ül Erscheint wöchentlich viermalig. Bezugspreis für den laufenden Monat DM 3.10 zuzüglich 30 Pf. Trägerlohn. Einzelnummer 30 Pf. Im Falle höherer Gewalt od. bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. tilteftes Heimatblatt ffic Stadt und Beuch Offenbucg Bnteioenblatt mit anerkannt guter Werbewirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenbur;. Zur Zeit ist dt« Anzeigenpreisliste Nr. 3 gültig. Druck u Verlag A. Reiff & Cie., Buchdruckerei, Offenburgräaden Geschäftsstelle: Offenburg, Kornstraße 10. Fernsprecher: Offenburg Nr. 1537 und 3134. Postschließfach Nr. 133. Postscheckkonto: Karlsruhe Nr 135 31. Nummer 163 Samstag, 18. November 1950 Ausgabe a 139. Jahrgang Neue Steuer auf Treib- und Schmierstoffe Bundesrat bringt Autobahnsteuer zu Fall—Treibstoffsteuer für Ausgleich des Bundeshaushalts Der Anfang eines „Steuerbuketts?" Es lebe Europa! Von Dipl. sc. pol. Hummel Delegierter zum Kongreß der Union Europeenne des Federalistes Bonn. Der Bundesrat billigte auf seiner Sitzung am Freitag ein Gesetz zur Aenderung des Mineralölsteuer gesetzes, das «Js Abänderungsvorschlag für den Regierungs- entwürf eines Treibstoffsteuergesetzes eingebracht wurde. Durch das Gesetz werden Treibstoffe, Schmierstoffe und Heizöle mit einer neuen Steuer belegt, die in ihrer Auswirkung den Liter Benzin mit zehn Pfennig und das Kilogramm Dieselöl mit sieben Pfennig belastet. Geeen den Entwurf stimmte lediglich Hamburg,- Bayern, Niedersachsen und Württemberg-Baden enthielten sich der Stimme. Die neue Steuer, über die der Bundestag noch beschließen muß, erstreckt sich auf Mineralöl, Steinkohlenteeröle, Schieferteer, Braunkohlenteer, Rückstände der Mineralöl- und Teerdestillation, Paraffin, Vaseline und Treibgas. Bestände an Mineralöl, die sich im Zeitpunkt des Inkrafttretens bereits beim Handel befinden, sollen nachträglich versteuert werden. Besondere steuerliche Vergünstigungen für privilegierte Verbraucher sind nicht vorgesehen, doch sollen für Hochseefischerei und Hochseeschiffahrt Zollfreilager eingerichtet werden, aus denen der Bedarf Steuer- und zollfrei bezogen werden kann. Als Berichterstatter über das vorgeschlagene Mineralölsteuergesetz erklärte der hessische Finanzminif ter Dr. Werner H i I pj* r t, daß JaU-snc-Ict. Bupdfi^ HFk amitMi.-FAKiMr* grün düng gab Molle'* dir im französischen Kabinett das Amt eines Europaministers innehat, Kohlenlieferung im November Für Hausbrand und Kleinverbi audier 1,39 Millionen Tonnen Düsseldorf. Das Bundeswirtschaftsministerium hat für den Monat November für die Hauptverbrauchergruppen die nachstehenden Lieferrichtmengen für Kohle festgesetzt: Bundesbahn 825 000 t, Kleinbahnen 30 000 t, sonstiger Verkehr 165 000 t. Kraftwerke eine Million t, Gas- und Wasserwerke 370 000 t, eisenschaffende Industrie 1,18 Millionen t, Hausbrand und Kleinverbraucher 1,3 Millionen t, Truonen 180 000 t, Berlin 220 000 t, Sowjetzone 20 000 t, übrige Industrie 1,82 Millionen Tonnen. Insgesamt sind somit für die Verteilung 7,12 Millionen t Kohle vorgesehen. Die Gruppe „übrige Industrie“ muß im Durchschnitt mit einer Unterversorgung von 20 bis 25 Prozent rechnen. Für die einzelnen Verbrauchergruppen sind dabei keine genauen Quoten angegeben. Der Bundeswirtschaftsminister beabsichtigt, einige Industrien innerhalb dieser Gruppe besonders pfleglich zu behandeln, bei anderen Gruppen könnte es möglicherweise zu der Notwendigkeit von vorübergehenden Einschränkungen der Arbeitszeit, zumindest aber zu einem Ausfall von bisher gefahrenen Doppelschichten kommen. sind nach Ansicht der Gesprächspartner ■ insbesondere noch beim Innenausbau möglich. Industrie und Handel wollen gegen Preiserhöhungen kämpfen Köln. Der Arbeitskreis der Konsumgüterindustrie im Bundesverband der deutschen Industrie und die Spitzenverbände des Groß- und Einzelhandels und der Konsumgenossenschaften beschlossen am Freitag, gemeinsam den steigenden Preistendenzen entgegenzutreten. Von den Vertretern aller beteiligten Verbände wurde betont, daß es Aufgabe eines verantwortungsbewußten Unternehmertums sei, alles daran zu setzen, die unvermeidlichen Auswirkungen der Preissteigerungen auf den Weltmärkten für den deutschen Verbraucher so erträglich wie möglich zu halten. In ständigen Kommissionen sollen gemeinsame Maßnahmen von Industrie und Handel untersucht werden. seinen Wünsch an. seine Freiheit der Meinungsäußerung voll zu e'halten. Zum Nachfolger Mollets wurde die holländische Delegierte Marga Klomp? gewählt; sie gehört der Katholischen Volkspartei an. Der Sozialist Mollet hat starke Meinungs Verschiedenheiten mit einigen seiner französischen Kollegen, besonders mit dem Aus schM^ifsitzStzÄen- George Bidault (MRP) und dem früheren Ministerpräsidenten Paul Pey- naud. die beide eine schnelle Verwirklichung der europäischen Einheit anstrebten. Mollet will hingegen um jeden Preis verhindern, daß Großbritannien an einer künftigen europäischen Union nicht teilnimmt Bei den jüngsten Debatten in de französischen Nationalversammlung hatte Mollet öffentlich erklärt, daß Europa ohne Großbritannien praktisch auf Frankreich. Italien und Deutschland beschränkt büche, wobei Deutschland der stärkste Partner wäre Geht Adenauer nach Paris? Paris. Der Verträgstext über die Bildung der Montan-Union zwischen den westeuropäischen Ländern, die dem Schuman-Plan zugestimmt haben, ist bis auf nicht mehr ent scheidende Einzelheiten fertiggestellt. Seine Unterzeichnung dürfte Mitte Dezember erfolgen. In Päris rechnet man damit, daß sich dazu die Außenminister Frankreichs, Italiens und der Beneluxländer und für die Bundesrepublik wahrscheinlich Bundeskanzler Dr. Adenauer Mitte nächsten Monats in Paris treffen. Da der Montanunions-Vertrag von den Parlamenten der beteiligten Länder ratifiziert werden muß, könnte er etwa im Frühjahr nächsten Jahres in Kraft treten. Fähre im Sturm gesunken Die Save forderte 94 Todesopfer — Nur ein einziger überlebender ? Baukostensenkung unerläßlich Bonn. Die Schwierigkeiten, die sich für die Durchführung der Bauvorhaben aus der angespannten Kohlenversorgung, den Lohnerhöhungen und gewissen Preissteigerungen ergeben haben oder wegen bevorstehender Kohlenpreis- und Frachterhöhungen zu befürchten siyd, wurden kürzlich von den Bundesministem Wildermuth und Prof. Erhard, dem Bundesbeauftragten für die Inlandskohlenversorgung, Dr. Martin Sogemeier, sowie Vertretern der Spitzenverbände der Bauwirtschaft und verwandter Industriezweige in einer gemeinsamen Aussprache eingehend erörtert. Alle Teilnehmer der Besprechung, auch die Vertreter der Baustoffindustrie und des Baustoffhandels, verurteilten die in einzelnen Fällen beobachteten Preissteigerungen. Die Vertreter der Verbände wollen ihre Mitglieder zu Preisdisziplin anhalten, damit die' Wohnungsbauvorhaben nicht durch Kostensteigerungen beeinträchtigt werden. Unvermeidbare und kostenmäßig bedingte Preiserhöhungen sollen durch Rationalisierungsmaßnahmen in ihrer Auswirkung abgeschwächt oder ausgeglichen werden Außerdem sollen verteuerte Baustoffe in geringem Umfang verwendet oder durch andere ersetzt werden. Solche Einsparungen Belgrad. Bei Orasje in Kroatien kenterte im Sturm eine Fähre auf der Save. 94 Personen kamen dabei ums Leben. In einigen Meldungen heißt es, es habe nur einen einzigen Heber- lebenden gegeben. Ueber die Ursachen des Unglücks melden Belgrader Zeitungen, der Sekretär des Volkskomitees von Orasje, Hasan Kisitsch, habe entgegen dem ausdrücklichen Abraten des Fährmannes darauf bestanden, daß das Schiff den Fluß überqueren sollte. Kisitsch wollte seine kranke Frau ins Hospital bringen. Er entging bei dem Unglück zwar dem nassen Tod, starb aber später zu Hause an Erschöpfung. Fast hundert Bauern mit Pferden und Wagen drängten ebenfalls trotz des starken Sturmes auf die Ueberfahrt. Als sich die Fähre auf der Mitte des Flusses befand, brach der Pfahl, an dem das Leitseil befestigt war. Durch den Sturm wurde das Schiff mit großer Geschwindigkeit flußabwärts getrieben und kenterte. Bisher konnten erst siebzehn Leichen geborgen werden. Starker Nebel an der Küste Hamburg. Dichter Nebel lag am Freitag über dem nordwestdeutschen Küstengebiet und behinderte den Verkehr und die Schifffahrt Auf der Elbe vor Wedel bei Hamburg stießen der 2409 Tonnen große Dampfer „Kaap- land“ der „South-Africa-Lines“ und das 449 Tonnen große Bremer Motorschiff „Fido“ zusammen. Auf der Unterelbe liegen seit Donnerstagabend 18 von Hamburg ausgelaufene Motorschiffe und Dampfer fest. Der dichte Nebel, der stellenweise nur eine Sicht bis auf 50 Meter zuließ und im Gebiet von Weser- Ems den Straßenverkehr ins Stocken brachte, löste sich Freitagnachmittag auf . Der Mörder von Gresgen ausgeliefert Waldshut. Nach langwierigen Verhandlungen haben die Justizbehörden der Ostzone den Jugendlichen H. Ludin der westdeutschen Gerichtsbarkeit übergeben. Ludin, der beschuldigt wird, am 5. August dieses Jahres den 12jährigen Helmut Grether aus Gresgen (Wiesental) auf bestialische Weise umgebracht zu haben, wurde in das Untersuchungsgefängnis Waldshut eingeliefert. Die Verhandlung gegen ihn wird in der nächsten Sitzungsperiode des Schwurgerichts Anfang 1951 stattfinden. Nach der Tat war Ludin, der auch unter dem Namen Trenk auftrat, zunächst unauffindbar, bis sich herausstellte, daß er in der Ostzone Zuflucht gesucht hatte. Zu viel Ereignisse von weltpolitischer Bedeutung sind in der letzten Zeit auf uns eingestürmt. die die Frage Europa überschatteten: Korea, Indochina, die forcierte Atlantikpakt- Politik Amerikas, die Frage eines deutschen Verteidigungsbeitrages,' die vor allem geeignet war, das Maß der innerpolitischen Verwirrung in Deutschland voll zu machen. Wer aber glaubt, daß deshalb die Bemühungen um ein geeintes Europa nicht weiter gegangen seien, der irrt, denn abseits vom Rampenlicht der Tagespolitik ist weiter gerungen worden. Wir wollen hier nicht auf die ma- Wegen des Buß- und Bettages am Mittwoch, 22. November, erscheint in der nächsten Woche unsere Zeitung am Montag, Dienstag, Freitag und Sapistag. geren Ergebnisse des Ministerkomitees in Rom Eingehen, wobei wir dennoch nicht übersehen dürfen, daß der Beschluß, die Einstimmigkeit in diesem Ausschuß aufzugeben, durchaus ein formaler Fortschritt, ist. Die nicht fortschrittlich eingestellten Außenminister. werden sich in Zukunft nicht mehr üarott~heransTT d e ir können, dnß Ihr englischer "" Kollege mit seinem Nein die auf Europa abzielenden Beschlüsse blockiert. Die fort- ■ schriftlichen kontinentaleuropäischen Kabinette werden bei ernstem Wollen England über> spielen können — gewiß ein beachtlicher Fortschritt in der Bürokratie des Europa- Rates! Den europäischen Völkern ist aber heute mit nur formalen Fortschritten nicht mehr gedient, sie verlangen einen Schritt grundsätzlicher Art, so etwas wie eine europäische verfassunggebende Versammlung, so etwas vielleicht — auf europäischer Ebene — wie die verfassunggebende Versammlung - der Paulskirche der 48er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Daß sie nicht dasselbe Schicksal erleide wie diese, liegt an uns. Wenn die Allzü-Bedächtigen, deren es in der Europa- Versammlung eine ganze Reihe, auch bei den deutschen Delegierten, gibt, meinen, die Zeit sei hierzu noch nicht reif, so müssen wir sie eines besseren belehren, wobei für sie als Entschuldigung nur dienen kann, daß sie die Stimmung des Volkes nicht genug kennen. Wenn sie heute noch abseits sieben, so nur, weil sie skeptisch sind, weil sie kein Vertrauen in die Regierenden haben. Das Beste für ihre Völker ist nun einmal Europa, aus dessen gezeichnetem Antlitz die Furchen der Grenzen verschwinden müssen. Wenn nun die offiziellen Delegierten im Europa-Haus wieder ihre Sitze einnehmen, so werden sie nicht allein' in Straßburg sein. Die politische und geistige Avantgarde, die 1948 in Den Haag die Regierungen zwang, den schwersten, nämlich den ersten Schritt auf ein geeintes Europa hin zu tun, die Bildung eines europäischen Rates zu vollziehen, wird sich zu derselben Zeit in den altehrwürdigen Mauern dieser Stadt versammeln. Vom 17. bis 19. November hält die UEF als intereuropäische Bewegung ihren Kongreß ab, gleichzeitig tagt der christlich-demokratische Europa-Verband, die Sozialistische Bewegung für die Vereinigten. Staaten von Europa, vom 20. bis 24. November der Europäische Aktionsrat und vom 24. bis 25. November das Komitee der europäischen Bewegung, das soeben seinen Sitz von London nach Brüssel verlegt hat, und an dessen Spitze kein Geringerer als Paul Henry Speak steht, der Präsident der Beratenden Versammlung des Europa-Rates. Eine recht beachtliche Konzentration d=>r Europa wollenden Kräfte, die nicht nur die Arbeiten des Europa-Rates un_- ter die Lupe nehmen werden, sondern auch die Bedächtigen und Zögernden in ihrer Entschlußfreudigkeit steigern wollen Die entscheidendste Bedeutung liegt zweifelsohne beim Europäischen Aktionsrat, der ein Aktionskartell der europäischen Bewegungen darstellt und von den Staaten, die auch dem Europa-Rat angehören, ln doppelter ^ Stärke beschickt wird, zusätzlich der Schweiz und Oesterreich sowie der Exilvertreter der Länder hinter dem Eisernen Vorhang. Die r Samstag, 18. November 1990 * Aktionsrat ist aus der begründeten Sorge \ entstanden, daß auch im November die Beratende Versammlung sich gegenüber dein Ministerkomitee nickt durchsetzen wird, was ohne Zweifel eine starke Enttäuschung bei der Jetzt schon kritischen Öffentlichen Meinung der kontinentaleuropäischen Völker aus- lösen würde. Man kteht mit Recht auf dem Standpunkt, daß eine Einigung Europas von der wirtschaftlichen Seite her über den Schumanplan zu lange Zelt braucht, die uns einfach nicht mehr gegeben ist, zu einer politischen Vereinigung. Ganz gleich, welche Ergebnisse der Europa-Rat zeitigen wird, wird der Aktionsrat die konkreten Mittel und Wege ausarbeiten, über nationale Wahlen und Volksabstimmungen die Parlamente zur Föderierung Europas zu veranlassen und gegebenenfalls aus direkten Wahlen eine europäische verfassunggebende Versammlung zu bilden. Die Probeabstimmungen in Breisach und Castrop-Rauxel und die italienische Kampagne für den europäischen Bundespakt sowie parallel laufende Aktionen in Frankreich waren nur Vorboten zu dieser neuen Initiative. Es geht jetzt darum, alle noch nicht genutzten parlamentarisch-demokratischen Mittel in den Bemühungen um Europa einzusetzen. Wir stehen damit wieder an einem Wendepunkt, denn es bedeutet nicht mehr und nicht weniger als den Abschied vom Straßburger Europa-Rat und die Hinwendung zu einem europäischen Parlament Das heißt nickt, daß der Europa-Rat aufhören sollte zu existieren, sondern es «bedeutet über das zögernde England hinweg und gegebenenfalls auch über Skandinavien im Rahmen des Europa-Rates die von uns schon lange ersehnte Kem- föderation zu schaffen. Beim Wiederzusammentritt des Europa- Rates wird der Aktionsrat sich in einem Manifest an die Völker wenden, das auf die Jahrhundertealte gemeinsame Kultur Europas hinweist und feststellt, daß im Bereich des Geistes sein Ansehen noch ungeschmälert ist und seine machtmäßigen Möglichkeiten, was Zahl und menschliche Qualität seiner Bevölkerung anlangt sowie sein wirtschaftliches Potential mit den ihm verbundenen Gebieten in Uebersee ihm die Rolle versprechen, die ihm auf Grund seiner Geschickte zukommt. Indem es die Tat fordert, schließt es mit den Worten: „Mitbürger, wir fordern euch auf, euch alle, die ihr nicht am Frieden, an eurer Freiheit, an der Zukunft eures Vaterlandes verzweifeln wollt tut uns euer Vertrauen kund, unterstützt unsere Aktion. Es lebe Europa!“ Gratifikationen bis Bundestag erhöht Weihnachtsbeihiüe fi ' burger Bonn. Der Deutsche Bundestag stimmte am Donnerstag den acht Empfehlungen des Straßburger Europarates zu, die den europäischen Regierungen die Aufstellung einer Europaaymee und die Verwirklichung des Sckumanplanes Vorschlägen. Für eine entsprechende Entschließung stimmten die Regierungsparteien CDU/CSU, FDP und Deutsche Partei, gegen den Beschluß wandten sich die Fraktionen der SPD und der DRP, die Bayernpartei. WAV, Zentrum und KPD enthielten sich der Stimme. Der Bundestag beschloß einmütig, daß die Bundesregierung die einmalige Weihnackt s- beihilfe für Hilfsbedürftige erhöhen soll. Nach dem Beschluß sollen die in einem Erlaß des Bundesinnenministers und des Finanzministers vorgesehenen Sätze von 15 Mark für Alleinstehende und 5 Mark für jedes hilfsbedürftige Familienmitglied auf 25 Mark und 10 Mark erhöht werden. Außerdem soll die Bundesregierung auf einstimmigen Beschluß des Bundestages ersucht werden, die Steuerfreigrenze für Weih nachts- u ;n d Neujahrszu- wendungen, die in der Zeit vom 15. November bis 15. Januar gezahlt werden, auf 200 Mark zu erhöhen; Anträge der SPD, der KPD und des Zentrums, die Freigrenze auf 300 Mark zu erhöhen, wurden abgelehnt Ein Kriegsdienst- verweigerungsgesetj Es gibt auch Einsatz ohne Waffe Bonn. Das Bundesinnenministerium bereitet zur Zeit ein Kriegsdienstverweigerungsgesetz nach Artikel vier des Grundgesetzes vor, nach dem niemand „gegen sein Gewissen“ zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden darf. In dem Gesetz soll ein Registrierungsverfahren für alle Kriegsdienstverweigerer vorgesehen sein. Noch ungelöste grundsätzliche Fragen zu dem Gesetz sollen ir,. Dezember in Besprechungen mit führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der Wissenschaft und der Kirchen geklärt werden. Wie Bundesinnenminister Dr. Lehr erklärte, soll mit dem Gesetz kein „Drückebürgergesetz“ geschaffen werden. Der letzte 200 DM steuerfrei Ir Bedürftige — Zustimmung zu Straß- Empfehlungen Krieg habe gezeigt, daß es auch genug Möglichkeiten für einen Einsatz ohne Waffen gebe. Er hoffe jedoch, daß das Gesetz niemals angewendet zu werden brauche. In der Schweiz aber strafbar Genf. Das Genfer Kriegsgericht verurteilte einen 23 Jahre alten Schweizer Soldaten, der weiteren Militärdienst verweigert hatte, zu drei Monaten Gefängnis. Der junge Schweizer, der bisher als guter Soldat galt, hatte den Militärbehörden seinen „Austritt aus der Armee“ mit dem Bemerken mitgeteilt, er habe den Appell Gottes vernommen. Der Verteidiger wies vor Gericht auf die idealistische Haltung des Angeklagten hin, der den Militärdienst aus Gewissensgründen verweigere. Hessische SPD will allein regieren Frankfurt. Der hessische SPD-Landes- und Bezirksvorsitzende, Bundestagsabgeordneter Wilii K not he, sagte am Freitag, es sei das Ziel seiner Partei, aus den hessischen Landtagswahlen am kommenden Sonntag so stark hervorzugehen, daß sie die neue Regierung allein bilden könne. Die SPD werde sich an einer eventuellen „Großen Koalition“ mit der CDU — wenn das Wahlergebnis es richtig erscheinen lasse — nur beteiligen, wenn ihre Wünsche nach Fortsetzung Intensiver Sozialpolitik angenommen würden. Drohbriefe für Verteidiger Falkenhiusens Brüssel. Eine „Widerstandsgruppe“ hat dem belgischen Verteidiger des Generals von Falkenhausen mit dem Tode gedroht, wenn er die Verteidigung fortsetzt. Auch der belgische Verteidiger Reeders wurde mit einer „Exekution“ bedroht Beim Verlesen der Drohbriefe erklärte der Vorsitzende des Militärgerichts, die Briefschreiber müßten als Verbrecher bezeichnet werden, wenn die Schreiben ernst gemeint seien. Er ermahnte die anwesenden Pressevertreter, bei der Berichterstattung über den Prozeß nicht ihre persönliche Meinung auszudrücken und die Angeklagten nicht vor dem Urteilsspruch schuldig zu sprechen. Die Presse dürfe die leichtgläubige Bevölkerung nicht aufwiegeln. Lebenslängliche Zuchthausstrafe im Pleil-Prozeß Neun vollendete Morde und ein Mordversuch konnten dem Massenmörder nachgewiesen werden Braunschweig. Nach «tägigem Prozeß verurteilte das Braunshweiger Schwurgericht den Massenmörder Rudolf Pleil und seine . Komplizen Karl Hoffmann und Konrad Sehüß- ler am Freitag zu lebenslänglicher Zuchthaus- strafe und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Mit diesem Urteil ist der bisher größte Mordprozeß der Nachkriegszeit beendet worden, den die Oeffent- lichkeit des In- und Auslandes mit Entsetzen verfolgte. Der 26jährige Pleil, der sich selbst den „besten Totmacher Deutschlands“ nennt und voll geständig ist erhielt die Strafe wegen 9 begangener Morde und eines Mordsversuchs. Der 36jährige Hoffmann hat nach den Feststellungen des Gerichts sechs Morde zusammen mit Pleil und einen Mord allein begangen. Bei dem 22jährigen Schüßler sah das Gericht zwei gemeinschaftlich mit Pleil ausgeführte Morde und einen Mordversuch als erwiesen Ohne Deutsche an. Alle Taten sind nach dem Urteil zusam men mit schwerem Raub und teilweise mit Unterschlagung begangen worden. , Die Mörder hatten sich für ihre Untaten das Zonengrenzgebiet ausgesucht wo sie sieh Inder Zeit von Anfang 1946 bis Anfang 1947 an alleinreisende Frauen heranmachten, deren Vertrauen erschlichen und sie dann umbrachten. Pleil befriedigte dabei seine sexuelle Anomalität. Von den elf ermordeten Frauen sind fünf unbekannt geblieben. Bei der Urteilsverkündung zeigten die drei Angeklagten kaum Bewegung Pleil nahm den Urteilsspruch vollkommen unberührt entgegen, widerrief aber — als das Gericht d^n Saal bereits verlassen hatte — einen Teil seiner Geständnisse und beauftragte seinen Rechtsanwalt, sofort Revision einzulegen. Er begründete seinen Widerrul damit, daß er von der Kriminalpolizei betrogen worden sei. (I) Einige seiner Mordtaten gab er Jedoch nach wie vor zu. ' Bto jetzt 24 Journalisten Verschleppt Berlin. Der Vorstand des Berliner Presseverbandes protestierte in einer am Freitag bekanntgegebenen Entschließung gegen die gewaltsame Entführung von Angehörigen des Journalistenverbandes. Es sei ein unerträglicher Zustand, daß die Berliner Rechtsordnung fortgesetzt durch terroristische Anschläge von Agenten eines totalitären Systems verletzt werde. Der Presseverband weist darauf hin, daß sich in den letzten Wochen in Berlin wieder die Fälle der vollendeten und versuchten Entführung gehäuft hätten. Mit der Verschleppung von zwei Journalisten in den letzten Tagen sei die Liste der entführten Journalisten auf 24 angewachsen, in anderen Fällen seien die Anschläge mißlungen. Es bestehe kaum ein Zweifel, daß diese Entführungen im Aufträge einer fremden Macht ausgeführt worden seien. Neues In Kürze Der britische Hohe Kommissar Sir Ivose Klrlt- patrick besuchte am Freitag den Kölner Ersbtschof Kardinal Frings. Bei dieser Gelegenheit hat Kardinal ^Frings dem Hohen Kommissar besonders das Schicksal der deutschen Gefangenen Im britischen Gefgngnis Werl (Westfalen) anempfohlen. Aue den Gebieten östlich der Oder-NetBe-Iinte trafen Umsiedler im Lager Friedland bei Göttingen ein. Sie kommen aus Oberschlesien, Pommern und Posen und sollen ln Süd- und Stidwestdeutsch- land untergebracht werden. Ueber die Gründe der Eisenindustrie für die der- seitigen Lieferungsverzögerungen erklärte der vorläufige erste Vorsitzende der Süddeutschen Eisenhandelsvereinigung (Sev) Direktor Grote, Frankfurt, lm Frühjahr seien die Bestellungen bei der Industrie sehr spärlich eingegangen, und die Industrie sei dadurch zu Exportverträgen gezwungen worden, die nun zu erfüllen seien. Der Mangel äs Feinblechen sei besonders spürbar, und hier seien die Folgen der Demontagen ln Erscheinung getreten. Das Bundesoberseeamt soll In Hamburg errichtet werden. Das Bundeskabinett bat am Freitag eine Verwaltungsanordnung darüber beschlossen und bestimmt, das das Bundesoberseeamt dem Bandee- verkehrsministerium unterstellt wird. Eowjetzonen-Staatspräsident Wilhelm Fleck Ist am Freitag zu einem vierwöchigen Kuraufenthalt in die Sowjetunion abgereist. Der SlcherheitsausscbuB der Alliierten Hohen Kommission entschied, daü die Waffen der Bereitschaftspolizei nur aus dem Ausland beschafft werden könnten. Damit wurde ein deutscher Vorschlag abgelehnt, die erforderlichen Waffen zumindest teilweise in der Bundesrepublik herzustellen. Am h. November wird der Fernschreibveikehr zwischen den Teilnehmern des öffentlichen deutschen Fernschreibnetzes und den Teilnehmern des Fernschreibnetzes der Radio-Corporation of America In New York und Washington aufgenommen. Zu diesem Dienst sind sämtliche Teilnehmer der beiden Netze zugefassen. Eine Fernschreibverbindung von drei Minuten Dauer kostet nach den USA 37,80 DM. Alle drei Landtagsabgeordneten der Demokratischen Partei des Saarlandes sind aus Ihrer Partei ausgetreten, wollen dem Landtag jedoch als parteilose Abgeordnete weiter angehören. Die Abgeordneten erklärten, daß Ihre Zusammenarbeit mit dem Landesvorstand der Demokratischen Partei des Saarlandes aus persönlichen und sachlichen Gründen unmöglich sei. Die Generalversammlung der Demokratischen Partei hatte vor einigen Monaten erklärt, daß sie in Opposition gegen die Regierung Hoffmann treten wolle. Großbritannien hat Jugoslawien zum Ankauf von Lebensmitteln und Verhrauchsgütem ein« Anleihe ln Höhe von drei Millionen Pfund Sterling (etwa 35 Millionen DM) gewährt. Amerikanischer Durchbruch Tokio. Amerikanische Panzertruppen haben am Freitag bsi mäßigem Frost in Nordost*- Korea die feindlichen Stellungen südlick von Kapsan durchbrochen und sind bis zu einem Punkt 36 Kilometer vor der mandschulischen Grenze vorgestoßen. M't dieser Offensive der 7. Division, die den Nordostteil Koreas Sb- schneiden soll, wurden chinesische und nord- koreanische Verbände aus gut ausgebauten Stellungen geworfen. Als die amerikanische Pan-ersrrtze zwei Gegenangriffe abgeschlagen hatte, fluteten d ? e kommunistischen Verbände nach Norden zurück. Die Amerikaner b'teben ihnen dicht aut den Fersen. Im rückwärtigen Frontgebiet müssen die UNO-Streitkräfte immer mehr Trutmen gegen die feindliche Güe- rillatät ! <*heit eirj'tzen. Durch die kommuni- stisdvm Partisanen sind außer der 25. amerikanischen Infanteriedivision ein amerikanisches Luftlanderegiment und philippinische Verbände gebunden. Streik für Mitbestimmung Düsseldorf. 130 000 Arbeitnehmer der Eisen- und Stahlindustrie werden in Kürze in einer Urabstimmung darüber entscke'den, ob sie für das Mitbestimmungsrecht die äußersten Kampfmittel einsetzen wollen. Die Industriegewerkschaft Bergbau wird voraussichtlich Ende November auf ihrem Verbandstag das gleiche beschließen. keine Verteidigung der Elbe Der amerikanische Generalstabscbef über Deutschlands Beitrag Proteste gegen Niemöller Versammlung in Berlin Dahlem mußte abgebrochen werden New York. Der amerikanische Generalstabs- ehef Omar Bradley erklärte am Freitag zur deutschen Rüstungsfrage: „Wir haben uns fünf Jahre lang mit aller Energie bemüht, Deutschland wieder zu vereinigen und den Deutschen zu Demokratie, Frieden'und dauernder Freiheit zu verhelfen Jetzt müssen wir dem deutschen Volk eine Möglichkeit geben, sich im Fall eines Angriffes auf die Westmähte selbst zu verteidigen. Es ist undenkbar, daß Franzosen, Engländer und Amerikaner zusammen mit anderen europäischen Nationen die Elbelinie verteidigen, ohne allen dadurch geschützten Völkern einschließlich der Deutschen, die Teilnahme an der Verteidigung zu gestatten.“ Bradley bezeichnete die deutsche Verteidigungsfrage als äußerst schwierig and äußerte die Hoffnung, daß der Militärausschuß und der Exekutivausschuß der Atlantikpaktstaaten eine Lösung finden, die für alle Paktmitglieder und für die Bundesrepublik annehmbar sei. „Die Ausdehnung unserer Verteidigungszone wird die Deutschen nicht so in den Pakt einbeziehen, däß ihnen alles vergeben ist und ihnen freie Hand gelassen wird. Nack meiner Ansicht wird ihnen aber mehr als bisher Gelegenheit gegeben zu beweisen, daß sie einen beständigen Kurs internationaler Zusammenarbeit mit den freiheitsliebenden Staaten ein- geshlagen haben.“ Die Voraussetzungen Man teuf fels WerL Der ehemalige Panzergeneral Hasse von Manteuffel nannte auf einer FDP-Kund- gebung in Werl vor rund tausend Menschen vier Voraussetzungen, ohne die kein verait- wortlicher Deutscher das Opfer des Eintritts in eine europäische Armee auf sich nehmen würde. Es sind dies 1. die Rückgabe der deutschen Kriegsgefangenen und der in Deutschland und im Ausland widerrechtlich Festgehaltenen; 2. die Ueberführung der sog. Kriegsverbrecher ln deutsche Verantwortlichkeit; 3. ausreichende Versorgung der Kriegerwitwen und -waisen, der Kriegsbeschädigten und der nicht arbeitsfähigen Berufssoldaten sowie 4. ausreichende wirtschaftliche Versorgung der Angehörigen der sog. Kriegsverbrecher Manteuffel fügte hinzu, daß man sich jedoch von allen distanzieren müsse, die wirkliche Verbrechen begangen haben. Scharfe Angriffe führte der ehemalige General gegen den Generalankläger im Nürnberger Prozeß, Prof. Kempner, an den er die Aufforderung richtete, sich möglichst schnell an die Front der kämpfenden UNO-Truppen in Korea zu begeben, „damit er uns aufklären kann, ob das neue Völkerrecht dort angewendet wird, das er in Nürnberg schaffen sollte“. Eine Politik des Friedens um jeden Preis würde Deutschlands Selbstaufgabe als Kulturvolk bedeuten. Nock 8700 Kriegsgefangene in Kiew Bad Hersfeld. Der über Oesterreich nach Hessen gekommene sudetendeutsche Hans Pet- termann berichtete im Heimkehrerlager Waldschänke bei Bad Hersfeld, daß im Kiewer Lager 7032/2 noch 1700 Kriegsgefangene gewesen seien, als er Kiew am 20. Oktober d. J. verließ. Darüber hinaus würden in anderen Kiewer Lagern noch 7000 ehemalige Kriegsgefangene festgehalten, meist Angehörige von Heimatvertriebenen oder holländische, Schweizer oder norwegische Staatsangehörige. Er sei nur entlassen worden, weil er sich als Oesterreicher ausgab. Berlin. Kirchenpräsident D. Martin Niemöller mußte einen Vortrag vor seiner früheren Berlin-Dahlemer Gemeinde wegen Protestrufen aus dem Zuhörerkreis abdrecken. Die Proteste ertönten unaufhaltsam, als N emöller behauptete, drß das amerikanische und das englische Volk in der Welt keinen anderen Nächsten kenne a’s sich selbst und sich nicht um die zwanzig Millionen Deutschen in der Sowjetzonenrepublik kümmere. Schon bei der Behauptung Niemöllers, auch den Franzosen sei es gleichgültig, wenn die SowjeÖBnenbevölke- rung „tot“ wäre, weil es dann weniger Deutsche gebe und sie deswegen ruhiger schlafen könnten, erhoben sich die ersten Proteste. Die Frankfurt. Der 28jährige Maschinenschlosser Heinrick Schmidt wurde am Freitag nach zweitägiger Verhandlung vom Frankfurter Schwurgericht wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub zu lebenslänglichem Zuchthaus und Aberkennung oer bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Schmidt hatte am 4. Oktober die 59jährige Frau des Frankfurter Kohlenhändlers Hameister in ihrer Wohnung mit einem Beil erschlagen. Ausgangspunkt der Tat war die. Liebe des Arbeiters zu einem Mädchen, das die Zuneigung nicht erwiderte. Schmidt machte dem Mädchen Geschenke, deren Wert weit über seine Einnahmen hinausging. Er unterschlug für 3000 Mark Kohlen seines Arbeitgebers und verkaufte sie an den Kohlenhändler Hameister. Als Schmidt eine Rate eines auf Ab- lung gekauften Plattenspielers nicht zah- konnte, drang er in die Wohnung der Ruhe konnte wiederhergestellt werden, als der K’rchenpräsident die Anwesenden bat, einen Choral zu singen. * Ueber die Vorfälle schreibt „Der Tag“, daß Niemöller versucht habe, Gegensätze zwischen evangelischer und katholischer Kirche aufzureißen. Es sei zu ernsten Entrüstungsrufen aus der Hörerschaft gekommen, und als Niemöller fortgefahren habe, die Engländer und Amerikaner haben außer sich selbst keinen Nächsten, sei ein Entrüstungssturm ausgebrochen, der auch nicht aufhörte, als Niemöller einen Choral anstlmmen ließ, um die Ruhe wieder herzustellen. Familie Hameister ein, um dort Geld zu stehlen. Er wurde von Frau Hameister überrascht und schlug mit einem Beil viele Male auf sie ein, nahm ihre Geldbörse mit 120 Mark an sich, kaufte von dem Geld Geschenke und ging zur Geburtstagsfeier des von ihm verehrten Mädchens. Wetterbericht Kräftiger Drudeanstieg führt zum Aufbau eines Ausläufers des Azorenhochs bis nach Süddeutschland hinweg. Die neuen atlantischen Störungen schlagen eine nördliche Bahn ein. Aussichten bis Montagabend: Wolkig mit zeitweiligen Aufheiterungen und ganz vereinzelt leichte Schauer. In Aufklärungsgebieten Nachtfrost bis zu minus 2 Grad; tagsüber Temperaturen bis zu 8 Grad über Null. Am Montag voraussichtlich neue Wetterverschlechterung. Aus Liebe zum Mörder geworden Samstag, 18. November 1950 Rofdiinas Waffenarsenal Von Dr. Rudolf Thels Die Bedrohung der Großkraftwerke am Yalu dem Grenzfluß Koreas mit der Mandschurei, durch die südkoreanischen und UNO-Truppen hat Peking alarmiert. Mao Tse Tung hat daraufhin seine Divisionen gegen die UNÖ-Trup- pen marschieren lassen, um die Gefahr einer Besetzung der Kraftwerke durch die Gegner abzuwenden. Dieser Schritt birgt Gefahren von unbekannter Tragweite in sich. Daß der rote Drachenthron ihn trotzdem unternahm, läßt erkennen, wie wichtig die Yalu-Kraft- werke dem Reich der Mitte sind. Sie versorgen die mandschurischen Industriegebiete mit Strom, die einzig wirklichen Industriegebiete Ostasiens. Ihre Existenz und ihre jetzige Leistungsfähigkeit verdanken sie den Japanern,' die ein halbes Jahrhundert lang erbittert um die Mandschurei gerungen haben. 1904 kam es zwischen Rußland und Japan, den beiden jungen, rivalisierenden Großmächten des Fernen Ostens, zum Krieg; er endete mit der Vernichtung der russischen Flotte bei Tsuschima. Im Frieden von Portsmouth wurde die Mandschurei geteilt. Der Norden, der an Sibirien angrenzt, wurde russische Interessensphäre, der Süden japanische. Für Rußland war der mandschurische Norden aus strategischen Gründen wichtig. Quer durch das Land, von Moskau über Irkutsk nach Wladiwostok, dem wichtigsten russischen Flottenstützpunkt im Fernen Osten, läuft die Transsibirische Bahn. Für Japan war der mandschurische Süden aus drei Gründen wichtig. Es brauchte seine fruchtbaren weiten Räume für seine Menschenüberschüsse, für die auf den japanischen Inseln kein Lebensraum war. Es brauchte die mandschurische Kohle und das mandschurische Erz. Systematisch begannen die Japaner nach 1905 die südliche Mandschurei zu unterjochen. Mehr und mehr geriet der chinesische Gene- ralgouvemeur der Mandschurei durch diese rührigste und tatkräftigste Volksgruppe seines Landes in die Botmäßigkeit Tokios. Auf Betreiben Japans erklärte er 1922 die Unabhängigkeit der Mandschurei. Die chinesische Zentralregierung zu Peking war zu schwach, um den Verlust dieser größten Schatzkammer des Reiches der Mitte zu verhindern. 1932 besetzten die Japaner die ganze Mandschurei und machten aus ihr das Kaiserreich Mand- schukuo, das 1934 feierlich proklamiert wurde. Der Exkaiser von China, Pu Yi, 1906 geboren, 1908 Kaiser von China geworden, 1911 gestürzt, bestieg unter dem Namen Kang The als erster — und letzter — Kaiser von Mand- sehukuo den Thron. Der erste Vertrag, den er Unterzeichnete, war der Staatsvertrag zwischen Mandschukuo und Japan. Mit ihm begann der japanische Aufbau und Ausbau der Mandschurei. Er war fieberhaft. 1907 noch hatte das Land 12 Millionen Einwohner. 40 Jahre später war diese Zahl um 500 Prozent gestiegen. Aus den 12 -Millionen waren 60 Millionen geworden. 1944 lebten in der Mandschurei 2 Millionen Japaner, 45 Prozent aller im Ausland befindlichen Söhne Nippons. Sie saßen in sämtlichen führenden Positionen des Heeres, der Verwaltung und der Industrie. Durch ihre unermüdliche Emsigkeit wurde die Mandschurei über Nacht zu einem hochmodernen Industriestaat. Die Söhne Nippons regulierten die Flüsse, zogen Staudämme, bauten Kraftwerke, Kanäle, Ueberlandleitungen und Schienenstränge von mehreren tausend Kilometern Länge, so daß Mandschukuo heute über 11 000 km lange Eisenbahnstrecken hat, das siebenmal größere China hingegen nur 13 000 km. Sie schürften in der Erde nach Kohlen, Erzen und Gelschiefer. Sie bohrten nach Erdöl und Erdgas. Sie stießen auf Kohlenvorkommen bester Qualität von 11,5 Milliarden Tonnen, Eisenerzvorkommen von 1,5 Milliarden Tonnen, und Gelschiefervorkommen von 7,6 Milliarden Tonnen. Sie begannen, diese bislang ungenutzten Schätze zu heben. Die Kohle liegt bei Fushun, Yendai und Penshiu stellenweise so dicht unter der Erdoberfläche, daß sie im Tagebau abgebaut werden kann. Die Förderung betrug 1949 weit über 30 Millionen Tonnen. In unmittelbaren Nähe der Zechen entstanden die Hüttenwerke der „Showa-Eisen- und Stahlwerke“ Sie liegen in Anshan, an der Bahnlinie Mukden—Dairen, und sie sind die größten und modernsten Hüttenwerke des außerrussischen Asiens. Weit in die Ebene von Mukden hinaus leuchten nachts die Feuer der Anshaner Hochöfen. Reiche Oelschiefervorkommen finden sich in der Provinz Jehol und im Gebiet von Fushun, wo die Kohlenlager von Gelschieferschichten in einer Mächtigkeit von 70 bis 120 Metern überlagert sind. Der Abbau erfolgt mit den Anlagen der Kohlenzechen im Tagebau. Aus dem Gelschiefer wird Gas gewonnen, Pechöl, Ammoniak, Schwefelsäure und Kalkstein. Drei große Hydrierwerke verwandeln die mandschurische Kohle in Benzin. Ihre Jahresproduktion belief sich 1947 auf 100 000 Tonnen. Das entspricht der gesamten gegenwärtigen Erdölgewinnung Deutschlands. An die mandschurische Schwerindustrie gliederten die Japaner eine lange Kette weiterverarbeitender Industrien an, Maschinen-, Waffen-, Werkzeugfabriken, Flugzeug- und Automobilwerke. Alle diese Gesellschaften . verzehnfachten innerhalb eines Jahrzehnts ihr Kapital. Mand- schukuos Bauxit- und Magnesitvorkommen gehören zu den größten der Erde. Dieses ganze, hochindustrialisierte Land fiel den Russen im Sommer 1945 durch Japans bedingungslose Kapitulation wie eine reife Frucht in den Schoß. In der Konferenz von Jalta wurde die Mandschurei China zugesprochen, aber Stalin erhielt freie Hand in ihr gegen die Verpflichtung, daß die Sowjetunion drei Monate nach Deutschlands Kapitulation in den Krieg gegen Japan eintreten würde. Für die russischen Divisionen war drei Monate nach Deutschlands Zusammenbruch der Einmarsch in die Mandschurei ein Spaziergang. Stalin hat die mandschurische Partie gegen Japan gewonnen. Unter dem Vorwand, die von Japan aufgebaute Kriegs- und Rüstungsindustrie zu demontieren, überführten die Sowjets 80 bis 90 Prozent der mandschurischen Schwerindustrie in die Hände russisch kontrollierter Gesellschaften. Nicht umsonst schlug Molotow sein Sekretariat in Miikden auf. Nicht umsonst bildete kurz darauf der Parteisekretär der Mandschurei, Gao Kang, die erste mandschurische Volksregierung. Nachdem die Industrie Koreas durch Born- Bonn. Vor dem Bonner Landgericht begann am Freitag die Verhandlung über den Antrag des ehemaligen Kulturreferenten im Bundesministerium Dr. Emil Ehrich, gegen den Deutschen Gewerkschaftsbund eine einstweilige Verfügung zu erlassen, damit das Weißbuch „Feinde der Gewerkschaften, Feinde der Demokratie“ nicht mehr vertrieben wird. Ehrich verlangt die einstweilige Verfügung, weil er sich durch das Weißbuch mit anderen Beamten der Bundesregierung als „Feind der Demokratie“ in die Gruppe der Personen eingestuft fühlt, die nach Auffassung des DGB „genau so gefährlich, wenn nicht sogar noch gefährlicher“ seien als jene Personen, die bewußt oder unbewußt im Auftrag Moskaus einer bolschewistischen Diktatur den Weg ebnen. Die Gewerkschaften hatten Ehrich angegriffen, weil er einmal Landesgruppenleiter der NSDAP in Italien war. Das Gericht vertagte nach fast fünfstündiger Verhandlung den Prozeß auf Freitag kommender Woche. Die Vertreterin Ehrichs, Rechtsanwaltin Dr. Schumacher, hatte zunächst auf die Entscheidung der Braunschweiger Spruchkammer hingewiesen, die Dr. Ehrich in die Gruppe der Entlasteten eingestuft hatte. Wenn dieser Entscheid rechtsgültig sei, dann seien die Angriffe des DGB eine Verleumdung. Zugleich bedeute das Vorgehen der Gewerkschaften den Versuch, die Artikel 33 des Grundgesetzes zu verletzen, die jedem Deutschen nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung gleichen Zugang zum öffentlichen Dienst verbürgen. Als „politischer Anwalt“ Ehrichs sprach der Bundestagsabgeordnete Dr. Hans Ewers (DP) dem Gericht das Recht ab, noch einmal die politische Vergangenheit Ehrichs aufzurollen; die Angriffe der SPD und des DGB seien rechtswidrig. Als Anwälte des DGB bestritten der SPD- Bundestagsabgeordnete Dr. Adolf Arndt und Dr. Feldmann das Rechtsschutzinteresse Ehrichs und die Rechtswidrigkeit der Angriffe des DGB. Dr. Arndt hielt den Vorwurf, Ehrich sei ein Feind der Demokratie aufrecht Er wies auf die Aussage Ehrichs im Wilhelmstraßenprozeß hin, daß viele Ideen des Dritten Reiches wert seien, auch in Zukunft nicht vergessen zu werden. Das berechtigte Interesse der Gewerkschaften an der Person Ehrichs sei aus den Satzungen des DGB herzuleiten, in denen die Sicherung der Demokratie ausdrücklich als Ziel verankert sei. * Man müßte die politische Lage, in der sich unser Volk befindet, völlig verkennen, wenn man erwarten wollte, daß sich ein neues Rechtsgefühl ausgerechnet an einem Fall entzünden sollte, in dem ein ehemaliger Nazi der Verfolgte ist. Aber wer dafür ficht, daß wir endlich aus der beharrlichen Politik des Pendelschlags heraustreten und nicht immer wieder Unrecht mit Unrecht vergelten, der wird die Ueberrundung des Spruchs eines Gerichts durch den Drude von Massenorganisationen auch dann mit Kummer registrieren, wenn der betroffene Mensch einmal Mitglied der benangriffe zerstört und durch die Front des Krieges niedergewalzt worden ist, sind die Anlagen von Anshan und Fushun die einzig leistungsfähige Schwerindustrie des asiatischen Festlandes, außer den Kombinaten Sibiriens. Die Mandschurei liefert dem Reich der Mitte alles, was für dessen wirtschaftlichen Aufbau und zu seiner Kriegführung nötig ist, Kohle und Strom, Stahl und Oel, Maschinen, Werkzeuge, Lokomotiven und Autos. Sie ist die gegenwärtige und zukünftige Kraftquelle des kommunistischen Chinas. Aber der Kreml kann bestimmen, wie groß oder wie klein die Kraft ist, die aus dieser Quelle fließt. NSDAP und Inhaber einer Funktion dieser Partei gewesen ist — vorausgesetzt freilich, daß er sich dabei weder kriminell verging, noch politisch schwer belastet oder menschlich schuldig wurde. , Der frühere Legationsrat Dr. Ehrich, ein ehemaliger Nationalsozialist, war von Bundesminister Heinrich Hellwege ins Ministerium für die Angelegenheiten des Bundesrats berufen worden. Da er in der Auslandsorganisation der NSDAP tätig gewesen war, kam es darüber immer wieder seitens der SPD und des Zentrums zu Angriffen gegen die Personalpolitik Hellweges. Auch im Bundestag wurde von der politischen Linken scharfe Kritik an der Uebernahme Dr. Ehrichs geübt. Im Zusammenhang mit diesen Angriffen wendete sich Minister Hellwege mit einem Auskunftsersuchen an den Vorsitzenden der Spruchkammer, durch deren Einstufungsbeschluß die rechtlichen Voraussetzungen für die Wiederbeschäftigung des ehemaligen Legationsrats gegeben waren. Der Vizepräsident des Oberlandesgerichts Braunschweig, Dr. Friedrich- Wilhelm Holland, erwiderte u. a: „Ich erinnere mich des Entnazifizierungsverfahrens des Herrn Dr. Ehrich noch genau, und es freut mich zu hören, daß er in Ihrem Geschäftsbereich wieder Verwendung gefunden hat. Ich führte den Vorsitz in der Entnazifizierungsverhandlung. Nach den Angaben im Fragebogen mußte die politische Belastung im ersten Augenblick als schwer angesehen werden. Der Verlauf der Verhandlung gab jedoch ein außerordentlich günstiges Bild seiner politischen Tätigkeit und seiner charakterlichen Einstellung. Er suchte nichts zu verheimlichen und zu vertuschen, sondern erklärte offen, daß er in jungen Jahren aus idealistischer Ueberzeugung zum Nationalsozialismus gestoßen sei. Er brachte auch Beweise dafür, daß seine Tätigkeit bei den Auslandsorganisationen der Partei wesentlich anders zu beurteilen sei als bei den Parteiorganisationen des Inlands. Die vorgelegten Zeugnisse einwandfreier Persönlichkeiten über seine Haltung während seines Aufenthalts in Paris und Rom ließen alle formellen Bedenken gegen seine frühere politische Einstellung zurücktreten. Ich habe in der Begründung meiner Entscheidung dann auch zum Ausdruck gebracht, daß der Ausschuß sich wegen der charakterlichen Anständigkeit und der immerhin anerkennenswerten Bedeutung seiner Persönlichkeit über formelle Bedenken hinweggesetzt habe. Der Ausschuß war der Ansicht, daß eine solche Kraft, wie Herr Dr. Ehrich sie nach der Ueberzeugung des Ausschusses darstellt, für die Zukunft unseres Vaterlandes nicht brach liegen bleiben dürfe. Der öffent- siche Kläger schloß sich offensichtlich dieser Ansicht an, denn ein Rechtsmittel ist m. W. gegen unseren Entnazifizierungsspruch nicht eingelegt worden. Ich würde es bedauern, wenn aus der politischen Vergangenheit des Herrn Dr. Ehrich irgendwelche Schwierigkeiten jetzt noch entstehen würden, und ich würde es begrüßen, wenn es Ihnen gelänge, Herrn Dr. Ehrich in Ihrem Geschäftsbereich weiterbeschäftigen zu können.“ „katee" du Sfäepetaffäu Am 14. wurde vor dem sogenannten „Spiegels- Untersuchungsausschuß der frühere Sekretär dee tödlich verunglückten Generalsekretärs der Bayem- partel Dr. Falkner, - Friedrich B a u m a n n, ala Zeuge vernommen, der die berühmten Gedächtnis- Protokolle Baumgartners an die Presse weitergegeben hatte. Er berief sich darauf, gewissermaßen einen „moralischen Auftrag“ der Parteileitung vorausgesetzt zu haben. Da er in der vorigen Woche entlassen worden ist, bezeichnete er sich als das eigentliche „Opfer“ der ganzen Sache, das den erregten Parteimitgliedern „als Fraß“ hingeworfen worden sei. — Unser Bild zeigt Baumann, der den Verhandlungsraum verläßt. Kinddrbriefe an den Weihnachtsmann Kopenhagen. Kinder in der ganzen Welt, besonders in England, glauben, daß der Weihnachtsmann auf Grönland wohnt. Im vorigen Jahre erhielt die Grönlandverwaltung in Kopenhagen Tausende von Kinderbriefen zugestellt, die an den „Weihnachtsmann in Grönland“ adressiert waren. Eine freundliche Dame beantwortete diese Briefe; als ihr das zuviel wurde, übernahm der Dänische Fremdenverkehrsverein diese Aufgabe. Jetzt liegen bei der Kopenhagener Post bereits zwanzigtausend Briefe an den Weihnachtsmann, und man rechnet damit, daß sie bis Weihnachten auf hunderttausend anwachsen werden. Um die Kinder nicht zu enttäuschen, will der Fremdenverkehrs verein auch in diesem Jahre jeden Brief einzeln beantworten und der Antwort ein Märchen von H. C. Andersen auf englisch und ein Bild von Grönland beifügen. Begegnung zwischen Dschungelmädchen und Mutter Singapur. Zum ersten Mal nach acht Jahren sah das dreizehnjährige Dschungelmädchen Bertha, jetzt Frau Abibi, am Mittwoch seine Mutter wieder. Frau Adeline Hertogh war au« Holland nach Singapur gekommen, um dort den Kampf um ihre Tochter fortzusetzen, die sie 1942 bei der japanischen Invasion auf Java einer malaiischen Pflegerin übergab, die inzwischen einen mohammedanischen Lehrer geheiratet hat. Bei dem Wiedersehen kam es zu einem Streit zwischen Mutter und Tochter. Bertha sagte: „Warum bist du hergekommen? Ich habe Sorgen genug. Ich werde meinen Mann niemals verlassen. Ich kann dich nicht lieb haben, weil du mich als Kind fortgegeben hast.“ Die Mutter konnte ihrer Tochter nur einen flüchtigen Kuß stehlen und verließ weinend das Haus. Explosion in kanadischem Hotel Leduc. Bei einer Explosion in einem Hotel kamen in der kanadischen Ortschaft Leduc sechs Personen ums Leben. Problem Nr. S G. Bernhardt, Frankenau (Urdruck) Matt in 3 Zügen KontrolUtellung: Weiß: Kg4, DcS, BhS, gl. e7 und dT. Schwarz: KhS, LfS. SdS. • Sei, Bh7 und c7. Auflösung folgt in unserer nächsten Schacheike. duuk HchsuIoU ans du Isoiietunf /York , (*) y TjRio de u? '(O/^on/eyideo m\tsao Als Dr. Schlange-Schönlngen lm Mal seine Arbeit ala deutscher Generalkonsul ln London aufnahm, wurde dies von der in- und ausländischen Oeffentlichkeit als ein Ereignis von Bedeutung registriert und gewürdigt. Seitdem hat die Bundesrepublik das Netz dieser halb-diplomatischen Vertretungen im Ausland ständig erweitern und ausbauen können. — Unsere Karte zeigt, wo die deutschen Konsulate bereits arbeiten, welche im Stadium der unmittelbaren Vorbereitung oder des Aufbaus sind und wo weitere derartige Missionen geplant sind. In absehbarer Zeit wird die Bundesrepublik bei insgesamt 35 Nationen der fünf Kontinente vertreten sein. Der Fall des Legationsrats Ehrich War der Kulturreferent im Bundesratsministerium ein «Feind der Demokratie ?' Kummer 169 DAS NEUE BUCH Samstag, 18. November 1950 Das revidierte Bachbild Hinweis auf ein neues Werk über Johann Sebastian Back Argonautenfahrt Elisabeth Langgässer: MÄRKISCHE ARGONAUTENFAHRT Claassen-Verlag, Hamburg (412 S.) Die Dichterin de« „Unauslöschlichen Siegel“ spricht in der „Märkischen Argonautenfahrt“ als Vollendete zu uns. Kurz nadidem^ie die Feder von diesem erregenden Epos der Zeit weggelegt hatte, vielleicht nur, um vor der Bannung neuer Gesichte eine Weile auszuruhen, zog der Tod einen Schlußstrich unter ihr Leben, Wollen und Wirken. „Wohl den Toten..., die kein Grabmonument verhindert, aus der Tiefe zurückzukehren. Aus der Tiefe der Erde, der Tiefe der Seele, die ihr Gedächtnis bewahrt („Märkische Argonautenfahrt“, S. 163). Elisabeth Langgässers letzter Roman begleitet eine Schar Menschen, die sich aus den Trümmern de* von den Russen besetzten Berlin zu gemeinsamer Wanderung nach dem Kloster Anastasiendorf in der südlichen Mark zusammenfinden und auf dieser „Argonautenfahrt zum Goldenen Vliess“ stellvertretend für alle die reden, handeln und leiden, die in millionenfacher Zahl in gleicher Schuld und Schicksal unter dem Gericht dieser Zeit stehen. Es wird mancherlei erlebt auf und neben diesem Wege an lastender Gegenwärtigkeit und rückgewandter Erinnerungsschwere — und es wird viel gesagt zwischen denen, die auf dem Wege sind. Kluge und wilde Worte werden gewechselt, hoffnungsarme und getroste, zynische und gläubige. Die Abbilder des Lebens in den Gedanken und Reden der Menschen und die dichterische Aussage sind oft von mystisch- sinnlicher Glut, geheimnisvoll - unheimlicher Düsternis, ja fremdhafter Abgründigkeit — aber es geht doch immer um die letzten Dinge, und das Ziel ist, ehe es erreicht wird, schon über dieser „Fahrt der Arge“, es ist versinnbildlicht in dem Namen des äußeren Endpunktes de« Reise: Auferstehungskloster... „Klio wird überhaupt nichts mehr schreiben. Verlassen Sie sich darauf... Sie wird sich ein paar Gedächtnishilfen und einige Fußnoten machen zu ihrem eigenen Gebrauch. Den Brotpreis. Die Notierung von Dollar oder Pfund. Keine Hymne. Keine Anabasis mehr.“ „Aber vielleicht ein Gebet, sagte Irene still“ —: In solchem Wort eines Menschen auf dem Wege läßt Elisabeth Langgässer die Gnade aufleuch- ten mitten im Gericht der Welt... Ländliches Jahr Benno von Mechow; DAS LÄNDLICHE JAHR P. Keppler-Verlag, Baden-Baden (389. S.) Im 81. Tausend wird hier das bekannte epische Werk von Mechows neu vorgelegt, das vor dem Kriege viele Freunde gewonnen hatte. Die gesunde Geisteshaltung dieser ländlichen Menschenwelt erfrischt und ermutigt, wenn man im Dschungel der Nachkriegsliteratur in die Irre gegangen sein sollte. Der Segen der Erde, der Mythus der Landschaft, wird wie in den großen nordischen Romanen auch hier zur Melodie des Menachenweges. Das im besten Sinne männliche Buch wird sicherlich auch in der inzwischen neu herangewachsenen Lesergeneration Anteilnahme erwecken. Die Erzbischofschrift Hans Grimm: DIE ANTWORT EINES DEUTSCHEN (DIE ERZRISCHOFSCHRIFT) Plessse-Verlag, Göttingen. 11.—18. Tausend Man findet schwerlich ein Wort, das die Innere Plattform der „Erzbischofschrift“ von H. Grimm treffender zeichnet als die Anfangsschrift der „Anatomie des Friedais“ von Reves: „Nichts kann das wahre Bild der Zustände und Ereignisse dieser Welt mehr verzerren, als im eigenen Land das Zentrum zu erblicken und alle Dinge nur in ihrer Beziehung zu diesem unverrückbar festen Punkt zu sehen.“ Hans Grimm nimmt den heute gewiß hochmütig klingenden „Aufruf des Erzbischofs von Canterbury an das deutsche Volk“ aus dem Jahre 1945 zum Anlaß, eben so anmaßend als der Deutsche schlechthin dem englischen Volk die Gegenrechnung zu präsentieren. Eine Gegenrechnung, die die Politik der letzten fünfzig Jahre zwischen Deutschland und England so einseitig verzerrt, daß am Ende aus dem erzbischöflichen Kollektiv-Schuldspruch des Hitlerreiches ein kollektiv gänzlich unschuldiges, seit Jahrzehnten von England mit Mißtrauen, Argwohn und Gehässigkeiten verfolgtes und schließlich mit Krieg überzogenes Deutschland wird. Von dieser Plattform aus gesehen ist selbstverständlich alles richtig, was Hans Grimm sagt. Und man könnte die Antwort irgend eines Deutschen an irgend einen anglikanischen Erzbischof mit bedauerndem Achselzucken, seine Zeit verschwendet und auf 232 Seiten nichts Positives gelesen zu haben, aus der Hand legen. Aber Hans Grimm ist nicht irgendwer. Weit davon entfernt, einen konstruktiven Plan aufzuzeigen, rührt dieser Mann in demagogischer Verkennung seines Dichterauftrags an Dinge, die uns alle schmerzen, für die wir aber lieber einen Ausweg wüßten als noch mehr an sie erinnert zu werden. Das Bachjahr hat auch die Bach-Literatur neu befruchtet Ob immer zu ihrem Nutzen sei dahingestellt Eines der interessantesten neuen Bachbücher ist zweifellos aber das von Gotthold Frotscher und Kurt Lamerding ins Deutsche übersetzte Werk des Franzosen Frangois Florand O. P. „Johann Sebastian Bach. Das Orgelwerk“, erschienen im Werk- Verlag KG Frisch & Pemeder, Lindau. Es ist eine Zusammenfassung von kommentierten Vorträgen, die der Verfasser bei einem Bach- Zyklus des Organisten Marcel Duprä gehalten hat. Eine große Bewunderung für Bachs Genie, eine erstaunliche Kenntnis seines Wesens und Werkes verbinden .sich bei ihm mit einer kritischen Schau, die ebenso wach, lebendig und unbestechlich ist Florand setzt sich mit dem üblichen Bachbild auseinander und sucht den großen Meister der abendländischen Musik für unsere Zeit neu zu sehen. Er setzt eine scharfe Sonde an, die auch bekannten Bachbiographen und -Interpreten zu Leibe rückt. Selbst ein Philipp Spitta, der freilich schon längst nicht mehr ganz unumstritten ist, aber noch immer gleichsam als der „Meisterbiograph“ Bachs gilt, hält dieser Kritik nicht stand. So sehr auch der hohe Wert von Spittas Werk in der Zusammentragung des Stoffes anerkannt wird, so sehr wird aber die kritische Behandlung dieses Stoffes angegriffen, seine Anordnung lasse unbefriedigt In den beiden Bänden müsse fast alles, vom einfachen Gesichtspunkt der Quellenprüfung wie der Bewertung der Dokumente, wieder aufgenommen werden. Beklagenswert sei an ihm das Eindringen des Literarischen und „eines gewissen künstlerischen Impressionismus“ in die Analyse des Werkes. Auch die bekannten Werke von Pirro und Schweitzer befriedigen Florand nicht. Dem schlechten Vorbild Spittas verdankten sie trotz guter Lösungen im einzelnen das schließliche Mißlingen ihrer Absichten. Der gelehrte Dominikaner spricht von einer Bach-Legende, die unablässig das Urteil der Historiker und Kritiker beeinflusse. Er schreibt: „Im besten Glauben hat man Bach allmählich die Attribute Gottvaters beigelegt: die Allmacht, die Unermeßlichkeit, die Majestät, die Ewigkeit, die Unberührbarkeit Man hat ihn großartig damit bekleidet und alle etwa einschränkenden Vorstellungen durchaus beiseite geschoben, namentlich was Wandelbarkeit und persönliche Fehler arfeeht. War man Deutscher und Heide wie Wagner? Man machte einen heidnischen und deutschen düster gotischen“ Gott aus ihm (Tiersot: Bach). Bei uns kleidet man ihn, wenn man nicht zu klerikal erscheinen wollte, in das Gewand des olympischen Jupiter — eines Jupiter ohne Leidenschaften verstehe sich. Zum allermindesten machte man aus ihm eine unerschütterliche Riesengestalt, eine „Kolossalstatue“, wie Widor sagte.“ Florand kommt auf das Bildnis Bachs von Haußmann zu sprechen, „das mit großer Wahrscheinlichkeit lebensgetreu ist“. Es zeige gleichsam den Menschen Bach. Instinktiv habe man die Deutung des wahren, doch so sprechenden Bildes vermieden. Bachs Lebensbild enthalte alle Züge eines sehr „menschlichen Menschen“ mit all den Eigenschaften, die sich als schärfste Gegensätze zur übermenschlichen Erhabenheit denken lassen. Geht es hier darum eine große Gestalt zu verkleinern? „Es geht im Gegenteil darum, ans Licht zu rücken, was uns von wesentlicher Bedeutung erschien: die vollkommene Lauterkeit eines Schaffenden inmitten des menschlichen Getriebes, inmitten rastlosen Ringens um Vervollkommnung, um Ueberwindung der Leidenschaften und der hartnäckigsten inneren Widerstände.“ In gescheiten Worten kommt Florand auf Bachs Werk anhand der DuprSsehen Orgelabende zu sprechen. Der lyrische Musiker Bach, seine „dienende" Kunst, der Virtuose, der Mystiker, der Meister des Ausdrucks kommen tiefgründig zu Wort. Aus allem spürt man den Kenner, den Erforscher des großen Meisters, vor allem aber auch den ehrfürchtigen Bewunderer, den Liebenden, heraus. Es ist ein Buch voller Anregungen, das zuweilen wie mit einem hellen Blitzstrahl in Urgründe hinableuchtet. KG Ein Kriegsroman Robert Merle: WOCHENEND IN ZUIDCOOTE Biederstein Verlag, München (273 S.) Der Kriegsroman des Franzosen Rob. Merle löste schon vor seinem Erscheinen in Deutschland ähnliche Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten aus wie sein amerikanischer Bestseller-Kollege „Die Nackten und die Toten“. Beide haben viel Gemeinsames, nicht zuletzt die offene,, hemdsärmelige Sprache, die nun mal zu dem Milieu des Soldaten gehört Aber während Maliers Roman auf den nur schmalen Raum einer Pazifikinsel beschränkt bleibt, beschränkt sich Merle auf den schmalen Zeitraum eines Wochenendes. An einer Episode zeigt er die Sinnlosigkeit unseres Daseins. Ein junger Soldat, dessen Pazifismus bi« zum Defaitismus reicht und der das Töten im Kriege auch als Mord und unentschuldbar nennt, wird durch die Umstände gezwungen, zwei Soldaten der eigenen Armee zu erschießen, weil sie sich an einem jungen Mädchen vergehen. Und als das Mädchen ihrem Retter das anbietet, was sie den beiden anderen Männern verweigerte, glaubt er darin nichts anderes als das uneigennützige Bestreben der Hauseigentümerin zu erkennen, die ihren Besitz schützen will, indem sie sich dem Retter hingibt. Er stößt sie zurück. Aber als sie sich nun enttäuscht und angeekelt von ihm lösen will, packt ihn die Begierde — er vergewaltigt das Mädchen und macht das illusorisch» was er vorher aus Menschlichkeit tat: er wird zum nachträglichen Mörder. Es ist, als wolle Merle mit dem menschlichen Symbol, das er in dieses Tat gibt, die offene Sinnlosigkeit des ganzen — und jeden Krieges darstellen. Was zuerst wie Wahrung der menschlichen Würde aussehen mag, wird nachher durch die eigenen Untaten zum Verbrechen. Wenn man es so verstehen kann, hat das Buch eine Aufgabe. Es wurde mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Perpetua Wilhelm v. Scholz: PERPETUA Paul List-Verlag, München (437 S.) Der Dichter erzählt das Schicksal zweier Zwillingsschwestem aus dem spätmittelalterlichen Augsburg, von denen die eine hochbetagt als Aebtissin eines berühmten Klosters starb, während die andere in jungen Jahren als Hexe auf dem Scheiterhaufen endete. Der Dichter' ist den seelischen Hintergründen seiner beiden ' Heldinnen ebenso nachgegangen wie dem Prunk der blühenden deutschen Stadt, Ein bunter, fesselnder, sprachlich meisterlicher Roman, der keineswegs als Alterswerk änzu- sprechen ist. Die Sanduhr Otto Flake: DIE SANDUHR Keppler-Verlag, Baden-Baden (527 S.) Zum 70. Geburstag des bekannten Romanciers Otto Flake erschien sein Werk „Die Sanduhr“, das eine Generation — die Zeit von 1914 bis 1949 — umspannt. Der Inhalt des Romans ist kurz folgender: Eine wohlhabende Schweizer Witwe nimmt einen 14jährigen Jungen aus dem Waisenhaus in Baden-Baden an Kindesstatt an und gewährt dem Intelligenten unter Verzicht auf eigene Wünsche, ihn als Nachfolger in ihrem Unternehmen zu sehen, die beste Ausbilduneg. Alexander Grendel entwickelt sich zu einem erfolgreichen Mann, einem Kunsthistoriker und Bildexperten von Ruf; er wirkt als Dozent an Schweizer Universitäten. Die Schweiz und das oberrheinisch« Gebiet, Landschaft und Bevölkerung geben den Hintergrund der Handlung. Ausgedehnte Reisen führen den Gelehrten nach dem. Süden, nach Westeuropa, in die Neue Welt und bis nach Island. Frauen verschiedener National!- ■ täten kreuzen seinen Weg. Immer ist er der gleiche Typ, den er sich zur Lebensgefährtin wählt, die verständnisvolle Kameradin und Mitarbeiterin in seinem Beruf. Mit 23 Jahren heiratet er zum ersten Mal. Drei Frauen sterben ihm dahin. ' Mit 50 Jahren geht er die vierte Ehe mit einer Zwanzigjährigen ein. Mit diesem Geschehen ist der Inhalt de* Werkes keineswegs erschöpft, er ist vielmehr ein umfangreicher Beitrag zur Sittengeschichte, der lebenden Generation. Zwei Weltkriege mit allen ihren Auswirkungen werfen ihre Schatten hinein und geben dem Autor Stoff, sich' über den Sinn der Kriege zu äußern. Das „Tausendjährige Reich", in seinen Anfängen schon mit dem kritischen Auge des distanzierten Ausländers betrachtet, bis zu den Nürnberger Prozessen der Nachkriegszeit spiegelt sich in Unterhaltungen mit interessanten Zeitgenossen. Einer Fülle von Problemen sieht sich der Leser gegenüber. Immer wieder wird das religiöse Problem behandelt, das sozialistische erwähnt, das sittliche Problem erörtert, die Kunstrichtungen geschildert. „Kein menschliches Problem läßt überhaupt eine abschließende Antwort zu“. „Jede Wahrheit ist einj Sanduhr, die men umkehren kann.“ Mit feinstem psychologischem Einfühlungsvermögen sind die Frauengestalten geschildert, die das Leben Alexander Grendels beeinflußten, die Adoptivmutter, der er alles verdankte, und die vier Frauen, mit denen er die Ehe einging, mit besonderer Liebe die bildende Kunst, der er sein Lebenswerk gewidmet. Eine Welt ohne Gott Ein geistesgesdriditlidies Bild der Philosophie des 19. Jahrhunderts Henri d« Lubac: DIE TRAGÖDIE DES HUMANISMUS OHNE GOTT Otto Müller, Verlag, Salzburg (410 S.) Der Innsbrucker Jesuitenpater Hugo Rahner zitiert in seinem Vorwort zu der' deutschen Ausgabe dieses bedeutenden Buches aus der Feder seines französischen Ordensgenossen Henri de Lubac Dostojewskijs Wort „Der Gottmensch ist dem Menschgott begegnet" und fügt hinzu: v „. . . und das ist eine endgültige Formulierung alles Geschehens im Kampf der Geister unserer Tage“ . . . Das zurzeit der deutschen Besetzung erschienene, aus einzelnen Aufsätzen hervorgegangene Buch Henri de Lubacs, der nach Rahner „einer der führenden Geister der mutig vorwärts dringenden französischen Theologie“ ist, trägt im Original den Titel „Le Drame de l’Hu- manisme Ath6e“. In einer großartigen Darstellung und meisterhaften Sprache — die der Uebersetzer Dr. Eberhard Steinacker dem deutschen Leser zu vermitteln verstanden hat — schildert der französische Jesuitentheologe den in Ursache, Ereignis und Wirkung dramatischen Kampf des sich selbst erhöhenden Menschen, der gegen den Thron des Allmächtigen anstürmt. Dabei wird ein permanent vorhandener Vulgär-Atheismus ebenso kaum eines Blickes gewürdigt wie der unfruchtbare kritische Atheismus. Der Untertitel des Werkes “Feuerbach-Nietzsche-Comte und Dostojewski! als Prophet“ zeigt vielmehr Umkreis und Reichweite seines Inhalts und Ziels an: Es geht um die Darstellung des durch so führende Geister wie Friedrich Nietzsche, Ludwig Feuerbach (und sein Schüler Karl Marx) und August Comte gepredigten atheistischen Humanismus, der in einer bestrickend positiven, organischen und konstruktiven Hülle auftrat, das 19. Jahrhundert mit Furcht oder Ueber- Im Schneesturm Heinrich Spicker: SOS-SCHNEESTURM Bastion-Verlag, Düsseldorf (165 S.) Jugendliche und auch „ältere Semester“ dürften dieses liebevoll geschriebene kleine Buch schnell verschlingen. Heinrich Spieker schildert die erste Reise des rheinischen Schiffsjungen Jupp Rommers aus dem Rheinland auf dem Dampfer „Borkum“, die durch die dunklen Machenschaften eines rachsüchtigen Schiffsheizers auf den Klippen eines norwegischen Fjords im schweren Schneetreiben endet. Lappen, jene Nomaden am Rande des ewigen Eises, retten Rommers vor dem Erfrierungstod und führen gleichzeitig den an dem Schiffsuntergang Schuldigen der gerechten Strafe zu. Bewußt verzichtet Spieker auf eingehende Beschreibungen der Charaktere und läßt ihre Handlungen und Worte für sich schwung erfüllte und im 20. Jahrhundert, auf den Trümmern einer zerbrochenen Kultur und eines geschändeten Menschentums seine Rechnung präsentierte: Das Drama des atheistischen Humanismus ist zur Tragödie des Humanismus ohne Gott geworden. In großer Sachlichkeit, ja verständnisvoll- plastischer Würdigung, die nicht*'von theologischem Eiferertum an sich hat, entsteht ein geistesgeschichtliches Bild der Philosophie bezw. Religionsphilosophie des 19. Jahrhunderts. Vor allem dargestellt an Feuerbach, der den „Menschen als Gott des Menschen“ propagierte, an Person und Werk Nietzsches, der sein trunkenes Lied von dem „größten neueren Ereignis: Gott .ist tot!“ in die Welt hinaus gellte, und an dem Positivisten August Comte. der den christlichen Gottesdienst durch einen Menschheitskult zu ersetzen trachtete. Im Kampf der Geister treten aber gleichzeitig zwei andere Rufer im Streit auf: Sören Kierkegaard, der, ob er auch wie Nietzsche über eine bourgeoise Christlichkeit die Schale seines Zorns ausgoß, der Herold des alten Gottes war, und Fedor Dostojewski!, kein Philosoph, „nur ein Romandichter“, der Prophet des „anderen Lebens“, des auferstandenen lebendigen Gottes. Ueber das Ziel des Buches hinaus, einem von Gott abgewichenen Humanismus und einem schal gewordenen Christentum die Donner- und Freudenbotschaft der Gottesebenbildlichkeit des Menschen und der Menschenwer- dung Gattes in Christus entgegenzuhalten, vermittelt das Werk eine Reihe neuer Kenntnisse, so ln der instruktiven Einführung in die Religionsphilosophie August Comtes und in der Heranführung an die Ergebnisse der neueren französischen Dostojewski;- und Nietzscheforschung. Der Uebersetzer hat sich zudem durch ausführliche Bemerkungen verdient gemacht. selbst sprechen. Dennoch fehlt nichts an der See- und Tundra-Atmosphäre der von Anfang bis Ende spannenden Erzählung. Zeichnungen von W. M. Struck jr. lassen die Umwelt des Geschehens greifbar werden und unterstützen damit den Gang der Handlung. In der Wiege Wolfgang von Eichborn: KLEINER BRUDER IN DER WIEGE Rainer. Wunderlich Verlag, Stuttgart/Tübingen. Ein besinnliches, von persönlicher Frömmigkeit getragenes Buch, das zeigt, wie bewußt und freudig übernommene Verantwortung den eigenen Kindern gegenüber die Kraft zu dieser Aufgabe verdoppelt und den Menschen dankbar für sie werden läßt. Ein Hinweis auf reine Freuden, fern von Egoismus, die auch der graueste Alltag bringt, wann man nur die Augen hat, sie zu sehen. t Samstag, 18. November 1950 Rasmussen „packt aus" »Kalter Krieg“ und Flüchtlingsfrage Rund 200 000 deutsche Flüchtlinge brachten mehrere Jahre in dänischen Flüchtlingslagern zu. Eingeweihte wußten seit langem, daß die dänische Regierung mit den vier Besatzungsmächten in Deutschland einen fast Verzweifelten Kampf wegen der Heimsendung führte. Wie sie diesen Kampf geführt hat, zeigt eine soeben veröffentlichte Aktensammlung von 334 Seiten. Der dänische Außenminister Rasmussen ließ keine Gelegenheit vorübergehen, wenn er mit den vier Außenministern der deutschen Besatzungsmächte zusammentraf, diese an die deutschen Flüchtlinge in Dänemark zu erinnern. Er sprach mit Eevin, Bidault, Marshall und Wyschinski, ja selbst mit Stalin. Am 6. Juni 1946 gab Stalin in Moskau in Gegenwart Molotows das Versprechen, 100 000 deutsche Flüchtlinge in die Ostzöne aufzunehmen, wenn die drei Westzonen die übrigen unterbringen würden. Die Westmächte erklärten sich einverstanden. Als dann aber die Frage im Kontrollrat in Berlin behandelt wurde, wußte der russische Vertreter nichts von einem Versprechen Stalins. Der dänische Botschafter in Moskau versuchte wochenlang, die höheren Beamten im Moskauer Außenkommissariat zu einer Instruktion an Berlin zu veranlassen. Die Flüchtlingsfrage war ein Teil des „kafren Krieges geworden. Trotz Stalins Versprechen kamen die Verhandlungen nicht vorwärts. ; lließlich forderten die Russen a 1 . Bedingung für die Wiederaufnahme von Flüchtlingstransporten, daß Dänemark die baltischen Flüchtlinge ,,heimsenden“ sollte. Dies lehnte die dänische Regierung ab. Der diplomatische Kampf um die deutschen Flüchtlinge erreichte oftmals dr. aatische Höhepunkte. Heber einen Zusammenstoß zwischen dem Chef der dänischen Militärmission in Berlin, General Biering, und dem amerikanischen Botschafter Murphy, der am 19. Juli 1948 in Berlin stattfand, berichtete General Biering an der* dänischen Außenminister: „Ich erklärte mich sofort äußerst unzufrieden mit dem fortgesetzten .Ballspiel“ in dieser Sache. Murphy wiederholte all die bekannten Argumente von den Millionen, die man aus den 'Nachbarländern nehmen mußte. Demgegenüber erklärte ich, daß diese Argumentation ganz unhaltbar und ohne irgendwelche Verbindung mit der dänisch-deutschen Flücht- linc.-sache sei. Ich hätte persönlich «resehen, wie die Alliierten im Sommer 1946 Millionen von Deutschen aufnahmen. die seit vielen Generationen im Sudetenland gewohnt und dort ihre Heimat hätten. Ich hätte, als ich im Sommer 1946 durch das Sudetenland fuhr, gesehen, wie Reihen von uralten deutschen Dörfern leer standen, während das Korn auf den Feldern verfaulte. Im Falle Dänemarks dagegen handelte es sich um Deutsche, die immer in Deutschland gewohnt hätten und Dänemark als Flüchtlinge aufgezwungen worden seien.“ Am 15. Februar 1949 hat der letzte deutsche Flüchtling Dänemark verlassen. Das dänische Außenministerium bemerkt schließlich, daß die deutschen Flüchtlinge eine Ausgabe von etwa 500 Mill. Kr. verursachten und daß die Regierung sich den Ersatz dieser Kosten Vorbehalte. Die Frage, wer diese Millionen ersetzen soll, ist jedoch offen. Streiflichter aus einer deutschen Stadt BRESLAU Ein Deutscher schreibt aus Breslau: „Vor mir liegen einige Deiner letzten Briefe .. . Besonders begrüße ich die beigefügten Zeitungsausschnitte. Man erfährt daraus etwas mehr, als man bei uns wissen darf. Irotzdem bin ich immer gut informiert, da wir uns . . . vor einigen Monaten ein neues Radio angeschafft haben. Ich höre also regelmäßig die „Kriegshetzer- Sender“ ab. Außerdem liest man bei uns zwischen den Zeilen und versteht alles in der Presse Geschriebene umgekehrt. Dann stimmt erst der Laden . . . Ein Glück für mich, und eine Enttäuschung für den Unberufenen, der den Brief noch vor Ueberschreitung der Grenze öffnet, da mir die Freiheit gelassen ist, den Brief mit einem falschen Namen zu unterzeichnen. Wie Ich Dir schon öfters schrieb, wird man hier für die Wahrheit bestraft.“ Heute ist in Breslau fast jede Erinnerung an die Deutschen ausgelöscht. Die Polen setzen alles daran, die ehemalige schlesische Hauptstadt zur polnischen Metropole zu machen. Im Rahmen • des Sechsjahresplanes soll das gesamte Stadtzentrum wiederaufgebaut werden. Mit russischen und amerikanischen Maschinen versucht man, die stark zerstörten Stadtteile im Süden, Westen und im Zentrum zu enttrümmern. Das Rathaus wird vollständig umgebaut und nach polnischen Gesichtspunkten restauriert, wofür man in Warschau 300 Millionen Zloty bewilligt hat. Manche Gebäude, die nur gering beschädigt sind, werden umgestaltet, da der deutsche Baustil als unschön empfunden wird. Aus diesem Grunde hat man aus dem Postamt am Hauptbahnhof ein um zwei Stockwerke erhöhtes schachtelartiges Gebäude gemacht. Audi das Messegelände ist nach der Wiederherstellung kaum zu erkennen. Der Zoo ist nach wie vor verwahrlost, man trifft hier nur wenige Besucher an. Dort, wo einmal Hunderte von Affen den Besucher belustigen, vegetieren jetzt nur noch vier Tiere. Das einzige Objekt, das sich regen Zuspruchs erfreut, ist die Jahrhunderthalle. Alle Massenkundgebungen, Sportveranstaltungen, Konzerte und dergl. finden hier statt. Paul Robeson, der Negersänger aus Amerika, der vor Jahren mit seinem Lied „Sunnyboy“ die Welt eroberte, gastierte vor kurzem in der Jahrhunderthalle. Das einst von den Deutschen begonnene, bis zum Erdgeschoß fertiggestellte Chemische Institut der Technischen Hochschule wurde jetzt unter Dach und Fach gebracht Noch in diesem Jahre sollen die Mechanischen und Elektrotechnischen Institute erweitert und äufgestockt werden. Das total ausgebrannte Schauspielhaus ist inzwischen aufgebaut worden. Den großstädtischen Hauptstraßenbetrieb findet man in der Matthias- Straße, in der „Pomorska“, der einstigen Ro- senthaler Straße, in der „Nowowiejska“, der alten Michaelis-Straße, und in verstärktem * y w Blick zur Domfnsel Photo: Römpler & Bolz, Pforzheim Maße wieder in der ehemaligen Schweidnitzer Straße, deren rechte Seite völlig zerstört ist. Da jede, auch die geringste kritische Aeuße- rung als Staatsverbrechen aufgefaßt wird, herrscht unter der Breslauer Bevölkerung eine Atmosphäre des gegenseitigen Mißtrauens. Das muß der Neubürger wissen: Umwertung der vor dem 9. Mal 1945 bei den geschlossenen Kreditinstituten der D. D. R. oder Groß-Berlins unterhaltenen Guthaben Deutsche Staatsangehörige, die vor dem 9. Mai 1945 ihren Wohnsitz' in den westlichen Besatzungszonen haben, können Spar- und andere Guthaben bei der Banken-Kommis- sion, Berlin W 8, Taubenstraße 26, anmelden. Letzter Anmeldetermin ist der 31. 12. 1950. Zur Umwertung berechtigen Spar- und andere Guthaben, die vor dem 9. Mai 1945 bei Kreditinstituten 1) mit Sitz im Bereich der Deutschen Demokratischen Republik, 2) mit Sitz in Groß-Berlin, soweit das Kontenmaterial von einer Stelle im sowjetischen Sektor Groß-Berlin verwaltet wird, 3) mit Sitz in den abgetretenen Gebieten innerhalb der Grenzen des Reichsgebietes vom 31. 12. 1937. wenn das Kontenmaterial vor dem 9. 5. 1945 in die sowjetische Besatzungszone oder in den sowjetischen Sektor Groß-Berlins verlagert worden ist. Postscheckguthaben, Konten bei Spar- und Darlehensvereinen der Post und Reichsbahn fallen ebenfalls unter die Umwertung. Sparguthaben, bei denen die Kontoblätter nicht erhalten geblieben sind, aber das Sparbuch vorgelegt wird, werden auf Grund des Sparbuches umgewertet; eiserne Sparguthaben werden nicht umgewertet. Zur Durchführung der Umwertung reichen die Antragsteller eine Aufstellung aller umwertungsberechtigten Konten bei der Banken- Kommission ein. Das frühere Kreditinstitut, die Kontonummer und die Kontobezeichnung, sowie der letzte, dem Antragsteller bekannte Saldo sind anzugeben. Nichts ist frei, kein Gedanke, kein Wort, kein Mensch und keine Sache, obwohl Presse, Rundfunk und Organisationen das Gegenteil zu behaupten suchen. Ein jeder, der gegen die Partei auftritt, was natürlich sehr selten vorkommt, wird als Staatsfeind von den Sicherheitsorganen verfolgt und ist eines Tages verschwunden. Jede Kundgebung ist eine Zwangsveranstaltung, zu der die Massen hinbefohlen werden. Von privater Initiative ist in Breslau nur sehr wenig zu merken. Jeder, der ein eigenes Unternehmen oder Geschäft hatte und womöglich noch einige Personen beschäftigte, wurde zum „Kapitalisten“ erklärt und solange mit Steuern und Strafen für zweifelhafte Vergehen belegt, bis er gezwungen war, in den Dienst des Staates zu gehen Sogar jeder Kellner im Lokal bekommt nur noch sein Monatsgehalt, denn selbst Lokale sind verstaatlicht. In den Gaststätten gibt es keine große Auswahl, und oft fehlt es sogar an Bier. Nach zehn Uhr abends ist die Stadt wie ausgestorben, denn um diese Zeit werden die Lokale geschlossen. Da die Gehälter und Löhne kaum zum Leben reichen, macht sich jeder verdächtig, der sich häufiger in den Lokalen sehen läßt. Private Kinos und Theater gibt es nicht mehr in der Stadt. Sämtliche Filme laufen durch die polnische Zensur. Ausländische Filme werden nur noch selten vorgeführt. Der amerikanische Film „Ali Baba und die vierzig Räuber“ hatte nach zweimonatiger Spielzeit immer noch einen derartigen Erfolg, daß man staatlieher- seits seine weitere Vorführung verbot. In der Hauptsache werden polnische und russische Filme gezeigt. Ohne Genehmigung der Gewerkschaft und Partei darf kein Arbeitsplatz verlassen werden. Auch alle Fach schul-Absolventen werden sofort einer bestimmten Fabrik oder Arbeitsstelle zugewiesen. Nur der Staat bestimmt den Arbeitsplatz und hat das Recht, Arbeitskräfte auszutauschen. Selbst das erworbene Diplom wird nicht an den Betreffenden ausgehändigt, sonefern geht dem Betrieb zu. um so die Auswanderung der 'Intelligenz unmöglich zu machen. Auch Aerzte dürfen keine private Praxis ausüben. So gibt es heute nur noch Aerzte, die vom Staat besoldet werden. Die Stadt ist in acht Bezirke elnge- teilt und je nach Wohnsitz ist ein bestimmter Arzt zuständig. Sogar Geistliche sind seit Anfang dieses Jahres Staatsbeamte und beziehen Monatsgehälter. Es gibt kaam noch einen Sektor, der vom Staat nicht kontrolliert würde. Die Lebenshaltung ist sehr teuer. Südfrüchte und Ueberseeprodukte sind aus den Läden verschwunden. Schokolade kostet 160 bis 300 Zloty je Tafel, 1 Kilogramm Kakao 2700 Zloty. Mandeln und Rosinen sind überhaupt nicht zu bekommen. Ab und zu gibt es Apfelsinen, die um 800 Zloty das Kilogramm kosten. Aktentaschen, Uhren, Füllfederhalter usw. sind im Preise kaum erschwinglich. So beträgt der Preis für einen gebrauchten Pelikan-Füllfederhalter ca. 15 000 Zloty, was dem Monatsgehalt eines Durchschnittsarbeiters entspricht. Für eine Aktentasche muß man durchschnittlich 20 000 Zloty anleeen, während ein Radiogerät 60- bis 80 000 Zloty kostet. Kein Wunder, daß der Schwarze Markt floriert und zur Existenzgrundlage vieler Polen geworden ist. INA Das schlesische Leckermaul Eine Kirmes-Erinnerung aus den Landen an der Oder Es gab wohl kaum einen Landstrich im Deutschland von einst, wo man den Tafelfreuden so zugetan war wie in Schlesien. Gerade um die‘Zeit, wenn die Kartoffelfeuer brannten, der Segen der Erde in den Scheunen geborgen war, und die Pflaumen von den Bäumen geschüttelt wurden, rüstete der Schlesier zu einem Hauptfest des Jahres. Es stand nicht im Kalender und war dennoch mit doppelt roter Farbe in ihm angestrichen: die Kirmes. Dieser eine Sonntag irrt Jahr hatte zu erweisen, wie „leckerfetzig“ man war und wieviel ein echter Schlesiermagen vertragen konnte. Wer am Sonnabendnachmittag vor der Kirmes durch das Dorf ging, fand keinen Strohhalm mehr auf den Wagen. Die auch sonst so sauberen Häuser blitzten geradezu und strömten ganze Wolken Kuchenduft aus. Denn dieser Sonnabend war der Bade- und Brattag, die große Vorbereitung für das Größere, das sich am Sonntag ereignen sollte. Schlesische Kirmes das gab es nur einmal! Ganz selten im Jahr ging man so schnellen Schrittes von der Kirche heim. In der guten Stube bogen sich die Tischplatten unter den Kuchenbergen. In riesigen Kannen dampfte der braune Trank, der an diesem Tage bestimmt kein Zichorie enthielt. Und wonach griffen die Hände zuerst? Nach dem Prasselkuchen mit seinem saftigen Zuckerguß? Nach der „Moobabe“ (Mohnkuchen) oder der „Abgerührten“? Keinesfalls. Der erste und letzte Griff, wenn schon niemand mehr atmen konnte vor Kirmes-Wohlbehagen, galt dem größten Berg, dem Turm aus Streuselkuchen, der nun einmal ein schlesisches Leibgericht ist. Da kam es vor, daß Großvater sich immer noch ein Stück auf den Teller lud und mit mummelnden Zähnen das Gedicht von Hermann Bauch vor sich hinsagte, das jedem Schlesier aus dem Herzen geschrieben ist: „Schiäscher Kucha, Sträselkucha, doas is Kucha, sapperlot, wie’s uff Herrgotts großer Arde nemt (nirgends) nich so woas Gudes hot. War woas noch so leckerfetzig, eim Geschmack oach mich so schien: ieber schläscha Sträselkucha tutt halt eemol nischt nich giehn!“ “SSa*, .< Ai Schlesischer Lebkuchen Aber dieses Kuchenessen war eigentlich nur der Auftakt zu der richtigen Kirmesfreude, die in Oberschlesien geradezu ausschweifende Formen annahm: nach dem Gang um die Felder kam das Mittagessen. Will-Erich Peuckert, der liebevolle Schilderer schlesischen Lebens, hat sicher gelogen, wenn er schreibt, unter zehn Gängen zu Mittag hätte es kein richtiger Schlesier am Kirmestag getan. Es sind Augenzeugen und Mittäter noch genug vorhanden, die es bei sechs oder acht Gängen bewenden ließen, zumal sie wußten, daß nach dem Mittagessen der zweite Angriff auf die Kuchenberge kam. Nehmt es dem Schlesier nicht übel, daß er so ausschweifend lebte. Einmal im Jahr nur War Kirmes. An den übrigen Tagen begnügte er sich mit magerer Kost, mit „Ardeppeln“ in Milch, mit seinem berühmten „Himmelreich“, mit Kartoffelknödeln und Soße. Zur Kirchweih aber sprang der Bauernstolz über alle Tische: da mußte das Beste in den Ofen und in den Magen. Da wurde weder an Butter noch an Fleisch gespart. Am Nachmittag begann dann im Kretscham der Kirmestanz, der bis zum Morgengrauen dauerte. Selbst die gewichtigsten Bäuerinnen wurden in Schwung gebracht, denn Schweinefleisch und Knödel. Kälberbrust und Nierenbraten gaben Saft und Kraft. Die Polka hüpfte leichtfüßig daher, ob* wohl ganze Kuchenberge mittanzten und immer wieder durch einen Kroatsbeer-Schnaps angefeuchtet wurden, Feste feiern konnte der Schlesier. Das muß ihm der Neid lassen. Ob irgendwo in deutschen Landen um Weihnachten herum so viel Gänse ihr genudeltes Leben lassen mußten wie an der Oder? Ob man irgendwo so viel Butter in den Streusel mengte wie in der Krappdtzer Gegend, die alle Margarine-Vertreter in weitem Boden umfuhren? yergleichsmöglichkeiten gibt es nicht mehr. Aber sicher ist. daß sich der Schlesier auch heute noch in der neuen Heimat ein Jahr lang die Bissen zum Munde zählt, damit er zu Kirmeszeiten vor einem Berg Sträselkucha sitzen kann. Und das Lek- ‘kermaul vergißt auch in der Fremde nicht, daß nach alter oberschlesischer Sitte zu Weihnachten viel Mohnklöße auf den Tisch kommen müssen und daß man auch zweier Gerichte nicht vergessen darf, die als Spezialitäten auf jedem Speisezettel'standen: Flaki und Dsdhur. Fiaki ist natürlich nichts anderes als der gute KuttelHeck, den es auch anderswo in Deutschland gibt. Aber Dschür muß man in Oberschlesien gegessen haben: eine säuerliche Mehlsuppe mit Kartoffelpüree und viel, viel Speck und dicken Wurstscheiben von der berühmten Krakauer drin, das Meter zu 60 Pfennigen. Wir möchten nicht, daß wehmütige Erinnerungen aufkommen, wenn sie auch der Sträselkucha wieder lebendig macken sollte. Der rechte Schlesier weiß sich auch heute zu trösten: „Wenns Gott will, doss de obbrennen sulls, trogs ei Geduld und wärm dich dro!“ -NP- Abend Agnes Miegel Nun schwimmt stromabwärts meiner J Boot, Rosenbekränzt, mit starkem Segel schwel len, Und meiner letzten Liebe Abendrot Stirbt still und langsam über blauen Wellen. Aus blassen Wolken tritt der Mond neraw». Aufschimmernd grüßen midi geliebte Praoe — Und meine Jugend streckt die Arme aus Nach ihrer Sehnsucht sinkenden Gestaden. Samstag, 18. November 1950 Kupfer-Elf ungefährdet Deutscher Meister in Müht bürg — Singen-Reutlingen oon besonderem Interesse Vtt vollem Programm setzt die l. Südliga ihre Meisterschaftsspiele am Sonntag fort. Von den führenden Vereinen hat der derzeitige Spitzenreiter - Schweinfurt eine gute Chance seinen ersten Piatz - zu behaupten. Die Kupfer-Elf empfängt zu Hause ' die Augsburger Schwaben, die im letzten Treffen i gegen Reutlingen so wenig überzeugen konnten. Der - Nürnberger Club muß zum Neuling Jüarmstadt -reisen und hat bei den wieder Tritt fassenden „Li- - lien“ noch lange nicht gewonnen. Ein Unentschieden u oder gar eine Niederlage der Bumbas-Schützlinge sollte deshalb nicht überraschen. Der Tabellendritte : Fürth hingegen erhält Besuch der Frankfurter Eintracht, die, durch Verletzungen und Platzverweise t geschwächt, dem letzten Südmeister wohl den Sieg _ überlassen werden muß. Auch der FSV Frankfurt, wieder in stärkster Besetzung, allerdings ohne den vorzüglichen Torwart Bado, der sich ein Bein beim . Tra’ning brach, müßte über die recht unglücklich kämpfenden Münchner Bayern erfolgreich bleiben. - Zu einer äußerst spannenden Auseinandersetzung . kommt es in Karlsruhe-Mühlburg, wo der Tabellenfünfte den Deutschen Meister VfB Stuttgart zu c Gast hat. Beide Vereine trennten sich bisher immer nur mit den knappsten Ergebnissen. Der Platzvorteil der Mühlburger läßt sie jedoch als leichte Favoriten erscheinen. In Mannheim werden die Rasenspieler, ihrem Ruf als ausgesprochene Heimmannschaft auch gegen die Offenbacher Kickers weiterhin treu bleiben, und 1860 München müßte die Waldhöfer, die noch ohne dem nötigen Druck im Sturme operieren, sicher schagen. Die Begegnungen BC Augsburg — VfL Nekarau und Singen gegen Reutlingen erscheinen recht ausgeglichen. Der Tabellenletzte, BC Augsburg, wird dabei alles daransetzen, diesen ungemütlichen Platz durch einen »leg mit einer besseren Position eintauschen zu können. In Singen treffen zwei Neulinge aufeinander, deren bisheriges Abschneiden sehr unterschiedlich war. Beide Mannschaften sind zu Jeder c Ueberraschung fähig. Immerhin sollte Singen der Platzvorteil zu einem knappen Siege ausreichen. II. Südliga Da der gefährliche Verfolger der Stuttgarter Kik- kers, ASV Cham, am Sonntag spielfrei ist. und der Stuttgarter Tabellenführer auf eigenem Platz gegen die Ulmer „Spatzen“ anzutreten hat, sollte sich in der Führung der zweiten Südliga keine Veränderung ergeben. Die Degerlother sind gegen die Ulmer Favoriten. Von den reisenden Mannschaften hat der ln den letzten Spielen so erfolgreiche ASV Durlach beim Schlußlicht Tübingen Erfolgsaussichten. Jahn Regensburg hingegen hat ln Wiesbaden beim dortigen Sportverein eine schwere Nuß zu knacken. Mehr als ein Unentschieden werden die Kurstädter nicht zulassen. Straubing und VfL Konstanz sollten bei der Lehner-Elf in Aschaffenburg bzw. bei Hessen Kassel vor kaum lösbaren Aufgaben stehen. Der zweite württembergische Ligavertreter, Union Bückingen gastiert in Pforzheim. Die Pforz- . heim er sind auf eigenem Gelände zweifellos viel ’ spielstärker, als auswärts. Mit einem Heimsieg ist zu rechnen. In Freiburg ziehen sich im Gastgeber und der SG Arheilgen zwei abstiegsbedrohte Mannschaften gegenüber. Der alte ruhmreiche Freiburger FC wird von vornherein mit letztem Einsatz an die Aufgabe herangehen und müßte die immer schwächer werdenden Hessen nach Kampf abhän- gen. Bereits am Samstag treffen Wacker München und Bayern Hof aufeinander. Trotz der anerkannten Kampfstärke der Hofer sollte die technisch gute Wacker-Elf den Platz als Sieger verlassen können. SpHjenreiter vor klaren Siegen Es ist kaum anzunehmen, daß die derzeitigen drei führenden Mannschaften SC Baden-Baden, Rastatt und Vill*ngen auf eigenem Gelände Punkte am 13. Spielsonntag abgeben werden. Die auch kämpferisch großartig herausgekommenen Baden-Badener spielen gegen Ottenau, seines Zeichens Tabeltendrei- zehnter. Der Spitzenreiter sollte zu einem klaren Siege kommen Nichts anderes ist wohl in Villingen und Rastatt zu erwarten, wo die Platzherren auf Adlern bzw. Rheinfelden treffen. Der Tabellendritte und der Tabellenzweite wissen sehr genau heim und ASV Freiburg vor weiteren Siegen und dürften damit ihre Position verbessern können. Die in letzter Zei£ mit viel Mißgeschick kä*>infenden Offenburger werden gegen St. Georgen endlich wieder zu einem glatten 8'ege kommen, denn die Schwarzwälder sind auswärts nicht allzu gefährlich. Tn Kuppenheim und Weil sind nur sehr knapoe Ergebnisse zu erwarten. Der Platzvorteil sollte für die gastgebenden Vereine zum Siege ausreichen. VUliztgen legt Berufung ein Gegen die Entscheidung und den Abzug der drei Punkte wegen der angeblich nicht rechtmäßigen Mitwirkung des Spielers van Ofen, hat der FC Villingen Berufung eingelegt. Ringer-Oberliga mit 4 Begegnungen Der Tabellenerste Lahr muß diesmal in Urioffen antreten und hat einige Aussichten, seine führende Position durch einen weiteren Sieg zu festigen. An eine Ueberraschung ist bei der glänzenden Verfassung der Lahrer kaum zu denken. Der letzt- jährige südbadirche Meister Hornberg gastiert in worum es geht und das sollte bewirken, daß beide' St. Georgen (Schwarzwald) und müßte auf Grund Mannschaften von vornherein mit dem nötigen Ein-1 seiner größeren Routine zu einem Erfolg kommen, satz bei der Sacke sein werden. Aber Ueberraschun-1 Freiburg-Herdem und Freiburg-Has’ach sollten sich gen sind immer möglich. > ebenfalls gegen Gottmadlngen und Freiburg-St. Ge- Rotweiß Lörrach und Lahr stehen gegen Schopf- orgen durchsetzen können. Stuttgart hat seine Sorgen Verkehrsprobteme und überhöhte Eintrittskartennachfrage „Wir dürfen die Ausrichtung des Länderspiels am 27 November nicht vom Fußballendspiel 1949 überschatten lassen“, so sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Arnulf Kielt, als die Sprache auf das erste Nachkriegsfußball-Länderspiel zu sprechen kam. „Stuttgart wird euch diesen Fußballfesttag würdig begehen“. Vater Staat wird allen Beamten und Angestellten, die für den 22. November im Besitz eines so heißbegehrten Tickets sind, am Nachmittag frei geben (in Württemberg-Baden ist kein Feiertag). Auch Die Fußballanhäger haben andere Sorgen. Die Sorge, wie komme ich zu einer Eintrittskarte. Die Nachfrage übersteigt Jedes normale Maß und der DFB sagt: „Schon jetzt ist praktisch alles ausverkauft“. Ueberall verlangte man noch mehr Karten. So wird also dieses Mal nicht noch kurz vor dem Spiel eine Hausse mit unverkauften Eintrittskarten eintreten, wie das schon einige Male vorgekommen ist. Selbst aut der Schweiz Konnten nicht alle Kartenwünsche berücksichtigt werden und der DFB mußte den Schweizer Länderspielbesuchem sogar Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Kielt plant für Stehpatzkarten anbieten. Es ist damit zu rechnen, seine städtischen Angestellten und Beamten ähn-1 daß am 22 November die 103 000 Zuschauer im llches. „Damit möglichst viele Betriebe uns nach-1 Neckarstadion den absoluten Zuschauerrekord auf elfem“, meinte Dr. Kielt. Allerdings nicht .ganz ohne hintergründige Berechnungen; denn Je mehr Stuttgarter an diesem Nachmittag dienstfrei haben, desto besser wird der Abmarsch der Legionen von Fußballanhängern vom Neckarstadion erfolgen können. Gerade dieser 'Abmarsch macht den Stadtvätem noch großes Kopfzerbrechen. Noch größeres als der Anmarsch, der die Stadt Stuttgart schon vor ungewohnte Aufgaben stellen wird. Denn diesmal wird sich der Hauptverkehr vor dem Spiel durch den Werktagsbetrieb auf höchstens zwei Stunden vor Spiebegtnn zusammenballen. Also an einem Zeitpunkt, an dem normalerweise bei einem Sonn- und Feiertag das Stadion schon gerammelt voll wäre. Doch die Verkehrsspezialisten wollen den Verkehr meistern. Sorgen macht aber der Abmarsch. „Wir haben keinen einzigen Straßenbahnzug zut Verfügung, da alle Wagen für den Arbeiterverkehr gebraucht werden, der just zum Ende des Länderspieles auf vollen Touren läuft. Die einzige Möglichkeit, diesem sich anbahnenden Verkehrschaos Herr zu werden, ist ein genereller Betriebsschluß am Mittwochnachmittag“, sagen die * schiente der Straßenbahnen. dem Kontinent aufstellen werden. ElUf leitet Deutschland — Schweiz Der englische Schiedsrichter E. A. Ellif wird nach einer Mitteilung des Deutschen Fußballbundes (DFB) das Fußball-Länderspiel Deutschland — Schweiz am 22 . November ln Stuttgart leiten. Basler will für VfB Mannheim spielen Bereits jetzt hat sich der repräsentative Halbstürmer des 1. FC Kaiserslautern, Werner Basler, fest entschlossen, mit dem süddeutschen Oberligisten VfR Mannheim einen Vorvertrag für das kommende Spieljahr 1951/52 abzuschließen. Der südwestdeutsche Titelverteidiger aus Kaiserslautern hat in dem junioren Eckel einen hochtalentierten Ersatzmann zur Verfügung. ^ Rangliste des deutschen Tennis Nummer U war mit Nummer 1 International Entscheidung zehn Minuten vor Schluß Hoblet/oon Bueren Sieger in Hannover Eine Stunde vor Beendigung des Hannoverschen Sechstagerennens ging am Donnerstag um 22 Uhr die favorisierte Schweizer Mannschaft Koblet-van Bueren nach einem großartigen Spurt mit einer Runde Vorsprung in Führung. Nach einem anfangs verhältnismäßig ruhigem Rennen setzten um 21 Uhr die Jagden ein, ln denen Kilian-Roth unter den begeisterten Anfeuerungsrufen der Zuschauer zur Spitze vorstoßen konnten. Die Mannschaft fiel aber schon bald wieder eine Runde zurück. Um 21.3(1 Uhr gab der Belgier Jans- se-s das Rennen auf, wodurch die Zahl der Mannschaften auf neun verringert wurde. Hatte man geglaubt, daß die Entscheidung bereits um 22 Uhr gefallen war, als es Koblet-van Bueren gelungen war, sich mit einer Runde Vorsprung die alleinige Führung zu sichern, so sah man sich getäuscht. Um 22.15 gelang es der luxemburg-schweizerischen Kombination Kilian-Roth bei einer aufregenden Jagd, nochmals zu ^en beiden Führenden aufzuschließen. Da jedoch Koblet-van Bueren die weit größere Zahl an Wertungspunkten besaßen, hätten Kilian-Roth noch eine weitere Runde gewinnen müssen, um den Eidgenossen den Sieg streitig zu machen. Die letzte Dreiviertelstunde brachte eine pausenlose Jagd, bei der die Fahrer nochmals alles aus sich herausholten und ln der alle drei Minuten Wertumgsspurts eingelegt waren. Schon glaubte man, daß das Hannoversche Sechstagerennen nur durch die bessere Punktzahl gewonnen würde, als es Koblet-van Bueren gelang, zehn Minuten vor Schluß mit einem letzten energischen Spurt erneut das gesamte Feld zu überrunden, um sich endgültig die alleinige Führung zu sichern. Der Schlußstand: 1. Koblet-van Bueren 335 Punkte. I Runde zurück: 2. Kilian-Roth 194 Punkte; 2 Runden zurück: 3. Lapebie-Saager 162 Punkte: 4. Gior- getti-Bautz 59 Punkte; 3 Runden zurück: 5. Rlgonl- T ntra 249 Punkte; 4 Runden zurück: 6. Vopel-Zoll 155 Punkte; S Runden zurück: 7 Vooren-Nothdurft; 8 Runden zurück: 8. Weimer-Holthöfer. 17« Punkte: II Runden zurück: 9. Knoke-Schühmacher 158 Punkte. Gesamtbadische Fechtmeisterschaften ln Baden-Baden Die ersten gesamtbadischen Nachkriegsmeisterschaft enlm Florett und Säbelfechten werden Im Kurhaus Baden-Baden durchgeführt. Unter den 4« Teilnehmern fallen die Namen des Ex-Ungam Ni- koaus Toth (jetzt Baden-Baden!, des nordbadischen Doppelmeisters Beer (Pforzheim), des Lörracher Fischer und des früheren sächsischen Meisters Heinen (Villingen) besonders auf. Rapid Wien schlug Atletico Mlnelro Rapid Wien besiegte am Mittwoch vor 50 000 Zuschauern ln Wien die brasilianische Fußballmannschaft Atletico Mineiro Belo Horizonte mit 3:0 (2:0) Toren. Wenn ln Medenspielen Rangverschiebungen starker Einzelspieler mit schwächeren zuungunsten der gegnerischen Mannschaften stattfinden, schaltet sich der Deutsche Tennis-Bund mit drohendem Finger ein. Dann kann es Vorkommen, daß eine Bestimmung vorgeschiagen wird: „Die Ranglistenplätze der im ersten Doppel aufgestellten Spieler dürfen addiert die Zahl 5 nicht überschreiten!“ Was aber tat der Deutsche Tennis-Bund? Nach der soeben ver- ö ff erdichten amtlichen Rangliste hat er beim Dreiländerkampf in Rom mit von Cramm und Saß die Nr. 1 und Nr, 11 (also zusammen 12) spielen lassen. Wenn nach den eigenen DTB-Regeln die Zahl „5“ nicht überschritten werden durfte, wären nur Buchholz, Koch und zu allerletzt der ehemalige Jugendmeister Dr. Günther „berechtigt“ gewesen, Deutschland als zweiter Spieler neben v. Cramm zu vertreten. Wir meinen, der Deutsche Tennis-Bund (der sich sonst sogar um Dementis der B len-Badener Unkosten berühmter Amateure bemühte) wird seine „römische Mannschafts-Aufstellung nur schwer verständlich machen können. Jedenfalls mußte er sich von seiner eigenen Ranglistenkommission (durch die Herren Dr. Kleinschroth, Helmis, Moldenhauer) eine deutliche Aufklärung gefallen lassen. Die amtliche Rangliste lautet nämlich: " _ Herren: 1. v. Cramm (Hannover), 2. Buchholz (Köln), 3. Koch (Köln), 4. Dr. Günther (Wiesbaden), 5. Beuthner (Nürnberg), 6. Gulcz (Wuppertal), 7. Hermann (Rheydt), 8. Fürst (Stuttgart), 9. Gerstel (Berlin), 10, Sanders (Bramen), 11. Saß (Göttingen), 12. de Voß (München). Damen: x. Frau Inge Pohmann-Hartelt (Rhevt), 2. Frau von Tamay-Florian (Nürnberg!. S. Frau Müller-Heln (Bamberg), und Frl. Tu*ta Zehden (Stuttgart), 5. Frau Kramer (Augsburg!. 6. Frau J.en- quel-Hom (Wiesbaden), und Frl. Sehmidt v enner (Frankfurt), 8. Frau von Gerlach (Wiesbaden). Am Sonntag spielen: Oberliga Süd: Schweinfurt — Schwaben Augsburg SV Darmstadt 98 — 1. FC Nürnberg VfB Mülliburg — VfB Stuttgart FSV Frankfurt — Bayern München VfR Mannheim — Kickers Offenbach 1868 München — SV Waldhof BC Augsburg — VfL Neckarau FC Singen — SSV Reutlingen Spvgg. Fürth — Eintracht Frankfurt H. Südliga: Wacker München — Bayern Hof (Sa) Stuttgarter Kickers — Ulm 46 SV Tübingen — ASV Durach SV Wiesbaden — Jahn Regensburg Viktoria Aschaffenburg — TSV Straubing 1. FC Pforzheim — Union Bückingen FC Freiburg — SG Arheilgen Hessen Kassel — VfL Konstanz Oberliga West: Schalke 84 — 1. FC Köln Katernberg — Borussia Dortmund Preußen Münster — STV Horst Ems eher Fortuna Düsseldorf. — Duisburg Rheydter SV — Rot-Weiß Oberhäuser» Dellbrück — Rot-Weiß Essen Alemannia Aachen — Hamborn 87 München-Gladbach — Erkenschwick Oberliga Südwest: VfL Neustadt — Bad Kreuznach FV En»ers — VfR Kaiserslautern TuS Neuendorf — Tura Ludwigshafen Eintracht Trier — Andernach Oberliga Nord» VfL Osnabrück — Bremerhaven 8G Arminia Hannover — Göttingen M Hamburger SV — Eintracht Osnabrück Eimsbüttel — Concordla Hamburg Bremer SV — Holstein Kiel VfB Oldenburg — Altona 93 Eintracht Braunschwelg — Hannover 96 Südbadische Amatenrllga» Lörrach — Schopfhein» Villingen — Achern Kuppenhelm — SC Freiburg Baden-Baden — Ottenau Lahr — ASV Freiburg Offenburg — St. Georgen Well — Blau-Weiß Freiburg Rastatt — Rheinfelden II. Amatenrllga (West): Kenzlngen — Sportfr. Freiburg Gutach — Willstitt Bühl — FC Freiburg U Oberklrch — Wyhlen Maulburg .— Waldklrch Orschweier — Neuenburg II. Amatenrllga (Ost): Neustadt — Gottmadlngen Haslach — Konstanz n Furtwangen — Rlelaslngen Stockach — Triberg Engen — Radolfzell Bezirksklasse - Ost: Zunsweier — Hornberg Urioffen — Nußbach Waltersweier — Schtltach Wolfach — Elgersweier Gengenbach — Zell a. H. Keuchen — Offenburg II Zusenhofen — Hausach Bezirksliga West: Ettenhetm — Ichenheim Friesenheim — Oberschopfheim Kehl-Sundhelm — Freiste« Lahr II — Schutterwald Kork — Kürzen Auenheim — Weier Krels'-lasse Offenburg-Wolfacht Bohlsbach — Biherach Appenweier — Steinach Ortenberg — Zell «Weierbach Windschläg — Bad Peterstal Ulm — Oppenau Bandball-Landesklasse: FT/SC Freiburg — Niederbühl FC Freiburg — Tentngen Handball-Bezirksklasse Offenburg: Ottenheim — Offenburg Sulz — Auenheim Nonnenweier — Elgersweier Mei Senheim — Oberklrch Seelbach — Hofweier Ringer-Oberliga: St. Georgen (Schwarzw.» — Homberg Freiburg-Herdem — Gottmadlngen Urioffen — Lahr Freiburg-Haslach — Frelburg-St. Georgen UNTEI LDENER. ;ppELiJyfWfii 69. Fortsetzung Während des Winters widmete sich van Vongen der Vollendung seines *ierpsvchologi- schen Werkes. Als es endlich im Druck vor -ihm lag und er d'e Aufnahme in den wissenschaftlichen Fachblättem verfolgte, war seine Freude geteilt. Gewiß, es meldeten sich genügend Stimmen, die das Werk voll zu würdi- ’ gen verstanden und die glänzende B°obachtun rt s- gabe, den Fleiß und den Emst tiefs-hürfender Beobachtungen des Verfassers im Sinne e’ner Bereicherung eines Spezialgebietes der Wissenschaft gewertet wissen wollten. Aber es gab auch gehässige Ansriffe. Besonders schmerzlich war es für van Vongen, daß einer dieser Angriffe ohne Zweifel den Privat**el“hrten zu treffen suchte. Unter der Ueberschrift „Phan- tas'en eines Pseudowissenschaftlers“ wurde sein Werk von einem Professor Bauer in einer Berl'ner Fachzeitung rezensiert. Van Vongen antwortete darauf mit kühler Ruhe, indem er auf sein Tatsachenmaterial verwies und genügte sich im übrigen mit der Binsenwahrheit, daß jede Neuentdeckung eine Schar Widersacher auf den Plan ruft. Die innige Freundschaft mit Gerdi Reinold, die ihm in den vergangenen Monaten mehr bedeutet hatte, als er sich zugestehen mochte, half ihm jedoch über diese Bitterkeiten hinweg. Wenn sie ihn besuchte oder er sich irgendwo mit ihr traf, war es immer wie ein Festtag für ihn. Dabei wunderte er sich im stillen, daß sie immer die gleiche blieb. Sie glich e'nem ruhig strahlenden Licht, im gleichen Maße, wie er einer flackernden,- bald lodernden Flamme ähnelte. Er fühlte sich in ihrer Nähe geborgen und es war ihm oft, als brächte s'e ihm se'ne früh verlorene Heimat zurück. Dieses GeR'hl würde ihm bleiben, seihst wem — — Er ertaste sich jetzt des öfteren dabei, daß er seine Kammer aufsuchte wo seRe Instrumente standen. Dann fuhr e~ wie liebkosend mit der Ha^d darüber bin, als grö"e er in ihnen seine alten Kameraden. E'nes Morgens kam unerwartet Besu"h.' Van Vorigen glaubte seinen Au"en nicht zu trauen, als sein alter Direktor Dal Monte vor ihm stand. „Ich wollte doch einmal persönlich nach- sehen, ob Sie buchstäblich den Verstand verloren haben, wie mrn sich erzählt. Vergräbt sich so e'n Mcns"h, der zur Weltklasse gehört und dem ich nicht einmal eine Gage bieten könnte, hier in die Eins"mkeit, um dem bequemen Leben ein»s Rentiers zu frönen.“ Van Doneen half dem wie e’n Wasserfal 1 Redenden lachend aus dem Mantel. Kurze Zeit darauf saßen die beiden gemütlich bei einer Flasche Rheinwein und tauschten Erinnerungen aus. Es war für van Dongen nicht so einfach, die Gründe für sein Abtreten von der Variäte- bühne dem alten Direktor plausibel zu machen. Immerhin merkte Dal Monte, daß der große Clown Tutti noch keineswegs der Artistenwelt für immer verloren war. „Wie ist die derzeitige Reiseroute?“ fragte van Dongen schließlich. „Köln ist unsere vorletzte Station in Deutsch- bnd. Dann geht’s nach Aachen, anschließend' Holland, Belgien, Frankreich — —* Van Dongen blickte sinnend vor sich hin. „Wenn Sie Lust haben, Sie wären mir herzlich willkommen. Aber was kann ich Ihnen schon bieten?“ „Das wäre im Augenblick nicht ausschlaggebend. Auf jeden Fall werde ich Ihnen in den nächsten Tagen meinen Gegenbesuch machen.“ „Wirklich? Na, das würde mich freuen und auch die alten Kollegen, soweit noch vorhanden.“ „Martens ist noch bei Ihnen?“ „Ja. Er wurde im vorigen Herbst von eine*- Tigerin angefal'en, hat aber die Schramm" -asch überwunden. Ja, wenn Sie unserer Tierbestand sehen, lacht Ihnen das Herz im Leibe.“ Inzwischen batten sie die zweite Flasche Rheinwein geleert. Van Doneen bat Dal Monte, zum Essen zu bleiben und dieser nahm freudig an. Als Gerdi Reinold am Nachmittag zu Besuch kam, bemerkte sie sofort die Veränderung im Wesen des Freundes. Sie drang jedoch nicht weiter in ihn, sondern wartete ab. Er würde von selbst reden. Sie kannte ihn ja Es traf sie wie ein Stoß, als er zu reden begann. Sie fühlte den Schmerz bis zum innersten Winkel ihres Herzens dringen. Aber sie verriet sich mit keiner Bewegung. Dann schämte sie sich innerlich. Nein, es ging um sein Glück. Wollte sie bei der ersten Probe versagen? Denn, daß sie van Dongen liebte, war ihr schon längst klar geworden. „Selbstverständlich wirst du hingehen, Reinhard. Schließlich hast du doch in diesem Unternehmen den Grundstein für deinen Aufstieg gelegt.“ „Meinst du wirklich?“ „Ja, Reinhard* Trotz der Fest'ekeit ihrer Stimme, bemerkte er die tiefe Traurigkeit, die in ihren Augen lag. „Aber ich weiß, wie es um dich steht, wie es um uns steht.“ „Trotzdem will ich dich nicht halten. Laß’ uns oboe Bitterkeit scheiden, Reinhard, denn 'ch weiß, du wirst von mir gehen. Und zuletzt — es eeht hier um dich.“ „Nein, Gerdi, da irrst du. Diesmal geht’s um dich. Den'ce Ich wäre ein Seemann, der ~uf große Fahrt geht. Ich muß noch einmal "isne-enluft um mich haben. Deshalb habe ! ch mich entschlossen. mR meinem alten Direktor Dal Monte auf Gastspielreisen zu gehen. T ch weiß, du wirst mich verstehen, ichfmuß iein Verstehen haben.“ „So viel hegt dir daran. Reinhard?“ „Alles. Ich muß dieses Gefühl haben, irgendwo eine Heimat zu besitzen. Und dieses Jefühl kannst nur du für mich verkörpern.“ „Ich bedeute dir wirklich so viel?“ „Du bist zu besehe'den. Gerdi, viel zu be- 'cheiden. Aber wir folgen letzten Endes alle unseren inneren Gesetzen.“ „Und das Gesetz des Clowns Tutti lautet, wieder einmal auf große Fahrt zu gehen.“ Sie brachte diese Worte mit einer so natürlichen Herzl'chkeit hervor, daß er die Geliebte in seine Arme schloß. „Ja, Teuerste, ich muß auf große Fahrt. Aber die Welt ist nicht so groß, daß man sich in ihr nicht eines Tages wiederfände.“ * Van Dongen schlug das Herz zum Halse hinauf, als er vor den Eingangspforten des Zirkus Dal Monte stand und er seine Blicke wie liebkosend über die gewaltige Zeltleinwand gleiten ließ, die von einem Gipfel, dem Chapiteau gekrönt wurde. (Fortsetzung folgt) Samstag, 18. November 1850 (fiCüdjMÄ* AöJ/ tot Gefährdung der Brotversorgung Ungenügende Versorgung der Bäckereien mit Briketts - Holzheizung würde Brot verteuern Nordbaden am Vorabend der Landtagswahl Von unserem Karlsruher CE-Korrespondenten Wenn man in diesen Tagen durch Nordbaden fährt, dann leuchten einem auf hunderten von Plakatsäulen und an zahllosen Bretterzäunen Plakate in allen Farbschattierungen entgegen. Man liest die Namen prominenter politischer Persönlichkeiten aus dem ganzen Bundesgebiet, und wenn man liest, mit welchem Parteiprogramm die Interessengruppen angesprochen werden, dann kommt einem das ganze Elend des Krieges und der Nachkriegsjahre zum Bewußtsein. In der Wahlkampagne der letzten Wochen waren die politischen Parteien, abgesehen vielleicht von der KPD, in Stadt und Land besonders rege, und hielten über 2000 Versammlungen ab, die allerdings nur ganz wenige Besucherzahlen aufwiesen. Will man allein daraus Rückschlüsse ziehen, so müßte man mit einer schwachen Wahlbeteiligung rechnen. Bel den Parteien erwartet man aber eine Beteiligung bis zu 70 Prozent bei den Landtagswahlen am Sonntag, die man als die »große Probe auf die politische Reife der badischen Bevölkerung“ bezeichnet. Zum fünften Mal seit 1945 Ist die Bevölkerung in Nordbaden zum Wahlgang aufgerufen. Leber eine Million Männer und Frauen werden am 19. November über die Zusammensetzung des neuen württemberg-badischen Landtags zu entscheiden haben, das sind einige Zehntausende mehr als bei der letzten Landtagswahl am 24. November 1946, wo rund 70 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten. Die Heimatvertriebenen, die damals s. T. noch nicht wahlberechtigt waren oder die sich inzwischen in Nordbaden niederließen, werden diesmal ein sehr ernstes Wort mitzureden haben, wenn man auch allgemein zur Ansicht neigt, daß ein „politischer Erdrutsch“ nicht zu erwarten ist. Fünf Parteien werben um die nordbadischen Stimmen. Nur wenig neue Namen' liest man auf den Parteilisten. Erstmals erscheint die „Deutsche Gemeinschaft, Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (DG/BHE)“, die im Wahlkampf besonders stark in Erscheinung trat, wenngleich es in Karlsruhe zu Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Spitzenkandidatur des vom Stuttgarter Landesvorstand nominierten Karlsruher Generaldirektors Samwer kam. Die SPD hofft auch in Nordbaden die stärkste Partei zu werden, besonders in den Städten Mannheim und Karlsruhe, während die CDU hauptsächlich ln den Landgemeinden gut abschneiden dürfte. Die DVP konzentriert sich vermutlich auf Pforzheim und Bruchsal, und die KPD sucht ihren Schwerpunkt in Mannheim, wenngleich auch Karlsruhe zu Hoffnungen Veranlassung geben soll. Das Wahlergebnis dürfte zumindest in gewissen Bezirken durch die immer noch nicht gelöste Südweststaatfrage beeinflußt werden, denn viele Wähler werden zweifellos ihre Stimmabgabe von der Einstellung der Parteien zum Südweststaat abhängig machen. Die „Arbeitsgemeinschaft der Badener" hat darauf verzichtet, für die Wahlen zum württemberg-badischen Landtag eigene Kandidaten aufzustellen. Auch der südbadische Staatspräsident Wohieb griff am Vorabend des Wahltages noch in den Wahlkampf ein und rief das nordbadische Volk zur Teilnahme am Wahlgang auf, „badisch zu wählen!“ Freiburg. Der Badische Bäcker-Innungsverband erklärt in einem Schreiben an den Staatspräsidenten, daß die Brotversorgung in Südbaden infolge der ungenügenden Auslieferung von Braunkohlenbriketts gefährdet sei, und bittet um Unterstützung für eine ausreichende Versorgung im Interesse der Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Brotpreise. Die Bäckerinnung weist darauf hin, daß die meisten Bäckereien nur noch auf wenige Tage mit Briketts versehen seien und andere bereits zur Holzheizung hätten übergehen müssen, um den Backbetrieb aufrecht zu erhalten. Der Kohlenhandel gebe die geringe verfügbare Menge Briketts vorwiegend an die private Kundschaft für Hausbrand ab, weil hierdurch vermutlich bessere Erlöse erzielt würden. Als Ersatz für Briketts käme nur Hartholz in Frage; die Holzbeheizung sei jedoch wesentlich teurer und werde daher von den Bäk- kereien abgelehnt Der vom Verband dem Wirtschaftsminister unterbreitete Vorschlag, alle Brikettzufuhren zunächst für die Brotherstellung sicherzustellen, sei vom Kohlenhandel mit dem Hinweis auf die Aufhebung der Bewirtschaftungsbestimmungen abgelehnt worden. Andererseits beziehe der Kohlenhandel das sogenannte Bäcker-Kontingent an Union-Briketts wie in der Bewirtschaftungszeit. „Umberentuog” der Versorgungsbezüge Freibarg. Das Versorgungsamt Freiburg ist vom Badischen Minister für Wirtschaft und Arbeit angewiesen worden, die nach Inkrafttreten des neuen Versorgungsgesetzes erforderlichen Umberentungen vorzubereiten und die notwendigen wirtschaftlichen Feststellungen sofort zu treffen. Für das Land Baden nen neuen Entwurf eines Landesgesetzes über die Errichtung wirtschaftlicher Fachkommissionen ausgearbeitet und dem Landtag zugeleitet, nachdem das am 24. September 1948 zusammen mit dem Badischen Betriebsrätegesetz verabschiedete ursprüngL Betriebsrätegesetz gesetz infolge eines Vetos der damaligen französischen Militärregierung nicht verkündet werden konnte. Zweck des Fachkommissionsgesetzes sollte von Anfang an sein, das im Betriebsrätegesetz verankerte wirtschaftlicke Mitbestimmungsrecht aus der reinen Betriebsebene herauszunehmen und auf die höhere Ebene sogenannter Fachkommissionen zu verlagern. Nach dem neuen Entwurf sollen die Fachkommissionen als Körperschaften des öffentlichen Rechts gelten. Ihre Zahl und die Abgrenzung ihrer fachlichen Zuständigkeit soll das Ministerium der Wirtschaft und Arbeit im Benehmen mit den Vereinigungen der Arbeitgeber und den Gewerkschaften bestimmen. Jede Fachkommission setzt sich aus der gleichen Anzahl von Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der betreffenden Fachzweige zusammen. wird eine rasche Umberentung als notwendig bezeichnet, weil das Bundesversorgungsgesetz bestimmt, daß höher gezahlte Leistungen ausschließlich zu Lasten des Landeshaushaltes ■IM. ...... . ■!■! i BuB. und Bettag gesetzlicher Feiertag Der Buß- und Bettag am 22. November Ist in Südbaden staatlicher Feiertag, für den Lohnausfall zu gewähren ist. Wird an diesem Feiertag im Betrieb gearbeitet, so besteht nur Anspruch auf Lohn für die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden plus Feiertagszuschlag von 100 Prozent. gehen. Die Wohlfahrtsämter wurden ersucht, die wirtschaftlichen Fragebogen des Versorgungsamtes Freiburg vollständig aufzustellen und sie innerhalb acht Tage an das Versorgungsamt zurückzuleiten. Ettlingen, (ce) Die Albtalstadt Ettlingen wurde in der Nacht zum Freitag von einem verheerenden Großfeuer heimgesucht, dem binnen weniger Stunden das neuerbaute Thonax- Werk zum großen Teil zum Opfer fiel. Das Werk stellte Leichtbauplatten her. Man vermutet, daß durch Ueberheizen der Trockenöfen der Brand entstand, zu dessen Bekämpfung nicht nur die Ortsfeuerwehr, sondern auch die Karlsruher Berufsfeuerwehr eingesetzt werden mußte. Nack mehrstündigem Einsatz der vereinten Wehren war der Brand soweit lokalisiert, daß eine weitere Ausbreitung nicht mehr zu befürchten war. Die Ettlinger Feuerwehr hatte allerdings bis zum Freitegmittag Wie der | 28 des badischen Betriebsrätegesetzes vorschreibt, wird das Mitbestimmungsreckt der Arbeitnehmer bei der Festlegung der Art und des Umfanges der Produktion sowie bei der Festlegung und Kontrolle des Warenabsatzes innerhalb der zuständigen Fachkommissionen ausgeübt Hierin dürfte das Kernstück der zukünftigen Tätigkeit der geplanten Fachkommissionen liegen. Wie es in der Begründung zu dem Gesetzentwurf heißt, haben die Gewerkschaften dem Entwurf im wesentlichen zugestimmt, während die Unternehmer die Auffassung vertreten habe«, daß die Verkündung des Fachkommissionsgesetzes zum jetzigen Zeitpunkt im Hinblick auf die Bestrebungen nach bundeseinheitlicher Regelung des Mitbestimmungsrechtes nicht mehr zweckmäßig sei. Der Einwand der Unternehmer wird jedoch in der Begründung des Gesetzes als nicht stichhaltig bezeichnet. Das Fehlen eines Fachkommissionsgesetzes hätte bis jetzt zur Folge gehabt, daß das rechtsgültig verkündete Betriebsrätegesetz de facto nickt verwirklicht werden könne, ein Zustand, der rechtlich nicht länger tragbar erscheine. Ueber die Wellen des Panks . Sonntag, den IS. November SOdwestfunk: 8.30 Evang. Morgenfeier) l.ll Katt». Morgenfeier; 11.00 Muilk zum Sonntagvormlttagt 11.49 Fllr den Bauern; 12.20 Johann Sebastian Bach| 13.30 Volksmusik und Chorgesang; 18.00 Kinderfunk! 18.30 Stimme der Heimat; 17.00 Slldwestfunk-Unter- haltungs-Orchester; 19.20 Deutsche Volkslieder; 20.00 Sinfoniekonzert. Stuttgart: 7.15 Hafenkonzert; 8.00 lanMink; 1.18 Geistl. Musik; 11.30 Johann Sebastian Bach; 12.00 Musik am Mittag; 13.30 Aus unserer Heimat; 14.00 Chorgesang; 14.30 Kinderfunk; 17.00 „Der Zauberlehrling von Bajodoz“; 18.30 Klingende Kleinigkeiten; 18.85 Totoergebnisse; 20.08 Sang und Klang. Montag, den SO. November SOdwestfunk : 8.48 Marktberichte; 0.40 Musikal. Intermezzo; 9.00 Aua den Kinderstuben Europas: Balkan; 11.30 Landfunk; 11.45 Volkstümliche Melodien: 14.00 Für die Schuljugend; 14.30 Franz. Sprachunterricht; 15.00 Tanztee; 17.40 „Der Bauemtlsch“; 21.00 Aua der Welt der Oper. Stuttgart) 8.40 Helmatpost; 8.00 Ihr dis Muttert 9.00 Kaviermusik) 10.15 Schulfunk; 13.00 Echo auo Baden; 15.00 Schulfunk; 15.30 Kinderfunk; 18.00 Nachmittagskonzert; 17.45 Heimatpost; 18.25 Feter- abendmusik; 19130 Was meinen Sie dazu?; 20.05 Musik für jedermann; 22.05 Zeitgenöss Musik. mit Aufräumungsarbeiten alle Hände voll zu tun. Der Brandschaden ist sehr hoch. Schwerer Verkehrsunfall ln Karlsruhe Karlsruhe. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich, als ein amerikanischer Personenwagen mit hoher Geschwindigkeit zwischen zwei Verkehrsinseln hindurchraste. Er erfaßte zwei Fußgänger. Ein 76jähriger Mann war sofort tot, eine 46 Jahre alte Frau wurde schwer verletzt. Da Passanten gegenüber dem Fahrer eine drohende Haltung einnahmen, mußten ihn Polizisten in Schutz nehmen. Neubürger aus Heimweh in den Tod Karlsruhe. (SWK) Der im nahen Jöhlingert wohnhafte 74jährige Sudetendeutsche Anton Gregar wurde seit rund 8 Tagen vermißt. Jetzt fand man den Greis in einem Wasser-* graben auf der benachbarten Gemarkung KÖ-* nigsbach tot auf. Gregor war über den Verlust seiner Heimat schwermütig geworden und irrt« in dem Glauben, dieselbe wiederzufinden, oft tagelang in den Wäldern umher. *i Eint Festnahme wegen dea Freiburger Raubübe rfallee --y Freiburg. In Zusammenhang mit dem ami vergangenen Sonntag in Freiburg verübten Raubüberfalles auf einen Handwerksmeister, der dabei schwer verletzt und um 600 DM beraubt worden war, nahm die Freiburger Kriminalpolizei einen Jungen Mann fest. Der Handwerksmeister erkannte in dem Festgenommenen einen Zechgenossen, der sich in einer Wirtschaft an ihn herangemacht und ihn auch in andere Gaststätten begleitet hatte. Baden-Baden sucht ein Plakat Baden-Baden. (SWK) Zur Erlangung von Plakatentwürfen unter dem Stichwort „Baden- Baden, das Heilbad im Sckwarzwald“ hat die Kurdirektion einen allgemeinen Wettbewerb ausgeschrieben. Scklußtag für die Einsendung ist der 15. Dezember. Als Preise für die drei besten Arbeiten sind 1500, 1000 und 500 DM ausgesetzt. Landesgese^ über Fachkommissionen Zustimmung der Gewerkschaften — Einwände der Unternehmer Freiburg. Die badische Regierung hat ei- Nächtliches Großfeuer in Ettlingen Ein neuerrichtetes Werk im Albtal ein Opfer der Flammen „Dei Fall A. O." Deutsche Uraufführung in Baden-Baden und Freiburg Die Not der Nahkriegsjugend, ihre Unsicherheit und Verlassenheit, die sie bis zum Mord treibt, steht im Mittelpunkt des Schauspiels „Der Fall A D.“ des holländischen Schriftstellers Hans Tiemeyer. Im Krieg hatten die jungen Menschen Bomben, Schiebung, Geiselerschießungen und Unmoral erlebt, aber sie klammerten sich trotz ihres Ekels vor diesen Zuständen an die Versprechen, nach dem Krieg werde alles besser. Dock als der Krieg zu Ende war, blieb alles beim alten: die Schieber, die Unmoral, die unverbindlichen Versprechungen. Hilflos stand die Jugend diesem Treiben gegenüber, allein gelassen, gezwungen, mit all dem ohne die Unterstützung der Aei- teren fertig zu werden. Der Ekel steigerte sich zum Haß auf die Lügner, die Betrüger aller ihrer Wünscke und Hoffnungen, und aus diesem Haß erschießt Anna Dalders, ein junges Mädchen, einen Journalisten. So wird der Fall der Anna Dalders zur Anklage gegen die Aelteren, die verantwortungslos die Jugend allein lassen, anstatt sie zu führen und ihnen ein Vorbild zu geben. Leider war dieses brennend* Problem, diese Anklage der seelisch heimatlosen Jugend, nicht recht überzeugend. Das lag vor allem ifc den psychologischen Unzulänglihkeiten des Stückes und an den wenig glaubwürdigen Gestalten vor dem Rickteriisck. Auch eine gründliche Ueberarbeitung, die bei beiden Inszenierungen vorgenommen wurde, konnte dem Ganzen nicht mehr Farbe geben. Tiemsyers Schauspiel ist mehr ein Diskussions- als ein Theaterstück, und man versuchte, dem Charakter des Stückes entgegenzukommen, indem man die Aufführungen im „Zimmertheater“ spielte. Das Publikum saß um den Rickteriisck herum, alsjiehme es an einer Gerichtverhandlung teil. Aber der Eindruck blieb zwiespältig, und der Beifall des Publikums galt mehr der Inszenierung und dem Ensemble, das sich redlich bemühte, den flachgezeichneten Gestalten ein wenig Leben einzubaucken, als dem Autor. Schade, daß ein so wichtiges und aktuelles Problem so unbefriedigend behandelt wurde. Jürgen Buschkiel Gastspiele dei Opeia dl Roma Das 1. Gastspiel der Opera di Roma im Badischen Staatstheater in Karlsruhe mit „Barbier von Sevilla“ von Rossini unter der musikalischen Leitung Oliviero de Fabritüs vor ausverkauftem Hause gestaltete sich zu einem Triumph südländischer Temperamente und der Lust am Musizieren. Tito Gobbi als „Figaro“ und Antonio Cassinelli als „Basilio“ waren stimmlich und darstellerisch die Stützen des Ensembles. Maria Erato wußte als „Rosine“ ihre Anmut und ihre in den Koloraturen erfreulich sichere, wenn auch nicht sehr große Stimme mit Erfolg einzusetzen. Rudolfe Moraro stand als Graf Almaviva im Schatten seiner großen Kollegen. Zum 2. Gastspiel der Opera am Samstag mit „Madame Butterfly“ hat sich der außerordentliche Botschafter Italiens, Dr. Rizzo, mit Gattin angesagt. Zwei Zielet — zwei Welten Mannheimer Kunstausstellungen Von Hede Linz Der Mannheimer Kunstverein, der 1943 ausgebombt wurde, hat wieder ein Heim gefunden und zu seiner ersten Ausstellung seine Mitglieder und Kunstfreunde eingeladen. Die erste Ausstellung ist dem 1881 in Löffingen geborenen, 1944 in Bernau gestorbenen Maler Adolf Hildebrand gewidmet Er war ein Schüler Hans Thomas und lehrte später in Pforzheim. Seine besten Werke, in einem einsamen Bauernhaus in der Nähe Pforzheims vefsteckt, sind in den letzten Kriegstagen vernichtet worden. Hildebrand ist ein Maler der Natur, ln deren Farbigkeit ein süddeutsch-romantisches Lebensgefühl charaktervoll zum Ausdruck kommt. Wenn man durch die hellen Räume der Ausstellung wandert, die kräftigen Bilder getreuer Naturbeobachtung an der Wand als gute, stille Begleiter, die durch den Hotzenwald führen, kommt eine künstlerische und heimatselige Freude über uns. Wohin immer sein künstlerisch suchendes Auge traf, und was auch immer seine sichere Hand festhielt, überall weht aus tief fundiertem Können der Atem seiner geliebten Heimat, die Liebe zu seinen Menschen und eine Innigkeit, die wie es in früher Rilkescher Lyrik von böhmischen Volksweisen heißt: „Dringt sie ins Herz dir leise, macht sie es schwer..." Im gegenüberliegenden Schloßfiügel in der Galerie Probst, einer Galerie der Kunst des 20. Jahrhunderts, sehen wir Werke Lyonei Feininger’s, der 1871 in New York geboren ist, dessen Eltern aber aus Durlach bei Karlsruhe stammen, wo sein Vater Geiger, seine Mutter Organistin und Sängerin war. Lyonei war ein musikalisches Wunderkind; schon mit 12 Jahren trat er in Konzehen auf. Auch als Maler musizierte er weiter und hat als Fünfzigjähriger zahlreiche Fugen komponiert. Diese Musikalität spricht aus seinen Bildern, wie die Farbe aus Goetheschen Gedichten. Die Stationen seines Malerstudiums waren die Gewerbeschule Hamburgs, die Berliner Akademie, das Jesuitenkolleg in Lüttich und Paris. Weil er das Thüringer Land so wie kein zweites liebte, ließ er sich dort dauernd nieder, bis ihn Gropius als Meister ans Bauhaus berief. Als 1936 sein Weiterarbeiten in Deutschland unmöglich erschien, ke’;rte er nach Amerika zurück, wo er seither lebt und malt. Es ist falsch, wenn der Geschmack des Publikums als Wertmesser aufgerufen wird. Dagegen protestiert der Künstler und mit ihm jeder, der sich um die Sache der Kunst bemüht Der B?trackter geht nicht von den Maßstäben aus, weiche die Kunst gibt, er vergleicht das Dargestellte mit der Wirklichkeit und mit dem Gewohnten. So wird das Gestern zum Richter über das Heute gemacht. Ob Feininger Avantgardist von heute, morgen oder übermorgen als Klassiker empfunden wird, ist bei seinen ausgestellten Werken nickt die erste Frage. Seine Utensilien sind Kreide, Tusche und dünn aufgetragene Wasserfarben, und angesichts dieser Aquarelle wird auch dem Kunstkenner ein Ahnen kommen, daß dieser Künstler weiß, was er will, und daß es lohnt, ihn aus seinem Wollen heraus zu verstehen. Es geht ihm dabei, so unverständlich es vielen sein mag, um das Sehen der Zukunft. Seine Bilder sind aus einer anderen Welt, aber aus einer künstlerischen Phantasie, ganz gleich, ob es Hochhäuser von Manhattan oder ein thüringisches Dorf, die die äußere Erscheinung in ihrer nüchternen alltäglichen Gegenständlichkeit sieht und in der farbigen Substanz wunderbar beseelt. Ein Wort des Malers Chardin fällt uns beim Betrachten ein: „Man malt nicht mit Farben, sondern — mit der Empfindung“. Man hat den Künstler während seiner Tätigkeit für das Weimarer Bauhaus vielfach verkannt; die Nationalsozialisten haben ihn verfolgt und ausgestoßen. Jetzt steht er mit der Reife des Meisters vor uns. Samstag, 18. November 1950 «ft I M ’ZEITG ESCH EHEN £iäwi aUi fiatHiH! Mit viel Fraid un Schmunzle hab ich schun ott Dini Briefli in d’r Zittung g’lese. Des war •u am letzschde Samschtig d’r Fall. Kinnscht Du mir nit emol des Patent vun Dinere fliägende Durrlipps verrote? Oder kannsch des Wundertier nit mit ä me Sozius versehe, damit ich au ämol mitfliäge kann? Ich dät nämlich au ganz gern mini Nase in verschiedini Sache nien stecke; denn des hab ich schon g’merkt, daß Du Dini Rueb überall drin hesch. Aber des hesch doch noch nit g’sehne, daß unseri Schtroß un s’Trottwar ganz notwendig neu teert wäre müeßt. Do kann mer sich bi jedem Schritt dreimol d’r Knoche breche. Was nutzt uns des, wenn drum rum alles suber isch, un bi uns nit eimol im Johr d’r Schtroße- feget d’r Roßärdepfel und d’r Kuhs.pinat ewe- gfegt? Fliägscü halt au emol über d’Süd- schtadt, gell? Jetzt will ich Dir aber noch ebbis verrote. Ich hab mir nämlig schun lang d’r Kopf ver- broche, wer Du eigentlig bisch. Jetzt weiß is aber zu 99 Prozent genau. Ich hab jo schun lang uff Dich gschpitzt kett. Nur weiß ich halt noch nit, ob des ä offenes fi’heimnis isch oder ob’s niämer wissen darf. Wenn Du jetzt au wisse willsch. wer ich bin, dann denk nur emol drüwer noch. Min Mann isch als zu Dir ins Lädeli kurnme. Ich hab mirs aber denkt, daß Du den nimm? kennsch, desdrum b'n ich halt au emol mitgange. Dann hesch uff eimol wieder g’wißt, zue wem er g’hört. Gell, d’r verrutsch mi aber nit, wenn er wieder zue Dir kommt? Wenn ich halt jetzt e paar Fehler g’macht hab, , — ich hab jo noch nie im Dialekt g’schriebe — so kommt des sicher vun d’r Uff- regung, wenn ich dran denk, daß Du noch ledig bisch un- ich verhierotet. E alti Bekannt! Junge Offenburger spielen Theater Aufführung des Märdienspieles .König Drosselbart" am 15. Dezember in der Stadthalle OT. An den Montagabenden geht es im Singsaal der Schillerschule lebhaft zu. Ein Regisseur gibt Anweisungen, es wird deklamiert und gestikuliert. Der würdige Raum hat sich in eine Theaterbühne verwandelt. Es wird eifrig geprobt. Das lustige, in Blank- reirflen gehaltene Märchenspiel „König Drosselbart“ geht in Szene. Seit acht Wochen hat nämlich Offenburg so etwas wie eine junge Schauspielertruppe. Es ist ein Verdienst des Leiters vom Jugendbildungswerk, Otto Dehmer, daß im neuen Winterhalbjahr des Jugendbildungswerks ein Kursus für Laienspiel aufgenommen wurde. Er steht unter der Leitung der Schauspieler Peter E. Wößner und Ernst Neubauer. Es wird Stimmbildung (Organstudium), Sprachkunde, Ausdrucksgymnastik und Rollenstudium getrieben. Ein Kreis von über zwanzig jungen Menschen beiderlei Geschlechts aus allen Berufen hat sich zusammengefunden. Alle sind sie, wie es ein Besuch des letzten Abends unserem Redaktionsvertreter bewies, mit Begeisterung für die Sache des Theaters entflammt. Sie möchten agieren, darstellen, spielen. Freilich, so einfach, wie sich das vielleicht mancher vorstellte, ist es nicht. Gerade die Schauspielkunst verlangt eine intensive Schulung. Die Talente fallen nicht vom Himmel. So war es nicht verwunderlich, daß es in der fersten Zeit für die einzelnen viel an sich zu arbeiten gab. So ist es auch nicht verwunderlich,, daß bis zur letztgültigen Menschen- und Charakterdarstellung noch manches fehlt. Aber es wurde in den vergangenen Wochen doch auch vieles geleistet. Es kostete die Leiter des Kurses viel Mühe, Geduld und Einfühlungsvermögen, bis sie einen Erfolg ihrer Arbeit, der heute schon recht beachtlich ist, feststellen konnten. Was der Schauspieler voraus hat, so meinte Schauspieler Peter E. Wößner zu uns, ist die ^Sprache, was aber der Laienspieler voraus hat, ist das Herz. Was an uns am Montagabend vorüberzog, war schon recht lebendige Szene. Es erscheint Offenburg fehlt eine Wandererherberge Aus einer Gemeinschaftsversammlung der Offenburger Kolpingsfamilie Heber ein Werk der Nächstenliebe, das nach außenhin wenig in Erscheinung tritt, dafür sich aber in aller Stille betätigt, sprach im Rahmen einer Gemeinschaftsversammlung des katholischen Gesellenvereins (Kolpingsfamilie) im Gasthaus „Tritschler“ Wilhelm Heisch. Es handelte sich um das Liebes- werk des hl. Vinzenz von Paul, der 1576 in t der Gascogne geboren, ein Jforbild selbstver- : gessäher Nächstenliebe wurde. Mäh' bezeichnet® ihn auch als den „Caritasapostel der Neuzeit“. Der größte der Laienschüler dieses vorbildlichen Mannes war im Jahre 1833 in Paris der spätere Professor für Literaturgeschichte Friedrich Ozanam, der zusammen mit dem Studentenvater Bailly und fünf anderen Studenten den Vinzenzverein begründete. Er hatte sein Werk unter den Grundsatz gestellt: „Reden wir nicht soviel von Caritas! Lieber wollen wir sie üben und den Armen wirklich helfen.“ Neben der. Förderung im christlichen Vollkommenheitsstreben besteht die Hauptaufgabe dieser Organisation darin, in regelmäßigen Haus- und Familienbesuchen, von Mensch zu Mensch, durch materielle und geistige Mittel den Notleidenden zu helfen Die deutsche Organisation ist dem We!t- vinzenzverein angeschlossen und teilt sich in die Diözesan- und Ortsräte und in die einzelnen Mitgliedergruppen, die Konferenzen benannt werden. Der zweite Weltkrieg störte die Arbeit der Organisation beträchtlich, doch bestanden schon 1948 allein in Deutschland wieder 635 Konferenzen mit weit über 80 000 tätigen Mitgliedern. In der ganzen Welt bis nach Japan, Australien, Indonesien u. a. bestehen mit etwa lßO 000 Mitgliedern rund 13 000 Konferenzen. Stadtpfarrer H u g 1 e sprach in seiner Eigenschaft als Präses der Offenburger Kolpingsfamilie über die caritative Tätigkeit als die elementarste Pflicht eines jeden Christenmenschen. Er stelle seine Ausführungen unter das Wort: „Wenn einer in seinem Leben nichts Gutes tut, holt ihn der Teufel — selbst wenn er jeden Tag in die Kirche geht!“ Dann schilderte er die Tätigkeit der Bahnhofsmission. Es hätten beispielsweise im August 1950 2 365 Männer und ^Trauen im Tagesraum der Offenburger Bahnhofsmission zugebracht. Darunter befanden sich 845 Männer und 114 Ein Ereignis für Offenburg Am Donnerstag, dem 30. November, wird der Offenburger Orchesterverein sein 100. Jubiläumskonzert veranstalten. Es ist gelungen, dazu von dem größten in Europa lebenden Geiger, Tibo.r Varga, London, eine Zusage zu erhalten. Tibor Varga wird das Beethoven-Violinkonzert spielen. Der Offenburger Orchesterverein, dessen besonderes kulturelles Verdienst es im Laufe seines langen Bestehens wurde, fast alle berühmten Musiker zu engagieren und der Offenburg erst kürzlich zu dem Genuß des Konzertes Elly Ney- Ludwig Hölscher verhalt, wird jetzt nicht nur einen Künstler von europäischem Rang, sondern den besten Geiger Europas nach Offenburg bringen. Wir weisen schon jetzt auf dieses Jubiläumskonzert hin, da es wohl einmalig ist, daß Offenburg von einem so berühmten Gast besucht wird, dessen Können, Gesinnung und Persönlichkeit voll ebenbürtig neben dem des großen amerikanischen Geigers. Jehudi Menuhin steht. Frauen, ^die sogenannte „Zonenwanderer“ waren, also Menschen, die von Norden nach Süden und wieder von Süden nach Norden ohne Unterlaß unterwegs sind, weil sie niemand haben will. Im Jahre 1949 waren es 27 000 Menschen, also 5 000 mehr, als damals die Stadt Offenburg zählte, die ihren Weg durch die Bahnhofsmission nahmen. Seit dem 15,. .Sgptember 1949 wurden- dann die sogen. Wanderkarten eingeführt, die der Einweisung in eine Herberge dienen. Bis heute habe die Bahnhofsmission insgesamt 6 850 solcher Wanderkarten ausgestellt. Da Offenburg aber keine Wanderherberge besitze, müßten die Männer in der Bahnhofsmission, die Frauen im Pfründnerhaus übernachten. Daher brenne das Problem einer Wandererherberge allen, die es angehe, auf der Seele. Es stehe jedoch zu hoffen, daß es bald bei Gewährung eines entsprechenden Zuschusses in Verbindung mit den anderen Wohlfahrtsverbänden gelingen werde, durch Errichtung einer Uebemach- tungsbaracke diesem Elend zu begegnen. Da mehr Not in der Welt ist, als manche glauben, so schloß Stadtpfarrer Hugle, gebe es nichts Schöneres, als anderen Menschen zu helfen. . w. vielleicht als ein Wagnis, den Kursus gleich auf das praktische Theaterspiel abzustellen. Auch ein Märchenspiel erfordert Ansprüche und Anstrengungen. Aber hier erscheint es doch apch als ein mutiges Unternehmen, das vielleicht vielversprechend für das künftige Laienspiel in Offenburg ist. Das Märchenspiel vom König Drosselbart soll in fünf; Wochen, am 15. und 16. Dezember, in der Stadthalle aufgeführt werden. Bis dahin muß noch fleißig geprobt, müssen noch eifrig Sprech- und bewegungsstudien getrieben werden. Die Aufführungen sollen zu Ereignissen für die Offenburger Kinder werden. Ein eigenes Ballett, die Volkstanzgruppe Ruck vom Jugendbildungswerk, wird mitwirken. Der städt. Musikdirektor Franz Lehmann hat eigens eine untermalende Musik zum Spiel geschrieben, die von dem J u g e n.d o r ch e - ster der städt. Musikschule bestritten wird. Wir können also schon jetzt auf diese kom- m»ode Märchenspiel-Aufführung gespannt sein. Es ist das Bestreben vorhanden, eine auch künstlerischen Maßstäben einigermaßen gerecht werdende Laienspielgruppe aufzubauen, die sich später (mah denkt auch an Ortenberger Schloßspiele) größeren Aufgaben zuwendet. Zu diesem Zwecke sind weitere Meldungen von theaterbegabten Jugendlichen und auch älteren Theaterfreunden erwünscht. Dem Unternehmen ist jedenfalls aller Erfolg zu wünschen. Bauarbeiten eingestellt Auf Anordnung des Landratsamtes ist der Bau der Tiefabortanlage auik dem alten Marktplatz gestern morgen zum zweiten Male eingestellt worden. Offenbar ist die Entscheidung des Innenministeriums, das, wie wir in unserem Artikel vom 9. 11. 1950 ausgeführt hatten, dazu vom Landratsamt angerufen worden war, für die Stadt Offenburg negativ ausgefallen, obwohl der Stadtrat das Projekt einstimmig gebilligt hatte Die amtliche Stellungnahme bleibt abzuwarten. Verkehrsunfäüe am laufenden Band Am Donnerstag wurde ein Radfahrer beim Einbiegen von der Landstraße hach Marlen auf die Kinzigbrücke von einem Pkw. angefahren. wobei das Fahrrad beschädigt wurde. — Am gleichen Tag, mittags, stießen an der Kreuzung Hilda-Turnhallestraße ein Radfahrer mit einem Pkw. zusammen. Die Schuld lag am Radfahrer, der unvorsichtig in die Hildastraße einbog. — Am Nachmittag stießen auf der Hauptstraße, in Höhe des „Offenburger Hof“, zwei Pkw. zusammen und wurden beschädigt. — Kurz darauf fuhren an der Ecke Korn-Hauptstraße ein Radfahrer und ein Pkw. zusammen, wobei kein nennenswerter Schaden ' entstand. — Am Tage zuvor wurde auf der Ortenberger Straße, bei deren Kreuzung mit der Hildastraße, ein vier Jahre altes Kind, das die Ortenberger Straße überqueren wollte, von einem Lastwagen angefahren. Das Kind stürzte und erlitt einen Bluterguß am Hinterkopf sowie Schürfungen an den Knien. Ein Jahr Offenburger Sauna-Bad Was sagen seine Besudier über seine Wirkung? Sommer habe Am 21. November ist es ein Jahr her, daß das Offenburger Sauna-Bad am Waldbach eröffnet worden ist. Damals wurde dieses neue und neuartige Bad noch mit einer gewissen Zurückhaltung aufgenommen, weil etwas Fremdes nach Offenburg gebracht worden zu sein schien, weil man zweifelte, ob eine Einrichtung des hohen Nordens hier notwendig wäre und ob sie bei uns Anklang Anden würde. Aber, wie es auch sonst zu gehen pflegt, die Erfolge, die nicht auf sich warten ließen, haben die anfänglichen Bedenken zerstreut und bald erfreute sich das Sauna-Bad eines allgemeinen Zuspruchs, nicht nur von Offenburg, sondern auch von auswärts. Es war bekannt geworden, daß das Sauna-Bad hilft und daß die Badeeinrichtungen am Waldbach hinsichtlich ihrer Anlage und Sauberkeit geradezu vorbildlich sind. Sie wurden immer mehr benutzt von Frauen und Männern, die dort ihr Rheuma, ihr Ischias, ihr Nervenleiden, ihre Durchblutungsstörungen, Hautausschläge usw. los Weeden wollten und - von ihnen auch -feelrei* ; ^^He?t-iS^ie ich. Wieder die gering sten. Rheuma-Schmerzen verspüre, gehe ich worden sind. Weil die trockene Heißluft so vielen geholfen hat, mußte das Bad bald erweitert werden. Es wurde im Innern durch eine Liege- und durch einen Massageraum mit Höhensonne ergänzt. Im Sommer stehen nach dem Saunieren noch Planschbecken mit Duschen im Freien und Liegewiesen zur Verfügung. Daß es bis jetzt jedem Besucher gut bekommen ist, beweist die Tatsache, daß noch kein einziger Herzanfall vorkam. Wen man fragt, der äußert sich lobend und zufrieden. Hier einige Stimmen: F. Sch. aus Biber ach: „Früher bin ich nach Baden-Baden gefahren wegen meiner Gelenkschmerzen. Als das Offenburger Sauna- Bad eröffnet war, kam ich nach Offenburg. Die Akkordeon- und Handharmonikaschule Sie kann bald auf ein 15jähriges Bestehen zurüdtblidcen 1 Von der Kulturkorrespondenz für Handhar- monika-Musik, Trossingen, wird uns geschrieben: Annähernd 15 Jahre sind es schon her, daß die staatlich geprüfte Musikerzieherin für Harmonika-Instrumente, Frau Johanna Jack- Karb, Offenburg, Am Unteren Mühlbach 58. ihre „Akkordeon- und Handharmonika-Schule Offenburg“ als erste und einzige Fachschule am Platze eröffnet hat. Hunderte von Schülern und Schülerinnen aus Offenburg urtd weit über Ottenburgs Grenzen hinaus erhielten in diesen Jahren auf ihnen diatonischen und chromatischen Akkordeons den für ihre musikalische Bildung und Erziehung so wertvollen Unterricht. Ungezählte Konzerte hat seitdem die Schule vor allem mit ihren beiden Orchestern, dem Großen Akkordeon-Orchester Offenburg“ und dem „Jugendorchester der Schule“, gegeben. Sie verstand es, die volksmusikalischen Bedürfnisse der heranwachsenden Jugend in kulturell wertvolle Bahnen zu lenken. Durch das stete Anwachsen der Schülerzahl war Frau Jack-Karb gezwungen, Zweigschulen in Wolfach und in Oberkihh einzurichten. Frau Jack-Karb wurde auch vom „Bund der Harmonika-Freunde“ als Bezirksvorsitzende für die Ortenau gewählt. Bereits im Jahre 1940 wurde sie mit ihrem Sextett vom Südwestfunk für die Sendungen „Stimmen der Heimat“ verpflichtet. Am 16. Oktober 1949 erlebten sie und ihre Schüler den längst schon verdienten Preis ihrer Arbeit. Beim Bezirkstreffen der mittelbadischen Handharmonika- Orchester in Ottenburg errang ihr „Großes Akkordeon-Orchester Offenburg“ mit ausgezeichnetem Erfolg den ersten Preis und wurde somit „M ittelbadischer Meister“ An diesem Tage schnitt auch das Sextett mit sehr gutem Erfolg ab, und das Jugendorchester erspielte sich die Note „Guter Erfolg“. Wie im letzten, so wird Frau Jack-Karb auch in diesem Winterhalbjahr in der Volkshochschule Offenburg zuhörensein. 1 Der Lehrkörper an der Schule wurde er weitert durch die Tochter; von Frau Jack-Karb. Fräulein Hannelore Jack, ebenfalls staatlich geprüfte Fachlehrerin für Harmonika-Instrumente und Studierende der Solistenklasse von Weltmeister Rudolf Würthner an der Musikhochschule in Trossingen. Ihr besonderes Studium umfaßt nicht allein die arteigene Musik für Harmonika-Instrumente, sondern hauptsächlich die moderne Rhythmik, was für alle Spieler, die moderne Schlagermusik erlernen wollen, von außerordentlichem Wert ist. Um den Schülern, hauptsächlich den Jugendlichen aus der Oststadt Ottenburgs, künftighin den weiten Weg an den Unteren Mühlbach zu ersparen, hat sich die Firma Musikhaus Pfettscher auf der Hauptstraße bereit erklärt, Frau Jack-Karb einen geeigneten Raum für Unterrichtszwecke zur Verfügung zu stel len. In Interesse der volksmusikalischen Bedürfnisse der heranwachsenden Jugend ist ein weiteres Wachsen und Gedeihen der „Akkordeon- und Handharmonika-Schule Ottenburg nur zu wünschen. — H. Wz. - Ueberellung nicht notwendig „Im Interesse der Aufklärung“ bittet uns das Badische Ministerium des Kultus und Unterrichts um Aufnahme folgender Notiz zu unserem Artikel „Es geht um eine Direktorenstelle“ in unserer Ausgabe vom 4. 11. 50: „Bereits hat sich das Ministerium pflichtgemäß mit der Nachfolge des derzeitigen Direktors der Gewerbeschule beschäftigt, zumal da es von außen darum schon angegangen war. Wie kann man aber erwarten, daß das Ministerium einen Nachfolger nennt, ehe der bisherige Direktor überhaupt zurruhgesetzt ist? Wenn die Pensionierung ausgesprochen wird - der derzeitige Direktor ist im letzten Monat 65 Jahre alt geworden - dann ist der Beamte kraft Gesetz noch 3 Monate im Dienst, so daß die Nennung eines Nachfolgers in keiner Weise übereilt zu werden braucht“. Seit dem Sommer habe ich nicht mehr zu kld^6n> u H. Sch. aus Willstätt: „Seitdem ich hierher komme, habe ich kein Asthma mehr.“ R. H aus Offenburg: „Ich gehe aus. Ueber- zeugung ins Sauna-Bad, weil ich gemerkt habe, daß es mir gut tut “ Ein Mitglied der Män'nerbadgesellschaft, die durch den Besuch der Sauna den Winter überbrückt: „Wir gehen regelmäßig ins Sauna- Bad. Es bekommt uns sehr gut.“ H. Sch. von Offenburg: „Ich habe vor einiger Zeit so heftige Schmerzen im Rücken bekommen, daß ich völlig hilflos wurde. Durch meinen Beruf, der mich zwingt, viel im Freien und Kalten zu arbeiten, wobei ich oft schwere Gewichte zu heben habe, wurde ich anfällig und bekam Rheumatismus. Ich mußte mit dem Auto ins Sauna-Bad gebracht werden. Schon kurze Zeit nach dem ersten Bad spürte ich wesentliche Besserung. Nach zwei weiteren Bädern war die Krankheit, gegen die iph vorher- ohne, JSrfplg; Spritzen bekommen hatte, -- — 4nli nnei^ae dio (Torin iiis Sauna-Bad. Auch meine Frau, die zudem noch herzleidend ist und an Rheumatismus litt, wurde kuriert. Ich weiß von Bekannten, die herzleidend sind, daß sie (bei vorsichtiger Dosierung der Bäder) ihre rheumatischen Beschwerden heilten und daß, obwohl man ihnen vorher wegen des Herzens abgeraten hatte, sich ihre Herzleiden nicht verschlimmerten. Es kommt eben darauf an, daß man nichts übertreibt. Der Erfolg jedoch ist sicher.“ Von ärztlicher Seite: „Das Sauna-Bad dient nicht so sehr zum Abnehmen: ' seine Wirkung liegt vielmehr in der weitgehenden Entschlak- kung des Körpers durch die starke Schweißabsonderung. Es regt die Blutzirkulation an und verstärkt die Durchblutung auf die Körperoberfläche; es ist besonders geeignet bei rheumatischen Zuständen und Gelenkserkrankungen. Gleichzeitig wirkt es vorbeugend gegen akute Infektion (wie Grippe) und Erkältungskrankheiten der oberen Luftwege. Das Saunieren härtet ab und erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen solche Erkrankungen; neben der Heilwirkung stellt es also auch einen vorbeugenden Schutz dar. Seine Wirkung wird durch zusätzliche Massage noch erhöht. Vortrag über Hans Carossa Die x Volkshochschule setzt ihre literarische Vortragsreihe mit einem Dichterleseabend am Dienstag, 21. November, 20 Uhr, Sitzungssaal Rathaus, fort. Dr. A. Stöcker, Etten- heim, spricht über „Hans Carossa, den großen Lyriker und Erzähler“, mit Rezitationen aus dessen Schöpfungen. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß die Veranstaltungen der Volkshochschule öffentlich und alle Bevölkerungskreise zu. ihnen eingeladen sind. Kleine Stadtdironik Eine Nacfamittagswanderung in die nähere Umgebung Ottenburgs führt morgen der Schwarzwaldverein durch. Treffpunkt 13 Uhr bei der Dreifaltigkeitskirche. Karl Steinhard, Oberpostinspektor a. D., Marienhaus, feiert am 18. November seinen 81. Geburtstag. Ein Vnterhaltnngsabend findet morgen im Römischen Kaiser“ statt. Dazu sind auch alle Flüchtlinge eingeladen. Die Gescfaäftstelle des Verbands der Kriegsbeschädigten. Hinterbliebenen und Sozialrentner befindet sich nicht mehr wie bisher Kom- straße 1, sondern ab sofort Spitalstraße 2. Aerzte-Sonntagsdienst Von Samstag 12 Uhr bis Sonntag 24 Uhr sind Frau Dr- Th. Füllenbach, Tel. 1051, und Dr. H. Haake, Tel. 2271, dienstbereit Es wird gebeten, den A^zt nur in dringenden Fällen, wenn der Hausarzt nicht zu erreichen ist, zu rufen. Apotheken Sonntagsdienst Dienstbereit ist ab heute 12 Uhr die Schwarzwald-Apotheke. Samstag, 18. November 1950 Jubiläum des Hotels „Drei Könige" Ottenburg t --- - -—> Hotel-Saalbau - »Drei Könige* Ottenburg Samstag, 18. November 1950-20 Uhr Familienfest-Feier mit Tan; Sonntag, 19. November 1950 - 20 Uhr Famüien-Tanz-Äbend Es spielt jeweils moderne Tanzkapelle verstärkt Lieferanten t Tabakwaren-Großhandel und Kleinverkauf MMöhnim? Raucher lug. Schindler » • i*l u» Anton Burg - Offenburg SEIT 1886 Ausführung von Blechner- und Installationsarbeiten Gesundheitstecbnisehe Einrichtungen Rosenstraße 5 / Fernruf Nr. 1222 Ein (Nienburger Gaststättenjubiläum 200 Jahre Familie Pfitzmayer - 90 Jahre out dem .Drei König" Daran hat der „Küferknecht" Johann Michael Pfitzmayer, der 1750 oder kurz danach nach Offenburg gekommen ist, um hier auf seiner Wanderschaft von Gelshofen bei EU- wan CT en Halt zu machen, wohl nickt gedeckt, daß 200 Jahre nach seinem Einzug in Offenburg sein Name in der Zeitung zu lesen sein würde. Er war ein Wanderbursche, wie Tausende andere auch. Aber er hatte Eigenschaften, die ihm gestatteten, nicht nur einen eigenen Hausstand zu begründen, sondern auch eine Familie, die sich in seinen Nachkommen reich, verzweigte. Die ers'e Ehe, die er mit einer Offenburgerin, Eva Siebert, geschlossen hatte, hatte keine lange Dauer. Nack zwei Jahren starb 4HOTEL '*H/ kB. Lieh*, Krott-, Signalanlagen Beleuchtungskörper und Elektro-Gerfite in großer Auswahl Elektro-Birk . Offenburg / Lange Sir. 14a / Telefon 1558 Rudolf Zibold Kunstmühle Ottenburg Tel 1458 Welten- and Roggenmehle Kleine Packungen: Lilienblüle FeHer-Arflltel Julius Baumann Mach. Glaserei Goldgasse 7 OFFENBURG Tel. 2137 Hans Kessler Rosenstiaße 1 - Offenburg • Telefon 1743 Elektro-Installationen Beleuchtungskörper die junge Frau. Johann Michael verheiratete sich ein zweites Mal und man sieht, daß er sich bereits eine feste Position geschaffen hatte. Seine Frau, Katharina Riedinger, stammte aus einem Offenburger Btirgerge- schlecht, das als „Senatoren“ und „Volkstribunen“ Männer in dem Stadtregiment stellte. Die Ehe war mit vielen Kindern gesegnet,' aber nur die Familie seines Sohnes Franz Dörrti- n ik hat Nackkommen Ms in die heutige Kbit. Eine-Töchter Helene Verheiratete“'sith mit dem Sohn des Posthalters und Adlefwirts Georg Reiff. Johann Reiff, der einer der Urahnen der Buchdruckerfamilie Alexänder- Reiff in Offenburg geworden ist Franz Domi- nik’s Söhn, Franz Xaver, wär Nachbar der Fa- r.-ilie Reiff die damals ihre Druckerei in dem Komhaus und das Kolonialwarengeschäft in dem Salzhaus hatte Franz Xaver Pfitzmayer hatte seine Wohnung im Hause Homstraße 5, Küferei Odeenfuß. Darum findet man in den Kirchenbüchern auch oft bei den Einträgen der Familie PPtzmaver die, Unterschrift von Angehörigen der Familie Reiff und Frau Franziska Alexedrine, Ludowika, die Schwester des Buchdruckereibesitzers Oskar Reiff hat zu einem Jubiläum ein hübsches Blatt bei gesteuert. auf dem der verwandtschaftlichen Be- (Fortsetzung auf, der nächsten Seite) Für Hotel u. Gaststätten Rostfrei« uni schwerversilbert« Tafelbestecke aus dem Fachgeschäft für feine Stahlwaren SEIT 1866 Deuchler, Inhaber: Hermann Schmid OFFENBURG/BADEN, Hauptstraße 76 s/w Lieferant en r gute FachgeschäftfürPapierwaien Oflonbmg - Stein- und Lange Straße 38 Hermann Asal Eisenhandlung Fachgeschäft für Beschläge 0FFENBDK6 Metzgersir. 8 Albert Klein Polstermöbel - Dekorationen • Tapezierarbeiten Ottenburg - Friedlichst! aße 39 Ernst Stiefvater Backerei u. Feinbfickeiei Herstellung der bekannten allerieinsten Hauemacher Eiernudein Glaserstr. 12 Ottenburg FILIALE IHEIISTIISSE 18 Tel. 1287 Gustav Winkler & Sohn Offenbarg Zeller Straße 25 - Telefon 1530 Regina Bertsch Oüenbuig/Baden Friedenstraße 4 ^ Telefon Nr. 1746 Landesprodulden - Großhandlung nui uwai eit Metzger*)* u. Bäckerei- Betriebe BUrstenwaren in be8tep Qu . lltÄt ■ ■ Offenburg Wilhelm H 6 ll Telefon 1089 Gegr. 1903 Sämtliche Reparaturen rasch und preiswert! 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Fortsetzung Ziehungen der Pfitzmayer und Reiff in launig sinniger Weise gedacht wird. Franziska, oder wie sie gerufen wurde, „Fanny“, ist die Mutter des hiesigen Fabrikanten Wilhelm Kauff- m a n n. Das Geschlecht der Pfitzmayer verzweigte sich in die Offenburger Familien Kaufmann Anton Tonoli, Brauereibesitzer Wagner, Bahnhofwirt Eduard Habich. Bauunternehmer August Wacker, Küfermeister Albert Schwarz, ist verwandt mit den Kronenwirten Wacker in Bühl, Wiede- m e r in Ebersweier, S t i g 1 e r in Ortenberg, den Kaufleuten Benetz in Durbach und den vielen Nachkommen aus diesen Familien. Ein dieser Tage aufgestellter Stammbaum zeigt die vielfachen Verschwisterungen, Verschwägerungen und Verzweigungen. Das Geschlecht des Johann Michael Pfitzmayer hat sich in Offenburg außerordentlich fruchtbar erwiesen, fruchtbar in großem Kindersegen, aber auch in dem, was durch die Familie Pfitzmayer und. ihren vielen Angehörigen im Laufe der Jahrzehnte, man kann auch sagen, in zwei Jahrhunderten, geleistet worden ist. Im Jahre 1860 wurde nach dem Tode des letzten „Drei König“-Wirts aus der Familie G ö h r i n g , die 1785 von der „Sonne“ in Appenweier auf die „Drei Könige“ gekommen war, das Anwesen der „Drei Könige“ zu Gunsten der beiden minderjährigen Kinder Xaver und Therese versteigert. Den Zuschlag erhielt mit 18 500 Gulden der Küfermeister Franz Xaver Pfitzmayer. Er und seine Frau, Karoline geh. Stigler von der „Krone“ in Ortenberg, hatten den „Drei König“ erworben, um ihrem Sohn Carl, der als Küfergeselle in der Schweiz weilte, eine schöne 'Zukunft zu bauen. Als dieser von der Wanderschaft zurückgekehrt war, mit reichen Kenntnissen im Küferfach, als Weinhändler und Wirt; verheiratete er sich 1866 mifc der ältesten Tochter des letzten Dreikönigwirts Göhring, Anna Maria Göhring, und machte diese, die ihr Heim verloren hatte und arm war, zur Nachfolgerin ihrer Mutter auf dem „Drei König“, ein Entschluß, den die beiden Ehegatten in keiner Weise zu bereuen hatten. Der „Drei König“ war schon unter §einep Eltern eine viel bessere Wirtschaft geworden, als er das unter dem letzten Göhring gewesen war, und mit dem Einzug der jungen Wirtsleute hat da^ Geschäft einen mächtigen Aufschwung genommen. 1902 wurde von den beiden Söhnen Carl Und Franz, die zunächst für 10 Jahre den „Drei König“ gemeinsam führten, der erste Umbau der Wirtschaft und des Saales zu einem modernen, der Zeit entsprechenden Betrieb, vorgenommen. In der Folgezeit sind 30 Hotelzimmer eingerichtet worden, die Gaststube wurde zu einer heimeligen Bauernstube. „Grimmelshausenstube“, gestaltet, der Saal erhielt eine Bühne mit Schnürboden, und auch sonst wurde vieles neu geschaffen, um der Bequemlichkeit in jeder Weise zu dienen. Der „Drei König“ ist nicht nur eine vom Offenburger Bürgertum gerne besuchte Gaststätte geworden. In ihm fand auch das Stadttheater, das früher in der Goldgasse und im „Kaiser“ gewesen war, seine Heimat. Hier haben große Künstler der Instrumental- und der Vokalmusik konzertiert und konzertieren immer wieder. Seit 1780 ist urkundlich belegt, daß hier Bälle veranstaltet worden sind, und 1820 erfahren wir, daß im „Drei König“ auch der „Schmutzige“ abgehalten worden ist. Man kann schon sagen, daß der „Drei König“ ein Zentrum des Lebens sowohl für Offenburg wie für das badische Land geworden ist, ein Zentrum, das man nur der persönlichen Initiative und vieler materieller Opferbereitschaft der Familie Pfitzmayer verdankt. Es ist also schon Anlaß gegeben, einen Erinnerungstag zu begehen. Greift doch das Haus der „Drei Könige“ in so viele Verhältnisse der einzelnen und auch der Gemeinde, der Landschaft und unseres ganzen Landes ein. Finden doch hier jahraus, jahrein nicht nur die Offenburger ihre Erholung und auch viele Freude, sondern es steigen ja tagtäglich in diesem Hause zahlreiche Fremde ab, die hier ihre Geschäfte erledigen oder in Offenburg als Mittelpunkt der Ortenau eine kurze Rast machen und ein persönliches Verhältnis zu den Wirtsleuten haben. Das Gasthaus ist vielen Heimat und der Saal bringt Anregung, Förderung und Bereicherung von Gemüt und Geist. Diese paar Erinnerungen mögen zum „Drei Königs-Jubiläum“ verstattet sein. Sie sind ein Teil und ein schwacher Versuch des Dankes, den die Bevölkerung den „Drei Königen“ und der Familie Pfitzmayer schuldig ist. Schubart. Sport in der Heimat Wieder mal zu Hause OFV — St. Georgen Mit dem FV St. Georgen stellt sich diesmal eine auf der Stegermatt noch unbekannte Mannschaft vor. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Gäste in zwei Jahren Landesliga eine gute Rolle spielten. Im Vorjahr erreichten sie — ohne allerdings den Meister Baden-Baden gefährden zu können — einen sicheren 2. Platz, wobei Vereine, die bisher in der neuen Amateurliga eine überraschend gute Partie lieferten (Achern, Schopfheim, Lörrach) klar distanziert wurden. Dem OFV dürfte die wochenlang entbehrte Rückendeckung durch das einheimische Publikum — ohne Rücksicht auf den derzeitigen Tabellenstand — von ausschlaggebender Bedeutung für einen doppelten Punktgewinn sein I> : i Mannschaft spielt mit: Vogel; Hederer, Ra hold: Herold, Pfeiffer, Armbrusten Müller, Stäbler, Hopp, Bittner, Schneider, Müller II. Vorspiele: 12.15 Uhr: St. Georgen C-Jgd. — OFV C-Jgd 13.15 Uhr: St. Georgen B-Jgd. — OFV B-Jgd. Die Reserve reist zum SV Beruhen, der seit Kopp’s Weggang noch nicht Tritt fassen konnte, und dürfte bei der derzeitigen Form beide Punkte mitbringen. Das Vorspiel dazu bestreiten die OFV- Junioren gegen Renchen II. Die I. Handballmannschaft fährt nach Ottenheim. Ortenberg I — Zell-Weierbach I Am Sonntag werden sich in Ortenberg zwei alte, kampferprobte Partner gegenüberstehen. Wird es unserer Mannschaft gelingen ihre aufsteigende, Form beizubehalten, und einen weiteren Sieg auf heimischem Boden zu erringen? Die Gäste werden wie immer alles daran setzen, den Kampf um die Punkte streitig zu machen. Der Spielausgang muß daher als vollkommen offen bezeichnet werden. Im Vorspiel werden sich die zweiten Mannschaften ebenfalls im Kampf um die Punkte messen. Zusenhofen — Hausach Hausach wird am Sonntag nach seinem Kantersieg in Urioffen mit Siegesaussichten antreten. Die Platzmannschaft wird alles versuchen, um siegreich zu sein. -h- Gengenbacb — Zell a. H. Am Sonntag trifft der SV Gengenbach auf eigenem Platz auf den Tabellenletzten Zell. Es sollte hier dem Gastgeber nicht schwerfallen, einen Sieg herauszuholen, zumal er gegen den Tabellenführer Offenburg II am letzten Sonntag unentschieden spielte. — Im Vorspiel stehen sich die Reserve- Mannschaften beider Vereine gegenüber. SV Zunsweier — VfB Hornberg Nach den bisherigen Ergebnissen und der Tabelle haben die Hornberger neben der Offenburger Reserve die schußkräftigste Stürmerreihe aufzuweisen. Die Schwarzwälder werden bestrebt sein, die überraschende Niederlage am Vorsonntag in Schiltach wieder gut zu machen, wenn sie den Anschluß an die Spitzengruppe nicht verlieren wollen. Alles in allem kann das Treffen, selbst unter Berücksichtigung des Platzvorteils von Zunsweier, als offen betrachtet werden. Wir erwarten auch von den Einheimischen. daß sie ihr ganzes Können, gepaart mit dem nötigen Einsatz, an den Tage legen werden. — Das Vorspiel bestreiten die zweiten Mannschaften beider Vereine. -V- Bohlsbach I — Biberach I Am Sonntag empfängt der SV Bohlsbach den SV Biberach zum fälligen Pfiichtspiel. Den Gästen, die sich in dieser Runde zum ersten Mal in Bohlsbach vorstellen, geht ein guter Ruf voraus. Die Einheimischen werden ihr ganzes Können daransetzen müssen, um den Kampf offen zu gestalten. Spielbeginn: 14.30 Uhr. Ringen und Gewichtheben in Offenburg Großkampftag in det Turnhalle Am heutigen Samstag, 20.00 Uhr, findet in der Turnhalle der Volksschule der fällige Punktekampf der Offenburger Ringer und Gewichtheber statt. Die Ringer empfangen die II- Mannschaft aus Urioffen, welche bis jetzt kaum einen Punkt abgegeben haben, während die Männer der Germania in den beiden schon ausgetragenen Kämpfen die Punkte abgeben mußten. Wie man hört, hat Offenburg seine Mannschaft nun vervollständigt, so daß auch das Halb- und Schwergewicht besetzt werden kann. Die Gewichtheber treffen gegen die I. Mannschaft aus Marlen in deren Reihen sehr gute Kräfte stehen. Das Rückgrat der Offenburger Stemmer ist der Süd- und II. deutsche Meister der Mittelgewichtsklasse Josef Bürk, Offenburg. Den beiden Punktekämpien wird ein Jugendringen vorausgehen. In den Pausen werden artistische Darbietungen gezeigt werden, so daß für Abwechslung gesorgt ist. -om Kubbacb — Appenweier 6:2 Nach dem 6:2-Sieg für Appenweier am vergangenen Sonntag in Offenburg, hatte unsere junge Mannschaft den starken Gegner Kuhbach zu Gast. Verlauf der Kämpfe: Fiegengewlclit: Sieg kampflos an Kuhbach, weil von Appenweier kein Mann gestellt werden konnte. — Bantamgewicht: Flötzer Edmund, Appenweier, legte seinen Gegner Braun schon in 1V4 Minuten durch Eindrücken der Brücke. — Federgewicht: Erte, Kuhbsch, siegte in 5 Minuten über Kornmeier durch Hüftschwung. — Leichtgewicht: Nach hartem und wechselvollem Kampf mußte sich Sester Franzi Appenweier, nach 0, Minuten von Mändele, Kuhbach, geschlagen' geben. — Weltergewicht: In dieser Klasse standen sich Hätty, Appenweier, und Bühler, Kuhbach, gebenüber, den Bühler nach temperamentvollem Kampfe in 3 Minuten für sich entscheiden konnte. — Mittelgewicht: Unser junger Nachwuchsringer Schnurr konnte nach hartem, schwerem Kampf in 11 Minuten den alten bekannten Mattenfuchs Krämer, Kuhbach, auf die Schulter legen. — Halbschwergewicht: Haas, Appenweier, hatte den alten bekannten Ringerkönig Enders als Gegner. Nach zügigem Kampfe mußte sich Haas nach 3 Minuten durch finnischen Aufreißer geschlagen geben. — Schwergewicht: Siedler, Appenweier, der junge und starke Kämpe, mußte sich von dem flinken Mändele, Kuhbach, nach 7 Minuten geschlagen geben. Selbstmord mit Schlaftabletten Oppenau. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag nahm der mit seiner Familie in Oppenau wohnhafte Flüchtling und Kaufmann Hans Tränkner absichtlich eine., zu große Dosis Schlaftabletten, wodurch er bewußtlos wurde und am nächsten Morgen, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, starb. Tränkner ist seit langer Zeit Morphinist gewesen, in der letzten Zeit auch starker Trinker. Er vernachlässigte den Unterhalt seiner Familie und beging in den letzten Jahren Betrügereien, die schon zu seiner Inhaftierung führten. Er war durch seine verschwenderische Lebensführung in schwere Schulden geraten. Fahrerflucht Oberkirch. Am Mittwochmittag ereignete sich auf der Straße Oberkirch—Oedsbach dadurch ein Unfall, daß ein Dreiradlieferwagen aus Karlsruhe nicht weit genug rechts fuhr und dadurch den entgegenkommenden Pkw. eines Tierarztes aus Oberkirch nach rechts in den Straßengraben drückte. Es entstand Sachschaden. Der Fahrer des Dreiradwagens fuhr, ohne sich um den verunglückten Wagen zu kümmern, weiter. Hofweier erhält eine Wäscherei Hofweier, (h) Zur großen Freude der ganzen Gemeinde wird hier eine Wäscherei errichtet. Der Betrieb ist mit den neuesten Maschinen eingerichtet, und eine Wasserenthärtungsmaschine sorgt für weiches Wasser. Die diamantene Profeßfeier Mit einer eindrucksvollen Feier wurde am Donnerstag im Offenburger Kloster, wo sie lange Zeit als Oberin wirkte, das diamantene Profeß-Jubiläum der ehrw. Klosterfrau Maria Viktoria Mackle begangen. Es waren ergreifende Augenblicke, als die fiochbetagte Klosterfrau mit leiser aber fester Stimme am Hochaltar ihre ewigen Gelübde erneuerte. Sechs weißgekleidete Mädchen umstanden sie. Eines davon trug, Symbol des Sidiverzehrens in Glaube und Pflicht, die brennende Kerze; ein anderes auf weißem Kissen das diamantene Profeßkränzlein. Die Feier begann mit dem Gesang des „Veni creator spiritus“. In tief nachdenklichen Worten wandte sich dann Geistl. Rat Dr. K e m p f in dem mit Ehrengästen, den Schülerinnen des Klosters und zahlreichen Gläubigen bis auf den letzten Platz besetzten Gotteshauses an die Profeßjubilarin. Ein Traum sei das Leben auf Erden. 30 Jahre seien ein Menschenalter, 60 Jahre ein volles Menschenleben. Die Jubilarin dürfe in Jubel und Dank auf dieses erfüllte Menschenleben zurückblicken. Es sei reich gesegnet gewesen. Sie sei hineingestellt worden in das Gotteswerk der Erziehung junger Menschen zu tatfrohen Christen. Es sei ein schönes und wertvolles, aber auch das verantwortungsvollste Amt gewesen. Die Kerze der Hingabe habe ein Leben lang hineingeleuchtet in die Herzen der Jugend und dem Kreis der ihr Anvertrauten Wärme gespendet. Sie habe sich verzehrt bis heute. Das gebe der Jubilarin das Recht sich zu freuen. Sie habe sich bemüht, das Wort vor 60 Jahren Tat werden zu lassen. Diese Tat sei unsterblich, weil ihr der Wille zum Gutsein und der Erziehung zum Gutsein zugrunde gelegen hätte. Wenn sich heute wieder eine reiche Erziehungsarbeit zum Segen auswirke, so sei die Jubilarin mit die Ursache gewesen, daß dieses Werk stehe. Die denkwürdige Feier, die als ein ganz seltenes Ereignis betrachtet werden muß, schloß mit dem ambrosianischen Lobgesang. 15 Jahre Werkdior des EAW In den letzten Tagen beging der Werkchor des EAW Offenburg «einen 15. Geburtstag. Bereits am 29. 10. 50 hatten sich aus Anlaß des Jubiläums der Chorgründung die Sänger mit ihren Angehörigen zu einer kleinen Herbstwanderung getroffen. Eine besondere Feierstunde bot der Chor am 7. 11. 50 aus Anlaß des Gründungstages der gesamten Belegschaft des Elsenbahnausbesserungswerks Offenburg. Chorführer R. Köhler umriß dabei kurz die Geschichte des Werkchors. Er unterstrich den vorbildlichen und guten kameradschaftlichen Geist der Chorgemeinschaft, der sich weiterhin zum Wohle der gesamten Belegschaft auswirken möge. Worte des Dankes galten Obei> werkmeister Leykamm, der den Chor meisterhaft leitet, sowie den Männerh, die dem Chor Pate gestanden haben. Die besten Geburtstagswünsche übermittelte Werkdirektor Raif im Auftrag der gesamten Belegschaft. Er dankte dem Chor für seine tatkräftige Mitarbeit an der Pflege deutschen Kulturgutes. Die Vortragsfolge der Feierstunde wurde durch einen sinnvollen Prolog des bekannten Mundartdichters und Sangeskameraden Braun, sowie durch Musikvorträge der Werkkapelle ergänzt. Die anschließende Ehrung des Betriebsrats- Vorsitzenden Bieser aus Anlaß seines 40jährigen Dienstjubiläums gab der Feierstunde des Werkchors einen harmonischen Abschluß. Betrunken und überfahren Ortenberg. Am Mittwochabend wurde auf der Bundesstraße 33 in Ortenberg, in der Nähe des Gasthauses „Zum Ochsen“, ein 43 Jahre alter Händler, wohnhaft im Uhlgraben, von einem aus Richtung Gengenbach kommenden Lastwagen in der Kurve angefahren und verletzt. Der Händler erlitt neben einem Unterkieferbruch, Schulterverletzungen und einen Unterschenkelbruch. Er mußte ins Offenburger Krankenhaus eingeliefert werden. Schuld an dem Unfall trägt der Händler, der in beJ trunkenem Zustand versuchte, auf sein Fahrrad zu gelangen und dabei stürzte. In diesem Augenblick kam der Lkw, der sofort stoppte, dabei aber den Betrunkenen schon mit den Stoßstangen aufgefangen hatte. Das Altenheimer Filmprcgramm Altenheim, Ueber das Wochenende zeigen die „Schwanen-Lichtspiele“ Altenheim den heiteren Film „Nacht in Venedig“ mit herrlichen Melodien von Johann Strauß. Am Mittwoch, Buß- und Bettag, „Symbol des Glücks“ mit Margaret Lockwood und Dennis Price. Dieser Film schildert das Glück und Leid einer jungen Mutter. Gottesdienstordnungen Katholische Gottesdienste HI. Kreuz: 6.00 Frühmesse; 7.15 Singmesse mit Predigt; 8.45 Kindergottesdienst; 10.00 Hochamt mit Predigt; 11.30 Christenlehre für die Jungmänner; 17.30 Andacht zu Ehren *der hl. Elisabeth, eu- gleich Versammlung d. Müttervereins m. siegen. Hl. Dreifaltigkeit: 6.00 Frühmesse; 6.45 Betsingnsesse; 8.15 Hauptgottesdienst; 10.00 Kindergottesdienst; 19.30 Andacht. „ St. Fidelis: 6.30 Frühmesse; 8.00 Singmesse; 9.15 Kindergottesdienst; 10.30 Hauptgottesdienst. Klosterkirche: 8.00 Gottesdienst. Berghaupten: 7.30 Frühmesse; Gemeinsch. Kommun, der Kinder, best. f. Veronika Friedei, geh. Rodele und Luise Rodele; 9.30 Singmesse. Diersburg: 7.00 Frühmesse; 9.00 Hauptgottesdienst; 13.30 Andacht. Durbach: 7.00 Frühmesse; 9.30 Hauptgottesdienst mit Christenlehre für Mädchen; 13.30 Nachmittagsandacht. s Gengenbach: Kollekte für die Erzb. Kinderheime; 6.00 und 6.45 hl. Messen; 7.30 singmesse und hi. Kommunion der Frauen; 8.45 Predigt und Amt; 10.00 Singmesse mit Predigt, Christenlehre für Mädchen; 14.00 Herz-Mariä-Bruderschaftsandacht; Versammlung des kath. Müttervereins. Zell a. H.: Kath. Stadtpfarrkirche: 6.30 Beichtgelegenheit; 7.00 Frühmesse mit Monatskommunion der Männer und Jungmänner' 8.00 Schülergottesdienst mit Singmesse und Mönatskommunion des 5. und 6. Schuljahrs; 9.30 Hauatgottesdienst mit Hochamt und Predigt, anschließend Christenlehre für die Mädchen. — Wallfahrtskirche; 6.30 und 7.00 stille hl. Messen mit Austeilung der hl. Kommunion; 7.30 Singmesse mit Predigt; 14.00 Versammlung des III. Ordens. — Montag: 7.15 hl. Messe für die verstorbenen Angehörigen des III. Ordens. Nordrach: 7.00 Frühmesse mit Monatskommunion, der Kinder; 9.15 Hauptgottesdienst mit Predigt und Amt; 14.00 Andacht mit Segen. Nordrach-Kotonie: 8A0 Singmesse, Jahrtag für Berta Nöltner; 9.30 Gottesdienst für die Heilstätte- Evangelische Gottesdienste Offenburg: Sonntag: 8.30 Frühgottesdienst im Gemeindehaus, Brachfeldstr. 17; 9.45 Hauptgottes- dienst, Sladtkirche, anschließend in .der Kirche Cecmeindeversammlung: Ttiema: Bericht über Stundenlohnopfer und Bau einer Kinderschule ln der Oststadt,• 11.00 Kindergottesdienst, Stadtkirche; 20.00 Orgelkonzert, Stadtkirche. Eintritt frei. — Mittwoch: (Buß- und Bettag): 8.30 Frühgottesdienst, ' Stadtkirche; 9.45 Hauptgottesdienst mit hl. Abendmahl, Stadtkirche; 18.00 Abendgottesdienst, Stadtkirche. — Donnerstag: Bibelstunde fällt aus. Schutterwald: Sonntag: 15.00 Gottesdienst. Diersburg: 9.30 Predigtgottesdienst; 10.30 Kinder- gcttesdienjt: 13.00 Christenlehre. — Mittwoch: (Buß- und Bettag); 9.30 Predigtgr«’teaiienst; 10.30 hl. Abendmahl; Beichte am Dienstag, 19.00; 13.30 Liturgischer Gottesdienst. • Gengenbach: Samstag: 20.00 Wochenschlußfeier. — Sonntag: 9.30 Gottesdienst; M.30 Christenlehre; 11.00 Kindergottesdienst. — Montag: 7.00 Morgenwache. , , _ Zell a. H.: Samstag: 20.00 Wochenschlußfeier in der Kirche. — Sonntag; 8.30 Hauptgottesdienst; 9.30 Schülergottesdienst. — Montag: 20.00 Jungen- kreis; — Dienstag: 20.00 Frauenabend. — Mittwoch (Buß- und Bettag); 9.45 Hauptgottesdienst, anschließend Feier des hl. Abendmahles. — Donnerstag; 20.00 Kirchenchorprobe. — Freitag; 20.00 Mädchenkreis- Oberharmersbach: Sonntag: 10.00 Gottesdienst. Biberach; Mittwoch: 15.00 Gottesdienst im Rathaus, anschließend Feier des hl. Abendmahles. Ev. Gemeinschaft, Augustastraße 1: Sonntag: 19.30 Predigtgottesdienst. — Mittwoch: (Buß- und Bettag): 19.30 Predigtgottesdienst. Gemeinschaft Innere Mission, Offenburg, Friedenstraße 6: Sonntag und Mittwoch: 16.00 Bibelstunde. Oiienburger Tageblatt Adolf Kimmig : Politik: Adolf Kimmig Chefredakteur: Verantwortlich für Badner Land und Sport: Herbert Bühles Kultur und Unterhaltung: Karl Gtes Lokales: Dr. Alfred Gailer Landwirtschaft!. Beilage: Walter Plchert Druck: A. Reiff & Gie„ Offenburg Vnsere billigen cAit&uqeiwfrlHänfat INfi, STANDARD »PREISE 89.- «2.- 138.- 159.- Samstag, 18. November 1950 Sandblatt und Mittelgut stark gefragt Aber nur unbeschädigte Ware wurde abgeholt — Verschiebung der Tabaksteuerreform äußerte sich bei der letzten Einschreibung in katastrophaler Weise Auf der Einschreibung am Donnerstag, 18. November, in Offenburg wurden sirka 25 000 Zentner Sandblatt und zirka 7000 Zentner Mittelgut aus dem südbadischen Zigarrengutgebiet der Sorten Geudertheimcr und Havanna, sowie zirka 4000 Zentner Sandblatt und Mittelgut der Schneidegutsorte Virgin angeboten. Da auf dem Weltmarkt eine große Knappheit an Um- und Deckblatt besteht, konnte, wie vorauszusehen war, eine außerordentlich lebhafte Nachfrage seitens der Zigarrenindustrie und des Tabakhandels nach hierfür geeigneten Sandblättern unä Mittelgut festgestellt werden. Während der letzten acht Tage vor der Einschreibung waren sehr viele Interessenten aus ganz Deutschland unterwegs und besichtigten z. T. sehr intensiv die in den 186 Tabakbaugemeinden Südbadens aufgelegten Musterproben der einzelnen Pflanzer. Manche Käufer besuchten zwei- bis dreimal ein und dasselbe Dorf, um ja sicher zu gehen, ob die aufgelegte Ware auch den erhofften Prozentsatz ah Zigarren- und Stumpenumblatt enthält Die Einschreibung war von über 200 Käufern besucht und von Anfang an war eine lebhafte Nachfrage nach „»verhageltem und für Umblatt geeignetem Material festzustel len, so daß sich die erzielten Preise zwischen 125 DM und 283,80 DM je Ztr. bewegten. Den Höchstpreis im ganzen Bundesgebiet Erhielt die Gemeinde Moos, welche Hessel hurst noch um 1 DM übertraf, und zwar nachdem die Käufer bereits von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends ausgehalten hatten. Viele Gemeinden, wo keine Hagel- oder sonstige Witterungsschäden festzustellen waren, erhiel ten ähnlich hohe Preise. Im Gegensatz dazu bestand an beschädigtem und für Umblatt wenig oder gar nicht geeignetem Sandblatt und Mittelgut nur geringes Interesse, so daß die hierfür angelegten Preise wesentlich niederer lagen. Wo noch, wie bei Spurenhagel oder leichtem Hagel, eine Möglichkeit bestand, etwas Umblatt herauszubringen, war wenigstens Absatzmöglichkeit vorhanden, während für starker verhageltes Material, das nur als Einlage verwendet werden kann, und einen zu großen Teil von fast un verwendbaren Rippen hat,, überhaupt keine Gebote abgegeben wurden. Da bei der derzeitigen Kaufkraft der Mehr zahl der Raucher nur Zigarren und Stumpen der Preislage von 10 und 15 Pfg. (80 Prozent def Zigarrenfabrikation) vorwiegend geraucht werden, kann, wenn bei der zu hohen Ban derolensteuer das Um- und Deckblatt gute Preise erzielt, für Einlage nur verhältnismäßig wenig bezahlt werden. Die Zigarrenbanderolensteuer, die heute 30 Prozent des Kleinverkaufspreises beträgt, und bei einem Stumpen zu 10 Pfg. das Stück 3 Pfg. ausmacht, müßte wieder auf den Vorkriegssatz gesenkt und auf 23 bis 25 Prozent des Kleinverkaufspreises festgesetzt werden, so daß je Stumpen nur 2,3 bis 2,5 Pfg. Banderolensteuer zu leisten wären;'"■dann!-:würde Sich die Senkung dieser Steuer zu Gunsten def Preise der Einlagetabake auswirken. Da in vielen Gemeinden, und vor allem in größeren, das Sandblatt und Mittelgut durch Hagel mehr oder weniger stark verletzt worden ist, und in anderen wieder Blattverletzungen durch Sturmschäden zu verzeichnen waren, so daß dieses Material eben nicht als Umblatt anzusprechen war, ist für das unbeschädigte Material eine Nachfrage entstanden, die zu den oben erwähnten Preisen führte. Hier gilt wieder das im Volksmund so häufige Sprichwort: „Dem einen sein Tod ist dem andern sein Brot“ und alle die Pflanzer in denjenigen Gemeinden, welche unbeschädigten Tabak verkaufen konnten, haben diesem Umstand Ihre-erzielten Preise zu verdanken. Zusammenfassend muß gesagt werden, daß die großen Preisdifferenzen zwischen verhageltem Havanna^ und Geudertheimer Sandblatt sowie Virgin einerseits, und unver- hggeltem Havanna andererseits einzig und allein auf die ungelöste und schwebende Tabakstenerfrage zurückzuführen sind. Es wäre deshalb höchste Zeit, daß sich die Volksvertreter im Landtag wie auch im Bundestag mit dieser Frage nun ernstlich beschäftigen und bei dem Bundesfinanzministerium die schon vor einem Jahr den Tabakbauern versprochene Tabaksteuerreform verlangen. Wenn auch für luftgetrockneten Virgln- Sandblatt der höchste Preis mit 165 DM den bisher erreichten Schneideguthöchstpreis von Nordbaden noch übertraf, so sind doch die für Virgin abgegebenen Angebote im Verhältnis zu früher zu nieder, was, wie gesagt, einzig und allein durch Wiedereinführung das fünfzigprozentigen Beimischungszwanges mit Steuerbegünstigung für Feinschnitt behoben werden kann. O. E. Die Bohrversuche noch ohne Erfolg Es wird noch 5 Meter tiefer gebohrt — Aus dem Zell-Weierbacfaer Gemeinderat Volkstümliche Operette Gengenbach (a). Der Männergesangverein „Sängerbund-Eintracht“ wird am Sonntag in der Stadt. Tum- und Festhalte erstmalig die Operette „Das Mädel vom Neckarstrand“ aufführen. Diese Operette enthält keine Volkslieder, sondern verfügt über wirkliche ansprechende flotte Musik. Da mit einem starken Besuch gerechnet wird, ist für Donnerstag, den 23. November, eine Wiederholung angesetzt. 88 Jahre alt ObI*baeh. (ü). Die Metzgerswitwe Katharina Fau t z, geh. Bürkle vollendet am Sonntag das 88. Lebensjahr. Die Altersjubilarin ist noch körperlich rüstig und geistig frisch. Wir entbieten ihr die besten Glückwünsche. Zell-Weierbach (k). Das zu Allerheiligen neu hergerichtete Kriegerdenkmal soll noch eine Einzäunung erhalten Da die erforderlichen Mittel dazu- z. Z. nicht zur Verfügung stehen, soll die Einzäunung im Frühjahr 1951 erfolgen. Die Anschaffung einer Nähmaschine für den Handarbeitsunterricht der Volksschule soll ebenfalls bis zum neuen Rechnungsjahr zurückgestellt werden. In den nächsten Wochen wird die vom Landratsamt angeordnete Rattenbekämpfung durchgeführt werden. Da die bisherigen Bohrversuche bei Weingarten zur Anlage eines Tiefbrunnens für die Wasserversorgung noch keinen Erfolg zeitigten, soll noch etwa fünf Meter tiefer gebohrt werden. Wir ehren daa Alter Zell-Welerbach (k). Das 79. Lebensjahr vollendet heute die Witwe des Landwirts Xaver Falk, Theresia geh. Dufner. 71 Jahre alt wird der Landwirt Friedrich Heisch im Hasengrund. Der Rechner der Spar- und Darlehenskasse Zell-Weierbach, Andreas Basler, Wird am 20. November 72 Jahre alt. Wir wünschen den Jubilaren einen gesunden Lebensabend. Hochzeit in Durbach Durbach (1). Die. langjährige Organistin und Dirigentin des Kirchenchores, Agnes Werner vom Sendelbach, ist mit Valentin Kiefer aus Bottenau getraut worden. Die weltliche Feier fand im Gasthaus „Zur Eintracht“ statt. Uaterhaltungsabend der Harmonikafreunde Durbach (mk Die Händharmonlka-Spieigruppe Durbach veranstaltet am Sonntag, dem 19. 11. 1950, abends um 19 Uhr, im Saalbau „Zur Linde“ einen Unterhaltüngsabeiid. Als Einlage wird das Theaterstück „Anton als Ehestifter'*' aufgeführt. Anschließend ist Tanz. Die Leitung des Abends hat- Heinrich Ganter, Unterweiler. Von schwerem Leiden erlöst Ebersweier (e). Nach langwieriger Krankheit verschied im Atter von 74 Jahren Frau Frieda, Schwall Witwe, die Mutter des seit eineinhalb Jahren hier wirkenden Pfarrherrn Prof. a. D. Max Schwall. Nach der kirchlichen Einsegnung und ersten Trauerfeier wurde der Leichnam in den Heimatort Karlsruhe übergeführt. Miedemichel zu Grabe getragen Urloffen.- (h). Unter größer Anteilnahme der hiesigen Bevölkerung und ehemaliger Arbeitskameraden wurde Lokheizer i. R., Michael Mied zu Grabe getragen. Der Verstorbene, der schon längere Zeit leidend war, wurde doch unverhofft aus der Mitte der Seinen gerissen, nachdem vor etwa eineinhalb Jahren ibm seine Frau im Tod vorausgegangen war. «Er erreichte ein Alter von 76 Jahren und war ob seines originellen und aufgeschlossenen Charakters allgemein beliebt. — h— Jugendgruppe des Schwarzwaldvereins Appenweier, (v) Der Schwarzwaldverein, Ortsgruppe Appenweier, gründete im „Badischen Hof“ eine Jugendgruppe. Der Vorstand der Ortsgruppe, Professor Gustav Brudy, sprach einleitend über die Bedeutung, die Aufgaben und die Ziele des großen Wanderverbandes und schlug dann als Jugendgruppenleiter-Fritz Schirmer und Zahnarzt Dr. Maier vor, die von den jungen Anwesenden anerkannt wurden. Eine erfreulich große Zahl Jugendlicher und Erwachsener konnte der Vorstand in den Verein aufnehmen. Als Auftakt der Jugendgruppenarbeit hielt Professor Josef Laible von Durbach einen ausgezeichneten Lichtbildervortrag mit Farbfotografien. Unfall im Walde Bohlsb&ch (1). Dieser Tage erlitt beim Stammholzschleifen in den Waldungen der Gemeinde Durbach der Fuhrunternehmer I* Burgert einen Unfall dadurch, daß ein eingeklemmter Stamm beim Anzug der Pferde zurückschlug, Burgert traf und ihm einen komplizierten Knöchelbruch zufügte. Der Verletzte mußte sofort ins Krankenhaus nach Offenburg verbracht werden. Altersjubilare Bohlsbach. (1) Ludwig Herzog, Eisenbahnoberschaffner a. D„ feierte seinen 70. Geburtstag. Franz Anton Link, Landwirt und Sattler, wurde 74, und Karl Siebert, Ferd. Sohn, Landwirt, 75 Jahre alt. Alle Jubilars erfreuen sich noch einer verhältnismäßig guten Rüstigkeit. Ihnen allen unsere herzlichsten Glückwünsche. Zwei Silberhochzeiten Ortenberg, (s) Der Straßenwart Josef Engel und seine Ehefrau Rosa, geh. Buehert, sowie Karl Buehert und Frau Cäcilie, geh. Kaiser feiern am Samstag das Fest ihrer Silberhochzeit. Den Brautpaaren unsere herzlichsten Glückwünsche. Mandolinen-Konzert Ortenberg. Der Mandolinen- und Gitarrenverein Offenburg gibt am Sonntag urrr 19,3.0 Uhr im Gasthaus „Zum Ochsen“ ein Mandolinen-Konzert. Anschließend ist Tanz. - Bestandene Meisterprüfung Altenheim (r). Im Schreinerhandwerk erhielt den Meisterbrief Schreinermeister Walter Genter, Schwiegersohn des Schreinermeisters Theobald Marzluf. Bunter Abend des VdK wurde ein voller Erfolg Der vollbesetzte Saal spendete besonders Ernesto stürmischen Beifall Zell ». H. (s). Der Bunte Abend des VdK im Bad.-Hof-Saal war ein voller Erfolg und erfreute sich eines überaus guten Besuchs. Der 1. Vorsitzende E. Bea begrüßte die Erschienenen mit herzlichen Worten. Mit viel Aus- drücksfähigkeit trug anschließend Frl. Ruth Arnold das von Frau Studienrat Disch verfaßte Gedicht „Zell, meine Heimat“ vor. Wahre Lachsalven rief die Original-Burleske „Ein strammer Junge“ hervor. Die Stadikäpelle mit ihrem rührigen Dirigenten Jos. Riehle wartete mit ihren schönsten Musikstücken auf. Schier nicht endender Beifall wurde dem Ori- ginal-Schuhplattlerpaar Haseidl-Schmidt mit ihren Partnerinnen zuteil. Dann folgte der Höhepunkt des Abends: Ernesto, einst ein Artist von internationalem Format, der aber nach .einem Unfall. sich. dem bürgerlichen Leben zuwandte und sich seit Jahren in unserem Städtchen aufhält. Was dieser Künstler auf dem Gebiet der Ballartistik vollbrachte, ließ unschwer den einstigen Schüler Rastellis erkennen. Bürgermeister Schwab sprach wohl im Sinne aller Anwesenden, wenn er am Schluß des Abends neben allen andern Mitwirkenden besonders Ernesto dankte. — Anschließend fand noch ein gemütliches Beisammensein im Gasthaus „Zum Adler“ statt. Kulturfilm« Abend Zell a.H. Das Jugend- und Volksbildungswerk veranstaltete am Montagabend die erste Kulturfilm-Vorführung in diesem Winterhalbjahr. KreisbeBuftragter Läufer, Hornberg, begrüßte zu Beginn die Erschienenen Es wurden gezeigt: „Geheimnisvolle Moorwelt“, „Kinderlleder“ und ein weiterer Film führte zu den „Antilopen der Berge“, der letzte Streifen, „Historie der Puppe“ befaßte sich mit der geschichtlichen Entwicklung der Puppe bis zur heutigen Zeit. Als nächste Veranstaltungen sind vorgesehen: ein „Schubertabend“ und ein Lichtbildervortrag „Eine vorweihnachtliche Reise nach Bethlehem“. Zur Festigung der Gemelnsdiaft Zell a. H. (s) Die Evang. Kirchengemeinde traf sich am Sonntagnachmittag zum ersten Mal zu einem gemütlichen Beisammensein im Hirschsaal. Durch Zuzug vieler Flüchtlinge ist die Gemeinde im letzten Jahr fast um das Doppelte angewachsen. Es war der Sinn dieses Nachmittags, daß sich die einzelnen Gemeindemitglieder, alte und neue, einmal näher kennen lernen und in einigen frohen Stunden der Anfang gemacht wurde, mehr und mehr zu einer Gemeinschaft zusammenzuwachsen, was tatsächlich auch erreicht wurde. Vom Turnverein Unterharmersbach (1). Der Turnverein wird auch in diesem Jahre Anfang Dezember mit seinen Zöglingen im Gasthaus „Zum Adler“ die traditionelle Nikolausfeier veranstalten. Ein von den Jungturnern und Turnerinnen aufgeführtes vieraktiges Theaterstück: „Förster’« Friedei“ wird auch diesmal den Mittelpunkt der Veranstaltung bilden. Wohqraumbeschaffung besprochen Unterharmersbach. (1) ln der letzten. Gq- meinderatssitzung, zu welcher auch die Woh- nungskommission bestellt war, wurde erneut das sehr schwierige .Problem der Wohnraum- beschaffung behandelt. Nach Mitteilung des Umsiedlungsamtes Wolfach werden unserm Kreis bis Ende dieses Jahres noch 5 Flüchtlingstransporte zugewiesen. Hohes Alter Unterharmersbach. (1). Ihren 80. Geburtstag feiert am Sonntag Alt-Adlerwirtin Frau Schmider Wtwe. Trotz ihres hohen Alters erfreut sich die Jubilarin noch verhältnismäßig guter geistiger und körperlicher Frische. Die älteste Tochter der Altersjubilarin. Frau Emma Dosenbach, geh. Schmider ist aus die- sem Anlaß zu Besuch aus Amerika (Chikago) eingetroffen. Todesfall Unterharmersbach (1). Nach längerem, schwerem Leiden starb im Alter von 63 Jahren Lachenbauer Wilhelm Jlg. Er war ein in der ganzen Gemeinde und darüber hinaus geachteter Bauer und so manchem armen Mitbürger hat er sich oft hilfsbereit erwiesen. Wieder Melk- und Viehpflegekurs Biberach (b) Aufgrund der guten Erfahrungen des vergangenen Winters wird auch in den kommenden Wintermonaten, wahrscheinlich im Dezember oder Januar, in den Räumen der Landw. Berufsschule für Knaben ein uer Melk- und Viehpflegekurs für unsern bäuerlichen Nachwuchs abgehalten werden. Sicherheit bei Nässe u. Glätte erhalten Sie durch die Runderneuerung Ihrer abgefahrenen Auto-Reifen bei F. Dinser, OFFENBURG Okenstr. 101. Tel. -2275, Pflegekinderwesen Zur Aufnahme von Pflegekindern ist nach der Badischen Pflegekinderordnung die Erlaubnis des Jugendamts erforderlich; dies trifft auch für Hütekinder zu, die nur tagsüber angenommen werden. Nach unseren Feststellungen wurde diese Erlaubnis nicht durchweg eingeholt. Wir bitten daher die betreffenden, in Offenburg wohnhaften Pflegeeltern, die Erlaubnis umgehend beim Stadtjugendamt Offenburg, Hauptstraße 77 III einzuholen. Dies wolle auch von denjenigen Familien beachtet werden, die künftighin ein Pflege- oder Hütekind annehmen vollen. Um die erforderliche Erlaubnis muß vor der Inpflege- nahme nachgesucht werden. Eine Unterlassung kann die anderweitige Unterbringung des Kindes und unter Umständen auch eine Bestrafung zur Folge haben. Cffenburg, den 15. November 1950, . Stadtjugendamt. ORTE NAUER. GOLDSCHMIEDE Schmuck laintlBPVM für Waflmechten Mit« ich schon letzt hi iaflrai zn gehn OFFENBURG GEGENÜBER HOTEL SONNE WZ Stets ab Lager lieferbar: Hobelbänke Cm. 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Krankenschwestern für die liebevolle Pflege, den ehern. Schulkameraden der Musikkapelle für Kranzniederlegungen und trostreich«» Worte am Grabe. Bohlsbach, 18, November 1950. Die trauernden Hinterbliebenen: Hermine Graß geh. Kunz und Kinder. Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Mutter, Oma, Schwester Schwägerin und Tante. Maria Armbrust Wwe. geb. Stöhr sagen wir herzli hen Dank. Besonderen Dank dem Herrn Dr. Jochura, den ehrw. Schwestern für die liebevolle Pflege, und für die vielen Kranz- und Blumenspenden und all denen, die ihr das letzte Geleite gaben. . Offenburg, den 17. November 1950 Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung Für die Beweise herzlicher Teilnahme an unserm schweren Verluste, für die Begleitung zur letzten Ruhestätte, für die vielen Kranz- und Messespenden sagen wir allen ein herzL Vergelts-Gott. Besonderen Dank dem hochw. Herrn Kaplan Wasmer für die tröstlichen. Besuche, den ehrw. Schwestern des Vlnzentlus- hauses für die liebevolle Pflege. Offenburg, den 17. November 1950 Bernhard Petrino Statt Karten. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, treubesorgten Mann, unseren guten unvergeßlichen Vater, Großvater. Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Franz Ruschmann Metzgermeister nach kurzer, schwerer Krankheit, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten im Alter von fast 72 Jahren zu sich in die ewige Heimat abzurufen. Offenburg, den 17. November 1950. Ortenberger Str. 12. Lange Straße 43 In tiefer Trauer: Frau Mina Ruschmann, geb. Meßner. Franz Ruschmann, Metzgermeister u. Familie. Maria Durler Wtw., geb. Ruschmann, sowie alle Anverwandten. Die Beerdigung findet in aller Stille statt Rosenkranz: Sonntagabend um 7 Uhr. Man bittet von Beileidsbesuchen Abstand zu nehmen. Danksagung Anläßlich des Hinscheidens meiner innigst- geliebten Frau Frieda Breig geb. Zander sind mir und meinen Angehörigen zahlreiche Beweise inniger und trostreicher Anteilnahme entgegengebracht worden, wofür ich herzlich danke. Besonderen Dank der Siedlergemeinschaft Hildboltsweier sowie den Aerzten und Schwestern des Städt Krankenhauses Offenburg für die liebevolle, aufopfernde Pflege. Ein herzliches Vergelts Gott für die vielen Kranz- und Blumenspenden sowie all denen, die unsere liebe Verstorbene zur letzten Ruhestätte begleitet haben. 2-713 Offenburg (Hildboltsweier), 18- Nov. 1950. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Josef Breig Danksagung Für die wohltuende große Anteilnahme beim Heimgang meiner liehen unvergeßlichen Frau und Mutter, Schwiegermutter, Großmutter Frau Luise Faulhaber bitten wir unseren innigsten Dank entgegenzunehmen. Haslach, den 18. November 1950 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Karl Faulhaber und Angehörige ModischeShickweiien. und Wäsche für Damen, Herren und Kinder Strümpfe in Wolle, Kunstseide u. Nylon Texülh&us Späth CffenbuitZ Mekgeratr. 7 Offenburger Tageblatt Mitglied T«WDM*JBgii 4 L 2 S die ^P ,e "T ist da Rl — ru — ra — jetzf gib! es was zu sehen I Eisenbahnen und Dampfmaschinen, Autos, Puppen und ZoHelbären — a ||es ist bei uns aufgebauf. Kommt allef Es kostet keinen Eintritt, und jeder darf hereinkommen zur wunderbaren Spielzeugschau bei SPINNER OffENBUBC-lM HANOEtSHOf Zauberflöte Offenburg Samstag und Sonntag TANZ- ABENDE mit dem bekannten Stimmungs-Ordie ster Swing-Stars Die Kapelle für modernste Tanz-Musik chsen“ Ortenberg Sonntag, 19.11.1950,19.30 Uhr Mandolinen- Konzert des Mandolinen- u. Gitarrenvereins Otfenburg ansdiließ. Tanz Eigene Tanzkapelle 25 Jahre .BAUSPARKASSE, ILjDARM31AOT A GELD für Hausbau Hauskauf und Umschuldungen erhalten Sie billig durch steuerbegünstigtes Sparen bei der Deutschen Bausparkasse (D.B.S.) Darmstadt. Ailmonati. Zuteilg. billiger unkündb. Darlehen. 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