mmmW t. Erscheint wöchentlich viermal. Bezugspreis für den laufenden Monat DM 2.10 zuzüglich 30 Pf Trägerlohn. Einzelnummer JO Pf. Im Falle höherer Gewalt od. bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. Alestrs Heimatblatt für Stabt unb Bezirk Offenburg Anzeigenblatt mit anerkannt guter werbemirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenbur ?. Zur Zeit Ist di« Anzeigenpreisliste Nr. 2 gültig Druck u Verlag A. Reiff & Cie., Buchdrudceret, Offenburg/Baden Geschäftsstelle: Offenburg, Kornstrafie 10. Fernsprecher: Offenburg Nr 1521 und 2121. Postschließfach Nr JS3. Postscheckkonto: Karlsruhe Nr. 130 81. Nummer 174 Donnerstag, 7. Dezember 1950 Ausgabe al 139. Jahrgang Der Weg nach Europa geht über Kehl Warnung an Europa von Die Frage der Wiederbesiedelung Kehls im Bundestag — Die blutende Wunde am Grenzkörper deutschen Volkstums Bonn. In seiner Mittwochsitzung überwies der Bundestag einen von CDU/CSU einge- brachten Antrag, der für die Wiederbesiedelung der Stadt Kehl einen Betrag von 10 Millionen Mark forderte, bei Stimmenthaltung der Kommunisten an den Haushaltsausschuß. Der Betrag soll aus dem Aufkommen des Notopüers Berlin abgezweigt werden. Finanzminister Schaffer wies darauf hin, daß der Bundestag, sofern er den Antrag erörtere, gegen seine eigene Geschäftsordnung verstoße und im übrigen Kehl im horizontalen Finanzausgleich berücksichtigt sei. Oskar Kümmele, der Vertreter des Wahlkreises Lahr-Offenburg bezifferte die Kriegsschaden in Kehl auf weit über hundert Millionen Mark. Er forderte die französische Besatzungsmacht auf. die Rücksiedlung der Deutschen nach Kehl schneller voranzutreiben. „Der Weg nach Europa geht über Kehl“, sagte er. Fritz Erler (SPD) erklärte, der Notstand in Kehl sei vor allem durch das Eingreifen einer Besatzungsmacht entstanden, die unser Nachbar sei. Die deutschen Vorschläge, die seinerzeit dem jetzigen französischen Hohen Kommissar, Frangois-Poncet, für eine Wie- deransiedlung in Kehl gemacht wurden, seien leide* nicht angenommen worden. Der Kehler Hafen sei tot, und ohne Entscheidung Uber den Hafen sei es sinnlos, über die Wiederbesiedlung zu entscheiden. Vton 1740 Gebäuden in Kehl seien nur 926 erhalten geblieben. Die Einwohner hätten zum größten Teil vom Hafen gelebt. Erler schlug vor, direkt mit Frankreich über Kehl zu verhandeln. Kehl sei ein Beispiel dafür, wie nationale Interessen verfolgt würden. Wenn Europa so aussehe, daß nur die Deutschen ihre Beiträge einbringen sollen, dann sei das keine europäische Gesinnung. Dr. Wilhelm Hamacher (Zentrum) nannte Kehl eine „blutende Wunde am Grenzkörper des deutschen Vplkstums“. Er forderte ein Grenzlandgesetz auf Bundesebene. Dr. Hermann Schäfer (FDP) verlangte, Kehl an das deutsche Währungsgebiet anzuschließen. Wenn man nach Straßburg fahre, sagte er, komme man durch eine Zone von Stacheldraht. „Hier bedarf es der Bewährung der europäischen Praxis.“ Durch eine Wiederbesiedlung Kehls würde kein gefährlicher Wettbewerb für die Straßburger Wirtschaftskreise entstehen. (Siehe auch Bundestagsbericht auf der nächsten Seite!) Tunneleinsturz am Aetna 13 Tote einer Methangasexplosion Catania. Während die Bevölkerung mehrerer durch Lavaausbrüche des Aetna gefährdeten Ortschaften ihre Habseligkeiten in Sicherheit brachte, ereignete sich am Mittwoch am Nordwesthang des Aetna bei dem Dorf Troina ein schwerer Tunneleinsturz, bei dem dreizehn Personen ums Leben kamen. Eine Methangasexplosion braente die Decke des noch nicht ganz fertiggestellten Tunnels zum Einsturz Ein Ingenieur und Zwei Landmesser wurden durch die Explosion sofort getötet, zehn Arbeiter, die ihnen zu Hilfe eilen wollten, wurden von herabprasselnden Erd- und Gesteinsmassen begraben und kamen ebenfalls ums Leben. Am jenseitigen Uferhang schiebt Sich indessen der Lavastrom auf einer Breite von achtzig Metern mit einer Stundengeschwin- — Lava begrub die ersten Häuser digkeit von dreißig Metern weiter auf die Ortschaften Milo und Rinazzo vor. Um Mitternacht hatte die zähe Masse bereits die tiefe Schlucht gefüllt, die als letztes natürliches Hindernis unmittelbar vor den beiden Dörfern galt. Der italienische Truppenbefehlshaber auf Sizilien hat im Morgengrauen Anweisung gegeben, alles transportierbare Gut sofort aus der Gefahrenzone zu bringen. Ein zehn Meter hoher Strom zähflüssiger Lava begrub am Mittwoch die ersten Häuser, die ihm am Abhange des Aetna im Wege standen. Ueber zweitausend Bewohner der drei Bergdörfer mußten sich vor der sengenden Hitze, die die Lava ausstrahlt, zurückziehen. Viele beteten, daß ein Wunder geschehe, das ihre Heimstätten noch in letzter Minute retten könnte. England an der Seite von USA Truman und Attlee überprüften Korea- und europäische Probleme Washington. Präsident Truman und der britische Premierminister Attlee begannen am Montagabend, nur sechs Stunden nach Attlees Ankunft in Washington, mit einem Ueberblick über die ständig schlechter werdend^ militärische Lage in Korea. Kurze Zeit nach Abschluß der ersten Besprechung wurde vom Weißen Haus ein Kommunique veröffentlicht. Darin heißt es, eine der beiden Staatsmänner bewiesen, zu einer Verständigung über die ernsten Probleme zu kommen, denen sich Großbritannien und die USA gegenübersähen. Truman und Attlee sind am Dienstag zum zweiten Mal zu Beratungen zusammengetrof fen Die Konferenz fand auf der Yacht „Williamsburg“ statt und dauerte etwas über drei einhalb Stunden. Senator Tom Connally, der offene Erörterung habe die Entschlossenheit!Vorsitzende des Außenpolitischen Senatsaus- Paris stimmt Kampftruppen zu Frankreich verzichtet auf Pleven-Plan — Einschluö Deutschlands in Atlantikverteidigung Paris. Die französische Regierung hat sich am Mittwoch bereiterklärt, den Grundzügen des amerikanischen Planes für die Aufstellung deutscher Kampfgruppen zuzustimmen, die in die atlantischen Verteidigungsstreitkräfte eingegliedert werden sollen. In einer Sitzung des Ministerausschusses am Mittwochvormittag hatten sich die sozialistischen Minister noch gegen weitere französische Konzessionen gewandt und sogar angedroht, lieber aus der Regierung auszutreten, als „der Verschrottung des französischen Plans für eine europäische Armee“ zuzustimmen. Nach der Einigung im Kabinett reiste der französische Vertreter im Ständigen Exekutivausschuß der Atlantikpaktstaaten, Herve Alphand, am Mittwochabend mit der Ermächtigung nach London zurück, die von den Vertretern der Außenminister ausgearbeiteter Empfehlungen für die deutsche Wiederaufrüstung zu unterzeichnen. Ein Sprecher des französischen Ministerpräsidiums erklärte am Mittwochabend, die französische Regierung habe beträchtliche Konzessionen gemacht, um die Wiederaufrüstung Westeuropas nicht aufzuhalten. Die Regierung habe auch d>e Forderung fallengelassen, daß Frankreich der deutschen Wiederaufrüstung erst nach Unterzeichnung des Montanvertrages zustimmen könne. Politische Beobachter und die Pariser Abendpresse stimmen darin überein, daß die Gegensätze in der Regierung voraussichtlich zum Ausscheiden des sozialistischen Verteidigungsministers Jules Modi aus dem Kabinett führen werden Modi hält strikt am Pleven-Plan fest, der die Aufstellung einer europäischen Armee mit kleineren deutschen Einheiten nach Abschluß der, Montanunions-Verträge vorsieht. Deutsche Rekrutierungsbüros Der Reuterkorrespondent Harold King berichtet aus gutunterrichteten Kreisen, der Plan zur Aufrüstung der Deutschen Bundesrepublik zeige folgende Wesensmerkmale: 1. Die deutschen Einheiten in der atlantischen oder der europäischen Armee werden die Stärke von Kampfgruppen oder Brigaden haben. 2. Technische Vorbereitungen einschließlich der Organisation deutscher Rekrutie- rungsbiiros werden sofort in Angriff genommen. Mit ihrer Durchführung werde nicht solange gewartet werden, bis die in dem französischen Plan zur Bildung einer Europaarmee vorgesehene politische und verwaltungsmäßige Organisation errichtet sei. '3. Die deutschen Rekrutierungsbüros werden mit dem Bundesarbeitsministerium verbunden und von der alliierten Hohen Kommission überwacht und kontrolliert. 4. Der Bundesregierung werde kein Vertei- digungsministerinm zugestanden werden. 8. Bis zur endgültigen Ausarbeitung der Pläne über eine Europaarmee und der im französischen Vorschlag vorgesehenen Ernennung eines europäischen Verteidigungsministers soll ein „Atlantischer Hoher Kommissar“ wirken, der vorübergehend die Funktionen eines europäischen Verteidigungsministers ausüben soll. Schusses, machte nach dem Essen vor Pressevertretern die überraschende Mitteilung, daß Truman und Attlee in allen wichtigen Fragen Einigung erzielt hätten. Der britische Premierminister ist am Mittwochnachmittag kurz vor 17.30 Uhr zu seiner dritten Unterredung mit Truman im Weißen Haus eingetroffen. Bei den Unterredungen am Mittwoch wurden in der Hauptsache militärische Probleme erörtert, die im Zusammenhang mit den Rückschlägen der UNO-Truppen in Korea und der allgemeinen Strategie zur Erhaltung des Friedens und der Sicherheit in der Welt stehen. Sie haben ferner die Rohstofflage erörtert und anerkannt, daß diese Frage für die Verteidigung des Westens von besonderer Wichtigkeit ist und daß energische Bemühungen unternommen werden sollen, die Rohstofferzeugung zu steigern und die wirksamste Verwendung der begrenzten verfügbaren Vorräte sicherzustellen. Keine Beschwichtigungspolitik Washington. Der britische Premierminister Attlee erklärte am Mittwoch, eine „Beschwichtigungspolitik“ gegenüber den chinesischen Kommunisten komme nicht in Frage. Großbritannien werde Seite an Seite mit den Vereinten Staaten stehen. In seiner Rede vor dem amerikanischen Presseklub zollte Attlee den. militärischen Führereigenschaften des UNO-Oberkommandierenden General Mac- Arthur volle Anerkennung. Er fügte hinzu: ..Sie können sicher sein, daß bei gutem oder schlechtem Wetter die britische Flagge immer neben dem Sternenbanner wehen wird. Wir stehen zu unserer Pflicht, und wir stehen zu unseren Freunden. Zu seinen Besprechungen mit • Truman sagte Attlee, zwangsläufig bestünden zwar zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten Unterschiede im „Auftreten“, die Unterredungen hätten aber bereits die Möglichkeit geschaffen, daß „jeder den Standpunkt des anderen versteht. Wir müssen uns immer davor hüten, kurzsichtige Erwägungen anzustellen. die durch Gefühle veranlaßt sind. Wir müssen immer daran denken, daß militärische Vorhaben nur die Mittel zur Erreichung eines Zieles sind und nicht schon Ziele selbst.“ Herbert Hoover Ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten Trotz vielfältiger Bemühungen ist noch immer keine von allen Partnern gebilligte Formel für die schnelle Aufstellung einer Europa-Anne« gefunden worden. Der frühere US-Präsident Hoover macht sich in folgendem Artikel zum Sprecher derjenigen Amerikaner, die diese Entwicklung voller Enttäuschung und mit höchster Ungeduld verfolgen. Westeuropa ist die Stelle, an der die west- liehe Zivilisation am meisten gefährdet ist. Es liegt auf der Hand, daß die Vereinigten Staaten angesichts der Entwicklung in Asien Europa im Rahmen des gegenwärtigen Programms nur in einem gewissen Ausmaß helfen können. Es ist daher an der Zeit, einmal offen auszusprechen, was viele Amerikaner heute darüber denken. Wir Amerikaner wissen, daß die jetzt im Atlantikpakt zusammengeschlossenen europäischen Nationen mit amerikanischer Hilfe eine größere industrielle Produktivität erreicht haben, als vor dem ersten oder dem zweiten Weltkrieg. Ihre Bevölkerung ist größer als während dieser beiden Kriege, desgleichen die Zahl ihrer Arbeitskräfte. Während beider Kriege stellten diese Völker innerhalb von drei Monaten über 140 ausgerüstete und ausgebildete Kampfdivisionen ins Feld, von See- und Luftstreitkräften abgesehen. Als die ungeheuren Summen für zahlreiche Anleihen, den Marshall-Plan und den Atlantikpakt vom amerikanischen Volke gutgeheißen werden sollten, wurden bestimmte Versprechungen gemacht. Es wurde hervorgehoben, daß diese gigantischen Summen rieben wirtschaftlichen und soziaten Zielen dazu führen würden, daß sich die europäischen Nationen in einem gemeinsamen Programm der Verteidigung' gegen Angriffe auf die westliche Zivilisation zusammenschließen. Man sagte dran Amerikanern: hier liegt Amerikas erste Verteidigungslinie. Amerika erklärte sich in erster Linie auf diese Versprechungen hin, zu seinen Opfern bereit. Es war eine teure Angelegenheit. Ueber das Pachtieihprogramm des Krieges hinaus hat Amerika seit Kriegsende an Zuwendungen und Anleihen die praktisch auch geschenkt waren, im Vertrauen aüf dieses Versprechen fast' 20 Milliarden für Europa ausgegeben. Es hat diese großen Opfer nicht widerwillig gebracht. Aber die Ergebnisse bedeuten für eine wachsende Zahl von Amerikanern eine tiefe Enttäuschung. Maßgebende Amerikaner haben immer wie- cter auf die Notwendigkeit hingewiesen, eine gemeinsame europäische Verteidigung zu schaffen und die Deutschen daran zu beteiligen. Diese Vorschläge wurden erst abgslehnt, dann verzögert. Diese Entwicklung bedeutete für denkend® Amerikaner einen gewaltigen Schock, und aus diesen Fehlschlägen rargbben sich ernstere Fragen. Täuscht man uns über den .Ernst der Lage? Haben diese Nationen so überzeugende Bra* weise für den guten Willen des Kremls, daß sie sich nicht für ihre Verteidigung interessieren? Erwarten sie von den Vereinigten Staaten und Großbritannien, daß diese im Falle eines Angriffs die ganze Last tragen? Es ist an der Zeit, daß das amerikanische Volk sich einer stärkeren Sprache bedient als etwa der diplomatischen Redewendungen in Konferenzsälen. Amerika sollte bereit sein zu helfen, aber wenn Westeuropa Schutz vor der kommunistischen Flut wünscht, muß es selbst den größten Teil dazu beitragen — und zwar schnell. Es ist vorgeschlagen worden, die amerikanischen Streitkräfte in Europa sofort auf zehn Kampfdivisionen zu erhöhen. Solange aber nicht ein Vielfaches an Europäern an ihrer Seite steht, wäre dies nichts anderes, als amerikanische Soldaten zur Schlachtbank zu führen. Meiner Meinung nach sollte Amerika daher unverzüglich erklären, daß keine wraiteren Gelder mehr zur Verfügung gestellt werden, bis nicht mit einer endgültig vereinigten und ausreichenden Europa-Armee zu rechnen ist. Er?t dann — und nicht eher — sollten die zehn amerikanischen Divisionen nach Europa verlegt werden. Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: ich befürworte keinen Angriff und verabscheue allein schon den Gedanken an einen Präventivkrieg. Was wir wünschran. ist ein wirklicher Friede. Aber wir müssen eine Verteidigung aufbauen, die einen Angriff verhindert. Und wer geschützt werden will, muß auch selber einen ins Gewicht faltenden Beitrag dazu leisten. Donnerstag, 7„ Dezember 1950 Steuerbukett in Vorbereitung Tabak*, Kaifee- und Teesteuer wird nicht gesenkt — Soll die deutsche Filmkonkurrenz aus geschaltet werden? — Um die Bundesanleihe Bonn. Bundesflnanzminfster Fritz Schaffer teilte dem Bundestag am Mittwoch auf seiner 104. Sitzung mit, daß vorerst nicht mit einer Senkung der Tabak-, Kaffee- und Teesteuer zu rechnen sei. Ein derartiger Schritt sei vielleicht in einem großen Steuerprogramm möglich, bei dem die Steuern untereinander ausgeglichen werden könnten; ein derartiges Steuerpro gramm werde vermutlich in Kürze schon vorgelegt werden müssen. Schäffer beantwortete damit eine Interpellation der Bayernpartei, des Zentrums und der WAV, in der die Bundesregierung um Auskunft darüber ersucht wurde, warum die vom Bundestag schon vor Monaten geforderten Gesetzentwürfe über die Steuersenkung für diese Genußmittel noch nicht vorgelegt worden seien. Schäffer sagte, daß eine Steuer nur dann gesenkt werden könne, wenn das Gesamtsteueraufkommen nicht darunter leide. Die Erfahrungen mit der Zigarrensteuer, deren Aufkommen nach der Steuersenkung zurückgegangen sei, verpflichteten zur Vorsicht. Die Interpellation wurde an den zuständigen Ausschuß überwiesen. Der Bundestag beschäftigte sich dann in einer längeren Debatte mit den alliierten Maßnahmen zur Liquidierung der Ufa. CDU und SPD protestierten dagegen, daß hier deutsches Eigentum ohne deutsche Mitwirkung verkauft werde. Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Dr. Eduard Schalfejew teilte mit, daß die Hohe Kommission den deutschen Gesetzentwurf über die Ufa-Liquidation als nach den alliierten Gesetzen nicht ausreichend bezeichnet habe. Es liege der Verdacht nahe, daß die alliierten Maßnahmen das Erstehen eines konkurrenzfähigen deutschen Films verhindern wollten. Dr. Rudolf Vogel (CSU) verwies darauf, daß sowohl in den USA wie in England riesige Theaterkonzerne bestünden. Das Problem habe nichts mit Sicherheit zu tun. Es gehe heute darum, ob 5 Jahre nach der Kapitulation noch deutsches Eigentum ohne Mitwirkung der Deutschen veräußert werden könne. Eine Interpellation der CDU- CSU, SPD, FDP, DP und BP zu dem Thema wurde dem Presseausschuß überwiesen. Die Erhöhung des Notopfers Der Bundestag behandelte ferner in erster Lesung den Regierungsentwurf zur Erhöhung des Berliner Notopfers. Bundesflnanzminister Schäffer wies darauf hin, daß eine Erhöhung notwendig sei, um den Berliner Haushalt zu decken. Sie beschränke sich bei den schwachen Steuerzahlern auf ein Viertel des bisherigen Satzes, während sie bei den leistungsstärksten Steuerzahlern auf das Dreifache des bischerigen Satzes steige. Die SPDschlug' vor, an Stelle'der Erhöhung des Notopfers die Einkommensteuer zu erhöhen.' Der Gesetzentwurf wurde an den Finanz- und Steuerausschuß .finanzminister ermächtigt werden, rund 700 Millionen Mark im Wege des Kredits zu beschaffen, um Ausgaben des außerordentlichen Haushalts für das Rechnungsjahr 1950/51 zu decken. Die nächste Plenarsitzung findet am Donnerstagvormittag statt. Streit um Weihnachtsgratifikationen Bonn. Das Bundeskabinett befürwortet weiterhin eine Höchstfreigrenze von 200 Mark für Weihnachtsgratifikationen. Nachdem der Bundesrat sich kürzlich für die bisherige Steuerfreigrenze von 100 Mark ausgesprochen hatte, hat das Bundeskabinett am Mittwoch ein Schreiben an den Bundestagspräsidenten gerichtet, in dem zu dieser Frage Stellung genommen wird. Kraftfahrer finanzieren Versorgungsgesetf Bonn. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch die Ergänzungsvorlage des Bundesrates zürn Mi ne r alö 1 s te uergels e tz. Der Bundestag wird jetzt endgültig über das Gesetz entscheiden. Nach den gemeinsamen Vorscklä gen der Bundesregierung und des Bundesrates soll der Benzinpieis je Liter um 10 Pfennig und der Preis für Dieselöl je Kilogramm um sieben Pfennig erhöht werden. Di« Regierung hofft, durch diese zusätzliche Steuer 470 Millionen Mark zu erhalten, die für die Finanzierung des Bundesversorgungsgesetze« erforderlich sind. 53 Millionen für die Jugend Bonn. Die Bundesregierung beschloß am Mittwoch, 53 Millionen Mark bereitzustellen, um den vorgesehenen Bundesjugendplan zu finanzieren. 33 Millionen sollen aus Mitteln des Bundeshaushaltes entnommen und 20 Millionen als Kredite beschafft werden. Der Bundesjugendplan soll nach den Worten von Bundes Innenminister Dr. Robert Lehr die Jugend dem demokratischen Gedanken näherbringen. Die finanziellen Mittel müssen nach Ansicht Dr. Lehrs bereitgestellt werden, um Jugendlehrwerkstätten, Jugendsportverbände und Jugendzeitschriften zu unterstützen. Dr. Lehr wies darauf hin, daß der von der Bundesregierung bewilligte Betrag eine außer gewöhnliche Leistung sei, für die man dem Bundesfinanzminister dankbar sein müsse. Atombombe für äußersten Notfall Abwurf auf feindliches Land würde dritten Weltkrieg bedeuten überwiesen. Ein Regierungsentwurf über ein A n 1 e i h e -1 kömmlichen Waffen zu g e s e t z wurde an die zuständigen Ausschüsse J mandschurisches Gebiet Washington. Eine maßgebende Persönlichkeit aus der Umgebung Präsident Trumans erklärte am Mittwoch, der Präsident werde den Einsatz der Atombombe nur dann anordnen wenn das Schicksal der Vereinigten Staaten auf dem Spiel stehe. Die hochgestellte Persönlichkeit faßte die Ueberlegungen des Präsidenten wie folgt zusammen: 1. Die Anwendung der Atombombe in Korea oder der Mandschurei würde augenblicklich eher einen dritten Weltkrieg herbeiführen als ihn verhindern. 2. Die Politik der USA-Regierung läuft darauf hinaus, alles zu tun, um einen solchen Krieg zu vermeiden, so daß der Präsident keinen Befehl zum Einsatz der Bombe gegen das kommunistische China geben wird. 3. Truman wird nur dann den Abwurf der Atombombe anordnen, wenn es über jeden Zweifel offenbar werden sollte, daß kommunistische Nationen einen umfassenden Angriff gegen die freie Welt einleiten, bei dem der Bestand der Vereinigten Staaten auf dem Spiel steht. Aus anderer Quelle in Washington wurde darüber hinaus erklärt, die USA-Regierung denke auch nicht daran, Flugzeuge mit her- Operationen gegen einzusetzen. Man verwiesen. Nach dem Gesetz soll der Bundes- glaube, daß auch ein derartiger Schritt einen Gebetsfeldzug für den Frieden Ein Aufruf des Papstes an die Katholiken der Welt umfassenden Krieg mit dem kommunistischen China äuslösen würde, was die amerikanische Politik zu vermeiden suche. Wonsan aulgegeben Söul. Der wichtige Marinestützpunkt Wonsan, an der Ostküste Koreas, ist am Mittwoch von den UNO-Truppen aufgegeben worden. Starke chinesische Einheiten drangen in die Vorstädte Wonsans ein, als die letzten amerikanischen Soldaten in kleinen Fahrzeugen aus dem Hafen ausliefen. Die Schiffe werden wahrscheinlich nach dem weiter nördlich liegenden Hafen Hungnam fahren, wo gegenwärtig die Evakuierung der UNO-Truppen aus dem Nordostteil Koreas vorbereitet wird. Große Truppentransporter und viele amerikanische Kriegsschiffe liegen im Hafen von Hungnam, um die UNO-Truppen ah Bord zu nehmen. Die chinesischen Truppen sind im Westabschnitt im stetigen Vormarsch auf die neue Hauptverteidigungslinie der amerikäni-. sehen achten Armee, die sich nach der Räumung Pjöngjangs weiter südlich eingegraben hat, doch hat bisher noch keine Gefechtsbe rührung stattgefunden. Siegesfeiern in China Hongkong. Ganz China feiert gegenwärtig die Siege der chinesischen „Freiwilligen“ in Korea. In allen größeren Städten finden nach einem Bericht der Pekinger Nachrichtenagentur „Neues China“ Feiern zum Gedenken der ..glänzenden Triumphe“ der Chinesen über die amerikanischen „Imperialisten“ statt. Vatikanstadt. Papst Pius XII. hat die Katholiken der Welt am Mittwoch zu einem „Gebetsfeldzug für den Frieden“ aufgerufen, damit „der gefährlich drohende Krieg abgewendet werden kann“. Vor allem in der Nacht vor dem Fest der Unbefleckten Empfängnis, am 8. Dezember, und in den neun Tagen vor Weihnachten sollen öffentliche Gebete für den Frieden gesprochen werden. Die Bischöfe werden aufgefordert, die Gläubigen in einem weihnachtlichen Gebetsfeldzug um sich zu sammeln. Mit dem Wunsch, daß die schrecklichen Menschenopfer in einigen Gebieten der Welt, in denen die Blüte der Jugend niedergemäht werde, allen Menschen zur Warnung dienten, verbindet der Papst die Feststellung: „Wer verschließt sich der Kenntnis, daß blutige Unruhen Zerstörung, Mord und Elend mit sich bringen? Die menschliche Erfindungsgabe, die für andere Ziele bestimmt ist, hat heute Kriegswerkzeuge von solcher Gewalt erdacht, und eingeführt, daß jeder anständige Mensch darüber Entsetzen empfinden muß, weil damit nicht nur Armeen getroffen werden, sondern häufig auch schlichte Bürger, Kinder, Frauen, die Alten, die Kranken, und gleichzeitig auch ehrwürdige Bauwerke und die schönsten Kunstdenkmäler. Wer schrickt nicht mit Entsetzen vor dem Gedanken zurück, daß neue Friedhöfe zu den so zahlreichen Begräbnisstätten des letzten Krieges hinzukommen sollen, daß sich auf dem traurigen Schutt des letzten Krieges neue rauchende Trümmer von Städten auftürmen sollen? Wer zittert nicht bei dem Gedanken, daß die Zerstörung neuer Gebiete als unausweichliche Folge eines neuen Krieges die Wirtschaftskrise noch mehr verschärfen könnte, unter der vor allem die schlechter gestellten Klassen der Bevölkerung zu leiden haben?“ Friedensappell des Rats der EKD Stuttgart. Der Rat der evangelischen Kirche in Deutschland hat am Mittwoch auf seiner Arbeitstagung alle christlichen Kirchen der Welt gebeten, das äußerste zu tun, um den Frieden zu retten. Die Kirchen sollten durch ihre Regierungen bei den Vereinten Nationen dahin wirken, daß unverzüglich konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um die drohende Gefahr abzuwenden. In dem Aufruf wird darauf hingewiesen, daß die Kirchen nicht in der Lage sind, von sich aus unmittelbare politische Vorschläge zu vertreten, dies müsse den Regierungen und den Vereinten Nationen überlassen bleiben. Die Kirchen könnten nur bitten, daß die Regierungen ihre Verantwortung wahmehmen und ohne Rücksicht auf nationale Sonderinteressen und Prestigefragen neue Wege zur Befriedigung der Welt beschreiten. Dir Kirchen werden gebeten, sich in der Weihnachtszeit im Gebet zur Rettung des Friedens zu vereinigen. Der Rat der EKD stellt fest, daß die Verhältnisse in Deutschland auf eine äußerst kritische Entwicklung zutreiben. Die Teilung Deutschlands sei für die ganze Welt eine Gefahrenquelle geworden. Wenn nicht bald eine positive Lösung erfolge, würden sich voraussichtlich in kurzer Zeit die hochgerüsteten Mächte der Welt auf deutschem Boden gegenüberstehen. Der Rat der EKD bittet außerdem die Regierungen und Kirchen des Westens und des Ostens, die noch wegen angeblicher Kriegsverbrechen inhaftierten Deutschen zu amnestieren. Bei Verdacht von Vergehen sollten die Verfahren überprüft werden. Vor allem die jugendlichen und die älteren unter den Internierten sollten bei der Amnestie berücksichtigt werden. Neues Gesprädi Niemöller-Schumadier Frankfurt. Der hessische Kirchenpräsident D. Martin Niemöller und der 8PD-Versitzende Dr. Kurt Schumacher werden nach einer Mitteilung des Bruderrates der Bekennenden Kirche am 18. und 19. Dezember zu einem neuen Gespräch in Darmstadt Zusammentreffen. Die Unterredung ist nach der offiziellen Tagesordnung dem Mitbestimmungsiecht gewidmet. Es ist das dritte Zusammentreffen von Schumacher und Niemöller in den letzten Wochen. Wie der Bruderrat in diesem Zusammenhang wiederholte, sind derartige Gespräche zu politischen Tagesfragen auch mit Vertretern anderer Parteien vorgesehen. Der zweite CDU-Vorsitzende Dr. Holzapfel habe bereits eine Zusage gegeben. Ueber den Termin und das Thema dieser Zusammenkunft Niemöllers mit Vertretern der CDU sei allerdings noch nichts vereinbart Luftschuijvorbereitungen in Japan Tokio. Ministerpräsident Joschida teilte im Reichstag mit, daß in Japan umfangreiche Vorbereitungen zum Schutz gegen die Möglichkeit eines Luftangriffes getroffen worden sind. Joschida fügte hinzu, die Regierung beabsichtige nicht, japanische Freiwillige zur Unterstützung der UNO-Truppen zu entsenden. 10 Tote bei Flugzeugabsturz Gibraltar. Die zehn Insassen eines Wellington-Bombers der britischen Luftstreitkräfte, der am Dienstag in Spanien abstürzte, sind wahrscheinlich ums Leben gekommen. Die Maschine war in England am Dienstagvormittag mit sieben weiteren Bombern, zu einem Uebungsflug aufgestiegen. Vier der acht Flugzeuge landeten nach einem Schlechtwetterflug in Tanger und drei in Gibraltar. Die Unglücksmaschine dagegen stürzte bei Denia in der südostspanischen Provinz Alicante ab. Ausgesandte Rettungsmannschaften gerieten in einen Schneesturm und konnten das Wrack der Maschine nickt erreichen. Vater mit 3 Kindern umgekommen Bern. Bei einer tragischen Brandkatastrophe in der Schweizer Gemeinde Teufen kamen ein Familienvater und drei Kinder ums Leben. Bei dei>-Herstellung von Bodenwachs auf dem Küchenherd fing das Gemisch aus Wachs und Terpentinöl Feuer. In wenigen Minuten stand das kleine Wohnhaus in Flammen. Der Ehefrau gelang es, mit einem Kinde ins Freie zu kommen, ein jüngerer Sohn konnte sich durch einen Sprung durchs Fenster retten. Bei dem Versuch, ein Töch.terchen aus der brennenden Wohnstube zu retten, erstickte der Vater infolge Rauch- und Gasentwicklung. Das Kind wurde von der Feuerwehr ebenfalls erstickt unter dem Stubentisch aufgefunden, wo es Schutz gesucht hatte. Ein vier- und ein achtjähriger Junge verbrannten in ihren Betten im oberen Stockwerk des Hauses. Neues in Kürze Auf Antrag der FDP-Fraktion wird ildi der Bun- Aestag auf seiner ersten Sitzung im nächsten Jahr mit der Frage beschäftigen, ob ein Siidweststaat gebildet oder die alten Länder Baden und Württemberg wiederhergestellt werden sollen. Bundeskanzler Dr. Adenauer forderte den Vorstand Jer gesamtdeutschen CDU auf einer Sitzung in Bonn luf, die Landesverbände straffer als bisher zu organisieren. Ein Organisationsplan dazu soll dem erweiterten CDU-ParteiausschuB vorgelegt werden. In der Bundesrepublik ist es Jetzt wieder erlaubt, Sportwaffen und Sportmunition berzustelien, nachdem die Bundesregierung am Mittwoch die Verordnung dazu verabschiedet hat. In allen Weinbaugebieten der Bundesrepublik ist Sie Weinlese beendet. Nach Mitteilung des Bnndes- ernährungsministeriums stellt sich derErtrag auf Bber drei Millionen Hektoliter Wein. Im Durch» schnitt kann mit 2000 Litern Jo Morgen gerechnet werden. Die Qualität des neuen Jahrgangs wird allgemein als gut bezeichnet. Der Hochofen der Reichswerke in Watenstedt- Salzgitter muB endgültig demontiert werden, pof britische Landeskommissar teilte der niedersächji- schen Regierung am Mittwoch mit, daB der britische Hohe Kommissar einen niedersächsischen Kompensationsvorschlag für das Empfängerland «riechen- Land nicht genehmigte. Ein Teil der Ruhr-Hüttenwerke und der Walawert« wird infolge der Kürzung ihrer Kohlen- und Koke- bezüge im Dezember zu Einschränkungen ln der Produktion gezwungen sein. Durch die BrennStoW- kürzungen wird es nicht zu vermeiden sein, daB ein, Reihe von Abnehmern nicht mehr die bisherigea Materiallieferungen erhalten können und bezüglich der einzelnen Qualitäten und Abmessungen die erforderlichen Mengen anfallen. Die Kohlenzuteilung für die chemische Industrie ist um etwa 60 Prozent gegenüber den Kohlenlieferungen der letzten Monate gekürzt worden. Wie au» Fachkreisen der chemischen Industrie verlautet. muB infolge der Kohlenverknappung, der Preiserhöhungen für Fettrohstoffe und des Engpasses in Vorprodukten der Chemie mit Preissteigerungen gerechnet werden. In einer gemeinsamen Erklärung geben die Basler Zeitungen die Erhöhung ihrer Bezugspreise um ae bzw. 15 Rappen für das Abonnement bekannt mit -_-_ d«R nanlamrPi» IlTtd «Onfitlffe ROH* Arbeitslosenzahl stieg um 86000 Bonn. Die Zahl der Arbeitslosen ln der Bundesrepupblik ist im November um rund 86 000 gestiegen. Sie beträgt damit rund 1 316 000. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit ■war in der ersten Novemberhälfte mit rund 47 700 stärker als in der zweiten Monatshälft« mit rund 38 300. Von den im November arbeitslos gewordenen Einwohnern der Bundesrepublik sind 72 000 Männer und 14 000 Frauen. Englands Unterhändler für Washington Der britische Premierminister Clement -Attlee (rechts) und der Chef des Empire-Generalstabs Sir William Slim (links) erörtern in einem Gespräch „von Mann zu Mann“ mit Präsident Trnman die schwerwiegenden Probleme, die sich aus der kritischen Lage in Korea ergeben hat. Zollspitzel mit falschen Papieren Lörrach, (lid) In der Zollfahndungsaffaire, in die bekanntlich mehrere Führer der badischen Zollfahndung verwickelt sind, wurde, jetzt ein Grenzer verhaftet, der sich seinerzeit als Mittelsmann für die Zollfahndung betätigte. Jetzt hat sich herausgestellt, daß der Mann unter falschem Namen auftritt und sich auch deswegen noch zu verantworten haben wird. Ein halber Meter Schnee in Madrid Madrid. In vielen Gebieten Spaniens sind die Temperaturen am Dienstagabend tief unter den Nullpunkt gefallen. In Madrid liegen fünfzig Zentimeter Schnee. Wetter beridit Mit dem Abzug des süddeutsshen Hochs gelangt wieder etwas wärirrere Luft in unser Gebiet Aussichten bis Freitagabend: Im ganzen zunehmende Bewölkung mit wiederaufkommender Niederschlagstätigkeit. Noch leichter Nachtfrost. Langsamer Temperaturanstieg. Schneeverhältnisse: Feldberg 35 cm Pulver, Sportmöglichkeiten sehr gut. Minus 8 Grad. Herzogenhorn 35 cm Pulver, Sportmöglichkeiten sehr gut. Minus 8 Grad. Schauinsland 15 cm Pulver Sportmöglichkeiten gut. Minus 7 Grad. Neustadt 10 cm Pulver, Sport möglich. Minus 10 Grad. Brend» Rohardsberg 35 cm Pulver, Sport möglich. Minus 10 Grad. Kurhaus Sand 25 cm Pulver, Sport möglich. Minus 6 Grad. Darmstädter Hütte 16 cm Pulver, Sport möglich. Minus 11 Grad. Freudenstadt 8 cm Pulver, Sport möglich. Minus 9 Grad. r Donnerstag, 7. Dezember 1950 ( I ^ Jß&äjvo\ ßLöMÄ Der Schwarzwald wartet auf Wintergäste Die Wettervorhersage gibt in diesem Jahre die Aussicht, daß wir diesmal jenen „zauberhaften Schwarzwaldwinter“ bekommen, der schon so oft beschrieben worden ist. Nach der Enttäuschung, die wir im Vorjahr erfuhren, in dem selbst auf dem Feldberg zu Weihnachten ein Wetter herrschte, wie man es sich im Vorfrühling nicht bes.»r wünschen konnte, belehrt uns die Klimaforschung, daß der vorjährige Wärmeeinbruch im Dezember nicht die Regel ist und wir deshalb zu der Voraussage der Landeswetterwarte Vertrauen haben können. Der Schwarzwald dürfte also seinen Ruf als traditioneller Mittelpunkt des Schneeschuhsports auch in diesem Winter behaupten, zumal er sich in einer fast vorkriegsmäßigen Form präsentiert. Diesmal stehen den Besuchern 90 Prozent aller Gastwirtsbetriebe wieder zur Verfügung. Sie sind bequem zu erreichen, da Bahn und Post sowie private Fuhrunternehmen die Verbindungen wieder verbessert haben und auf einen starken Andrang eingestellt sind. Der „Winterferien-ExpreB“, ein Sportzug mit 50 Prozent Preisermäßigung und ohne D-Zugzu- Schläge, so daß die Ermäßigung tatsächlich 60 Prozent gegenüber dem normalen Fahrpreis beträgt, wird jeden Sonntag von Frankfurt a. M. nach Freiburg hin und zurück verkehren. Im Anschluß an die für Wintersportler wichtigen Halte in Baden-Oos, Bühl, Aehern und Offenburg sind schnelle Uebergänge mit Post und Bahn vorhanden, so daß die Gäste noch am gleichen Tage in allen Skigebieten Eintreffen können. Die Post wird ihren Personenverkehr so lückenlos wie im Sommer behalten und ihn auf den wichtigsten Strecken, wie von Bärental zum Feldberg sowie von den zur Schwarzwaldhochstraße führenden Orten, noch verstärken. Einige Plätze wie Titisee haben einen Pendelverkehr zum Feldberg vorgesehen. Die durchschnittliche Höhe der Gipfel des Südschwarzwalds von 1200 m gibt die gewünschte Schneesicherheit und gestattet bis weit in das Jahr hinein wunderbare Abfahrten. Vom Feldberg (1500 m) geht es westlich zum Stübenwasen (1388 m) und Notschrei (1121 m), einem Zentralpunkt an dem beliebten , Skihöhenweg, der seit 1847 die an ihm ge legenen Gemeinden verbindet. Will marr sich Iteber nach Südwesten wenden, so fährt man auf der Hasenhomabfahrt nach Todtnau (700 m). Aber auch im Süden und Osten des Feld bergs sind die Touren lohnend. Der Mittelschwarzwald, der durch- die jetzt 78jährige Schwarzwaldbahn erschlossen wird, hat eine durchschnittliche Höbe von 1000 m und bietet ein fast unerschöpfliches Tourengebiet sowie leichtere und schwerere Abfahrten. Alle namhaften Plätze wie Triberg. Schönwald, Schonach und- Furtwangen sind besatzungsfrei. Furtwangen, dessen Gelände bis 1150 m zum Brand emporsteigt, ist ein besonders schneesicheres Gebiet. Zahlreiche große und kleine für diese Saison verbesserte Sprungschanzen können alle Wünsche zufriedenstellen. Auf Deutschlands größter Natur- sprungschanz '3 in Neustadt findet vom 16. bis 18 . Februar das Springen um die Deutsche Skimeisterschaft statt, das die Elite am Start sehen wird und einen Hauptanziehungspunkt für alle Wintersportler bilden dürfte. Daß für die Bequemlichkeit der Skiläufer alles nur Mögliche getan worden ist, zeigt die Tatsache, daß auf dem Feldberg, der schon über zwei Skilifte verfügt, ein großer Sessellift am Nordabhang gebaut worden ist. Im Fahlerloch ist ein 170m- Lift vorhanden und auch Schönwald und Hinterzarten verfügen über ähnliche Anlagen. Der Nordschwarzwald zeichnet sich durch seine wunderbaren Schneewälder aus. Sämtliche Hotels an der berühmten Schwarzwaldhochstraße sind frei und bequem mit Kraftpoeten zu erreichen. Bühlerhöhe, Hornisgrinde, Hundseck und Kniebis sind die bekanntesten Kurhäuser dieses Gebiets. An der Hochstraße ist ein Skihanggelände angelegt, an das die Gäste mit Hotelomnibussen herangeführt werden. Die Straße zwischen Bühlerhöhe und Unterstmatt ist nunmehr begradigt worden. Alle Vorkehrungen sind getroffen, um die Hochstraße schneefrei zu halten. Warum nur Bananen und ApVsinen ? Landtags- und Bundestagsabgeordneter Willi Stahl, Bürgermeister von Titisee, wandte sich unlängst beschwerdeführend an das Bundesverkehrsministerium, daß auf den Bahnhöfen der Bundesbahn keine deutschen Aepfel, wohl aber in rauhen Mengen Orangen und Bananen feilgeboten würden. -Bundesverkehrsminister S e e b o h m beantwortete diese Beschwerde mit Schreiben vom 4. Dezember wie folgt: „Die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn hat von Ihrer Anregung mit Interesse Kenntnis genommen. Sie wird in einer ihrer nächsten Rundverfügungen, die sich mit Angelegenheiten der Bahnhofswirtschaften befaßt, die Eisenbahndirektionen anweisen, mehr als bisher darauf zu achten, daß auch deutsches Obst auf den Bahnsteigen und in den Bahnhofswirtschaften den Reisenden zum Kauf an- geboten wird.“ Appell zur Einigkeit der Sozialpartner Wirtschaftsminister Dr. Lais auf der Tagung des Landwirtschaftsrats — Folgen der Kohlenknappheit Freiburg. Einen eindringlichen Appell, alles Trennende zu vergessen und Einzelinteressen zurückzustellen, richtete Wirtschaftsminister Dr. Eduard Lais auf der Tagung des Landeswirtschaftsrates an Arbeitgeber und Arbeitnehmer, „damit die wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben gemeinsam gelöst werden können“. Der Minister sagte: „Wir stehen heute in einer Phase der Bewährung, in der es darum geht, ob der noch vorhandene Fundus an moralischer Substanz bei den Führenden noch hinreicht, um den Völkern klar zu machen, daß ein Leben in Freiheit, wenn auch mitunter mit Notdürftigxeit verbunden, immer noch mehr wiegt als ein Leben der Sklaverei im moskowitischen Arbeitslager-Staat.“ Die Rückwirkungen der gegenwärtigen Konjunktur auf die wirtschaftliche Lage Südbadens bezeichnte Dr. Lais als günstig. Der Produktionsindex sei im dritten Quartal 1950 um 16,8 v. H. gestiegen gegenüber einem Bundesdurchschnitt vom 13.1. v. H. ungeachtet der günstigen Entwicklung, die der Minister mit zahlreichen Einzelbeispielen belegte, müsse jedoch den Problemen der strukturellen Arbeitslosigkeit, der Unterbringung der Flüchtlinge und der Förderung des Exports erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Betriebsschließungen und Kurzarbeit unvermeidlich Gegenüber einem Monatsbedarf von 50 360 Tonnen erhielt die badische Industrie im November und den vorangegangenen Monaten ein Kontingent von nur 30 000 Tonnen zugewiesen, teilte ein Vertreter des Wirtschaftsministeriums mit. Im Dezember sei nur eine Richtmenge von 24 000 Tonnen zu erwarten. Beim Hausbrandbedärf sei für Dezember mit einer leichten Besserung durch Erhöhung des Kontingents von 18 000 auf 25180 Tonnen zu rechnen. Die Knappheit an Industriekohle mache eine mehrtägige Arbeitsruhe in der dritten Dezemberdekade unvermeidlich. Ein Vertreter des Arbeitsamtes erklärte, die Industriebelegschaft Südbadens von 21000 Mann stehe, wenn sich die Kohlenlage nicht alsbald normalisiere, vor der Gefahr der Arbeitslosigkeit oder mindestens der Kurzarbeit. Dies würde eine zusätzliche Aufwendung an Arbeitslosenunterstützungen von ungefähr 3 Millionen DM im Monat bedeuten. Der Vertreter der Gewerkschaften bemerkte, die Arbeiter lehnten es ab, die Fehldispositionen der Bundesregierung in der Kohlenversorgung auf ihrem Rücken äusträgen zu lassen. Man erwarte von der Regierung konkrete Vorschläge über eine zusätzliche Unterstützung. Kritik an der überhöhten Kohlenexportquote Wirtschaftsminister Dr. liais erklärte zu diesen Fragen, die Deutschland auferlegte überhöhte Kohlenausfuhrquote begünstige den Verdacht, man wolle den deutschen Anteil an der allgemeinen Rüstungskonjunktur drosseln. Der Minister sagte ferner, das Ausland müsse bedenken, ob man aus dem stagnierenden, steuerlich ohnehin* aufs äußerte belasteten Sozialprodukt Westdeutschlands einen angemessenen Beitrag zur europäischen Aufrüstung herausholen könne. Es sei mehr als ein Denkfehler, wenn man vom deutschen Bergmann übermenschliche Leistungen verlange, damit die Rüstungskonjunktur der anderen blühe. Augenzeugen zerstören eine Legende Als erste deutsche Zeitung im südwestdeutschen Raum ist es uns gelungen, den sensationellen, aufsehenerregenden Tatsacbenberiebt von Michael A. M us - manno ,Ju teeku Toftk luuHktl det Tod 1 ' zum Abdruck zu erwerben. Wir beginnen mit diesem in der nächsten Ausgabe unserer Zeitung. Augenzeugen sagen aus und zerstören die Legende um die letzten Tage Hitlers. In seiner Eigenschaft als Richter bei den Nürnberger Prozessen hatte der Verfasser Gelegenheit, auch die nicht vor dieses Forum zitierten Personen ihrem Namen und ihrer Funktion nach kennenzulernen, soweit sie im Leben Hitlers , vor allem während der letzten Wochen vor seinem Tode, eine tragende Rolle spielten. Diesen Personenkreis hat Michael Musmanno in einem drei Jahre währenden Aufspüren interviewt; nicht nach der Art sensationslüsterner Reporter, sondern als Psychoanalytiker, um das dämonische Phänomen Hitler zu ergründen und damit die unbegreifliche Geschichtserscheinung der Massenhypnose ganzer Völkerschaften. Das ist dem Verfasser gelungen. Wer die Serie, die ungewöhnlich fesselnd geschrieben ist, nach der Lektüre aus der Hand legt, der hat sein Wissen um viele Dinge bereichert, die um ihn herum während des tragischsten Abschnittes der deutschen Geschichte abgelaufen sind. Er wird vieles anders sehen und erst fetzt begreifen, und er wird sich vielleicht auch leidster mit dem Heute abfinden. Ueber die Wellen des Funks Donnerstag, den 7. Dezember Südwestfunk: 6.45 Marktberichte; 7.20 Die Heimatvertriebenen; 8.40 Musikalisches Intermezzo; 12.00 Landfunk; 14.00 Kinderliedersineen: 14.30 Franz. Sprachunterricht; 15.45 Ein unbekannter Lyriker: Faul Friedrich; 17.00 Klaviermusik; 18.20 Jugend spricht zu Jugend; 20.00 Operettenkonzert; 21.00 Wolle die Wandlung. Stuttgart: 8.15 Melodien am Morgen; 9.05 Marktrundschau; 11.45 Landfunk; 13.00 Echo aus Baden: 15.00 Schulfunk: 16.00 Zwei rechts — zwei links; 16.50 Gastronomisches Gespräch; 17.45 Heimatpost: 18.25 Schöne Opemmelodien; 20.05 Mit hundert Sachen. Freitag, den *■ Dezember SUdwestfunk: 6.50 Evang. Andacht; 9.00 Für di» Hausfrau; 9.30 Kath. Morgenfeier; 1130 Land der Hotzen; 12.00 Zeit im Gespräch; 13.00 Paris; Film- Fundschau,- 14.00 Für die Schuljugend; 14.30 Franz. Sprachunterricht; 16.30 Sind Sklaven nötig; 16.43 Musik zur Unterhaltung; 18.20 Die Frau im Beruf; 20.00 Scheinwerfer auf; 20.45 Elternsorgen — Jugendnöte; 21.00 Die großen Meister. Stuttgart: 6.40 Heimatpost; 8.00 Am Familientisch; 8.16 Melodien am Morgen; 9.05 Marktrundschau; 12.00 Musik am Mittag; 13.00 Echo aus Baden; 15.30 Kinderfunk; 16.00 Nachmittagskonzert; 16 45 Neue Kinderbücher; 17.45 Heimatpost; 20.00 Sinfoniekonzert. Samstag, den 9. Dezember Südwestfunk: 6.45 Marktberichte: 8.40 Musikalisches Intermezzo; 12.00 Sportvorschau: 12.10 Bauernfunk: Der Wald sichert gleichmäßige Wasserversorgung; 12.20 Mittagskcnzert; 14.30 Allerhand Schlager: 16.30 Unser Samstagnachmittag; 20.00 Wir erfüllen Hörerwünsche. Stuttgart: 6.40 Heimatpost; 8.00 Die Frau Im öffentlichen Leben; 9.05 Marktrundschau; 10.30 Schulfunk: Französisch: 10.45 Badische Komponisten; 11.45 Landfunk; 13.00Echo aus Baden; 15.00 Volksmusik; 15.40 Jugendfunk; 16.45 Filmprisma: 18.45 Heimatpost; 20.05 Alles tanzt mit; 21.00 Familie Staudenmaier. Milde Strafe für gerissenen Betrüger Ein Kroate mißbraudite päpstliches Handsdireiben und bischöfliche Empfehlungen Freiburg. Der wegen Betrugs in 1200 Fällen angeklagte internationale Hochstapler Wilhelm Heger aus Vinkovci in Kroatien wurde vom Mittleren französischen Gericht zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe gilt als durch die Untersuchungshaft verbüßt. Die Betrügereien Hegers reichen bis 1941 zurück, wo Vertreter des kroatischen Klerus seine ersten Opfer waren. Nach dem Krieg gab er ein längeres Gastspiel in Konstanz, wo er unter Mißbrauch eines päpstlichen Handschreibens und von Empfehlungen der Erzbischöfe von Wien, München und Freiburg einen undurchsichtigen Liebesgabenhandel aus der Schweiz aufzog. Außerdem gründete er ein fiktives Auswanderungsbüro „Intermedia“, das ihr. für voigetäuschte Auswanderungsvermittlung namhafte Beträge einbrachte. Als seine Konstanzer Betrügereien bekannt zu werden begannen, siedelte Heger nach Bad Nauheim über, wo er ein Komitee zur Errettung des Erzbischofs Stepinac ins’ Leben rief. Auch in Frankfurt tauchte er vorübergehend auf und eröffnete einen Kosmetiksalon, in dem er mit einem untauglichen Haarwuchsmittel neue Betrügereien verübte. Die Anklage gegen Heger wurde auf Betreiben des heute als Bundesanwalt tätigen früheren Konstanzer Oberstaatsanwalts Güde erhoben, doch zog di- frrnzösische Besatzungsmacht wegen der ungeklärten Staatsbürgerschaft Hegers und im Hinblick auf besatzungspolitische Hintergründe das Verfahren an sich. Das französische Gericht befand Heger nur in einem Fall für schuldig, wo er einen Konstanzer Zahnarzt unter dem Versprechen, ihm die Auswanderung zu ermöglichen, um sein gesamtes Vermögen gebrächt hatte. Verbrecher in Frauenkleidern 1 Freiburg. Auf der Straße zwischen. Brombach und Kenzingen fand ein Radfahrer auf der Heimfahrt am Abend eine Frau auf der Straße liegen. In der Annahme, es handle sich um eine Verunglückte, eilte er ihr zu Hilfe. Als er sich jedoch über die Gestalt beugte, zog diese plötzlich ein Messer und forderte den überraschten Helfer zur Herausgabe seines Geldes auf. Dabei merkte der Radfahrer, daß er es mit einem Mann in Frauenklcidern zu tun hatte. Mit Hilfe eines zufällig des Weges kommenden zweiten Radfahrers konnte der Wegelagerer in die Flucht geschlagen werden. Wieder Grenzgänger aus dem Elsaß Lörrach. Seit geraumer Zeit arbeiten wieder Grenzgänger aus dem benachbarten Elsaß im deutschen Oberrheingebiet. Bisher waren lediglich Schweizer Staatsangehörige als Grenzgänger in der südbadischen Grenzzone beschäftigt, da die Elsässer auf Grund französischer Verordnungen keine Genehmigung zur Arbeitsaufnahme in Baden erhalten konnten. Die Zahl der Grenzgänger aus deiyi Elsaß ist allerdings vorläufig gering, während allein aus dem Arbeitsamtsbereich Lörrach 190 deutsche Grenzgänger täglich nach dem Elsaß zu ihren Arbeitsplätzen fahren. Marianische Feierstunden Freiburg. Erzbischof Dr. Wendelin Rauch hat angeordnet, daß im Hinblick auf die am 1. November erfolgte Verkündigung des neuen Mariendogmas in der ganzen Erzdiözese-Freiburg entweder am 8 . Dezember, dem Festtag Mariä Empfängnis, oder am darauffolgenden Sonntag „Marianische Feierstunden“ abgehalten werden. Der Erzbischof wird am Freitag im Münster ein feierliches Pontifikalamt zu Ehren der Gottesmutter zelebrieren und am Schluß mit besonderer Erlaubnis des Heiligen Vaters den Päpstlichen Segen erteilen. In das 100. Lebensjahr Baden-Baden. Der älteste Einwohner von Baden-Baden, der Schuhmacher Albert Scha- baberle in Baden-Oos, vollendet am 8 . Dezember sein 99. Lebensjahr. Der Jubilar erfreut sich guter Gesundheit, arbeitet noch rüstig im Garten und spaltet Holz. Er unternimmt regelmäßig Spaziergänge, trinkt hin und wieder auch sein „Viertele“ und ist kein Gegner des Nikotins. Gebesserte Papierversorgung der Zeitungsbetriebe Freiburg. Die Badische Staatskanzlei teilt mit, daß es dem Wirtschaftsministerium auf Grund der von ihm sofort eingeieiteten Bemühungen gelungen sei, der Weisenbachfabrik der Holtzmann und Cie. A. G. im Murgtal, sowie den Papierfabriken Kraewell in Zell am Harmersbach und Dom in Forbach durch Kohlenzuteilungen die Wiederaufnahme des Betriebes zu ermöglichen. Die erforderlichen Schritte zur Wiederaufnahme des Betriebes der fibriAsn wegen Kohlenmangels stillgelegten Papierfabriken seien unternommen. D>a Versorgung der Zeitungsbutriebe erscheine gesichert. Wieder historische Bürgerwehren Ettlingen. Auf einer Versammlung badischer Bürgerwehren in Ettlingen betonte deren Landesvorsitzender Dipl.-Ing. Biederer, daß die vor dem zweiten Weltkrieg in Baden bestandenen 15 historischen Bürgervrehren wieder ins Leben gerufen würden, zumal von den Be- satzungsmächten keinerlei Bedenken bestünden. Man wird auch bemüht sein, ein Landestreffen durchzuführen, ähnlich wie in den Vorkriegsjahren im Schwarzwald odur am Bodensee, an der Bergstraße oder im Kraichgau. (ce) Bewaffneter Faubüberfall ce. Bruchsal. Der bewaffnete Raubüberfall auf einen Bewohner des Unteröwisheimer Weges hat rasch seine Aufklärung gefunden. Es handelt sich um zwei Ukrainer, die maskiert in die Wohnung eindrangen und unter Vorhalten von Pistolen 80 DM raubten. Die Täter sitzen bereits hinter Schloß und Riegel. Süddeutsche Klasseniotterie Am 4. und 5. Dezember, den beiden Ziehungstagen der 2 . Zwischenklasse der 8. Süddeutschen Klassenlotterie, wurden folgende größere Gewinne gezogen; 1. Gewinn zu DM 100 OOO— auf die Nr. 116 298, 1 Gewinn zu DM 30 000.— auf die Nr. 135 324 2 Gewinne zu Je DM 10 000.— auf die Nr. 19 842 und 64 408, 4 Gewinne zu Je DM 5 000— auf die Nr. 11 911 “128, U7 716 und 190 144, Donnerstag, 7. Dezember 1950 Justiztragödie um Dr. Ernst Entente Vertagung des UrteUs — Wird die Pariser Regierung nicht endlich ein Machtwort sprechen? Kolmar. Auch die Berufungsverhandlung gegen den, ehemaligen Oberbürgermeister von Straßburg, Dr. Robert Ernst, die am Mitt- wodt vor dem Appellationsgericht in Kol- mar stattfand, führte nickt zu einem Urteil. Die Verkündigung des Urteils wurde auf den 10. Januar vertagt. Die Verhandlung fand in Abwesenheit von Dr. Ernst statt, der zusammen mit einigen Dutzend anderen Deutschen im Militärgefängnis Metz inhaftiert ist. Dr. Robert Emst, der in der Zeit der deutschen Besetzung Oberbürgermeister von Straßburg war, ist seit 1946 in französischem Gewahrsam. Zu einer eigentlichen Anklageerhebung ist es noch nicht gekommen, weil die Vorfrage noch nicht entschieden ist, ob Dr. Robert Emst als Deutscher oder Franzose anzusehen ist. Gilt er als Franzose, so hat er eine Anklage wegen Landes- und Hochverrates zu gewärtigen, als Deutscher ist er jedoch freizulassen, da seine Amtsführung in Straßburg keinen Anlaß zu einer Anklage wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit oder Kriegsverbrechen gibt. Die Vorinstanzen in Straßburg und Kolmar haben bisher den Standpunkt vertreten, daß Dr. Emst, der 1897 in Hurtigweiler im Elsaß geboren ist, Deutscher sei; er hat nach 1918 nickt auf einer der sogenannten Reintegrationslisten zur Einbürgerung als Franzose gestanden. Die Oberstaatsanwaltschaft und das französische Justizministerium aber stehen auf dem Standpunkt, Dn Emst sei Franzose. Sie haben bereits vor zwei Jahren und auch jetzt wieder die Beschlüsse der Vorinstanz mit dem Rechtsmittel der sog. Kassation, d. h. der Anrufung des Obersten Gerichtshofes in Paris, angefochten. Unter Bezugnahme auf die Einlegung dieses Rechtsmittels verlangte in der Mittwoch-Verhandlung der Oberstaatsanwalt sogar die Vertagung der Hauptverhandlung. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt. Das nunmehr für den 10. Januar angesagte Urteil wird höchstwahrscheinlich erneut bestätigen, daß Dr. Robert Ernst Deutscher ist, aber auch dieses Urteil kann wieder vor dem Kassationshof angefochten werden, so daß ein Ende der gegenwärtigen Justiztragödie noch nicht abzusehen ist, es sei denn, daß die höheren französischen Regierungsstellen ein Machtwort sprechen und sich vor der Entscheidung ihrer eigenen Gerichte nicht beugen. Die Problematik von Nürnberg Haben die nürnberger Prozesse das Volker reckt neu aufgebaut oder zerstört? Frankfurt. Ueber die Problematik der Nürnberger Prozesse sprachen auf Einladung des Liberalen Studentenclubs an der Universität Frankfurt der ehemalige stellvertretende amerikanische Generalankläger in Nürnberg, Dr. Robert Kempner, und der Verteidiger in den Nürnberger Prozessen, Dr. Schmidt- Le i ch n e r. Dr. Kempner behauptete, daß die Nürnberger Prozesse einen positiven Beitrag zum Völkerrecht geleistet hätten, da zum ersten Mal der Begriff des Verbrechens gegen die Menschlichkeit aufgestellt worden sei. Es sei eine grobe Unterlassungssünde der Nürnberger Instanzen, daß die Urteile bisher noch nickt vollständig veröffentlicht wurden. Von 199 Angeklagten hätte das Gericht 38 freigesprochen und 36 zum Tode verurteilt. Bis jetzt seien aber nur 18 Todesstrafen vollstreckt worden. Dr. Schmidt-Leichner wies darauf hin, daß die Rechtsnatur der Nürnberger Prozesse bis jetzt ungeklärt ist. Außerdem könne nickt eindeutig entschieden werden, ob das Nürnberger Gericht ein amerikanisches oder ein internationales Tribunal war. Mit den Normen des klassischen Völkerrechts sei Nürnberg nicht zu erklären. Es stehe die Frage offen, ob in Nürnberg das Völkerrecht neu gebaut oder zerstört worden sei. Auch der Tatbestand des Angriffskrieges hätte nicht genügend formuliert werden können. Bereits der erste Nürnberger Prozeß hätte daran gelitten, daß über ihm „politische Unwahrheit“ gestanden habe. Unter dem Gesichtspunkt des Grundsatzes „nulla poena sine lege“ (Keine Strafe ohne vorheriges Gesetz) sagte Dr. Schmidt-Leichner, halte er nicht viel von Strafgesetzen, die zu einer Zeit verfaßt wurden, zu der man gewußt habe, was und wen man treffen wolle. Bundesregierung unterrichtet UNO Bonn. Die Bundesregierung veröffentlicht nun das Memorandum über die noch in der Sowjetunion zurückgehaltenen deutschen Kriegsgefangenen, das sie vor einiger Zeit der UNO-Versammlung als Arbeitsunterlage für ihre Kriegsgefangenenberatungen .übergeben hat. Darin wird die sowjetische Behauptung vom Mal dieses Jahres zurückgewiesen, daß nur noch rund 13 500 Deutsche in der Sowjetunion seien, die wegen Kriegsverbrechen verurteilt wurden,. dessen verdächtig wurden oder krank seien. Der Bundesregierung seien demgegenüber allein rund 63 000 deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion namentlich bekannt. Darüber hinaus liegen die Namen von rund 1 154 000 vermißten deutschen Soldaten vor, von denen rund 923 000 ihr letztes Lebenszeichen aus der Sowjetunion oder den von sowjetischen Truppen besetzten Gebieten gegeben hätten. Außerdem besitze die Bundesregierung Unterlagen über eine große Anzahl von verschleppten deutschen Zivilpersonen in der Sowjetunion. Die Sowjetunion wird in dem Memorandum beschuldigt, eine Reihe allgemein anerkannter Grundgesetze des Völkerrechts verletzt und gegen Gesetze der Menschlichkeit verstoßen zu haben. Sie habe unter anderem t Massen von Kriegsgefangenen zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt, als ihr Heimsendungstermin herannahte. Die Bundesregierung habe sich durch zahlreiche eidliche Aussagen von Heimkehrern über die Art dieser Verfahren, über die Anschuldigungen und die Urteile informiert. Die Strafverfahren entbehrten danach der wesentlichsten Rechtsgarantien und seien ohne wirksame Verteidigungsmöglichkeit vorgenommen worden. Die Bundesregierung weist abschließend darauf hin, daß die Sowjetunion nicht nur den deutschen Gefangenen und ihren Familien unermeßliches Leid zugefügt, sondern auch die Völkerreehtsgemeihschaft in starkem Maße zersetzt habe. 23 Verletzte bei Straßenbahnzusammenstoß Stuttgart. Ein Zug der Stuttgarter Straßenbahn fuhr auf einen an einer Haltestelle stehenden Zug auf. Bei dem Zusammenstoß wurden der Motorwagen des einen und der Anhänger des andern Zuges ineinanderge- schoben. Dabei wurden 23 Fahrgäste verletzt. Es entstand beträchtlicher Sachschaden, und der Verkehr war für einige Stunden beträchtlich gestört. Unsere Toto-Vorschau 1) Lökalderby in Mannheim. Der Ausgang ist völlig offen. — 2) Der Deutsche Meister VfB Stuttgart ist auf eigenem Plate gegen den BCA als sicherer Sieger zu erwarten. — 3) Die augenblicklich bessere Verfassung der Fürther gleicht den Platzvorteil der Offenbacher aus. Vorschlag: 0, 2. — 4) Man könnte den gut in Fahrt befindlichen Mühlburgern schon WB-Toto »Jl* Dezember 1958 1. Waldhof Mannheim — VfL Neckarau 2. VfB Stuttgart — BC Augsburg 3. Kickers Offenbach — Spvgg. Fürth 4. Bayern München — VfB Mühlburg 5. SSV -Reutlingen — FSV Frankfurt 6. Bayern Hof — Stuttgarter Kickers 7. ASV Durlach — ASV Cham g. Conc. Hamburg — Göttingen 0$ VfL Konstanz — X. FC Pforzheim 1». Spfr. Katernberg — Fortuna Düsseldorf 11. Ulm 46 — Viktoria Aschaffenburg 12. TSV Straubing — Jahn Regensburg 13. Wacher München — Hessen Kassel 14. Union Bückingen — SV Tübingen einen Sieg ln München Zutrauen. Vorschlag: 2, 1. — 5) Der FSV geht einen schweren Gang nach Reutlingen. Wir erwarten die Frankfurter zwar knapp in Front, doch wäre ein Sieg Reutlingens keine allzugroße Ueberraschung. — 6) Die Stuttgarter Kickers reisen mit einigen Siegesaussichten nach Hof, zumal der Gastgeber am letzten Sonntag in Kassel nicht unbedingt zu überzeugen wußte. — 7) Durlach, das in Regensburg einen wichtigen Punkt holte, sollte stark genug sein, um dem ASV Cham Schach bieten zu können. Wir erwarten einen knappen Sieg der Karlsruher Vorstädter. — 8) Corvcordia Hamburg Ist gegen den Tabellendritten auf eigenem Platz für ein Unentschieden gut. — 9) Konstanz hat dringend Punkte nötig. So wird sich der Gastgeber äußerst anstrengen, um gegen Pforzheim zu einem Si-g zu kommen. Vorschlag: 0, 1. — 10) Neuling Katernberg empfängt Fortuna Düsseldorf. Da* Spiel ist weitgehend offen. Ein Sieg Düsseldorfs nidrt ini wa h reche milch. — 11) Aschaffenburgs Elf reist mit guten Aussichten nach Ulm, Es ist anzunehmen, daß sie dort mindestens einen Punkt entführt. 12 ) Straubing ist recht stark. Die Mannschaft sollte imstande sein, die Gäste aus Regensburg, nieder, zu halten. Vorschlag: 1, 0. — 13) Wacker München, wenn auch auf eigenem Platz spielend, muß sich schon sehr anstrengen, um gegen Kassel erfolgreich zu bleiben. Vorschlag: 2, 0. — 14) Mit beiden Mannschaften ist nicht viel, los. Der Platzvorteil wiegt für den Gastgeber Böchingen. Weihnachtssonderwettbewerb im württembergisch-baaischen Toto Unter dem Motto „Wie es euch gefällt“ wird der württembergisch-badische Toto an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen vom 10. 12. bis zum 24. 12. 1950 Sonderwettbewerbe ausspielen. Der hierfür ln Form eines Wunschzettels ausgegebene Wettschein gestattet jedem Tipper, in origineller Weise' Zwölfer-, Zehner- oder Achterwetten zusammen oder getrennt abzuschließen. Die Gewinnausschüttung erfolgt für alle drei Wettarten getrennt. Die Zwölfer- und Zehnerwetten werden wie üblich in drei Rängen, die Achterwetten in zwei Rängen ausgespielt. Eine sehr eigenartige Reaktion löste die vom württembergische badischen Toto am vergangenen Sonntag erstmal» eingeführte Verlosung von Baukostenzuschüssen aus. Zahlreiche Systemtipper haben starkes Interesse an dieser Neuerung gefunden und ihre Tips nicht auf einem Wettschein abgegeben, sondern für jeweils zwei Tipreihen zu einer DM einen gesonderten Wettschein ausgefüllt, um auf diese Weise größer* Chancen bei der Auslosung der Baukostenzuschüsse zu haben. Jeder Wettschein gilt bekanntlich durch einen Einsatz von fünf Pfennig gleichzeitig als Los für einen Baukostenzuschuß. Streifzug durch die Tabeiien 14 Mannschaften auf eigenem Platz unbesiegt, acht aus* ußSrts ohne Steg Beim Tabslienstudium fällt einem sofort Ins Auge, daß wir in den vier Ersten Ligen lm Süden, Südwest, Westen und Norden noch «ine ganze Reihe von Mannschaften haben, die auf eigenem Platz noch keine Begegnung verloren haben. Beim Zusammenrechnen ergibt sich bei 65 Oberliga-Vereinen die stattliche Zahl von 14. Wer sind nun diese Vereine, die bisher ihr Nest rein halten konnten? Im Süden fünf Mannschaften: Spvgg. Fürth, VfB Mühlburg, Eintracht Frankfurt, VfR Mannheim und VfB Stuttgart; im Norden ebenfalls fünf Mannschaften: VfL Osnabrück, Göttingen 05, FC St. Pauli, Eimsbüttel, Holstein Kiel. Der West und Südwesten stellen mit Borussia Dortmund, Erkenschwick, 1. FC Kaiserslautern und Wormatia Worms die restlichen vier zuhause unbesiegten Mannschaften. Eine Mannschaft, die nicht für Halbheiten ist, finden wir im 1. FC Köln. Die „Ziegenbock-Elf“ weist noch kein Unentschieden auf und verzeichnet bei 15 Spielen 17:13 Punkte, die aus fünf Heimsiegen, zwei Heimniederlagen, sowie drei Auswärtserfolgen und vier Niederlagen auf fremden Plätzen zustande kamen. Erstaunlich Ist auch, daß acht Clubs auf fremdem Gelände noch keinen Sieg landen konnten. Darunter befinden sich so wohlklingende Namen wie VfR Mannheim, Kickers Offenbach, SV Waldhof, Hannover 96 und Hamborn 07. Dazu kommen noch im Süden VfL Neckarau und BC Augsburg, im Norden Eintracht Osnabrück. Gertrud Herrbruck Vierte der Weltrangliste Könnt« Herbert Klein über 200-Meter-Brust in der. Weltrangliste des französischen Schwimmexperten Francois Oppenheim hinter zwei Amerikanern (Ver- deur und Brawner) einen dritten Platz einnehmen, so steht die Deutsche Doppelmeisterin Gertrud Herrbruck (Pirmasens) über 100-Meter-Rücken unmittelbar hinter Hollands „Dreimäderlhaus“ Wiele- ma — van der Horst — van Ekri» auf dem vierten Platz. Die Reihenfolge: 1. Wielema (Holland) 1:11,4 2. van der Horst (Holland) 1:13,6 3. van Ekris (Holland) 1:14,9 4. Herrbruck (Deutschland) 1:14,9 5. Novak (Ungarn) 1:15,0 6. Gaillard (Holland) 1:16,1 7. Mac Dowall (England) 1:16,3 9. de Körte (Holland) 1:16,6 9. Olsen (Dänemark) 1:16,7 10. Temes (Ungarn) 1:16,8 Mit Ursel Krey ist eine weitere deutsche Schwimmerin in der Weltbestenliste vertreten. Mit 2:57,8 steht sie über 200-Meter-Brust auf dem sechsten Platz. Vor ihr rangieren: 1. Novak (Ungarn) 2:49,8; 2. Vergauwen (Belgien) 2:55,6; 3. Bonnier (Holland) 2:56,0; 4. G. Vallerey (Frankreich) 2:56,3; 5, de Groot (Holland) 2:57,4. In den übrigen klassischen Strecken stehen auf den Vorderplätzen: 100-Meter-Kraul: 1. Schumacher (Holland) 1:05,4; 2. Szekely (Ungarn) 1:05,8; 3. Temes (Ungarn) 1:06,2; 400-Meter-Kraul: 1, Schulte ("Argentinien) 5:14,6; 2. Szekely (Ungarn) 5:15,4; 3. Schumacher (Holland) 5:20,2. Ezzard Charles blieb Weltmeister Durch einen ko-Sleg ln der elften Runde verteidigte Schwergewichtsboxweltmeister Ezzard Charles (USA) seinen Titel am Dienstagabend in Cincinnati erfolgreich gegen seinen Herausforderer Nick Barone. Berliner Sechstagerennen vor dem Abschluß Strom-Arnold führen unangefochten Dl« Favoriten des Berliner Sechstagerennens, dl« Australier Strom-Arnold, schonten am Mittwoch- nachmittag offensichtlich ihre Kräfte. Bei den Spurts nutzten einzeln« Mannschaften ihre herausgefahren« Vorsprünge nicht aus, sondern behielten das mhige Tempo bei. Nach dem letzten Spurt der 15 Uhr* Wertung kam es lediglich durch einen anscheinend auch noch unprogrammmäßigen Vorstoß der Deutschen Mirke-Preiskeit zu einer kurzen Jagd. Nachdem die» Mannschaft mühelos zwei Runden gewonnen hatte, schlossen sich die anderen schwachen Paare ihrem Vorbild an. Die „Großen** begnügten sich damit, kurz zu zeigen, daß sie könnten — wenn sie wollten und bremsten das Feld wieder ab. Naeye* Adriennssens wurden jedoch von den Australiern sorgfältig beobachtet. .. . - Stand am Mittwoch 17 Uhr: 1. Strom-Arnold 310 Punkte; «ine Runde zurück: Naeye-Adrierfnssens'146 Punkte; zwei Runden zurück: Lapebie-Saager 120 Punkte; Giorgetti-Zoll 76 Punkte; vier Runden zurück: Surbatis-Bouvard 58 Punkte; sieben Runden zurück und auf den weiteren Plätzen: Keller-Schorn, Mirke-Preiskeit, Ehmer-Nothdurft, Hörmann-Berger und 10 Runden zurück: Ziege-Weimer. Die Toto-Quoten Bayern-Toto Zwölferreihe: I. Rang: DM 6 775.— an 28 Gewinner. 2. Rang: DM 355.60 an 381 Gewinner. 3. Rang: DM 38.— an 3559 Gewinner. — Neuer T t p p : 1. Rang: DM 1002.— an 34 Gewinner 2. Rang: DM 76.— an 448 Gewinner. — Die internationalen Zehn: 1. Rang: DM 3 838.— an 6 Gewinner. 2. Rang: DM 143.90 an 160 Gewinner. 3. Rang: DM 15.— an 1537 Gewinner. Westdeutsche Totoquoten Zwölfertip: 1. Rang: 15 Gewinner mit 9558— DM; 2. Rang: 330 Gewinner mit 434.— DM; 3. Rang: 4086 Gewinner mit 35.— DM. Zehnertip: 1. Rang: 12 Gewinner mit 10 148,50 DM; 2. Rang: 468 Gewinner mit 260.— DM; 3. Rang: 4955 Gewinner mit 24,50 DM. MICHAELA ROMAN von ERNST WURM Presserecht« durch Münchner Romanverlag GmbH.. München-Pasing. 9. Fortsetzung Aber die Bäuerin errät seine Absicht und nun taumelt er, von ihrer starken Hand abgedrängt, bis zur Tür der Speisekammer. Statt Trotz und Zorn schießen zu lassen, zeigte aber der junge Bauernsohn seine natürliche Selbstzuckt und den Respekt vor der älteren Person. Was die Bäuerin nickt will, darf ich nicht tun, sagt er sich. Damit besiegt er den Stolz seiner kräftigen Natur, die sich eine verächtliche Behandlung sonst nicht gefallen lassen würde. Matthias läuft auch nicht zu den Eltern, um sich, zu beklagen. Er hält sich an die höhere Ordnung in der Familie' und geht hungrig, aber nicht mit ungebärdigen Gedanken zu Bett. In Michaela freilich wühlt nach diesem Zusammenstoß Bitternis und Aerger. Ein Vierteljahr lang ist sie nun Bäuerin am Ottersböckgehöft. Es geht im Haus entschieden alles schneller vorwärts, seit sie den Ton angibt Sie mischt sich aber auch in die Männergeschäfte und schickt den Florian in entfernte Orte, daß er dort Bestellungen auf Schnitt- und Bauholz aufnehmen kann. Und jede Fuhre wird gemacht, auch wenn der Knedit murrt. Auf den Feldern und Wiesen aber ist sie hinter den Häusleuten her, und die Alten spüren nichts davon, daß sie in die Ruhe getreten sind. Müßigang war ja kaum ihre Absicht gewesen, aber so angehängt zu sein, das hatten sie nickt erwartet. Und jedem ihrer Handgriffe geht nun eine Beleidigung voraus: daß ihnen ehe Arbeit von Michaela anbefohlen wird. Immer düsterer werden die Gedanken der Alten in der hinteren Stube, wenn der Gram oder das Mondlicht sie aus dem Schlafe weckt . . . Ganz seltsam geduckt aber schleicht der Florian herum. Mit gang und gäben Antworten weicht er den Nachbarn aus, die sein Eheleben erforschen wollen. Spott trifft ihn an Sonntagen, wenn er ins Wirtshaus kommt, aber er verhält sich wortkarg und unwitzig in solchen Lagen. Daß er nicht glücklich sein würde mit der Fremden, hatten manche vorausgesagt Aber es muß doch ein besonderer Zwiespalt sein, der an ihm nagt. Ist er denn nicht verliebt in sein Weib? Die schlichte Antwort auf das Gemunkel wäre: Ja. aber diese Liebe wird nicht erwidert. Die Enttäuschung zersetzt aber nicht sein eigenes Gefühl, und so wird er nur immer höriger und ist doch ein wissender Mensch, und langsam bereitet sich eine große Gebrochenheit in ihm vor. Er hat fehl geheiratet und doch, nicht anders können, das ist gewiß. ♦ Der Winter dämpft mit seiner Schneedecke den Atem des Lebens, Lust und Haß werden mäßiger unter dem Getier, eine kalte Demut erfaßt alle Wesen, stolze Räuber werden zu winselnden Bettlern und die Bäume gar sind außen verhüllt und abgestorben und nach innen gekehrt mit ihrem lautlosen Leben . . . Nur die Menschen, die Herren des Lebens, die listigen Häuserbauer und Ausbeuter der Natur, haben Wärme und Nahrung genug, um auch im Winter so unbekümmert sein zu können wie in den anderen Jahreszeiten. Eines aber verändert auch ihr Wesen im Winter: die Arbeit ruht in diesen Gezeiten, besonders die kräftigen Hände der Landleute sind zu nichtigen Spielereien und Flickereien verurteilt, und wer nicht just den Gleichmut de» Schläfers besitzt, hat es manchmal mit unheimlichen drängenden Kräften zu tun ... Es ist schon genug, wenn ein junges Bauemgemüt zuweilen im Vorfrühling aus Liebeskummer dumpf brütet und sich erst beim Säen oder hinterm Pflug aufrichtet, es ist schon allerhand Ueberwin- dung. Winters aber gibt es keine Erlösung. Da werden die Nächte der Landmenschen oft zur Herrschaftszeit würgender Dämonen. Sie können sich ihrer nicht erwehren, kein» will dem anderen etwas von der überstandenen Bedrängnis verraten, aber am Morgen liest doch jeder im Antlitz des Mitmenschen den nächtlichen Kampf mit Drud und Kobold oder gar mit Satan selbst ab . . . Diese Dämonen sind unausgeführte Vorsätze. Ein blutjunger, unschuldiger Mensch wie der Matthias wird von derlei Plagen noch nicht heimgesucht, eher überrascht ihn zuweilen ein freundlicher Traum. Aber seine Eltern, wenn auch keine bösen Leute, erhalten den Besuch finsteier Schemen, jetzt mehr als früher, aber früher auch schon, denn jeder Bauer heckt listige oder harte Pläne aus und kommt nicht immer dazu, die Pläne zu verwirklichen. Und scheinbar Totgetretenes, Vergessenes, Hinuntergewürgtes meldet sich aus dem Unterbewußtsein, aus der Folterkammer des zerbrochenen Stolzes. Wie muß es erst mit einem Menschen stehen, der ein waches, immerwährendes Geheimnis herumträgt und sich von ihm befreien möchte und doch nichts tun kann, um es abzuwälzen! Mit heiseren Schreien bäumt sich Florian mitunter im Bett auf. Schweißgebadet erzählt er der unwirschen Ehefrau, was für ein Gesicht ihn befallen hat, er will sich an sie herandrängen, aber sie läßt es nicht geschehen und verachtet ihn nur noch mehr. Sie weiß, daß ihr Verhalten zu ihm der Grund seiner Marter ist. Aber mit Gelassenheit zermürbt sie ihn. Si» hat ein Ziel erreicht, von dem sie vor zwei Jahren noch gar nicht zu träumen gewagt hätte. Der aber, dem sie es ZU verdanken hat, ist ihr völlig gleichgültig. Sie rechnete damals und sie rechnet heute. Aber nicht nach Ziffer und Zahl, sondern völlig elementar und grausam. Und auch ihre Dämonen kommen, Brüder aus der Hölle! Was willst du, Bäuerin vom Ottersböckgehöft? Der Hof ist ja schon fast doin Eigentum allein! Der junge Bauer ist dir hörig, die Alten hast du eingeschüchtert, Knecht und Magd zittern vor dir. Niemand macht dir die Herrschaft streitig, du Arme aus dem Waldland! Ist ja keiner mehr da, den du nicht überschaust — außer dem Matthias . . . Was aus dem wird, weiß freilich keiner. Groß und stark wächst er sich an, ein Büffel! Fünfzehn Jahre ist er alt — und sieh dir seine Arme an, reine Brust! Was nützt es, daß du ihn mit dem Essen kurz hältst? Den aushungern? Er trinkt im Wald rohe Vogeleier, er kauft sich für den Handlohn beim Holzfuhrwerken S^eck und Brot, er lacht dich selbst jetzt im Winter aus, denn jeder Nachbar hat ihn gern und wartet ihm mit einer Knödelsuppe oder mit Wacholderschnaps auf! Nur verwundert ist er über deinen Geiz, gar nicht böse. Was aber willst du gegen ihn tun, Bäuerin? Da hast du nicht die Gewalt wie über den Florian . . . Breitspurig und hochgereckt stellst du dich manchmal hin, scharf ziehst du die Augenbrauen zusammen, und jeder würde dich, wie du so d>?ine respektable Person ins Licht kehrst, mit Scheu ansehen. Er aber lümmelt vor dir herum, er sieht dich treuherzig an und — du hast dHe scheue Anwandlung . . . Fahre nicht so zornig auf, es nützt dir nichts, kein Fluchen und kein Leugnen. Vas wir, deine Brüder, dir zum Bewußtsein bringen, das, Michaela Ottersböck, ist voll d?r Wahrheit . . . Fortsetzung folgt Dienstag, 5. Dezember 1950 Auf der Spur der Lava Zwei Forscher zum ersten Male in einem lebenden Vulkan Zwei amerikanischen Forschem, dem Bergsteiger Harry Fox und seinem Begleiter Danny Maere, ist es zum ersten Mal gelungen, in das Innere eines noch tätigen Vulkans vorzudringen. Am Abhang des nahezu 4000 m hohen Mauna Loa auf Hawai. ganz nahe seiner kuppelförmigen Höhe, fand Harry Fox einen Eingang, der in eine vollkommen erhaltene weite und tiefe Röhre führte. Bald erschloß sich ein ganzes Röhrensystem seinen erstaunten Blik- ken. Alle teils schmalen, teils übermannshohen Hohlräume führten gangartig ins Innere des Berges. Geschmolzene Lava wälzte sich gleich einer zähen, sirupartigen Flüssigkeit langsam über die tiefen Rinnsale dieser Röhren. Unter einer krustenartigen Oberfläche schien die kochende Lavamasse sich in immer tieferen Furchen in den glutenden Berg zu fressen. Es war den Forschem möglich, mit brennenden Fackeln die größten dieser Röhren, die sich kilometerlang erstreckten, zu durchwandern. Die Luft war sauerstoffreich und das rieselnde Naß war klar und rein. Von der Decke jener zum Teil gigantisch anmutenden Röhren hingen Tropfsteingebilde ln den verschiedenartigsten Formen, teilweise ln Längen von über % m herab. Jede Lavaschicht, die über den Boden kroch, aber hatte eine andere Gestalt und abweichende Schattierungen. Inmitten der kuppelförmigen Höhe des lebenden Vulkans muldet sich der ovale Krater. Er ist etwa 7 km lang und erstreckt sich zu 200 m in die Tiefe. Auf dem Grunde dieses Kraters liegen die Feuerstätten, die bunt durcheinandergewirbelten, kegelförmigen Ge bilden gleichen. Beim Ausbruch des Vulkans, dem stets stärkere Erdstöße oder Beben voranzugehen pflegen, schießt aus den Feuerschlünden der Bimsstein, den eine Temperatur von 1800 Grad F glutend gemacht hat. Ihm folgt die flammende rote Lava, die aus den Feuerbrunnen hoch in die Luft geschleudert wird. Sie fällt in den Krater zurück und bildet einen gewaltigen Lavasee. Sprünge und Oeffnungen, die durch das Erdbeben und den starken Druck der Lavamassen im Bergmassiv sich bilden, lassen den Lavastrom an den Berghängen entweichen. Breiter und breiter wird dieser Strom, bis er den Ozean erreicht. In den Röhren des Berges, die stets eine Oeffnung nach außen haben, aber quillt und brodelt die flüssige Lava weiter, bis ein neuer Vulkanausbruch auch ihr den Weg freimacht. Zum ersten Male hat Harry Fox mit seiner Entdeckung den Beweis erbracht, daß ein mächtiges Lava-Reservoir in den Röhren der lebenden und noch tätigen feuerspeienden Berge vorhanden ist. H. P. — D. Zum 100. Geburtstag eines xroösn Schauspielers Der abergläubische Girardi Nach einer wahren Begebenheit / Von Josef Robert Hairer Vor hundert Jahren wurde Alexander Girardi, der berühmte Tragöde des Wiener Burgtheaters, in Graz geboren. Alexander Girardi eilte aufgeregt in die klein*» Gasse nahe dem Theater an der Wien, die damals Engelgasse hieß und die heute nach dem berühmten Schauspieler benannt ist. Girardi war wütend: schon vor einer Woche hatte er beim Schneidermeister Wotrak eine neue Modehose bestellt. Mit tausend Eiden hatte im Wotrak versprochen, daß er die Hose rechtzeitig liefern werde. Nun waren nur mehr wenige Stunden bis zur Uraufführung der neuen Operette; und Girardis Künstleraberglaube ließ ihn bei einer Erstaufführung nur mit neuen Hosen auftreten. Woiraks Verspre- Sorgen der Filmschauspielerinnen Ausgeplauderte Schönheits-Geheimrezepte Die ewig jungen und umschwärmten Stars von Bühne und Film — aber auch die Meisterinnen des Sports haben ihre eigenen Kosmetikmittel. Als ich vor Jahren die damals noch ' nicht berühmte Negertänzerin Josefine Ba k e r bei ihrem ersten Auftreten im ABC- Club in Berlin fragte: „Was tun Sie mit Ihrer Haut, sie ist eigenartig schimmernd und pfirsichweich“ verriet sie lachend: „Etwas, was Sie bestimmt nicht nachmachen werden. Ich wasche mich nur mit Erdbeeren und Sahne. Hin und wieder benutze ich nach Ermüdungen Zitrone und ein Gelbei als Maske.“ Als ich sie jetzt — nach 20 Jahren — wiedersah, erkannte sie mich und rief mir amüsiert entgegen: „Ich bin immer noch bei der Erdbeeren- und Sahnekur, nur mische ich hin und wieder ein wenig Progynon oder Cyreusalbe darunter. • Marlene Dietrich hält■ mehr von Krau- Ein sechsjähriges Musikphänomen Er findet, die Berliner Freiheitsglocke klinge nicht rein Der kleine Adi ist heute einer der populärsten Künstler Berlins. Er ist sechs Jahre alt und spielt. ohne Noten jedes Lied, das ihm in den Sinn kommt. Adi stammt aus keiner Künstlerfamilie. Sein Vater ist gelernter Gärtner und arbeitet zur Zeit in der Sowjetzone im Uranbergbau. Zwei seiner Brüder sind ebenfalls Bergleute, seine Schwestern Hausgehilfinnen. Adi ist der jüngste Von seinen Geschwistern. An dem blonden Knirps fallen besonders die lebhaften, etwas altklugen Augen auf, die beim Sprechen einen leicht verschmitzten Ausdruck annehmen. Schon mit vier Jahren trat Adis ungewöhnliche musikalische Begabung zutage. Er spielte auf einer Ziehharmonika so vollendet, daß Vater und Mutter sprachlos waren. Mutter fuhr mit 11 nach Berlin. Dort wurde er im RIAS-Sender herausgestellt. Man setzte ihn auf einen Stuhl, gab ihm «sin Akkordeon in die Hand und ließ ihn einfach drauflos spielen. Zuerst brachte er ein Kinderlied, dann am laufenden Band Schlager. „Wir suchen für den kleinen Adi ein Instrument und einen Lehrer“, verkündete der Ansager. Beides fand sich schon am nächsten Tage ein. Willy Hehnen, Leiter eines Akkordeon-Studios in Berlin-Friedenau, nahm den Kleinen in seiner Wohnung auf und unterrichtete ihn kostenlos. Jetzt geht Adi auch in Westberlin zur Schule. „Der Junge ist kein Talent, sondern ein Phänomen“, sagt Willy Hehnen. „Ich kann ihm Vorspielen, was ich will, er begleitet mich sofort auf dem Akkordeon. Die Töne Ueben hat er sich noch nicht gewöhnen können. Aber er ist ja noch so jung. Zunächst soll er jetzt lesen und schreiben und dann Noten lernen.’ Wenn Willy Hehnen auf dem Klavier wähl los ein paar Akkorde anschlägt, sagt Adi ihm jedesmal, ohne nachzudenken, welche Tonart das ist. Der Kleine hat das sogenannte „ab solute Gehör“. Von Autohupen, die er auf der Straße hört, weiß er ebenfalls sofort die Tonart. Als er die Berliner Freiheitsglocke zum ersten Male läuten hörte, sagte er: „Das ist Es-dur, aber der Ton ist nicht ganz rein. F.E.O. tem. Sie glaubt an die Heilkraft von Säften und Kräutern, die in Feld, Wald und Wiese wachsen. In Amerika gibt es Firmen, die ihre Cremes und Hautwässer ausschließlich aus Pfefferminz, Kamillen, Lavendel, Rosenblät- tem und öligen Kräutern zusammensetzen. Rita Khan bevorzugt Oele aller Art, und ihre „Mixerin“ (nicht nur alkoholischer Getränke), stellt ihr jeweils für Sommer und Winter verschiedene Mischungen zusammen. Im Winter muß die Haut anders behandelt werden als im Sommer.- Ein Glas Franken wein anstelle eines Kampferwassers soll beleben und erfrischen und die Haut wie den Magen anregen. Auf Mandelkleie und Wasserbehandlung dagegen schwört Ingrid B e r g m a n. Sie hat die glückliche Haut, die nie zu fetthaltig und nie zu trocken wird. Zu ihrer Erfrischung, die sie eigentlich nicht nötig hat, verwendet sie ölige Sauerstoffmasken und Gurkenschalen in Milch getränkt. Lil Dagover, die Pächterin der ewigen Jugend, die im wahrsten Sinne des Wortes mit Honig und Milch auf wuchs, nie Fleisch ißt, weil das in Java nur wenige tun, hält viel von der Hautpflege. Sie bereitet sich ihre sehr fettigen Hautcremes selbst und mischt sie aus verschiedenen Sorten der bekömmlichsten Salben und Präparate. Warme Kamillenbäder öffnen die Poren und lassen die atmende Haut leicht Vitamine und Mangelstoffe aufnehmen, die sie unter einer Puderschicht nie erreichen. Kampferumschläge mit Eisstücken betupft straffen sie, wenn man müde ist. Lil, die mir gegenübersitzt, lächelt bei der Behauptung, daß ich es nicht für glaubhaft halte, diese „Geheimrezepte“ allein hätten das Wunder der Jugend ermöglicht. Die Lepra ist jetzt heilbar Sieben Millionen zum Tode Verurteilte hoffen auf ihre Rettung Vor keiner anderen Krankheit haben die Menschen solche Angst wie vor der Lepra, sie gilt als die schrecklichste Heimsuchung, die einen Sterblichen treffen kann. Wer von der Lepra befallen wird, scheidet aus der Gemeinschaft der übrigen Menschen aus, wird auf irgendeine „Insel der Verbannten“ gebracht, steht kaum mehr Weib und Kind. Vater und Mutter und verfault bei lebendigem Leibe. Hier wohnt das Grauen, sagen Augenzeugen, die diese isolierten Kolonien der Leprakran- k'en besucht haben. Sieben Millionen Aussätzige soll es auf der Erde gaben, für die Hunderts von Forschem nach einem Heilmittel su- m, ,, — — »»» « v ** viuviiviii uauu CiliClli 1ICU1U1 ttvl au* megen ihm von selbst zu. An systematisches eben. Jetzt soll es endlich gefunden sein. Das Gibt es ein Gesdhicklidikeitsspiel? Bekannter Fachmann sagt „Ja" Fangnische zu errechnen — hierfür stehen ihm etwa 7 Sekunden zur Verfügung —, so kann er das Ergebnis Voraussagen. Die manuelle Betätigung des Sperrschiebers zum Auslösen der Kugel beeinflußt in nur geringem Maße die Ablaufzeit der Kugel. Die Möglichkeit, daß die Kugel nicht direkt in eine Fangnische, sondern auf eine der Fangnischen unterteilenden Steg aufläuft und damit eine nicht vorherzusagende Bewegung ausführt, hat eine nur sechsprozentige Wahrscheinlichkeit. Eine Vorhersage des Spielergebnisses, beruht im wesentlichen also auf der geistigen Die in letzter Zeit vorgenommenen Schließungen von Spielsälen erregten die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit. Die Behörden mußten sich zu einem derartigen Vorgehen entschließen, weil durch unerlaubte Veränderungen aus den Spiralo-Roulette-Maschinen regelrechte Glücksspielgeräte gemacht wurden. Erlaubt sind aber nur Geschicklichkeitsspiele. Das Roulettenspiel selbst ist allgemein bekannt. Gewisse Geheimnisse beim Vorgang des Spiels, z. B. Wahrscheinlichkeit und Geschicklichkeit sowie schließlich Beobachtungs- ergebnisse. sind jedoch nur Wenigen vertraut, Prof. Dr. Sonntag von der Technischen Hochschule Karlsruhe, ein bekannter Gutachter, bejaht nicht nur das Geschicklichkeitsspiel, sondern befaßt sich auch mit „der Soale“ des Spiels. Vorgang beim Spiel Der Croupier gibt durch Betätigung des Sperrschiebers die im Mundstück befindliche Kugel frei. Der weitere Verlauf ist klar. Der Spieter kann die Kugel und die sich drehende Scheibe gut verfolgen. Während des Rollens der Kugel in den ersten beiden Spiralwindungen, wozu im Mittel etwa 7.2 Sekunden benötigt werden, kann er schließen, in welche Fangnische die Kugel voraussichtlich fällt und entsprechend der Spielregel set^n. Die Vorhersage ist grundsätzlich möglich, da sowohl der Bewegungsablauf der Kug^l als auch die Drehbewegung der Scheibe genau bekannt sind Diese Kenntnis kann sich der Spieler durch Beobachtung mehrerer Spiele aneignen, ehe er setzt. Besitzt er eine rasche Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, sogleich die zu erwartende Westford-Institut für Leprakranke in Südafrika gibt bekannt, daß nach nur dreimonatiger Behandlung mit dem neuen Mittel „S u 1 phone 79“ Aussätzige als geheilt entlassen werden konnten. Es handelt sich hier um ein Anti-Tuberkulosemittel, das merkwürdigerweise Leprabazillen abtötet. Die Lepra ist eine der ältesten Krankheiten der Welt. Sie wurde aus Aegypten nach Palästina und von dort über die ganze Welt verbreitet. In der Bibel ist viel von Aussätzigen die Rede. Die Völkerwanderungen brachten den Aussatz auch nach Europa, wo es in den 20 000 „Lazarushäusem“ noch vor wenigen Jahrhunderten Millionen Leprakranke gab. Hunderttausende, die in diesen „Lazaretten“ keinen Platz fanden, zogen bettelnd, mit Rasseln und Schellen versehen, durchs Land. Bei ihrem Anblick flohen die Menschen in die Häuser und warfen ihnen milde Gaben zu. 1 Seit einem Jahrhundert wird die Krankheit systematisch studiert. Auffallend erschien, daß die Krankheit fast ausschließlich auf Inseln, an Meeresküsten und längs der Flußläufe herrschte, sodaß man die Fischnahrung für die Entstehung des Aussatzes verantwortlich machte. Im übrigen ist die Lepra nur schwer übertragbar. Vor einigen Jahrzehnten glaubte man im Chaulmugraöl ein Heilmittel gegen den Aussatz gefunden zu haben, doch war diese Hoffnung verfrüht. Jetzt hat man mit einem schon im Jahre 1908 von deutschen Chemikern entdeckten Medikament, dem Diaminodiphenyl- Sulphon neue klinische Versuche gemacht, die _ sehr erfolgreich sein sollen. Es ist also zu er- Beweglichkeit des Spielers, wobei ihm die, warten, daß es in absehbarer Zeit keine Lep- Möglichkeit zum Setzen auf eine Nummern-' gruppe anstatt- auf eine Einzelnummer entsprechend der Spielregei zustatten kommt. rakränken mehr gibt, sodaß sieben Millionen zum Tode verurteilte Menschen aufatmen werden. Universum. RULIURÖPIEGEL Ein „Nordischer akademischer Verein Deutschland“ ist von den in Deutschland lebenden skandinavischen Studenten in Karlsruhe gegründet worden. Der Verein will alle Studierenden aus Norwegen. Schweden, Finnland, Dänemark und Island erlassen. Der Direktor der Siemens & Halske A.G., Berlin, Dr. Hellmuth Fischer, ist zum Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Karlsruhe ernannt worden. Dr. Fischer wird das Fach Elektrochemie vertreten. Gertrud Eysoldt. jahrzehntelang ln der ersten Reihe der Max-Reinhardt-Schauspieler, vollendete das *0. Lebensiahr. Die ln Pirna geborene Künstlerin begann im 17. Lebensjahr sich auf ihre schauspielerische Laufbahn vorzubereiten. Ihr Weg führte sie über München, Meiningen, Riga, Stuttgart, 1898 nach Berlin, wo sie in der berühmten „Sommer- nachtstraum“-Tnszenierung Reinhardts als Pude besondere Aufmerksamkeit erregte. Seitdem gehörte sie zu Reinhardts künstlerischen Hauptkräften und wurde durch Gastspiele ln allen größeren deutschen Städten, ln Skandinavien und ln der Schweiz, berühmt. Die wieder aufgebaute Prümer Abteikirche, die Salvatorkirche, wurde durch päpstliches Breve zur Basilika erhoben. Damit besitzt das Bistum Trier drei Basiliken: Maria Laach, St. Matthias in Trier und Prüm. Das goldene Doktorjubiläum feierte in Bonn der Geheime Hofrat Prof. Dr. Richard Thema, der vor 30 Jahren an der Universtät Freiburg den Doktorgrad erwarb. Er kam über Tübingen und Heidelberg 1928 nach Bonn. Prof. Thema hat zahlreiche Arbeiten auf dem Gebiete des Staats- und Verwaltungsrechtes veröffentlicht. Zur Zeit der Weimarer Republik veröffentlichte er mit Prof. Anschütz das „Handbuch des deutschen Staatsrechts“. Als Gutachter und Berater hat Thema seit 1945 vielen Stellen der Parlaments und auch der Bundesregierung gedient. chungen waren unerfüllt geblieben. Schon mehrmals hatte Girardi erfahren müssen, daß sein Schneider so unzuverlässig war wie gewisse Souffleure - den braven Steffler ausgenommen - die ihn oft zum Extemporieren zwangen. Eigentlich hätte Girardi dafür dankbar sein müsäen; denn gerade die Szenen, in denen er auf schnell erfunctenen Sätzen schwimmen“ mußte, gelangen ihm so trefflich, daß das Publikum vor Begeisterung tobte. Aber daran dachte Girardi nicht als er in das Haus Engelgasse 4 trat, in dem Wotrak wohnte. Da stand die Hausbesorgerin. Oh, der Herr Girardi!“ begrüßte sie ihn. „Welche Ehre! Heute spielen Sie ja wieder in einem neuen Stück! Ich habe es eben in der Kronenzeitung gelesen. Da wünsche ich „Schon gut, Frau Mliner! Schon gut! Sagen Sie, ist der Wotrak -“ Der Wotrak? Der sitzt im Wirtshaus und feiert!“ „Feiert? Heute ist doch kein Sonntag und kein blauer Montag!“ „Ah, der Herr Girardi wissen nicht, daß der Wotrak einen Buben bekommen hat? Denken Sie nur: einen Buben, den er sich schon so lange gewünscht hat! Endlich ein Bube nach vier Mädchen!“ Da schaue ich schön aus!“ sagte Girardi seufzend.- „Wie komme ich nun zu meiner Hose? . . . Wo ist das Wirtshaus, in dem Wotrak feiert?“ „Gleich im Nebenhaus, auf Nummer sechs!* Girardi eilte fort und hörte nicht mehr di« Bitte der Frau Mliner um. drei Freikarten. Er trat in das nahe Gasthaus. Da saß Wotrak am hellen Vormittag und strahlte vor Glück. Girardi stürzte auf ihn los. .Wotrak, Unglücksvogel! Sie sitzen im Wirtshaus, und meine Hose?“ Aber, Herr von Girardi, der Anlaß, der Anlaß!“ Wotrak lachte. Er hielt Girardi: ein volles Glas hin. „Sie müssen auf das Wohl meines ersten Buben trinken, Herr von Girardi! Der Kleine soll auch nach Ihnen Xandl heißen!“ „Sehr geehrt, Wotrak! Aber meine Hose! Ich brauche sie heute abend zur Aufführung!“ „Wird geliefert werden! Ich garantiere dafür!“ sagte eine Stimme links. Girardi riß es herum. Da saß der Souffleur des Theaters an der Wien. Girardi sah ihn groß an. „Sie auch hier, Steffler? Und wte wollen Sie garantieren, daß die Hose noch heute geliefert wird? Während Wotrak einen tiefen Zug machte, sagte Steffler leise zu Girardi: Ich bringe den Wotrak dann ins Dampfbad. Dort wird er in einer Stunde nüchtern werden! Verlassen Sie sich nur auf mich, Herr Girardi! Denn wenn der Wotrak nüchtern, Jet, wird er die Hose bald fertig haben!“ - Girardi nickte, aber der zweifelhafte Ausdruck wich nicht von seinem Gesicht. Um sechs abends wurde pünktlich die fertige Hose in der Garderobe Girardis abgegeben. Der Schauspieler lachte. So hatte es Steffler doch zustande gebracht, Wotrak mit Hilfe des ernüchternden Dampfbades aus seinem Rausch zu reißen. Und er brauchte nicht die für alle Fälle zurechtgelegte ältere Modehose anzuziehen; sein Aberglaube konnte befriedigt werden. Girardi zog die neue Hose an. Sie paßte herrlich; ja, Wotrak war nicht umsonst der beste Wiener Hosenschneider weit und breit! Die Aufführung begann; und dann kam jene Szene, deren Text Girardi nicht gerade hundertprozentig memoriert ' hatte. Er trat näher an den Souffleurkasten heran und warf einen Blick auf Steffler, Da .stockte er sekundenlang. Er sah zwar Steffler; aber Steffler war nur körperlich anwesend. Denn was den Geist Stefflers betraf, so schwebte dieser in den Regionen des Schlummers. Der Souffleur schlief und er unterstrich plötzlich diese am ganz unrichtigen Platz ausgeübte Tätigkeit mit solchem Schnarchen, daß man Mühe hatte, ihn, Ohne daß das Publikum etwa* merkte, aus seinem Kasten zu ziehen. Bei dieser Erstaufführung „schwamm“ Girardi,. wie ' er noch nie geschwommen war. Aber er schwamm so wunderbar, daß es ein großartiger Erfolg wurde. Nur cter Textdichter war verschnupft. „Herr Girardi“, sagte er nach der Vorstellung, „wozu schreibe ich Ihnen so schön« Sätze so gute Witze, wenn Sie dann auf der Bühne -!" „Bester Freund“, unterbrach ihn lächelnd der Schauspieler, „daran ist der kleine Xandl schuld, nein, eigentlich der gute Wein im Gasthaus Engelgasse 6, nein, das Dampfbad und der Wotrak und der Steffler!“ Am nächsten Tag gestand dann der Souffleur. „Ich hab mich für Sie geopfert, Herr Girardi! Ich brachte den Wotrak nur so zur Zusage, mit mir ins Dampfbad zu kommen, daß auch ich einen Liter Wein anläßlich der Geburt seines ersten Sohnes zahlte. Wir tranken diesen Liter. Dann kamen andere Freunde dazu, meinem Liter folgten weitere Liter und schließlich feierte die halbe Engeigasse!“ „Wann gingen Sie denn beide ins Dampfbad?“ fragte Girardi. „Ins Dampfbad? Ueberhaupt nicht, Herr Girardi!“ „So hat Wotrak dann die Hose im Rausch gemacht?“ Steffler lachte. „Ach, die Hose! Die war ja längst fertig gewesen. (ka) Baß-Bariton Horaee Stevens Ist lm Ater von TS Jahren in Melbourne verstorben. Stevens, der su verschiedenen englischen Opern, so der Londoner Covent-Garden-Opera. auftrat, .gaJt als -einer der größten englischen Wagner-Interpreten —rfr**" Zeit. Donnerstag, 7. Dezember 1950 I M 'ZEITGESCH EHEN feine Hase . . . Meine Nase hat mir etwas erzählt. Als ich heimkam, lag so ein undefinierbarer süßer Geruch in der Luft nach allerlei Würzkram. Honig und Sirup. Lockend und angenehm. Aber meine Frau lächelte nur: „Was du schon so denkst.“ Meine Nase weiß es besser. Und auch die kleinen Näsdien, die zu Hause herumwimmeln, schnuppern in allen Ecken, als könnten sie etwas ausfindig machen. Und die Mutti lächelt noch immer. Von der großen Schrankschublade aber, ich habe es wohl gemerkt, hat sie den Schlüssel abgezogen, der sonst das ganze Jahr dort steckte. Und sie hütet sich, den Schlüsselbund zu verlegen, obgleich sie ihn sonst immer und überall sucht. Sie weiß warum. Kleine Näschen sind gefährlich und kleine Leckermäulchen auch. Ich sage ihr das. „Wieso nur die kleinen?“ fragt sie als Antwort etwas spitz. „Auch Brummbären sind Honiglecker.“ Meine Nase schnuppert in der Luft. Aber — auch Frauen können ein Geheimnis bewahren. -mpfo Der Turnverein 1846 Offenburg hält am Samstag abend, 20 Uhr, in der „Zauberflöte“ seine Jahreshauptversammlung ab. Seinen traditionellen Nikolausabend hält der Schwarzwaldverein, Ortsgruppe Offenburg, am Samstag im Gasthaus „Zum Schwanen“ ab. Weihnaditssdiau Ortenauer Künstler Sie wurde am Mittwoch eröffnet — In Zukunft ständige Kunstausstellungen im Europahaus geplant Dem Beispiel anderer Städte folgend, veranstaltet die Stadt Offenburg eine Weihnachtsausstellung unterstützungsbedürftiger Künstler. Ueber den engeren Bezirk von Offenburg hinaus ist dabei auch seine Umgebung berücksichtigt worden. Die Schau nennt sich Weihnachtsausstellung Ortenauer Künstler. Es war für die aus wählende Jury, die aus den Herren Karl Otto Schimpf und Dr. Gustav Roth bestand, keine leichte Angelegenheit, eine Auswahl vorzunehmen, die allen gerecht wurde. Von den vielen Einsendungen konnten zunächst nur je zwei Bilder der ausstellenden Künstler berücksichtigt werden, dabei stehen noch Künstler aus, deren Bilder mit bereits verkauften dann ausgewechselt werden sollen. Die Weihnachtsschau Ortenauer Künstler wurde am Mittwochmittag der Oeffentlichkeit übergeben. Karl Otto Schimpf eröffnete die Ausstellung unter Hinweis auf die Schwierigkeiten, die sich durch die Beengung des Raumes im Europahaus ergaben. Er wies darauf hin, daß das Aufhängen der Bilder nicht nach strengen Maßstäben, wie etwa bei einer Kollektivausstellung, vorgenommen werden konnte. Die Ausstellung sei zweckbestimmt. Sie sei eine Weihnachtsschau von Künstlern aus Offenburg und der Umgebung, die kein anderes Ziel habe, als Kunstliebhaber und Kunstfreunde an die Werke heranzuffihren, um sie zum Kauf anzuregen. Die Lage der Künstler sei nicht rosig. Sie Kreis Offenburg steht an der Spitze 1000 Wohnungen mit staatlichen Zuschüssen erbaut Gestern fand im Gasthaus „Zum Lamm“ in Oberkirch eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises Offenburg statt. Zu Beginn wurden sie von Landrat Dr. Joachim begrüßt. Dann sprach Regierungsrat B e y 1 über die Bedeutung der Rattenbekämpfung. Das Wichtigste sei ihre gleichzeitige Durchführung in der ganzen Gegend. Eine Firma solle mit -der Durchführung beauftragt werden. — Zum Thema Wandergewerbe bemerkte der Regierungsrat, daß es infolge der schwierigen Wirtschaftslage zunehme. Genehmigungen zu Musikaufführungen würden nur Personen der Versehrtenstufe 3 und 4 erhalten. Ueber das Thema Pasteurisierung der Milch ließ sich Regierungs-Landwirtschaftsrat Dr. Mörschel, Oberkirch, aus. Er begründete Dem Andenken Anton Fendrichs Franz Huber sprach in der Volkshochschule über den Offenburger Dichter Die Hand aufs Herz: Wem von den Besu ehern, die am Dienstagabend zu dem von Franz Huber angeregten Gedenkabend in die Volkshochschule gekommen waren, ist der Name des Offenburger Schriftstellers Anton Fendrich ein Begriff? Ganz gewiß nur Wenigen, einem begrenzten kulturell interessierten Kreis. Und doch verdient es Anton Fendrich, dessen beachtliches Werk trotz seiner Tendenzen in das 19. Jahrhundert schon stark in unsere Welt vorstößt, alles andere als gerade in seiner Heimatstadt ein Unbekannter zu sein. Er hat sich in allen seinen Lebens- und Schaffensjahren immer als eüner der treuesten Söhne seiner Vaterstadt erwiesen, der er in so vielen seiner lebensvollen Landschafts- und Menschen schil derungen gedacht und der er nicht zuletzt in seinem selbstbiögraphischen Roman „Was ist des Deutschen Vaterland?“ ein Denkmal gesetzt hat. Es muß daher als verdienstlich bezeichnet werden, wenn Franz Huber das Lebens- und Schaffensbild Anton Fendrichs neu erstehen ließ. Der Schriftsteller Franz Huber, der getreue Eckhart Offenburger und ortenauischen Heimatschrifttums, war der berufenste Sprecher des Abends. Seine genaue Kenntnis der Persönlichkeit und des Werkes von Anton Fendrich mußten die besten Voraussetzungen für eine erschöpfende Durchdringung der Materie geben, Franz, Huber sprach nicht, er plauderte über Fendrich. Es gab da tausend Fäden, die Beziehung schufen von dem einstigen und heutigen Offenburg zur Person des Schriftstellers und umgekehrt. Der Abend gewann damit seine besondere Atmosphäre. Ein Stück Alt-Offenburg erstand. Das Geburtshaus Anton Fendrichs an der Ecke Küfergasse-Lange Straße, in dem er am 8. April 1868 als Sohn eines Expeditors geboren wurde; der Winkel am Oelberg, in dem der „Sinnierer“ zur ' Volksschule ging, das alles wurde ebenso gemüthaft wie plastisch lebendig. Seine Gymnasiumszeit, die zum Trost der geplagten Abiturienten unserer Zeit, wie Franz Huber meinte, und was er nicht, ohne Befriedigung feststellte, mit einem „Ungenügend“ gerade ln dem Fach endete, in dem er Meister werden sollte, nämlich dem „Deutschen“, wurde wieder Wach. Sehr gründlich und aufschlußreich für eine ganze verflossene Epoche, wie der politische Anton Fendrich gezeichnet wurde, der mit 23 Jahren Redakteur in Frankfurt und dann durch August Bebels Verwendung Cheffedak- teur in Braunschweig wurde. Wie er hier und später durch seine Toleranz in Schwierigkeiten geriet, nach Paris als Korrespondent ging und dann wieder in Offenburg an Adolf Gecks Blatt „Der Volksfreund“ auf tauchte, einer der Männer der Offenburger Fastnacht wurde, zu der er das vor zwei Jahren noch aufgeführte Stück „Die Fastnacht im Mond“ schrieb. Franz Huber nannte die Fastnacht die Basis, auf der sich alle Offenburger ohne Unterschied der politischen Gesinnung trafen. In seiner eigenwilligen Art bot Fendrich, der dann nach Karlsruhe übrrsiedelte, gleichsam der Urtyp des Offenburgers. der unbeirrbar seinen Weg ging. Die „andere Seite“ Anton Fendrichs kristall- sierte sich aus seiner weltanschaulichen Einstellung, die ohne in eirssr Bindung an eine Konfession zu stehen, vom „Erlebnis des Kreuzes“ als dem Erlebnis der Menschheit sprechen kann. „Mit ungeheurer Intensität ging er dem christlichen Erlebnis nach“. Sein Weg zu Johannes Müller fand in dem Tagebuch „Mainberg“ seinen Niederschlag. Fendrichs Name wurde mit seinem Buch üoer den Skisport bekannt, dann mit den Romanen „Was ist des Deutschen Vaterland?“ und „Emil Himmelheber“, den man peinlich genau und unablässig arbeitende Schriftsteller schrieb zuletzt nur noch durch Krankheit ans Bett gefesselt, weil er unter dem „Zwang einer Leidenschaft" sein Werk gestaltete. Zum Schluß seiner Ausführungen meinte Franz Huber: man sollte nicht über ihn reden, sondern man sollte ihn zu sich sprechen lassen. Er solle in Offenburg nie vergessen werden, weil er auch draußen nicht vergessen sei. Anton Fendrichs Werk sprach dann in Vorlesungen von Werner Seckinger zu den Besuchern des Abends, in denen die feine besinnliche Sprache, der Humor, der nachdenkliche Ernst, die tiefe Heimatverwurzelung Anton Fendrichs zum Ausdruck kam. Unter Begleitung von Fräulein Erna Kummer sangen Herr Seckinger und Fräulein Striebich Lieder, die den Abend, dem auch die Familienangehörigen Anton Fendrichs aus Offenburg und Freiburg beiwohnten, zu einem echten Heimatabend gestalteten. -i- die Notwendigkeit dieser Maßnahme als Selbstschutz für die Bauernschaft und nicht als Hilfsaktion für die Molkereigenossenschaften. Auf die Kalkaktion der badischen Regierung eingehend, bemerkte er, daß Gebiete mit Urgesteinboden (Granit und Gneis) einen verbilligten, hochwertigen Löschkalk zugeteilt bekämen. Abschließend ermahnte Dr. Mörschel die Bürgermeister, alles daran zu setzen, daß der Besuch der Landwirtschaftsschule gefördert werde. Die Bedeutung des Haushaltsplanes in der Gemeindewirtschaft war Inhalt des Referats von Regierungsinspektor Lamm, der betonte, daß die genaue Einhaltung des Haushaltsplanes das A und O aer Gemeindewirtschaft sei. Er forderte die Bürgermeister auf, ihr besondere Beachtung zu schenken, um die Ordnung der Gemeindefinanzen sicherzustellen. In diesem Zusammenhang wies der Landrat darauf hin, daß dwik der guten Führung der Gemeindefinanzen seit der Währungsreform, also in fünf Jahren, in neun Gemeinden das Problem der Wasser/ersorgung gelöst worden sei und in weiteren vier Gemeinden der Bau einer Wasserleitung geplant wurde in Oberkirch noch die Siedlung „Ma von 50 Jahren nur in 15 Gemeinden Wasserleitungen gebaut worden. Oberregierungsrat Vierling referierte über die Aufgaben des Ortsbauausschusses und erläuterte eine Reihe von Ortsbauvorschriften. Landrat Dr. Joachim erwähnte hierbei, daß im Kreisgebiet rund 1000 Wohnungen mit staatlichen Zuschüssen erstellt worden seien, im ganzen Land Südbaden 13 000. Der Kreis Offenburg stehe an erster Stelle. Der Schluß der Tagesordnung bildete das Referat von Regierungsoberinspektor Simi- aner über die Einführung der neuen Aktenordnung für die Gemeinden. Am Nachmittag wurde in Oberkirch noch die iSedlung „Ma rienau“ besichtigt. Pläne für Knabenvolkssdiule genehmigt Finanzielle Unterstützung des Landesturnlestes — Aus dem Stadtrat Ueber die nichtöffentliche Stadtratssiteung vom 27. 11. 1950 ging uns vom Bürgermeisteramt folgender Bericht zu: Verschiedene Grundstückskäufe-, Verkäufe, und Grundstückstausch wurden genehmigt. — Der Stadtrat billigte die Pläne für den Wiedaraufbau der Knabenvolksschule. — Einem Gesuch um Beteiligung an städtischen Lieferungen wurde stattgegeben. — Der Beschaffung einer Stadtfahne mit Stadtwappen wurde zugestimmt. Die Arbeiten für die Herstellung des Plat- gleichen nicht gegen die Erteilung zur Einrichtung einer eilzugmäßigen Omnibusverbindung zwischen Karlsruhe und Basel durch die Bundesbahn. Dem Antrag auf Angleichung der Beamtengehälter an die Tarifverbesserungen der Arbeiter und Angestellten stimmte der Stadtrat zu. — Für drei aus dem Flüchtlingsausschuß ausgesehiedöne Mitglieder wurden Ersatzmitglieder bestimmt. — Der Stadtrat genehmigte die vom Turnerbund Baden beantragten Leistungen und finanzielle Unterstützung zur A'A Dach nehmen zu müssen, einmal nach Süden hin erweitert werden kann, was natürlich nicht zuletzt eine finanzielle Frage ist. Vorerst werden nur die nötigsten Räume geschaffen Der im Plan vorgesehene Seitenflügel mit Büroräumen und einer Wohnung wird ebenfalls erst später in einem zweiten Bauabschnitt angefügt. .Was ein Weinort vom Namen Durbachs aber unbedingt braucht und bisher gefehlt hat, das ist jetzt soweit fertiggestellt oder wird den Winter über noch vollends eingerichtet. Auf mächtigen Granitbruchsteinen von 100 cm Dicke erhebt sich der 52 m lange und 24 m breite, imposante Bau, in dessen, der Länge nach geteiltem Keller über 400 000 Liter Durbacher Qualitätsweine gelagert werden können. Der Tankraum faßt allein 200 000 Liter und der Faßraum nicht weniger. Hinzu wird noch der Inhalt des Flaschenkellers kommen. In den Tankraum wurden insgesamt 24 Glastanks, vier große zu 124—135 Hektoliter, und 20 doppelstöckige zu je 72—80 Hekto eingebaut. Alle Kellerräume erhielten von Architekt Stadelhofer, Karlsruhe, Luftschächte, die dafür sorgen, daß die Wände trocken bleiben. Er hat den ganzen Winzerkeller so praktisch angelegt, daß die Herbstgeschäfte sozusagen am Fließband abgewickelt werden können,für die Winzer es also kein langes Anstehen mehr gibt. Sie fahren an die südliche Kellerseite hin, wo Waage und Behälter, in denen die Trauben gleich gemahlen werden, bereitstehen. Nach dem Hochpumpen in Abtropfbehälter läuft der Most von der geräumigen Halle direkt in den Keller. Neben dem Tankraum und Faßraum ist der Abfüllraum gelegen, dem der Pack- und Etikettierraum angeschlossen ist, von dem aus man wiederum in den Flaschenkeller gelangt. So wie es der Arbeitsvorgang verlangt, so sind alle Räume angeordnet. Die Verladerampe wird sich daran anschließend auf der Nordseite des Kellers befinden, also auf der entgegengesetzten Seite des Anfahrtsweges der Winzer. Dadurch wird jede Stockung in der Abwicklung des jeweiligen Geschäftes ausgeschlossen. Heber dem Keller werden ein Rebverede- lungsraum, ein Vortreibraurp, Abstellräume, ein Aufenthaltsraum für Kellerpersonal, ein Probierstübchen, Klosettanlage und ein Büro untergebracht. Von diesem aus hat man einen herrlichen Blick auf den Muttergarten der Genossenschaft und auf das Schloß Staufenberg, in dessen Umgebung der kostbare Tropfen wächst, dem Durbach seinen Ruf als Rebort verdankt. „Liebst du guten Badner Wein, schenk dir Durbachs Klevner ein“. So heißt es auf den Etiketten der Durbacher Winzergenossenschaft, so heißt es aber auch bei allen Freunden und Kennern des edlen Ortenauer Rebensaftes, der in Durbachs neuem Winzerkeller nun eine weitere ausgezeichnete Pflegestätte gefunden hat. Sie wird nach vollständiger Fertigstellung und Einrichtung offiziell mit einem großen Frühlingsfest vom 12. bis 15. Mai (Pfingsten) gebührend eröffnet werden, ein Termin, dessen Vormerkung sich sicher lohnen wird. Weiterbau der Wasserleitung Das Problem der Fessenbadier Wasserversorgung wird gelöst Fessenbach, (x) Nachdem der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung die Arbeiten zum zweiten Bauabschnitt der Gemeindewasserleitung vergeben hatte, wurde diese Woche mit den Erdarbeiten begonnen. Die Arbeiten erstrecken sich sowohl auf die zusätzliche Belieferung unseres Ortsnetzes durch die Nachbargemeinde Ortenberg, um auch in ausgesprochenen Trockenperioden mit Wasser versorgt zu sein, wie auch auf den Ausbau der Leitung nach dem Ortsteil Rieshof und dem Hinterdorf. Nach Abschluß dieser Bauarbeiten dürfte das Problem der Wasserversorgung für unser Dorf gelöst sein. Der Fuchs im Hühnerstall Fessenbach, (x) Meister Reinecke’s nächtlicher Besuch in einem Hühnerstall von Hermann Litterst auf dem Rieshof wurde dem unwillkommenen Besucher zum Verhängnis, noch bevor er sich ein Opfer ergattern konnte. Durch die Unruhe im Stall aufmerksam geworden, konnte der Hausbesitzer den Räuber entdecken und mit ihm mittels einer Haugabel kurzer Prozeß machen. Abend der Kolpingsfamilie Weingarten, (x) Der Todestag des Gesellenvaters Adolf Kolping war auch in diesem Jahre für unsere Kolpingsfamilie Anlaß, die Pfarrangehörigen zu einem Theaterabend in die „Sonne“ in Zell-Weierbach einzuladen. Mit dem Volksstück von Reinmichel „s’Trauriegel“ gab man den Pfarrangehörigen unterhaltsame Stunden, wobei Spieler und Spielerinnen ihr Bestes gaben, und verdientes Lob erhielten. Man nahm im Rahmen dieser Veranstaltung zugleich auch Abschied von dem bisherigen Präses der Kolpingsfamilie, Kaplan H. Barnickel, der vor drei Wochen an die Dreifaltigkeitspfarrei in Offenburg versetzt wurde. Pfarrer Fischer sprach dem scheidenden Pappenfabrik Albert Köhler ehrte Jubilare Ein wohlgelungenes Betriebsfest auf dem Schauinsland Gengenbach. War auch das Wetter am Sonntagmorgen, dem 3. Dezember, einer Fahrt in den Schwarzwald alles andere als wohlgesinnt, so vermochte der Regen die Feststimmung doch nicht im geringsten zu beeinträchtigen, in der. noch ehe es heller Tag geworden war, Jubilare der Gengenbacher Firma Albert Köhler, Pappenfabrik, die über 2 und mehr Jahre dem Betrieb angehören, in zwei mächtigen Omnibussen der Bundesbahn sich auf die Fahrt machten. Ueber Triberg, Schönwald, Furt- wangen, Vöhrenbach, Hammereisenbach, Neustadt, Titisee, Hinterzarten und durchs Höllental ging es nach Freiburg und ohne Aufenthalt zur Talstation der Schauinslandbahn. Es begann zu schneien, und als man droben angelangt war. empfing die Gäste die schönste Winterlandschaft. Bei festlichem Mahl im „Berghotel“ begrüßte Fabrikant Julius Köhler für seinen Bruder Franz und für sich selbst die Jubilan und geladenen’ Gäste. Als Ehrenjubilare nannte er: Ludwig Feger, Gengenbach. Georg Brüderle, Berghaupten, Hermann Bergmann, Berghaupten und Karl Kaufmann, Gengenbach. 25 und mehr Jahre sind in der Papierfabrik tätig: Karl Armbruster, Berghaupten, 53 Jahre; Gottfried Lehmann, Berghaupten, 51 Jahre; Franz Karl Brüderle, Berghaupten, 50 Jahre; Franz Mußhafen, Gengenbach, 50 Jahre; August Suhm, Gengenbach, 47 J.; Josef Müller, Berghaupten, 40 Jahre: Gottfried Barth, Berghaupten, 46 Jahre: Albert Suhm, Gengenbach, 44 Jahre: Heinrich Bächle. Ohlsbach, 44 Jahre; Hermann Biedermann, Berghaupten, 41 Jahre; Johann Berger, Berghaupten, 40 Jahre; Gottfried Lienhard, Berghaupten, 40 Jahre: Wilhelm Sehreiner, Gengenbach, 37 Jahre; Otto Feißt, Berghaupten, 35 Jahre; Franz Harter, Strohbach, 34 Jahre; Johann Faißt, Berghaupten, 32 Jahre; Georg Biedermann, Berghaupten, 31 Jahre; Karl Kopf, Reidtenbach, 30 Jahre; Josef Armbruster, Gengenbach, 30 Jahre; Wilhelm Bdiillinger, Gengenbach, 30 Jahre; Stefan Barth, Berghaupten, 29 Jahre; Karl Göppert, Berghaupten, 29 Jahre: Albert Bischer, Gengenbach, 29 Jahre; Ernst Feger, Gengenbadi, 29 Jahre; Heinrich Harter, Berghaupten, 28 Jahre: Franz Xaver Brüderle, Berghaupten, 29 Jahre; Otto Moritz, Berghaupten, 28 Jahre; Albert Weiskopf, Gengenbadi, 28 Jahre; Emma Gie- ringer, Berghaupten, 28 Jahre; Bernhard Rapple, Fußbad, 28 Jahre: Gottfried Sdiillinger. Strohbach, 27 Jahre, Josef Fritsch. Gengenbach. 26 Jahre: Josef Zapf, Berghaupten, 26 Jahreg Gustav Rapp, Berghaupten, 25 Jahre; Josef Neumaier, Berghaupten, 25 J. Fabrikant Julius Köhler betonte, daß die Pflege echter und guter Beziehungen zwischen den Betriebsangehörigen und der Betriebsleitung von seinem Bruder und ihm als wichtigste Aufgabe angesehen würde. Den Jubilaren entbot er herzlichsten Dank und gab der Hoffnung Ausdruck, die festliche Fahrt möge alle Teilnehmer erfreuen und ihnen genußreiche Stunden verschaffen. Dann überbrachten Glückwünsche und Grüße für den Wirtschaftsminister Dr. Lais Ministerialrat Dr. Rappenecker, der den über 40 Jahre Tätigen Ehrengaben der Regierung aushändigte und zugleich für das durch Regierungsrat Lang vertretene Arbeitsamt Offenburg sprach, sowie die beiden Bürgermeister Schrempp (Gengenbach) und Bruder (Berghaupten). Alle Redner hoben hervor, daß es hocherfreulich sei. wenn in einem Betrieb wie der Pappenfabrik Albert Köhler Leitung und Belegschaft sich als Einheit empfänden. Es sei denn auch kennzeichnend, so betonte insbesondere der Gengenbacher Bürgermeister, daß der Jubilar Hermann Biedermann, der zuvor der Betriebsleitung aufrichtigen Dank bezeugte, von „unserem“ Betrieb gesprochen hebe. Neben Hermann Biedermann kam dann auch der Vorsitzende des Betriebsrats Otto Faißt, Berghaupten, zu Wort, der humorvoll, aber desgleichen von Herzen kommend, die guten Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer rühmte. Waren schon im „Berghotel“ auf dem Schauinsland die Wogen der Begeisterung hochgegangen, so fand die Festesfreude in der Freiburger „Burse“ beim Abendessen und gemütlichen Zusammensein und bei mancherlei Reden wie bei heiterer Musik rasch genug zu ihrem Höhepunkt und hochbefriedigt kehrte man in dei* Nacht nach Gengenbach zurück. Es war ein wirklich schönes, beziehungsvolles Fest, das der Betriebsleitung Ehre und Anerkennung in reichem Maße eintrug und das die Jubilare mit ihren Angehörigen wie die geladenen Gäste in bester Erinnerung behalten werden. J. K. Kaplan den Dank für sein Wirken in der Pfarrei aus,'und auch Kaplan Barnickel nahm in herzlichen offenen Worten Abschied von seiner bisherigen Wirkungsstätte. Die Adventszeit wurde in unserer Pfarrei mit einer religiösen Woche eingeleitet. In volkstümlich gehaltenen Morgen- und Abendpredigten zeigt der Missionar den Gläubigen den Weg, der noch Rettung aus dem Dunkel und der Not unserer Zeit bringen kann. Zugunsten des Kirchenneubaues Rammersweier, (b) Am kommenden Sonntag wird im Gasthaus „Zur Blume“ nachmittags und abends das Schauspiel „Die Erbin von Schloß Dornegg“ seine hiesige Erstaufführung erleben. Besonders zu erwähnen ist, daß der Erlös zu Gunsten des Kirchenneubaus ist. Es darf daher ein zahlreicher Besuch erwartet werden. Hochbetagte Jubilarin Ebersweier, (e). In seltener geistiger und körperlicher Rüstigkeit konnte letzte Woche Altmesners-Witwe, ihren 85. Geburtstag feiern. Die stets freundliche Greisin zeigt immer noch reges Interesse am Zeitgeschehen und hilft gerne bei den täglichen Arbeiten im landwirtschaftlichen Betrieb ihres Sohnes mit. Möge ihr noch manches Jährlein in Gesundheit be- schieden sein! Schweine brauchen Gesundheitszeugnis Vom Landratsamt wird uns mitgeteilt: Durch die Polizeiorgane und den Regierungsveterinärrat muß bei der Kontrolle des Schweinemarktes immer wieder festgestellt werden, daß die Verkäufer von Ferkeln und Läufern vielfach nicht im Besitz der erforderlichen Gesundheitszeugnisse für die zum Verkauf angebotenen Tiere sind. Leider muß in vielen Fällen strafend oder sonst polizeilich eingeschritten werden. Auf Grund des § 18 der Verordnung des Ministeriums des Innern über den Vollzug des Viehseuchengesetzes vom 29. 4. 1912 sind für auf den Markt gebrachte Schweine (Ferkel und Läufer) Gesundheitszeugnisse zu erbringen. Die Gesundheitszeug- nise sind vom Tierarzt oder dem amtlich bestellten Fleischbeschauer des Herkunftsortes auszustellen und. sind fünf Tage gültig, vom Tage der Ausstellung an gerechnet. Griesheimer Chronik Griesheim, (r). Im Saal des Gasthauses „Zur Krone“ fand ein Theaterabend, unter der Leitung der Kinderschwester statt. Er war sehr gut besucht. Zur Aufführung gelangte das Stück; „Wenn du eine Mutter hast“, ferner ein religiöser Reigen, sowie ein Lustspiel. Am Freitag wird der Abend wiederholt. — Dieser Tage konnte an dem neuerbauten Wohngebäude des Landwirts Karl Kempf das Richtfest gefeiert werden. — Die Vergrößerung, der Ladenräume des Kaufhauses W e i s s e r sowie die Außenrestaurierungen fanden ebenfalls ihren Abschluß, sodaß die Eröffnung des nun freundlich aussehenden Geschäftshauses in dieser Woche erfolgen konnte Nikolausfeier der Kinderschule Bohlsbach. (m) Am vergangenen Sonntag war im Saale der Brauerei Jockerst die Nikolausfeier der Kinderschule. Die Kleinen führten unter der Leitung der Kinderschwester kleine Theaterstückchen auf. St. Nikolaus bedachte jedes mit einer Gabe. Pfarrer Zolk bekam'für den fleißigen Gebrauch bei den Volksschülern von St. Nikolaus eine Rute gestiftet, worüber im ganzen Saal gelacht wurde. Die nachfolgende Losverteilung löste sehr viel Freude aus Der Reinerlös der Veranstaltung wird für die Neulegung eines Fußbodens in der Kinderschule verwendet. Obstbauversammlung Nesselried (v). In der „Krone“ fand ein« Obstbauversammlung statt. Ludwig Vollmer konnte als Redner Kreisobstbauinspektor Bach und Bezirksvorstand Heuberger von Tiergarten begrüßen. Herr Bach hielt einen lehrreichen Lichtbildervortrag. Bürgermeister Heuberger sprach über die Förderung des Obstbaues innerhalb der Obstbauvereine, und Herr Bach noch über Absatzfragen und die Notwendigkeit der Selbstdisziplin der Obsterzeuger, um einen gerechten Preis zu erzielen. - ; •- Friedliches Zusammenleben wird angestrebt Ortsverband Unterharmersbadi der Heimatvertriebenen gegründet Unterharmersbach. (1) Vergangenen Samstagabend hielten die hier untergebrachten Neubürger eine Flüchtlingsversammlung ab, zu welcher auch der Bürgermeister und der Gemeinderat geladen waren. Der Vorsitzende des Ortsverbands der Heimatvertriebenen ip Zell, Herr Timm, sprach über alle akuten Flüchtlingsfragen und gab u. a. bekannt, daß noch vor Weihnachten die zweite Rate der Hausrathilfe' zur Auszahlung gelangen soll. Audi die Versorgung mit Hausbrandkohle sei zu erwarten. Dann ermahnte der Vorsitzende seine Schicksalsgenossen, mit der einheimischen Bevölkerung ein friedliches Zusammen leben anzustreben. Denn auch für diese bedeute die Aufnahme immer neuer Flüchtlinge ein großes Opfer. . Im Rahmen dieser Versammlung wurde ein Ortsverband Unterharmersbadi der Heimatvertriebenen in Baden gegründet. Der im Rahmen einer Weihnachtsfeier vorgesehenen Bescherung aller Flüchtlingskinder wurde von Bürgermeister Benz weitestgehende Unter Stützung zugesichert. Versammlung des kath. Männerwerks Unterbarmersbach. (1) In einer gut besuchten Versammlung des kath. Männerwerks im „Rößle“ sprach der Leiter des kath. Volksbüros der Ortenau, Carl Benz aus Nußbach, über das Thema: „Dar Bauer und sein Dorf“. Der Redner forderte die Bauern auf, zum früheren christlichen Brauchtum und christlichem Handeln in Wort und Tat zurückzukehren. In der Diskussion forderte Bürgermeister Benz die Bürger auf, ganz besonders auch bei der Aufnahme von Flüchtlingen christliche Nächstenliebe zu zeigen. Abschluß des Preiskegelns Oberharmersbach, (m). Am vergangenen Sonntag fand das vom Kegelklub Oberharmersbach veranstaltete Preiskegeln seinen Abschluß. Als Sieger aus dem Wettbewerb gingen hervor: 1. Preis August Lay (Herrenfahrrad); 2. Preis August Nock (Herrenanzugstoff); 3. Preis August Lay (Kuckuks- uhr); 4. Preis Wilhelm Koenmayer (Herrenschuhe); 5. Preis Georg Huber (Herrenhemd). Konzert des Mandolinen-Orchesters Oberharmersbach (m). Das Mandolinen-Qr- chester Zell-Unterharmersbach veranstaltete im Gasthaus „Zur Senne“ ein Konzert unter der Leitung von Herrn Harter. Das bekannte Orchester bot -such in Oberharmersbach die erwarteten guten Leistungen. Weihnachtssammlung der Arbeiter-Wohlfahrt Zell a. H. (s) Auch in diesem Jahr will der hiesige Ortsverein der Arbeiter-Wohlfahrt bedürftigen Kindern und Erwachsenen eine kleine Weihnachtsfreude bereiten und wird zu diesem Zweck am 17. Dezember im Hotel „Hirsch“ eine Weihnachtsfeier abhalten. Um der Bevölkerung, vor allem den Geschäftsleuten, Gelegenheit zu geben, ihr Scherflein in Form von Lebensmitteln, Kleidungsstücken usw. dazu beizutragen, werden verschiedene Helferinnen ab Donnerstag, 7. Dezember, in den Geschäften vorsprechen, um die bereitgehaltenen Gaben in Empfang zu nehmen. Vortrag über Hygiene Zell a. H. (s) Am vergangenen Donnerstag veranstaltete der hiesige Ortsverein ■ der Arbeiter-Wohlfahrt einen Vortragsabend im kleinen Rathaussaal, bei dem prakt. Arzt Dr. med. Paul Wößner, Zell a. H., über „Körperpflege und Hygiene“ sprach. Der Vorstand der Arbeiter-Wohlfahrt, Wilh. Beisei, dankte am Schlüsse dem Redner für seine wertvollen Ausführungen; leider war die Veranstaltung nur mäßig besucht. Hohes Alter Nordrach (s). Am Samstag vollendete Frau Gießler, Witwe des Andreas Gießler, auf der unteren Flachen, ihr 80. Lebensjahr. ■ Wenn die Jubilarin auch längere Zeit schon bettlägerig ist, so hat sie doch die Genugtuung, sich einer guten Pflege und Behandlung zu erfreuen. Ortsverband der Heimatvertriebenen. Biberach. Kürzlich fand hier die Gründung des Ortsverbandes der heimatvertriebenen Deutschen in Baden statt. Herr Timm, erster Vorsitzender des Ortsverbandes Zell a. H., der bisher u. a. auch diese Gemeinde zu betreuen hatte, schilderte die triftigen Gründe, die diese Gründung notwendig erscheinen ließen. Als besonders akutes Problem wurde die Wohnraum- frage erörtert. Eine Besserung der Verhältnisse wird durch die zukünftige Mitarbeit eines gewählten Heimatvertriebenen im hiesigen Wohnungsausschuß erwartet. Im Namen des neugewählten Vorstandes dankte der erste Vorsitzende, Herr Schlender, für das Vertrauen, und bat die Anwesenden um volle' Unterstützung bei der zukünftigen Arbeit. Stellvertretender Bürgermeister Schmieder versprach, in jeder nur möglichen Form mitzuhelfen, um die aufgstretenen Mängel zu beheben. — Die erste ordentliche Mitgliederversammlung findet am Sonntag, den 10. Dezember, im Restaurant Adler“ statt. Donnerstag. 7. Dezember 1950 Sport ln der Heimat Weier I — Urioffen I 3:1 ( 2 : 0 ) In einem schönen und schnellen Spiel konnte sich Weier durch den 3:1-Sieg über Urioffen, am vergangenen Sonntag, weiter in der Pokalrunde behaupten. Allerdings mußte Weier auf zwei Spieler verzichten. Schon in den ersten Minuten ging Weier durch den Halbrechten mit 1:0 in Führung. Die Einheimischen bedrängten auch weiterhin das Tor der Gaste, und deren Schlußmann wurde auf harte Proben gestellt. In der 20. Minute konnte Weier Überraschend zum 2:0 einschießen. Urioffen ließ sich jedoch durch dieses 2:0 nicht entmutigen, sondern legte sich mächtig ins Zeug, und Weiers Hintermannschaft hatte zeitweise alle ,,Hände“ voll zu tun, um die 2:0 Führung bis zur Halbzeit zu halten. Nach dem Seitenwechsel kam Weier jedoch Wieder mehr auf, während die Gäste nur noch selten über die eigene Hälfte kamen. Diese Feldüberlegenheit brachte dem Gastgeber das 3:0 ein. Buchstäblich in den letzten Minuten verhalt ein einheimischer Spieler den Gästen durch eine unglückliche Abwehr, zu dem verdienten Ehrentreffer. — OFV — VfB Achern In seinem vorletzten Heimspiel der Herbstmeisterschaft empfängt der OFV den VfR Achern. Der 5. Tabellenplatz beweist die Spielstärke der Gäste, die sich allerdings mehr als Heimmannschaft bewiesen haben, während auswärts einige empfindliche Niederlagen hingenommen werden mußten. Neben zahlreich zu erwartenden Schlachtenbummlern verspricht diese Begegnung einen Kampf auf Biegen und Brechen mit . dem für den OFV heißbegehrten Ziel, endich in die obere Tabellenhälfte vorzustoßen. ch. Urioffen n — Altenheim 7:1 Im Fliegengewicht unterlag Gänsmantel (A) nach 2 1 / 2 Minuten gegen Hertwig LU) durch Ueberstürzer. Bantamgewicht: Langenecker Fr. (U) brachte in r'/r Minuten Baumgärtner (A) durch Schleudergriff auf die Schulter. Im Federgewicht mußte Zimmermann (A) in der ersten Minute Hätti Fr. (U) durch Untergriff den Sieg überlassen. Im Leichtgewicht wurde Spengler (U) über Speck (A) und im Mittelgewicht Knosp (U) über Nebel (A) Punktsieger. Der alte Kämpe Jund (A) im Weltergewicht erledigte Sauer Alfr. (U) nach S Minuten durch Armzug. Im Halbschwergewicht siegte Leible Emst (U) in 5y 2 Minuten über Baumgärtner Hans (A) durch Schleudergriff. Im Schwergewicht brachte Weber Hans (U) in drei Minuten Ulrich (A) durch Hüftzug auf die Schulter. Gottesdie nstordnunge n Gengeilbach: Freitag: Fest der unbefleckten Empfängnis Mariens, kirchlich gebotener Feiertag. Gottesdienst wie an Sonntagen; 14.00 Vesper. —- Samstag: 6.30 hl. Messe für Anna Dold, geh. Heitzmann, Strohbach: 7.00 hl. Messe für Josef Seiler und Ehefrau Carolina, Strohbach: 7.15 Seelenamt für Ziegeleibesitzer Karl Isemann und Bruder; 18.00 Rosenkranz mit Segen. Offenburger Tageblatt Chefredakteur: Adolf Rimmig Verantwortlich für Politik: Adolf Klmmlg Badner Land und Sport: Herbert Bubles Kultur und Unterhaltung: Karl Gies Lokales: Dt. Alfred Gailer Landwirtschaft! Beilage Walter Plcbert Mit Namen gekennzeichnete Artikel stellen die Meinung des Autors, nicht unbedingt auch die der Redaktion dar. Druck: A Reiff & Cie„ Offenburg t Todesanzeige - Danksagung Unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Maria Anna Budiholz ged. Weiskopf ist nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von 88 Jahren, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, in den ewigen Frieden eingegangen. Waltersweier, den 6. Dezember 1950. Für die vielen- Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgänge unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. die Heistuup entscheidet Durch günstigen Groß-Einkauf biete ich an: 550 .- 630 .- 720 .- Weitere Schlafzimmer in all. Edelhölzern zu ebenfalls noch sehr günstig. Preisen 45 Schlafzimmer zur Auswahl Schlafzimmer Schlafzimmer Schlafzimmer echt Eichen, Schrank 160 cm DM echt Buchen mit gewölbter Nußbaum-Türe .'DM 680.- echt Eichen mit echt Nußbaum- Nülzen Sie die jetzt noch günstige Gelegenheit aus Offenburger Möbelhalle Kesselstraße 6, Martin Schafheitle Ecke Stein-Lange Straße Am nächsten Sonntag von 13 bis 18 Uhr geSffnet Anker- Nähmaschinen Seit über Wolfr|if 60Jahren W fSIIiUl 5 Jahre Garantie Fahrräder in großer Auswahl Günstige Zahlungsbedingungen J. SelZ Lange Sir. 6 Telefon 2247 Versteigerungen, Z w angs ver Steigerung Samstag, den 9. Dezember 50, vorm. 10 Uhr, werde ich in Offenburg, im Hofe des Landgerichts gegen bare Zahlung im Vollstreckungswege öffentlich versteigern: 1 großen Posten Kunst- und Trauerkarten, Schreibblock u. Schreibmappen 300 kg Zinkätzbleche, 5 kleine und 5 große Kühltruhen. Klaiber, Gerichtsvollzieher Danksagung Für die überaus zahlreiche und herzliche Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Vaters Emil Theodor Kern Seifenfabrikant sagen wir allen herzlichen Dank. Besonders danken wir Herrn Stadtpfarrer Hugle, den Schwestern des Vinzentiushauses sowie allen, die ihm während seiner Krankheit liebe Dienste erwiesen und ihn zur letzten Ruhestätte begleitet haben. 10-718 Familie Kern Offenburg, den 5. Dezember 1950. JETZT werden euch wieder edle Kaffeesorten wie „Honduras" und „Sontos extraprime" importiert. Solche kostbaren Bohnen verlangen natürlich nach ebenbürtigen Kaffeezutaten,z.B. nach jener vollkommen karamelisierten, höchst verfeinerten DILLER ESSENZ Statt Karten ! Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme an dem schweren Verlust, der uns betroffen, für die zahlreichen Beileidsbekundungen, für die prächtigen Kranz- und Blumenspenden als letzten Gruß an unsere liebe verstorbene Schwester Berta Schaefer Hauptlehrerin danken wir herzlich. Herrn Pfarrer Schmied von Schutterwald ein inniges Vergelt’s Gott für die feierliche Bestattung der lb. Toten. Herrn Rektor Braun sagen wir für seine ehrenden Worte am Grabe und die Kranzniederlegung vielen Dank. Ferner danken wir Herrn Bürgermeister Hansmann, dem werten Kolle- ' gium von Schutterwald - Langhurst, Herrn Kreisschulrat Brüstle sowie allen Kollegen und Kolleginnen der Volksschule Offenburg, ihren Schulkameradinnen, allen Freunden und Bekannten, ihren Schulkindern, die der Verstorbenen das letzte Geleit gaben. 18-510 Im Namen der Geschwister: A. Schaefer Offenburg, den 5. Dezember 1950 Handelsregister HR.B 3 Nr. 15: Oberrheinische Bank Filiale Offenburg: Dr. Karl Emst Sipell und Professor Dr. Heinrich Hunke, beide früher Berlin-Dahlem, sind nicht mehr Vorstandsmitglieder. Die Eintragung ist im Handelsregister Berlin-Charlottenburg erfolgt und. im Verordnungsblatt für Groß-Berlin bekanntgemacht. Den 28. 11. 1950. Bad, Amtsgericht Offenburg die das Kaffeearoma erst richtig erschließt, und die im Eigengeschmack des Bohnenkaffees voll aufgehtl 1 löffelspitze reicht für 6 Tassen I SieUeriangebole Buchhalter(in) f. Durchschreibebuchführung für 1—2 Tage wöchentlich von mittl. Handwerksbetrieb gesucht. Off. unt. Nr. 10-716 an die Gesch. des O. T. perfekt, für täglich 2 bis 3 Stunden nachmittags oder abends sofort gesucht. Ang. u. Nr. 10-717 an die Gesch. des O. T. Ehrliches Mäddien für mittl. Landwirtschaft b. gutem Lohn bis 1. 1. 51 ges. Zu erfr. u. Nr. 10-93 in der Gesch. des O.T., Haslach i.K. Wir suchen tüchtige Jacquardweber Hukla-Werk O. m. b. H. Haslach i. K. Verkäufe Rüjbenmühle zu verk. Zu erfr. u. Nr. 2-748 in der Gesch. des O. T. Gebr. Damenrad 3 schöne Geweihe, Neuwert. Vogelkäfig, zu verk. Zu erfr. u. Nr.15-115 i. d. Gesch. d. O.T. Rindslederkoffer hellg., hill. zu verk. _Offbg.,. Franz-Volk-Str. 28 III 11 312 2 Betten mit Rösten (n. gebr.), 1 kl. emaill. Herd. 3-Loch, gebr.; 1 kl. Gasherd, 2-Loch, gebr., zu verkaufen. Fritsch, Offenburg, Fischerstraße 21 4-177 2 Gasöfen zur Raumbeheizung, billig abzugeben. 19-170 Photo-Stober, Offenburg, Hauptstraße 41 Zu verkaufen: 1 Kinderwagen (gebraucht) 1 Kinderklappstuhl, 2 Puppenzimmer. 20-89 Offbg., Hauptstr. 85 II. St. Billig zu verkaufen: D.-Mantel schw., D.-Mantel, gr., Gr. 44, H.-Anzug m. Gr., Gehrock-Anzug schw., kpl. Kohlen- und Gasherd. 20-90 Offenburg, Sofienstraße 50 Schwere Brückenwaage 1000 kg. Tragkraft, sehr gut erhalten, sofort preisgünstig zu verkaufen. Zu erfr. u. Nr. 2-751 a. d. Gesch. d. O. T. Tiermarkt Nutf- u. Fahrkuh Tbc-frei, nahe am Ziel, zu verkaufen. Dundenheim, Haus 171 8-672 Kalbin nahe am Ziel zu verkaufen. Hesselbach bei Oberkirch, Haus Nr. 18 Gute Nutzkuh mit Kalb od. großträcht. Kalbin aus Tbc-freiem Bestand zu verk. Bürgermeister Wurth, Müllen b. Altenheim. Kalbin 35 Wochen trächtig, Tbc-frei, eingefahren, „u verkaufen. Auenheim, Blumenthalstr. 19 19-86 Bekanntmachung der Stadt Offenburg Mit Rücksicht auf die Abschlußarbeiten für das laufende Rechnungsjehr werden sämtliche Handwerker und Unternehmer hiermit aufgefordert, ihre für das Stadtbauamt Offen- fcurg bis 31. 12. 1950 ausgeführten Arbeiten bis spätestens 15, 1 1951 in Rechnung zu stellen. Nach diesem Termin eingehende Rechnungen können vor dem 31. 3. 1951 nicht mehr abgerechnet werden. Stadtbauamt Offenburg, Abt. Hochbau. Oberbürgermeister. Bekanntmachungen der Stadt Gengenbach Dienststunden des Bürgermeisters W§j?an des Umzuges bleiben sämtliche Dienststellen der Stadtverwaltung in der Zeit vom 7. bis 13. Dezember 1956 geschlossen. Hausratshilfe Verwendungsnachweise und Meldungen werden entgegengenommen auf dem Rathaus, Zimmer 7, sowie jeden Dienstag von 18 00 bis 19.00 Uhr während der Sprechstunde für Flüchtlinge, Zimmer 1. Jagd- und Wildschaden Es wird darauf hingewiesen, daß nach dem Landes Jagdgesetz vom 22. 6. 1949 der Anspruch auf Ersatz von Wild- und Jagdschaden erlischt, wenn der Berechtigte seinen Anspruch nicht binnen 3 Tagen nachdem er von dem Schaden Kenntnis erhalten hat, bei dem für das beschädigte Grundstück zuständigen Bürgermeisteramt anmeldet. Diese Meldepflicht erstreckt, sich auch auf Schwarzwildschaden. Bürgermeisteramt: Schrempp. Stellengesuche Kaufmann firm in Buchhaltung, Franz.. Engl., all. Büroarbeiten, sucht sof. Stelle. Off. u. Nr. 23-447 an die Gesch. des O. T. Tüchtiger erfahrener Betriebsschlosser sucht Stelle auf 1. 1. 51. Off. u. Nr. 5-266 an die Gesch. des O. T. Mietgesuche Möbliertes Zimmer evtl, teilmöbl. behagl. in gut Hause von berufstätig. Herrn auf 1. 1. 1951 ges. Off. u. Nr. 10-719 an die Gesch. des O.T. Kleiner Laden mit Wohngelegenheit in bester Verkehrsla^a Offen- burgs gesucht. Ang. unt. Nr. 7-426 an die Gesch. des O. T. Kaufgesuche Uber 100 Jahre alte Möbel u. Beleuchtungskörper zu kaufen gas. Ang. if. Nr. 8-674 an die Gesch. des O. T. MädcheDmantel nur gut erhalten (6—8 Jahre) zu kaufen gesucht. Ang. u. Nr. 7-427 a. d. Gesch. d. O.T. Jetzt zu Weihnachten kommt es aut den Pfennig an Frisdi eingefraffen: Dürrfleisch (schön durchwachsen) 250 g . 125 Pfg. Mehrfracht-Marmelade 500 e .55 Pfg. Zum Hutzelbrot Birnschnitze 500 g . . . 90 Pfg. (Verkauf soweit Vorrat) Ludwig Müller Lebensmittel Offenburg, Hauptstraße 89 Telefon 1038 r v._ Für den Gabentisch Elektrische Heiz- und Kochgeräte Heizkissen, Bügeleisen Staubsauger, Kühlschränke Beleuchtungskörper in reicher Auswahl Elektro-Zapf Ottenburg, Lange StraBe II, Telefon 1283 Weihnachten mit Musiki Unsere große Auswahl an W Christbaumschmuck Weihnaditskerzen - Kerzenhalter Wunderkerzen in reicher Auswahl führt die Ottenburg, Lange Sb. 10 Billiges Weihnaditsangebof Sportlich« Kleider und Blusen ln Wolle und Seide tadelloser Sitz, beste Stoffe. L. Martin Drewing Ottenburg, Franz-Volk-Straße 15 II r Weihnachtsgeschenke die Freude bereifen finden Sie bei Ihrem Friseur Nähen - Sticken - Stopfen eine Spielerei mit der Gritzner-Nähmaschine schon für DM 2S3.- ferner: Qrltzner - Wanderer - Orelatern die eleganten guten Markentahnäder Jugondfohrrädor / Klndernähmaschinon Karl Pfeiffei *as n Das Fachgeschäft seit 30 Jahren am Platze Radto-Qetätek auf Teilzahlung sieht Ihnen zur Verfügung, Alle Ihre Wünsche werden wir zu Ihrer besten Zufriedenheit erfüllen. Auch Sie werden mit Befriedigung fesfstellen: Der Weg zum Lindenplatz hat sich gelohnt. Man kauft nicht nur, man wird beraten. € # «L % OFFENBURG/BD. LINDENPLATZ 34 S. H # Jj MnmnnnmB SCHUHHAUS Ottenburg * Lahr Eine Puppenstube! Ein hübsches Geschenk für das Kind H. Konprecht Polsterer und Tapezierer Ottenburg, Gerberstraße 11 Es gibt Qnalitite- onterscbiede in Bohnerwachs. V«wenden Sie einmal Regina • Hartgiens wachs und Si e werden finden, daß Regina-Hart wachs etw. gans Besonderes ist. Ihre Boden und Treppen werden ohne viel Mühe immer ein gepflegtes Aussehen haben. Der angenehme, frische Geruch wird Ihrer Wohnung eine besondere Note geben. REGINA HARTGLANZWACHS J,W raoh ta parkst lg •a saS Fs »U> srkiltUsii G. Spinner K.G., Drogerie J. Jennewein & Co. K. Kämmerer, Seifenh. V.-Oesterle, Seilerwaren E. Thoma, Parfümerie Berücksichtigt beim Einkauf unsere Inserenten. Autoverleih an Selbstfahrer Tagessoll OH IS.- bis 100 km Glattacker Offenburg, Hildastraße 37 Üetxt alle Federbreiten vorrätig! htont6.\& L HdOMT BLANC deshalb Sa£d aussuchen I Carl Kist 0FFENBDB6 3 Mütterlicher Rat: „Glaube mir, Kind, in kritischen Tagen ist mir Klosterfrau Melissengeist unentbehrlich geworden I Deine Urgroßmutter hat ihn schon gebraucht. Deine Großmutter. Uns alle hat er an solchen Tagen immer wieder von Quälenden Kopf-, Leib- und Rückenschmerzen befreit. Vertrau darum auf dieses bewährte Mittel und achte aut die blaue Packung mit den 3 Nonnen. „Für meine Kinder ist mir nichts gut genug ! 1 ' „Ich verwende nur noch Klosterfrau Aktiv-Puder t" „Wundsein der Kleinen kenne Ich nicht mehr! So rühmen Mütter in begeisterten Dankschreiben den verblüffend saugtäbigen, wundheilenden Klosterfrau- Aktiv-Puder. Ärzte u. Hebammen bezeichnen ihn als einen bedeutenden Fortschritt! Kein Kind sollte unnötig unter Wundsein leiden! Verlangen Sie auch stets das edito „Klosterfrau'’ Kölnisch-Wasser Schenken Sie etwas Besonderes ! Eine moderne Brille damit machen Sie jedem Brillenträger eine sehr große Freude £'Cfe BrUlen-EtuIa / Feldstecher / Theatergläser / Barometer Thermometer / Lupen und Lesegläser / Kameras SffiS: Hans Friederichs staatl. approb. Augenoptiker Offenburg Hauptstr. 7 #% i M SPEZIALGESCHÄFT REGENBEKLEIDUNG * SCHIRME OFFENBURG* tINDENPLATZ QtOfl ist meine Auswahl in fuUkaUet a .M Mm und hübschen Bti e f jU^t i e eo us s lM m^ en welche ich auch mit Aufdruck des Namens liefere ..Franz Hüller „FRAMO“ Ottenburg Lange Str. 18 Herrenhüte werden preiswert in eigener Weikstätte neu fagonieit und gereinigt J. Schimmel Ottenburg, Hauptstraße 93 bekannt durch Qualität und Preiswürdigkeit Mi IMtICH ,^r T UHtMACHElMElJlEI . fUWEUE, Offenbura i 6. HauDtstr 68 f- Ein Sonderangebot I ~ beim „billigen Julius' Alltags-WintermSyitel für Herren, Damen u. Kinder Stutzer Stiefelhosen Schaftstiefel und Sphuhe aller Art Herren* Anzüge einzelne Hosen und Jacken Julius Kuscha An-». Verkauf Vermittlung - Gelegenheitskauf ^ Ottenburg, Zeller Straße 20y Jetzt auch unter Nr. 1377 angeschlossen /5J? im nn um -1: i' i i Lemma fl. Reiff & Sie., Offenbueg Kornsiraße 10 Bitte, tragen Sie die neue Telefon-Nr. im Telefonbuch nach. Sie erreichen uns jetzt schneller. Pianos - Flügel Harmoniums neu und gebraucht laufend gute Gelegenheitskäufe erster Marken ^ Gün stige Zahlungsbedi ngungen^ Sämtliche hutramente sind in meiner Werkstätte gründlich darchgesehen Klavier-Stimmungen und -Reparaturen fachmännisch Musikhaus IKT. 1*79 Willy Knobloch OHenlurj Steinstra(t21 Ttltion 1156 £ ein schönes, farbiges EXPRESS EXPRESS-WERKE A.G. NEUMARKT / Opf. Lieferung durch den/ochhondet Stottern Angst und Hemmungen s. bald zu beseit. auf Grund 41jähr. Erl. Dauererfolg. Auskunft u. Prospekt fr. Steinmeier (20a) Gro- Benheidom über Wunsloit 102 a lückporto 40 PL Aus täglich frischer Röstung PxdiHase- Kaffee Pxrtmose -Kaffee Mischung fotonse-Malzkaffee erhältlich in allen einschlägigen Geschähen Donnerstag, T. Dezember 1956 mme, ?f/f/ fU/ Jef7*9 e * ! Nehriruchtmonnolade 500 g .-.60 Dflrkheimer Rotwein 50er l-Ltr.-FL o. Glas . 1.35 Original Insel Samos Flasche m. Glas . 3.40 Fetter Speck. . im? -.51 Feine Mettwurst. 100 2 -.50 Schweinskopf . 100 g -.35 Blookschmolzkäse 20«/. 100 . .-.19 Emmentaler Käse volltett, 100 g , . -.44 SPINNER HANDELSHOF und VERKAUFSSTELLEN r Schwarzwaldverein Offenburg Samstag, den 9. Dez., 30 Uhr Nikolaus-Abend Im Gasthaus rum .Sdiwanen’ V_ J Täglich selbstgewässeite Stockfische irische Seefische jeden Freitag morgen beim Brunnen, Hauptstraße Fischhandl. Blirg Offenb. Badstraße 49, Telefon 1803 Turnverein 1846 Offenburg Am Samstag, 9. Dezember, um 20.00 Uhr: JahrM-HtmptVKMmmlwig im Gasthaus „Zur Zauberflöte“. Alle Mitglieder sämtlicher Abteilungen sind dazu eingeladen. 20-88 l-l Freitag, 8., Samstag, 9., u. Sonntag, 10. 12. im Gasthaus „Zum Lauhenlindi«" Ofienburg, Friedenstraße geöffnet von 9 bis 18 Uhr Unkostenbeitrag: Erwachs. 20 Pt, Kinder 10 Pf Bestellen Sie Ihren Weihnachtsbrafen rechtzeitig im Spezlidaeiehätt FItCHE.WiU>0MS GEI Lange Str. 20 » Telefon 1483 Es treffen ein Prima Hafermastgänse Bayrischs Gänse auch geteilt Poularden, Pulen Hahnen, Hühner Enten, Fasanen Hasen ganz und zerlegt lebende Karpfen frischer Lachs Mit einem elektrischen Trocken-Rasierapparat sind Sie schnell und sauber rasiert Machen Sie einen Versuch Fr. Dauchler Inhaber: H. Schmid Ottenburg, Hauptstraße 76 Schals für Damen und Herren in großer Auswahl Schilling Ottenburg Hildastr. 5 Dein ", RADIO von MARTUS fit JtiKfU* Äufo's ab . . . .DM 52.- Motorräder . . . . dm 45.- Holler ab. dm 37.50 Holländer ab ... DM 45.- Droiräder ab ... dm 25.- Nähmaschinen ab . dm 5.20 Klnderfahrrttder in allen Größen und Farben ab DM 88.- Das sind schönste Weihnachtsgeschenke Bertel Rubi Offenburg Okensiraße 1, gegenüber evangl. Kirche Geschenke die Freude bereiten Daraen-Unterwäsche geschmeidig und warm von ganz vorzüglichen Qualitäten bei OFFEN BURS z. Z. noch G«rber*liaß# 19 freut sieh zum Weihnachtsfest auf ein neues Kleidungsstück aus unserem Haus. Es hält, es sitzt, es trägt sichl Jeder Kassenzettel, den Sie beim Einkauf bei uns erhallen Ist ein Los der großen WeihnachtsYerlosung „Kassenzettel gesucht" Ofienburg Steinstr. 22 ’artzer Hochf. Rest* Posten bi Kaffee-, Speiseservicen und Glaswaren können Sie jetzt billig erwerben Mack Goldschmiede Ofienburg / Hauptstr. 79 Wälche D o m e n-i Herren Kinder- Stiümpie,. Säugiingsartikel Kurz waren, Stiumpfansohlg. WoU-Kohlke, mX 6 allbekannte bewährte Fabrikate von bester Qualität mit gutem Sitz OFFENBURQ z. Z. noch Geibeistraße 19