MMN |jj ArtrnmtLLNotMKMursLLZMmts Erscheint wöchentlich viermal. Bezugspreis für den laufenden Monat DM 2.10 zuzüglich 30 Pf Trägerlohn. Einzelnummer 20 Pf. Im Falle höherer Gewalt od bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht aut Rückzahlung des Bezugspreises. Ältestes üeimaldlan für Stadt und verirk Offenburg Anreigendlatt mit anerkannt guter Werdewirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenbur f. Zur Zeit Ist die Kornstraße 10. Fernsprecher: Offenburg Nr. 1537, 2134 u. 1377. Anzeigenpreisliste Nr 2 gültig Drude u Verlag A Reiff & Cie., Buchdruckerei. Offenburg/Baden Geschäftsstelle: Offenburg, Postschließfach Nr. 333. Postscheckkonto: Karlsruhe Nr 136 81. Nummer 18 Donnerstag, 1. Februar 1951 Ausgabe al 140. Jahrgang Das Kohlenproblem 21 Landsberger Todeskandidaten begnadigt Sieben „rote Jacken" werden in Einzelzellen überführt — „In vielen Fällen waren die Strafen zu hoch", sagt McCloy — 29 Häftlinge werden entlassen Frankfurt. Von 28 Landsberger Todeskandidaten sind 21 begnadigt worden. Ihre Strafen wurden am Mittwoch durch Entscheidungen des amerikanischen Hohen Kommissars McCloy und des Chefs der amerikanischen Streitkräfte in Europa. General Handy, in Gefängnisstrafen von neun Jahren bis lebenslänglich umgewandelt. Außerdem wurden noch insgesamt 74 Urteile, die in den verschiedenen Nürnberger Prozessen gefällt worden waren, revidiert und bis auf fünf gemildert. In 32 Fällen können die Häftlinge jetzt entlassen werden, weil die ursprünglich verhängte Haftzeit bereits als verbüßt angesehen wird. Sechzehn Mal wurde eine lebenslängliche Haftzeit verkürzt und bei 21 Häftlingen wurde die Dauer der Gefängnisstrafe herabgesetzt. Die sieben Landsberg-Häftlinge, deren Todesurteil bestehen bleibt, sind Otto Ohlendorf, Erich Naumann, Paul Blobel und Werner Braune, die im Nürnberger Einsatzgruppen-Prozeß verurteilt worden waren, und Oswald Pohl; die beiden anderen sind Georg Schallermair und Hans Schmidt, die maßgebende Posten in Konzentrationslagern hatten. Krupp von Bohlen und Haibach und Schwerin-Krosigk werden entlassen Im einzelnen hat McCloy entschieden, daß «iie Gefängnisstrafe von 12 Jahren für Alfred Krupp von Bohlen und Haibach mit der Haftzeit verbüßt ist und die Einziehung des Gesamtvermögens entfällt. Außer Krupp von Bohlen und Haibach werden auch die anderen acht Verurteilten des Krupp-Prozesses jetzt entlassen. Ueber die Revision des Nürnberger Minister- Prozesses gab McCloy bekannt, daß die Strafe von Hans Heinrich Lammers von 20 auf 10 Jahre herabgesetzt wurde. Bei Hans Kerrl und bei dem früheren Reichsfinanzminister Graf Lutz von Schwerin-Krosigk gilt die Strafzeit als verbüßt. Der ehemalige Generalfeldmarschall Erhard Milch muß von seiner lebenslänglichen Haftzeit nur fünfzehn Jahre verbüßen. Das lebenslängliche Hafturteil gegen den früheren Staatssekretär Franz Schlegelberger wurde in vorläufige Entlassung umgewandelt, weil der Verurteilte haftunfähig ist, Die lebenslängliche Haftzeit für den früheren General Reinecke bleibt bestehen, ebenso die fünfzehnjährige Gefängnisstrafe für die früheren Generale Hoth und Reinhardt. Der frühere General von Küchler muß von seinen 20 Jahren Gefängnis 12 verbüßen, da dann unter Berücksichtigung der verbüßten Strafe und der für gutes Betragen angerechneten Zeit die Aussicht auf Entlassung zu Lebzeiten besteht. Bei den beiden ehemaligen Südost-Generalen Wilhelm List und Waltdr Kuntze bleibt die lebenslängliche Haft bestehen. Da beide in vorgerücktem Alter sind, hat McCloy aber eine ärztliche Untersuchung angeordnet, ob eine Entlassung wegen Haftunfähigkeit angebracht ist. Die Strafen der anderen sechs Südostgenerale wurden herabgesetzt; Wilhelm Speidel, von Leyser, Lanz und Dehner werden entlassen. Fast alle anderen Urteile aus den Nürnberger Prozessen wurden zum Teil erheblich gemildert McCloy und Handy begründen ihre Entscheidung Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy begründete seine Entscheidungen damit, daß nach dem amerikanischen Recht, den Angeklagten jede Möglichkeit gegeben werden mußte, die gegen sie erhobenen Anschuldigungen zurückzuweisen. Deshalb sei auch die Vollstreckung der in Nürnberg gefällten Todesurteile so lange hinausgezögert worden. Die Zwischenzeit sei völlig von Nachprüfungen im Interesse der Verurteilten ausgefüllt gewesen. Erleichterungen wurden dort gewährt, wo Urteilssprüche in keinem richtigen Verhältnis zu der Strafe standen, wie sie in anderen Fällen für ähnliche Verbrechen verhängt wurden. In einigen Fällen seien auch Krankheit der Häftlinge oder ähnliche Umstände bei der Ueberprüfung entscheidend gewesen. Der amerikanische Hohe Kommissar betonte, daß alle Urteile, — auch wenn sie frühere Wehrmachtsangehörige beträfen — individuell gefällt wurden. Die Ehre des deutschen Soldatenstandes im allgemeinen würde davon nicht berührt. Auch General Handy wies darauf hin, daß jeder Verurteilte weitgehend Gelegenheit hatte, das gegen ihn vorliegende Beweismaterial zu widerlegen. Der Prüfungsausschuß für Kriegsverbrechen beim Oberkommando der amerikanischen Truppen in Europa sei damit beschäftigt, die Fälle aller Kriegsverbrecher zu überprüfen, die sich in Landsberg befinden und unter amerikanische Zuständigkeit fallen; das seien noch etwa dreihundert Urteile, unter denen aber kein Todesurteil sei. * Sowohl der Bundespräsident als auch die Bundesregierung und der Bundestag hatten Landsberg. Im Gefängnis Landsberg herrscht seit Mittwochmittag große Erregung. Durch den Rundfunk wurde die Nachricht von den Begnadigungen bekannt. Im Laufe des Nachmittags wurden alle Häftlinge über die Entscheidungen Mc Cloys und General Handys informiert. Große Freude herrschte bei den Begnadigten. Die sieben Gefangenen in roten Jacken, deren Todestrafe bestätigt wurde und demnach vollzogen werden wird, wurden sofort von den übrigen Gefangenen isoliert und in Einzelzellen untergebracht. Der katholische Gefängnisgeistliche. Geistlicher Rat Karl Morsenschweiß. hält sich ständig in der Anstalt auf. Für die Gefangenen, deren Haftzeit für beendet erklärt wurde, werden zur Zeit Entlassungspapiere ausgestellt und Formalitäten, wie ärztliche Untersuchungen, erledigt. 29 Entlassungen sollen am Samstagmorgen erfolgen.' Bonn. Bundespräsident Professor Dr. Theodor Heuß beging am Mittwoch seinen 67. Geburtstag ohne jedes Zeremoniell im engsten Familienkreise. Bundeskanzler Dr. Adenauer, das Bundeskabinett und die Chefs der Länderregierungen hatten bereits bei einem privaten Empfang am Vorabend persönlich ihre Glückwünsche überbracht. Aus allen Teilen des Bundesgebietes gingen dem Bundespräsidenten zahlreiche Glückwünsche und Geschenke zu. Der Chef des Protokolls der alliierten Hohen Kommission, Mr. W. Schott, übermittelte dem Bundespräsidenten die Glückwünsche der alliierten Hohen Kommission. Zu Beginn der Sitzung des Bundestages am New York. Die Pekinger Regierung wurde in der Nacht zum Mittwoch vom politischen Ausschuß der UNO-Vollversammlung mit 44 gegen 7 Stimmen bei 7 Stimmenthaltungen als Angreifer verurteilt. Vor der Abstimmung hatte Amerika einem libanesischen Aen- derungsantrag zugestimmt, der den Text der von den USA eingebrachten Resolution abmilderte. Gegen die Verurteilung Chinas stimmten die Sowjetunion, Indien, Burma, Weißrußland, die Tschechoslowakei, Polen und die Ukraine; Jugoslawien, Schweden, Indonesien, Aegypten, Pakistan, der Jemen und Afghanistan enthielten sich der Stimme. Mit der Annahme der amerikanischen Resolution wurde China als Angreifer verurteilt und aufgefordert, seine Streit’räfte aus Korea zurückzuziehen. Die Vereinten Nationen werden aufgerufen, den Kampf in Korea fortzusetzen und sich jeder Hilfe für die Aggressoren in Korea zu enthalten. Erbitterte Kämpfe bei Suwön Tokio. Im Westabschnitt der Koreafront kamen die UNO-Truppen am Mittwoch gegen erbitterten Widerstand der chinesischen Truppen nur langsam voran. Amerikanische Panzer und motorisierte Infanterie stießen nördlich und nordwestlich von Suwön etwa drei Kilometer vor, nachdem chinesische Gegenangriffe mit Unterstützung durch Jagdflugzeuge abge- mehrfach bei den zuständigen amerikanischen Stellen den dringenden Wunsch ausgesprochen keine Todesurteile mehr zu vollstrecken. Sie gingen dabei von der Tatsache aus, daß das Grundgesetz die Todesstrafe nicht kennt. Der amerikanische Hohe Kommissar hat jedoch- seine Entscheidung auf die Tatsache gestützt, daß die Todesurteile bereits vor Annahme des Grundgesetzes ausgesprochen waren und daß die Straftaten der Verurteilten im wesentlichen außerhalb Deutschlands begangen worden seien. Der amerikanische Hohe Kommissar hat zuständigen Stellen der Bundesregierung mitgeteilt, daß die Hinrichtung der sieben Landsberg-Häftlinge, deren Todesurteile bestätigt worden sind, für vierzehn Tage ausgesetzt würden, um einen Gnadenakt zu ermöglichen. Auswärtiger Ausschuß schreibt an McCloy Bonn Der Auswärtige Ausschuß des Bundestages hat am Mittwochabend beschlossen, dem amerikanischen' flohen Kommissar John Mc Cloy zu seinen Landsberg-Entscheidungen eine Erklärung zu übermitteln. Der Ausschuß will darin die rechtliche Seite der Landsberg-' Urte’le untersuchen, ohne abschließend Stellung zu nehmen. Mittwoch sprach Bundestagspräsident Dr. Hermann Ehlers dem Bundespräsidenten die Glückwünsche des Parlaments aus. Während sich alle Abgeordneten, die Regierungs- und Landesvertreter und alle Gäste von ihren Sitzen erhoben, übermittelte der Bundestagspräsident Prof. Heuß vor allem herzliche Wünsche für seine Gesundheit. Möge es ihm vergönnt sein, sagte Dr. Ehlers, in seinem hohen Amte dem deutschen Volk zu dienen und für eine friedliche Zusammenarbeit in Deutschland und mit der Welt beizutragen. Die Abgeordneten aller Parteien unterstrichen den Glückwunsch des Parlamentspräsidenten mit Beifall. schlagen worden waren. Die Nahkämpfe nördlich von Suwön, die mit zu den schwersten des Koreakrieges gerechnet werden, toben entlang der 65 Kilometer langen Front von der Nähe der Westküste bis nördlich von Jod- schu. Die UNO-Truppen müssen sich jeden Fußbreit Boden erkämpfen. Heckenstellungen und Maschinengewehrnester werden von den Chinesen bis zum letzten Mann verteidigt. Der linke Flügel der amerikanischen Verbände wurde von portorikanisehen Truppen gedeckt, die in erbitterten Kämpfen gegen starkes Artillerie-, Granatwerfer- und Maschinengewehrfeuer eine Hügelstellung eroberten. Zu schweren Kämpfen kam es auch nordöstlich von Kumjangdsbhangni und nordwestlich von Itschon. Fripdenssdmtsgesetj bringt den Tod Berlin. Der 22jährige ehemalige Landesjugendreferent der meklenburgischen LDP, Arno Esche, wurde als erster Einwohner der Sowjetzonenrepublik von einem Sondergericht nach den Bestimmungen des „Friedensschutzgesetzes“ zum Tode verurteilt. Esche, der auch dem geschäftsführenden LDP-Zentralvorstand angehörte, war im Oktober vergangenen Jahres zusammen mit 15 anderen LDP-Jugendfunk- tionären verhaftet und solange in Untersuchungshaft gehalten worden, bis er nach dem inzwischen verabschiedeten „Friedensschutzgesetz“ abgeurteilt werden konnte. von Professor Dr. Ludmtg Erhard Bundesminister für Wirtschaft Die Zunahme der Arbeitslosigkeit in den letzten Wochen ist nicht nur auf den saisonbedingten Rückgang wie z. B. im Baugewerbe zurückzuführen, sondern in diesem Jahr eng mit der deutschen Kohlenversorgung verknüpft. Die deutsche Kohlenversorgung ist damit wieder zu einem Problem geworden, zu dessen Lösung die größten Anstrengungen gemacht werden. Man kann jedoch die Frage der deutschen Kohlenversorgung nur dann richtig beurteilen, wenn man die Entwicklung auf dem Kohlenmarkt des letzten halben Jahres auch von der internationalen Seite her betrachtet. Dabei ist festzustellen, daß in Europa bereits seit Ende 1949 ein Kohlenüberfluß zu verzeichnen war. An dieser Lage hat selbst die Koreakrise bis in den August hinein nichts Wesentliches verändert Ab Ende August sahen sich alle europäischen Länder dann schlagartig vor einem völligen Umschwung der Kohlennachfrage. Im September kam es in den meisten Industrieländern zu einer erheblichen Steigerung der gewerblichen Produktion mit entsprechend anwachsendem Kohlenverbrauch. Bei den Zechen des Bundesgebietes hatten sich bis August Ha Iden bestände von über zwei Mil. Tonnen Kohle bzw. Koks angesammelt. Das Bundeswirtschaftsministerium glaubte daher bei der im Juli zusammen mit der Deutschen Kohlenbergbauleitung und der Kohlen- Kontroll-Gruppe angestellten Errechnung des Kohle-Versorgungsplans für das 4. Quartal 1950 davon ausgehen zu können daß auf Grund der von der DKBL angestellten Vorausschätzung der Förderergebnisse zusammen mit den Haldenbeständen eine reibungslose Befriedigung der Bedarfsansprüche von In- und Ausland gewährleistet sei. Gegen Ende des. 3. Quartals zeigte sich jedoch, daß die arbeitstägliche Durchschnittsförderung wesentlich hinter den Planziffern der DKBL zurückblieb. Gegenüber einem arbeitstäglichen Durchschnitts-Soli von 367 000 Tonnen wurden nur 352 000 Tonnen erzielt. Dadurch blieb im 3. Quarta! d>e Förderung hinter dem Soll um rund 1,2 Millionen Tonnen zurück. Im Laufe des Septembers forderte dann die Hohe Kommission noch eine Sonderbevorratung Berlins in Höhe von 344 000 Tonnen, und mit der Ueberscbreitung der 11,1 Millionen Tonnen- Grenze oer Stanlindustrie ergab sich ein neuer Kohlen-Mehrbedarf. Das Bundeswirt schafts- Ministerium hat deshalb schon damals nach- drücklichst auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Kohlenausfuhr zu beschränken. Das Bundeswirtschaftsministerium hat während des ganzen Sommers seinen Einfluß ausgeübt, daß trotz des stockenden Kohlenabsatzes die Kohlenförderung nicht eingeschränkt wurde. Was nun die Bevorratung bei den Kohlenverbrauchern anbelangt, so hat mein Hinweis, hier liege zum Teil auch eine Schuld der Abnehmer vor, manche bittere Kritik gefunden Ich darf deshalb darauf verweisen, daß die Sommerbevorratung der Verbraucher eine alte Uebung darstellt, und daß es im Jahre 1950 aus dem Eindruck einer Kohlenschwemme heraus an dieser Vorsorge mangelte. Der Vorstoß des Bundeswirtschaftsministeriums, durch einen Sommer-Kohlenpreis einen Anreiz zur Bevorratung auszuüben, fand beim Kohlenbergbau, der jeden Preisnachlaß für untragbar erklärte, kein Gehör. Damit erschöpften sich aber die Anstrengungen des Bundeswirtschaftsministeriums nicht. Noch im JCili forderte das Bundeswirtschaftsministerium die Kraftwerke zur unverzüglichen Bevorratung auf; trotzdem nahmen die Kraftwerke im 3 Quaual 1950 625 000 Tonnen Kohle weniger ab, als für sie bereitstanden. Der deutsche Kohlenverkauf wies sogar schon am 1. Juni 1950 die industriellen Verbraucher eindringlich auf die Notwendigkeit von Wintervorräten hin. Das Bundeswirtschaftsministerium hat am t. August 1950 die Wirtschaftsministerien der Länder ebenfalls aufgefordert, den Kohlenhandel sowie Hausbrandverbraucher und gewerbliche Kleinverbraucher zur Eindeckung ihres Winterbedarfs anzuhalten. Einen entsprechenden Hinweis erhielten am 8. September 1950 die Gaswerke. Der Vorwurf, das Bundeswirtschaftsministerium habe es an der notwendigen Vorsorge fehlen lassen, entspricht also in keiner Weise der Wahrheit. Ich habe mich aber darüber hinaus persön- lidi wiederholt auch um eine Steigerung der Entlassungsvorbereitungen in Landsberg Der Bundespräsident hat Geburtstag China als Angreifer verurteilt Peking soll zur Rücknahme der roten Truppen auigeiordert werden Donnerstag, 1. Februar 1M1 Kohlenförderung bemüht Bereits im Januar 1950 und noch einmal im November 1950 habe Ich die DKBL dringend gebeten, die Tarifab- machungen auf ein geeignet* System zur Steigerung der Leistung je Mann und Schicht abzustellen, da diese noch immer um 30 Prozent unter dem Stand der Jahre von 1936 bis 1938 liegt. Da diesem Wunsche nicht Rechnung getragen wurde oder technische Schwierigkeiten eine rasche Verwirklichung nicht zuließen, habe ich mich am 9. November veranlaßt gesehen, in Verhandlungen mit der IG Bergbau und der DKBL durch andere Maßnahmen eine Steigerung der Förderung sicherzustellen. Auf Grund dieser Verhandlungen erklärte sich der Bergbau in anerkennenswerter Weise zu Sonderschichten bereit. Schließlich war das Bundesministerium gemeinsam mit dem Marshall- plan-Ministerium bemüht, dem Bergbau aus den Gegenwert-Fonds möglichst große Mittel für Rationalisierung und Ausbau zukommen zu lassen. Darüber hinaus wurden in Zusammenarbeit mit dem Wohnungsbauministerium nachdrückliche Schritte zur Förderung des Bergarbeiter-Wohnungsbaus unternommen. Die Kritik ist ferner der Meinung, daß die Bereitstellung von Hausbrandkohle wegen ihres geringen Anteils am Gesamtverbrauch nur kleiner Anstrengungen bedürfe. Die Bereitstellung von je ein Zentner Kohle pro Haushalt erfordert indessen eine absolute Menge von 700 000 Tonnen, d. i. rund ein Drittel der für die gesamte Gruppe „übrige Industrie“ mit rund 4 Millionen Beschäftigten monatlich benötigten Kohlenmenge. Es ist äußerst bedauerlich, daß dieselben falschen Vorstellungen und die gleichen ungerechten Vorwürfe, wie sie von alliierter Seite vorgebracht werden — der Kohlenmangel wäre durch Verteilungsmaßnahmen zu beseitigen — auch von deutscher Seite übernommen werden. Es muß deshalb immer wieder darauf hingewiesen werden, daß unsere industrielle Produktion gegenwärtig um 33 Prozent höher liegt als im vergangenen Jahr und daß mit der Bautätigkeit, der Neueinrichtung von Wohnungen und der übrigen Belebung der gewerblichen Wirtschaft auch der Bedarf für Hausbrand und Kleihverbrauch um wohl den gleichen Prozentsatz gestiegen ist. Demgegenüber liegt die Mehrförderung bzw. die inländische Kohlenverfügung nur um 6—8 Prozent über den Ziffern des Vorjahres. Bei einer solchen Diskrepanz vermögen planwirtschaftliche und technische Eingriffe keine Heilung zu bringen. Hier hilft nur: Mehrproduktion und Drosselung des Exports! Der Antrag der Bundesregierung auf Befreiung von untragbaren, überhöhten Exportlieferungen kann schon deshalb nicht als unbillig empfunden werden, weil inzwischen alle anderen europäischen Kohlenexportländer ihre Ausfuhr mehr oder minder drastisch herabsetzten. So exportiert z. B. England im 1. Quartal 1951 nur noch 30 Prozent de' Menge von 1950 und hat die vereinbarten Lieferungen nach Deutschland ganz gestrichen. Die Tschechoslowakei hat am 1. Januar 1951 ihre Kohlenlieferungen nach Deutschland völlig eingestellt, während gleichzeitig d:e Lieferungen an die Besatzungsmächte von 650 000 Tonnen im 1. Quartal 1950 auf 930 000 Tonnen im 1. Quartal 1951 erhöht werden müssen. Die Ruhrbehörde muß deshalb wissen, daß ihre Entscheidung über den deutschen Einspruch gegen die Festlegung einer Kohlenexportquote von wieder 6,83 Millionen Tonnen für das 1. Quartal 1951 für das deutsche Volk den Gradmesser für die gerechte Handhabung der europäischen Zusammenarbeit bilden wird. Lastenausgleidi vor Bundestag Uwes In Kürze Oer Volkibund Deutsche Krlegsgriberfüriorgo Ist in der Laie, Auskunft über mehr als 39M Kriegs- gröber in England zu geben; die meisten Taten waren Angehörige der Luftwaffe. Audi in der Tschechoslowakei kann der Volkshund Grablagen ermitteln; allerdings müssen Angehörige die genauen Personaldaten über den Toten vorlegen. Auch in den Balkan Hindern werden jetzt Nachforschungen ange- stellt. Die Aussichten für Investitionen amerikanischen Privatkapitals in der Industrie der Bundesrepublik haben sich nach Ansicht von Mitgliedern des amerikanischen Außenhandelsrates, einer der größten Vereinigungen des USA-Außenhandeis, erheblich verschlechtert. Als Hauptgründe hierfür nannte Gordon H. Michler, der Leiter des Deutschland-Ausschusses des Rates, die Mitbestimmung und den Lastenausgleich. Die größten Bedenken hätte die amerikanische Geschäftswelt wegen der Bestimmung, daß die SS- prozentige Arbeitnehmervertretung in den Vorständen nicht ausschließlich aus Betriebsangehörigen zu bestehen brauche. Das Bundesgebiet hat nach dem Stand von September vergangenen Jahres 47,ß Ml 11. Einwohner. Der Automobilkonstrukteur Prof. Dr. h e. Ferdinand Porsche ist am Dienstag in Stuttgart im Altar von 75 Jahren gestorben. Seine populärste Schöpfung ist der Volkswagen. In Dresden wurden, wie die amerikanische „Neu* Zeitung' berichtet, neun Kandidaten für den Lehrerberuf abgelehnt, weil sie einer christlichen Konfession angehören. Sie erfüllten, so wurde ihnen gesagt, nicht die „gesellschaftspolitischen' Forderungen. Der kommunistisch geleitete Weltfriedensrat wird vom 21. bis 24. Februar in Berlin zu einer Tagung zusammentreten. Bundesregierung hält am quotalen Ausgleich der Vermögensschäden lest — Kritik an der „Interessenpolitik" des Bundesrats Bohr. Zum ersten Mal beschäftigte sich der Bundestag am Mittwoch mit dem Lastenausgleich, der vor allem den Vertriebenen und Bombengeschädigten helfen und eine Existenzgrundlage schaffen will. Er sieht vor, daß private Personen einen Ausgleich für Verluste und Schäden erhalten, die sie durch die Vertreibung aus den Gebieten jenseits der Oder-Neiße-Linie, durch Bombenschaden im Bundesgebiet und — mit gewissen Einschränkungen — durch die Währungsreform erlitten haben. Um die Mittel für den Lastenausgleich aufzubringen, soll das gesamte am Währungsstichtag vorhandene Vermögen mit fünfzig Prozent seines Wertes belastet werden; die Belastung ist in dreißig Jahren zu tilgen. Die Verzinsung soll je nach dem Ertragswert des Vermögens verschieden sein. Daneben werden gesonderte Abgaben vorgeschlagen, um Währungsgewinne zu erfassen. Neugebildetes Vermögen wird mit einer einprozentigen Vermögenssteuer belastet. Insgesamt sollen für den Lastenausgleich jährlich 1,7 Milliarden DM Einkommen. Die Vermögens- Schäden sollen pauschal in fünfzehn Gruppen eingereiht werden. Die Höhe der Entschädigung soll ein besonderes Gesetz bestimmen, das bis 1956 zu erlassen ist; bis dahin werden Vorausleistungen zum Aufbau und zur Sicherung von Existenzen gegeben. Alte und nicht. mehr Arbeitsfähige sollen zusätzlich zur sonstigen Versorgung eine Rente erhalten, die auf die Fürsorge nicht angerechnet wird. Schließlich sieht der Gesetzentwurf die Förderung des Wohnungsbaues und sonstige soziale ; Maßnahmen vor. Hausratsverluste sollen durch eine Pauschale abgegolten werden. Währungsgeschädigte Vertriebene und Sowjetzonenflüchtlinge können aus Sonderfonds unterstützt werden. Die im Bundesgebiet beheimateten Währungsgeschädigten sollen nur dann Mittel aus dem Lastenausgleidi erhalten, wenn sie durch die Währungsreform ihre Existenz verloren haben und nicht mehr arbeitsfähig sind; sie sollen dann eine Zusatzrente zur Fürsorgeunterstützung erhalten. Bundesfinanzminister Schaffer begründete den Regierungsentwurf. Er appellierte an die Welt, die großen sozialen Anstrengungen des deutschen Volkes als echten Verteidigungsbeitrag im Dienste des Friedens anzuerkennen. Schäffer bezifferte das voraussichtliche Lastenausgleichaufkommen auf 1,7 Milliarden DM jährlich. Durch Steuerausfall bei den Abgabepflichtigen, Verwaltungskosten und ähnliches werde die öffentliche Hand mit über 500 Millionen DM jährlich für den Lastenausgleich belastet. Ent- Kirkpatrick spricht von Riesenopfern Alliierte müssen Initiative zur Gleichberechtigung ergreiien Frankfurt. Der britische Hohe Kommissar» Sir Ivone Kirkpatrick erklärte im Amerikanischen Presseklub vor der Auslandspresse, die ganze Zukunft der Deutschen und Alliierten in ihrem Verhältnis zueinander hänge da von ab, wie die Frage der Gleichbere ch- tigung gelöst werde. Der erste Schritt und die Initiative zur Gleichberechtigung und Partnerschaft müsse nach seiner Ansicht von der alliierten Seite kommen. „Wir müssen Deutschland" zeigen, daß wir es ehrlich meinen, wenn wir sagen, daß wir Deutschland auf unserer Seite haben möchten, und wenn wir von Gleichberechtigung sprechen“. Jedes europäische Land müsse sich umgehend zwischen Ost und West entscheiden. Eine Neutralisierung könne es bei der gegenwärtigen weltpolitischen Situation nicht ge den. „Ich bin sicher, daß die meisten Deutschen gegen den Kommunismus sind, aber es ist noch nicht unbedingt der Beweis erbracht, daß der größte Teil der Deutschen mit dem Westen gehen will. Wir müssen eine westeuropäische Verteidigung aufbauen, .sollten aber erst einmal die Atlantikpaktarmeen organisieren und dann als zweites das deutsche Problem lösen. Es könne als sicher gelten, daß einige der deutschen Probleme von selbst gelöst würden, wenn der Westen stark sei und sich zusammenfinde. Als europäischer Partner werde Deutschland wahrscheinlich so große Opfer bringen müssen, wie sie keine Regierung in den letzten hundert Jahren aufzubringen hatte. Dann würden sich aber auch innerhalb der nächsten 12 Monate die meisten deutschen Fragen zum Beispiel der deutsche Verteidigungsbeitrag — auf positiver Basis lösen lassen. Zum Helgoland-Problem erklärte der britische Hohe Kommissar: „Wir sollten überprüfen, ob die gegenwärtige Behandlung der Helgoland-Frage mit der europäischen Idee übereinstimmt und die Bombardierung Helgolands für Europa und seine Verteidigungsanstrengungen notwendig ist.“ Aehnlich verhalte es sich mit den noch unter der alliierten Rechtssprechung befindlichen als „Kriegsverbrecher“ verurteilten Deutschen. Deutsche Grenzziehung erst durch Friedensvertrag Kiel. Der französische Hohe Kommissar An- dr4 Frangois-Poncet unterstrich anläßlich eines eintägigen Besuches auf Einladung der Kieler Universität, daß alle deutschen Grenzlösungen einschließlich des Saargebietes nur provisorisch einem Friedensvertrag endgültig geregelt würden. Auf eine Annektier, des Sargebieteg habe Frankreich bewußt verzichtet; Frankreich wolle das Saargebiet als Bindeglied zu Deutschland betrachtet wissen. Es solle wegen seiner geographischen und ; rtschaftlichen Lage nach Westen und Osten offen bleiben und ähnlich wie Luxemburg weder unter französischer noch speziell deutscher Herrschaft stehen. Die deutsche Ostgrenze sei ebenfalls noch nicht endgültig festgelegt worden. Der „von den Russen inszenierte Akt“ des Vertrages zwischen der Sowjetzonen-Republik und Polen habe nach seiner Ansicht nur dokumentieren sollen, daß die Sowjetunion bei der nächsten Viermächtekonferenz die deutsche Grenzfrage nicht zulassen wolle. Die westlichen Alliierten seien an diesen Ostgrenzen- Vertrag nicht gebunden. Übereinstimmung der französisch- amerikanischen Politik Washington. Keine Drohung und kein Manöver wird die grundsätzliche Einigkeit erschüttern können, „die zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich besteht“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung Prä- sidents Trumans und des französischen Ministerpräsidenten Rene Pleven, die in der Nacht zum Mittwoch nach Abschluß der gemeinsamen Konferenz der beiden Regierungschefs veröffentlicht wurde. Die USA und Frankreich, heißt es weiter, würden außerdem keine wirkliche Gelegenheit zur Klärung internationaler Probleme auf dem Verhandlungswege außer acht lassen. Die beiden Regierungschefs haben sich ferner geeinigt, daß Aggression nicht belohnt und angesichts der Aggressionsdrohung keine Beschwichtigungspolitik betrieben werden dürfe. Präsident Truman hat Ministerpräsident Pleven zugesagt, daß die amerikanische Unterstützung für die Streitkräfte der Französischen Union und die Nationalarmee der assoziierten Staaten von Indochina fortgesetzt wird und daß die Waffenlieferungen in verstärktem Umfange weitergehen sollen. Der Präsident und der Ministerpräsident stimmen grundsätzlich darin überein, daß eine engere Eingliederung eines demokratischen Deutschlands in jeder Hinsicht in eine starke westeuropäische Gemeinschaft der Sache des Friedens in Europa und der Welt zu weiterem Nutzen gereichen wird. Sie haben ihre Ueberzeugung bekräftigt, daß eine deutsche Beteiligung an den gemeinsamen Verteidigungsanstrengungen die Sicherheit Europas stärken werde, ohne den rein defensiven gegen den Vorschlägen des Bundesrates, der überwiegend soziale Maßnahmen mit den Lastenausgleichsgeldern finanziert wissen wollte, hält die Bundesregierung an einem echten quotalen Ausgleich der Vermögensschäden fest. Schäffer warnte erneut davor die Lastenausgleichsgelder in erster Linie für konsumptive Ausgaben zur Verfügung zu stellen; dadurch werde eine ausländische Kredithilfe in Frage gestellt. Einen Mittelweg zwischen quotalem und sozialem Lastenausgleich empfahl Johannes Kunze (CDU/CSU), der dem Bundesrat einseitige Vertretung der Länderinteressen vorwarf. Für die SPD lehnte Herbert Kriede- mann den Regierungsentwurf ab. Die SPD werde in den bevorstehenden Ausschußberatungen versuchen, den Entwurf nach menschlichen Gesichtspunkten umzugestalten. Auch Dr. Linus Kather (CDU/CSU) lehnte als Sprecher der Geschädigten den Regierungsentwurf ab, der durch die vom „Egoismus der Länder“ diktierten Bundesratsvorschläge noch verschlechtert worden sei. Der Finanzfachmann der FDP, Prof. Nöll von der Nahmer, kündigte einige Aenderungs- wünsche seiner Fraktion an, gerade als Be- jaher des Privateigentums sei die FDP für einen Ausgleich zwischen verlorenem und erhalten gebliebenem Vermögen nach dem Prinzip des quotalen Lastenausgleichs. Ein Sprecher des BHE lehnte den Entwurf „grundsätzlich“ ab und warnte vor einer Verschärfung der Gegensätze, die „zum offenen Kampf“ ausarten könne. Eindeutig gegen den Entwurf sprachen sich die Deutsche Reichspartei, die KPD und die WAV aus. Nach sie- benstündiger Debatte wurde der Entwurf dem Lastemausgleichsausschuß überwiesen. Gesetg über Wohnungseigentum verabschiedet In zweiter und dritter Lesung wurde einstimmig ein Gesetz über Wohnungseigentum und Dauerwohnrecht verabschiedet. Darin werden der Erwerb des Eigentums an einer Wohnung und Rechte und Pflichten der verschiedenen Wohnungseigentümer in einem Haus geregelt. Daneben gib es künftig ein Dauerwohnrecht oder bei gewerblichen Räumen ein Dauernutzungsrecht, die beide wie das Wohnungseigentum verkäuflich oder vererblich sind. Die Bundestagssitzung wurde nach über achtstündiger Dauer um 21,45 Uhr geschlossen. Zun ersten Mal seit Wochen entwickelte sich bot der Wollversteigerung in Wellington (Neuseeland) am Dienstag eine rückläufige Tendenz. Sowohl Bradford als auch die USA beteiligten sich weniger lebhaft. Kaviar, Schildkröten, Schokolade Entbehrlicher Bedarf wird höher besteuert Bonn. Das Bundeskabinett beschloß einen Gesetzentwurf für eine „Sondersteuer auf Süßwaren und andere Gegenstände des entbehrlichen Verbrauchs“. Die Steuer soll neben Hummern, Langusten, Kaviar, Austern, Schildkröten und Südfrüchten — Apfelsinen, Mandarinen und Zitronen ausgenommen — vor allem Süßwaren, Feinbackwaren, Schokolade und alle sonst unter wesentlicher Verwendung von Zucker hergestellten Genußmittel und Kakao betreffen; Marmelade und Haushaltzucker sollen nicht darunter fallen. Es sollen keine Mehreinnahmen für den Fiskus erzielt, sondern der Verbrauch der Genußmittel soll vermindert werden. 1950 wurden fast hundertmal soviel Zuckerwaren in das Bundesgebiet eingeführt wie 1936 in das Deutsche Reich. Regierungskreise wiesen darauf hin, daß die schwierige Devisenlage die übermäßige Einfuhr solcher Genußmittel nicht zulasse. Die Steuer soll beim ersten Umsatz im Inland erhoben werden. ' . Dritter Südweststaatentwurf Bonn. Die aus Württemberg-Hohenzollern stammenden CDU/CSU-Bundestagsabgeordn®* ten Dr. Kurt Kiesinger, Bernhard Baukneqht und Karl Gengier haben gemeinsam mit anderen Abgeordneten ihrer Fraktion und zwei FDP-Abgeordneten einen Südweststaat-Gesetzentwurf eingebracht. Es ist der dritte Initiativentwurf. Für die Volksabstimmung über die Frage, ob die Länder Südbaden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzol- lem zum Südweststaat vereinigt werden sollen, sind nach dem neuen Entwurf 4 Stimmbezirke vorgesehen: das Land Baden, das Land Württemberg-Hohenzollern und der Landesbezirk Baden und der Landesbezirk Württemberg des Landes Württemberg-Baden. Ergibt die Volksabstimmung im gesamten Abstimmungsgebiet und in mindestens drei der Abstimmungsbezirke eine Mehrheit für die Vereinigung der Länder, so wäre der Südweststaat zu bilden. Grotewohl will Einigungsgespräch Bundrskabinett bestreitet erneut Legitimation der Sowjetzonenorgane seien. Der Standpunkt der Alliierten sei nach i Charakter der Nordatlantikpakt-Organisation wie vor, daß die deutschen Grenzen erst in|zu ändern. Bobr. Die Volkskammer der Sowjetzonenrepublik forderte am Dienstag den Bundes tag zu gemeinsamen Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands auf. In dem einstimmig angenommenen Volkskammer-Appell werden mehrere Vorschläge für die Wie derherstellung der Einheit Deutschlands ge macht. Sprecher der Volkskammerfraktionen erklärten, daß die Antwort als eine „Entschei düng über Krieg oder Frieden“ angesehen werde. Zuvor hatte Ministerpräsident Otto Grotewohl (SED) seinen Vorschlag für gesamtdeutsche Verhandlungen erneuert und Bundeskanzler Dr. Adenauer vorgeworfen, er wolle ein gesamtdeutsches Gespräch vermeiden. Die Volkskammer will nach ihrem Vorschlag gemeinsam mit dem Bundestag einen „gesamtdeutschen konstituierenden Rat“ bilden. Die Sowjetzonenvertreter sollen ausdrück lieh bevollmächtigt sein, über die von Bundeskanzler Dr. Adenauer geforderte rechtsstaatliche Ordnung, über eine freiheitliche Regierungsform und über die Polizeistärke und die Standorte der Polizei in ganz Deutschland zu verhandeln. Das in der Sowjetzone erlassene „Friedensschutzgesetz“ soll für ganz Deutschland gelten. Nächste Verhandlungspunkte wären freie, geheime, allgemeine und direkte Wahlen, die Vorbereitung von Friedensverhandlungen und Maßnahmen zur Förderung des innerdeutschen und des Außenhandels. Erklärung der Bundesregierung Das Bundeskabinett trat noch am Dienstagabend zu einer Sondersitzung über die Volkskammer-Vorschläge zusammen. Die Erklärung der Bundesregierung zum gesamtdeutschen Appell der Volkskammer lautet: „Die Bundesregierung sieht in den Reden und Erklärungen der heutigen Sitzung der Volkskammer der Sowjetzone keinen Grund, von sich aus jetzt eine weitere .Erklärung abzugeben. Sie stellt allerdings mit Empörung fest, daß zur gleichen Zeit, in welcher der Außenminister der Sowjetzone auf alles deutsche Land ostwärts der Oder und Neiße, auf Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, auf Schlesien, Grenzmark und Neumark feierlich Verzicht leistet, die Volkskammer zur Schaffung einer rechtsstaatlichen Ordnung, die der Erhaltung des Friedens dient, aufruft und für sich in Anspruch nimmt im Sinne wahrhafter demokratischer Legitimation und des ganzen deutschen Volkes zu sprechen. Der Bundestag als das einzige frei gewählte Parlament des deutschen Volkes wird antworten. Ihm wird die Bundesregierung ihre Auffassung zur Kenntnis bringen. Sie mahnt das deutsche Volk, sich nicht durch Aktionen, wie sie von der Sowjetzonenregierung ausgehen, verwirren zu lassen. Wetterbericht Für unser Wetter bleibt weiterhin das russisch-skandinavische Hoch maßgebend. Die neuen atlantischen Störungen wandern an ihm entlang entweder zum Mittel- oder zum Nordmeer. Aussichten bis Freitagabend: In den Niederungen vielfach neblig-trübe. Temperaturen nahe 0 Grad. Oertlich Nachtfrost. Kurazeitige Aufheiterungen vor allem auf den Schwarzwaldgipfeln, dort verbunden mit FrostmiJd- - rung. Nirgends nennenswerte Niederschlag- Donnerstag, 1. Februar 1951 Lebenslängliches Zuchthaus für Ritter Das Gericht bedauert Abschaffung der Todesstrafe — „Ein krasseres Mordeingeständnis als das Ritters kann es gar nicht geben“ — KZ trug keine Schuld an den Bestialitäten Offenburg. Das Schwurgericht Offenburg verurteilte den 53jährigen Josef Ritter aus Lahr, der im August vorigen Jahres eine 35jäh rige unbekannte Flüchtlingsfrau und ein 13- Jähriges Mädchen ermordet und auf grausige Art zerstückelt hatte, zu zweimal lebenslänglicher Zuchthausstrafe. Außerdem wurden Ritter die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer aberkannt. Das Gericht folgte damit dem Antrag des Ober Staatsanwalts, der in seinem Plädoyer bedauert hatte, daß es für solch einen bestialischen Mörder nicht mehr die Todesstrafe gebe. Die Bestialität, mit der die Mordtaten begangen wurden, ergab sich schon aus Ritters Schilderung des Tathergangs der Ermordung der 35jährigen, vermutlich aus Schlesien oder Ostpreußen stammenden Flüchtlingsfrau, die er in einem Gasthaus kennenlernte. Er nahm die ebenfalls schon angetrunkene Frau, die sich auf der Wanderschaft befand und ihn zu später Stunde um ein Nachtquartier bat, in seine Wohnung und gab ihr dort, wie er zynisch schilderte, statt des Kaffees, den sie erwartete, einen Beilhieb auf den Kopf. „Sie hat mich angeschaut, dann war sie tot“, sagte Ritter. Darauf habe er die Erschlagene aufs Bett gelegt und eine halbe Stunde lang zugesehen, wie sie ausblutete. Später habe er mit seinem Korb machermesser die edlen Organe herausgeschnitten, die Eingeweide im Küchenherd ver brannt und die anderen Leichenteile in einem Sack in die Abortgrube geworfen. Aehnlich war es im Fall der 13jährigen Gisela Eßlinger. Er schenkte ihr 1 Mark, um sie zum Mitkommen zu bewegen, und schlug sie außerhalb der Stadt, ohne ein Wort zu sagen, mit Fausthieben nieder. Dann verstümmelte er den Körper des Mädchens auf grausamste Weise und warf die Leiche in die Schütter, wo sie nach zwei Tagen entdeckt wurde. Das Plädoyer des Oberstaatsanwalts Oberstaatsanwalt Nägele wies in seinem Plädoyer die Behauptungen Ritters, er habe seine grauenhaften und heimtückischen Taten ohne persönliche Verantwortung ausgeführt, zurück und lehnte die KZ-Sehilderungen des Angeklagten als übertrieben ab. Der Angeklagte sei ein grausamer, unbarmherziger Sadist mit einem Hang zu unzüchtigen Handlungen an Kindern. Schon d': erste seiner 29 Straftaten sei sexueller Natur gewesen. Es sei außerdem typisch, daß Ritter als Krimineller im KZ Kapo geworden sei: man habe nur brutale Menschen und Kriminelle zu solchen Posten gebrauchen können. Daß Ritter auch gegen seine Mitgefangenen brutal war, würden die Aussagen von 50 ehemaligen Mitgefangenen bezeugen. Der Angeklagte sei nicht, wie er behauptet, aus rassischen Gründen ins KZ gekommen, sondern als gemeingefährlicher Verbrecher. Beide Morde seien mit voller Ueber- legung ausgeführt worden. Der Angeklagte warf Zwischenrufe wie „Pui Teufel“ oder „Ich weise das zurück“ in das Plädoyer des Oberstaatsanwaltes, der bedauerte, daß für Verbrecher vom Schlage Ritter keine Todesstrafe mehr ausgesprochen werden könne. „Wenn Menschen hoffentlich für immer einschließen“, so sei das leider keine Gewähr, daß nicht durch eventuelle äußere Einwirkungen solche Verbrecher eines Tages wieder frei und auf die Menschheit losgelassen würden. Selbst für das Wachpersonal eines Zuchthauses sei solch ein Verbrecher gefährlich, zumal Ritter ja schon einen Ausbruchsversuch aus dem Gefängnis hinter sich habe. Der Oberstaatsanwalt beantragte für Ritter zweimal lebenslängliches Zuchthaus. Das Plädoyer des Verteidigers Der Verteidiger Dr. Ritter stellte in seinem Plädoyer lediglich den Antrag auf nochmalige psychologische Untersuchung des Angeklagten. Das Zeugnis des Offenburger Medizinalrates Dr. Braun vom Gesundheitsamt, vor allem die Behauptung, Seele und Geist seien eins, genüge keineswegs dem Stand der Wissenschaft von heute. Sollte das Gericht jedoch zu dem Schluß gelangen, daß der Angeklagte voll schuldig sei, so stelle er das Urteil ln das Ermessen des Gerichtes. Das Schlußwort des Angeklagten Der Angeklagte selbst wies in seinem Schlußwort seine Schuld reichlich pathetisch zurück: „Wenn ich nicht ins Lager gekommen wäre, wäre ich nie zum Mörder geworden. Wer kann heute über mich urteilen? Ich weise jede Schuld zurück. Ich konnte seit 1945 mein seelisches Gleichgewicht nicht wieder erringen.“ Der Mörder zeigte auch während des Plädoyers des Staatsanwaltes, das er mit aufgestütztem Kopf, den Blick zum Boden gerichtet, anhörte, keinerlei Erregung. Stumpf und kalt saß er auf der Anklagebank. Nur zweimal sah er mit bösem Bück auf den Staatsanwalt. Die Begründung des Urteils Nach eineinhalbstündiger Beratung verkündete Landgerichtspräsident Dr. Pfeifer das Urteil des Schwurgerichtes. In der Urteilsbegründung wird festgestellt, daß die eigentliche Todesursache in beiden Mordfällen nicht völlig geklärt werden konnte, da der Angeklagte über den Hergang der Morde offensichtlich gelogen habe. Ein krasseres Mordeingeständnis als das Ritters könne es aber gar nicht geben. Ritter habe selbst bekundet, daß er Menschen unter seinen Händen habe verenden und bluten sehen wollen. Die Untersuchungen und Ritters Teilgeständnisse hätten ergeben, daß er in beiden Fällen mit Vorsatz bestialisch gemordet habe. Dem Mädchen vor allem habe er bei lebendigem Leibe die Brust zerschnitten und in den Hals gestochen. Ob er dem Kind die Eingeweide noch in lebendem Zustand herausgerissen habe, sei nicht erwiesen. Es läge nahe, daß bei Ritter sexuelle Impulse mitgespielt hätten. Seine Behauptung, durch das KZ zu solchen Taten verführt worden zu sein, könne das Gericht nicht anerkennen. „Gewiß sind durch seine KZ-Zeit seine kriminellen Anlagen gefördert worden, sein Vermögen aber, strafbare Handlungen als solche zu erkennen, hat er nicht verloren.“ ’ Ueber die Wellen des Punks Freitag, den 2. Februar Jfldwestfunk. 6.10 Marktberichte; Musik am Morgen; 8.50 Musikalisches Intermezzo; 9.00 Für die Hausfrau; 11.30 Fiir den Heimatfreund: 12.00 Zeit im Gespräch: 12.20 Mittagskonzert; 13.15 Operettenklänges 14.00 Für die Schuljugend; 14 30 Franz. Sprachunterricht; 15.00 Moderne tänzerische Kompositionen; 15.43 Shakespeare als Humorist: 16.00 Kammermusik: 16.30 Köpfe des deutschen Theaters: 16-45 Musik zur Unterhaltung: 18.20 Die Frau im Beruf; 20.00 Scheinwerfer auf; 20.45 Elternsorgen — Jugendnöte; 21.00 Die großen Meister. Stuttgart. 8 00 Am Familientisch; 9.05 Marktrundschau; 915 Klaviermusik; 10.45 Die Krankenvisite: 12.00 Musik am Mittag; 13.00 Echo aus Baden; 15.00 Schulfunk; 15.30 Kinderfunk; 16.00 Nachmittagskon- zert: 17.00 Froh und heiter; 17.45 Heimatpost; 18.30 Musik zum Feierabend; 20.05 Sinfoniekonzert; 21.15 Neue deutsche Prosa. Samstag, den 3. Februar üdwestfunk. 6.10 Marktberichte; 8.40 Musikalisches Intermezzo; 12.00 Sportvorschau; 12.10 Bauernfunk: 13.15 Musik nach Tisch; 14.09 Wir jungen Menschen; 15.00 Operettenkonzert; 16.00 Trossingen, die klingende Stadt; 16.30 Unser Samstagnachmittag: 17.30 Btl- cherschau; 20.00 Eins, zwei, drei, im Narrenschrlttl 20.00 „Turandot“: 22.30 Der SWF bittet zum Tanz. Stuttgart. 6.40 Heimatpost: 8.00 Die Frau im öffent- liehen Leben; 9.05 Marktrundschau; 10.30 Schulfunks Französisch; 10.45 Konzertstunde: 11.45 Landfunk; 13.00 Echo aus Baden; 15.00 Unsere Volksmusik: 15.40 Jugendfunk; 16.00 Nachmittagskonzert; 17.15 Kleine» Konzert am Samstagabend; 18.20 Walter Dürr mit seinen Rhythmikern: 18.45 Heimatpost; 20.05 Im Dreivierteltakt; 20.30 Kabarett am Wochenende. Uberleitungsbestimmungen für Kriegsopfer Freiburg. Der gesamtdeutsche Vorstand des Verbandes der Kriegsbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen Deutschlands hat in Beratungen mit dem Landesvorstand des VdK Zwei Tage schulfrei an Fastnacht Das Ministerium des Kultus und Unterrichts hat angeordnet, daß in diesem Jahr mit Rücksicht auf die Kohlenknappheit an allen badischen Schulen der Unterricht aus Anlaß der Fastnacht am Rosenmontag und am Fastnachtsdienstag entfällt. Baden auch die durch das neue Bundesversorgungsgesetz bedingten Härten für die Kriegsopfer Badens erörtert und eine beide Teile befriedigende Klärung erzielt. Eine Regelung war notwendig, weil die Versorgungs- Der Mord an Staatsrat Marum Fall Marum beschäftigt immer noch Gerichte und Spruchkammern i. Karlsruhe. (Eigen. Drahtbericht.) Zum dritten Male innerhalb weniger Monate hatte sich ein badisches Gericht mit dem von SS- bzw. SA-Angehörigen im März 1934 im Konzentrationslager Kißlau bei Bruchsal verübten Mord an dem damaligen sozialdemokratischen Reichs- und Landtagsabgeordneten dem gut bekannten Karlsruher Strafverteidiger Ludwig Marum, zu beschäftigen. Nachdem das Verbrechen strafrechtlich bereits vom Karlsruher Schwurgericht geahndet worden, und die Haupttäter zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt worden waren, hatte sich am Mittwochnachmittag der 50jährige verheiratete Kaufmann Heinrich S t i x nochmals vor der Zentral Spruchkammer Nordbaden in _ _ _ _ _ ^ _ zweiter Instanz zu verantworten. Nach mehr- Zuchthausmauern nun das Schicksal dieses | stündigei Verhandlung wies die Kammer den Belasteten ohne Anrechnung der inzwischen erlittenen Interniel ungs- und Untersuchungshaft auf drei Jahre in ein Arbeitslager ein unter gleichzeitigem 50prozentigen Einzug seines Vermögens. In der Urteilsfindung — so bemerkte der Vorsitzende mit besonderem Nachdruck — sei die Kammer nicht in der Lage gewesen, Stix eine Beteiligung am Mord an Marum aus politischen Gründen nachzuweisen. In politisch gut unterrichteten Kreisen glaubt man, daß der ganze Fall Marum in Kürze nochmals vor einem badischen Gericht aufgerollt werden muß, da noch mehrere führende Persönlichkeiten der NSDAP an dem Mord unmittel- oder mittelbar beteiligt gewesen sein müssen oder die bereits Abgeurteilten zum Mord angestiftet haben. berechtigten in Baden gegenüber dem Bundesversorgungsgesetz teilweise bedeutend höhere Leistungen erhielten. Die entstehenden Ausfälle, vor allem in der Kriegshinterbliebenen- und Witwenversorgung sollen durch Erziehungsbeihilfen und durch individuelle Behandlung im Einzelfall ausgeglichen werden. Direktor Kappler feiert Jubiläum Gaggenau. Am 1. Februar feiert Direktor Franz Kappler, Gaggenau, sein 40jähriges Dienstjubiläum bei der Daimler-Benz Aktiengesellschaft. Als Sohn deutscher Eltern wurde Franz Kappler am 21. September 1883 in Boston (USA) geboren, kam aber schon 1890 nach Gernsbach, wo er die Volksschule und anschließend die höhere Bürgerschule besuchte. Nach gründlicher kaufmännischer Ausbildung, trat er im Jahre 1907 bei der damaligen „Süddeutschen Automobilfabrik, Gaggenau“ ein, die 1911 in die „Benz & Cie“ aufging. Seit der Fusion' der „Benz & Cie“ und der „Daimler- Motoren-Gesellschaft“ zur „Daimler-Benz AG.“ im Juni 1926 war er an leitender Stelle ln der kaufmännischen Verwaltung des Werkes Gaggenau tätig. Im Juni 1949 wurde Direktor Kappler die kaufmännische Leitung des Werkes Gaggenau übertragen. Fabrikant Max Waeidin t Lahr. Im Alter von 68 Jahren starb der Mitinhaber der Lederfabrik Waeidin GmbH., Fabrikant Max Waeidin. Der Verstorbene war eine markante Persönlichkeit, die ihren Lebenszweck hauptsächlich im Dienste der öffentlichen Wohlfahrt sah. So war Max Waeidin Vorsitzender des Badischen Roten Kreuzes, Vorstandsmitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Vorsitzender des Verwaltungsrats des Reichswaisenhauses Lahr und Rechner des Diakonissenvereins. Seit 1918 gehörte er dem Aufsichtsrat der Volksbank an, dessen Vorsitzender er seit 1942 war. Auch im wirtschaftlichen Leben spielte der Verstorbene eine große Rolle, war Mitglied des Aufsichtsrats der Elektrizitätswerke Mittelbaden Lahr - Offenburg, des Gerling-Konzerns u. a. m. Der Lahrer Lustmörder vor dem Offenburger Schwurgericht In diese Abortgrube des Hauses ObststraSe 7 In Lahr versenkte der 53jährige Händler Josef Ritter nie von Ihm zerstückelten Teile einer von ihm ermordeten bisher unbekannten Frau. Nach der ersten Anzeige einer im Hause wohnenden Frau, die den Angeklagten mit einer bluttriefenden Schüssel mit Fleischteilen über den Hof gehen sah, wurde die Grube geöffnet; doch man fand nach einer oberflächlichen Untersuchung nur Hühnerfedern und Reste von Hühnern. Erst später, nachdem Ritter wegen des anderen Mordes an einem 13jährigen Mädchen fest-enommen worden war entdeckte man in der Grube die Ueberreste einer weiblichen Leiche. — Bild Mitte: Der Angeklagte erläutert dem Schwurgericht unter Vorsitz von Landgerichts Präsident 'nr. Pfeifer an Hand von verschiedenen Einzelheiten auf Tatortfotografien, wie er die 4» jäh rige Frau in seiner Lahrer Wohnung ermordet und dann zerstückelt hat. — Josef Ritter, 53 Jahre alt und 20 Mal vorbestraft, hat das letzte Wort bevor er zu zwei Mal lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt wird. Nach zwei ln allen Einzelheiten zugestandenen Lustmorden tragt er: „Wer kann heute über mich urteilen?“ ’ Aufnahmen: Hermann Schlosser Donnerstag, T. Februar 1951 Und nun: Windhund-Rennbahnen Ausländische Windhund-Rennstars werden verpflichtet Zweite deutsche Bobweltmeisterschaft Ändert Ogtierg Viererbob siegte vor vorjährigem Welt ■ meigter Benham (USA) und der Schweig Mehrere deutsche Städte planen die Ein- rührung des Windhund-Rennsportes. „Wir werden das deutsche Publikum ganz langsam an diese neue Art eines populären Sportes gewöhnen müssen“, meint Hans Horstmann, der Vorsitzende des Bayrischen Windhund- Kennvereines, der auf seinen ständigen Reisen durch Westdeutschland überall für seine Lieblingsidee wirbt und diesen Rennsport hier ebenso beliebt machen will, wie er es in England und Amerika »hon seit mehr als zwei Jahrzehnten ist. Horstmann ist zuversichtlich: „Die Zuschauer werden kommen, wenn mit den Rennen Geld verdient werden kann.“ In München wird zur Zeit Europas größtes und modernstes Stadion für Hunderennen gebaut. Auf einem abgelegenen Sportplatz treffen sich schon seit mehreren Monaten unter Ausschluß der Oeffentlichkeit die bekannten Hündezüchter, um ihre Tiere auf die künftigen Spurtaufgaben zu trainieren. Mit Fähnchen ist dort eine etwa 250 Meter lange Bahn abgesteckt worden, am Startplatz steht ein totlackierter Holzkasten mit vergitterten Kabinen, deren Türen mit einem Handgriff zu öffnen sind. Am Ziel drehen zwei Männer kraftvoll die Kurbel einer Drahtwinde, über Rollen läuft auf der Bahn eine dicke Schnur Siebzig Künstler sind gegenwärtig damit beschäftigt, Entwürfe für das große Fenster im nördlichen Querschiff des Kölner Domes auszuarbeiten. Der Wettbewerb ist von der Stadt Köln ausgegangen, die dieses Fenster stiftet. Den gewählten Entwurf will man mit 2000 DM honorieren, für die Ausführung ist ein Betrag von 13 000 DM vorgesehen. Dargestellt werden soll die alttestamentari- eche Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, so in sechs großen Bahnen die Propheten Jesajas, Jeremias und Michäas, sowie die Vorbilder Eva, Judith und Esther. Darüber in zwei entlang, an deren Ende ausgestopfte Hasenfelle geknotet sind. Für das erste Hundestadion in München soll allerdings eine elektrische Hasenanlage konstruiert werden, die als Vorbild für die geplanten Rennanlagen in Köln und Hamburg, Mannheim und Wiesbaden dienen soll. Für die Derbys werden hauptsächlich englische Greyhounds, langhaarige, russische Barsois und Afghanenhunde trainiert werden. Große Sorgen bereitet es den Veranstaltern immer noch, die notwendige Anzahl von Hunden zu bekommen, da im letzten Jahr mehr als zwei Drittel der hochgezüchteten Rennhunde an der Staupe eingegangen sind Doch hoffen sie, später aus England und Amerika ausländische „Rennstars“ verpflichten zu können. „In den anderen Ländern hat dieser Sport großen Anhang gefunden“, erzählt der unternehmungslustige Renn-Organisator Horstmann. „Allein in England gibt es jetzt 66 Bahnen, von denen manche bei einem solchen Derby über 100 000 Zuschauer zählen konnten.“ Mit einer Denkschrift, die der Verein an die zuständigen Behörden in Bonn geleitet hat, soll die Genehmigung für einen Totalisatorbetrieb erwirkt werden, wie man ihn bei Pferderennen kennt. Szenen die Vertreibung aus dem Paradies und die Verfluchung des Achaz durch Jesajas. In der Bekrönung des Fensters können weitere Vorbilder untergebracht werden, wie das Paradies, die Arche, die Jakobsleiter oder der Turm Davids. Der Wettbewerb stellt eine der bedeutendsten glasmalerischen Aufgaben dar, die Europa zu vergeben hat. Das schwierigste Problem dabei ist, das Fenster des 20. Jahrhunderts den Fenstern aus der Zeit um 1300 bis 1500 gegenüberzustellen, da hierdurch unter Umständen der Charakter des ganzen Domes beeinträchtigt werden kann. Mit 2:24,$4 Minuten für zwei Läufe gewann Andreas Ostler nach seinem Siege in der Zweier—Bob- weltmeisterschaft am Mittwoch in Alpe d’Huez auch die Vierer-Bobweltmeisterschaft. Der Bob Deutschland I fuhr mit Leitl als Bremser, und den Mitfahrern Nieberl und Pössinger. Im ersten Lauf fuhr der Schlitten 1:13,33 Minuten und verbesserte diese Zeit im zweiten Lauf auf 1:11,61 Minuten. Der vorjährige Weltmeister Stanley Benham (USA) kam mit 2:36,30 Minuten auf den zweiten Platz. Siebte Bob-Weltmeisterschaft Mit seinem Siege in der Vierer-Bobweltmeisterschaft in Alpe d’Huez gewann Ändert Ostler die 7. Weltmeisterschaft im Bobfahren für Deutschland. In den seit 1930 ausgetragenen Bobweltmeisterschaf- 1) Ohne Balogh sollte es der VfL Neckarau auch auf eigenem Platz gegen den FSV Frankfurt sehr schwer haben. Ein Unentschieden wäre schon ein schöner Erfolg. — 2) Tabellenführer Schalke 04 müßte eigentlich trotz der wenig überzeugenden Leistungen an den beiden letzten Sonntagen stark genug sein, um beim Schlußlicht Borussia MünchenVfL Neckarau — FSV Frankfurt Bor. M.-Gladbach — Schalke 94 SSV Reutlingen — SpVgg Fürth Rot-Weiß Essen — Borrussia Dortmund FC Singen 04 — VfR Mannheim Erkenschwick — l. FC Köln BC Augsburg — SV Darmstadt 98 Hamborn 07 — RW Oberhausen 1860 München — VfB Mühlburg Preußen Münster — Fortuna Düsseldorf Eintracht Frankfurt — Schwaben Augsburg Horst Emseher — Duisburger SV FC St. Pauli — Werder Bremen Holstein Kiel — Göttingen 03 Gladbach die Punkte zu holen. — 3) Reutlingen empfängt die Spielvereinigung Fürth und dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach doppelter Punktelieferant werden. — 4) Der Tabellenzweite Borussia Dortmund fährt mit guten Aussichten nach Essen und sollte bei den Rot-Weißen mindestens einen Punkt holen. — 5) Auch der deutsche Ex-Meister VfR Mannheim müßte beim FC Singen mindestens einen, wenn nicht gar beide Punkte holen. — 6) Köln ist zur Zeit gut in Fahrt und fährt mit guten Aussichten nach ten ist Deutschland nunmehr mit sieben Siegen die erfolgreichste Nation. Die Schweiz brachte es bisher auf sechs, England auf drei, USA und Rumänien auf je zwei Weltmeistertitel (Siege bei den Olympischen Spielen nicht eingerechnet, da diese nicht in der Statistik der Weltmeisterschaften geführt werden). Mit seinem Doppelsieg ist Ostler der dritte Bobfahrer, dem diese große Leistung gelang. Vor ihm kamen der Engländer McEvoy (1937 in Cortina und St. Moritz) und der Schweizer Feierabend (1947 hg St. Moritz) zu Doppelerfolgen. Dem Sieger von 1949 und 1950, Stanley Benhan» (USA) blieb der dritte Sieg hintereinander versagt. Er endete mit 1,52 Sekunden Abstand hinter Ostler auf dem zweiten Platz. Das offizielle Ergebnis: 1. Deutschland I: 2:24,98 V.i. 2. USA I: 2:26,50 Min. 3. Schweiz I: 2:26,66 Min. 4. Deutschland II; 5. Italien I: 6. Oesterreich H( 7. Schweden I; 8. Italien II; 9. Oesterreich I; 10. Frankreich; 11. Schweiz II; 12. Schweden II. Erkenschwick. Vorschlag: 2, 0. — 7) Der aufstrebende Neuling Darmstadt 98 ist beim BC Augsburg zu Gast, Eine Niederlage des Gastgebers wäre keine Ueber- raschung Vorschlag: 0, 2. — 8) In diesem Spiel ist der Gastgeber Hamborn 07 gegenüber Rot-Weiß Oberhausen leicht favorisiert. — 9) Die Münchner „Löwen“ werden Tabellenführer Mühlburg sicherlich tüchtig einheizen, jedoch sollte es allenfalls zu einem Unentschieden langen. Vorschlag: 2, 0. — 10) Hier ist Gastgeber Preußen Münster, der am letzten Sonntag Tabellenführer Schalke schlug, gegenüber Fortuna Düsseldorf leicht favorisiert. — 11) Gastgeber Eintracht Frankfurt sollte über Schwaben Augsburg zu einem knapppen Sieg kommen. — 12) In diesem Spiel zwischen Horst Emseher und dem Duisburger SV dürfte die Tagesform entscheiden. Das Spiel ist Völlig offen. — 13) Vorschlag: 0, 2. — 14) Vorschlag: 0, X. Im Zeichen starker Beteiligung Schwarzw&ld-Skimelsterschaften in Schönwald Ab Freitag, 2. Februar, steht das Höhendorf Schönwald im Zeichen der Schwarzwald-Meisterschaften in der Nordischen Kombination. lieber 100 Langläufer, 60 Spezialspringer, 40 Kombinations, läufer, 15 Staffeln und 18 Frauen werden sich an den Wettkämpfen, die mit dem Spezialsprunglauf am Sonntag, 4. Februar, ihren Abschluß finden, beteiligen. Nennungen liefen nicht nur aus dem Hoch* schwarzwald ein, sondern auch aus Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Baden-Baden und auch aus dem Bühlertal. 70 Künstler und ein Domfenster Köln stellt die gröfite glasmalerisdie Aufgabe Europas Unsere Toto-Vorschau Eine Fuhre Koks für Heuß Prof . Heuß Ehrenmitglied der Turnergchaft Heiterer Blick nach „oben" Die Bonner Debatte über die Kohlenknappheit ist in Wirklichkeit keine Debatte mehr, sie ist eine uniforme Klage aller „Bedarfsträger“ über die ins Stödten geratenen Lieferungen aus dem Ruhrgebiet Selbst der Bundeswirtschaftsminister, dessen Optimismus noch zu einer Zeit, als normale Sterbliche in ihrer eigenen Wohnung bereits Wintermäntel anzogen, in dem frohlockenden Ausruf gipfelte: „Wir haben den Ausweg bereits gefunden“ (Kohlendebatte vom 15. November 1950), ist restlos bekehrt. Bekehrt nämlich seit dem Augenblick, in dem in den großen Kasemen- bauten des Bonner Vorortes Duisdorf die Oefen der Zentralheizung ausgingen, weil kein Stück Koks mehr in den Kellern lag. Zwar hatte Herr Erhard, wie er heute immer betont, seit ieher die Oeffentlichkeit zu einer größeren Vorratshaltung an Hausbrand aufgefordert, aber im eigenen Haus des Bundeswirtschaftsministeriums reichte die Bevorratung nicht aus, um das Niederbrennen der Feuer in den Oefen der Zentralheizungsanlagen zu verhindern. Es heißt zwar, daß die Schneider die schlechtesten Anzüge trügen, daß jedoch ein Ministerium, dem die Lenkung der Kohlenversorgung und vor allen Dingen die Steigerung der Kohlenproduktion anvertraut ist, unbedingt „auf Eis“ gelegt werden muß, um die Richtigkeit und Qualität der Wirtschaftspolitik zu beweisen, das hat man bisher noch nickt gehört. Nur einen Trost kann Herr Erhard bei einem Rückblick auf die kalten Tage mit in die Zukunft nehmen: Als der Bundespräsident, Prof. Heuß, seine Bibliothek in dem neuen Bonner Amtssitz noch nicht ganz eingerichtet hatte, als er noch mitten in der Arbeit war, da breitete sich langsam aber sicher in des Wortes wahrster Bedeutung eine eisige Kälte um ihn aus. Der Mann im Heizungskeller wußte nicht mehr, womit er seinen Präsidenten wärmen sollte. Und was vorher dem Bundeswirtschaftsminister passiert war, das widerfuhr jetzt dem Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Selbst der erste Mann im Staate mußte über Nacht in einer kalten Amtswohnung sitzen, und es dauerte volle 24 Stunden, ehe man in Bonn eine Fuhre Koks für die Villa Hammerschmidt zusammengekratzt und auf den Weg gebracht hatte. Und wie man denn aus jeder Blüte Honig saugen soll, so mögen auch diese an sich betrüblichen Beispiele letzthin ein Beweis dafür sein, daß selbst „die ganz oben“ in ähnlicher Weise unter der Kohlenknappheit leiden wie der Mann auf der Straße, dem diese Tatsache allerdings mehr Vergnügen bereiten dürfte als zum Beispiel dem Wirtschaftsminister und seinen vier Kabinetts-Kollegen, denen es in den letzten sechs Wochen ähnlich erging. WM Mit der Ueberreichung einer Ehrenurkunde durch den Frankfurter Oberbürgermeister Dr. Kolb ln der Villa Hammerschmidt wurde Bundespräsident Prof. Theodor Heuß das erste Ehrenmitglied der Deutschen Turnerschaft. Vorstandsmitglieder der Turnerverbände und 40 junge Turner und Turnerinnen hatten sich zur Ueberreichung der Urkunde eingefunden. — Hier Bundespräsident Heuß und Dr. Walter Kolb. Im Hintergrund die Turner mit ihrer Fahne. ROMAN VON FRED ANDREAS SCHORRSIEGEL PRESSERECHTE DURCH MÜNCHENER R0MANVERLA3 0. M. S. Hi 10. Fortsetzung Und dann fiel ihm ein — das war im ersten Jahre seiner Ehe gewesen —, wie Ingeborg einmal plötzlich verreisen mußte und so verlegen wurde, als er nach Grund und Ziel der Fahrt fragte. Sie hatte Ausflüchte gemacht, und die Reise war damals unterblieben, ohne daß es Benda gelungen wäre, Genaueres zu erfahren. Nur das eine war sicher, daß Doktor Schorr- siegel — jawohl, derselbe, der jetzt längst begraben ist —, daß also dieser Doktor Schorr- siegel nicht dahintersteckte. Denn damals war er noch Ministerialbeamter in Karlsruhe. Uebrigens war es bis heute nur eine Vermutung, daß jene Reise mit einer geplanten Untreue zusammenhing. Eine Vermutung, die allerdings gut begründet war, wenn man in Betracht zog, daß drei Jahre später dieselbe Ingeborg Benda mit Doktor Schorrsiegel Liebesbriefe wechselte und von Scheidung schrieb, während sie ihren Mann mit falscher Zärtlichkeit umgab und ihn durch heuchlerische Hingabe zu täuschen wußte. Ueberhaupt war es seltsam, daß sich Benda Jetzt nur jener Dinge erinnerte, die geeignet waren, seine Frau als schlecht und verbrecherisch erscheinen zu lassen und die ihr das Odium schäbiger Bosheit eintrugen. Hatte es nicht auch andere, erfreuliche Erlebnisse mit Ingeborg gegeben? Da war die Innsbrucker Reise, die sie gemeinsam gemacht hatten, als in Regensburg sein erstes Denkmal enthüllt worden war. Ein toller, verliebter Abstecher war es gewesen; damals hatten sie schon bald zwei Ehejahre hinter sich, aber sie führten sich auf wie ein scheues Liebespaar. Und ein andermal war Ingeborg rührend lieb gewesen, nämlich als es ihnen mal einige Wochen sehr schleckt ging und kein Geld im Hause war. Benda machte in dieser Zeit gerade Entwürfe zum Görlitzer Brunnen, den er unter allen Umständen bekommen wollte, und Ingeborg beschaffte, was er brauchte: Wein, Zigaretten, pikante Vorspeisen — er pflegte in Zeiten intensiver Arbeit so gut wie keine richtige Mahlzeit zu nehmen. Da sie kein Geld hatte und nichts geliehen bekam, verkaufte sie aus ihrem Zimmer alles, was sie besaß: Schmuck, Wäsche, Kleidung, Bücher. Zuletzt blieb ihr das blanke Bett. Er bekam einen Weinkrampf, als er das entdeckte, aber damals hatte er den Auftrag schon fest, und zweitausend Mark Vorschuß waren angewiesen. Ueberhaupt war Ingeborg, wenn man von ihrer nicht wegzuleugnenden Falschheit im Falle Schorrsiegel absah, eine ideale Frau. Und rechnete man das ihrer Schönheit hinzu, so war es eigentlich schwer einzusehen, warum es keine andere Möglichkeit gegeben haben sollte, ihr Vernunft beizubringen, als durch einen Mord. Hier war wieder der Augenblick, wo Benda gepeinigt .zusammenzuckte; denn es überkam ihn jene sonderbare höhnische Erkenntnis, die ihn schon damals im Reisebüro in der Mordnacht fast zur Verzweiflung gebracht hatte. Nicht Reue, oder Angst, oder Scham — in seinen Augen blieb Schorrsiegel nach wie vor ein Lump —, sondern einfach die Qual eines nie wieder gutzumachenden Irrtums. Dunkel fühlte er, daß er eines Tages die Sicherheit verlieren könnte, die jetzt noch Schorrsiegels Tod als einzigen gerechten Ausweg erscheinen ließ. Unter solchen Gedanken schlief Benda allmählich ein. Schwester Dorothea kam ans Bett und betrachtete ihn lange. Sie streichelte einmal sein Haar, dann seine Hände und setzte sich wieder in ihren Sessel; als Professor de Geer mit einem fragenden Blick auf den Kranken ins Zimmer trat, sagte sie gleichgültig und beinahe kalt: „Dieser Herr scheint zu schlafen. Er wollte ein Gespräch mit mir beginnen, aber ich hielt es für besser, mich nicht darum zu kümmern.“ Sie sagte es auf holländisch und halblaut, so daß die Sätze nicht ganz so hochmütig-fremd klangen, als sie beabsichtigt hatte. Darum wiederholte sie noch einmal: „Ich kümmerte mich nicht darum.“ * Am nächsten Morgen, die harte Uhr im Nebenzimmer hatte gerade neunmal das Ende aller Dinge angekündigt, trat Professor de Geer ins Krankenzimmer. „Guten Morgen, Herr Benda“, sagte er und reichte seinem Patienten die Hand. „Nun erzählen Sie mir einmal in aller Ruhe und ohne sich aufzuregen, wie die Sache mit Schorrsiegel war.“ Er nahm auf dem Rand des Bettes Platz und schickte sich an, aufmerksam zuzuhören. Benda war nicht sonderlich überrascht. Gestern hatte er noch geglaubt, den Professor mit dem Märchen vom Defraudanten getäuscht zu haben. Aber nun, da er sich entdeckt sah, wurde er nur ein wenig erregt: Angst hatte er nicht. „Ich habe vielleicht im Fieber laut gesprochen“, sagte er langsam. „Jawohl, und zwar täglich. Sie sagten Dinge, die mich zwangen, Ihre Taschen zu durchsuchen. Ich fand Ihren Paß, sehr viel Geld und einen geladenen Revolver, aus dem ein Schuß abgefeuert war.“ „Das Geld ist ehrlich verdient, Herr Professor. Es ist das Honorar für einen Brunnen der Stadt Görlitz in Schlesien. — Werden Sie mich der Polizei übergeben?“ De Geer erwiderte stolz, er sei kein Büttel. „Vor allem müssen Sie mir erzählen, wie es dazu kam“, drängte er. Benda richtete sich im Bett auf und sah den Alten an; er fand, daß de Geer etwas streng Patriarchenhaftes an sich, hatte und zugleich von großer, tief menschlicher Nachsicht erfüllt war. Sein erstes Gefühl hatte ihn nicht getäuscht; er liebte den Alten und fand sich ihm verbunden, wie ein Kind dem Vater. „Ick habe am 4. März den Staatssekretär Dr. Schorrsiegel in Berlin erschossen“, sagte er, „weil er meiner Frau nachstellte.“ Professor de Geer zuckte die Achseln auf eine Art, als ob ihm diese Erklärung nicht vollständig erschiene. „Hatten Sie denn Beweise?“ fragte er. „Ja, natürlich. Er gab es selbst zu.“ „Als er vor Ihrem Revolver stand?“ „Schon vorher. Es gab da nichts zu leugnen und zu vertuschen.“ (Fortsetzung folgt) DAS REICH DER FRAU Frauen und Kleider Kleider machen Leute, trifft es richtig ein, Werdet ihr, ihr Schneider, Gottes Pfuscher •ein. Log au Seyden Kleyder machen eine kalte Küchen, leschen das Fewer auffm Heerd. (Sprichwort £us dem 16. Jahrhundert.) . Der Geist der Frauen ist von Quecksilber, ihr Herz von Wachs. (Chinesisch) Die Mode ist das, wodurch das Phantastische für einen Augenblick allgemein wird. Wilde. Weben ist immer ein Symbol für mensch- . liches Leben und menschliches Schicksal gewesen. Frowein. (fern.) Schwiegersöhne Zufrieden mit dem Schwiegersohn? Man sollte glauben, daß die Mütter — nur zu froh darüber, daß die Tochter einen Gefährten gefunden hat — heute keine allzu strengen Maß- stäbe anlegen. Aber immer wieder muß man feststellen, daß d e Mütter dem künftigen Schwiegersohn recht kritisch gegenüberstehen, kritischer noch als früher. Nun, sie haben es erlebt, wie zermürbend materielle Not wirkt, welch unvorhergesehene Veränderungen im Zusammenleben der Ehepartner sie zuweilen hervorruft. Sie haben es erlebt, daß so mancher „nette“ Mann ln Gefahr versagt hat. Sie machen es sich vielleicht noch nicht -einmal klar, was sie so kritisch se'n läßt. Und erscheint dann der Schwiegersohn auf der Bildfläche, so wissen' sie nichts anderes vorzubringen als die alten Einwände: Er ist zu jung — zu alt — hat noch keinen festen Beruf — kein Vermögen und was der Dinge mehr sind. Wieso begehren eigentlich die Mütter für die Töchter den „vollkommenen“ Mann? Ihn gibt es ebensowenig, wie es vollkommene Töchter und — der Wahrheit die Ehre — vollkommene Schwiegermütter gibt. So mancher Verlobung geht ein kleiner familiärer Konflikt voraus, bis die Schwiegermutter mit -süßsaurem Lächeln die Glückwünsche entgegennimmt. (Schwiegerväter sind im allgemeinen zugänglicher. Sollten sie die eigene einstige Unzulänglichkeit nicht ganz vergessen haben?) Im Grunde ist es nutzlos, sich gegen Schwiegersöhne aufzulehnen. Opposition reizt und stärkt den Gegner. Wenn die Tochter sich’ einmal entschieden hat, wird sie ihren Kopf durchsetzen. Ist es nicht klüger, den neuen Schwiegersohn mit den Augen der Tochter zu sehen? — Er sieht nicht gut aus? Es sollte doch genügen, wenn er ihr gefällt! Hat er noch keinen sicheren Beruf? Wenn er strebsam und fleißig ist, wird er es trotz der schweren Zeit zu etwas bringen. Man kann seine Tochter auf mögliche Schwierigkeiten aufmerksam machen, aber die Entscheidung über ihr Leben liegt letzten Endes bei ihr. Sehen wir uns die Schwiegersöhne einmal an! Den Studenten, den Heimkehrer! Beide stehen’ noch nicht fertig im Leben. Die junge Frau muß oft beruflich tätig bleiben und helfen. eine sichere Basis zu schaffen. Oder den kleinen Angestellten mitz bescheidenem Gehalt, den Handwerker, der es noch nicht zu einer gesicherten Position gebracht hat, die vielen jungen Leute, die durch den Krieg zur Umschulung gezwungen waren, und in heiratsfähigem Alter, nur über ein kleines Einkommen verfügen. Eine Mutter rechnet häufig nach früheren Maßstäben und kann sich nur schwer mit dem Gedanken vertraut machen, ihr Kind nicht gesichert zu wissen. Mit dem Charakter ist es nicht anders! Zu leicht wird von einem Schwiegersohn etwas Fertiges verlangt. Er ist aber ein junger, werdender Mensch. Gute Anlagen, ein entwicklungsfähiger Charakter, ein ausbaufähiger Beruf sollten die heutige Schwiegermutter zufriedenstellen. Und es sollte ihr eine Freude sein, im Leben der Kinder helfend einzugreifen, wo es notwendig ist und gewünscht wird. Soll die Schwiegermutter „flüssiger als Wasser — also überflüssig“ sein? Nein, sie ist oft der „rettende Engel“. Bertha Ehlers. (FD) für die Frau Jede Frau liebt schöne Wäsche M bißchen Gesdvck ist schneii e näht, und alle Wäschewünsche erfüllt werden. t Stoff und einem Wäschestück gewännen dadurch WKWS 1 Frauliches Nachthemd aus gepunktetem Flanell, mit einem Einsatz aus gesteppten Querfaiten. , Stoff* verbr.: etwa 4,85 m, 90 cm br Schnitt preis: DM 1.50 WK «51 Jugendliches Nachthemd aus geblümtem Flanell mit großer Passe und weiten Bündchenärmein. Stoffverbr.: 4g70 m, 80 cm br. Schnitt* preis: DM 1.50 WK «49 / 50 Eie gantes Unterkleid in sehr guter Paß form mit Weißstik* kerei cm Oberteil Dazu ■* passendes Höschen Stoffver* brauch etwa4,30 m, 80 cm br. Schnitt* preis: DM 1.10 WK «47/41 Hübsche Wäschegarnitur bestehend aus Un terkieid u. Schlüp fer, mH handge arbeiteten Hohl saummötiven.Stoff verbr.: etwa 3 cm br. Schnitt preis: DM 1.10 1 Bezugsquellennacnwe Modenverlag A. Burda Lahr/Schwarzwald # wh 4651 V 1 \ WK 4652 Or. 4CJ.42 € wk4649-50 Cw.46.4« WK4647-48 Cu.4fl.42 Winke mit dem Kochlöffel Anregungen für die Fastnaditszeit — Wohlschmeckender Fastnaditskuchen Einkochen von Fleisch Wenn man sich einen Vorrat schaffen will Damit die Arbeit beim Einkochen von Fleisch reibungslos vor sich gehen hann, werden die erforderlichen Vorbereitungen schon rechtzeitig getroffen. Hierzu gehört auch das Zurechtstellen, Reinigen und Nachprüfen der Gläser, Deckel und Ringe, ob alles noch von einwandfreier Beschaffenheit ist. Das Thermometer ist daraufhin zu prüfen, ob es gleichmäßig steigt. Die Gl^°er reinigt man mit einer Bürste in heißem Wasser, spült sie mit kaltem Wasser nach und läßt sie auslaufen. Besonders sorgfältig müssen die Glasränder ünd Deckel gereinigt werden. Bei gebrauchten Gläsern oder Deckeln ist darauf zu achten, daß nicht etwa Reste von alten Rin»en an den Rändern haften (im Notfall mit B’’mssteinpulver diese Reste beseitigen.) D ! e Gläser mit einem Tuch auszutrocknen ist nicht erforderlich und di« Ränder mit einem trockenen Tuch abzuwischen, durchaus verwerft'ch Etwa an den Rändern zurückgebliebene Fasern des Tuches könnten, so klein sie s-'nd, den Verschluß gefährden. ZweRe Grundbedingung ist die einwandfreie Beschaffenheit des Einkoch gutes (Fleisches) und dritte Grundbedingung ein rasches Arbeiten. Wenn man sich hierbei an die jeweiligen Einkochvorschriften oder auch an die selbst gesammelten guten Erfahrungen hält, so ist eigentlich ein Verderben des eingekochten Fleisches ausgeschlossen Da wir schon beim Einkochen von Fleisch sind, kann auch gleich die Frage beantwortet werden: „Können Bratwürste auch ohne Därme eingekocht werden?“ Bisher ' füllte man vielfach die Bratwurstmasse erst locker in gute Därme, um diese dann entweder roh oder gebraten in Gläser zu legen. Viel einfacher ist es, Bratwurstmasse statt in Därme unmittelbar in die Gläser zu füllen. Das Glas darf aber nur drei Viertel voll gefüllt werden, da die Masse beim Erhitzen stark quillt. Die Erhitzungszeit beträgt 90 Minuten, in weiten Gläsern 120 Minuten bei 98 Grad. Sofern man Sturzgläser (konische Form) verwendet, läßt sich die Masse leicht aus dem Glase stürzen, wenn man das Glas kürze Zeit über Dampf hält oder in warmes Wasser stellt und dann mit einem Messer zwischen Glas und Wurstmasse entlang fährt Man schneidet dann die Wurst in Scheiben. und brät sie auf beiden Seiten, entsprechend wie Bratwürste im Darm. Diese Arbeitsweise ist noch nicht allgemein bekannt, jedoch wirklich zu empfehlen. fern. Käsefüllung bestrichen. Die Zutaten zur Füllung werden durcheinandergemengt, recht dick auf den Blättertedgboden aiufgetragen" uhd noch einmal im Ofen kurz gebacken. Die Füllung muß eine leichte bräunliche Farbe Waben. Fruchtsalat auf amerikanische Art Zutaten: Ein Viertelpfund Butter, ein Viertelpfund Mehl, ein Viertelpfund Quark, 3 Eier, etwa 7 Eßlöffel Milch, Salz, Paprika, Speck. Aus Mehl, Quark und Butter wird ein Blätterteig gut durchgeknetet und über Nacht stehen gelassen. Da der Kuchen warm gegessen werden soll, belegt man ein gut eingefettetes Blech erst kurz vor dem Essen mit dem dünn ausgewellten Teig. Nun werden die Eier tüchtig gequirlt und die Milch, Salz und Paprika zugegeben. Diese Masse wird auf den Teig verteilt. Den Speck hat man inzwischen in feine Streifen geschnitten und gibt ihn obenauf. Der Kuchen wird ungefähr 30—40 Minuten gebacken und, was wichtig ist, warm aufgetragen. Besonders feine Fastnachtskrapfen Zutaten: 3 Viertelpfund Mehl, 75 g Butter, 3 Eier, 70 g Zucker, eine halbe Zitrone, bittere Mandeln (etwa 12—15 St.), Zimt, Muskat, ein wenig Rahm, 2 Eßlöffel Rum, Oel oder Schmalz. Mehl, Butter, Eier, Zucker und die abgeriebene Zitronenschale werden gut durcheinandergemengt. Die Mandeln werden kleingehackt und mit den übrigen Zutaten zu dem Teig gegeben. Nachdem man den Teig sehr gut durchgeknetet hat, läßt man ihn eine gute Stunde ruhen und stellt ihn dabei kühl. Dieser Teig wird nun wie ein Blätterteig ausgerollt und zusammengelegt, und zwar unter dreimaliger Wiederholung dieser Prozedur. Beim letzten Mal wird er nicht allzu dünn ausgewellt und verschobene Vierecke daraus geschnitten Die Krapfen werden in kochendem Fett gebacken, bis sie goldgelb sind. Zum Schluß bestreut man sie noch mit Zucker und Zimt oder nur mit Zucker. Sie schmecken auch noch frisch, wenn sie einen Tag alt sind. Käseffillung auf Blätterteig Zutaten zum Blätterteig: 100 g Mehl, 100 g Quark, 100 g Butter. Zutaten zur Füllung: 200 g Roquefort, 100 g Butter, 20 g Weckmehl, Salz, Pfeffer, Wein. Aus Mehl, Quark und Butter wird ein Teig geknetet, den man eine Nacht stehen läßt. Vor dem Backen wird der Teig dünn auf ein gut gefettetes Blech gewellt und hellgelb gebacken, schnell herausgenommen und mit der Zutaten: Grapefruits, Orangen oder Mandarinen, Bananen, Aepfel (sehr gut schmeckt auch noch Ananas dazu), 1 Scheibe Sellerie, 1 Zitrone, Mandeln und Mayonnaise. Die Früchte werden geschält und in kleine Scheiben oder Würfeichen geschnitten. Eine Scheibe Sellerie wird feingeschabt, mit dem Zitronensaft und der Mayonnaise (es kann auch gekaufte sein) unter das Obst gemischt. Besonders fein schmeckt die Speise, wenn sie noch mit Mandelsplittem bestreut wird. fern. Das Kränzchen Seit 25 Jahren besteht das Kränzchen. Getreu an jedem Mittwoch treffen sich die Schulfreundinnen. „In diesen 25 Jahren“, so rühmt sich Ida, „habe ich nicht ein einziges Mal gefehlt.“ „Ein Beweis für die Harmonie unseres Kreises“. lächelt Erika. „Meint Ihr?“ gibt Ida zurück. „Für mich war es das sicherste Mittel, von Euch nicht durchgehechelt zu werden.“ a Verkäufe 10 Löcher Weitrüben zu verkaufen od. geg. Brennholz zu tauschen gesucht. Franz Junker, Elgersweier. V.W. Luxus Exportmodel! mit Schonbezügen, in erstkl. Zustand, sof. zu verkaufen. iv. to. Borgward 23 000 km gef., in noch'gutem Zustand, sof. zu verkaufen. W. Zipperer, Offenburg, Ortenberger Str. 8, Tel. 2135. Bettgestell elektr. Kocher sowie H.- Anzug (Gr. 45) zu verk. 7-27 Offenburg, Goldgasse 4. Küdienbüfeff mit Anridife sowie ein Bettgestell u. ein Nachttischchen, alles sehr gut erhalten, zu verkaufen. Zu erfr. unter Nr. 10-13 in der Gesch. de« O.T. Zu verkaufen: 1 Heißluft-Leimofen, neuw, 200 x 85 cm 1 Kreissäge m. 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Im Laufe der Jahrhunderte ist der Tag Mariä Lichtmeß auf den Dörfern der Zeit punkt des Dienstbotenwechsels, der sogenannte »Gesindetermin“, geworden, an dem zuweilen auch heute noch festgehalten wird. Nach al tem Brauch werden an diesem Tage Peitsche und Pflug gesegnet, auf daß Saat und Ernte glücklich sind. Mit dem 2. Februar werden auch überall die Spinnstuben geschlossen, das geschieht fast immer mit einem frohen Fest, denn je mehr die Frauen und Mädchen tanzen und springen, um so höher, sagt man, wird im nächsten Jahre der Flachs. Im jugendlichen Alter gestorben Im jugendlichen Alter von 26 Jahren ist vorgestern nach langer Krankheit Schrift Setzer Franz Mutschler von uns gegangen. Allzufrüh wurde er seinen Lieben entrissen und die Firma Reiff & Cie. verliert mit ihm eine wertvolle, pflichttreue Arbeitskraft Darüber hinaus hat sich Franz Mutschler bei der Kolpingsfamilie und im Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr einen großen Freundes- und Kameradenkreis geschaffen, der nun in Dankbarkeit für immer von ihm Abschied nimmt, bei dem er sich aber ein stetes Ge denken gesichert hat. Ball des Turnvereins 1846 Am Sonntagabend veranstaltete der Turnverein 1846 seinen Fastnachtsball im Dreikönigsaal. Der Besuch war sehr gut. Eine Abteilung der Stadtkapelle spielte zum Tanz und auf der Bühne wurde ein buntes Programm vorgeführt. Die Turnerinnen tanzten, ein Clown sprach vor seinem „Notenständermikrophon“ von der Entstehung der Liebe und des Kusses. Das Fastnachtsspiel „Abu Hassan“ folgte. Es ist ein Loblied auf den Schwindel mit immerhin für die heutige Zeit ganz realistischer Tendenz, mit dem Unterschied aber, daß hier so rührend geschwindelt wurde, daß selbst der Scheich und die Scheichin weich wurden Ein chinesischer Tanz mit sagenhafter Liturgie vor einem vierarmigen Buddha erweckte große Heiterkeit. Das war ein sportlich gut durchtrainierter Buddha. Alle Achtung. Im weiteren nahm der Ball der Turner einen recht vergnügten Verlauf. Fastnachtsabend der Lokführer Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Ortsgruppe Offenburg, veranstaltet am Fastnachtssamstag in sämtlichen Räumen der „Sonne“ in Zell-Weierbach einen Fastnachtsabend. Dabei wirken die Kapelle Golling, die Gesangsabteilung des Lokomotivpersonals und die Spielschar unter der Leitung von Karl Bühler mit. Sämtliche Angehörige des Bahnbetriebswerkes sind dazu eingeladen, Gäste haben Zutritt. Für die Hin- und Rückfahrt wurde eine Omnibuslinie eingerichtet. Näheres siehe Inserat. Die Gewerbeschule - ein Millionenprojekt Die Pläne sind ausgearbeitet — Lehrsäle und Werkstättenräume für 2000 Schüler — CDU wirft Landrat Dr. Joachim Überschreitung seiner Zuständigkeit vor Gestern fand im Saalbau des Hotel Ries „Zum Ochsen“ in Offenburg die Kreisversammlung des Kreises Offenburg statt. 21 von 24 Mitgliedern waren anwesend. Inspektor Westermann erläuterte zunächst den Rechenschaftsbericht für das Rechnungsjahr 1949. Der Referent erläuterte dazu, daß die Kreisverwaltung immer so rationell arbeite, wie es für eine Verwaltung öffentlicher Gelder notwendig sei. Die besonders beachtlichen Aufwendungen für die Landwirtschaft würden immer wieder die anerkennende Bewunderung von Außenstehenden finden. Die Jahresumsätze betrügen 18 bis 20 Millionen. Mit Befriedigung konnte Inspektor Westermann feststellen: „Schulden haben wir keine.“ Landrat Dr. Joachim bemerkte zu dem Rechenschaftsbericht, der von der' Versammlung einstimmig gebilligt wurde, daß es die erste Aufgabe nach der Währungsreform gewesen sei, der Jugend in der beruflichen Ausbildung zu helfen. „Die Schulen des Kreises wurden in einen Zustand versetzt, daß uns von keiner Seite irgendein Vorwurf gemacht werden kann.“ Dann wurden die Vertrauenspersonen für den Ausschuß zur Wahl der Schöffen für den Amtsgerichtsbezirk Offenburg und Gengenbach bestimmt Auch die Neuwahl der Besitzer für die Soforthilfe-Ausschüsse war sogleich erledigt worden. Hierauf wurde die Jagdsteuerordnung für den Kreis Offenburg genehmigt. Sie wurde nach bestehenden Mustern ausgearbeitet. Die Steuer beträgt für Inländer 15 Prozent, für Ausländer 60 Prozent des Jagdwertes. Franzosenjagden unterstehen nicht der deutschen Zuständigkeit. Ofllzierskasino nicht geeignet Das wichtigste Thema des Tages war der Neubau einer Gewerbeschule in Offenburg, über den wir in unserer Zeitung schon wiederholt berichtet haben. Wie Landrat Dr. Joachim dazu ausführte, ist die Frage des Neubaus genau fünf Jahre alt. Die alte Gewerbeschule hätte eine Notlösung bedeutet. In ihr hätten 700 bis 800 Schüler unterrichtet werden können. In der Zwischenzeit sei die Schüler zahl aber auf 1800 angestiegen, die nicht mehr im alten Gebäude bei der Kaserne untergebracht werden könnten. Der Torso des Offlzierskäsi nos im Frauenweg, den man zuerst aufzubauen beabsichtigte, käme auch nicht in Frage, weil er sich nicht dazu eignen würde. Man wäre dort gezwungen gewesen, das Gebäude nach dem vorhandenen Grundriß aufzuführen und ein Teil der Werkstatträume hätte in das Keller geschoß gelegt werden müssen. Ferner sei das Gebäude zu weit vom Stadtzentrum entfernt Mit den notwendigen An- und Umbauten wäre es womöglich teurer gekommen als ein Neubau. Während man über den Bau der Gewerbeschule beraten habe, so fuhr der Landrat fort sei die Ausarbeitung des Wirtschaftsplanes, eine Art Generalbebauungsplan für Offenburg und acht umliegende Gemeinden, erfolgt. Er wäre notwendig geworden, weil in die bauliche Ausdehnung der Stadt hauptsächlich nach Süden und Osten eine gewisse Ordnung ge bracht werden solle, die es jedem ermöglicht zu leben und die gleichzeitig die Bedenken der Gemeinden zerstreut, daß Offenburg sich auf ihre Kosten ausdehnen will. Hauptschwierigkeiten: Gärtnerei Glatt Bei der Ausarbeitung dieses Planes sei man auf das Gelände westlich des Friedhofes ge stoßen, das einem Handtuch ähnelt und nahezu einen Hektar groß sei. Dieses Gelände habe sich als für öffentliche Gebäude geeignet dargestellt. Bei der Gesamtplanung sei die Kreisverwaltung automatisch mit der Stadt Offenburg in Verbindung gekommen. Vertreter der Stadt sei Architekt Müller gewesen. Mit ihm hätte der Kreis gleichzeitig einen guten Fürsprecher bei der Stadt bekommen, der ein Teil westlich des Friedhofes gehört. Die größte Schwierigkeit in der Bauplatzbeschaffung sei dadurch entstanden, daß auf dem anderen Teil die Gärtnerei Glatt eingebaute Gewächshäuser besitzt. Es habe sich die Frage erhoben, wohin die Gärtnerei Glatt verlegt werden könnte. In diesem Zusammenhang sei es von Bedeutung gewesen, daß sich, das erfuhr man bei dieser Gelegenheit, der Offenburger Stadtrat vor kurzem für die Mulde südlich der Lindenhöhe als neues Friedhofsgelände entschieden hat. Dort in der Nähe soll die Gärtnerei Glatt zur Entschädigung Geländ# bekommen. Warum Architekt Müller? Wie Landrat Dr. Joachim weiter ausführte, hat der Kreisausschuß am 28. April 1950 be- sen sei. schlossen, die Pläne für den Neubau einer Gewerbeschule am Friedhof durch Architekt Müller ausarbeiten zu lassen. Die Pläne sollten in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrkörper der Schule und den Innungen entstehen. Beinahe gleichzeitig seien die einzelnen Parteien von dem Beschluß des Kreisversammlungsausschusses in Kenntnis gesetzt worden, von denen aber keinerlei Einspruch erfolgt sei. Au» keinen anderen Gründen, so betonte der Land» rat, als um die Planung so einfach, sparsam und zweckmäßig wie möglich durchzuführen, habe der Kreisversammlungsausschuß Herrn Müller zum Architekten bestimmt. An den Plänen sei dann in den folgenden Monaten Tag für Tag gearbeitet worden und am 11. Oktober 1950 hätten sie dem Kreisversammlungsausschuß in großen Zügen Vorgelegen. In der Folgezeit habe man in der Planung etwas zögern müssen, bis als Nachfolger von Herrn Direktor Härdle, Studienrat Heiner K r u m von Konstanz vom Ministerium bestimmt gewe- „Wie ein klitz aus heilerem Himmel.. „Der große Reinfall” wird uraufgeführt Der Preismdskenball bringt ein besonderes Fastnachtsereignis Der Preismaskenball der Althistorischen Narrenzunft ist neben dem „Schmutzigen“ die älteste und größte in Offenburg zur Tradition gewordene Fastnachtsveranstaltung. Seit Bestehen des „Karnevalvereins Altstorische Narrenzunft“ hat die Bevölkerung von Offenburg und Umgebung immer auf diesen Ball ganz besondere Erwartungen gesetzt, die — das darf man gewiß sagen — auch nie enttäuscht worden sind. Phantasie und Gestaltungsvermögen für originelle Figuren aus Offenburg und aus weitem Raum, der keine Grenzen hat, können hier in prächtigster Weise sich auswirken, und die Bewerberinnen und Bewerber haben in Einzel- und Gruppendarstellungen es jeweils vielfach zu ganz ausgezeichneten und großen Leistungen gebracht. Die wertvollen im Europahaus ausgestellten Preise reizen natürlich. Aber nicht weniger ist es doch auch der eigene Wille, etwas Außerordentliches den Zuschauern zu bieten, sie zu überraschen und sich selbst eine Freude zu bereiten. Bei der starken Konkurrenz haben die Preisrichter — in diesem Jahre die Herren Architekt Weiß, K.O. Schimpf, Sepp Linder und ein Elfer — es oft sehr schwer, aber der Blick auf die Eigenart der mit oder ohne Maske sich ihnen bietenden Gestalt und deren lebendiges Sp ; el. die Empfindsamkeit für gediegenen, urwüchsigen und volkstümlichen Humor, die Freude an der Parodie und der künstlerische Sinn erleichtern ihnen doch die Arbeit und bringen jenen die Preise, deren Geist und ursprüngliche Schöpferkraft sie auch wirklich verdient- So kommt es, daß auch ein ganz einfaches Kostüm, eine lebendige Pose, ein plötzlicher, guter Einfall und ein witziges Wort die Zuteilung eines ersten Preises entscheiden können. Auf den Preismaskenball der „Althistorischen“ gehört aber auch ein lokales Spiel, und das diesjährige ist nun ein wirklicher Karnevalsherz, der den besonderen Vorzug hat, ganz der Realität des Offenburger Fastnahtslebens abgelauscht zu sein: „Der große Reinfall“ ist im vorigen Jahr wirklich Tatsache gewesen. Aber keiner der Beteiligten ist darob verstimmt. Sie haben alle Humor genug, um sich zu freuen und in so dezenter und lustiger Form den Abend nochmals und in einem viel größeren Kreis erleben zu dürfen. Daß die Althistorische“ die Kräfte für ein solches Spiel hat, bewies die glänzende Aufnahme der zweimals bestens besuchten „Redoute“. Für die Regie zeichnen dieselben Leute verantwortlich. Die Tanzlustigen werden aber auch voll auf ihre Rechnung kommen. Das Stück ist kurz, und die vorzüglichen Tanzorhester haben keine Gelegenheit zu langen Pausen. Dafür sorgt die auf „Tempo“ haltende Regie. So verspricht auch der diesjährige Preismaskenball wieder ein ganz besonderes Karnevalsereignis von dem man wie von vielen seiner Vorgänger auch in der Zukunft noch zehren kann. Die Zukunft aber ist noch weit. Einstweilen ist Gegenwart, und gerade unsere Gegenwart braucht solche Stunden des Frohsinns und der weiteren Beschwingtheit, um anderes leichter tragen zu können. „Nun kam“, so erklärte Dr. Joachim wörtlich weiter, „wie ein Blitz aus heiterm Himmel am 24. November 1950 ein Schreiben, das mich buchstäblich zwang, mich zu setzen, nämlich ein Schreiben von der CDU des Kreises Offenburg.“ In diesem Schreiben hieß es, bei den Planungen solchen Umfanges sollte ein Wettbewerb ausgeschrieben werden. Sollte der Landrat die Planung schon vergeben haben, habe er damit seine Zuständigkeit überschritten. , . Dr. Joachim erklärte dazu: „Erlassen Sie mir, meine persönliche Antwort darzulegen. Ich habe bis heute noch nicht geantwortet, weil ich bis heute noch nicht in Stimmung dazu war. Ende November wäre es für Architekt Müller nicht mehr möglich gewesen, von der Planung zurückzutreten; das hätte die Preisgabe einer monatelangen Arbeit bedeutet. Aus der Politik heraushalten Der Abgeordnete Haas (CDU) bemerkte zu dem Brief der CDU, der Kreisausschuß hätte seine Kompetenzen überschritten. Die Kreisräte hätten von der Sache gar nichts gewußt. 200 000 DM seien unter dem Tisch vergeben worden. Der Abgeordnete Fix (SPD) erklärte: „Es wirkt befremdend, daß die Kreisversammlung so wenig zusammenkommt. Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Hierauf antwortet Dr. Joachim diesen beiden Vorrednern. Es seien nicht 200 000, sondern rund 110 000 DM verausgabt worden. Der Kreisversammlungsausschuß habe bewußt nur die Planfertigung vergeben. lieber die Bauleitung sei noch nichts beschlossen worden. „Fünf Jahre lang“, erklärte der Vorsitzende weiter, „haben wir es fertig gebracht, uns aus der politischen Sphäre herauszuhalten und ich möchte bitten, daß es so bleibe. Wir wollen nicht mit aller Gewalt politische Dinge in die Ebene der Kreisversammlung hineintragen. Man schafft dadurch nur Spannungen und letzten Endes muß die Jugend, für die die Schule gebaut werden soll, darunter leiden.“ Nachdem, die Landwirtschaft bisher mit allen Mitteln unterstützt worden sei und auch weiterhin tatkräftig unterstützt werde, solle nun auch ewas für das Handwerk und das Gewerbe getan werden. Dabei sollte man nicht verkennen, daß die 1500 Pflichtgewerbeschüler nicht allein aus der Stadt, sondern aus 61 Gemeinden von vier Landkreisen stammen. Und wenn die derzeitige Entwicklung so weitergehe, dann werde der Prozentsatz der landwirtschaftlichen Jugend, die die Gewerbeschule in Zukunft besuchen wolle, noch höher sein. Der Abgeordnete Zoller (FDP) unterstützte den Vorsitzenden und betonte nochmals, daß der Kreis ohne die Mithilfe von Architekt Müller, den Stadträten Dielenschneider, Klemens usw. gar nicht in den Besitz des günstigen Geländes beim Friedhof gekommen wäre. Man solle mit dem Baubeginn nicht so lange zögern, bis die eine Million, die jetzt beschafft werden könnte (das ganze Projekt kommt auf rund 2 Millionen DM) vielleicht nur noch 500 000 DM wert sei. Der Abgeordnete Dielenschneider (SED) erklärte: „So wie wir hier beisammen sind, haben wir immer das Politische unberücksichtigt gelassen. Wenn von außen her so geschossen wird und persönliche Interessen vor den allgemeinen angestrebt werden, ist das zu bedauern. Wer es besser machen zu können glaubt, soll sich selber in dCÄ Kreisrat wählen lassen. Wenn die Vertreter 1 der CDU nicht mehr das Vertrauen der Parteileitung haben, soll man sie abberufen, wie man Herrn Wiedenhorn abberufen hat.“ Abgeordneter Zittel (CDU): „Es hat gar keinen großen Wert, sich herumzustreiten. Die Differenzen liegen wohl in der Hauptsache darin, daß viele Kreisräte nicht im klaren waren. Nachdem dies der Fall ist, erübrigt sich der Disput.“ Nach Abschluß der Debatte erläuterte Studienrat Krum, der kommende Direktor der Offenburger Gewerbeschule, die von Herrn Architekt Müller ausgearbeiteten Pläne. Wir werden auf sie in einem besonderen Artikel noch zurückkommen. Das Finanzierungsproblem des großen Projekts Als Punkt 6 der Tagesordnung stand die Frage der Finanzierung der Gewerbeschule zur Debatte. Der Kreisverwaltung ist ein Darlehen vom Landesarbeitsstock in Höhe von 300 000 DM angeboten worden, das mit 4 Prozent verzinst werden müßte. Der Zinsbetrag beliefe sich im Jahr auf 12 000 DM, was als äußerst günstig angesehen werden kann. Auf Anfrage teilte der Landesarbeitsstock mit, daß es hei diesem günstigen Zinsfuß bleibt. Ein weiteres Darlehen sei von der Badischen Kommunal- und Landesbank in Höhe von 250 000 DM angeboten worden, jedoch mit 8 Prozent Zinsen, nachdem erst 6 Prozent vereinbart gewesen wären. Dies wären im Jahr allein 20 000 DM Zinsen. Außerdem wurde die Auszahlung von 99 auf 98 Prozent herabgesetzt. Die Frage der Dotationen bzw. der Rückzahlung der Dotationen war bisher noch nicht klar. Als solche hatte der Kreis 350 000 DM zu Beginn der Währungsreform vom Staat bekommen. Jetzt muß er allerdings wieder 153 000 DM im Laufe von drei Jahren zurückzahlen. Wäre dies nicht nötig gewesen, so hätte der Rohbau der Gewerbeschule ohne weiteres aufgestellt werden können. Es ging nun In der Sitzung der Kreisversammlung darum, ob man mit dem Bau, bzw. dem Ankauf von Material sofort beginnen und das Darlehen der Landesbank annehmen solle (trotz des hohen Zinssatzes), oder nicht. Das Baumaterial, so. wurde vom Landrat betont, sei in der Jetzten Zeit im Preis sehr gestiegen, teilweise um 70 Prozent. Der Landrat vertrat die Ansicht, auf die Aufnahme des Darlehens der Landesbank zu verzichten, um etwas abzuwarten, bis man die Lage besser übersehen könne Da man außerdem noch vom Kultusministerium einen Verlorenenzu- schuß von 100 000 DM erhalte, sei es ratsam, den Kredit der Landesbank nicht anzunehmen. Außerdem sei es durchaus möglich, eine Summe aus einem Fonds der Besatzungsmacht zu bekommen. Der Landrat legte einen Antrag vor, der besagte, daß. man auf den Kredit der Landesbank verzichtet. Der Antrag wurde von der Versammlung angenommen, nachdem sich einige Kreisräte für sofortigen Beginn des Baus, bzw. sofortigen Ankauf von Baumaterialien ausgesprochen hatten. Der Landrat machte darauf aufmerksam, daß beim Bau der Gewerbeschule kein weiteres Projekt im Kreis berücksichtigt werden könnte. Man nimmt an, vor allem Inspektor Westermann betonte das, daß die Vorbereitungen zum Bau vor Sommer 1951 nicht beendet werden können und der Rohbau selbst vor Frühjahr oder Sommer 1952 nicht fertiggestellt werden kann. Die Finanzierung, so verlautete, reiche bis in den Haushaltsplan von 1953 hinein. Das Darlehen von 300 000 vom Landesarbeitsstock wird angenommen. Im weiteren Verlauf dieser Versammlung wurde wieder das Thema des Zustandes der Straße von Offenburg nach Durbach aufgegriffen. Landrat Dr. Joachim stellte mit allem Nachdruck fest, daß er bei der Besatzungsmacht schon alles unternommen habe, was möglich gewesen wäre. Die Panzer der Besatzungsmacht benötigten nach deren Angaben die Straße, die dadurch völlig zerstört würde. Jede Mark, die für eine Wiederinstandsetzung aufgewendet werden würde, sei völlig umsonst ausgegeben. Das hohe Alter von 80 Jahren erreicht morgen Freitag, 2. Februar, bei noch guter Rüstigkeit Franziska Vogt, Rosenstraße 4. Der hochbetagten Jubilarin unsere herzlichsten Glück- und Segenswünsche. 82 Jahre alt wird heute Frau Theres Bährle, Witwe, Gaswerkstraße 25. Der allseits bekannte Bürgerin zu ihrem Geburtstag die besten Glückwünsche. Schlepperschau. Wie uns mitgeteilt wird, ist die Normag-Dieselschlepperkolonne unterwegs, um in praktischen Vorführungen allen Interessenten die neuesten Typen vorzuführen. Die Zeit und Vorführ orte sind aus dem Anzeigenteil ersichtlich. Donnerstag, 1. Februar 1951 Uuset £e$et lud das k/ad Bruche mir dis Johr Fasent? Wem steht heute der Sinn nach Ueberschwang und Ausgelassenheit? Haben wir nicht im Taumel des Alltags der Ablenkung und Zerstreuung genug, um am Abend müde und abgespannt uns in die Federn sinken zu lassen? Ziehen sich nicht schon wieder düstere Gewitterwolken am politischen Himmel zusammen, die unsere ganze Aufmerksamkeit beanspruchen? Diese und andere Ueberldgun- gen lassen den Gedanken an die Fastnacht absurd erscheinen; denn ist Fastnacht nicht schnöde Narretei, nicht Verirrung, nicht Auswuchs ungebändigter Sinnlichkeit? — Oder sollte die Fastnacht vielleicht doch berechtigte Existenzansprüche aufzuweisen haben? Was Fastnacht ist und will bekam Offenburg im übervollen Dreikönig-Saal mit der Lokalhumoreske „150 Minuten Europahaus“ von der Althistorischen Narrenzunft vorgeführt. Auch die Wiederholung der Redoute im dichtgefüllten Saal am Montagabend hat gezeigt, daß ein reges Interesse der Offenburger Bevölkerung an diesen Veranstaltungen besteht. Wer diese 150 Minuten köstlichen, erfrischenden Humors miterlebt hat, der ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß auch in unserer heutigen Zeit ein Recht auf Frohsinn und Humor, gerade bei uns besteht. Es ist nicht die Freude am Lärm und Spektakel, wie etwa Schoppenhauer uns Menschen zu charakterisieren versucht. Fastnacht hat eine alte Herkunft. Erhaltung uralten Brauchtums, gepaart mit Pflege kritischer humoristischer Betrachtung des Gegenwartgeschehens, sind die Grundpfeiler dieser Sitten. — Den größten Anteil am Fastnachtstreiben nimmt unsere Jugend bei Unterhaltung und Tanz. Liegt hier nicht eine große Verantwortung in den Händen der Träger dieser Veranstaltungen? — Ist es nötig, daß die Jugend im Bedürfnis der Ausgelassenheit gewaltsam durch Plakate und sonstige Reklame auf das erotische Geheiß gelenkt wird, das sie ohnehin findet? — Die Beantwortung, dieser und anderer Fragen bleiben dem Leser überlassen. Daß man im Elferrat gewillt ist, eine echte Volksfastnacht zu erhalten, beweist seine Leitung und paritätische Zusammensetzung aus Persönlichkeiten aller Berufs stände, ferner zeigen es auch seine Veranstaltungen, die von diesem Geist des wahren Humors getragen sind. Zg. Ski-Club Offenburg Der SCO führt über Wochenende folgende Fahrten durch: Am Samstag, 3. Februar, 14 Uhr, zur Skihütte Ladstatt. Teilnehmerzahl beschränkt. Leitung: Gudduscheit. Anmeldung bis Freitag, 18 Uhr, bei Sport-Grimm. Die Mitnahme von Faschingbekleidung ist erwünscht.. — Am Sonntag, 4. Februar, 7 Uhr, nach. Schönwald zur Schwarzwaldmeisterschaft in der nordischen Kombination. Abfahrt der Omnibusse, und Fahrscheine nur bei Sport- Grimm. Die Ski-Schule des SCO führt vom 22. bis 30. März (Ostern) auf Sammelpaß einen Skikurs für Fortgeschrittene in St. Anton (Arlberg) , (Teilnehmerzahl auf 20 Personen beschränkt) durch. Anmeldungen sind bis 5. Fe bruar schriftlich zu richten an Franz Burda jr., Offenburg, Hauptstr. 13. Weitere Auskunft dort. Sprechtag des kath. Volksbüros' ln Offenburg, Friedenstraße 16, findet erst am Montag, den 12. Februar 1951, von 14 bis 19 Uhr der nächste Sprechtag des Kath. Volksbüros der Ortenau statt. Ebenso auch die nächsten Siedlersprechstunden der „Neuen Heimat“ Verkehrsverein vor der Neugründung Er tritt aus dem Schattendasein wieder an die Oeffentlichkeit Zu einer vorbereitenden Versammlung hatte die Stadtverwaltung am Montagabend in den Concordiasaal eingeladen, um den Offenburger Verkehrsverein wieder ins Leben zu rufen. Es waren zahlreiche Vertreter des Stadt- lates, der Offenburger Geschäftswelt, des Hotelgewerbes. der Industrie und der Eisenbahn anwesend. Oberbürgermeister Heitz begrüßte die Erschienenen u. dankte für das Interesse, das damit der Sache des Verkehrsvereins entgegengebracht wurde. Er erklärte nochmals den Grund der Gründung des Verkehrsvereins, der über die Kriegs- und Nachkriegszeit nominell von der Stadtverwaltung weitergeführt worden sei. Sein Dank galt dem bisherigen geschäftsführenden Vorstand, vor allem Herrn K. O. Schimpf, der bis zur Neuwahl e'nes endgültigen Vorstandes dieses Amt beibehalten wird. Was dem Verkehrs verein bisher gefehlt habe, führte der Oberbürgermeister aus, sei eine breite Mitgliederschaft, die allein in starkem Maße die Einrichtung eines Verkehrsvereins tragen könne. Offenburg sei jetzt wieder Tagungsort zahlreicher Kongresse, die Herbstmesse und das badische Landesturnfest ständen dieses Jahr bevor, so daß der Verkehrsverein viel Arbeit zu leisten haben würde. Offenburg sei der zentrale Mittelpunkt seiner Landschaft. Wenn der Verkehrsverein bisher ein Schattendasein unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt hätte, so sei es jetzt notwendig, in die Oeffentlichkeit zu treten. Es müsse dazu eine sehr intensive Werbung einsetzen. Je größer die Mitgliedschaft sei, um so geringer wären die Aufgaben des Einzelnen und um so fruchtbarer die Tätigkeit eines Verkehrsvereins, von der ja nicht nur, wie Herr Schimpf ausdrücklich betonte, das Hotelgewerbe, sondern auch das kleinste Geschäft in Offenburg profitiere. Die Stadtverwaltung, so erklärte der Oberbürgermeister weiter, werde dem Verkehrsverein auch in Zukunft jedmögliche Unterstützung zukommen lassen. Eine der Hauptschwierigkeiten bestehe noch in dem Mangel eines Büros. Die Besatzungsmacht hätte sich bereit erklärt, den Offenburger Verkehrsverein voll zu unterstützen. Jedoch müsse ein Ersatz für den Pavillon gegenüber dem „Palmengarten“ gefunden werden, um die französische Buchhandlung verlegen zu können. Die Versammlung beschloß einstimmig, daß der Verkehrsverein in seiner alten Form wiedergegründet werden solle und nicht durch ein städtisches Verkehrsbüro ersetzt werden dürfe. Auch war man sich darüber einig, daß der bisherige geschäftsführende Vorstand solange im Amt bleiben solle bis eine Mitgliederversammlung in einigen Wochen den endgültigen Vorstand gewählt hat. Auch wird der jetzige geschäftsführende Vorstand bis dahin eine Satzung ausarbeiten, über die auf der kommenden Versammlung dann beraten werden wird. Es ist zu hoffen, daß bei der nun ein tretenden Werbung die Offenburger Bürger dem Verkehrsverein größtes Interesse entgegen bringen werden, zumal seine Institution nur zum Wohle der ganzen Einwohnerschaft gereichen kann. Rammersweierer Dorfstraße ist instandgese^t Sie konnte für den Verkehr wieder freigegeben werden Rammersweier, (b) Die Arbeiten an unserer Dorfstraße sind nun soweit gediehen, daß die Straße für den Verkehr wieder freigegeben werden konnte. Wenn auch noch kleine Ausbesserungen an dem alten Stück der Straße zu vollenden sind, so kann man doch sagen, daß unsere Dorfstraße sich jetzt bis zum Rathaus in einem sehr guten Zustand befindet und auch den größten Anforderungen Rechnung tragen kann. Generalversammlung des Siedlervereins Rammersweier (b). Am letzten Freitag fand im „Römischen Kaiser“ die Generalversammlung des hiesigen Siedlervereins statt. Der 1. Vorsitzende, Bürgermeister Hurst, begrüßte die Anwesenden. Zunächst erstattete er Bericht über die Finanzierung der bereits im Rohbau fertiggestellten 7 Häuser, wozu noch 6 Häuser von Heimatvertriebenen kommen, die im letzten Jahr gebaut worden sind. Die anschließende Neuwahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Bürgermeister Hurst; 2. Vorsitzender Josef Deutsch; Schriftführer Herr Augsburger; Kassierer Kurt König; Beisitzer: Gemeinderat Eisenecker, Architekt König, Gemeinderat Braun und Paul Zahr. — Unter Punkt Verschiedenes sprach man den Wunsch aus, regelmäßig Versammlungen abzuhalten. Versammlung der Kriegsopfer Ortenberg, (s) Die Ortsgruppe der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen hielt in der Gaststätte Josef Harter ihre Generalversamm lung ab. Nach Erledigung des Geschäfts- und Das Elgersweierer Waldfest steigt Am kommenden Sonntag großer Fastnachtsumzug Elgersweier (e). Heute wird der Elferrat den letzten Appell an alle Narren ergehen lassen, zum Auftakt für das am kommenden Sonntag stattfindende Waldfest. Alle Freuden, die unser Wald zu bieten vermag, können erlebt werden. Der Festzug, der alles närrische Gesindel durch die Straßen zum Rathaus führt, verspricht viele Ueberraschungen; verraten wird vorerst nicht alles. Mit diesem Waldfest findet auch das 50jährige Jubiläum unserer Streichholzindustrie, die bis jetzt schon viele Jahrzehnte mit unserm Wald verbunden ist, statt. Dem Gründer und Jubilar wird öffentlich das Ehrenbürgerrecht ausgesprochen werden. Der maschinelle Betrieb kann heute nickt nur mit Grobholz, sondern auch mit jeglicher Art Schlagraum die besten Qualitätshölzer hersteilen.' Es werden von Sackverständigen einige Aufklärungen gegeben, so daß alle waldbesitzenden Gemeinden mit Interesse zur Fastnacht nach Klein-Paris kommen können. Ganz besonders empfehlen wir unsern Nachbarn von Zunsweier die Anlage und die Verwendung unserer Waldhölzer zu besieht:'gen. Alle Besucher werden in diesem Wald auch den Kuckuck und das Eichhörnchen finden. Unsere Geburtstagskinder im Februar Zunsweier (f). Am 2.2. begeht Maria Hil- berer, geh. Lienhard, ihren 71. Geburtstag; am gleichen Tag wird Berta Heitzmann 73 Jahre alt; das hohe Alter von 90 Jahren erreicht am 16.2. die ledige Juliane Vollmer. Sie ist die älteste Einwohnerin des Dorfes; 81 Jahre alt wird am 20.2. Susanne Wetzel. geb. Schimpf; am 22. 2. feiert Anna Vetter, geh. Ober!, ihren 74. Geburtstag; Ida Schwendemann, geh. Anselmen!, begeht am 27.2. ihr 75. Wiegenfest. Elternabend der kath. Jugend Zunsweier (f). Die katholische Jugend lud zu einem Elternabend in den „Ochsen“ ein. In dem umfangreichen Programm wechselten Lieder, Singspiele, Volkstänze und kleine Theaterstücke ab. Der Abend, der recht gut besucht war, zeigte, wie man auch mit einfachen Mitteln wirklich Hervorragendes leisten kann. Pfarrer Geßler dankte der Leitung der kath Jugend, Lehrer Huber, Frl. Hedwig Vetter und Frl. Friedei Hilberer für ihre wertvolle Erziehungsarbeit. Versammlung des Viehversieherungsvereins Diersburg (s). In der „Linde“ fand die Jahresversammlung des Viehversicherungsvereins statt. Zunächst wurden die Schadenfälle des Jahres bekanntgegeben, deren Zahl, 18 Stück, außerordentlich hoch war. Nach dem anschließenden Rechenschaftsbericht wurde der Gesamtvorstand entlastet. Da nur alle drei Jahre gewählt wird, konnte von einer Neuwahl abgesehen werden. Unterschiedliche Stockzahl Diersburg, (s). Nach der Versammlung des Viehversicherungsvereins fand am Sonntag eine Versammlung des Imkervereins statt. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag des Seuchen- sachverständigen Riester aus Zunsweier. In der Diskussion wurde die Frage der Königsbeute erörtert. Bei der Behandlung der Zuk- kerfrage mußte festgestelit werden, daß verschiedene Imker beim Verein eine andere Stockzahl angegeben haben als bei der amtlichen Viehzählung, was bei der Zuckerverteilung erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Faschingstreiben im „Hirschen“ Diersburg, (s). Der Elferrat des Musikvereins lädt die ganze Bevölkerung für Samstagabend zu einem großen Faschings treiben im „Hirsch“ ein. Um 23,30 Uhr ist Preispolonaise mit Auszeichnung der schönsten Paare. Kassenberichts fand die Wahl zum Vorstand statt, bei der Gottfried Frei als Vorsitzender, Franz Wiedemer als 2. Vorstand, August Kutt- ruff als Schriftführer, Andreas Oberle als Kassier sowie Eugen Kern, Mathilde Berg und Martha Sieferle wiedergewählt und Franz Frei neu hinzugewählt wurden, diese als Beisitzer. Fastnachtsabend des „Sängerbundes“ Ortenberg. Im Rahmen der Fastnachtsveranstaltungen findet am Samstagabend ein närrischer bunter Abend des „Sängerbundes“ im Achsensaale statt unter dem Motto: „Lachen am laufenden Band“. Humoristische Darbietungen, das Hans im „Glück“-Quartett und ein Schlagertrio sorgen für fröhliche Stimmung. Als Ueberraschung kommt außerdem . . . (Wer kommt, wird nicht verraten.) Kommen Sie selbst und sehen! Wiedersehensfeier Ortenberg (s). Die Dreißigjährigen der hiesigen Gemeinde fanden sich zu einer Wiedersehensfeier in der Weinstube Schilli zusammen. Bei Vorträgen, Spielen und angeregter Unterhaltung verbrachte man einen schönen Abend. — Der Landwirt Josef B u c h e r t beim Rathaus vollendet am 1. Februar sein 76. Lebensjahr. Unseren herzlichsten Glückwunsch. Dem Brautpaar ein Ständchen Ohlsbach (ü). Der ehemalige Zehnthof der reichsritterschaftlichen Hub im Schlauch war Zeuge einer abendlichen Serenade. Aus Anlaß der Vermählung der Bürgerstochter Hedwig Buß mit Metzgermeister Walter Konzel- mann brachte der Männergesangverein Ortenberg dem Brautpaar ein Ständchen dar. Unter Leitung von Hans Berg trug der Chor einige sehr beifällig aufgenommene Lieder von der mit einem Maien geschmückten Behausung der Braut war. Schon wieder ein Sterbefall Biberach (b) Wenige Wochen nach der Erreichung des 78. Lebensjahres ist Frau Sofie Berger geh. Müller gestorben. Viel Kummer hatte ihr das Leben besehieden, dock blieb sie stets eine herzensgute Frau. Daher genoß sie die Wertschätzung aller Mitmenschen, die sie in großer Zahl zur letzten Ruhe begleiteten. Mütterberatungsstunden Das Staatl. Gesundheitsamt Offenburg hält im Monat Februar 1951 in nachstehenden Gemeinden die Mütterberatungsstunden wie folgt ab: Berghaupten, 23. 2., 3 Uhr, Rathaus; Bohls- bach, 12. 2.. 2 Uhr, Rathaus; Diersburg 8. 2. r 2 Uhr. Rathaus; Durbach 22. 2., 2 Uhr, Rathaus; Ebersweier, 5. 2., 2 Uhr, Rathaus; Elgersweier, 14. 2., 2 Uhr Schulhaus; Gengenbach, 21. 2., 3 Uhr Rathaus; Bad Griesbach, 20. 2., 2 Uhr Rathaus; Griesheim, 27. 2., 1 Uhr Rathaus; Hofweier, 7. 2., K>2 Uhr Schulhaus; Lautenback, 15. 2., ! A2 Uhr Schulhaus; Niederschopfheim, 15. 2., Vi2 Uhr Kochschule; Oher- kirch 7. 2., 2 Uhr Kochschule; Ohlsbach, 27. 2., 2 Uhr Rathaus; Oppenau, 13. 2.. 2 Uhr Bürgersaal; Ortenberg, 9. 2., 3 Uhr Schulhaus; Bad Peterstal, 19. 2., 3 Uhr Schulhaus; Reichenbach 16. 2., 3 Uhr Rathaus; Schutterwald 21. 2., 2 Uhr Rathaus; Stadelhofen, 1. 2., 1 Uhr Rathaus; Tiergarten 8. 2., 1 Uhr, Rathaus; Ulm 19. 2. 1 Uhr Rathaus; Weier 1. 2., 2 Uhr, Rathaus; Windschläg 26. 2., 2 Uhr Rathaus; Zunsweier 22. 2., 3 Uhr, altes Schulhaus. Wanderung des Sdiwarzwaldvereins Am vergangenen Sonntag führte der Schwarzwaldverein seine erste diesjährige Wanderung als eine Nachmittags- u. Arbeitswanderung durch, zu der sich eine recht stattliche Schar eingefunden hatte. Man wanderte den Fessenbacherweg dem Schuckshof zu, zunächst den Panoramaweg, um dann den breiten bequemen Weg nach dem Hohen Horn einzuschlagen. Manche Teilnehmer wählten den schönen Serpentinenweg um dann über Köpfle —Ortenberger Schloß hinunter nach Ortenberg zu wandern. Im Gasthaus „Zum Ochsen“ fand sich die frohe Schwamvaldfamilie recht gemütlich wieder zusammen. Vorstand Ludwig Schneider gab dort seiner Freude über die gute Teilnahme bei dieser ersten Wanderung, Ausdruck, die als ein guter Auftakt bezeichnet werden darf. In der alten Heimat zu Besuch Hofweier, (h) Nach 23jähriger Abwesenheit in Amerika traf Friedrich Junker zu einem längeren Besuch in seiner Heimatgemeinde Hofweier ein. Die Musikkapelle brachte ihm am Sonntag ein wohlgelungenes Ständchen. Wir wünschen dem Gast angenehme Tage während seines Aufenthalts bei seinem Bruder. Fastnachtsveranstaltüng in Hofweier. Hofweier, (h). Am vergangenen Samstag hielt die Handballabteilurig des TUS Hofweier ihre diesjährige Fastnachtsveranstaltung ab; Der Abend stand unter dem Motto „D’Hofierer sin lustig und munter“. Die Leitung lag in den Händen von Hardy Bayer, der es verstand, einen flotten Unterhaltungsabend aufzuziehen. Das Uebrige besorgte die ausgezeichnete .Müj. sik. — Der Handballabteilung schloß sichder „Strampelverein“ an. Auch hier kamen alle Radnarren und -Närrinnen auf ihre Kpsten, Bei beiden Veranstaltungen erschien der Elferrat und gab seine Verbundenheit mit den Vereinsnarren kund. Ans dem Harmersbachtal Unterhaltungsabend der Feuerwehr Oberharmersbach, (m). Am Sonntag hielt die Freiw. Feuerwehr in dem festlich geschmückten Saale des Gasthauses „Zur Stube“ einen gut gelungenen Unterhaltungsabend ab. Eine Abteilung der Musikkapelle sorgte für Einlagen. Die Wehr brachte vier lustige Einakter auf die Bretter, die einen Lacherfolg hatten. Kommandant Wilhelm Lehmann konnte einen vollbesetzten Saal begrüßen u. a. auch Bürgermeister Braun. Der Abend war für die Wehr ein voller Erfolg. — Der Gesangverein „Frohsinn“ hält heute seine Fastnachtveranstal- tung in der „Sonne“ ab.. Für ein reichhaltiges Programm ist Sorge getragen. r f Unerwartet verstorben Nordrach, (s) Unerwartet rasch wurde Frau Theresa Gebele geh. Herrmann im Alter von 69 Jahren durch einen Herzschlag aus einem arbeitsreichen Leben gerufen. Viele hat die Verstorbene zu Grabe geleitet; so war es nicht zu verwundern, daß auch ihrem Sarge eine große Trauergemeinde folgte. Hanauerland und Ried Familienfeier der „ndiinonie" Ichenheim (r). Zum Abschluß der Familienfeiern trat der Männergesangverein „Harmonie“ im Schwanensaale mit einem gut ausgearbeiteten Programm an die Oeffentlichkeit. Der stellvertretende Vorstand Ludwig Jäger eröffnete die Feierstunde. Stimmungsvoll vorgetragene Lieder des Männerchores sorgten für angenehme Unterhaltung. Den Höhepunkt des Abends bildete das Theaterstück „Der Freischütz“. Die mit viel Hingebung spielenden Darsteller zogen alle Anwesenden in ihren Bann Audi das anschließend aufgeführte Singspiel versetzte die Zuhörer in fröhliche Begeisterung. Später folgte die Ehrung verdienter Sänger; es wurden Wilhelm Walter. Friedrich Schnebel und Otto Jäger für 25jährige Mitgliedschaft mit einer Ehrentafel des Vereins ausgezeichnet. Während den Pausen durften sich die Anwesenden an den flotten Weisen der Musikkapelle erfreuen. Unterhaltungsabend des VdK Ichenheim, (f). Der Ortsverband des VdK. veranstaltete im Gasthaus „Zum Schwanen“ einen Unterhaltungsabend. Der Vorstand K. Wen die begrüßte die Anwesenden. Ein lustiges Theaterstück wurde im Laufe des Abends gezeigt. H un'i , laufenden Band. i.sche Einlagen folgten am Von der Ichenheimer Fasent Ichenheim (r). Den Auftakt der Fasent bringt der „Schmutzige“. Der Beginn am Grünloch wird alt und jung auf die Beine bringen, so daß der anschließende Hemdklunkererumzug ein vielbewundertes Ereignis zu geben verspricht. Der Hemdklunkererball findet im Löwenradien und Schwanenhals statt. Der eigentliche Höhepunkt wird für Sonntag und Rosenmontag erwartet. 72 Jahre alt Dundenheim, (s) Seinen 72. Geburtstag begeht am 30. 1. Landwrt Georg Wurth. Dem Jubilar, einem alten Förderer des Männergesangvereins „Eintracht“, und dessen Ehrenvorstand wünschen wir noch viele Jahre körperlichen und geistigen Schaffens. Altcrsjubilare der Woche Goldscheuer, (f). Karl Fischer, Müller, Kittersburg, 76 Jahre; Frau Magdalena Scheer, Witwe, geh. Marzluf, Goldscheuer, 79 Jahre; Frau Anna Beschert Witwe, geh. Marzluf, Marlen, 73 Jahr, Frau Beschert war von 1900 bis 1934 hier als. Handarbeitslehrerin tätig. Donnerstag, 1. Februar 1951 Kommt der „Meerrettichmann aus dem Mond"? Großer närrischer Umzug am Fastnachtssonntag in Urlolien Urioffen. Es geht die Sage — und manches deutet darauf hin, daß sie nicht jeder Grund läge entbehrt — daß im Meerrettichdorf zur Zeit etwas vorbereitet wird, was den Rahmen des Herkömmlichen zu sprengen verspricht. Die Gerüchte werden auch durch die offizielle Nachricht von der für heute angekündigten Erstürmung der hornisianischen Rathaus- Bastille bestätigt, die ein neues Zeitalter, das „Meerrettichanische“ genannt, heraufführen soll. Sie wird die Befreiung des Narrengeistes bringen, der dann ungehemmt sein Szepter schwingen kann, das Szepter, dem sich ganz Urioffen freiwillig unterwerfen und das der Meerrettichmetropole ein Ereignis bescheren wird, das, ähnlich dem vergangenen Meerrettichfest im Herbst, weit über die Ortsgrenzen hinaus staunende Bewunderung erregen kann. Wie es sich im einzelnen gestalten wird, davon weiß die Sage nichts zu erzählen. Doch scheint in seinem Mittelpunkt ein Meerrettichmann einer fernen, glücklicheren Welt, vielleicht gar ein Meerrettichmann vom Mond, zu stehen, der herabsteigeri wird aus seiner abgeschiedenen Ferne, um hier in Urioffen den hochwohllöblichen Prinzen Karneval zu begrüßen. Mit seiner Ankunft wird mit aller Bestimmtheit gerechnet. Sollte sie wirklich wahr werden, was wohl außer allem Zweifel steht, dann dürfte dieser Meerrettichmann aus dem Mond sicher den Mittelpunkt des großen Umzuges in den frühen Mittagsstunden am Fastnachtsonntag bilden. Eine weitere sagenhafte Gestalt wird in diesem Zusammenhang oft erwähnt. Es soll ein 16 Meter langes Ungeheuer mit vielen Gliedmaßen sein, ein Saurier aus grauer Vorzeit, der hier zu neuem Leben erwachen wird. Dem Triumph des Narrengeistes sind keine Grenzen gesetzt. Wer die von ihm verwandelte Welt des Meerrettichdorfes bewundern lernen will, abgehaltenen Versammlung der Interessengemeinschaft der Heimatvertriebenen wurden folgende Vorstandsmitglieder gewählt: Frau Gertrud Teschner als 1. Vorsitzende und gleichzeitig Vertrauensperson der Flüchtlinge, Kurt Becher als 2. Vorsitzender, Ernst Danilewski als Schriftführer, Erich Teschner als Kassier und Frau Irmgard Ockenfuß als Beisitzerin. Zwei Trauernachrichten Bohlsbach. (1) Im Monat Januar trafen zwei Todesnachrichten von bisher vermißten Soldaten ein. Die erste betraf den Landwirt Rudolf Link, der nach Mitteilung der deutschen Dienststelle für Benachrichtigung der nächsten Angehörigen am 4. April 1945 in Breslau gefallen ist. Die zweite Nachricht betraf den Arbeiter Josef Link, Josef Sohn, der bereits am 5. Februar 1945 im Raum Bisherm (Frankreich) den Tod fand. Beide Gefallenen waren aktive Mitglieder des Gesangvereins „Eintracht“, weshalb ihnen in vergangenen Sonntagsgottesdiensten jeweils . ein Trauerchor gesungen wurde. Radfahrverein eröffnete Fastnacht Nesselried (v). Mit einem bunten Abend eröffnete der Radfahrverein am Sonntag in den schön hergerichteten Räumen des Gasthauses „Zum Engel“ die diesjährige Fastnacht. Es wurden zwei Lustspiele zum besten gegeben. Bei fröhlicher Unterhaltung und Tanz, zu welchem die Musikkapelle aufspielte, verging die Zeit allzu schnell. Das Wagnis ist gelungen Rammersweier (b). Es ist ein großes Risiko für einen erst wieder neu gegründeten Verein, eine neue Veranstaltung zustarten. Was frisch gewagt, ist halb gewonnen, sagte sich der Turn- und Sportverein, als er zu seinem großen Maskenball einlud. Der Auftakt wurde ein voller Erfolg. Ueber alle Darbietungen ausführlich zu berichten, würde zu weit führen. Jedoch solle die Aufführung des Reigens unter Leitung von Turnwart Ruf, sowie die Musikkapelle, die sich zur Verfügung gestellt hatte, nicht unerwähnt bleiben. Eine besondere Ueberraschung war das Auftauchen eines Zebras und der Hexen. Eine gut gelungene Schnitzelbank sowie eine sehr gute Stimmung sorgten dafür, daß niemand zu früh nach Hause kam. Ehre den Silberpaaren Fessenbach, (x) Neben den Melodien, die der Musikverein seinem Vorstand A. Bürkle anläßlich der silbernen Hochzeit widmete, erklangen auch die Lieder des Kirchenchores Weingarten, der damit einem seiner eifrigsten Sänger, Konstantin Hugle, der ebenfalls diesen Hochzeitstag begehen konnte, ehren wollte. Pfarrer Fischer fand herzliche Worte für diesen Gedenktag in der Familie, der in schöner Harmonie von den beiden Paaren bei Musik und Gesang in der „Linde“ begangen wurde. Bau des Winzerkellers bei der Schule Generalversammlung der Winzergenossenschaft Ortenberg berät Finanzierung Ortenberg:, (s) Die Generalversammlung der Winzergenossenschaft fand am Sonntag in der „Krone“ statt. Vorstand Sief erle konnte ein volles Haus begrüßen. Er erteilte Revisor der möge am Sonntag den Weg nach Urioffen Sa ck m an n das Wort zur Bekanntgabe der nicht scheuen. Denn er lohnt sich bestimmt. Bilanzen der Genossenschaft für 1948-1950. Dieser erläuterte die einzelnen Rechnungsergebnisse in ausführlicher Weise, worauf die Versammlung dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilte. Bei den Ergänzungswahlen zum Vorstand wurde Alois Friedmann an- Der Vorstand der Heimatvertriebenen Bühl (m). Frau Walburga, geh. Seiler, Witwe des Bäckermeisters Johann Sachs wurde am 31. Januar 74 Jahre alt. — Bei der kürzlich Ehemaliges RAD-Gelände wird Sportplah Die Urioffer Lagerbaracken werden verkauft — Plafj wird hergerichtet Urioffen, (h) Dieser Tage wurde bekannt gegeben, daß das ehemalige RAD-Lager im Gewann Stöckert zum Verkauf ausgeboten wurde. Verkäufer ist das Amt für kontrollierte Vermögen. Es fanden sich private, industrielle und behördliche Liebhaber, so daß die Aussicht besteht, daß dieses aus gewissen Gründen so unbeliebte Lager von der Bildfläche verschwindet. Die große Küchenbaracke mit eingebauten Speise- und Aufenthaltsraum wurde von der Gemeinde übernommen. Die Führerbaracke rechts vom Eingang wurde von privaten hiesigen Interessenten gekauft und soll zwei Wohnungen aufnehmen Es ist von der Gemeinde beabsichtigt, den Platz des Lagers als Sportplatz herzurichten, da er mit ca. 1 Million cbm Schotter eingelegte Komplex für die Wiederkultivierung verloren ist. Die Gemeinde und die Vereine kommen mit diesem Entschluß zu einem Sport- und Festplatz in Dorfnähe und schöner Lage, wobei der große Speisesaal der Küchenbaracke als Wirtschafts- und Wetterschutzraum dienen soll. Die Vereinsvorstände haben die Absicht der Gemeinde begrüßt oder zeigten sich dem Plan aufgeschlossen. So werden in die diesem Sommer schon in der „Stöckert“ sportlichen Wettbewerbe stattfinden. Neuer Sportplak am Lohwald? Windschläg (tt). Der Tum- und Sportverein hielt im „Schwanen“ seine Generalversammlung ab. Vorstand M. Kränzle eröffnete die Versammlung. Zuerst wurde das Protokoll verlesen und dann Rechenschafts- und Kassenbericht bekannt gegeben. Kassier und Gesamtvorstand wurden entlastet. Die Wahl des Platzwartes fiel auf Karl May. Zugleich wurde für die Entlastung des ersten Turnwarts noch als Stellvertreter Franz Schmidt gewählt. Auch die Tribünenfrage wurde sehr schnell erledigt. Eine große Belastung für den Verein bedeuten die Anschaffungen der dringend benötigten Turn- und Sportgeräte. Aber auch hier wurde der richtige Weg gefunden. Unter Punkt Verschiedenes wurde u. a. die neue Sportplatzanlage erörtert. Sie soll am Eingang zum Lohwald geschaffen werden. Es ist zu hoffen, daß die maßgebenden Forstämter die Sache des Vereins unterstützen und ihm zu einem neuen Sportplatz verhelfen. stelle des verstorbenen Albert Wunsch als neues Vorstandsmitglied gewählt. In den Aufsichtsrat, von dem ein Mitglied verstorben ist, wurden Gottfried Vollmer und Gottfried Bu- chert neu gewählt, während Karl Gremin- ger wiedergewählt wurde. — Ein weiterer Punkt betraf den Neubau des Winzerkellers. In einer Abstimmung entschieden sich die Genossen für den Platz bei der Schule. Anschließend sprach man über die Finanzierung und die Aufbringung der Mittel zum Kellerbau. Möge nun dieses Werk gelingen zum Wohle der Genossenschaft und Ortenberg. Das Fasentprogramm von Ortenberg Ortenberg (s). Heute geht Ortenberg in den „Ochsen“, dort ist was los, dort ist der Elferrat, dort sind die lustigen Vagabunden. Der Samstag gehört dem Gesangverein, der ebenfalls im „Ochsen“ Schönes bieten wird. Auch der Sonntag lockt, und zwar wieder in den „Ochsen“ zum „Fescht“, das der Sportverein veranstaltet. Die nächste Woche ist dann die Musik an der Reihe, da muß man unbedingt dabei sein. Gengenbachs Fasent-Kalen der Gengenbach, (a) Auch in diesem Jahre wird der TV Gengenbach seine Freunde am „Schmutzige Dunschtig“ mit humorvollen Darbietungen im „Löwen“ erfreuen. Diese Veranstaltung hat von jeher zu den zugkräftigsten der Fasentzeit gehört und wird auch dieses Jahr wieder einen der Höhepunkte bilden.— Zum „Rot-Weiß-Ball“ haben die Sportler des SV Gengenbach für den Samstag in die „Sonne“ geladen. Köstliche Ueberraschungen und die Prämiierung der originellsten Masken stehen bevor. — Am gleichen Abend wird der traditionsreiche „Zunft-Ball“ viele Narren und Närrinnen im „Adler“ in seinen Bann ziehen. —> Die sportliche Fasent hat sich auch in diesem Jahr der Sportverein Vorbehalten. Er wird mit großem Gefolge und Musik zum Sportplatz ziehen und dort mit einer „ausländischen“ Mannschaft zum Wettkampf antreten. Außerdem steht die Jugendmannschaft gegen eine Mädchenelf für zweimal 10 Minuten im Spiel, wie auch die Alten Herren- gegen eine Damen-Auswahlelf für die gleiche Zeit kämpfen werden. Beim VfR geht’s los ... Elgersweier. Am „Schmutzigen“ steigt fm Kurhaus „Lindenhof“ wie alljährlich die Fastnachtsveranstaltung des VfR Elgersweier. Zwei schmissige Kapellen und ein größer Preismaskenbail mit verlockenden Preisen werden dafür sorgen, daß der „Lindenhof“ einmal mehr Mittelpunkt der „besseren Gesellschaft“ 'wird. Für Kraftfahrzeugbesitzer sei auf die einzigartige Unterstellungsmöglichkeit in der repräsentativen Freilichtgarage hingewiesen. Der „Schmutzige“ in Hofweier Höfweier, (h) Heute tritt der Elferrat „Vik- torrexia“ wieder an die Oeffentlichkeit. Die ganze Dorfgemeinde ist gespannt, was die elf Obernarren bieten. Daß das Programm gut ist, wissen alle von früheren Veranstaltungen her. Es ist eine Hofweierer Lokalkomödie, die vom Elferrat aufgeführt wird. Mehr wird nicht verraten. Für die nötige Stimmung wird eine Jazzkapelle sorgen. Maskenball des Sportvereins Altenheim, (r) Der am Samstag vom Sportverein veranstaltete Maskenball wurde zu einem vollen Erfolg. Kaum konnte der geräumige Schwanensaal die Teilnehmer alle aufnehmen. Zwei schmissige Tanzkapellen sorgten für gute Unterhaltung, so daß bald ein echtes rechtes Fastnachtstreiben im Gange war. — Am Donnerstagabend hält der Gesangverein eine Nachfeier zu seiner Winter- veranstaltyng ab. — Beim Holzabladen brach Fräulein Christine König den rechten Arm. Wir wünschen der Verletzten baldige Gene-- sung. Lebhafte Bürgerversammlung in Nordradi ; Hitgige Debatte über den Ankauf und Tausch von Baugelände Nordrach, (s) Nach dem Hauptgottesdienst fand eine sehr gut besuchte Bürgerversammlung im Gasthaus „Zum Kreuz“ statt. Bürgermeister Oehler verbreitete sich über die Tätigkeit des Rathauses, Wohnungsbau, Bachregulierung, Waldweganlagen usw. Gemeinderechner Birk gab einen Ueberblick über den Stand der Gemeindefinanzen, die in guter Ordnung sind. In der Diskussion kam vor allem der Ankauf bzw. Tausch von Baugelände zur Sprache, wobei es zu deplazierten Ausdrücken kam. Nach längerer Debatte konnte die anregend verlaufene Versammlung geschlossen werden. Am Nachmittag fand die Generalversammlung mit Vorstandswahl der Gewerkschaft der Waldarbeiter statt. Eine große Zuschauermenge lockte das großangelegte Fußballspiel des Elferrates gegen den ASV an. Manche köstliche Szene entstand, und weil der Torwächter mit seiner gewichtigen Person das ganze Tor ausfüllte, war es schwer, ein Tor zu schießen. Die Musikkapelle unter Dirigent Lang hatte sich bereitwillig zur Verfügung gestellt. — Die Fastnacht wäre hiermit also auch bei uns eröffnet. Vermietungen 1 Ehrl. Heiß. Mädchen Schönes, möbl.Zimmer gesucht. Metzgerei Ruschmann, Offenburg, Seestr. 10 an berufstät. Herrn zu vermieten. Zu erfr. u. Nr. 13-10 in der Gesch. des O. T. Hausmädchen „ A1 t— —4>n VS l. 4— 1 ^ 4 1 1 ts T r* seiDsiana., enn,, nicnt umei 20 Jahren, in allen Hausarbeiten bewandert, sofort od. auf 15. 2. 1951 ges. Zu erfr. u. Nr. 18-19 in d. Gesch. d. O T. Büroräume in bester Geschäftslage Offenburgs (Hauptstraße) zu vermieten. Offerten unter Nr. 19-22 an die Gesch. d. O. T. 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Die viel gepriesene Hintermannschaft von B. wurde öfters auf harte Proben gestellt, und das Aufholen eines 2:0-Riickstandes hat gezeigt, daß auch sie nicht unüberwindlich ist. Vor zahlreichen Zuschauern entwickelte sich ein fesselndes und schnelles Spiel. Bei gleichmäßig verteiltem Feldspiel gelang es Berghaupten, bis zur Pause zwei Tore vorzulegen. Wer aber geglaubt hatte, daß Diersburg durch diesen Rückstand entmutigt die Waffen strecken würde, wurde in der zweiten Halbzeit eines Besseren belehrt. Mit schnellen Vorstößen und großem Einsatz wurde von Diersburg durch ein Spieltor und einen Elfmeter das 2:2 erzwungen, und im weiteren Verlauf des Spieles war Diersburg dem Sieg oft näher als Berghaupten. Auenheim I — Ichenheim I 1:2 Nach ausgeglichenem Feldspiel waren es die Gäste, die die Initiative an sich rissen und in der 20. Min. durch ein herrliches Kopfballtor des Halbrechten Rudolf in Führung gingen. Die Platzherren kämpften nun verbissen auf biegen und brechen um den Ausgleich, doch ohne Erfolg. Die meisten gegnerischen Angriffe wurden von dem ausgezeichneten Gästestopper Rudolf vereitelt. Trotz der harten Note, die die Platzherren zeitweise ins Spielgeschehen brachten, konnten sie nicht verhindern, daß die Gäste ihre Führung weiter Ausbauten und etwa nach 10 Minuten nach Wiederanpfiff durch den Halblinken Reichenbach auf 2:0 erhöhten. Auch die Einheimischen konnten nun einen Treffer anbringen. Einen Foulelfmeter, den die Platzherren in der Folgezeit zugesprochen bekamen, konnte der Gästehüter in einem wundervollen Hechtsprung, der manchem Ligaspieler Ehre gemacht hätte, zunichte machen. Diesem Umstand war es zu danken, daß Sieg und Punkte ins Ried wanderten. Einen ausgezeichneten Eindruck hinterließ der Gästemittelläufer, der ein enormes Pensum von Gegenangriffen in kaltblütiger Weise* vereitelte, Schiri Klein (Zunsweier) war dem Spielgeschehen ein gerechter Leiter. Im Vorspiel trennten sich Auenheim II — Ichenheim II mit 1:6 Toren. -ach. Tischtennis TTC Gengenbach — SV Schiltach 8:8 Am Sonntag trug der TTC Gengenbach seinen ersten Kampf m der Rückrunde aus. Da der SV Schiltach punktgleich mit dem TTC Gengenbach an der Spitze der Tabelle lag, sollte dieses Spiel die Entscheidung bringen. Durch das Versagen eines Gengenbacher Spielers jedoch reichte es nicht zu einem Sieg, so daß Schiltach weiterhin die Führung der Tabelle inne hat und sie wohl nicht mehr abgeben wird. — Im Spiel der II. Mannschaften siegte Gengenbach über die Vertretung von Schiltach klar mit 11*2 Punkten. (a) Gottesdienstordnung Gengenbach. Donnerstag 6.30 2. Opfer mit hl. Messe für Eisenbahnassistent Georg Suhm; 1.15 Seelenamt für Franz Lienhard, Bermersbaeh; 9.00 Beerdigung mit Seelenamt für Karl Ficht, Schwai- bach; 17.00—19.00 Beichtgelegenheit: 18.00 hl. Stunde mit Herz-Jesu-Liebeswerk. — Freitag (Mariä Lichtmeß): 6.30 hl. Messe für Theresia Spitzmüller geb. Huber und Söhne, Reichenbach; 7.00 hl. Messe für die Pfarrgemeinde; 7.15 Herz-Jesu-Amt für Franz Echtle und verm. Sohn Franz, Strohbach. — Samstag 6.30 hl. Messe für Seraphine Moser geb. Liefert (bestellt vom Mütterverein): 7.00 2 Opfer mit hl. Messe für Emma Billmeier; 7.15 Priestersamstagmesse mit Gebet und Segen; 18.00 Rosenkranz. Offenburger Tageb'att Chefredakteur: Adolf Kimmig Badner Land und Sport: Herbert Buhte, Kultur und Unterhaltung: Karl Glea Lokales: Dr. Alfred Gailer Landwirtschaft!. Beilage: Walter Fiebert Druck: A Reiff & Cie- Offenburg Rheinischer Hof Heute ab 20 Uhr zum Schmutzigen Donnerstag Närrisches Treiben Es spielt das Bolero-Trio Und wieder im jfEftfjd** Schmutziger- Donnerstag-Bali Es spielt die Kapelle „Zarina" Wozu freundlich einladen Severin Harter und Frau UtCüffCt i Samstag, 3. Februar, 19 Uhr im a V „Posthorn" großer Empfang 9 beim Narrenprinzen Hugo I. Sonntag, 4. Februar, 13 Uhr Grober farbenprächtiger Umzug mit Humor und Kritik - über 25 Wagen und Gruppen öffentliches Nanenspiei: Triumph des Nuneugeistes Tribüne bei Kaufhaus Federer - 19 Uhr im „Posthorn" Preismaskenball ab 19 Uhr iaMetföote Offenburg Schmutziger Donnerstagball mit den Swing-Stars mit Verlängerung Heute „Schmutziger* Donnerstag ab 18.30 Uhr traditioneller „Hemdklunker-Ball“ Gasthaus Hämischer Kaiser, Bammersweier Es ladet ein, der Musikverein r OFFENBURG Schmutziger Donneretag: Großer Hausball 2 Kapellen Samstag, Sonntag und Montag jeweils Kostilmball Dienstag: Kehraus V. Üm s r-*™ _ VZE LL-WEI E RBACH _ Schmutziger Donnerstag ab 20 uhr • Maskenball • mit Verlängerung Es spielt die Stimmungskapelle MELODIA Fahrgelegenheit Riedle-Offenburg durch den Piedle-Exprft, Tel. 1801 Auf zum schmutzigen Donnerstag ilfoMtensUdet Büusti&e in die alihiitoriscb« tf* Große und kleine Närrinnen sind erwünscht. Do gehi's lustig zue, drum kume in d' Bahnhofswirtschaft Ortenberg zu der Narrenfamilie: Hermännle, Liesele, Vehrle, Martele Dienstag Schlußrambo | Vater zum Sohn: lg* fflelabon großer Faschingsrummel mit Veilängerung Donnerstag, Samstag, Sonntag, Montag und Dionslag Karl Straßburger u. Frau Römischer Kaiser Ottenburg Schmutziger Donnerstag ab 19 Uhr buntes Fastnachtstreiben ) Sonntag Montag j- ab 20 Uhr Dienstag 1 jeweils großer Fastnachtsrummal verstärkte Musik Ihie rastuachts- Anzeige tur die Samstagaus- gabe pünktlich aulgeben. SaalbauW^OMMe Zell-Weierbach Großer Schmutziger-Donnerstag-Ball mit Verlängerung Barbetrieb - Tanzorchester Solling Omnibus-Pendelverk. von Einhornapotheke - Zähiinger Brücke an 19 Uhr mit Omnibus Becker iiiimiWiiiiiniiii Itumimmnnmm Althistorische Norrenzunft Ottenburg Fastnachtsmontag, abends 8 Uhr in sämtlichen Lokalitäten des .Hotels-Saalbau Dreikönig“ Glanzpunkt der Fasen! i Der große Preismaskenball mit vielen wertvollen Preisen für die originellsten und bestgespielten Damen-, Herien- und Gruppenmasken Uraufführung der humorvollen Lokalposse: „Der große Reinfall 66 Saalöftnung 7 Uhr. Spielbeginn 9 Uhr - Preispolonaise 10 Uhr. Die Preise sind im Euiopahaus ausgestellt. Eintritt: Zusatz Karte und Mitgliedskarte je DM 3.- Karten- und Tischbestellungen im Europahaus. Schmutziger“ Donneretag j- K \ Samstag - Sonntag - y Montag - Dienstag Faschingsrummel Auf du Uä u ikHiH mdHattek! Zum Schmutzigen Donnerstag in di« Augustaburg ii ir zum großen Fastnachtstreiben. .er Elferrat .Viktorrexia' Hofureier Am ..Schmutzigen“, abends > -8 Uhr Großer Rummel mit Überraschungen Der Elferrat Stichwort: Schmutziger Donnerstag wie immer um 19 Uhr zum Uteis-lkaskeulaU im „ Anker* Bau -Dorf Fastnachtsveranstaltung der Gewerkschaft Deutscher Lokführer und Anwärter, Ortsgr. Offenburg ' Die Gewerkschaft veranstaltet am Samstag, 3. 2., 1951, 20 Uhr, im Saal der „Sonne“ in Zell-Weierbach einen Mute* fastMuklsß&ekd Sämtliche Mitglieder, Gönner und Gäste sind dazu eingeladen. Omnibusverkehr von 19—21 Uhr; Haltestellen: Kantine II, Mädchenschulhaus. Photohaus Pfefferle. Rückfahrt ab 3 Uhr. Unkostenbeitrag 80 Pfg. Auf zum närrischen Rpachen- ** und Ganovenball des Elferats Orlenberg am Schmutzigen Donnerstag im Ochsensaale Ortenberg Humoristische Einlagen Tanz- und Kostümprämiierung Hanauer Hof Ottenburg Heute Donnerstag, sowie an allen Fastnachtstagen Ho f i fte uak t t äc mit Tanz Beachten omk Sie das Fasent-Proyramm der Offenburger Hexenzunft! V 4 fit ßilfog kaufen Siejehtwue^iegüten Qüa&tuie^ ! Herren «Mäntel Herren* Anzüae Winter*Joppen 59.— 72.— 98.— 120.— 59.—89.—112.- 128. 25.— 28.— 49.— 59.— Knaben»Mäntel Ski « Kleidung Slrickwesfen und Pullover 12.95 14.95 19.85 zu stark herabgesetzten Preisen TraiflinflS-Anififle U. Hosen ganz besonders biUig UJINTER-SCHLUSS-VERKRUF Fruchtwermutwein V, Fi. o. Gl. . . . 1.20 Koiserstühler Weißwein l-Ltr.-Fl. o. Gi. . . 1.25 SL Martiner Hotwein l-Ltr.-Fl. o. Gl. . . 1.30 Dürkheimer Hotwein 1 Ltr.-Fi. o. Gl. . . 1.35 Salami. 100 g -.50 Flockwurst. . . 100 g -.52 Orangen . . . . 500 g -.30 Blutorangen. . .500 g -.40 Mandarinen... 500 g -.50 SPINNER HAHDEL5H0F und VERKAUFSSTELLEN fasilduA zu Hause 1950er Birkweiler Sylvaner 1 in Liier vom Faß UU 1950er Dürkheimer Sotw. Liier vom Faß Deutscher Wermutwein Liier vom Faß 1.20 1.95 1950er Frank weiterer Weißwein lii.-fi.o GL 1950er Maikammerer Weißwein Lir.-Fi.o Gi. 1950er Maikammerer Hotwein Ur.-FL o gl 1950er Dürkheimer Feuerberg Ui.-fl o gl 1.25 1.60 1.25 1.60 1.60 '2.75 Deutscher Wermutwein 1.1F1.0 Gl. III. Muskateller (Süßwein) II FL o.GI. Heringsfilet 1.0 ni in Tafel- u. Olivenöl Dose "O Fi Fettheringe cc D . in Tomaien m. Tafelöl Dose wü Fi Heringsfilet in Tomaten Heringsfilet >. Kräulersoße CQ Dose Oö Pt Dose 68 Pf Heringsfilet in reinem Oel Westf. Speck cc p , schön durchwachsen 100 g öw Fi Flockwurst cc.. schnilllesi 100 g *»*» Fl Speckwurst oc D< gui geräuchert 100 g Ov rt XUg. Stangenkäse 90 pt ig. in Sianiol 500 9 Schmelzkäse an p . m. Emmentalerzusaiz 500 g W rI XUg. Limburger qc p . o. Rinde 20% 500 s wö Ff Schmelzkäse ro" ° ca Schachtel 6 Ecken 150 S wU Ff Butterschmelzkäse qc 45°., 250 g US Pf Ludwig Schokolade J5Pf 100 g Vollmilch- Schokolade 65Pf Lebensmittel Offenburg, Hauptstr. 89,TeL 1038 Die glückliche Geburt unseres Stamm- halters zeigen in dankbarer Fieude an Walter Foshag und Frau Gertrud geb. Mörstadt Lahr, z. Z. Offenburg, Stadt. Krankenhaus 29. Januar 1951 J hilft bei: Sauna Grippe, Erkältungen, Bronchitis, Asthma. Täglich geöffnet Saunabad, Am Waldbach 16 Telefon 2174 OIBBS schützt ¥öt Grippe Schnupfen Halsleiden 3 Reformhaus Hofmann, Hauptstraha 77 t Todesanzeige Nach längerem schweren Leiden nahm der liebe Gott meine treubesorgte Gattin Franziska Falk geb. Fritsch heute morgen 3,15 Uhr zu sich in die ewige Heimat. Wir bitten um das Gebet für die liebe Verstorbene. Offenburg, den 31. Januar 1951 Im Namen der trauernden Angehörigen Eduard Falk Vinzentiushaus Offenburg Die Beerdigung findet am 2. Febr. nachmittags J43 Uhr statt. Rosenkranz Donnerstag 5 Uhr. Seelenamt Samstag 7 Uhr Hl. Kreuzkirche. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Gatten, unseres Bruders, Schwagers und Onkels Josef Kaiser sagen wir allen unseren herzlichen Dank. Besonderen Dank für die tröstenden Worte und Kranzniederlegungen mit ehrenden Nachrufen des Herrn Direktor Dr. Bauer, seiner Arbeitskameraden und seiner alten Turnkameraden, sowie allen seinen lieben Freunden und Bekannten, die dem lieben Entschlafenen das letzte Geleit gaben. Willstätt, Offenburg, 1. Febr. 1951. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Barbara Kaiser, geb. Reiß Auf den Ve rS utfc kommt’s an! Feiner alter TUklUAOUU Original Span. MologO 7. Fl. V. Fl, 3.10 3.95 50er Meisenbiihler Weißhejbst fl 2.50 50er Durbacher Weißherbst . fl 2.60 50er Durbacher Clevner . . fl 2.75 Blumensfr. 3 Weinhandlung B.KEMPF Tel. 1635 iBGiniBimiK Park-Lichtspiele Olfenburg Freitag u. Samstag 18.00 u. 20.30, Sonntag 14.30, 17.30 u. 20.30, Montag 18 u. 20.30 Der erste neue Willi-Forst- Film mit Hildegard Knef u. Gustav Fröhlich Die Filmsensation des Jahres, ein ungewohnt. Thema! Eine Frau, Teufel u. Engel zugleich, erzählt ihr Leben und ihre Liebe, offen und rücksichtslos. Amtliche Bekanntmachungen Hühnerpest im Bestände des Erhard Day, Offenburg. Im Bestände des Erhard Day in Offenburg, Am Unteren Mühlbach 74 ist die Hühnerpest ausgebrochen. Die notwendigen Maßnahmen sind durchgeführt. Offenburg, den 29. Januar 1951. Landratsamt Stadthalle-Lidifspiele Offanburg Freitag 20.30, Samstag und Montag 18.00, Sonntag 15.00, 18.00 und 20.30 Uhr Elfi Mayerhofer, Vera Mol- nar, Hans Holt in der Filmoperette Schlechte Laune wandelt sich durch „Höllische Liebe“ in teuflisches Vergnügen. wühtenSIei die i KLEIN-! s\mei ql es dibr keinen bessimti Verkäufty Nachruf Nach langer Krankheit entschlief am Dienstag, 30. Januar, unser lieber Mitarbeiter und Jungkollege Franz Mutschler Schriftsetzer im Alter von 26 Jahren. Wir verlieren an ihm einen treuen Mitarbeiter und einen guten Kameraden, der in vorbildlicher Pflichterfüllung unserer Firma seine Arbeitskraft zur Verfügung stellte. Wir werden ihm stets ein dankbares Andenken bewahren. Offenburg, 31. Januar 1951. Geschäftsleitung und Belegschaft der Buchdrudterei A. Reiff & Cie. Verlag des,Offenburger Tageblatt" Oflenburg er Vorführung der drei bewährtesten Typen Heute Donneretag ab 9 Uhr in Bodereweier Gasthaus Hoffnung, ab 2 Uhr in WillstStt am Mühipl^t* Morgen Freitag ab 9 Uhr in Altenhelm an der Winterschule, ab 15 Uhr Steinach I. K. bei Fa. Kopf, Autoreparatur werkstätte und durch Beziiksvertretung Eugen . Hubei# Kraftfahrzeuge, Offenburg Sofienstraße 26, Telefon 1259 ^ALTSILBER^ kauft zum Tagespreis J. MACK Werkstätte für Uhren- und Schmuckreparaturen Offenburg, Hauptstr. 79 Auto - Motorröder Vermietung GünstigeTagessä^e Riedinger, Offenburg Zeller Str.4 ( Tel. 1789 _ beseitigt Hühneraugen Hirnhaut, Schwielen and Warzen schmerzlos nnd unblutig in Apotheken w. Drogerien erhöltlidi Haupt- V erkauf sstelle: Drogerie Spinner: Preiswert und gut sind Teigwaren T 550 leicht gefärbt Hörnchen soo g Nudeln Jj O Spätzle kl Verkauf solange Vorrat Mischobst kalif. . 500 g 130 Große getr. 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