleichen Tages um J0 Uhr findet ebenfalls in den Räumen der Brandeck die Siegerehrung des nunmehr beendeten Winterturniers statt. Wie in den vergangenen Jahren," so soll auch in diesem Jahre die Preisverteilung mit anschließendem Tanz in den I. Mai ein Familienfest aller „Schächer“ und Schachfreunde werden. OrJtuck G. Bernhardt, Frankenau Matt in drei Zügen Kontrollsteilung: Weiß: Kdl, Th2, Lei, Lf7, Bb2 und f3 Schwarz: Kal, Bb3, b4, b5, a0 und f4 Schicksal einer Beethoven-Kantate Eine Wiederaufführung von „Europa steht!“ So beginnt der erste Chor einer Kantate, die den einigen Völkern des alten Erdteils gewidmet wurde. In strahlendem A-Dur geht es von Anfang bis zum Ende. Wenn nicht vorher in einer Sopranarie auch Mütterchen Rußland dem Fräulein Europa seine Reverenz erwiesen hätte, man könnte es bei der heutigen Lag der Dinge gradezu für einen westdeutschen Beitrag zur Europaver- teidigung halten. > Aber — der Text ist genau so wie die Musik, aüf die er gesungen wird, 136 Jahre alt. Der Dichter wohnte in Wien und hieß Alois Weißenbach, der Komponist jedoch, dessen Opus , 136 damit endlich vorgestellt werde, hieß Ludwig van Beethoven. Auch er, immerhin in Bonn geboren, war einmal so europabegeistert wie viele, die heute in seiner Gehurts- stadt apolitische Lieder singen. Sein Opus 136 aber hat ein merkwürdiges Schicksal erlitten. Es wurde in seiner ursprünglichen Form im Jahre 1814, also vor genau 136 Jahren, zum Wiener Kongreß dreimal — und dann nie wieder gesungen- Erst im Jahre 1950 soll nach einer Generalpause von 136 Jahren das Werk mit dem alten Text — ein wenig allerdings frisiert und aufgearbeitet — neu gesungen werden. Ursprünglich hieß die Kantate „Der glorreiche Augenblick“. Es war ein Werk, mit dem Beethoven ein wenig in die Politik einstieg. Man erinnert sich: Nach dem Feldzug gegen Napoleon gab es so etwas wie eine Verbrüde- j rung unter den Nationen des alten Erdteils, die zusammen gegen eine mächtige Bedrohung gestanden hatten. Da wachte unter den besten Köpfen der Zeit eine Idee auf, keine gringere Beethovens Kantate Opus 136 als die, die später im Grafen Coudenhove-Ka- lergi und den Paneuropaleuten und heute in den Europa-Unionisten ihre Verkünder fand: Dies Europa, das sich im Kriege geeint hat, soll auch im Frieden geeint bleiben. Feuerkopf, der er war, verschrieb sich Beethoven auch solchen Gedanken, die sich bald genug als Schwärmerei einzelner, weniger Idealisten entpuppten. Immerhin, im Herbst 1814 wurde der „Glorreiche Augenblick“ dreimal während der Kongreßtage in Wien gesungen. Mit ungeheurem Erfolg sogar. Damit war es aber auch aus. Denn die Politik verließ gar bald die vom Künstler erträumten Bahnen. Weder Weißenbach noch Beethoven wurden für ihre Gläubigkeit belohnt. Das war dem Meister der Töne übrigens schon einmal widerfahren. Man erinnert sich, daß er zornentbrannt die Widmung der Eroica, die einmal dem Konsul Napoleon zugedacht war, zerriß, als der vergötterte Mann nach der Krone gegriffen hatte. Ueber die spätere Enttäuschung Ludwig van Beethovens hat man weniger erzählt. Immerhin, es fanden sich Leute, denen das Schicksal der großartigen Musik dieser Kantate leid tat. Sie versuchten zu retten. Ein neuer Text, „Preis der Tonkunst“ wurde unterlegt. Auch das half nicht viel. Das Werk wurde auch ln dieser Form nur wenige Male gesungen, zum ritzten Mal wahrscheinlich in Lüneburg vor 101 Jahren vom Musikverein dieser Stadt, die stets ein recht erfreuliches Verhältnis zur Musik gefunden hatte. Auch heute noch lebt hier in der nächsten Umgebung ein Bauer, Krummstroh, zu dem. berühmte Solisten aus aller Welt gern zu Besuch kommen. Es gibt auch noch den Musikverein. Dessen augenblicklicher Dirigent Dr. Pessenlehner, ist ein Schüler des Salzburger Mozarteums, aber in Wien geboren. Deshalb hält er es mit Beethoven. Nach Frankfurter Rezensentenjahren wurde er Nachfolger von Friedrich Wilkens, dem Kreutzbergbegleiter, als musikalischer Berater des Landgrafen von Hessen. Nach dem Krieg wurde seine um- ciebogene Kappe, amerikanisch nach oben aufgeschlagen. in Lüneburg stadtbekannt. In den alten Akten des Vereins fand Pessenlehner die Ankündigung aus dem Jahre 1849. Da schlug ihm das Herz heftiger. Er dachte, Beethovenkenner, der er ist, daß es an der Zeit sei, den „Glorreichen Augenblick“ wieder zu neuem Leben zu erwecken. Er nahm Weißenbachs Textbuch zur Hand und glättete einige Stellen, die allzu antiquiert waren. So entstand die „Europa-Kantate.“ Beethovens Europabegeisterung soll also nach 136 Jahren Gerechtigkeit widerfahren. Zwar ist Lüneburg die einzige Stadt der Bundesrepublik, in der Bach einige Jahre seines Lebens verbacht hat, Lüneburg hat also Grund, ein großes Bachfest aufzuziehen, für das selbst Cook wirbt. Aber das tut der Beethoven-Begeisterung keiften Abbruch. Nach 136 Jahren kommt Opus 136 wieder. Eine Ausstellung von Bach-Handschriften wurde in Tübingen eröffnet. Die Ausstellung zeigt etwa fünfzig Autographenwerke Johann Sebastian Bachs, darunter die Partituren zur h-moll-Messe und zur Johannes-Passion, sowie die Originalstimmen zur Matthäus-Passion, aus ücn Beständen der öffentlichen wissenschaftlichen Bibliothek Berlin (früher preußische Staatsbibliothek). Eine Anzahl von Originalpartituren und Manuskripten aus dem Nachlaß Franz Lehars ist nach einer Meldung des „Wiener Kurier" auf unerklärliche Weise verschwunden. Der Verlust wurde fest- gestellt, als der Bürgermeister von Bad T«rhi den aus Zürich eingetroffenen Nachlaß prüfte. Hunsl und Wissenschaft Die vatikanische Bibliothek kann in diesem Jahr* auf ein öOOjähriges Bestehen zurückblicken. Sie wurde von Papst Nikolaus V. gegründet und «teilt eine der bedeutendsten Bibliotheken der Welt dar. die beute rund 500 000 Bücher und 60 000 Manuskripte enthält. Maximilian I. von Bayern schenkte 1662 dem Papst die „Bibliotheca Palatina“, Papst Alexander III. erwarb die ,,Bibliotheca Urbinatensis“ und Alexander VIII. die der Königin Christine von Schweden gehörende „Bibliotheca Regina“. Auch Kardinale stifteten der vatikanischen Büchersammlung wertvolle Werke. Der Schwarzwaldmaler Jakob Kaltmaier starb im Alter von 86 Jahren in Freudenstadt. Kaltmaier, der seine künstlerische Laufbahn als Anstreicher- Lehrling begonnen hat, hat sich in späteren Jahren im Schwarzwaldgebiet als Landschafts- und Porträtmaler betätigt und ist durch Restaurierung alter Gemälde und Ausmalung zahlreicher Kirchen ’j-ekanntgewoiden. Die Braunschweigische Wissenschaftliche Gesell- rchaf.t hat zu Ehren des in Braunschweig geborenen Mathematikers und Astronomen Karl Friedrich Gauß eine Medaille gestiftet, die alljährlich am 30. April, dem Geburtstag des Gelehrten, verliehen wird. Die Gauß-Medaille wird erstmalig in diesem Jahr für ’319 uhd 1950 dem Leiter der Forschungsanstalt der ^adischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen, Dr. Walter Reppe, und dem Direktor des Forschungsinstituts für Silikatchemie der Technischen' Hochschule Göteborg in Schweden, Professor Dr. David Kedvall, verliehen. Der Stuttgarter Rowohlt-Verlag wird am 1. Juli dieses Jahres nach Hamburg verlegt und dort mit .'em Stammverlag Rowohlt vereinigt werden. Die Tradition der seit 1934 unterbrochenen Pas- sionsspiele in Stieldorf im Siebengebirge wird 1951 unter Leitung Ina Breuers wieder aufgenommen, t ür diese Pai^ionsspiele soll ein Hallenbau errichtet '. erden, der im ersten Bauabschnitt 2000 Besuchern latz biete!. Die Milwirkenden der letzten Passions- >pieie von 1934 sind wieder vollzählig zur Stelle. Die durch Emeritierung von Prof. Dr. Karl Adam 'rei'-e\vo:Uene ordentliche Professur für Dogmatik in der kath.-theologischen Fakultät der Universität Tür tilgen wurde dem ordentlichen Professor der bleichen Fakultät Dr. Joseph Rupert Geiselmann, übertragen. ABC Offenbarter Tageblatt STADTVOLK - LANDVOLK - BRÜDER ALLE - * 1 - - Heinrich Lersch Leuchte, scheine, goldene Sonne Leuchte, scheine, goldne Sonne, über dieses schöne Land! Felder, Wälder. Berge hülle in dein helles Lichtgewand! Laß die , weiten Aecker reifen und die kleinen* Gärten blühn, Leuchte hell in die Fabriken, wo wir uns im Schatten mühn! Leuchte, goldne Sonne, scheine, spende deines Segens Kraft! Bruder, deine Hand! Hier, meine! Arbeitsbrüder, uns vereine eine heil’ge Leidenschaft. Tausend laute Räder brausen. Städte tönen, stromentlang Ziehn die schwerbeladnen Schiffe, braust der Eisenbahngesang. Neuer Wille, neuer Glaube, Tat allein kann uns befrein. Was des Volkes Hände schaffen, soll des Volkes Eigen sein. Land und Freiheit — unser Eigen; Menschenwürde — unser Recht. Kraft soll sich der Schwachheit neigen, brüderlich einander zeigen: Keiner Herr und keiner Knecht. Leuchte, scheine goldne Sonne, über diese ganze Welt! Bis sich einst in allen Zonen Mensch um Mensch an Händen hält. Bis sich braune, weiße Menschen brüderlich einander nahn, Und die keinem andern Geiste als der Liebe untertan. Drum, mein Hammer, schwing und schalle; Ruf mit deinem Stahlgesange läute Frieden, Hammerschlag! Stadtvolk, Landvolk, Brüder alle, in den neuen Arbeitstag! Heinrich Lersch Wir waren eine Nietkolonne Ich machte mich auf den Weg zum Bahnhof. Um Mitternacht fuhr der Zug, gegen sieben Uhr war ich in meiner Vaterstadt. Das Kist- ehen auf der Schulter, kam ich heim, ging gleich in die Werkstatt und packte die Arbeitsbrocken aus. „Verdammt leer, ist denn gar nichts zu klopfen?“ fragte ich enttäuscht. „Wir haben einmal aus- und aufgeräumt!" lachte Paul, „heut oder morgen gibt es dicke Brocken, drei- Teerdestillierkessel für Peter Genenger in Viersen! Fünf Meter lang, eins- Komma-fünfzig Durchmesser. Ein Waggon Platten ist unterwegs!“ Vier-Mann hoch kamen wir zu Mittag in die erstaunte Familie marschiert: Hein, Paul, Karl, Leo, der soeben seine Lehre als Kaufmann beendet hatte, und keine Lust hatte länger Tapeten und Borten zu verkaufen. Am selben Nachmittag noch mußten wir mit Winden und Holz dem Wagen mit den Platten entgegenfahren, er war im Dreck steckengeblieben. Drei Pferde und 2000 Kilo, das war eigentlich die Regel; aber vom Bahnbau her war die Straße mit Lehm bedeckt. Wir hoben die Räder, legten Eisenplatten unter und dann ging es mit dem Höhögebrüll von sechs Mann geradeaus den Hügel hinan. Das war ein Gepolter und Gehämmer, die Stutzenlöcher wurden ausgekreuzt, die Nietlöcher an den Lang- und Rundnähten ausgestanzt. In drei Tagen war der erste Kessel zusammengeschraubt. Nun war auch Edgar, der Jüngste, gekommen, er brauchte noch nicht regelmäßig zu arbeiten, denn er sollte nicht Kesselschmied, sondern auch Kaufmann werden. Nun aber mußte er uns ein paar Wochen helfen. Sogar der Vater betrug sich menschlich, er war ordentlich stolz auf die große Bestellung, die er „herausgemäult“ haben wollte, weil der Herr Genenger ein „alter Freund“ von ihni war. Wir klopften ihm auf die Schulter, fragten ihn auch einmal nach Schmiedemethoden, die wir natürlich selber wußten; er warf sich in die Brüst; als er unsere angebliche 'Dummheit hörte. Er nahm mich beim Ohr und zog mich ans Schmiedefeuer, er legte nach alter Sitte einen Lehmklumpen auf die zu erwärmende Blechstelle und ließ mich den Helmstutzen auf die Richtplatte schmeißen. Dann krämpte er mit wilden Schlägen den Bordflansch um, eine Hitze nach der anderen. Nun konnte genietet werden! Lang gestreckt lagen sie alle nebeneinander in der Werkstatt, einer war mit einem Holzgerüst umstellt. Rittlings obenauf saß der Vater, der Nieter, den Klinkhammer in der Rechten, die linke Faust spannte sich um die Döpperzange. Paul machte den linken Zuschläger, ich den rechten. Wir standen auf den Gerüstbrettern und stützten uns auf die langen Stiele der Vorhämmer.'" Innen, im Kessel, hielt Karl die fteter Rosegger Wie ich Schneider wurde Für einen Bauernmenschen ist er zu schwächlich, wird halt ein Pfarrer oder Schneider werden müssen! Das war das Ergebnis der Beratung, die eines Abends über mich in der Stube des Waldbauern abgehalten Wurde. Meine Mutter ging also zu dem Geistlichen, Hilfe heischend, daß ich zum Studieren kommen könne. Der Herr Dechant sagte ihr aber: „Laß die Waldbäuerin das bleiben! Wenn der Bub sonst keine Anlagen für den Priester hat, als daß er schwach ist so soll er was anderes werden. Er kann ja ein Handwerk lernen.“ Nun, so ging denn meine Mutter vom Herrn Dechanten zum Schneidermeister, sie hätte einen Buben, der möcht’ Schneider werden. — Was ihn auf diesen Gedanken brächte? — Weil er halt so schwächlich wäre. Da stand der Meister auf und sprach: „Ich will der Waldbäuerin nur sagen, daß der richtige Schneider ein kerngesunder Mensch sein muß. Einmal das viele Sitzin, nachher zur Feierabendzeit das weite Gehen über Berg und Tal und das ganze Zeug mitschleppen wie der Soldat seine Rüstung. Hernach die unterschiedliche Kost: bei einem Bauern mager, beim anderen feist, in einem Hause lauter Mehlspeisen, im anderen wieder alles von Fleisch, heute nichts als Erdäpfel und Grünzeug, morgen wieder alles Suppen und Brei. Ein Magen, der das äushält. muß in besonderer Gnade Gottes stehen. Und red’ ich erst von den unterschiedlichen Leuten, mit denen man sich abgeben muß! Da eine bissige, brummige Bäuerin, der kein ordentlicher Zwirn feil ist, dort ein geiziger Bauer, der mit seinen närrischen Späßen den Handwerker erheitern und sattmachen will. All die Leute soll der Schneider mit einem Maße messen. Und, was die Hauptsa.be ist Kopf muß einer haben! Was an einem krummen, buckligen Menscher'iind verdorben ist, das soll der Schneider wieder gutmachen. Der Schneider muß aber nicht allein den Körper seines Kunden, er muß auch, sozusagen, sein ganzes Wesen erfassen, um ihm ein Kleid zu geben, das paßt. Ebenso muß er- den Stoff kennen, von dem er den Anzug zu verfertigen hat. Manches Tuch dehnt sich, manches kriecht zusammen, dieses hält Farbe, das andere verschießt. Wer das vorher nicht weiß, der macht ein Unding zusammen. Kurz, der Kleidermacher muß Menschen- und Weltkenner sein. Na, werd’ ihn mal anschauen soll nächster Tage zum Alpelhof kommen, dort wird er mich finden.“ So bin ich denn an einem der nächsten Tage in heller Morgenfrühe zum Alpelhofer hingegangen. Lange stand ich auf dem Antrittsstein der Haustür und dachte: „Wie wird es sein, wenn ich wieder heraustrete?“ Eine fast feierliche Stimmung lag um das Haus, das auf dem Berge zwischen Linden stand. Drinnen saß die Entscheidung meines Schicksals. Da ich in die Stube trat, saß der Meister am Tisch und nähte. Vor ihm lag das Handwerkszeug, daneben zugeschnittenes Lodentuch, an der Sitzbank hing das Bügeleisen. Ich blieb an der Türe stehen. Es war alles still. Er zog die Nadel auf und nieder. Nur die Wanduhr und mein Herz pochten. „Was willst du denn?“ fragte mich nach einer Weile der Meister. „Schneider werden möcht* ich halt gern“ antwortete ich zagend „So, bist du der?“ sagte er und blickte mich eine Weile an. „In Gottes Namen geht’s an Setz dich her, nimm Nadel und Zwirn und nähe mir diesen Aermel zusammen!“ So tat ich; aber es ist leichter gesagt als getan. Da staken im Kissen an die dreißig Nadeln aller Größen. Da lagen Zwirnknäuel verschiedener Feine und Farbe. Und die beiden Teile des Aermlings, wie werden sie behandelt und zusammengetan? Ich warf fragende Blicke auf dm Meister. Er tat, als wisse er nicht mehr als ich. So hub ich denn an. Ich fädelte ein, legte den Lodenstoff aufs Knie und machte einen Stich. Der Faden schlüpfte t i Nietwinde, den Pinn zum Andrehn in einer, in der andern Hand einen kleinen Hammer. Alle vier warteten hier auf die ersten Niete. Aus der Ecke vom qualmenden Feuer her rief Leo, der Wärmejunge: Fertig, und schon rannte der kleine Edgar mit der Niete in den Kessel, steckte sie ins Loch, Karl klopfte sie mit einem kleinen Schlag hoch, ließ den Hammer fallen, ruckte schnellen Zugs die Winde darunter und schrie: „Drauf!“ — Der Alte hob den Klinkhammer, Paul ließ schon deh Vor- hammer niedersausen, ich hieb hinterher, jeder erst einen Schlag auf das Blech, damit sich die Niete auch fest anlegte, dann auf den glühenden Pinn, einszweidrei, einszweidrei! — der Alte riß den Döpper hervor, setzte ihn auf und nun hieben wir von oben herunter, den Hammer rundum geschwungen, rams! auf den Döpper, bams! aus den Döpper, fünfzigmal. „Kommen lassen!“ brüllte der Vater. „Fertig!“ schrie Karl. „Hitze!“ rief Leo. Immer kommen lassen, immer Hitze an der Spitze, nicht zu warm und nicht zu kalt, nicht verbrannt und butterweich! schrie der Alte und rasselte mit dem Hammer die Hetzmelodie; man sah nur wie der Bart sich bewegte, die Worte wurden von den Schlägen gefressen. „Drauf!“ Eins in eins griff die Arbeit von den fünf Brüdern. Wir waren nicht fünf Brüder, wir waren eine Nietkolonne, ein Körper mit fünf Leibern, einem Willen, einem Wissen. Wie das Blut durch die Adern eines Leibes kreiste die Arbeit durch unsere Leiber und belebte uns miteinander, durcheinander, ineinander. Wir wuchsen durch den tempoverbundenen Hammerschlag zusammen. Voran, voran, voran! trieb ein Hammerschlag den anderen, der Stockhalter den Wärmejungen, der Wärmejunge wieder den Nieter: ein werk- lustdurchbraustes, fünffachgekuppeltes tatlust- durchbraustes Mensch-Maschinen— Werk. Jakob Kneip Bauer Jiinferm Pflug ... Nach der Fütterung geht es wieder in den Acker, und wieder müht sich der Pflug in ruhigem Auf und Ab, Furche an Furche zu legen. Immer riesenhafter türmen qldi unter sinkender Sonne vom Westen die Wolken herauf; ein feiner Regen geht zuweilen nieder, und es wird ein Schauspiel eigener Art, wie die Sonne, bald über, bald unter dem Gewölk entbrennend, die Landschaft mit Glut und Duft überströmt. Weit in der Ebene umher aber mühen wie ich noch viele andere mit Tier und Werkzeug die ruhende Erde ab; weit umher auf allen Straßen, in Dörfern und in fernen Städten hör ich die Arbeit lärmen, spür ich den ruhlosen Menschengeist. — Dann kommt die Abendstille. Die Wolken scheinen sich festzulegeh über den Horizont. Und wacher werden die Gedanken in der Stille. Erinnerungen tauchen auf, neue Pläne greifen drängend in die Ferne... Und öfter fließt mir das Vergangene mit dem kommenden ineinander: Ich seh die Schar der Ahnen, die diesen Acker hier vor mir gepflügt haben und wieder in die Erde hinabgesünken sind; das Gemurmel, ihrer. Stimmen, aus. füp.f. Jahrhunderten steigt auf, mär, aus. den Furchen; und hinter mir Von endlos tiefen Stufen seh ich schon neue Gestalten drängen — mich zu verdrängen. Sie scheinen nur darauf zu warten, daß auch meiner Hand der Pflug entsinkt und ich hinabgleite in den kalten Gründ. Eben als die Sonne sich zum Horizont neigte, hob sich aufs neue ein Wind, die Wolken flogen wieder heran, und sieh: wie eine verwandelte Welt stehen Dörfer, Türme und der ferne Höhensaum in dem magischen Licht. Und da ich zum letztenmal den Pflug wende, steigt gegenüber, da, wo morgens überm Wald die Sonne stand, der Mond aus einer grauen Wand — unglaubhaft groß und klar. Eine verwirrende Lichtzerstreuung um mich her. Ich fühle mich plötzlich mit der Erde empor gehoben — und im Umkreis der. Welten und Gestirne allein. auf dieser Erde. Ich, der Pflüger, dem sich die Erde unterwirft, ich, Bebauer, Zeuger und Ernährer: Mittelpunkt der Welt von Anbeginn. Verschwistert jnit Scholle, Baum und Strauch, mit allen Erd- und Himmelsgöttern, denen der Mensch der Stätte sich längst entfremdet hat Jenseits aller Nationen und Konfessionen fühle ich mich, vor das ewige, glühende Schöpferauge gestellt Und mein armes Tagewerk wird zum heiligen Dienst, zur großen Feier vor dem Ewigen, Unfaßbaren. Der Acker unter mir wächst.zur Welt Und die Geister der Ahnen, die hier vor mir gepflügt von Jahrhundert zu Jahrhundert, gehen mit durch die Furche. Es runden sich Zeit und Ewigkeit zum großen Kreis des Werdens und Vergehens — über meinen Acker in den letzten Strahlen des sinkenden Tagesgestims. Conrad Ferdinand Meyer Einem Taglöhner ; ’ • ' Lange Jahre sah ich dich ' FUKreh deitten Spaten Und ein jeder Schaufelstich Ist dir wohlgeraten. Nie hat dir des Lebens Flucht Bang gemacht, ich glaube — Sorgtest für die fremde Frucht Für die fremde Traube. Nie gelodert hat die Glut Dir in eignem Herde Doch du fußtest fest und gut Auf der Mutter Erde. Nun hast du das Land erreicht Das du fleißig grubest. Laste dir die Scholle leicht Die du täglich hübest! durch, der erste Stich war mißlungen. Tief erglühend forschte ich der Ursache nach und kam endlich darauf, daß von mir vergessen worden war, in den Faden einen Knoten zu machen. Ich schlang also mit großer Mühe ein Knötlein und nähte hierauf mit Erfolg, aber auch mit Hindernissen. Es wand und drehte sich der Zwirn, es staute sich die Nadel am Finger, es verschob sich das Zeug und ließ sich mit jedem Zuge in die Lüfte ziehen, es riß sogar der Faden. Als ich ein paar Stunden so herumgenäht hatte, ohne daß mein Meister auch nur eine Silbe zu mir gesprochen hätte, und als ich endlich mit dem Aermling fertig zu sein wähnte und mit dem Auge fragte, was nun zu beginnen sei. antwortete er: „Jetzt trennen den Aermling wieder auf bis auf den letzten Stich und ziehe die Fäden sauber aus! Achtung geben mußt du nur, daß du den Loden nicht anschneidest!“ Als ich das mit Angst und Schmerz getan hatte und die Teile des Aermlings so dalagen, wie sie mir der Meister in die Hand gegeben hatte, ließ dieser von seiner Arbeit ab und sprach: „Ich hab’ nur sehen wollen, wie du die Sache angreifst Just nicht ungeschickt; aber den Loden muß man zwischen Knie und Tischrand einzwängen, sonst liegt er nicht still. Später, wenn Du’s einmal kannst, wird er wohl auch ohne Einzwängen still liegen, so wie bei mir da. Auf den Finger, mit dem Du die Nadel eindrückst, mußt du einen Fingerhut stecken, sonst kriegt deine Hand gerade so viele Löcher wie der Loden. Den Zwirn mußt du mit Wachs glätten, sonst wird er fransig und reißt. Die Stiche mußt du so machen, daß einer über dem anderen reitet das heißt man Hinterstiche, sonst klafft die Naht. Die Teile mußt du allemal so zusammennähen, daß du sie nicht wieder voneinander zu trennen brauchst wie diesmal. Und gilt es doch einmal zu trennen, so mußt du kein saures Gesicht dazu machen, empfindsam sein leidet unser Handwerk nicht Jeder Ochsenknecht wird dich ausspotten und wird dich fragen, ob du das Bügeleisen bei dir hättest, daß dich der Wind nicht fortträgt, und wird, solange er deiner ansichtig ist, wie ein Ziegenbock meckern. Laß ihm die Freud* und geh still und sittsam deiner Wege! Ein gescheiter Mann schämt sich nicht seines ehrlichen Handwerks, und ein Dummer mag es nicht zu lernen. Der Schneider studiert nie aus. Jede Kundschaft hat einen andern Leib, jedes Jahr hat eine andere Mode. Da heißt’s nicht bloß zuschneiden und nähen, da heißt’s auch denken, mein lieber Bub. Aus einem tüchtigen Schneider ist schon manch ein hoher Herr herausgewachsen. Der große Feldherr Derfflinger ist ein Schneider gewesen. Deswegen, wenn du in Wirklichkeit die Neigung empfindest zu diesem Stande-, so will ich dich lehren, was ich selber kann.“ Ich nickte dankend mit dem Kopfe. Beim Weggehen sagte der Alpelhofer zu mir: „Schneider werden? Wie ist dir denn das eingefallen? Allzeit in der finsteren Stecke, sitzen! In den meisten Häusern lassen die Leute ja nicht einmal Luft zu den Fenstern, herein. Wenn du meinst, daß du für die Bauemarbeit zu schwach wärest, hättest du nicht können ein Almhalter werden oder so was, wo du auf freier Weid’ gewesen wärest? — Jetzt bist einmal Schneider, so bleib dabei und schick dich, und wenn dir das Kreuz weh tut vom vielen Sitzen, so denk an den da oben, der will’s haben, daß der Mensch mit Müh’ und, Fleiß sein Brot verdient Nur alles schön mit Willen und Geduld, so wird’s schon gut gehen! In meinem Hause hast heut angefangen, so bin ich dir der Pate fürs Handwerk, und wenn du ein Anliegen hast oder eine Klag’, so komm zu mir!“ In meiner Lehrzeit gab’s wenig zu klagen. Ich hätte mein Anliegen dem Alpelhofer auch nicht Vorbringen können; denn der gute Mann ist schon fünf Wochen nach meinem Eintritt ins Handwerk gestorben Wir entnahmen unsem Beitrag von Jakob Kneip dem Buch „Jakob Kneipp“ von Saedier, M -Gladbach. — Von Heinrich Lersch das Gedicht aus „Hera aufglühe dein Blut“. VoiksvereinoVerlag, M.-Gladbach. — Den Beitrag von Peter Rosegger aus „Wal- desbeimat“, Verlag Staackmann. Offatarfer Tageblatt Abo Hikiwemtde des l/MteteteHJUwsses Von Dr. Curt Bley Bisheriger Inhalts Angesichts der Folterungen, Wo schloß unsere Serie ln ihrem ersten Teil, fordert es zur Bewunderung heraus, was die Angeklagten des Prozesses dennoch zu Ihrer Ver teidlgung vorzubringen wagten. Dreimal weist Btleft den Vorsitzenden Freister auf die „inneren Motive" hin, die er schriftlich formuliert hat. Freister denkt nicht daran, auf diese Motive einzugehen — Freister frag Stieff, was er mit General Wagner besprochen habe. Stieff antwortete: General Wagner ist voll im Bilde gewesen. Ich habe mich an ihn in erster Linie als den älteren Xamerden gewandt. 1. Fortsetzung Freigier: Ich kann wieder nur sagen: Pfui Teufel! Als den älteren Kameraden? Als den älteren Verbrecher, von dem Sie wissen, daß er einen Mordplan auf unseren Führer kennt. Derjenige, von dem Sie wissen, daß er einen Mordplan auf unseren Führer kennt, ist niemandes Kamerad; er ist, wie die alten Deutschen sagten, wolfsfrei. Wenn Sie schon von einer Kameradschaft sprechen, so war er nicht mehr älterer Kamerad, sondern älterer Verbrecher. Also, Sie haben ihn als den älteren Mitverbrecher betrachtet. Stieff: Nein, ich habe das nicht aus Verbrechergründen getan. Freister: Nein, weil Sie eben auf diesem Gebiet wie ein Homosexueller abartig sind. Stieff: Nein! Freisler: Hier gilt nur unsere Meinung und keine andere. Hier gilt nur die nationalsozialistische Anschauung, die heißt: Mit dem Führer durch dick und dünn bis zur letzten Minute und darüber hinaus, dann kommt der Sieg. Nichts anderes gilt Alles andere ist Defaitismus, von dem wir nichts hören wollen. Stieff: Herr Präsident, dann hätte ich meine Stellung nicht ausgefüllt. Freisler: Schluß! Schluß! Ihre Stellung konnten Sie nur ausfüllen, indem Sie, wenn Sie schon ein Schlappschwanz von Defaitist sind, starben wie die letzten Goten, die in uns nunmehr weiterleben. Aber es ist mir ja klar, daß Sie nicht zu belehren sind, nicht zu bekehren. Es wäre schade darum . . .“ Das Moralische nicht zugelassen Im Witzleben-Prozeß sind acht Männer zwei Tage lang angeklagt. Nur einem von ihnen gelingt es, in einem einzigen Satz positiv auszusprechen, aus welchen religiösen, ethischen oder moralischen Gründen der Aufstand unternommen wurde. Es ist York von War tenburg, der sagt: »Das Wesentliche ist, was alle diese Fragen verbindet, der Totalitätsanspruch des Staates gegenüber dem Staatsbürger unter (Ausschaltung seiner religiösen und sittlichen Verpflichtungen Gott gegenüber. Dia Unterdrückung der Gewis sensfragen ist ein Gesetz des politischen Prozesses im totalitären Staat. Man will keine Märtyrer schaffen, die aus der Glut ihres Bekenntnisses heraus Nachfolger finden könnten. Auch der Kardinal Mindszenty war nicht angeklagt, weil er vor seinem Gewissen die Vergewaltigung der Person und des Geistes nicht dulden wollte. Er wurde angeklagt, weil er einige Besprechungen mit ausländischen Missionschefs in Budapest gehabt hat. Auch im Prozeß gegen den Feldmarschall von Witzleben ist nur die Rede vom Ablauf der äußeren Ereignisse. Der Präsident Freisler hat es leicht, die Diskussion auf die äußeren und mechanischen 1 Abläufe -zu beschränken. Die meisten Angeklagten rechnen anfänglich noch nicht sicher mit ihrem Tod, sondern verteidigen sich und versuchen mitunter, ihren Handlungen eine harmlose Wendung za geben. Sie können kein Bekenntnis ablegen, ohne das Todesurteil her beizuzwingen. Der Feldmarschall selbst verzichtet spürbar aus innerer Souveränität darauf, Herrn Freisler seine eigenen Motive zu unterbreiten. Es wäre auch hoffnungslos. Der junge Klausing wiederum hat sich an dem Aufstand aus persönlicher Verehrung zu Stauffenberg beteiligt. Er ist zu jung, um «ich zur äußeren ideologischen Härte des Widerstandes durchgerungen zu haben und bricht am Ende seiner Vernehmung innerlich zusammen. Immerhin Ist es Stieff neben York von Wartenburg gelungen, zweimal ein kurzes Wortgefecht mit Freisler über die Grundlagen des Staates und das innere Anliegen des Wiederstandes zu führen. Nicht in positiver Form, aber in negativer. Einmal, als er die Bezeichnung „defaitistisch“ leugnet, das andere Mal, als er seine innere Verpflichtung nicht von Adolf Hitler, sondern vom deutschen Volk her ableitet. Gegenüber den Propagandareden Freisler» bleiben ihm allerdings nicht mehr als einige Einwürfe. NS-Staat wird zum Angeklagten^ Freister: Verweisen Sie, soviel Sie wollen. Hier gilt nur eins', das, wovon Sie behaupten, daß Sie sich dazu bekannt hätten: nationalsozialistische Mannentreue. Stieff: Dem deutschen Volk gegenüber! Freisler: Nationalsozialistische Mannentreue! Führer und Volk sind auch immer eins. Was ist das für ein jesuitisch-reaktionärer Vorbehalt, den Sie da machen. Was glauben Sie, was geschehen wäre, wenn einer der letzten Goten am Vesuv einen solchen Vorbehalt gemacht hätte? Was glauben Sie, was da mit Ihm geschehen wäre, der bei einem wandernden Treck germanische- Stämme so etwas gesagt hätte? Er wäre in den Sumpf versenkt worden, weil Sumpf zu Sumpf gehört. Mannentreue zum Führer ist auch Volkstreue, ist Reichstreue. Eines verraten heißt alles verraten. Politisch schizophrene Persönlichkeiten können wir nicht gebrauchen, die da meinen, sie könnten spalten zwischen der Treue zum Führer und der Treue zum Volk.“ In den späteren Prozessen haben manche Angeklagten die Szene in ein Tribunal gegen Freisler und den nationalsozialistischen Staat verwandelt Hans von Haeften legte seine Verteidigung darauf an, daß er Christ sei und in Hitler das Dämonische verkörpert sehe. Völlig mit dem Leben abgeschlossen hatte von Kleist-Schmenzien, der seine Verteidigung in eine Anklage verwandelte. Noch seine letzten Worte nach dem Urteil lauteten: „Meine Herren! Es wird Ihnen schwerer gefallen sein, das Urteil zu fällen, als es mir schwer fallen wird, das Urteil zu ertragen.“ Hans v Haiem erklärte: „Ein Schiff kann untergehen, aber es braucht die Flagge nicht zu streichen.“ Nicht immer gelang es also dem Präsidenten Freisler, die Diskussion über die moralischen Hintergründe des Friedensaufstandes abzuwürgen. Die Vernehmung Yorck von Warten- burgs lautet in diesen Teilen: Freisler: Kennen Sie Graf Stauffenberg? Jetzt meine ich den Mörder, v. Wartenburg: Jawohl! Freister:-Seit wann? v. Wartenburg: Stauffenberg war ein Vetter von mir. Freisler: Dann ist die Frage überflüssig gewesen. Das ist richtig; ich habe das im Augenblick nicht gewußt. Erstmalig 1944 soll nach Ihrer früheren Aussage zwischen Ihnen und Stauffenberg ein Gespräch gewesen sein, das uns jetzt interessieren könnte. Wie ist das gewesen? v. Wartenburg: Gelegentlich eines Besuches von Stauffenberg in meiner Wohnung, der ganz zufällig war, kamen wir auf die allgemeine Lage zu sprechen. Er sah schwarz und meinte, es müsse etwas geschehen, es müsse eine Aenderung herbeigeführt werden, was mich in dem Falle bei ihm überraschte, weil ich ihn als besonders aktiven Offizier kannte. Freisler: Also er sah schwarz und meinte, es müsse etwas geschehen, er wolle eine Aenderung herbeiführen. Sagte er, mit wem? v. Wartenburg: Nein. Ich fragte ihn natürlich, auf welche Weise diese Aenderung nach seiner Vorstellung herbeigeführt werden könne. Freisler: Also, er wollte eine Aende- rung und er sagte, es müsse eine Aenderung kommen. Das ist doch richtig! Aber mit wem? Mit welchem Kreis? Was sagte er da? v. Wartenburg: Auf mein Befragen hin hat er den Namen des Generaloberst Beck genannt k Freisler: Sie fragten, wer ln Frage komme. Darauf antwortete er: Generaloberst Beck könnte etwa ln Frage kommen. • v. Wartenburg: Ja. Freisler: Wurde das näher ausgesponnen? ‘v. Wartenburg: Nein. Freisler: Die zweite und dritte Unterhaltung interessieren nicht Die zweite Zusammenkunft haben Sie geschildert Es waren noch andere dabei, und er machte Ihnen noch Vorwürfe, indem er sagte: Wir können gar nicht reden, weil Dritte dabei sind. Die vierte Zusammenkunft war etwa Anfang Juni -dieses Jahres. Bei wem? v. Wartenburg: Auch in meiner Wohnung. Freisler: Unter vier Augen? v. Wartenburg: Ja. Freisler: Schildern Sie kurz in den wichtigsten Punkten diese Unterhaltung. v. Wartenburg: Graf Stauffenberg kam auf unsere erste Unterhaltung im Januar zurück, und schilderte dann die militärische Lage, die er dahin skizzierte, daß seine Erwartungen an und für sich nach der schlechten Seite noch übertroffen worden wären. Freisler: Er sah noch schwärzer? v. Wartenburg: Es waren die Tage der Invasion. Es war nicht gelungen, die Invasion abzuwehren. Freisler: Na, es ist sehr fraglich, ob sie gelungen war. Es kommt darauf an, wie man die Sache ansieht Jedenfalls sah er schwarz. v. Wartenburg: Jawohl! Freisler: Das war nichts Neues. Er sah die Lage schwarz an Hand neuer Ereignisse! v. Wartenburg: Ja. Fortsetzung folgt. ARTISTEN-TIERE-SENSATIONEN GLOCK UND TRAGIK IM ARTISTENLEBEN- VON HERMANN HARTWIG-DER NB ECK Drei Wochen zu spät Mitte März 1949, als eines Nachts im Zirkus B. ein Pony-Fohlen geboren wurde, unterhielten wir uns über eine Stunde in seinem Wohn- abteil von vergangenen Zeiten. Bunt sah es an den Wänden dieses Stallmeister-Abteils aus. Fotos mit Widmungen bedeckten dicht beieinander den Raum üb 'r dem einfachen, Tisch. Bilder von Reitern, von edlen Pferden, von Kamelen, dazu Zeoras, in freier Wildbahn aufgenommen, Löwen auf einem Felsplateau. Auch ein Tiger war dabei, aber die Dschungelmajestät hing wehrlos mit gefesselten Füßen und Kopf an einem Baumstamm, der von Indern auf ihren Schultern getragen wurde. , „Von wo haben Sie diese Aufnahmen?!" „Es sind Andenken an meine Afrika- und Indienjahre! Zehn Jahre lang war ich in den Tierparadiesen in Ost- und Südafrika, zwei davon in den Dschungeln Zentral-Indiens und in Burma, um Tiere zu fangen.“ Zehn Jahre in heißen Zonen, ein Jahrzehnt mühevollen Lebens in Busen und Steppe! Fantastisch, sich dies auszumalen . . . Der grauhaarige Stallmeister kam ohne Aufforderung ins Erzählen: „Sieben Jahre haben wir auf Tierfang zwischen Rhodesia und dem Tschadsee damit zugebracht, Löwen und Hyänen in Fallgruben hineinzulocken, Antilopen, Büffel und Sträube zu langen, in die Transportkäfige zu bringen und sie bis auf die Dampfer zu geleiten. Wir haben den afrikanischen Elefanten in die Kraale getrieben und das Gnu eingefangen! Und drei Jahre lang spürten wir in den feuchtwarmen Landschaften ln Indien dem Gelbgestreiften nach, wir finden Dutzende .von Tigern und Leoparden nach jener Art, nach der schon vor tausend Jahren die Rajahs das königliche Wild einfangen ließenl Mit zahmen Elefanten trieben wir ihre wilden Vettern in die Fanggehege, bis sie sich ohnmächtig die Füße fesseln lassen mußten.“ In Tanganjika, weit hinten am größten der afrikanischen Seen, geriet oer i'ier- fänger L. durch einen angreifenden Löwen in Bedrängnis Er rettete »ich vor dem Raubtier auf einen dicken Baum. Stundenlang belagerte der Löwe den Menschen. Von Zeit zu Zeit unternahm die Bestie vergebliche Versuche, an den herunterhängenden Lianen emporzusteigen. Erst am Abend vernahm L. die Rufe der Suchkolonne, deren geräuschvolle Annäherung das Raubtier veranlaßte, sich davonzumachen. Während L unweit vom oberen Ganges in Indien eine Tigerfährte verfolgte, verirrte er sich auf eine sehr schmale, weit ins Wasser hineinragende Landzunge. Plötzlich stiegen hinter ihm zwei Krokodile an Land und versperrten ihm auf dem nur wenige Meter breiten Streifen Erde den Rückweg. Der Tierfänger schoß auf eines der Krokodile, die Kugel prallte aber an dem harten Panzer der Riesen echse wirkungslos ab. In diesem Moment vernahm er dicht über sich ein leises Geräusch. Er blickte in die Zweige der Bäume und sah eine armdicke Schlange auf sich herabzüngeln. „Im zweiten Lauf meiner Jagdbüchse steckte noch eine einzige Kugel, die für einen Tiger oder Leoparden für den Fall eines Angriffes bestimmt war. Sehr sorgfältig, mich dabei zur äußersten Ruhe zwingend, zielte ich auf den Kopf des Reptils über mir. Meine Finger zogen den Drücker ab, während mir der Angstschweiß auf der Stirn stand. Mit dieser letzten IN DER ARTISTENAGENTUR N CAROLUS' „Und sonst können*« janlscht?“ mir verbliebenen Kugel zerschmetterte ich dem gefährlichen Reptil den Schädel! Mitglieder unserer Tierfangexpedition hatten die beiden Schüsse gehört, den vergeblichen auf das Krokodil und den mir das Leben rettenden auf die Riesenschlange. Sie eilten herbei, erlegten die Krokodile durch wohlgezielte ihnen in die Augen-gejagten Kugeln und befreiten mich damit!“ Und dann, als L. aus dem Indischen Dschungel nach Deutschland zurückgekehrt war, traf ihn, dem alles zehn Jahre lang in fernen Ländern ausgezeichnet geglückt war, der zweimal eine Malaria überstanden hatte, das Schicksal besonders hart Das Mädchen Anneliese, das die ganzen Jahre lang geduldig auf ihn gewartet hatte, viele Briefe abgesandt und viele Antworten empfangen, weilte nicht mehr unter den Lebenden. Oskar L. war zu spät gekommen! Nach zehn Jahren drei Wochen zu spät! Einundzwanzig Tage vor seiner Ankunft in Europa war seine Jugendgefährtin Anneliese ausgerechnet an Malaria verstorben . . . Ihn, den Großwildjäger, hatte diese Tropenkrankheit zwar auch in den verseuchten Fieberdickichten an den afrikanischen Seen und das zweitemal in den gefahrbringenden indischen Dschungeln erfaßt. Er aß unglaubliche Mengen Plasmochinin und Atebrin, und wurde beide Male schnell gerettet obgleich keine Krankenhäuser in der Nähe waren. Anneliese, die Putzmacherin, war am Rande der Stadt in einem der modernsten Krankenhäuser, Opfer der gleichen Krankheit geworden. L. hat diesen Schlag niemals mehr überwunden. Er ist bis heute unverheiratet geblieben -. Straßensängerin wurde Haziendera Der „Mandelbaum-Expreß“, der langsam fahrende Personenzug zwischen Taranto und Bari in Süditalien, hielt auf der kleinen Station Mässafra. Zusammen mit anderen Reisenden stieg ein barfüßiges armselig gekleidetes Mädchen in den Waggon, genau in das Abteil, in dessen Ecke der elegante Fremde saß. Als der „Treno“ mit Feuer spuckender Lokomotive langsam anrollte, begann die Zwölfjährige am Eingang des durch den halben Waggon gehenden Abteils stehend» ein kleines Italienisches Volks lied: „Oh mia bella Napoli-“ Die glockenreine Stimme der kleinen braunhaarigen Straßensängerin fiel auch dem Ausländer auf, den die Einheimischen irrtümlicherweise für einen „Inglese“ hielten, wäh rend er tatsächlich ein „Tedesco“ war — nicht Engländer, sondern jener bekannte deutsche Professor, „Revue-Professor“, der sich jahrzehntelang in der ganzen Welt auf Jagd nach schönen Stimmen und gutgewachsenen Mädchen befindet; Er drückte dem Mädchen ein Zweilirestyck in die Hand, und die Augen der Mitreisenden wurden rund, denn zwei Lire bedeuteten damals viel, viel Geld! Der vermeintliche „Inglese“ horte, wie ein apulischer Bauer aus dem „Campo“ zu dem Kinde sagte: „Madonna mia, Du hast heute einen Glückstag, Rosita! 1 * Drei Jahre waren vergangen. Wieder saß der Revueprofessor im gleichen „Treno“ auf der Fahrt durch Apuglia. Und abermals stieg in der kleinen Stadt zwischen Olivenhainen und Mandelbaumplantagen eine Anzahl von Fahrgästen, die aus Taranto mitgekommen waren, aus und andere aus Massafra, die in Richtung Bari fahren wollten, kamen hinzu. Ein ganzer Schwarm lachender pnd kichernder Fünfzehn- und Sechzehnjähriger, deren sonnenbraune Gesichter von malerischen Kopftüchern lustig umrahmt waren, nahm in dem Abteil Platz. Die jungen Landarbeiterinnen musterten den Fremden auf seinem Eckplatz. Sie machten ihre halblauten Bemerkungen, wie dies überall in der Welt junge Mädel unbedacht tun, wenn sie aus dem mit bunten Hotelzetteln beklebten Lederkoffer zu entnehmen glauben, daß sie einen Ausländer vor sich haben, der ihre Sprache doch nicht verstehen wird. „Sing* uns etwas, Rosita!“ Dann sprachen die Mädchen von Dingen, die im Alltag dei Mandelpflückerinnen von Bedeutung sein können, von dem bevorstehendem „Festival illuminato* in den Straßen des in einiger Entfernung zur Rechten sichtbar werdenden Bergstädtchens Mottola, und plötzlich forderte eine aus der Schar ihre Nachbarin auf: „Sing* uns etwas, Rosita!“ Fortsetzung folgt. Offenbnrgsr Tageblatt wuimi Mildisdiwemme und Milchpreis Mit Beginn der Grünfütterung, die in einzelnen Orten, schon jetzt eingesetzt hat, steigert sich allmählich der Milchertrag, um dann beim ersten Klee den frühjahrsmäßigen Höchststand bei der Ablieferung zu erreichen. Damit ist der Zeitpunkt einer Kraftprobe für den Milchpreis gekommen. Die Frage, kann der Milchpreis im Interesse der heimischen Landwirtschaft gehalten werden, ist für alle Bauen) die Existenzfrage schlechthin. Denn das Fundament unserer Be- triebsführunig ist der gesunde Viehbestand, der nur bei rentabler Milchgewinnung möglich ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Vorbeugungsmaßnahmen zu treffen. Die eine liegt bei uns Landwirten, indem wir die Qualitätsablieferungsvorschriften streng beachten. Dies gilt hauptsächlich für die Umlieger am Rande von Städten, größeren Verbraucherplätzen, da dort leider oft der Weg einer profitlichen „Selbsthilfe“ lockt, zum Schaden der großen Masse der Erzeuger, d’" auf Ihre Ablieferungsund Verarbeitungsinstitute angewiesen sind. Augenblickserfolge einzelner in finanzieller Hinsicht mußten in der Folge immer mit un heimlichen Verlusten der breiten Masse bezahlt werden, deshalb die Mahnung: haltet Disziplin, keiner trete aus der Reihe, nur in der geschlossenen Front werden wir bestehen! Der andere Weg ist die staatliche Lenkung auf weite Sicht. Vorerst wird es unumgänglich notwendig sein, die Verhandlungen auf diesem Gebiet bald zu Ende zu führen. Es muß im nächsten Monat die sogenannte Vorratswirtschaft einsetzen, d. h. es müssen einige tausend Tonnen Butter aus dem Markt genommen, gelagert und an Stelle von devisenraubenden Einfuhren in Bedarfszeiten auf den Markt gebracht werden.. So nur wird es möglich sein, dem Volksganzen zu dienen. Daß dabei ein gelegentlich erhöhter Magermilchfluß vom Erzeuger zurückgenommen werden muß. dürfte das kleinere Uebel sein, denn sämtliche anfallende Magermilch wird man in den Zentralen nicht trocknen können, ebensowenig wird genügend Absatz für Käse sein. Daher, .bleibe dem. was sich in Jahrzehnten bewährt hat, zu deinem Vorteil treu! Gg. König Brofpreis - Möglichkeiten Handelsspanne und Broipreiserhöhung * Dr. Hanau, Völkenrode, veröffentlichte vor einiger Zeit eine Berechnung über den zukünftigen Brotpreis wenn die deutschen Getreidepreise dem Weltmarktniveau angepaßt würden. Er nannte dabei für Boggenbrot eine Preiserhöhung um 5 Dpfg. für Mischbrot um 6 Dpfg. und für Weizenbrot um 8 Dpfg. Die Verlautbarungen über den zukünftigen Getreidepreis liegen in ihren Angaben unter den Zahlen, die Dr. Hanau für seine Berechnungen zugrunde legte. Auf den Brotpreis bezogen würde dies eine um 4 Dpfg. geringere Preiserhöhung bedeuten. Das Roggenbrot könnte demnach also nur um 1 Dpfg. teurer werden, Mischbrot um 2 Dpfg., Weizenbrot um 4 Dpfg. Wenn- wir jetzt in Betracht ziehen, daß dei Verbrauch von Weizenbrot zu Gunsten des Roggenbrotes zurückgedrängt werden könnte, dürft* die zu erwartende Preiserhöhung von dieser Seite aus gesehen sich wesentlich geringer auswirken als Prof. Niklas dies 1h seinem letzten Interview betonte, in dem er von Mehrausgaben von DM 2 50 für eine fünf- köofige Familie im Monat sn-rach. Unberücksichtigt bleibt die Möglichkeit Minderbemittelten über Vcrbillieungsscheine den Brotein kauf| zu erleichtern. Unbeachtet blieb auch die Möglichkeit über die Handelsspanne und in diesem Falle die Müller- und Bäekerspanhe diesem Betrag, der nur eine Höhe bis zu 4 Dpfg. erreicht, aufzufangen. Bei der Betrachtung von Zahlen, die Prof. Münzinger rusammenstellte. ergibt sieh folgen der Anteil des Erzeugers am Brotpreis. Jahr Anteil des Erzeugers am Brotpreis 1652—fil sä s % igag_9i 86.2 % 194«—47 58.2 % 194« 44,8 % Der Anteil des Erzeugers am Brotnreis ist demnach laufend zurückgegangen, und es ist nur schwer einzusehen, warum eine Erhöhung des Getreidepreises sich lOOprozenMg auf die Erhöhung des Brotpreises auswirken sollte. Es ist schon viel über die Handelsspannen geschrieben worden, und es soll keinem Berufsstand verargt werden, wenn er bemüht ist. . von seinem Gewinn zu leben. Bei uns aber scheint der Fehler tiefer zu liegen und. darum wollen wir nicht nur von der Müller- und Bäckerspanne sprechen, sondern den ganzen Weg der landwirtschaftlichen Erzeugnisse vom Hof des Bauern bis in die Einkaufstasche des Verbrauchers verfolgen. Das US-Departement of Agriculture beziffert dm Anteil der Erzeuger an den Nahrungsmittelpreisen auf 54 Aus der Schweiz —werden von amtlicher Quelle 64.6 Prozent als Erzeugeranteil genannt. Bei uns dagegen senkte sich öer Prozentsatz für alle Nahrungsmittel von 65 % im Jahre 1927—1928 auf 51 % im Jahre 1948—1949. Man kann- sich fraglos schwer des Eindrucks verwehren, daß hier noch Reserven liegen, die in der allgemeinen Not und Armut unseres Volkes auih zum Nutzen aller an der Wirtschaft Beteiligten ausgeschöpft werden sollten. Gute Welt-Getretderhte wird für 1950 erwartet Die Welt-Getreiderate im Eratejahr 1949156 wird von dem amerikanischen Büro für Aus- Jandsbeziehungen auf 5.55 Milliarden Bushel n Bushel — 27.2 kg) geschätzt. Damit würde das Rokordergobnis des Vorjahres um nur 440 Millionen Bushel ”r.t°r«chritten. Dio Schätzung geht von den Erträgen der Herbstemte 1949 in der nördlichen Hemisphäre und den Vorhersagen für die im Frühjahr 1950 in der südlichen Fe«v*nhäre fälligen Ernte aus. Die europäische Getreideernte wird von dem Büro auf 660 Millionen Bushel veranschlagt; sie liegt damit unter den Vorjahrserträgen. Besonders in Frankreich, Spanien und Portugal seien geringe Ernten zu erwarten, während in Italien und in den Balkan!ändern mit Ausnahme. Rumäniens mit überdurchschnittlichen Erträgen gerechnet werden könne. Frostwarn dienst Im Radio Stuttgart In den Frühlingsmonaten richtet oft eine Frostnacht so großen Schaden an den jungen Pflanzentrieben an, daß völliger Ernteausfall entstehen kann. Es seien daher die interessierten Kreise auf einen besonderen ßcost- waradienst verwiesen, den .das Wetteramt I lichkeit Wenn also die Keimprüfung eine Minderwertigkeit des Saatgutes ergibt oder von vornherein Zweifel über die Qualität bestehen, so ist eine restlose Pflanzguterneuerung durch Zukauf oder Tausch von einwandfreiem Pflanzgut aus wirtschaftlichen Gründen dringend notwendig. monaten April und Mai verbreiten. Landwirte Winzer und Gärtner werden um 12,45 Uhr in der Wettervorhersage schon auf die Möglichkeit von Nachtfrösten hingewiesen. Besteht akute Gefahr für die kommende Nacht, so bringt Radio Stuttgart um 17,55 Uhr Frostwarnung, die auch für unser Gebiet meist genau zutreffen dürfte. In ihr wird nach den Gegebenheiten eine regional gegliederte Schilderung über die Ausdehnung der Nachtfröste mit Angabe der zu erwartenden Tiefsttem- pe ! ^ re V egeb J en 8l«chzeitig wird diej eiche Versuche des vergangenen Jahres zeitliche Dauer des Frostes genannt. Außerdem hptmr1pra allf den Sandböden ist in der Durchsage gegebenenfalls auch die Richtung und Stärke des Windes angegeben Kartoffeln und die Phosphorsäure Die Bedeutung der Phosphorsäuredüngung beim Kartoffelbau wird oft unterschätzt. Um- Jeder, der spätfrostgefährdeten Kulturen in seinen Gärten oder Feldern hat, wird daher aus eigenem Interesse in der Uebergangs- jahreszeit Frostwarndienst im Süddeutschen Rundfunk abhören, um ’ seine Frostschutzmaß- hahmen (Räuchern, Abdecken usw.) richtig an setzen zu können. Stickstoff erseht Eiweiß Prof. Paquin berichtet über umfangreiche Versuche auf dem Gebiet der Tierernährung. Synthetische Stickstoff Verbindungen, wie z. B Harnstoff und ähnliche industrielle Produkte, sind durchaus in der Lage, einen Teil des Eiweißbedarfes im Viehfutter zu ersetzen. Schon seit dem Beginn der 20iger Jahre wurden in Deutschland immer wieder Versuche durchgeführt, um auf diesem Wege die Einfuhr von Kraftfutter einzuschränken. Die von Prof. > Paquin untersuchten sog. Amidfuttermittel und deren Umsetzungsprodukte können durchaus einen neuen Weg weisen, Kraftfutter, durch^hochwertiges, billiges synthetisches Eiweiß bei allen Tierarten zu ersetze». Schließlich iehqjnt,.^ich ( auch .die Mög- abzuzeichnen,-teiweifsperende Nähr Karlsruhe das Wetteramt, Stuttgart über 1 denfmittek kür die menschliche UrnMrung auf diese Süddeutschen Rundfunk in den Uehergängs-I Weise zu gewinnen. Kartoffel - acht Tage früher Das ungewöhnlich trockene und dabei im Vorsommer kalte Jahr 1949 zwingt jeden Landwirt zu der 'Ueberlegung, inwieweit das Emtesut .1949 als Pflanzgut für 1950 verwertbar ist. Grundsätzlich braucht ein .Pflanzgutwechsel nicht vorgenommen zu werden, w. e n n der Bestand einwandfrei gesund, also nicht abgebaut war. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Knollen groß geworden oder klein geblieben sind. Trotz gesunder Bestände kann aber ein Pflanzgutwechsel dann notwendig werden, .wenn die Sorte in irgendeiner Hinsicht nicht mehr den heutigen Marktansprüchen in bezug auf Soeisequalität entspricht. Gesundes Pflanzgut aus vermeintlich gesunden Beständen bedarf trotzdem einer Keimprüfung. weil es teils zwiewüchsig. teils klein geblieben ist und u. U. unter den Witterungseinflüssen und demzufolge unter Ernährungsstörungen oder auch durch unsachgemäße Behandlung oder falsche Ueberwinterung in seiner Keimkraft gelitten hat. Keimprüfungen können darüber Aufschluß geben. Solche Werden auf folgende Weise angestellt: Man nimmt aus der zur Pflanzung hergerichteten Menge wahllos mindestens 100 Knollen. An der Nabelhälfte schneidet man gerade so viel ab, daß -sie, mit dkm Kronenteil nach oben, aufgestellt werden können. Man stellt die Knollen auf eine Unterlage in einen hellen nicht zu kalten Raum und bedeckt sie mit einem dünnen Papier, z. B. Zeitungspapier, ^chon. nach 10—14 Tagen, je nach Wärme , des Raumes, zeigen sich Lichtkeime, die entweder kurz und kräftig, lang und dünn sind oder die Lichtkeime erscheinen überhaupt nicht. Zeigen sich 1—4 dicke, kräftige Triebe, vorwiegend am Kronenteil, so sind solche Knol- *en als gut anzusorechen. Wenn aber alle Augen dünn oder höchstens mittelkräftig aus- treiben, so sind solche Knollen als weniger brauchbar zu beurteilen. Daß nichtkeimende Kartoffeln unbrauchbar sind, bedarf keiner Erwähnung. Einen Schluß auf Virusbefall (echter Abbau) läßt die Keimprüfung leider nicht zu. i Prüfungen der Hackfrucht abtedung des Landwirtschaftsministeriums hinsichtlich des Werts der zwieWüchsigen Knollen haben gezeigt, daß nachgewachsene, also die jüngsten zweiten Knollen (Kinder des Kindes), eine bessere Keimkraft und -fähigkeit zeigen als die erstgewachsene Knolle. Welche« Huhn zur Aufzucht? Das Sundheimer — beste Wirtschaftsrasse Ein hervorragendes Zwlehuhn, für unsere Gegend bestens geeignet Es ist bekannt, äaß die Wirtschaftlichkeit oder der Nutzwert eines Huhnes oder einer Rasse nicht allein in der Summe des EieranfaHs zum Ausdruck kommt. Selbst wenn man den Wert von Fleisch und Federn in Rechnung stellt, so ist das Moment der Wirtschaftlichkeit noch bei weitem nicht erschöpft. Besondere Eigenschaften einer Rasse sind geeignet, den WirtsChaftsfaktor günstig oder auch gegenteilig zu beeinflussen. Verschiedene Rassen haben den Vorzug, sowohl Eier als au Frau Luise, geh. Sproll, die ihm zwei Töchter schenkte, verloren und ist in zweiter Ehe mit Theresia geh. Braun verheiratet. Wir wünschen ihm noch viele Jahre der Gesundheit. Ratsdireiber Isenmanu 30 Jahre im städtischen Dienst Am 1. Mäi 1920 trat Ratsschreiber Hermann Isenmann bei der Stadt Offenburg als Ratsschreiber ein.' Er war damit von Waldshut, wo er seit 1913 Ratsschreiber und auch Grundbuchbeamter gewesen war, wieder in seine Ortenauer Heimat zurückgekehrt. Sein Geburtsort ist Hofweier, seine Eltern waren die Landwirtseheleute Hermann Isenmann und Frau Maria, geh. Schüler. Nach Besuch von Volks- uxjd Realschule war Herr Isenmann Indpient bei verschiedenen Amtsgerichten, Bezirksämtern und Notariaten. 1907 bis 1913 machte er sich in Mannheim mit der kommunalen Verwaltung bekannt. 37 Jahre ist er Ratsschreiber, davon 30 bei der Stadt Offenburg. Ein Menschenalter Offenburger Kommunalpolitik hat er also miterlebt. Bürgermeister, Ratsschreiber und Stadtrech- her, das sind die wichtigsten Organe eines Rathauses. Dem Ratsschreiber geht alles durch die Hand, und vieles weiß er sogar früher als der Bürgermeister, vieles kann er auch dem Bürgermeister abnehmen, weil dies schon durch eine sachdienliche Auskunft erledigt werden kann. Hermann Isenmann hat als zweiter und erster Ratsschreiber in Offenburg wichtigste Funktionen erfüllt. Abgesehen von seinem üblichen Dienst führte er viele Verhandlungen mit Grundstückseigentümern, fertigte die Verträge aus, die zur Gestaltung des Industriegebiets und 'des Siedlungslandes notwendig waren, war nicht nur der Rechner, sondern auch der tatsächliche Leiter der so fruchtbaren großen Ortenauer Herbstmessen und der Weinmärkte, Mitbetreuer der St. Andreasspitalstiftung, des Kranken- und Pfründnerhauses, Altersheims und der städt. Kindergärten. Mit den Mitgliedern des Stadtrats hatte er ein durchaus persönliches Verhältnis sich zu schaffen gewußt, und dank seines Verkehrs mit der Bevölkerung war er auch in der Lage, seine Vorgesetzten immer „auf dem laufenden zu halten“. In dfen dreißig Jahren seiner Offenburger Rathaustätigkeit hat der „kleine Mann“, wie man ihn scherzhaft nennt, ohne daß darunter die Würde des von ihm verwalteten Amtes leidet, erleben dürfen, was an Großem und Bleibendem geschaffen werden konnte, aber auch die bitteren Stunden tragen helfen, die über uns gekommen waren. Das Leid ist ihm auch in der eigenen Familie nicht erspart geblieben. Zwei seiner talentvollen, aus der mit Frau Lina, geh. Bender, geschlossenen Ehe entsprossenen Söhne sind gefallen, ünd auch der dritte ist bis heute vermißt. Nur die Tochter blieb ihm erhalten. Herr Isenmann stght » ; m 65. Leber.“jahr. Noch ein Jahrein wird er im Dienste der Stadt sein und im Zimmer des Standesamts seines Amtes walten. —er. Nr. 81 — Seite 10 Offenbarter Tageblatt Samstag, 29.- April 1990 Atelierbesudi bei Emil Brischle Mit dem nachstehenden Beitrag beginnen wir mit einer zeitlich zwanglosen Folge von Artikeln, die sich mit Eindrücken beim Besuch Offenburger Künstler beschäftigen. Das Atelier des Offenburger Malers Emil Brlschle ist das große Eckzimmer in der sogenannten „Bischofswohnung“, die im 2. Stock des Hauses Gärtnerstraße Nr. 3 liegt. Vielleicht hat in diesen Gemächern tatsächlich einmal ein Bischof gewohnt. Jedenfalls ist „die gute Stube“ Emil Brischles, die man durchqueren muß, um in das Atelier zu gelangen, derartig geschmackvoll und festlich eingerichtet, daß sie den Beinamen „Bischofszimmer“ durchaus verdient: Ein stilechtes altes Sofa und ebensolche Sessel umstehen den Marmortisch, dessen Rand kunstvoll gezackt ist; die Wände sind mit einem Gobelin, Barockengeln, -spiegeln und -leuchtern verziert; den Höhepunkt der Einrichtung bildet aber das himmelblaue Himmelbett, dessen Baldachin mit einem Lorbeerkranz aus Goldpapier geschmückt ist. An diesem Zimmer erkennen wir den Romantiker und Kirchermaler Brischle ganz. Hier mutet er wie eine Figur E. T. A. Hoff- manns an: Ein kleiner Herr mit einem hage- buttenmarmeladenfarbenen Baskenmützchen auf dem lachenden Rundkopf, dem man gerne 55 Jahre, aber auf keinen Fall die wirklichen 65 gibt. Der Maler öffnet die Türe zum Atelier, und wir betreten den langen Raum, dessen sämtliche Fenster durch einen Kreideanstrich undurchsichtig gemacht sind und in dem sich Staffelet, spanische Wand und ungezählte Bilder ein malerisches Stelldichein geben. Das neueste Bild Auf dem Malblock steht das neueste Bild: Ein Sommernachmittag auf dem Land. Zwei Wege, ein schmaler und ein breiter, in einem von Sonnenlicht und Schatten durchwirkten Wiesental. Auf dem schmalen Weg treibt ein Bauer einen Ochsen fort, auf dem breiten kommen uns zwei Mädchen entgegen. Den Vordergrund rechts belebt das Gezweig eines Obstbaums und ein Holzgatter, links weicht das Bild in ein Tal zurück, das sich an einem Waldhang verliert. Das Ganze ist in den leuchtendsten Farben gemalt, an denen sich das Auge nicht sattsehen kann. Das Sonderbare an diesem Bild, wie an den meisten Brischle-Bildern ist, daß sie kc^ne gewohnten Bildeindrücke vermitteln, sondern den Be-, traehter auf eine zunächst unerklärliche Weise beeindrucken. Wenn man nur lange genug hinschaut, entdeckt man auch den Grund dafür: Brischle stellt die einzelnen Gegenstände auf einem Bild nicht gleich-deutlich nebeneinander, staffelt sie auch nicht nach den Gesetzen der Perspektive in einer Ordnung des Vor und Zurück, sondern setzt einen Hauptgegenstand in die Mitte des Bildes, dem gegenüber alle übrigen Gegenstände, je weiter sie sich vom Hauptgegenstand entfernen, an Deutlichkeit verlieren. Dadurch entsteht ein natürlicher Jllickfang, von dem aus das Auge, welche Blickrichtung es auch immer einschlägt, immer in die .Unendlichkeit“ geführt wird. Werdegang Der Maler weiß hierzu ausführlich zu berichten: Von 1900 bis 1903 lernte er als Glasmaler. Ein Privatstipendium brachte ihn an die Berliner Akademie, wo er Studienköpfe und Akte arbeitete. Von 1907 bis 1909 lernte er an der Akademie in München und begann anschließend seine Laufbahn als freier Maler in Straßburg, wo er bis 1911 lebte. Hier erregte er durch seine erste Ausstellung allgemeines Aufsehen und wurde sogleich in den Straßburger Künstlerzirkel, in dem auch Rene Schickele und Otto Flake waren, aufgenommen. 1911 erhielt er den von Ernst Ludwig von Hessen ausgeschriebenen „Rompreis“ und studierte dafür in Paris (1911/12). Während dieser ganzen Zeit hatte Emil Brischle nach den herkömmlichen technischen Gesichtspunkten gemalt und verdankte seinen Erfolg ausschließlich seiner kühnen Stoffwahl. Er huldigte schon 1909 einem Verismus, dem eigentlich erst Kanoldt in den dreißiger Jahren einen bedeutsamen Ausdruck verlieh. Alle seihe Bilder von 1903 bis 1912 waren also nach den westlichen Raumgesetzen des Euklid gearbeitet, indem auf ihnen die augenfällige Illusion hinsichtlich der Breite, Höhe und Tiefe hervorgebracht war. Jetzt, 1912, entdeckte Emil Brischle aber in einer stillen Atelierstunde vor einem aufgebauten Stilleben, daß das gleichwertige Nebeneinander von mehreren Gegenständen auf einem Bild dem Betrachter in Wirklichkeit zumutet, seinen Blick fortwährend von einem Gegenstand zum andern schweifen und irren zu lassen. Er erkannte also für sich die Notwendigkeit, daß ein Bild nur einen Blickpunkt haben dürfe, und erdachte sich dafür die Bezeichming „Zentralpunkt“; die Komposition mit Zentralpunkt oder um denselben nannte er entsprechend „Zentralkomposition“. Zentralkomposition Wenn er nun ein Portrait zu malen hatte, so „drehte sich“ für ihn alles nur noch „um das betreffende Gesicht“. In der oben beschriebenen sommerlichen Wiesenlandschaft mit den zwei Wegen dreht sich in der Tat das ganze reiche Bild nur um jene Stelle, wo der breite Weg mit einem Knick hin er Gebüschen verschwindet. In der großartigen Darstellung eines Bienenhäuschens dreht sich die ganze Landschaft um ein Bienenhaus! Der Maler sagt dazu wörtlich: „Der genaue Vordergrund, der wenige genaue Mittelgrund und der verschwommene Hintergrund fallen für mich weg Es ist einzig und allein hoch das deutlich für mich, was ich gerade ansehe oder was der Betrachter auf jeden Fall ansehen soll. Ich kann nicht mehr Objekt neben Objekt setzen. Dieses neue Sehen von mir war bisher in der Kunstgeschichte des Westens noch nicht da. Dabei halte ich meine Einsicht selbst noch nicht für Kunst, sondern nur für einen Weg zu ihr. Innerhalb des Rahmens meiner relativen Sehweise versuche ich nun, x-beliebige künstlerische Themen zu bewältigen.“ Einerseits malte er auf diesem Wege ganz außergewöhnliche Stilleben, deren Anblick den Betrachter auf geheimnisvolle Weise erregt und beglückt; auch eine Landschaft gehört hierher, ein winziger Pflüger in einer Mulde zwischen zwei dunstverschleierten Bodenwellen — sie scheint an die Kunst Ostasiens zu erinnern. Andererseits befaßt sich der Maler mit der Verarbeitung von formalen Elementen: So komponiert. er aus den Rundungen eines Ofens, einer Pfanne, eines Tellers und einer Vase im Gegensatz zu den Ecken und Kanten eines Tisches, eines Hok- kers und eines Kastens ein Bild. Von 1914 bis heute Aus dem 1. Weltkrieg kehrte der Maler sehr deprimiert zurück und ließ sich für die nächsten Jahre in Badenweiler nieder. Da baute und lebte er mit Annette Kolb und Rene Schickele zusammen. Hier entwickelte er auch seine relative Zeichenweise, bei der nicht mehr die Linie, sondern der Fleck die Hauptrolle spielt. Seine Blätter waren und sind sehr geschätzt. Von 1928 an beschäftigte sich Brischle mit der Kirchenmalerei, in der er sich bald einen klingenden Namen in Baden machte. Von seinen zahlreichen Arbeiten seien vor allem die Ortenberger Kirche (1928/29) genannt und die katholische Pfarrkirche von Wehr bei Säckingen (1934). Der Ideen- und Farbenreichtum seiner Kirchengemälde machte ihn sehr gesucht. Heute schafft der kräftige Fünfundsechzig- jährige an seinem Alterswerk. In dem verschmitzten Gesicht scheinen sieh Resignation und Humor die Waage zu halten. Während der Kaufmann in diesem Künstler ein restloser Pessimist geworden ist, vertritt der Künstler sich selbst mit einem Optimismus, dessen Früchte erst in der Zukunft und wahrscheinlich sogar erst nach dem Tode seines leiblichen Herren gewürdigt werden. Ich nahm in dem Bewußtsein Abschied, eine unbezahlbare Belehrung erfahren zu haben, und hörte noch lange das Wort in meinen Ohren summen: „Ich kann halt nicht mehr anders sehen, es ist mir mit dem besten Willen nicht mehr möglich.“ A. W. Schneidermeister Egger hat sein seit 40 Jahren geführtes Maßgeschäft für Herren- u. Damengarderoben an Herrn Theodor Selter, Schnei» dermalster, der schon seit 1940 in leitender Stellung tätig ist, übergeben. Herr Egger führt die Geschäfte der Schneider-Einkaufsgenossenschaft e. G. m. b. H. weiter, Zu unserem Gerichtsbericht „Vater war Hehler des Sohnes“ bittet uns Herr Franz Nägel 1 , Zell-Weierbach/Riedle, Haus Nr. 19, festzustellen, daß er mit dem in unserem Bericht genannten „47 Jahre alten F. N. aus Zell- Weierbach" nicht identisch ist. i< Berichtigung: In der Darstellung des Einzelplanes „Schulwesens” des Haushaltsplanes, ist in der Aufgliederung der Ausgaben für das Oken- bezw. Grimmelshausengymnasium ein Fehler entstanden. Richtig muß es“ heißen: . . . das Oktzn- Gymnasium mit 6 500 DM (Rückgang der Schülerzahl) und das Grimmelshausen-Gymnasium mit 20 000 DM (Rückgang der Schulgeldeinnahmen um 3 000 DM, Mehraufwand für Gebäude unü Heizung 3 600 DM und für einmalige Ausgaben 12 800 DM). .. TANZ IN DEN MAIEN Bekannte Lokale laden ein zur gemütlichen Einkehr Br • u «r • I JockerstBohlibaeh empfiehlt über Sonntag und Maifeiertag gute Küdie - reelle Weine - ff Oualitäfsbiere Mai-Tanz Beginn 17 Uhr mit Verlän gei un g Es spielen die 6 Tanzrhythmiker Golling. V___/ r Saalbau Zell- Samstag, den 29. April ab 20 Uhr Riedle Weierbach Sonntag, den 30. April ab 17 Uhr MONTAG, den 1. Mai ab t7 Uhr Tan% mit Verlängerung Es spielt die Stimmungskapelle Bfelodf« Pendelverkehr ab 24 Uhr von Saalbau Riedle v. Ch. Becker, lei. 1427 J „Netel Drei Kflnlge “ Offenbun Sonntag, 30. April 1950, 20 Uhr Tanz-Abend Es spielen: Die 5 Spatien Gasthaus „Laubenlinde' OFFENBURG Montag, den 1. Mai 1950, ab IS Uhr „Friihlingskonzerf Es laden freundlichst ein Karl StraBburgar u. Frau r Zauberflöfe Offenburg Sonntag, den 30. April 1950, ab 20 Uhr Montag, den 1. Mai, ab 19 Uhr Tanz v. Es spielt die Tanz- und Stimmungskapelle Swing Stars Deutscher Gewerkschaftsbund KREISAUSSCHUSS OFFENBURG 18 9 0 ] l.Mai Lu 5 O | Ruf dar Gewerkschaften an dia Bevölkerung Offenburgs und Umgebung zur Maikundgebung am 1. Mai 1950. Programm: Vormittags von 9 bis 10 Uhr Platzkonzert (Rathausplatz) ausgeiührt von der Betriebskapelle Burda 10.00 Uhr: Kundgebung Es spricht Philipp Martzloff, Präsident der Direktion Arbeit, Freiburg. Ab i9.oo uhr: Unterhaltungsabend mit Tanz im.Dreikönigsaal.* Mit wirkende: Truppe Wernet und die Schwarzwälder Nachtigallen > i Freiburg, sowie der Männerchor des RAW, Ottenburg, Eintritt OM -.50, Tanz frei. Römischer Kaiser Rammersweier Morgen Sonntag ab 20 Uhr Tanzabend Es spielen die Herzbuben Montag, den 1. Mai ab 16 Uhr gPOßOP Maitanz! Es spielt die Musikkapelle Rammersweier. „ Ochsen“ Ortenberg S Montag, den 1. Mai 1950, ab 4 Uhr Qioßei Mablanz mit Verlängerung Es spiel e ■ die 5 Spatzen 's. „Baren“ Oberharmersbach, r-i.,, Zu unserem am Montag, dem l.Mai 1950, abends 8 Uhr stattfindenden „Frühlingsfest mit Tanz" laden wir herz liehst ein Eintritt: 1-DM AUBUST LAY Römischer Kaiser Offenburg 1. Mai ab 8 Uhr TANZ Es spielen die bekannten Herzbuben Gasthaus zum Löwen, Waltersweier Sonntag, den 30. April 1950 Tanzveranstaltung mit Verlängerung. « Beginn 19 Uhr Es spielen die „Kometen* Gasthaus zur Blume Schnellingen ab 15 Uhr Haitanz Es ladet freundlichst ein Familie Wilhelm Moser Es spielt die Kapelle Klauser Samstag, SS. April 1950 A OffeBbvrxer Tageblatt Nr. 51 — Seite 11 Die Wallfahrtskirche Weingarten Wallfahrer pilgern zum Patroziniumsfest am 1. Mat nach Weingarten Grundsteinlegung in Fessenbach Was alles mit der Kassette in den Winzerkeller eingemauert wird Grundsteinlegungen pflegen im allgemeinen der Anfang eines neuen Bauwerks zu sein. In Fessenbach ist bereits bis zur Ebene des Bodens das Fundament ausgemauert, und erst jetzt wird der Grundstein gelegt, in dem sich, eine neue Kupferkasette mit Urkunden, Satzung, Gemeindeprotokollen und anderem befinden wird. Außerdem wird in den Grundstein eingemauert eine Flasche des vorzüglichen 1949er Ruländers, der über 100 Grad Mostgewicht hatte, und eine Flasche Kirschwasser. Wenn einmal aus irgend einem Grunde das Mauerwerk wieder geöffnet wird, hat der Ruländer seine Blume verloren, aber das Kirschwasser wird mit höchstem Genuß verkostet werden. Denn infolge seines hohen Alkoholgehalts wird es von Jahr zu Jahr besser. Die Winzergenossenschaft Fessenbach ist am 15. 1. 1930 von 11 Winzern gegründet worden und Weingutsbesitzer Josef Renner vom Schuckshof war ihr erster Vorstand. Heute zählt sie 82 Genossen und hat 95 Prozent der Winzer in sich vereinigt. Eine der Urkunden der Kasette zeigt, warum 1930 eine Winzergenossenschaft in Fessenbach ins Leben gerufen worden ist. Es waren die schlechten Verhältnisse von 1929, wo es für einen ausgezeichneten Wein nur wenig Geld gegeben hdt ln einer zweiten künstlerisch von Heinrich Ruckenbrod geschaffenen Urkunde wird der Bedeutung des Tages der Grundsteinlegung gedacht. Zeitgenössisches Liedgut Ortenbergs Sänger veranstalten ein Chor-Konzert Ortenberg (re). Unter dem Titel „Heimkehr im Abend“ veranstaltet der Sängerbund Ortenberg in Verbindung mit dem Volksliederchor am Sonntag, äü. April, 20 Uhr, im Saale der Brauerei Harter ein Konzert mit Werken zeitgenössischer Komponisten für gemischten Chor und Mannerchor. Im Vordergrund steht ein Abendliederzyklus des in Südamerika geborenen und gegenwärtig in Ueberlingen lebenden Komponisten Christian Lahusen. Der Verein hat hiermit die nicht ganz leichte Aufgabe übernommen, der breiten Oeffentlichkeit einen kleinen Einblick in das zeitgenössische Chorschaffen zu geben. Neben aller Voreingenommenheit mancher Kreise gegenüber der modernen Musikliteratur kann gesagt werden, daß dieses Programm auch dem letzten Musikfreund ohne weiteres leicht verständlich ist. Lahusen ist einer der zeitgenössischen Tondichter, dessen Liedsätze einen echten, voljcs- liedhaften Charakter tragen und in Wort und Ton eine untrennbare, künstlerische Einheit darstellen. Einen besonderen Kunstgenuß ver- spridit uns der Solist, des Abends, Franz Braun, Tenor, Offenburg, begleitet von Frl. Gabriele Rudigier. Mit ausgewählten Liedern von Bach, Mozart, Beethoven und Schumann, die sich inhaltsmäßig vortrefflich in den Gesamtrahmen des Programms einfügen, wird er die Hörer erfreuen. Der Besuch des Konzerts kann allen Musikfreunden nur bestens empfohlen werden. Ortenberg, (s) Frau Louis Harter Witwe, Anna geh. Tschann, Brauerei Harter hier, feierte am 28. April ihren. 70. Geburtstag. Auch die Gemeindeverwaltung Fessenbach steuerte aus dem neuerlichen Gemeindeleben verschiedenes dokumentarisches Material bei. Ist doch jetzt gerade die neue Wasserleitung geschaffen worden, die die Wasserkalamität Fessenbachs beendigte. Wichtig ist auch die Feststellung, daß 1934 der eingelagerte Wein 600 hl gemischter Bergwein, 200 hl Sylvaner, Klingelberger, Ruländer und Burgunder war, während 1949 nur 100 hl Bergwein, 200 hl Ruländer, 150 hl Weißherbst in den Winzerkeller kamen. Die Sortenmenge hat sich also mächtig verschoben. Der Qualitätsweinbau ist aus diesen Zahlen in seinem Erfolg deutlich ersichtlich. Auch die Absatzverhältnisse des Weines in den 20 Jahren der Winzergenossenschaft Fessenbach sind in den Urkunden festgehalten, wie auch festgestellt ist, daß bei hervorragender Qualität das Jahr 1949 nur einen knappen Viertelherbst zu verzeichnen hat. Seit 1939 ist anstelle des verstorbenen Anton Kiefer der bisherige zweite Vorstand Bartholomäus Leitermann Geschäftsführer. Unter seiner tatkräftigen Leitung hat sich die Winzergenossenschaft Fessenbach immer besser entwickelt und es konnte unter ihm auch das große Werk der Erbauung dieses geräumigen, mit allen modernen Einrichtungen versehenen WinzerkeUers ganz in der Nähe des bisherigen, im Schulhaus gelegenen, in Angriff genommen und durchgeführt werden. Rammersweier (re). Gipser und Stukkateur Josef Schlenker legte dieser Tage vor der Handwerkskammer Heilbronn, wo er die Gipser- und Stukkateur-Meisterschule besuchte, mit einem außerordentlich guten Ergebnis die Meisterprüfung ab. Zu diesem Erfolg beglückwünschen wir den jungen strebsamen Meister, der von Fischbach bei Villin- gen stammt und hier mit einer Bürgerstochterverheiratet ist. Rammersweier, (b) Wie in der letzten Ausgabe des Offenburger Tageblatt erwähnt wurde, findet am Montag, dem 1. Mai das Patroziniumsfest* unserer Pfarrei statt. Unser Dorf, das als herrlicher Ausflugsort bekannt ist, wird an diesem Festtag die Gäste voll befriedigen, ln den Lokalen beginnt um 16 Uhr der große Maitanz. ' Kirchenbau von Rammersweier Rammersweier. Der Kirchenbau von Rammersweier wurde, wie bereits gemeldet, durch die Zuteilung von 10 Tannen für Bauholz von der Gemeindeverwaltung tatkräftig unterstützt. Die Spende wurde mit herzlichem Dank entgegengenommen. Dadurch erhält unser Kirchenbau einen wesentlichen Auftrieb. 75 Jahre „Liederkranz" Schutterwald Die Vorbereitungen zum Jubiläumsfest in vollem Gange Mütterberatungsstunden Das Staatl. Gesundheitsamt Offenburg hält im Monat Mai 1950 in nachstehenden Gemeinden die Mütterberatungsstunden wie folgt ab: Berghaupten: 26. Mai, 15 Uhr, im Rathaus; Duibach: 15. Mai, 14 Uhr, im Rathaus; Gengienbach: 17. Mai, 15 Uhr, im Rathaus; Hofweier: 3. Mai, 13.3T Uhr, im Schulhaus; Oedsbach: 11. Mai, 14 Uhr, im Rathaus; Ohlsbach: 23. Mai, 14 Uhr, im Rathaus; Ortenberg: 10. Mai, 15 Uhr, im Schulhaus; Rammersweier: 24. Mai, 14 Uhr, Schulhaus; Reichenbach: 24. Mai, 15 Uhr, im Schulhaus; Tiergarten: 26. Mai, 14 Uhr, im Rathaus; Ulm: 25. Mai, 13 Uhr, im Rathaus; "Weier: 4. Mai, 14 Uhr, im Rathaus; ZeU-Weierbach: 10. Mai, 14 Uhr, im Rathaus; Zunsweier: 25. Mai, 15 Uhr, im alten Schul- haus. Wiedersehen der „Fünfziger" Durbach. (I). Das Treffen der Fünfzigjährigen wurde diesmal besonders effektvoll gefeiert, da es sich um die 1900 geborenen Dur- badier Söhne und Töchter handelte. Unter der Leitung von Georg Lauinger und Baptist Schwab, trafen sich die Schulkameraden schon in den Nachmittagsstunden im Saale des „Eintracht-Gasthauses“. An dieser Feier nahm auch die hiesige Musikkapelle geschlossen teil. Die Begrüßungsansprache hielt Georg Lauinger, des weiteren hielten Ansprachen Pfarrer Lehn; der als Gast seiner ehemaligen Schüler gerne der Einladung Folge geleistet hatte. Auch auswärts wohnende Schulkameraden ergriffen das Wort und alte Jugenderinnerungen wurden aufgefrischt. Es war eine festlich-fröhliche Zusammenkunft, umrahmt von passenden Musikstücken und humorvollen Reden, die den Tag und den Abend verschönten. Für den Montag-Morgen war ein Seelenamt für verstorbene und gefallene Kameraden festgelegt worden, an dem wiederum das Musikkorps zur Verfügung stand. Nach der kirchlichen Gedenkfeier, ging es wieder ins Stammlokal zurück zu gemütlichem Beisammensein. Zum Abschied wurde noch eine fotographische Aufnahme gemacht, als Erinnerung an schön verlebte Stunden in der Heimat. * : Durbach. <1) Am Sonntag findet im ^Liriden- saale“ um 20.00 Uhr das erste Frühjahrskonxert des hiesigen Mannergesangvereins statt, unter Mitwirkung der Oberklassen der Volksschule Durbach. Die Leitung hat Chormeister Oberlehrer Fischer. D’e h'esigd Einwohnerschaft ist herzlich willkommen! Ständchen Durbacb. (m). Der Mannergesangverein Durbach brachte am vergangenen Freitag seinem aktiven Mitglied Eugen Lurk vom Hespen- grund anläßlich seiner Vermählung einStänd- c' ■ - ■ * c’e-n z. Z. erkrankten Friseurmeister Franz Bor ho aus der Steingiasse .ein ebenfalls schönes Solo zu Teil. Borho ist eines der ältesten aktiven Mitglieder des Männergesangvereines und ward auf seinem Krankenlager gerührt von dem Besuch seiner Sängerkameraden. Zell-Weierbach, (x). Der Turn- und Sportverein ist zur /■»It dabei, seinen S^ort* 'atz am Wald, im Riedle, - instandzusetzen, und brauchbar zu machen. Die Arbeiten werden auf dem Wege der Freiwilligkeit durchgeführt. Wenn der Wanderer die Ihlenfeldkaserne in Offenburg hinter sich gelassen hat und Zell- Weierbach zuschreitet, kommt er bald an der kleinen Kirche von Weingarten vorbei. Von dichten Bäumen umringt steht die Kirche rechts von der Straße am Fuße einer kleinen Anhöhe, „Schlößle“ genannt. Hier soll’, vor Zeiten ein Römerturm gestanden haben, an dessen Fuß der Campus (Friedhof) lag. Der Platz heißt heute noch „Schelmenwinkel“. Daselbst wurde auch eine Münze mit dem Bilde des Kaisers Nero (54—68 n. Chr.) gefunden. Die ersten Glaubensboten, die damals durch die Fluren der Ortenau zogen, um dem Volke zu predigen, wandelten diesen Römerturm zu einer christlichen Kapelle um. Diese Kapelle aber wurde durch einen Blitzstrahl zerstört. Die Bewohner, die in der Umgegend wohnten, beschlossen nun wieder eine Kapelle zu bauen. Diese sollte aber nicht mehr auf dem alten Platz erstellt werden, sondern auf der kleinen Anhöhe gegenüber dem jetzigen Pfarrhaus. Die Legende berichtet uns darüber, daß das Baumaterial mehrere Morgen hintereinander auf dem Platze lag, auf dem die alte Kapelle stand. Ein Baugeselle, der bei dem Bauholz Wache hielt, wurde am anderen Morgen tot aufgefunden. Das Holz lag aber wiederholt an dem Platze, auf dem das heutige Kirchlein steht, und mitten darin lag frischgefallener Schnee, obwohl es im Hochsommer war. Daher auch der Name „Maria Schnee“. Diesen Vorfall betrachteten unsere Voreltern als ein Zeichen des Himmels und man ging sofort an den Bau der Kirche. Sie wurde der „schmerzhaften Mutter“ geweiht, und da die Anhöhe damals ganz mit Reben bepflanzt war, nannte man die Kirche: „Weingarten unserer lieben Frau Maria Schmerz“ oder „Maria Schnee“. Es ist urkundlich nachgewiesen, daß die Wallfahrtskirche im Jahre 1396 von dem Bischof Wilhelm, einem Grafen von Dietsch, eingeweiht und von der umwohnenden Bevölkerung viel besucht wurde. Nachdem 1481 der Chor errichtet und die Kirche vergrößert worden war, wurde sie im Jahre 1525 bis auf den Grund verwüstet. Das abermals neuerhaute Gotteshaus wurde wiederum am 3. Juni 1631 durch einen Blitz zerstört. Die neue Kirche wurde erst im Jahre 1663 erbaut, da das nötige Geld fehlte. 1690 wurde nun der jetzige Chor renoviert und das Langhaus 1727 vollendet Die Stühle, die der Schreiner Jakob Karg von Griesheim kunstvoll geschnitzt hatte, wurden im Chor aufgestellt. Bei der Besetzung 1796 wurde die Kirche ausgeplündert und teilweise zerstört. Aber nach dem Abzug der feindlichen Mächte wieder renoviert. Anno 1787 wurde die Kirche als Pfarrkirche erklärt. 1876 sind die schon lange dringend gewordenen Erweiterungsarbeiten vorgenommen worden. Am 13. Oktober 1878 wurde die erweiterte Kirche vom Bischof Lothar von Kü- bes konsekriert. Die jetzige Sakristei bildet d^s älteste ursprüngliche Wallfahrtskirchlein. Das Gnadenbild der „Schmerzhaften Mutter von Weingarten“ ist ein Kunstwerk vom Ueber- gang der Früh- zur Spätgotik aus dem Jahre 1350. Das Bild ist nun am Hochaltar der Wallfahrtskirche angebracht, wo es den andächtigen Besuchern mütterlich, mahnend und tröstend zuruft. Schutterwald, (is) Vor 75 Jahren war es, als acht singfreudige Männer sich zusammentaten um zur besseren Pflege des Liedes einen Verein zu bilden, den „Männergesangverein Liederkranz Schutterwald“. Der junge Verein mit seiner strebsamen Sängerschar hat nach Ueber- windung mancherlei Schwierigkeiten im Laufe der Jahre sich zu einem achtunggebietenden Verein emporgearbeitet, und bei einer Anzahl von Sängerwettstreiten u. a. auch mit beachtlichen Stadtvereinen um die Siegespalme gerungen und dabei höchste Preise erhalten, die immer wieder neuen Ansporn zu neuem Schaffen gaben. Der zweite Weltkrieg legte infolge der Einberufungen zum Heeresdienst wie allerorts auch hier die Sängertätig- keit lahm. Nach Kriegsende wurde der Verein im November 1946 unter dem alten Namen neu gebildet. Bei der Neuwahl wurde der rührige und verdiente alte 1. Vorstand Franz Beathalter, wiedergewählt. Mit bangem Hoffen sah man in die Zukunft, und der Wiederaufbau des Vereins war keine leichte Arbeit, denn die Mehrzahl der bisherigen Sänger ist aus dem großen Völkerringen nicht wieder zurückgekehrt. Allein die Werbetrommel des rührigen Vorstandes im Verein des neu gewonnenen genialen Chormeisters, Hauptlehrer Braunstein, brachte den Verein wieder in die Höhe, sodaß der Chor heute schon wieder etwa 100 meist junge Sänger zählt Im Laufe dieses Frühsommers wird nun der Liederkranz sein 75-jähriges Bestehen unter Berücksichtigung der Zeitumstände mit einer würdigen Feier begehen. Die Vorbereitungen sind schon im vollen Gange und die bewährte Vereinsleitung bürgt für ein gutes Gelingen des Jubelfestes. Eine Anzahl auswärtiger Gesangvereine haben heute schon ihr Erscheinen zugesagt, um zur Verschönerung der Jubelfeier des festgebenden Vereins auch ihr Scherflein beizutragen. Empfang des neuen Pfarrers Oberschopfheim, (s) Als am Donnerstag gegen 15 Uhr die Kirchenglocken ertönten, bedeutete dies für die Gemeinde, daß nun Pfarrer E n g 1 e r t seine Reise nach der neuen Wirkungsstätte antrat. Die zahlreich erschienene Bevölkerung war sichtlich ergriffen, als Pfarrer Englert unter dem Geläute aller Kirchenglocken vor der Kirche mit Bürgermeister Beiser und seinen Angehörigen das Auto bestieg. Manch Mienenspial verriet, wie ungern man ihn scheiden sah. Zu gleicher Zeit traf man aber Vorbereitungen zum Empfang des neuen Pfarrers, der um 16 Uhr unter dem Geläute der Kirchenglocken, in Begleitung des Bürgermeisters vor der Kirche eintraf. Pfarrer Gr önert begrüßte die Kirchenräte. Nach einigen Worten der Begrüßung durch Bürgermeister Beiser begab sich Pfarrer Grönert in die Kirche. In einer Ansprache an die Gläubigen dankte er besonders Bürgermeister Beiser für seine Willkommensgrüße und der Bevölkerung für den überaus herzlichen Empfang. Er hob besonders hervor, daß ihm die Gemeinde nicht unbekannt sei, da hier seit vielen Jahren ein gutes Einvernehmen zwischen der Bevölkerung und den Seelsorgern bestanden hätte. In besonders eindringlicher Weise betonte er, daß auch er bemüht sein werde, alles nur Mögliche zu tun, um recht bald ein gutes Einvernehmen zustande zu bringen. Nach Schluß seiner aufmerksam verfolgten Ausführungen erteilte er den Segen. Wir wünschen dem neuen Pfarrherm für seine Tätigkeit in unserer Gemeinde Gottes Segen. Diersburg, (s) Am Sonntag wurde Herr Georg Harter 77 Jahre alt. Der sehr geschätzte Jubilar war lange Jahre Teilhaber der Firma Gehr. Harter, Sägewerk und Holzhandlung, dessen jetziger Besitzer Erich Harter noch im Osten vermißt ist. Den Betrieb leitet ein Schwager des Vermißten, Dr. Alfons Kempf. Die „Vierziger" trafen sich fh.l Am letztem Sonntag "feierten die 40-Jährigen in froher Gemeinschaft ihren Gebuitstag. • w*ien elle. Frauen und die Männer der Einladung zu diesem Fest gefolgt, denn es ist schon lange her, daß sich dieser Jahrgang zu einem kameradschaftlichen' Beisammensein getroffen hat. Fröhliche Lieder erklangen und Geschichten aus der vergangenen seligen Jugendzeit wurden zum besten gegeben, so daß diese Geburtstagsfeier jedem der Jubilare noch viele Jahre in Erinnerung sein wird. * Auch die 20-Jährigen ließen es sich nicht neuincii, geu-iU ii-ui *.u luuu^.a: ,,Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen!“ Sie waren ebenfalls beisammen und feierten ihren Geburtstag. Hofweier, (h) Am Donnerstag fand die Impfnachschau der Kleinen und der 12-jährigen Schüler durch den Amtsarzt statt. Geburtstagskinder in Schutterwald Schutterwald (j). In den ersten Tagen, des Wonnemonat, begehen folgende Einwohner ihren Geburtstag: Am 1. Mai Jakob Hof» s t e 11 e r, Ritterstraße, 77 Jahre. Trotz schwerer Schicksalsschläge hat er stets einen goldenen Humor und spielt am Sonntag auch noch gern sein „Zego“. Auch ist er noch unermüdlich in Feld und Hof tätig. Weiterhin wird am 1. Mai Rosina Kempf Witwe, geh. Tischer 70 Jahre alt. „Tischer, Guste Rosia“ wie sie genannt wird ist dank ihrer Hilfsbereitschaft und ihres freundlichen Wesens überall beliebt. In Langhurst wird am 1. Mai Katharina Lipps geh. Siefritz 71 Jahre alt. Am2.Mai wird Maurermeister Franz Ritter 73 Jahre alt. Mit Katharina Oßwald Witwe ist am 5. Mai eine 77Jährige zu verzeichnen. Am 7. Mai wird Frau Anna Kempf Witwe, verwitwete Lipps geh. Röder 74 Jahre alt. Die Schutterwälderhofwirtin stammt aus Oberschopfheim. Obwohl sie in den letzten Jahren schweres Leid ertragen mußte (eine Tochter starb als Zivilgefangene und ebenso stärb ihr Sohn allzufrüh) ist ihr Lebensmut ungebrochen. „Sehr gut“ Schutterwald, (b) Vor der Handwerkskammer in Passau legte der hiesige Gastwirtssohn Otmar Kempf die Meisterprüfung* im Metzger- handwerk mit der Note „sehr gut“ ab. Wir gratulieren! Aus dem Gemeinderat Zunsweier, (w) Die Gemeinde hat sich mit einem großen Betrag am Bau der Bund,;s,Dahn- Brücke über die Kinzig beteiligt. — Der unter dem 16. März 1950 aufgestellte Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1950/51 wurde genehmigt. Die Hebesätze der Grundsteuer sind dieselben wie im Vorjahr. Die Baudarlehen für die Siedlergruppe „Neue Heimat“ wurden für zehn Siedler mit je 6000 DM genehmigt. Nr. 51 — Seite 12 A Offenburger Tageblatt 65 Jahre „Frohsinn" Oberharmersbach Eine Gedenkfeier mit großem Programm Oberhannersbach, (m). Am Sonntagnadi- mittag veranstaltet der Gesangverein „Frohsinn eine Gedenkfeier seines 65jährigen Bestehens mit einem auserlesenen Konzert im Gasthaus „Zur Linde“. — Josef H u g und Ka- rolina B a u m a n n schlossen den Bund der Ehe. Die kirchliche Trauung fand in der hiesigen Pfarrkirche, die weltliche Feier im Gasthaus „Zur Stube“ nach altem Brauch, statt. — Die Kolpingsfamilie führte am Sonntagabend das Charakterstück „Der Herrgottswinkel“ im Gasthaus „Zur Sonne“ wiederholt mit gutem Erfolg auf. Oberkarmersbach. (m.) Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Erbauzins für das an Schreiner Georg Herrmann abgetretene Grundstück festgesetzt. — Für vier Bauinteressenten, die um Gewährung eines Baudarlehens bei der Badischen Landeskreditanstalt nachgesucht haben, • wurde die gesetzliche Haftung für den der Landeskreditanstalt etwa entstehenden Ausfall übernommen. — Die Landesforstverwaltung bezeichnet es als notwendig, die als Haumeister eingesetzten Holzhaueruntemehmer weiter auszubilden und diese zu einem Lehrgang in die Waldarbeiterschule „Hollhof“, Forstbezirk Gengenbach, einzuberufen. Der Gemeinderat ist jedoch der Ansicht, daß alle, im Gemeindewald beschäftigten Holzhauer infolge ihrer mindest 20—30jährigen Erfahrung über ausreichende Kenntnisse im Holzhauen verfügen und die Anmeldungen für den Lehrgang nicht für erforderlich erachten. —Einer Ehefrau mit zwei Kindern wurde eine Wohnung zugewiesen. — Einem Antrag auf Erteilung der Niederlassungsgenehmigung wurde unter der Bedingung entsprochen, daß die Anrechnung auf das Flüchtlingskontingent erfolgt u. keine weiteren Familienangehörigen 1 rachfolgen. — Ein auswärtiges Zementwarengeschäft erhielt den Zuschlag für die Lieferung von zirka 90 laufenden Meter Zementrohre zu dem abgegebenen Angebot. — Das Liefern und Verlegen der Steinzeugplatten und die Erstellung der Schüttsteine im ausgebauten Dachgeschoß des Schulhauses Hub wurde einem hiesigen Handwerker übertragen. — Die Erstellung der gärtnerischen Anlagen beim neuerrichteten Schwimmbad wird einer Offenburger Firma übertragen. Rotkreuz-Versammlung im „RöSle“ Unterharmersbach (1.) Vergangenen Sonntag hielt der Ortsverein vom Roten Kreuz im Gasthaus „Zum Rößle“ seine ordentliche Generalversammlung. Einen besonderen Willkommensgruß entbot der bisherige Vorsitzende J. Hiß dem Kreissekretär Paoli sowie anderen Herren aus Wolfach. In geheimer Wahl wurde Bürgermeister Benz zum neuen ersten Vorsitzenden und Franz Wisser als Kassier und Schriftführer, sowie Frau Lehmann (Röß- lebrück) als weibliche Vorsitzende gewählt. Kreissekretär Paoli überbrachte Grüße des Herrn Landrats und wies in überzeugender Rede auf Bedeutung und Wichtigkeit des Roten Kreuzes hin. Sportfest — ein Volksfest Nordrach. In . sportlicher wie in gesellschaftlicher Hinsicht soll dieses Fest alle bisherigen übertreffen. Wird es auf der einen Seite zu einem nationalen Leichtathletentreffen, so auf der anderen ein wahres Volksfest. Nach den sportlichen Veranstaltungen am Vormittag und Nachmittag beginnt um 1 .00 Uhr der gesellige Teil. In allen Gasthäusern wird zum Tanz aufgespielt und die Nordracher Musikkapelle wird die Besucher des Festes mit einem nächtlichen Promenaden-Konzert im Kurpark erfreuen, während vor dem • Schulhaus ein großes Feuerwerk gegen den Himmel steigt. Neben den vielen Preisen für die Sieger und Teilnehmer an den einzelnen Sport- Disziplinen wird eme «große T'-nbola bereit- gehalten, so u. a. ein Küchenbüfett, ein Radio und ein Markenfahrrad. Natürlich werden auch Nordrachs bekannte Gaststätten alles aufbieten, um ihre Gäste zufriedenzustellen. Nerdrach. (s.) Die Betriebswahl der Waldarbeiter im Staatswald, fand am Sonntag auf dem hies’wen Rat v •> • st-*t. u”t p - i V des Oberförsters Rüßl@> Aus der Wahl gingen hervor: Dreher Oiu, Bn-isuun K. . i.cviar- förster Weiß, Beschert Willy und Ficht Otto. Die Wahlbeteiligung war eine sehr rege. Zell a. H. berichtet Zell a. H. (s.) Wie erwartet, wies das große Konzert der „Harmonika-Freunde“ Zell a. H. am Sonntagabend im Hotel „Hirsch“ einen sehr zahlreichen Besuch aus allen Schichten der Bevölkerung auf. Der 1. Vorstand Dr. Krämer, gab in herzlichen Begrüßungsworten seiner Freude hierüber Ausdruck und wies darauf hin, daß die Harmonika nicht die anderen alten Instrumente verdrängen wolle, daß sie aber vor allem geeignet sei, besonders in der Jugend wieder die altbekannten Volkslieder und - weisen aufleben zu lassen. Turner wollen Leichtathletik treiben Gengenbach, (a) Der Turnverein 1899 Gengenbach hielt seit der Neugründung seine erste Mitgliederversammlung ab. Im Vordergrund stand die Organisation der ihm zur Durchführung übertragenen Badischen Jugendmeisterschaften im Geräteturnen. Für das Sommerprogramm wurden Leichtathletik und Turnspiele aufgenommen. — Die Turnerinnen brachten den dringenden Wunsch vor, Handball zu spielen. Es bleibt abzuwarten, ob die Begeisterung stark genug ist, ein regelmäßiges Training und ggf. Spiele durchzuführen. < Samstag, 29. April 1959 ' Diesmal waren es keine Buhen Elgersweie r (a). Gar oft schon hat man bösen Buben verbieten müssen, Vogelnester auszunehmen und zu zerstören. Trotzdem lag gestern morgen ein Elsternest unter einem Tannenbaum im Dorfausgang gegen Zunsweier auf dem Straßenrand. Diesmal aber war der Sturm der Bösewicht/Offenbar waren die Vögel bei der Auswahl des Bauplatzes nicht vorsichtig genug. Die Tanne ist auf ihrem Standpunkt außerordentlich dem Sturm ausgesetzt und hat so zum Unglück eines glücklichen Vo- • “ rcben be ! Betragen. Das Nes". ist dreiteilig, hat einen starken Unterbau mit soviel Reisig gezimmert, daß man damit ein gutes Herdfeuer anfachen kann. Der Mittelbau ist aus Erde gemauert, ähnlich einem Schwalbennest, nur oben offen. Das eigentliche Nestchen ist mit Haaren ausgebettet. Im Nest lagen 8 Eier. Die Elster ist im allgemeinen nicht beliebt, weil sie gerne Eier von Singvögeln aufsucht und verzehrt, daher hat der Sturm diesmal einen guten Dienst geleistet. Auf alle Fälle wird nun auch mit Gengenbachs Turnern auf leichtathletischem Gebiet zu rechnen sein. Reichenbach, (az) Die Rektoren des Schulkreises Heidelberg versammelten sich in der ersten Woche des April im Kreisschulamt Heidelberg, um mit Herrn Schulrat Mühlherr, der durch seine langjährige Tätigkeit als Hauptlehrer an der hiesigen Volksschule uns Reichenbachern noch in angenehmer Erinnerung steht, dessen 40jähriges Dienstjubiläum zu begehen. In einer kurzen Ansprache wurden die Verdienste dieses bewährten Schulmanns herausgestellt. Der Präsident des Landesbezirks Baden, Abt. Kultus, übersandte eine Ehrenurkunde für treu geleistete Arbeit. Mit dem allseitigen Wunsch, daß es dem Jubilar vergönnt sein möge, noch lange im Kreise seiner Kollegen zum Segen der Schule zu wirken, klang die eindrucksvolle Feier aus. GloÄemveihe in Ghlsvneh Wer vom Hohen Horn zur Brandeck wandert, der sieht dp und dort an dem aussichtsreichen Wanderpfad Grenzsteine stehen, die einerseits in Hochplastik den Adler mit dem Palm und anderseits eine Kirche tragen. Ersteres Wappenbild sagt uns, daß bis zu dieser Markungsgrenze einmal die Jurisdiktion (Gerichtsbarkeit) der ehemaligen freien Reichsstadt Gengenbach reichte, mithin die Gemeinde Ohlsbach Ein Bestandteil dieses kleinen Stadtstaates war. Der Eintritt in den Stadtverband soll im Jahre 1402 erfolgt sein und endete mit seiner Auflösung im Jahre 1803. Länger als die politische Gebundenheit an die benachbarte Stadtgemeinde, dauerte die Zugehörigkeit zur Kirchspielgemeinde. Die Gläubigen, die dem Gottesdienste beiwohnen wollten, mußten die Leutkirche in Gengenbach aufsuchen. Zu Gebetsverrichtungen ist aber im Ort eine Kapelle gestanden. Die erste wurde im Jahre 1518 erbaut und im Dreißigjährigen Krieg zerstört. So berichten die Akten! Die Glocke soll aber — so berichtet das Volk —durch Vergrabung auf dem Grün gerettet worden sein. Im Jahre 1763 wurde um Erbauung« einer neuen Kapelle beim Bischof von Straßburg nachgesucht. Wo sie .stand, wann sie verschwand, konnte noch nicht einwandfrei enträtselt werden. Doch im Raume des heutigen Gewannes „Kapelle“ muß sie gestanden sein. Das Hochziel der Ohlsbacher stand aber nach eigener Kirche und eigener Pfarrei. Der entscheidende Schritt wurde am 25. 8. 1842 unternommen, als unter dem Vorsitz von Bürgermeister Bau die Gemeindeverwaltung mit großer Mehrheit beschloß, sich von der Pfarr- genossenschaft Gengenbach zu trennen und eine eigene Pfarrkirche zu erbauen. Dieses Ziel zu erreichen war nicht leicht, denn nicht nur die Mittel für den Kirchenbau und seine Einrichtungen, auch für ein Pfarrhaus und für einen Kirchenfond mußte Geld beschafft werden. Im Jahre 1879 wurde mit dem .Kirchenbau begonnen. Die ersten Glocken wurden am 6. Januar 1881 geweiht. Das Geläute bestand aus vier Glocken und stammte aus der Glockengießerei Grüninger-Söhne, Villineen. Drei derselben mußten im ersten Weltkrieg als Rohstoffreserve ihren Platz auf dem Glöckenstuhle mit dem Schmelzofen vertauschen. Nur geweiht zu Friedensklängen wurde ihr kostbares Material in den Dienst des Mörderischen gestellt. Nur die Schutzengelglocke, im Jahre 1904 als Ersatz für eine beschädigte Glocke neu gegossen, überdauerte die Zeitenläufte bis heute. Als wieder Mittel für die 2. Glockenserie bereitgestellt waren, bekam die Glockengießerei Bachert in Karlsruhe den Auftrag, das neue Geläute zu gießen. Die Weihe erfolgte im Dezember 1921 im Anschluß an eine große Volksmission. Ein Trauertag für die Gemeinde war der 8. Jajiuar* 1942, denn an diesem Tage wurde auch dieses melodische und so beliebte Geläute seinem Zwecke entrissen. Ihm war das Schicksal des Vorgängers beschieden. Acht lange Jahre rief nun ein Glöcklein zur Kirche, kündete viel Leid und wenig Freud! Jetzt sind seine Kameraden angekommen. Sie stammen aus der Glockengießerei Brilon in Westfalen. Die Glocken haben die Tonstufen e, gis, fis (h ist der Ton der erhalten gebliebenen Glocke) und wiegen 1110, 740 und 540 kg. Die drei neuen Glocken (Dreifaltigkeit-, Maria-, Josef sgl-x-ke) werden am Sonntag, 15 Uhr. von Dekan Augen stein geweiht. Dank der Opferfreudigkeit der Einwohnerschaft konnte ein Großteil der benötigten Mittel für die Glockenbeschaffüng aufgebracht werden. Besonderer Erwähnung bedarf aber die edle Tat eines hiesigen Industrieunternehmens, das eine Glocke stiftete. Bald wird nun das melodische Geläute die eherne Stimme erschallen lassen; zur Kirche rufen und zum Gebete mahnen. Mit dem Dichter aber wollen wir ausrufen: Freude dieser Stadt bedeute, Friede sei ihr erst Geläute. -ei- r -\ Die Gemeinde Ohlsbach ladet Sie ein zum Fest der GlOCk©IlW6lll6 / am Sonntag, dem 30. April 1950 J Franz Xaver Imhof Zimmergesdiäft und Treppenbau Ohlsbach, Telefon Gengenbadi 315 Das neue Geläute über führte Ohlsbach, Telefon Gengenhadi 349 Albert Pfa/f Gasthaus Robstock Pension Zur Glockenweihe Musik t. Mut Konserl Gut bürgerliche Küche — gepflegte Weine Beste übernachtungsmögllchkeit Es ladet ein Familie Sehilzla Telefon Gengenbach 298 Photo: Walter Grimm. Die Dorfkirdie in Ohlsbach J Bau- und Möbelmehreinerei MöbeUtandiung HttbeP Ohlsbach, Hauptstraße 217 Schneider und Haslberger Ohlsbach, Telefon Gengenbach 373 (Langholztransporte) Bledinerei und Installationsgesdjäft Herde • Dien • Betonwasditasei • Räudiendiränkt Alfons Meliert Ohlsbach V Samstag, 29. April 1950 A Offenbarter Tageblatt Nr. 51 — Seite 13 Ein „Zwölfer" fiel nach Urioffen Fortuna hat den rechten Mann erwischt Urloffen (h) Beim 36. Wettbewerb im Württemberg-Badischen Toto fiel ein Zwölfer dies- mal nach Urloffen. Der Glückspilz, der auch die Kurzwette richtig getippt hatte, ist einfacher Arbeiter und zur Zeit teilweise arbeitslos. Obwohl es diesmal keine phantastische Quote gab, dürfte der .Gewinn als wertvolle Hilfe an den rechten Mann gekommen sein. Der Zwölfer wurde gleich bei Eröffnung der hiesigen Annahmestelle getippt. Ein Ständchen für den genesenden Pfarrherrn Urloffen. (h.) Am Abend des vergangenen Dienstag fuhren die Sänger des Kirchenchors mit einem Autobus nach dem Offenburger Krankenhaus, wo sie ihrem Pfarrherrn ein buntes Liederbukett als Gruß der Pfarrgemein- de überbrachten. Die Ausführung dieses schönen Gedankens fand nicht nur im Herzen des Geehrten Widerhall. Auch bei der augenblicklich nicht kleinen Zahl anderer Urloffer Patienten wurde Lied um Lied vorgetragen und es war daher nicht verwunderlich, daß auch die vielen weiteren Insassen um melodische Zugaben baten. So klangen dann auf allen Fluren und Stationen des Krankenhauses launige und ernste Chöre unter der Leitung des Organisten Neumeier und ihr Echo waren Dank und Freude. Ein kleiner Abstecher nach Fessenbach vereinte die Sänger zu • einem gemütlichen Imbiß. Erst spät um Mitternacht fand man, durch den gelungenen Abend beglückt, den Weg nach Hause. Nochmals: Die Meerrettichdiebe Urloffen. (h.) Zu dem gemeldeten Diebstahl von Meerrettichpanzen bittet die Gendarmerie um folgende Feststellung: Die Aufklärung oder die Verfolgung von ähnlichen Diebstählen leidet sehr unter der oft allzu ängstlichen Passivität der Betroffenen und eines Teiles der Bevölkerung. Die asozialen Elemente profitieren natürlich dadurch und können nicht unschädlich gemacht werden. Da selbst erzeugte Feldfrüchte frei auf den Markt gebracht werden können, ist eine wirksame Kontrolle so bezeichneter Produkte unmöglich. Ohne Mithilfe des Publikums, das seine Schädlinge sehr oft selbst kennt, ist der Erfolg einer Untersuchung beim besten Willen Storch bereits einen Monat eingetroffen, sodaß er jetzt von den Schulkindern sehnlichst erwartet wurde. Appenweier, (v). Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde die Kronenwirtin Anna Roth geborene König am vergangenen Sonntag zur letzten Ruhe gebettet. Sie erreichte ein Alter von nahezu 65 Jahren. Ihr Ehemann Karl August Roth verstarb bereits im Jahre 1936. Windschläg, (tt.) Im Gasthaus „Zum Mond’ 1 veranstaltete am Mittwochabend der Verband der Körperbeschädigten, Ortsgruppe Windschläg unter dem Motto „Trotzdem Lachen“, einen bunten Abend. Der große Saal war gut besetzt. Der Ortsvorsitzende Wilhelm Vogt hielt eine kurze Begrüßungsansprache. Die Leitung des Abends lag in den Händen von Herrn Bert Berry, der auch zugleich als Ansager die Zuschauer auf das angenehmste unterhielt und durch seine Witze Stimmung in den Saal brachte, wofür er durch reichen Applaus belohnt wurde. Das Programm, welches zwei stunden dauerte, wickelte sieh ohne Unterbrechung ab und wurde durch musikalische Einlagen ergänzt. Der Reinerlös der Veranstaltung wird dem Verband der Körperbeschädigten zur Verfügung gestellt. Windschläg, (tt.) Heute findet die Hochzeit des Karl Schaub, Sohn des Landwirts Joseph Schaub, mit der Agnes Birk, Tochter des Landwirts Franz Birk, beide aus Windschläg, im Gasthaus „Zum Anker“ statt. Eheaufgebote Windschläg, (st.) Karl Schaub, Landwirt, und Agnes Birk von hier; Karl Stäbler, Elektroschweißer, und Rosa Lehmann, hier; Karl Baumann, Zementeur, und Luitgard Immenschuh, hier; Rudolf Gütle, Bahnarbeiter aus Ebersweier, und Erna Stäbler, Verkäuferin, hier. Bohlsbach. (m) Im Alter von 78 Jahren verstarb Frau Nella Link, geb. Böhly. Die Verstorbene, die aus Windschläg stammt, hat durch den vergangenen Krieg bitteres Leid erlebt, ist doch noch einer ihrer Söhne vermißt. Am vergangenen Samstag, dem 22. d. M., wurde sie unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen. Wieder Zigarrenfabrikation Neue Verdienstmöglichkeiten in Altenheim Altenheim, (r) In allernächster Zeit werden hier zwei Zigarrenfilialen eröffnet; die eine durch die Firma Kratzer, Offenburg, im Gebäude der ehemaligen Landwirtschäftsschule, und die andere durch die Firma Eberle in Friesenhehn in dem Fabrikanwesen von Werkmeister Jakob Anselm. Diese neuen Verdienstmöglichkeiten in unserer Gemeinde sind sehr zu begrüßen. Innenausbau der Kirche Altenheim, (r.) Nachdem die Verhandlungen über die Finanzierung des zweiten Bauabschnittes tu einem günstigen Ergebnis gelangt sind, wird der Innenausbau in diesem Jahre vor sich gehen. Damit ginge der längst gehegte Wunsch unserer Bevölkerung, den Gottesdienst wieder in der Kirche abhalten zu können, in absehbarer Zeit in Erfüllung. Altenheim, (r.) In den Stand der Ehe traten Werner Roser und Jula Engel. Neuer Pfarrer in Müllen Müllen, (k) An die Stelle des verstorbenen Pfarrers Paul Glaß wurde Pfarrer Spieß von Wälter?hofen (Tuniberg) an die hiesige Pfarrei angewiesen. Er hat seinen Dienst diese Woche angetreten. Wir heißen ihn in seiner neuen Heimat herzlich willkommen und wünschen ihm viele segensreiche Jahre in unserer Gemeinde. r Goldene" Erstkommunikanten trafen sich Kleine Chronik aus dem Gemeindeleben Goldscheuers nicht immer sichergestellt. Im Silberkranz Urloffen. f.) Die Landwirtseheleute Franz Anton Kiefer und Frau Maria Anna geb. Knosp, Schulstraße 4, begingen am 27. April ihr Silbernes Ehejubiläum. Urloffen. (f.) Schullehrer-Anwärter K. Knosp von hier wurde an die Volksschule - Stadel-, hofen als zweite Lehrkraft angewiesen, Urloffen. (re) Am I- Mai feiert Maria Anna Wörnp- geh. Reinhold. Straßburger Straße 54, Ihren 77. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische. Urloffen. (h.) Der Gesangverein „Eintracht“ veranstaltet am Abend des kommenden Sonntag im Posthomsaal ein Konzertsingen. Der Abend wird zugleich eine Ehrung des Volksliedes sein, dem die Konzertfolge ausschließlich gewidmet ist. Die zahlreichen Freunds des deutschen Liedes erwartet ein reichhaltiger Melodienreigen. Appenweier, (v). In den letzten Taigen hielt Familie A d e b ar Einzug in der Gemeinde. Das Storchenpaar ist z. Zeit mit dem Wiederaufbau seiner Wohnung auf dem Schulhaus voll beschäftigt. Vergangenes Jahr war der Goldgeheuer (f). Am letzten Sonntag feierten die „Erstkommunikanten“ von 1900 ihr 50jähriges Jubiläum — die goldene Erstkommunion Eingeleitet wurde das Jubelfest mit einem „Festgottesdienst“ in der neurenovierten Pfarrkirche in Marlen, an welchem sich auch die „Altersjubilare“ (über 70 Jahre alte Personen), die ebenfalls ein Treffen hatten, beteiligten. Die. Festpredigt hielt Gejstl. Rat H e r k e r t, der auf die hohe Bedeutung des Tages und die Erstkommunion hinwies. Der Kirchenchor umrahmte die Feier mit seinen Chören. Die Nachmittags-Festandacht fand für die Kommunikanten in Goldscheuer, für die Altersjubilare in der Kirche in Marlen statt. Die weltliche Feier der Kommunikanten fand in Goldscheuer im „Riesen“ unter Leitung von Oberlehrer Schanz statt. Dabei hielt Oberlehrer i. R. Klemm, Goldscheuer, einen Vortrag über „Unsere Heimatlandschaft vor 200 Jahren“, der reichen Beifall fand. Erinnerungen wurdet» ausgetauscht, Lieder- und Dialektgedichte kamen zum Vortrag und so verlief die Feier recht harmonisch. Die Altersjubilare trafen sich am Nachmittag im „Ochsen“, Marlen, wo ebenfalls bei frohem Erinnerungs- und Meinungsaustausch eine frohe Stimmung herrschte. Den Bund fürs Leben schlossen: Landwirt Emil Zimpfer, Goldscheuer, und Leonie Klern aus Karlsruhe/Durlach. — In Gold- sebener haben weiter die Meisterprüfung bei der Handwerkskammer in Freiburg mit gutem Erfolg abgelegt: Erwin E n d als Wagnermeister und Eberhard Seger als Maschinenschlossermeister. Wir gratulieren! — In der Kinderschule Goldscheüer fand durch den Stiftungsrat Marlen (Pfarramt Marlen) eine Besprechung mit den hiesigen Handwerkern zwecks Instandsetzung der Kinderschule statt. Mit den Arbeiten soll alsbald begonnen und die Kinderschule möglichst bis Juni bezugsfertig werden. — In einer Bekanntmachung weist die Gemeindeverwaltung darauf hin, daß beim Schuttabladen auf den bestimmten Plätzen der Schutt sofort zu verebnen, ferner das Fußballspielen auf der Haupt- und den Ortsstraßen verboten ist. Altersjubilare: Theresia Fien, Wwe., geb. Scheer, Marlen, 80 Jahre; Xaver Krämer, Schmied, Marlen, 75 Jahre und Xaver Berl, Landwirt, Marlen 119, 73 Jahre. Wir gratulieren! Vom Heuboden gestürzt Goldscheüer. (f.) Dieser Tage ereigneten sich in Goldscheuer zwei landwirtschaftliche Unfälle. Martin Kopf stürzte vom Heuboden und zog sich erhebliche — doch nicht lebensgefährliche — Verletzungen zu. Landwirt Franz Näger erlitt einen Unfall auf dem Felde beim Pflügen. In beiden Fällen mußte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Nachdem kürzlich wegen Instandsetzung der Kinderschule in Goldscheuer an Ort und Stelle eine Besprechung stattfand, wurde mit den Arbeiten bereits begonnen und so steht zu erwarten, daß die Kinderschule termingemäß bezugsfertig wird. Der Kirchenchor der Gemeinde veranstaltet am Sonntag im „Adlersaale-Marien“ eirifen Unterhaltungsabend mit Theateraufführungen und Liedervorträgen. Das reichhaltige und abwechslungsreiche Programm verspricht einen angenehmen Abend. Die Kegelsportler werden gerne zur Kenntnis nehmen, daß die Kegelbahn in der „Rhein- lust“-Goldscheuer nunmehr eröffnet und ihrem Betrieb übergeben ist. Die Bahn wurde bedeutend erweitert bezw. der Aufenthaltsraum besser ausgestattet. Altersjubilare der Woche: Josef Schäfer, Arbeiter Kittersburg, 70; Karl Muser, Verputzerunternehmer, Marlen, 72 und Frau Marie Weber Witwe geh. Krämer, Goldscheuer, 81 Jahre. Versammlung der Tabakpflanzer Ichenheim. Am vergangenen Mittwochabend wurden die hiesigen Tabakpflanzer alle zu einer Versammlung im Saale des Gasthauses „Zum Löwen“ einberufen. Der Herr Geschäftsführer des Badischen Tabakbauverbandes Engelhard der dabei anwesend war gab ein Referat über den Tabakbau im Jahre 1950. Er wies in seinen Ausführungen vor allem auf die früheren Anbauvorschriften hin und mahnte die Pflanzer sich an diese Bestimmungen zu halten. Anschließend gab Herr Brücker von der Milchzentrale Offenburg einen eingehenden Bericht über die Milchwirtschaft und deren Verarbeitung. Auch wurde die Wiedereröffnung der hiesigen Entrahmungsstelle erörtert und voi) den Landwirten zum größten Teil gutgeheißen. Ichenheim, (f.) Im Alter von 84 Jahren starb dieser Tage der Landwirt Martin B1 ä s i. Am vergangenen Freitag wurde der Verstorbene unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe gebettet. Ichenheim, (f) In den Ehestand eingetreten sind am 25. April die Brautleute Richard Fritschmann, Landwirt, und Elsa Le c h - 1 e i t e r, beide von Ichenheim. Der Männer- giesangverein brachte dem Ehepaar einige schöne Lieder dar. Otto Grünewald beigesetzt Dundenheim, (s) Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde Kaufmann Otto Grünewald zu Grabe getragen. Der Verstorbene war bis 1940 langjähriger Inhaber der Firma J. G. Stehle, Altenheim, des ländlichen Kaufhauses, das im Ried und im Ha- nauerland bekannt ist vor allem als Haus der Trachtenkleidung. Mit dem Verstorbenen ist nicht nur ein tüchtiger Geschäftsmann,- sondern auch ein Mensch, der sich allgemeiner Beliebtheit erfreute, dahingegangen. Er wurde auf dem Friedhof seiner Heimatgemeinde zur letzten Ruhe bestattet. Dundenheim, (s) Nach längerem Leiden ist Landwirt David Wagner im Alter von 72 Jahren verstorben und unter reger Beteiligung der Einwohnerschaft zu Grabe getragen worden. Dundenheim, (s) In diesen Tagen wird in hiesiger Gemeinde die Tuberkulosenimpfung für das Rindvieh durchgeführt. Alle über 8 Wochen alten Tiere sind impfpflichtig. Sport in der Heimat OSV — SSV Reutäingen Am Sonntag stellt sich der neugebackene Süd- zonenmelster in Offenburg vor. Wenn auch der Ausgang des Spieles für beide Mannschaften von untergeordneter Bedeutung Ist, so darf man trotzdem einen schönen Kampf erwarten. Die Schwaben werden sicher ihre Meisterwürde unter Beweis stellen und keine Punkte verschenken wollen: auf der anderen Seite haben die Platzherren den Ehrgeiz, gerade gegen Favoriten besonders gut abzuschneiden. Trotz Verletzungen einzelner Stammspieler wird eine stabile Elf zur Verfügung stehen, der man sogar einen „Totoschlager“ Zutrauen könnte. Vormittags 11 Uhr empfängt die H. Handball- tnannsdiaft die I. aus Griesheim. Um 13.15 bestreitet die A-Jgd. ein Pflichtspiel gegen Gengenbach Jugend. Nach dem Hauptspiel um 16.15 Uhr tritt die Handballjugend zum Endspiel um die Gruppenmeisterschaft gegen Griesheim an. M. Hk. Elgersweier I — Haslach I ae. Einen interessanten Partner hat Haslach für dieses Pokaltreffen erhalten. Mit Abstand steht Elgersweier als Meister der Kreisklasse fest und hat in den bisherigen Pokalkämpfen eine ausgezeichnete Figur abgegeben. Hausach wurde auf eigenem Platz mit 5:9 Toren aus dem Bennen geworfen und auch Gengenbach, der zweite Bezirks- llgist, blieb mit 3:2 Toren auf der Strecke. Eine Elf, die in allen Reihen gleich gut besetzt ist, mit großer Schnelligkeit und hartem Einsatz, init einem schußkräftigen Sturm und einem sehr guten Torhüter, das ist der Vertreter der Kreisklasse Offenburg. Die Schwarz-Weißen müssen also alle Register Ihres zur Zelt sehr guten Könnens ziehen, um auf des Gegners Platz zum Zuge zu kommen. Das technische Uebergewicht, die Ausgeglichenheit der Mannschaft und die in den letzten Spielen gezeigte Einsatzfreudigkeit und Schnelligkeit, werden die Kinzigtäler in die Waagschale werfen, um ihrem zahlreichen Anhang keine Enttäuschung zu bereiten. Nach hartem Kampf dürfte Haslach auch diese Begegnung für sich büchen können. In der nächsten Runde Ist ein Vertreter der Landes- oder Zonenliga Gegner des Siegers. Zell a. H. I. — Weier L In dem Pflichtspiel am Sonntag gegen Weier dürfte es ein interessantes Spiel um die Punkte geben, denn keine Mannschaft hat etwas zu verschenken. Für die Gäste wird es schwer werden in Zell Punkte zu holen, da die Leistungen der Zeller in letzter Zeit gar nicht zu verachten waren. Handball: Schutterwald muß zum Rheinhessen-Meister Nachdem der Südbadenmeister am vergangenen Sonntag in Haßloch eine unglückliche Niederlage hinnehmen mußte, hat sich die Lage um die südwestdeutsche Handball-Meisterschaft zugespitzt. Obermendig auf eigenem Gelände wird die Vorspielniederlage bestimmt revanchieren wollen, um damit noch berechtigte Hoffnungen auf den Meistertitel zu sichern. Der Südbadenmeister, der dieselben Hoffnungen hegt, muß sich gleich von Anfang an darauf einstellen und seine Abwehr verstärken. Es bleibt nur noch abzuwarten, ob die Schutterwälder diese Fahrt mit kompletter • Besetzung antreten können. Hiervon wird sehr viel ab- hängen. ‘ -Is- Offenburg H — Griesheim I Am Sonntag hat Offenburg auf der Stegermatt die 1. Handballmannschaft Griesheims zu Gast. Im Vorrundenspiel blieb Griesheim auf eigenem Platze siegreich. Im Rückspiel wird die 2. Mannschaft Offenburgs, welche inzwischen eine beachtliche Foimverbesserung zeigte, Griesheim einen Punktgewinn nicht leicht machen. Spielbeginn 11.45 Uhr. Um 16.15 bestreitet die Jugendmannschaft aus Griesheim, derzeitiger Tabellenführer der Jugendstaffel, das zur Meisterschaft entscheidende Spiel gegen Offenburg. (Rel) Turnen: Vom Ortenauer Turngau In der letzten Sitzung des Gautumrats unter Vorsitz des Gauvertreters Gustav Ottstadt wurde einleitend in ehrenden Worten des Verstorbenen, verdienstvollen Tumbruders Fritz Eurieh von Auenheim gedacht, der es war, der den Tumsport im Hanauerland zu großen Leistungen führte und selbst unermüdlich die Ideale dieses Volkssportes erfolgreich vertrat. Sodann gab Gauvertreter Ottstadt bekannt, daß bis heute 44 Vereine und Abteilungen mit rund 3800 aktiven Mitgliedern dem Tumgau angehören. Unter den aktiven befinden sich 1250 männliche und 371 weibliche über 18 Jahre; 533 männliche und 377 weibliche unter 18 Jahren; 752 männliche und 500 weibliche Kinder. Somit ist der Ortenauer Turngau der zweitgrößte im südbadischen Turnerbund. Nah der Besprechung organisatorischer und Ausbildungsfragen wurde beschlossen, für das Gaujugendturnen in Urloffen den Sonntag, -II. Juni 50 festzusetzen. Das Gautumfest findet am 2 . oder 16. Juli in Oppenau statt. Die Vereinsvorstände werden gebeten, ihre aktiven und auch die passiven Mitglieder zur zahlreichen Teilnahme in Urloffen und Oppenau zu entsenden. Am 14. Mai findet der „Tag der Turnerinnen“ im ganzen südbadishen Turnerbund ‘ statt. Ringen: Waldkirch in Urloffen Als weiteren Gegner in der Schlußrunde der .Liga des Kreises Freiburg—Lahr hat die 1. Mannschaft des A.S.V. Urloffen den alten Rivalen Waldkirch zu Gast. Da nach dem Ergebnis der Vorrunde die Elztäler Über ein nicht leicht zu nehmendes Potential verfügen, müssen sich die Männer aus Urloffen herzhaft strecken, um auch diese Hürde zu nehmen. Jedenfalls steht den einheimischen Sportfreunden am kommenden Sonntagnachmittag in der Turnhalle eine Reihe recht lebhafter Ereignisse auf der Matte bevor. — h— Gottesdienstordn ungen Katholischer Gottesdienst Hl. Kreuz: Sonntag: 30. April. Dritter Sonntag nach Ostern. 6.00 Uhr Frühmesse, Beichtgelegenheit; 7.15 Uhr Singmesse mit Predigt und gemeinsamer hl. Kommunion der Kolplngsfamilie; 8.45 Uhr Kindergottesdieust; 10.08 Uhr Hochamt mit Predigt; 19.30 Uhr feierliche Eröffnung der Maiandacht mit Predigt, Prozession und Segen. Hl. Dreifaltigkeit: Sonntag 6.00 Uhr Frühmesse; 6.45 Betsingmesse; 8.15 Hauptgottesdienst; 10.00 Schülergottesdienst mit Predigt; 19.30 Andacht. St. Fidelis: 6.30 Uhr Frühmesse; 8.00 Singmesse mit Monatskommunion der Frauen; 9.15 Kindergottesdienst; 10.30 Hauptgottesdienst mit Männerpredigt; 20.00 Vesper. — 1 . Mal: 7.00 Uhr hl. Messe; 8.00 Amt; 8.15 Kindergottesdienst; 20.00 Eröffnung der Matandacht. Kloster U. L. Frau: 8.00 Uhr Singmesse mit Predigt. Berghaupten: Sonntag 7.30 Uhr Frühmesse mit Gemeinschaftskommunion der Frauen, best. hl. Messe für gef. Karl Geppert und Josef und Hermen Geppert; 9.30 Uhr Singmesse. Durbach: Sonntag: 7.08 Uhr Frühmesse; 9.38 Amt; 13.30 Andacht. — 1. Mai: 7.15 Uhr hl. Messe; 19.00 Uhr feierliche Maiandacht. Gengenbach: Sonntag: Schutzfest des hl. Joseph. Gottesdienst wie gewöhnllrii. 7.30 Uhr Gemeinschaftsmesse u. hl. Kömmunion der Kolpings- familie; 14.00 Andacht zum hl. Joseph. Hofweier: Sonntag: 7.00 Uhr Frühmesse mit Kommunion der Schulkinder, «loisianischer Sonntag. 9.00 Uhr Amt mit Predigt; 13.30 Uhr Andacht. Zell a. H.: Kath. Stadtpfarrkirche: Sonntag: 8.30 Uhr Belchtgelegenheit; 7.00 Uhr Frühmesse; 8.00 Uhr Schülergottesdienst mit Monatskommunion des 7. und 8. Schuljahres; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt und Amt, anschließend Christenlehre für die Jungmänner; 14.00 Uhr Versammlung des Kindheit Jesu- und des Schutzengel- Vereins mit Opfergang und Andacht für alle Schulkinder. — Wallfahrtskirche: 6.30 und 7.00 Uhr stille hl. Messen mit Austeilung der hl. Kommunion; 7.30 Uhr Singmesse mit Predigt. Nordrach: Sonntag: III. Sonntag nach Ostern. Hl. Katharina v. Siena. 7.00 Uhr Frühmesse mit Monatskommunion der Jungfrauen, Christenlehre: 8.00 Uhr Kolonie: Singmesse zu Ehren des Hl Joseph; 9.08 Uhr Hauptgottesdienst, Slng- messe mit Predigt; 19.30 Uhr Feierliche Eröffnung der Maiandacht mit Predigt, Prozession und Segen. — Eheverk: Der led. Ldw. Andreas He t/.mann von Steinach, die led. Hausgehilfin Maria Decker V. Nordrach. Oberharmersbach (St. Gallus-Pfarrkirche): Sonntag: 7.00 Frühmesse: 9.30 Predigt und Amt, Christenlehre für die Jünglinge; 14.00 Andacht zum Hl. Josef mit Papstgebet für das Hl. Jahr und Segen. — Montag (Fest der hl. Apostel Philippus und Jakobus, Beginn des Malmonats, staatl. gebotener Feiertag): 8.00 Amt für die Pfarrge- meinde und ansrill. Eröffnung der Malandacht. Dienstag (hl. Bischof und Kirchenlehrer Athanasius): 7.00 hl. Mese für die beiden Brüder August und Josef Lehmann, Schindelmariier, Hub; 19.00 Maiandacht. — Mittwoch (Kreuzauffindung): 5.45 Amt mit Wettersegen, anschl. Kreuzprozession zur Wallfahrtkskirche Zell a. H.; 19.00 Maiandacht. Evangelischer Gottesdienst Offenburg: Sonntag: (Jubilate). 8.00 Uhr Frühgottesdienst im Saal, Poststr. 16; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, Stadtkirche; 11.00 Uhr Kindergottesdienst, Stadtkirche; 11.00 Uhr Christenlehre Im Saal, Poststr. 16. — Dienstag, 2. Mal: 20.00 Uhf Frauenkreis der Westpfarrei, Poststr. 16. — Mittwoch, 3. Mai: 20.15 Uhr Männerwerk, Poststr. 16. — Donnerst ag, 4. Mai: 20.00 Uhr Bibelstunde im Saal, Poststr. 16. — Freitag, 5. Mai: 20.00 Uhr Leipziger Thomanerchor mit Günther Ramin. Ev. Gemeinschaft, Augustastraße 1: Sonntag, 19.30 Uhr: Predigtgottesdienst; Donnerstag, 19.30 Uhr: Bibelstunde. Gengenbaeh: Sonntag: 9.30 Uhr Gottesdienst; 18.30 Uhr Christenlehre; 11.00 Uhr Kindergottesdienst. Montag: 7.00 Uhr Morgenandacht. Offenburger Tageblatt Chefredakteur; Adolf Kimmig, Verantwortlich für Heimat- ,• Herbert Bubiei Sprechstunden der Redaktion Montag. Mlüwoch und Freitag 11 bis 12 Uh: Druck u. Verlag; A. Kolli * Clo, Ottenburg Nr. 51 — Seite 14 Offenbarter Tageblatt Samstag, 29. April 1950 Käser Huste«, hartnäckiger Katarrh qualvolles Asthma Erlösung durch EilphoScalin-TMlten ln Bfttiffe firlüoftttl: «n (UW» ul HMIttt |Rfl«. 2!IWst Bwfiiom». loultnifadi btftatlgt. — «0 labitfia Da 2.W «Wnjaifaina Dffl IJ5.< 60» Batumi Jn tan DkMedm. Dcttangtn Bit kotato» Bcofdita S/Itl HO tat Pharm*-Fabrik Carl Itthltr, Konstanz. ein ruhiges Herz «cniai u. gesunde Nerven durch ENERGETICUM echt im Reformhaus Hofmann Offenburg, Hauptstraße 77 Vermietungen 5-Zlmmer-Wohnung zu vermieten. Off. u. 18-185 an die Gesch. des O. T. Perfekte Bürokraft männlich oder weiblich, möglichst nicht über 35 Jahre alt, sofort oder auf 1. Juli 1950 in gut bezahlte, selbständige Dauerstellung nach Offenburg gesucht! Erwünscht: Abgeschlossene Lehre und Handelsschulbildung. Saubere Handschrift, sehr gute Kenntnisse in Steno und Maschinenschreiben, Lohn- u. 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April 1950 Offenbarter T&geMatt Nr. 51 Seite 15 Danksagung Für die in so großer Anzahl eingegangenen Beileidsbezeugungen sowie für alle Kranz- und Blumenspenden beim Heimgang unserer lieben Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Maria Eva Seigel geh. Broß sagen wir herzlichen Dank, ebenso allen die ihrer im Gebet gedachten und der Verstorbenen das letzte Geleit gaben. Besonders danken wir dem Herrn Pfarrer Dr. Thoma, sowie der Krankenschwester. Familie Franz Fraß, Appenweier , Familie Franz Seigel, Bühl-Dorf nnd Anverwandte. •‘Appenweier, den 26. 4. 1950. Danksagung Für die in so großer Anzahl eingegangenen Beileidsbezeugungen, sowie für alle Kranz- und Blumenspenden beim Heimgang unserer liefen Mutter Frau Maria Fierberger Wwe. sagen wir herzlichen Dank, ebenso allen, die ihrer in» Gebet gedachten und der Verstorbenen das letzte Geleit gaben. Besonders danken wir dem Herrn Stadtpfarrer Hugle für die erhebenden Worte und den Schwestern vom Vinzentiushaus für ihre Pflege und den Beistand in letzter Stunde. Familie Josef Bitterwolf u. Frau Wilma geh. Herberger, und Anverwandte. Offenburg, den 29. 4. 1950. m ,s * w ' c ^iQ : 5 *) Ourcl, Zugabe einer Prise gemahlenen echien Kaffees in den brühenden Sud kann man den verwöhntesten Geschmack befriedigen Ibre Vermählung geben bekannt Udo Fri£ Hedy Fri£j Offenburg Zähiingei Straße 14 ged. Keinath 29. April 1950 Pfullendorf Hauptstraße 30 Meiner Werkstätte iür. Uhrenreparafuren habe ich eine Fachabteilung iür Sdimudcanfertigung und Reparaturen angegliedert. Durch erste Fachkrätte bin ich in der Lage. Neuanfertigungen und Umarbeitungen jeder Art auszuiühren. J.MACK vorm. J. Schaible OFFENBURG gegenüber Hotel Sonne J Veit 7 RADIO von MARTUS r Wir beehren uns, unsere Vermählung bekannt zu geben Josef Wallenfang Anneliese Wallenfang geh. Hirt 30. 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Allen Personen, die eine zur Konkursmasse gehörige Sache im Besitz haben, oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitzer der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 16. 5. 1950 Anzeige zu machen. Offenburg, den 25. April 1950.' Bad. Amtsgericht Offenburg* r Herde 'hi großer Auswahl und allen Preislagen Teilzahlung monatlich 20.- DH möglich '~X/3uniolr , ~ Eisenwaren — Drahtwaren Olfenburg, R Uferstraße 14 - Telefon 1567 V.. Zylinder und Kurbelwellen schleifen, Lager erneuern, Ven- lllköpfe und Luftkompresser-Re- paraturen. Spezialwerkstatte mit modernsten Präzislonsmasditnen A. (»erber, Offenburg, Friedrichstr. 45, Telefon 1620 Luisenstr.22 Wolle Taxtil waren Strümpfe Trikoiagtn Korzwaran Kahlke Offenburg Friedenstr. 1 Motormäher Sachsaufbau-Motore Mc. 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