Erscheint wöchentlich, viermalig. Bezugspreis für den laufenden Monat DM 1,80 zuzüglich SO Pf. Trägerlohn. Einzelnummer 30 Pf. Im Falle höherer Gewalt od. bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung,. auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. lliniillllllilll , lHT , Westes Heimatblatt für Stabt uab Belieb Offenbueo NaieigeablaN mit aneebaant guter Werdewirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenburg. Zur Zeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 1 gültig. Druck u. Verlag: A. Reiff & Cie., Buchdruckerei, Offenburg/Baden. Geschäftsstelle: Offenburg, Kornstraße 10. Fernsprecher: Offenburg Nr. 1537 und 2134. Postschließfach Nr. 333. Postscheckkonto: Karlsruhe Nr. 130 81. Nummer 84 Montag, 3. Juli 1950 Ausgabe a 139. Jahrgang Sdiumanpian und Besa^ungsstatut Pariser Konferenzpause beendet — Londoner Beratungen über Beendigung des Kriegszustandes Wir kämpfen um unser Leben Ein Interview mit dem Präsidenten von Korea Von ROE MACARTNE Wichtige internationale Besprechungen beginnen am Montag in Paris und London. Nach einwöchiger Unterbrechung wird in Paris die Sechsmächte-Konferenz über den Schuman- p 1 a n fortgesetzt. In London tritt zum ersten Mal die Dreimächte-Konferenz zur Revision des Besatzungsstatuts zusammen. Beide Konferenzen haben für Deutschland unmittelbare Bedeutung, allerdings sind nur in Paris deutsche Delegierte vertreten. Die Pariser Schumanplan-Verhandlungen ■ollen am Montagnachmittag im französischen Planungskommissariat fortgesetzt werden. Die Delegierten der Bundesrepublik, Italiens, Belgiens, Hollands und Luxemburgs hatten in der vergangenen Woche mit ihren Regierungen und mit Vertretern ihrer Industrie und Gewerkschaften den französischen Vertragsentwurf erörtert. Dieser sieht die Zusammenfassung der Schwerindustrien, die Bildung einer internationalen Verwaltungsbehörde und die Errichtung eines Kontrollparlaments vor. Die fünf Verhandlungspartner Frankreichs kommen jetzt mit den neuen Instruktionen ihrer Regierungen nach Paris zurück. Die jetzt beginnenden Beratungen werden die Entscheidung darüber bringen, in welcher Form der Schumanplan durchgeführt werden soll. Vertreter der drei Besatzungsmächte treffen sich in London, um über die Revision des Besatzungsstatuts zu beraten. Diese Verhandlungen werden voraussichtlich bis August dauern. Die Abhaltung der Konferenz war irrt Mai von den Außenministern der drei Westmächte beschlossen worden. Die Londoner Arbeitsergebnisse sollen der nächsten Außen- ministerkQnferenz vorgelegt werden, .die voraussichtlich im September in. den USA' stattfindet. Auf der Tagesordnung stehen: 1. die Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland, 2 Revision des Besatzungsstatuts, 3. Regelung der deutschen Vorkriegsschulden. Ferner soll über die Senkung der Be- Dacfaau. Bundesfinanzminister Fritz Schaef- fer bezeichnete am Sonntag die Steuerbelastung des deutschen Volkes als zu groß. Wörtlich sagte der Finanzminister: „Ich kann die Steuerzahler nicht weiter belasten, ich muß die Leistungen daher einschränken. Wir werden sonst ein Volk von Rentnern und Pensionisten.“ Schaeffer, der anläßlich eines Katholikentages auf dem Petersberg bei Dachau sprach, forderte eine gleichmäßige Verteilung der Lasten. Man dürfe aber nicht dem zuerst helfen, der am lautesten schreie Der Bundesfinanzminister wies auf die gute Zusammenarbeit der elf Länderfinanzministerien hin. Halbes Vermögen für Lastenausgleich Schleswig. Die Hälfte des über die Währungsreform hinübergeretteten Vermögens wird zum endgültigen Lastenausgleich herangezogen werden, kündigte Vizekanzler Franz Blücher am Sonntag auf einer Kundgebung an. Der Lastenausgleich habe bisher auch darum noch nicht erfolgen können, weil keine konstanten Zahlen über die Flüchtlinge Vorgelegen hätten. Der erste Entwurf des Lastenausgleichsgesetzes habe mit 3,3 Millionen Flüchtlingen weniger gerechnet, als gegenwärtig tatsächlich vorhanden seien, denn bis vor kurzem seien noch täglich rund 1000 Menschen über die Grenzen nach Westdeutschland gekommen. Adenauer gegen Fettsteuer und Brotpreiserhöhung Bonn. Bundeskanzler Dr. Adenauer hat dem Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes versichert, daß die Bundesregierung die Wiedereinführung einer Fettsteuer abgelehnt und diesen Standpunkt beibehalten hat Die Bundesregierung hat sich vorsorglich eine gesetzliche Ermächtigung geben lassen, eine satzungskosten und über eine weitere Verminderung des alliierten Personals in Deutschland beraten werden. Drei Unterausschüsse werden sich mit den einzelnen Fragen befassen. In der Frage der Beendigung des Kriegs- Tokio. Die Lage auf dem koreanischen Kriegsschauplatz hat sich im Laufe des Sonntags gefestigt. Der Vormarsch der Nordkoreaner hat sich — zumindest im Augenblick — sehr verlangsamt. Gleichzeitig gestattete eine Wetterbesserung den verstärkten Einsatz alliierter Luft- und Seestreitkräfte. Die strategisch wichtige Stadt S u w ö n und ihr Flugplatz waren am Sonntagabend noch in der Hand der Verteidiger, doch ist die Lage Su- wöns, das unter dem ständigen Artilleriefeuer der Nordkoreaner liegt, ernst. Zwei auf parallelen Straßen vorrückende Kolonnen der Angreifer versuchen, Suwön im Osten und im Westen zu umgehen, doch ist die Hauptstraße von Söul nach Suwön noch in der Hand der Südkoreaner. Eine weitere etwa tausend Mann starke nord- koreanische Kampfgruppe, mit zehn motqri- sierten Geschützen- stößt von. Söul aus ngch Südosten vor und soll etwa 20 Kilometer vorangekommen sein. In erster Linie’ scheint die Sprengung der Brücken über den Han-Fluß den Vormarsch der Angreifer aufgehalten zu haben. Die Nordkoreaner haben zwar eine der drei gesprengten Brücken wieder repariert und eine Pontonbrücke über den Fluß gebaut, doch sind bisher offensichtlich nur beschränkte Panzerkräfte nach Süden übergesetzt worden. Erhöhung der Brotpreise nötigenfalls verhindern zu können. Die Städte rufen die Jugend Köln. Unter dem Leitwort: „Die deutschen Städte können und wollen der Jugend Heimat sein“, wurde die dritte Hauptversammlung des Deutschen Städtetages in Köln beendet In einer Entschließung betont der Städtetag, daß die Jugend in der Gemeinde in ihre öffentliche Verantwortung hineinwachsen und in freier Entfaltung ihrer Persönlichkeit durch die Selbstverwaltung den Weg zur verantwortlichen Gestaltung der gemeinsamen Zukunft finden müsse. Eine verbesserte Schulung und Jugendpflege durch besonders ausgewählte Mitarbeiter und eine in der Volksschule schon beginnende Begabtenauswahl soll die jungen Menschen in ein erfülltes Leben und in eine volle berufliche Leistung hineinwachsen lassen: „Die Türen unserer Rathäuser stehen weit offen.“ Helgolandprotest europäischer Minderheiten Leeu warden. Der Rat europäischer Minderheiten billigte am Sonntag eine Entschließung, in der die britische Regierung aufgefordert wird, die Insel Helgoland künftig nicht mehr zu bombardieren Die Bombardierungen werden als „Verletzung des europäischen Rechts“ bezeichnet. In der Helgoland-Entschließung, die von einer friesischen Delegation vorgelegt worden war, wird weiter gefordert, daß die Helgoländer auf die Insel zurückkehren können und Entschädigung für die Verluste erhalten, die sie seit der Kapitulation Deutschlands erlitten haben. Ferner wird eine Volksabstimmung gefordert, bei der sich die Helgoländer darüber entscheiden sollen, welchem Staate sie angehören oder ob sie selbständiger Teil eines vereinten Europas sein wollen. zustandes trat vor kaum zwei Wochen eine wichtige Entwicklung ein, als sich die französische Regierung eindeutig für die offizielle Beendigung des Kriegszustandes einsetzte; Großbritannien trat schon seit langem dafür ein. Die erste ln Korea, eingesetzte amerikanische Truppe — ein durch schwere Waffen verstärktes Bataillon — hat inzwischen nördlich von Taidschon Verteidigungsstellungen bezogen. Man nimmt an, daß sie demnächst in Gefechtsberührung mit den nach Süden vorstoßenden nordkoreanischen Kräften kommen wird. Die amerikanischen Luftstreitkräfte flogen im Laufe des Sonntags 142 Einsätze. Bomber vom Typ B 29 griffen in der Nacht zum Sonntag den Flugplatz Jonpo in Nordkorea an. Beim Abflug der Bomber war das ganze Angriffsgelände ein Rauch- und Flammenmeer. Bis Sonntagabend verloren die amerikanischen Luftstreitkräfte in Korea insgesamt 13 Maschinen. Amerikanische Düsenjäger griffen 50 Kilometer südöstlich von Söul feindliche Marschkolonnen an. Ferner vernichteten sie Im Raum von Söul und Suwön mehrere Panzer, Lkws.. Lokomotiven und Eisenbahnwagen. An einem nordkoreapischen Angriff auf den Flugplatz von Suwön nahmen am Sonntag erstmalig vier Jäger mit sowjetischen Hoheitsabzeichen teil. Das Hauptquartier General MacArthürs in Tokio gab bekannt, daß zwei Jäger mit sowjetischen Hoheitsabzeichen abgeSchossen wurden. Tn Tokio nahm man die Berichte über das Auftreten von Jägern mit sowjetischen Hoheitsabzeichen nicht allzu ernst. Man sah darin keinen Beweis für die aktive Beteiligung sowjetischer Luftstreitkräfte. Bevölkerung umjubelt amerikanische Infanteristen Das amerikanische Infanteriebataillon, das von Japan in den Raum von Taidschpn geflogen worden war, bildet die Vorhut einer ganzen amerikanischen Division, die auf dem Seewege nach Südkorea transportiert wird. Das Infanteriebataillon, dem für Stellungsbaut«! auch Raupenschlepper mit gewaltigen Pflugscharen, die nach Art der Schneepflüge arbeiten, zur Verfügung stehen, soll die neue Verteidigungsfront wahrscheinlich längs des Kum- Flusses ausbauen. Der Kum entspringt in den Bergen südöstlich von Taidschon und umfließt die Stadt nördlich in einer Entfernung von 25 bis 35 Kilometer, bevor er südwestlich von Taidschon in das Gelbe Meer mündet. Auf diese Weise bildet er einen natürlichen halbkreisförmigen Abschnitt vor der Stadt. Als die amerikanischen Infanteristen in Südkorea aus ihren Transportflugzeugen stiegen, wurde ihnen von der Bevölkerung ein begeisterter Empfang bereitet. Männer, Frauen und Kinder säumten die Straßen, die vom Flugplatz zur Stadt führen, und begrüßten die amerikanischen Soldaten als ihre Befreier. Greift Rotchina ein? Tokio. Streitkräfte der chinesischen Kommunisten in Stärke von etwa 200 000 Mann sollen an der Grenze zwischen der Mandschurei und Nordkorea konzentriert worden sein. Die chinesischen Truppen sollen längs des Grenzflusses Jalu aufmarschiert sem. Es soll ich um modern ausgerüstete Verbände handeln, deren Einheiten in der Hauptsache aus der inneren Mongolei kommen. Bedrohte Lage der Ordensschwestern Fusan (CND). Angesichts der Feindseligkeiten in Korea ist man um das Schicksal der zahlreichen katholischen Ordensschwestern von Maryknoll deren zentrale Niederlassung in einem Vorort der nordkoreanischen Hauptstadt Pöngyang bereits von den Kommunisten beschlagnahmt wurde, inzwischen auch aus ihrem letzten Zufluchtsort, dem Kloster Yengyou, vertrieben oder deportiert worden sind. Steuerbelastung zu groß Eine weitere Belastung der Steuerzahler nicht möglich, erklärt der Bundes- linanzminister Nordkoreanischer Vorstoß langsamer Zangenangriff auf Stadt und Flugplatz Suwön — Sowjetische Luftstreitkräfte im Einsatz? Südlich von Söul Wir begegneten dem 75jährigen Präsidenten von Korea, Syngnam Rhee, unmittelbar hinter den Kampflinien südlich von Söul. „Wir kämpfen um unsere Existenz, und wir kämpfen darum, daß wir Ueberlebende sind“, sagte er uns. „Die Kommunisten führen einen mörderischen Krieg gegen uns. Sie töten uns und sie verbrennen uns. Ein einziger falscher Schritt und wir verlieren alles. Für euch zählen nur die Gesichtspunkte des Kalten Krieges. . Wir Koreaner aber befinden uns mitten in einein heißen Krieg.“ . Dem Präsidenten ist der nordkoreanische kommunistische Angriff keineswegs überraschend gekommen. Die Gefahr war für ihn immer da und allgegenwärtig. Deshalb hat Präsident Rhee wiederholt die Forderung nach einem pazifischen Pakt erhoben, durch den eine Sicherheitsgarantie für Südkorea zustande kommen sollte. „Dafür ist es nun zu spät“, sagte der Präsident. „Genau so wie es zu spät ist, an die pazifische Konferenz von Baguio auf den Philippinen zu denken, zu der wir nicht eingeladen wurden. Wir hatten so sehr gehofft, dort vor der unmittelbaren kommunistischen Gefahr gegen Korea warnen zu können. Aber die Einladung kam nicht. Jetzt zeigt es sich, daß wir als eines der pazifischen Lander bei der Konferenz hätten gehört werden müssen." Der koreanische Präsident ließ Durchblicken, daß noch bis vor wenigen Tagen die Amerikaner in Südkorea alles daran setzten, um dieses Land nicht mehr zu scharf gegen die linksgerichteten Kreise Vorgehen zu lassen. Formell erklärten sie, sie Wünschten nicht, daß die Republik ein „Polizeistaat“ werde. Südkorea verfügt über 50 000 Polizisten und zählt allerdings 14 000 politische Gefangene. Jetzt stellt es sich heraus, daß die scharfe Innenpolitik Südkoreas berechtigt war. Die Einflüsse der Amerikaner in Südkorea gründen sich auf eine jährliche Hilfeleistung von 100 Millionen Dollar. Es ist die Ansicht der hiesigen politischen Kreise, daß der amerikanische Botschafter Mr. John Muccio mehr Macht als Präsident Rhee hat. Militärisch gesehen kann sich Südkorea nur auf die amerikanische Hilfeleistung stützen. Nach Ansicht des koreanischen Präsidenten haben die Amerikaner bisher leider ihre Kraft darauf verschwendet, dafür zu sorgen’, daß es zu den letzten demokratischen Mai-Wahlen kam. Paul Hoffman- hatte indirekt diese Mai- Wahlen dadurch erzwungen, daß er erklärte, die finanzielle Unterstützung seitens Amerikas würde eventuell zur Hälfte reduziert, wenn Südkorea ein allzu straffes Regime führe. Die Amerikaner haben nach koreanischer Meinung nicht Recht behalten. Sie erklärten, daß sie es heute bedauern, daß sie den Kampf gegen die fünfte Kolonne in Südkorea nicht noch intensiver geführt haben. Während der nordkoreanische Angriff für die südkoreanische Regierung also keineswegs eine Ueberraschung war, richten sich alle Blicke nach Japan, das infolge des letzten Krieges zwar immer die bestgehaßte Nation der Koreaner war, von wo aber heute alle militärische Hilfeleistung der Amerikaner kommen muß. Südkorea war vor Kriegsausbruch, wirtschaftlich gesehen, auf dem besten Wege. Der Kampf gegen die Inflation war in den vergangenen Monaten erfolgreich bestanden worden: der Notenumlauf konnte von 70 Milliarden Won auf 56 Milliarden reduziert werden. Die EGA, die in Südkorea operierte, hoffte genau so wie die koreanische Regierung, daß das Land 1952 sc? weit sein würde, sich selbst zu erhalten. Südkorea ist im wesentlichen ein Agrarland Die Erzvorkommen, die großen Wälder und die Kraftreservoire für Elektrizität liegen im kommunistisch beherrschten Norden. Finanz- minister Dr. Chey Sun Jo erklärte mir, daß er begründete Hoffnung hatte, Exporte und Importe Südkoreas bereits im Jahre 1952 mit 60 Millionen Dollars auszubalancieren. 1949 beliefen sich die Exporte auf 21 Millionen Dollars, wobei der Export von 100 000 Tonnen Reis, die 14 Millionen Dollars erbrachte, den Hauptanteil stellte. Hätte der Frieden erhalten bleiben können, so würde man 1952 so weit gewesen sein, 300 000 Tonnen Reis, vorwiegend an Japan, zu exportieren. Südkorea hat eine demokratische Boden- Montag, 3. Juli 1950 AB Offenburger Tageblatt Nr. 84 — Seite S reform durchgeführt. Der große Landbesitz wurde auf ge teilt, und kein Bauer durfte mehr als 7K Morgen besitzen. Als Ausgleich erhielten die Grundbesitzer Aktien der von den Japanern in Korea errichteten Industrien. Es ist klar, daß Südkorea seine alte Abneigung gegen Japan hätte überwinden müssen, um seinen Außenhandel intensivieren zu können. Denn Japan ist immer in der Lage, die Agrarprodukte Koreas, insbesondere seinen Reis, zu kaufen. Andererseits kann Korea immer japanische Fabrikwaren abnehmen. Trotzdem ist es noch gamicht so lange her, daß die Süd- kc -eaner die Japaner mehr als die Sowjets im Norden fürchteten. Präsident Rhee erklärte mir noch vor 14 Tagen, daß es sein politisches Ziel sei, eine gewisse Neutralität im Femen Osten anzustreben! Er sagte: „Wir werden das Land zu einer Einheit schmieden und unsere Unabhängigkeit sowohl gegenüber Rußland als Als Fremdenlegionär in Indochina Kampf gegen zehnfache Übermacht der Aufständischen und Partisanen Bad Herafeld. Etwa 70—80 Prozent aller Truppen der französischen Fremdenlegion ln Indochina sind nach den Angaben des jetzt zurüdegekehrten Fremdenlegionärs Hans Walter Both ehemalige deutsche Soldaten, unter ihnen besonders viele Angehörige der ehemaligen Waffen-SS und. der Fallschirmjägertruppe. Both, ein 26 jähriger Maschinenschlosser aus Bad Hersfeld, kehrte vor wenigen Tagen nach fünfjähriger Teilnahme am Kampf in Indochina in seine Heimatstadt zurück. Die Verluste der Fremdenlegionäre seien sehr hoch, weil der Kampf gegen die Aufständischen und die als „friedliche Reisbauem“ getarnten Partisanen oft gegen zehnfache Uebermacht geauch gegenüber Japan durchsetzen.“ (RF) führt werden müsse. Bei den Aufständischen Sdiuman bleibt Außenminister Kabinett Queuille ist das dreizehnte seit Kriegsende Paris. Der neue französische Ministerpräsident Queuille hat am Sonntag sein Kabinett gebildet Außenminister ist wieder Robert Schuman. Paul Reynaud wurde mit der Wahrnehmung aller Angelegenheiten des Fernen Ostens betraut. Die Ernennung Paul Reynauds kommt für die französische Öffentlichkeit völlig überraschend. Er ist als entschiedener Gegner der Kommunisten bekannt und befürwortet eine enge Zusammenarbeit mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Das von Queuille gebildete Kabinett ist das dreizehnte seit Kriegsende. Staatspräsident Auriols Auftrag an Queuille (Radikalsozialist) wurde in der Nacht zum Samstag von der Nationalversammlung bestätigt; die amtlichen Abstimmungszahlen waren 363 für und 208 gegen Queuille. Im Vordergrund seiner Regierungserklärung Hatten die Verurteilung des kommunistischen Vorgehens ln Korea und ein Bekenntnis zum Schuman- plan gestanden Das neue Kabinett wird sich am Dienstagnachmittag der französischen Nationalversammlung vorstellen. 14 Mitglieder der Regierung sind Radikalsozialisten oder stehen dieser Partei nahe. 12 sind Volksrepublikaner und sieben unabhängige Konservative oder Angehörige der Rechten. Das alte Kabinett, dem nur 28 Minister und Staatssekretäre angehörten, bestand aus 34 Volksrepublikanem, neun Radikalsozialisten und fünf Unabhängigen. Die wichtigsten Posten der neuen Regierung wurden wie folgt verteilt: Ministerpräsident und Innenminister Henri Queuille (Radikalsozialist), stellvertretender Ministerpräsident Georges Bidauld (MRP), Fernost-Minister Paul Reynaud, Justizminister RGne Moyer (Padikalsozialist), Außenminister Rob#t Schuman (MRP), Verteidigungsminister R4n4,J’leven (gemäßigt), Wirtschaftsminister Maurice Petsche (Action Pay sänne), Kolonial- minister Paul Coste Floret (MRP). Ölraffinerie in Brand Santa Maria. Eine in weitem Umkreis spürbare Explosion löste in Santa Maria (Kalifornien) eine schwere Brandkatastrophe in einer Gelraffinerie aus. Mindestens 20 Geltanks mit einem Fassungsvermögen von je rund 160 000 Litern gerieten in Brand. Noch acht Stunden nach der Explosion züngelten die Flammen bis zu 250 Metern in die Höhe. Der schwarze Gel rauch, der in mächtigen Schwaden über die Stadt Santa Maria hinwegzog, verwandelte dort den Tag zur Nacht. Der Sachschaden läßt sich hoch nicht abschätzen. Ein Arbeiter wird vermißt, 19 wurden verletzt. Selbst die Feuerwehrleute in ihren Asbestanzügen konnten nicht in wirksame Nähe des Brandes kommen, eine Bekämpfung war fast aussichtslos. Japans „Goldener Tempel' abgebrannt Kioto. Eines der berühmtesten Baudenkmäler Japans, der „Goldene Tempel“ (Kinkakuji) in Japans alter Kaiserstadt Kioto, brannte am Sonntag völlig nieder. Der buddhistische Tempel stand unter Denkmalsschutz. Er enthielt unersetzliche Kunstschätze und war besonders durch seine vergoldete Pagode bekannt. Das Bauwerk war im Jahre 1397 von dem Schogun Joschimitsu Aschikaga erbaut worden. Die Polizei vermutet Brandstiftung durch einen seither verschwundenen Priestemovizen. Der Tempel hatte weder elektrischen Stromanschluß noch Heizungsanlagen. Im vorigen Jahr war schon in der Nähe von Kioto bei Nara ein aus der japanischen Ffühzeit stammender buddhistischer Tempel abgebrannt. Eine Kartoffelkäfernote! Moskau. Die Sowjetregierung beschuldigt die USA in einer dem USA-Botschafter in Moskau überreichten Note „absichtlich und verbrecherisch“ über der deutschen Sowjetzonenrepublik in großen Mengen Kartoffelkäferbrut abgeworfen zu haben (!). Die Note beruft sich auf einen Bericht der Sowjetzonenregierung, der am 20. Juni in Moskau eingegangen sei. In diesem Bericht heiße es, amerikanische Flugzeuge hätten in Verletzung der bestehenden Flugverkehrsvorschriften zwischen dem 22. Mai und dem 7. Juni in verschiedenen Gegenden der Sowjetzonenrepublik große Mengen Kartoffelkäfer abgeworfen. Die Sowjetnote fährt fort, eine besondere Untersuchungskommission der Sowjetzonenrepublik habe festgestellt, daß die Kartoffelkäfer nach einem sorgfältigen Plan abgeworfen worden seien, um die Ernährungsgrundlage der Bevölkerung zu schädigen und um die Gefahr zu schaffen, daß sich der Kartoffelkäfer in den angrenzenden Volksdemokratien verbreite (1). Die Sowjetzonenregierung verlangt in ihrer Note, daß die „Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden“. Sie verlangt weiter eine amerikanische Zusicherung, daß sich dergleichen in Zukunft nicht wiederholt. Die Aufnahme von heimatlosen Ausländern Bonn. In einer Erklärung zur Uedemahme von rund 47 000 heimatlosen Ausländem in deutsche Fürsorge spricht die Bundesregierung am Freitag die Hoffnung aus, daß ein gutes und freundschaftliches Zusammenstehen von Deutschen und Ausländem die gemeinsamen Nöte überwinden wird. Sie sei gewillt, dieses Zusammenstehen in jeder Weise zu fördern. Die 47 000 heimatlosen Ausländer werden am L Juli der deutschen Fürsorge unterstellt. Andere 150 000 heimatlose Ausländer in Deutschland, die einen Auswanderungsantrag gestellt haben, werden auch künftig von der Internationalen Flüchtlingsorganisation (IRO) .betreut. bilde der ehemalige Hauptmann der Fallschirmtruppe Wilhelm Berger aus Niedersachsen gemeinsam mit ehemaligen japanischen Offizieren und Soldaten die „Volksarmee“ an modernsten Waffen aller Art aus. Die geistige Führung der Aufständischen liege in den Händen der Eingeborenen, die an europäischen Universitäten studiert haben und über Moskau nach Indochina -zurückgekehrt sind. Ihre politische Schulung werde von Rotchina und der Sowjetunion aus bestimmt. Both hatte sich im Mai 1945 als Kriegsgefangener in Frankreich für die Fremdenlegion anwerben lassen. Nach seinen Angaben hatte sich aus einem Kriegsgefangenenlager bei Nancy ein hoher Prozentsatz deutscher Wehrmachtsangehöriger bereit erklärt, in die Fremdenlegion einzutreten. Die ehemaligen Kriegsgefangenen seien vor die Entscheidung gestellt worden, entweder in die Legion einzutreten und nach Indochina zu gehen, oder in den Bergwerken in Marokko zu arbeiten. Appell an deutsche Kommunisten Berlin. Der britische Publizist Arthur K ö s t - ler appellierte am Sonntag in einer Berliner Kundgebung der „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ an die deutschen Kommunisten. An den Präsidenten des Sowjetzonen- Kulturbundes, Johannes R. Becher, den Dichter Bert Brecht und die Schriftstellerin Anna Seghers gewandt, rief Köstler: „Wacht doch auf, ihr lebt doch ln einem inneren Wahn und fühlt doch, daß ihr in der Lüge lebt!' Den geistigen Zustand der Moskau folgenden Kommunisten nannte Köstler eine furchtbare Selbstentmenschlichung. Der Zustand dieser Menschen trage die charakteristischen Merkmale der Schizophrenie. Der FDJ-Pfingstauf- marsch sei ein Beispiel dafür, wie begeisterte Jugendliche systematisch eur Geisteskrankheit getrieben werden. Frau Buber-Neumann, die zu, den ehemaligen leitenden Funktionären der Kommunistischen Partei Deutschlands gehörte, machte in-einem Brief, der während der Kundgebung verlesen wurde, auf die „gefährliche Verwandtschaft des sowjetischen mit dem nazistischen System“ aufmerksam. Auch der polnische Maler Josef Czapski, einer der überlebenden polnischen Offiziere der Massenhinrichtung von Katyn, und der emigrierte russische Historiker Utechin forderten- zum Kampf gegen sowjetischen Zentralismus und Terror auf. Der Leiter der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit, Rainer Hildebrandt, gab ein Programm seiner Gruppe für die unterdrückte Bevölkerung im sowjetischen Besatzungsgebiet bekannt. Es appelliert an alle in Freiheit lebenden Menschen, allwöchentlich ein Lebensmittelpaket, ein Buch oder Medikamente an Bedürftige in der Sowjetzone zu schicken. Jeder Deutsche solle sich tagtäglich genau über die Verhältnisse Im sowjetischen Besatzungsgebiet und in den unterdrückten Ländern unterrichten, Raiffeiaengenossenmehaftatag in Oldenburg r Anläßlich des Oldenburger Raiffeisengenossenschaftsverbandstagea richtete der Reichsminister a. D. Dr.h. e. Hermes an die ländlichen Genossenschaften den Appell, höchste Disziplin und Solidarität ln allen Fragen zu wahren, um ln gesteigerter Leistung die Grundlage für die Ernährungssicherheit des deutschen Volkes und die Voraussetzungen für eine dauernde Internationale Zusammenarbeit zu schaffen. Am Ralffelsengenossenschaftstag beteiligen sich Genossenschaftsvertreter aus Frankreich, Schweden, Dänemark. Belgien, Holland und Oesterreich. An der Eröffnung nahmen u. a. Vertreter des Bundestages, der Bundesregierung, an der Spitze Bundesemährungsmlnister Dr. Niklas, Vertreter der genossenschaftlichen Verbände, der Wirtschaft, der Banken, des Landvolks, der Hochschule und der Verwaltung teil. — Unser Bild leigt: Reichsminister a.D. Dr. h. c. Hermes (links), der zum Präsidenten des deutschen Raiffeisengenossenschaftsverbandes wiedergewählt wcjrde, begrüßt den französischen Genossenschaftsvertreter gierre Martin Neues in Kürze Die GrOndungsveraam mtnng des „Bundesverbandes der Flüchtlinge aus der sowjetischen Besatzungszolle“ wurde am Sonntag mit einem Festakt in der Aula der Frankfnrter Universität abgeschlossen. Die Versammlung richtete die Bitte an die Bundesregierung, asylberechtigte Flüchtlinge mit den Heimatvertriebenen und den heimatlosen Ausländern gleichzustellen. Die alliierte Hohe Kommission solle ersucht werden, für ein Flüchtlingskommissariat bei der UNO and gesamtdeutsche Wahlen unter UNO-KontrOUe einzutreten. Die internationale Wäscherei- und Färberelanastel- Hing, aut der Maschinen und Apparate für Wäscherei- and Färbereibetriebe, Wäscherei, und chemische Reinigungsmittel sowie sonstige Bedarfsartikel gezeigt wurden, wurde am Freitag durch den Wirtschaftsminister von Nordrheln-Westfalen, Professor Erik Nölting, eröffnet. Als Nachfolger des im Mal verstorbenen Patriarchen Gavrilo ist der iS Jahre alte Bischof Vikentlje Pro- danovic von Zletovo-Stnunlca 1" Südserbien znm Patriarchen der serbisch-orthodoxen Kirche gewählt worden. AegyptlsChe Streitkräfte haben am Freitag einen von einem Flugzeug unterstützten Angriff israelitischer Truppen zurückgeschlagen. Der Angriff erfolgte auf ein Dorf diesseits der Waffenstillstandslinia ln der Nähe der Grenzstadt Rafah (32 Kilometer südwestlich von Gaza), wobei ein Dorfbewohner getötet und mehrere Häuser zerstört wurden. Geheilnrat Sauerbrudi 75 Jahre* alt Berlin. Geheimrat Professor Dr. Ernst Fer-c dinand Sauerbruch in Berlin, der Altmeister der deutschen Chirurgie und weltbekannt» Arzt, vollendet am Montag das 75. Lebensjahr. Ferdinand Sauerbrudi ist in Barmen geboren und wurde 1908 außerordentlicher Professor in Marburg. 1911 wurde er Ordinarius der Chirurgie in Zürich und kam 1928 über München an die Universität Berlin, wo er gleichzeitig Direktor der Chirurgischen Klinik an der Charite war. Nach dem Ende des letzten Krieges war Professor Sauerbruch bis Oktober 1945 Chef des Berliner Sanitätsdienstes und wurde 1949 von der sowjetischen Besatzungsmacht aus seiner Stellung als Direktor der chirurgischen Abteilung der Berliner Charite und Ordinarius an der Universität entlassen. Er wirkt seitdem an der Grunewald- Klinik in Westberlin. Seine wissenschaftlichen Erfahrungen und Ansichten hat der große Arzt in einigen Büchern niedergelegt Haus- und Straßensammlung des Evangelischen Hilfswerks Die Haus- und Straßensammlung des Hilfswerks der Evangelischen Kirche in Baden findet in diesem Jahre vom 1. bis 7. Juli statt Neben der Steuerung der noch mannigfachen Not m "iserem eigenen Land dient die Arbeit des E ’gelischen Hilfswerks vornehmlich der Hilfe für die Patengemeinden im Oderbruch, Die Diasporageb ifite im Schwarzwald sollen fühlen, daß sie nicht alleine stehen. Darüber hinaus warten viele kinderreiche Familien ohne Ernährer, viele Währungsgeschädigte, vor allem Alte und Kranke, viele Arbeitslose und heimatlose Heimkehrer und das Heer der illegalen Grenzgänger, insbesondere die aus der Sowjet- zone geflüchteten Familien auf Hilfe. Daß ihnen geholfen werden kann, dazu trägt jede kleinste Spende bei, die bei der Haus- und Straßensammlung des Hilfswerks gegeben wird. NEUES AUS ALLER WELT Italien stimmt unter der Hitze Rom. Ganz Italien stöhnt und ächzt unter der sommerlichen Hitzewelle, die seit einigen Tagen die Apenninen-Halbinsel heimsucht. Den Rekord hielt Rom mit fast 40 Grad im Schatten. Aus vielen Teilen des Landes wurden Fälle von Sonnenstichen gemeldet. Besonders tragisch ist das Schicksal eines Schwerkriegsversehrten, der das Colosseum besichtigte und plötzlich den Verstand verlor. Er war erst vor kurzem aus einem Militärkrankenhaus entlassen worden, wo er sich einer schwierigen Hirnoperation unterziehen mußte. Er trug seither eine silberne Deckplatte an Stelle der zertrümmerten Schädelknochen. Das Silber erhitzte sich übermäßig unter der Einwirkung der Sonnenstrahlen, und er mußte wegen plötz lieh einsetzender sdiwerer Gehirnstörungen in die psychiatrische Universitätsklinik eingeliefert werden. Dreihundert Arbeiter einer Karosseriefabrik in Turin streikten mit der Begründung, bei einer Temperatur von 35 Grad Celsius sei et zum Arbeiten zu heiß. Heißester Junitag seit hundert Jahren Wien hatte am Freitag seinen heißesten Junitag in einer hundertjährigen Geschichte meteorologischer Aufzeichnungen. Die amtliche Wetterwarte gab 37,2 Grad im Schatten bekannt. Damit wurde der letzte Rekord au» dem Jahre 1870 mit 36 Grad gebrochen. Dagegen konnte Madrid den europäischen Rekord mit 40 Grad im Schatten für sich buchen. Ein erboster Ehemann hr. Hamburg. Eine Nackttänzerin auf der Reeperbahn erntete saftige Ohrfeigen anstatt des erwarteten Beifalls. Ein den Zuschauern unbekannter Mann stürzte auf sie zu, packte sie in den Haaren und verteilte seine „geballten Ladungen“. Als das Publikum sich dagegen empörte, stellte sich heraus, daß der Eindringling der Ehemann der Tänzerin war. „Mir erzählte sie, daß sie Bürohäuser sauber macht, dabei springt sie nackend in St. Pauli herum“, war seine Erklärung. Nenn Monate Gefängnis für Schepmann Dortmund. Das Dortmunder Schwurgericht verurteilte den 56jährigen früheren SA-Führer Wilhelm Schepmann wegen Nötigung im Amt während seiner Tätigkeit als Dortmunder Polizeipräsident zu neun Monaten Gefängnis. Die Strafe ist durch die Untersuchungshaft yer-rung. büßt. In den übrigen Anklagepunkten, die Schepmann Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Tateinheit mit der Duldung von Freiheitsberaubung und Körperverletzung in mindestens 48 Fällen und Denuflziation des Generals von Schleicher vorwarf, wurde er freigesprochen. Schepmann hatte die Druckerei des früheren „Dortmunder Generalanzeiger“ nach der sogenannten Machtergreifung mit SA-Leuten besetzen lassen. Entgegen einer Zusicherung des preußischen Innenministeriums an den Geschäftsführer der Zeitung, Landrat a. D. Hasenclever, wurde der Betrieb nicht wieder freigegeben. Stattdessen schlossen der Her- ner Oberbürgermeister und andere Beauftragte der Bochumer SA mit den Besitzern der Zeitung einen Kaufvertrag ab. Danach wurde die Zeitung, die einen Wert von über 10 Millionen Mark hatte, für 150 000 Mark an den Herner Oberbürgermeister verkauft; diese Summe wurde sogar noch aus dem Vermögen der Zeitung genommen. Zeugen sagten aus, daß der Vertrag nur unter dem Druck der SA-Be- satzung zustandegekommen sei. Käthe Haack verunglückt Berlin. Die bekannte Filmschauspielerin Käthe Haack verunglückte am Freitagmorgen mit einem Personenkraftwagen in der Masurenallee in Berlin-Charlottenburg. Der Wagen prallte in voller Fahrt gegen einen Mast der Straßenbahnoberleitung. Sie wurde mit Platzwunden am Kopf und einer schweren Gehirnerschütterung in das Hildegard-Krankenhaus gebracht Der Fahrer des Kraftwagens konnte, nachdem er verbunden war, in seine Wohnung entlassen werden Wetterbericht Durch Ausbildung eines Tiefdruckgebietes über Portugal und Spanien, das sich laufend verstärkt, während sich das Hoch über Norddeutschland abschwächt, kann die warme Mittelmeerluft wieder nach Nordost Vordringen. Die Temperaturen stfeigen daher erneut kräftig an. In der Warmluft besteht bei an sich freundlicher Witterung fortgesetzt Neigung zu örtlichen Gewittern. Vorhersage bis Dienstagabend: Teils wolkig, teils heiter und in den Nachmittags- und Abendstunden einzelne örtliche Gewitter. Sehr warm und schwül mit Temperaturen von teilweise über 30 Grad Später voraussichtlich Uebergang zu unbeständiger kühlerer Witte- Montag, 3. Juli 1950 ABC Offenbarter Tageblatt Nr. 84 — Seite 3 / Bilderbogen der Rheinlandr&umung t Noch einmal davongekommen Trikolore am 30. Juni 1930 niedergeholt . . . und was Prominente dazu sagten Unheimlich und ironisch wirkt Geschichte, wenn die Ereignisse der Vergangenheit sich später noch einmal wiederholen, als hätten die Völker nicht genügend daraus gelernt. Die „Rheinlandbefreiung", Montag, 3. Juli 1950 Offenburger Tageblatt Nr. 84 — Seite 9 I M 2E1TGESCH EHEN Juli - Heumond Er hat seinen Namen nach Gaius Julius Cäsar (100—44 v. Chr.) und wurde im Jahre 45 vor der Zeitwende so genannt. Im Deutschen heißt er Heuert oder Heumond. Den Juli wünscht sich der Landmann heiß und trocken: So golden im Juli die Sonne strahlt, so golden sich der Roggen mahlt. Öder: Nur in des Juli Glut wird Obst und Wein uns gut! Sehr ungern hat man Regenwetter, das längere Zeit andauert: Juliregen nimmt Erntesegen. — Juli kühl und naß, leere Scheuer, leeres Faß! Am. liebsten hat man Sonne und ab und zu Regen: Auf drei Tage Sonne ein Tag Regen, das ist Berg und Tal zum Segen. Daß es auch mal wettert, gehört zu diesem Monat: Wenn’s nicht donnert und blitzt, und der Schnitter nicht schwitzt, und der Regen dauert lang, wird’s dem Bauersmann gar bang. Besonders reizvoll sind die Regeln, die sich auf Tiere beziehen. Ein guter Beobachter kann manche Erscheinung schauen und manche Erkenntnis gewinnen: Frösche auf allen Wegen deuten auf nahen Regen. — Reißt die Spinne ihr Netz entzwei, kommt der Regen bald herbei. — Manches weiß die Wachtel. Sovielmal die Wachtel von Juli an schlägt: Sechs Paar Weck, sechs Paar Weck, so viel Gulden kostet dies Jahr der Scheffel Dinkel. — Auch der Kuckuck ist ein ähnlicher Künder: Wenn der Kuckuck lang im Juli schreit, wird es unfruchtbäre, teure Zeit. Wie der Winter wird, kann uns ein Insekt verraten: Wenn die Ameisen im Juli- ihren Haufen höher machen, so folgt ein strenger Winter. Gesunder Humor und eine Binsenwahrheit enthält ein Spruch: Wer nicht fleißig rechen tut, wann die Bremsen summen, guckt gefälligst in den Hut, wann der Winter kummen. Die Schindelkappe In diesen Tagen hat man wieder Gelegenheit, die eigenartige Kopfbedeckung der auf den Feldern und Wiesen arbeitenden Riedbäuerinnen zu sehen. Sie wird im Volksmund einfach Schindelkappe genannt Sie besteht aus einem blütenweißen Voiletuch oder Kunstseide, dessen Vorderteil, doppelt genommen, so abgenäht ist daß in bestimmten Zwischenräumen Schindeln eingeschoben werden können. Die Schindeln kommen über dem Kopf zu liegen, während der hintere Teil des Tuches so weit frei herunterfällt daß es noch den Nacken der Trägerin bedeckt. Diese Kappe wird am Hals mit einem Band festgebunden. Sie ist sehr leicht und vor allem luftig und schützt durch den etwas vorstehenden Teil ausgezeichnet gegen Sonnenstrahlen. Durch den Wind und durch die Körperbewegungen der Trägerin beim Arbeiten bewegt sich das freie Tuchende ununterbrochen und spendet auf diese Weise angenehme Kühlung. Heber das Herkommen der Schindelkappe gehen die Meinungen auseinander. Die einen behaupten, sie sei ein Stück der alten Ried- tracht, die andern sagen, sie stamme aus dem Elsaß-Lothringischen und sei nach dem 70iger Krieg hier eingebürgert worden. Fünfte Apotheke in Offenburg ? Für und wider die Gewerbefreiheit der Apotheker Offenburg besitzt heute vier Apotheken. Wie wir erfahren, soll es noch eine fünfte erhalten. In diesem Zusammenhang sind die folgenden Ausführungen über das Für und Wider der Niederlassungsfreiheit der Apotheken auch für Offenburg von aktueller Bedeutung: „Wer eine Apotheke errichten, erwerben, verlegen oder sonst betreiben ■ will, bedarf dazu der Erlaubnis....“ Die Erlaubnis sei zu versagen, wenn nach Lage, Bevölkerungszahl, und Dichte nicht erwartet werden könne, daß die Apotheke eine nach den gesetzlichen Vorschriften geregelte, einwandfreie Arzneiversorgung für die Dauer garantieren könnet Das sind die entscheidenden Sätze aus dem Entwurf eines Bundesgesetzes über das Apothekenwesen, das von der Arbeitsgemeinschaft der westdeutschen Apothekerkammern mit dem Ziel einer Vereinheitlichung des Apothekenrechts im Bunde erarbeitet wurde. Das besondere Anliegen der Apotheker also, um das es bei dieser Rechtsvereinheitlichung vor allem geht — denn an sich ist das Apothekenrecht in Deutschland durch zahlreiche örtliche Privilegien und Rechtsnormen seit Jahrhunderten zerrissen wie kaum ein anderes Rechtsgebiet — ist die neuerliche Manifestie- rung des beschränkten Niederlassungsrechts, das im amerikanischen Besatzungsgebiet im Zuge der Herstellung der vollen Gewerbefreiheit durch Dekret der Besatzung beiseitigt worden war und das durch die gegenwärtigen Bemühungen der Alliierten um Ausdehnung der vollen Gewerbefreiheit auf das ganze Bundesgebiet auch in den Besatzungsgebieten der Franzosen und der Briten zu fallen droht. Die Argumente, die von den Apothekern für die Beschränkung der Niederlassungsfreiheit geltend gemacht wurden, verweisen vor allem darauf, daß der Apothekerstand nicht wie ein beliebiger Kaufmann dem schrankenlosen Konkurrenzkampf ausgeliefert werden dürfe, weil er neben dem Umsatz von Arzneierzeugnissen innerhalb der Gesellschaft soziale Aufgaben von hohem ethischen Gehalt zu erfüllen habe, die weit über den Rahmen des rein Kaufmännischen hinausgingen. Die Gegner einer Beschränkung der Niederlassungsfreiheit, als deren Wortführer der Chef der amerikanischen Entkartellisierungsabteilung, Henry Heymann, gelten kann, fordern das Verbot irgendeiner Beschränkung der Zahl der zu eröffnenden Apotheken, des Gebietes, auf dem die Apotheke arbeiten will, der Zahl der Apotheken, die eine Person zu führen denkt, sowie das Verbot jeglicher Be Schränkung der Freiheit in der Wahl des Niederlassungsortes. Sie sehen in der Einschränkung der vollen Niederlassungsfreiheit einen Versuch des Apothekerstandes, sich durch künstliche Beschränkungen der Zahl der Apotheken einen Einkommenstandard zu erhalten, der nicht der allgemeinen Verarmung des deutschen Volkes angemessen sei. Zudem meinen sie, daß die Eingliederung der vertriebenen Apo theker aus dem Osten, durch die Beschränkung der Niederlassungsfreiheit erschwert werde. Die Gefahr einer Qualitätsverschlech terung in der Arzneiversorgung erkennen sie nicht an. Vielmehr werde sich die Qualität gerade im Wettbewerb durchsetzen. Zudem sei die Masse der pharmazeutischen Erzeugnisse heute Markenware. Winzer müssen ihren Betrieb umstellen Das Staatliche Weinbauinstitut über den Ortenauer Weinbau In unserem Bericht über die auf Schloß Or tenberg geplante Weinbauversuchsanlage in der Samstag-Ausgabe teilten wir u. a. mit, daß auch das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg in Anbetracht der großen Bedeutung der Anlage für den badischen Weinbau und seine Zukunft seine Unterstützung zugesagt habe. Wir bringen heute den Wortlaut des Schreibens, das vom 26. Juni 1950 datiert und für alle Winzer von Interesse sein dürfte: „Die ständig zunehmende Gefahr der Reb lausverseuchung und die drohende Konkurrenz billiger Auslandsweine zwingen den deutschen Winzer zu einer völligen Umstellung seiner Betriebsweise. Auch der badische Winzer wird in Zukunft billiger produzieren müssen,, wenn er den kommenden Schwierigkeiten gewachsen sein will. Dazu ist es notwendig den Rebbau* zu modernisieren und die Arbeitsverfahren soweit als möglich zu vereinfachen und zu mechanisieren. Ferner müssen die überall noch vorhandenen Zufallsbestände an Reben durch bessere, erbmäßig ausgewählte Sorten ersetzt werden, die ertragreicher sind und die einen guten Wein bringen. In der Ortenau mit ihren verschiedenen Bodenarten und den vielfach unterbrochenen, meist steilen Rebanlagen wird diese Umstellung auf größere Schwierigkeiten stoßen als in anderen Gegenden des Landes. Es ist daher hier im besonderen Maße geboten, Beispielsoder Musteranlagen zu errichten, die dem Winzer als Vorbild dienen und in denen ihm die neuen Sorten und Arbeitsverfahren prak- Oiieu&utaet UtHSfknü Omnibusfahrt des Jugendbildungswerkes Am Sonntag, dem 13. Juli 1950, veranstaltet das Jugendbildungswerk Offenburg eine Omnibusfahrt von Offenburg nach Baden-Baden — Forbachwerke — Schwarzenbachstausee — Herrenwies — Allerheiligen — Offenburg. In Forbach wird das Werk, ebenso der Schwarzenbachstausee besichtigt. Während der Fahrt, die auch'einen Aufenthalt in Baden- Baden vorsieht, gibt Oberstudienrat Krumm, der die Omnibusfahrt leitet, geologische und landschaftliche Hinweise. Zur Einführung der Fahrt finden zwei Vorträge mit Lichtbildern statt. Der 1. Einführungsvortrag, bei dem gleichzeitig die Anmeldungen abzugeben sind, wird am 7. Juli 1950, 20 Uhr, im Physiksaal der Oberrealschule stattfinden. Der Fahrpreis für die Omnibusfahrt an der auch Erwachsene teilnehmen können, beträgt 4 DM. Mit dem Tanzzug an den Bodensee Zum ersten Mal in diesem Jahr verkehrt am 8-/9. Juli 1950 wieder ein Sonderzug mit 60 Prozent Fahrpreisermäßigung nach Konstanz. Der Sonderzug kommt von Mannheim und fährt am Samstagnachmittag (8. 7. 50) um 15 Uhr in Offenburg ab. Als Wagenpark wird der Gesellschaftssonderzug der Eisenbahndirektion Karlsruhe mit Tanzgelegenheit, Musikübertragung in allen Wagen und Wirtschaftsbetrieb eingesetzt. Die Quartiervermittlung für die Uebemachtun g in Konstanz am 8 . 19 . Juli 1950 erfolgt während der Hinfahrt des Sonderzuges durch Reisebegleiter. Uebemächtung mit Frühstück in Konstanz, die am S. Juli 1950 vormittags stattfindende Bodensee-Rundfahrt mit Besuch und Eintrittsgeld für die Insel Mainau kostet zusammen 7,— DM. — Fahrplan: 8. Juli 1950: Offenburg ab 15,00 Uhr. Hausach ab 15.50, Konstanz an 19.26 Uhr; 9. 7- 1950: Konstanz ab 16.45 Uhr, Hausach ab 20.31 Uhr, Offenburg an 21.08 Uhr. Auf Anschlußstrecken werden 50 Prozent Fahrpreisermäßigung gewährt. Fahrkartenverkauf erfolgt bei den Fahrkartenausgaben der Haltebahnhöfe und beim Reisebüro Offenburg, wo auch weitere Auskünfte eingeholt werden können. Das Angebot war größer Die Anfuhr an Obst und Gemüse beim letzten Wochenmarkt war besonders groß. Trotz der vielen Marktbesucher konnten die Verkäufer ihre Waren nicht alle absetzen. Es wurden folgende Preise festgestellt: Rotkraut —,20 bis —.25; Weißkraut —,10 bis —,12; Tomaten —,65; Rhabarber —,10; Erbsen -*-,30; Winterzwiebeln —,30; Gelbe Rüben —,20; Buschbohnen —,50; neue Kartoffeln —,15; Kopfsalat —,10 bis —,15; Kohlraben —,10; Gurken —,40 bis —.70; Rettiche —,05 bis —,08; Blumenkohl —,40 Ms —,60; Rahnen —,20; Wirsing —,12. — Obst: Pflaumen —,40 bis —,45; Johannisbeeren —,20 bis —,25; Stachelbeeren —,25; Kirschen —,15 bis —,25; schwarze Johannisbeeren —,35; Klara- Aepfel —,55; Himbeeren —,60; Pfirsich —,60; Heidelbeeren —,50. — Frische Landeier —,20. Lebhafter Schweinemarkt Dem Offenburger Schweine- und Ferkelmarkt am 1. 7. 1950 wurden 134 Ferkel und Läufer zugeführt. Der Höchstpreis betrug 140,— DM das Paar, der niedrigste Preis 76,— DM das Paar. Der Marktverlauf war lebhaft. tisch vorgeführt und erläutert werden können. Der Ortenberger Schloßberg ist sowohl durch seine Lage wie auch das Vorhandensein von genügend Räumlichkeiten und einem guten Weinkeller besonders für die Errichtung einer solchen Beispielsanlage geeignet. Es wäre daher für den Weinbau der Ortenau und des ganzen Landes von größtem Wert, wenn durch Bereitstellung der erforderlichen Mittel ein Weinbaumusterbetrieb auf Schloß Ortenberg eingerichtet werden könnte. Die Fachbeamten des Weinbauinstituts, in erster Linie der zuständige Weinbauinspektor Weißenberg, werden der Kreis Verwaltung bei diesem Vorhaben in jeder Weise zur Verfügung stehen.' Das Ende einer Schwarzfahrt Biberach (b). Schon wieder ereignete sich auf der Hauptstraße ein schwerer Verkehrsunfall Ein Arbeiter aus Gengenbach hatte mit einem Motorrad eine abendliche Schwarzfahrt, unternommen und fuhr mit seinem Kameraden, der ebenfalls ein Motorrad hatte, das Kinzigtal hinauf. An der unübersichtlichen Kurve von der Kinzigbrücke in die Hauptstraße winkte der erste Fahrer seinem folgenden Kameraden, verlor dabei die Herrschaft über sein Rad und übersah einen entgegenkommenden Pkw. eines Bruchsaler Brauereibesitzers. Der Zusammenprall war unvermeidlich. Mit schweren Schädel- und Knochenbrüchen blieb der Schwarzfahrer zwischen Auto und Motorrad liegen, der überdies nicht im Besitze eines Führerscheines war. Der entstandene Sachschaden ist verhältnismäßig gering, während der Verunglückte schwer damiederliegt. Betriebsausflug in den Sdiwarzwald Zell a.H. (s). Am letzten Donnerstag (Peter und Paul) unternahm die Belegschaft der Firma Gustav Burger, Forstbaumschulen, einen Betriebsausflug. Früh morgens ging die Fahrt im Reiseomnibus zunächst nach der Breisgaumetropole Freiburg, wo Gelegenheit geboten war, im Münster den Gottesdienst zu besuchen. Weiter führte der Weg durch das schöne Mün- Üertal nach dem herrlich gelegenen Wiedener Eick und von da aus zu einem der schönsten Gipfelpunkte des Südschwarzwaldes, dem Belchen; hier wurde eine kurze Frühstücksrast gehalten. Für wenige Minuten waren dort in der Feme die Schweizer Berge zu sehen-, um dann wieder in einem dichten Dunstschleier zu verschwinden. Durch Schönau und Hans Thomas Heimatort Bernau ging die Fahrt weiter über Menzenschwand — Schluchsee mit dem Ziel Titisee, wo eine längere Mittagspause gemacht wurde. Gegen Abend erreichte man über Schönwald — Schonach dann Oberprechtal; hier wurde im Gasthaus „Zur Gemeindesäge“ in geselliger Unterhaltung der Rest des Abends verbracht. Ein letztes Stückchen Fahrt, Elzach und Haslach wurden berührt, und schon tauchten die Lichter der Heimatstadt Zell wieder auf. Der glücklich verlaufene Tag war ein Beweis des guten Einvernehmens zwischen Betriebsleitung und Belegschaft. Ein besonderes Erlebnis war diese Fahrt für die im Betrieb tätigen Flüchtlinge, die dabei den schönen Schwarzwald zum erstenmal richtig kennen lernten. Waldfest der Musikkapelle Unterharmersbach (1). Die Musikkapelle Unterharmersbach veranstaltet am Sonntag, dem 13. August, im Wiesenwald ihr traditionelles Waldfest. Bei schlechter Witterung wird es um acht Tage verschoben. Ehrung verdienter Feuerwehrleute in Ortenberg Die Gemeinde beschafft 200 Meter neues Sdilaucbmaterial Ortenberg (s). Die Freiwillige Feuerwehr hielt am 29. Juni beim Hause Wunsch im Burgweg eine Hebung ab. Im Anschluß daran begab sich die Wehr in die Bahnhofswirtschaft, wo sich auch passive und Ehrenmitglieder zusammenfanden. Die Musik hatte sich ebenfalls dort eingefunden, um den Abend zu verschönern. Bei der Eröffnung des Abends konnte* Kommandant Buchert Kreisbrandmeister Becht, Offenburg, Bürgermeister Vollmer, den Ehrenkommandanten Glattfelder und weitere Gäste begrüßen. Kreisbrandmeister Becht gab einen Ueberblick über die Tätigkeit der Feuerwehr im Dienste am Nächsten, ihre Opferbereitschaft und ihren Einsatz in vielen Notfällen. Dies sei auch ein Grund, solchen Männern, die diesen Dienst freiwillig und uneigennützig schon Jahre lang versehen, Anerkennung und Ehrung zuteil werden zu lassen. Im Aufträge der Regierung überreichte er anschließend die Ehrenurkunden an: Franz Münchenbach, Maler; Josef Mattes; Franz Glattfelder, für 40jährigen Dienst in der Feuerwehr. — Ferner an Franz Kiefer („Zum Rebstock“), Johann Kaiser, August Harter, Albert Braun, Rudolf Vollmer, Josef Berg, Josef Münchenbach (Emil Sohn), Theodor Luchner, Franz Müller jun., Karl Berg, Landwirt, Karl Lang, Wilhelm Vollmer, Friedrich Herp, Theodor Bil- ger, Franz Buchert, Franz Sieferle, für 25jäh« rige Tätigkeit im Dienste der Wehr. Bürgermeister Vollmer, der in seinen Ausführungen die Tätigkeit der Wehr würdigte und anerkannte, teilte mit, daß von der Gemeinde 200 Meter neues Schlauchmaterial beschafft werden, da die alten Schläuche sehr mangelhaft und daher nicht- mehr voll einsatzfähig seien. Er sprach über den Sinn und die Bedeutung der Ehrungen und bedauerte, daß der zur Ehrung aufgerufene Karl Schwörer leider nicht mehr unter uns weilt. Ehrenkommandant Glattfelder dankte im Namen der Geehrten für die Anerkennung der Leistungen der Wehr durch die Regierung. An verschiedenen Ausrüstungsstücken, die im Lokal angebracht waren, erläuterte er die Entwicklung der Wehr. Wenn sich auch vieles gewandelt habe, so >ei doch der gute alte Geist geblieben, der sich bewähre, wenn es gilt, dem Nächsten zu helfen und sein Eigentum zu schützen.'Kreisbrandmeister Becht sprach noch über dienstliche Angelegenheiten, über Ausrüstung, Ausbildung von Jungmannschaften, Besuch der Feuerwehrschule in Freiburg usw. Musik und Gesang und eine schöne Unterhaltung hielten die Feuerwehrleute noch recht lange beisammen. Mit dem Motorrad in den Tod gerast Übermäßige Geschwindigkeit fordert im Lierbachtal ein Todesopfer Oppenau. (r) Am Freitagabend machte der bei den hiesigen Kanalisationsarbeiten beschäftigte Bauführer Helmer aus Bodersweier mit einer fabrikneuen BMW-Maschine eine kurze Probefahrt ins Lierbachtal. Er fuhr mit übermäßig hoher Geschwindigkeit und verlor in der Kurve hinter dem Nordwasserhof anscheinend die Gewalt über sein Kraftrad. Zwischen den Randsteinen hindurch fuhr er die steil abfallende, mehrere Meter hohe Böschung hinunter und blieb mit schweren Schädelbrüchen und sonstigen starken Verletzungen in einem unterhalb der Böschung hinführenden Graben liegen. Der Tod trat kurz darauf ein, ehe die rasch herbeigerufene ärztliche Hilfe zur Stelle war. Das Kraftrad raste noch etwa 15 Meter weiter und wurde völlig demoliert Der Verunglückte hinterläßt seine Frau mit drei unmündigen Kindern. Vom Pferd geschlagen Niederschopfheim, (b) An Peter und Paul wurde der Landwirt und Stiftungsrat Stefan Köhler von einem Pferde geschlagen, so daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Er wurde ins Krankenhaus Offenburg verbracht wo eine schwere Nierenquetschung festgestellt wurde. — Am 9. Juli wird unsere Musikkapelle unter der Leitung von Dirigent Alfred Möschle das Wertungsspielen ln der Mittelklasse in Altdorf mitmachen. Allzu früh gestorben Schutterwald (b). Kurz nach Vollendung ihres 48. Lebensjahres verschied im Offenburger Krankenhaus überraschend schnell Frau Emma Lipps geh. Oßwald. Der Tod dieser Frau ist umso tragischer, als ihr Mann schon im Jahre 1944 anläßlich eines Fliegerangriffes ums Leben kam und die Kinder, von denen eines noch minderjährig ist nunmehr auf sich allein gestellt sind. Wallfahrt des Mflttervereins Bohlsbach (1). Am vergangenen Donnerstag machte der Mütterverein mit einem Omnibus eine Wallfahrt nach Beuron im Donautal. Auf der Rückfahrt wurde auch in Triberg halt gemacht und die Wallfahrtskirche besucht Die Leitung lag in Händen von August Scfaink. Wie verlautet, soll dieselbe Fahrt am Sonntag, dem 9. Juli, nochmals zur Durchführung kommen. V Montag, 3. Juli 1950 Ottenburger Tageblatt Nr. 84 — Seite 10 Männerchöre in der Winzerhalle Erfolgreich verlaufenes Gemeinschaftskonzert des „Sängerbundes" Friesenheim und des Männergesangvereins „Eintracht" Rammersweier Rammersweier. Die Winzerhalle von Rammersweier erwies sich am Sonntag zu klein, um alle die Sangesfreunde zu fassen, die zu dem großen Konzert der vereinigten Männerchöre „Eintracht“ Rammersweier und „Sängerbund“ Friesenheim gekommen waren. Die „Concordia“ von Lahr, die eine Omnibusfahrt zum Ruhstein veranstaltete, war mit ihren zahlreichen Mitgliedern auf der Rückfahrt ebenfalls zum Konzert in Rammersweier gekommen. Bei allen genannten Vereinen ist Studienrat Richard Wagner Dirigent. Bei solchem Andrang war es nicht verwunderlich, daß man noch im Freien zahlreiche Tische aufstellen mußte. Der vortreffliche Rammersweie- rer Wein tat dabei ein fiebriges, die geradezu festliche Stimmung des großen Konzertes zu erhöhen. Zum Schluß der Veranstaltung dankte der Vorsitzende des MOV. „Eintracht" Rammersweier, Herr Eisenecker, allen die trotz der Hitze gekommen seien. Wir glauben aber, der Dank mußte eigentlich vom Publikum selbst her ausgesprochen werden, dafür nämlich, daß es trotz der Hitze einen so vorbildlichen und ln allen seinen Teilen so glänzend verlaufenen Gesangsnachmittag erleben durfte, der mit allerbesten Leistungen aufwartete. Wie Herr Eisenecker erklärte, hatte man das Programm in der Hauptsache ganz auf das „Dynamische“, das „Bewegliche“ abgestimmt, um ihm seine Frische zu erhalten. Das war recht und gut so. Aber es gab doch auch einige mehr lyrisch bestimmte Chöre, die deshalb nicht unaufmerksamer entgegen genommen wurden. War es nun, daß die Sänger an diesem Nachmittag in besonders guter Sangesstimmung waren, war es, daß sie ihre Stimmen zwischendurch mit einem guten Tropfen „ölen“ konnten, wir haben noch nicht oft einen so qualitativen Männergesang gehört. Nahezu alle Chöre, die zum Vortrag kamen, zeigten eine sehr schöne Ausgeglichenheit, waren von echtesten Empfinden getragen, atmeten den Geist einer ausgezeichneten Chorerziehung. Studienrat Richard Wagner ist einer vcn den Chordirigenten, die begriffen haben, worum es beim Männergesang überhaupt geht und zu ihm in innerster Beziehung stehen. Pflege des Männergesangs ist ihnen Gemüts- und Seelenpflege und zugleich Höherführung zum Aesthetischen und Geistigen hin, ist Kulturpflege aus dem Herzen des Volkes heraus. Man hatte bei diesem Konzert Gelegenheit die Güte beider Vereine nach Einzelleistungen hin und in der gemeinsamer» Leistung kennen zu lernen. Qualitative Schwankungen zugunsten des „Sängerbundes“ Friesenheim waren dabei schon durch die unterschiedliche Mitgliederstärke beider Vereine zu berücksichtigen. Friesenheim hat einen Sängerbestand von 90 und Rammersweier von 60 Mitgliedern. Das wirkt sich selbstverständlich auch beim Singen aus. Wie unverkennbar aber die einheitliche Chorerziehung im Insgesamten vorteilhaft .prägend sich auswirkt und zugleich eine kompakte Sängergemeinde schafft, zeigte sich bei den Darbietungen des Gesamtchors. Wenn man bedenkt, daß getrennte Proben stattgefunden haben und dabei trotzdem höchst geschlossene Leistungen errielt wurden, so ermißt man was die zielbewußte Chorarbeit eines Dirigenten bedeutet. Eine glänzende Einstimmung und Uebereinstimmung kam besonders bei den geläufigeren Chören zum Ausdruck. Mit sollst!sehen Einlagen warteten im Konzert die Offenburger Altistin Erika Jung und der Pianist Hans Elmar Weigel auf. Erika Jung sang zunächst zwei Schubertsche Frühlingslieder, bei den vor allem „Frühlingsglaube“ sehr fein ansprach. „Ungeduld“ wirkt durch eine Männerstimme vorgetragen vorteilhafter. Zwei Schumann-Lieder überzeugten nicht recht. Vor allem auch nicht vom Klavier her, an dem der talentierte Pianist Hans Elmar Weigel etwas weniger nervös und präziser begleiten konnte. Ausgezeichnet gefielen uns dagegen die beiden letzten Arien, die Erika Jung sang. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Konzert fand noch ein geselliger Sänger- nachmitta» mit Musik und Tanz statt. Die Lahrer „Concordia“ und der Mannergesangverein veti Zell-Weierbach traten dabei mit Vorzüglichen Darbietungen auf. Der Männergesangverein ..Eintracht“ von Rammersweier kann mit Befriedigung auf die erfolgreich verlaufene Veranstaltung zurück blicken. Gottesdienstordnungen Nordrarh. Dienstag (St. Ulrich, Patrozinium): 6.15 Uhr hl. Messe für Theresia Wild, geh. Prüderie; 6.15 Uhr hl Messe für Franziska Bendler, geh. Riehle; Schülergottesdienst, Zell a. H. Dienstag:. 6.15 Uhr hl. Messe für Jakob und Veronika Borho, Unterharmers- bach-Knoofholz; 6.45 Uhr Schülergottes- dienst mit Singmesse für Maria Anna Keller und Wilh. Lehmann, Unterharmersbach. Offenburger Tageblatt Chefredakteur: Adolf Kimmig Verantwoitlid) für Politik: Adolf Kimmig Kultur und Unterhaltung: Karl Gtes Badner Land und Sport: Herbert Buhlet Lokales: Dr. Alfred Gailer Landwirtschaft! Beilage: Walter Plchert Druck und Verlag: A. Reiff L Cie„ Offenburg Kur wer ihn kannte, weift, was wir verloren Der Herr über Leben und Tod nahm nach einem arbeitsreichen Leben und nach kurzer Kiankheit unerwartet meinen lieben guten Mann, unseren herzensguten Vater, Schwiegervater, unseren allerliebsten Opa, Schwager und Onkel Josef Jülg im Alter von 68 Jahren zu sich in die Ewigkeit. Urioffen, den 2 Juli 1950 In tiefer Trauer: Emma Jülg, geh. Becker, Friedrich Buttenmüller und Frau Elsa, geh. Jülg, und Kinder Friedrich Schneider und Frau Maria, geh. Jülg, und Kinder Franz Schmidt und Frau Johanna, geh. Jülg, \ und Kind. Die Beerdigung findet am 4. Juli, 17 Uhr, vom Tiauerhaus aus statt. QuatUdlss mül CerscR.Jültungetv Stepp- und Daunendecken Betten — Schlafdecken Paul Schweikerf, Offehburg Tel. 1890 — Friedenstr. 36 Beinschaden # offFo S . Flechten, Furunkel, und alle Wunden sind heilbar durch Busehsalba. In Apotheken erhältlich. Prosp. gratis d. Chem. lab. Schneider. Wiesbaden 1S2 Bettfedernreinigung jeden Donnerstag E. Tischer Offenburg, Hauptstr. 85 Telefon 1257 Nach Gottes heiligem Willen entschlief am 1. Juli 1950 nach kurzer Krankheit, unerwartet rasch, unsere liebe gute Mutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante Barbara v. Deschwanden wm. geh. Berger versehen mit den Tröstungen unserer heiligen Religion, im Alter von 83 Jahren. Offenburg, den 1. Juli 1950. Um stille Teilnahme bitten die Hinterbliebenen: Familie Christian v. Deschwanden, Familie Alfons v. Deschwanden, Familie Josef v. Deschwanden, Schwester Adelburga, Kloster Hegne Familie Paul v. Deschwanden, Basel und Anverwandte. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 4. Juli 1950, vormittags 10 Uhr, statt. Bekanntmachung der Stadt Offenburg Betreff: Festlegung des Teilbebauungsplanes im Gewann der „Eisernen Hand“. Dem Antrag de s Stadtrates vom 19. Dezember 1949 entsprechend, hat das Landratsamt Offenburg den Teilbebauungsplan für das Gewann „Eiserne Hand“ und die Nordseite der Alten Ortenberger Straße gemäß § 3 Absatz 8 des Bad. Ortsstraßengesetzes als festgestellt erklärt. ' Offehburg, den 29. Juni 1950. Oberbürgermeister. ledient sind Sie ia Polstermöbeln Ä," Matratzen - t*atentrBäte Schonerdechen Im Spezialgeschäft Albert Klein, Offenburg Friedrkhstraße 39 Wolle Stick- und Häkelgarne Badeartikel Polojacken Trikotagen Strümpfe Säuglingsart. Kurzwartn Kahlke Offenburg Friedenstr. 1 frlelabon ■MWIM D/FKK/GF HAUSFRAU WILLIMMFRZU M/R |Vr FURDFN FEINEN SWUH 5PLE NDI X-Edelsdiuhpflege reinigend, ledererhaltend. Glanz Verkaufsstellen: Offen bürg: Franz Sdiuppler b. Bahnhof Johanna Müller-Sdialler Schillerplatz 29 Gengenbach: Julius Bruder Leutkirchstiaße 47 Adolf Fahrländer Fuchs Wie Sehkraft Sfsto nötigen Augcng Hektroaeräte u. Installation Metigerstr.1 Telefon 1660 Anzeigen verpflichten! Kaufen Sie Optische Centrale daher bei HmftKderKftf unseren miäftlllMlffll Inserenten die Sie gut Lieferant der Kranken kauen bedienen! 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