ilimUniTiiiHiiiiiiiiiilnmii/ Erscheint wöchentlich viermalig. Bezugspreis für' den laufenden Monat DM 1,90 zuzüglich SO Pf. Trägerlohn. Einzelnummer 30 Pf. Im Falle höherer Gewalt od. bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. Westes Heimatblatt für Stadt und öe;irk OffetibutQ stli;eigenblatt mit anerkannt guter werdemirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenburg. Zur Zeit Ist di« Anzeigenpreisliste Nr. l gültig. Druck u. Verlag: A. Reiff & Cie-, Buchdruckerei. Offenburg/Baden. Geschäftsstelle: Offenburg, Kornstraße 10 Fernsprecher: Offenburg Nr. 1537 und 2134. Postschließfach Nr. 333. Postscheckkonto: Karlsruhe Nr. 136 81'. Nummer 62 Montag, 22. Mai 1950 Ausgabe AL 139. Jahrgang Schwere Grubenexplosion in Gelsenkirchen 67 Todesopfer in Zeche Dahlbusch — Schlagende Wetter in 930 Meter Tiefe Gelsenkirchen. Eine folgenschwere Gruben explosion, die bis jetzt 63 Tote forderte, ereignete sich am Samstagvormittag auf Schacht TI der Bergwerksgesellschaft Dahlbusch in Gelsenkirchen-Rotthausen. Die Explosion ereignete sich gegen 8.30 Uhr im Revier 7 auf der elften Tiefbausohle des Flözes Hugo ln einer Tiefe von etwa 930 Metern. Unmit-* telbar nach Bekanntwerden der Katastrophe trafen Vertreter der Bergbehörde, der Industriegewerkschaft Bergbau, der Deutschen Kohlenbergbauleitung, an der Spitze Generaldirektor Dr. Heinrich Kost, ein. Sie fuhren sofort mit der Zechenleitung auf der Unglücksgrube ein. Erschütternde Szenen Vor dem Zechentor spielten sich erschütternde Szenen ab. Weinende Frauen und Mütter, Väter, Söhne, Töchter und Bräute von Bergleuten, die zur Frühschicht eingefahren waren, harrten in quälender Ungewißheit auf Nachrichten aus der Grube, In manches Haus der anliegenden Bergmannskolonie ist die Trauer eingezogen. Ein Vater, selbst Bergmann, betrauert seinen 15jährigen Sohn, der als Lehrhauer auf der Zeche arbeitend, ein Opfer des Unglücks wurde. In einem anderen Hause sind es allein vier Tote, die das Unglück forderte. Die Ursache des Grubenunglücks ist auf die Explosion -schlagender Wetter zurückzuführen. Gegen 8:30 TJhr setzte in der langen Strecke auf der Sohlentiefe ein furchtbarer Schlag. ein. Sofort wurden Rettungsmannschaften alarmiert. Knapp eine halbe Stunde später waren die Rettungstrupps der Nachbarzechen Rhein-Elbe und Zollverein zur Stelle und nahmen die Rettungsarbeiten auf. Schwaden, die sich auf der Unglücksstrecke entwickelten, erschwerten die Bergungsarbeiten. Sehr schnell trafen erneut Rettungskolonnen ein. Gegen 10.30 Uhr konnte der erste Verletzte zu Tage geschafft werden. Von den Verletzten, die in die benachbarten Krankenhäuser gebracht wurden, hatten sieben Verbrennungen dritten Grades und die übrigen Verbrennungen ersten und zweiten Grades erlitten. Wegen besondere* Arbeiten waren zur Frühschicht etwa 100 Mann Ungefähren. Bis Mitternacht 32 Tote geborgen Bis Mitternacht erhöhte sich die Zahl der geborgenen Toten auf 32. In die Krankenhäuser wurden 42 zum Teil sehr schwer verletzte Bergleute eingeliefert. Keine Opfer mehr im Schacht Am Sonntagvormittag sind neun Bergleute im Krankenhaus gestorben, die mit schweren äußeren und inneren Verbrennungen aus dem Schachs herausgeholt worden waren. Die Zahl der Todesopfer der Grubenkatastrophe hat sich ( nach Mitteilung der Zechenverwaltung damit auf 67 erhöht. Im Krankenhaus liegen noch etwa 30 Verletzte. Einige Leichtverletzte konnten inzwischen entlassen werden. In dem Unglücksschacht selbst sind keine Bergleute mehr. Det Sftaei vom Sonntag DFB-Vorschlußrunde: Triumph der Oberliga Süd In der Vorschlußrunde zur Deutschen Fußballmeisterschaft Setzten zieh die vier Vertreter der Oberliga Süd jeweils klar durch. Der SSV Reutlingen unterlag Preußen Delldrück nach tapferer Gegenwehr erst in der Verlängerung mit 1: S. Ueherraschend hoch siegte St. Pauli über TuS Neuendorf. Trotz Verlängerung trennten sich der 1. FC Kaiserslautern und Rotweiß Essen in Karlsruhe unentschieden, so daß ein Wiederholungsspiel notwendig ist. Ergebnisse: SpVgg. Fürth — Horst Emscher 3:2 (1:2); VfB Stuttgart — VfL Osnabrück 2 :1 (1:1); VfR Mannheim — Borussia Dortmund 3 :1 (1:1); Kickers Offen-bach — Tennis Borussia 3:1 (1:0); St. Pauli — TuS Neuendorf 4:0 (1:0); Preußen DellbrQck — SSV Reutlingen 1:0 (reg. » : 0, 0 : 0 ); 1. FC Kaiserslautern — Rotweiß Essen 2 :2 (reg. 2 : 2, Halbzeit 1:1). SC Freiburg rettete sich vor Abstieg Durch einen klaren 4:0- Sieg über den Offenburger Fußball verein rettete sieh der SC Freiburg am Samstagabend vor dem Abstieg. Der FV Lahr spielte gegen Kuppenheim 2:2 und Schwenningen blieb auf eigenem Platz über den Ta.bellenzweiten SV Tübingen mit 3:1 erfolgreich. Neues Vertragsspielerstatut festgelegt Der außerordentliche Bundestag des DFB legte am. Samstagabend in, Frankfurt das neue Vertragsspielerstatut feg. Die monatliche Entschädigung beträgt demnach mindestens 80 DM (früher 120 DM). Dazu kommen Leistungsprämien und sonstige Entschädigungen, wobei die Ge- samtbruttosumme 320 DM nicht überschreiten darf. Südwest-Handballmeisterschaft noch ungeklärt Durch einen 15 : 8 - Sieg des Zonenmeisters SG Haßloch über Grünweiß Obermendig wurde Punktgleichheit zwischen den beiden Vereinen erzielt. Die Südwestdeutsche Handhalimeisterschaft bleibt damit bis zu dem durchzuführenden Entscheidungsspiel zwischen den beiden Vereinen ungeklärt. Unzicker Deutscher Schachmeister In Bad Pyrmont errang am Samstagabend mit nur einem halben Punkt Vorsprung vor Bo- goljubow der 25jährige Münchener Referendar Unzicker die Deutsche Schachmeisterschaft 1950. Dritter wurde Dr. Staudte, Aachen. Ganz Deutschland trauert Tiefe Trauer liegt über dem Ruhrgebiet, seit am Samstagnachmittag die schwere Grubenkatastrophe auf Zeche Dahlbusch bekannt geworden ist. Bis zum Sonntagabend waren 65 Tote geborgen und zu Tage gebracht werden oder sind von den in die Krankenhäuser eingelieferten über 40 Schwerverletzten inzwischen verstorben. Mit. den Angehörigen, den Bergleuten und der Bevölkerung des Ruhrgebietes trauert das deutsche Volk um die Opfer dieses zweiten großen Bergwerkunglücks nach Kriegsende, das die Erinnerung an die Katastrophe auf Schacht Grimberg bei Hamm weckt, wo im Frühjahr 1946 fast 400 Bergleute durch eine Schlagwetterexplosion eingeschlossen wurden und nicht mehr zu retten waren. Zum äußeren Zeichen der Trauer sind auf dem Unglücksschacht und auf den Fördertürmen vieler Zechen des Reviers schwarze Fahnen gehißt worden. Die toten Bergleute sind in der Waschkaue ihrer Zeche aufgebahrt. Sie sollen voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag in einer gemeinsamen Trauerfeier auf dem Rotthauser Gemeindefriedhof beigesetzt Adenauer fordert dritte Macht Köln. Bundeskanzler Dr. Adenauer setzte sich auf einer CDU-Kundgebung am Sonntag in Köln erneut nachdrücklich dafür ein, die Vereinigten Staaten von Europa und damit eine dritte Macht zu schaffen, die die stärkste Stütze des Weltfriedens sein werde. Der Weltfriede könne nur gesichert werden, wenn diese dritte Macht auf den Plan trete. Ein vereinigtes Europa unter Einschluß Englands werde niemals so stark sein, daß es eine Gefahr für eine der beiden Großmächte — USA und Sowjetunion — darstelle, würde jedoch stark .genug sein, um mit Erfolg ihr Gewicht in die Waagschale des Friedens zu werfen. Der Spannungszustand zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowietunion könne eines Tages aus seinem latenten Stadium direkt zu einer Explosion führen, die Europa restlos vernichtet. „Ich halte es für absolut notwendig, daß Deutschland sobald wie möglich dem Europa- rat beitritt“, sagte Adenauer zu der Straßburger Einladung. „Lehnen wir die Straßburger Einladung ab. dann bereiten wir Sowjetrußland den größten Triumph, den es bisher erlebt hat. Der Schuman-Plan steht und fällt mit dem Beitritt Deutschlands in den Europarat. „Der Plan sei von größter Bedeutung für eine echte und dauerhafte deutsch-französische Verständigung. Außerdem stelle er einen großen Schritt vorwärts auf den Weg zu einem föderativen Europa dar. „Wer diesen Plan von vornherein beschimpft, handelt nicht als Deutscher, geschweige denn als Europäer. Ich gebe mein Wort als Bundeskanzler, daß wir unsere ganze Kraft zur Verwirklichung dieses Planes Einsetzen werden“. Schuman über seinen Plan Nantes. Der französische Außenminister Robert Schuman erläuterte am Sonntag auf dem MRP-Kongreß in Nantes seinen Plan zur Zusammenfassung der europäischen Schwerindustrie. Er wies dabei einzelne Einwände und Bedenken zurück, die in den letzten Wochen gegen das Projekt vorgebracht worden waren. So versicherte er, daß die Durchführung seines Planes keinesfalls zu einem Absinken des Lohnstandards führen würde. Vielmehr sei das Gegenteil zu erwarten. Gleichzeitig betonte Schuman, daß die Gewerkschaften an den Beratungen über das Projekt beteiligt würden. Die internationale Verwaltungsbehörde. würde weder ein Organ der beteiligten Regierungen noch eine Agentur der Privateigentümer sein. Die Eigentumsfrage der deutschen Ruhrindustrie würde bei Durchführung des Planes an Bedeutung verlieren. Die Disherige' Haltung der britischen Regierung rechtfertigte die Hoffnung, daß der Plan durchgeführt werden kann. Schuman betonte ferner, daß sein Plan nur friedliche Ziele verfolge. »»-re')?« werden. In Gelsenkirchen waren sofort alle Festlichkeiten und Tanzvergnügungen abgesagt worden Auf der Unglückszeche sind Beileidskundgebungen aus dem In- und Ausland, vor allem aus den Bergbaurevieren, eingegangen. Bundespräsident Heuß, Bundeskanzler Dr. Adenauer, Bundesarbeitsminister Storch, Ministerpräsident Arnold und andere führende Persönlichkeiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens haben ihre Anteilnahme telegraphisch übermittelt. Seit Bekanntwerden der Katastrophe ist die Flagge des Bundespräsidenten auf der Viktorshöhe bei Bonn auf Halbmast gesetzt worde^i. Der Bundespräsident hat den Angehörigen und Arbeitskameraden der Opfer telegraphisch sein Beileid ausgesprochen. Das Telegramm lautet: „Die Nachricht von dem schweren Unglück, dem so viele Menschenleben zum Opfer gefallen sind, hat mich tief bewegt. Ich bitte Sie, den Angehörigen und den Arbeitskameraden der Toten meine aufrichtige Teilnahme, den Verletzten meine guten Wünsche für ihre Genesung zu übermitteln.“ Im Aufträge des Bundespräsidenten und der Bundesregierung hat Minister Storch den Angehörigen der ums Leben gekommenen Bergleute die Anteilnahme ausgesprochen. „Tief erschüttert stehen wir an der Bahre dieser tapferen Bergleute, die gestern in Gelsenkirchen in treuer Pflichterfüllung an schwerster und gefahrvollster Stelle ihr Leben gelassen haben“, sagte der Bundesarbeitsminister "am Sonntagvormittag bei Eröffnung der ‘ Unfallverhütungswoche in Bonn. „Für die Witwen und Waisen der Toten und für die Schwerverletzten zu sorgen, ist unsere größte Pflicht.“ Die Toten könnten nicht wieder erweckt werden, aber die Bundesregierung könne helfen, die wirtschaftliche Notlage der Hinterbliebenen soweit wie möglich zu lindem. Zur gleichen Zeit hat der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Karl Arnold, die Direktion der Zeche Dahlbusch von Königstein aus, wo er nach seinem Krankenhausaufenthalt einen Genesungsurlaub verbringt, gebeten, den Familien der Opfer sein aufrichtiges Beileid auszusprechen und mitgeteilt, daß er 10 000 Mark als erste Hilfe für die Hinterbliebenen der Katastrophe überweisen wird. Kurz nach ihm hat der Gewerkschaftsvorsitzfende Dr. h. c. Hans Böckler dem Betriebsrat der Zeche, der deutschen Kohlenbergbauleitung und dem Vorstand der Bergbaugewerkschaft das Beileid der gesamten deutschen Arbeiterschaft ausgesprochen und • 10 000 Mark für die Opfer, deren Hinterbliebenen und Angehörigen gespendet Der französische Hohe Kommissar Andrä Frangois-Poncet hat an Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer, Ministerpräsident Karl Arnold und an Gewerkschaftsvorsitzenden Böckler ein Telegramm gerichtet, in dem er ihnen und den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausspricht Eine Stadt polizeilich abgesperrt Schwere Sprengstoffexplosion verwüstet South Amboy South Amboy. Eine schwere Explosion verwüstete, die rund 10 000 Einwohner zählende amerikanische Hafenstadt South Amboy im Staat New Jersey. 600 Tonnen Sprengstoff und Munition, die auf vier in den Docks liegenden Bastkähnen verladen waren, flogen unter einer gewaltigen Detonation in die Luft Stichflammen schossen 150 Meter hoch. Eine riesige Rauchsäule erhob sich über der Unglücksstätte. Die Katastrophe rief in der Stadt eine Panik hervor. Zahlreiche Einwohner glaubten fin ersten Schreck, eine Atombombe sei explodiert. Viele Leute stürzten vom Abendbrottisch auf die Straße, die Servietten noch in der Hand. Ganze Familien flüchteten aus der Stadt da sie weitere Explosionen befürchteten. Nach bisher vorliegenden Meldungen sind bei dem Unglück mindestens vier Personen ums Leben gekommen. Zwanzig Hafenarbeiter werden vermißt. Mit ihrem Tod wird gerechnet. Rund 300 Personen wurden verletzt. Der Sachschaden wird auf mehrere Millionen Dollar geschätzt 3000 der 4000 Häuser von South Amboy wurden beschädigt Das Krankenhaus von South Amboy war den starken Anforderungen nicht gewachsen. Von allen umliegenden Städten und Ortschaften, sogar von New York City, wurden Unfallwagen und Aerzte angefordert, um die Verletzten abzutransportieren und ihnen erste Hilfe zuteil werden zu lassen« Wegen der Gefahr der Explosion weiterer Sprengstoffkähne wurde das Gebiet um den Kai von der Polizei' geräumt Die gesamte Stadt wurde polizeilich abgesperrt. Die meisten Stromkabel und Telefonleitungen der Stadt wurden unterbrochen. Die Explosionstrümmer wurden bis zu einer Entfernung von 12 Häuserblocks geschleudert und zerstörten Fensterscheiben, Schaufenster, und die Windschutzscheiben parkender Autdi Eine in der Nähe der Unglücksstelle gelegene chemische Fabrik ist nach Augenzeugenberichten praktisch zerstört Der Bahnhof von South Amboy ist ebenfalls stark mitgenommen. Nr. 62 — Seite 2 ABO Offenbarter Tageblatt Montag, 22. Mai 1950 Hochsommerliche Hitze Hamburg. Ungewöhnlich hohe Temperaturen wurden am Sonntag im gesamten Bundesgebiet gemessen, vereinzelt stieg das Thermometer auf über 30 Grad an. Berlin hatte mit 32 Grad den bisher wärmsten 21. Mai seit hundert Jahren. In Lüneburg und Helmstedt erreichte die Quecksilbersäule 31 Grad. Mit 28 Grad erreichte die Temperatur in Hamburg ihren höchsten Stand dieses Jahres. Aehnlich war es in West- und Süd Westdeutschland. An der Küste dagegen gingen die Temperaturen nicht über 22 Grad hinaus. Kirdieneinzige Basis für Völkerverständigung Hermannsburg. Professor Bachinan, Chicago, der stellvertretende Leiter der Abteilung für religiöse Angelegenheiten beim amerikanischen Hohen Kommissar, bezeichnete die Kirchen als „einzige dauerhafte Basis der . Verständigung unter den Völkern. Baehman . sprach im Rahmen einer Betrachtung über die geschichtlichen Aussichten des christlichen Erbes. Europas auf der fünften Journalistentagung der evangelischen Akademie Hermannsburg. Er hob hervor, Deutschland, Europa und Amerika seien durch die gleichen Probleme verbunden, daher müsse eine immer stärkere Wechselbeziehung der Menschen vor allem durch die Kirchen erfolgen. Zur Verständigung unter den Völkern durch interkonfessionelle Zusammenarbeit in noch stärkerem Maße als bisher riefen der amerikanische Pastor Dr. Carl Zietlov, der in Deutschland zahlreiche Gesellschaften für christlich - jüdische Zusammenarbeit begründet hat, sowie der Vertreter der nationalen amerikanischen Organisationen für. christlich-jüdische Zusammenarbeit, Dr. Jonson, auf, da die wirkliche Kraft von der Religion ' komme. Lebhafte Diskussion rief die These hervor, die Professor Michael Foster, Oxford, aufstellte. Er forderte eine klare Abgrenzung der Sache des Christentums von der Sache Europas und der abendländischen Kultur. Die Kaufkraft des englischen Pfundes ist von 1945 bis 1950 um ungefähr 20 Prozent gesunken. „Spießertum ein Verbrechen" Vizekanzler Blücher gegen Luxussteuer Reutlingen. Vizekanzler und ERP-Minister Franz Blücher lehnte vor der Industrie- und Handelskammer Reutlingen „als Politiker und Vorsitzender der FDP“ die Luxussteuer kategorisch ab, weil sie keinen Ertrag habe und den Export schädige. Die Bundesrepublik brauche, gemessen am heutigen Bevölkerungsstand, einen Exportertrag von 11 Milliarden Mark. Alles, was exportschädigend wirke, habe daher in der Bundesrepublik eine ganz andere Bedeutung als in anderen Ländern. Zum Lastenausgleich sagte Blücher: „Entweder wir versuchen das Aeußerste, um allen durch Krieg oder Nachkriegszeit Betroffenen zu helfen, oder wir geben den Sieg in die Hand Moskaus, wenn einmal 9 Millionen Verzweifelter nicht warten wollen. Spießertum in den großen Fragen von Sein oder Nichtsein ist ein Verbrechen.“ Die Aussprache über den Lastenausgleich sei durch übersteigerte und verzerrte Aeußerungen von beiden Seiten verdorben worden. Die Regierung werde dem deutschen Volk in diesem Sommer ein Gesetz über den Lastenausgleich vorlegen und dann werde man sehen, wie sich hieran die Geister scheiden. Einen unmittelbaren Zusammenhang sieht Blücher zwischen dem Lastenausgleich und einer gesunden Steuerpolitik. Im übrigen halte-er daran fest, daß das ganze Steuersystem durch das neue Gesetz noch unübersichtlicher geworden sei. Zum Flüchtlingsproblem erklärte Blücher, wer der Sache der Vertriebenen schaden wolle, brauche nur hemmungslos zu behaupten, daß von deutscher Seite in dieser Frage noch nichts getan worden sei. Die deutsche Regierung erkenne die große sittliche Verpflichtung der Fürsorge für die Vertriebenen an, weise aber darauf hin, daß dieses Problem ohne internationale Hilfe nicht zu lösen ist. Solange jedoch in Deutschland gesagt werde, es sei noch nichts getan worden, werde Hamburger Parteitag der SPD Gewerkschaitsbund durchbricht den Grundsatz parteipolitischer Neutralität Hamburg. Mit einem Appell an die Welt für die deutschen Kriegsgefangenen eröffnete der zweite Vorsitzende der SPD, Erich. Ollenhauer, am 'Sonntagvormittag den Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Die Welt möge für die Freiheit der noch Lebenden sorgen und Gewißheit über das Schicksal der änderen schaffen. Auch wenn diese Gewißheit grausam sei, so sei sie besser als die Ungewißheit, die den Willen zum Leben und zu etwas Neuem zerstöre. Der Parteitag begann seine praktische Arbeit mit der Wahl des Vorsitzenden des Bezirksverbandes Nordwest der SPD, Karl Meit- mann, und des Vorsitzenden der Kontrollkommission der Partei, des Hamburger Bürgerschaftspräsidenten Adolf Schönfelder, zu Vorsitzenden des Parteitages. Auf Antrag Schönfelders nahm der Parteitag einstimmig eine Entschließung in der Kriegsgefangenenfrage an. An Frankreich, Holland und Belgien wird appelliert, alle Gerichtsverhandlungen gegen deutsche Kriegsgefangene sofort abzuschließen und die bisherigen Urteile zu überprüfen. Gleichzeitig werden alle Demokraten der Welt aufgerufen, sich zu einem gemeinsamen Protest für die schnelle Befreiung der deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion zusammenzuschließen, ln einer zweiten ebenfalls einstimmig angenommenen Entschließung fordert die SPD freie gesamtdeutsche Wahlen, u « die deutsche Einheit wieder herzustellen. Vorher müsse jedoch die freie Betätigung aller demokratischer Parteien und die Viermächtekontrolle gewährleistet werden, damit eine wirksame Garantie für die Abwehr aller bolschewistischen Terrorversuche gegeben sei. Der DGB and die Parteien Für den Deutschen Gewerkschaftsbund mit ■einen über 5 Millionen Mitgliedern nahm das Vorstandsmitglied des DGB., H. vom Hof, das Wort. Er sprach davon, daß trotz oder gerade wegen der parteipolitischen Neutralität ein enger Kontakt mit den Parteien, insbesondere mit SPD, bestehe. Der von der Regierung vorgelegte Entwurf zur Reform der Sozialversicherung wurde von H. vom Hof kritisiert, dagegen begrüße der DGB den von der SPD eingereichten Initiativ-Antrag. Die von den Gewerkschaften .. geforderte Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit zwinge dazu, die Mitbestimmung generell zu realisieren. „Wir stellen die politischen Parteien vor die Entscheidung, wie sie sieh hx den gewerkschaftlichen Forderungen stellen. Der DGB weiß, daß die SPD nicht nur in Einzelheiten, sondern auch im Grundsätzlichen mit ihr übereinstimmt. Daraus geht hervor, in welcher politischen Partei die Interessen der Arbeitnehmer in erster Linie vertreten werden.“ Ebenso würde der DGB die politischen Parteien vor die Entscheidung stellen, wie sie sich zur Sozialisierung stellen werden. Die Gewerkschaftsführung wisse, daß bei der SPD keine Notwendigkeit bestehe, in dieser Frage besondere Erinnerungen ansteUen zu müssen. Die Gewerkschaften seien zur Zusammenarbeit mit allen bereit, die den gewerkschaftlichen Forderungen positiv gegenüberständen. „Bei welcher Partei das Schwergewicht der Zusammenarbeit liegen wird, war bisher nicht schwer zu erkennen und wird- auch künftig nicht schwer zu erkennen sein. Ich hoffe nur, daß die breite Masse der Arbeiterschaft daraus die politischen Konsequenzen zieht (!). 736 218 Mitglieder Wie aus dem Bericht über die Organisation der Partei hervorging, hat die SPD gegenwärtig 736 218 Mitglieder im Vergleich zu 610 212 Mitgliedern 1933. jede Nation ihre Hilfe mit .dem Hinweis versagen, daß erst einmal Deutschland selbst etwas tun müßte. Vorwürfe gegen Schäffer Frankfurt/Main. Mitglieder des Kontroll- ausschusses für Soforthilfe sprechen in letzter Zeit davon, daß Bundesflnanzmlnister Fritz Schaeffer versuche, größeren Einfluß auf die Geschäftstätigkeit des Soforthilfeamtes zu nehmen. Der Bundesminister, so erklären Mitglieder des Hauptamtes, scheine danach zu streben, den Kontrollausschuß als parlamentarisches und das Hauptamt als Exekutivorgan der Selbsthilfe noch vor Erlaß des endgültigen Lastenausgleichgesetzes soweit wie möglich von seiner Person abhängig zu machen. Er beabsichtige damit, die Späterregelung des Lastenausgleiches in seinem Sinne zu sichern. Durch das Eingreifen Schaeffers sollen sich, wie in Kreisen des Hauptamtes für Soforthilfe behauptet wird, die Verhandlungen über neue Soforthilfegelder für die Hausrathilfe verzögert haben. Der Bundesfinanzminister bemühe sich auch, das Soforthilfeamt bei den Haushaltsberatungen als Nachgeordnete Behörde seines Ministeriums zu deklarieren und dem Amt damit finanzielle Selbständigkeit zu nehmen. Der Kontrollausschuß sieht in der Haltung Schaeffers einen krassen Widerspruch zum Wortlaut des Soforthilfegesetzes. Danach habe der Minister nur die Dienstaufsicht, nicht aber ein Weisungsrecht gegenüber den Soforthilfe-Institutionen auszuüben. Für Ent’astung der Hausbesitzer Köln. Der Bundesminister für Wohnungsbau, Eberhard, Wildermuth, trat vor dem Haus- und Grundbesitzerverein in Köln dafür ein, daß der Hausbesitzer wirtschaftlich entlastet wird. Der Grund- und Hausbesitz befinde sich in einer ungemein schwierigen Lage, weil er seit 30 Jahren die Bürde der Zwangswirtschaft und der künstlich niedrigen Mieten trage. Unter den Hausbesitzern befände sich aber ein großer Teil Arbeiter; hierüber sollten die Gewerkschaften einmal nach- denken. Der Bundesminister sagte, er sei überzeugt, daß die Zahl der 1950 gebauten Wohnungen näher an 300 000 als an 250 000 liegt. 3,5 Millionen warfen auf ihre Häuser Herford. Der Vorsitzende der Notgemeinschaft der Evakuierten im britischen und amerikanischen Besatzungsgebiet, Superintendent Hermann Kunst, erinnerte auf einer Kundgebung in Herford daran, daß im Bundesgebiet noch immer 3,5 Millionen Menschen seit fünf Jahren darauf warten, wieder in ihre von den Besatzungsmächten beschlagnahmten Häuser zurückkehren zu können. Diese Evakuierten hätten das gleiche Schicksal wie die Vertriebenen. In einer Entschließung forderten die 2000 Kundgebungsteilnehmer, daß die Besatzungsmächte private Verträge-, mit den deutschen Hausbesitzern abschließen und dabei einfen gerechten Mietpreis zugrundelegen. Das private Eigentum der Evakuierten müsse so schnell wie möglich freigegeben werden. Neues in Kürze Sonntagsrückfahrkarten über Pfingsten gelten nach Mitteilung • der Bundesbahn für die Hinfahrt „von Donnerstag, 25. Mai o.se Uhr bis Pfingstmontag 24 Uhr und für die Rückfahrt vom Pfingstsonntag 12 Uhr bis Donnerstag, 1. Juni, 24 Uhr. Die Zahl der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft zeigt eine rückläufige Tendenz. Die absolute Ziffer der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte betrug am 1 April 987 741 gegenüber 1 138 145 am gleichen Tage des Vorjahres und 1935 »4S am 1. Januar dieses jahres. An einem Salatkopf mit einem Verbraucherpreis ■von etwa zwanzig Pfennig werden nach einer Mitteilung des Deutschen Bauernverbandes vom Zwischenhandel neunzehn Pfennig verdient. Nachdem der Erzeugerpreis von drei Pfennig pro Salatkopf auf einen Pfennig gesunken sei, dürfte der Verbraucher auf keinen Fall mehr als sieben oder ach» Pfennig bezahlen Die westdeutschen Uhren können in Qualität und Preisgestaltung den Wettbewerb mit der schweizerischen Mittelqualität aufnehmen, wie ein Vertreter des Verbandes der Deutschen Uhrenindustrie auf der •Tahreshauntversammlung der Uhrmacher in Bad Pyrmont ausfühte. Die iSchwarzwäldef und Pforzneimer Werke haben ihre Vorkriegsproduktion wieder erreicht. Die Läden der Handels-Organisation (HO) 1 ln der Sowjetzone werden von Montag an die Preise für Fleisch- und Wnrstwaren sowie Fett, Eier und Spirituosen um durchschnittlich 15 Prozent senken. Ein Pfund Schweinefleisch, das bisher 19 Mark kostete, wird vier Mark billiger sein, ein Ei wird nicht mehr «ln« Mark, sondern 79 Pfennig kosten. Die Lebenshaltungskosten Im Saarland sind nach einer amtlichen Mitteilung Im April um rund zwei Prozent gestiegen. Vor allem sind Gemüse, Fleisch und Schmalz teurer geworden. Auf dem Internationalen Hotelierkongreß ln Bad Gastein wurde mit allem Nachdruck gefordert, die Devisenbestimmungen zu vereinfachen und die Zollschranken In der ganzen Welt weitgehend abzubauen. An dem Kongreß nahmen 25» Delegierte aus 29 Staaten teil. Die Bundesrepublik war ebenfalls durch eine Abordnung vertreten. Der erste Internationale Karlspreis der Stadt Aachen wurde am Himmelfahrtstag lm KrSnungssaal des Aachener Rathauses, der ehemaligen Kaiserpfalz, dem Vorkämpfer für eine europäische Einigung, Graf Richard Coudenhoi(e-Kalergi, überreicht. Unglück auf der Liliput-Bahn Köln. Ein schweres Unglück ereignete sidi am Sonntag auf der Kölner Liliputbahn, die aus Anlaß der 1900-Jahrfeier aufgebaut worden war. In einer Kurve stürzte der letzte Wagen und riß die vorderen Anhänger mit. 18 Erwachsene und Kinder, die an der Probefahrt teilnahmen, wurden verletzt; bei zwei der Schwerverletzten besteht Lebensgefahr. Er kann wieder zum Schwimmen gehen Wien. Ein junger Wiener kann jetzt endlich wieder seinem Lieblingssport huldigen, dem Schwimmen Er erschien am Eröffnungstage der neuen Wiener Klinik für kosmetische Chirurgie bei dem Direktor und bat, ihm zu helfen. Er habe fünf Jahre lang nicht schwimmen gehen können. Dann zeigte er dem Professor seine Brust, auf der ein Hakenkreuz tätowiert war. Das Mal wurde ihm entfernt, und nun kann er wieder schwimmen gehen. Bei Unterwasseraufnahmen vom Hai gebissen Hamburg, Der Tiefseeforscher Dr.. Hans Haß ist im Seegebiet von Suakih im Roten Meer von einem kleineren Hai in den rechten Arm gebissen worden. Dr. Haß liegt gegenwärtig im Spital von Port Sudan, hofft jedoch, seine Arbeit bald wieder aufnehmen zu können. Im Seegebiet von Suakin hat die Expedition Unterwasseraufnahmen von drei großen Haien von sieben bis neun Meter Länge aus unmittelbarer Nähe gemacht. Durch den Unfall ihres Leiters ist die Arbeit vorerst unterbrochen. Der Konstanzer „Fr auenarzt" vor G ericht Scheingründungen eines gerissenen Hochstaplers Bielefeld. Tolle Schwindeleien des 28jährigen Photographen Erich Peter Karweine aus Groß-Domberg bei Bielefeld werden zur Zeit vor der Bielefelder Strafkammer untersucht. Der raffinierte Hochstapler hat eine bewegte Nachkriegszeit hinter sich. Er machte sich zum „Verlagsinhaber“, legte sich einen „Freiherrn“ zu, ließ sich zum „Chefarzt“ befördern, erleichterte ahnungslose Frauen üm erhebliche Geldbeträge, pumpte, wo er hur konnte und zahlte nie zurück. Als Bildberichterstatter überstand er den Krieg an der französischen Küste, hatte nach der Kapitulation Angst, nach Hause zurückzukehren, weil er — wie er jetzt aussagt — zeitweilig der SS unterstanden habe. Mit einer schwarzen Brille getarnt kam er nach Schleswig und erschlich sich dort das Vertrauen einer Familie. Er behauptete, In-- haber des Weltverlages „Helios“ zu sein, den er jetzt in Hamburg neu gründen wolle. Zahlreiche Frauen fielen auf seine Schwindeleien herein Er erleichterte sie jedesmal um etliche hundert Mark. Es gelang ihm, sich von der Hamburger. Polizei eine Kennkarte auf den Namen „Erich Peter Freiherr Dr. med. und Dr. phil Karweine von Dornberg“ zu erschwindeln. Mit dieser „Visitenkarte“ in der Tasche ging er auf neue Betrügereien aus. Die übelsten Schwindeleien beging Karweine vom Juni bis Dezember 1948 in Bielefeld. Auch hier „gründete“ er den „Helios-Verlag“ ohne Geld, nahm. Kredite auf. bestellte Waren, die er nie bezahlte und erhielt Darlehen, die er nie zurückzahlen konnte. Er schloß mit mehreren Schriftstellern Verlagsverträge ab und nahm ihre Manuskripte entgegen, obwohl er keine Lizenz besaß Mehrere hundert Mark, die er für ein Konzert des Bundes der Himverletz- ten gesammelt hatte, blieben in seiner Tasche. Ueber Berlin, Hannover, Frankfurt, ging Karweine nach Konstanz, spielte wieder den „Freiherm“ und gab sich als Frauenarzt aus. Dabei gingen fünf Abtreibungen und einige Darlehnsschwindeleien auf sein Konto. Im vorigen Sommer wurde er in Stuttgart verhaftet. In den Hauptanklagepunkten Karweine geständig. ist Peter Prinzessin Taka heiratet kleinen Angestellten Tokio. Nach dem traditionellen Shinto-Ritus wurde die zwanzigjährige zweite Tochter Kaiser Hirohitos, Prinzessin Taka, mit dem 26- jährigen Toschimitschi Takatsukasa getraut. Takatsukasa gehört zwar einer der fünf vornehmsten japanischen Adelsfamilien an, hat aber nur eine gering bezahlte Stellung als Angestellter in einem Eisenbahnmuseum. Prinzessin Taka heißt, da die Adelstitel durch die neue Verfassung aufgehoben wurden, hinfort schlicht Frau Takatsukasa. Als das junge Paar den Palast verließ, wurde es von Tausenden von Japanern begeistert begrüßt, die im strömenden Regen auf die Beendigung der Festlichkeit gewartet hatten. Granatexplosioii tötet drei Kinder Kommlingen. Auf der Irscher Höhe zwischen Kommlingen und Irsch im Regierungsbezirk Trier wurden am Samstag drei Jungen aus Kommlingen, die beim Viehhüten mit herumliegender Munition gespielt hatten, von einer explodierenden Granate zerrissen. Einwohner aus den beiden Dörfern, die die heftige Explosion hörten und an die Unfallstelle eilten, fanden die schrecklich verstümmelten Leichen der elf bis dreizehn Jahre alten Kinder in.einer Wiese. Ein Junge hielt noch eine Granate in der Hand. Wetterbericht Ein ausgedehntes über dem südöstlichen Nordatlantik liegendes Tiefdrucksystem bedingt für Südwestdeutschland Luftzufuhr aus Südwest und damit sommerliches Warmwetter. Vorübergehend einfließende etwas kühlere Luft gibt nur zu kurzdauernden Störungen Anlaß Aussicht bis Wochenmitte: Heiter bis wolkig. Oertliche Schauer oder Gewitter mit leichtem Temperaturrückgang. Ueberwiegend sommerlich warm. \ Montag, 22. Mai 1950 Offenbhrger Tageblatt Nt. 82 — Seite 3 Minister Lais für Sdiuman-Plan E ; n neues Blatt in der Freiburg. „Es gehört ein gut Stück politischer Blindheit und Borniertheit dazu, wenn nach dem Angebot des französischen Außenministers noch jemand verlangt, dem Straßburger Europarat fernzubleiben“, erklärte Wirtschaftsminister Dr. Eduard Lais auf der Hauptversammlung des Verbandes der Handelsvertreter in Baden. Ohne deutsch-französisches Einvernehmen sei das Europa von Straßburg nicht lebensfähig. Auf der einen Seite müsse Deutschland, um eines Tages von der Europa-Hilfe unabhängig zu werden, eine Industrie entwickeln, welche die Vorkriegsvorstellungen einer deutschen Industrieintensität in den Schatten stellen, auf der anderen Seite sei es verständlich, daß jenseits des Rheins dieser Sachverhalt die Frage auftauchen lasse, ob die zwangsläufige Entwicklung der deutschen Industrie die französische nicht an die Wand drücken und damit Deutschland ein politisches Uebergewicht in Europa geben werde. Diese Perspektiven hätten die Franzosen wie auch die Engländer vermutlich veranlaßt, mittels der Demontagen die deutsche Industrie zu beschneiden und die Produktion des Saargebietes der französischen Wirtschaft einzuverleiben, eine Politik, die vom deutschen und europäischen Gesichtspunkt aus eine engherzige und kurzsichtige Politik gewesen sei. „Dies war der Aspekt und die Lage bis zum vorletzten Dienstag", betonte der Wirtschaftsminister, „als Robert Schuman den deutschfranzösischen Zusammenschluß von Stahl und Kohle vorschlug. An diesem Abend wurde im Buch der europäisch-abendländischen Geschichte ein neues Blatt umgewendet, und eine Zeitepoche von 500jähriger Dauer der gegenseitigen Bekriegung hat ihren Abschluß gefunden. Die kühne Tat Robert Schurhans und der Mann selbst werden in die Geschichte ein- gehen. Der Weg ist nunmehr frei für die erste Etappe einer europäischen Föderation.“ Das Angebot Schumans sei doppelt wertvoll, da es. Deutschland einlade, an der wirtschaftlichen Entwicklung des afrikanischen Kontinents teilzunehmen. Die Lösung der Frage, wie von 1952 ab das europäische und deutsche Dollardefizit ausgeglichen werden kann, läßt sich nach Ansicht des Ministers durch das Dreiecks-Austauschsystem zwischen USA, Europa und Afrika erleichtern. Zum Problem der Ueberbevölkerung stellte Wirtschaftsminister Dr. Lais fest, daß in Westdeutschland auf einen Quadratkilometer 200, in Frankreich dagegen nur 74 Menschen leben. Wenn man sich jedoch verstehen und überholte Ressentiments beiseite lassen würde, könnte man sich durchaus vorstellen, daß einige zehntausend junge deutsche Bauernehepaare auf brachliegendem französischem Boden angesiedelt werden könnten. In Deutschland würde man lieber den billigeren Weizen von den Franzosen als den teueren von den Amerikanern beziehen. Neben Afrika käme nur noch Südamerika für eine großzügige Bevölkerungspolitik in Frage. Diese Räume zur Entspannung gerade auch des deutschen Bevölkerungsüberdrucks auszuschöpfen, wäre eine Aufgabe, deren Lösung mit dem Truman-Programm der Entwicklung der rückständigen Länder in Angriff genommen werden könnte. Wohieb beim Mode-Coctailempfang Baden-Baden. Fünf der bekanntesten französischen Mannequins führten am Samstag und Sonntag im Kurhaus in einer Veranstaltung der Spielbank erstmals in der französischen Zone die neueste Kollektion des Pariser Modeschöpfers Marcel Rochas vor. Am Samstag nachmittag hatte der französische Distriktsdelegierte Mercier zu Ehren Rochas einen Coctail-Empfang gegeben, an dem der Landeskommissar für Baden, Pierre Pxne, der badische Staatspräsident Wohieb mit verschiedenen Mitgliedern der Regierung und Vertretern der ausländischen Missionen . in Baden- Baden, darunter auch der sowjetischen, teil- nahmen. Die Vorführung selbst, die mit Souper und anschließendem Tanz verbunden war, wurde zu einem großen gesellschaftlichen Ereignis, an dem über 500 Personen teilnahmen. im großen Kurhaussaal zeigten die Mannequins kostbare Medolle Rochas für alle Zwecke und Tagesstunden Mit seiner Kollektion kreiert der Modeschöpfer einen neuen Stil: die breiten und männlichen Schultern, die schlanke Taille, weiche, leichte und weibliche Schneiderkostüme, mit denen Rochas die Mode erneut revolutionieren will, elegante und praktische Mäntel und Reisekostüme und schließlich be- - tont vornehme, mit sehr viel Stoff gearbeitete und in verschwenderischer Farbenfülle, jedoch weichen Tönen gehaltene große Abendkleider, die nach den Worten Rochas „weniger in Erstaunen setzen als verführen wollen . Ein Gashüttenwerk In Karlsruhe? Karlsruhe. Die Karlsruher Hochschulprofessoren Dr Jungbluth und Dr. Terres haben em Gutachten über den Bau eines Gashüttenwerkes fertiggestellt, in dem neben einer jährlichen Produktion von 300 Millionen Kubikmeter Gas voraussichtlich 200000 Tonnen 2e- europäisdien Geschichte ment und 150 000 Tonnen Eisen und Stahl aus Bodenschätzen Württemberg-Badens produziert werden können De 1 * Plan wurde zwischen Vertretern des Staates, der Stadt, der Wirtschaft und der Wissenschaft besprochen. Der württembergisch-badische Landtag hatte für Offenburg. Die Kriminalpolizei Offenburg war seit dem 13. Mai mit Erhebungen wegen umfangreicher Autodiebstähle in Südwestdeutschland beschäftigt. Es war bekannt geworden, daß in der am Unteren Mühlbach außerhalb der Stadt gelegenen Autoreparaturwerkstätte eines hiesigen Autovermieters häufig neue Volkswagen zu- und abgeführt werden So entstand der Verdacht, daß es sich um gestohlene Wagen handeln müsse, die hier geändert und dann weiter verkauft wurden. Entsprechende Erhebungen der Kriminalpolizei bestätigten diesen Verdacht, so daß schlagartig zugegriffen wurde. Innerhalb weniger Tage saßen die meisten Beteiligten hinter Schloß und Riegel, über 20 gestohlene und bereits wieder veräußerte Wägen wurden bis jetzt sichergestellt. Die Erhebungen sind noch in vollem Gange. Als Autodiebe kommen ein 36 Jahre alter kaufmännischer Angestellter aus Duisburg, ein 34 Jahre alter Kaufmann aus Blumental (Kreis Insterburg) Und ein 39 Jahre alter Kaufmann aus Dröschdorf in Frage. Diese hatten seit Frühjahr 1949 in verschiedenen Städten des Bundesgebietes Autos auf Parkplätzen gestohlen und sich ausschließlich auf Volkswagen spezialisieri- Da diese Wagen alle abgeschlossen waren, wurden anfänglich die Türschlösser gewaltsam entfernt. Später haben die Diebe ein Instrument konstruiert, mit dem sie mit Leichtigkeit jedes Wagenschloß öffneten. Mit Nachschlüsseln oder ei- Untersuchungen, die von den beiden Hochschulprofessoren in Trostberg/Oberbayem geführt worden sind, insgesamt 150 000 DM bewilligt Weitere Teilfreigabe in Kehl Freiburg. In Kehl wird am 22. Mai ein weiterer Teilabchnitt mit 52 Wohnungen von den französischen Behörden freigegeben werden. nem Weinen Schraubenzieher wurden die Wagen in Betrieb gesetzt und zunächst außerhalb der betreffenden Stadt gefahren. Sodann wurden die Kennzeichen des gestohlenen Wagens entfernt und die Kennzeichen eines von einem Beteiligten zugela'ssenen Wagens angebracht. Die gestohlenen Wagen wurden alle nach Offenburg verbracht und hier von dem genannten Autovermieter in seiner Werkstätte „umfrisiert“. Er hat mit zwei seiner Angestellten in äußerst geschickter Weise Wagen- und Motomummem sowie Typenschilder entfernt und neue Nummern eingeschlagen, zum Teil auch Wagen neu gespritzt. Durch - gefälschte Papiere wurde sodann der Anschein erweckt, daß es sich um zusammengesetzte Wagen oder solche aus Besatzungs- Heeresbeständen handeln würde. Die Wagen wurden in der Hauptsache in Karlsruhe an einen Kaufmann und an einen Autohändler sowie im Kreise Bühl abgesetzt. Ein 34 Jahre alter Kaufmann aus Oberweier hat allein 12 der gestohlenen Wagen erhalten und weiter veräußert. Ein 52 Jahre alter Ingenieur aus Bühl hat insgesamt 8 Fahrzeuge erhalten und weiter veräußert. Ueber ein Dutzend Fahrzeuge wurden allein im Kreis Bühl zugelassen. Dies wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht der betreffende Zulassungsbeamte mit den Hehlern unter ‘einer Decke gesteckt wäre. Es ist erstaunlich, mit welch primitiven und gefälschten Papieren diese Zulassungen zustande kamen. Es beginnt nun die nicht leichte Arbeit, die sichergestellten und nach Offenburg verbrachten Wagen zu identifizieren, um diese an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgeben zu können. Bis jetzt hat der erste Bestohlene, ein Kaufmann aus Meersburg, seinen Wagen zurückerhalten. Diesem wurde sein Fahrzeug am 13. Mai in Wiesbaden, während er einer Festaufführung „Der Meistersinger“ beiwohnte, auf dem öffentlichen Parkplatz gestohlen. Vier Stunden später (!) war der Täter in Offenburg festgenommen und der Wagen Sichergestellt. Er wollte den Wagen hier zum „Umfrisieren“ zuführen und wußte natürlich nicht, daß diesem „Spezialist“ mit seinen Helfern 12 Stunden vorher das Handwerk gelegt worden war. Strafbare „Heimarbeit“ Karlsruhe. Neun Arbeiter einer Nähmaschinenfabrik und elf andere Personen wurden von der Kriminalpolizei verhaftet. Die Arbeiter hatten insgesamt 40 Nähmaschinen in Einzelteilen aus der Fabrik entwendet, zu Hause zusammengesetzt und die Nähmaschinen unter dem Fabrikpreis an Händler verkauft. Bisher konnten 35 der gestohlenen Nähmaschinen sichergestellt werden. Drostefeier in Meersburg Meersburg. Zum 102. Todestag der „Dichterfürstin“ Annette von Droste-Hüishoff veranstaltet die Bodensee-Vereinigung der Drostegesellschaft am Mittwoch eine Feierstunde. Städtische Bühnen Freiburg i. Br. GroBes Haus: Dienstag 20 Uhr: „Die Gondolieri” (Operette von A. Sullivan); Mittwoch 20 Uhr: „Die verkaufte Braut” (Komische Oper von F. Smetana); Donnerstag 20 Uhr: „Don Carlos” (Dramatisches Gedicht von F. Schiller); Freitag 20 Uhr: „Schneewittchen” (Oper von O. Maag); Samstag 20 Uhr: „Der Bettelstudent” (Operette von C. Millöcker); Sonntag 20 Uhr: „Die Entführung aus dem Serail” (Komische Oper von W. A. Mozar); Montag 20 Uhr: „Der Zarewitsch” (Operette von Fr. Lehar). Kammerspiele: Dienstag 20 Uhr: „Der Tod das Handlungsreisenden” (Schauspiel von A. Miller, Erstaufführung); Donnerstag 20 Uhr: „Bezauberndes Fräulein” (Musikalisches Lustspiel von R. Benatzky); Samstag 20 Uhr: „Schmutzige Hände” (von J. P. Sartre); Sonntag 20 Uhr: „Geisterkomödie" (Eine unwahrscheinliche Komödie von N. Coward); Montag 20 Uhr: „.Hurra, ein Junge" (Schwank von F. Arnold und E. Bach). pni WMM mm M ins :WW ' r % \ meine mmk mm mm mm macht Laune! mM NS WM ZMM Vom ersten bis zum letzten Zug ist Collie gut! WM KM MM MM KA-A:-A,-: AM ' MW: Bps? g$j MM AM- KM Autodieben das Handwerk gelegt Offenburger Auto-„Friseur" und das diebische Kleeblatt hinter Schloß und Riegel — Ein Zulassungsbeamter mit den Hehlern unter einer Decke Nr. — Seite 4 ABC Offenburger Tageblatt Samstag, Mal 1*80 Raketengeschosse sausen durch die Luft Fliegende Untertassen — ein ferngelenktes amerikanisches Abwehrgeschoß? Die Halbinsel im Pazifik, auf der vor mehr als 400 Jahren der Spanier Cabrillo erstmals landete, ist heute eine Raketenversuchsstation der Vereinigten Staaten geworden. Täglich werden viele ferngelenkte Raketen abgeschossen. Einige fliegen so schnell, daß man sie nach einigen Sekunden schon nicht mehr mit den bloßen Augen erkennen kann; andere dagegen steigen 3000—6000 Meter hoch und nehmen dann waagerechte Fahrtrichtung an. Noch wieder andere vollführen reinste Akrobatik. Sie schlagen Loopings, machen Sturzflüge rasen aufeinander zu, um dann im letzten Augenblick abzubiegen. Alle diese Geschosse sind unbemannt und werden von irgendeiner der vielen kleinen Inseln, die der Küste vorgelagert sind, ferngelenkt. Der Hauptsitz ist Point Mugu, aber die Inseln Santa Cruz, Santa Rosa, San Miguel, San Micolas und Anacpa gehören ebenfalls noch zum Versuchsgebiet. Aber nicht nur, daß die Geschosse sich ganz verschieden voneinander verhalten, sie haben auch mannigfache Formen. Es gibt Zeppelinartige, V-2-ähnliche, runde wie die Fliegenden Untertassen, und fortwährend werden noch Versuche mit anderen Modellen gemacht. Der Start einer Rakete ist dort nichts Außergewöhnliches mehr. Der Starter gibt sein Zeichen und der Pilot, der in diesem Fall night in der Maschine, sondern vor seinem Kontrollgerät schön auf der Erde bleibt, übernimmt die Führung seines Geschosses. Dieses Geschoß folgt jeder Bewegung, die der Pilot mit seinen Fingern macht, und ist also ganz in seiner Hand. Vor kurzer Zeit ist gerade ein neuer Typ in Dienst gestellt worden. Er sieht aus wie ein Torpedo von 5 Meter Länge und besitzt zwei kleine Tragflächenstummel. Diese Maschine könnte man als Jäger des Raketenzeitalters bezeichnen, denn sie hat die Aufgabe, etwaige feindliche Flugzeuge mit Atombomben an Bord zu vernichten. Einstweilen wird sie auf eine in der Luft dahinrasende Zielscheibe losgelassen. Um ihre Aufgabe nun erfüllen zu können, muß sie schneller als das schnellste Flugzeug und dazu noch wendig sein. Aber nicht nur das, dieser fliegende Robot muß das feindliche Flugzeug unbeirrbar durch Wolken, Nebel und dergleichen Hindernisse verfolgen können. Er ist so konstruiert, daß er von Motorenlärm, Licht oder Luftströmen wie ein Magnet angezogen wird. Raketen dieser Art sind in einem Kriegsfälle die einzigen zuverlässigen Verteidigurjgsmit- tel gegen die Atombombe. Die Bewohner . von Oxnard, einem kleinen Ort auf dem Festland, dem die Inseln vorgelagert sind, haben sich längst an die Raketenversuche gewöhnt. Die Fischer wundern sich nicht mehr, wenn sie plötzlich per Lautsprecher von einem Flugzeug angesprochen werden, sich in einer bestimmten Zeit nicht in dem Versuchsgebiet aufzuhalten, da es gefährlich für sie werden könnte. Seit die Amerikaner von diesem Versuchsgebiet wissen, kommen täglich viele per Auto aus Kalifornien und fragen die Bewohner des kleinen Ortes, ob sie auf cie Inseln kommen können Aber das ist ganz ausgeschlossen, denn dort haben nur Personen mit besonderen Ausweisen Zutritt und die Mannschaften werden auf dem Luftwege mit Proviant und Material versorgt. Aber Point Mugu ist nicht die einzige Versuchsstätte der USA. Das Schwergewicht der Versuche liegt sogar woanders, nämlich in White Sand, in Texas. Während auf Point Mugu Abwehrwaffen ausprobiert werden, werden in White Sand neue Modelle mit größerer Reichweite und Sicherheit erprobt. Dort ist auch der deutsche Prof. Wagner von den Henschelwerken und viele andere V-2-Wis- senschaftler. Bei Kriegsende waren die Amerikaner noch nicht einmal soweit in der Ra ketenforschung wie die Deutschen, aber durch die jetzige Zusammenarbeit sind sie in der Lage, mit viel wertvolleren Raketen - aufzuwarten als V 1 oder V 2. In Amerika beschäftigt die Raketenindustrie nahezu 20 000 Menschen. • Einträgliche Geschäfte mit Geistern Medien studieren die Todesanzeigen der Zeitungen Prinz Hamlet von Dänemark brauchte keinen I zurück. Wir lebten damals beide in Kopen- Spiritisten — der Geist seines ermordeten hagen, waren aber nie verheiratet. Doch hatten Vaters erschien ihm auch so. Dänemarks Ok kultisten und Spiritisten, die für ihre sogenannte Wissenschaft Proselyten machen wollen, vor allem aber Geld zu verdienen wünschen, wenden moderne Grundsätze der Kundenwerbung an. Ihre Erfolge sind nicht gering. Als in einer Direktsendung des dänischen Staatsrundfunks Professor Plum (er heißt wirklich so) kürzlich das seit Jahren hochberühmte Medium Frau Mellon! entlarvte, fiel Licht nicht nur in die Dunkelkammer dieser Spiritistin, die mit dem Fuß Geisterbotschaften schrieb, sondern auch auf die erstaunlichen Praktiken der ganzen Gilde. / Die Medien studieren fleißig die Todesanzei gen der Tageszeitungen. Man sucht sich das Passende heraus, erkundigt sich unauffällig in der Nachbarschaft der von einem Todesfall betroffenen Familie so weit möglich über Aussehen, Charakter, Krankheiten und besondere Erlebnisse des Verstorbenen; dann werden die Hinterbliebenen angerufen. Das sieht so aus: _ Bei einer bekannten Geschäftsfrau, die kürzlich ihren Ehemann verloren hatte, klingelt das Telefon. Eine Unbekannte meldete sich und bestellt Grüße des Toten. Die Witwe ist fassungslos und versteht nicht. Die Stimme der Unbekannten sagt: „Ich habe Ihren Mann einmal in der Vorzeit getroffen, wir standen uns sehr nahe.“ Die Witwe staunt: „Vorzeit? Ich kenne meinen Mann seit Kindertagen!“ Die Stimme: „Verstehen Sie mich nicht falsch, die Vorzeit von der ich spreche, liegt 700 Jahre Schicksal einer großen Liebe iAu! der abenteuerlichen Suche nach einer blinden Unbekannten Ist die liebenswerte Sage von Romeo und Julia längst verblichen? Ist unsere heutige Generation nach Krieg, Hunger und Massenflucht nicht mehr fähig, die Liebenden von Verona zu begreifen? Ein Mann, der seit nunmehr fünf Jahren durch Frankreich wandert, gibt die erstaunliche Antwort! Es ist ein gewisser Hermann Kapp aus Bielefeld, 1921 geboren, also jetzt 29 Jahre alt. Im letzten Krieg war er Unteroffizier bei den Panzern. Als der Frankreichfeldzug begann, war er 19 Jahre. Da kam der seltsame Tag bei Bethune. Mitte Juni 1940 mag es gewesen siin. Die deutsche Vorhut gelangt im nordfranzösischen Industriebecken mit den ersten Panzern in ein brennendes Dorf, das von den Bewohnern fast gänzlich verlassen ist. An der Mairie flattert der letzte Heeresbericht des Gegnefs: „Von der Ostfront insgesamt nichts Neues!“ Stukas haben vor wenigen Stunden ihre todbringende Last hier abgeladen. Die deutschen Panzer halten an und tapken Betriebsstoff. Diese Pause benützt der Unteroffizier Hermann Kapp, um sich ein wenig zwischen den brennenden Häusern umzusehen. Er kommt vor die Kirche, deren Dach abgedeckt ist. Die Tür steht halb offen, er tritt ein. Seitwärts vom Altar hockt eine kleine Gruppe von vier armseligen Menschen. In ihrer Mitte ein schwerverwundetes Mädchen. Sie mag etwa 18 Jahre alt sein. Das Blut aus einem zerschmetterten Arm rinnt auf die grauen Fliesen. „Lassen Sie sie liegen“, murmelt ein alter Flame, „sie stirbt uns unter den Händen. Ein Splitter hat ihren Sehnerv getroffen, sie ist blind geworden. Es ist besser so für sie!“ Der Unteroffizier sieht bestürzt auf die kleine Gruppe. Es sind belgische Flüchtlinge die aus Courtrai kommen. Als sie das Dorf passierten, kam der Bombenhagel von oben, zerstörte die Fahrzeuge, zerstörte auch das junge Menschenleben hier am Boden. In diesem Augenblick vergißt der Unteroffizier Kapp aus Bielefeld, was man ihm bisher gepredigt hat. < Diese Menschen vor ihm sind hilfsbedürftig. Er eilt zum Arzt seiner Truppe, beschwört ihn, zu helfen. Die Blutung des zerschmetterten Armes wird abgebunden Die Verletzte findet nach einer Injektion das Bewußtsein wieder. Doch ihren Retter kann sie nicht sehen. Das zerstörte Augenlicht kann ihr kein Arzt wiedergebe]?' Der Unteroffizier hätte nun gehen können. Was er tun konnte, hat er getan. Doch er bleibt vor der jugendlichen Schönheit stehen, kann sich nicht losreißen, setzt sich zu dem Mädchen, und in seinem unbeholfenen Französisch beginnt er in wenigen Minuten, die ihm noch bleiben, etwas von dem zu berichten, was ihn bedrückt. Vom Wahnsinn dieses Tötens, yon der Möglichkeit, sich einst wiederzutreffen, wenn endlich einmal wieder Friede in der Welt sein wird. Die Schwerverwundete neben ihm hört andächtig zu. Zum erstenmal in ihrem Leben spricht dieser Mensch zu ihr, doch sie versteht ihn besser, als er annehmen darf. „Wenn alles vorbei ist, dann suche ich dich, Rose“, murmelt der junge Deutsche beim Abschied. „Es ist gut, komm wieder“, sagt das Mädchen und streicht über seine Hände. Das ist der Abschied von 1940 in dem kleinen brennenden Dorf bei Böthune. Hermann Kapp fährt mit den Panzern weiter. Er fährt durch Frankreich, fährt durch Rußland und fährt wieder durch Frankreich, als die Invasion geglückt ist, und man seine Einheit in der Normandie anfordert. Hier gerät er in amerikanische Gefangenschaft. Doch in diesen Jahren hat er ein einziges Erlebnis nicht vergessen: jenen Tag bei Bethune, an dem er einem blinden Mädchen versprach, wiederzukommen. Als man ihn aus der Gefangenschaft entläßt, eilt Hermann Kapp unverzüglich an die Grenze, verschafft sich einen gefälschten Grenzübertrittsschein und geht auf die fast hoffnungslose Suche nach dem Mädchen, von dem -er nur weiß, daß sie Rose heißt und aus Courtrai stammt In Belgien erfährt er, daß die Familie nach dem Waffenstillstand nicht nach ihrem Heimatort zurückgekehrt ist. Sie soll irgendwo in Frankreich leben. Hermann Kapp beginnt seine Odyssee von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt. Es dauert nicht lange, da hat ihn die Gendarmerie geschnappt. Man steckt ihn ins Gefängnis, er wird ausgewiesen. Sechs Wochen später ist er bereits wieder auf der Landstraße zwischen Caen und Rennes. Er arbeitet bei Bauern, er verdingt sich in den Häfen für einige ■ Tage als Arbeiter. Viele helfen ihm heimlich weiter, niemand zeigt ihn an. Endlich in Neufchätel scheint sich eine Spur der Verschwundenen zu finden. Man erzählt, daß hier eine junge Belgierin mit nur einem Arm und im Kriege erblindet lange Zeit mit ihren Eltern gelebt habe. Dann sind sie ins Calvados nach Nordfrankreich übergesiedelt. Sie sollen in Lillebonne wohnen. Hermann Kapp wandert durch ganz Frankreich, doch wenige Kilometer ydr dem Dorfe faßt ihn erneut die Polizei. Wochen der Haft vergehen, dann setzt Hermann Kapp seine Odyssee fort. Eine große Pariser Wochenzeitung hat sich nun des unermüdlich Suchenden angenommen. Man hat seine ergreifende Geschichte veröffentlicht und vielleicht wird dies dazu beitragen, daß sich der Herzenswunsch der beiden jungen Menschen erfüllt, die sich einst inmitten der sinnlosen Zerstörung in wenigen Minuten fanden. Bis dahin hat der nimmermüde Romeo unserer Tage noch manchen Kilometer hinter sich zu bringen. wir großes Vertrauen zueinander. Da ist es ganz natürlich, daß er sich jetzt an mich wendet.“ Die Witwe fragt, wie sich der Tote dann an „sie“ wende — „Auf okkultistischem Wege, ich bin Spiritistin.“ Die Witwe sagt; „Spiritist war mein Mann nie.“ Die Stimme antwortet: „Aber das ist er jetzt. Er war in meinem Zimmer und hat mir die Hand gedrückt. Es geht ihm jetzt etwas besser, aber er ist noch nicht ganz gesund, er hustet noch sehr stark. Er möchte Ihnen gern Dank sagen für das, was direkte Verbindung mit Ihnen. Dazu will ich Ihnen gern verhelfen. Kann ich Sie besuchen kommen?“ Ein Kaufmann hörte am Tage nach dem Begräbnis seiner Frau eine weibliche Stimme im Telefon. Sie sagte: „Es ist nicht leicht, Ihnen zu erklären, worum es sich handelt, aber ich halte es für meine Pflicht als Mitmensch. Ich bin Medium und da geschieht es, daß ich mit den Geistern Verstorbener in Verbindung komm. Verstehen Sie, worauf ich hinaus will?“ Dem Witwer schwant etwas. Die Stimme fährt fort: „Gestern abend hatte ich eine Seance in meinem Heim. Drei Geister sprachen mit mir, alles sehr bekannte und angesehene Leute, die ziemlich um die gleiche Zeit starben, wie Ihre Frau. Sie sagten, daß Ihre Frau sehr unglücklich sei. Schließlich kam sie selbst und bestätigte, daß sie an Depressionen leide. Sie deutete an, daß sie Ihretwegen Kummer hat.“ Der Witwer meint, das hätte seine Frau bei Lebzeiten nie gesagt Das Medium gibt, zu: „Vielleicht begann das auch erst nach ihrem Tode. Aber das kann genau so ernst sein, vielleicht noch schlimmer, weil sie ja nun allein, ist. Ja, sie sagte geradezu, daß sie sich sehr einsam fühle und sich nach Gesellschaft sehne, besonders nach Ihrer. Das ist nur natürlich. Sie würden sie sehr beruhigen, wenn Sie ein Gespräch mit ihr hätten über ihre Probleme und Sorgen. Darf ich Sie besuchen?" Mit dieser stereotypen Formel enden all® Anrufe der Medien Wer schwach ist, läßt den Geistermakler kommen, der den Toten aus dem Jenseits herbeiruft. Für 10 bis 50 Kronen, eine feste Taxe gibt es nicht. Der Preis steht im Belieben des Kunden. So kann später niemand von Uebervorteilung reden und die Polizei zu Hilfe rufen. Seit der Melloni-Affäre bekommen die dänischen Zeitungsleser täglich eine Prise Auf- Sie ihm in seinem Leben gewesen sind. Er I klärung erteilt. Bei den Anfälligen, die es hat eine Botschaft für Sie, die er aber nicht [nötig haben, wird die Kur vermutlich nicht durch mich bestellen lassen möchte. Er will I anschlagen. H. Chr. H. Vereinsausflug zum Meeresgrund Unterwasser-Jagd ist an der Riviera große Mode An die Riviera huldigen Eingesessene u. erlebnishungrige Feriengäste mit Leidenschaft einem neuen Sport: der Unterwasser-Jagd. Der Fisch wird zum Wild, der Meeresgrund zum Jagdrevier, Mit Taucherhelm und Schwimmflossen, Harpune und Unterwassergewehr ausgerüstet steigt der Unterwasser- Jäger in die Tiefe. Statt mit dem Angelgerät auf die Beute zu warten, stellt er sie im eigenen Element. Von Woche zu Woche versammeln sich an Frankreichs sonniger Südküste mehr Freunde des Wettauchens und Wettjagens. Man veranstaltete sogar eine regelrechte Unterwasser-Olympiade mit Silberpokalen für die tüchtigsten Teilnehmer Die klippen- und grottenreiche Mittelmeerküste mit ihrer phantastischen Algen- und Tangflora bietet für diesen abenteuerlichen 5|portzweig, der aus Amerika kam, den richtigen Rahmen. Wie man sich anderswo zu Schwimmvereinen zusammenschließt. entstehen hier Unterwasser-Clubs. Cannes hat einen der bekanntesten — den „Club Alpin Sous Marin“. Neuaufgenommene Mitglieder machen sich im sicheren Bassin mit den besonderen Gesetzen der Unterwasser-Welt vertraut. Die Jagd in den Meerestiefen ist nichts für Anfänger. Haie und Tintenfische werden ungemütlich, ,wenn man sie auf spießt. Nur wer ein ausreichendes Training hinter sich hat, darf an den Vereinsausflügen zum Meeresgrund teilnehmen. In den Schaufenstern der Küstenorte liegen zwischen Badeartikeln kleine, einfache Tauchgeräte zum Verkauf, die Nase und Augen vor dem Wasser schützen. Für Unternehmungen in größerer Tiefe hat man. raffinierte Taucherglocken konstruiert, die einige kleine Stahlflaschen mit komprimierter Frischluft enthalten. Sie werden einfach über den Kopf gestülpt und mit Bleigewichten ausbalanciert. Unten ist die Glocke offen Der Luftdruck verhindert,' daß Wasser eindringt. Manche Modelle haben Platz für einen Fotoapparat oder eine Schmalfilmkamera, mit denen man unter der Wasserschutzhaube unbekümmert operieren kann. Fünfzehn bis zwanzig Meter unter dem Meeresspiegel öffnet sich eine Welt voller Geheimnisse. Der Taucher fühlt sich wie in einem Monstreaouarium. Er schwebt oder steht im gedämpften Licht inmitten der grau-grünen Meeresvegetation. Die Eingänge zu den Unterwasserhöhlen sind mit Vorhängen aus Algen drapiert. Fische stehen regungslos über und neben ihm wie riesige Schatten. Aber Entfernungen lassen sich unter Wasser nur schwer schätzen. Das Unterwasser-Gewehr, das mit Federspannung oder Luftkompression arbeitet hat eine Reichweite von 20 Metern. Ein Tier, das damit erlegt und unter Wasser auf zwei Meter geschätzt wird, ist oben im Boot nur noch einen Meter lang. Die Lichtbrechung täuscht Der Meisterspion des Kaisers Einer der gefürditetsten Spione des ersten Weltkrieges starb Nach einer Meldung der „Stockholms Tid- ningen“ erlag Franz von Rintelen, einer der gefürchtetsten Spione des ersten Weltkrieges, in einer Londoner Untergrundbahnstation einem Herzschlag. Vom deutschen Kaiser wurde Rintelen im Kriege 1914/18 nach den Vereinigten Staaten geschickt, um dort für den Kriegseintritt Amerikas auf Seiten Deutschlands zu wirken und gleichzeitig Sabotagehandlungen gegen Munitionstransporte der Entente vorzunehmen. Bei seinem Eintreffen in den USA standen ihm für seine Tätigkeit 25 Millionen Dollar zur Verfügung. Die Sabotagehandlungen begann er in größtem Maßstabe mit seinen „explosiven Zigarren“, die die Schiffe auf hoher See in Brand setzten. Rintelens „Zigarren“ bestanden aus zwei durch eine mehr oder minder starke Kupferplatte getrennten Hohlräumen. Der eine war mit einer ätzenden Säure gefüllt, der andere mit einem hochexplosiven Sprengstoff. Sobald nun die Säure die Metallplatte zersetzt hatte, wurde der Sprengstoff zur Explosion gebracht. Durch diese Machenschaften wurden insgesamt 32 Transporte vernichtet. Fieberhaft arbeitete nun natürlich die Gegenspionage der Entente unter Führung des Admirals Sir Reginald Hall, damals Chef des Secret Service der englischen Marine. Einer jungen Agentin des Admirals gelang es, sich in den Besitz von Rintelens Geheimcode zu setzen. Kurz darauf erhielt Rintelen eine fingierte Reiseorder nach Deutschland. Mit einem Schweizer Paß versehen, trat er die Reise an Bord eines holländischen Dampfers an. Einige Meilen vor der englischen Küste wurde das Schiff angehalten, der Spion verhaftet und an Land gebracht. Mit der für heutige Verhältnisse sehr gelinden Strafe von vier Jahren Gefängnis kam er davon. Nach seiner Haftentlassung kehrte er in die Heimat zurück Als Hitler an die Macht kam, ging er als Gegner des Regimes nach England, nahm seinen Wohnsitz in London, wohnte dort in größter Zurückgezogenheit und ließ sich naturalisieren Mit Admiral Hall, seinem einstigen Widersacher, verband ihn herzliche Freundschaft. Als sich die Tochter des Admirals 1934 vermählte, befand sich Rintelen an der Hochzeitstafel unter den Ehrengästen; seine Tochter war eine der Brautjungfern. Bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges bemühte sich Admiral Hall vergeblich, Rintelen vor der Internierung zu bewahren. Die Engländer hielten es aber für zu gewagt, einen der größten Spione aus dem Weltkrieg I auf freiem Fuß zu lassen und internierten ihn auf der Insel Man. In den zwanziger Jahren veröffentlichte Rintelen seine fesselnd geschriebenen Lebenserinnerungen unter dem Titel „The dark invader“. Dieses Buch wurde zu einem Sensationserfolge. In ihm enthüllt der Verfasser die Vorgänge, durch die der Geheimcode in die Hände des Secret Service gelangte. Wort für Wort wurden diese Angaben durch Admiral Hall bestätigt, der zum Ausdruck brachte, daß den damaligen deutschen Militärattache in Washington das Verschulden für die Entzifferung des Codes trifft. Es war kein anderer als — Franz von Papen! Deutschlands ältester Baum Nach privaten Mitteilungen aus dem Kreise Lauban in Schlesien ist die im westlichen Teil des Dorfes Katholisch-Hennersdorf stehende gewaltige Eibe das Opfer der Zeit geworden. Sie war nach dem Urteil maßgeblicher Fachmänner der älteste Baum Deutschlands. Ihr Alter wurde auf 1500 Jahre geschätzt. Die Riesin hatte einen Umfang von 5 Mei tem und war 10 Meter hoch. Seit 1813 war der Stamm hohl; ein Eisenring hielt ihn zusammen, da er zur Spaltung neigte. Allen Wettern, allen Stürmen hatte die Riesin getrotzt. Der strenge Winter 1928/29 hatte dem Baum allerdings das erste Mal erheblich zugesetzt. Schon damals starben einige große Aeste ab Montag, 22, Mal 1950 Offenburger Tageblatt Nr. 62 Seite 5 oJdAAjMfy Triumph der Oberliga Süd Alle 4 Mannschaften siegten in der Vorschlußrunde - SSV Reutlingen unterlag Preußen Delbrück erst nach Verlängerung 0:1 — Kaiserslautern—Essen auch nach Verlängerung unentschieden In der Vorrunde zur Deutschen Fußbaillmei sterschaft feierte der süddeutsche Fußballver- band am Sonntag einen großen Triumph und brachte alle vier Vertreter in die Zwischenrunde. Der südd. Meister, Spvgg. Fürth, be zwang Horst Emscher in Worms mit 3:2. Der VfB Stuttgart als zweiter Vertreter hatte in Köln schwere Arbeit, den norddeutschen Dritten, VfL Osnabrück, vor 30 000 Zuschauern mit 2:1 zu bezwingen. Erwartungsgemäß fertigten die Offenbacher Kickers in München den Berliner Meister Tennis Borussia mit 3:1 ab. Mit dem gleichen Ergebnis behauptete sich der Titelverteidiger Vffi Mannheim in Gladbeck vor 40 000 Zuschauern gegen den westdeutschen Meister Borussia Dortmund, Damit bestätigten die Mannheimer das Ergebnis des vorjährigen Endspiels. Als erste Ueberraschung ist der 4:0- Sieg des FC. St. Pauli-Hamburg über Tus- Neuendorf zu werten. Die Koblenzer litten dabei offensichtlich unter den Auswirkungen der vorangegangenen schweren Ausscheidungsspiele. Der südwestdeutsche Meister, 1 . FC, Kaiserslautern, vermochte Rotweiß Essen auch in der Verlängerung nicht zu bezwingen. Die Mannschaften trennten sich 2:2 und müssen einen zweiten Gang antreten.« Die Begegnung Preußen Dellbrück — SS1£ Reutlingen in Koblenz stand am Ende der regulären Spielzeit 0:0 In der Verlängerung schoß der Kölner Paffrath einen Elfmeter nicht plaziert genug, sodaß Reutlingens Torwart Braun den Ball über die Latte lenkte. Trotzdem schafften es die Dell- brücken dann noch mit 1:0. Förth hatte die bessere Kondition Der süddeutsche Meister gewann gegen den westdeutschen Vierten Horst Emscher -auf Grund der besseren Kondition verdient 3:2 (1:2), denn nach dem Wechsel spielte nur noch eine Mannschaft, und das waren die „Kleeblätter“, die die größeren Reserven hatten. In den ersten 45 Minuten dagegen rechtfertigten die Emscher „Husaren“ ihren guten Ruf, als eine der technisch besten Mannschaften des We- Haben Sie richtig getippt? Württembjf.- Baden ja "3 X Bayern Rheinland- Pfalz 1 i 1 2 2 — 0 — 3 1 — 1 — 4 0 — 2 - 5 1 — 1 — 6 I — — — 7 1 — 1 — 8 0 — 1 — 9 1 — 2 — 10 1 — I — 11 2 — 1 — 12 I — 0 — 13 2 — 0 ' — 14 ' — - 1 — Keine Gewinnausschüttung im Sporttot» Rheinland-Pfalz Im 4». Wettbewerb des Sporttotos Rheinland-Pfalz wird durch den umfangreichen Spieiausfali auf Grund der geltenden Bestimmungen, keine gleitende Gewinnskala, keine Gewinnsumme ausgeschüttet werden. Der Gesamtumsatz beim 40. Wettbewerb belief sich auf 057 622 DM. Die gesamte Gewinnsumme wird dem 41. Wettbewerb zugeschlagen. Die Auslosung der Sonderprämien hat stattgefunden, den 20. Volkswagen gewann Lothar Anders, Nordenham, und das 17. Eigenheim Alfred Bassinger, Ludwigshafen-Oggersheim. stens. Die beiden Außenläufer Wichelhaus und Wisebner im Verein mit Halbstürmer Möckel und Zielinski, dem spurtgewaltigen Mittelstürmer Kelbassa und ‘dem ausgezeichneten Rechtsaußen Klodt zogen ein zielstrebiges Angriffsspiel auf, das die Fürther Abwehr immer wieder ins Wanken brachte. Das Fürther Spiel wirkte in dieser Phase matt und zerfah ren, die Aktionen des Sturmes waren zu sehr auf Schade und Hofmann zugeschnitten. Erst in den letzten 15 Minuten vor dem Wechsel kam Fürth auf. Hofmann und Schade trafen jedoch zweimal nur den Torpfosten. Nach dem Wechsel dominierte Fürth, mußte dennoch aber hart um den Ausgleich und den Siegestreffer kämpfen, denn die westdeutsche Abwehr wehrte sich verzweifelt. Torwart Goth bekam sozusagen nichts mehr zu tun. Allerdings hatten die Weltdeutschen insofern Pech, als in der 59. Minute ihr Rechtsaußen Klodt bei einem schnellen Durchbruch an der Torlinie über eine Zuschauerbank fiel und verletzt ausschied. Torwart Flotho hielt verschiedene Male großartig, ließ sich jedoch in der 65. Minute von einem haltbaren 30-Meter-Schuß Hofmanns der Fürther war zur nicht Schade, sondern der äußerst agile Hofmann. Außer ihm gefielen Schade, Stopper Vorläufer und der linke Verteidiger Plawkiy. Schiedsrichter Rem- mersmann (Bremen) leitete das harte aber dennoch faire Spiel einwandfrei. VfR Mannheim klar besser als Dortmund Der Deutsche Fußballmeister VfR-Mannheim bestätigte irp Vorrundenspiel gegen den Westdeutschen Meister Borussia Dortmund in Gladbeck mit einem 3:1 (l:l)-Siege das Ergebnis des vorjährigen Endspieles. Vor 40 000 Zuschauern traten die Dortmunder ohne ihren verletzten Schützenkönig Preißler an. Die erste Viertelstunde brachte verteiltes Spiel. In der 16. Minute traf Bolteyer (Mannheim) bei einem placierten Schuß nur den Pfosten. Nach einer halben Stunde brachte Schulz die Dortmunder nach einer schwachen Abwehr Keuerlebers in Führung. Die eifrig und entschlossen arbeiten den Mannheimer sahen ihre Bemühungen durch den Ausgleichstreffer de la Vignes (41. Minute) belohnt. In der zweiten Hälfte wurde Mannheim überlegen, da der Borussensturm zusammenhanglos spielte. Loettke brachte den Titelverteidiger nach einer Stunde in Führung und eine Minute später erhöhte de la Vigne bereits auf 3:1. In der letzten halben Stunde beherrschte der VfR das Spielgeschehen. Während die Mannheimer ihren Sieg einer geschlossenen Mannschaftsleistung verdanken, zeigte Borussia Dortmund Konditionsschwächen. St. Pauli in guter Form Der zweite norddeutsche Vertreter, FC. St. Pauli, besiegte in Hannover vor 15 000 Zuschauern TuS Neuendorf mit 4:0 (1:0) Toren und errang damit einen nach den letzten Leistungen nicht erwarteten Erfolg. Die Hamburger gewannen durch ein unkompliziertes Spiel und ließen den gesperrten Boiler nicht vermissen. Neuendorf zeigte zwar das gefälligere Feldspiel, doch wurde das Innenspiel übertrieben, und meist fehlte der krönende Torschuß. Die Hamburger sahen sich zunächst in die Verteidigung gedrängt, konnten dann aber ein gleichwertiges Spiel hersteilen. Durch genauere Torschüsse lag die Mannschaft bald durch einen 20-Meter-Schuß Kruppas (21. Minute) in Führung. Das gleiche Bild bot auch die zweite Halbzeit, aber St. Pauli setzte sich durch seine energischere Spielweise immer besser in Szene Sump (54. Minute) drückte einen von Jahn abgeprallten Ball zum 2:0 ein. Zehn Minuten vor Schluß nahm Linksaußen Beck eine lange Vorlage Dzurs auf, kurvte nach innen, umHaßlodi punktgleich mit Obermendig Zu enem überlegenen Sieg kam die SG Haßloch im entscheidenden Spiel gegen Obermendig. Die Haßlocher waren yor allem im Sturm klar überlegen und nur Schußpech verhinderte schon bis Halbzeit, bei der es 5 : 2 stand, eine höhere Torausbeute. Das Spiel der Gäste war zu durchsichtig und konnte von der Haßlocher Abwehr immer wieder ohne besondere Mühe gestoppt werden. Nachdem Obermendig zunächst in Führung gegangen war, glich Haßloch aus und riß die Führung an sich, um sie nicht wieder abzugeben. Beim Stande von 3 :1 erzielte Obermendig den zweiten Gegentreffer. Nach der Pause hielt der Haßlocher Druck zunächst weiter an. Der Gastgeber kam bis auf 11 : 2 in Führung. Dann erst vermochte sich Obermendig etwas frei zu machen. Einige Deckungsfehler der Haßlodier Abwehr halfen mit, daß die Partie in wechselnder Folge 14 :8 zu stehen kam. Dann nahm Haßloch das Heft wieder in die Hand und festigte seinen Sieg mit dem 15.. Tor. Für Haßloch warfen die Tore: Mameth (fünf), Moses, Pister und Hahn (Je zwei), Stahler (drei) und Bittlinger (eins). Für Obermendig waren Schlich I (vier), Schlich II (zwei), Wolf und Heust (je eins) erfolgreich. Vor 3000 Zuschauern pfiff P e r r e y (Flensburg) ausgezeichnet. Unzicker Schachmeister 1950 Ein Remis gegen Sahlmann sicherte dem 25jährigen Münchener Referendar Unzicker am Samstag in Bad Pyrmont zum zweiten Male den Titel eines Deutschen Schachmeisters. Unzicker belegte mit einem halben Punkt Vorsprung vor Bogoljubow und Dr. Standte den ersten Platz. Bemerkenswert war der hervorragende Endspurt des Titelverteidigers Bogoljubow und das unerwartet gute Abschneiden des Aacheners Dr. Staudte, der damit in seiner Schachlaufbahn den ersten großen Erfolg errang. Die ersten acht dieser Titeikämpfe qualifizierten sich bereits für die Teilnahme an der deutschen Schachmeisterschaft 1951. Der Schlußstand: Unzicker 12% Punkte; Bogoljubow, Dr. Staudte 12 Punkte; Pfeiffer 10% Punkte; Dr. Träger, Teschner 10 Punkte; Dr. Lange 0% Punkte; Reilstab 9 Punkte; Kieninger, Schmidt 3% Punkte: Sahlmann, Machaie 8 Punkte: Schifferdecker 7% Punkte; Eisinger 7 Punkte; Niephaus 0% Punkte; Lohmann 5% Punkte; Schindler 3 Punkte. Randballentscheidung in Bad Kreuznach Das notwendig gewordene Entscheidungsspiel ist für Pfingstmontagvormittag nach Bad Kreuznach angesetzt worden. Schwedischer Gewichthebersieg auch in Fellbach Schwedens Gewicht'nebemationalmannschaft besiegte am Samstag im olympischen Dreikampf den süddeutschen Meister SV Stuttgart-Fellbach mit 1937,5 zu 1822,5 kg. Wenige Tage zuvor hatten die Nordländer in Essen mit einem Erfolg von 1960,9 zu 1755,0 kg •bgeschnitten. spielte Jahn und schob den Ball zum 3:0 ins leere Tor. Dem Endspurt Neuendorfs blieb ein Erfolg versagt, da der Angriff zu unentschlossen arbeitete. Drei Minuten vor Schluß war Börner für St. Pauli zum vierten Male erfolgreich. Kickers gewann erst nach Kampf Rund 15 000 Besucher waren mit den Leistungen des vorjährigen süddeutschen Meisters Kickers Offenbach im Spiel gegen Tennis Borussia Berlin (3:1) nicht zufrieden. Tennis Borussia war ein hartnäckiger Gegner, der sich erst nach Kampf geschlagen bekannte. Die Kickers verfielen in den Fehler, • sich das hohe Spiel der Berliner aufdrängen zu lassen. Es gab zahlreiche Regelverstöße auf beiden Seiten. Hervorzuheben ist die sehr gute Leistung des Berliner Torwarts Steinbeck. Außerdem gefielen Podratz und das Innentrio. Hanne Berndt, der mit drei angeknackten Rippen gehandicapt antrat, wurde gut bewacht. Bei Offenbach erwies sich Picard als schwacher Stopper. Schreiner, Emberger und Schepper gliche^ diese Schwäche Picards jedoch wieder aus. Im Sturm waren Buhtz und Weber die Motore. Wirsching leistete sich eine grobe Unsportlichkeit an Steinbeck. Kaufhold brachte Offenbach in der 19. und 50. Minute zur 2:0-Führung. Zwanzig Minuten später erhöhte Buhtz durch placierten Schuß auf 3:0. Der Berliner Ehrentreffer fiel in der 83. Minute durch Berndt. Kaiserslauterer Tedmik gegen Essener Zweddußball Die drückende Hitze ließ kein hochstehen des Spiel zu. Da die Partie übter die normale Zeit hinausging, waren die Reserven der Mannschaften derartig verbraucht, daß auch die beiden letzten 15 Minuten keine EntscheiSSV. Reutlingen 29 22 2 5 73:29 46 dung brachten. Die technische Ueberlegen- SV. Tübingen 29 17 6 6 65:34 40 heit der Pfälzer, bei denen Fritz Walter der FC. Singen 29 18 3 8 68:34 39 überragende Spieler war, glichen die EsseFreiburger FC 29 15 8 6 61:35 38 ner durch einen Zweckfußbail aus, der insSV. Kuppenheim 30 15 6 9 66:62 36 besondere in der zweiten Halbzeit und in der SV. Ebingen 29 14 6 9 46:39 34 Verlängerung seine Früchte zeigte. Trotz VfL. Konstanz 28 13 6 9 57:36 32 zweier, herrlicher Tore durch Fritz Walter FC. Rastatt 29 12 7 10 55:47 31 konnten die Kaiserslauterer nickt voll überFC. Villingen 30 13 3 14 60:57 29 zeugen. Stärkster Mannschaftsteil der Essener FV. Lahr 30 11 5 14 47:55 27 war die Hintermannschaft, die sich hervorOffenburger FV. 29 9 8 12 34:51 26 ragend schlug, und der auch das UnentschieVfB. Friedrichshafen 29 8 5 16 35:64 21 den zuzuschreiben war. VfL. Schwenningen 29 8 5 16 53:63 21 Schiedsrichter: Heuck, Kiel. Tore: 16. MiFT./SC. Freiburg 29 8 5 16 51:63 21 nute Abromeit 0:1. 43. Minute Fritz Walter Spvgg. Trossingen 28 6 5 17 43:55 17 1:1, 72. Minute Fritz Walter 2:1, 87. Minute SV Heckingen 28 2 2 24 29:109 6 Termath 2:2. In der Verlängerung drängte zunächst Kaiserslautern stark, konnte aber die verstärkte Abwehr nicht überwinden. Klare Chancen wurden in dieser Zeit von Basler, Otmar Walter und Grewening vergeben. Auf der anderen Seite hatten Termath und Gottschalk Gelegenheit, das Ergebnis zu verbessern, doch auch hier fehlte die Kraft zum starken Torschuß. ! Reutlingen erst in der Verlängerung besiegt In einem mit letztem kämpferiaätem Einsatz gefühlten Kampf dominierte während der regulären Spieldauer die Reutlinger Abwehr, die die pausenlosen Preußenangriffe leerlaufen ließen. Die Süd deutschen überraschten angenehm. Vor allem Torhüter Braun machte die gefährlichsten Schüsse zunichte. Seine beiden Verteidiger zeigten ein taktisch kluges Stellungsspiel. Meßmer und Schüller operier ten zur Verstärkung der überlasteten Läuferreihe zurückgezogen, so daß im Angriff nur E. Baum, der wieselflinke Scheufeie und Pflum standen, immer bereit vorzustürmen und bange Minuten im Kölner Strafraum zu schaffen. Schwach war lediglich Feuer- lein, der erst gegen Schluß der regulären Spielzeit Sich besser zurechtfand und dann zur guten Gesamtleistung seiner Mannschaft auf schloß. Die Kölner stellten eine schnelle und technisch fein abgestimmte Elf. Läuferreihe und Hintermannschaft waren ohne Tadel, der Sturm dagegen zu verspielt. Mittelstürmer Stobba verlegte sich allzusehr auf das Freispielen seiner Nebenleute. Das entscheidende Tor fiel durch Außenstürmer Severin in der 113. Minute. VfB-Tedmik brachte den Sieg Vor 39 900 Besuchern trennte sich der süddeutsche Oberligazweite VfB Stuttgart und der norddeutsche Dritte, VfL Osnabrück, nach hartem Kampf 2:1 (1:1). Nach einer ausgeglichenen ersten. Halbzeit, in der beide Mannschaften nicht restlos aus sich herausgingen, siegten die Süddeutschen schließlich auf Grund ihrer besseren Technik durch den entscheidenden Treffer in der 85. Minute. Der VfB Stuttgart war gut aufeinander eingespielt. Besonders der Sturm schnürte die Norddeutschen mit wirbelnden Kombinationen ein, jedoch hielt der Osnabrücker Abwehrriegel gut stand. Selbst der Stuttgarter Torjäger Schlienz kam nicht richtig zur Entfaltung. Osnabrück fehlte im entscheidenden Augenblick die Durchschlagskraft, um die starke VTB-Abwehr zu überwinden. Nur Vetter war überragend. Dieser Spieler schoß in der fünften Minute den Osnabrücker Führungstreffer. Der Ausgleich kam durch den linken Verteidiger Guhre zustande (37. Min.), der einen Schuß Blepsings in eigene Netz lenkte. Beide Torhüter standen danach oft im Mittelpunk des Geschehens, wobei einmal der Stuttgarter, Schmid einen Vetterschuß in höchster Not zur Ecke ablenken konnte. Der Siegestreffer fiel fünf Minuten vor Schluß durch Baitinger. So spielten sie ... DFB.-Vorschlußrunde: VfB Stuttgart — VfL Osnabrück 2:1 (1:1); Spvgg. Fürth — Hprst- Emscher 3:2 (1:2); VfR Mannheim — Borussia Dortmund 3:1 (1:1). Kickers Offenbach — Tennis-Borussia 3:1 (1:0). St. Pauli — Tus Neuendorf 4:0 (1:0); Preußen Dellbrück — SSV Reutlingen 1:0 (reg. 0:0, 0:0); 1. FC. Kaiserslautern — Rotweiß Essen 2:2 (reg. 2:2, 1:1). Zaneniiga Süd: FV. Lahr — SV Kuppenheim 2:2; VfL Schwenningen — SV Tübingen 3:1; FT.,/SC Freiburg — FV. Offenburg 4:0. Oberliga Nord: Concordia — Arminia Hannover 4:2; Aufstieg Oberliga Süd: VfL Neckarau — Bayern Hof 4:2; 1. FC Pforzheim — FC. Bamberg 1:0; Ulm 46 — Viktoria Aschaffenburg 3:2 Union Bückingen — Darmstadt 98 1:3. Privatspiele: TSV Mölln — VfB Lübeck 3:1; Werder Bremen — Schalke 04 4:3; Union Altona — Eimsbüttel 1:2; Harburger TB — Wilhelmsburg 09 (4:1; Husum 18 — Holstein Kiel 3:5; Bremerhafen 93 — Schalke 04 2:1; Vohwinkel 80 — Bristol City 0:5; Katemberg — 1. FC. Köln 4:5; Marathon Remscheid —Rhen. Würzelen 2:1; Sehweinfurt 05 — 1. FC Nürnberg 2:2 Pirmasens — VfB Mühlburg 0:3; ASV Landau — Eintracht Braunschweig 0:2; FC. Singen — Schwaben Augsburg 2:3; Hertha BSC — Grube Marga 4:6; Wacker 04 — Tottenham Hotspurs 2:5; Hamborn 07 — Bristol City 3:2; Tura ‘ Ludwigshafen — Eintracht Braunschweig 1:2; Landau — Eiotracht Braunschweig 0:2; Göttingen 05 — Nottingham forest 2:2; Alem. Aachen — Marathon Remscheid 0:1. International. Luxemburg — England B 1:2; Rumänien — Tschechoslowakei 1:;1 Portugal Schottland 2:2 Handball: Süddeutsche Meisterschaft: SG. Haßloch — Grünweiß Obermendig 15:8. Unser Tabellenspiegel Zonenliga Süd Das neue Statut - für Vertragsspieler Sdion nach Vollendung des zwanzigsten Lebensjahres (bisher 21 Jahre) können jetzt Fußballspieler unter Vertrag genommen werden, wie aus dem neuen Vertragsentwurf hervorgeht, der auf dem außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußballbundes am Samstag angenommen wurde. Dem Vertragsspieler ist eine feste monatliche Entschädigung von mindestens 80 DM (bisher 120 DM) zu zahlen, wozu Aktivitätszulagen, von 10 DM für jedes Wettspiel und Leistungsprämien kommen. Der Gesamtbetrag darf 320 DM brutto monatlich, nicht überschreiten. Außerdem ist die Erstattung von Reisekosten und Verpflegung anläßlich der Spiele und des Trainings erlaubt. Unter Zustimmung des Regional- verbandes können Sonderprämien für den. Gewinn einer Meisterschaft gezahlt werden, ln Notfällen sind euch Unterstützungen»zulässig. Verträge können vom 1. Juni bis 31. Juli abgeschlossen werden. Sie laufen bis Ende einer Spielzeit (31. Juli). Die zulässige Zahl von Amateursoielern in einer Vertragsspielermannschaft wurde von vier auf drei verringert. Nach heftiger Debatte wurde davon Abstand genommen, bestimmte Beträge für'Ablösesummen festzusetzen, und die Entschädigung der freien Vereinbarung überlassen. Beim Vereinswechsel wird die Lizenz für den neuen Verein nur dann erteilt, wenn der alte Verein den Spieler freigegeben hat. Die Ausgburger Schwaben haben neben den Spielern der Stuttgarter Kiekers, Jirasek, Stehlik und Langjahr, den Tübinger Halbstürmer Laux* mann vertraglich verpflichtet. Spiele der Zonenliga Süd FV 03 Lahr — SV Kuppenheim 3:8 (1:0) Zu tumultartigen Szenen kam es gegen Ende de* letzten Pflichtspieles des Lahrer FV 03 gegen den SV Kuppenheim. In der 87. Minute wurde der Lahrer'Halblinke, Rittweiler II wegen einer groben Un- sportlidikeit vom Schiedsrichter storz, Villingen, vom Feld gewiesen. Kurz darauf griff der Hinausgestellte den Linienrichter wegen einer Fehlentscheidung tätlich an. Der sehr unsichere Schiedsrichter wurde beim Schlußpfiff von Zuschauern umringt und bedroht. Das Spie) selbst verlief, abgesehen von den ersten Minuten nach Beginn und kurze Zeit nach dem Wiederanpfiff, ohne Höhepunkte. VfL Schwenningen — SV Tübingen 3:1 (1:9) Im Spiel auf eigenem Platz siegten die Schwen- ninger verdient über den Tabellenzweiten. SV Tübingen. Beide Mannschaften waren sich gleichwertig. Die Gastgeber zeigten jedoch die größere Einsatzfähigkeit und Geschlossenheit, so daß es ihnen möglich war. über die spielstarken Tübinger zu einem verdienten Erfolg zu kommen. Bel den Gästen lieferte Mittelläufer Hechler wieder ein großes Spiel. Er konnte allerdings auch nicht die verdiente Niederlage seiner Mannschaft verhindern. Die Platzbesitzer hatten einen schußfreudigen Sturm zur Stelle und da auch die Hintermannschaft sehr sicher war, kamen die Gäste erst gegen Schluß des Spieles zum Ehrentor. Handballvergleichskampf Rheinland — Südbaden Die Handballverbände Rheinland und Südbaden haben für 18. Juni in Mayen einen Handbalivergleldis- kampf vereinbart. Nr. 62 — Seite 6 Offenburger Tageblatt Montag, 22. Mat 1955 SC Freiburg entging ctem Abstieg Deutliche 0:4 Niederlage des Ofienburger Fußballvereins im Möslestadion Das vorletzte Punktespiel des OFV fand bereits am Samstag abend im Freiburger Mösle-Stadion statt. Für den SC. bedeutete ein Sieg die endgültige Rettung von dem drohenden Abstieg, während für den OFV im Gegensatz zum Vorjahr ein guter Mittelplatz bereits sicher war und somit nichts mehr auf dem Spiele stand. Diese Tatsacke Charakter! sierte im wesentlichen den Spielverlauf, in dem die Freiburger dank ihres Torjägers Tritschler einen in dieser Höhe glücklichen Sieg errangen. Nach ausgeglichenem Feldspiel erzielte Tritschler in der 28. Min. durch Bombenschuß den 1. Treffer, nachdem der Schiedsrichter vorher eine Freiburger Hand übersehen hatte. 7 Minuten, später schoß derselbe Spieler, als die Verteidigung einen Augenblick nicht im Bilde war, das 2. Tor. In diesem Abschnitt konnte der Offenburger Angriff trotz der vielen Fehlpässe der'Hintermannschaft der Gastgeber nicht gefährlich werden — an der Strafraumgrenze war das Pulver verschossen. In der 42. Min. traf wiederum Tritschler auf eine Vorlage von links das 3. Mal ins Schwarze, wobei die Hintermannschaft einschließlich Vogel keine besonders glückliche Figur machte. Nach der Pause wurde das Spiel des OFV zusehends besser, doch fehlte der letzte Druck — und ein Quantum Glück — zum krönenden Torschuß. Die Freiburger waren die Glücklicheren und Tritschler erzielte in der 65. Min. ein unhaltbares Tor, womit er seine Torausbeute in diöser Saison auf 26 Treffer hochschraubte. 5 Min. vorher feuerte er mit Vehemenz einen Foulelfmeter über die Latte. Das Elftentor für den OFV sollte nicht gelingen, trotz eines wunderbaren Freistoßes von Merz, der aber ebenso prachtvoll vom Keepper im Tor gehalten wurde. Die Verteidigung war diesmal nicht so sattelfest, wenn auch Pfeiffer und der nach seiner Verletzung erstmals wieder spielende Rabold durch wuchtige Abschläge immer wieder Luft schaffen konnten. Der beste Mann aber war Armbrusten, der sich wiederholt in seiner bekannten aufopfernden Art als Zerstörer wirkungsvoll in Szene zu setzen verstand. Merz hatte mit dem nach allen Seiten rochierenden Tritschler seine liebe Not und Hederers Platz scheint doch in der Verteidigung zu sein. Für das Freiburger Publikum war Willimosky die Enttäuschung, er kam kaum zum Zuge und ließ zwei „totsichere“ Gelegenheiten aus, die in ähnlichen Sitüatio- nen auf der Stegermatt mit Sicherheit Tore bedeuteten — allerdings ist er durch seine Knieverletzung immer noch gehandicapt. Der Sturm blieb dadurch eine stumpfe Waffe, wenn auch Müller, Höfler rechts und Klingelt und Herold auf der anderen Seite wiederholt 1 gut kombinierten, wobei die Außen ihre Nebenleute an Wirkung übertrafen. Schiedsrichter Fischer (Sinzheim) hatte bei dem fairen Spiel beider Mannschaften keine schwere Aufgabe, wenn er auch mit seinen Ansickten über Abseits meist anderer Meinung war als Spieler und Publikum. -ich Oppenau I. — Oberharmersbach I. 6:2 (4:0) In einem sehr schnellen Spiel, bei dem die gastgebende Mannschaft über große Strecken überlegen war, und auch das bessere Zusammenspiel zeigte, gewann Oppenau verdient über Oberharmersbach mit 6:2 Toren. Die Gäste zeigten zwar mitunter recht beachtliche Einzelleistungen, kamen aber im gesamt«! nicht an das Spielniveau der Sieger heran. Besonders zeichnete sich der Gästetorwart aus. Schiedsrichter Hoffman», Offenburg, leitete ausgezeichnet. VfR Elgersweier — Sportverein Freistett 0:2 ( 0 : 0 ) Trotz ständiger Ueberlegenheit verstanden es die Rasenspieler nicht, diese in'einen Sieg umzuwandeln. Zwei Elfmeter wurden verschossen und der Sturm fand vor dem Tor selten den krönenden und erfolgbringenden Schuß. Wegen groben Fouls wurden von beiden Mannschaften je ein Spieler vom Platz gestellt. Handball Po. üspiel Elgersweier — Offenburg 12:6 (3:4) In der Pokalschlußrunde stellte sich der Zonenligist Offenburg in Elgersweier vor. Die Gäste konnten in der ersten Halbzeit das Spiel ausgeglichen gestalten.^Auch gingen sie mit dem ersten Tor in Führung, die Kempf H. ausglich. Beim Stand von 3:4 für die Gäste wurden die Seiten gewechselt. Mit dem Wiederanpfiff ergriff .Elgersweier die Initiative und zog auf 8:4 davon. An diesen für den Gästehüter unhaltbaren Toren war Schock, welcher mit diesem Spiele zum letzten Male die grünweißen Farben trug, maßgeblich beteiligt. Der alte Kempe Mundinger konnte den wieder ausgezeichnet haltenden Dreier noch einmal überwinden und ein überraschender Rückhandwurf von Erb fand auch noch den Weg ins Netz von Elgersweier. Während die Rasenspieler noch viermal erfolgreich waren, vergaben die Stürmer von Offenburg frei vor dem Tor stehend ganz klare Chancen. Den beiden sehr faire spielenden Mannschaften ist es zu verdanken, daß das von Schiri Würz, Hofweier, geleitete Spiel, welcher nicht immer überzeugen konnte, einen so ruhigen Verlauf nahm. SV Sulz — TuS Schutterwald * : 23 (2 : 1*) Im ersten Pokalschlußrundenspiel gastierte der süd- badische Meister bei Bezirksligameister SV Sulz und kam mit einem überzeugenden Kantersieg eine Runde weiter. Die Schutterwälder, etwas umlormiert und mit drei Mann Ersatz spielend, stellten sieh ln einer ausgezeichneten Form vor und hatten keine große Mühe, ihren Gegner das ganze Spiel über niederzuhalten. Die Gastgeber, die sich redlich Mühe gaben, den Ansturm des Zonenligisten aufzuhalten, scheiterten Immer wieder an der taktischen Spielwelse des Meisters. Etwas Gleichwertiges hatten sie nicht entgegenzusetzen. Besonders erwähnenswert Ist die faire Spielweise der Gastgeber, die sie trotzdem noch, beibehielten, als die Niederlage schon besiegelt war. Schiedsrichter Kapitzke, Lahr, hatte bei dieser fairen Spielweise ein leiches Amt. Wien erwartet europäische Sdiwimmelite Zu den vom 20.—»7. August in Wien stattfindenden Europameisterschaften im Schwimmen, Springen und Wasserball hat der größte Teil der Mitglieder des Europäischen und Schwimmverbandes bereits bindende Zusagen gegeben. Zahlenangaben über die Teilnahme lagen bis Anfang Mai vor aus Belgien (20 Teilnehmer und Funktionäre), Finnland (4) Frankreich (40), Island (2), Jugoslawien (50), Norwegen (1), Schweden (30), Schweiz (20), Spanien (24), Türkei (9). Weitere Zusagen wurden von Deutschland und Italien abgesehen. Nach inoffiziellen Angaben wird sich die deutsche Streitmacht auf 50 bis 60 Teilnehmer belaufen. Das österreichische Organisationskomitee erwartet noch Zusagen aus Holland, Dänemark, England, Ungarn und der Sowjetunion. Die Teilnahme der sowjetischen Sportler würde den Meisterschaften eine -besondere Note geben, da sie eine Reihe von Rekorden aufgestellt haben. Die Oesterreicher glauben fest, daß die Sowjetunion eine Mannschaft, nach Wien entsenden wird, obwohl der Europäische Schwimmverband die ursprüngliche Vergebung der Meisterschaften nach Budapest rückgängig machen mußte, weil Ungarn keine bindenden Zusagen über die Zulassung von Journalisten abgeben konnte. Für die sowjetischen Sportler würden sich die Wettkämpfe t Die Einweihungsspiele in Schutterwald Schutterwald i. — O. F. V. (Propagandaelf) 5:1 Der O. F. V. zeigte sich als die technisch bessere Elf. Die Einheimischen waren um so eifriger. Offenburg brachte das erste Tor. In der zweiten Halbzeit war Schutterwald schußfreudiger. Kurz vor Spielbeginn schied Reinhart infolge eines Sturzes aus und nun hütete Vogel das Gehäus. dient. Das Spiel selbst wurde in ruhig fairer Art ausgetragen. Schutterwald Schüler — Zunsweier Schüler 2:0 Mit großem Interesse, wurde das Spiel der Jungen verfolgt, das mit erstaunlichen Raffinessen geschmückt war. Die körperlich überlegenen Schutterwälder gewannen schließlich das schöne Spiel. em den ner Bezirk, in dem das für die Wettkämpfe vorgesehene Stadionbad liegt, sich im sowjetischen Sektor der Donaustadt befindet . Das Bad, das über alle erforderlichen Einrichtungen verfügt, wird zur Zeit erneuert und erhält eine erweiterte Tribüne. Nach dem Stand der Anmeldungen können sämtliche Wettbewerbe im Stadionbad gestartet werden, das den deutschen Schwimmern noch von dem Länderkampf Deutschland Ungarn 1939 und den deutschen Meisterschaften 1941 her bekannt sein dürfte. Lediglich für den Fall, daß eine außergewöhnliche Beteiligung beim Wasserbau erreicht werden sollte, würden einige Vorentscheidungen in anderen Bädern ausgetragen. Es kommen dafür das Amalienbad und das Dianabad ln Frage, in die auch bei anhaltend schlechtem Wetter weitere Wettbewerbe ohne Schwierigkeit verlegt werden könnten, da diese Bäder neben den entsprechenden Bahnen auch 10 m-Sprungtürme aufweisen. Ganz besondere Sorgfalt lassen die österreichischen Vorbereitungen für die genaue Zeitermittlung erkennen. Die Schweizer Omega-Werke haben bereits die Lieferung von 27 Präzisionsuhren zugesagt, die dem Verband österreichischer Schwimmvereine leihweise zur Verfügung gestellt werden. Um die genaue Reihenfolge des Einlaufs der einzelnen Schwimmer einwandfrei festzustellen sind bereits eine Reihe von Versuchen mit den modernsten Zielaufnahmegeräten angestellt, worden. Um die Spiegelung durch das bewegte Wasser für die Zielfotografie auszuschalten, wurden besondere Linsen verwandt, die während des Krieges zur Ortung von U-Booten entwickelt worden sind. Auch für die große Zahl von Schlachtenbummlern, die Wien während der Meisterschaften einen Besuch abstatten wollen, hat der österreichische Verband bereits ausreichend Quartiere sichergestellt. Die Oesterreicher rechnen mit einem großen Interesse, weil die'Kursrelation des Schillings bei Reisen für die Ausländer einen besonders günstigen Umtauschwert ergibt. Schutterwald H — Dundenheim II. 3:2 Schutterwald, trat mit einer verstärkten Elf an. Die Dundenheimer zeigten sich gleichwertig, mußten sich schließlich aber doch knapp geschlagen bekennen. Ichenheimer — Weier 1:2 Ichenheim trat stark ersatzgeschwächt an. Weier war während des ganzen Spielverlaufes leicht überlegen. Ihr knapper Sieg war ver- Gengenbach Pokalsieger in Berghaupten Beim Fußball-Fokaltumier in Berghaupten konnte sich die Elf aus Gengenback klar durchsetzen. Nachfolgend die Ergebnisse: Zunsweier 2. — Ortenberg 1:0; Gengenbach — Diersburg 2:0; Zell/Weierbach — Biberach 1:0; Gengenbach’— Zunsweier 2. 5:0; Gengen- back — Zell-Weierbach 2:0; Prop.-Spiel: Berghaupten — Zunsweier 1. 2:0. Die Fasfigruppe .der österreichischen Sportjournalisten beabsichtigt, im Rahmen der Europameisterschaften einen internationalen Sportjournalistenkongreß abzuhalten. Deutsche Tennislehrer-Meisterschaften ln Bad Ems Die offiziellen ersten Nachkriegsmeisterschaften der deutschen Tennislehrer finden über Pfingsten in Bad Ems statt. Das ausgezeichnet besetzte Turnier sieht unter anderem Ex-Weltmeister Hans Nüßlein, Vorjahrsmeister Arnold Rott, sowie Goritschnig, Rudolf Probs, Pohmann, Richter, Kautz und Mel- necäce als Teilnehmer vor. Freiburger FC — Schwaben Augsburg!} 1:4 (1 :2) Der süddeutsche Oberligist konnte im Freundschaftsspiel gegen den Freiburger FC nicht ganz die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen. Die „Schwaben“ waren den Freiburgern zwar technisch klar überlegen, doch lieferten die Gastgeber dennoch über weite Strecken des Kampfes eine ebenbürtige Partie. Die besten Spieler der Gäste waren Mittelstürmer Lechner und Mittelläufer Struzina. Bei den einheimischen war vor allem die Abwehr teilweise ziemlich unsicher, Auf ihr Konto gehen zwei Tore. Auch der Sturm des FFC. erreichte bei weitem nicht seine beste Form, obwohl Schaletzki wieder stürmte. Die Augsburger glänzten vorwiegend durch ihr gern konntes Kopfballspiel, in dem sie den Gastgebern klar überlegen waren. Die Chance einer Resultatverbesserung vergaben die Freiburger nach der Pause, als sie ehemals sehr gute Torchancen ausließen. Eine schwache Leistung bot Schiedsrichter Klöß, Freiburg. t Die Pläne von Rux und Hecht Nach dem von Conny Rux im Hauptkampf der „Waldbühne” entscheidend - gegen den Negerboxer Lloyd Marshall gewonnenen Kampf erklärte Bruno Müller, Rux’ Manager und Trainer: „Ich glaube, daß bei aller Anerkennung der technischen Mittel von Marshall, der ein großer Boxer ist, Conny Rux den Kampf auch ohne die Verletzung von Marshall entscheidend gewonnen hätte. Rux hatte Auftrag, in den ersten Runden den Gegner sorgfältig zu studieren, um sich voll und ganz auf ihn einzustellen”. Ueber die weiteren Pläne mit Rux befragt, äußert« Sick Müller: „An Angeboten fehlt es uns nicht, aber Rux wird wahrscheinlich erst wieder lm Juli boxen. Er fährt jetzt zwei Wochen auf Urlaub, sieht sich in Mannheim den Kampf ten Hoff gegen Walcott an, und dann wollen wir sehen, welcher Kampf für di« weitere Entwicklung von Conny der wichtigste sein kann". Hecht setzt drei Monate aus Schließlich sagte Müller als Manager von Gerhard Hecht über den Titelkampf aus: „Hecht braucht Jetzt dringend eine Pause, er wird drei Monate keinen Kampfring betretet» Wir hatten das Pech, daß er am letzten Montag im Sparring mit Titze eine Nasenverletzung erhielt, die notdürftig zugeheilt, schon in der ersten Runde aufplatzte. Hecht hat trotzdem großartig durchgestanden. Ick bin der Ansicht, wenn ein neuer Titelkampf festgelegt wird, dann kann es nur eine Wiederholung zwischen Hecht und Kleinwächter oder ein Kampf von Exmeister Richard Vogt gegen Hgoht sein, der sich Kleinwächter überlegen zeigte, auch wenn er nicht die zum Sieg notwendigen sechs Punkte Vorsprung erlangte”. Wie dpa erfuhr, erlitt Marshall eine 4 cm tief« Wunde über dem Auge, die bis zum Knochen durch- drang. Marshall wird mindestens zwei Monate pausieren müssen. Gene Jones — Kohlbrecher am vierten Juni Der USA-Neger Gene Jones, der am letzten Sonntag auf der Berliner Waldbühne Kleinholdermann in der ersten Runde ko schlug, trifft am vierten Juni an gleicher Stelle auf ten Hoffs Herausforderer Wilson Kohlbrecher. Der Veranstalter dieses Kampftages, Fritz Gretzschel (Berlin), hat auch den Titelkampf ten Hoff — Kohlbrecher durch Abgabe des Höchstgebotes erhalten. Der Zeitpunkt für dgn Titelkampf wird erst nach dem Mannheimer Kampf ten Hoff — Walcott festgesetzt. Elkins Brothers gegen Richard Grupe und Ken Stribling gegen Willi Höpner lauten die Rahmenkämpfe zu den am 4. Juni in der Berliner Waldbühne stattfindenden Schwergewichtstreffen zwischen Gene Jones und Wilson Kohlbrecher. Sehömlg bleibt Deutscher Bantamgewichtsmeister Durch einen Punktsieg über den Exmeister Hans Schiffers (M.-Gladbach) verteidigte der Deutsch« Bantamgewichtsmeister Schömig (Sdiweinfurt) am Samstag in München-Gladbach erfolgreich seinen Titel. Neuhaus Punktsieger über Grupe Der Dortmunder Schwergewichtler Heinz Neuhaus kam in Düsseldorf zu einem sicheren Punktsieg nach acht Runäen über Richard Grupe (Hamburg). Damit blieb Neuhaus weiterhin ungeschlagen. Neuer Weltrekord im Hammerwerfen Der Ungar Imre Nemeth, Olympiasieger und Weltrekordmann im Hammerwerfen, erreichte am »reitag in Budapest mit 59,88 Meter eine neue Weltbestleistung im Hammerwerfen. Seine bisher größte Weite schaffte er am 4. September 1949 in Kattowitz mit 59,57 Meter. KRIMINALROMAN VON FRFO ANDREAS 31. Fortsetzung Di« Trauuungszeremonie war zu Ende. Mrs. Anthony und der ein wenig betrunkene Pförtner, der Hoppe hieß, schlechtweg William Hoppe, standen mit vor dem Bauch gefalteten Händen in der Haltung würdiger Zeugen, Hesse und Lisa suchten nach ihren Handschuhen, und Reverend Anthony rieb sich die Hände, als sei ihm ein besonders guter Streich geglückt, gerade dieses Brautpaar gegen den Widerstand der gesamten Weit zu vereinen. Hesse bezahlte i diskret die Gebühren und legte eine stattliche Banknote in den Topf, der symbolisch den Hunger der Gemeindearmen zum Ausdruck brachte. Als sie wieder im Wagen saßen, sagte Lisa: „Merkwürdig, es ist gar nichts Erhebendes dabei. Es liegt wohl daran, daß wir es uns als Betrüger erschlichen haben . . .“ „Aber Lisa!“ mahnte er sie. „Nun ja, es ist doch so. Ich werde ein Kind haben, und du bist durch ein neues schweres Verbrechen an mich gefesselt. Ich habe es mir gestern, als ich allein war, stundenlang so vorgesagt.“ „Ein Verbrechen“, belehrte Hesse sie, „ist es ja bloß im Verhältnis zu dem Vergangenen. Und das leugnen wir dock: unser Leben hat erst in der Jamahütte begonnen.“ „Ja“, sagte Lisa, „wenn man es so nimmt, hat es erst dort begonnen. Aber die Schuld nimmt man mit, sie kümmert sich nicht darum, ob man sie leugnet oder nicht.“ Sie fuhren durch die schon hellerleuchtete Oxfordstreet, und es waren keine Gardinen an den Fenstern des Autos, aber Lisa machte sich nichts daraus, legte Hesse beide Arme um den Hals und küßte ihn auf den Mund. „Vielleicht bin ich viel schlechter, als du denkst“, sagte sie, „aber ich liebe dich. Niemals kannst du mir vorwerfen, daß ich dich nicht geliebt hätte.“ Hesse preßte die Lippen aufeinander und fühlte sich unbehaglich. In der letzten Zeit überfiel Lisa ihn häufig mit solchen vieldeutigen, unbestimmten Bemerkungen, an denen nur das eine gewiß war, daß sie sich Vorwürfe machte. Ist das schon Reue? dachte er. Und was soll ich dann erst 'sagen? XIII. Als Anneliese Busch den Brief der Firma Zelenka & Co. erhielt, der ihr Hesses Adresse und seine jetzigen Lebensumstände bekanntgab, fühlte sie einen wilden Tumult widerstreitender Gedanken und Empfindungen in ihrem Kopf. Ja, auch die Empfindungen spürte sie in ihrem Kopf, gleichsam als rechnerische Erwägungen und, wie in ganz kühlen Gedanken, ihrem Ziele untertan: Hesse sollte ja vernichtet werden! Oder sollte er nicht? Es war an einem späten Nachmittag, Ende Februar, als sie den Brief auf dem Tisch ihres Zimmers liegen fand, neben dem lauwarmen Tee und der Abendzeitung. .Sie legte sich, ohne Licht zu machen, aufs Sofa, warf ein Plaid über sich und zog die langen Beine ein, daß die Knie spitz gegen die rankenbemalte Zimmerdecke ragten. Ich habe ihn, dachte sie, ich halte ihn in dfer Hand, ich als einzige, und brauche nur noch die Finger zuzudrücken, um ihm den Rest zu geben... Da hatte er sich also ein hübsches Nestchen gebaut in Währing, eine kleine Fabrik gekauft, ein Auto... Woher hatte er das viele Geld? Nun, das war belanglos. Und er lebte mit der Monnard, die er als seine Frau ausgab. Hessel hieß er jetzt, nicht einmal ein besserer Name ist ihm eingefallen — oder fühlte er sich so sicher? Andererseits hatte der Gedanke, Hesse in festen bürgerlichen Verhältnissen zu wissen, etwas Beruhigendes. Dieser Mann lag nun sozusagen an der Kette, konnte nicht mehr fortlaufen, und in jedem Falle war es jetzt überflüssige Eile, sich augenblicklich und endgültig zu entscheiden. Ganz in der Feme, im tiefsten Grunde ihres Icks, regte sich sogar der Einfall, Hesse seinen Frieden zu lassen, sie wußte ja nun, wo er war, und im Hinblick auf sie selbst war keine günstige Aenderung mehr zu erwarten. Was sollte sie auch mit ihm? Sie liebte ihn ja nicht mehr, das alles war gewesen und vergangen, die bangen Nächte im Schlaf, morgens im Büro das Zittern vor seinem Gruß, das Herzbeben beim Anblick seiner schönen grauen Schläfen. Warum also nicht hier ein Ende setzen, ihn seiner Ruhe überlassen? Aber die Monnard! Anneliese Busch sprang auf, als hätte ihr jemand einen Dolchstoß in den Rücken versetzt. Sie öffnete die Schublade, nahm die Bilder Hesses und der Monnard heraus, drehte das Licht an und betrachtete das Paar zum hundertsten Male. Und bei dem schönen Lächeln der Monnard stieg es wieder in ihr hoch! Nein! Nein! Nein! Hesse war keiner Nachsicht würdig. Sie hätte ihm den Versicherungsbetrug und alles andere großmütig verziehen, aber daß er so kränkend blind gegen ihre, Anneliese Büschs Liebe sich an Lisa Monnard gehängt hatte und, von ihr verleitet, oder, was noch viel schlimmer war, für sie. ihr zuliebe, nur um mit ihr leben zu können, zum Verbrecher geworden war... Nein, das konnte man nicht zu Ende denken. Er hatte es gewollt — mochte er jetzt die Folgen tragen; ihm wurde nur, was Ihm zukam nach der in der Welt herrschenden strengen Gerechtigkeit, die zwar für kurze Zeit, nicht aber auf die Dauer zu betrügen war. Nein, Hesse mußte hinunter, er war ein «u Vernichtender! Morgen also mit dem Brief zu Doktor Stern! Eine kalte innere Befriedigung durchströmte die Buchhalterin; sie empfand diese Stunde, m der gewissermaßen das Urteil gegen Hesse gesprochen war, sogar ein wenig feierlich und hatte das Gefühl, sie müsse dem irgendwie Ausdrudc geben. Nachdenklich nahm sie ihr bestes Kleid und die schönsten Seidenstrümpfe aus dem Schrank, wusch sich umständlich, schminkte sich ein wenig, korrigierte ihre Frisur, spritzte ein paar Tropfen ihres milden Maiglöckchenparfüms ins Taschentuch und war nach einer reichlichen Stunde zum Ausgehen bereit. Im Spiegel fand sie sich schön, und nicht ganz zu Unrecht, so gepflegt, hätte sie immer anziehend wirken können. Kurz nach acht Uhr betrat sie ein ziemlich elegantes Restaurant am Kurfürstendamm, wählte einen Tisch, von dem aus sie alles gut sehen und auch ihrerseits gut gesehen werden konnte, bestellte ein saftiges Steak mit Pommes frites und Spargel und eine halbe Flasche Rheinwein. Fortsetzung folgt. i Montag, 22. Mai 1950 Offenburger Tageblatt Nr. 62 — Seite T I M ZEITGESCHEHEN Nachlässigkeit zum eigenen Schaden Wir brachten in unserer letzten Ausgabe die Meldung über drei Raubüberfälle auf offe ner Straße. So aufsehenerregend sie klingen mag, es gibt niemanden mehr, der ihre Möglichkeit anzweifeln möchte, weil sie nicht die erste ihrer Art darstellte. Hätten wir sie mit »Wild-West in der Ortenau“ überschrieben, wären wir ihrem Inhalt und den Methoden, rriit denen in den bekannt gewordenen Fällen vorgegangen wurde, sicherlich treffend nahegekommen. Wenn wir es nicht getan haben, so deshalb nicht, weil wir nirgends in Verdacht kommen wollten, wir beabsichtigen zu verallgemeinern oder tendenziös zu berichten. Die sachliche Nüchternheit der einfachen Sprache genügt auch hier vollkommen, um den ganzen Tatbestand, so wie er angegeben wurde, zu charakterisieren. Wir hätten ihn auch nicht noch einmal erwähnt, wenn die Kriminalpolizei ihm nicht die Ergänzung hätte anfügen müssen, daß alle drei Heberfälle erst nachträglich zur Anzeige gelangt sind, obwohl bei ihnen Personen nicht zu körperlichem Schaden kamen, diese also nach dem Heberfall, nachdem sie unter Bedrohung ihr Geld herausgegeben hatten, wohl in der Lage gewesen wären, sofort das nächste Telephon oder die nächste Polizeistation aufzusuchen und dort Anzeige zu erstatten. Stattdessen ließ sich z. B. ein Ueber- faiipnpr in der Okenstr. beim Lager der Firma Spinner 25 DM abnehmen, fuhr nach Hause, legte sich ins Bett und gab erst am nächsten Mittag der Polizei Nachricht.! Diese Nachlässigkeit ist kaum erklärlich. Wäre der Fall nicht von der Kripo überprüft, wäre man beinahe versucht, ihn als fingiert zu bezeichnen. Er ist leider nicht der erste oder einzige seiner Art. Sonst wäre die Unsicherheit heute sicherlich nicht mehr so groß. Denn es dürfte wohl jedermann einleuchten, daß unter solchen Umständen, in denen die Betroffenen, wenn sie noch können, selber das Nächstliegende, um die Täter der gerechten Strafe zuzuführen, nämlich die sofortige Anzeige, unterlassen, die Arbeit der Polizeiorgane erheblich erschwert wird und von vornherein nur noch wenig Aussicht auf Erfolg haben kann. Der Grund zur Nachlässigkeit ist in Fällen, bei denen Besatzungsangehörige im Spiele waren, in der irrigen Ansicht zu suchen, daß diese bei ihren Vorgesetzten Dienststellen doch straflos ausgingen. Es ist erfreulich, daß diese Vermutung heute nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, weil das Strafmaß bei Vergehen von Besatzungsangehörigen gegenüber deutschen Personen außerordentlich hoch geworden ist; 60 Tage Arrest bei verhältnismäßig kleinen Anlässen berechtigen wohl zu der Feststellung, daß die Besatzungsbehörde heute die Grundsätze der Menschlichkeit nicht nach der Nationalität, sondern nach der Gerechtigkeit anzuwenden sich bemüht. Botschaft, der sprichwörtlich kein Glaube geschenkt wird, und Praxis, die allein zu überzeugen vermag, kommen damit allmählich zu einem Hebereinklang, zu jener Harmonie, in der das gewünschte Vertrauen geboren wird, als Anfang und Beginn eines freundnachbarlichen Verhältnisses. Wenn auf der Gegenseite das Streben danach jetzt auch aus ihrer Militärjustiz erkennbar wird, dann sollten wir es in ureigenstem Interesse unterstützen und alle Vorfälle umgehend melden, die das Gegenteil zu bewirken geeignet sind. Erst recht — diese Aufforderung sollte eigentlich gar nicht nötig sein — sollte dann augenblicklich Anzeige erstattet werden, wenn es sich darum dreht, dem deutschen Wilden Westen Einhalt zu gebieten. Es ist- noch genug, wenn Offenburg jetzt als Sitz eines gerissenen „Autofriseurs“ (siehe an anderer Stelle des Blattes) eine traurige Berühmtheit erlangt, die allerdings durch die gute Arbeit seiner Kriminalpolizei eine erfreuliche Einschränkung erfährt. Kakao am Start - Bockwürste am Ziel Das „Offenburger Tageblatt 1 ' bringt Einzelheiten vom Hexen steinrennen Zu dem Ortenauer Seifenkistenrennen am 11. Juni, das nach dem Startplatz die Bezeichnung Hexenstein-Rennen tragen wird, erfahren wir noch folgende Einzelheiten. Die Offenburger Seifenfabrik Emil Kern wird ihre „verwandtschaftlichen Beziehungen“ zu dem nach ihrem Verpackungsmaterial benannten Rennen, eben dem Seifenkisten-Ren- nen, dadurch sinnfällig und auch praktisch zum Ausdruck bringen, daß sie jeden Teilnehmer mit Seife und Seifenpulver beschenkt, die Rennwagen (die nicht für andere Firmen laufen) spritzt und die Strecke kennzeichnet. Aufnahme: Foto-Stober Eine Kommission, bestehend aus Fachleuten des Motorsports und des Straßenbaues sowie Vertretern der Behörden, hat vor kurzem die Riedlestraße noch einmal überprüft und sie als Rennstrecke für das erste Ortenauer Bergabrennen ausgewählt. Ferner wird sie mit einem eigenen Wagen vertreten sein. Die Offenburger Autofirmen werden selbstverständlich auch Wagen schicken. Außerdem werden sie es sich angelegen sein lassen, dem Rennen einen wirklichkeitsgetreuen Rahmen zu geben. So übernimmt die Firma Schoemper- len & Gast den Schmierdienst und wird voraussichtlich auch ihren Abschleppwagen zur Verfügung stellen. Die Firma Wroblewski will die Rennwagen vom Abnahmeplatz zur Rennstrecke transportieren. Diese wird mit Verkehrszeichen versehen, die das Straßenbauamt stellt. Damit die Nachwuchsfahrer das strapaziöse Rennen gut ül stehen, erhalten sie am Start von der Ortenauer Milchzentrale eine Tasse Kakao. Am Ziel können sie sich dann mit Kern-Seife den Staub und das Oel abwaschen und Bockwürste mit Wecken in Empfang nehmen. Wer nicht so weit kommt, muß unterwegs eine Boxe aufsuchen. Hoffentlich brauchen das Rote Kreuz und der Rennarzt Dr. Gamstätter, die ebenfalls bereitstehen werden, höchstens nur Zuschauer zu verarzten, denen es bei dem atemberaubenden ’Dpmpo der Kleinrennwagen auf der kurvenreichen Bergstrecke schwindlig geworden ist. Wir werden es ja hören Denn über alle Einzelheiten wird R. Rappenecker . über die Hebertragungsanlage von Radio Martus berichten, der es auch auf ein Magnetophonband aufnehmen wird. Dieses wird den Ton zu dem Film abgeben, den Photo Stoper vom Hexensjein-Rennen dreht, zu dem die Bundesbahn ihre Omnibusse einsetzt. Bis in alle Einzelheiten, wie man sieht, durchdacht, verspricht es zu dem Ereignis des 11. Juni zu werden, von dem man noch lange sprechen wird. Feuerwehr und Rotes Kreuz klären auf Heute und morgen belehrende Übungen zur Unfallverhütung Die schweren Wunden sind noch lange nicht vernarbt, die der größte Krieg der Weltge schichte' uns geschlagen hat. Täglich kommen noch alte und junge Arbeitskollegen zurück aus den- Weiten der Sowjetunion und anderer Länder 'und warten darauf, in den Arbeitsprozeß der Heimat eingeghedert zu werden. Die furchtbaren Jahre, die hinter ihnen liegen, haben sie vielfach gleichgültig gemacht gegen Gesundheit und Krankheit, gegen Leben und Tod. Aber auch denen, die schon lange wieder zu Hause arbeiten, kommt noch oft der Gedanke: Was kommt es denn schon groß an auf einen mehr oder weniger? Es sind ja anscheinend ohnehin immer noch zu viele da! Solche Gedanken müssen wir weit von uns weisen! Trotz allem sind Leben und Gesundheit immer noch die kostbarsten Güter. Wenn man sie besitzt, dann findet sich alles andere schon wieder von selber. Keiner steht für sich allein; jeder ist verantwortlich für sich selbst, seine Familie, seine Mitmenschen. Wenn man die statistischen Zahlen über Unfälle von Jahr zu Jahr miteinander vergleicht, dann wundert man sich immer wieder, wie langsam sie sich doch nur ändern. Es dauert eben sehr lange, bis neue Schutzmaßnahmen als notwendig erkannt und noch länger, bis sie allgemein durchgeführt werden. Könnten wir das Tempo beschleunigen, dann würden auch die Unfallzahlen viel rascher zurückgehen als sie es heute tatsächlich tun. Ein neuer Versuch, das Gesetz der Trägheit zu überwinden und ein schärferes Tempo im Unfallschutz zu erreichen, soll die Unfallverhütungs-Woche vom 21. bis 27. Mai sein. Mit dem Ruf „Schützt Leben und Gesundheit!“ wendet sich der Bundesminister für Arbeit, Anton Storch, an alle Berufstätigen Der Wiederaufbau unserer Wirtschaft hat zahlreiche Opfer an Leben und Gesundheit gefordert. Jeder Ausfall an Arbeitskraft bedeutet aber einen empfindlichen volkswirtschaftlichen Verlust. Der Schutz der Werktätigen ist deshalb eine Forderung, an der keiner achtlos vorübergehen kann. Das Ziel der Unfallverhütungs-Woche ist, Leben und, Gesundheit zu schützen und darüber hinaus viele Millionen-D-Mark zu spa- UtHStkaü Ein lebendes Schaufenster Die Schuhfabrik Neuffer-Goldmark will es ihren Kunden leicht machen. Deshalb gibt sie ihre Schuhe nicht nur in die Geschäfte und ihre Schaufenster, sie trägt sie ihren Freunden sozusagen gleich vor, damit sie sehen, wie der Schuh am Fuß wirkt. Zum Wochenende tat sie es in Offenburg, und zwar unter Musikbegleitung im Schaufenster des Schuhhauses Ernst am Lindenplatz. Daß sie damit einen wirkungsvollen Weg geht, bewies das große Interesse, das dem lebenden Schaufenster, das sehr schicke und modische Formen annahm, entgegengebracht wurde. Die ersten Kirsten auf dem Markt Anfuhr und Marktbesuch beim Offenburger Wochenmarkt am vergangenen Samstag waren gut. Besonders kam sehr viel Kopfsalat auf den Markt, so daß sein Preis schließlich lieh auf 12 Dpf pro Kopf sank. Dagegen ist der Eierpreis wieder auf 19—20 Dpf pro Stück gestiegen Zum erstenmal wurden Kirschen angeboten. Im einzelnen wurde zu folgenden Preisen verkauft. Je Pfd. Rhabarber 0.12—0.15; Spinat 0.15—0.25, Zwiebeln (frühe, weiße) 0.55; Spargel, 1,Sorte, 1.20—1.50; Spargel, 2. Sorte, 1.10; neue Kartoffeln (Malta) 0.40; Tomaten, franz., 1.20; Kartoffeln, alte, 0.08; je Bund gelbe Rüben, neue, 0.30; Radieschen 0.15; Rettiche 0.25; je Stück Kopfsalat 0.12—0.20; Gurken, ausländ., 0.70 —IjOO; Blumenkohl, ausländ., 1.50 DM. — Obst; Je Büschel Kirschen 0.15; je Stück frische Landeier 0.19 und 0.20 DM. „Der Herr der Schöpfung" Das Evangelische Pfarramt Offenburg veranstaltet zu Gunsten des Badischen CVJM- Jugenddorfes Balg bei Baden-Baden eine Filmvorführung mit dem amerikanischen Farb- tonfilm „Der Herr der Schöpfung“. Die Vorführungen finden am Dienstag, dem 23. Mai, in den „Stadthalle“-Lichtspielen in Offenburg statt, und zwar um 15.30 und 18.00 Uhr. Vormittags 10 Uhr ist eine Schülervorstellung. Versammlung der Steuerzahler Am Donnerstag, dem 25. Mai 1950, 20 Uhr, findet im „Römischen Kaiser“ ein Vortrag mit Professor Di. Karl Bräuer, Stuttgart, Vizepräsident des Bundes der Steuerzahler, statt, der im Rahmen einer Versammlung dieses Bundes über die Ziele, Bestrebungen und bisherigen Erfolge des Bundes der Steuerzahler spricht. ren, die durch Unfälle der deutschen Wirtschaft verloren gehen. Wenn jeder einzelne Berufstätige, jede Hausfrau und jeder Verkehrsteilnehmer nach den Worten „Schützt Leben und Gesundheit!“ handeln, dann wird die Unfallverhütungs-Woche 1950 auch ihren Erfolg haben. Die allgemeinen öffentlichen Belehrungen beginnen heute um 18.30 Uhr mit einer Hebung der Offenburger Feuerwehr an der Mädchenschule. Um 20 Uhr findet im Hause der Jugend eine Aufklärung der Lehrerschaft statt. Morgen, Dienstagabend, 19 Uhr, führt das Rote Kreuz am Eingang der R4e-Anlagen eine aufklärende Hilfeleistungsaktion durch, die für alle wertvolle Hinweise und Fingerzeige bringen wird. Kurs au! Schloß Ortenberg Das Haus für Jugend- und Volksbildung, Schloß Ortenberg, lädt zu einem neuen Kurs ein, dessen einzelne Vorträge auf das Thema „Die Grundlagen unserer heutigen Kultur“ abgestimmt sind. Die Leiter des Kurses, der vom 3. Juni bis zum 7. Juni dauert, sind Dr. Hermann Gombert und Dr. G. Zittel. Der Ablauf des Kurses teilt sich wie folgt auf: 1. Tag: Dr. Gombert: Die Darstellung des Menschen in der Kunst von heute (Lichtbilder). — Dr. Zittel: Deutschland und Europa in der geistigen Situation der Gegenwart. 2. Tag: Dr. Gombert: Das antike Menschenbild (Lichtbilder). — Dr. Zittel: Entstehung und Eigenart des abendländischen Welt- und Menschenbildes. 3. Tag: Dr. Gombert: Die Wandlung durch das Christentum (Lichtbilder). — Dr. Zittel: Gestaltung und Wandlungsformen der abendländischen Völkergemeinschaft. 4. Tag: Dr. Gombert: Das Menschenbild in der deutschen Kunst des frühen Mittelalters. >— Dr. Zittel: Das europäische Schicksal seit der französischen Revolution (geistig, sozial, wirtschaftlich). — Dr. Zittel: Das abendländische Schicksal im Spiegel des Gegenwartsromans. Als Teilnehmer sind alle herzlich eingeladen, die das 16. Lebensjahr überschritten haben. Gesamtunkosten für Unterkunft, Verpflegung und Teilnahme am Kurs 3.— DM pro Tag. (Da# Fahrgeld wird vom Teilnehmer selbst bezahlt, 50 Prozent Fahrpreisermäßigung wird gewährt). Anmeldung und weitere Auskunft durch die Leitung von Schoß Ortenberg, Haus für Jugend- und Volksbildung, Ortenberg bei Offenburg. Musikinstrumente und Liederbücher nicht vergessen! Spor'sonderzug nach Mannheim Aus Anlaß des Boxkampfes Hein ten Hoff gegen Walcott verkehrt am Pfingstsonntag, dem 28. Mai 1950, ein Sportsonderzug mit 60 Prozent Fahrpreisermäßigung von Offenburg nach Mannheim und zurück. Auf Anschlußstrecken .werden bis zu 100 km 50 Prozent Fahrpreisermäßigung gewährt. Der Sonderzug hält in Appenweier, Achern, Bühl, Baden- Oos, Rastatt und Karlsruhe Hbf. Mit den Sonderzugskarten können gleichzeitig bei den Fahrkartenverkaufsstellen auch Eintrittskarten für die Boxveranstaltung erworben werden. Eintrittskarten zum Boxkampf dürfen jedoch nur bei gleichzeitiger Lösung einer Sonderzugskarte ausgegeben werden. Verkaufsschluß für die Eintrittskarten ist Mittwoch, der 24. Mai 1950, 12 Uhr. Auskunft und Bestellungen geben bzw. nehmen entgegen die Fahrkartenausgaben der Bundesbahn und das Reisebüro Offenburg. Der Fahrplan des Sonderzugs wird alsbald bekanntgegeben. Offenburg besaß eine der ältesten Papiermühlen Badisches Papier und seine Wasserzeichen Kunstmaler Gerhard Piccard hat in mühevoller Arbeit mehrere tausend Wasserzeichen aus den Archivbeständen des Badischen Generallandesarchivs durchgezeichnet, von denen etwa elfhundert badische Wasserzeichen aus 'dem 15. bis 19. Jahrhundert im Badischen Kunstverein in Karlsruhe zur Ausstellung kommen (21. Mai bis 4. Juni). Symbole der Heimat und Zeit spiegeln sich in diesen kunstvollen Wasserzeichen wieder, die in ihrer Mannigfaltigkeit zugleich einen wertvollen Beitrag zur Heimatgeschichte darstellen. Die Ausstellung wurde gestern in Karlsruhe eröffnet. Die erste deutsche Papiermühle entstand 1390 in Nürnberg. Schon im 15. Jahrhundert hat die Papiermacherei. auch in ' Baden Eingang gefunden. Offenburg, Gengenbach, Lörrach und Ettlingen besaßen die ältesten badischen Papiermühlen. Offenburger Papier fand man vor allem in Straßburg. Gengenbach besaß eine der größten Exportpapiermühlen, die dem ersten Frankfurter Buchdrucker Christian Egenolf gehörte. Das in Geagenbach hergestellte Papier nahm seinen Weg bis nach Holland und war auch sonst weit verbreitet. Oberachem zählte schon vor dem Dreißigjährigen Krieg vier Papiermühlen. In Oberkirch, Lautenbach, Schiltach, Zell am Harmersbach, Bühl, Freiburg, Emmendingen, Waldkirch, Kandem, Schopfheim, Stockach, Niefern, Heidelberg und Mosbach entstanden weitere bedeutendere Papiermühlen, zu denen sich im 19. Jahrhundert noch Bruchsal, Flehingen, Schriesheim und Schönau hinzugesellten, die Jedoch nur kurze Zeit bestanden. Das erste Offenburger Wasserzeichen wurde 1484 in Straßburg gefunden. Es zeigte, wie die Wasserzeichen von Gengenbach und Stockach, das Stadtwappen. Die Freiburger Wasserzeichen, die zu den schönsten badischen Wasserzeichen gehören, übernahmen den Freiburger Räben, der später Flügel bekam, und trugen vielfach als besonderes Kennzeichen die Buchstaben F und FB. Aber auch das Christ^ liehe Kreuz, die Narrenkappe, ein ins Horn stoßender Hermes mit Flügeln und das Wappen des österreichischen Erzherzogs mit dem goldenen Vlies spiegeln sich in zahlreichen Varianten in den Freiburger Wasserzeichen. Die markgräflich badischen Embleme tauchten in Ettlingen auf. Sehr beliebt war der Ochsenkopf, der in verschiedenen Formen auch auf den Wasserzeichen mehrerer badischer Papiermühlen wiederkehrt. Ein besonders originelles Wasserzeichen entstand, als der Franzose Blanchard in einem Luftballon zum ersten Male den Kanal überflogen hatte. Mehrere Papiermühlen nahmen den Luftballon mit dem auf die Menge herabwinkenden Luftschiffer ut ihre Wasserzeichen auf, so die Papiermühle in Niefern bei Pforzheim und in Mosbach. Einen Löwen, Abtsstab und S führte die Papiermühle in Mühlhofen, die dem Kloster Salem gehörte, in ihren Wasserzeichen. Das in den Archiven liegende Papier ist teilweise mehrere hundert Jahre alt. Es ist erstaunlich gut erhalten und hält einen Vergleich mit dem Papier unserer Zeit in vollem Umfang aus. Die Wasserzeichen aber stellen nicht nur kleine Kunstwerke dar, sie ermöglichen es vielfach auch, Alter und Entstehungsort von Urkunden festzustellen —sch— Einsame Dichtung Ist es heute allgemeine Immunität der Dichtung gegenüber oder die irrtümliche Ansicht, in einer Dichterlesung nichts „Neues” zu erfahren? Jedenfalls war der vom Volksbund für Dichtung, ehern. Scheffelbund, veranstaltete Abend mit Staatsschauspieler Friedrich Prüter nur von 18 Personen besucht. Was zu denken gibt: Es waren von den Offenburger Lehranstalten, außer zwei jungen Mädchen, keine Vertreter erschienen. Ueber die ausgezeichnete Art des Vortrags Prüters, mit der er Adalbert Stifters „Brigitta” vortrug, braucht nicht viel gesagt zu werden. Er verstand es, die Novelle mit der ihr eigenen farbigen Reinheit klar und einfach im Ausdruck zu lesen und brachte so die Hörer-in den Innenraum eines stilistisch und menschlich vorzüglichen Werkes. Daß Adalbert Stifter es versteht, Menschen zu schildern, das zeigt diese Novelle. Und in einer Zeit menschlicher Unsicherheit — wie wir es heute erleben, da es wenigen möglich zu sein scheint, ohne Fassade einher zu gehen, oder in produktiver Weise nicht Extreme, sondern eine Mitte zeichnen zu können, ist der für jeden Hörer produktive Genuß solch zeitloser Erzählung ein Doppelter. Nicht in allen seinen Werken gelang es Stifter, ein derart starkes Naturgefühl zu wecken, wie in „Brigitta”. Der Vertreter des Volksbundes für Dichtung in Offenburg» Dr. med. Haas, führte in den Abend, mit einer Darlegung der Ziele des Bundes ein. Dichtung der Gegenwart zu fördern ist sein gewichtigstes Ziel, eine Aufgabe, die unter Lehrern und Schülern nicht genug Anklang finden könnte. Es ist zu hoffen, daß, durch den schwachen Besuch nicht entmutigt, häufig solche Dichterabende stattfinden, mit der Resonanz, die ihnen gebührt. Hier scheint ein Rahmen gegeben, der, weil er entfernter vom all zu öffentlichem Forum liegt, in der Lage wäre, beste Auswahl zu bieten, denen, die ein Öhr haben. . ror Kleine Stadtchronik Angefahren wurde am Freitag nachmittag eine 13 Jahre alte Schülerin beim unvorsichtigen Ueberqueren der Hauptstraße. Sie erlitt leichte Verletzungen. Der Pkw wurde beschädigt. Volkshochschule Offenburg. Der Vortragsabend am 23. Mai fällt wegen des Gastspiels des Theaters der Stadt Baden-Baden aus. Ein Richtbaum schmückt das ehemalige Gasthaus „Zum Engel“, dessen äußerer Wiederaufbau damit beendet ist. « Nr. 62 — Seite 8 Offeaburger Tageblatt Montag, 22. Mai 1850 Fußballsportplaf* von Schutterwald ein geweiht Ein bedeutungsvolles Ereignis im sportlichen Leben der Gemeinde Schutterwald, (j) Zu einem bedeutungsvollen Ereignis im sportlichen Leben der Gemeinde gestaltete sich die Einweihung des neuen Fußballsportplatzes auf der Fohlenweide. In wenigen Wochen hatten hier die Sportler schier Unmögliches geleistet. Der Sportplatz bildet nun in seiner Anlage eine Zierde des Dorfes. Die Fahnen des Bundes u. des Landes grüßten die zahlreich erschienenen Zuschauer. Der Vorstand des Turn- u. Sportvereins, A. Zind, hieß insbesondere Bürgermstr. Bansmann u. den Gemeinderat willkommen, dufch dessen Wohlwollen das Werk erst möglich wurde. A. Zind gab weiterhin der Hoffnung Ausdruck, daß der neugeschaffene Sportplatz eine wahre Pflegestätte des Sportes werden möge. Diesem Wunsch schloß sich der Abteilungsleiter Paul Armbrusten an, und verband damit den Dank an alle, die zum Gelingen des Werkes beigetragen haben. — Ueber die Einweihungs spiele berichten wir im Sportteil. Keine Sterbefälle im April Schutterwald (b). Das Standesamt verzeich- nete im April folgende Einträge: Eheschließungen: Otto Jakob Kempf, Steindrucker, und Rosa Sofia Heuberger, ohne Beruf; Kurt Otto Schnebelt, Postfacharbeiter, und Rosa Elisabeth Mußler, ohne Beruf, von Oberschopfheim. — Geburten: Josef Gustav, V. Robert Bürkle, Zimmermann, Hauptstraße; Manfred Antonius, V. Josef Matt, Lokomotivheizer, Langhurst; Artur Josef, V. Hermann Elble, Schreiner, Langhurst; Franz Herbert, V. Hermann Uhl, Fuhrunternehmer, Hebelstraße; Rosa Renate, V. Josef Bahr, Spinnereiarbeiter, Höfen; Dietmar Walter, V. Walter Fritz, Gemeinderechner, Fabrikstraße. — Sterbefälle: keine. Praxis-Aufnahme Niederschopfheim, (b) Witwe Helene Schimmele, geb. Eggs, wird in den'nächsten Tagen ihre Tätigkeit als Hebamme beginnen. Sie hat vor kurzem an der Universitäts-Frauenklinik Freiburg die Hebammenprüfung mit „sehr gijt“ bestanden. Wir gratulieren Niederschopfheim. Es vollendete am 20. Mai Josef Riether das 70. Lebensjahr. Es vollenden am 22. Frau Frieda Mättler das 70., am 26. Wtw. Benedikt Ehret das 81. und am 2ftjdai Johann Maier das 78. Lebensjahr. Gutes Sammelergebnis Zunsweier (f) Die am vergangenen Sonntag durchgeführte Haussammlung zugunsten des Deutschen Mütter-Genesungswerkes ergab die Summe von 102.18 DM. Tischtennisabteilung gegründet Zunsweier (f) Dem hiesigen Sportverein wurde eine Tischtennisabteilung angeschlossen. Das Uebungslokal befindet sich im Gasthaus zum „Ochsen“. Als Abteilungsleiter wurde techn. Bundesbahngehilfe Adolf Gresbach gewählt. Zugunsten des Glockenfonds Berghaupten, (as) Im Gasthaus „Zum Hirschen“ gab am Donnerstag der Musikverein ein Wohltätigkeitskonzert. Der Erlös fließt dem Kirchenfonds zu und dient zur Beschaffung neuer Kirchenglocken. Kein Unkraut auf die Straße werfen. Berghaupten (f). Da die alte Straße dieser Tage neu instandgesetzt worden ist, besteht Straße zu werfen. Auch bei allen anderen Wegen sollte diese Vorschrift wieder stärker beachtet werden. — Am vergangenen Sonntag konnte Josef Laug, Dorfstraße, bei bester Gesundheit seinen 76. Geburtstag feiern. Ein schmerzlicher Verlust Ohlsbach (ü) Das zweite Trauergeläute der letzten Woche galt dem Säger Josef Winkler. Der Verstorbene, dessen Heimat das Sudetenland war, fand hier vor zwei Jahren mit seiner achtköpfigen Familie eine neue Heimat. Nun ist er, erst 45 Jahre alt, den Seinen durch den Tod entrissen worden. Die Anteilnahme der Bevölkerung ist groß. Kirthenmusikalische Feierstunde Gengenbach (a) Die abendliche Feierstunde, die das Ehepaar Charlotte Steinke (Sopran) und Hans Steinke (Bariton) in der evang. Kirche gestaltete, stand 'unter dem Thema Bleibe bei uns, denn es will Abend werden“. Die schlichte und ernste Eindringlichkeit des Vortrags der Solls und Duette von Joh. Seb. Bach, Böhm und Prätorius waren Gottesdienst und Verkündigung des Evangeliums im wahrsten Sinne. Eingefügte Schriftlesung und Ge- das Ge- Veraslassung, darauf hinzuweisen, daß es ver-ibet gaben dem gehaltvollen Abend boten ist, Unkraut und dergleichen auf die | präge als „Stunde der Anbetung . Schiilhaus in Marlen wird wieder aufgebaut Die Gemeinde soll durdi Spenden die Finanzierung unterstützen Goldscheuer., (f). Zu der letzten Sitzung des Gemeinderats wurden auch die Lehrerschaft Elternbeirat und Bauhandwerker zugezogen. Hauptverhandlungspunkt war der Wiederaufbau des Schulhauses in' Marlen, das ' durch Kriegseinwirkung völlig 'zerstört würde. Die Aufräumungs- und Ausgrabungsarbeiten sind durchgeführt. Die Finanzierung des Wiederaufbaues war Gegenstand der Besprechung. Die Mittel für den Rohbau sind soweit gesichert; man hofft, durch Spenden der Einwohnerschaft und sonstige Hilfe auch die Restfinanzierung durchführen zu können. Mit den Bauarbeiten soll alsbald begonnen werden. In einem Aufruf wendet sich die Gemeinde als Bauherr an die Einwohnerschaft, das Werk durch Spenden zu unterstützen. Gemeinde unterstützt Feuerwehr Goldscheuer, (f) Die Feuerwehr der Gesamtgemeinde hielt in Marlen eine größere Uebung ab. Sie hat das tadellose Funktionieren der Wehr unter Beweis gestellt. Der bei der Probe festgestellte Schaden an der Motorspritze wurde bereits behoben Bei der an die Übung sich anschließenden Besprechung im „Wilden Mann“ zwischen dem Kommandanten und der Gemeindebehörde wurden alle Fragen behandelt und zum Teil auch schon erledigt. Es wird alles getan, um die Wehr jederzeit einsatzfähig zu halten. Diebe am Werk Appenweier (v) Hier scheint das Einbrecherhandwerk, d^s eine zeitlang ruhte, wieder aufzuleben. In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag wurde in dem Anwesen Philipp Gißler Witwe, Bahnhofstr. 7, ein Entenvogel mit 3 Enten gestohlen. Obwohl ein scharfer Hund den Hof bewacht, kamen die Einbrecher unbemerkt davon. Verkehrsunfälle am laufenden Band Appenweier (v) An der Bundesstraße 3 in der Kurve Richtung Karlsruhe vor dem Verstärker amt, ereignete sich am Donnerstag wieder ein Verkehrsunfall. Ein aus Richtung Of- Märkt« Schlachthof Karlsruhe, 15. bis 17. Mai 1950 Auftrieb: Großvieh 192, Kälber 297, Schweine 679, Schale 18 Stück. Preise pro Pfund Lebendgewicht: Ochsen AA 90 — 95 , A 86—92, B 75—83; Rinder AA 90—95, A 82—94, B 80—86; Bullen AA 80^-88, A 80f-88, B 80—88: Kühe AA 80—88, A 68—80, j 3 60—70. C 45—55, D 40—50; Kälber A 90—110, B 73 po, c 60—75; Schweine A—E 105—108, C—H 80—95. fenburg kommender Volkswagen stieß mit einem aus Richtung Karlsruhe kommenden französischen Pkw zusammen. Eine Insassin des Volkswagens wurde erheblich verletzt, Lebensgefahr besteht jedoch nicht. Die Schuld an dem Unfall trägt der Fahrer des französischen Pkw, der die rechte Straßenseite in der Kurve nicht einhielt. Beide Wagen wurden stark beschädigt. ■ Dem Vernehmen nach soll ab 1. Juni der Verkehrsposten an dieser überaus gefährlichen Kurve eingezogen werden, was sic» sehr nachteilig auswirken dürfte, da Appen- weier als Knotenpunkt der Bundesstraßen 3 und 28 eine Verkehrsfreqenz von täglich etwa 5000 Kraftwagen aufweist. Es ist zur Zeit der Heu- und Getreideernte fast nicht mehr möglich, daß landwirtschaftliche Fuhrwerke die Straße passieren können. Gottesdienstordnungen Kath. Gottesdienst Nordradi Dienstag: 6.15 Jahrtagsmesse für Karolins Göhringer, geb. Hoferer; 8.00 Amt für die Verstorbenen der Jahrgänge 1899, 1900, 1901; 19.30 Maiandacht mit Segen. Gottesdienstordnung Oberharmersbadi Dienstag: 6.15 Uhr zweites Opfer für Cäd- lia Kasper, 19.30 Maiandacht mit Segen. — Mittwoch: 6.15 Betsirigmesse für Leonhard Huber und gefallene Söhne, Engelberg. Offenburger Tageblatt Chefredakteur: Adolf Kimmig rerantwoi tlich für Politifc: Adolf Kimtnis- Cultur und Unterhaltung: Karl Gies ladner Land und Sport: Herbert Buhles .okales: Dr. Alfred GaUer .andwirtschaftl. Beilage: Walter Pichert jruck und Verlag: A. Reiff & Cie., Offenburg iprechstuiiden der Redaktion: täglich 11-12 Uhr ür unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine lewähr übernommen lit Namen gekennzeichnete Artikel stellen die Mei- _ , . . .. . ..._ — unrtVi j4iia R(»- Danksagung Für die innige Anteilnahme an dem schweren Schicksalsschlag durch den Verlust meines geliebten, teuren Qat- ten, unseres guten Schwiegersohnes, Bruders, Schwagers und Onkels Josef Buri Eisenbahnobersekretär i. R. danke ieh recht herzlich. Besonderen Dank Herrn Eisenbahninspektor Diebold für die erhebenden Abschiedsworte am Grabe als Freund, Kollege, und für die Kranzniederlegung im Auftrag der Eisenbahndirektion Karlsruhe, ebenso allen denen, die meinem teuren Toten das letzte Geleit gaben und für die schönen Kranz- und Blumenspenden. Offenburg, 22. Mai 1950. Hermannstr. Iß 2-329 Frau Trudi Buri, geb. Freudemann und Angehörige. r Wir grüßen als Vermählte EUGEN SCHWER IDA SCHWER geb.Deiß Ottenburg Franz-Volk-Straße 42 20. Mai 1950 V.. Mietgesuche Raum in der Oststadt für Einrichtung einer Mietwaschküche ab sofort gesucht. Off. u. 12/179 an die Gesch. d. O. T. Leeres Zimmer V. berufstät. Herrn in Offbg, zu mieten gesucht. Vogt Karl, Offenburg Seestraße 10 faelabon Todesanzeige — Danksagung Gott der Herr nahm unerwartet rasch, unsere liebe Schwester, Tante und Großtante Elisabeth Kuch nach kurzer Krankheit, im 84. Lebensjahr, zu sich in die ewige Heimat. Wir haben die liebe Verstorbene am Freitag, dem 19. Mai 1950, in aller Stille beerdigt. Für die erwiesene Teilnahme sagen wir allen ein herzliches Vergelts Gott. Offenburg, den 22. Mai 1950. Schillerst!-. 3. Die Anverwandten: Familien Suc^au-Mayer, Mannheim . Familien Tempel-Dieser, Villingen-Gengenbach Verkäufe Wohnhaus Betr. Vergleichsverfahren über das Vermögen der Firma Otto Bergmann, chem.-pharm. Fabrik, in Urioffen I. Das Vergleichsverfahren wird eingestellt. II. 1. Die Eröffnung des Anschlußkonkursverfahrens wird mangels Masse abgelehnt. 2. Der vom Wehrle-Werk AG. Emmendingen gestellte Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens wird mangels Masse kostenfällig abgewiesen. III. Dieser Beschluß wird erst mit seiner Rechtskraft wirksam. Offenburg, den 19. April 1950. Bad. Amtsgericht Offenburg. Vorstehender Beschluß ist nach Ablauf der Rechtsmittelfristen rechtskräftig. Offenburg, den 15. Mai 1950. Bad. Amtsgericht Offenburg. 3V* stockig, Nähe Bahnhof Offbg., als Geschäftshaus geeignet, zu verk. Off. u. Nr. 19-70 an die Gesch. d. O. T. Hohner Club IIB Victoria, gut erhalt zu verkaufen. Ohlsbach Nr. 161. 2-330 Schönes Zudifrind zu verkaufen. Hohnhurst, Haus 38. 20-39 Stellengesuche Empfehle mich für Sfridcarbeifen jeder Art Buhler, Offbg., Sofienstr. 29, b. 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Mai 1950. Bürgermeisteramt Kaufe einige Hasen zum Schlachten. Josef Seeger Lange Straße 20 Das Offen burger Tageblatt Ihre Zeitung Verband der Körperbeschädigten und Hinterbliebenen Ottenburg Am 24. und 25. Mai, findet im Saalbau „Drei Könige”, jeweils um 20 Uhr ein Bunter Abend mit bekannten Künstlern von Bühne und Füm, des Südwesttunk Stuttgart und dem beliebten Tanz- und Schau-Orchester „Aliwastro* statt ■Wunschkonzert — Überraschungen Karten Vorverkauf: Kreisgeschäftsstelle Ottenburg, Kornstraße 1, täglich von 8-12 und 14-18 Uhr Haben Sie schon die neuesten IM- and Einlmin-SiffiMlen 1 Sie sind in der gültigen Fassung sofort erhältlidi bei Franz Müller „FRAMO" Offenburg, Lange Straße 18, Telef. 2287 Heirate* u. Privatauskünfte über Vorleben, Ruf, Charakter, Lebenswandel, Herkunft usw. Gentner & Co., Stuttgart, Rotebühlstr. 64, Tel. 68938 Aelteste Auskunftei Wttbg. seit 1870 Hämorrhoiden^^ •uch m schworen Fällen d. Binmasal (Salbe o Zäpfchen). 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