•rscfietnt wöchentlich viermal. Bezugspreis für den laufenden Monat DM 2.10 zuzüglich 30 Pf. Trägerlohn. Einzelnummer JO Pf. Im Falle höherer Gewalt od. bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. Westes Heimatblatt für Stabt uab Belieb offenbar- - Knreigenblan mit aaeebaaat guter werdewirkuag Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenburf. Zur Zeit Ist me Anzeigenpreisliste Nr. 2 gültig Druck u Verlag A Reiff & Cie., Buchdruckerei, OtfehburglBaden Geschäftsstelle: Offenburg, Komstraße 10. Fernsprecher: Offenburg Nr 1537 und 2134. Postschließfach Nr. 333. Postscheckkonto: Karlsruhe Nr. 130 81. Nummer 6 Donnerstag, 11. Januar 1951 Ausgabe a 140. Jahrgang Südweststaat-Debatte im Bundestag Staatspräsident Wohieb auf der Bundesratsbank — Abgeordneter Hilbert begründet den badischen Antrag auf Wiederherstellung der alten Länder Bonn. Im Mittelpunkt der Mittwochsitzung des Bundestages, seiner ersten Arbeitssitzung im neuen Jahre, stand die Südweststaatfrage. Ihre Bedeutung wurde durch die Anwesenheit fast aller Mitglieder des Bundeskabinetts sowie von Staatspräsident Leo Wohieb unterstrichen, Zusammen mit dem von der Frei en Demokratischen Partei eingebrachten Initiativgesetzentwurf zur Neugliederung der Länder Baden, Württemberg-Baden u. Würt- temberg-Hohenzollern wurde auch der von dem südbadischen CDÜ-Abg. Hilbert ausge arbeitete Gesetzentwurf auf Wiederherstellung der alten Länder Baden und Württemberg behandelt. In ihrer letzten Sitzung hatte die CDU/CSU-Fraktion des Bundestages beschlossen, den Hilbert’schen Antrag nicht zum Fraktionsantrag zu erheben, so daß er nur die Unterschrift Hilberts und seiner südbadischen Fraktionskollegen trägt. Nachdem alle laut Grundgesetzartikel 118, Absatz 1, untemom menen Versuche, die Südweststaatfrage durch eine Vereinbarung der beteiligten Länder zu regeln, fehlgeschlagen sind, hat laut Artikel 118, Absatz 2. nunmehr der Bundestag das Recht, von sich aus einen Gesetzentwurf zur Regelung dieser Probleme auszuarbeiten und den Entwurf der Bevölkerung der Südweststaaten zur Abstimmung vorzulegen. Schon die ersten Aussprachen, im Bundestag und die Verteilung des Beifalles zeigten, daß die Mitglieder der SPD und FDP wahrscheinlick geschlossen für den Südweststaat, ein Teil der CDU/CSU-Mitglieder und die Bavemoartei- fer und andere kleinere Gruppen für die Wiederherstellung der alten Ländergrenzen ein- treten. Für diese Wiederherstellung der alten Ländergrt nzen setzte sich als erster Redner Anton Hilpert (CDU/CSU) ein. „Wir wollen nicht in Württemberg aufgehen, sondern als selbständiger und gleichberechtigter Staat leben“, sagte Hilbert. Er bedauerte, daß der Bundestag überhaupt mit der vorliegenden Frage befaßt wurde, und daß es nicht gelungen sei, im Südwestraum zu einer Lösung zu kommen, die der 150 jährigen Tradition der Länder entspreche. Hilbert legte einen Gesetzentwurf vor, wonach bei einem Volksentscheid in den Ländern Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzol- lem die zwei Fragen vorgelegt werden sollen, ob die Vereinigung der drei Länder zum Süd- weststaat oder die Wiederherstellung der alten Länder gewünscht werde. Hilbert betonte, daß sein Entwurf dem Volk als eigentlichem Gesetzgeber die Entscheidung überlasse. Er griff scharf den vor neun Monaten von der FDP vorgelegten Gesetzentwurf an, nach dem der gesamten Bevölkerung der drei Südweststaaten nur die Frage vorgelegt werden solle. ob sie für die Bildung eines Südweststaates sei. Ein solches Verfahren sei unmöglich, nachdem die badische Bevölkerung inzwischen ihren Willen zur Eigenstaatlichkeit ausgedrückt habe. Als Hilbert verschiedentlich vom „badischen Volk“ und „württembergischen Volk“ sprach, wurde er von dem FDP-Abge- ordneten August Martin Euler mit dem Zuruf unterbrochen: ,.Wir sind hier nicht in Kleinkleckersdorf, sondern in Deutschland!“ (Zustimmung bei der FDP und der SPD) Hilbert bat den Bundestag abschließend, sich genau zu überlegen, ob er den in dem FDP- Entwurf aufgezeigten „gefährlichen, rein zentralistischen Weg“ gehen wolle. Abg. Mayer: Südweststaat ist deutsche Frage Der Stuttgarter Abg. Emst Mayer (FDP) begründete den Entwurf semer Fraktion vor allem damit, daß -nach Ansicht der FDP das Südweststaat-Problem keine badische oder württembergische. sondern eine deutsche Angelegenheit sei. Er selbst könne die verschiedenen Argumente vielleicht leichter erkennen, als ein in engen „Stammesvorstellungen“ Befangener, da er sich als Pfälzer nach einer langjährigen Tätigkeit in Baden „freiwillig in die schwäbische Tyrannei“ begeben habe. Die FDP wünsche, daß durch ihren Entwurf dem Volkswillen Gelegenheit gegeben werde, über die verschiedenen hemmenden Kräfte endlich zu siegen. Der Hilbert-Entwurf gehe vom Wijlen zum Nein aus, der FDP-Entwurf vom Willen zum Ja. Man solle nur an das Beispiel der Stadt Kehl denken. Der Bundestag habe erst vor kurzem über einen Zehn-Millionen-Kredit für diese Stadt gesprochen. „Diese zehn Millionen wären für den Etat eines Südweststaates eine Kleinigkeit“, rief Mayer aus. Die FDP denke nicht gering von der Geschichte der süddeutschen Länder, wenn sich diese Geschickte auch nicht mit der bayerischen messen könne, „wo es schon ein Kulturzentrum gegeben hat, als die Preußen noch die Knochen der Missionare abnagten.“ (Gelächter im ganzen Haus.) Mayer forderte unter dem Beifall seiner Fraktion und unter der Zustimmung vieler sozialdemokratischer Abgeordneter, daß im Südwesten endlich die kulturelle und volkliche Einheit wieder hergestellt werde, die es dort schon gegeben habe, „lange ehe Napoleon die Notwendigkeit verspürte, dieses Gebiet aufzuteilen.“ Die „Vermittlerrolle Tübingens" Dr. Gebhard Seelos (Bayern partei) er klärte, wenn man den • Föderalismus wolle, müsse man auch lebensfähige Länder schaffen. Es sei zu wenig, nur die Südweststaat frage zu behandeln. Es sei erforderlich, im Bundesgebiet die Anzahl der Länder auf fünf bis sechs zu reduzieren. Auch Schleswig-Hol- sein, Niedersachsen, Bremen und Hamburg sollten eine Lösung suchen. Er halte persönlich den Hilbert’schen Ent wurf für besser als den der FDP, sagte Emst- August Farke (Deutsche Partei). Seine Frak tion habe sich jedoch mit dem Entwurf Hilberts infolge der kurzen Frist seit seiner Einbringung nur flüchtig befassen können. Er wolle auch künftig die „Vermittlerrolle Tübingens“ spielen, sagte der aus dieser Stadt stammende Dr. Kurt Kie- singer (CDU CSC). Er sei überzeugter Föderalist und trotzdem ein Anhänger des Südweststaafes. Eine Verschmelzung Württembergs und Badens wäre keine Gewaltlösung, aber vielleicht werde man doch noch entweder in den Ausschußberatungen oder durch direkte Verhandlungen der beteiligten Länder eine Lösung finden. Bei diesen Worten Kiesingers schüttelte der südbad. Staatspräsident Leo Wohieb, der von der Bundesratsbank aus der Debatte mit Interesse folgte, längere Zeit ganz energisch den Kopf. Taft schlägt „mittleren Kurs" vor Antwort auf Trumans KongreBbotsdiaft SPD für FDP-Entwurf Erwin Schüttle (SPD) sagte, der FDP- Entwurf sei dem Entwurf Hilberts vorzuziehen. Er sei ein Gegner des falsch verstandenen Zentralismus, es sei jedoch unter den veränderten historischen Bedingungen Aufgabe dfer Deutschen, den südwestdeutschen Raum jetzt neu zu gestalten. Die Verschmelzung wäre ein historischer und wirtschaftlicher Vorteil. Er spreche nicht aus parteitaktischen Gründen, denn bei einem Zusammenschluß würde seine Partei in den Hintergrund gedrängt werden. Er empfahl den Ländern des französischen Besatzungsgebiets, mit den Landtagswahlen bis zur Klärung der Südwest- staatfrage zu warten. Anschließend sprach sich Richard Freudenberg (FDP) für den Entwurf seiner Fraktion aus. Er forderte eine rasche Lösung und meinte, man solle den Südweststaat bilden, auch wenn sich vielleicht nur drei der vier Länderbezirke für ihn entscheiden sollten. Rudolf Kohl (KPD) dagegen forderte im Namen seiner Fraktion, die Länder Württemberg und Baden wiederherzustellen. Auch Dr. Wilhelm Hamacher (Zentrum) sprach sich für den Entwurf Hilberts aus. Im Namen der GSU-Landesgruppe trat Dr. Richard Jäger für den Hilbert-Entwurf ein. Beide Entwürfe wurden danach an den Ausschuß für innergebietlicke Neuordnung und den Rechtsausschuß überwiesen. (Weiterer Bundestagsbericht auf der nächsten Seite.) Wirrwarr in der Polizeifrage Von dem Bevollmächtigten eines der deutsche# Länder beim Bund ln Bonn, dem wir auch di* Verantwortung über die Richtigkeit der Darlegungen überlassen müssen, erhalten wir die nachstehende politische Skizze. D. Red. Es war damals ein glücklicher Gedanke des Bundeskanzlers, den Grafen von Schwerin zu seinem militärischen Berater zu machen. Was aber aus einer guten Idee in Bonn werden kann, zeigt das Schicksal dieses Mannes. Der Graf ist nicht nur über einige peinliche Indiskretionen und jämmerliche Aktionen seiner Freunde gestolpert, sein Fall offenbarte vielmehr Mängel In der staatlichen und politischen Führung, die sofort abgestellt werden müssen. Graf von Schwerin hatte nach einem kurzen Anlauf überhaupt keine Möglichkeit mehr, den Kanzler zu beraten oder von ihm eine Entscheidung zu erhalten. Er wurde nicht mehr vorgelassen. Seine Vorschläge sammelten sich zu Bergen und Herr Blankenborn legte sie zu den Akten. Wie eine Mauer schirmten die Herren Blankenborn und Globke den Kanzler ab, während im Hintergrund Herr Egidi vom Innenministerium im Polizeispiel mit den Ländern auf forsch-preußische Art einen Porzellantopf nach dem anderen zerschlug. Was sollte da noch ein militärischer; Berater? Die Begriffe Polizei und Militär, die Interessen zwischen Bund und Ländern gerieten völlig durcheinander. Nur Herr Schumacher, der einen heimlichen, aber guten Kontakt mit dem Grafen Schwerin hatte, erkannte seine parteitaktische Chance und nutzte den Wirrwarr bei den letzten Wahlen kräftig. Aus diesen schlimmen Erfahrungen hat man leider immer noch nicht gelernt, wie notwendig. es ist, enc'Iich eine klare Linie zu finden. Noch vor wenigen Wochen hat .sich der Kanzler mit gutem Grunde geweigert, den Plänen seiner „Umgebung“ zu folgen und den. Ministerpräsidenten eine Verfassungsänderung in der Polizeifrage vorzuschlagen. Dafür vertritt der Bundesinnenminister diesen Gedanken jetzt vor dem Bundestag. Ausgerechnet der bayerisch sprechende Staatssekretär von Lex macht im Innenausschuß konkrete Vorschläge, wie man die Verfassung ändern und nem Messer einen Stich in die Lungengegend versetzte. Der Verletzte mußte m die Klinik übergeführt werden Es besteht Lebensgefahr. Der K..mp{ um zollfreien Tabak Konstanz. Im Auftrag der badischen Grenz- iemeinden von Konstanz bis Lörrach nimmt Bürgermeister und Landiagsabg. Dietsch- Waldshut in einem Schreiben an den Bundesfinanzminister Stellung zu dessen ablehnender Haltung gegenüber den von den Vertretern der Gren?b"»völkerung im Dezember 1950 geäußerten Wünschen nach Aufhebung der Anordnung, durch die die zollfreie Einfuhr von Tabakwaren aus der Schweiz im kleinen Grenzverkehr eingeschränkt worden ist. Die Grenzgemeinden vertreten den Standpunkt, daß die Privilegien der Grenzbevölkerung für die zollfreie Einfuhr von Tabak, Kaffee und Tee wirtschaftlich und politisch begründete ; Rechtsansprüche darstellen. Ein gleiches Schreiben wurde sämtlichen Bundestagsabgeordneten mit der Bitte um Unterstützung zu- ‘ gestellt. Ueber die Wellen des Funks Freitag, den 12. Januar Südwestfunk. «.15 Morgenkonzert; 6.50 Evangelische Andacht; 7.30 Musik am Morgen; 8.40 Musikalisches Interemezzo; 9.00 Für die Hausfrau; 11.30 Für den Heimatfreund; 12.00 Die Zeit im Gespräch; 12.20 Mittagskonzert; 13.15 Musik nach Tisch; 14.00 Für die Schullugend; 14.30 Franz. Sprachunterricht; 16.00 Solistenkonzert; 18.45 Walzer von Joh. Strauß; 18.20 Die Frau im Beruf; 20.00 Scheinwerfer auf; 20.45 Eltemsorgen — Jugendnöte; 21.00 Die großen Meister, Solist: Walter Gieseking (Kiav.). Stuttgart. 6.40 Heimatpost; 8.00 Am Familientisch: 8.15 Melodien am Morgen; 9.05 Marktrundschau; 9.15 Klaviermusik; 10.15 Schulfunk: 10.45 Die. Krankenvisite; 12.00 Musik am Mittag; 13.00 Echo aus Baden; 15.00 Schulfunk; 15.30 Kinderfunk; 16.00 Nachmlttags- konzert; 16.45 Neue Bücher; 17.45 Heimatpost; 20.05 Sinfoniekonzert. t Samstag, den 13. Januar Südwestfunk. 6.15 Morgenkonzert; 7.30 Musik am Morgen; 8.40 Musik. Intermezzo; 9.00 Für die Schuljugend; 11.50 Bauraposcht; 12.20 Mittagskonzert; 13.15 Musik nach Tisch; 14,00 Wir jungen Menschen; 14.30 Allerhand Schlager; 14.50 Briefmarkenecke; 16.30 Unser Samstag-Nachmittag; 17.30 Bücherschau; 20.00 linder Samstag-Abend Die heitere Schallmühle; 21.00 Olle Kamellen. Stuttgart. 6.40 Heimatpost; 7.00 Junge Christen im Alltag; 8.00 Die Frau im öffentlichen Leben; 9.05 Marktrundschau; 10.30 Schulfunk; 10.45 Konzertstunde; 11.45 Landfunk; 12.00 Musik am Mittag; .13.00 Echo aus Baden; 15.00 Volksmusik; 15.40 Jugendfunk; 16.00 Nachmittagskonzert; 17.15 Kleines Konzert am Samstagabend; 18.20 Die Rundfunk - Tanzkapelle; 18.45 Heimatpost; 20.05 Frohes Katen — gute Taten; 20.45 Wie Sie wünschen: 22.05 Schöne Stimmen. Vorläufige Lohnsteuerberechnung für' Januar bis März 1951 Die Oberfinanzdirektion Baden in Freiburg teilt mit. Den Finanzämtern ist es nicht möglich, die Anträge auf Eintragung steuerfreier Beträge auf der Lohnsteuerkarte 1951 so rechtzeitig zu bearbeiten, daß den Arbeitgebern bei den Lohnzahlungen anfangs ' des Kalenderjahres 1951 schon alle Lohnsteuerkarten mit den neuen Eintragungen vorliegen. Es wird daher zugelassen, daß der Arbeitgeber bei den Lohnzahlungen für die Monate Januar, Februar und März 1951 die Lohnsteuer in den Fällen noch vorläufig nach den Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte 1956 berechnet, in denen sich die Lohnsteuerkarten 1951 zwecks Eintragung eines steuerfreien Betrages beim Finanzamt befinden. In diesen Fällen darf der Arbeitgeber die auf der Lohnsteuerkarte 1950 vermerkten steuerfreien Beträge jedoch nur in fiep Weise-berücksichtigen, daß er vom Arbeitslohn • vor- Anwendung der Lohnsteuertabelle bei monatlicher Lohnzahlung ein Zwölftel' und bei wöchentlicher Lohnzahlung ein Zweiundfünfzigstel des zuletzt gültigen steuerfreien Jahresbetrages abzieht. Nach Vorlegung der ergänzten Lohnsteuerkarte 1951 muß die etwa vom 1. Januar 1951 an zu viel oder zu wenig einbehaltene Lohnsteuer vom Arbeitgeber ausgeglichen werden. Beauftragte für Kohlenversorgung Freiburg. Bei den Landratsämtern und bei den Städten Freiburg, Baden-Baden und Konstanz sind besondere Beauftragte für die Kohlenversorgung der Haushaltungen und Kleinverbraucher bestellt worden. Wie das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit mitteilt, haben diese Beauftragten die Aufgabe, im Benehmen mit den Kohleneinzelhändlem ihres Bezirks vor allem Vorsorge dafür zu treffen, daß der Bezirk die ihm zugedachten Kohlenmengen für die in Frage kommenden Verbrauchergruppen auch wirklich erhält Und daß diese im Rah men der verfügbaren Gesamtmenge befriedigend und gleichmäßig verteilt werden. An eine Bewirtschaftung der für Hausbrand und Kleinverbrauch im einzelnen zustehende Kohlenmenge ist dabei nicht gedacht. Kiise in der Zigarrenindustrie Karlsruhe. Nachdem vor einigen Wochen be- eits die schwere Absatzkrise der Tabakbauern bei den Einschreibungen in Heidelberg und Offenburg in der badischen Landwirtschaft ernste Sorgen aufkommen ließen und zu Resolutionen an die Bundesregierung und die Länderregierungen in Stuttgart und Freiburg führte, meldet jetzt das Arbeitsamt Karlsruhe, das zugleich zuständig ist für die Bezirke Bruchsal-Philippsburg, Dur lach und feretten, daß mit Beginn des neuen Jahres mit einer ernsten Krise in der Zigarrenindustrie zu rechnen ist, die bereits zu Entlassungen mehrerer hundert Arbeiter und Arbeiterinnen führte. (ce) Veranstaltungen wegen Maul- und Klauenseuche abgesagt Donaueschingen. Da in den Gemeinden 31umberg und Behla des Kreises Donaueschingen die Maul- und Klauenseuche aufgetreten ist, wurde eine Reihe landwirtschaftlicher Veranstaltungen abgesagt, darunter die von der Arbeitsgemeinschaft für Höhenlandwirtschaft auf den 15 Januar anberaumte Kundgebung, sowie die Vorstandstagung des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes. Doth Sonderzug nach Stockach Zur Behebung von Zweifeln teilt das Eiiun- bahn-Verkehrsamt Offenburg mit, daß entgegen verschiedenen Pressestimmen der zum Narrentreffen in Stockach eingelegte Verwai- ungssonderzug am 14. Januar durchgeführt wird. Donnerstag, lf. Januar 195],' Sinclair Lewis gestorben Der amerikanische Schriftsteller und Satiriker des amerikanischen Bürgertums, Sinclair Lewis, ist im Alter von 65 Jahren in Rom gestorben. Er hatte sich vor zwei Wochen zur Behandlung eines Nervenleidens in eine Privatklinik begeben. Harry Sinclair Lewis, der an einer Lungenentzündung gestorben ist, war der erste amerikanische Schriftsteller, der den Nobelpreis für Literatur erhielt (1930). Jedoch war sein Weltruf schon vorher durch seine hervorragenden und bitteren Satiren über den hochmütigen Stumpfsinn des amerikanischen Kleinstadtlebens fest begründet. Sein „Habbit“ ist der Inbegriff des großstädtischen Spießers geworden. Dieser Roman (1922) und die Romane „Mainstreet“ (1920), „Aroow- smith“ (1925) und „Elmar Gantry“ (1927) wurden zu Welterfolgen. Den Pulitzer-Preis, den man Lewis 1926 anbot, lehrte er mit der Begründung ab, es gebe würdigere Dichter als ihn. Lewis ist am 7. Februar 1885 als Arztsohn ln einer Kleinstadt im Staate Minnesota geboren worden. Nach Abschluß seines Studiums arbeitete er zuerst als Journalist und war auch Mitarbeiter von Jack London in Kalifornien. Nach dem Erfolg seiner ersten Abenteuerer-Romane ' gab er die journalistische Arbeit auf. Er war in zweiter Ehe mit der amerikanischen Publizistin Dorothy Thompson verheiratet, von der er später geschieden wurde. Ihr widmete er das Buch „Am Vickers“. Einer seiner letzten Erfolge war der Liebesroman des sehr seriösen Richters „Cass Timberlane“, der auch verfilmt wurde und in Deutschland unter dem Titel „Liebe in Fesseln“ lief. Urteil im Ernst-Prozeß Zum dritten Male bestätigt ein französisches Gericht die deutsche Staatsangehörigkeit von Robert Ernst Colmar. Das Oberlandesgericht Colmar hat am Mittwoch als Berufungsinstanz in dem Verfahren gegen den früheren deutschen Oberbürgermeister von Straßburg, Dr. Robert Ernst, entschieden, daß Dr. Ernst als deutscher Staatsbürger anzusehen ist und somit nicht als Franzose wegen Landesverrats strafrechtlich verfolgt werden kann. Es ist damit das dritte Mal, daß ein französisches Gericht eine solche Entscheidung trifft. Sie wird innerhalb von zwei Monaten rechtskräftig, wenn die Oberstaatsanwaltschaft das Urteil nicht wieder mit dem Rechtsmittel der Kassation anficht. Mit dieser Möglichkeit muß gerechnet werden, so daß noch nicht feststeht, ob die jüngste Colmarer Entscheidung eine endgültige Klärting des Rechtsstreites erbracht hat. Ernst wurde in Hürtigheim (Elsaß) geboren, als das Elsaß noch deutsches Reichsland war, und lebte nach 1918 in Deutschlahd, Auf Grund des Versailler Vertrages gelten alle auch während der Zeit von 1871 bis 1918 im Elsaß Geborenen als französische Staatsbürger. Bereits 1925 wurde Ernst in einem Hochverratsprozeß in Abwesenheit zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt Nach dem zweiten Weltkrieg wurde ihm „Zusammenarbeit mit dem Feind“ vorgeworfen, da die Franzosen ihn weiterhin als französischen Staatsbürger betrachteten. In einer Zivilklage gegen den französischen Staat verlangte Ernst ein Urteil darüber, ob er Deutscher oder Franzose sei. In erster Instanz in Straßburg kam das Gericht zu dem Spruch, er sei Deutscher. Auch das Oberlandesgericht in Colmar bestätigte das Straßburger Urteil. Der Kassationsgerichtshof in Paris verwies die Sache erneut an das Oberlandesgericht Colmar. Dort fand im Dezember die Verhandlung statt, deren Urteil am Mittwoch verkündet wurde. Unsere Toto-Vorschau Sport in der Heimat 1) Nach den zuletzt gezeigten Leistungen des VfR Mannheim wäre ein Fürther Sieg auf dem Mannheimer Gelände keine besondere Ueberraschung. Vorschlag: 0, 2. — 2) Dem „Club“ darf man auf eigenem Platz einen Sieg über Eintracht Frankfurt mit großer Wahrscheinlichkeit einräumen. — 3) Nach der überzeugenden Leistung der Münchner „Löwen“ gegen Schweinfurt am vergangenen Sonntag dürfen sich die Gäste beim FSV berechtigte Aussichten auf mindestens ein Unentschieden ausrechnen. Vorschlag: WB-Toto 13./14. Januar 1951 VfR Mannheim — SpVgg Fürth 1. FC Nürnberg — Eintracht Frankfurt FSV Frankfurt — 1860 München Kickers Offenbach — Waidhof Mannheim Schwaben Augsburg — FC Singen 04 Bayern München — VfL Neckarau 1. FC Bamberg — Jahn Regensburg FC Freiburg — Stuttgarter Kickers FC St. Pauli VfL Osnabrück VfL Konstanz — TSV Straubing Rheydter SV — Rot-Weiß Essen SG Arheiigen — ASV Durlach ASV Cham — Viktoria Aschaffenburg 0, 1. — 4) Die Waldhöfer sind im Kommen, so daß Kidcers Offenbach Mühe haben wird, ihrer Herr zu werden. Der Spielausgang ist völlig offen. — 5) Der FC Singen muß erneut auswärts spielen und hat ohne den verletzten Willimowski bei Schwaben Augsburgef nur Außenseiterchancen. Vorschlag: 1. 6) Bayern München empfängt VfL Neckarau, wobei ein Unentschieden durchaus denkbar wäre. Ein knapper Sieg des Gastgebers ist jedoch wahrscheinlicher, — 7) Regensburg muß in Bamberg unbedingt gewinnen, wenn der Anschluß an die Spitze gehalten werden soll. Wir rechnen mit einem Unentschieden oder einem knappen Sieg der Regensburger Gäste. — 8) Vor einer schweren Aufgabe steht der FC Freiburg, der den derzeitigen Tabellenführer der II. Südliga, Stuttgarter Kickers, empfängt. Vorschlag: 2, 0. — 9) Ein hartes Treffen dürfte, was einer Vorentscheidung um die Tabellenführung gleichkommt. sich zwischen St. Pauli und VfL Osnabrück entspinnen. Der Spielausgang ist völlig offen. — 10) Der VfL Konstanz hat den TSV Straubing zu Gast. Ein Unentschieden wäre schon ein Erfolg für den Gastgeber. Vorschlag: 0, 2. -- 11) Der Papierform nach könnte Rot-Weiß Essen mit einem knappen Sieg von Rheydt nach Hause fahren. — 12) Arheiigen scheint sich gefunden zu haben, so daß der ASV Durlach Mühe haben wird, auf dem fremden Gelände zu siegen. Ein Unentschieden ist naheliegend. Vorschlag: v, 1. — 13) Vorschlag: 1, 0. — 14) Vorschlag: 1 , 0. ^ Toto-Block West/Süd gebildet Erstmalig am 21. Januar Nach dem Vorbild des Toto-Blockes Nord haben jetzt der West-Toto, der Toto Württemberg-Baden und der Sport-Toto Hessen mit Zustimmung der jeweiligen Aufsichtsorgane beschlossen, einen gemeinsamen Wettschein einzuführen und die gesetzliche Gewinn Ausschüttung von 50 Prozent des Umsatzes gemeinsam vorzunehmen Der neue Toto-Block West-Süd“ wird am 21. Januar 1951 den ersten gemeinsamen Wettbewerb ausspielen. Vorgesehen sind ein Zwölfer- und ein Zehner-Tip. Eine Gewinnbegrenzung nach oben ist nicht vorgesehen. Zur Förderung des sozialen Wohnungsbaues werden durch eine besondere Gebühr von 5 Pfg. pro Wettschein die Mittel für Baugeldprämien (je 3000 DM) finanziert. Die Zusammenlegung der drei Toto-Gesellschaften, die ein Gebiet von 24 Millionen Einwohnern erfaßt, garantiert große Umsätze und damit wesentlich höhere Gewinn-Chancen für die Wetter. In 22 5 Spielen 130000 Besucher Zwischenbilanz der f. südbadischen Amateurliga Obwohl in der I. Südb. Amateurliga bis jetzt lediglich der FC Rastatt, FV Offenburg und SV Achem ihre Vorrundenspiele abgeschlossen haben, beginnt bereits am 14. Januar die Rüderunde. Somit werden die noch ausstehenden Spiele zu einem späteren Termin nachgeholt werden. In der nun vorläufig abgeschlossenen Vorrunde wurden insgesamt 225 Spiele ausgetragen, denen nahezu 180 000 Zuschauer beiwohnten. Das ergibt den beachtlichen Durchschnitt von rund 1100 Besuchern pro Spiel. In Südbaden brachten die Heimspiele des FV Offenburg (allein 4000 Zuschauer beim Spiel gegen FV Lahr), FC Villingen, SC Baden-Baden, SV Weil sowie Rot-Weiß Lörrach die meisten Zuschauer mit insgesamt je Über 10 000 Besucher. Am schlechtesten schnitten dagegen die Tabellenletzten Blau- Weiß Freiburg ASV Freiburg sowie SV Ottenau ab, von denen der ASV in seinem Heimspiel gegen B.- Baden mit rund 100 Zuschauern den bisher geringsten Zuspruch der I. Amateurliga zu verzeichnen hat, und nicht viel mehr dürften die Begegnung Blau-Weiß Freiburg gegen ASV St. Georgen gesehen haben. Seit der ASV Freiburg seine Heimspiele in Emmendingen austrägt, beträgt sein Durchschnitt 400—500 Besucher und deshalb wird der Freiburger Neuling auch die Rückrunde in Emmendingen bestreiten. In den bisher ausgetragenen Vorrunde-Begegnungen wurden von 141 Spielern zusammen 483 Tore erzielt, wobei 18 Elfmeter verwandelt wurden. Joos (St. Georgen) war dabei mit 3 Treffern der erfolgreichste Schütze. Außerdem belasteten 8 Vereine ihr Trefferkonto mit insgesamt 15 Eigentoren, von denen der FC Rastatt allein 6- und SV Weil drei mal das Leder in das eigene Netz schoß. Der SC Baden-Baden stellte mit den bisher erzielten 48 Treffern nicht nur die schußkräftigste Elf, sondern mit ihrem 16 mal erfolgreichen Mittelstürmer Seitz auch den Torschützenkönig. Die Schopf- heimer Stürmer Wagner (15) und Bechtel (14) erzielten allein 29 von den 36 Toren ihrer Mannschaft. Ebenfalls 15 Tore schoß Grammel (Villingen) und auf dem nächsten Platz folgt Reiner (B.-Baden) mit 13 Treffern vor den erfolgreichen Kuppenheimern Weiler und Schäfer (je 11). 10 Tore erzielten Koop (Offenburg), Seifried (Ottenau) und Nollert (Weil). Weltmeister Charles kämpft gegen Oma Am morgigen Freitag verteidigt Schwergewichtsweltmeister Ezzard Charles zum sechstenmal seinen Titel, seitdem er Nachfolger von Joe Louis wurde. Tm New Yorker Madison Square Garden trifft er auf den in Rußland geborenen Lee Oma, der als einer der unbeständigsten Boxer gilt. Charles hat nach seinem letzten k.o.-Sieg über Nick Barone in 73 Kämpfen 45 mal durch k. o. und 22 mal nach Punkten gewonnen. Fußball: OFV — FT/SC Freiburg Die Rückrunde der ersten Amateurliga beginnt auf der Stegermatt gleich mit* einem Schlager, der seine Anziehungskraft auch auf das auswärtige Publikum sicherlich nicht verfehlen wird. Der FT SC Freiburg ist als alter Rivale aus der ehemaligen Zonenliga entschieden höher einzuschätzen, als die letzten Gegner des OFV, der dazu die Vorspielniederlage von 3:0 wettzumachen hat. Die letzten Erfolge haben das Selbstvertrauen der Mannschaft erheblich verstärkt, wenn auch der Generalprobe vom Vorsonntag nicht allzuviel beizumessen ist, denn als Prüfstein war Renchen doch zu schwach. Schutterwald I — Kehl-Sundheim I 3:4 (2:2) Gleich zu Beginn entwickelte sich ein schnelle® und spannungsreiches Spiel. In den Anfangsminutea waren die Gäste leicht überlegen. In der 15. Minute knallte bei einem Durchbruch der Gästemittdlstür- mer das Leder an das rechte Torkreuz, den abspringenden Ball schoß der Gästehalblinke unhaltbar zum rührungstor ein. 2 Minuten später bekam Schutterwald einen Strafstoß zugesprochen. Der scharfe Schuß prallte am Gästetorhüter ab. Schutterwalds Halblinker bekam das Leder vor die Schußstiefel und schoß zum Ausgleich ein. Eine Rechtsflanke in der 2. Minute nahm der nach innen gewechselte Rechtsaußen Sch. auf und schoß das Leder unhaltbar zum 2:1 ins rechte obere Toreck. Die 30. Minute brachte den Gästen den Ausgleich, als auf eine Rochtsflanke der Linksaußen den Ball mit der Hand ins Tor schlug. Dies wurde jedoch vom Schiri übersehen, der auf Tor entschied. Gleich nach Seitenwechsel hatte Schutterwalds Mittelstürmer eine klare Torchance; er schoß jedoch über das leere Tor. Die 60. Minute brachte den Gästen durch ihren Rechtsaußen die 2:3-Führung. Wenig später vergab Schutterwalds Linksaußen den Ausgleichstreffer, als er auf fünf Meter Entfernung über das Tor schoß. Tn der 70. Minute hatte jedoch derselbe Spieler mehr Glück, als er nach schönem Angriff zum Ausgleich einschießen konnte. In der 80. Minute schoß der Gästemittelstürmer aus klarer Abseitsstellung zum 3:4-Siegestreffer ein. In den letzten 10 Minuten schnürte Schutterwald die Gäste --ollkommen ein. Aber Schußpech und die vielbeinige Verteidigung der Gäste ließen keinen Erfolg mehr zu. Schiedsrichter Schäfer (Ortenberg) bot eine wenig überzeugende Leistung. Schutterwald II — Kehl-Sundheim II 1:2 He. Tisditeimis: Kehler Kreismeisterschaften am 28. Januar 1851 Der TTC Kehl ruft hiermit zu seiner zweiten Austragung der alljährlichen Kreismeisterschaften auf, um die besten Tischtennisportier seines Kreises zu ermitteln. In fünf Wettbewerben beginnt ein harter Kampf um jeden Ballerfolg, bei dem sich gegenseitig nichts geschenkt werden wird. Die blitzschnellen Ballwechsel erfordern von den Spielern ein ebensoschnelles Reaktionsvermögen, und nur der wird Sieger, der wirklich etwas kann. Im Herren - Einzel werden wohl die härtesten Kämpfe zu erwarten sein. Hier gilt es für den Vorjahrsmeister Karl Müller seinen Titel erfolgreich zu verteidigen. Durch Scherte! und Franz hart bedrängt bleibt der Ausgang — wie auch in den übrigen Wettbewerben — durchaus offen. Ausschreibungen Austragungsort und Datum: Kehl-Kronenhof am 28. Januar 1951. Handball-Landesliga uor der Riickrunde Nachdem bereits festliegt, daß mit dem 21. 1. 1951 die. Spiele der Rückrunde in der obersten Handball- Spielklasse ihren Anfang nehmen, dürfte es nicht uninteressant sein, einen kurzen Rückblick über das Vergangene zu halten. Als am 8. 9. v. J. mit zwei Begegnungen die Saison 50/51 gestartet werden konnte, war man in den einzelnen Handball-Lagern auf die derzeitige Leistungsfähigkeit verschiedener Mannschaften sehr gespannt. Man hoffte im geheimen, eine in der Leistung gleichwertige Staffel zustandegebracht zu haben, was auch zu Beginn sich zu bewahrheiten schien. Doch im Laufe der Zeit schälte sich nach und nach eine Spitzengruppe heraus, bestehend aus Niederbühl, Schutterwald, Lörrach und Schultern, Niederbühl, heute eine der stärksten Mannschaften Südbadens, brachte es In einem ungewohnten Siegeszug, der nur durch eine Niederlage gegen Lörrach ihre Unterbrechung fand, fertig, sich vom Anfang weg an die Tabellenspitze zu setzen. Die zum Teil hohen Siege zeugten deutlich von ihrer Stärke. Schutterwald. Meister der letzten zwei Jahre, strauchelte gleich im ersten Spiel gegen Niederbühl unglücklich knapp mit 11 : 10 . Diese Niederlage hing während der ganzen Vorunde wie ein roter Faden an dem Meister. Es wurden nachdem zwar alle Spiele gewonnen, doch schien es, daß die richtige Routine noch nicht vollständig vorhanden war. Lörrach, zu Beginn in guter Position, verscherzte sieh von Sonntag zu Sonntag durch Unbeständigkeit seine Spitzenstellung. Die einstige Hand- ballhochburg. scheint an ihrer früheren. Schlagkraft wesentlich verloren zu haben. Der Neuling S C h u-t- t e r n war zu Beginn die Ueberraschung. Von Sieg zu Sieg eilend, galten sie als geheimer Favorit. Doch auch ihre Unbeständigkeit warf sie in das Mittelfeld zurück. Hauingen, anfangs im letzten Drittlet der Tabelle zu finden, entpuppte sich nach und nach als ein gleichstarker Gegner und ließ sich nur schwer schlagen. Ihre Aufwärtsentwicklung darf nicht verkannt werden. Zähringen, durch Renovierung ihres Spielfeldes auf fremden Sportplatz gezwungen, kam bisher an ihre gewohnte Leistung nicht heran. Seinem Sturm fehlt immer noch die Durchschlagskraft. Die Mozer-Elf aus Freiburg kam ebenfalls noch nicht richtig zum Zuge. Sie sind noch weit von ihrer früheren Stärke entfernt. Der FC Freiburg mit ihrem berühmten Gesthusen in der Mitte, zeigten anfangs der Runde beachtliche Leistungen, doch auch hier drang nach und nach die Unbeständigkeit immer mehr durch und müssen heute mit dem vierten Platz vorlieb nehmen. TV Lahr und Teningen galten gleich zu Beginn als Punktlieferant, bis sie eines Tages erwachten und ihre tatsächliche Stärke zeigten. Sieg von Teningen über Lörrach und Lahr über SC Freiburg waren eine deutliche Sprache für die RüCkrunde, mit der am 21. 1. 51 begonnen werden kann. Sie wird noch manche Ueberraschung. in sich bergen. Aber allem Anschein sollte sich der Endkampf nur noch zwischen Niederbühl und Schutterwald abspielen. Man darf mit Spannung den weiteren Spielen entgegen-1 sehen. - T s- 1 Turnierbeginn vormittags 9.00 Uhr. Wettbewerbe: Herren-Einzel; Herren-Doppel; Da- men-Einzel; Jugend-Einzel: Jugend-Doppel. — „Offenes- Turnier“ (frei für alle TT-Sportier des Kreise»* Kehl): Jugendstiehtag: 1. 9. 1933. Gespielt wird nach den internationalen Tischtennis-Regeln und den Wettkampfbestimmungen des Deutschen Tischtennis-Bundes. Bis zur Entscheidung der letzten acht Spieler wird k-o.-System, anschließend jeder gegen jeden gespielt. Nennungen: Bis spätestens 20. I. 1951 (Poststempel) an Herrn Franz, Kehl-Sundheim, Kieswerk. Nenngebühren: Für einen Wettbewerb DM 1.—, für jeden weiteren DM —.50 (Jugend zahlt halbe Gebühren). Auslosung: 24. l„ 20.00 Uhr im „Kronenhof“. War Dinen schon bekannt.. .1 . . . . daß die kanadische Eishockeymannschaft von Leftbridge als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im März in Paris 60 Kämpfe gegen europäische Mannschaften austrägt? Die Kanadier sind bereits in England eingetroffen. Dort — und in Schottland — tragen sie fünf Spiele aus, dann geht die Reise weiter in die Schweiz und nach Süddeutschland. „Also zahlen wir acht Millionen Lire“ (das sind 63 200 D-Mark) sagte sich der FC Triestina (Triest) und hatte für 63 Tausend-Mark-Scheine den Mittelstürmer Felix Benegas aus Paraguay unter Vertrag. MICHAELA- ROMAN von ERNST WURM Fressereöhte durch Münchner Romanveilag GmbH.. München-Pasing. 27. Fortsetzung Als Matthias Öttersböck hereingeführt wird, richten sich alle Blicke auf ihn. Mit bangem Blick sehen ihm die Eltern entgegen — er nickt traurig, aber unbefangen zu ihnen herüber. Sie atmen auf. Wohl ist er bleich geworden, aber von sp’-nem frischen, natürlichen Wesen hat er durch die Untersuchungshaft nichts verloren. Ja. die Reue merkt man ihm an. Aber die Jugend hat ihm Zomtat, und was daraus folgte, nicht nehmen können. Kaisers scharfes Auge freilich, mit dem düsterer Abglanz von Kerkermauem besser vertraut als die Landleute, s’eht den grauen Schleier, der sich über die Pfirsichröte des jungen Lebens gelegt hat . . . Der Vorsitzende verliest die Anklageschrift und beginnt nach dem Aufruf der Prozeßbeteiligten mit dem Verhör. „Angeklagter Matthias Öttersböck. Sie haben Ihre Schwägerin Michaela Öttersböck getötet. Bekennen Sie sich zu der Tat?“ „Ja. Ich hab’s aber nicht mit Vorsatz getan.“ „Das macht Ihre Tat nicht ungeschehen.“ „Mein Klient ist noch minderjährig —!“ Der Zivilanwalt, den der alte Öttersböck mit der Verteidigung seines Sohnes betraut hat, sucht den Richter mit diesem Efnwand von vornherein mildernde Richtlinien für den Prozeßverlauf aufzuzwingen. Aber der Vorsitzende bleibt dabei, die Motive der Tat festzustellen: „Nicht das Alter des Angeklagten, der übrigens schon die Grenze der vollen Zurechnungsfähigkeit erreicht hat, kann seine Schuld mindern. Seine Aussagen vor dem Untersuchungsrichter haben die Ursache d°r Mordtat nicht geklärt. Er gibt Selbstverteidigung vor. Ein baumstarker Bursche, von einem Weib zur alleräußersten Notwehr gezwungen — das ist mehr als unglaubwürdig!“ „Ich hab’ halt eine Wut 'kriegt, weil sie unser Anwesen angezündet hat und nachher noch einen von uns hat überfallen wollen!“ „Also schon nicht mehr persönliche Bedrängnis allein, sondern Wut! Aber Sie können ja gar nicht Nachweisen, daß die Getötete wirklich das Gehöft Ihrer Familie in Brand gesteckt hat!“ „Ich bitte die Zeugen zu vernehmen!“ Der Richter beginnt die vom Verteidiger beantragten Namen aufzurufen: „Florian Öttersböck senior.“ Der Alte erhebt sich schwerfällig und tritt zum Richtertisch vor. Sein Gehen an Matthias vorbei ist ein kummervolles Schleppen. Beim Schwur vor dem Kruzifix wird sein Gesicht wieder härter. Der Vorsitzende beginnt zu fragen: „Wie waren die Verhältnisse in Ihrer Familie vor dem Mord?“ „Es ist halt nie ein rechter Frieden gewesen mit der Michaela . . . Gegen unseren Willen hat sie mein älterer Sohn ins Haus gebracht, und von dem Tag an war für uns alle ein Feind da . . „Ein Feind? Sind Sie der Schwiegertochter freundlich entgegengekommen? Sehen Sie das verflossene Verhältnis nicht einseitig von Ihrem Standpunkt aus?" „Wahrhaftig nicht! Was uns das Weibsbild angetan hat!“ „Aber Vater!“ Unerwartet, impulsiv hat Florian von der Zeugenbank her gerufen . . . Alles sieht auf ihn, zomrot der Vater. Jetzt greift der Staatsanwalt in den Gang der Verhandlung ein und beantragt gleichlaufend mit der Einvernahme des Alten die seines älteren Sohnes. Sofort stellt er an diesen eine Frage, nachdem der Vorsitzende dem Antrag stattgegeben hat: „Welche Gefühle haben Sie zu dem Ausruf bewogen, den Sie eben getan haben?“ „Der Vater redet — nicht ganz recht von der Michaela ..." „Wie standen Sie zu der Ermordeten? Und wie Ihr jüngerer Bruder?“ „Ich hab’ sie gern gehabt und eben deswegen ja um sie gefreit, wenn sie auch arm war . . .“ Der Alte kann sich nicht halten und poltert sogar in dieser Umgebung los: „Ihr unter den Pantoffel bist du gerate^ Florian, Kreuz Teufel —!“ Der Vorsitzende verweist den alten Otters- böck für diesen Zwischenruf: „Unterbrechen Sie nicht die Aussage Ihres Sohnes!“ Der Staatsanwalt fährt fort, den Florian zu verhören: „Wie stand nach Ihrem Empfinden der Angeklagte zu Ihrer Frau?“ „Das kann viel besser der Knecht sagen als ich . . .“ „Der Knecht? Was für ein Mensch erhält da Bedeutung? Der Gerichtshof sieht auf den Genannten hin . . . Dann ruft ihn der Vorsitzende auf. Ferdinand Kaiser erhebt sich und kommt mit wiegenden Schritten näher an den Richtertisch heran, er leistet mit unbewegtem Gesicht den Zeugen schwur. Gespannt wartet er die Fragen ab, die an ihn gestellt werden sollen. „Sie heißen Ferdinand Kaiser und waren in den Monaten vor der Mordtat Knecht auf dem Gehöft der Ottersböckbauem?“ „Jawohl.“ „Warum können Sie besser als der Gatte der Getöteten sagen, wie sie zu ihrem Schwager stand?“ „Wefl ich einige Geheimnisse der verstorbenen Bäuerin kenne . . „Auf welche Art haben Sie ihr Vertrauen gewonnen? Wer sind Sie?“ „Ein Zugereister ist er und war mir von Anfang an nicht recht!“ Kaiser pariert den Zwischenruf des Alten: „Der Altbauer wird erlauben! Wir stehen hier vor Gericht und brauchen keine Bekundungen von Sympathie oder Widerwillen!“ Der Vorsitzende rügt den überlegenen Ton: „Die Wahrung des Prozeßverlaufes überlassen Sie dem Gericht, Beantworten Sie meine Fragen!“ „Natürlich bin ich gut vor einem Dreivierteljahr zugereist.“ „Sagen Sie genauer aus über Ihre Person und Herkunft.“ „Vielleicht darf ich die Auskunft über meine Person vorderhand verweigern. Ich habe mein eigenes Geheimnis. Ich bin kein Bürger des hiesigen Landes, sondern e'n Oesterreicher.“ „Auf Geheimnisse scheinen Sie si^h ja zu verstehen! Welches ist also das der Ermordeten? Lüften Sie den Schleier!“ „Die Bäuerin Michaela Öttersböck hat unglücklich geliebt.' (Schluß folgt) Dosaerstag, 11. Januar 1951 I M ZEITGESCHEHEN Stirn. wiedet ae-ee«t? Jeder Mensch kennt ihn und begegnet ihm an jedem Tage mindestens einmal. Wie ein böser, häßlicher Zwerg hockt er plötzlich irgendwo, lacht hämisch und zerstört damit unsere gute Stimmung: der kleine Aerger. Es kann schon am frühen Morgen losgehen, Wir erwachen quietschvergnügt und ausgeschlafen, meinen, heute die ganze Welt erobern zu können und ... verpassen durch einen dummen Zufall den Zug. Der Gnom sitzt schadenfroh auf dem Trittbrett und winkt. Oder es gibt im Büro irgendeine Panne, die wirklich nicht schlimm ist, über die man sich aber ärgert. Der ganze Appetit zum Mittagessen '"'in einem da vergehen. Oder es kommt ein mer Brief oder es gibt ein Mißverstand mit einem Bekannten. Der kleine Aerger hat unzählige Kostüme und Kostüm- chen, die er überzieht, um uns das wahrlich nicht leichte Leben zu vergrämen. Der. kleine Aerger hüpft zwischen den großen Sorgen unserer Tage herum wie ein Zwerg zwischen Riesen und während man die Sorgen schon von weitem kommen sieht, taucht der Aerger immer dann auf, wenn man nicht daran denkt. Man kann sich vor ihm nicht retten, er ist eben da, verschwindet und kommt wieder. Es gibt nur ein Mittel, ihn zu vertreiben: Man muß ihn einfach auslachen. Das kann er nicht vertragen und dann verkriecht er sich und ist nicht mehr zu sehen. Die Inder haben noch ein anderes Rezept. Sie fragen bei jedem Aerger: „Was werde ich in sieben Tagen dazu sagen?“ Und dann ziehen sie den weisen Schluß daraus: „Warum sage ich das nicht schon heute?“ Fragen Sie ruhig auch mal so, morgen vielleicht, wenn der Zug wieder wegfährt oder sonst ... na, Sie werden ihn schon merken ... den kleinen Aerger! Offenburg - ein gastlicher Tagungsort Oberbürgermeister Heiij überbradite der Verbandstagung des deutschen Friseurhandwerks die Grüße der Stadt Offenburg und eine Einladung ins städtische Rebgut Zu Beginn des zweiten Tages der Tagung des deutschen Friseurhandwerks im Hotel „Union“ konnte der Präsident des Zentralverbandes, Vulpes, Köln, Oberbürgermeister Heitz und Geschäftsführer Engler aus Freiburg begrüßen. Dann dankte er Landesinnungsmeister Steiner für die gewissenhafte Vorbereitung der Tagung und für die gebotenen Annehmlichkeiten. Obermeister Steiner habe gehalten, was er in Bad Godesberg bei der Einladung nach Offenburg versprochen habe, als er vorschlug, auch einmal eine Verbandstagung in Süddeutschland abzuhalten. Oberbürgermeister Heitz dankte dem Zentralverband dafür, daß er seine Tagung nach Offenburg gelegt habe; ferner sagte er Obermeister Steiner Dank für seine Initiative. Der Zentralverband des Friseurhandwerks sei der erste Verband auf Bundesebene, der hier wieder seine Tagung abhalte. Damit werde an eine Tradition angeknüpft, die früher in Offenburg gepflegt worden sei. Offenburg habe früher viele Tagungen beherbergt und daraus eine Tradition gemacht, die es nun wieder fortzusetzen gelte, nachdem einige Hindernisse beseitigt worden seien. Offenburg wisse als alte Handwerkerstadt die Bemühun gen des Berufsstandes besonders zu schätzen und wünsche der Tagung einen ersprießlichen Verlauf. Dann lud das Stadtoberhaupt die Tagungs teilnehmer für den späten Nachmittag in das städtische Rebgut St. Andreas in Käfersberg ein, eine Einladung, der auch gerne Folge ge leistet wurde Der dortige fröhliche Aufenthalt wird den Innungsmeistern ebenso lebhaft in Erinnerung bleiben wie der vergnügte Abend zuvor in der Hexenküche. Für anstär digen Lohn und anständigen Preis .Auf der Tagung det deutschen Friseur- handwerks in Offenburg erstattete am Dienstag der Präsident des Zentralverbandes, V u 1 p e e -Köln einen ausführlichen Tätigkeitsbericht, in dem er die gegenwärtige Situation des deutschen Friseurhandwerks nach allen Seiten hin betrachtete. Eingangs betonte er, daß das Friseurhandwerk sehr stark davon abhängig sei, wie s ch das allgemeine Wirtschaftsleben gestalte. Den Friseuren gehe es nur dann gut, wenn die Mehrheit des Volkes in geordneten wirtschaftlichen Verhältnisse lebe. Als zum Mittelstand gehörig bekleideten die Friseure die schwächste Position zwischen den beiden großen Kontrahenten Industrie und Gewerkschaften. Dem Handwerk drohe, wenn es seine Position nicht halten könne, die Proletarisierung.. Das Handwerk finde leider bei der Regierung nicht immer dasselbe Verständnis wie etwa größere Wirtschaftsverbände. Herrenfriseurgeschäfte in der Mehrzahl Dann teilte der Präsident einige interas- Öffehl&tqet kmsthm Rege Bautätigkeit Die Abbrucharbeiten an dem ehemaligen Gesundheitsamt haben begonnen. Nach ihrer Beendigung werden die Erdarbeiten zum Bau eines . städtischen Wohn- und Geschäftshauses am.Marktplatz in Angriff genommen werden. Dife^Erdarbeiten zum Wiederaufbau und Erweiterungsbau des Westflügels' der 'Knabenvolksschule sind in vollem Gange. Auch die Arbeiten an der Tiefabort-Anlage auf dem alten Marktplatz werden seit Montag wieder fortgesetzt. Brand in der Spinnerei Am Dienstagfrüh, um 3.30 Uhr, brach in einem Fabrikationsraum der Spinnerei und Weberei Feuer aus, das vermutlich durch Funkenbildung an einer Maschine entstanden ist. Der dabei entstandene Sachschaden ist erheblich; Das Feuer konnte von Angestellten des Betriebes selbst gelöscht werden. Jahrestreifen des Scbwarzwaldvereins Der Schwarzwaldverein, Ortsgruppe Offenburg, hatte seine Mitglieder zu seinem ersten Jahrestreffen im Hotel Ries „Zum Ochsen“ eingeladen, und es war erfreulich, da8 sich eine recht stattliche Mitgliederzahl eingefunden hatte. An den Wunsch für ein gutes neues Jahr knüpfte Vorstand Ludwig Schneider die Hoffnung, daß es, wie das vergangene, ein recht glückhaftes auch für den Schwarzwaldverein werden möge. Anschließend gab er in großen Zügen einen Rückblick über die geleistete Arbeit im abgelaufenen Jahr, und konnte feststellen, daß die gesteckten Ziele ziemlich erreicht wurden. Sein ganz besonderer Dank galt den Schwarzwaldvereinsmitgliedern, dif sich um den Wiederaufbau des Sonnenhauses verdient 1 gemacht haben. Im Frühjahr soll das Wanderheim eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden. Damit der Verein die entstandenen Schulden bald abtragen und das Sonnenhaus noch vollends fertigstellen bzw. einrichten kann, werden weitere Spenden entgegengenommen. Dann gab der Vorstand einen Ausblick auf das begonnene Jahr. Es sind wieder schöne Wanderungen auch in den nördlichen Schwarzwald vorgesehen. Als wichtigen Punkt erwähnte der Vorstand die Werbung für den Verein, die gerade bei der Jugend einsetzen soll. „Der Mustergatte” in Ottenburg Das Theater der Stadt Baden-Baden bietet am Dienstag, 16. Januar, um 20 Uhr, im Saalbau „Drei Könige“ als 2. Gastspiel dieser Spielzeit wiederum eine besonders zugkräftige Veranstaltung. Gewissermaßen als Auftakt und Beitrag zur Fastnacht gelangt der von Film und Bühne her seit langem bekannte Schwank „Der Mustergatte“ zur Aufführung, dessen stürmischer Silvester-Premieren-Erfolg in Baden-Baden sich - längst auch außerhalb Baden-Badens herumgesprochen haben dürfte. Daß die mit der erstmaligen musikalischen Fassung des Schwankes verbundene Erwartung eines neuen Siegeszuges dieses unwiderstehlichen Werkes voll überwältigender Komik und drastischer Situationen sich erfüllt, unterliegt nach der Erfolgsstimmung des Silvesterabends in Baden-Baden keinem Zweifel. Was „Der Mustergatte“ in seiner bis zur Ausgelassenheit gesteigerten Heiterkeit für die Baden- Badener Theaterfreunde an der Schwelle des neuen Jahres bedeutete, das wird er den Offenburgern zur Einleitung der Fastnacht übermitteln. Auch die Freunde der Musik werden bei dieser Vorstellung auf ihre Kosten kommen. Zahlreiche Chansons, von Herbert Hurrle und Eugen Gschätz an zwei Flügeln, begleitet, sind dazu angetan, das übermütige Bühnengeschehen zur echten schwankhaften Tollheit zu steigern. Die persönliche Mitwirkung des bekannten Rundfunkkünstlers Horst Uhse läßt für diese Vorstellung einen sonst nur bei Operettenaufführungen üblichen Andrang erwarten. Die rechtzeitige Benutzung des Vorverkaufs wird deshalb empfohlen. sante Zahlen über das Friseurhandwerk im Bundesgebiet mit. Herrenfriseurgeschäfte sind es in diesem Bereich 20 363 mit 34 358 Beschäftigten; Damenfriseurgeschäfte 7056 mit 17 499 Beschäftigten; gemischte Betriebe 19170 mit 74 084 Beschäftigten. Der Referent wies dabei auf das ständige Anwachsen der weiblichen Betriebs-Inhaberinnen hin und ermahnte die Versammlung, in den Landesinnungen darauf hinzuwirken, daß mehr männliche Lehrlinge eingestellt werden, da durch Fri seusen mehr Schwarzarbeit verrichtet werde, als durch männliche Arbeitskräfte. Die neuen Prüfungsvorschriften Als einen Erfolg des Zentralverbandes wertete der Präsident, daß nun fachliche Vorschriften zur Meisterprüfung einheitlich für das ganze Bundesgebiet erlassen worden sihd Als wesentliche Neuerungen erwähnte er: Die weiblichen Prüflinge müssen in Zukunft einen Herrenhaarschnitt ausführen. Dagegen fallen die historischen Frisuren weg. Die Perücken müssen in Zukunft nicht nur richtig angef-srtigt sein, sondern tatsächlich auch sitzen, weil es infolge von Kriegseinwirkun gen heute viel mehr Perückenträger gebe als früher. Als neue Arbeitsproben kamen hinzu; Das Herstellen einer Kaltwelle und das Haarfärben. Ferner hat der Prüfling chemische Kenntnisse für Blondieren und Schönheits pflege nachzuweisen, da auf diesem Gebiete bei ungenügenden Kenntnissen viel Schaden angerichtet werden könne. Das Gebiet der Kosmetik und Schönheitspflege dürfe, dem Handwerk durch die sogenannte freie Kosmetik nicht entrissen werden.- Schon Lehrlinge und Gesellen sollten bei Zwischenprüfungen Kenntnisse der einfachen Kosmetik unter Beweis stellen können. Das Lohn-Preis-Problem Das große Sorgenkind des Friseurhand Werks nannte Herr Vulpes die ambulante Ausführung des Berufs. Der Gesetzgeber sei der Erweiterung des Handwerks leider noch „Salzburger Nockerln" — ganz leichte Kost Gastspiel des Bad. Staatstheaters mit Fred Raymonds in „Saison in Salzburg" Fred Raymond ist einmal eine Operette geglückt, die diesen Namen mit einigem Recht verdient. Wir meinen: „Maske in Blau“. Von „Saison in Salzburg“, dieser kuriosen und zuweilen auch etwas konfus, nicht gerade erfinderisch von Max W a 11 n e r und Kurt F e 11 z zusammengebastelten, nockerin - musikalisch durchsetzten Geschickte, kann man das gerade nicht behaupten. Sie beweist, daß man nicht einfadihin nur ein bißchen in Rhythmus zu machen, modern aufgebügelte Bauernmusik aneinanderzureihen, zwei oder drei Schlager dazwischenzufügen, den Chor und das Ballett einzuschieben braucht, um damit auch schon eine Operette zu haben. Die Wiener Klassik hat sich mit der angeblich so „leichten Muse“ vom Musikalischen her gesehen schon einige Arbeit gemacht. Diese Arbeit fällt hier flach; es tritt daher auch Flachheit zutage. Leichte Muse? Nein, mehr: leichteste Muse! Und da war nun an unseren Plakatsäulen sogar von einer „großen Operette“ die Rede. Ein Vergleich schiebt sich immer wieder bei Raymonds Nockerl-Musik in unsere Vorstellungswelt: das „Weiße Röß’l“. Gewisse Ähnlichkeiten frappieren. Aber es ist das alles doch mehr oder weniger nur eine verschlechterte Auflage dieser berühmten Benatzky-Operette. Von einem Operettenabend zu sprechen, wäre also etwas anspruchsvoll gewesen. Man nahm das alles am besten von einer Seite, die in unsere gegenwärtige Zeit besser paßt, nämlich von der Fastnacht her. Wollte der Regisseur Hannes Schönfelder, der insgesamt recht flott durchspielen ließ, so was wie einen däftigen, schwankhaften Jux bereiten? Er wollte es ganz offensichtlich! Und die Darsteller wollten es nicht minder. Da durften auch Gemeinplätze zu Worte kommen. Es ging nicht immer sehr dezent zu, wenn es da oben herausplatzte: „Halten Sie das Maul, Sie alter Depp!“ Aber das paßte zum Stil der Aufführung, die leider zum Teil auch (vor allem am Anfang) in die entrüsteten Worte des entrüsteten „Paps“ einstimmen ließ: „Versteh’ kein Wort!“ Vielleicht läßt man sich da?u herbei, wieder in Zukunft eine Mikrophon-Anlage einzubauen, die auch dem Theaterpublikum in der zweiten Hälfte des Saales ein genußreiches Mitgehen mit der Handlung gewährleistet durch Schallplatten kennt, abgesehen, richtete sich das Interesse der Zuschauer vor allem auch auf die mehr „optisch“ erfaßbaren Vorgänge auf der Bühne, die vor allem in den Darbietungen des unter der Leitung von B o r - toluzzi stehenden Balletts nicht enttäuschten. Die karnevalistische Note wurde hier vor allem durch den lustigen Maskentanz betont. Das tänzerische Element beherrschte einfachen Ländler bis zum wilden Boggie- Woggie bevorzugt die Szene. Es griff vom Ballett auch auf die Darsteller über. Mit Gudrun im N i e r i c h als Vroni und Hubert Türmer als Toni gab es vor allem beim vierten Bild ebenso tolle wie ergötzliche Begegnungen. Beide waren das Paar des Abends, das durch seine fidelen Einfälle immer wieder Beifall entgegennehmen konnte. Zu ihm gesellte sich als weiteres Hanns Schladebach als Max Liebling mit Ursula Schindehütte als der eigenwilligen Erika und zuletzt — denn hier sind aller guter Dinge drei — Richard Heinrichs als sympathischer Frank mit der an mutigen Steffl von Magrit Bollmann. Man erspare es uns, die lange Reihe der übrigen Mitwirkenden aufzuzählen, von denen wir noch den in Rudolf-Platte-Art mimenden Hans Neugebauer als berlinernder Knopp u. den ausgezeichneten Auktionator von Hugo R i v i - n i u s nennen möchten. Der nicht überwältigende musikalische Teil stand unter der impulsiven Leitung von Heinz Hoffmann-Gleve. Die farbig ansprechenden Bühnenbilder stammten von Torsten Hecht. Das vor allem seit dem dritten Bild zufriedene Publikum dankte mit reichem Beifall. Manche Zuschauer wünschten sich, daß die Karlsruher Darsteller, die sich zum Teil in alkoholisierten Zuständen auf der Bühne befinden mußten, besser Bescheid darüber wissen möchten, daß zum Beispiel der Andreaswein eine der Hauptspezialit^jen Offenburgs darstelle. Es wäre dann nicht zu so einem prosaischen Schnadahüpfel gekommen: „Von Frankfurt kommen die Würstche her, In Offenburg liebt man Kartoffeln sehr.“ Sie sind gastronomisch erheblich anspruchsvoller, die Offenburger. Ein Gläschen Offenburger Wein zu Frankfurter Würstchen ... über diese Angelegenheit ließe es sich reden; nicht gefolgt. Es sei deshalb schon vor längerer Zeit der Antrag gestellt worden, daß das Friseurhandwerk nur von festen Betriebsräumen aus betrieben werden dürfe. Im weiteren Verlauf kam der Referent auf die Sozialpolitik zu sprechen. Seit 1949 seien z. B. in einem Land zwei Lohnerhöhungen von insgesamt 35 Prozent erfolgt, ohne daß sie eine Preiserhöhung nach sich gezogen hätten, Es käme jedoch auch darauf an, daß der männliche Nachwuchs gebührend bezahlt werde, wenn er nicht in die Industrie abwandern solle. „Um einen anständigen Lohn und einen anständigen Preis kommen die Meister nicht herum.“ Um das Betriebsverfassungsgesetz Im Folgenden handelte der Tätigkeitsbericht von der Berufsgenossenschaft, deren Pflichtmitgliedschaft große Vorteile z. B. bei Berufsunfällen biete, von der Gemeinschaftswerbung, die infolge der Koreakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen leider nicht hätte durchgeführt werden können und vom Stand der sozialpolitischen Gesetzgebung. Hierzu bemerkte der Präsident, daß die Gewerkschaften das Betriebsverfassungsgesetz, mit Nachdruck verträten, das ein erweiterte« Mitbestrmmungsrecht der Arbeitnehmer vorsehe. Dieses werde wahrscheinlich in Betrieben mit mehr als vier Angestellten angewandt werden könmn. Das Kündigungsschutzgesetz müsse vom Zentralverband in der beabsichtigten Form abgelehnt werden,, da durch die lange Kündigungsfrist, etwa von 3 Monaten, dem Gekündigten die Möglichkeit gegeben werde, durch nachlässige Bedienung dem Arbeitgeber noch großen Schaden zuzufügen. Es sei etwas anderes, ob man totes Holz oder Eisen oder einen Menschen behandle. Die Neuwahl des Vorstandes In der Nachmittagssitzung wurde Präsident Vu 1 p e s-Köln wieder gewählt. AnschlieD nd- fand die Wahl der beiden Vizepräsidenten statt. Landesinnungsmeister Ackermann, Stuttgart, erhielt in geheimer Wahl 14, die Landesinnungsmeister Deppe und Eskelsson je 10 Stimmen, Innungsmeister Eskelsson trat, um eine Stichwahl zu vermeiden, zurück so daß die Wahl der Vizepräsidenten auf die Herren Ackermann und Deppe- Hannover fiel. Assessor Gregor! von der Berufsgenossenschaft Textil und Bekleidung sprach sodann zur Ueberführupg dies Friseurhandwerks von der Textilgenossenschaft, in die des Friseurhandwerk beinahe zufällig hineingekommen sei, in die Genossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege in Hamburg. ’ Die ■ Genehmigung zu dieser Ueberfüh- rung werde vom Bonner Arbeitsministerium gegeben werden, jedoch nicht in nächster Zeit. Die Versicherungsangelegenheiten des Fri- >:urhandwerks seien schon seit Januar der Hamburger Genossenschaft übertragen worden. Kleine Stadtdironik Ein dunkler Punkt in Offenburg ist verschwunden. Das EW hat dankenswerter Weise an der Kreuzung Schiller-Erzbergerstraße eine Lampe angebracht. Die Stadt scheint also nicht zu viel versprochen zu haben, als sie mitteilte, daß es 1951 in Offenburg heller werden solle. Das Bad in der Mädchenschule steht nun auch donnerstags deutschen Besuchern zur Verfügung. Die einzelnen Badezeiten sind aus der heutigen Bekanntmachung zu ersehen. Der Stenografenverein beginnt mit seinen Uebungsabenden wieder heute, 19 Uhr, in der Schillerschule. Näheres Anzeige. Die Naturfreunde halten am Samstag, 20 Uhr, Saal der Brauerei Mundinger ihre diesjährige Generalversammlung ab. Die Deutsche Angestelltenschaft, Ortsverwaltung Offenburg, Berufsgruppe öffentlicher Dienst, hält am kommenden Sonntag in Offenburg, 13 30 Uhr, im „Schwarzwald-Hotel“ eine Mitgliederversammlung ab, wozu hiermit die Mitglieder eingeladen werden. Die Landsmannschaft der Schlesier hält am Samstag um 20 Uhr im „Durbacher Hof“, ihre Jahreshauptversammlung ab. Vollzähliges Erscheinen wird erwartet. Die Leonberger Bausparkasse führt im Hotel Drei Könige“ (Nebenzimmer) am Samstag von 11—19 Uhr und am Sonntag von 10—18 Uhr eine Eigenheim-Bild- und Modellschau durch. Zur Förderung des Wohnungsbaues werden alle Interessenten zum Besuch eingeladen. Seit ihrem Bestehen hat die „Leonberger“ über 26 000 Wohnungen finanziert. Für Schwerhörige. Am Freitag, 12. Januar, findet im Hotel „Drei Könige“ von 10—19 Uhr eine Vorführung deutscher und Schweizer Präzisions-Hörgeräte statt. Polizeiinspektor Helfen, dessen Dienststelle sich auf dem Offenburger Landratsamt befindet, wurde zum Polizeioberinspektor befördert. 80 Jahre alt wird morgen Max Vorbrodt, der im städtischen Altersheim in der Kornstraße seinen Lebensabend verbringt. Wir wünschen ihm noch manches Jährlein in guter Gesundheit. 74 Jahre alt ist heute Frau Frieda Huber Witwe, Damaschkeweg 2. Herzlichen Glückwunsch. Von den Schlagern, die man ja zum Teil schon auch Schnadahüpfeln ,.. KG. Zur Instandsetzung der Kinzigbrücke wurde die Straße zwischen Ortenberg und Elgersweier gesperrt (s. Bekanntmachung). Donnerstag, 11. Januar 1951 Das Offenburger Filmprogramm Rebumlegung und Wegbau beschlossen Diersburgs Winzer haben sich am Sonntag entschieden Die Erwachsenen geht es an Ein ernster Sinn steht hinter dem scheinbar 60 heiteren Spiel des nach dem gleichnamigen Buch von Erich Kästner gedrehten Films „Das doppelte Lottchen“, (Carlton-Film im Verleih der NATIONAL); fast könnte man von einem aktuellen Problem sprechen, wenn man im Standesregister die statistischen Angaben über die Zunahme der Ehescheidungen (auch nicht kinderloser Ehen) nach 1945 nachliest. Das wollen wir nicht; aber es ist doch festzustellen, daß diese „reizende Geschichte“ von zwei elfjährigen Mädchen eine tiefere Moral hat und vor allem die Erwachsenen angeht, insbesondere die, die mit der Jugend jung geblieben sind und nicht wollen, daß der heranwachsen- den Generation die schönsten Jahre des Lebens durch eine ungeordnete und unverantwortliche Selbstsucht geschmälert werden. — Leider läuft die Sache nicht immer so gut aus, wie in unserem Film, wo der natürliche Instinkt der Zwillinge die Eltern wieder zusammenbringt. Die Ordnung der Natur verlangt es so: Menschen, die sich vor Jahren trennten, spüren, daß sie einander brauchen und wäre es auch nur. um mit ihren Kindern glücklich zu sein. (Lichtspiele „Drei Könige“). ¥ Um das weltumspannende Narkotikum Opium dreht sich der gleichnamige Film, der in einer spannungsreichen, mit Sensationen geladenen Handlung in alle Rauschgiftzentren der Welt führt. Die Wirklichkeit hat das Drehbuch zu dem Abenteurer-Film „Opium“ geschrieben, der morgen in den Park-Lichtspie- lenen anläuft. ch Namen wie Hansi Knotek, Joe Stöckel. Willi Reichert, Jupp Hussels und Beppo Brem verbürgen Stunden unbeschwerter Heiterkeit bei dem großen Lachschlager „Die fidele Tankstell e“. Dieses Lustspiel steht ab morgen auf dem Programm der Stadt- halle. Clubmeisterschaften des SCO Die Clubmeisterschaften werden als Riesentorlauf am 14. 1. 1951 am Rohrhardsberg bei Schonach durchgeführt. Meldeschluß für Wettläufer 13. 1. 1951, 12 Uhr, und weitere Einzelheiten bei Sport-Grimm. S-t-a r t: 10 Uhr, Preisverteilung 17 Uhr, im „Rebstock“ in Schonach mit anschließendem gemütlichem Beisammensein bis 19 Uhr. Hierzu verkehren folgende Omnibusse für Zuschauer und Wettläufer über Schonach zum Rohrhardsberg: 1) am 13. 1. 1951, 13,Uhr; Anmeldung hierfür bis Freitagabend bei Sport- Grimm. — 2) Am 14. 1. 1951, 6.30 Uhr. — Abfahrt und Fahrkartenvierkauf nur bei Sport- Grimm. Rechtzeitiger Kartenkauf sichert einen Sitzplatz. — Die Kurse c^gr Ski-Schule des SCO fallen diesen Sonntag wegen der Wettläufe, aus. Diersburg, (s). Am Sonntag versammelten sich im „Badischen Hof“ die Winzer des „Burggrabens“, um die aktuelle Frage der Rebumlegung und des Wegbaues in diesem Gebiet zu besprechen. Landwirtschaftsrat Muser gab Erläuterungen. In sachlicher Art legte er die Vorteile' der Umlegung dar und zeigte ihre Notwendigkeit für einen rationellen Weinbau auf. Vor allem betonte er, daß eine Gemeinschaft immer mehr erreichen könne als ein einzelner, sowohl was den Redaufbau als auch was den dringend notwendigen Wegbau angeht. Bei der Abstimmung wurde die Beantragung des Wegbaues und der Umlegung fast einstimmig beschlossen. Eine Teilnehmergemeinschaft soll gebildet werden, aus der eine Winzergenossenschaft hervorgehen soll. Gelungene Theateraufführungen Diersburg, (s) Wegen der beschränkten Platzverhältnisse mußte der Männergesangverein auch dieses Jahr seine Weihnachtsveranstaltung teilen. Die letzte Aufführung fand an Neujahr statt, die zweite an Dreikönig. Ohne Uebertreibung kann man sagen, daß beide Abende vollkommen gelungen sind, besonders den Theaterspielern gebührt großer Dank für ihre sehr guten Aufführungen der „Hubertusmühle“ und des Luststücks „Die Wunderspritze.“ Umrahmt wurden die Abende von Liedervorträgen der aktiven Sänger. — Am Dreikönigstag trafen sich die 50jährigen in der „Linde“ zu einer Wiedersehensfeier, Ohlsbach (u). Ein Jahr ist verflossen, seit die Tiefbrunnenanlage zur besseren Wasserversorgung in Betrieb genommen wurde. Nun soll das begonnene Werk mit der Errichtung eines Hochbehälters von 250 Kubikmetern Rauminhalt und dem Ausbau des Ortsnetzes zu Ende geführt werden. Dieses Projekt soll, so bald es die Witterungsverhältnisse erlauben, in Angriff genommen werden; die Arbeiten sind bereits vergeben. Die Mittel in Höhe von 110 000 Mark sollen durch den Erlös aus einem außerordentlichen Holzhieb, einem Staatszuschuß und einer Darlehensaufnahme bereitgestellt werden Griesheimer Vereinsleben Griesheim, (r) Als zweiter Verein hielt der Musikverein „Eintracht“ am Dreikönigstag im Adlersaal seine Weihnachtsfeier ab. Vorstand Josef Allgeier konnte zahlreiche Gäste begrüßen. Das Theaterstück „Die schöne Müllerin“ .fand ungeteilten Beifall.- Die Pausen wurden ausgefüllt durch Konzertstücke der die zu einem lustigen und vergnügten Abend wurde. Wieder Reilerverein Schutterwald Schutterwald, (j) Am Dreikönigstag fand in der „Krone“ die Wiedergründung des Reitervereins statt. Hierbei wurde ein vorläufiger Vorstand gewählt, und zwar als. 1. Vorstand Albert Seigel. 2. Vorstand und Schriftführer Georg Junker, Kassier Eugen Geppert. Möge es dem wiedergegründeten Verein gelingen, die ruhmreiche Tradition seines Vorgängers fortsetzen. Kaninchenausstellung in Schutterwald Schutterwald, (s) Der Kaninchenzüchterver- ein wird am Sonntag im Kronensaal seine Kaninchen zur Ausstellung bringen. Ein Gabentempel wird nicht fehlen. Die Bewertung der Kaninchen findet am Samstag durch Preisrichter Hoferer von Offenburg statt. Kinderbescherung im VdK. Schutterwald, (s) Am Sonntag veranstaltete die hiesige Ortsgruppe des Verbandes der Körperbeschädigten und Hinterbliebenen für seine Mitglieder in der Bahnhofwirtschaft eine Weihnachtsfeier mit Bescherung der Waisenkinder. Ortsvorsitzender Zitlau begrüßte die Gäste, insbesondere den M.G.V., die Musikkapelle und den jungen Kirchenchor. Im Verlauf der Feier kam ein Krippenspiel zur Aufführung. Musikkapelle. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, daß der Musikverein wieder am Rosenmontag mit seinem traditionellen Preismaskenball an die Oeffentlichkeit tritt. — Wie auf einer Vorstandssitzung des Gesangvereins „Eintracht“ beschlossen wurde, hält derselbe am 21. Januar einen Theaterabend ab. — Am kommenden Sonntag hält der Turn- und Sportverein seine diesjährige Generalversammlung ab. Bühler Familiennachrichten Bühl, (m) Karl Dahlmaier, Zugführer i. R., war am 2. Januar 76 Jahre alt. — Die Eheleute Josef Z i r ch e r, Straßenwart, und Barbara, geh. Hoch feiern am 11. Januar das Fest der Silbernen Hochzeit. . Vom Standesamt Weier Weier, (v) Das Standesamt verzeichnet für das Jahr 1950 folgende Einträge: Geburten 12 (8 Knaben, 4 Mädchen); Eheschließungen 5; Sterbefälle 4 (2 Frauen, 2 Männer, davon ein Kriegssterbefall). • - - - - . Ortsnet* der Wasserleitung wird ausgebaut Außerdem errichtet Ohlsbadi einen Hochbehälter Schöner Anfangserfolg im Wohnungsbauprogramm Rege Bautätigkeit in Zunsweier — Wasserleitungsneij erweitert Weihnachtsfeier des Radfahrervereins Weier, (v) Als letzter Verein hielt am Dreikönigstag der Radfahrerverein seine Weihnachtsfeier im Schwan« nsaal ab. Unter Lei- Zunsweier (f). Auch in Zunsweier steht das Wohnungsproblem an erster Stelle. Doch ist die Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Braun an der Spitze, sowie die gemeinnützige Baugenossenschaft „Neue Heimat“ unter Leitung von Josef Feißt jg. eifrig bemüht, dieses Problems Herr zu worden. Ein schöner Anfangserfolg ist bereits zu verzeichnen. Die „Neue Heimat“ hat ihren ersten Bauabschnitt mit 10 Siedlungsbauten, 20 Wohnungen umfassend, bereits abgeschlossen. Weitere 14 Siedlungen mit zusammen 28 Wohnungen sollen in diesem Jahre erstellt werden. Von privater Seite wurden 7 Wohnungsneubauten geschaffen. Durch Aus- und Umbau konnten 12 Wohnungen neu gewonnen werden. Die Erstellung von weiteren 20 Privatneubauten ist im laufenden Jahre geplant. Auch auf anderen Gebieten wurden dringende Arbeiten durchgeführt. So konnte das Wasserleitungsnetz um rund 500 Meter nach dem Ortsteil Litzelbach und dem Gewann Hardmatt verlängert werden. Ebenso wurde eine außerordentliche Ausbesserung der Waldwege vorgenommen. Das Gemeindehaus im Ortsteif Lehle erfuhr eine Renovierung. Fasenteröftnung in Zunsweier Zunsweier, (f) Am kommenden Samstag eröffnet die „Narrenzunft Buhneschäfe“ dis diesjährige Fasent. Nach einem „Ritt“ zum Zunftlokal „Leyenscher Hof“ wird dort um halb 8 Uhr der Narrenvater einen „Jahresbericht“ geben, worauf Prinz Karneval seinen Einzug hält und offiziell die Zunsweierer Fasent eröffnen wird. An die Winzer vo Elgerschwiei Zunsweier. Wie mir in Zunswier erfahre hen, stoht's mit em Elgerschwierer Windau nit so günsch- tig, wies sich die Winzerneuling vo Elgerschwier vor me Johr vorgschtellt hen. — Wir erfahrini Winzer vo Zunswier hen mit guetem Rot helfe welle un hen etlige Sorte, wu uf em Weidgiänd dert hätte Erfolg bringe Kinne, großzigig gschtlftet, awer sie hens besser wisse welle. Doch seil Schnelltriebs- verfahre het nit gholfe, und so isch es halt mit em Erfolg nix xi. Zu allem Unnsinn hi hen si au no mit em Bogekorb gherbstet. no isch des bissili Saft no devo gloffe. Ja, Elgerschwierer, e guet’s Tröpfli pflanze, isch anderscht wie e Moor ufzoge, un uf d Rebstecke kun's au nit a. Un mit em Bau vom Winzerkeller het s au nit klappt. In d'Luft baue kan mer so e Ding natierlig nit; daß ihr hen miesse durch, wu ihr e halwer Meter grabe ket hen un s’Wasser zwische de Wagge rusgschosse isch. s Wasser vo hecher glegene rOtschafte, dofür kiine mir nix. Awer mir Zunswierer hen uns letz entschlösse, dene plogte ehmolige Winzer vo Elgerschwier noch emol unter d'Arm zgriffe un ihr! Sorge abznemme. Mir weile ihr Notangebot ahnemme, wonach mir s’Keltermaterial mit allem drum un dra um e ahgmessene Pries ahnemme un derftir noch dezue zehn Johr. lang aller Dlchsand, wo d'Kmzih ah- schwemmt, bekomme als Dank für unsirl Groß- zlgigkeit. Die letzten Weihnachtsfeiern Zunsweier, (f) Im Gasthaus „Zum Ochsen“ versammelten sich zahlreiche Besucher der Weihnachtsfeier der kath. Jugend. Es gelangte ein Krippenspiel „Der Ruf der Krippe“, ferner ein Dreikönigspiel „Die fröhlichen Dreikönige“ und ein Märdienspiel „Das Königskrönlein“ zur Aufführung. Die Leitung hatte Lehrer Huber und Frl. Hedwig Vetter. Die Vorführungen fanden verdient reichen Beifall. Der Verband der Kriegsbeschädigten fand sich im „Lahnen“ zu einer schlichten Weihnachtsfeier zusammen. Die Begrüßung nahm Vorstand Stürzei vor. Klavierstücke, das Theaterstück „Die fröhlichen drei Könige“ u. ein anmutiger Elfenreigen ernteten großen Beifall. Mit der Bescherung der Hinterbliebenenkinder schloß die Feier. tung von Kaufmann Wilhelm N e f f löste das Theaterstück „Weihnachten in der Waldschenke“ tiefe Beeindruckung aus, während die beiden Lustspiele „Der geplatzte Strohwitwer“ und „Der Kuhhandel“ große Heiterkeit hervorriefen. Vorstand Simon Kern konnte ein übervolles Haus begrüßen. Waltersweiers Jubilare Waltersweier (b). Karl Pfaff konnte am 8. 1. sein 76. Wiegenfest begehen; der Jub lar erfreut sich noch bester Gesundheit. Auf 70 Jahre konnte am 10. 1. Gottfried B u ch h o 1 z zurückblicken. Der Gesangverein, dessen aktives Mitglied der Jubilar schon über 50 Jahre war, brachte am Vorabend des Geburtstages dem Jubilar ein Ständchen. — Zu Grabe getragen wurde Frau Sophie C u t h, geb. Klemm; die Verstorbene starb kurz vor der Vollendung des 76. Lebensjahres. Das Offenburger Vivarium im Kleinen wieder aufgebaut Wie wir in der Dienstag-Ausgabe milteilten, vollendete gestern Br. med. Wilhelm Klingel- ' ,i 6 f e r , der Gründer und Seh jpier des Offenburger Vivariums, das sich einstmals gegenüber der Kunstmühle befand, sein 80. Lebensjahr. Der bekannte frühere Offenburger Augenarzt wohnt heute in Neu-Isenburg. Hier hat er ln kleinem Maße das wieder aufgebaut, was Offenburg einst sein eigen nennen durfte, Aufnahme» O. X. Küchenherd explodiert Dundenheim, (s) Ein Unfall, der viele Eltern wieder zur Vorsicht ermahnen dürfte, ereignete sich hier dieser Tage. Das 5jährige Söhnehen des Albert Wurth erreichte in einem unbewachten Augenblick ein Fläschchen mit etwas Benzin und warf dasselbe in das Herdfeuer. Die dadurch hervorgerufene Explosion verletzte das Kind schwer und machte seine Verbringung in das Krankenhaus Offenburg erforderlich. Das schwerverletzte Kind ist inzwischen seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen. Den schwergeprüften Eltern wendet sich allgemeine Anteilnahme zu. Eine Achtzigjährige Schutterwald, (j) Nachträglich wollen wir einer Achtzigjährigen zum Geburtstag gratulieren. Die Witwe Theresia E 1 b 1 e geb. Hermann trat am 3. Januar an die Schwelle des achten Jahrzehntes. Unterhaltungsabend des Sportvereins Langhurst (r). Die Fußballabteilung des Sportvereins Schutterwald hielt an Silvester in Langhurst eine Abendunterhaltung ab. Der Leiter der Abteilung, Paul Armbruster, entbot den Anwesenden den Willkommgruß, gedachte den gefallenen Kameraden und ging auf den Fleiß der Sportler bei der Herstellung des neuen Sportplatzes ein. In fröhlicher Unterhaltung -verlief der Abend. Besonders hat dazu Erwin Ritter aus Schutterwald durch humoristische Vorträge und Einlagen beigetragen. Das Altenheimer Filmprogramm Altenheim. Die Schwanen-Lichtspiele zeigen vom Samstag bis Montag den spannenden Kriminalfilm „Mordprozeß Dr. Jordan“ mit Maria Holst, Rudolf Fernau u. a. Hohes Alter Altenheim, (r) In guter Gesundheit begeht am 14. Januar Landwirt Jakob Strosak seinen 85. Geburtstag. Trotz seines hohen Alters ist er heute noch in Haus und Hof unermüdlich tätig. Audi erfreut er sich als guter Gesellschafter allgemeiner Beliebtheit. Zu seinem Geburtstag bringt ihm das ganze Dorf die besten Wünsche entgegen, denen wir uns gerne anschließen. Gelungener Unterhaltungsabend Dundenheim, (s) Einen gut gelungenen Unterhaltungsabend veranstaltete der Sportverein im „Schützen“. Vorstand Robert Lehmann konnte ein vollbesetztes Haus begrüßen, Zwei gutgespielte Theaterstücke zeigten, daß sich die Spieler des Rasens auch auf den Brettern bewegen können und sie ernteten für ihre Darbietungen verdienten Beifall. Unsere Geburtstagskinder Dundenheim, (s) Ihren 72. Geburtstag begeht dieser T age Frau Marie Wollunbär u. ihr 70. Wiegenfest feiert Fräulein Karoline Schwärzei. Den Jubilarinnen alles Gute. Um die Preise beim „Seifeukistensport" Auf unsere Leserzuschrift „Wird so der sportliche Gedanken gehoben? in Nr. 186 in der gegen die Abschaffung der bisher üblichen Preise bgi „Seifenkistlerennen“, Stellung genommen wurde, ging uns folgende Entgegnung zu: Mit Erstaunen habe ich in der letzten Nummer einen Artikel über die Nöte der Seiferi- kisten-Itennfahrer gelesen. Der Verfasser führt darin an. daß durch die neuen Bestimmungen die Geschenke, die bisher in reichlichem Maße an. die Sieger und Plazierten verteilt wurden, künftighin hi Wegfall kommen. Dadurch würde; so heißt es weiter, das Interesse an diesem Sport nachlas- sen. Auch sollten in Zukunft nur noch einfache selbstgebaute „Seifenkistenwagen“ zugelassen werden. Wie eine kalte Dusche habe diese Verfügung auf die Rennfahrerkreise gewirkt, und im kommenden Rennjahr wird lt. Verfasser mancher Wagen aus Protest im Rennstall stehen bleiben. Wie Sie sehen, ist es mit der Begeisterung und Lieb*c zu diesem Sport nicht weit her, denn wohl bei keinem Sportler, der mit Leib und Seele dabei ist, ist der Gedanke an ein in Aussicht gestelltes Präsent die Triebfeder zur Teilnahme. Wie mir bekannt ist, lautet auch eine der Grundthesen des Sportes: Nicht der Sieg, sondern die Teilnahme. Herr G. A. kritisiert in seinem Artikel ferner noch einige Mißstände, die durch krankhaften Lokalpatriotismus bei einigen Veranstaltungen hervorgerufen wurden, und meint, daß zuerst einmal hier Abhilfe geschaffen werden muß, um der Idee des Sports zu dienen. Ich glaube aber, daß diese Schiebungen von alleine aufhören, wenn in Zukunft dem Sieger keine Wertgegenstände als Preis winken. Wenn der „Seifenkistensport“ unter den neuen, von Sportsleuten aufgestellten Bedingungen keinen Zulauf mehr hat, dann dürfte es wohl klar sein, daß der Großteil der daran Beteiligten wenig Sportgeist besessen hat. G. A Gottesdienstordnunoen Gengenbach. Freitag 6.30 hl. Messe f. K. Armbrüste^? 7.00 hl. Messe für Franz Liefert. Bermersbach: 7.15 Schülergottesdienst; hl. Messe für Andreas Lehmann, Ehefrau und Sohn Wilhelm. — Samstag: 6.30 hl. Messe in schwerem Anliegen; 7.00 hl. Messe für Justina Salzer geb. Späth; Reichenbach; 715 hl. Messe für Franz Braun, Schönberg; 18*00 Rosenkranz. 1 Donnerstag, 11, Januar 1951 Kirdienmusikalisdie Feier in Urioffen Ein Kinderchor der Volkssdiule überraschte mit seinen Leistungen Urloffen (h). Wer weiß es wohl, daß Weih- nackten in der christlichen Urzeit am Dreikönigstag gefeiert wurde? Ob wohl auch die Gestalter dieser Feier daran gedacht haben? Jedenfalls überraschte die Vortragsfolge die zahlreichen Besucher. Ausführende waren ein Kinderchor der Volksschule Urloffen, ein Streichquartett mit Karl Rubi, Offenburg, an der Orgel saß, Bartholomäus Neumeyer und für Leitung und Zusammenstellung zeichnete Lehrer Gerhard Seckinger verantwortlich. Pfarrer Enderle gab die Lesungen aus der Heiligen Schrift. Und um die ewig gültigen Worte des weihnachtlichen Mysteriums hob nun ein frohes Singen und Musizieren an. Von der Verkündigung bis zu der Ankunft der Weisen aus dem Morgenlande sangen alte und neue Lieder aus frischen Kinderkehlen, von dem kleinen Orchester vortrefflich begleitet. Herr Seckinger hat mit dem Kinderchor ein wirkungsvolles - Instrument geschaffen, das alle Ansätze zu noch höheren Leistungen zeigte. Glockenrein und auffällig kultiviert klangen die Stimmen des Knabenduos Wolfram Kirchgäßner und Günter Huber. Zum Abschluß brauste ein Präludium von Bach durch das große biedermeierlicke Schiff, von Ideister B. Neumeyer vortrefflich gespielt und in melodischen Kaskaden verklang die weihnachtliche Abendfeier „Krone" das volkstümliche Theaterstück „Der Dorfkönig“ vom Mannergesangverein nochmals aufgeführt, wozu besonders die Nachbar- gemeinden ein geladen sind. Schöne Stunden mit der Feuerwehr Ebersweier (e). Am Dreikönigstag waren viele der Einladung der Fuaiw. Feuerwehr in das Gasthaus „Zur Krone“ nahgekommen. Unter Mitwirkung der Musikkapelle wickelte sich ein heiteres Programm ab, wobei denn das Stück „Durch Rauch und Flammen“, sowie das Lustspiel „Die Pferdekur“ aufgeführt wurden. Die Ueberraschungen aus dem Glückshafen, frohe Lieder und die Tanzgelegenheit erhöhten die Stimmung dieser gut gelungenen Veranstaltung. Feuerwehr machte den Abschluß Durbach. (1) Zur letzten weihnacktlicken Veranstaltung hat am Dreikönigstag die Freiwillige Feuerwehr in das Gasthaus „Zur Eintracht“ eingeladen. Wehrführer Schmiedemei- ster Lurk begrüßte die zahlreich Erschienenen aufs herzlichste. Eine Abteilung der Musikkapelle hatte sich für diesen Abend zur Verfügung gestellt, der mit zwei Theaterstük- ken und Konzerteinlagen der Musik voll ausgefüllt War. Genossensdiafts-Generalversaminlung Zell-Weierbach. Die Landw. Ein- und Ver- kaufsgenossensdiaft hielt am Sonntag im Gasthaus „Zur Sohne“ die diesjährige Generalversammlung ab. Vorstand Heinr. Falk konnte eine stattliche Anzahl Mitglieder, ferner Herrn Vöhringer von der Bad. Landw. Zentralgenossenschaft. und später auch Herrn Verbandsrevisor Sackmann und Herrn Zittel von der Ortenauer Milchzentrale begrüßen. Der Geschäftsanteil der Genossen wurda auf 30 DM festgesetzt. Verbandsrevisor Sackmann verlas nach Erstattung verschiedener Berichte den Abschluß- und Geschäftsbericht zum 31. Dezember 1949. Auch dieser wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Der langjährige verdiente Vorstand Heinrich Falk wurde von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. In den Aufsichtsrat wurde Wilh. Busam, Franz Sohn, gewählt. In der anschließenden Diskussion nahm zunächst Herr Vöhringer Gelegenheit, die Landwirte auf die Nützlichkeit der landwirtschaftlichen Genossenschaft hinzuweisen. Hierauf erläuterte Herr Zittel die Milchwirtschaft. Herr Sackmann forderte zuletzt die Anwesenden auf, dem Landw. Hauptverband als Mitglied beizutreten. Vorstand Falk unterstrich diese Ausführungen und schloß die gut verlaufene Versammlung. Aus den Standesregistern Urioffener Altersjubilare Urloffen (f). Ihren 86. Geburtstag beging Anna Schelli geh. Krön, Hauptstraße 63; ihren 85^ Geburtstag Theresia Schneider geh. Kiefer, Winkelstraße 2; ihren 79. Magdalena Hertwig Hanauer Straße 4; seinen 79. Bernhard Hertwig Sattlermeister, Breitweg 9; seinen 78. Kaspar; Schneider, Hauptstraße 90; seinen 76. Wilhelm Schermann, Straßburger Straße 41; seinen 76. Anton Kiefer, Maurermeister, Frauenweg 2; ihren 75. Amalie Leible, Winkelstraße 11; seinen 74. August Schneider, Kapellengasse 10 und ihren 74. Maria Anna Schneider, Straßburger Straße 50. Von der Tätigkeit des Roten Kreuzes Urloffen (f). Eine recht rege Tätigkeit entfaltete im vergangenen Jahr der Ortsverein des Bad. Roten Kreuzes. Bei sportlichen Veranstaltungen wurde in 130 Fällen erste Hilfe geleistet; dabei sind die Hilfeleistungen bei sonstigen Unfällen nicht mitgerechnet. Um Verbandsmaterial und Medikamente anschaf- fen zu können, veranstaltet der Ortsverein am 13. Januar im „Ochsen“ einen bunten Tanzabend, der unter der Devise: „Unter der roten Laterne von St. Pauli“ stehen wird. Gemeinderats-Ergänzungswahl Ebersweier.