Ältestes Heimatblatt für Stabt unö Bezirk llffenburg Anzeigenblatt mit anerkannt guter Werbewirkung wöchentlich viermal. Bezugspreis für den laufenden Monat DM 2.30 zuzüglich 30 Pf. Trägerlohn. Einzelnummer 20 Pf. Im Falle höherer Gewalt oder bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung od. Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenburg. Zur Zeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 2 gültig. Druck u. Verlag A. Reiff & Cie., Budidruckerei, Offenburg/Baden. Geschäftsstelle: Offenburg, Komstraße 10. Fernsprecher: Offenburg Nr. 1537, 2134 u. 1377. Postschließfach Nr. 333. Postscheckkonto: Karlsruhe Nr. 136 81. Nummer 56 Dienstag, 10. April 1951 Ausgabe a 140. Jahrgang Ein Dämpfer für MacArthur Truman schickte Heeresminister Pace mit „strikter, aber taktvoller" Anweisung für den UNO- Oberbefehlshaber in Korea — Verstimmung in Großbritannien Tokio. Der UNO-Oberbefehlshaber in Korea General MacArthur, erhielt am Montag eine „strikte, aber taktvolle" Anweisung Präsident Trumans, sich weiterer politischer Erklärun gen zur Koreafrage zu enthalten, wird am Montagabend aus Tokio gemeldet. Die Anweisung des USA-Präsidenten wurde dem General von Armeeminister Pace überbracht, der am Montag in Tokio eingetroffen war. Damit hat Washington in der -immer schärfer werdenden Diskussion um die jüngsten Erklärungen Mac- Arthurs zum ersten Mal offiziell Stellung genommen. Die Forderungen MacArthurs — Bombardierung mandschurischer Stützpunkte. Blockade der chinesischen Volksrepublik und Eröffnung einer zweiten Front auf dem chine sischen Festland durch nationalchinesische Streitkräfte — hatten zu scharfen Meinungsverschiedenheiten im Lager der am Korea krieg beteiligten UNO-Mächte des Westens geführt. Präsident Truman soll, wie aus Tokio berichtet wird, MacArthur nicht mit seiner Abberufung gedroht, sondern dem General nur die Mitteilung gemacht haben, daß seine Stel lung als UNO-Oberbefehlshaber in Korea auf Grund seiner letzten politischen Forderungen und Vorschläge „prekär“ geworden sei. Der Präsident hat in seiner durch Armeeminister Pace mündlich überbrachten Botschaft erklärt, daß er (Truman) General MacArthur nicht mehr länger unterstützen kann, wenn der UNO-Kommandeur auch weiterhin gerade im gegenwärtigen kritischen Zeitpunkt der Weltlage Mittelpunkt internationaler stürmischer Auseinandersetzungen bleibt. Unterrichteten Tokioter Kreisen zufolge, hat Präsident Truman in seiner Botschaft darauf hingewiesen, daß er bisher schon mehr als einmal General MacArthur wegen seiner Uebergriffe in politische Angelegenheiten zurechtgewiesen“ Jjabe, daß der General es indessen für richtig gehalten habe, auch weiterhin öffentliche Erklärungen abzugeben, die nicht ganz mit seinen Aufgaben als UNO-Oberbefehlshaber in Einklang zu bringen sind. Armeeminister Pace hat General MacArthur am Montag erklärt, daß Präsident Truman MacArthurs Einstellung zu dieser Frage angesichts ihrer Auswirkungen auf die Alliierten der USA rieht mehr länger übersehen könne. Präsident Truman soll auch keinen Zweifel darüber gelassen haben, daß MacArthurs Auftreten für die USA-Regierung und ihre Beziehungen zu anderen Nationen, insbesondere Großbritannien, peinlich gewesen sei. Die Diskussion um die jüngsten Forderungen General MacArthurs nach größerer Handlungsfreiheit im Koreakrieg hatte derart an Heftigkeit zugenommen, daß Washington eine Entscheidung treffen mußte. Die Erklärungen MacArthurs haben nach britischen Pressemeldungen in England Verstimmung ausgelöst. MacArthurs Verhalten wird als „unverantwortlich“ bezeichnet. Der britische Staatsminister Kenneth Younger sagte, nach den Auswirkungen der Aeußerun- gen auf die britisch-amerikanische Koreapolitik befragt, „je weniger man sagt, umso weniger schadet man der britisch-amerikanischen Einmütigkeit.“ In dem Meinungsstreit um General MacArthur hat der für eine starke Fernostpolitik der USA eintretende republikanische Senator William Knowland am Montag Partei für MacArthur ergriffen. Er erklärte, daß die ständige Einmischung der Diplomaten in Washington. London und Lake Success (UNO) „unseren verantwortlichen Befehlshabern eine Last auferlegt, die ungerecht und unerträglich ist.“ Knowland, einer der schärfsten Kritiker der amerikanischen Asienpolitik, erklärte, das Vorgehen des USA-Außenministeriums habe „in großem Ausmaß zu der kommunistischen Beherrschung in Asien beigetragen.“ Es sei an der Zeit, Acheson, aber nicht General MacArthur, von seinem Posten zu entfernen. Knowland sagte, daß gewissen anderen UNO-Mitgliedstaaten gesagt werden müsse, sie sollten ihren vollen Beitrag zum Kampf leisten und endlich aufhören, mit dem Gegner Handel zu treiben, während dieser gleichzeitig den UNO-Truppen Verluste zufüge. General Eisenhower in Deutschland Eingehende Besprechungen mit alliierten Befehlshabern Heidelberg. General Dwigt D. Eisenhower ist am Montagnachmittag, von Frankfurt kommend, in Heidelberg eingetroffen. Er hat dort Besprechungen mit dem Oberkommando der amerikanischen Streitkräfte in Europa. Eisenhower traf mit dem Flugzeug, aus Paris kommend, zu seiner Inspektionsreise durch das Bundesgebiet auf dem Frankfurter Rhein-Main-Flughafen ein. Er wurde vom amerikanischen Hohen Kommissar McCloy und dem Chef der amerikanischen Truppen in Europa, General L. Handy, empfangen. Wie dpa aus Paris zu dem Besuchsprogramm Eisenhowers noch erfährt, wird er am Dienstag den Generalstab der britischen Rheinarmee besuchen und mit General Sir Charles Keightley und Luftmarschall Williams Zusammentreffen. Nach der Besichtigung von Unterrichts- und Uebungsstätten mehrerer britischer Einheiten fährt General Eisenhower nach Wiesbaden zu Besprechungen mit dem amerikanischen Luftwaffengeneral Norstad. dem Chef der alliierten Luftstreitkräfte im europäischen Mittelabschnitt. Am Mittwoch wird der atlantische Oberkommandierende in der Nähe von Koblenz mit dem französischen General Augustin Guillaume Zusammentreffen, der vorübergehend den Oberbefehl über die Bodenstreitkräfte im europäischen Mittelabschnitt hat. Am Donnerstag wird Eisenhower zwei Manövergelände in der Nähe von München und Augsburg besichtigen. Schiffbaufinanzierung für 1951/52 gesichert Hamburg. Die Finanzierung des Schiffbaues ist nach Ansicht von Bundesfinanzminister F. Schäffer für die Jahre 1951/52 als gesichert anzusehen. Wie Schäffer am USA raten zur Mäßigung Washington interveniert im israelisch-syrischen Konflikt Washington. Die USA haben im syrischisraelischen Streit interveniert und beide Länder kategorisch aufgefordert, im Interesse des Friedens im Nahen Osten sofort dafür zu sorgen, daß es nicht zu weiteren Grenzzwischenfällen kommt. In der vorigen Woche waren im syrisch-israelischen Grenzgebiet nördlich des Sees Genezareth sieben israelische Polizisten von syrischen Soldaten erschossen worden. Israelische Flugzeuge bombardierten darauf syrische Stellungen. Beide Länder beschuldigten sich gegenseitig eines Bruchs des Waffenstillstandsabkommens und brachten die Angelegenheit vor den Sicherheitsrat. Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums teilte am Montag nunmehr mit, daß Staatssekretär George McGhee den israelischen Botschafter in Washington, Eban, und den syrischen Gesandten in der amerikanischen Bundeshauptstadt, Faiz el Khuri, getrennt empfangen und den beiden diplomati-* sehen Vertretern in eindringlichen Worten klargemacht habe, daß die Vereinigten Staaten an der Aufrechterhaltung des Friedens im Nahen Osten sehr interessiert seien. Beide Parteien sollten sich den Beschlüssen der UNO unterwerfen und sofort jede militärische Aktion im Grenzgebiet unterlassen. Der französische Gesandte in Israel, Edouard Guyon, riet der israelischen Regierung auf eine Anweisung von Paris hin am Montag ebenfalls, in ihrem Streit mit Syrien mit Mäßigung zu verfahren. Spurlos verschwunden Paris. Die 500 bis 800 Chinesen, die in den ersten Apriltagen in Tonkin in Nordindochina eingefallen waren, sind spurlos verschwunden. Die eiligst auf dem Luftwege nach Lai Chau, der Hauptstadt des wichtigsten der Thaistämme, geworfenen Fallschirmlegionäre und Marokkaner haben bei den sofort in Richtung auf die chinesische Grenze vorgetriebenen Patrouillenvorstößen keinen einzigen Chinesen mehr entdeckt. Diese waren plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Nach amtlicher französischer Darstellung hat es sich bei den Eindringlingen um keine regulären Truppen, sondern um eine große Räuberbande gehandelt. Von chinesischen Räuberbanden, die es in erster Linie auf die Opiumvorräte abgesehen hätten, werde das Gebiet am Oberlauf des Roten Flusses von Zeit zu Zeit immer wieder heimgesucht. Montag in einer Pressebesprechung während seines Besuches in Hamburg feststellte, haben die Besprechungen des Bundesfinanzministeriums mit den Reedereien ein günstiges Ergebnis gehabt. Schäffer deutete an. daß der im kommenden Haushaltsplan für die Finanzierung des Schiffbaus in Aussicht genommene Betrag von 100 Millionen DM möglicherweise erhöht werden könne. Auch die Vorfinanzierung durch das ’Zentralbanksvstem wird nach seiner Meinung geregelt werden. Neben Fragen der Hafenwirtschaft und der Schiffahrt erörterte der Bundesfinanzminister mit dem Hamburger Senat den Wiederaufbau der Werft von Rlohm und Vofi. Außerdem stand der Bau der Autobahn Hamburg-Hannover zur Diskussion. Rabattsparplan zurückgezogen Bonn. Bundeswirtschaftsminister Professor Ludwig Erhard hat am Montag seinen Ra- ’-'attsoarplan endgültig zurückgezogen. In Verhandlungen mit dem Bundeswirtschaftsminister hatten sich zuvor die Spitzenverbände der Wirtschaft in der Bundesrepublik verpflichtet, von sich aus das Aufbringen des benötigten Investition skanitals für die Grundstoffindustrien zu sichern. Wohieb: „ßlitzgesetz" immer noch ungeklärt Freiburg. Der bad'sche Staatspräsident Leo Wohieb ist der Ansicht, daß die Frage des ..Blitzgesetzes“ trotz seiner Annahme durch Bundestag und Bundesrat noch immer ungeklärt ist. Er betonte am Montag gegenüber einem doa-Vertreter. zunächst sei abzuwarten, ob das Gesetz überhaupt veröffentlicht werde Notfalls werde Baden den noch nicht existierenden Verfassungsgerichtshof anrufen. es wende dies aber voraussichtlich nicht allein tun. Nach dieser Aeußerung Wohiebs ist nach wie vor die Fräse offen, ob und wann in ^üdbaden d f e auf unbestimmte Zeit verschobene Volksabstimmung stattfinden wird, die über das verfassungsändernde Gesetz zur Verengerung der ersten Landtagsperiode um ein Jahr entscheiden sollte, das vom badischen Landtag am 28. Februar beschlossen worden ist. Dazu braucht der Rundfunk die Hörergebühren Hamburg. Ueber die vielfältigen Aufgaben, Jie der Rundfunk aus den monatlichen Hörer- "--hühren zu finanzieren hat. berichtete am Montagabend das Mitgh'ed des Hauptausschusses des Norddeutschen Rundfunks, Fritz Sänger. in einem vom NWDR übertragenen Gespräch mit dem Journalisten Ernst Friedländer. Von den zwei Mark des Hörers behält die Post 50 Pfennig, 62 Pfennig sind für das Programm bestimmt, 18 Pfennig bekommt die Technik, sieben Pfennig die Verwaltung, 26 Pfennig dienen zu Investifionszwecken, neun Pfennig werden für den Aufbau des Fernsehens und 28 Pfennig für Rückstellungen und Reserven verwendet. Sänger, der dem NWDR-Hauptausschuß als Vertreter des Nordwestdeutschen Journalistenverbandes an gehört, entnahm diese Zahlen dem NWDR-Voranschlag für das Rechnungsjahr 1951-52. Auü socta fatnes ak. Es braucht nicht immer der verfluchte Hunger nach dem Gold zu sein, an dem nach einem Dichterwort alles hängt und nach dem alles drängt, es kann ganz einfach der Hunger nach Macht sein, in Staaten, Parteien, Organisationen und Konventikeln Er brüllt durch die weltweiten Räume der Kontinente, daß Mißtrauen und Angst zwischen ihnen wie schwelender Abgrund brodelt, im Nahen Osten schreit er nach dem flüssigen Gold des Oels, im Italien der geheimen Waffenlager und im Frankreich der ewigen Streiks nach parteipolitischer Macht. Und bei uns? Sind wir nicht auf dem besten Wege, die Demokratie und den aus Zusammenbruchresten gezimmerten neuen Staat zu meucheln? Nicht als ob wir übriggebliebene Nazis oder rückversicherte Kommunisten wären, aber auf allzuviele trifft das Wort vom Hitler — oder wenn man will vom Stalin — in uns zu. Wir sind noch zu sehr aufs Schimpfen, Marschieren, Demonstrieren und Protestieren erpicht und verlieren darüber den kühlen Kopf und sachliches Denken. Man kann niemanden verwehren, für seine Interessen mit Klauen und Zähnen zu kämpfen, nur darf dieser Kampf nicht an den Fundamenten rütteln. Die Zuspitzung der innerpolitischen Situation durch Mitbestimmung, Lastenausgleich, Für und Wider des Schumanplans und massive Kampfansagen an die Adresse der Bundesregierung ist unverkennbar. Herr Schumacher verstärkt seine Attacken von Mal zu Mal. So, wie zwischen den Kriegen der Appell der deutschen Sozialdemokratie an die internationale Arbeitersolidarität ungehört verhallte, so blieben jetzt die Annäherungsversuche des Kanzlers an die Opposition ohne Echo. Nun pflichten wir durchaus nicht der Meinung bei, die der Vorsitzende der Bundestagsfraktion der CDU, Dr. Heinrich von Brentano, am Sonntag auf dem Mannheimer Parteitag der nordbadischen CDU äußerte, Schumachers „Verantwortungslosigkeit“ komme verschiedentlich einer „nationalen Gefahr“ gleich, aber man kann sich doch nicht ganz des Eindrucks erwehren, als werde Hannover immer mehr zum Zentrum des Mißtrauens, das Unruhe erzeugend im Volke weiterfrißt. Auf dem Reichsparteitag der Sozialdemokratie im Jahre 1908 ist es zu scharfen Differenzen mit den badischen Genossen gekommen, weil die Doktrinären im Reiche nicht verstehen wollten, daß die Sozialdemokraten Badens der großherzoglichen Regierung sogar den Etat bewilligten. Auch heute geht man in der badischen Sozialdemokratie durchaus nicht in allem einig, was in Hannover geschieht und gesagt wird. Das Maß der Zuspitzung der Dinge läßt die Aufforderung des früheren sozialdemokratischen Wirtschaftsministers von Nordrhein- Westfalen, des Bundestagsabgeordneten Professor Nölting, erkennen, den Kampf gegen den Bundeswirtschaftsminister nicht defensiv, sondern offensiv zu führen. Wie dieser „offensive Kampf“ dann aussieht, illustrierte kürzlich die Nürnberger Gewerkschaftskundgebung, bei der Transparente mit den Aufschriften „Adenauer an den Galgen“ oder „Hängt Erhard auf“ durch die Straßen getragen wurden. Was den Rhein ausmacht, sind nicht seine Wassermassen, sondern die Strömung, und so sind es weder das Mitbestimmungrecht als solches noch das Aufbegehren gegen die um sich greifende Not, sondern die Begleiterscheinungen, die bedenklich stimmen. Man sagt zwar, gebrannte Kinder scheuen das Feuer. Und doch sind wir zwei Jahre nach Schaffung der Bundesrepublik wieder in eine Krise der Demokratie und des Staates hineingeschliddert, auf dem ein ’ Erbe lastet, wie es noch kein anderer Staat zu übernehmen hatte. Es ist leicht, Massen, wenn sie wurzellos geworden, aufzupeitschen. Wem aber ist damit genützt? Der Staat von Weimar ist an der Zerfleischung der Interessenten und dem Hader der Parteien zu Grunde gegangen. Mit der schmalen Schicht der Intellektuellen und mit dem zusammengeschrumpften Mittelstände sind es auch die Massen der Arbeiter und Bauern gewesen, die Steigbügelhalter des Nationalsozialismus wurden. Unser badischer Landsmann, der damalige Reichsfinanzminister Dietrich, hat zwei Jahre vor der nationalsozialistischen Machtergreifung im Reichstag warnend seine Stimme erhoben, die Republik müsse schließlich vor die Hunde gehen, wenn sich das deutsche Volk weiter in lauter Interessentenhaufen auflöse. Gesamtstaatliche Politik läßt sich eben bei einigen Dutzend Parteien, Gruppen und Grüppchen nicht treiben, auch nicht, wenn man, was kürzlich in der einstigen Fe- IManatag. JO. April INI rtungsstadt Wesel mit Ihren geschleiften Zitadellen geschah, zur Schließung einer fiihlba ren Lücke flugs die „Deutsche Kaiserpartei' aus der Taufe hebt Wer will von sich behaupten, daß es Ihm heute nicht dreckig gehe, ja sogar sehr drek- kig? Der Glanz unserer Schaufenster, Zeuge eines vielleicht zu raschen Aufstiegs und ein mal Gegenstand ausländischen Neides, ist am Verblassen, und in den teuren Geschäften gibt es mehr „Sehleute“ als Käufer. Aber es ist nicht so, daß nur wir einen Otto Friedrich hätten, der sich letzte Woche als neuer Rohstoffberater der Bundesregierung und das „verkörperte notwendige Uebel“ vorstellte, das die Chance habe, in der nächsten Zeit sehr unpopulär zu werden. Es ist auch nicht so, als sei die Wurzel des Uebels allein in der „Bonner Konzeptionslosigkeit“ zu suchen und müßten nur wir Beschränkungen auf uns nehmen. Auch in Schweden wird die Einführung des Zwangs sparens erwogen, nachdem der Versuch gescheitert ist, die Anpassung des Preis- und Lohnniveaus an die Weltmarktentwicklung auf dem Wege einer „einmaligen Inflation“ durchzuführen. Auch in Großbritannien ist das Brot teurer geworden, und Schatzkanzler Hugh Gaitskell hat im Unterhause ein „hartes und unerfreuliches Jahr“ mit Gürtelengerschnallen und noch geringeren Rationen des noch rationierten Fleisches in Aussicht gestellt. In dem reichen Amerika klettern die Preise in niegekannte Höhen und sinkt die Kaufkraft des Dollars. Wir sind mit unserem Unglück also nicht allein auf der Welt. Es ist verständlich, wenn der Deutsche Gewerkschaftsbund, in dem immerhin ein Drittel der Werktätigen organisiert sind, eine Angleichung der Löhne und Gehälter an das Preisgefüge fordert Es muß aber doch zu denken geben, daß trotz gestiegener Löhne und Gehälter für den vergangenen Monat der Einzelhandel einen stark rückläufigen Umsatz verzeichnet hat und die badische Textilindustrie mit der Hereinnahme von Rohstoffen zögert, weil sie mit einem Preissturz rechnet und Millionenverluste befürchtet. Da und dort beginnen angesichts der überfüllten Läger die Preise zu bröckeln. Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling, und von heute auf morgen wird auch nicht mit einem allgemeinen Sinken der Preise zu rechnen sein. Aber die Entwicklung, die sich abzeichnet, ist doch ein Beweis, daß wir nicht den mindesten Grund haben, in Untergangsstimmung und Zweckpessimismus zu machen. Nur täten wir gut daran, die an anderer Stelle des Blattes wiedergegebene Mahnung des badischen Wirtschaftsministers zu befolgen, etwas Geduld zu haben, und uns ein Stück von der nationalen > Disziplin der Engländer abzuschneiden. | Tito fordert Waffen an I.ieferungsersuchen an die USA, England und Frankreldi Washington. Jugoslawien hat die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich um die Lieferung von Waffen und militärischer Ausrüstung ersucht, verlautet am Montag aus gewöhnlich - zuverlässiger Quelle in Washington. Maßgebende Washingtoner Stellen erklärten, die drei Westmächte hätten bereits einen gemeinsamen Ausschuß gebildet, der sich mit dem Ersuchen Titos zu befassen habe. Die USA hätten zwar noch keine Entscheidung ge troffen. Nach allgemeiner Annahme sei es aber sicher, daß sie Waffenlieferungen an Jugoslawien befürworten. Tito fürchte nicht, daß eine Invasion seines Landes durch sowjetische Truppen und Verbände der übrigen Kominformstaaten unmittelbar bevorstehe, wurde in Washington weiter erklärt. Er wolle vielmehr seine 34 Divisionen starke Armee modernisieren. Offener Aulstand in Albanien? London. Der Triest-Korrespondent des Londoner „Daily Telegraph“ meldet am Montag, nach Berichten aus Albanien stehe das ganze Gebiet südlich der Hauptstadt Tirana im offenen Aufstand. Die Revolte sei auf Versuche der Regierung zurückzuführen, die Bevölkerung zu terrorisieren. Der Korrespondent, der sich auf Mitglieder einer „Republikanischen Widerstandsbewegung“ in Albanien beruft, berichtet, in Albanien würden „Titoisten, Faschisten und andere Verräter, von motorisierten Volksgerichtshöfen“ die in Panzerwagen durch das Land fahren, zum Tode durch Auspeitschen verurteilt. Die Urteile würden auf der Stelle vollstreckt, und die Bevölkerung müsse den Hinrichtungen Zusehen. Ein früherer Oberst der albanischen Armee, Muharem Baraktara, habe daraufhin fünf- bis sechstausend Partisanen um sich gesammelt, die Fahrzeuge der „Volksgerichtshöfe“ bei der Rückfahrt nach Tirana überfallen und alle Insassen umbringen lassen. Truppen, die aus Tirana zur Hilfe kamen, seien zurückgeschlagen worden, nachdem ganze Einheiten zu den Partisanen übergegangen waren. Auch der Einsatz von Flugzeugen gegen die Aufständischen habe keinen Erfolg gehabt, da der Regierung keine Bomber zur Verfügung standen. Ein chinesischer Fehlschlag Tokio. Militärische Sprecher der UNO-Trup- pen in Korea bezeichneten das von den Chinesen im Mittelabschnitt unternommene Der deutsch-französische Ausgleich Ein Adenauer-Artikel zur Unterzeichnung des Schumanplans Hamburg. Zwei Tage vor Beginn der Parlier Außenministerkonferenz der sechs Schu- manplan-Staaten äußerte Bundeskanzler Dr. Adenauer die Ueberzeugung, daß dieses Werk — wenn es gelänge — zu einem Zusammenschluß der europäischen Völker führen wird. Dr. Adenauer, der die. Bundesrepublik in seiner Eigenschaft als Außenminister in Paris vertreten wird, sprach diese Zuversicht am Dienstag in einem von ihm gezeichneten Artikel in der Tageszeitung „Die Welt“ aus. Dr. Adenauer geht in seinem Artikel von der früheren „klassischen Gegnerschaft“ zwischen Deutschland und Frankreich aus, die aber inzwischen zu einer Vertrautheit, einer gegenseitigen Achtung und einer gewissen Zuneigung geworden sei. Er erinnert an die Versuche der „großen europäischen Staatsmänner Briand und Stresemann“, einen deutsch-französischen Ausgleich zu erzielen. „Beide Männer waren der Ueberzeugung, daß es in erster Linie darauf ankam, Deutschland und Frankreich miteinander auszusöhnen, wenn man den inneren Frieden in Europa Anden wollte“, schreibt der Bundeskanzler. Ihre Bemühungen hätten keinen Erfolg gefunden, weil in beiden Lagern politische Kräfte noch mächtig waren, die sich von überalterten nationalistischen Ideen leiten ließen. Die alte politische Struktur Europas habe den deutsch-französischen Ausgleich nicht ermöglicht. Er ließe sich nach allen Erfahrungen auch nicht auf der Ebene eines Nationalstaates in einem zweiseitigen Vertrag verwirklichen. Deutschland und Frankreich müßten sich deshalb auf höherer Ebene bewegen. Nachdem der Straßburger Europarat nicht so schnell vorangekommen sei, wie Deutschland es sich gewünscht habe, hätten der französische Außenminister Schuman und Jean Monnet die Initiative zu dem Schumanplan ergriffen, der ein Grundstein für den europäischen Zusammenschluß sei. Schumacher erneut gegen Schumanplan Bonn. Am Montag, am Tage vor der Abreise des Bundeskanzlers nach Paris, äußerte der erste SPD-Vorsitzende Dr. Kurt Schumacher vor der Presse in Bonn noch einmal in scharfer Form seine Ansicht, demnach der Schumanplan nicht unterschrieben werden dürfe. Die „moralische und politische Legitimation“ des Bundeskanzlers zur Unterschriftsleistung werde „absolut bestritten.“ Der Bundeskanzler müsse den Mut haben, in Paris zu erklären, daß es nicht Aufgabe des deutschen Volkes, das die meisten Lasten zu tragen habe, sei, diesen Plan als erstes zu unterschreiben. Erstes Luftfahrtunternehmen nach dem Kriege ■ Ä Jan Eilers (rechts), ein ehemaliger Segelfluglehrer, gründete ln Bremen eine Firma für „Luftreklame und Kurierdienst“, wie seine Geschäftsanmeldungsbestätigung aussagt. Kürzlich traf schon eine von Ihm gecharterte Maschine aus Dänemark ein, elneviersitzige KZ ? mit amerikanischem 6-Zylinder- Motor von 185 FS. Mit ihr kamen die beiden dänischen Piloten Böiger Feiersen und Helge Eriksen. Schon ab IS. Mai werden sie mit zwei Maschinen inBremen stationiert sein. Zu Pfingsten sind Rund flüge geplant, außerdem ist ein Kurier- und Lufttaxidienst vorgesehen, ln der dis Flugzeuge für Geschäftsreisen gemietet werden können. Uebersthwemmungsmanöver als einen Fehlschlag. Die Oeffnung der Flutschleusen am Hwatschon-Staudamm habe die Operationen der UNO-Truppen und ihre Versorgung ln den Frontabschnitten nur unwesentlich behindert. Wenn die Chinesen die UNO-Truppen wirklich in Schwierigkeiten hätten bringen wollen, dann hätten sie den Damm sprengen müssen. Das chinesische Vorgehen wird von militärischen Sachverständigen jedoch insofern als bedeutsam angesehen, als die Kommunisten anscheinend zum mindesten im Mittelabschnitt ihre Offensivpläne aufgegeben haben. Ein Versuch, die Verkehrswege in diesem Abschnitt durch Ueberschwemmungen zu sperren, behindere naturgemäß nicht nur die Operationen der UNO-Truppen, sondern auch die des Gegners. Die amerikanischen Streitkräfte beschossen am Montag die Stadt Tschorwon, einen der Schwerpunkte der kommunistischen Bereitstellungen für die geplante Frühjahrsoffensive, mit schwerer Artillerie. An der koreanischen West- und Mittelfront haben die UNO- Streitkräfte die Fühlung mit dem Gegner verloren. UNO-Flugzeuge griffen die kommunistischen Stellungen auch am Montag mit Bomben und Bordwaffen an, nachdem sie am Sonntag insgesamt tausend Einsätze geAogen hatten. „Schlechter Tag* in Paris Paris. Nach vierstündiger Sitzungsdauer endete die Stellvertreterkonferenz am Montag um 20.00 Uhr. Ein westlicher Delegierter be- zeichnete die Gespräche vom Montag als „steril“. Der Montag sei ein „schlechter Tag“ gewesen. Keinerlei Fortschritt sei erzielt worden. Bohlen flog nach Washington Paris. Charles Bohlen, der dem amerikanischen Delegierten Jessup in Paris beigegeben ist, üog am Montag zu Besprechungen mit Außenminister Dean Acheson nach Washington. Bohlen wird am Donnerstag nach Paris zurückkehren. Die Reise Böhlens wird von Konferenzbeobachtern als wichtigste Entwicklung in den seit fünf Wochen ergebnislos verlaufenden Pariser Besprechungen angesehen. Man rechnet damit, daß die Zusammenarbeit News in Mm Oer britisch« Hohe Kommissar Sir Ivoae Kbk* Patrick empfing am Montag in Hannover nach einer Konferenz mit den Landeskommissaren eine Abordnung früherer Helgoland-Bewohner, die ihn über ihre Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft der Insel unterrichtete. Kirkpatrick betonte dabei die Wichtigkeit der Hebungen der Luftstreitkräfte und versicherte, daß man bemüht gewesen sei, ein anderes Bombenziel zu finden. Er versicherte, daß die Insel nach dem I. März 1952 zu Bombenabwürfen nicht mehr benutzt werden würde, eine frühere Freigabe aber möglich sei, wenn ein geeigneter Ersatz gefunden würde. Die Regierung des Saarlandes bestätigte am Montagabend, daß Arbeitsminister Richard Klm und Justizminister Dr. Heinz Braun (beide SPD) Ihren Rücktritt eingereicht haben. Ministerpräsident Hoff- mann habe die Demission der beiden Minister angenommen und sie mit der Wetterführung der Geschäfte bis zur Neubildung der Regierung beauftragt Bundeskanzler Dr. Adenauer führte am Montag in Bonn zum ersten Mal mit Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer gemeinsame Besprechungen über die beabsichtigten wirtschafte- und sozialpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung. Während der über drei Stunden dauernden Verhandlungen trugen die beiden Sozialpartner ihr« Auffassungen vor. Beschlüsse worden nicht gefaßt. Zuständige Stellen erklärten, daß sieb der Bundeskanzler hauptsächlich über die einzelnen Meinungen unterrichten wollte. Der ehemalige stellvertretend« amerikanisch« Hauptankläger in Nürnberg, Prof. Dr. Robert M. W. Kempner, hat gegen die Käufer seiner Villa in Berlin-Lichtenfelde (amerikanischer Sektor), den ehemaligen Oberregierungsrat im preußischen Innenministerium Dr. Maler und dessen Ehefrau, einen Restitutionsprozeß angestrengt. Bundeskanzler Dr. Adenauer hat den Vorsitz de« Helgoland-Kuratoriums übernommen, das auf Vorschlag des Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Dr. Walter Bartram gebildet wird und den Wiederaufbau der Insel fördern soll. Wie die Schleswig-Holsteinische Landesregierung am Montag mitteilte, hat sich Bundespräsident Professor Heuß zur Uebemahme des Ehrenpräsidiums bereit erklärt. Auch die meisten Regierungschefs der Bundesländer haben sich bereits entschlossen, dem Helgoland- Kuratorium beizutreten. Drei Mitglieder der rumänischen Regierung, Georg Vasilichi, Minister für Bergbau und Oelindustrie, der Minister für öffentliche Arbeiten, Peter Borila, und der Staatssekretär im Ernährungsministerium, Ema- nuel Vinea, wurden entlassen. Außerdem soll der Vizepräsident der rumänischen Staatskommission für den Ankauf landwirtschaftlicher Produkte, Sandu Constantin, seines Amtes enthoben worden sein. Böhlens mit Acheson zu einem Wendepunkt in der Pariser Vorkonferenz führen könnte. Es wird angenommen, daß Bohlen mit Acheson die von britischer und französischer Seite erfolgten Anregungen zu neuen westlichen Vorschlägen, durch die der tote Punkt in Paris überwunden werden soll, erörteren wird. In der vergangenen Woche hatte Raybum vor dem Repräsentantenhaus erklärt, daß in der Mandschurei fremde Truppen zusammengezogen worden seien und daß die Vereinigten Staaten von einer „furchtbaren Gefahr“ bedroht seien, die zu einem dritten Weltkrieg führen könne. Nach Ansicht des amerikanischen Verteidigungsminister Marshall wären die USA „sehr töricht“, wenn sie im Falle einer Verständigung mit der Sowjetunion ihre militärische Stärke abbauen würden, bevor die Sowjetunion ihren guten Willen bewiesen habe. In einem am Montag veröffentlichten Interview mit der amerikanischen Zeitschrift „U. S. News and world report“ erklärt Marshall, die Weltlage sei heute ebenso ernst, wenn nicht noch ernster als im November vergangenen Jahres. Das beste, was man erhoffen könne, sei eine lange Zeit der Spannung. Die Möglichkeiten, lieber eine Zeit der internationalen Spannungen hinzunehmen, als in einen Krieg gestürzt zu werden, hingen von der Verstärkung der Militärmacht der USA und ihrer Verbündeten ab. Weitere Verhaftungen wegen Alom- spionage angekündigt New York. Bundesanwalt Irving Saypol sagte am Sonntagabend in einem Rundfunkinterview, in den USA sei eine ganze Reihe weiterer Verhaftungen wegen Atomspionage zu erwarten. Saypol, der als Anklagevertreter in den Atomspionageprozessen gegen das Ehepaar Rosenberg, das zum Tode verurteilt wurde, und gegen den ehemaligen Felddwebel Greeng Lass tätig war, erklärte: „Wir haben jetzt ausreichende Informationen zur Verfügung, so daß wir zahlreiche neue Strafverfolgungen einleiten können, um das Uebel 1 endgültig auszumerzen.“ in naher Zukunft von Kronberg (bei Frankfurt) nach Bonn verlegt werden wird. Er erklärte }m Hinblick auf die gegenwärtige Spaltung Deutschlands ferner, der Vatikan erkenne keine Teilung eines Landes an. die nicht durch gültigen Vertrag der beteiligten Regierungen zustandegekommen ist. „Nicht allein durch fromme Wünsche" Der Sprecher des US-Repräsentantenhauses warnt vor Selbstzufriedenheit Washington. Der Sprecher des amerikanischen Repräsentantenhauses Sam Raybum warnte am Montag davor, angesichts begrenzter militärischer Erfolge in Korea einer Stimmung beschaulicher Selbstzufriedenheit und Beruhigung nachzugeben. Der Kongreß oder das amerikanische Volk würden einen schweren Fehler begehen, wenn sie glaubten, daß die USA aus der Gefahr heraus sind, „weil wir die Chinesen in Korea zeitweise ein paar Kilometer zurüdegetrieben haben. Mit frommen Wünschen allein können wir diesen Krieg nicht gewinnen“. Rayburn, der auf einer Pressekonferenz sprach, behauptete, die Sowjetunion ziehe „an vielen Stellen“ starke Truppenkonzentrationen zusammen, und meinte, „wir sind in einer furchtbaren Gefahr“. Er habe seine Informationen von „der zuständigen Seite“ erhalten. Genaue Ortsangaben über die sowjetischen Truppenzusammenziehungen könne er nicht machen. Nuntiatur wird nach Bonn verlegt Berlin. Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Aloisius J. Münch, gab am Sonntag in Berlin bekannt, daß die Nuntiatur Auswanderer schenkt seinem Heimatdorf eine Schule Hof. Der aus Weisdorf bei Münchberg (Oberfranken) stammende Christian Seidel hat seinem Heimatdorf jetzt aus den USA 15 000 Dollar (63 000 Mark) für den Bau einer neuen Schule überwiesen. Er Har nach Pittsburgh in Pennsylvanien ausgewandert und hatte sich dort ein Vermögen erworben. Die Zigarette wurde ihm zum Verhängnis Colmar/Elsaß. Die Angewohnheit, im Bette zu rauchen, wurde einem 45jährigen alleinstehenden Mann aus dem elsässischen Ort Gebweiler zum Verhängnis. Er war infolge großer Müdigkeit mit brennender Zigarette eingeschlafen. Dabei fiel ihm die Zigarette aus dem Mund und setzte das Bett in Brand. Als die durch den Brandgeruch alarmierten Nachbarn herbeieilten, hatte der unvorsichtige Raucher bereits Brandwunden erlitten, denen er nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus erlag. Im Waschbecken ertrunken Bonn. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände kam am Wochenende in Bonn eine 30jährige Frau ums Leben. Die junge Frau, Mutter von zwei kleinen Kindern, erlitt beim Zähneputzen über einem niedrigen Waschbecken einen Ohnmachtsanfall. Sie fiel mit der Stirn auf die Kante des Zementbeckens und rutschte dann mit dem Gesicht ins Wasser. Das älteste Kind, das auf das Schreien seines zwei Jahre alten Schwesterchens in die Wohnung eilte, holte sofort Hilfe herbei. Der Arzt konnte aber nur noch den Tod durch Ertrinken festste 1 '»'i Zuschuß für das Badische Staatstheater Karlsruhe. Der Stadtrat von Karlsruhe hat für das Badische Staatstheater einen Zuschuß von 886 600 DM für das Rechnungsjahr 1851 genehmigt. Ein Zuschuß in gleicher Höhe wird dem Staatstheater vom Lande Württemberg-Baden gewährt. Wetterherirfit Auf der Nordostflanke eines Hochdrudegebietes, das sich von Südgrönland bis zur portugiesischen Küste erstredet, ziehen Störungen nach Mitteleuropa hinein und gestalten die Witterung recht unbeständig. Dabei wird uns noch Kaltluft zugeführt. Vorhersage bis Mittwochabend: Weiterhin recht unbeständig. — Aprilwetter. — Am Dienstag rasch wechselnde Bewölkung mit einigen Schauem und böigen Südwestwinden. Tagestemperaturen nur zwischen 8 und 10 Grad. In der Nacht zum Mittwoch Gefahr leichter Fröste. Am Mittwoch voraussichtlich W etterverschlechterung. I Dienstag, 10. April 1951 Wie verrückt drauflosgekauff Von Wirtschaftsminister Dr. Eduard Lais Wir können leider nicht bestreiten, daß von verschiedenen Seiten Belastungen auf uns zu kommen, die sich zu einem nicht unerheblichen Teil als Konsumeinschränkungen auswirken werden. Da ist erstens die Verteuerung der ausländischen Rohstoffe und Lebensmittel. Nach dem internationalen Index (Moody’s Index) sind die Rohstoffpreise gestiegen im Vergleich zur vierten Märzwoche des vorigen Jahres von 357,7 auf 525,2 in der vierten Märzwoche 1951. Damit wird unsere Lebenshaltung verschlechtert, weil wir gezwungen sind, zur Bezahlung der Importe mehr als bisher zu exportieren, also einen relativ größeren Teil unseres Sozialproduktes an das Ausland abzugeben. Diesen Sachverhalt haben wir leider in Gestalt höherer Preise zu spüren bekommen, wobei wir es im übrigen aus eigener Schuld doppelt spürten, weil alle Welt wie verrückt darauflos- kaufte. Da sind zweitens die schon eingetretenen oder noch bevorstehenden Belastungen durch höhere Steuern, deren Mehrerträge sich aufteilen auf höhere Anforderungen der Besatzungsmächte, also auf den vielerörterten „Vertteidigungsbeitrag“ und auf Bestreitung erhöhter Investitionen in den Grundstoffindustrien. Um es auf einen einfachen Nenner zu bringen: Zum Ausbau unserer Industrie brauchen wir mehr Kapital, als wir im Inland aufzubringen vermögen, und zur Vergrößerung unseres Außenhandels brauchen wir mehr Betriebsmittel, also mehr Devisenkredite — alles in allem zur Vermeidung sozialer Erschütterungen brauchen wir einen Mindestlebensstandard, der eben diese Erschütterungen ausschließt. Wir haben von der Tatsache auszugehen, daß die Lebenshaltung von rund 7 Millionen Menschen bei insgesamt 47 Millionen in Westdeutschland das äußerste Existenzminimum darstellt. Ein anderer Teil hat nur unwesentlich mehr. Denn die breite Schicht der Lohnarbeiter fußt nachweislich auf dem Lohneinkommen von durchschnittlich 230 DM. In diesem Zusammenhang sollte allerdings nicht vergessen werden, daß im Bundesgebiet durchschnittlich auf einen Arbeiterhaushalt zwei Verdiener entfallen und ein beachtlicher Prozentsatz unserer- Arbeiterschaft auf Hausund ländlichem Grundbesitz aufruht,. Die nackte Einkommensstatistik ist deshalb zu einem guten Teil unbrauchbar, wenn man aus ihr auf Zumutbarkeit oder Unzumutbarkeit von Kaufkraftbeschränkungen schließen will. Die seit Monaten schleichende Außenhandelskrise ist in sinnfälliger Weise in der wachsenden Verschuldung Deutschlands gegenüber den Ländern der Europäischen Zahlungsunion zum Ausdruck gekommen, denen gegenüber das Defizit Ende Februar den Stand von 458 Millionen Dollar erreichte. Damit war der im November gewährte Sonderkredit von ILO Millionen Dollar, der das Kreditvolumen der Bundesrepublik gegenüber der EZU auf 500 Millionen erhöhte, bis auf einen Rest von 40 Millionen aufgebraucht. Die Gründe dieser Entwicklung sind verschiedener Art. Zum ersten ist es bekanntlich die sog. strukturelle Phasenverschiebung in unserem Außenhandel, die darin beruht, daß wir die Importe sofort zahlen müssen, während es Monate dauert, bis die aus der Verarbeitung der Rohstoffe hergestellten Fertigwaren als Exporte wieder herausgehen können. Hinzu kommt die Diskrepanz zwischen Handels- und Zahlungsbilanz. Diese entsteht dadurch, daß die Steigerung der Weltstoffpreise aus den bekannten politischen Gründen plötzlich aufgetreten ist, während die Steigerung der Erlöse aus den Exporten erst viel später folgt. Man berechnet, daß wir für die Einfuhren im 4. Quartal 1950 etwa 250 Millionen DM mehr ausgeben mußten als für die gleichen Mengen, berechnet nach den Preisen des ersten Halbjahres 1950. Hier ist übrigens noch zu bedenken, daß uns bei EGA von Anfang an nur ein Kreditpolster von 320 Millionen Dollar eingeräumt wurde, während das kleine Belgien, das noch dazu über Kolonien verfügt, ein solches von 600 Millionen Dollar besitzt. Ferner ist zu berücksichtigen, daß die erwartete günstige Entwicklung des Exports sich nicht fortgesezt hat. Das Januar-Ergebnis brachte mit 155 Millionen Dollar EZU-Ausfuhr einen erheblichen Rückschlag gegenüber Dezember mit 178 Mill. Dollar und November mit 167 Mill. Dollar. Der Februar zeigte zwar wieder eine Zunahme um 7 Prozent, doch scheint es äußerst ungewiß, ob für die nächsten Monate mit einer wesentlichen Besserung der Exporte und Exporterlöse gerechnet werden kann. So sieht sich die westdeutsche Wirtschaft heute vor zwei Problemen: einmal vor der Notwendigkeit der Drosselung des Inlandskonsums, um aus der Einsparung den Ausgleich für ein aus der prekären Devisenlage erzwungenes herabgesetztes Importniveau zu schaffen und um die Materialien für einen gesteigerten Export zu gewinnen, zum zweiten vor der Notwendigkeit, über den Weg des Zwangssparens und der Steuerabschöpfung die Mittel für die Ausweitung der Grundstoffindustrien zu gewinnen. Wir stehen heute in einem Deflationsprozeß schärfsten Grades, Wenn die Preise seit einem halben Jahr hinauf kletterten, warum sollten sie vielleicht schon übermorgen nicht wieder herunterklettern. Die größte Dummheit würde man begehen, wenn man in diesem Augenblick Lohnkämpfe vom Zaune bräche und die Löhne erhöhen würde. Das wäre ungefähr dasselbe, wenn man bei Verstopfung gleichzeitig ein Abführmittel und ein Verstopfungsmittel nehmen würde. Haben wir doch etwas Geduld! Die Engländer haben sie mit ihrer Austerity- Politik ja auch, und zwar schon seit Jahren. Dann stehen auch die Dänen und die Holländer vor der Erkenntnis, über ihre Verhältnisse gelebt zu haben, stehen genau wie wir vor der Frage, wie sie durch Verbraucher- und Importbeschränkungen und durch Zwangssparen die Inflationsgefahr bannen können. Ich gebe gern zu: Es ist leichter — aber gewiß nicht verantwortlicher — dem Arbeiter zu sagen: „Du hast Anspruch auf einen höheren Lohn, denn die Preise steigen ja“, als ihm zu sagen: „Du mußt Dich vorübergehend einschränken, bis wir wieder in der Lage sind, das Sozialprodukt zu steigern.“ Konsument und Produzent halten zurück Die Monatsberichte der südbadischen Handelskammern lassen ein steigendes Gefühl der Unsicherheit erkennen Die Monatsberichte der südbadischen Handelskammern lassen ein steigendes Gefühl der Unsicherheit erkennen, obwohl Produktion und Umsatz gegenüber den Vormonaten im März wieder angestiegen sind und etwa den Höchststand vom Monat November erreicht haben. Man weiß zwar jetzt, welches die entscheidenden Einflüsse sind, die unsere Wirtschaftslage im wesentlichen bestimmen, sieht jedoch noch nicht klar, wie die Engpässe überwunden werden sollen. Neben den Schwierigkeiten in der Rohstoff- und Kohlenversorgung ist es in letzter Zeit mehr und mehr die Ungewißheit über die zukünftige Preisgestaltung, die der Wirtschaft und weitesten Kreisen der Bevölkerung ernste Sorge bereitet. Das Bewußtsein, im Wege der größeren steuerlichen Leistung die Haushalte des Bundes und der Länder ins Gleichgewicht bringen und auf die bisherigen Möglichkeiten der Selbstfinanzierung weitgehend verzichten zu müssen, lastet als besonders schwerer Druck auf der Industrie. Erst wenn das neue Wirtschaftsprogramm in allen Einzelheiten bekannt ist, wird zu überblicken sein, inwieweit es der Industrie gelingen kann, einen konstanten Absatz, der eine unerläßliche Vorbedingung für die Aufrechterhaltung unseres Wirtschaftsgefüges ist, zu gewährleisten. Die Entwicklung der Produktion bietet sowohl in den einzelnen Kammerbezirken als auch in den verschiedenen Branchen ein uneinheitlichste Niedrighaltung der Preise. Die Textil- Betriebe von Rohstoff- und Kohlenzufuhren abhängig sind, deren Schwierigkeiten keineswegs als behoben gelten können. In der Sorge um den Absatz bemüht man sich im allgemeinen mehr und mehr um möglichste Niedrighaltung der Preise. Die Textilindustrie steht täglich vor der Frage, ob sie das Risiko der Hereinnahme von Rohstoffen zu den heutigen Preisen auf sich nehmen will in der Voraussicht, daß eines Tages der gefürchtete Preissturz erfolgt, und dann Verluste entstehen, die in die Millionen gehen werden, oder ob sie sich mit den Rohstoffzuteilungen zum normalen Weltmarktpreis unter Verzicht der Aufrechterhaltung der Vollbeschäftigung begnügen soll. Der erlassene Preisstop für bestimmte Rohstoffe in den Vereinigten Staaten hat zweifellos eine gewisse Beruhigung in der Preisbildung gebracht. Auch die wohl im Zusammenhang mit dieser Entwicklung wiederholt gemachten Bemerkungen des Bundeswirtschaftsministers über einen in absehbarer Zeit zu erwartenden Umbruch der Weltrohstoffpreise waren bereits in weiten Kreisen der Wirtschaft der Anlaß, sich etwas Zurückhaltung aufzuerlegen, was besonders auf dem Konsumgütermarkt zu einem teilweise recht merklichen Abflauen des Käuferinteresses geführt hat. Insbesondere standen der Schuh- und Textileinzelhandel, die noch bis Mitte Februar einen sehr guten Geschäftsgang zu verzeichnen hatten, deutlich unter dem Eindruck dieser vermutlichen Entwicklung. Eine stark steigende Tendenz meldeten hingegen die Nahrungsmittelindustrie sowie die Getreidemühlen. Der Geschäftsgang ist im Handel trotz des Ueber die Wellen des Funks Mittwoch, den 11. April Südwestfunk: 6.10 Marktberichte; 7.30 Musik am Morgen; 8.40 Musik. Intermezzo; 9.00 Für die Hausfrau: 9.30 Am Krankenbett; 12.10 Bauernfunk; 13.10 Musik nach Tisch; 14.00 Für die Schuljugend; 14.30 Franz. Sprachunterricht; 16.30 Bücherschau; 16.50 Sang und Klang im Volkston; 20.00 Bunter Melodienreigen; 21.30 Gewerkschaftsfunk; 21.40 Unterhaltungsmusik. Stuttgart: 8.00 Frauenfunk; 9.05 Marktumsdiau; 10.45 Krankenvisite; 11.45 Landfunk; 12.00 Musik am Mittag; 13.00 Echo aus Baden; 13.45 schülerfunk; 14.30 Kinderfunk; 15.00 Schulfunk; 16.00 Der flämische Dichter Michel de Ghelderode; 16.15 Zwei rechts — zwei links; 17.15 Junge Komponisten stellen sich vor; 17.45 Heimatpost; 18.20 Seine schönsten Walzer, Joseph Lanner z. 150. Geburtstag; 20.05 „Warum?“; 22.05 Kammermusik für Bläser. * Donnerstag, den 12. April Süd westfunk: 6.10 Marktberichte; 7.30 Musik am Morgen; 8.40 Musikal. Intermezzo; 11.50 Bauraposcht!; 12.10 Bauernfunk; 13.15 Musik nach Tisch; 14.00 Kin- derliedersingen; 14.30 Franz. Sprachunterricht; 15.45 Lyrik der Zeit; 16-45 Emigrantenschicksal; 17.00 Klaviermusik; 18.00 Badische Chronik; 20.00 Richard Tauber; 21.00 Das Leben ist stärker, Hörfolge um Jack London; 22.30 Das Prisma. Stuttgart: 6.40 Heimatpost; 8.00 Frauenfunk; 9.03 Marktrundschau; 11.15 Altitalienische Orchestermusik; 11.45 Landfunk; 12.05 Musik am Mittag; 13.00 Echo aus Baden; 15.00 Singt mit!; 15.30 Akkordeon- Duo Wörner-Feinle; 16.00 Konzertstunde; 16.50 Junge Literatur; 18.25 Schöne Opernmelodien; 20.05 Funkrevue. Städtische Bühnen Freiburg Großes Haus: Dienstag, 20: „Cavalleria rusti- cana“ (Oper von Mascagni); „Der Bajazzo“ (Oper von Leoncavallo); Mittwoch, 20: „Eine Nacht in Venedig“ (Operette von J. Strauß); Donnerstag, 20: „Der Biberpelz“ (Komödie von G. Hauptmann); Freitag. 20: „Eine Nacht in Venedig“ (Operette von J. Strauß); Samstag, 20: „Eine Nacht in Venedig“; Sonntag, 14.45: „Cavalleria rusticana“; „Der Bajazzo“; 20: Meisterabend froher Unterhaltung. Kammerspiele: Mittwoch, 16: „Robinson soll nicht sterben“ (Spiel von Friedrich Förster); Freitag, 16: „Robinson soll nicht sterben“; 20: „Die Cocktail-Party“ (Komödie von Eliot); Samstag, 20: „Die Cocktail-Party“; Sonntag, 20: „Orpheus“ (Tragödie von J. Cocteau); „Der arme Matrose“ (Stück von D. Milhaud). lieh ruhig verlaufen. Ursache sind einmal nicht unbeträchtliche Vorgriffe auf die für später vorgesehenen Ausgaben, zum anderen aber auch die sich nun doch immer mehr zeigende Resignation bei einer großen Käuferschicht, die infolge der noch anhaltenden Preissteigerung nicht mehr in dem bisherigen Ausmaße Osterfestes in den letzten Wochen ungewöhn- kaufen kann und wohl auch nicht mehr will., Wie wurde sie bewußtlos? 16jähriges Lehrmädchen täuschte Raubüberfall vor Karlsruhe. (SWK) In den frühen Morgenstunden eines Tages der vergangenen Woche wurde vor einem Gartengrundstück bei der Seideneckstraße ein 16jähriges Lehrmädchen in offenbar bewußtlosem Zustande aufgefunden. Da neben ihm eine geöffnete Aktentasche und eine Geldbörse ohne Inhalt lagen, mußte man annehmen, daß es sich um einen Raubüberfall handelte. Inzwischen zeitigten die eingeleiteten Ermittlungen das verblüffende Resultat, daß das Jungs Ding die ganze Geschichte ziemlich stilecht inszeniert hatte, um einen verbrecherischen Anschlag vorzutäuschen. Gegenwärtig befindet sie sich im Krankenhaus. Auf welche Weise sie sich in einen bewußtlosen Zustand versetzte, konnte bisher noch nicht einwandfrei geklärt werden. Auch über die Motive, die die 16jährige zur Vortäuschung eines Raubüberfalls veranlaßt haben, ist noch nichts bekannt. Feuer im Jugenddorf Balg Baden-Baden. Im Jugenddorf Baden-Balg entstand am Montagmorgen, gegen 4.00 Uhr, ein größerer Brand, dem die „Bunde*- b a r a c k e“, die wertvollste Baracke des Jugenddorfes, zum Opfer fiel. Der Sachschaden wird von der Lagerleitung auf 50 000 DM beziffert. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Das Zimmer, in dem der Brand ausgebrochen ist, war seit mehreren Tagen unbelegt. Verduftet Villingen (lid). 864 DM, die in einer Blechbüchse im Kleiderschrank aufbewahrt wurden und weitere 150 DM aus einer Manteltasche nahmen zwei Männer mit, als sie nach einem mehrmonatigen Aufenthalt aus einer Pension in Villingen verschwanden. Außer dem Diebstahl dieser Gelder, die zwei Frauen gehörten, hinterließen die beiden 329 DM Schulden für Miete und Essen. Selbstmord und Selbstmordversuch betrunkener Frauen Mannheim. Eine Frau, die am Sonntag in Mannheim in angetrunkenem Zustand Straßenpassanten belästigt hatte und auf die Polizeiwache gebracht wurde, erhängte sich in einer Zelle mit ihrem Seidenschal. Eine zweite Frau, die nach reichlichem Alkoholgenuß ebenfalls in Sicherheitsverwahrung genommen werden mußte, öffnete sich die Pulsader. Sie konnte durch das rechtzeitige Eingreifen eines Arztes gerettet werden. Das Sdiaufenster der Schweiz in Basel eröffnet — Rekordbesuch am Presse- und Eröffnungstag 35. Schweizer Mustermesse —kel Lörrach. (Eig. Bericht). „Vor dreieinhalb Dezennien in der Not der Zeit geschaffen, ln Jahren kriegswirtschaftlicher Engpässe, in Krisenjahren wie in Zeiten wirtschaftlicher Hochkonjunktur bewährt und stets auf- und ausgebaut, ist die Schweizer Mustermesse nunmehr in voller Lebenskraft. Ein Werk am Wege in die Zukunft zu neuen Aufgaben und zu weiterer Entfaltung“, stellte Messedirektor Prof. Dr. Th. Brogie am 7. April vor der in- und ausländischen Presse anläßlich des Eröffnungsaktes der 35. Schweizer Mustermesse in Basel fest. Und in der Tat: Auch die diesjährige Messe ist wiederum bis zum letzten verfügbaren Platz besetzt und von über 2 200 Ausstellerti beschicht, so daß sich die schon so vertrauten Eindrücke von der bunten Vielfalt, der reichen Fülle, der Erfindungskraft und Leistungsfähigkeit schweizerischer Industrie und schweizerischen Gewerbes erneut finden. Nur die Ausstellungsobjekte haben sieh geändert und markieren so die Fortschritte des verflossenen Jahres: Fortschritt in der Technik und in der Wissenschaft, Fortschritte in der modischen, künstlerischen und zweckmäßigen Gestaltung. 14 geräumige Hallen In Halle I bereitet die Uhrenmesse mit ihrem vornehmen Glanz dem Besucher den gewohnten sympathischen Empfang. Eine Halle weiter entfaltet die Textilindustrie den Reichtum ihrer Fabrikate und Halle Ilb beherbergt ihre vornehmsten Schöpfungen in der wiederum gediegen gestalteten Sonderschau „Creation“. Im dritten Stock dieses Hochhauses befindet sich nicht nur das Reklametheater mit seinen Modevorführungen, Filmen und Reklamesketsch, sondern präsentiert auch die schweizerische Spielwarenindustrie ihre Erzeugnisse. In der nächsten Halle ist zunächst die Gruppe der chemischen Industrie untergebracht, Maschinen für die Lebensmittelindustrie belegen die weitere Fläche. Den Abschluß dieses Gebäudetraktes bilden die Hallen V, wo die hochentwickelte Elektroindustrie ihr Angebot entfaltet, sowie VI und VII mit Werkzeugmaschinen für Metall- und Holzbearbeitung. Die Halle VIII beherbergt die Baumesse, die für den Laien ebenso interessant ist wie für den Fachmann. Im Vorraum ist der größere Teil der Bücherausstellung untergebracht. Textilmaschinen und die Gruppe „Verkehr und Transport“ füllen den Ausstellungsraum in Halle IX. Mit einer Ausstellung „Form und Farbe“ will der Schweizerische Werkbund“ seine verdienstvollen Bemühungen um eine neue Verbindung von Zweckmäßigkeit u. Schönheit einem weiteren Kreis nahebringen. In Halle X wird der Kaufmann und Betriebsleiter viele und wertvolle Anregungen empfangen, ist sie doch dem Bürobedarf, der Organisation Ladeneinrichtungen und Verpackungsmaterial eigens gewidmet. Im Freien laden Chaletbauten zur Besichtigung ein. Die Gruppe Hauswirtschaft ist dieses Jahr über Halle XII hinausgewachsen und belegt auch XI nahezu vollständig. Ein mannigfaltiges Angebot von sinnvoll entwickelten Küchenmöbeln, Haushaltapparaten, Nähmaschinen. Bodenreinigungsmaschinen, W aschautomaten und Kühlschränken spiegeln hier das Bestreben, die Hausarbeiten zu erleichtern und zu rationalisieren und beweisen die Initiative und Leistungsfähigkeit eines aufstrebenden Gewerbezweiges. In Halle XIV schließlich nimmt die Lebensmittelindustrie wieder den gebührenden Platz ein, nachdem sie vor Jahren infolge der Ungunst der Zeit etwas zurückgetreten war. Der Gesamteindruck Es fällt uns deutschen Journalisten — und hier schließen wir uns der Auffassung eines Kollegen der Auslandspresse an, der anläßlich des Eröffnungsaktes die Grüße der Presse namens der Association de la presse etrangere en Suisse übermittelte — vor allem auf, wie viele Kleinfilmen aussteUen und überhaupt wie wenig große Konzerne im schweizerischen Wirtschaftsleben vorhanden sind. In diesen gesunden Verhältnissen kann der kleine Unternehmer offensichtlich gedeihen und auch der gute Handwerker immer noch zur Geltung kommen. Es fällt uns auf, wie umfassend die Ausstellung ist und wie übersichtlich alles angeordnet ist; wie geschmackvoll die Auslagen gestaltet sind und wie erfrischend die saubere, moderne, schweizerische Reklame wirkt. Und es imponiert uns, daß all^, was wir sehen, ob mächtig groß od^r winzig klein, ob Luxus- oder Volksausführung, ob billig oder teuer, Qualitätsgut darstellt, das die Schweiz wie kein zweites Land zu erzeugen und zu schätzen weiß. So ist die Schweizer Mustermesse — weicht das äußere Messebild nicht sehr vom Herkömmlichen und Gewohnten ab, so steht die diesjährige, vom Wirtschaftsgeschehen aus betrachtet, gegenüber ihrer Vorgängerin doch in einer weitgehend veränderten Marktsituation — der lebendige Ausdruck für die Resultate, wie sie durch eine gesunde und freie Konkurrenz ermöglicht werden. Die Messe, das große Schaufenster der Schweiz, stellt eine einzigartige Gelegenheit dar, einen Gesamtüberblick zu gewinnen über die große Man- nigfalt der Erzeugnisse und um die Fortschritte zu sehen, die im Verlauf eines Jahres wiederum erzielt worden sind. Dienst»*, 10. April 1951 Nürnberg vergab den ersten Meistertitel Nürnberg verspilte den Titel eines lüddeutschen Meisters — Borussia Dortmund weiter auf der Verlierer-Straße — Schalke 04 mußte in Köln Federn lassen Launisch wie der April, so stellen sich unsere Spfitzenvereine vor. In Norddeutschland ließ der Hamburger Sportverein der 0:5-Niederlage gegen St. l'auli jetzt eine Glanzpartie bei Werder Bremen mit einem 5:1-Sieg folgen, so daß an der erfolgreichen Verteidigung des Nordmeistertitels nicht mehr zu zweifeln ist. Im Westen dagegen hat Borussia Dortmund durch ein 3:3 gegen Katernberg seine letzte Chance ausgelassen, in die DFB-Gruppenspiele zu gelangen. Hier erlebte auch Schallte 04 einen R(h)einfall beim 1. FC Köln, denn der Kölner Ziegenbock „Hennes“ erfreute SS 000 im Kölner Rhein- stadion durch sein schadenfrohes Gemecker, als der I. FC Köln, den berühmten Schalker Knappen mit 2:0 das Nachsehen gab. Die Schalker halten nur noch dank besseren Torverhältnisses den ersten Platz vor Preußen Münster, die neben Schalke Westdeutschland in der „Viktoria“ vertreten werden. Im Süden hat durch eine neue Niederlage der 1. FC Nürnberg mit 1:2 bei 1860 München seinen ersten Platz und die vier Punkte endgültig verspielt, die vor vierzehn Tagen den „Club“ in die vorderste Front der Favoriten gestellt hatten. So leicht zerrinnt ein Vorteil beim Fußball und es bestätigt sich erneut: „So lange gebetet wird, ist die Kirch’ nicht aus!** Eine provisorische Zusammenstellung der beiden Endspiel-Gruppen sieht jetzt wir folgt aus: dem alle anderen Anwärter ihre Spiele verloren haben. An der Spitze blieben die Kickers mit 6:2 über Hof weiterhin siegreich. Es fehlen den Deger- lochern nunmehr zwei Punkte für die Meisterschaft. Jahn leistete sich zu Hause gegen Straubing einen bösen Ausrutscher und unterlag mit 0:1. Dieser Reinfall kostete Regensburg den zweiten Tabellenplatz, den nun wieder der ASV Cham einnimmt, der Durlach mit 2:0 schlug. Möglicherweise hat sich Aschaffenburg durch ‘einen 4:2-Sieg über Ulm 46 noch eine schwache Chance auf den zweiten Platz erspielt. Von den bisherigen weiteren Anwärtern für den zweiten Platz verloren Bamberg in Freiburg, Wacker München bei Hessen Kassel und Bayern Hof bei den Stuttgarter Kickers. Von den zum Abstieg verurteilten Mannschaften konnte keine siegreich bleiben. Konstanz unterlag in Pforzheim mit 3:1, Arheilgen erreichte in Wiesbaden nur ein 2:2 und Tübingen und Böchingen trennten sich torlos 0:0. Damit hat Tübingen kurz vor Toresschluß noch einen Punkt zu seinen bisherigen mageren vier erringen können. NSU-Weltrekordversuche Die Weltrekordversuche der NSU-Werke sind nach einer Werksmitteilung vom Sonntagvormittag für Mittwoch und Donnerstag angesetzt. Für Mittwoch sind die Versuche der Soloklasse bis 500 ccm für den fliegenden Kilometer und die fliegende Meile vorgesehen. Anschließend soll Hermann Böhm mit der 500-ccm-Seitenwagenmaschine auf den gleichen Strecken starten. Für Donnerstag hat NSU den Start der beiden 350-ccm-Maschinen (Solo und Seitenwagen) vorgesehen. Moton adweltmeisterschalt gestartet In Barcelona wurde am Wodienende die diesjährige Motorrad-Weltmeisterschaft gestartet. Mit wenigen Ausnahmen fanden sich alle die in den bisherigen zwei Weltmeisterschaften ermittelten Titelträger auf der Rundstrecke im Montjuieh-Park ein. In der I25-ccm-Klasse waren die Italiener nicht zu schlagen. Sieger wurde der vorjährige Weltmeisterschaftszweite Guido Leoni, der seine Mondial über die 102,568 km (17 Runden) in 1:11:25,8 Stünden und mit einer Durehschnittsgeschwindigkeit von 86,235 km/std unangefochten über die Ziellinie fuhr. Bei den Halbliter-Masehinen holte sich der Italiener Umberto Massetti, der 1950 auf Betteln Weltmeister dieser Klasse wurde, mit einer Gilera die ersten Meisterschaftspunkte. Die deutschen Nationalmannschaften Gruppe I: West I: FC Schalke 04 Südwest: 1. FC Kaiserslautern Süd II: noch drei Vereine Nord II: FC St. Pauli Gruppe II: Süd I: Spielvereinigung Fürth Nord I: Hamburger Sportverein Berlin: Tennis-Borussia Berlin West II: Preußen Münster Wer wird Vizemeister „Jahn* und ASV Cham haben die besten Aussichten In der 2. Liga Süd haben 5 Spieltage vor Abschluß der Saison praktisch nur noch der ASV Cham und Jahn Regensburg Aussichten auf den 2. Platz, nach- Anwärter für die Olympia-Mannschaft In den Tagen vom 23. bis 27. April wird Bundestrainer Herberger unter Assistenz der Landesfuß- balltrainer diejenigen süddeutschen Amateure einer Sichtung unterziehen, die für die Einreihung in die Olympiakernmannschaft in Frage kommen. Einen wesentlichen Teil stellt die bayerische Ländermann- •chaft dar. 25 Spieler wurden eingeladen: Torhüter: Stumpf (Würzburger Kickers), Schuster (FC Eislingen), Mink (K u p p e n h e i m); — Verteidiger: Bayerlein (Spvgg Weiden), Eberle (Ulm 46), Faber (VfB Coburg), Oberle (VfB Friedrichshafen); — Läufer: Baumgart (VfR Heilbronn), Lehr (FC Singen 04), Meßmann (1. FC Amberg), Kämmerer (FC 08 Villingen), Klaiber (VfB Pfullingen), Popp (Jahn Regensburg), Sill (SV Weingarten); — Stürmer: Preiß (VfL Sindelfingen), Müller (FV Offenburg), Bäumler (Spvgg. Weiden), Maier (Stuttgarter Sportfr.), Kusmenko (FC Frei- bürg), Zeltler (VfB Bayreuth), Hochgeschurtz (Ulm 46), Lindner (FC Lichtenfeis), Killmaier (FV Ebingen), Haller (VfB Schwenningen), Wächter (FV Lahr). Ottmar Walter führt den Angriff in Zürich — Schade in Mühlbur* Der Spielausschuß des Deutschen Fußball-Bundes hat im Einvernehmen mit Bundestrainer Sepp Herberger die deutschen Mannschaften nominiert, die den Zweifrontenkampf mit der Schweiz bestreiten sollen. Durch die Verletzung von Morlock und des Frankfurters Herrmann, der darum gebeten hatte, nicht eingesetzt zu werden, war es auch diesmal für die verantwortlichen Männer nicht leicht, die richtige Lösung zü finden. Nach München-Grünwald wurden 15 Spieler (einschließlich Morlock) eingeladen. Voraussichtlich wird die deutsche Mannschaft ln Zürich wie folgt an treten: Turek (Fortuna Düsseldorf) Burdenski Streitle (Werder Bremen) (Bayern München) Mebus Baumann Barufka (VfL Benrath) (1. FC Nürnberg) (VfB Stuttg.) Gerritzen Rührig Ottmar Walter Fr. Walter Klodt (Münster) (1. FC Köln) (1. FC Kaisers!.) (Schalke 04) Als Ersatzleute sind vorgesehen: Herkenrath-Dell- brück als Torhüter, Kohlmeier-Kaiserslautem als Verteidiger, Posipal-Hamburger SV als Läufer, und Morlock, Nürnberg, als Stürmer. Unter Umständen erhält auch noch Retter-VfB Stuttgart eine Berufung für Zürich. Gegenüber dem letzten deutschen Länderspiel im November ln Stuttgart stehen also Mebus, Gerritzen und Röhrig diesmal neu als Stammspieler ln der deutschen Nationalmannschaft. Süd-Sturm in der deutschen B-Elf Für das B-Spiel im Samstag, 14. April, ln Karls- ruhe-Mühlburg, wurde die deutsche Mannschaft wie folgt aufgestellt: Rado (FSV Frankfurt) Retter Knoll (VfB Stuttgart) (Fürth) Haferkamp Matzkowski Trenkel (Osnabrück) (Schalke 04) (Mühlburg) Kaufhold Schreiner Schade Buhtz Blesslng (Kickers Offenbach) (Fürth) (Mühlburg) (VfB Stg.) Als Ersatzleute stehen zur Verfügung: Süßmann (Schwaben Augsburg) als Torhüter, Juskowiäk (SSV Wuppertal), Graf (1. FC Köln) als Verteidiger, Öles (ASV Durlach) als Läufer, und Baitinger (VfB Stuttgart) als Stürmer. Die Nominierung von zwei Verteidigern erfolgte aus dem Grund, weil unter Umständen Retter noch für Zürich in Frage kommt. Herbert Klein in Rekordform Nach neuem Europarekord fehlen nur noch 1,9 Sek. zum Weltrekord — In drei Jahren um 17,9 Sekunden schneller Nur 1,9 Sekunden trennen unseren 200 m-Butter- fly-Schwimmer Herbert Klein jetzt noch vom Weltrekord des Amerikaners Joe Verdeur, den dieser am 31. März 1950 aufgestellt hat. Der ständige Fortschritt, den der Breslauer bis zu seinem jüngsten Europarekord im Mannheimer Herscbel-Bad mit 2:30,2 Minuten erzielte, ist sehenswert: In Offenbur* wurden am Sonntag die Ausscheidungskämpfe zur badischen Meisterschaft ausgetragen. Unser Bild zeigt eine typische Scene im Halb mittelgewicht zwischen Kostasch (Freiburg) und Tenzer (OFV), den der Offenburger für sich entscheiden konnte. Aufnahmen: Photo-Stober 16. 12. 49: Heidelberg 2:34,5 — 12. 8. 50: Göppingen 2:34,4 — 15. 10. 50: Krefeld 2:32,5 — 7. 11. 50: Upsala 2:31,8 — 17. 2. 51: .Darmstadt 2:31,4 — 7. 4. 51; Mannheim 2:30,2. Erst 2% Jahre sind vergangen, seit Herbert Klein kurz nach seiner Rückkehr aus Kriegsgefangenschaft lm August 1948 erstmals die 200 Meter im Schmetterlingsstil durchschwamm und 2:48.0 Minuten erreichte. In dieser Zeit hat sich Klein also um 17,8 Sekunden verbessert! Neue Weltbestleistung über 50t m Brust Das „Ausgraben“ des 400-Meter-Weltrekordes im Brustschwimmen durch Herbert Klein reizte in Argentinien Hector Dominguez, den 500-m-Weltrekord anzugreifen. Dominguez erzielte mit 7:01,4 Minuten eine neue 500*m-Weltbestleitsurig. Bisher hielt diese der Deutsche A. Heina mit 7:13,0 Minuten. Die Toto-Quoten West-Süd 1. Rang: t Gewinner je 38 591,90 DM. 2. Rang: 218 Gewinner Js 1 429,10 DM. 3. Rang: 2 684 Gewinner Je 114,80 DM. Zehnerwette: 1. Rang: 91 Gewinner je 2114,70 DM. 2. Rang: 2116 Gewinner je 90,80 DM. 3. Rang: 19 349 Gewinner je 9,70 DM. — Rheln-Ruhr-Tip: 69 Gewinner je 713,90 DM. Bayern 1. Rang: 72 Gewinner je 1851 DM. 2. Rang: 1610 Gewinner je 82,80 DM. 3. Rang: 9877 Gewinner je 13,50 DM. Neunertip: 1. Rang: 169 Gewinner je 166,30 DM. 2. Rang: 2097 Gewinner je 13,40 DM. Internationale Zehn: 1. Rang: 2 Gewinner je 6010 DM. 2. Rang: 60 Gewinner je 200,30 DM. 3. Rang: 640 Gewinner Je 18,70 DM. Rheinland/Pfalz Zehner wette: 1 . Rang: 71 Gewinner je 1100,90 DM. 2. Rang: 1 462 Gewinner Je 53,45 DM. 3. Rang: 10 324 Gewinner je 7,50 DM. Kleintip: 34 Gewinner je 367,30 DM. Auswahlwette: 1 . Rang: 43 Gewinner Je 564,10 DM. 2. Rang: 894 Gewinner Je 27,15 DM. 3i Rang: 8 095 Gewinner je 3,00 DM. Unser Tabellenspiegel Oberliga Nord HSV Hamburg 29 100:49 43:15 St. Pauli 30 79:39 42:18 VfL Osnabrück 30 79:52 37:23 Kiel 28 57:53 35:21 Werder 28 72:45 34:22 Göttingen 28 62:55 31:25 Bremer SV 28 50:51 29:27 Eimsbüttel 26 38:41 28:24 Braunschweig 28 56:50 27:29 Hannover 29 54:59 27:31 Arminia 30 59:61 27:33 Bremerhaven 26 48:48 24:28 Oldenburg 29 47:59 24:34 Concordia 29 42:62 23:35 Altona 29 45:75 22:36 Eintr. Osnabrück 26 44:60 21:31 Itzehoe 29 37:111 8:50 Oberliga West Schalke 04 28 65:35 39:17 Münster 28 53:31 39:17 Köln 28 59:29 36:20 Dortmund M 28 50:36 36:20 Essen 27 55:43 29:25 Fortuna 28 43:33 29:27 Hamborn 28 39:42 28:28 Katernberg 26 52:59 26:30 Rheydt 28 43:50 26:30 Horst 28 43:48 26:31 Erkenschwick 26 31:36 25:31 Dellbrück 28 44:52 24:32 Aachen 28 54:63 22:34 Oberhausen 28 28:50 22:34 M.-Gladbach 27 43:69 21:23 Duisburg 26 36:52 13.38 Oberliga Südwest 1. FC Kaisers!. 25 93:16 44:6 Wormatia 25 68:29 37:13 Pirmasens 28 68:39 37:15 Phönix 26 80:51 34:18 Neuendorf 25 58:41 32:18 Trier 26 51:43 31:21 Engers 26 50:46 28:24 Neustadt 26 38:49 26:26 VfR Kaiserslautern 25 38:57 21:29 Kreuznach 25 33:56 14:36 Mainz 25 33:72 14:36 Landau 25 27:79 13:37 Tura 24 24:57 12:36 Andernach 25 35:61 11:39 II. Liga Süd Stuttgarter Kickers 31 20 6 5 96:44 46:16 ASV Cham 31 16 6 9 62:36 38:24 Jahn Regensburg 30 17 3 10 55:34 37:23 Vikt. Aschaffenburg 31 16 5 10 76:57 37:28 1. FC Bamberg 30 13 9 8 45:35 35:25 Bayern Hof 31 15 5 11 44:41 35:27 Hessen Kassel 31 15 5 11 73:53 35:27 1. FC Pforzheim 31 16 3 12 61:48 35:27 Wacker München 29 15 3 11 64:58 33:25 SV Wiesbaden 30 13 6 11 61:44 32:28 TSG Ulm 1846 31 12 7 12 55:61 31:31 ASV Durlach 30 13 3 14 59:53 29:31 TSV Straubing 28 11 6 11 57:50 28:28 FC Freiburg 30 9 9 12 50:65 27:33 Union Böckingen 31 7 8 16 35:57 22:40 SG Arheilgen 31 8 6 17 49:93 22:40 VfL Konstanz 30 9 1 20 36:73 19:41 SV Tübingen 30 1 3 26 22:96 5:55 Südbadische 2. Amateurliga Radolfzell 19 13 4 2 63:22 30:8 Stodcach 18 13 2 3 47:16 28:8 Furtwangen 17 10 4 3 33:20 24:18 Gottmadingen 19 8 6 5 43:34 22:16 Donaueschingen 20 7 8 5 32:29 22:18 Haslach 18 7 6 5 37:36 20:16 Rielasingen 19 7 4 8 36:43 13:20 Engen 18 6 5 7 36:43 17:19 Konstanz. II . 20 5 5 10 21:43 16:25 Biumberg 20 3 7 10 24:49 13:27 Triberg 17 4 . 4 9 29:38 12:22 Neustadt 17 S 6 8 21:38 12*22 Ueberlingen 20 8 3 14 33:47 9:31 Liebscher gewann das Säbelfechten Die Deutschen Fechtmeisterschaften in Mainz wurden am Sonntagabend mit dem Säbelfechten beendet. Diese Kämpfe standen ganz im Zeichen der Fechter aus Hannover, die vier Mann in der Endrunde stehen hatten. Ueberlegener Deutscher Meister wurde Liebscher (Hannover) mit neun Siegen* keiner Niederlage und nur 27 erhalten«! Treffern. Die Stärke des neuen Deutschen Meisters sind eine unerhörte Schnelligkeit, mit der er seine Angriffe vorzutragen versteht und seine ausgezeichnete Pa- radesicherheit* Zweiter wurde Esser (IDüsseüdorP) mit sieben Siegen vor dem seit Jahrzehnten bekannten Fechter Limpert (Fürth) mit sieben Siegen; die weitere Placierung lautet: 4. Lascher (Hannover); S. Hirschring (Hannover); 6. Köstler (Bayreuth). Auch im Säbelfechten setzte sich damit die turniererfahrene alte Garde durch. Bronstein glich aus Bei den Schach-Weltmeisterschaften ln Moskau zwischen Botwinnik und Bronstein wurde am Sonntag in Moskau die 11. Partie ausgetragen, die mit dem Sieg Bronsteins endete. Damit gelang es Bronstein, in der Punktwertung wieder den Gleichstand zu erzielen, da es beide Spieler nach der 11. Runde nunmehr auf 5,5 Punkte brachten. ROMAN VON FRED ANDREAS! Die Satte ^ MIT SCHORRSIEGEI »8ISSIRECHT! DURCH MÜNCHENER ROMANVERLAOO.M.BH, 47. Fortsetzung In diesem Kuß fühlte er die Befreiung, sein Herz tat unsagbar weh in der kurzen Sekunde, aber die Erlösung war so offenbar, daß er an die ersten Küsse denken mußte, die Ingeborg vor bald zehn Jahren von ihm geduldet hatte. Alles Finstere war nickt gewesen, es gab kein Amsterdam und keine Nackt, in der er eine dunkle Treppe hinabgeschritten war, m*it einem fremden, eiskalten Schlüssel in der Hand und im Auge das Bild eines Mannes, der wie ein bröckelndes Mauerstück zusammengesunken war. Es gab nur einen Wald, durch dessen Zweige die Sonne hellbraune Kringel malte, und einen Teppich von Moos, auf dem er das schönste Mädchen der Welt im Kuß umfangen hielt, die Schönheit selber, die einzige Trösterin über alle Dinge, die im Dunkel geschehen. Er ließ sie ganz, ganz langsam los, dann gingen sie schweigend zurück. Als das Boot in Sicht war, raffte sich Benda auf und sagte: „Ich bitte Sie . . . versickert zu sein . . . daß ich mich nicht wieder hinreißen lasse . . „Das ist gut“, sagte Erika ernst, „es wäre schade, wenn unsere Freundschaft, die so schnell begonnen hat, ebenso schnell enden müßte. Denn Freunde sollten wir sein, Herr de Geer." „Sie haben mich tief beschämt“, erwiderte er ebenso feierlich, „obgleich ich nichts in dieser Stunde bereue. Alles, was ich hoffe, ist, daß ick Sie nicht verletzt habe.“ Sie drückte, als sie den Kahn bestieg, fest seine Hand und lächelte wieder. In ihrem Blick las er, daß sie verziehen hatte. Sie fuhr, von dem Knaben gerudert, davon; er stand wie ein Baum und sah noch lange, nachdem das Boot drüben angelegt hatte, in die spitzen, grauen Wellen der Aa. Dann ging er zurück in den Wald, in seiner Brust wogte es von einer süßen Erregung, und sein Hirn war wundervoll leer. Keine Erinnerung quälte ihn mehr. 9. Die folgenden Tage brachten Benda viel Trost. Das Leben war auf einnfal sehr leicht und ohne Sorgen, die Wunden in seinem Innern vernarbten, und auch das Denkvermögen stellte sich wieder ein, richtiges Denken mit friedlichen Bildern der Erinnerung, und nicht mehr die drohenden Schatten von einst Sollte ich' nicht sagte sich Benda manchmal, da alles so fröhlich weiterschreitet und mich mitreißt, neue Hoffnung schöpfen und noch einmal an eine Zukunft denken? Vielleicht gelingt Erika unbewußt das, was Doortje mit aller Mühe vergeblich erstrebte: einen Strich unter mein bisheriges Leben zu ziehen? Vielleicht ist es doch nicht zu spät, Kräfte zu sammeln und daran zu denken, wie ich ein neuer Mensch werden könnte. Baron Storck war den ganzen Tag über in Riga, und Benda fühlte sich wie ein Schuljunge, der Ferien hat. Am Nachmittag traf er sich wieder mit Erika, mietete ein Segelboot und fuhr weit in die See hinaus. Ein junger Bursche, der kein Wort Deutsch verstand und den Erika auf Russisch dirigieren mußte, störte ihre Einsamkeit nicht „Ich fange an, glücklich zu werden, Herr de Geer“, sagte Erika einmal ganz unvermittelt, „ick merke es daran, daß ich jetzt Namen hören und an alte Dinge erinnert werden kann, die mich früher schmerzten und jetzt . . . bald gar nicht mehr berühren. Das war die Macht der Aussprache mit Ihnen!“ „Das freut mich für Sie“, erwiderte Benda mit sonderbaren Gefühlen. Er wußte genau, worauf sie angespielt hatte, und Wihtols Ankunft erschien ihm auf einmal gar nicht mehr gefährlich. Oder sollte sie doch Major Wihtol gemeint haben? „Werden Sie eigentlich noch lange in Majo- renhof bleiben?“ fragte er. Im stillen befürchtete er nämlich doch, eines Tages von ihrer plötzlichen Abreise überrascht zu werden, sei es auch nur, daß sie nach Riga übersiedelte „Sie fragen wirklich, Herr de Geer, als . . ob Sie wüßten, daß ich heute morgen mit dem Gedanken gespielt habe, abzureisen. Aber schließlich hat mich etwas Merkwürdiges zum Bleiben bewogen. Ich hatte nämlich das Gefühl, als wäre es ein Unrecht an Ihnen . . . obwohl wir doch... bei aller guter Freundschaft . . . keinerlei Verpflichtung gegeneinander haben.“ Benda war von dem Geständnis so vorwirrt und beschämt, daß er rot wurde und lange kein Wort fand. Seine Verwirrung war so groß, daß er sich scheute, etwas zu entgegnen, weil er befürchtete, sie mißverstanden zu haben. „Ein Unrecht ... an mir?“ fragte er schließlich leise, ohne zu bedenken, daß dies Erika eigentlich zu einer Wiederholung zwang. „Wären Sie traurig gewesen, Herr de Geer?“ fragte sie schnell. „Sehr traurig, ja . . . Sie wissen doch, Fräulein Erika, wie ich die Minuten zähle, die ich bei Ihnen sein darf, und warum ich . . .“ „Pst!“ machte sie lächelnd und bat ihn zu schweigen. „Ick sagte ja auch, daß ich bleibe!“ In Edinburg legten sie an, Erika mußte Bekannte besuchen, Benda wollte ins Hotel Jurmala zurückgehen. Sie nahmen Abschied voneinander wie zwei Menschen, die das gleiche Geheimnis hüten, die gleiche Freude bewahren. Benda saß jetzt in der Halle. leicht in den Sessel gerekelt, in der Rigaschen Rundschau blätternd, fand ihn Storck, als er aus der Stadt zurückkehrte. „Neuigkeiten!“ sagte er kurz. „Kommen Sie ein wenig hinaus, Herr de Geer?“ Benda erhob sich mit gleichgültigem Gesicht, steckte die Hände in die Taschen und schlen- derte in den Vorgarten. „Darf ich mal eine sehr indiskrete Frage tun?“ begann der Baron. „Nein“, entgegnete Benda hart. „Ich habe heute überhaupt viel Schlechtes von Ihnen gehört, Herr von Storck . ! . Sie stehen in dem Ruf, ein Liebhaber lästernder Gespräche zu sein. Jemand sagte, er fühle sich in Ihrer Nähe nicht recht behaglich, weil er immer her. fürchten müsse, der Held Ihrer nächsten Anekdote zu sein . . „Nein, etwas ganz Ernstes“, begann Storck wieder in verändertem Ton, „ich bin in Riga dem Major Wihtol begegnet, wie er vom Staatspräsidenten kam, später sah ich ihn noch bei Schwarz Kaffee trinken. Leutnant Behr- sing erzählte mir dann, was mit ihm ist.“ „Ich möchte bloß wissen“, sagte Benda böse, Fortsetzung nächste Seite / m ieidmwf tim Fwu Das Schicksal einer schwergeprüften Mutter — Ein Roman, den das Leben schrieb Das schwere Leben Das Schicksal meint es nicht gut mit Maria Theresia Berghofer. Als dreizehntes Kind eines Holzknechtes kommt sie in einer elenden Hütte zur Welt, die im wahrsten Sinne des Wortes für sie ein Tränental sein wird. Hunger und Not bestimmen ihre Kinderjahre. Ihr Vater ist ein Trinker, der den kleinen Verdienst der Woche in Schnaps umsetzt und die Familie darben läßt. Sieben Geschwister der kleinen Maria sterben dahin, aber sie soll, sie muß leben. Sie erlebt es, daß man ihren Vater wegen Säuferwahnsinn in eine Anstalt sperrt. Für sie heißt es nun mitschaffen, um die Mutter und Geschwister ernähren zu helfen. Das Schicksal will es» daß sie als Jungmagd zu einem fremden Metzger kommt wo sie die Schweine füttern und den Stall besorgen muß. Morgens um 4 Uhr geht es aus den Federn, todmüde fällt sie zur späten Nachtzeit ins Bett. So geht es drei Jahre lang, Sie wächst heran und weiß es selbst nicht, daß sie Anziehungskraft besitzt. Man stellt ihr nach. Am ärgsten treibt es mit ihr der Sohn des Brotherrn, der sie sich gewaltsam unterwürfig macht. Es geht Aber dann kommt doch dieser Mann scheinbar zur Einsicht. Er macht sie zu seiner Frau. Aber welch ein Leben ist dies, da sie nun „emporgestiegen“ ist! Es bedeutet Schelte von seiten der Schwiegereltern, Schläge von seiten des Mannes, dem sie weitere Kinder schenkt. Es bedeutet auch weiterhin harte Arbeit von früh bis spät; die Last ruht auf ihr, während der Mann ihr nicht gut mit diesem robusten Gesellen. Eines Tages muß sie erfahren, daß sie Mutter eines Kindes ist. Wie soll das alles weitergehen? Das Kind darf bei der Mutter bleiben und mit ihr im. Stall schlafen. sein Leben mit Trinken und Spiel vergeudet. Eines Tages kehrt er nicht mehr zurück. Sie steht allein, muß eine Riesenschuld abtragen, wird arm und mittellos, wie sie einst gewesen ist. Freilich fehlen nicht gute Menschen, die ihr helfen. Aber sie muß erkennen, daß nur der sich im Leben behauptet, der sich allein hilft. Sie macht sich um ihrer Kinder willen auf, den verlorenen Mann zu suchen. Es wird eine Irrfahrt voller Abenteuer, wie sie nur das Leben bieten kann. In dem Glück ihrer Kinder erfährt sie aber doch so etwas wie die ausgleichende Gerechtigkeit des Schicksals. Die Sprache des Schicksals Mit der seltenen Kraft einer volkstümlichen Sprache hat Hans Gusti Kemmayr dieses harte Leben einer Frau und Mutter geschildert. Er öffnet dem Leser die Augen für die tiefe Not eines Menschen, in die er stürzen kann, ohne schuldig zu sein. Mit ebensoviel Spannung wie Anteilnahme liest sich der Bericht über einen Kreuzgang, wie er leiderfahrener nicht sein kann. Nicht ohne Erschütterung verfolgt der Leser unserer Zeitung den Roman Ausweg aus der Not? Der Leidensweg der Maria Theresia Berghofer Mit dem Abdruck dieses Romans beginnen wir in einer der nächsten Ausgaben unseres Blattes M .. -- ■ -- „weshalb Sie bei mir ein so großes Interesse für diesen Major Wihtol voraussetzen.“ „Na, hören Sie . . . denken Sie, ich habe keine Augen im Kopf? Sie strahlen förmlich aus allen Knopflöchern, wenn Sie die kleine Körting sehen . . . dank meiner Fürsorge sind Sie über alles Wissenswerte informiert, und nun tun Sie auch noch so, als ob Sie dies alles gar nichts anginge! . . .“ Benda wurde ernstlich böse. „Lieber Herr von Storck“, sagte er streng, „ich bitte Sie, Ihre Kenntnisse in Zukunft für sich zu behalten. Es ist mir peinlich, Dinge zu wissen, die nicht für mich bestimmt sind.“ Storch schüttelte mitleidig den Kopf und fuhr ungerührt fort: „Major Wihtol geht auf zwei Wochen zu seinem Regiment zurück, nur pro forma, um den Abschied einzürelchen. Dann wird er Legationsrat bei der lettischen Gesandtschaft in London.“ „Sonst nichts?“ „Wenn ich Sie wäre, Herr de Geer... wenn ich so sehr . . . Hahn im Korbe wäre bei einer gewissen jungen Dame ... ich dränge mit allen Mitteln auf eine Entscheidung.“ Benda blieb brüsk stehen. „Um Gottes willen, so glauben Sie mir doch: Sie irren sich. Was soll es denn für eine Entscheidung geben zwischen mir und Fräulein Körting? Selbst wenn das wahr wäre, was Sie vermuten, daß ich Fräulein Körting liebte . . . man kann doch auf ein einseitiges Gefühl hin keine Ansprüche stellen , . .“ „Wie gesagt“, bohrte Storck weiter, „halten Sie mich in Gottes Namen für einen boshaften Schwätzer, wenn Sie den Eindruck haben —“, und dann setzte er ganz unvermittelt hinzu: „So eine bildschöne Person!“ Sie trennten sich mit freundschaftlichen Versicherungen, und Benda grübelte noch lange über Storcks Rat. Eigentlich hatte er recht, denn eine junge Dame, die keine Hoffnungen erwecken will, wird schwerlich jemand so bevorzugen, wie es ihm widerfahren war. Koketterie war sicher nicht der Grund, dafür war Erika ein zu ernster Mensch. Vielleicht sogar wollte sie selbst eine . . Entscheidung. Vielleicht suchte sie einen Halt, wenn Wihtol wieder auf den Plan trat? * Das erste, was am nächsten Morgen geschah, als Benda beim Frühstück im Speisesaal saß, war, daß .mit kriegerischem Sporenklingen ein hochgewachsener, breitschultriger Offizier, offenbar einer höheren Ranges, hereintrat, sein Käppi neben Bendas Strohhut hängte, den Säbel in den Schirmständer stieß und in einiger Entfernung, aber nahe beim Fenster Platz nahm Er bestellte mit einer tönenden Baßstimme Anchovisfilets, Schinken, Eier, Butterbrot und Tee, ließ sich dann die Daily Mail reichen und begann aufmerksam den politischen Teil zu lesen. Dies also, durchzuckte es Benda mit fürchterlicher Klarheit, dürfte der tüchtige Major Wihtol sein, Marger Wihtol, der angehende Diplomat, dessen Ehrgeiz grundsätzlich stärker ist als seine Liebe. Er stand ohne Uebereilung auf und ging hinaus. Mochte nun alles kommen, wie es wollte, er war entschlossen, heute, und zwar sehr bald schon, Klarheit von Erika zu haben. Ueber die Zukunft konnte man sich immer noch den Kopf zerbrechen. Eine halbe Stunde lang stand Benda verloren am Strande und wartete auf Erika, mochte sie nun aus dem Hotel oder aus dem Damenbad kommen. Auf einmal sah er weit hinten in seinem Blickfeld Erika, er erkannte genau das schlichte weiße Kleid mit der bunten Kante, das sie vormittags oft zu tragen pflegte. Sein Herz schlug schnell wie ein kindliches Freudengelächter, und ohne sich zu besinnen, wandte er sich um, ihr entgegenzugehen. Aber schon beim ersten Schritt blieb er wie gelähmt stehen. Erika war nicht allein, sie girig mit der Baronin Wesselberg und mit einem Manne . . war das nicht eine Uniform . . . steckte nicht in diesem braungrünen Tuch der große breitschultrige Major . . .? Benda fuhr sich, ein Zittern des ganzen Körpers überwindend, mit der Hand über die Augen, aber das Bild blieb erbarmungslos so, wie er es zuerst gesehen hatte: weder Vid- berg nach Behrsing oder Ohsol waren so schwer und groß. Dies war und blieb der tüchtige Major Wihtol. Die Damen, zwischen denen der Offizier munter ausschritt, waren inzwischen schon so weit herangekommen, daß Benda grüßen mußte. Er tat es geistesabwesend, gewahrte auch nicht, ob die Damen ihm zunickten, sondern erfaßte nur mit dem Auge, daß der Major die Hand an sein Käppi führte. Da drehte er sich gepeinigt um und starrte in die See, die dicht vor seinen Füßen rauschte. Vielleicht hatte Bendas Blick, als sein Körper diese Wendung vollführte, noch einen letzten Rest Bewegung von jener Gruppe erhascht. vielleicht auch war es nur sein Gefühl, das ihm verriet, der Major habe sich von den Damen getrennt und komme jetzt direkt auf ihn zu. „Wihtol. Habe ich die Ehre mit Herrn de Geer?“ fragte er jetzt. Seine Stimme war derselbe tönende Baß. mit dem er vorhin noch Anchovisfilets und Schinken bestellt hatte. „Ich heiße de Geer“, entgegnete Benda. Es klang ihm so leise, daß er in die Versuchung geriet, die Worte zu wiederholen, weil er glaubte, Witol könne sie unmöglich verstanden haben. Aber der Major war ohnehin seiner Sache sicher, und seine seelische Verfassung schien überdies beneidenswert robust. „Ich freue mich sehr, Sie kennenzulemen, Herr de Geer“ begann er mit vorzüglicher Aussprache, „die Damen haben mir viel von Ihrer Liebenswürdigkeit erzählt . . .“ „Sie waren so freundlich“, fuhr der Major fort, „besonders Fräulein Körting Gesellschaft zu leisten, die sich sonst sehr schwer an Menschen anschließt . . . Hier also habe ich Ursache . . . Ihnen ... in hohem Grade verpflichtet zu sein, da eben Fräulein Körting mir nahesteht . . . und wir unx gestern abend verlobt haben . . . wovon ich Ihnen schon, bevor es öffentlich angezeigt wird . . .“ „Oh.!“ sagte Benda, den das jetzt gar nicht mehr überraschte. Es klang bedauernd, eher so. wie man seine Anteilnahme bei einem leichten Unfall zum Ausdruck bringt. Sie gingen, ohne daß Benda wußte, wie das gekommen war langsam nebeneinander in der Richtung zum Hotel. Major Wihtol schien einen Glückwunsch erwartet zu haben, aber er war doch Klug genug, Bendas Zustand zu berücksichtigen. Auf einmal war das Gespräch so weit gediehen, daß Major Wihtol sich verabschieden mußt«. „Ich hoffe, wir Werden noch öfter zusammen sein, Herr de Geer“, sagte der tüchtige Major. Seime Grußfinger lagen so korrekt, wie es früher die Kadetten in Lichterfelde übten. „Ich bitte mich Ihrer Fräulein Braut zu empfehlen“, brachte Benda mit einer letzten Anstrengung hervor, „es ist schade, ich muß ohnehin auf einige Tage verreisen ... aber ich werde mich freuen, bei Gelegenheit . . .“ „Ich habe die Ehre, Herr de Geer!“ So war das also! Da schritt er hin, auf die Damen zu, die wieder herangekommen waren. Frau von Wesselberg blieb mit Bekannten stehen, und Herr Wihtol ging stolz mit Erika davon, der Säbel an seiner Hüfte wirkte ein wenig zu groß. Benda ging nach dem Hotel zu und setzte seine Schritte links, rechts, links, rechts, es war alles so dumm und so langweilig. Dei alte Mister Doyne stand vor dem Hotel Jurmala und widmete ihm ein paar freundliche Worte, die aber Benda verlegen und dumm an sich abgleiten ließ, weil er zu faul war, sie zu verstehen. Beim Portier bestellte er sein Gepäck und die Rechnung und fragte, ob er in Riga den Berliner Mittagszug noch erreiche. Bequem, war die Antwort, er brauche nicht einmal die Autotaxe zu benutzen, die jetzt gerade vor dem Hause hielt. Aber Benda mietete sie doch und gab den Hotelangestellten ein Trinkgeld, das doppelt so groß war wie die Rechnung. Es dauerte nicht zehn Minuten, bis er davonfuhr. Er sah weder Erika noch Storck oder den jungen Doyne oder sonst einen seiner Bekannten noch einmal. Ei floh ohne Abschied, aber auch ohne Haß. Was er in Majorenhof erlebt hatte, war mehr als eine Niederlage, es war ein, strafender Schlag, der seinem Uebermut gegolten hatte. Ein Mörder ist eben kein Mensch wie die andern, sagte sich Benda immer wieder; ich hätte es wissen müssen, hätte mich weder von Storck noch von meiner eigenen lächerlichen Anmaßung verleiten lassen dürfen. Er war entschlossen, nach Berlin zu fahren und sich zu stellen. Der Zug kam. Mechanisch stieg Benda ein. Er wimmerte leise zwischen den Zähnen hindurch und lehnte sich in die Polster zurück. Ein Glück war es, daß er allein hier saß; ein Glück, denn es schien ihm undenkbar, daß er noch lange die Fassung bewahren könnte. Abgereist, dachte er bitter, mit festgeschlos T senen Augen, bin ich aus Trotz, aus Wut ... aus Scham • einfach. Ich fahre, Kilometer für Kilometer, ich komme mit jeder Sekunde näher an Berlin, ich fliege förmlich dahin, wo mein Grab $ein wird. Wie das Fenster klappert, und draußen sind immer noch kleine Häuser, in denen kein Licht brennt, und es ist besser» eine Zigarette zu rauchen, weil es sich dabei leichter denkt. Es gibt keine Rettung, überlegte er immer wieder... es gibt keine Rettung für mich. 10 . Kurz nach zehn Uhr abends fuhr der Rigaer Zug in die Halle des Bahnhofs Alexanderplatz ein. Benda stieg fröstelnd aus und gab sein Gepäck in der Aufbewahrung ab. In einem trostlosen Kaffeehaus, wo abgekämpfte Kleinbürger und lockere Existenzen an schäbigen Tischen ihr Bier schluckten, bestellte er sein Getränk und schlürfte ee zaghaft hinunter, während er eine alte Zeitung las, die jemand hatte liegen lassen. Als die Uhr auf Mitternacht ging, raffte sich Benda auf, zahlte und ging hinaus. Es ist ja schlimm, tröstete er sich, ich werde zum ersten Mal in meinem , Leben in einer Zelle schlafen, alles wird seinen Gang gehen, und ich werde — Ruhe finden. Er kam zum Polizeipräsidium. Der wachhabende Schutzmann trat ihm entgegen:' „Wohin bitte?“ „Zum Kriminalkommissar vom Dienst.“ Das kam so tröstlich glatt heraus, daß jetzt sogar das Zittern in Bendas Gliedern und das hastige Herzklopfen aufhörte. „Der Kommissar ist nur in wichtigen Sachen zu sprechen, Aufklärung von Verbrechen ... die gewöhnlichen Anzeigen müssen beim Revier gemacht werden.“ „Aufklärung eines Verbrechens“, bestätigte Benda. Wohltuend war hier die Organisation, wenn auch die Ausstattung des Hauses und der Geruch zu wünschen übrigließen. Ein zweiter Beamter führte ihn über mehrere kahle Gänge und hieß ihn auf einer speckigen Bank Platz nehmen. Er fragte nach dem Namen, verstand ihn falsch, ging aber trotzdem zum Kommissar hinein und meldete Benda an. Nach wenigen Augenblicken kam er zurück. Benda trat mit schweren Füßen und immer noch in der Hoffnung, er könne hier fehl am Orte sein, ein: Er schloß die Tür, bis der Herr mit dem Klemmer aufsah, und sagte dann: „Mein Name ist Benda — Bernhard Benda. Ich habe in der Nacht zum vierten März den Staatssekretär Dr. Schorrsiegel erschossen. Der andere nahm umständlich .sein Augenglas ab. wies damit auf einen gelben Rohrstuhl, der neben dem Schreibtisch stand, und stellte sich vor: „Doktor Stern“. Und dann, als er sah. daß Benda folgsam Platz genommen hatte, fuhr er mit einem schüchternen Lächeln. das seinen bleichen Mund auseinanderzog, fort: „Also Sie sind es. Herr Benda ... Zunächst kann ich Sie über die Folgen des Malheurs beruhigen: Herr Doktor Schorrsiegel lebt, und meines Wissens ist die Brustwunde recht gut verheilt, obwohl es haarscharf neben dem Herzen war.“ „Wie, bitte?“ fragte Benda unsicher. Doktor Stern wiederholte verwundert, was ’ er gesagt hatte, und merkte, daß er dem Bildhauer erst jetzt eine Neuigkeit mitteilte. „Sie waren in dem Glauben“, fragte der Kommissar jetzt, daß Sie den Unfall verschuldet hätten, wie?“ „Ja“, erwiderte Benda dumpf, obwohl er nicht begriff, wie man hier von einem Unfall reden konnte. „Ich nehme an“, sagte Doktor Stern jetzt mit lauter Stimme, „daß Sie damals ein Opfer Ihrer erregten Nerven geworden sind — und auch jetzt noch — unter einer — wie soll ich sagen — Verwirrung der Eindrücke leiden. Ich werde Ihnen also einmal das Protokoll vorlesen, das Herr Dr. Schorrsiegel am 6. März diktiert und unterzeichnet hat — und dann geben Sie Ihrerseits eine Erklärung ab, und wenn da keine wesentlichen Abweichungen sind, können’ wir wohl den Fall damit beschließen. Ihre Selbstbezichtigung werden Sie wohl nicht aufrechterhalten können und wollen ...“ Damit stand er auf und verließ das Zimmer, die Tür hinter sich weit offen lassend. Fortsetzung folgt t KUNST UND KULTUR Wie Freiburg sein Theater rettete • Das Schulbeispiel einer finanziellen Theaterkrise Die Stadt Freiburg hat vor Jahresfrist durch den Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Stadttheaters, der ohne Inanspruchnahme von Budgetmitteln und ohne die geringste Beeinträchtigung des sozialen Wohnungsbaues erfolgte, weit über Baden hinaus von sich reden gemacht, wurde doch dieses Ereignis für eine Stadt dieser Größenordnung als eine der mutigsten kulturellen Aufbauleistungen der Nachkriegszeit im deutschen Theaterleben gewertet. Heute steht dasselbe Theater erneut im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussionen, nachdem sich in der Zwischenzeit erwiesen hat, daß die Lasten des Freiburger „Großen Hauses“ einschließlich der Kammerspiele in der bisherigen Höhe für die Stadt nicht mehr tragbar sind. Man stand plötzlich inmitten einer Theaterkrise, die sich fast ausschließlich als eine finanzielle und nur in bedingtem Maße als eine kulturelle und künstlerische herausstellte. Sich mit ihr zu beschäftigen, dürfte auch für andere deutsche Städte lehrreich sein, denen die finanzielle Last ihrer Theater Sorge bereitet. Der jährliche Zuschuß an die Städtischen Bühnen in Freiburg stieg von 491 000 Mark im Jahre 1933-34 auf 1,4 Millionen DM im Jahre 1949-50. Dies bedeutet umgerechnet auf den Kopf der Freiburger Bevölkerung einen Zuschuß von etwa 13 DM. Freiburg, die äußerste Großstadt im Südwesten des Bundesgebietes, lag somit weit an der Spitze der Theater in der Bundesrepublik, bei denen ein durchschnittlicher Zuschuß von etwa 3 DM pro Kopf der Bevölkerung errechnet wurde. Der Etat und die Haushaltgebarung der Städtischen Bühnen Freiburg wurde deshalb von einer aus Fachkräften des Deutschen Rechnungshofes bestehenden Untersuchungskommission überprüft. In dem Gutachten, das sie ausarbeitete, sollten nur die rein rechnerischen Fehlerquellen auf gedeckt und Vorschläge zu ihrer künftigen Vermeidung gemacht werden. In dem Gutachten der Untersuchungskommission wurde festgestellt, daß im Haushalt für 1950 die Einnahmen um fast 400 000 DM überschätzt worden seien. So hatte man z. B. die Kasseneinnahmen aus den Mietvorstellungen für die Monate Januar bis Mai 1950 mit 296 000 DM veranschlagt. Die tatsächliche Einnahme betrug aber nur 161 000 DM. Aehn- lich lagen die Verhältnisse bei den Konzerten. Diesen Mindereinnahmen standen erhebliche Steigerungen bei den personellen Aus- - gaben, angeblich zu hohe Gagen, übermäßige Beschäftigung von Gästen und eine „schlechte Preispolitik der Theaterleitung durch zu niedrige Eintrittspreise“ gegenüber. Ein Vergleich mit anderen Bühnen zeigte, daß Freiburg die Gagen der Künstler mit 574 DM Durchschnitt beim Schauspiel, 627 DM Durchschnitt bei der Oper, und 330 bis 300 DM beim Chor „überzogen“ hatte. Sie waren seit 1933 um' 200 Prozent und der gesamte Zuschuß um 300 Prozent erhöht worden. Die Kommission des Rechnungshofes machte im Hinblick auf die Abstellung der erkannten Mißstände detaillierte Vorschläge, die in der Schlußfolgerung gipfelten, daß das Defizit der Freiburger Theater von zuletzt 1,4 Millionen DM, wovon die Stadt 1,1 Millionen decken muß, soweit senkbar sei, daß der städtische Zuschuß fürderhin nur 700 000 bis 800 000 DM zu betragen brauche. Diesem Vorschlag hat sich der Stadtrat im wesentlichen angeschlossen. Er billigte den nach diesen Richtlinien neu aufgestellten Theaterhaushalt für die kommende Spielzeit. Der kürzlich zum neuen Intendanten der Städtischen Bühnen bestellte bisherige Oberspielleiter Reinhard Lehmann, hat nun die Aufgabe, mit einem Personaletat von 1,4 Millionen DM auszukommen, während die sachlichen Ausgaben auf 275 000 DM zu beschränken sind. Auf diese Weise soll der Fehlbetrag bei 675 00 DM verwerteten Einnahmen künftig nur rund eine Million betragen und der städtische Anteil daran 700 000 DM nicht mehr übersteigen. Die jetzt gefundene Lösung bedeutet die Aufrechterhaltung des bisherigen Spielbetriebes der Städtischen Bühnen einschließlich der Kammerspiele, die man aus n finanziellen Gründen zunächst opfern zu müssen glaubte, also Weiterführung von Oper, Operette, Schauspiel und Sinfoniekonzerten. Intendant Lehmann hat geäußert, es werde sein Ehrgeiz sein, bei einer Million DM Fehlbetrag zu bleiben. Trotz der an der bisherigen Preispolitik geübten Kritik sollen die bisherigen Eintrittspreise weiterhin „volkstümlich“ gehalten werden, um das Theater nicht zu einem Tempel der Exklusivität für ein finanziell gut situiertes Publikum werden zu lassen, zumal doch alle Bürger über den städtischen Zuschuß an der Finanzierung der Städtischen Bühnen beitragen. Wenn auch infolge des nun enger gewordenen Etats Personaleinschränkungen, Gagensenkungen und andere Sparmaßnahmen notwendig werden, hofft man doch, daß das künstlerische und kulturelle Niveau der zwei Freiburger Theater nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Es soll dies durch eine bessere Auslastung des Personals erzielt werden, die bisher nicht sehr glücklich war. Ob die Kritiker recht behalten, die sagen, daß eine Stadt von der Größenordnung Frqi- burgs mit ihren knapp über 100 000 Einwohnern und ohne großes Hinterland bei den heutigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen ein großes Theater mit' fast 1200 Plätzen (ohne die Kammerspiele) auf die Dauer nicht mehr verkraften könne, wird die Zukunft zeigen. Der Stadtrat und die Mehrzahl der Bürger Freiburgs haben diese Frage bejaht und damit ein Bekenntnis zum Theater abgelegt. Es wird durch die Entwicklung der Platzmieten bestätigt, die von 4 300 im Jahre 1949/50 auf 5 200 in der gegenwärtigen Spielzeit gestiegen sind, wozu noch 1 800 auswärtige Abonnenten kommen. Auch im Interesse der kulturellen Aufgabe Freiburgs als Grenzstadt nach Frankreich und der Schweiz, mit denen neue Kontakte geknüpft wurden, kann die Aufrechterhaltung des Freiburger Theaters als Pluspunkt gebucht werden. W. Frey Ende der gegenstandslosen Kunst? Zu einer Ausstellung amerikanischer abstrakter Maler in München Aus München wird uns geschrieben: Nach der italienischen abstrakten Malerei von der man im November und Dezember im Münchner Haus der Kunst einen Querschnitt sah, lernt man jetzt in der Galerie Karin Hielscher am Siegestor auch die amerikanische kennen. Damit schließt sich der lireis, der 1945 mit den Franzosen eröffnet und seither vornehmlich von den Deutschen ausgefüllt worden war. Die 33 Malerinnen und Maler, die diese Kollektion gestellt haben, sind nicht einmal die führenden Abstrakten Amerikas, die dort vorzüglich protegiert und finanziell gestützt werden. Es handelt sich um eine bunt zusammengewürfelte Künstlergruppe, die soeben in Rom Aufsehen erregt hat und nun — nach München — auch in Amsterdam und London ein Gastspiel geben möchten. Angesichts des Gezeigten scheut man sich allerdings, das Wort „gegenstandslos“ ifoch zu gebrauchen. Die meisten dieser „Non Objektive Painter“ begnügen sich mit der Beschwörung geometrischer Systeme und Figuren, die sie entweder zu flächenhaften kunstgewerblichen Tapetenmustern umsetzen oder in Farbfelder aufteilen, wie dies bereits auf jeder mittelmäßigen deutschen Gewerbeschule gelernt wird. Daneben haben sie manchmal eine merkwürdige naive Vorstellung von den Lebensgefährliche Theaterbauten Der Theaterwissenschaitler Professor Carl Nießen sagt Nein zur Ringbühne Der Leiter des Theaterwissenschaftlichen Instituts an der Universität Köln, Professor Dr. Carl Niessen, hat sich grundsätzlich und ausführlich gegen den Theaterneubau in Form einer Ringbühne mit einem drehbaren Zuschauerraum in der Mitte gewandt, wie er in Krefeld vorgesehen war und nach Kenntnis des Kölner Instituts auch in anderen deutschen Städten zur Zeit diskutiert wird. In seiner ablehnenden Stellungnahme stützt sich der bedeutende Theaterwissenschaftler, der sich seit Jahrzehnten mit dem Problem des Theaterbaus beschäftigt hat, vor allem auf die mangelnde Sicherheit des Publikums und auf bühnentechhische Gründe. In einer an die Deutsche Presse-Agentur übermittelten Stellungnahme schreibt Professor Niessen: „Mein Gewiss«! zwingt mich, in aller Deutlichkeit vor dem Plan einer All- round-Bühne mit drehbarem Zuschauerraum zu warnen. Dieser Bau müßte spätestens nach seiner Fertigstellung verboten werden. Nachdem wir uns notgedrungen jahrelang mit Behelfsbühnen begnügen mußten, besteht bei Neubauten die Verpflichtung, die aus traurigen Erfahrungen abgeleiteten feqer- und sicherheitspolizeilichen Vorschriften einzuhalten. In dem Rundtheaterprojekt ist der Zuschauer von allen Seiten von einem Vorhang umgeben, der nicht durch einen Eisernen Vorhang gegen die Bühne abgeschirmt ist Nehmen wir ein Stück mit vielen Schauplätzen an, wie „Götz“ oder „Peer Gynt“, so zieht sich um den drehbaren Zuschauerraum eine ringförmige Zone, die ganz mit brennbaren Materialien bestück^ ist Bräche an irgendeiner Stelle ein Brand aus, so würde eine Katastrophe entstehen, gegen die der Wiener Ringtheaterbrand, der zur Einführung strenger Vorschriften führte, ein Kinderspiel ist: In dem Augenblick der entstehenden Panik kann der drehbare Zuschauerraum den Fluchtwegen so abgewandt sein, daß dadurch ein Entrinnen praktisch unmöglich wird; denn ehe die Zuschauer in ihrer Angst und Verwirrung sich darüber orientiert haben, wohin sie im Laufe des Spiels gefahren worden sind, erliegen sie vermutlich schon den Flämmen oder dem erstickenden Qualm. Ein erfahrener feuertechnischer Berater, den ich mit dem Projekt bekannt machte, schlug die Hände über dem Kopf zusammen und redete gleich heit zu sein.“ weniger höflich als wir von „Wahnsinn“. Er betonte sehr richtig, daß in einem Theater, das solcher Gefährlichkeit verdächtig ist, ein szenisch dargestellter Brand oder schon ein Opferrauch zu einer Panik führen kann“. Das Argument, daß der Vorhang aus feuerfestem Stoff bestehen kann, weist Professor Niessen mit der Feststellung zurück, daß dadurch nichts gebessert, sondern höchstens vieles verschlechtert werde. Ein Vorhang aus Asbest oder aus anderem feuerfesten Stoff werde bei einem Brand auf der Bühne im Winkel von etwa 45 Grad durch den Luftzug nach außen gedrückt und den Flammenring direkt in den Zuschauerraum hineinleiten. Professor Niessen weist ferner darauf hin, daß das ordnungsgemäße Anbringen von Berieselungsbassins über dem riesenhaftem Ring von Schauplätzen schon auf Grund einer übergroßen Belastung der Kuppelkonstruktion nicht möglich sei. Selbst wenn dies aber möglich sein sollte, würde die'Anlage eines Riesenringes von Bassins die Kosten ins Ungemessene erhöhen. Professor Niessen betont, daß der Theaterrundbau nichts Neues ist. Schon die römische Antike habe drehbare Zuschauerräume gekannt und Nero habe in seinem goldenen Haus einen drehbaren Speisesaal anlegen lassen. Der Ulmer Architekt Furttenbach sei vermutlich dadurch schon im 17. Jahrhundert auf die Idee einer drehbaren Fürstentafel gekommen, um die herum vier Bühnen aufgebaut waren. Daguerre habe in Paris seine Dioramen durch einen drehbaren Zuschauerraum genießen lassen und der jüngere Chaplin habe in Los Angeles ein ähnliches Theater gebaut. Einem solchen Projekt würde also sogar eine Sensation der unerhörten Neuheit fehlen, „die die Steuerzahler nicht nur mit ihrem Geld, sondern sehr leicht mit ihrem Leben bezahlen müssen.“ Abschließend meint Niessen: „Nachdem von städtischen Bauämtern auf Kosten der Steuerzahler eine erstaunliche Menge von theaterbaulichem Unfug geleistet worden ist, dürfte es an der Zeit sein, nur noch erfahrene Spezialisten und wirkliche Fachleute heranzuziehen, die sich mit derartigen gefährlichen Spielereien nicht abgeben. Wir sind sogar sehr für Fortschritte im Theaterbau, aber der oberste Gesichtspunkt hat in allem der Geldbeutel der Steuerzahler und nicht zuletzt ihre Sicher- Gesetzen der Bildfläche und Farben; sie machen recht ausgiebig von europäischen Vorbildern Gebrauch, ohne indessen viel mehr von den Dingen mitzuteilen als die reine Oberfläche. Lediglich in drei oder vier Bildern, die sofort aus den übrigen hervorstechen, verdichten sich Effekte der Farben und Komposition zu einem lebendigen Koptra- punktspiel. Ansonsten ist der hinter der Gestaltung steckende Sinn, beziehungsweise das, wovon der Maler auszugehen vorgibt, von recht trüber Evidenz, und man ist geneigt, jenen Besuchern recht zu geben, die hier von einem „Dritte» Aufguß“ alter Vorstellungen und Regeln sprachen. Die Madonna von Schultern Aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts ist die gotische Madonna der alten Kirche von Schuttern, eines, der schönsten Kulturdenkmäler der Ortenau Wenn Bilder wirklich noch Sinnbilder sind, dann zeigt diese Ausstellung — die erste, die die Galerie nach Aristide Maillol zeigt. — die ganze Langeweile des modernen Menschen vor sich selbst und der Natur in einer Weise auf, die alles bisher Dagewesene freilich noch bei weitem übertrifft. Es ist das Letzte, was auf diesem Gebiet noch zu bieten war, und es liegt gewiß nicht sonderlich abseits, wenn man anhand dieses Beispiels vom Ende der gegenstandslosen Malerei überhaupt spricht. K. R. D. Erich Kärstner schrieb den Text zu der Oper „Die Konferenz der Tiere“ von Helmut Degen nach seiner bekannten Erzählung. Die Oper wii*d Ende Mai im Rahmen der „Freiburger Musikwochen“ in Freiburg uraufgeführt. In der theologischen Fakultät der Universität Freiburg i. Br. wurde Dr. Alfons Deissler zum Dozenten für das Fachgebiet der alttestamentlichen Theologie und Textgeschich'te ernannt. Akademische Berufe mit Zukunft Überangebot an Medizinern und Juristen - Aus der Arbeit eines akademischen Berufsamtes Die Kölner Universität hat in Personalunion mit dem Arbeitsamt der Stadt Köln im Sommer 1951 ein akademisches Berufsamt eingerichtet. Die Aufgaben und Ziele dieses Amtes gehen über die Funktion einer normalen Berufsberatung, wie sie an vielen Universitäten gepflegt wird, entscheidend hinaus. Der wesentliche Kern der Aufgabe liegt auf be- rufspädagogischer Arbeit. In persönlicher Aussprache mit den Studenten und in Vorträgen von Fachleuten aus dem praktischen Leben wird versucht, dem Nachwuchs Klarheit darüber zu schaffen, ob er sich wirklich in seinem erstrebten Beruf „zu Hause“ fühlen wird. Das Interesse des akademischen Nachwuchses an solchen Vorträgen ist über Erwarten groß. Selbstverständlich gehört zu der Tätigkeit des akademischen Berufsamtes ein möglichst genauer Ueberblick über die Berufsaussichten für Akademiker. Die für den Durchschnitt nahezu aussichtslosen akademischen Berufe lassen sich in einige große Gruppen zusammenfassen. Da sind zuerst die Mediziner, bei denen sich die übermäßige Ausbildung in den Kriegsjahren noch immer bemerkbar macht. Das gleiche Ueberangebot besteht sowohl für beamtete Stellen wie auch im freien Beruf bei den Juristen. Vom Kölner akademischen Berufsamt wird dabei betont, daß die Jurisprudenz oft als Verlegenheitsstudium benutzt wird, wenn man sich nicht zu einer bestimmten Sache entschließen kann. Meistens mit dem irrtümlichen Hintergedanken, daß diese Grundlage viele Tore öffne. Hinzu komme die Tatsache, daß ein großer Strom von Juristen aus dem Osten gekommen sei. Allerdings kann man sich aus der Misere befreien, wenn man das Jurastudium durch das Studium der Wirt* Schaftswissenschaft erweitert. Für diese Kombination sind die Aussichten in der freien Wirtschaft günstig. Auf einem ausgesprochen totem Ast befindet sich nach den Beobachtungen des akademischen Berufsamtes der Nachwuchs für die rein geistigen Berufe. Die Begründung hierfür fängt mit dem schmalen Säckel der Kultusminister an und hört mit der Tatsache auf. daß der Durchschnittsbürger sich eher zehn illustrierte Zeitschriften als ein Buch kauft. Philosophen, Historiker und wissenschaftliche Bibliothekare sind kaum gefragt. Der Weg zur Presse, zumr Gebiet ist es jedoch umgekehrt; da geht es dem Beruf schlecht und dem geeigneten Nachwuchs gut: nämlich im Beruf der Hochschullehrer. Wirklich qualifizierte Kräfte sehen in der Universität heute nicht mehr das Feld, wo höchste Wirksamkeit im praktischen Leben erreicht werden kann. So ist die Mangellage entstanden. Ein neuer Berufszweig, der nach Ansicht des akademischen Berufsamtes bestimmt seinen Weg machen und gute Chancen haben wird, ist der Diplompsycholdgie. Ein eigener Psychologe — so meint der Leiter des akademischen Berufsamtes — werde in einigen Jahren für jeden großen Betrieb genau so selbstverständlich sein wie ein eigener Betriebsarzt. Diese wenigen Möglichkeiten ändern jedoch nichts an dem reichlich dunklen Bild der geistigen Berufe. Seitens des akademischen Berufsamtes wird mit äußerstem Nachdruck betont, daß die Förderung dieser Berufszweige kein Luxus, sondern Notwendigkeit sei. Letzten Endes gehe es um die Frage, ob man von der Universität aus das Gesamtniveau eines Volkes tragen und heben oder in die Barbarei zurückfallen und — so wurde gesagt — „die Bude zumachen“ wolle. Im Zeichen der starken technischen Entwicklung ist es fast selbstverständlich, daß der technische akademische Nachwuchs in fast allen Sparten günstige Aussichten hat, von der Universität aus direkt in den Beruf zu kommen. Hütteningenieure, Gießereiingenieure, Versicherungsingenieure, Schiffsbauingenieure usw. sind in zunehmendem Maße gefragt. Der Beruf der Bauingenieure und der Architekten ist allerdings in den letzten Jahren so sehr ein Modestudium geworden, daß schon eine gewisse Qualifikation dazu gehört, um sich heute noch durchzusetzen. Günstig steht es auch heim Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft. Der Diplomkaufmann gehört zu den Tendenzen der Rationalisierung, der Exportkaufmann besonders mit Sprachkenntnissen, vielleicht sogar mit Dolmetscherdiplom, stößt auf einen aufstrebenden Wirtschaftszweig. Nebenbei bildet auch das Dolmetscherdiplom allein schon reelle Möglichkeiten im Berufsleben. Dem Diplomhandelslehrer werden ebenfalls gute Aussichten zugesprochen. Der Bedarf für Diplomvolkswirte ist zwar gering, immerhin gibt es aber auch für ihn ausreichende Chancen. Die Lage für den Lehrernachwuchs in den höheren und mittleren Schulen ist dadurch gekennzeichnet, daß die gegenwärtige Ueber- alterung in absehbarer Zeit überwunden sein wird. Schon für die Studenten, die heute mit diesem Studium anfangen, ist mit einem Sloop zu rechnen. Sportlehrer, Zeichen- und Musiklehrer und Werkslehrer für höhere und mittlere Schulen genießen noch einen besondere r Vorrang. Zu den günstigen Berufszweigen für den akademischen Nachwuchs gehört z. B. auch die Chemie, während man bei Physikern. Geologen, Biologen und Metereologen einerseits die starke Forcierung durch die nationa!sozi^M : - Theater, ist ungeheuer schwer Auf einem, sehe Aera, andererseits die für Deutschland _1 ! X. Z J_ . Z J ! — - 1 1_ 1 , . 1 _ J_ A A AO’m+aIa r* aJa AAA 1a.Im i. a amI, aV\ gegebene Kapazitätsbeschränkung noch erheblich fühlt. Gutenberg-Bibel nach Amerika verkauft Eines der wenigen erhaltenen Exemplare der berühmten 42zeiligen Gutenberg-Bibel aus dem Jahre 1456, das seit 1884 verschollen war und jetzt in England entdeckt wurde, ist zum Preise von 106 000 Dollar nach Amerika verkauft worden. Salomons Hafenstadt entdeckt Israelische Wissenschaftler haben nach monatelangen Ausg^abunasarbeiten nördlich von Tel Aviv an der Mündung des Yarkon eine der Hafenstädte König Salomons entdeckt. Die Windsors sind glücklich und zufrieden Drei Phasen im Leben des Herzogspaares — Die größte Liebesgeschichte des Jahrhunderts „Das ist der größte Quatsch, der je geschrieben wurde“, erklärte der Herzog von Windsor sehr drastisch, als er gefragt wurde, was von den Gerüchten über eine Entfremdung zwischen ihm und seiner Gattin zu halten sei. Diese Gerüchte sind denn auch nach der Entlassung der Herzogin aus einem New Yorker Krankenhaus schnell wieder verstummt. Das dürfte nicht zuletzt ein Resultat der Fürsorge sein, mit der der Herzog seine Gattin während ihres Krankenhausaufenthaltes umhegt hat. Während ihrer Rekonvaleszentenzeit besuchte er sie zweimal täglich morgens und abends und unterhielt sich mit ihr oder las ihr Auszüge aus dem letzten Band seiner Memoiren vor. Die Anteilnahme der Weltpresse an der Erkrankung der Herzogin hat ebenso wie der ständig anwachsende Stapel von Briefen, Telegrammen und Paketen, die sie während dieser Zeit erhielt, bewiesen, daß das Herzogspaar immer noch im Mittelpunkt des Weltinteresses steht. Selbst heute noch, nachdem seit ihrer dramatischen Eheschließung fast 14 Jahre vergangen sind, gehört die Herzogin zu den meist- diskutierten Frauen der Welt. Die Geschichte der Thronentsagung des Herzogs gehört bereits der Geschichte an. Die Leidenschaften, die durch sie angefacht wurden, haben sich längst beruhigt. Das Leben des Herzogspaares aber, das sich im selbstgewählten Exil außerhalb Englands abspielt, hat für die Weltöffentlichkeit nichts an Anziehungskraft eingebüßt. Gouverneur auf den Bahamas Drei große Abschnitte kennzeichnen das Leben der Windsors nach der Abdankung: Die unmittelbar auf den Thronverzicht folgende Zeit in Paris, die Kriegsjahre, während derer der Herzog als Gouverneur der Bahama-Inseln für sein Land tätig gewesen ist, und die Nachkriegszeit in Paris und Amerika. Seine schwerste Zeit durchlebte das Herzogspaar naturgemäß unmittelbar nach seiner Heirat. Damals, als es inmitten eines scharfen Meinungsstreites stand, lernte es die echten von den falschen Freunden zu trennen. Gleich nach ihrer Ankunft in Frankreich mieteten die Windsors ein Haus auf dem Pariser Boulevard Suchet und das Chateau de la Croe in Cannes. Die Herzogin widmete ihre ganze Zeit und Energie der Aufgabe, diese Häuser in wirkliche Heime zu verwandeln, während der Herzog genug zu tun hatte, um die zahlreichen Probleme zu lösen, die sich aus seiner schnellen Abreise aus Großbritannien ergeben hatten. Bis zum Kriegsausbruch führten sie in Paris ein behagliches Leben. Dann wurde der Herzog als Generalmajor der französischen Armee zugeteilt. Nach dem Fall Frankreichs — den er übrigens vorausgesehen hatte —siedelte er mit seiner Gattin nach Lissabon um, und dort bot Curchill ihm auch den Posten eines Gouverneurs der Bahamas an. Bei Erfüllung dieser Aufgabe bewies der einstige König, daß er nichts „verlernt“ hatte. Seine Tätigkeit verlief äußerst erfolgreich und insbesondere gelang es ihm, Arbeiterprobleme mit großem Geschick zu lösen. Darüber hinaus stellte er zu der Zeit, in der Churchill den USA gegen Lieferung von Zerstörern Luftstützpunkte auf den Bahamas und anderwärts überließ, ausgezeichnete und sehr enge Beziehungen zur Regierung der Vereinigten Staaten her. Als diese Kriegsdienstverpflichtung endete, kehrte das Herzogspaar nach längerem Amerika-Aufenthalt 1946 wieder nach Frankreich zurück, wo es seine Häuser und das Mobiliar gänzlich unbeschädigt vorfand. Seit jener Zeit verbringt es den Winter jeweils in Amerika, den Sommer dagegen stets in Frankreich. Der Herzog hat eine Schwäche für die Amerikaner und ihren Lebensstil. Er hat sehr viele gute Freunde unter den großen Industriekapitänen und interessiert sich lebhaft für die politischen Probleme der USA. Umgekehrt zäh len die Windsors in Amerika zu den Berühmtheiten des Landes und werden von Autogrammjägern förmlich verfolgt.. In Frankreich begegnet man ihnen mehr mit respektvoller Neugier. Der realistische Franzose kann es nicht begreifen, daß ein Mann, dem der Zufall der Geburt das größte Erbe der Welt zugespielt hat, wegen der Liebe zu einer Frau auf alles verzichtet. Nicht zuletzt auch aus diesem Grunde halten sie die Windsor- Geschichte für die größte Liebesgeschichte des Jahrhunderts. Im gesellschaftlichen Leben Frankreichs spielt die Herzogin eine hervorragende Rolle. Sie gilt als Zierde jeder Gesellschaft und belebt durch ihre Anteilnahme jedes Gespräch, da sie sich durch- Geist, Mut, eine Schönheit eigener Art und eine ausgesprochene Begabung auf dem Gebiete der Konversation auszeichnet. Außerdem versteht sie sich auf Kleider — was in Frankreich von entscheidender Bedeutung ist. Sie ist nicht nur stets sehr elegant gekleidet, sondern gehört stets seit Jahren bereits offiziell zu den zehn bestange- zogenen Frauen der Welt. Dabei sind Behauptungen, nach denen sie für ihre Garderobe ein Vermögen ausgeben soll, völlig unwahr. Sie kauft nur sehr sorgfältig ein und weigert sich immer, die übertriebenen Preise der Pariser Modekönige zu bezahlen. Durch ihre tägliche Zeitungslektüre hält sich die Herzogin über alle Weltfragen auf dem Laufenden. Bei Gesprächen unterstreicht sie bestimmte Aeußerungen gern durch eine betonende Geste, kann im übrigen aber — wie alle guten Erzähler — auch gut und geduldig zuhören, wenn andere sprechen. Ueber Politik spricht sie ebensowenig wie über sich selbst. Allenfalls gibt sie einmal ihrer großen Bewunderung für die Arbeit Ausdruck, die ihr Gatte geleistet hat, als er noch Prinz of Wales und später König war. Ganz wie im Märchen Ob sie nun in Paris, New York oder Cannes sein mögen — immer verläuft das Leben der Windsors nach dem gleichen Plan. Die Herzogin steht früh am Morgen auf und bespricht zuerst mit ihrem Koch die Speisenfolgen des Tages. In einer nachfolgenden Besprechung mit der Sekretärin werden Anordnungen über den Verlauf des Tages getroffen, und dann pflegt die Herzogin den Blumenschmuck des Hauses, ehe sie sich zur Lektüre der Morgenzeitungen zurückzieht. Der Herzog erledigt morgens seine Korrespondenz und schreibt an seinen Memoiren. Nachmittags spielt er gerne Golf. Kummer bereitet ihm lediglich die lange Dauer seines selbstgewählten Exils von Großbritannien. Er möchte zwar zurückkehren, wünscht aber zugleich, daß seiner Frau dann auch die ihr zukommenden Ehren zuteil werden. Da er die Schwierigkeiten kennt, die diesem Wunsch entgegenstehen, erträgt er auch sein Exil mit heiterer Geduld. Alle, die das Herzogspaar kennen, betonen immer wieder, wie ideal diese Ehe sei. Wenn spätere Generationen also ihren Kindern einmal die Abdankungskrise und ihre Auswirkungen auf die beiden Hauptpersonen schildern sollen, können sie mit den Worten des Märchens schließen: „Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.“ Mussolinis Liebesbriefe bleiben geheim Im römisdien Staatsarchiv bis zum Jahre 2031 verschlossen Die Generalinspektion der italienischen Staatsarchive hat in diesen Tagen einen wichtigen Beschluß gefaßt, den viele Geschichtsforscher bedauern dürften. Auf Grund eines eingehenden Gutachtens von Professor Emilie Re wird die gesamte Korrespondenz zwischen dem früheren italienischen Staatschef Mussolini und seiner Geliebten Clara Petacci nicht veröffentlicht werden, sondern im Staatsarchiv unter sicherem Verschluß bewahrt. Es handelt sich dabei nach Auskünften römischer Dienststellen um 68 Briefbündel, die wenige Monate nach dem Waffenstillstand im Garten der Familie Cervis in Gardone am Gardasee vergraben aufgefunden wurden. Diese Päckchen enthalten zwar nicht nur persönliche Briefe Mussolinis, sondern auch Zeitungsausschnitte, kurze Notizen und vor allem seltene, bisher unveröffentlichte Photographien aus dem Privatleben Mussolinis und Clara Petaccis. Die italienischen Archive sind dafür bekannt, daß sie sich nur höchst selten von den einmal vereinnahmten Dokumenten trennen. Wenn jetzt Professor Re die endgültige Verwahrung der Privatkorrespondenz befürwortet hat, so hat er immerhin eine ausführliche Begründung seines Gutachtens gegeben. Er hält die gefundenen Briefe im Hinblick auf die spätere geschichtliche Beurteilung der angeführten Personen für außerordentlich wich- Der Zauberer vpn Kalifornien Luther Burbank, ein Gärtner aus Leidenschaft / Von Gerhard Schäke Um anzudeuten, wer Luther Burbank war, müßte man erzählen, was er geschaffen hat: er züchtete eine Kartoffel, die größer, ertragreicher und schmackhafter war als alle vorhandenen Sorten. Sie war so widerstandsfähig, daß sie Irland zweimal vor Hungersnot rettete, als eine entsetzliche Dürre jeden Halm zermürbte. Um die Wüsten vom Rande her zu kultivieren, schuf er stachellose Kakteen (Opuntien), die zugleich Nahrung — wenigstens für das Vieh — geben sollten. Der Versuch gelang, Riesen-Feigen-Kakteen schützen heute manchen Landstrich vor der Versandung. Der Gärtner Burbank hat die Kastanie gezwungen, statt in 10 Jahren schon nach 18 Monaten Früchte zu tragen; er verhalf dem Walnußbaum in 12 Jahren zu einer Höhe von 20 Metern, er hat die Zeit seines Normalwachstums auf ein Fünftel herabgesetzt Er hat die Pomato geschaffen, die Kreuzung zwischen Kartoffel und Tomate, eine Pflanze, die auf der Kartoffelstaude tomatenähnliche Früchte von Wohlgeschmack hervorbringt. Er hat 40 neue Pflaumen gezüchtet, darunter die kernlose Goldpflaume, deren Einzelfrucht 20 mal so groß ist wie die kleine, herbe amerikanische Wildpflaume. Diese Pflaume, deren dicke Schale die Frucht widerstandsfähiger macht, verhalf Hunderten kalifornischer Plantagen und Konservenfabriken zu Wohlstand, Eine andere Pflaumensorte zeichnet sich durch die Menge ihrer Früchte — bis 20 000 an einem Baume — aus. Neben großfrüchtigen Beeren, dickstengeligen Rhabarber mit Riesenertrag und zahlreichen anderen Obstarten und Beeren züchtete er Blumenwunder, Riesenlilien, Ritters teme mit nie dagewesener Blütenfülle, Dahlien mit Duft von Manolien, Rosen von zauberhafter Schönheit. Luther Burbank wurde 1849 als dreizehntes Kind eines kleinen Farmers in Lancaster, Massachusetts, geboren. Er sollte Holzdrechsler werden, denn das Farmen brachte nicht viel ein. Eine frühe Neigung zu Pflanzen und verstarb er. Blumen war jedoch für ihn der Anlaß, schon in früher Jugend den unscheinbarsten Früchten alle Aufmerksamkeit zu schenken. Auf einem brachliegenden Acker stellte er Versuche mit Kartoffeln, kroch zwischen den Furchen und Stauden umher, beobachtete die Blüten und die Bienen, die zur Befruchtung kamen, wühlte in der Erde, prüfte die Feuchtigkeit und die Zusammensetzung der Erde — und so gelang ihm nach Jahren seine erste Züchtung: eine nie versagende Kartoffel mit allen Vorzügen. Jetzt sah er seinen Weg vor sich. Er zog nach Karlifornien, in das Land der ewigen Sonne. Bei Santa Rosa im Sono atal erwarb er einige Morgen Land und begann systematisch mit seinen Versuchen. Er pflanzte — um ein Beispiel zu nennen, in einem Jahr 20 000 Pflaumenbäumchen aller erreichbaren Sorten und beobachtete sie- mit der Gewissenhaftigkeit eines Forschers. Seine Planbücher wurden zum Stammbuch j£8er Neuzüchtung. Er hatte sein besonderes „System“, das sich von den gültigen biologischen Grunddsätzen streng unterschied. Man nahm ihn nicht ernst, er blieb für die Fachleute ein aus der Art geschlagener Gärtner. Kalifornien hat Milliarden durch ihn verdient Wäre er selber geschäftstüchtiger gewesen, hätte er der reichste Mann werden können. Er kannte nur die Arbeit an der Pflanze und mußte froh sein, daß ihm das Carnegie-Institut seit 1905 jährlich 10 000 Dollar für die Weiterführung seiner bereits unterbrochenen Versuche zahlte. 77 Jahre alt ist er geworden und doch zu früh gestorben. Eben erst hatte er begonnen, das große Geheimnis seines Verständnisses für die Pflanze in Worte zu kleiden, niederzuschreiben, welche Erkenntnisse ihn auf seinen sicheren Weg verwiesen hatten. Seine Schüler wußten mit seinem Erbe nicht gut hauszuhalten — er hat keinen Nachfolger unter ihnen gefunden. Im April vor 25 Jahren tig. Aus diesem Grunde hat auch der italienische Staat die Forderung auf Rückgabe der Korrespondenz, die von der Familie Petacci gestellt war, abgelehnt. „In seiner Korrespondenz mit Clara Petacci“, so führte der Gutachter aus, „tritt nicht nur das Privatleben Mussolinis stark zu Tage, sondern das gesamte politische Geschehen der vergangenen Jahre erfährt eine Klarstellung. In den schwierigen Momenten seiner Politik hat sich Mussolini seiner Geliebten weitgehend anvertraut. Clara Petacci war zwar keine sehr tiefe Natur, aber sie besaß einen sehr natürlichen Instinkt. Sie hat ohne Zweifel nicht nur eine Rolle als die Geliebte Mussolinis gespielt, sondern war mindestens im gleichen Maße seine Ratgeberin in vielen Dingen und hat ihn auch oft beeinflußt, wenn es sich um Entscheidungen handelte, die sie rein gefühlsmäßig treffen konnte. Wenn ich jetzt geraten habe, die Dokumente nicht der Oeffentlichkeit zu übergeben, so habe ich mich dabei von einem respektvollen Gesichtspunkt leiten lassen: wenn die Jahre dahingegangen sind, wird man viele Dinge in einem anderen Lichte sehen als heute und vielleicht der Wahrheit dadurch näher kommen.“ Nach der Tradition des italienischen Staatsarchivs ist eine sehr schwer erreichbare Genehmigung erforderlich, die Dokumente einzusehen, zumal noch viele Personen leben, die in der Korrespondenz genannt werden. Allgemein werden die Archive achtzig Jahre nach der Einlieferung für die Allgemeinheit freigegeben, so daß man derzeit erst die Vorgänge um das Jahr 1870 durch Quellenstudium verfolgen kann. Doch nur wenige heute lebende Personen werden noch die Möglichkeit haben, aus den nun verschlossenen 68 Briefbündeln die Wahrheit über manches Geschehnis unserer Tage zu erfahren. Im Jahre 2031 wird erst dieser Schleier gelüftet werden. o, sind die klein . ^ ! Groß und klein mag beim Anblick dieser niedlichen Hundebabies ausrufen: „O, sind die klein!“ Aber diese Vertreter einer Zwergrasse, die die Amerikaner Chinuahua nennen, sind hier schon kräftig« Burschen gegenüber dem, was sie bei ihrer Geburt am 13. Februar 1951 waren. Damals wogen sie ganz« 85 Gramm, heute haben sie es trotz künstlicher Ernährung schon auf 570 Gramm gebracht. fUeiuet UeÜsfUe^d In San Francisco stieg die platinblonde, gutgewachsene Miß Erma Leach von einer Fahnenstange, auf der sie 152 Tage lang, für eine Autofirma gesessen hatte. Die Gage nahm Erma gleich anschließend entgegen, während sie in einem Schaumbad saß und Champagner trank: 7 500 Dollar, ein nagelneues Auto und einen Pelzmantel. In Asbury Park erhalten die Verkehrssünder seit einiger Zeit von der Polizei Krawatten statt Strafzettel. Die Krawatten tragen allerdings nur rote, gelbe und grüne Farben entsprechend den im Straßenverkehr gebräuchlichen Lichtsignalen. Die Hüter des Gesetzes halten dies für das beste Mittel, die Beachtung der Verkehrsregeln zu erzwingen. Alarmrufe aus einem Radio-Streifenwagen mobilisierten die gesamte Polizei von Tulsa (Oklahoma). Aber an keinem der angegebenen „Tatorte“ konnte etwas Gesetzwidriges festgestellt werden — außer im Streifenwagen selber. Ein vergnügungssüchtiger „schwerer Junge“ hatte den Wagen gestohlen und, die Polizei ein paar Stunden lang an der Nase herumgeführt. Um seine Versetzung bat der Polizist des dänischen Dörfchens Errindlev, Grund: Arbeitsüberlastung. Er hatte neben seinen sonstigen Aufgaben im Laufe des letzten Jahres in seinem Dorf 286 Bälle und Tanzvergnügen zu überwachen, die alle im einzigen Dorfkrug stattfanden und nie vor Mitternacht zu Ende waren. Mehrere amerikanische Versicherungsgesellschaften haben an großen Autostraßen Kaffee-Ausschankstellen errichtet, wo Autofahrer gratis starken Kaffee trinken können. Die Versicherungsgesellschaften halten dieses Verfahren für billiger, als wenn sie die Schäden bezahlen müssen, die durch übermüdete Autofahrer angerichtet werden. Der englische Rechtsanwalt William Mac- Dougall wurde in seinem Büro in Glasgow mit durchschnittenen Pulsadern tot aufgefunden. Auf der Treppe, die zu seinen Räumen führte, fand man folgende Notiz: „Bitte erschrecken Sie nicht. Gehen Sie bitte nicht nach oben. Dort befindet sich der Leichnam von Mr.MacDougall. Seien sie so freundlich die Polizei zu unterrichten. Anliegend finden Sie zwei Pennies, womit Sie die Telefongebühren bezahlen können.“ Ein Taler rollt durch die Welt 200 Jähriges Jubiläum des Maria-Theresien-Talers In diesem Jahr feiert der Maria-Theresien- Taler seinen 200. Geburtstag. Nur wenige Münzen können auf eine derartig lange Geschichte zurückblicken, noch dazu, ohne an Beliebtheit einzubüßen. Ihre Eigentümlichkeit aber liegt darin, daß sie in ihrer Heimat jetzt nur noch Sammlerwert besitzt. Von 1751, wo der Maria-Theresien-Taler zum ersten Mal in den österreichischen Münzen von Wien u. Hall (Tirol) mit dem Bildnis der namengebenden Kaiserin geprägt wurde, galt er bis 1858 als vollgültiges Währungsgeld. Aber auch danach blieb er im Umlauf. Von diesem Zeitpunkt an wurde es ihm jedoch in Oesterreich zu eng. Er trat seine Reise über die engeren Grenzen hinaus nach dem nahen Orient an. Um 1900 erreichte der Taler seine größte Verbreitung. Von Algier südwärts zum Oberlauf des Niger, quer durch Mittelafrika bis zum südlichsten Zipfel, der Insel Madagaskar, una von dort wieder nordwärts über ganz Arabien und den gesamten Nahen Osten einschließlich der Türkei und den Balkanstaaten drängte ei jedes andere damals geltende Zahlungsmittel zurück. Die Beliebtheit des Talers erklärt sich voi allem daraus, daß die seit ungefähr 1850 passive Handelsbilanz Oesterreichs mit dem hauptsächlichsten Partner, der Levante, einen starken Export mit klingender Münze notwen wurde noch die Kaffeeausfuhr aus dem Yemen (Arabien) mit Maria-Theresien-Taler bezahlt. Selbst zwei Weltkriege haben es nicht vermocht, dem Taler das „Lebenslicht“ auszublasen. Auch jetzt noch rollt er durch halb Afrika, ist auf der arabischen Halbinsel zu Hause, seht in Abessinien von Hand zu Hand und erfreut mit seinem Silberklang das Herz aller Eingeborenen dieser Landstriche. Erst neuer- d'ngs macht dieser alten Münze die indische Rupie, der Dollar und das Pfund starke Konkurrenz. In den 200 Jahren seines Bestehens prägte Oesterreich rund 320 Millionen Maria-Theresien-Taler. In den letzten 30 Jahren verließen allein 130 Millionen Taler die österreichische Münze. Zwar brachte der letzte Weltkrieg eine Unterbrechung in der Präsurg. aber seit 1946 wurden schon wieder 23 O"» Taler hergestellt. Heute kostet eine ..Maria-Theresia“ 15 30 SchT- ünge (für das Silber) und 0,70 Schillinge (für die Präsegebübr)! Es sieht auch so aus, als °b in den nächsten Jahren dieser berühmte Taler weiter durch die Länder des Orients wandern wr'rd. Ueber 100 Jahre gilt er dort schon als anerkanntes und beliebtes Zahlungsmittel. Dagegen etwa ankämpfen zu wollen, ist für andere Währungen schon desha’b außerordentlich schwer, weil der Maria-Theresien- Taler weder an Silbergehalt noch an Wert »d- nahm. Ihn hat keine Währungsreform, keine dig machte. Bis kur* vor Kriegsausbruch z. B. Abwertungsmaßnahme erschüttert. Dienstag, 10. April 1951 I M ZEITGESCHEHEN 2. Hexensteinrennen am 10. Juni Nach dem großen Erfolg, den das Hexensteinrennen im vergangenen Jahr hatte, soll auch dieses Jahr wieder ein Bergabrennen stattfinden. Nach XJebereinstimmung mit den übrigen Rennleitungen des Landes Baden wurde für das Hexensteinrennen der 10. Juni 1951 vorgesehen. Zur Vorbereitung des diesjährigen Rennens findet die erste - Vorbesprechung am Freitag, den 13. April 1951 um 20 Uhr, im Stadtratsaal des Rathauses Offenburg statt. „Durdi den Himalaya nach Tibet" In der Volkshochschule hält am Donnerstag, den 12. April, 20 Uhr, Saal „Römischer Kaiser“, der weltbekannte Asienforscher Dr. Bruno Leger einen Lichtbild-Expeditionsvortrag. Dieser Vortrag wird am Nachmittag im gleichen Saal für die Schulen und auswärtigen Besucher um 14.30 Uhr gehalten. Was bringt der Vortrag? Er führt nach Tibet, dem letzten Hort uralter Kultur und mittelalterlichen Lebens, der lange Jahre der Forschung unzugänglich gewesen ist. Der deutschen Tibet-Expedition E. Schäfer gelang es. das klassische Tibet selbst und in seine Hauptstadt Lhasa, die verbotene Stadt, als erste deutsche wissenschaftliche Expedition zu betreten. Zwei volle Monate war die Expedition Gast der Regierung von Tibet, um dann in südöstlicher Richtung nach Jarlung-Podrang, einem fast unbekannten, märchenhaften Tal, vorzudringen, wo sich in der vorbuddhistischen Zeit die Hauptstadt des Götterlandes befand. In die Welt des rätselhaften, asiatischen Mystizismus gibt nun die einmalige Bildreihe Einblick. Das Offenburger Filmprogramm „Todesfälle von Chikago“ heißt der neue Film, der ab heute in der Stadthalle läuft. In ihm rollt die Tragödie eines leichten Mädchens in einer Weltstadt mit all ihren Gefahren ab. Alan Ladd spielt die Hauptrolle. Auf dem Programm der Park-Lichtspiele steht des großen Erfolges wegen weiterhin der Farbfilm „Amber“. — Gleichfalls in das 17. Jahrhundert führt der Film „Abenteuer am Königshof“, der in den Lichtspielen „Drei Könige“ gezeigt wird. Auch hier, in Paris, blitzen die Degen und spielt eine liebenswürdige Kurtisane eine Rolle. Die Unzufriedenheit der Edlen mit der Regentschaft der Königinmutter, Maria von Medici, und mit den Machtansprüchen ihres flo- rentini'schen Günstlings Concini, bilden den historischen Hintergrund dieser spannenden Handlung. Lebhafte Bauhof-Debatte im Stadtrat Es dreht sich nur um die nach 1945 eingerichteten Handwerkerbetriebe — Entscheidung in der nächsten Atzung — Personalaufwand der Stadt außerordentlich hoch Wohl zu der lebhaftesten öffentlichen Stadtratssitzung der letzten Jahre kam es gestern Nachmittag, als der letzte Punkt der Tagesordnung behandelt wurde. In ihm verlas Oberbürgermeister H e i t z die Erwiderung der Stadtverwaltung auf die über die Presse erfolgten Angriffe der Gewerkschaft ÖTV wegen der beabsichtigten Einschränkung im Bauhof. Wir werden die Antwort in der nächsten Ausgabe veröffentlichen. Ergänzend dazu führte der Oberbürgermeister einige Stellen aus dem Revisionsbericht des Gemeindeprüfungsamtes an, der das Ergebnis einer vor wenigen Wochen durchgeführten Prüfung bei der Stadtverwaltung darstellt. In ihm steht u. a., daß der Personalaufwand der Stadt Offenburg ganz außerordentlich hoch sei. Trotz der Abnahme des Gesamtpersonalstandes erscheine vor allem der Personalstand bei den Arbeitern übersetzt. Mit 282 Arbeitern liege er weit über dem Notwendigen. Als Vergleichszahlen nannte Oberbürgermeister Heitz für Lahr 119, Singen 65 und Lörrach 70. Der Aufwand für die Arbeiter sei in Offenburg um 120 Prozent höher als in anderen etwa gleich großen Städten. Der Vorsitzende betonte ferner, daß die Stadt an die Einhaltung des Revisionsberichtes gebunden sei. ' Auf die Vorwürfe der Gewerkschaften, daß die Stadt das Betriebsrätegesetz umgehen wolle, entgegnete der OB dann, daß ihm die Verpflichtungen aus dem Betriebsrätegesetz durch aus bekannt seien. Nach § 26 entscheiden bei Einschränkungen des Betriebsumfangs aus wirtschaftlichen Gründen in letzter Instanz die Stadträte und nicht das Verwaltungsgericht. Der Betriebsrat des Bauhofs habe zu den Vorschlä gen der Stadtverwaltung Stellung genommen und sie abgelehnt. Nun liege die Entscheidung in den Händen des Stadtrats, die in der nächsten Sitzung herbeigeführt werden soll. Der Oberbürgermeister betonte, daß er in seiner Erwiderung deshalb auf genaue Zahlen abgehoben habe, weil er der breiten Öffentlichkeit zeigen wollte, weshalb die Stadt gezwungen sei, im Bauhof Einschränkungen vorzunehmen. Er bat, für diese Notwendigkeit Verständnis zu haben. Lassen im Bauhof auch Privatleute arbeiten? Auf diese Erwiderung folgte eine sehr leb hafte Aussprache, die von Stadtrat Knorr (SPD) eröffnet wurde. Er warf dem Oberbürgermeister vor, daß in der Erwiderung nicht die Einnahmeposten beim Bauhof angeführt worden seien und auch nicht die Ersparnisse, die durch den Regiebetrieb der Stadt entstün den. Privatwerkstätten würden z. B. für unnachprüfbare Reparaturen für Stundenlohn drei mal so viel berechnen wie der städtische Bauhof. Ferner wandte sich Stadtrat Knorr dagegen, daß der Stadtrat nicht vor der Bera tung der Verkleinerung des Bauhofs mit dem Betriebsrat in Verbindung getreten sei. Auf diesen Vorwurf entgegnete der Oberbürgermeister, daß sich die Verwaltung erst hätte informieren müssen, ob der Stadtrat überhaupt bereit sei, bei ihren Maßnahmen mitzu gehen. Dem Argument der Ersparnisse trat er mit dem Hinweis entgegen, daß unter Ausnützung der Steuerfreiheit Private im Bauhof arbeiten ließen. Zwischenrufe: „Schwarzarbeit!“ Als solche nannte der Oberbürgermeister die zweimalige Reparatur des der Gewerkschaft ÖTV gehörenden Pkws. Diese Schwarzarbeit habe er besonders übel vermerkt. Sind die amtlichen Stadtratsberidite ungenau ? Im Verlauf der weiteren Diskussion ergriff auch Stadtrat Brüstle (KPD) das Wort. Er bezeichnete zunächst den in unserer Ausgabe vom 20. März 1951 veröffentlichten Bericht über die nichtöffentliche Stadtratssitzung vom Helfen und dienen im Alltag Die Aufgaben und Ziele des wiedergegründeten KKV Columbus Unter dem Vorsitzenden Dr. Otto Rubin hielt der kath. kaufm. Verein Columbus nach der Wiedergründung die erste Mitgliederversammlung ab, die erfreulich gut besucht war. Dr. Rubin behandelte die für alle katholischen Kaufleute bedeutsame Frage: „Was ist und was will der KKV?“ Er ist die Standesorganisation der katholischen Kaufleute, paritätisch zusammengesetzt, da sich zu ihr die selbständigen und die angestellten Kaufleute bekennen. In ihr erfahren die religiösen wie beruflichen Belange der Mitglieder ihre Vertretung, Pflege und Förderung. Die ehemaligen Mitglieder sind ihrem KKV auch während der Unterdrückungsjahre im vergangenen Regime treu geblieben. Sie waren es auch, die nach dem Zusammenbruch überall die Stammvereine wieder ins Leben riefen, so auch in Offenburg, wo der KKV Columbus lange Jahre mit Erfolg und stetig wachsendem Mitgliederstamm im religiösen und beruflichen Leben der Stadt eine führende Stellung innehatte. 1949 wurden den veränderten Zeitverhältnissen auch die Satzungen angepaßt, die bestimmen, daß der KKVer mit allen Kräften mitwirken soll an der Gestaltung der Persönlichkeit des katholischen Kaufmanns, bereit und fähig, Gott und der Welt zu dienen. Der KKV ist eine Kleine Stadtchronik In der Volkshochschule spricht heute abend, 20 Uhr, Rathaussaal, Universitätsprofessor Dr. Bauer- Freiburg über das Thema „Die Entstehung des modernen Wirtschaftsgeistes“. Ein Zusammenstoß zwischen zwei Pkw. ereignete sich gestern nachmittag an der Ecke Krankenhaus — Am Rittweg. Es entstand beträchtlicher Sachschaden. Ihren 77. Geburtstag feiert heute Frau Maria Schäfer geh Gieringer, Hildastraße 31a. Herzlichen Glückwunsch. Der Verband der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner, weist nochmals auf die wichtige Versammlung der Sozialrentner am 13. April 1951 um 20 Uhr im „Römischen Kaiser“ hin. Hilde Findeisen, Klavierpreisträgerin von Radio Frankfurt und Meisterschülerin von Walter Gieseking, im In- und Ausland als Interpretin moderner Klavierwerke bekannt, ist vom Ortenau-Orchester als Solistin in Honeg- ger’s Klavierkonzert für das Anfang Mai statt- "findende 4. Sinfoniekonzert verpflichtet worden. Organisation im Sinne des kirchlichen Rechts und damit ein Teil der katholischen Aktion. Auch die Jung-KKVer sollen sich wieder zu einer Jugendgruppe vereinen. Heute wird gerade vom katholischen Kaufmann ein höchstes Berufsethos verlangt, ein Streben nach Gerechtigkeit und Redlichkeit, nach Wahrheit und Liebe zueinander. Diese Ideen sind auch im eigenen Betriebe zu pflegen und zu achten. Nachdem der Vorsitzende des früheren langjährigen Vorstandes, des vor einigen Wochen verstorbenen Karl Kohrmann, in ehrenden Worten gedacht hatte, sprach Verbandsvorsitzender, Direktor Ullmann aus Freiburg über das Dienen in der Gemeinschaft und für die Gemeinschaft. Der KKV sei nie Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Das Ziel bleibt, dienen der Kirche und dem Volke, heißt eintreten für die Zusammenarbeit der Völker auf der Basis des ehrlichen Kaufmanns und Mittlers. Gerade das „Helfen und Dienen“ lasse die KKVer an der Lösung der Probleme unserer Zeit mit Erfolg mitarbeiten. Auch der Beirat, Rel.-Lehrer Köhler, fand aufmunternde Worte an die Mitglieder des Colombus und wünscht dem Verein in der Welt des Materialismus das volle Gelingen seiner wertvollen Arbeit. Nunmehr richtet sich die Bitte an alle noch Abseitsstehenden, daß auch sie ihre Pflicht und Verpflichtung erkennen und dem KKV Columbus beitreten. 9. März 1951, der uns vom Bürgermeisteramt zugegangen war, als falsch. Damals sei kein Beschluß gefaßt, es sei nur sein Antrag angenommen worden, daß sich der Dienststellenleiter über den Bauhof schriftlich äußern solle. Ferner erklärte Stadtrat Brüstle, eine Stadt von der Größe Offenburgs habe ein Recht, mindestens ihre eigenen Einrichtungen mit eigenen Werkstätten instandzuhalten. Gemäß seinem seinerzeitigen Antrag sollten sich Stadtverwaltung und Stadtrat an Ort und Stelle über die Wirtschaftlichkeit des Bauhofs informieren. Bei allen Maßnahmen müßte auch hier der Mensch im Mittelpunkt stehen. Es wäre eine moralische Undankbarkeit, wenn man die Arbeiter, die sich in der schwersten Zeit für die Stadt eingesetzt hätten, nun entlassen würde. Offenburgs Bauhof sei ein „Musterbeispiel von Organisation“. — Hierauf erwiderte Oberbürgermeister Heitz, daß die Stadt nicht daran denke, den Bauhof abzuschaffen, es drehe sich nur um die nach 1945 eingerichteten übersetzten Handwerkerbetriebe, die gegenüber der ganzen Bürgerschaft nicht verantwortet werden könnten. Stadtrat Klemens gegen Stadtrat Knorr Als nächster Diskussionsredner wandte sich Stadtrat Klemens (FDP) scharf gegen die Vorwürfe von Stadtrat Knorr (SDP), daß die Privatunternehmer ungerechtfertigte Rechnungen ausschreiben und daß deren Richtigkeit nicht überprüft werden könnte. Es sei Schwindel und Lüge, was hier von der Gegenseite dem Publikum vorgetragen werde. Derjenige Auftraggeber wäre ja ein Esel, der auf Rechnungen angeführte Waren oder Arbeitsstunden bezahle, die nicht geliefert bzw. nicht geleistet worden seien. Schließlich stellte Stadträtin Engelhard (SPD) noch den Antrag, auf die nächste Tagesordnung zu setzen, daß Stadtbaurat Eidei bei der nächsten Bauhofdebatte anwesend sein solle. Der Oberbürgermeister wandte sich dagegen, da ein schriftlicher Bericht bereits vorliege. Der Antrag wurde aber auch von Stadtrat Kuner (CDU) unterstützt. Als sich noch eine Stimme aus dem sehr zahlreichen Publikum zum Wort melden wollte, wurde ihr vom Vorsitzenden bedeutet, daß das nicht zulässig sei. Er stünde für eine Aussprache nach Schluß der nichtöffentlichen Sitzung etwa um 21 Uhr gerne zur Verfügung. Neugestaltung der Ehrenfriedhöfe Zu Beginn der Stadtratssitzung hatte das Stadtratskollegium den Rechenschaftsbericht für das Jahr 1949 einstimmig genehmigt. Hinsichtlich des vom Vorstand des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge gestellten Antrags zur Unterhaltung und Gestaltung der Ehrenfriedhöfe wurde beschlossen, die Grabsteine der Gefallenen aus dem ersten Weltkrieg frisch zu setzen und die Inschriften zu erneuern. Außerdem soll das Efeu geschnitten werden. Der Stadtrat erkannte ferner an, daß die Vereinigung der beiden Ehrenfriedhöfe aus dem letzten Kriege wünschenswert sei. Vor der in Aussicht genommenen Umbettung sollen die Angehörigen gehört werden. Die spätere Errichtung eines Mahnmales wurde ebenfalls genehmigt. Die Bevölkerung soll zu gegebener Zeit zu Spenden dafür aufgerufen werden. Oberbürgermeister Holler Ehrenbürger Die CDU-Fraktion hatte den Antrag gestellt, dem ehemaligen Oberbürgermeister Josef Holler, Ministerialdirektor a. D. in Freiburg, das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. In der Begründung des Antrags heißt es, daß Oberbürgermeister Holler eine glänzende Verwaltungspraxis gehabt habe. Es sei ihm auch gelungen, durch seine kluge und sparsame Finanzpolitik die Entwicklung der Stadt vorwärts zu treiben. Außerdem habe er sich gegenüber der Besatzung in den 20er Jahren sehr standhaft und opferbereit gezeigt. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts wird am 21. Juni, dem 30. Jahrestag der Wahl Oberbürgermeister Hollers, in einer Sondersitzung des Stadtrats erfolgen. Sie wird, wie Oberbürgermeister Heitz dazu ausführte, zugleich eine verdiente Rehabilitation für die Entlassung aus dem städtischen Dienst sein, die durch nichts gerechtfertigt gewesen ist. Erhöhung der Gastarife genehmigt Ueber die Erhöhung der Gastarife der Stadtwerke in der von der staatlichen Preisbildungsstelle genehmigten Form entspann sich eine lebhafte Debatte, allerdings erst, als ihr alle Stadträte, außer Stadtrat Brüstle, bereits ohne Einschränkungen zugestimmt hatten! Im Verlauf der Diskussion, die sich um die erhöhte Gebühr für die Gasmesser drehte, konnte der Oberbürgermeister mitteilen, daß Verhandlungen dahin eingeleitet seien, daß Deutsche, die mit Besatzungsangehörigen in einer Wohnung Zusammenleben, künftighin nur noch ihr normales Gaskontingent bezahlen müssen. Der Mehrverbrauch werde durch das Requisitionsamt ersetzt werden, eine Handhabung, wie sie in einigen anderen Städten bereits üblich sei. Im nächsten Punkt gab der Oberbürgermeister das Programm für die 850-Jahrfeier der Stadt Offenburg, verbunden mit der Or- tenauer Herbstmesse 1951, bekannt. Wir werden darüber in der nächsten Ausgabe berichten. Die Steuerbelastung ist zu groß Hotel- und Gaststättengewerbe in schwerem Existenzkampf Was Rang und Namen im Hotel- und Gaststättengewerbe des Kreises Offenburg hat, traf sich gestern im „Römischen Kaiser“. Verbandsgeschäftsführer Zeller, Freiburg, präzisierte die Entwicklung dieses heute schwer um seine Existenz ringenden Gewerbes, von seiner völligen Brachliegung unmittelbar nach dem Kriege bis zum heutigen Tage. Als mit der Stabilisierung der Wirtschaft im Jahre 1948 ein ständiger Aufschwung im Hotel- und Gaststättengewerbe zu verzeichnen gewesen sei, habe noch niemand ahnen können, daß sich die Steuerpolitik der Bundesregierung so einseitig und unsozial gestalten würde. Die Lage sei heute praktisch so, daß die Unzahl von Steuern das Hotel- und Gaststättengewerbe immer mehr einschränke. Es seien Bestrebungen im Gange, ähnlich wie Ein Freudentag für den Schwarzwaldverein Am kommenden Sonntag wird das Sonnenhaus eingeweiht Der Schwarzwaldverein hat die erste Frühlingszeit gewählt, in der man von den Höhen wieder seine Blicke schweifen lassen kann über die vielen welligen Bergrücken und hinunter in die lieblichen Täler, um sein wiedererstandenes Wanderheim, das „Sonnenhaus“, droben im herrlichen Nordrachtal einzuweihen und das Haus seiner eigentlichen Bestimmung zu übergeben. Am nächsten Sonntag, den 15. April, findet der Weiheakt statt, zu dem alle Mitglieder und Wanderfreunde herzlichst eingeladen sind. Die Teilnehmer fahren mit Omnibussen bis Nordrach-Kolonie. Von da aus wird dann gemeinsam hinauf zum Sonnenhaus gewandert Dort angekommen, findet nachmittags um 2 Uhr, zunächst ein schlichter Weiheakt statt, an den sich eine Besichtigung des Wanderheimes anschließt. Die Festteilnehmer sammeln sich hierauf wieder, um gemeinsam ins Nordrachtal zu wandern. Dort wird im Saal des Gasthauses „Zum Adler“ die Festfeier abgehalten. Die Rückfahrt nach der Feier ist auf 20 Uhr festgesetzt. Um einen genauen Ueberblick über die Teilnehmerzahl für die Bestellung der notwendigen Autobusse zu erhalten, bittet der Vorstand um rechtzeitige Anmeldung im Offenburger Reisebüro bis spätestens Donnerstag, 12. April, abends 6 Uhr. Der Fahrpreis beträgt pro Person Hin- und Rückfahrt 2.80 DM. Die Teilnehmer, die mit eigenen Autos zur Feier kommen, mögen sich ebenfalls anmelden, wegen Unterbringung u. a. m. im Gasthaus „Adler“. Den Teilnehmern, die vielleicht von Gengenbach aus über die Kornebene nach dem Sonnenhaus wandern wollten, sei bekanntgegeben, daß dies für diesen Sonntag nicht zu empfehlen ist, da man so zu früh nach dem Sonnenhaus käme und das Haus vor der Einweihung nicht betreten werden darf; außerdem bestünde dann auch keine Möglichkeit einer späteren Heimfahrt in der amerikanischen Zone, die Gewerbefreiheit einzuführen. Obwohl von einer totalen Gewerbefreiheit in Südbaden bis jetzt nicht gesprochen werden könne, hätten sich gewisse Lockerungen bereits ungünstig ausgewirkt. Man sollte bei der Vergebung von Konzessionen in erster Linie die Bedürfnis- frage prüfen. Ebenso bedürfe das Gaststättengesetz einer Revidierung, da es zwar den Ausschank, aber nicht den Verkauf regele. In diesem Zusammenhang habe man sich vom Einzelhandel überrumpeln lassen. Kritisch betrachtete der Redner die steigende Tendenz der immer mehr in den Vordergrund tretenden Publikumsentfremdung. Man müsse sich den Lebensgewohnheiten des Publikums wieder anpassen, wenn man die jüngere Generation nicht verlieren wolle. Verbandsvorsitzender Grieshaber, Baden-Baden, gab bekannt, daß sich in der Frage des Lastenausgleichs nach Verhandlungen mit dem Finanzministerium einige Lichtblicke zeigen, doch bedeute das Gesetz Nr. 47 ein wesentlicher Einschnitt. Demzufolge sollen diejenigen Schäden, die vor der Währungsreform entstanden sind, mit 10:1 abgewertet werden. Die Beherbergungsbetriebe, deren Preisfestsetzung auf die Stop-Preise von 19360) beruhen, können, soweit die Frequenz 80 •/• nicht übersteigt, Antrag auf Grundsteuerermäßigung beim zuständigen Finanzamt stellen. Eine genaue Motivierung sei jedoch notwendig. Inzwischen habe auch ein neuer Tarifvertrag im Einvernehmen mit den Gewerkschaften Gültigkeit bekommen, von dem sich die Hotel- und Gaststättenbesitzer Kenntnis verschaffen müßten. Ein äußerst wichtiges Problem bilde die Kohlen Versorgung, die mit 88 000 Tonnen beziffert wurde. Man versuche diese im Jahre 1951 zentral zu lenken und sicherzustellen. Dienstag, 10. April 1951 Gute Deckblätter sind gesucht A_ Generalversammlung des Tabakbau Vereins Altenheim denen Vaters, der gleichfalls als Mesner und Wagnermeister wirkte. — Altenheim, (r) Im Bahnhofsaal fand am Samstag die Generalversammlung des Tabakbauvereins statt, die sich eines sehr guten Besuches erfreute. Vorstand Georg Lutz begrüßte die Anwesenden und erteilte dem Geschäftsführer des Tabakbauverbandes Dr. Engelhardt das Wort. Dieser fchilderte eingehend die diesjährige Lage auf dem Tabakmarkt, wo durch das Zuwarten mit denÄSinschreibungen noch günstige Preise erzielt werden konnten. Durch die derzeit bestehenden Finanzschwierigkeiten verzögert sich die Auszahlung des Geldes etwas. Weiter sprach Dr. Engelhardt über die Qualitäten, die auf dem ausländischen Tabakmarkt angeboten werden und mit denen das deutsche Angebot noch nicht Schritt halten kann. Er forderte die Pflanzer auf. alles daranzusetzen, gute Umblattware zu erzeugen, da diese sehr gesucht ist und auch immer einen guten Preis erhält. Erneut machte er auf die Notwendigkeit einer scharfen Sortierung aufmerksam, sowie auf die Verwendung nur bester Böden zum Tabakbau. Vorstand Lutz dankte dem Redner für seine Ausführungen und gab noch die Verwiegungsergebnisse bekannt. Nach der Pause sprach Landwirtschaftsrat Dr. Witzinger über neuzeitlichen Futterbau und Gewinnung von Silofutter, worüber sich eine lebhafte Debatte entspann. Nachdem alle Teile ausgiebig zu Wort gekommen waren, schloß Vorstand Lutz mit Dankesworten die Versammlung. „Eintracht" veranstaltet Liederabend Dundenheim, (s) Als Abschluß seiner Winterarbeit veranstaltet der Männergesangverein „Eintracht“ unter Leitung seines Dirigenten Albert Braunstein gegen Ende dieses Monats einen Liederabend mit einem ausgewählten Programm. Ebenso tritt hierbei die Theaterspiel- gru^pe des Vereins, die sich mit dem Volks- st." „Der Vogt auf Mühlstein“ als Laienspie- lerg- uppe, in der Umgebung bereits einen Na- Sparkassenrechner Künstle starb Schutterwald, (s) Am Montagmorgen starb im Alter von 83 Jahren Sparkassenrechner Ferdinand Künstle. Er folgte bald seinem Enkel nach, der vor drei Wochen im Alter von erst 16 Jahren verschied. Wildschweine im Dorf Schutterwald, (j) In der Nacht des Vorgänge nen Freitag auf Samstag wurde ein Straßen passant in der Wilhelmstraße auf seltene Gestalten und Geräusche aufmerksam. Beim näheren Zusehen entdeckte er zwei Schwarzkittel, welche als sie merkten, daß man ihnen auf den Fersen war, die Flucht ergriffen. Brüder haben Geburtstag Langhurst, (j) Am 13. April vollendet Landwirt Andreas Beathalter, Josef Sohn, das 72. Lebensjahr und am 16. April tritt Landwirt Wilhelm Beathalter in das 70. Lebensjahr. Ehrung ein e s Arbeitsjubilars Langhurst, (j) Der Emaillarbeiter Emil Burgmeier konnte dieser Tage auf eine 35jährige Tätigkeit bei der Firma C. Robert Dold in Offenburg zurückblicken. Als Zeichen des Dankes erhielt der Arbeitsjubilar ein Anerkennungsschreiben nebst Geldgeschenk. Die Siebzigjährigen trafen sich Griesheim, (r) Die ehemaligen Schulkameraden des Jahrganges 1881, welche in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag begehen konnten, trafen sich im Gasthaus „Zum Adler“ zu einem gemütlichen Beisammensein. Die Jubilarinnen und Jubilare, unter denen sich auch der heutige Oberbürgermeister der Stadt Konstanz, Franz Knapp befand erlebten beim Austausch alter Erinnerungen frohe Stunden. Das Rote Kreuz in Gengenbadi Der Ortsverein wählte in der Generalversammlung den neuen Vorstand Gengenbach, (a) Der Ortsverein Gengenbach im Badischen Roten Kreuz hielt am Samstag seine Generalversammlung ab, die von den aktiven Mitgliedern sehr gut besucht war. Der 1. Vorsitzende, Baron von Kraewel, erstattete Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr und stellte fest, daß im Vorjahr die Arbeit des Roten Kreuzes von seiten der Bundesregierung anerkannt worden ist und auch das Deutsche Rote Kreuz wieder Mitglied des internationalen Roten Kreuzes wurde. Der Vorsitzende dankte allen Helferinnen und Helfern für ihre tatkräftige Mithilfe, die zu dem guten Erfolg der letztjährigen Haus- und Straßensammlung führte und auch die Weihnachtsfeier gut gelingen ließ. Aus der Sammlung wie auch aus den Veranstaltungen war zu ersehen, daß das Rote Kreuz Achtung und Anerkennung von seiten men gemacht hat, nach längerer Spielpause' der Bevölkerung genießt. Im Winter konnten wieder auf. — Spielleiter Ludwig Schneider hat mit seiner Laienspielerschar das fünf- aktige Schauspiel „Der Henker von Jütland“, von W. Wedels einstudiert. Mit dieser Abend dank der Initiative von Herrn Buß Wiederholungskurse für Erste Hilfe durchgeführt werden, die sehr guten Besuch aufwiesen. Dank der Unterstützung des Kreisverbandes Veranstaltung, deren näherer Zeitpunkt noch konnten Kleidungsstücke angeschafft und den bekannt gegeben wird, wird auch der anspruchsvolle Zuhörer zufriedengestellt werden. Bunter Abend des Kirchenchors Schutterwald, (s) Am Sonntag veranstaltete der Kirchenchor, der über 70 Mitglieder zählt, im Gasthaus „Zur Krone“ einen bunten Abend. Vorstand Ferdinand Li p p s, begrüßte die sehr zahlreich erschienenen Freunde des Chors. Pfarrer i. R. Schönecker und Kaplan Wellinger würdigten die Tätigkeit des Kirchenchores. Nach Musikstücken und einem schönen Chor kam ein heiteres Spiel von Hans Sachs, „Der Krämerkorb“, zur Aufführung. Großen Beifall erhielt auch das Stück „Die fromme Helene“ Alle Spieler haben sich in ihre Rollen gut hineingedacht. Nach dem „Klosterschütz“, einem lustigen Spiel des Heimatdichters A. Ganter, ging es zum Tanz über. Umrahmt wurde der gelungene Abend durch musikalische Darbietungen eines Streichorchesters unter der bewährten Leitung des Dirigenten Hauptlehrer Albert Braunstein. Meisterprüfung Scbutterwald (s) Unser Bürgersohn, Wagnergeselle und Mesner Walter Junker, legte vor der Handwerkskammer Freiburg mit Erfolg seine Meisterprüfung ab. Er übernimmt das Geschäft seines vor vielen Jahren verstor- Heimatvertriebenen geholfen werden. Baron von Kraewel wies darauf hin, daß schon die Jugend mit der Arbeit des Roten Kreuzes vertraut gemacht werden muß und die Lehrerschaft dafür interessiert werden soll. Frau Feigenbutz und Fräulein Hildebrand werden gern diese Arbeit übernehmen und sich ihr ganz widmen. Nach dem Bericht des Schatzmeisters Kömir ger wurde dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt. Da Baron von Kaewel nach nunmehr dreijähriger Vorstandschaft sein Amt wegen Umzugs abgeben mußte, wurde Rechnungsrat i. R. Schmidt einstimmig zum 1. Vorsitzenden des Ortsvereins Gengenbach gewählt. Die anderen Aemter blieben in der Besetzung des Vorjahres, (2. Vorsitzender Dr. Schaudig Schriftführer Otto Baron, Schatzmeiser Kö- ninger). Neu in den Vorstand wurde Frau Feigenbutz gewählt. Die Bereitschaftsleiter blieben in den gleichen Besetzungen mit Fräulein Bruder und Wilhelm Buß. Baron von Kaewel wies sodann auf die Haus- und Straßensammlung in der Zeit von 8.—15. April hin, die dem Roten Kreuz die Mittel beschaffen soll, die es braucht, um die erforderliche Ausrüstung zu beschaffen. Mit der Ehrung des im Vorjahr verstorbenen Kameraden Ficht, der eines der ältesten Mitglieder war, schloß der Vorsitzende seinen Tätigkeitsbericht. Im Namen des Kreisvorsitzenden, Landrat Dr. Joachim, sprach Schriftführer Purmann Großer Erfolg des Musikvereins Urioffen Das Doppelkonzert mit dem „Musikverein Harmonie“—Nußbach tJrloffen. (f) Der Musikverein, der in Verbindung mit der „Harmonie“-Nußbach ein Doppelkonzert veranstaltete, hatte in seiner Einladung nicht zu viel versprochen. Nur selten sah man in der geräumigen Turnhalle so viele Besucher, wie sie dem Rufe des Musikvereins gefolgt waren. Dirigent Dienert leitete einen Klangkörper, der eine intensive Schulung verriet und dessen erstaunlich musikalische Leistungen nur selten bei ländlichen Musikvereinen zu finden sein dürften. Der Beifall nach den. exakten Vorträgen stellte dem Dirigenten und der Kapelle das beste Zeugnis aus. Recht angenehm fielen die beiden Solos für Posaune und Flügelhorn auf. Es wurde der Wunsch geäußert, daß sich dieses musikalische Ereignis bald wiederholen möge. Der Vereinsleitung, insbesondere Vorstand Schmidt, sei an dieser Stelle gedankt. Die sehr gut gelungene Veranstaltung klang mit einer Tanzunterhaltung aus. Versammlung der Heimatvertriebenen Bohlsbach. Die Ortsvereinigung der Heimat- Festtag der katholischen Kirche Zell a.H. Zu Ehren des silbernen Priesterjubiläums des Stadtplarrers Zell a.H. (s) Der vergangene Sonntag war ein Festtag für die hiesige katholische Kirchengemeinde. Galt es doch, das silberne Priesterjubiläum von Stadtpfarrer Oberle würdig zu begehen.Bereits am Samstagabend wurde dem Priesterjubilar unter Mitwirkung der Stadtkapelle, des Männergesangvereins „Frohsinn“ und des Kirchenchors ein Ständchen dargebracht. Am Sonntagmorgen zogen die Zeller und die Unterharmersbacher Schützen mit Musik im Städtchen auf, um den Pfarrherrn dann in feierlichem Zug vom Pfarrhaus zur Kirche zu geleiten, wo das feierliche Hochamt stattfand; Stadtpfarrer Blum aus Riegel hielt hierbei die Festpredigt, während der Kirchenchor die herrliche Orgel- und Orchestermesse „missa brevis b-dur“ von Joseph Haydn sehr wirkungsvoll zu Gehör brachte. Das Collegium musicum hatte die Orchesterbegleitung übernommen. Noch einmal fanden sich die Gläubigen am Nachmittag zur Priesterjubiläumsfeier im Gotteshaus zusammen. Zur besonderen feierlichen Gestaltung trug neben dem Collegium musicum der Pfarrkirchenchor bei mit dem erhebenden „Lobgesang“ Op. 105 von Otto Jochum, während der Kirchenchor und Knabenchor der Wallfahrtskirche mit dem 24. Psalm „Hoch tut euch auf“ von Gluck, die Feier verschönte. Am Abend trafen sich dann die Pfarrange hörigen im „Bad. Hof“, um mit einer wohl- gelungenen Pfarrfamilienfeier den Tag zu be schließen. Bürgermeister Schwab überbrachte dem Jubilar die Glückwünsche der Stadtverwaltung Zell, während Bürgermeister Benz, Unterharmersbach, im Namen des kath. Stiftungsrat;., den Jubilar beglückwünschte. Als Vertreter der Lehrerschaft sprach Hauptlehrer Frank und wies dabei besonders auf das harmonische Verhältnis zur Lehrerschaft hin. Die Spielschar der Kolpingsfamilie ergötzte die Anwesenden mit dem heiteren Spiel „Das Wunder des heiligen Florian“; daneben hatte sich wiederum die Stadtkapelle unter Dirigent Riehle in den Dienst der guten Sache gestellt und erfreute mit ihren flotten Weisen. Zum Schluß des Abends gab Stadtpfarrer Oberle noch einen kurzen Rückblick über die 25 Jahre seiner priesterlichen Laufbahn, wobei er auch all den vielen recht herzlich dankte, die mitgeholfen hatten, seinen Festtag in jeder Weise zu verschönen. Auszug aus dem Standesregister Unterharmersbach (1). Im März hatte das Standesamt folgende Einträge zu verzeichnen; Irmgard, V.: Franz Wußler, Landwirt; Gertrud, V.: Josef Armbruster, Landwirt; Günther, V.: Josef Fitterling, Autoschlosser, Gaggenau; Rita, Magd., V.; Werner Faißt, Metalldreher; Josef Joh., V., Josef Hertig, Metallarbeiter; Gisela Anna, V.; Adolf Kollmer, Postfacharbeiter. — Eheschließungen: Gisela Saaler, Verkäuferin, Wiesbaden und Max Kaiser, Metzger; Hilda Schwarz, Haustochter, Roth und Andreas Lehmann, Landwirt, Oberharmersbach/Durben. — Sterbefälle: Anton Theodor Stell, Schriftsteller; Marta, Emma Prantner geb. Breunin- ger. In der Mehrzahl Sterbefälle Oberharmersbach, (m). Das Standesamt ver- zeichnete im Monat März folgende Eintragungen: Geburten: Rudolf Josef, V.: August Lehmann, Dörfle; Hildegard, V.: Wilhelm Huber, Zuwald. — Eheschließungen; Fridolin Jilg, Bil- lersberg und Amalia Braun. Hagenbach. — Sterbefälle: August Hug, Hofbauer, Dörfle, 61 Jahre; Konrad Schwarz, Alt-Mislinkebauer Riersbach, 87 Jahre; Paula Nock, geb. Neumeyer, Dorf, 45 Jahre und Karl Hug, Taglöhner, Langhärdle, 83 Jahre. vertriebenen veranstaltete im „Kreuz“ eine gut besuchte Versammlung. Nach Erledigung des offiziellen Teils, in dem alle Sorgen und Nöte der Heimatvertriebenen ausführlich besprochen wurden, verbrachte man noch mehrere Stun den in froher Gemeinschaft. Selbstmord durch Erhängen Bad Peterstal. Am Montag erhängte sich hier ein 71 Jahre alter Mann in seiner Wohnung. Es wird vermutet, daß er schwermütig war. Der Spielring auf beachtlicher Höhe Rammersweier, (b) Am Samstag trafen sich die Mitglieder des Handharmonika S.pielrings Rammersweier-Zell-Weierbach zu ihrer diesjährigen Generalversammlung im „Kühlen Krug.“ Erster Vorstand Köhler begrüßte die Anwesenden und erteilte dann darauf dem bekannten Dirigenten Kupferer das Wort. Dieser streifte kurz die Entwicklung des Orchesters bis zu seiner heutigen Leistungshöhe. Erstaunlich ist, daß der Verein heute bereits 60 aktive Mitglieder zählt. Der hohe Ausbildungsgrad stellt eine für einen Landverein wohl einzigartige Leistung dar. Der Bericht des Kassierers Busam führte zu keinerlei Beanstandungen; Schii'tführer Schneider gab dann den Jahresbericht, aus dem besonders das Bezirkstreffen in Lahr und die Konzerte des Vereins zu erwähnen sind. Danach wurde dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt. Nach der Neuwahl setzte sich der Vorstand nun aus folgenden Mitgliedern zusammen; 1. Vorsitzender Völlinger, Zell-Weierbach; 2. Vorsitzender: Falk Otto, Zell-Weierbach; Dirigent: Kupferer Rammersweier; Schriftführ. Schneider, Rammersweier; Kassierer; Busam Ernst, Zell-Weierbach; Beisitzer: Litterst Josef, Zell- Weierbach; Busam. Josef, Rammersweier, Albus Alfred, Zell-Weierbach; Näger Heinrich, Rammersweier; Spielleiter: 1. Orchester; Kiefer Arthur, Zell-Weierbach; Spielleiter: Jugendgruppe: Eicher, Rammersweier. Man faßte dann den Entschluß, bei dem diesjährigen Bezirkstreffen in Oppenau an dem Wertungsspielen teilzunehmen Offenburg, dem bisherigen Vorsitzenden von Kraewel und dem Ortsverein den Dank für die geleistete Arbeit aus. Er wies darauf hin, daß der Ortsverein Gengenbach der rührigste im Kreisverein ist und gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß es weiterhin so bleiben möge. Wie schon Baron von Kraewel ausführte, will der Kreisverein das Jugend-Rote Kreuz ins Leben rufen, da die Heranwachsenden nicht früh genug mit dem Gedanken an diese Arbeit — Nächstenliebe der Tat — vertraut gemacht werden können. Im Namen der Bereitschaft dankte Bereitschaftsleiter W. Buß dem scheidenden Vorsitzenden für seine treuen Dienste. 2. Vorsitzender Dr. Schaudig schloß sieh diesem Dank an und ernannte Baron von Kraewel im Namen der Vorstandschaft zum Ehrenvorsitzenden des Ortsvereins. Bürgermeister Schrempp gab die Versicherung ab, daß innerhalb der Stadtverwaltung des Roten Kreuzes stets gedacht wird. Im Namen der Stadt dankte der Bürgermeister dem bisherigen Vorsitzenden von Kraewel für die geleistete Arbeit, die er nicht aus Ehrgeiz getan hat, sondern um dem Nächsten zu helfen. Immer wenn Not am Mann war, war das Rote Kreuz mit seinem 1. Vorsitzenden zur Stelle. Gengenbach sieht einen Mann wie Baron von Kraewel nicht gerne scheiden. Für gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung dankte Bürgermeister Schrempp dem Ortsverein und gab seinem Wunsche Ausdruck, daß es auch unter dem neuen Vorsitzenden Schmidt so bleiben möge. Besondere Dankesworte fand das Stadtoberhaupt für Dr. Schaudig, der sich selbstlos in- und außerhalb seines Berufes einsetzt. Mit dem Wunsche, daß das Rote Kreuz weiterhin gedeihe zum Wohle der Menschheit und zum Wohle Gengen- bachs, schloß Bürgermeister Schrempp seine Ansprache. Sport in der Heimat Tag des unbekannten Radfahrers Der Südbadische Radfahrerverband veranstaltet am Sonntag, 15. April 1951, in Bohlsbach ein Straßenrennen zur Förderung der Jugend. Ausrichter ist, der Radfahrer-Verein Bohlsbach. An diesem Rennen können sich alle Jugendlichen im Alter von 14—18 Jahren beteiligen, sofern sie in Südbaden wohnhaft sind und sich bisher an keinem öffentlichen Rennen beteiligt haben. Die Zugehörigkeit zu eniem Radsportverein ist nicht notwendig. Vor dem Start ist dem Ausrichter die Einverständniserklärung des Erziehungsberechtigten vorzulegen. Das Rennen wird in zwei Klassen gefahren. Fahrer mit Tourenräder und Sporträder ohne Rennlenker und ohne Rennreifen erhalten je Klasse eine Vorgabe von einer Minute. Es wird gefahren: Jugend von 14—16 Jahren: Bohlsbach (Karlsburg), Bühler Landstraße, Griesheim, Sand, Willstätt und zurück gleich 25 Kilometer. Jugend von 16—18 Jahren: Bohlsbach, Karlsburg, Bühl, Sand, Willstätt, Kork und zurück gleich 40 Kilometer. Start und Ziel: Karlsburg. Die Ausgabe der Rückennummern erfolgt im Gasthaus „Zur Karlsburg“, vormittags 9 Uhr. Start: 9.40 Uhr. Meldungen sind bis spätestens 14. April 1951 an den Radsportverein Bohlsbach zu Händen von Vorstand Andr. Burgert zu richten. Die 1.—3. Preisträger in jeder Klasse sind berechtigt, beim Landesentscheid am 6. Mai 1951 in Offenburg teilzunehmen. Fußball: SC Offenburg spielte überlegen SV Ortenberg I — SC Offenburg I 0:2 SV Ortenberg II — SC Offenburg II 3:3 SV Ortenberg Schüler — sp Offenburg Schüler 2:5 Sofort vom Anpfiff weg legten beide Mannschaften ein verteiltes Feldspiel hin, bei dem Ortenberg den günstigen Rückenwind zum Bundesgenossen hatte. Schon in der 10. Minute schoß Offenburg durch Rühle G. das erste Tor, das Gabski durch Weitergabe an den freistehenden Torschützen uneigennützig ermöglichte. Dies gab der Sportclubelf starken Auftrieb. Die Platzherren konnten sich in dieser Zeit wohl mit schönen Durchbrüchen etwas Luft verschaffen, scheiterten aber an dem standfesten Verteidigerpaar Waidhecker-Rühle W., so daß der Gästetorhüter Gerber vor keine schwere Aufgabe gestellt wurde. In der 35. Minute wurde von Goos der Ball in die Gasse gegeben, der scharf geschossene Ball von Gebauer konnte der gute Or- tenberger Tormann nur schwach abwehren. Rühle G. drückte zum 2:0 ein. Mit diesem Stand wechselte man die Seiten. Das Spiel ließ nun sehr nach. Mit viel Glück konnte der Ortenberger Tormann weitere Treffer verhindern. Die faire Spielweise beider Mannschaften machte dem- Schiri das Amt nicht schwer. M. A. Mitgliederversammlung des SC Die nächste Mitgliederversammlung findet am Samstag, 14. April, 20 Uhr, im „Feldschlößle“ in Hildboltsweier statt. — Für die Schwarzwaldrundfahrt Hausach — Rippoldsau — Kniebis — Bad Peterstal, mit Wettspielen in Bad Peterstal, sind für den zweiten Omnibus noch einige Plätze frei. Meldungen umgehend an den Kassier Adolf Fritsch, Hildboltsweier. Windschläg I — Biberach I 3:2 (3:1) Windschläg II — Biberach II 3U (9:9) In diesem kampfbetonten, manchmal reichlich hartem Treffen auf dem Sportplatz am Lohwald sah man ein Spiel, das die Zuschauer voll begeisterte. Von Anfang an spielten beide Mannschaften gut auf, und in der 10. Minute ging Windschläg durch Schunke in Führung. Nun kam Biberach in Form und schaffte in der 20. Minute den Ausgleich. Durch eine Vorlage von links konnte sich Glatt frei spielen und schoß zum 2:1 ein. Als in der 40. Minute der Linksaußen Schunke zum 3:1 erhöhte, kannte der Jubel der Zuschauer keine Grenzen mehr. So ging es bei dem Stand von 3:1 in die Pause. Auch nach der Halbzeit zeigte das Spiel ein hohes Niveau und beide Torhüter hatten genug zu tun. Durch einen Eckball holte Biberach auf 3:2 auf. Beide Tore von Biberach wurden durch Eckbali erzielt. Der Sieg der Einheimischen war dem Spielverlauf nach verdient. Ein Lob gilt beiden Mannschaften, die trotz härtestem Einsatz die Fairniß nicht vermissen ließen. Schiedsrichter Scherger, Appenweier, leitete gut. (tt) Kuhbach I — Dundenheim I 3:2 Mit drei Mann Ersatz trat Dundenheim die Reise ins Schuttertal zur starken Spvgg Kuhbach an. Die Siegesaussichten waren gering, denn schon das Vorspiel hatte Unentschieden 0:0 geendet. Dazu kam, daß Dundenheim den ganzen Sturm umkrempelte, was sich besonders in der ersten Halbzeit nachteilig auswirkte. Das Spiel begann verheißungsvoll, als schon in der zweiten Minute der Torhüter von Kuhbach den Ball hinter der Torlinie wegfaustete. Dann aber zog Kuhbach alle Register und erzielte auch in der Mitte der ersten Halbzeit durch einen Deckungsfehler das erste Tor. Bereits zehn Minuten später hieß es nach einer verunglückten Ballrückgabe 2:0. Nach der Halbzeit erschien Dundenheim mit veränderter Aufstellung und kounte kurz nacheinander zwei Tore aufholen. Kuhbach glückte schließlich aber noch der entscheidende dritte Treffer. Handballi Griesheim I — Marlen I 8:3 (4:1) Unter der zufriedenstellenden Leitung von Schirl Baas (Legelshurst) lieferten sich beide Rivalen einen harten Kampf, den Griesheim mit 8:3 Toren gewinnen konnte. Sofort nach Anspiel ging Griesheim durch Strafwurf des Mittelstürmers in Führung. Marlen glich jedoch postwendend durch G. Klemm aus. Nach der 2:1-Führung Griesheims verließen drei Gästespieler unbegründet den Platz, die restlichen Spieler kämpften jedoch mit einem vorbildlichen Einsatz weiter, konnten aber eine 4:1-Halb- zeitführung des Gastgebers nicht verhindern- Einen den Gästen zugesprochener 13-Meter konnte vom einheimischen Torwart gehalten werden. Nach der Pause erzielte Griesheim vier weitere schön herausgespielte Tore, während Marlen nur noch zwei Mal erfolgreich war. Rei Oflenburger Tageblatt Chefredakteur: Adolf Kimmig Badner Land und Sport: Herbert Hoble, Kultur und Unterhaltung: Karl Glet Lokales: Dr. Alfred Gailer Landwirtschaft!. Beilage: Walter Fiebert Druck: A. Reiff & Cie.. Offenburg Mit Namen gekennzeichnete Artikel stellen die Meinung des Autors, nicht unbedingt auch die der Redaktion dar, » t Todesanzeige Der Herr über Leben und Tod hat beute unseren lieben Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder und Onkel Ferdinand Künstle Sparkassendirektor i. R. im Alter von 82 Jahren in die ewige Heimat abberufen. Schutterwald, den S. April 1951 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Franz Künstle und Anverwandte Beerdigung, Mittwoch, nachmittags 3 Uhr. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Willi Giessler Friedlinde Giessler geb. End , r Rammersweier, Gasthaus „Zur Blume“ 10. April 1951 J Zur Richtigstellung!! Waschmittel Die Waschmaschine in der Tüte. In 2-3 Stunden ohne Einweichen die fertige Wäsche. 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April 1951 J r Wir beehren uns, Verwandte und Bekannte zu unserer am Donnerstag, den 12. April 1951 im Hotel „Hirsch“ Zell a. H. stattfindenden Hochzei£sfeier freundlichst einzuladen. Maria Stulz, Tochter des Josef Stulz. Siefertshof, Welschensteinach Severin Josef Willmann, Sohn des Severin Willmann, Stampferhof, Oberentersbach. Kirchgang 9 Uhr Zell a. H. .SieTigux jfk meinem AM OFFENBURG Samen kauit man bei Deck hinter der Hirsdi-Apofheke Lichtspiele Drei Könige Offbg. Ab Dienstag bis Donnerstag einschl. Ein Film von atemraubender Handlung Täglich: 18,15 und 20,30 Uhr. Herrenhlite werden preiswert in eigener Werkstätte neu fagoniert und gereinigt I. Schimmel Offenburg, Hauptstraße 93 Bemschäden,«.'»«. Flechte*, Furunkel, und alle Wunden lind heilbar durch Ha«ehiolbi* In Apotheken erhältlich. Protp. gratis d. Chem. lab. Schneider. Wiesbaden 157 Als Verlobte grüßen . Jlse Kuolt Hansjörg Künstle Offenburg, 8. April 1951 Fischerstraße Badstraße Achtung! Ehemalige Fallschirmjäger! 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