V * m SrtLnauLrNoUNUMMgLLMtlMg Erscheint wöchentlich viermalig. Bezugspreis für den laufenden Monat DM ILO zuzüglich SO Pf. Trägerlohn. Einzelnummer 20 Pf. Im Falle höherer Gewalt od. bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Büchzahlung des Bezugspreises. Attest« Heimatblatt für Stabt an- vezirk ststenburg ttnreigeudtatt mit anerkannt guter Werdewirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Öffenburg. Zur Zeit Ist di« Anzeigenpreisliste Nr* l gültig. Drude u, Verlag: A. Reiff & Cie., Buchdruckerei. Offenburg /Baden. Geschäftsstelle: Offenburg, Kornstraße 10. Fernsprecher: Offenburg Nr. 1537 und 2134. Postschließfach Nr. 333. Postscheckkonto: Karlsruhe Nr. 136 81. Nummer 80 Montag, 26. Juni 1950 Ausgabe a 139. Jahrgang VfB Stuttgart Deutscher Fußballmeister 1950 Rund 100000 Zuschauer erlebten im Berliner Olympiastadion die ehrenvolle 2:1 (2:0) Niederlage des tapferen Verlierers Kickers Offenbach — Das „Silberne Lorbeerblatt" des Bundespräsidenten erstmalig verliehen Die große Frage nach dem neuen deutschen Fußballmeister wurde am Sonntag im Olympiastadion Berlin vor rund 100 000 Zuschauern entschieden. Der VfB. Stuttgart besiegte in einem tempogeladenen sehr schnellen und jederzeit fairen Spiel Kickers Offenbach knapp mit 2:1 (2:0) Toren und sicherte sich damit den höchsten deutschen Fußballtitel. In der ersten Halbzeit hatte der VfB. Stuttgart größere Vorteile, Läpple (18. Minute und Bühler (26. Minute) schossen die 2:0- Halb'zeitführung. Nach dem Wechsel verkürzte Buhtz in der 48. Minute auf 2:1. Obwohl die Kickers-Elf fast ständig überlegen war, glückte ihr nicht der verdiente Ausgleich. Besonders der Stuttgarter. Torwart Schmid verhalt seiner Mannschaft durch glänzende Abwehrleistungen zum Sieg. größte Sportplatzanlage. Auf den hohen Rän- Unmittelbar nach dem Schlußpfiff stürmten alle Offenbacher Spieler der siegreichen Mannschaft entgegen, um dieser stürmisch zu gratulieren. Beide Mannschaften nahmen dann vor der Ehrentribüne Aufstellung. Der Stuttgarter Zuschauerblock jubelte seiner Elf entgegen und rollte die bereitgehaltene Fahne mit der Aufschrift „VfB Stuttgart Deutscher Fußballmeister“ auseinander. In seiner Siegerehrung sagte der Vorsitzende des Deutschen Fußballbundes, Dr. Pecco Bauwens, daß eigentlich beide Mannschaften gewonnen hät ten. Dies sei die beste Kritik, die er aussprechen könne. Alle Spieler hätten in einem denkwürdigen Spiel und in einer denkwürdigen Stadt eine hohe Mission erfüllt. Er überreichte dann dem VfB-Spielführer Schmid den neuen Meisterschaftspreis und lobte dabei nochmals die große und herzliche Kameradschaft der Sieger-Elf und der knapp unterlegenen Offenbacher. Zum neunten Male Mit dem 39. Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft wurde das Olympiastadion Berlin zum neunten Mal Austragungsstätte des Entscheidungsspiels um den höchsten deutschen Fußballtitel. Pünktlich um zwölf Uhr wurden die Tore des Stadions geöffnet. Seitdem strömten in ununterbrochener Folge Zehntausende von Sportbegeisterten in Deutschlands schönste u. gen wehten die Fahnen der Bundesrepublik und Berlins, während die Ehrentribüne von den Bannern des VfB. Stuttgart und von Kik- kers Offenbach flankiert war. Mit einer besonders starken Abordnung waren schon frühzeitig die Stuttgarter vertreten, die durch Umzüge im Stadion mit großen ‘ Transparenten ,.Stuttgart grüßt Berlin“ rechte Endspielstimmung und den stürmischen Beifall der Massen hervorriefen. ' Bis fünfzehn Uhr sah man nur noch wenige-Lücken in dem rund einhunderttausend Besucher fassenden Stadion. Hochstimmung herrschte schon Stunden vor Beginn des Endspiels,. hoch gingen die Wogen der Erregung, wenn sich auf dem wunderbaren Rasenteppich spannende Torsituationen in den Vorspielen ergaben. Berlin bot den Endspiel- gegnem ein ideales Fußballwetter, denn nach geringfügigen Regenfällen am Vormittag besann sich Petrus eines besseren. Bei Wind- von allen Seiten fest. Dann begrüßte Berlins Bürgermeister * Dr. Friedensburg die Mannschaften im Aufträge des Bundespräsidenten Prof. Dr. Heuß: „Wir sind alle mit dem Herzen auf diesem ' Spielfeld und rufen zum Schluß allen Gästen den alten Berliner Ruf zu: hinein“. Empfang im Berliner Rathaus Auf einem Empfang des -Magistrats von Groß-Berlin am Samstag im Schöneberger Rathaus für die am Endspiel beteiligten Vereine sprach der erste Vorsitzende des DFB, Dr. Pecco Bauwens, seine volle Anerken-, nung für die in jeder Beziehung mustergültigen Vorbereitungen der Berliner Stellen aus. Als amtierender Berliner Oberbürgermeister hatte Dr. Ferdinand Friedensburg den' Vorstand des DFB im Schöneberger Rathaus herzlich begrüßt und seiner Freude Ausdruck gegeben über die Berücksichtigung Berlins. Dr. Bauwens hob in seiner Entgegnung die Befriedigung hervor, daß der deutsche Fußball nunmehr bald wieder Gelegenheit zum internationalen Länderwettstreit haben werde. „Eines der ersten Länder-Fußballspiele wird dann auch nach Berlin kommen“ sagte Dr. Bauwens. Der erste Vorsitzende der Kickers Offenbach, Neubert, versicherte im Namen aller süddeutschen Fußhallsportler, sie seien stille und nicht zu warmem, sommerlichem; gern nach Berlin gekommen, weil _sie wüßten, Wetter waren die besten Vorbedingungen für das Finale gegeben. Nach den fesselnden leichtathletischen Wettbewerben. . die dem Endspiel vorausgingen, wurden die beiden Mannschaften bekanntgegeben Beide brachten die Besetzungen heraus, die den Weg ins Endspiel bahnten. Die Manrischaftep nahmen vor der Ehrentribüne Aufstellung. Uteber vierzig Photografen und Wochenschauen hielten die 22 Spieler Regierung Bidault tritt zurück Mit der absoluten Mehrheit der Kammer gestürzt Paris. Die Regierung Bidault ist am Samstagmittag gestürzt worden. Als die Nationalversammlung über die Vertrauensfrage abstimmte, die Bidault wegen der Meinungsverschiedenheiten über die. .Beamtengehälter gestellt hatte, sprachen sich 352 Abgeordnete gegen das Kabinett aus; für Bidault wurden 230 Stimmen abgegeben. Vor der Abstimmung batte Bidault erklärt, die Secbsmächte-Konferenz über den Scbumanplan würde ohne Unterbrechung selbst dann fortgesetzt werden, wenn die Regierung gestürzt werden sollte. Die neue Regierungskrise kann leicht zu Neuwahlen führen. Bidault hatte vor einigen Tagen gedroht, daß er der letzte Ministerpräsident vor den Neuwahlen sein werde. Kurz vor der Abstimmung sagte er noch einmal, im Falle eines Regierungssturzes würde es schwer sein, für eine neue Regierung die nötige Mehrheit zu finden In politischen Kreisen faßt man diese Aeußerung als Hinweis dafür auf, daß die MRP-Fraktion die Unterstützung einer neuen Regierung grundsätzlich ablehnen könnte. Der MRP ist an Neuwahlen nach dem jetzt gültigen Verhältniswahlrecht gelegen. In Paris gilt es als gewiß, daß Außenminister Schu- man, bei jeder kommenden Regierung, die auf eine parlamentarische Mehrheit rechnen kann, aufgrund seiner bisherigen Erfolge wieder Hausherr im Quai dOrsay werden wird. Das Kabinett Bidault war neun Monate im Amt. Es war als Koalition zwischen Volksrepublikanern, Sozialisten, Radikalsozialisten und Gemäßigten gebildet worden. Die Sozialisten schieden jedoch Anfang Februar aus der Regierung aus, allerdings unterstützten sie Bidault im Parlament weiterhin. Pariser Delegation berichtet Bonn. Die deutsche Delegation zu den Schu- man-Verhandlungen in Paris wird am Montag dem Bonner Ministerausschuß unter Vorsitz des Bundeskanzlers über die bisherigen Arbeiten der Sechsmäditekonferenz berichten. Die deutsche Delegation wird bereits in der Nacht zum Montag in Bonn erwartet. Die erste Fühlungnahme soll am Montagmorgen stattfinden. Erst am Dienstag soll der ständige Be- ratüngsausschuß über Fragen des Schuman- plans gebildet werden. welche Nöte, die Stadt und ihre Bevölkerung zu,-überwinden gehabt hätten. Telegramm des Bundespräsiden: en Der Bundespräsident übermittelte dem neuen Deutschen Fußballmeister VfB S^utt- gai-t folgendes Telegramm: „Dem Deutschen Fußballmeister 1950 spreche ich meine herzlichen Glückwünsche aus und bitte ihn, ein silbernes Lorbeerblatt als auszeichnende Anerkennung annehmen zu wollen. Ich denke, daß sich die persönliche Ueberreichung bald ermöglichen lassen wird. Mit diesem Lorbeerblatt, das nur für den Wettkampf in Berlin zum ersten Mal gegeben wird, hoffe ich, die Form gefunden zu haben, die in einfacher Symbolik den freundschaftlichen unc| fördernden Anteil zum Ausdruck bringt,' den der Bund an den freien Bestrebungen des sportlichen, turnerischen und musischen Lebens nimmt.“ Weitere Berichte in unserem Sportteil Am 38. Breitengrad Der 38. Breitegrad, der die kommunistische Volksrepublik Nordkorea von der südkoreanischen Republik trennt, wurde von politischen Beobachtern immer als eine der gefährlichsten Grenzen im Qst-West-Konflikt angesehen. An dieser Grenze ist es immer wieder zu Spannungen und Grenzzwischenfällen gekommen, die niemals ' für dauernd beigelegt werden konnten. Seit die Bemühungen um eine Wiedervereinigung der nach dem Kriege von den Sowjets besetzten nördlichen und der von den Amerikanern besetzten südlichen Zone Koreas im Mai 1947 endgültig gescheitert waren, hatten sich die beiden Teile Koreas gegensätzlich entwickelt. Mit der Kriegserklärung und der Aufnahme der Kampfhandlungen am Sonntag hat sich die seit langem bestehende Spannung blutig entladen. Erst am 9. Juni hatte sich die kommunistische Regierung Nordkoreas bemüht, einen neuen Vorschlag zur Vereinigung der beiden Hälften des Landes durchzusetzen. Die Regierung Nordkoreas wandte sich mit ihrem Appell jedoch lediglich an die Organisationen der politischen Linken und nahp die südkoreanische Regierung und die hinter ihr stehenden Kräfte ausdrücklich von ihrem „Friedensvorschläg“ aus Unterhändler der nordkoreanischen Regierung, die mit diesen Vorschlägen die Grenze überschritten, wurden sofort nach dem Betreten südkoreanischeii Bodens verhaftet. Zwei von ihnen gingen später in das südkoreanische Lager über. Die „Vaterländische. Front“ in Nordkorea rief daraufhin zum ^Kampf der ganzen Nation um die Wiedervereinigung des Vaterlandes“ auf und warf dem südkoreanischen Staatspräsidenten Sygman Rhee und seinen Anhängern vor, „im Interesse der amerikanischen Imperialisten einen Bruderkrieg“ gegen die friedliche Vereinigung des Landes anzuzetteln.“ Diesen Auseinandersetzungen lim die Wiedervereinigung der beiden- Hälften Koreas folgte Mitte Juni ein Besuch des Sonderberaters des USA-Außenministeriums, John Fester Dulles, in Südkorea. Bei der Parlamentseröffnung in Seoul versprach Dulles die Fortsetzung der amerikanischen Hilfeleistungen und sagte zu. die südkpreanische Republik solle gegen jeden Angriff des kommunistischen Despotismus unterstützt werden. Bürgerkrieg in Korea Kommunistische Truppen fallen in Südkorea ein — Das letzte natürliche Hindernis vor der Hauptstadt überrannt — Einberufung des Sicherheitsrates. Soeul. Truppen der kommunistischen Volksrepublik Nordkorea in Stärke von mehreren Divisionen haben in der Nacht zum Sonntag die Grenze zwischen den beiden Hälften Koreas — den 38. Breitengrad — mit Unterstützung von Panzern und schwerer Artillerie an elf Punkten überschritten. Im zügigen Vormarsch nach Süden haben die Angreifer im Laufe des Sonntags das gesamte Gebiet westlich des Imdschin-Flusses besetzt und den wichtigen Eisenbahnknotenpunkt Kaisern genommen. Der Imdschin-Fluß, der nordwestlich von Soeul nach der Grenze verläuft und das letzte natürliche Hindernis vor der südkoreanischen Hauptstadt Soeul bildet, wurde bereits am Sonntagnachmittag mit neunzig Panzern überschritten, obwohl die südkoreanischen Truppen dort vorbereitete Stellungen verteidigt hatten. Auf dem südlichen — Soeul zugewandten — Ufer des Flusses sollen die. Nordkoreaner einen von einem Bataillon gehaltenen Brückenkopf gebildet haben. Ein starker nordkoreanischer Stoßkeil in Stärke von etwa einer Division befindet sieh — von schwerer Artillerie unterstützt — im Vormarsch auf die östlich von Soeul gelegene Stadt Tschuntschon. Die achte - südkoreanische Division wurde in diesem Raum zum Rückzug gezwungen. Auf der Halbinsel OngdsChin konnten die Nordkoreaner nach schweren Kämpfen die gleichnamige Stadt erobern. Außerdem haben die Nordkoreaner an der Ostküste Koreas an verschiedenen Punkten erfolgreiche Landungsoperationen durchgeführt und unter anderem einen Brückenkopf bei Kangnung gebildet. Nordkoreanische Jagdflugzeuge sowjetischen Typs haben am Sonntag zweimal den Flughafen Klmpo bei Soeul angegriffen. Die Südkoreaner werfen in aller Eile Verstärkungen nach dem Imdschin-Fluß. Ein Sprecher der südkoreanischen Regierung erklärte am Sonntag, die Lage sei verzweifelt. Die bisherigen Kämpfe hätten auf beiden Seiten etwa viertausend Gefallene gekostet. Die südkoreanischen Streitkräfte brauchten vor allem Gewehre, Munition und Beobachtungsflugzeuge. Der Leiter des amerikanischen Militärberaterstabes für Südkorea, Brigadegeneral Roberts, sagte, die südkoreanischen Truppen könnten sich auch gegen stärkere Streitkräfte drei Wochen lang behaupten. Bedenklich sei nur der Mangel an ausreichenden Luftstreitkräften. Südkorea verfüge über acht Divisionen mit etwa 95 OQO Manila Südkoreanische Stellen schätzen die nordkoreanischen Truppen auf 180 000 Mann. Zwei Divisionen sollen kürzlich aus Nordchina zurückgekehrt sein, wo sie an der Seite der chinesischen Kommunisten eingesetzt waren. Die Nordkoreaner sollen über etwa 200 Jagdflugzeuge Und Tiefflieger, etwa 150 mittelschwere' und achtzehn leichte Panzer sowie dreißig Panzerspähwagen verfügen. Der Stabschef des amerikanischen Militärberaterstabes, Oberst Mahoney, meinte, die Nordkoreaner hätten etwa 3 000 Freischärler hinter den südkoreanischen Linien eingesetzt. Die südkoreanischen Truppen, die in aHer Eile Panzer und Artillerie nach Norden werfen, werden durch Zehntausende von nach Süden strömenden Flüchtlingen behindert, die die Straßen blockieren. Die südkoreanische Regierung hat im Frontbereich das Kriegsrecht verkündet und in Soeul Verdunkelung angeordnet. Bisher sollen die südkoreanischen Truppen vier mittelschwere Panzer der Angreifer vernichtet haben. Amerikanische Sachverständige sind überzeugt, daß die Nordkoreaner sowjetische Flugzeuge und Waffen eingesetzt haben. Es sollen sich noch etwa 1 700 Amerikaner, darunter fünfhundert Offiziere und Mannschaften des Militärberaterstabes, in Südkorea befinden. \ Nr. 80 — Seite 2 Offenburger Tageblatt Montag, 26. Juni 1086 AB' Die Entwicklung im 30 Millionen Menschen zählenden „Land der Morgenruhe“ ist häufig mit den Nachkriegsverhältnissen in Deutschland und Oesterreich verglichen worden. Auf der Kairoer Konferenz wurde im Dezember 1943 von den USA, Großbritannien und China beschlossen dem seit 1905 von Japan besetzten Land die Unabhängigkeit zu gewähren. In Jalta einigte man sich über eine gemeinsame befristete Besetzung durch die Sowjetunion und die USA. Am 15. August 1945 besetzten die Sowjets den nördlichen Teil, der annähernd- 80 Prozent der nordkoreanischen Schwerindustrie aufweist, und am 8. September landeten die Amerikaner im agrarischen Süden Koreas. Trennungslinie zwischen Norden und Süden wurde der 38. Breitegrad. Eine sowjetisch-amerikanische Kommission, die eine .gesamtkoreanische Verwaltung vorbereiten sollte, ging nach Meinungsverschiedenheiten über die Bildung einer einheitlichen Regierung im Mai 1947 auseinander. Beide Besatzungsmächte gingen daraufhin in ihren Zonen getrennte Wege. Im August 1948 wurde eine südkoreanische Republik ausgerufen und in Seoul eine Regierung gebildet. Fast gleichzeitig riefen die nordkoreanischen Kommunisten die „Demokratische koreanische Volksrepublik“ aus. Sie stellten eine „Volksarmee“ auf, die sich Ende 1949 auf 80 000 Mann belaufen haben soll, dazu kamen 50 000 Mann Gendarmerie. Die südkoreanischen Streitkräfte werden auf etwa 60 000 Mann geschätzt. In letzter Zeit soll sich das Kräfteverhältnis der Streitkräftd beider Zonen mehr und mehr ausgeglichen haben. Man glaubt, daß die süd- koreanischen Truppen besser ausgebildet und besser ausgerüstet sind, dagegen wird mit einer leichten Ueberlegenheit der nordkoreanischen Streitkfäfte im Panzer- und Luftkrieg gerechnet. Seit Juni 1949 gibt es keine Besatzungstruppen mehr im Land. Beim Abzug der ame rikanischen Truppen kam es an der Zonengrenze zu vorübergehenden Gefechten zwischen den Armeen Nord- und Südkoreas. Später sind nach Angaben der südkoreanischen Regierung von Zeit zu Zeit kommunistische Partisanengruppen über die Grenze nach Südkorea gekommen, von wo sie sich aber stets wieder zurückzogen. Die nordkoreanische Regierung meldete ihrerseits Ueberfälle und Raubzüge auf ihr Gebiet durch „Saboteure und Terro risten“ aus dem Süden. Protest gegen Ost-Abkommen Hamburg. In vielen Teilen der Bundesrepublik und in West-Berlin protestierten Heimatvertriebene am Wochenende in starkbesuchten Kundgebungen gegen die von der Sowjetzonenregierung mit Polen und der Tschechoslowakei abgeschlossenen Abkommen über den Verzicht auf die Heimatgebiete der vertriebener* Deutschen. In Entschließungen an die Hohen Kommissare, Bundeskanzler Dr. Adenauer, Einberufung des Sicherheitsrats „Bruch des Friedens und Aggressionshandlung" New York. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen trat am Sonntagabend zusammen, um über eine Entschließung der USA. zum Bürgerkrieg in Korea zu beraten. Die Sondersitzung des Sicherheitsrates wurde von dem amerikanischen UNO-Delegierten Groß in einem Schreiben an den UNO-Generalsekretär Trygve Lie gefordert. Groß teilte darin mit, daß der Botschafter der Republik Südkorea in Washington das amerikanische Außenmini Sterium von dem Einfall nordkoreanischer Streitkräfte unterrichtet und der nprdkoreant sehe Rundfunk eine Kriegserklärung an Südkorea verbreitet habe. „Ein Angriff der Streitkräfte des nordkoreanischen Regimes stellt unter diesen Umständen einen Bruch des Friedens und eine Aggressionshandlung dar“, heißt es in dem Schreiben. »Auf die dringende Forderung meiner Regierung bitte ich Sie, sofort eine Sitzung des Sicherheitsrates anzuberaumen.“ Als einziger Punkt stand die amerikanische Beschwerde über den Angriff nordkoreanischer Streitkräfte auf der Tagesordnung. Die amerikanische Delegation schlägt einen Beschluß des Sicherheitsrates vor, daß die nordkoreanische vRegierung ihre Truppen an die Grenze auf dem 38. Breitengrad zurückzieht und daß die UNO-Koreakommission den Rückzug beobachtet und den Sicherheitsrat auf dem laufenden hält. 5 -Der- Vorsitzende, der indische Delegierte Sir Benegal Rau, ersuchte UNG-Generalsekretär Trygve Lie, den Bericht der UNO-Koreakom- mission bekanntzugeben und zu erläutern. Lie erklärte, der von ihm angeforderte Bericht der Kommission mache es eindeutig klar, daß Nordkorea in direkter Verletzung des Beschlusses der Vollversammlung von 1948 Feindseligkeiten begonnen habe. Dies stehe gleichzeitig im Gegensatz zu den allgemeinen Grundsätzen der UNO-Satzung. Es sei Pflicht des Sicherheitsrates, Maßnahmen zur Wiederherstellung des Friedens zu treffen. Der amerikanische UNO-Delegierte Groß nannte den Angriff eine Invasion gegen einen Staat, den die UNO dadurch ins Leben rief, daß sie ihn als Staatswesen anerkannte. „Ein solcher Angriff widerspricht den grundsätzlichen Zielen der UNO-Satzung und verhöhnt die Autorität der UNO.“ Der Angriff sei vollkommen widerrechtlich und ohne Provokation erfolgt. In seiner Darstellung der Entwicklung in Korea betonte Groß, daß die Obstruktion der Sowjetunion Millionen Koreaner daran gehindert habe, ein staatliches Leben zu führen, auf das sie e*in Recht hätten. Der britische Delegierte Shone unterstützte die amerikanische Resolution. Dpr südkoreanische Botschafter in Washington, Tschang, nannte die Invasion einen Angriff mit dem Ziel, Südkorea unter die Kontrolle eines kommunistisch beherrschten despotischen Regimes zu bringen. Auf Vorschlag Aegyptens wurde die Sitzung des Sicherheitsrats nach fast dreistündiger Dauer um 45 Minuten vertagt, um den Mitglieder Gelegenheit zu gebssn, sich intern zu beraten. Vor der Vertagung hatten sich noch die Delegierten Chinas, Frankreichs, Kubas, Equadors und Aegyptens grundsätzlich für die amerikanische Resolution ausgesprochen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung nahm der Sicherheitsrat eine abgeänderte Entschließung an, in der er die Invasion Südkoreas als eine Angriffshandlung bezeichnet. Er fordert die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten und den alsbaldigen Rückzug der nordkoreanischen Streitkräfte hinter den 38. Breitengrad. Bei der Abstimmung enthielt sich Jugoslawien der Stimme. Nach Annahme der Entschließung vertagte sich der Sicherheitsrat auf Dienstag. USA-Hilfe für Südkorea Washington. Die Vereinigten Staaten haben am Sonntag den alliierten Oberbefehlshaber in Japan, General Douglas MacArthur, angewiesen, alle in Japan für Südkorea verfügbaren Kriegsmaterialien so schnell wie möglich der südkoreanischen Republik zu liefern. Diese Anweisung erfolgte zum gleichen Zeitpunkt, an dem der USA-Generalstabschef, General Omar Bradley, die Leiter des amerikanischen Verteidigungswesens zu einer Konferenz im Pentagnon, dem Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte in Washington, zusammenrief. Bundesflüchtlingsminister Dr. Lukaschek und Bundesminister Jakob Kaiser werden Bundesregierung und Westmächte aufgefordert, die Forderungen derj Heimatvertriebenen nach Rückgabe ihrer Heimatgebiete zu unterstützen. In Berlin warnte der Vorsitzende der dortigen Landesgruppe der pommerschen Landsmannschaft, Michael, den stellvertretenden Sowjet zonen-Ministerpräsidenten Ulbricht, der die Verträge unterzeichnet hatte, davor, den Bogen zu überspannen. Für die-Heimatvertriebe- nen sei Ulbricht weder ein Deutscher noch ein Vertreter des deutschen Volkes, sondern ein bolschewistischer Landesverräter. In Lüneburg und Watenstedt/Salzgitter, wo die Landsmannschaften der Schlesier tagten, unterstrich der Bundesvorsitzende und Sprecher dieser Landsmannschaft, Dr. Walter Rinke: Das „kommunistische Gesindel“ müsse aus dem Bundestag ausgeschlossen werden. Die KPD sei keine deutsche Partei und gehöre nicht in ein deutsches Parlament; der Kommunismus sei ein organisiertes Verbrechen. „Kreuz des Ostens" eingeweiht Bad Harzburg. In Bad Harzburg wurde am Samstag das 20 Meter hohe „Kreuz des deutschen Ostens“ feierlich' eingeweiht. Das aus neun dicken Lärchenstämmen zusammengesetzte Kreuz war kürzlich auf den 550 Meter hohen Uhlenklippen nahe der Zonengrenze errichtet worden. Nach der Feierstunde übernahm Flüchtlingsminister Heinrich Albertz das Mahnmal in die Obhut des Landes Niedersachsen. In einer Parallel-Kundgebung an der Asse, von der aus das nächtlich beleuchtete Kreuz über viele Kilometer zu sehen war, fanden sich zur gleichen Zeit viele Heimatvertriebene zusammen. »Hochflut von Ulbricht-Abkommen Budapest. In der ungarischen Hauptstadt Wurden zwischen Ungarn und der Sowjet- zonen-Republik mehrere Abkommen unterzeichnet, die sich auf Finanz-, Kultur- und Handelsfragen, sowie auf technische und wissenschaftliche Zusammenarbeit beziehen. Im Anschluß an die Unterzeichnung der Verträge setzten der ungarische Ministerpräsident Ist- van Dobi und der 'deutsche Delegationschef Walter Ulbricht ihre Unterschrift unter eine gemeinsame politische Erklärung beider Regierungen. 1900 Jahre Köln Der Bundespräsident beglückwünscht die Jubelstadt Köln. Im Kölner Gürzenich fand am Sonntag der Festakt zur I90ö-Jahr-Feier der Rheinmetropole statt. Die Feier wurde durch die Anwesenheit des Bundespräsidenten Prof. Dr. Theodor Heuß zu einem besonderen Ereignis. Prof. Heuß hob in seiner Ansprache die geschichtliche Tradition der altrömischen Stadt hervor. Im Verlauf der abendländischen Geschichte habe Köln immer eine überlokale Bedeutung gehabt. Neben Paris sei es die geistige Stätte gewesen, in der das europäische Bewußtsein geprägt worden sei. Heuß bedauerte, daß so viel. Geschichte vernichtet worden sei. Die zerstörten Kirchen seien nicht nur ein Besitz der Deutschen, sondern ein Besitz der ganzen Welt, gewesen. Bei dem kommenden Wiederaufbau, der in fünf bis zehn Jahren Kühne Hoffnungen Francois-Poncets Auf dem Wege zu Europapaß und Einheitswährung? — Erinnerung an vergangene Schlachten muß einmal begraben werden manches Zerstörte Wiedererstehen lasse, müsse die Gläubigkeit vorherrschen. Die Stadt stand am Sonntag im vollen Flaggenschmuck. Schon lange vor Beginn des Festaktes waren die Zufahrtsstraßen von vielen Zuschauern umsäumt, die der Anfahrt des Bundespräsidenten, der zahlreichen Regierungsmitglieder und der ausländischen Gäste zusahen. Der Festsaal im Gürzenich, der 1943 zerstört worden war, ist in den letzten Monaten notdürftig wiederhergestellt worden. Der Kölner Oberbürgermeister Dr. Ernst Schwering entwickelte einen geschichtlichen Rückblick von der Gründung der ersten römischen Siedlung im Jahre 50 n. Chr. bis zur Gegenwart. Der Oberbürgermeister von Rom, Andreoli, überbrachte die Grüße der Ewigen Stadt und hob die enge geschichtliche und kulturelle Verbindung zwischen Rom und Köln hervor. Generalsynode der VELKD beendet Hannover. Der französische Hohe Kommissär Andre Frangois-Poncet traf am Sonntag auf Einladung der Industrie- und Handelskammer Niedersachsens zu einem zweitägigen Besuch in Hannover ein. Frangois Poncet sprach die Hoffnung aus, daß der Schuman- Plan schließlich zu einer europäischen Einheitswährung und einem für alle Europäer einheitlichen Paß führen wird. „Vielleicht nimmt meine Phantasie einen zu hohen und verfrühten Flug, wenn sie sich zu solcher Hoffnung ver- steigt, aber die Logik der Dinge schließt es in sich, über kurz oder lang wird es kommen.“ Auf jeden Fall werde der Plan die Umtauschbarkeit der europäischen Währungen wiederherstellen. Eine europäische Charta für die Sozialversicherung in allen Ländern sei möglich. Dem Kohle-Eisen-„Pool“ könne ein „Pool“ für elektrische Energie und ein landwirtschaftlicher „Pool“ folgen. Der französische Hohe Kommissar würdigte den Schuman-Plan als einen Wegweiser zu der notwendigen Einigung Westeuropas. In einer Zeit, in der man in einein viertel Stunden von Paris nach Köln fliegen könne, sei es ein Anarchismus, daß sich der europäische Warenaustausch auf 19 Märkte verteile und nur unter beschwerlichsten Umständen vollziehe. Der zweite Grund für die notwendige Einigung Westeuropas sei dip Pflicht, Westeuropa gegen die östliche Macht zu verteidigen, die alles Umstürzen wolle. „Wir haben keine Eroberungsabsichten, das will aber nicht besagen, daß wir uns verschlingen lassen wollen.“ Frangois-Poneet wiederholte bei dieser Gelegenheit, daß Westeuropa nur vollständig vereinigt werden könne, wenn Deutschland und Frankreich sich zusammengefunden hätten. „Jede Organisation des europäischen Kontinents muß vergeblich bleiben, solange Deutschland und Frankreich in zwei feindlichen Lagern stehen, solange sie sifch voll Gram anblicken und von Revanche gelüsten und Haßgedanken leiten lassen Die Erinnerung an vergangene Schlachten, an die deutsch-französische Feindseligkeit muß einmal begraben werden. Wir müssen zu neuen Auffassungen gelangen, um eine bessere Zukunft ahzubahnen.“ Deutschland und Frankreich gehörten wirtschaftlich zusammen, sie ergänzten einander. Deutschland habe Kohle und deren Derivative, Frankreich habe Eisenerze und alles, was von diesen ausgehe. Beide Länder seien also aufeinander angewiesen. Wenn sie wirtschaftlich zusammengingen, sei das ein Unterpfand für ihr beiderseitiges Gedeihen. Der Hohe Kommissar schloß mit der Feststellung, daß selbst der unmenschliche zweite Weltkrieg nicht unnütz gewesen wäre, wenn er der Ausgangspunkt für eine neue Welt sei. Ansbach. Die zweite Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands wurde am Samstag mit einem Schlußgottesdienst in der Ansbacher Stadtkirche St. Gumbertus beendet. Die Beratungen dienten zur Klärung innerkirchlicher Fragen und führten u. a. zur Konstituierung eines Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshofes für die VELKD. Diese Institution setzt sich aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und je sieben Geistlichen und Laien als Beisitzern zusammen. Sie hat alle verfassungsrechtlichen und Verwaltungsfragen in der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands einschließlich der in ihr vertretenen Hilfsorganisationen zu klären. Ferner befaßte sich die Synode mit einer Erklärung zur Tauffrage, die bereits von der Kirchenleitung und von der lutherischen Bischofskonferenz gebilligt worden war. Darüber hinaus wurden Richtlinien für die Konfirmation und die Trauung sowie die Arbeitsergebnisse des Ausschusses für Gemeindefragen besprochen. Die Aufgabe dieser zweiten Generalsynode sei, wie Landgerichtsdirektor Dr. Bloetz (Schleswig-Holstein), der Präsident der Synode, erklärte, „die Durchdenkung und Bezeugung der biblischen Wahrheiten und die Ordnung des eigenen Hauses im Geiste des Evange- iliums" gewesen. Neues in Kürze Der Bundesrepublik wurden von der ECA-Ver- waltung fünf Millionen Dollar aus ERP-Mitteln and 1,6 Millionen Garioa-Dollar zum Ankauf von Tabak zugeteilt. Bei der Textilindustrie haben im Mai Absatzschwierigkeiten zu einem erheblichen Rückgang der Produktion geführt. Gut behauptet hat sich die Produktion von Zellwolle trotz reichlicher - Versorgung mit Baumwolle. Der neue britische Hohe. Kommissar für Deutschland, Sir Ivonne Kirkpatrick, traf am Samstag auf dem Flughafen Wahnerheide bei Köln ein. In den ersten drei Monaten dieses Jahres Ist die Zahl der unehelich geborenen Kinder im Bundesgebiet zum ersten Mal seit 1946 wieder etwas angestiegen. Auf 10« Geburten kommen 9,6 uneheliche Kinder. Die Zunahme ist in allen Bundesländern festgestellt worden, ausgenommen Bayern, Württemberg-Baden und südwürttemberg-Hohenzollern. Es wird damit gerechnet, daß die Geburtenziffer wegen der verminderten Zahl von Eheschließungen in der nächsten Zeit noch mehr sinken wird; es werden aber immer noch mehr Jungen als Mädchen geboren, und zwar im Verhältnis von 107:100. Rund 400 Möbelspediteure aus dem ganzen Bundesgebiet tagten vom 22. bis 24. Juni in Boppard, zusammen mit zahlreichen Vertretern der Möbeltransport-Organisationen aus Belgien, Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden, Oesterreich, Schweden, der Schweiz und den Vereinigten Staaten. Auf der Tagung wurde die Einführung, einer Möbelhaftpflichtversicherung analog der Speditionsversicherung, die Vereinfachung der Möbeltransporttarife, sowie der neue AÜsnahmetarif der Bundesbahn für Möbelwagen erörtert. Der Zuckerbedarf der Welt wird in diesem Jahre wahrscheinlich 15 Prozent über dem Vorkriegs, durdischnitt liegen, verlautet aus dem USA-Land- wirtschaftsministerium. Die Welt-Zucker-Produktion wird um etwa zwei Prozent höher geschätzt als das Rekordergebnis des Vorjahres. Verkehrsflugzeug mit 55 Personen vermißt Minneapolis (Minnesota). Ein amerikanisches Verkehrsflugzeug vom Typ D C 4, das auf dem Fluge von Newyork nach Seattle war, wird seit Samstagvormittag vermißt. Die Maschine hatte eine dreiköpfige Besatzung und 55 Fluggäste an Bord. Auf dem Michigansee wurden Flugzeugtrümmer gesichtet, die vermutlich von der vermißten Maschine stammen. Hunderte von Flugzeugen und Schiffen beteiligten sich an der Suche nach dem Flugzeug. Eines der Schiffe meldete, man habe zwölf Kilometer ostwärts von Milwaukee in einer Tiefe von etwa zwanzig Metern mit Unterwassergeräten ein Wrack entdeckt, das wahrscheinlich das vermißte Flugzeug sei; an der Wasseroberfläche könne man Gelflecke feststellen. Man nimmt an, daß die vollbeladene Maschine bald abgesackt sein muß. Eine Proklamation der Kriegsbeschädigten Aus Anlaß der Vorbereitung eines Bundesversorgungsgesetzes erläßt der Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands eine Proklamation, in der es u. a. heißt: Die im VdK vereinigten Kriegsopfer bekennen sich zur Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes. Sie sind entschlossen, nach dem Maße ihres körperlichen, geistigen- und wirtschaftlichen Leistungsvermögens ihre ganze Kraft einzusetzen, um die Leiden dieser Zeit zu überwinden. Die Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen wollen kein Staatsrentnertum bilden, das die Volksgemeinschaft über Gebühr in Anspruch nimmt. Auf Grund der Opfer, deren Folgen sie unverschuldet ihr Leben lang zu tragen haben, steht den Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen ein Recht auf- Versorgung zu. Art, Maß und Umfang dieser Versorgung müssen den begründeten sozialen Bedürfnissen des Einzelfalles gerecht werden. Für ein bescheidenes, anständiges Leben ist nach einer Feststellung des Bundesministers der Finanzen ein Monatsbetrag von 180 DM erforderlich. Dieses Kulturminimum darf man auch den Kriegsopfern nicht vorenthalten. Eine unzureichende Hinterbliebenenversorgung richtet sich letztlich gegen den Staat selbst, dessen kleinste Keimzelle die Familie ist. Die Jugend bedarf in unserer Zeit mehr denn je der Fürsorge und Erziehung des Elternhauses. Unerläßlich ist deshalb eine ausreichende Versorgung für alle Mütter, deren Männer Opfer des Krieges wurden. Dieser Grundsatz hat auch für jene Hinterbliebenen zu gelten, denen wegen ihres Alters oder ihres Gesundheitszustandes eine Erwerbstätigkeit nicht mehr zugemutet werden kann. Di«y Mutter einer Heiligen beim Papst Vatikanstadt. Papst Pius XII, zelebrierte am Sonntagvormittag in der St. Peterskirche das erste Pontifikalamt zu Ehren der heiligen Maria Goretti, die er am Samstag in einer Zeremonie auf dem Petersplatz kanonisiert hatte. Dem Gottesdienst wohnten elf Kardinäle, über hundert Bischöfe, Tausende von Priestern und zehntausende von Gläubigen bei; weitere Tausende hörten vor dem Dom die Lautsprecherübertragung an. Unter den Gläubigen waren auch die 84jährige Mutter, die beiden Brüder und zwei Schwestern der heiligen Maria Goretti, die 1902 im Alter von zwölf Jahren als Märtyrerin ihrer Unschuld starb. Der Papst hatte die Greisin am Samstag nach der Heiligsprechungsfeier in seinem Arbeitszimmer empfangen, um ihr seine Glückwünsche auszusprechen. Wetterbericht Nach Durchzug deiner Störung, die Norddeutschland verbreiteten Regen und Süddeutschland einzelne Gewitter brachte, baut sich jetzt wieder ein Hochdruckgebiet auf, dessen Einfluß mindestens zwei Tage anhal- ten dürfte. Aussichten bis Mittwochabend: Zunächst meist heiter, trocken und zunehmende Erwärmung mit Tageshöchsttemperaturen am Dienstag und Mittwoch bis 30 Grad. Etwa in der Wochenmitte zunehmende Gewitterneigung. Montag, 20. Juni 1950 ABC Offenburger Tageblatt Nr. 80 — Seite 3 So siegte der VfB Stuttgart Die 90 Spielmüiuten im Berliner Olympia-Stadion — Große zweite Halbzeit der Offenbarer So spielten sie ... Südbadischer Fußball-Pokal: SV Emmendingen gegen SC Freiburg 1:2; ASV Freiburg — SV Homberg 12:0; FC Rheinfelden — FC Engen 1:1; FV Lahr — Blau-Weiß Freiburg 2:2. Hie ersten 45 Minuten Der Stuttgarter Tormann Schmid gewann die Wahl. Der VfB spielte zunächst mit dem leichten Wind. Aus anfänglichem Mittelfeldspiel entwickelte sich eine kurze Ueberlegenheit der Stuttgarter. Die Offenbacher Abwehr erwies sich bei einer Ecke als bedenklich unsicher. Eine zweite und dritte Ecke wurden verschuldet. Ein Scharfschuß des Läufers Otterbach traf nur den Pfosten. Bei . den ersten Vorstößen Offenbachs schoß Kaufhold weit daneben. Eine gelungene Kombination des Stuttgarter Sturms von der linken Seite bis zum Rechtsaußen schloß Läpple mit haltbarem Schuß ab. Das Spiel wurde nun schneller und lebhafter. Tormann Schmid warf sich dem durchbrechenden Buhtz vor die Füße. Offenbachs erste Ecke wurde weit ins Feld vergeben. Dann wartete Offenbach mit einigen bildschönen Kombinationen auf. Kaufhold schoß an dem sich wer- ohne Läuferuntertützung. Schlienz blieb weit zurückgezogen. Einmal mußte Tormann Schmid in höchster Not zur Ecke schlagen, als er von zwei Stürmern bedrängt war. Als Buhtz im schnellen Lauf dem Ball nachging, stürzte er über den Tormann ins Netz, der den Ball aber sicher in den Händen hatte. In den letzten zehn Minuten stürmten auch Offenbachs Läufer mit, um den Gleichstand herauszuholen. Viele Pfiffe ertönten, als Stuttgarts Abwehrspieler trödelten, um Zeit zu gewinnen. In den letzten Minuten standen einmal 21 Spieler in Stuttgarts Hälfte. Der VfB. verschuldete zwei Ecken. Beim letzten Gegenstoß kam der VfB. zu zwei Eckbäll'en. Während ein Ball ins Aus gestoßen wurde, konnte Schepper die zweite Ecke in kühnem Hechtsprung unschädlich machen. Offenbach kam zu einem Freistoß, der hoch vor das Tor ging. Schmid rettete gegen zwei Bedränger. Danach Mittelfeldspiel, noch ein letztes Aufbäumen von Offenbach. Ledl rettete durch Kopfstoß, und Schmid warf sich dem Ball entgegen Stuttgart hatte in den letzten Minuten acht Spieler am Tor und kam glücklich über manche schwierige Situation hinweg. Der neue Deutsche Fußballmeister, VfB Stuttgart Schwarzwald-Pokal: SC Schwenningen — FV st. Georgen 1:2; SpVgg Schramberg — VfL Schwenningen 2:1. Oberliga Südwest (Nord) Meisterschaft: VfL Neustadt — TuS Neuendorf 10:1;- Trter-Kürenz — 1. FC Kaiserslautem 0:4. Privat: Offenburger FV — SG Essen-Karnap 1:3; Rot-Weiß Essen — 1. FC Kaiserslautem 2:7; Rot- Weiß Oberhausen — Hamborn 3:1; Alemannia Dortmund — Horst Emscher 4:4: Marathom Remschetn gegen SpVgg Erkenschwick' 1:2: TB Eickel — Met- dertcher SV 1:0; Rot-Weiß Lörrach - FC Basel 1:3. SV Darmstadt — Wormatia Worms 3:2: FC 0# Vil- lingen — SpVgg Fürth 0:2; SSV Reutlingen — SpVgg Fürth 0:3: RW Essen — Roter Stern Belgrad/Dynamo Zagreb 2:4; VfL Konstanz — VfB Friedrichshafen 2:2; VfB Coburg — 1. FC Nürnberg 2:5; Phönix Karlsruhe — SC Baden-Baden 7:3; TuS Neuendorf — St. Pauli 2:0; Bayern Leverhusen — St. Pault 0:1; Phönix Ludwigshafen — SV Waldhof 1:2. 1 Deutsche Frauen- Handball-Meisterschaft: Endspiel: | VfL München — DSV 04 Düsseldorf 4:3 (2:2). Spiel t um dritten Platz: SC Südring Berlin — Kieler TV 2:1 ( 2 : 1 ). fenden Tormann knapp vorbei. Schepper parierte im Gegenstoß von Stuttgart einen kräftigen Schuß von Bühler. Ein plötzlicher Langschuß in die äußerste Torecke überraschte in der'18. Minute den Offenbacher Torhüter. 1:0 für Stuttgart. Die große Anhängerschaft des VfB jubelte. Kurz darauf wurde Tormann Schepper bei einem Zusammenprall mit Bai- tinger verletzt und wurde aus dem Feld getragen. Schon nach 30 Sekunden kehrte er jedoch wieder in sein Tor zurück und wehrte eine Ecke ab. In der Zwischenzeit hatte ihn Läufer Keim vertreten. Offenbachs Gegenangriffe blieben immer bei der verstärkten Abwehr Stuttgarts hängen, in der Ledl, der älteste Spieler des Treffens, die Hauptrolle spielte. Stuttgarts Spiel blieb zweckmäßiger, gradliniger als das des Gegners, ohne dabei fußballerische Schönheit vermissen zu lassen. Genau und schnell wanderte der Ball kräftesparend von Mann zu Mann. Blessing schoß nach einem Eckball knapp am Pfosten vorbei, und ein schöner Schuß von Schlienz landete in Scheppers fest zupackenden Armen. Ledl ging den Offenbacher. Baas einmal hart an, so daß einige Pfiffe ertönteh. Viel Beifall erhielten beide Mannschaften, als bald darauf der umsichtig amtierende Schiedsrichter zur Pause pfiff. UW : «.Üp Von links nach rechts: Blessing, Barufka, Bühler, Läpple, Baitinger, Schmid, Retter. Ledl, Schlienz, Steimle und Otterbach. Schotten-Ring mit neuen Rekorden Schorsch Meier wiederum vor Heiner Fleischmann Zweite Halbzeit mit echter Endspielstimmung Mit gesenkten Köpfen betraten die Offenbacher den schönen Rasen zur zweiten Halbzeit. Aussichtslos schien das Beginnen, zwei Tore aufzuholen. Drei Minuten der zweiten Halbzeit waren jedoch noch nicht abgelaufen, als Buhtz mit entschlossenem Nachschuß einen Treffer aufholte. Dann köpfte Baas über die Latte und sein Offenbacher Sturmkollege Buhtz stellte Tormann Schmid mit einem halbhohen Schuß auf eine harte Probe. Auf der anderen Seite schossen dann Schlienz und Otterbach weit darüber. Bei einem Eckball köpfte Bühler den Bali in Scheppers Hände. Die richtige Endspielstimmung war da, als Baas aussichtsvoll durchlief. Aber der schnelle Barufka durchkreuzte seine Bahn und gab. den Ball an seinen Tormann zurück. Die Berliner Zuschauer blieben objektiv, bejubelten jede große Leistung durch lauten Beifall und pfiffen bei den seltenen und nur geringfügigen Regelwidrigkeiten. Die Offenbacher spielten ihr Spiel und drehten nach 60 Minuten stark auf. Die Läufer schalteten sich in das Sturmspiel ein. Stuttgarts Hintermannschaft wurde wieder ,ganz auf Sicherstellung des Vorsprungs eingestellt. Schlienz, der offensive Mittelläufer, erntete Sonderbeifall, als er wenige Meter von seinem Tor entfernt, durch eine artistische Leistung einen Eckball vermied. Die letzte halbe Stunde des Endspiels stand im Zeichen einer längeren Druckperiode der Offenbacher. Stuttgart spielte auf Sicherung des knappen Vorsprungs und ließ seinen Sturm Der 16,08 km lange Schottenring, die älteste Stra- ßenrennstrecke Deutschlands, erlebte mit dem vierten Meisterschaftslauf für Motorräder mit und ohne Beiwagen am Sonntag sein 25jähriges Jubiläum. Die deutsche Motorsport-Elite war geschlossen am Start und lieferte sich ln den einzelnen Klassen erbitterte Kämpfe. Der Meisterschattstag begann mit einer* Gedenkminute für Peter von Lövis, der in den frühen Morgenstunden des Sonntags seinen schweren Verletzungen erlegen ist, die er sich bei einem Trtl- ningssturz am Samstag zugezogen hatte. Ergebnisse: 125 ccm-Klasse ■* 4 Runden: l. Ried (Königswinter) DKW-Kompressor — 40:33,2 Min. ■* 95,1 km/std. (neuer Klassenrekord). 2. (und erster ohne Kompressor) Hofmann (Frankfurt a. M.), Puch. Stand der Meisterschaftswertung: Ried (Königswinter) 16 Punkte. H. P. Müller (Bielefeld) 15 P. Im Meisterschaftslauf der Viertelliterklasse durchbrach der Marburger Karl Lottes seine Pechserie mit einem überraschenden Sieg in der neuen Klassenrekordzeit von 112,2 km/std. Ergebnisse: 250 ccm ** 8 Runden. 1. Lottes (Marburg) — DKW-Kompressor, 51:39,7 — 112,2 km/std. (neuer Klassenrekord). 2. Kluge (Ingolstadt) DKW- Kompressor. 3. (und erster ohne Kompressor) Gab- lenz (Karlsruhe), Parilla. Stand der Meisterschaftswertung: Thom-Prikker (Godesberg) 20 Punkte. Gablenz (Karlsruhe) 16 F., Daiker (Stuttgart) 13 Punkte. In der leichten Beiwagenklasse lag die Entscheidung zwischen den Kompressor-Gespannen Böhm/ Fuchs auf NS 17 und Klankermeier/Wolz auf BMW. Ergebnisse: Seitenwagen 600 ccm, 5 Runden: 1. Klankermeier/Wolz (München) BMW - Kompressor, 43:52,0 Min. — 110,0 km/h (neuer Klassenrekord). 2. Böhm/Fuchs (Neckarsulm), NSU-Kompressor. 3. (und 1. ohne Kompressor) Ziemer/Ströder (Neuwied), NSU. Stand der Meisterschaft: Böhm/Fuchs 22 Punkte; Klankermeier/Wolz 18 Punkte. In der schweren Senitenwagenklasse entwickelte sich vom Start weg ein erbitterter Zweikampf zwischen den in Führung liegenden Kraus/Huser, München, BMW, und Mohr/Fritz Schweinfurt, MFK. Das Münchener Gespann ve/größerte in den letzten Runden seinen Vorsprung ständig und ging schließlich als überlegener Sieger in gleichfalls neuer Klassenrekordzeit mit 107,3 km/h durchs Ziel. Stand der Meisterschaft: Seppenhauser/ Enshofer 17 Punkte, Schäfer/Höller 8 Punkte, MÜUer/RÜhr- schneck 6 Punkte. Mohr/Fritz 6 Punkte. Mit dem Start der 350-ccm-Klasse setzte anhaltender Gewitterregen ein. Kurt Mansfeld fuhr auf seiner DKW-Kompressor einen großen Vorsprung vor seinen Verfolgern Schön auf Horex, Fleischmann, NSTJ-Kompressor, und H. P. Müller auf DKW-Kompressor, heraus. In der fünften Runde gab der Spitzenreiter jedoch wegen Kerzen- und Motorschadens auf, so daß der Frankfurter Schön die Führung übernehmen konnte. Bei strömendem Regen verlor Schön durch einen leichten Sturz wertvolle Zeit und mußte den nun voll aufdrehenden Fleischmann auf NSU-Kompressor passieren lassen. Ergebnisse: 350-ccm *■ sechs Runden: 1. Fleischmann, Amberg, NSU-Kompressor, 1:00:29,2 Std. — 95,8 km/std. 2. (und 1. ohne Kompressor) Schön, Frankfurt, Horex. 3. (und 2. ohne Kompressor) Grösch, Frankfurt, NSU. ätand der Meisterschaft: Fleischmann, Arnberg, j 18 Punkte, Knees, Braunschweig, 14 Punkte, Wünsche, Ingolstadt, 12 Punkte, H. P. Müller. Bielefeld. 10 Punkte. Auch das Rennen der 500-ccm-Maschinen wurde bei strömendem Regen gefahren. „Traditionsgemäß“ siegte Georg Meier vor Heiner Fleischmann, der trotz eines beträchtlichen Zeitverlustes beim Aufenthalt an den Boxen den zweiten Platz herausholen konnte. Ergebnisse: 500-ccm 6 Runden: 1. Georg Meier, München, BMW-Kompressor, 58:32,5 Min. *» 98,9 km/std. 2. Heiner Fleischmann, Amberg, NSU-Kompressor. 3. W. Kraus, BMW-Kompressor^ München. Neuester Stand: Georg Meier, 15 Punkte, Wiggerl Kraus, 16 Punkte, Fleischmann, 13 Punkte. Den Einzel-Rennwagen-Lauf der Formel 3 gewann Vollmer (Kettwig) mit einem Atlas-Wagen* vor Ko- mossa (Recklinghausen) auf Scampolo. In der Rennwagenklasse bis 750 dfcm siegte Ferdl Lehder (Neu- Isenburg). Südbadens Boxer in Ausscheidungskämpfen Vorrunde der Amateur-Meisterschaften in Lahr Die am Samstagabend auf der Klostermatte ln Lahr zur Austragung gebrachten Ausscheidungskämpfe der Vorrunde um die südbadischen Amä- teur-Boxmeisterachaften hatten leider eine recht schwache Besetzung vonseiten auswärtiger Boxer zu verzeichnen. Die rund 500 Zuschauer erhielten daher auch in qualitativer Hinsicht nicht alle Wünsche erfüllt. Die Ueberraschung des Abends war die eindeutige Punktniederlage des Favoriten Klein- Rastatt, der sich durch den Lahrer Sauger geschlagen geben mußte. Die Kämpfe nahmen im einzelnen folgenden Verlauf: Im Bantamgewicht schlug Zlmmermann, Baden- Baden, den Lahrer Schneider ln der 2. Runde k o. Der Rastatter Klein traf im Federgewicht mit dem Lahrer Hanger zusammen. Letzterer zeigte sich nicht nur in technischer Hinsicht seinem Gegner voll und ganz gewachsen, sondern es gelang ihm auch, einige dicke Brocken anzubringen, wobei der Bastatter einmal bis zu sieben zu Boden mußte. Dieser Vorsprung brachte dem Lahrer den verdienten Punktsieg ein. Der Baden-Badener Dietsche war Delfabro, Lahr, im Leichtgewicht kein Partner, der etwas zu erhoffen hatte Von Anfang trieb der ahrer seinen Gegner im Ring und in der zweiten unde wurde Dietsche ausgezählt. Delfabro siegte durch k. o. Im Weltergewicht standen sich Täuscher aus Durmersheim und Schillinger, Lahr, gegenüber. Der er- stere war technisch weit besser, aber die größere Härti zeigte wieder einmal mehr der Lahrer, dem das Kampfgericht etwas überraschend den Punktsieg zusprach. Zu einer beiderseits sehr unrein geführten Angelegenheit gestaltete sich die Begegnung im Mittelgewicht, die Schmitt, Baden-Baden, und Bastian aus Durmersheim zusammenführte. Der weit Jüngere Durmersheimer erwies sich als der kampfstärkere, dem der Punktsieg verdient zugesprochen wurde. Der Kampf im Halbschwergewicht war nur von kurzer Dauer, da Trunkenholz, Lahr, seinem Vereinskameraden Nolte n keine Chance gab. Schon in der ersten Runde lief Nolte in einen Schwinger, der so gut saß, daß Nolte ausgezählt wurde. Den Abschluß des Abends bildete der zweite Kampf von Zlmmermann, B.-Baden gegen Krauth, Rastatt, der das freie Los gezogen hatte. Da .beide Gegner ganz aus sich herausgingen, gestaltete sich das Treffen zu dem schönsten Kampf des Abends, der mit Tempo und Einsatz geführt wurde. Zimmermann erwies sich als der Schlagsichere und wurde als Punktsieger begeistert gefeiert. Für das Fliegen- und Schwergewicht lagen keine Meldungen vor. — Der ehemalige deutsche Meister Müller, Freiburg, war ein Jederzeit korrekter Ringrichter. Südliga für gemeinsame Amateurliga Vereinsvertreter der Südligavereine trafen sich am Samstag in Villingen zu einer Aussprache über Spielsystemfragen. Dabei wurden einmütig die Pläne die auf Bildung von Amateurligen innerhalb der Regionalverbände abzielen, abgelehnt. Vielmehr hielten die Vereine an ihrer in den letzten Tagungen zum Ausdruck gebrachten Absicht fest, die Südligavereine auch nach dem Aufstieg der Erstplazierten in die süddeutsche Oberliga und in die zweite Division nicht zu trennen und sie zusammen mit den drei Landesligameistem von Südbaden und Südwürttemberg in einer einzigen Amateurliga zusammenzufassen. Die Vereine gingen dabei von der Erwartung aus, daß sowohl der Fußballverband Südbaden, als auch der Fußballverband Südwürttemberg die Gewähr für eine spielstarke Amateurliga bietet, wie sie der Süddeutsche Fußballverband erwartet. Nach einer mehrstündigen, teilweise sehr lebhaften Aussprache, wurde • dieser von den Vereinsver- tretem klar umrissene Standpunkt in einem Antrag an den Süddeutschen Fußballverband niedergelegt und dabei zum Ausdrude gebracht, daß die Südligavereine vom SFV die Anerk ennun g ihrer jtfünsche erwarten. Schweizer Radrundfahrt gestartet ' Goldscbmidt (Luxemburg) erster Etappensieger Der Luxemburger Goldschmidt gewann am Samstag die erste Etappe der Schweizer Radrundfahrt von Zürich nach Winterthur über 275 km mit 51 Sekunden Vorsprung vor dem Belgier Sterckx, der Dussault (Frankreich) und Ronconi (Italien) auf die Plätze verwies. Erst auf dem fünften Platz folgte mit Kübler der erste Schweizer. Unter den 69 Fahrern fanden sich neben 33 anderen Ausländem auch die vier deutschen Fahrer Pfannenmüller, Schwarzenberg, Müller und Holt- höfer am Start ein. Den ersten ernsthaften Vorstoß unternahm der Italiener Barozl, der auch die Bergprämie bei Ruppen gewann. Schon hier war das Feld weit auseinandergezogen. Vor St. Gallen bildete sich eine Fünfergruppe, aus der heraus der Luxemburger Goldschmlet zum erfolgreichen Schlußvorstoß ansetzte. Der gut im Rennen liegende Bielefelder Holthofer hatte nach 80 km einen Reifenschaden und geriet in der Nähe des Etappenziels auf eine falsche Strecke. Die drei übrigen Deutschen hielten sich während der ersten Etappe im Gros des Feldes, ohne zur Spitzengruppe vorstoßen zu können. Pfannenmüller kam als bester Deutscher auf den 33. Platz, und Müller wurde als 36. plaziert. Auftakt zur Fußballweltmeisterschaft Brasilianischer 4:#-Sieg über Mexiko Die Fußball-Weltmeisterschaft 1950 wurde am Samstag in Rio de Janeiro mit einem 4:0 (1:0)-Sieg des Gastgebers Brasilien über Mexiko vor 100 000 Zuschauern eröffnet. Trotz de r großen Besucherzahl wies das neu erbaute, in Weiß und Blau gehaltene Riesenstadion, noch erhebliche Lücken auf. Die Zuschauer waren mit ihrer Mannschaft zwar nicht restlos zufrieden, ließen aber bei Jedem Tor Tausende von Feuerwerkskörpern los. Der brasilianische Präsident Dutra war über den Spielverlauf befriedigt und meinte, daß Brasilien eine gute Chan ce für den Titelgewinn habe. SÜdbadischer Handball-Pokal: RW Lörrach — Niederbühl 9:11; Freiburger FC — Schutterwald ausgef. Singen ln der süddeutschen Oberliga Durch einen 3:0 (2:0)-Sieg über den Freiburger FC errang der FC 04 Singen aufgrund de» besseren Torverhältnisses die Teilnahmeberechtigung an der Meisterschaftsrunde der kommenden Spielzeit in der süddeutschen Oberliga. Die Abschlußtabelle der Qualifikatiönsrunde FC 04 Singen 2 1 — 1 4:2 2:2 Freiburger FC 2 1 — 1 3:3 2:2 VfL Konstanz 2 I — 1 2:4 2:2 Radolfzell übernimmt Führung Aufstieg zur Landesliga: Haslach — Durmersheim 1:2; Tribfrg — Weil 3:1; Radolzell — Kenzingen 7:0. Radolfzell 4 3 1 0 15:0 7 Haslach i. K. 4 2' 1 0 12:7 5 Durmersheim 5 3 0 2 11:9 6 —Weil a. Rh. 4 1 2 1 9:10 4 Triberg 8 1 1 3 5:10 3 Kenzingen 4 0 1 2 2:16 1 Aufstiegsspiel zur Landesliga: Haslach I — Durmersheim I 1:2 (1:2) Vor etwa 700 Zuschauern bereitete der SV Haslach seinen Anhängern eine große Enttäuschung. Zwar konnte nach etwa zehn Minuten die Führung erzielt werden, doch die Gäste glichen noch vor der Pause infolge eines Mißverständnisses der einheimischen Verteidigung aus und erzielten sogar den Führungstreffer. Nach der Pause verfiel die Platzelf in Ball- tändeleien, so daß gegen die stabile und standfeste Gästeverteidigung nichts mehr zu bestellen'war. Phönix Durmersheim hat durch Kampfgeist und besseren Einsatz das Spiel (trotz Verletzung eines Spielers) verdient gewonnen. Haslach B-Jgd. — Vielfach B-Jgd. 2:2 Haslach B-Jgd. — Hornberg B-Jgd. 2:1 Aufstiegsspiel: Freisten — Elgersweier 0:1 ( 0 : 0 ) Mit großer Verspätung, die durch die Hanauer Kampfspiele bedingt war, trafen gestern die beiden obigen Mannschaften ln einem kampfbetonten Spiel aufeinander, das unter den schlechten Platzverhältnissen litt. Das einzige Tor des Tages schoß der Unke Läufer der Gäste in der zweiten Halbzeit. El sollte Sieg und beide Punkte für E. bedeuten. Deutsche Schwimmer-Erfolge ln Ltssabottn Die durch den Münchener Klein verstärkte Schwimmexpedition des SC Poseidon Hamburg errang bei ihrem ersten Start in Lissabon drei bemerkenswerte Erfolge. Heber 200-m-Brust setzte sich Herbert Klein überlegen in 2:39,5 Min. vor Brochmann (Hamburg), 2:56,6, und Sebastian (Lissabon) durch. Im 200-m-Freistil wurde der Hamburger Biddrich zweiter in 2:31,7 Min. hinter dem Portugiesen Barbeiro in 2:217,2 Min. Die 3X100-m-Lagen- staffel wurde mit Abstand eine Beute Poseidons in 3:34,2 Min. vor Portugal ln 3:3* Min. Auch im Wasserbau gelang den Hamburgern ein Sieg. Günter Hase überzeugte in glänzend gelungenen Sprüngen und wurde für seine Leistungen mit Sonderbeifall überschüttet. Trotz der ermüdenden dreitägigen Bahnfahrt gingen die deutschen Schwimmer drei Stunden nach ihrer Ankunft verhältnismäßig . frisch an den Start. Auch der zweite Start verlief erfolgreich. Die Hanseaten gewannen die 4X100-m-Kraul in 4:27,0 Min. vor Portugal in 4:27,2 Min. Im 100-m-Brust- schwimemn gewann der Münchener Herbert Klein mit Längen in 1:11,8 Min. Vor dem Portugiesen Barbeiro (1:19.81 und Brockmann (1:21,4 — Das Wasserballspiel gegen Algese Dafundo endete 4:4. Haben Sie richtig getippt? Württembg.- Baden Bayern Rheinland- Pfalz i 2 2 1 2 2 - 2 1 3 2 2 2 4 1 ? — 5 1 2 1 6 2 2 1 7 — 1 2 8 — 2 — 9 2 0 1 10 0 — 0 11 1 — . — 12 2 — 1 13 14 — — 2 Sport-Toto Rheinland-Pfalz Im 45. Wettbewerb des Sport-Totos Rheinland- Pfalz wurde ein Gesamtumsatz von 665 023 DM erzielt. Zur Gewinausschüttung gelangen pro Rang der Normalwette 102 056 DM, und für die Zusatzwette 26 343 DM. Den 34. Volkswagen gewann Josef Kohm (Oetig- helm), und das 22. Eigenheim Max Hoffmaon, Neunlagen, Bezirk liier. Nr. 80 — Seite 4 ABC Offenburger Tageblatt Montag, 26. Juni 1850 Verdienter Sieg der Gäste vom Niederrhein Der Oilenburger Fußballverein wurde von der SG Essen-Karnap 1:3 (0:1) geschlagen. Als bekannt wurde, daß die SG, Essen-Karnap gegen den Offenburger Fußballverein ein Freundschaftsspiel bestreiten würde, fragten sich viele Fußballfreunde, was das für eine Mannschaft sei und was sie an spielerischem Können zu bieten haben würde. Selbst Fußballkenner wußten vielfach nicht Bescheid. So sah man diesem Kampf am Samstagabend mit gespannter Erwartung entgegen und — wurde nicht enttäuscht. Die Gäste vom Niederrhein stellten eine technisch brillante Mannschaft vor, die einen starken Drang zum Tor hat und deren Aktionen von wohldurchdachter Zielstrebigkeit sind. Die Spieler sind durchweg schnell und in guter körperlicher Verfassung. Der Sieg der Essener Vorstädter war auf Grund einer einwandfrei besseren Gesamtleistung verdient. Freilich, da erhebt sich die Frage, welchen Verlauf das Treffen genommen hätte, wenn in der ersten Viertelstunde, als Offenburg klar tonangebend war, die mehrfach herausgespielten „todsicheren“ Torchancen hätten verwandelt werden können.... Trotz der sehr geschlossenen Mannschaftsleistung der Gäste darf man doch vielleicht die beiden Flügelstürmer, den Halbrechten, der auch zwei Tore schoß, und vor allem den ungemein sicheren Torwart Hanisch als besonders hervortretende Spieler erwähnen. Bei Offenburg war, abgesehen von der famosen Leistung zu Beginn der ersten Halbzeit, das Bild recht uneinheitlich. Verstand es der Gastgeber in der ersten Spielhälfte den Kampf noch weitgehend offen zu gestalten, so setzte sich in der zweiten Spielhälfte doch das technisch reifere Können und die bessere Kondition der Gäste schließlich durch. Sucht man nach den Ursachen zu dieser Entwicklung, dann darf vielleicht festgestellt werden, daß der rechte Flügel mit Müller, Höfler infolge ausgezeichneter „Beschattung“ nicht wie erwartet zum Zuge kam, und daß Schneider, auf dem linken Flügel, ziemlich ausfiel. Darüber darf 'aber nicht vergessen werden, daß der Offenburger Sturm mitunter doch prachtvolle Kombinationszüge startete und zeigte, daß auch er zu spielen versteht. Bittner und Willimowski erledigten ihr Pensum zur Zufriedenheit. Daß eine Reihe von Willimowskis Schüssen und Kopfbällen nicht zählbare Erfolge wurden, kann man ruhig als ausgesprochenes Pech bezeichnen. Im Mittelfeld stand die Läuferreihe in üblicher Besetzung. Arm- bruster war wie immer unermüdlich und es stellte sich einmaj mehr heraus, daß er so ziemlich der einzige ist, der durch überlegte und genaue Vorlagen Willimowski gut in Szene zu setzen versteht. Merz war nicht nur wie gewohnt stand- und schlagsicher, sondern auch gegen Ende der zweiten Halbzeit der Motor seiner Mannschaft, der mit allen Kräften eine Wendung des Ergebnisses herbeizuführen versuchte. Daß er dann den vom Schiedsrichter verhängten anfechtbaren Elfmeter sicher zum Ehrentor einschoß, war Die berühmte Fürther Schule brillierte auch beim Gastspiel der „Kleeblätter“ in Reutlingen. Ueher 5 000 Zuschauer begeisterten sich an der hervorragenden Fußballkunst der Fürther, die, obwohl zeitweise nur mit halber Kraft spielend, eine überlegene Partie lieferten, gegen die die Einheimischen lange Zeit nicht aufkamen. Erst in der letzten Viertelstunde operierten die Einheipnischen zielstrebiger, obwohl auch dann Torerfolge ausblieben. Die Fürther spielten erstmals mit ihren Neuerwerbungen Knoll, früher 1. FC Nürnberg als Verteidiger und Torwart Höger, früher Werder-Bremen. Auch in seinem zweiten Gastspiel in der Südzone zeigte der Süddeutsche Meister ein ausgesprochenes Lehrspiel. Die Fürther legten weniger Wert auf Tore, als vielmehr auf die Demonstration ihrer hervorragenden Schule, die in technischen Kabinettstückchen, glänzendem Spielfluß und überlegener Ballkunst ihren Niederschlag fand. Gegen eine solche Klasse konnte der verstärkte FC 08. Villingen nur restlosen Einsatz stellen, der aber nicht ein kleines Pflaster für die rund 1 200 Zuschauer, d}e dieses schöne Spiel am Samstagabend auf der Stegermatt erlebten. Die Verteidigung hatte eine große Leistung zu vollbringen, Pfeiffer und Rabold lösten ihre Aufgabe recht* zufriedenstellend, wenngleich man wünschen möchte, daß Pfeiffer in seinen Abschlägen etwas genauer und placierter wäre. Vogel im Tor hielt zuverlässig und spielte auch weiter, nachdem er kurz vor Ende der ersten Halbzeit durch einen Nachschuß ziemlich angeschlagen worden war. Im ganzen gesehen, ein schönes gefälliges Spiel, bei dem, wir haben es schon einmal gesagt, die Gäste verdient gewannen und Offenburg trotz der Niederlage zeitweise eine Leistung bot, die für die kommende Saison recht zuversichtlich stimmt. Schiedsrichter Lichtenwaller aus Haslach war dem Spiel ein wohlwollender Leiter, manchmal etwas großzügig und in der Elfmeter-Entscheidung zu Gunsten Offenburgs sicherlich zu hart. * ausreichte, um die sichere Fürther Verteidigung mit Höger im Tor zu überwinden. ten Hoff will Titel verteidigen Der deutsche Boxmeister Hein ten Hoff erholt sich zur Zeit in Kämpen auf der Insel Sylt. Auch seinen im Kampf gegen Joe Walcott erlittenen doppelten Nasenbeinbruch will er restlos ausheilen lassen. Anläßlich der Aufführung des Films von seinem Kampf gegen Walcott stellte er 'sich dem Publikum vor. das ihn stürmisch feierte. . Er äußerte, daß er seinen Meistertitel am 30. Juli bezw. am 6. August gegen Wilson Kohlbrecher verteidigen wird. Außerdem seien ihm mehrere internationale Angebote gemacht worden, u. a. zu einem Kampf in Dublin. Tennisklubkampf wegen Regens abgebrochen Der Tennisklubkampf zwischen Offen- b u r g und Lahr am gestrigen Sonntag wurde beim Stande von 6:6 wegen Regens abgebrochen. Die Siege für Offenburg holten bei den Damen: Frl. Glück, Frau G^mstätter, bei den Herren: Dr. Marszowsky, Dr. Schmitt, Dr. Zeller und Herr Stephan. Es ist geplant, die Doppel- und Mixedspiele evtl, zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen. Die tapferen Verlierer, Kickers Offenbach Fürther Lehrspiele in Reutlingen und Villingen Reutlingen 3: 0 und Villingen 2:0 geschlagen Stuttgarts Kampfkraft entschied das Spiel Der neue Deutsche Meister VfB Stuttgart, der als erster den Titel in die württember- gische Hauptstadt brachte, hat den Triumph durch seine großartige, kämpferisch starke Leistung in der ersten Hälfte geholt. In dieser Spielhälfte bot die Stuttgarter Elf eine lük- kenlose Mannschaftsleistung. Großartig waren vor allem der Mittelstürmer Bühler, der Rechtsaußen Läpple und der als Stürmer und Läufer gleich wertvolle Schlienz. Eine überragende Mittelläuferleistung bot der älteste, der 32 Jahre alte Spieler Ledl. Schlagsicher war die Verteidigung, und eine hervorragende, sehr zuverlässige Leistung bot der Tormann Schmid. Offenbach kam nicht so schnell ins Spiel wie sein großer Gegner, der ihm an Kampfkraft und Tatkraft überlegen war. Erst in der zweiten Hälfte als Stuttgart mehr auf Verteidigung spielte, kam die Kombinationswelle der Offenbacher zur Geltung. Dann zeigte Offenbach das schöne und so oft gelobte Spiel und hätte bei einigem Glück den Ausgleich erzielen können. Die besten Spieler der Offenbacher waren Mittelstürmer Buhtz, Kaufhold, die Läufer Schreiner, Keim sowie der schlagsichere Verteidiger Emberger. Tormann Schepper machte beim ersten Tor einen unsicheren Eindruck. Er hielt aber im weiteren Verlauf schwere Schüsse im Stil eines Könners. Alles in allem war es ein Endspiel, das seinen großen Vorgängern im Berliner Olympia-Stadion wohl würdig zur Seite zu stellen ist. Leichtathletisches Vorprogramm Durch fesselnde leichtathletische Wettkämpfe wurde die Wartezeit bis zum Endspielbeginn verkürzt. Mit besonderem Interesse fieberten alle dem Start des deutschen 800 m-Meisters Heinz Ulzheimer ■entgegen, der zum ersten Mal im Olympia-Stadion über diese Strecke ging. Wider Erwarten konnte er sich nicht durchsetzen und wurde von Günther Steines (Rot-Weiß Koblenz) geschlagen. Steines siegte in 1:522, Min. vyr Bonah (Werder Bremen) in 1:53, der an dem erschöpften Deutschen Meister auf den letzten Metern noch vorbeigegangen war. In einer lOXZOO-m-staffel der Berliner Vereine siegte der Olympische Sportklub in 3:57,2 Min. In der anschließenden 4X100-m-Frauenstaffel, in der eine sogenannte Nationalstaffel den Wettbewerb mit Auswahlmannschaften aus Norddeutschland, Westdeutschland und Berlin lief, blieh Norddeutschland mit der Mannschaft Marga Petersen, Helga Kluge. Hannelore Mikos und Lena Stumpf ln 50,3 vor West mit 50,4 und der Nationalmannschaft mit 50,6 sieg» reich. .Zum Schluß der Leichtathletik Wettkampfe wurde eine 4X 400-m-Staffel gelaufen, in der die I Nationalmannschaft mit Hubert Huppertz, Gerd Audorf, Oskar Wegener und Hieke lief. Diese Mannschaft siegte in 3:18 Min. vor Westdeutschland in 3:20, süddeutschland 3:24,2 und Berlin in 3:25,4 Min. , r>* mm ,:■ »4 / h&m X*- ’ Mc* mm ,i Stehend von links nach rechts: Maier, Kaufhold, Wirsching, Buhtz, Picard, Weber, Baas, und Trainer Oswald. Kniend von links nach recht»: Adolf Schmidt, Schreiner, Schepper, Keim, Nagel. * Foto: dpa 12000 DM für Überquerung des Aermelkanals Von der „Daily Mail 11 als Preis ausgese^t — Drei Deutsche nehmen am Wettbewerb teil Fünfmal wurde im vergangenen Jahr der Aermel- kanal durchschwommen und die Gesamtzahl der geglückten Ueberquerungen seit dem Jahr 1875 damit auf 28 gebracht. Elf der erfolgreichen Kanalbezwinger waren Frauen. Auch das Jahr 1950 scheint zwischen dem Cap Gris Nez und Dover wieder allerlei Ueberrtfschungen zu bringen. Ein 25 000-DM-Wettbewerb der englischen Zeitung „Daily Mail" hat in der gesamten Oeffentlichkeit ein Rieseninteresse gefunden. Schwimmer aus aller Herren Länder bewerben sich um die 12 000 DM, die für die beste Frau und den besten Mann ausgesetzt sind, denen die UeJjerquerung des Aermelkanals in der kürzesten Zeit gelingt. Die Weltpresse will zu dieser einmaligen Konkurrenz ihre Reporter entsenden und das englische Postministerium hat angesichts der riesenhaften Zahl von Anmeldungen am 20. August die Aufstellung von 150 Presse-Telephonkabinen am Strand bei Dover vorgesehen. „Jeden Tag 5 bis 8 Stunden im Wasser" Auch drei deutsche Schwimmer meldeten sich zu dem großen „Daily-Mail-Cross-Swimming-Race“, nämlich Ernst Strobel (Wiesbaden), Michael Jaku- bowski (Flensburg) und Herbert Molsen-Hellmers (Hamburg). Heber seine Vorbereitungen gab Herbert Mölsen-Hellmers unserem ISK-Mitarbeiter Auskunft: „Eben habe ich das amtliche Anmeldeformular' aiusgefüllt. Diese Anmeldung Ist beglückend einfach gehalten. Mit der Angabe des Namens, der Anschrift, des Alters und der schwimmerischen Erfolge, einer sportärztlichen Bescheinigung, sowie der Anerkenntnis der dreißig festgelegten Regeln für diesen großen Wettkampf sind die ersten Formalitäten bereits vollzogen.“ Herbert Hellmer sitzt vor uns. Braungebrannt, dieser 36-jährige echte „Hamburger Jung“, mit unternehmungslustig blitzenden Augen. „Tja“, sagt er, „in ca. acht Wochen.geht es los, dann wird an Frankreichs Küste der Startschuß fallen. Ob ich mir die schwimmerische Reise durch den Kanal nach England einfach vorstelle? Nein, sicher nicht, aber schaffen werde ich die Strecke auf jeden Fall. Schon als kleiner „Buttje“ von sechs Jahren konnte ich schwimmen und — nie die Nase voll genug bekommen. Später fing ich dann mit Turmspringen an, verunglückte dabei und kam so wieder zurück zum Schwimmen. E» bereitete mir ein Mordsvergnügen, etliche tausend Meter auf dem Bücken „herunter- zübaden“. Ist es da noch verwunderlich, daß ich an Langstreckenschwimmen teilnahm? Bei „Quer durch Berlin“ wurde ich Dritter, Fünfter und Sechster und auch in Hamm belegte ich gute Plätze. Und als ich jetzt von der Ausschreibung der „Daily Mail" hörte, da stand mein Entschluß fest. .Da machst du mit’, sagte ich mir, ohne lange zu überlegen und inzwischen habe ich das Training schon aufgenommen. Zunächst liege ich Jetzt jeden Tag fünf bis sechs Stunden im Wasser. In Kürze geht es an die Ostsee — 10 km hinaus und 10 km zurück.“ W/r NALROMAN VOM FRFO ANDREAS 48. Fortsetzung Katja war ganz damit einverstanden, sie wollte sogar mitkommen und unten im Wagen warten. Schweigend zogen die Geschwister ihre Mäntel an, verließen das Haus und fuhren zu Lohrheden. „Herr Lohrheden bedauert sehr“, sagte der Diener, „er kann Sie um diese Zeit dicht mehr empfangen. Er hat eine größere Gesellschaft zu Gast.“ „Sagen Sie ihm, bitte, es wäre sehr dringend und würde nur eine Minutp dauern.“ Endlich kafn der Diener und führte Eberhard in ein kleines Hinterzimmer. Aus den vorderen Räumen drang Gläserklingen, Musik und Gespräch. Adalbert Lohrheden riß die Tür auf; er war im Smoking, hatte eine zornige Falte in seiner breiten Stirn und sah aus, als ob er sich auf den Besucher stürzen wolle. Was wünschen Sie?“ fragte er drohend, die Zigarette im Mundwinkel. Eberhard entschuldigte sich höflich, erzählte wahrheitsgemäß, daß er morgen früh nach Wien fahren wolle, und bat um die bewußte Adresse. „Ich habe keine Adresse“, sagte der Bankier hart. „Aber Herr Lohrheden, Sie haben meinen Vater doch neulich in Wien gesehen!“ „Ich habe niemand gesehen. Wer sagt Ihnen, daß ich in Wien war?“ „Mama,“ „Ich leugne es. Ich weiß von nichts. Wenden Sie sich an Fräulein fäusch, Pestalozzistraße 5. Und im übrigen denken Sie von mir, was Sie wollen.“ „Aber, Herr Lohrheden . . ; Sie haben doch zu Mama gesagt . , „Ihre Mutter scheint midi mißverstanden zu haben. Wenden Sie sich an Fräulein Busch. Empfehlen Sie mich zu Hause, junger Mann. Guten Abend.“ Ebenso hastig, wie er gekommen war, entfernte Lohrheden sich wieder. Noch in der Tür hörte Eberhard ihn schnaufen wie einen Stier. Ganz fassungslos ging er hinunter und stieg wieder zu Katja in den Wagen. „So ein Schwein!“ schimpfte er. „Es war nicht viel besser als heute nachmittag bei Stern. So bin ich in meinem ganzen Leben noch nicht behandelt worden wie. heute . . . zweimal!" Katja hörte ziemlich ungerührt seinen Bericht an. „Es bleibt also nichts anderes übrig“, sagte sie, als daß du übermorgen mit der Busch nach Wien fährst. Aber warum eigentlich nur du?“ „Sie will dich ja nicht mithaben, Katja.“ „Sie will nicht Ist sie der liebe Gott? Ich komme einfach heimlich mit. Wenn sie dich dann im Hotel versetzt oder zurückläßt —- — und darauf kannst du dich verlassen, daß sie das tut . . . so schleiche ich einfach hinter ihr her, und dann werde ich Herrchen schon finden, ehe sie mit ihm spricht.“ „Meinst du wirklich, daß das notwendig ist, Katja?“ fragte er, „Was befürchtest du eigentlich von ihr?“ „Alles, einfach alles. Vielleicht Jagt sie ihm einen furchtbaren Schreck ein und verleitet ihn zu etwas Dummem. Vielleicht schlägt sie ihm einen neuen Dreh vor, und er muß zum zweitenmal fliehen . . . und dann sehen wir ihn nie wieder, Eberhard, nie . . .“ „Ja, möglich ist bei der alles. Also gut, komm übermorgen heimlich mit, wir besprechen es noch, Katja“. Vor der Herreschen Villa stieg Eberhard als erster aus, die Hand schon in der Hosentasche, um nach dem Portemonnaie zu greifen. Plötzlich Aitschte er auf dem frischen Glatteis des Bürgersteiges aus, schlug schwer hin und konnte sich kaum wieder erheben. Katja und der Schofför halfen ihm mühsam wieder auf die Beine. „Ich glaube, ich habe mir den Knöchel verstaucht“, sagte er kläglich, während er bezahlte. Von Katja gestützt, wankte er, der sonst gar nicht wehleidig war, stöhnend ins Haus. Am Nachmittag des nächsten Tages war Katja mit einigen anderen jungen Mädchen bei einer Klassenfreundin eingeladen, die ihren Geburtstag feierte, und hier war es, wo sie, in Gedanken mit „Herrchen“ beschäftigt, sich gehen ließ, wo all ihre kühle Bewußtheit und die ganze künstliche Haltung, die ihr schon zur zweiten Natur geworden war, zerging und zerrann und nichts anderes übrigließ als ein kleines Mädchen, das sich nach seinem Vater sehnte, und das nicht einmal ein ganz gutes Gewissen vor diesem Vater hatte. Sechs oder sieben Badefische, keine älter als sechzehn und keine jünger als vierzehn, saßen sie um einen Tisch, der leergetrunkene Kaffeetassen und die Reste von zwei Nußtorten trug, und rauchten Zigaretten. Sie taten das nicht in neckischer Heimlichkeit oder aus Leidenschaft und wahrem Genuß, auch nicht aus Snobismus, sondern nur um darzutun, wie läppisch es sei, Zigaretten zu rauchen. Im Hintergrund blieb immer noch eine andere, idealere Art von Unfug, über die die jungen Mädchen noch nicht einig waren. Eine ganz helle Blondine hieß Ursula und war die Tochter eines berühmten Rechtsanwaltes, erzählte, sie habe an einem der nächsten Tage Geburtstag und sei gespannt, ob ihr Vater ihr dies oder jenes, was sie sich besonders heftig gewünscht, schenken werde. „Das ist nämlich das Schöne“, sagte sie eifrig, „Papa ist nicht der Mensch, der einfach hingeht und irgend was zusammenkauft . . . nein, wochenlang vorher horcht er mich aus, ich stelle mich natürlich, als merke ich nichts . . . und dann geht er aus einem Laden in den anderen und sucht und sucht . . . Und dann wird er komisch wie ein kleiner Junge, er trägt die Geschenke von einem Versteck in das andere . . . das ist eigentlich das Schönste dabei.“ „Na“, sagte die Gastgeberin, „dein alter Herr hat ja auch eine Affenliebe für dich. Wenn er wüßte, daß du damals mit einem falschen Schlüssel an seine unanständigen Bücher gegangen bist . . .“ „Gott, das war im vorigen Jahr, da war ich noch sooo klein . . .“ Alle lachten, auch Katja. Ursula fuhr fort, von Ihrem Papa zu schwärmen, von seiner Freigebigkeit, seiner Großzügigkeit, seinen verschmitzten Winkelzügen, wenn e» galt, ihr ein Vergnügen zu verschaffen, für das sie vielleicht noch zu jung war — und vor allem immer wieder von seinen Heimlichkeiten, seiner Sucht, die „Affenliebe“ vor der Tochter zu verbergen. Katja mußte währenddessen an Herrchen denken, besonders an jene Nacht, als sie so schwerkrank lag und er sich über ihr Bett gebeugt und „Sie lebt" gesagt hatte. Eines der Mädchen bemerkte den wehmütigen Emst in Katjas Gesicht, fiel der blonden Ursula ins Wort und sagte: „Nun hör schon auf, du . . - wir wissen deinen Papa zu schätzen, und du kannst froh sein. Aber mach uns nicht den Mund wäßrig — es schwimmt nicht jeder so im Gelde wie dein alter Herr, und vei^iß nicht, daß Katjas Vater erst vor «h paar Wochen gestorben ist . . (Fortsetzung foipti »' Montag, 28. Juni 1950 ABC Offenbarter Tageblatt Nr. 80 — Seite 5 (R txfk'AjX JttfjicL 20 Mill. DM für Wiederaufbau Kehls Bisher 449 bewohnbare Wohnungen zurückgegeben — 30 Truppenbaracken zu je 7 400 Mark Bund und Länder müssen helfen Das'Alemannische Freiburg. (BD) Auf Einladung des Studienkreises „Vereintes Europa“ sprach der frühere Mitarbeiter des Dichter-Ministers Giraudoux und Freund Albert Schweitzers, Prof. Minder aus Nancy, vor einem interessierten Hörerkreis in Anwesenheit des Staatspräsidenten Leo Wohieb gegen „eine usurpatorisctae Geschwollenheit des Begriffs des Alemannen- tums“, die im Elsaß nicht weniger als verdächtig abgelehnt würde als in der Schweiz. Es komme darauf an, das Alemannentum wieder in den europäischen Zusammenhang hineinzustellen, aus dem es eine übersteigerte Ideologie herausgerissen hätte. Aus dem humanistischen) Protest gegen den Geist einer Zeit, in der man — wie Albert Schweitzer es 1928 ausdrückte — „mit dem Zeppelin um die Welt, aber nicht mit der Tram von Straßburg nach Kehl fahren“ könne, habe ein echtes Alemannentum gesprochen. Der Alemanne sei gekennzeichnet durch Aufgeschlossenheit für die Welt, aber auch seine Hellhörigkeit für Mißverhältnisse zwischen hochtrabenden Parolen und alltäglicher Wirklichkeit. Die schwerblütige Art des Alemannen mache, daß er schwer an der Verantwortung trage und daß der alemannische Humor sich dumm, plump gebe. So etwa verpatzte sich Robert Bosch seine erste und letzte Audienz bei Hitler mit der massiven Gesprächseinleitung: „Herr Kanzler, Sie müssen sich auf dem Stuhl Bismarcks etwas merkwürdig Vorkommen.“ Bei aller Gleichheit des Urkerns im Alemannischen dürfe man aber nicht die geschichtlichen Verschiedenheiten übersehen. Schon der Gegensatz Württemberg-Baden zeige, wie stark Institutionen die Geschichte umprägten. So seien das Elsaß und die Schweiz durch die Teilnahme an Revolutionen in eine tiefgreifende Eigenentwicklung geraten. Der badische Liberalismus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts habe nach Westen nicht geschielt, sondern geblickt. Nach dem „Trauma“ von 1848, der völligen Entmutigung des demokratischen Gedankens in Baden und mit dem Einsickem preußischer Schlagworte sei Frankreich mit Brettern vernagelt worden. Damals habe man begonnen, die große Revolution nur als Guillotine zu sehen. Nach 1870 habe man dann vom Alemannentum nur in einem besitzergreifenden und unechten Sinne gesprochen. 1918 schließlich sei das Alemannische, ähnlich wie das unbestimmt und weit über die deutschen Grenzen hinausgreifende „Nieder- sachsentum“ aus dem tiefen Herderschen Begriff romantischer Entdeckung und Deutung des Volksgeistes zum bloßen Mittel für maßlose politische Ziele geworden. Nun habe man den Elsässer gefragt: „Stammst Du von Siegfried ab?“ — Die bloße Tatsache der Zweisprachigkeit eines Volksteiles wie des elsässi- schen spreche für eine völkerverbindende Rolle des Alemannentums. Vielleicht könne rnan in dem Wirken von alemannischen Persönlichkeiten wie Theodor Heuß, Carlo Schmidt, Robert Schuman u. Francois-Poncet schon Anzeichen eines Starkwerdens bisher unsichtbarer Fäden erblicken. Haslach. Am vergangenen Samstagnachmittag wurde die Chemotechnische- und Laborantenschule Dr. Vetter eröffnet, der ein mineralchemisches und gesteinstechnisches Laboratorium angegliedert ist. Das Institut ist das einzige seiner Art im Bundesgebiet und ist aus dem Bedürfnis entstanden, den Universitäten, Technischen Hochschulen und der Industrie die Möglichkeit zu geben, Serienanalysen in größerem Umfang durchführen zu lassen, was bisher zum großen Teil im Ausland hatte erfolgen müssen. Eine entsprechende Einrichtung bestand früher in Berlin-Charlot- tenburg und war dem Kaiser-Wilhelm-Institut angegliedert. Die Schule will den Nachwuchs an Laboranten und Chemotechnikern schaffen, der in der Lage ist, die von Universitäten, Hochschulen und der Industrie gestellten Aufgaben durchzuführen. In zweieinhalb- bis dreijährigen Kursen wird eine Höchstschülerzahl von 48 Kurs-Schülern (gegenwärtig sind es 25) ausgebildet werden können. Bei der Eröffnungsfeier, zu der Professoren der Hochschulen Freiburg, Heidelberg und Karlsruhe und Vertreter der Badischen Geologischen Landesanstalt erschienen waren, Würdigte Professor Pfannstiel, Freiburg, die Bedeutung der Schule und unterstrich die Notwendigkeit, im Bundesgebiet ein Institut geschaffen zu haben, das in der Lage ist, Reihenanalysen von Mineralien und Gesteinen durchzuführen. Prof. Schneiderhöhn, Universität Freiburg, interpretierte Art und Aufbau der Schule und wies besonders auf die Vielzahl der Ausbildungsmöglichkeiten hin. Auch die Ansprachen der übrigen Sachverständigen l ; e f en auf die Feststellung hinaus, daß mit der Eröffnung der Chemotechnischen- und Laborantenschule und des mineralchemischen und gesteinstechnischen Laboratoriums einem dringenden Bedürfnis entsprochen worden sei. Der Aufbau der Schule und des Laborato- ri"ms erfolgt in engster Zusammenarbeit mit dm Universitäten. Die Arbeit wurde bereits ufgenommen. Täglich werden gegenwärtig Kehl. Ueber den gegenwärtigen Stand der Evakuierung und dringende Wirtschaftsprobleme der Stadt Kehl berichteten der badische Landeskommissar für Kehl, Landrat Schindele, der französische Kreisdelegierte Grasset und der kommissarische Bürgermeister der Stadt, Stephan, vor Pressevertretern. Der französische Kreisdelegierte gab bekannt, daß über die Rückgabe des für die wirtschaftliche Existenz der Stadt wichtigen Hafens und über seine gemeinsame deutsch-französische Verwaltung ein Vertragsentwurf vorliegt, der demnächst der badischen Regierung und den Unterzeichnermächten des Washingtoner Abkommens zur Stellungnahme zugehen wird. Meinungsverschiedenheiten über das „Drittel“ Seit Beginn der etappenweisen Evakuierung der Stadt im August 1949 sind bis Mitte Juni 1950 der deutschen Verwaltung 449 bewohnbare Wohnungen zurückgegebn worden. Da Kehl vor dem Krieg 2800 Wohnungen zählte, von denen gegenwärtig nur noch 1725 bewohnbar sind und 423 Wohnungen im französischen Sektor von der Truppe besetzt sind, ist nach französischer Auffassung entsprechend dem Washingtoner Abkommen der drei Westmächte über Kehl vom April 1949 ein Drittel Kehls ' ' 1 Der Landesverband (Süd-) Baden des Deutschen Presseverbandes hielt am Samstag in Baden-Baden seine Jahreshauptversammlung ab. Von den 139 eingetragenen Mitgliedern waren 88 erschienen; diese starke Beteiligung beweist, daß die Journalisten an der Entwicklung ihres Verbandes sehr stark interessiert sind, was darauf zurückzuführen ist, daß gegenwärtig Tarifvertrag, Manteltarifvertrag und Bundespressegesetz ausgearbeitet werden, die Altersversorgung zur Debatte steht und andere wichtige Fragen der Erledigung bedürfen, die im Pressewesen in der Nachkriegszeit entstanden sind. Die Belebung rührt auch daher, daß der Presseverband gegenwärtig an seine ordentlichen Mitglieder nach ihrer Ueberprüfung Presseausweise ausgibt. Nur wer einen Presseausweis des Deutschen Presseverbandes besitzt, ist befugt, sich als Pressevertreter in der Oeffentlichkeit auszugeben. Den Jahresbericht gab der erste Vorsitzende des Landesverbandes, Dr. Rupert Gießler, Freiburg. Als wichtigstes Ereignis des Jahres bezeichnete er die Gründung des Deutschen Journalistenverbandes, dem die 12 Landesverbände korporativ angehören. Er hob fer- zwei Analysen durchgeführt. Die mineralogischen Institute der einzelnen Universitäten haben mit ihren Mitarbeitern an der Durchführung der Aufträge bereits Anteil. Präsidenten der Bundespost in Konstanz Konstanz. Die Bildung eines, europäischen Postvereins mit einheitlichen Briefmarken, allgemeiner Einführung der Inlandsgebühren, Fortfall der Durchgangsgebühren, Vereinfachung der Zollbestimmungen und Einrichtung eines europäischen Postscheck- und Postspar- kassen-Dienstes empfahl Bundespostminister Hans Schuberth auf der Tagung der Präsidenten der Oberpostdirektionen des Bundesgebietes. In Anwesenheit des Staatspräsidenten Wohieb, Vertretern der alliierten Hohen Kommissare und der schweizerischen und österreichischen Postdirektionen führte der Bundespostminister weiter aus, die Technik als eine Erscheinung umfassender Internationalität sei ein Weg, die Völker einander näher zu bringen; dessen ungeachtet wollten sich die einzelnen Staaten in nationalistischer Enge noch immer voneinander abschließen. Dabei drängten aber die technischen Riesenprojekte der Zukunft zur internationalen Gemeinschaftsleistung. In diesem Zusammenhang bezeichnete der Redner den Weltpostverein als das erste Vertragswerk, das in geradezu musterhafter Weise den Gedanken einer internationalen Gemeinschaftsleistung verwirklicht habe. * Die deutsche Gruppe der deutsch-französischen Pariamental ier-Konferenz in Rheinfel- den (Schweiz) hat Bundeskanzler Dr. Adenauer und Bundespostminister Schuberth vorgeschlagen, für den Postverkehr mit Frankreich das innerdeutsche Porto zu erheben. Die französische Gruppe der Parlamentarier will ihrerseits der französischen Regierung empfehlen, für den Postverkehr nach Deutschland innerfranzösisches Porto zu erheben. in der vorgeschriebenen Zeit evakuiert worden. Das Abkommen hatte den Begriff „Drittel“ nicht näher bezeichnet und wurde daher auf französischen Vorschlag im Einverständnis mit der badischen Regierung dahin ausgelegt, daß das Drittel nach der Zahl der bewohnbaren Wohnungen unter Abzug der Besatzungswohnungen aufzufassen ist. Bisher sind 1854 evakuierte Kehler wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, so daß die Gemeinde heute rund 3000 Einwohner gegen 12 400 vor dem Kriege zählt Der Wunsch der Gemeinde, daß die Evakuierung des ersten Drittels nach der Kopfzahl und der Wirtschaftskraft der Stadt berechnet würde, konnte bisher nicht erfüllt werden, weil nach französischer Auffassung die geschmälerten Wohnmöglichkeiten im französischen Teil der Stadt und technische Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Grenzüberwachung, Zollkontrolle und Hafenverwaltung dem entgegenstanden. Neue Beschlagnahmen Von den 449 zurückerstatteten Wohnungen .sind inzwischen etappenweise 24 Wohnungen als Unterkünfte für die in den deutschen Teil von Kehl gelegte Besatzungstruppe neu beschlagnahmt worden.' Für erwartete Vergrößerter hervor, daß das Versorgungswerk wieder in Gang gekommen sei und die alte Tarifordnung vorläufig noch Gültigkeit habe. Geschäftsführer Da will vom Deutschen Journalistenverband teilte die Bemühungen um die Aufwertung der Altersrenten mit, deren Notwendigkeit ein führender früher namhafter Journalist mit dem Hinweis auf seine monatliche Rente von 3.60 DM (!) nachdrücklich unterstrich. In einer Resolution sprach sich die Versammlung einstimmig gegen den Versuch des Bundesjustizministeriums aus, in der dem Bundestag vorliegenden Strafgesetznovelle (Par. 137b) die Freiheit der Gerichtsberichterstattung und der Urteilskritik zu beschränken. Der Verband stellte zu seiner Genugtuung fest, daß er in der Ablehnung des umstrittenen Paragraphen mit der Mehrheit der Länderjustizminister und zahlreichen hohen Richtern übereinstimmt. Ein Resolutionsentwurf von „Unser Tag“ zu seinem Verbot durch die französische Hohe Kommission wurde als politische Aktion abgelehnt, dagegen der Vorstand beauftragt, geeignete Schritte zu unter-' nehmen, um administrative Zeitungsverbote möglichst auszuschalten. Nachmittags und abends waren die Journalisten Gäste der Stadt- und Kurverwaltung Baden-Baden auf dem Merkur, wo Bürgermeister Holdermann den Willkomm entbot, im Kurhaus, im Theater und den Spielsälen. Sie hatten dabei Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, daß das Weltbad an der Oos dieses Jahr zum ersten Mal wieder eine friedensmäßige Saison erlebt und das alte Baden- Baden mit seiner Eleganz, Vornehmheit und gehobenen Stimmung nicht der Vergangenheit angehört. 50 Jahre Landesverband des Blechnerhandwerks Baden-Baden. Der Landesverband des Blechner-, Installateur-* Zentralheizungsbauer- und Kupferschmiede-Handwerks Baden e. V., der auf ein 50jähriges Bestehen zurückblickt, hielt seine Jahreshauptversammlung am 24. und 25. Juni im Kurhaus von Baden-Baden ab. Zu dieser Veranstaltung waren die Innungsobermeister und Delegierten sämtlicher Innungen dieses Handwerkszweiges aus Südbaden erschienen. Die Versammlung nahm die neuen Satzungen des Verbandes an, deren besonderes Merkmal die Einsetzung eines sozialpolitischen Ausschusses ist. Der bisherige Vorsitzende, Stadtrat Hermann Gommel, Baden-Baden, wurde einstimmig wiedergewählt. Der Verband erklärte seinen Beitritt zum Zentralverband. des Installateur-, Klempner-, Kupferschmiede- und Zentralheizungsbauer-Handwerks in der Bundesrepublik und Westberlin, Sitz Wiesbaden. Elsässer beim Breisacher Patroziniumsfest Breisach. Etwa vierhundert Elsässer kamen am Sonntag bei Breisach über die deutschfranzösische Grenze, um am Fest der Breisacher Stadtpatrone teilzunehmen. Zum ersten Mal nach dem Krieg hatten die linksrheinischen Nachbarn wieder Gelegenheit, sich nach altem Brauch an der Prozession zu beteiligen, in der die Reliquien der Stadtpatrone Gervasius und Protasius mitgeführt werden. Aus Kühnheim im Oberelsaß war als geschlossene Gruppe die Musikkapelle des Dorfes gekommen. Sie nahm an der Prozession und einer anschließenden Kundgebung um das Aachener Friedenskreuz teil, das am Sonntagvornüttag nach Breisach gekommen war. rungen dieser neueingerichteten Besatzung werden nach einem Vorschlag des Staatspräsidenten mehrere Holzhäuser mit insgesamt 30 Wohnungen errichtet,. um neue Beschlagnahmen zu vermeiden; die Holzhäuser sollen in einige» Monaten bezugsfertig sein; der Kreisdelegierte versicherte, daß bis zur Errichtung dieser Holzhäuser keine neuen Beschlagnahmen mehr erfolgen werden. Das Bauprogramm für die Holzhäuser wird, wie Landeskommissar Schindele bekanntgab, mit 144 000 DM aus Mitteln des Notopfers Berlin-Kehl und mit 78 000 DM aus Darlehen der Landeskreditanstalt für Wohnungsbau finanziert. Hilfe des Bundes unerläßlich Der Finanzierungsbedarf für den Wiederaufbau in Kehl wird auf etwa 20 Millionen DM veranschlagt, wofür die badische Regierung besondere Mittel des Bundes beantragt hat. Da der deutsche Sektor Kehls kaum eigene Einnahmen hat, aber jetzt schon die Aufgaben für die ganze Stadt wahmehmen und den Wiederaufbau planen muß. ist eine Hilfe des Bundes u. des Landes für Kehl unerläßlich. Um die Beschäftigungsmöglichkeiten in Kehl zu vermehren, werden nach Angaben des französischen Kreisdelegierten zwei weitere Fabriken im französischen Sektor im Juli freigegeben. Weitere Evakuierungen größere» Umfangs sind aber erst möglich, wenn der erste größere Abschnitt des Wohnbauprogramms in Straßburg, das für die Rückführung der jetzt in Kehl lebenden 6500 Franzosen bestimmt ist, fertiggestellt sein wiijrd; hiermit ist etwa im Herbst dieses Jahres zu rechnen. Wiedereröffnung der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg. In Anwesenheit des Staatspräsidenten Leo Wohieb und der Minister des Landes Südbaden, des Oberbürgermeisters von Freiburg, sowie zahlreicher Vertreter in- und ausländischer Universitäten fand am 24. Juni die feierliche Wiedereröffnung der im November 1944 durch Bombenangriff fast völlig zerstörten Medizinischen Universitätsklinik statt. Drei Ereignissö von besonderer Bedeutung, so betonte Staatspräsident Wohieb in seiner Ansprache, hätte es in seiner bisherigen Amtszeit als Haupt der badischen Regierung gegeben - die Gründung der Bundesrepublik, die Wiedergewinnung von Stadt und Hafen Kehl und die heutige Feier. Auf Antrag der Medizinischen Fakultät ernannte er den Erbauer der Klinik, Oberbaudirektor Adolf Lorenz, zum ordentlichen Honorar- Professor an der Universität Freiburg. Unter den Gästen bemerkte man den Rektor der Universität Basel, Prof. Dr. Speiser, den Rektor der Universität Innsbruck, Prof. Dr. Hugo Rahner, die Dekane der Medizinischen Fakultäten in Basel, Innsbruck, Heidelberg und Mainz, sowie Vertreter der Universitäten Stockholm und Tübingen. Im Anschluß an die Feier fand eine Besichtigung der Klinik statt. Eine Cuxhavnerin wird „Miß Baden" Baden-Baden. In dem von der Stuttgarter Zeitschrift „Das Magazin“ veranstalteten ersten westdeutschen Wahlakt zur Wahl der „Miß Germany“ wurde am Samstagabend im Kurhaus Fräulein Gisela Wahl mit der überwältigenden Mehrheit von 256 Stimmen zur „Miß Baden“ gewählt. Die Schönheitskönigin des Landes Baden ist 1923 in Cuxhaven geboren, kam 1939 mit ihren Eltern nach Freiburg und übte seit 1946 in- Baden-Baden den Beruf einer Heilgymnastikerin aus. Die Wahl des schwarzhaarigen, sportlich schlanken Mädchens wurde vom Publikum mit lautem Beifall begrüßt. Gisela Wahl wird Baden bei der Wahl der „Miß Germany“ vertreten, die am 31. August wiederum im Kurhaus von Baden-Baden stattfindet. Süddeutsche Klassenlotterie In der 3. Klasse der 7. Süddeutschen Klassenlotterie wurden folgende größere Gewinne gezogen: 1 Gewinn zu DM 30 000 auf die Nr. 57 265; 2 Gewinne zu je DM 10000 auf die Nr. 62 624 und 142 611; 4 Gewinne zu je DM 5 000 auf die Nr. 99 153, 101 471, 137 677 und 141 873. Städtische Bühnen Freiburg Großes Haus. Dienstag 20 Uhr: „Die verkaufte Braut (Oper von Smetana); — Mittwoch 20 Uhr: „Mutter Courage und ihre Kinder“ (Chronik von Bert Brecht); — Donnerstag 20 Uhr: „Der Bettelstudent“ (Operette von Millöcker); — Freitag 19.30 Uhr: „Aida“ (Oper von Verdi); — Samstag 20 Uhr: „Der Zarewitsch“ (Operette von Lehar);.— Sonntag 17 Uhr: „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Oper von R. Wagner). . Kammerspiele. Dienstag 20 Uhr: „Der silberne Pfeil“ (Jugendstück von H. Schimmel- pfennig); — Donnerstag 16 Uhr: „Der silberne Pfeil.“ Rathaushof. Samstag 20.30 Uhr: „Der zerbrochene Krug“ (Lustspiel von Heinrich von Kleist) Neuinszenierung; — Sonntag 20.30 Uhr: „Der zerbrochene Krug“, Schule für Chemotedmik in Haslach Das Kinzigtal besitzt das einzige mineralchemische und gesteinstechnische Laboratorium des Bundesgebiets Pressetagung im Weltbad an der Oos Jahresversammlung des Landesverbandes Baden des deutschen Presseverbandes Nr. 80 — Seite 8 ABC Offenbarter Tageblatt Montag, SS. Juni 1950 Furcht vor den Staubstürmen Wiederholen sich die Katastrophen der Dreißiger Jahre? — Große Dörre über weiten Farmergebieten lange genug hält und in Zeiten anhaltender Trockenheit die Festigung und Bindung durch Gras völlig unmöglich macht. Es kommt hinzu, daß viele der Spekulanten ihr hineingestecktes Kapital schon längst mehrfach herausgeholt haben und so leicht dazu neigen, das ganze Land abzuschreiben und sich westwärts bis in die kalifornischen Gefilde zu schlagen. Was nützen, so klagen die ortsansässigen Farmer, alle guten Ratschläge für die best- mögiche Bodenkonservierung, für Terrassen- und Bewässerungsanlagen, für das zweckmäßigste den Boden nicht zerstäubende Ackergerät und die geeignetsten Anbausorten, was nützen alle Erziehungsmethoden der Regierung, wenn diese nur von der Hälfte aller Landbesitzer befolgt werden? Wenn die gepflegten Böden plötzlich von einer zentimeterdicken Sandschicht überdeckt werden, die der Wind aus den vernachlässigten und verkommenen Ländereien, heranweht? Schließlich leben wir, so lautet die Antwort aus dem entgegengesetzten Lager, in einem freien Lande, und in einem solchen kann jeder mit dem Grund und Boden, den er besitzt, machen was er will, bis zum Punkt des Raubbaues und der Bodengefährdung. Kein Wunder, daß die staatlichen Agronomen, die in den letzten 15 Jahren in der Beratung und Unterstützung der Farmer so Hervorragendes geleistet haben, sich dieser Anschauung des bis auf die Spitze getriebenen „Laissez faire“ entschieden widersetzen und daß sie es in erster Linie sind, die am meisten vor einer neuen Staubsturm-Katastrophe zittern, weil sie unter Umständen ihr ganzes Lebenswerk vernichten könnte. Währenddes der Farmer die Zeiten der Trockenheit mit Kartenspielen verbringt und fatalistisch-optimistisch sich von Tag zu Tag mit der heute am meisten gehörten Parole vertröstet: „Keep smiling! Morgen wird es regnen!" T. G. Neun Tage floß der Wein in Strömen Weinkönige unter sidi — Größte Versteigerung dieses Jahrhunderts Mit Schrecken entsinnen sich die Farmer des mittleren Westens der Vereinigten Staaten der verheerenden Staubstürme, die in den dreißiger Jahren über ihre Felder hinwegbrausten und die infolge von Dürre in Staub zerfallene oberste Bodenschicht hoch in die Lüfte fegten und dort über Tausende von Kilometern ostwärts bis in den Atlantischen Ozean trugen. Farbenprächtig erglühte damals der Himmel bei Sonnenuntergang über New York und anderen Städten der Ostküste. Hervorgerufen wurde der kaum wiedergutzumachende Schaden für die betroffenen Gebiete u. a. durch die allgemeine Wirtschaftsdepression, die vielen Farmern den Anbau von Mais, Weizen und anderen Getreidesorteil nicht mehr lohnend erscheinen ließ und sie zum Verlassen ihrer Ländereien bewog. Der durch keine menschliche Hand mehr gepflegte und durch anhaltende Trockenheit ausgedörrte Boden war schutzlos den schlimmsten Stürmen ausgeliefert, die die anbaufähige Bodenschicht weiterhin um unersetzliche Töle verringerten. Die ausreichende Feuchtigkeit der vierziger Jahre, besonders aber die durch den Krieg verursachte Hausse am Getreidemarkt und die landwirtschaftliche Preis-Stützungsaktion der Nachkriegsjahre haben inzwischen den Getreideanbau im Süden der „Großen Ebenen“ nicht nur auf die alte Höhe gebracht, sondern darüber hinaus zur Umwandlung früherer Viehweiden in Getreideland geführt. Und wieder zieht heute die Furcht durch die Herzen der Menschen, die Katastrophe der neunziger Jahre des vorigen und der dreißiger Jahre dieses Jahrhunderts könne sich in diesem oder im nächsten Jahr wiederholen. Erneut lastet über den bedrohten Kerngebieten, dem östlichen Colorado und New Mexico und dem westlichen Kansas, Oklahoma und Texas, eine unerträgliche Dürre. In Gebieten, die normalerweise 50 cm Niederschlag im Jahr aufweisen, sind seit August vorigen Jahres erst 7,5 cm festgestellt worden, während gleichzeitig die Intensität der Stürme an die vor 1 % Jahrzehnten erinnert. Was die Gefahr aber heute so groß macht, ist die Tatsache, daß weite Landstriche, die um der Bodenerhaltung willen besser mit einer Grasnarbe bedeckt geblieben- und einer extensiven Weidewirtschaft zugute gekommen wären, während des Krieges von Spekulanten und Farmern zu billigsten Preisen aufgekauft und umgepflügt worden sind, da man sich vom Getreideanbau einen weit höheren Profit versprach. Und gerade diese Ländereien sind heute am ehesten bedroht, weil der dürftige, sandige und ungepflegte Boden das wertvolle Regenwasser nicht Auf ungewöhnliche Weise empfing eine Frau im Ruhrgebiet Briefe von ihrem verschollenen Sohn. Sje wurden ihr durch Flaschenpost übermittelt. Fast sechs Jahre waren die Schriftstücke in der Nordsee getrieben. Flaschenposten haben oft Kunde von versunkenen Schiffen und anderen traurigen Vorfällen gebracht, aber im Zeitalter der Telegraphie sind sie selten geworden. Um so stärkere Beachtung erweckte ein Fund, der unweit von Husum in den Watten gemacht wurde. Die Watten der Nordseeküste sind eine seltsame Landschaft. Ertrunkenes Land vor den Deichen, letzte Zeugen alter Sturmflutkatastrophen. Im ewigen Gleichmaß von Ebbe u. Flut schwemmt die Strömung oft geheimnisvolle Dinge an. Von den Seltsamkeiten dieser Gegend angelockt, war ein Besucher über den grauen Schlick vor der Küste gewandert. Er stocherte mit der Fußspitze zwischen angetriebenen Holz- Neun Tage dauerte die größte aller im 20. Jahrhundert abgehaltenen Wein Versteigerungen. Sechs Tage war die Stadthalle in Eltville der Tagungsort und drei Tage das historische Kloster Eberbach, wo die Staatsweingüter ein eigenes Versteigerungslokal besitzen. Im vergangenen Jahr wurden noch hohe Eintrittspreise genommen. Gleich nach der Währungsreform kostete eine Teilnehmerkarte 20 DM. Heute war man mit 3 DM zufrieden. Während damals die Türen hermetisch geschlossen und bewacht werden mußten, damit die „Schnutentunker“ nicht die Oberhand gewannen, standen jetzt die Türen weit offen. Die Gilde der „Schnutentunker“ ist abgestorben, die Fachleute sind wieder unter sich. Wer sich der Versteigerungshalle näherte, dem wehte ein Duft von hundert verschiedenen Gewächsen entgegen. Anfangs hörte man nur das Schmatzen und Schlürfen der Münder und Zungen und den dumpfen Aufschlag des Versteigerungshammers, wenn der Auktionator sein: „... zum dritten“ gerufen hatte. Ein Augenzwinkern und Kopfnicken galt als Zeichen des Gebots. Die Bieter haben ihre eigne Sprache. .Später jedoch, als die besseren Sachen an die Reihe kamen und die Gemüter ein wenig in Wallung gekommen waren, wurde es lebhafter. Dann summte es wie in einem Bienenhaus, und der Auktionator mußte mit resten und Fischkörben herum. Da fiel sein Blick auf eine engverschnürte Papierrolle. Es handelte sich um Schriftstücke, die offenbar in einer Flasche dem Meer übergeben, worden waren — um die letzten Grüße eines Menschen. Eine Feldpostkarte und ein angefangener Feldpostbrief ließen den Zeitpunkt, erkennen. Absender war ein Matrosengefreiter, der, wie sich herausstellte, seit November 1944 vermißt wird. Während die meisten Schriftstücke nicht mehr zu entziffern waren, ließ sich auf dem Brief sogar noch die Anschrift erkennen. Die Post war für eine Frau in Wanne-Eickel bestimmt. Mit einer Verspätung von sechs Jahren wurde sie nunmehr, der Mutter des verschollenen Schreibers zugestellt. Ein schmerzliches Nachkriegserlebnis und wohl die seltsamste Postsendung zwischen Nordsee und Rheinland.' Rudolf Jacobs. seiner Stimme schon etwas Aufwand treiben, wenn er das Getöse übertöne«, wollte. Aber es war ein sehr friedfertiges Getöse... Wer beruflich alle Versteigerungen besuchen muß, hat durchaus hiebt immer reine Freude daran; es ist eine gewaltige körperliche Anstrengung, Tag für Tag 70 Proben verkosten und dann noch seiner Zunge restlos vertrauen können, ist eine Kunst. Niemals zuvor dürften sich medizinische Experten so umfassenden Untersuchungen über „schwere Jungen“ und beleibte Damen hingegeben haben, wie denen, die soeben von einer Gruppe englischer Aet-zte der Königlichen Gesellschaft für Medizin durchgeführt wurden. Das Ergebnis für alle Dicken dieser Welt, die sich etwa ihrer Beleibtheit nicht freuen, ist niederschmetternd. Die Aerzte ließen dicke englische Gentlemen innerhalb von 4 Tagen eine Strecke von 100 Kilometern zurücklegen. Dann mußten sie einen 10-km-Lauf machen und schließlich auf der Themse 8 Stunden lang dem Rudersport frönen. Das Ergebnis war, daß sie hinterher einen solchen Appetit entwickelten, daß sie nach allem durchschnittlich 1 Pfund zugenommen hatten! Der Londoner Spezialist für Abmagerungsfragen, Dr. Spencer, erklärte anhand zahlreicher Patientenbeispiele, daß es „bei richtiger Behandlung“ zuweilen eher möglich ist abzu- magem, wenn man im Bett bleibt und sich überhaupt nicht rührt. Prof. Dodds, der berühmte Biochemiker, berichtete, daß man bei bestimmten Sportarten in einer halben Stunde 300 Kalorien verliert, die man aber mühelos durch ein einziges Glas Bier, einen doppelten Whisky öden zwei Scheiben Brot mit Butter „zurückgewinnen“ könne. Ein Glas Champag- Berlin. Als Opa vor ein paar Wochen mit der zehnjährigen Anja an der Hand in einer Berliner Konzertdirektion erschien und von Anjas kräftiger Stimme erzählte, lächelte man skeptisch. „Koloratursopran bei einem kleinen Mädchen? Das müßte ein Wunderkind sein!“ — „Ist es auch“, meinte Opa. Anja Silja ging vergnügt und ohne Hemmungen zum Klavier, um vorzusingen. Heute ist sie soweit, daß sie Mitte Mai im Berliner Corso- Theater zum ersten Mal öffentlich auftreten konnte. „Solange sie denken kann, will sie Sängerin werden“, erzählte Opa bei einem Besuch in seinem Häuschen am Berliner Stadtrand. Die Künstlerin in Wadenstrümpfen turnt noch im Garten rum. Opa, der weinrote Bäckchen fiat und eine blauweiß-karierte Krawatte trägt, ist als Journalist und Maler in der Welt herumgereist. In Italien studierte er Beicanto, und Anja hat von ihm die musikalische Passion geerbt Mama ist in Düsseldorf Schauspielerin. Als Anja in der Schule „Hänschen klein“ singen sollte, streikte sie t Die Lehrerin schüttelte den Kopf. Opa sah, .daß Anja sich mit Feuereifer auf das Radioprogramm stürzte und hochdramatische Arien mit dem Rotstift ankreuzte. Nachts kletterte sie manchmal aus dem Bett. Dann hörte sie Erna Berger oder Tiana Lemnitz am Radio. Opa nahm die musikhungrige Enkelin in die Schule. „Sie hört eine Arie zwei, drei Mal. Dann kann sie sie nachsingen.“ Als sich die kleine Nachtigall vor ein paar ausländischen Freunden produzierte, meinten die: Anja muß aufs Podium. „Opa, drei Eier!“ Die Liliputkünstlerin, die eine Passion für hartgekochte Eier hat, saust mit ihrem Fund ins Zimmer. Sie hat eine helle, kleine Kinderstimme, tiefblaue Augen und ein lustiges, sommersprossiges Stups- näschen. Oma hat ihr einen Zopf geflochten und über die hellblonden Locken gesteckt. „Sing mal was“, sagt Opa. Sie setzt sich unbefangen ans Klavier und beginnnt ganz zart mit der Arie der Butterfly. Und dann geschieht das Erstaunliche. Aus der kleinen ftßÜPfifiPPQüfitPf • Madame Vitaline Monnet in einem französischen Städtchen, die hundertundzwei Jahre alt wurde, nahm Tanzstunden in Samba und Boogie-Woogie, um den Geburtstag mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln stimmungsvoll begehen zu können. Nicht umsonst trägt diese vitale Dame wohl ihren Vornamen. ♦ Als neuester Modeschrei wird jetzt verschiedentlich ein Strumpf gezeigt, dessen Naht vom verläuft. Hc Einhundertund vier Jahre ist Mrs. Agnes Linklater alt geworden, ohne je eine Eisenbahn oder einen Bus gesehen zu haben; sie ist weder im Theater noch gar im Kino gewesen. Als sie vor kurzer Zeit starb, besaß sie noch ihre volle Sehkraft und hat niemals einen Arzt aufgesucht. Daß die alte Dame niemals mit moderner Zivilisation in Berührung kam, liegt daran, daß sie nie ihre Heimat Bressay, eine der Shetlandinseln nordöstlich von Schottland, verlassen hat. Nur einmal hatte sie ein „technisches Erlebnis“, als im Kriege ein Flugzeug brennend vor ihrem Fenster ab stürzte. Hc In der Göteborger Aufführung von „Gottes Wort auf dem Lande“, in deren Schlußszene Karin Kavli mit bloßem Oberkörper auftritt, gab es einen Zwischenfall, als ein Zuschauer die Schauspielerin photographierte. Sofort fiel der Vorhang, und sie trat selber vor die Rampe und bat den Herrn, ihr den Film auszuhändigen. Zugleich begab sich der Intendant in den Zuschauerraum und forderte den Photographen auf, mit zur Bühne zu kommen. Dort mußte der Herr, wenn auch wider- so doch freiwillig den Film an die Schauspielerin aus- liefem. ner ist ausreichend, um die „Verluste“ von 10 Minuten Tennis auszugleichen. Sir Adolphe Abrahams, der Zu dieser Aerzte- gruppe gehört, konnte die düstere Zukunft der Dicken auch nicht aufhellen, obwohl er selbst als ungemein „schwerer Junge“ das größte Interesse daran hätte. Er gestand, daß er durch heftigstes Bergsteigen in der Schweiz nach 6 Wochen drei Pfund verloren hatte. 48 Stunden später stellte er sich auf die Waage, wobei er zerknirscht feststellte, daß er wieder bei seinem alten Gewicht angekommen war. „40 Jahre lang“, so berichtete Sir Adolphe, „mache ich die größten Anstrengungen, abzunehmen. Und seit 40 Jahren wiege ich abwechselnd 218, 219 Pfund. Ich bin der lebende wissenschaftliche Beweis dafür, daß unsere Untersuchungen schlüssig sind. Mit meinen 66 Jahren unterziehe ich mich den tollsten sportlichen Uebungen. Trotzdem bleibe ich immer beim gleichen Gewicht. Es ist schon so: die Dicken werden nicht alle. Und die Dürren werden nicht dick.“ In einem abschließenden Coirmui- nique der englischen Aerzte heißt es, daß es kein wissenschaftliches Mittel zur Abmagerung gibt. (Nur eines scheinen die Gelehrten nicht einbezogen zu haben: das Fasten. Beim Kalorienmangel verflossener Jahre stellten wir fest, daß auch mancher Dicke dünner wurde. Die Red.) Kinderstimme wird eine richtige, große, ausdrucksvolle Gesangsstimme. Das kleine Persönchen, in weißem Pullover und schwarzer Reithose, reizend anzusehen, singt die Arie der verlassenen Geliebten mit soviel Wärme, daß der Zuhörer gerührt wird. Als dann die Begleiterin zur täglichen Uebungsstunde kommt und in die Tasten greift, erklingt der Frühlingsstimmenwalzer. Anja singt rein und mühelos bis zum höchsten Timbre. Die Stimme ist so kräftig, daß der Atem manchmal nicht ganz ausreicht. Als Anja fertig ist, lacht sie ein bißchen und holt sich ihren Ball aus der Ecke. „Wenn das man gut geht“, sagten die Nachbarn, als sie das kleine Fräulein mit der Riesenstimme hörten. Opa erzählte, daß er mit Anja beim Arzt war. Die Stimmbänder seien normal. Eine Ueberanstrengung durch das frühe Singen sei nicht zu befürchten. Oma hat die talentierte Enkelin aus der Schule genommen, damit sie fürs Konzert tüchtig üben kann. „Tosca“ und die „Lustige Witwe“ stehen u. a. auf dem Programm. Neulich ist Anja ein paar Musikexperten vorgestellt worden. Sie waren begeistert, und- das jüngste Wunderkind kam zum ersten Mal in die Zeitungen. „Ich möchte eine ganz große Portion Schweinebraten essen“, sagt das Wunderkind, als es gefragt wird, was es sich am meisten wünscht. „Und dann recht viel Geld verdienen. Ich möchte so schrecklich gerne ein Fahrrad haben.“ * Das Geld verschwand geisterhaft In Hendon (England) ließ sich der Spiritist Charles Botham Von einer 70jährigen Witwe 500 Pfund Sterling (über 5000 DM) geben, um das Geld zu „entmaterialisieren“ und der Geisterwelt für „gute Zwecke zum Wohls der Menschheit“ auszuhändigen. Das Geld verschwand auf geisterhafte Weise, wie Witwe Emily Wilson bestätigte — und landete, keineswegs entmaterialisiert, auf Bothams Bankkonto, wie das Gericht später feststellte. Am Grabe des Königs der Bettler Der Schöpfer hunderter raffinierter Tricks wird viel betrauert Pilger aus allen Teilen Frankreichs suchen seit einem Jahr die Grabstätte Joseph Cheroux’s in St. Pierre, nahe Monteubou in Südfrankreich, auf. Cheroux wird noch vielen Tausenden seiner Berufskollegen in allen Teilen Westeuropas lange in Erinnerung bleiben. Joseph Cheroux besaß ein unermeßliches Vermögen an „Organisationstalent“. Während seines fünfzigjährigen Bettlerdienstes entwickelte er Hunderte neuer Methoden und führte sie unter Beteiligung am Ertrage unter seinen Berufskameraden ein. Er war der Verfasser des ersten umfangreichen „Bettlerlexikons“, das Auskunft gibt über Tausende bestgestellter Familien Westeuropas, bei denen ein Türklopfen nicht vergebens ist. Neue Straßentrkks erzielten beste Erfolge: Ein ärmlich gekleideter Herr trägt einen schweren Koffer durch die Straßen der Stadt Er ist von einem kleinen Jungen begleitet. „Ach, Verzeihung, wissen Sie eine billige Uebernachtung in der Nähe des Bahnhofs?“ spricht er einen Vorübergehenden an, „mir wurde auf dem Bahnhof meine Brieftasche entwendet.“ Der Kleine nickte nur mit dem Kopf und bestätigt die Worte des vermeintlichen Vaters und schluchzt: „Ich hab’ solchen Hunger, Vati!“ Mit dieser Methode wurden Tageskassen bis zu 100 DM erzielt. Noch erfolgreicher soll Cheroux’s Streichholztrick sein: Man nehme schlechte Kleidung, eine Schachtel Streichhölzer und halte sich auf den Prunkstraßen der Metropolen des Westens auf. An einem Roste vor einem Kellerfenster eröffnet man sein Geschäft, indem man ein Zündholz anreißt und aufgeregt durch die Trallen ln die Tiefe schaut. „Ausgerechnet die letzten 2 DM des Wochenlohnes mußten dort hinunterfallen“, murmelt man vor sich hin. Bald wird sich ein herzensguter und hilfsbereiter Mensch einfinden und zunächst eifrig am Suchen teü- nehmen, doch letzten Endes, da der Promenierende niemals viel Zeit erübrigen kann, wird er wohlwollend in die Tasche greifen und sich vom Suchen freikaufen. — In seinem Lexikon wies Cheroux darauf hin, daß die meisten Menschen außerordentlich neugierig sind und daß es unbedingt empfehlenswert sei, mehrere Schachteln Zündhölzer zu investieren. In seinem Werk „Buch der Bettler“* erteilt Cheroux Anweisungen für Anfänger. Leider ist das Manuskript abhanden gekommen. Seinen Söhnen wurde ein Angebot von 2400 DM dafür gemacht. In diesem Werk ist ein Vier- Punk te -Programm für die werdenden Prokuristen des Straßenrandes- aufgeführt, — die Entschuldigung, der Wunsch nach finanzieller Unterstützung, die Erweckung des Mitleids und das heiße Versprechen, unbedingt zurückzuzahlen. „Es ist verkehrt, um 50 Pfennig zu bitten“, schreibt Cheroux, „nein, es müssen 48 Pfennig sein!" Während seiner Tätigkeit lebte Cheroux viele Jahre in der weltberühmten Pariser Avenue de General Michel Bizot. Mit 70 Jahren setzte er sich zur Ruhe und erwarb eine Villa in dem Dorfe von St. Pierre und lebte dort von seinem beträchtlichen Vermögen bis zum 88. Lebensjahr. Seinen Nachbarn war nichts über seine Vergangenheit bekannt Er wurde allgemein für einen armen Philosophen gehalten. Doch nach seinem Tode erfuhr man, daß er ein großes Vermögen besaß. Er war wohl doch ein Philosoph, und zwar ein ganz außergewöhnlicher; er verstand es auf geschickte Weise, aus seiner Philosophie Kapital zu schlagen. Die Flaschenpost des Verschollenen Nach 6 Jahren der Mutter im Ruhrgebiet zugestellt — Ein Nachkriegserlebnis * Eine zehnjährige Opernsängerin Anja Silja singt Beicanto und begleitet sich selbst Die Tragödie der Dicken Zweckloser Kampf gegen die Beleibtheit? — Wissenschaftler suchen einen Weg Montag, 26. Juni 1950 Offenburger Tageblatt Nr. 80 — Seite 7 I M 'ZEITGESCH EHEN Sein Urteil selbst bilden „Stehende Rechtsprechung“ nennt man es wenn man eine Gerichtsentscheidung fällt unter Bezugnahme auf bisher ergangene Gerichtsurteile. Da werden dann Urteile um Urteile herangezogen und durch Kommentare zu er ganzen gesucht. Ganze Seiten werden verwendet, um folgerichtig zu beweisen, daß immer so entschieden wurde und auch jetzt rechtens so entschieden werden müsse. Das kann nun richtig sein, es kann aber auch nicht richtig sein. Der .Offenburger große Jurist Josef Kob ler hat sich gegen viele „stehende Entscheidungen“ des Reichsgerichts mit aller Entschiedenheit gewendet und seinen Studenten und seinen Lesern auseinandergesetzt, daß ein Richter oder ein Verwältungsbeamter sich durchaus nicht zur Richtschnur zu nehmen hat, was andere gesagt haben, sondern daß er sich , sein Urteil selbst zu bilden hat. Das erfordert nun freilich viel mehr Arbeit und Ueber leguhg, als die Zitierung ergangener Entscheidungen. Es verlangt zuweilen auch sehr große Entschlußkraft und vielen Mut. Der ehemalige, längst verstorbene Offenburger Amtsrichter Nüßle hat nach der Einführung des BGB einmal in einem Urteil ausgeführt: „Nach den vernünftigen Grundsätzen des Badischen Landrechts müßte folgendermaßen entschieden werden ..." Er führte das im näheren aus und schloß ohne jede Begründung mit dem einen Satz: „Leider muß nach dem BGB aber in folgender Weise entschieden werden . . /' Mit der „stehenden Rechtsprechung“ nach dem BGB konnte er sich nicht befreunden. Glühwürmchen, Glühwürmchen glimmre... Zum Zauber der lauen Sommernacht gehört das heimelige Leuchten der winzigen Johanniskäfer, die unhörbar als grünschimmernde Lichter durch die Luft gleiten und wie ge heimnisvoll funkelnde Smaragden zwischen den hohen Grashalmen und unter den Bü sehen glimmen, als stille Beobachter nächtlicher Idylle. Es ist vielleicht eine der reizvollsten und sinnfälligsten Erscheinungen im Liebeswer- beri der Tiere, wie die Natur die Johanniskäfer mit diesem Leuchtsinn begabt hat, sich bei dunkler Nacht im lockenden Liebesspiel zu finden. Die größte Leuchtkraft besitzt — natürlich — das Weibchen, aber dafür hat es nicht Flügel wie sein männlicher Partner. Ihre .Laterne“, vierzehn Leuchtplättchen, tragen peide am Hinterleibe, das Weibchen sechs sehr helle an den Bauchringen, das Männchen nur zwei. Merkwürdigerweise leuchten auch die Larven und sogar die Eier ein wenig. Wie aber entsteht diese Leuchtkraft der Johanniskäfer? Man dachte ursprünglich an einen Vorgang von Oxydation, also eine langsame Verbrennung irgend eines Leuchtstoffes, etwa so wie Phosphor infolge von Sauerstoffaufnahme im Dunkeln leuchtet. Es hat sich aber erwiesen, daß die Leuchterscheinung durchaus nicht von der Gegenwart von Sauerstoff abhängig ist, denn im luftleeren Raume tritt sie genau so gut auf. Ja, nicht einmal mit Lebensvorgängen hat sie zu tun, denn auch tote Käfer behalten noch Wochen hindurch ihre Leuchtkraft; sogar getrocknete Käfer, die man ein Jahr lang im luftverdünnten Raume aufbewahrt hatte, bekamen sie wieder, sobald sie mit Wasser angefeuchtet wurden. Des Rätsels Lösung scheint darin zu liegen, daß es sich um eine Leuchtmasse handelt, die sich aus der Nahrung der Tiere entwik- kelt. Der Humus, den sie zu sich nehmen, kann nach der Zersetzung leuchtend werden, wie dies auch bei anderen organischen, eiweißhaltigen Verbindungen zu beobachten ist. R. C. Zur Bekämpfung der Kartoffelkäfer Die Stadt Offenburg hat eine Bekanntmachung erlassen, in der alle Bewirtschafter von Gärten und Grundstücken, die Kartoffeln anpflanzen aufgefordert werden, die Kartoffelkäfer und ihre Larven zu bekämpfen. Zum Schutze der Bienen werden besondere Vorsichtsmaßnahmen empfohlen. Ein Offenburger an seine Heimat ^ Friedrich Rudolf Könekamp will im Herbst hier ausstellen Wir erhielten aus Cotllwyd Newport Pem- brokshire in der Grafschaft Wales einen Brief, dem wir folgendes entnehmen: Diesen Herbst will ich mit meiner Gefährtin für einen Monat nach Baden zum Besuche kommen. Karlsruhe, Offenburg, Triberg und Basel besuchen. In der „Sonne“ in Ottenburg- einen guten Durbacher trinken, auf den Feldberg steigen, und sehen, was es in den Kunstgalerien gibt. Ich will auch herausfinden, ob ich in Offenburg eine Ausstellung halten kann. Ob es dort Maler gibt, die für meine mehr moderne Ausführung, Verständnis haben etc. Gibt es in Offenburg eine Galerie, wo ich ausstellen könnte? Ich habe während dieses letzten Krieges unsagbar gelitten. Ich verließ Deutschland im Januar 1933. Ich wußte daß Hitler das Unglück für unser Vaterland bedeutete. Ich bin stillschweigend davon gezogen, habe damals eine feine Stellung und Karriere aufgegeben. Lh ging stillschweigend, ich wollte kein Märtyrer werden. Heute hab ich neue Hoffnung für unser Land. Der Schuman-Plan ist das Beste, was im Rahmen europäischer Verständigung getan wurde. Es ist gut, wenn Frankreich und Deutschland unbeirrbar damit vorangehen, denn meine Erfahrung lehrt, daß die Briten zu langsam sind. Europäische Wiedergesundung kann viel schneller vorangehen, wenn wir zuerst das ganze — Europa — sehen, bevor wir uns die Köpfe an Kleinigkeiten zerspalten. Weil wieder neue Hoffnung durch Europa zieht, darum habe ich dieses Jahr zum Besuch der alten Heimat gewählt. Nach der seelischen Depression muß man erst dann kommen, wenn die Zerrbilder verwehen und das wahre Herz wieder schlagen kann. Ich wünsche Ihnen und allen Offenburgern von Herzen viel Glück. Auf Wiedersehen im Spätsommer oder Herbst. Ihr sehr ergebener Friedrich Rudolf Könekamp. Wer gedenkt unserer und seiner Vaterstadt so freundlich? Dr. phil. Friedrich Könekamp ist der älteste Sohn des ehemaligen Bezirksfeldwebels Heinrich Könekamp am Offenburger Bezirkskommando, das sich zur Zeit seiner Geburt noch in der Wilhelmstraße 8 befand (heutige Graphische Fachschule). Der Vater' kam als Soldat in die damalige „kleine Garnison“, in der ein Oberstleutnant, ein Leutnant, ein Feldwebel, zwei Unteroffiziere und vielleicht ein Dutzend „Gemeine“ waren. Er war in Dreys an der Weser am 21. Ianuar 1868 geboren, und nghm sich in der Tochter Berta des Sesselmachers Rudolf Schirrich in der Goldgasse 41, der Schwester des, heutigen hochbetagten Stuhlschremermeisters Rudolf Schirrich, eine Offenburgerin zur Frau. Frau Könekamp war am 10. 1. 1873 geboren. Nach Ablauf seiner Dienstzeit verzogen die Eheleute Könekamp mit ihren beiden Buben Friedrich und Alfred nach Colmar im Elsaß, wo Heinrich Könekamp Eisenbahninspektor wurde. Ein nochmaliger Wohnortwechsel führte die Familie nach Rheine in Westfalen an der holländischen Grenze. Von da kehrten die Eheleute nach Offenburg zurück, wo Heinrich Könekamp am 20. August 1936, seine Frau Berta am 13. August 1947 verstorben ist. Die letzte Wohnung hatten die Eheleute Könekamp bei Malermeister Wegmann in der Ortenberger Straße. Die beiden Söhne waren inzwischen weit in der iVelt herumgekommen. Der jüngere A1 - fred hatte das Studium der Landwirtschaft ergriffen, wurde Leiter eines großen Versuchsgutes des preußischen Staates in Hannover, Agrikulturprofessor und arbeitete als Direktor ssines Versuchsgutes in Oesterreich. Von der britischen Besatzungsmacht wurde er als hervorragender landwirtschaftlicher Experte nach England berufen. Der älteste Sohn Friedrich Rudolf Eduard studierte ebenfalls, nachdem er in Offenburg bei Hauptlehrer Droll und anderen in die Volksschule gegangen war. In Straßburg besuchte er , die Höheren Schulen. An den Universitäten' Basel und Freiburg oblag er philosophischen und philologischen Studien und erwarb sich den Dr. phil. Im ersten Weltkrieg kam er in Kriegsgefangenschaft. Dann war er als Lehrer in der Schweiz tätig, besuchte von hier das badische Oberland, ging nach Spanien und Kanada, kehrte nach Deutschland zurück und lebte Als Schriftsteller und Rundfunksprecher in Berlin, bis das Schicksalsjahr 1933 kam. Mit einem Freund verließ er unerkannt und schnell im Januar 1933 im Auto die Heimat, erreichte glücklich die Schweiz und ging nach England, von wo seine Lebensgefährtin, eine Violinkünstlerin, Ausflug der Kriegsopfer mit dem BAC Der erste gemeinsame Sonntagsausflug nadi 15 Jahren Zum ersten Male seit 15 Jahren wieder lud die Ortsgruppe Offenburg des BAC im ADAC gestern die Kriegsversehrten zu einer Sonntagsfahrt ein. Die ältesten der Kriegsversehrten erinnern sich noch der ersten Fahrt im September 1928. Die Reise ging gestern nachmittag von Offenburg aus durch das Renchtal nach Oppenau, Lierbachtal, Allerheiligen nach Ottenhofen. Etwa 65 Fahrzeuge waren zum Start an der Volkswagenwerkstätte in der Okenstraße erschienen, darunter eine Gruppe aus Gengenbach, der sich in Oberkirch und Oppenau noch weitere zugesellten, so daß etwa 140 Mitglieder des Verbandes der Körperbeschädigten an der Fahrt teilnehmen konnten, Das Wetter zeigte sich während der Fahrt von seiner guten Seite und ließ den Ausflug für die Männer, die wegen ihrer Verletzungen teilweise seit Jahren nicht mehr in die Berge kamen, zu einem dankbar auf genommenen Erlebnis werden. In Ottenhofen hatte der ADAC einen Imbiß in dem neu renovierten Hotel „Zur Linde“ vorbereitet. Das inzwischen auftreivnde Gewitter konnte daher nichts mehr an der guten Laune ändern, zumal die landschaftlich schönsten Strecken bereits durchfahren waren. Die Gesamtleitung des Ausfluges lag in den Händen des Präsidenten des BAC Offenburg, Walter Dreyer, dem es gelang, die Organisation aufs beste zu bewältigen, wobei ihm nicht nur einige andere Persönlichkeiten, sondern auch sein Gefühl für Verantwortung und Pflicht den Geschädigten gegenüber halfen, wie überhaupt zu bemerken war, daß alle „Fahrer“, die sich zur Verfügung gestellt hatten, unter ihnen auch OB Karl Heitz, mit Freuden bei der Sache waren. Öftyeit&utQet UtHscUaü Marktbericht Auf dem Offenburger Wochenmarkt, der am Samstag wieder gut besucht war, wurden folgende Preise für Gemüse, Obst und sonstige Waren festgestellt: Weißkraut 15—20, Wirsing 15, Rotkraut 30, weiße Zwiebeln 30, Zwiebeln 40, Tomaten 80, Rhabarber 10, Buschbohnen 70, Erbsen 30, neue Kartoffeln 18—20, alte 9, Gurken 20—60, Blumenkohl 35—100, Kohlraben 8, Kopfsalat 10, Rahnen 20, Gelberüben 20, Rettiche 20. — Stachelbeeren 25, Johannisbeeren 35, Kirschen 25 und 30, Heidelbeeren 50, Himbeeren 60—70, Pfirsich 1.—, Pfifferling 1.—. Frische Landeier 19 und ,20. Schülertreffen der 50 jährigen Am 15. und 16. Juli kommen die ehemaligen Schüler von Offenburg zusammen, die in der Zeit von Juli 1900 bis Juni 1901 geboren sind und im Jahre 1907 in die Volksschule eintraten. Viele auswärts Wohnende haben ihr Erscheinen zugesagt. Am Samstag, 15. Juli, vorm., findet ein Seelenamt für verstorbene und gefallene Kameraden statt; am Abend ist im Gasthaus „Zum Rom. Kaiser“ die Begrüßungsfeier, während der Sonntag einer Omnibusfahrt mit fröhlichem Ausklang in Ohlsbach bei Unterhaltung und Tanz gewidmet ist. Diese Wiedersehensfeier ist die erste seit der Schulentlassung im Jahre 1915. Badischer Pfarrertag Am Donnerstag (Peter und Paul) findet in Offenburg ein Badischer Pfarrertag der evangelischen Seelsorger statt. Aus diesem Anlaß spricht um 15 Uhr in der Stadtkirche Univ. Prof. D. von Rad-Heidelberg über das Thema „Wort Gottes und Geschichte im Alten Testament“. „Eine Sensation in der Waschküche“ wird an fünf Werktagen, von heute bis einschließlich Freitag, im Gasthaus „Zum Schwanen“ vorgeführt. „Revolto“ heißt das Gerät, das den Waschtag töten soll (vgl. Anzeige), Kein Amtsschreiber Ein Arzt sollte ein Formular mit 40 Fragen ausfüllen. Er setzte in die Rubrik der Personalien seinen Namen und schrieb auf einem besonderen Blatt: „Alle weiteren Angaben können im Wege gegenseitiger Amtshilfe den Unterlagen beim Einwohnermeldeamt entnommen werden. Angesichts eines hypertrophischen Beamtenapparats und eines Arsenals von Büromaschinen bei den Aemtern lehne ich es bei den Steuersätzen, die ich zum Unterhalt dieser Einrichtungen zu bezahlen habe, ab, auch noch deren Schreibarbeiten zu erledigen. Vorerst bin ich noch Arzt und nicht Amtsschreiber.“ Das ist freilich etwas sehr derb. Es geht nicht an, die Dinge so hinzustellen, als ob die ganze Behördenarbeit, unnötig sei und als ob man auf die Tätigkeit der Beamten zu einem großen Teil verzichten könnte. Aber, wer zur Abgabe statistischer Meldungen verpflichtet ist, diese auch erstattet und dann immer und immer wieder ersucht wird, was er im einzelnen bereits richtig angegeben hat, auch noch in Sammeldarstellungen zu wiederholen, dem wird e Zufahrtsstraßen nach Diersburg sind immer noch in einem so schlechten Zustand, daß ein Befahren beinahe unmöglich ist und zu kostspieligen Beschädigungen der Fahrzeuge führt. Der dringende Ruf nach Ausbesserung ist deshalb sehr berechtigt. Schülenvallfahrt nadi Waldürn Diersburg. Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag unternahm Pfarrer Franz Weimert mit der oberen Religionsklas^e und den Ministranten eine zweitatige Wallfahrt nach Walldürn. Die Fahrt ging per Omnibus über Karlsruhe auf die Autobahn, die manchen Kindern unserer Gemeinde etwas Neues war. Außer einer schon in Appenweier eingetretenen Reifenpanne verlief die Reise glatt, auch besserte sich das anfänglich schlechte Wetter bald. In Heidelberg wurde unter ausgezeichneter Führung das Schloß besichtigt, wo besonders die bekannte Uhr mit dem Fuchsschwanz den Kindern großes Vergnügen bereitete. Auch das Heidelberger Faß und der Pulverturm wurden bestaunt. Weiter gings durch’s Neckartal und den Odenwald an das Ziel, wo eine sehr große Menge Wallfahrer, besonders auch aus Holland, England und Amerika angetroffen wurde. Auf der Rückfahrt besichtigte man noch in Karlsruhe den Stadtsarten mit dem Rosengarten und die Ausstellung der Landwirtschaft und des Handwerks. Spät abends kam die Reisegesellschaft in der Heimat an, erfüllt mit vielem Neuen und Schönen, was noch lange in ihrer Erinnerung haften wird. Kinder erlebten den Schwarzwald Hofweier (h). Am Mittwoch unternahmen die Klassen 4a und 4b mit ihren Klassenlehrern Frl. Leier und Herrn Haberstroh einen Ausflug nach Triberg. Schon viele Wochen vorher freuten sich die Kinder auf dieses Ereignis. Herrlicher Sonnenschein strahlte vom Himmel hernieder, als die Kinderschar zum Dorfe hinausfuhr, ihrem Ziele „Triberg“ entgegen. Nach Ankunft des Omnibusses besuchten die Kinder die Wallfahrtskirche. Anschließend ging es an die Wasserfälle. Mit Staunen betrachteten die Kinder dieses Naturwunder, dieses stürzende Wasser, das donnernd zu Tal schoß. Nachdem sich alle sattgesehen hatten, besuchte die Klasse das Schwarzwälder Heimatmuseum. Viele neue und wundervolle Dinge gab es hier zu sehen. Schwarzwälder Heimattrachten, ^ Ans dem Harm.ersbadital Schüler musizierten Zell a. H. (s) Der Klavier-Abend des hiesigen Schülerkreises der Musikpädagogin Mathilde Schäffner erfreute sich eines sehr guten Besuches. Im Laufe der reichhaltigen Programmfolge hatten die einzelnen Schüler Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Es war erstaunlich, wie sicher bereits die Allerjüngsten in die Tasten griffen und größtenteils auswendig die ihnen aufgegebenen Stücke spielten. Im zweiten Teil des Abends zeigten die älteren Schüler in etwas schwierigeren Werken von Mozart, Schubert und Chopin u. a., ihr fortgeschrittenes Können, das nicht nur viel Fleiß, sondern auch manches Talent verriet. Der lebhafte Beifall galt neben den Schülern auch der Musiklehrerin Mathilde Schäffner, die außerdem noch durch ein Blumengebinde geehrt wurde. Abschluß des Jugend- und Volksbildungswerkes Zell a. H. (s) Als Abschlußveranstaltung des 1. Halbjahres 1950 bringt das Jugend- und Volksbilduhgswerk am heutigen Montag, um 20.30 Uhr im Löwen-Saal einen „Beethoven- Abend“ unter Mitwirkung von Frl. Anneliese Wendeln (Sopran), Wolfach, und des Streichquartetts der Hausacher Musikvereinigung. Das Programm sieht einen Kurzvortrag mit Lichtbildern, 2 Beethoven-Lieder, Streichquartett op. 18 Nr. 5 und die Arie aus „Fidelio“ vor. Schnitzereien u. andere Gegenstände, die vom Fleiß und von der Fertigkeit der Bewohner des Schwarzwaldes zeugen. Die Zeit in der schönen Schwarzwaldstadt verging schnell. Jetzt ging die Fahrt nach Hause. Mit Sang und Klang kehrten die kleinen Wandervögel in ihr Heimatdorf zurück. Ausflug des Kirchendiors Hofweier (h). Der Kirchenchor unternahm mit seinen Mitgliedern und deren Angehörigen einen Ausflug in das Murgtal. Der Weg führte das Renchtal hinauf nach Allerheiligen. Hier wurde der Frühgöttesdienst besucht und weiter ging die Fahrt über die Hornisgrinde in das Murgtal hinab. An der Schwarzenbachtalsperre wurde Halt gemacht. Hier konnten sich die Beteiligten an den Sehenswürdigkeiten des nördlichen Schwarzwaldes ergötzen. Aber zu lange konnte man hier auch nicht bleiben und unaufhaltsam ging die Fahrt weiter ins Murgtal hinab. Als man wieder in die Rheinebene gekommen war. machte man noch einmal einen Abstecher nach Neuweier. Die Zeit verstrich schnell, die Mitglieder des Chores wollten beim Empfang des Aachener Sühnekreuzes dabei sein, und so brach man frühzeitig auf. Das Programm des Sportvereins Marlen, (f) Aus dem Programm des Sportvereins für 1950 ist zu entnehmen: Teilnahme am Sportfest der Sportfreunde Goldscheuer, das ursprünglich an Pfingsten stattflnden sollte, der schlechten Witterung wegen aber verlegt werden mußte. Beteiligung am Vereins- und Einzelwettumen beim Gauturnfest in Oppenau am 15. und 16. Juli; ferner Teilnahme an den öffentlichen Vereinsveranstaltungen. Der Verein selbst veranstaltet am 19. und 20. August ein größeres Sportfest mit Sportplatzeinweihung in Marlen. Hierzu haben auch, auswärtige Vereine ihr Erscheinen zugesagt. Herr für Außendienst, redegewandt, begabt, wird bei guter Entwicklungs- und Verdienstmöglichkeit gesucht. Off. unt. Nr. 16-173 an die Gesch. des O. T. Steppdecken Daunendecke* Neuanfertigung und Umarbeitung ScMefdecken Betten,Matratzen Inlett, Bettfedern Tisch- und Bettwäsche Frottierwaren Teppiche, Vorlag. iiiifl Ottenburg Friedenstrage 36 Fernruf 1890 Ffk DM und mehr verdienen Sil Sie mit , dem Verkauf unserer Wagen-, Tür- und aller anderen Schilder. Melden Sie sich sofort. Pötters & Schäfer, Wupper- tal-Ba. 5, Fabtik. Wählen Sie die Klei nanzeige es gibt keinen besseren Verkäufer! Müll Zull i insu herrlich gelegen, frei von Industriegewässer.’ Bekanntmachung der Stadt Offenburg Die Bewirtschafter von Grundstücken und Gärten, die Kartoffeln angepflanzt haben, werden aufgefordert, die Kartoffelkäfer und deren Larven zu bekämpfen. Geeignete Staub- oder Spritzmittel können beim Fachhandel bezogen werden. Zum Schutze der Bienen sind vor der Bekämpfung blühende Unkräuter zu entfernen. Offenburg, den 22. Juni 1950. Bürgermeisteramt Ausgabe der Treibstoffkontingente Die Ausgabe der Treibstoffkohtingente erfolgt ab Juli für das Renchtal in Oberkirch, Rathaussaal, für alle anderen Gemeinden des Kreises wie bisher im Landratsamt — Verkehrsabteilung — Zimmer 42, in nachstehender Reihenfolge: Offenburg: A—B, 1. und 2 Werktag j. Mts.; C—G. 3. Werktag j. Mts.; H—J, 4. Werktag j. Mts.; K—L, 5. Werktag j. Mts.; M—R. 6. Werktag j. Mts.; S, Sch, St, 7. Werktag j. Mts.; T—Z, 8. Werktag j. Mts. Oberkirch: A—F, 1. Werktag j. Mts.; G—L, 2. Werktag j. Mts.; M—S. 3 Werktag j. Mts.; T—Z, 4. Werktag j. Mts. Im Monat Juli Beginn in Oberkirch am 3. 7. 1950. Für Nachzügler und Neuzulassungen (auch für das Renchtal) vom 9. Werktag ab in Offenburg. Auf Kontingente, die am 20. eines Monats nicht abgeholt sind, besteht kein Anspruch mehr. 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