SrtenaE NoMMKWMgLLMMas Erscheint wöchentlich viermal. Bezugspreis für den laufenden Monat DM 2 . 3 » zuzüglich S« Pf. Trägerlohn. Einzelnummer 20 Pf. Im Falle höherer Gewalt oder bei Betriebsstörung hat der Bezieher Keinen Anspruch auf Lieferung od Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. Westes Heimatblatt für Stabt unü Sejiek Üsfenburg stnreigenblatt mit anerkannt guter Werbewirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenburg. Zur Zeit ist dl» Anzeigenpreisliste Nr. 2 gültig. Druck u. Verlag A. Reiff & Cie-, Buchdruckerei. Otfenburg/Baden Geschäftsstelle: Offenburg, KomstraBe 10. Fernsprecher: Offenburg Nr. 1537 2134 u 1377. Postschließfach Nr 133 Postscheckkonto: Karlsruhe Nr 136 01. Nummer 125 Montag, 13. August 1951 Ausgabe a 140. Jahrgang Sdilachtenlärm und Friedensmarsdi Höhepunkt der Weltjugendlestspiele — Eine Million Jugendliche marschierten auf Berlin. Mit einem achtstündigen Massenaufmarsch in Ostberlin über den in Marx-Engels- Platz umgetauften Lustgarten feierten am Sonntag die Teilnehmer der kommunistischen Weltjugendfestspiele den Höhepunkt der größten „Friedensdemonstration“ der Welt. Dieser achtstündige Propagandamarsch unter den Fahnen der kommunistisch beherrschten Länder, unter der überlebensgroßen Bildern der sogenannten „Weltfriedenskämpfer“ — an der Spitze Stalin — fand unter einem sommerlichen Augusthimmel statt. Er spannte sich wohl über das ganze Berlin, aber er sah zwei sehr verschiedene Teile dieser Viersektorenstadt. In den drei Sektoren Westberlins erlebten die Einwohner diesen Sonntag wie jeden anderen zuvor. Im sowjetisch besetzten Teil Berlins dröhnten vom frühen Morgen an die Marschtritte der heranziehenden Organisationen aus der Sowjetzone und den kommunistisch beherrschten Staaten Osteuropas. Die Sektorengrenzen schieden wieder einmal zwei Welten voneinander. Der immer stärker werdende Zug nach Westberlin riß auch am Sonntag trotz der Massendemonstration nicht ab. Berlins regierender Bürgermeister Ernst Reuter hatte schon am Samstagabend festgestellt, daß seit dem Pfingstmarsch der FDJ im vergangenen Jahr und diesen Demonstrationszügen ein „komischer Wandel“ eingetreten sei. „Damals der Marsch auf Berlin und diesmal die Angst vor dem freien Berlin.“ Am Sonntag trat auch deutlich in Erscheinung, daß mehr und mehr Marschierer keineswegs als „überzeugte Kämpfer“ für jene Propagandaparolen bezeichnet werden können, die suggestiv über Lautsprecher, Plakate und Sprechchöre an sie herangetragen wurden. Die kämpferische Note, die dieser Demonstrationszug am Sonntag tragen sollte, klang allerdings nur in den Märschen, in dem durch Feuerwerkskörper erzeugten Schlachtenlärm und den vielfachen durch Lautsprecher imitierten Hurra-Rufen an. Das Echo bei den rund eine Million Teilnehmern war schwach, auch wenn berücksichtigt wird, daß große körperliche Anstrengungen und das Uebermaß an Propaganda auf die vielen Jugendlichen aus dem sowjetisch besetzten Teil Deutschlands abstumpfend gewirkt haben mögen. Darauf ist es wahrscheinlich auch zurückzuführen, daß Tausende von Stalinbildern, die in den nicht abreißenden Zügen mitgetragen wurden, unmittelbar nach dem Vorbeimarsch auf dem Marx-Engels-Platz achtlos wie in einer Freigarage „abgestellt“ wurden. Die Bevölkerung Ostberiins nahm, soweit erkennbar, in ihrer großen Mehrzahl nicht aktiv an dem sonntäglichen Demonstrationszug teil. Zuschauer auf 1 Tokio. Der Presseoffizier des UNO-Haupt- quartiers. Brigadegeneral William Nuckols. erklärte nach der Sonntagssitzung der Waffen- stilljstandsdelegationen in Raesong: „Die heutige Sitzung kann als ermutigend angesehen werden, denn die Kommunisten sind zum ersten Mal bereit gewesen. Stellungen auf Karten einzuzeichnen, so daß man sie miteinander vergleichen kann“. Ihre „dogmatische und unbeugsame Maltung“ hätten die Kommunisten teilweise aufgeben. General Nuckols warnte jedoch vor verfrühtem Optimismus und betonte, daß noch kein wirklicher, greifbarer Fortschritt erzielt worden sei. Alles was geschehen sei. sei die Tatsache, daß die Kommunisten von ihrem starren Standpunkt abgingen, nur über den 38. Breitengrad als Demarkationslinie zu diskutieren. Die Kommunisten seien zwar nach wie vor für den 38. Breitengrad. Ihr Vprhandlungston habe sich indessen etwas gemäßigt. Der UNO-Delegierte. Admiral Joy. beschuldigte die Kommunisten in der Samstagsitzung in einer äußerst scharfen Erklärung, sie seien gar nicht nach Kae c ong gekommen, um den Krieg zu beenden Ihr Ziel sei vielmehr, einen „politischen Preis“ gegen eine zeitweilige Ruhepause für das geplagte koreanische Volk auszuhandeln S ; e traben rieh an dieser Konferenz nur beteiligt, um Forderungen zu stellen und nicht, um Lösungen auszuhandeln. Nach der dramatischen 21. Sitzung — fuhr der Straße Unter den Linden waren in erster Linie Volkspolizisten, FDJ-Gruppen und ausländische Besucher, stark überwiegend Sowjetrussen. Mag dies ein Symptom für die Art dieses „Festivals“ sein, dessen jiichtdeutsche Kennzeichen nicht nur das demonstrative Zusammenschlagen der Hände über dem Kopf und der Marsch unter den Bildern Stalins und seiner Gefolgsleute sind. Der Marsch in Ost- beriin ging am Sonntag zu Ende, ohne Ueber- raschungen oder Sensationen gebracht zu haben. Er zeigte lediglich erneut die Kluft, die zwischen einer diktatorisch gelenkten Machtgruppe und einer sich ohne Zwang für einen Frieden in Freiheit entscheidenden Welt besteht. Appell an die Sowjetzonenjugend Bonn. Der Staatssekretär im Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen, Franz Thedieck, forderte am Sonntag in einer Rund- Paris. Nach 24stündigen ununterbrochenen Verhandlungen hat Ministerpräsident Pleven (Demokratisch-sozialistische Widerstandsunion) in der Nacht zum Samstag das 15. französische Nachkriegskabinett gebildet das einen stärkeren konservativen Einschlag hat als- jede andere französische Regierung seit 1945. Die Sozialisten sind in der Regierung Pleven nicht vertreten, unterstützen sie jedoch. Dem Kabinett gehören Vertreter der Radikalsozialisten, der Volksrepublikaner (MRP), der nach rechts tentierenden Unabhängigen und der den Radikalsozialisten nahestehenden Demokratisch-Sozialistischen Widerstandsunion an. Im neuen Kabinett ist Robert Schuman (MRP), der Initiator des Montanunionplanes, wiederum Außenminister. Stellvertretende Ministerpräsidenten mit erweiterten Vollmachten zur Zusammenfassung der Verteidigungs- und Aufrüstungsfragen sind: Georges Bidault Blücher begründet seinen Entschluß - Bonn. Der deutsche Delegierte in der Ruhrbehörde, Vizekanzler Franz Blücher, stellte am Sonntagabend fest, daß die Bestimmungen der Ruhrbehörde geändert werden müßten. Er glaube nicht, sagte Blücher in einem Interview mit dem NWDR, daß die Ruhrbehörde ihre Aufgaben ohne eine grundsätzliche Aenderung Nuckols fort — habe Admiral Joy festgestellt, General Nam II habe die Tür vor dem Versuch, einen Fortschritt herbeizuführen, zugeschlagen, indem er darauf beharrte. ausschließlich übet- eine Pufferzone am 38. Breitengrad zu verhandeln. Nuckols wies darauf hin, daß Joy mit dieser Aeußerung den stärksten Angriff gegen die kommunistischen Unterhändler seit Beginn efer Verhandlungen gerichtet habe. Teheran. Der persische Finanzminister . Ali Varasteh teilte am Sonntag dem persischen Parlament mit, daß Persien sich in Finanzschwierigkeiten befindet. Die Regierung, sagte er, sei außerstande, ihr jährliches^ Steueraufkommen zu berechnen, da ihre Einkünfte aus dem Oelhandel aufgehört hätten. Das Parlament nahm darauf eine provisorische Ermächtigung für die Regierung an, die Kosten für die Verwaltung des Landes zu zahlen. Hierin sind auch die Gehälter und Ausgaben der staatlichen Angestellten und Beamten enthalten Der Generalsekretär der persischen Oel- kommission, Hussein Makki, der von Abadan nach Teheran zurückgekehrt ist, behauptete funkansprache die Jugend der Sowjetzonenrepublik auf. sich den kritischen Blick gegenüber dem Bolschewismus und gegenüber der Politik in der Sowjetzone zu bewahren. Den FDJ-Mitgli'edem. die bisher noch geglaubt hätten, einer deutschen Jugendorganisation anzugehören, müsse bei den kommunistischen .Jugendfestspielen in Berlin der Schleier von den Augen gefallen sein. Es sei klar, daß sie nichts anderes mehr sein sollten, als die deutschen Komsomolzen, die bedingungslos zu gehorchen hätten. „Ihr sollt aber innerhalb der FDJ die Kräfte stärken“, so hob Thedieck hervor, „die innerlich kompromißlos gegen den Bolschewismus stehen.“ Die jungen Menschen sollten den Aufenthalt in Berlin benutzen, um sich innerlich frei zu machen von der Unwahrhaftigkeit, der Verhetzung und dem Haß, mit dem man sie angefüllt habe. „Glaubt es, daß wir alle in der Bundesrepublik nichts sehnlicher wünschen, als einen Frieden, der endlich wieder Deutschland freimacht und uns alle zusammenführt.“ (MPR) und Rene Mayer (Radikalsozialfst). Bidault übernimmt das Verteidigungsministerium und Rene Mayer das Wirtschafts- und Finanzministerium. Die französische Nationalversammlung sprach der neuen Regierung am Samstagvormittag das Vertrauen aus. In einer Abstimmung, die als „technisches Vertrauensvotum“ angesehen wird, wurden 390 Stimmen für und 222 Stimmen gegen die Regierung abgegeben. Die Gaullisten und die Kommunisten hatten eine Aussprache über die Politik d“r Pleven-Regierung verlangt. Pleven forderte die Nationalversammlung auf, von dieser Aussprache abzusehen, und verband seinen Antrag mit der Vertrauensfrage. Die Koalitionsparteien einschließlich der Sozialisten stimmten für Pleven, . die Gaullisten und die Kommunisten stimmten gegen den Antrag. Auch ein Beitrag zur Verteidigung des Rührstatuts noch erfüllen könne. Blücher begründete in dem Interview seinen Entschluß, als deutscher Vertreter aus der Ruhrbehörde äuszu scheiden. Er wies darauf hin, daß er nur seinen persönlichen Austritt aus der Ruhrbehörde wünsche, und daß damit «die Bundesrepublik nicht ausscheide. Blücher hob hervor, daß das Statut als solches und nicht die Delegierten der Ruhrbehörde Schuld an der unglücklichen Entwicklung trage, da es unter gänzlich anderen politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen entstanden sei - Zum Verhältnis zu den Alliierten sagte Blücher, es werde die Tatsache nicht genügend überdacht, „daß wir die unmittelbaren Nachbarn der Sowjets sind“ Alles, was die Bundesrepublik tue. ury das schwere Probern der fehlenden agrarischen Grundlage und die Eingliederung der politischen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen zu lösen, sei „sicherlich ein ebenso großer Beitrag zur Verteidigung wie so manches, was anderswo geschieht“. Er wolle damit nicht die Leistungen der anderen verkleinern, sondern nur sagen, daß alle diese Dinge den gleichen Rang haben. vor dem Parlament, die Anglo-Iranische Oel- gesellschaft habe absichtlich Armut und Krankheit in Südpersien gefördert, um billige Arbeitskräfte zu erhalten. „Wir sind entschlossen, dem ein Ende zu setzen.“ Bei den britisch-persischen Verhandlungen über eine Beilegung des Erdölkonflikts ist nach einer Aeußerung des persischen Erziehungs- ministeis Sanjabt vom Sarqstag grundsätzliche Verständigung erreicht worden. Sanjabi erklärte nach der Samstagsitzung der beiden Delegationen: „Wir haben in allgemeinen Fragen eine Verständigung e, reicht. Auf der nächsten Zusammenkunft werden wir über bestimmte Vorschläge • beraten können.“ Europas doppeltes Gesicht Von Ortega y G a s s e t Es« war ein Hauptfehler zu denken, daß Europa eine recht utopische Figur sei, die sich vielleicht in der Zukunft verwirklichen ließe. Nein: F»ropa ist nicht nur (sogar vorzüglich) etwas Zukünftiges, sondern vielmehr etwas, das einfach da ist seit einer weiten Vergangenheit, ja etwas, das 'schon vor den Nationen bestand, die sich heute so scharf abzeichnen. Was jetzt vielleicht nötig wird, wäre: dieser schon sehr alten Wirklichkeit eine neue Form zu geben. Weit entfernt, daß die europäische Einheit nur ein politisches Programm wäre — für die unmittelbare Zukunft ist sie sogar das einzig methodische Prinzip, um die Vergangenheit des Westens und hauptsächlich den mittelalterlichen Menschen zu verstehen, den wir den „gotischer. Menschen“ nennen wollen, obwohl wir wissen, daß wir damit alle leiben. Walter Zeller gewann das mit Spannung erwartete Duell In der Halbliterklasse. Herbert Klein wurde bei den deutschen Schwimmeisterschaften wiederum Doppelmeister. Hitzinger schlug den Titelverteidiger Werner Ditzinger in der 100-m-Kraul- streefce .—- ..-. Berlins Boxer Conny- Rux errang in Köln eihäft eindrucksvollen Punktsieg gegen den italienischen Halbschwergewichtsmeister Tontini, Jahrhunderte und Lebensformen dieses Zeitalters einer Kontraktion unterwerfen. Dieses Prinzip zeigt uns. daß die Lebensstruktur und die Seele des gotischen Menschen auf dem sehr eigenartigen Umstand beruhen, daß die neuen Völker, deren geistige Veranlagung noch zart und elementar war, sich vor die Notwendigkeit gestellt sahen, ein doppeltes Leben zu führen. Auf der einen Seite lebten sie. sowohl der Feudalherr wie der Bauer auf seinem Boden, auf der Scholle innerhalb eines sehr engen Horizontes. Das war . der dichteste und innerste Teil, der am meisten seinen geistigen Fähigkeiten angepaßt war. Auf der anderen Seite fühlten sie. daß sie einem weiten historischen Raume angehörten, der das ganze Abendland umfaßte, von dem viele Prinzipien. Normen, Arten der Technik und der Wissenschaften, Fabeln und Bilder kamen, kurz, der übriggebliebene Organismus der römischen Kultur. Dieses andere Leben war. wie es auch nicht anders sein konnte, etwas Dunkles, das dem spontanen, unmittelbaren Leben überlagert war Die Kultur des Römischen Reiches war ein Spätprodukt einer sehr alten Kultur, die schön in ihren letzten Stunden lebte und deshalb etwa- Abstraktes, Kompliziertes und in vielen Ordnungen (wie in der Verwaltung und in der Gesetzgebung) von überaus zarter Feinheit war. Dieses ganze System des schön Vorhandenen fiel, wie von außen, über jene Menschen her: sie nahmen es in sich auf und versuchten, ihr Leben in jenen .großen Bereich einzubauen. Aber sie verstanden ihn nicht gut. und er blieb ihnen immer etwas fern, wie etwas Erhabenes und Transzendentes. Der mittelalterliche Mensch befand sich also vor zwei verschiedenen Möglichkeiten der Lebensformen, die sich ihm wie zwei verschiedene Flußbette für die Existenz anboteri. Einerseits bestanden sie aus den überkommenen, alten Gebräuchen seines Stammes, andererseits aus den griechisch-römischen Lebensformen mit ihrem formellen Charakter der Mustergültigkeit, die für ihn aber einen abstrakten, wenig verständlichen Inhalt hatten. Wollen wir das nicht vergessen: wir. dürfen nicht einfach dogmatisch und . ohne Zögern behaupten, daß die bedeutendste Tatsache der Weltgeschichte (wenigstens soweit es den Menschen betrifft), das Römische Reich gewesen sei; wohl aber dürfen wir behaupten, daß es fraglos dessen enormes und hartnäckiges Prestige und Ansehen gewesen ist Dieses letztere ist entscheidend, damit .wir .uns später eine klar umrissene Vorstellung von einer Nation bilden und, noch allgemeiner, die Geschichte und das Wesen der europäischen Völker verstehen können. Denn es geschah, daß jene Völker sich vom Beginn ihrer Bildung an gezwungen sahen, sich einem fremden und Neue Hoffnungen in Kaesong Kommunisten von ihrem Standpunkt abgewichen — Scharfe Erklärung Joys Vertrauen für Pleven-Regierung Bidault übernimmt Verteidigungsministerium Ruhrstatut muß geändert werden Persien in Finanzschwierigkeiten Fortschritt in den Verhandlungen über Beilegung des Olkonflikts Montag, IS. August 1951 Volkspolizei keine Militärformation Grotewohl und Ulbricht wiederholten in einer Pressekonferenz ihie Propagandaangriffe gegen die Bundesregierung undurchsichtigen System zu unterwerfen, das sich ihnen aber als eine höhere mustergültige Lebensform bot. Innerhalb ihrer traditionellen, elementaren Gebräuche lebten sie ihr tägliches Leben, das sich mechanisch abwickelte. Aber wenn sie sich vor die Fragwürdigkeit ihres eigenen Lebens gestellt sahen und, statt nach dieser Sitte zu leben, leben wollten, „wie es sein sollte“, dann gehorchten sie mit einer rührenden Ungeschicklichkeit jenen Prinzipien, die ihnen fremd waren und die ihnen von außen her auferlegt wurden — nur um sich jenen Normen zu unterwerfen, um jene Bilder zu leben, um sich an die Seite Alexanders, Catos und Virgils zu stellen. Das müssen wir uns vor Augen halten, denn darin ist das Geheimnis der Nation begriffen — wenn wir nicht irgendeine Form eines Zusammenschlusses von Menschen als „Nation“ bezeichnen wollen, was nur dazu führ«, würde, daß wir diesen Begriff seines inneren Wertes entkleiden würden. Berlin. Zum ersten Male seit Bildung der Sowjetzonenregierung stellte sich der SED- Generalsekretär und stellvertretende Ministerpräsident der Sowjetzone, Walter Ulbricht, am Samstag auf einer Pressekonferenz anläßlich der kommunistischen Weltjugendfestspiele der Presse vor. Auch Ministerpräsident Otto Grotewohl war zum ersten Mal seit seiner im Frühjahr 1950 veranstalteten Pressekonferenz erschienen. Die beiden Sowjetzonenpolitiker wiederholten im wesentlichen ihre Propagandaangriffe gegen die Bundesregierung und die drei Westmächte. In. diesem Zusammenhang lehnte Ulbricht es für die Sowjetzonenregierung ab, Bundeskanzler Dr. Adenauer nochmals ein gesamtdeutsches Gespräch vorzuschlagen. Solche Verhandlungen seien nicht mehr nötig, da friedliebende Menschen im Bundesgebiet die Führung der politischen Geschicke ln ihre Hände nehmen würden. Die „Friedenskämpfer“ in der Bundesrepublik wüßten schon, wie der von der Sowjetzonenregierung propagierte „aktiv- 'Widerstand“ geführt werden müsse. Ministerpräsident Grotewohl unterstrich ausdrücklich den nichtmllitärischen Charakter der Volkspolizei, die sich zu 90 Prozent aus Arbeitern zusammensetze. Grotewohl betonte: „Die Einheit Deutschlands kann sich nicht unter den Bedingungen vollziehen, die gegenwärtig in Westdeutschland bestehen“. Er sei fest davon überzeugt, daß auch die Deutschen im Bundesgebiet einsehen würden, daß der „Aufbau ohne Kapitalisten“ wünschenswert sei. „Wundergewehr" verblüffte London. Shinweils „Wundergewehr“ das em Freitag vor 350 britischen und ausländischen Offizieren vorgeführt wurde, verblüffte mit einer Leistung von 84 Schuß in der Minute. Seine Geschosse durchdrangen noch auf 550 Meter Entfernung Stahlhelme, und nach einem künstlichen „Sandsturm“ in einer Sandkammer war das Gewehr genau so schußbereit wie nach einem Waffenappell. Die britische Konstruktion, die das schwerere und veraltete Enfield-Gewehr ablösen soll, ist eine Kreuzung zwischen Gewehr und Maschinenpistole. Das zwanzigschüssige Sieben-Millimeter-Ge- wehr liegt zur Zeit im Wettbewerb mit amerikanischen Konstruktionen, die noch leichter sein sollen, aber ein etwas größeres Kaliber haben. Verteidigungsminister Shinwell möchte es zur Nato-Einheitswaffe machen. Ob aber überhaupt eine Standardwaffe und eine Standardmunition bei allen Atlantikpakt-Armeen eingeführt werden sollen, wird erst der Atlantikrat entscheiden. Staatssekretär von seiner Frau erschossen Ruhrbehörde wiederholt Beschluß Audi im vierten Quartal 6,2 Millionen Tonnen Kohlenexport — Bonn bedauert Düsseldorf. Die internationale Ruhrbehörde hat am Samstag die deutsche Kohlenexportquote für das vierte Quartal 1951 erneut gegen die Stimmen der deutschen Delegation auf 6,2 Millionen Tonnen festgesetzt. Die Bundesregierung hatte 5,2 Millionen Tonnen ange- boten. In einer offiziellen Presseverlautbarung erklärte die Ruhrbehörde, daß dieser Beschluß ein „neues Opfer der Importländer“ bedeute, deren Kohlebedarf um 75 Prozent höher sei als der deutsche. Trotz dieser Exportquote könne die Bundesrepublik in diesem Jahr acht Millionen Tonnen Kohle mehr verbrauchen als 1950. Demgegenüber bekämen die Einfuhrländer 3,7 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Der stellvertretende deutsche Delegierte, Dr. Heinz Potthoff, nannte das Ergebnis der Sitzung „enttäuschend“. Die deutsche Delegation habe vergeblich mit einer Lockerung der bisherigen Haltung der Ruhrbehörde gerechnet, Durch diesen Beschluß ist, wie Dr. Potthoff sagte, für die deutsche Wirtschaft ein nicht gedeckter Bedarf von 4,2 Millionen Tonnen entstanden. Die Grundlage dieser Berechnung sei aber unsicher, weil das Bundeswirtschaftsministerium nach den Angaben der deutschen Kohlenbergbauleitung eine Tagesförderung von 407 000 Tonnen, zugrunde gelegt habe, während die wirkliche Tagesförderung höchstens 370 000 Tonnen betrage. Hinzu komme, daß Bonner Stellen an der Möglichkeit zweifelten, drei I Millionen Tonnen aus Amerika einzuführen. Selbst wenn dies gelinge, sei immer noch ein deutscher Fehlbetrag von über einer Million Tonnen Kohle vorhanden. Die Höhe der von der Ruhrbehörde gegen die deutschen Stimmen beschlossenen Kohlenexportmenge für das vierte Quartal wird in Bonner Regierungskreisen lebhaft bedauert. Es wird erwartet, daß in dieser Woche noch im einzelnen geprüft wird, ob und welche Schritte die Bundesregierung gegen diese Entscheidung unternehmen soll. Ein Revisionsantrag wird frü zwecklos gehalten, weil die Ruhrbehörde keine echte Revisionsinstanz kennt. Nachdem ein deutscher Antrag auf Senkung des Kohlenexports für das dritte Vierteljahr bereits abgelehnt worden war, hat die Ruhrbehörde am Samstag zum zweiten Mal -'.merhalb kur zer Zeit gegen den deutschen Wunsch und die deutschen Stimmen entschieden. Leidtragender ist der kleine Mann Schumadier zu dem Besdiluß der Ruht Behörde Bonn. Der Beschluß der Ruhrbehörde, die deutsche Kohlenexportequote von 6,2 Millionen Tonnen aufrechtzuerhalten, ist schädlich und unerträglich, sagte am Sonntag der SPD-Vor- sitzende Dr. Schumacher' in einem Interview mit dem Nordwestdeutschen Rundfunk. „Der Widerstand der nationalen Selbsterhaltung und der internationalen Vernunft gegenüber dem primitiven Egoismus der anderen ist das Gebot der Stunde. Sonst profitiert Sowjetrußland“. Die unnachgiebigsten Widersacher beim deutschen Kohlenexport seien Frankreich, Holland und Luxemburg, also die kommenden Partner des Schumanplans.- „Jetzt, wo die Keine Ermäßigung der Besatzungskosten Bund ist nicht zahlungsunwillig, sondern zahlungsunfähig — Alliierte müssen Verwaltungsausgaben drosseln Bonn. Bundesfinanzminister Schäffer hatte mit den Finanzexperten der Alliierten vereinbart, über den Gang der Verhandlungen auf dem Peterstoerg Stillschweigen zu wahren. Trotzdem sah sich Schäffer genötigt, zu einigen alliierten Aeußerungen, die inzwischen durch die Weltpresse gegangen sind, Stellung zu nehmen. Der Bundesfinanzminister stellte zunächst vor allem fest, daß das von ihm vorgetragene Zahlenmaterial über die deutsche Finanzlage von den alliierten Experten nicht bestritten werden konnte. Sein Ziel bei den Besprechungen sei gewesen, die augenblicklichen Schwierigkeiten, die nur Uebergangscharakter hätten, aus dem Wege zu räumen, um die Endbesprechungen über den späteren deutschen Sicherheitsbeitrag zu erleichtern. Wenn die Bundesrepublik gegen die Forderungen der ‘Alliierten Einwände erhebe, so geschehe dies nicht, weil sie zahlungsunwillig, sondern weil sie zahlungsunfähig sei. Außerdem würde im Ausland, so sagte der Minister viel zu wenig berücksichtigt daß der Bund an Aufwendungen für Berlin und für 9,1 Millionen Heimatvertriebenen sowie für Besatzungskosten in der bisherigen Größenordnung bereits zwischen 13 und 14 Milliarden D-Mark aufbringe, damit bereits mehr als 10 Prozent seines Bruttosozialproduktes für die innere und äußere Sicherheit verwende und <50 die international gültige Leistungsgrenze für solche Zwecke erreicht habe. Ihm sei, so betonte Schäffer weiter, gänzlich unverständlich, wie von alliierter Seite, angesichts dieses Zahlenbildes und angesichts einer leeren Kasse von der Priorität der Besatzungskosten gesprochen werden könne. Für jeden rechtlich und politisch gesunddenkenden Menschen sei es unmöglich, den Aufwand für Besatzungskosten voll und den Aufwand für Sozialver- pflichtunaen nicht voll zu »eisten. Von alliierter Seite war geäußert worden, daß die Bundesrepublik nicht in das atlantische Verteidigungssystem eingegliedert werden könne, wenn sie die Besatzungskosten nicht voll bezahle. Diese Aeußerung wertete der Minister als eine „private Entgleisung.“ Die Eingliederung eines Staates in ein Verteidigungssystem könne niemals abhängig gemacht werden von seiner finanziellen Leistungsfähig- Eine andere alliierte Verlautbarung beschäf- fceitc tigte sich mit der Lebenshaltung des deutschen Volkes: Minister Schäffer wehrte sich entschieden dagegen, daß das deutsche Volk, von einer winzig kleinen Schicht abgesehen nur an eine eigene Existenz denke und dem Luxus ergeben sei. Der deutsche Vorkriegsstandard sei bei weitem noch nicht erreicht. Zur Abdeckung der von den Alliierten ge forderten Mehrbelastung waren verschiedene Maßnahmen steuerlicher Art vorgesdilagen worden. Diese Vorschläge beweisen nach den Worten des Ministers jedoch nur, daß die alliierten Experten mit der deutschen Situation nicht hinreichend vertraut sind. So sei zum Beispiel für eine Uebergewinnsteuer in Deutschland kein Spielraum vorhanden und die Verdoppelung der Gewinnsteuer erbringe Bestenfalls einen Betrag von 100 Millionen DM. Energisch wandte sich Schäffer gegen die Unterstellung, daß die Bundesregierung in sozialer Hinsicht zu weit gegangen sei. Auch diese Behauptung beweise nur, wie wenig (tos Ausland mit der schweren deutschen Situation sich vertraut gemacht habe. Bundesfinanzminister Fritz Schäffer unterrichtete am Sonntag auf dem Bürgenstock den Bundeskanzler über das Ergebnis der Verhandlungen über die Höhe der Besatzungskosten. Kohle Mangelware wird kennt man keine Gemeinsamkeit der Einschränkung, sondern befiehlt einseitige Einschränkung.“ Besonders hart werde im Bundesgebiet der kleine Mann ge troffen, dessen Arbeitsplatz durch die hohe Kohlenexportquote bedroht sei. Außerdem habe man auf alliierter Seite „kein Verständnis dafür, daß es kein Zeichen europäischer Gemeinschaftsgesinnung ist, wenn die kleinen Leute in Deutschland frieren, und zwar allein frieren.“ In den Haushalten anderer Länder, die von der Wegnahme der deutschen Kohle leben, betrage die Hausbrandversorgung 35 bis 40 Zentner. Die Kohlenkrise werde in der Bundesrepublik auf vielen anderen Gebieten Krisen und Zersetzung erzeugen. Aus diesem Dilemma könnten die Bergarbeiter nicht heraushelfen, denn sie hätten mehr als das ihre getan. Die Haltung der Ruhrbehörde bedeu tet den Zusammenbruch einer ganzen Politik“, betonte Schumacher bei einem, Vergleich zwi sehen Ruhrstatüt und Schumänplan. Hier sei eine eindeutige Belehrung gegeben, wie die Bundesrepublik voraussichtlich auch in der hohen Behörde des Schumanplanes majorisiert werde. Die Bundesregierung müsse als Konsequenz ihre „Periode des primitiven und leichtfertigen Optimismus“ beenden. Es müsse sich die Einsicht durchsetzen, „daß so eine Vertretung des deutschen Volkes überhaupt nicht möglich ist.“ Gleichzeitig mit dem Hinweis auf das verhängnisvolle Mitverschulden der offiziellen deutschen Regierungspolitik müsse die end gültige Umkehr' von diesem Weg gefordert werden. Damit sei. allerdings „der Egoismus der Alliierten nicht entschuldigt". . Neugliederung und Grundgesetz Stellungnahme zur Südweststaatnote Stuttgart. In Tübingen und Stuttgart wurden am Samstag die ersten kritischen Stellungnahmen zu der Südweststaatnote veröffentlicht, die die südbadische Regierung mit ihren Argumenten gegen die bevorstehende Südweststaatabstimmung an die Bundesregierung gerichtet hatte. Der Staatspräsident von Südwürt- temberg-Hohenzollern, Dr. Gebhard Müller, erklärte, daß das Neugliederungsgesetz für den Südwestraum ordnungsmäßig zustandegekommen sei. Alle obersten Instanzen des Bundes hätten festgestellt, daß es mit dem Grundgesetz in Einklang stehe. Die Bundesregierung sei keinesfalls berechtigt, die für den 16. September vorgesehene Volksabstimmung auszusetzen. Sie laute sonst Gefahr, daß die Länder bei anderen Gesetzen, die sie beanstanden, ebenfalls die Verwirklichung verweigern. Der stellvertretende württemberg-badische Ministerpräsident, Dr. Hermann Veit, sagte, seine Landesregierung werde „dem neuen Verschleppungs- mariöver bei der Bundesregierung entschieden entgegentreten und Durchführung des Gesetzes über die Neugliederung Südwestdeutschlands zum festgelegten Zeitpunkt verlangen“. „Constructa"-Bauausstellung beendet Hannover. Die 1260 in- und ausländischen Aussteller der am Sonntag beendeten „Con- structa“-Bauausstellung erklärten übereinstimmend, daß sie von dem Verkaufsgeschäft voll befriedigt sind. Wie die Messeleitung mitteilte, ist es ihr nicht möglich, genaue Angaben über die Höhe der Verkaufsabsdhlüsse zu geben, doch könne, mit Millionenbeträgen gerechnet werden. Die Messeleitung stellte fest, daß der Widerhall im In- und Ausland, den die Ausstellung gefunden hat. allgemein und ohne Einschränkung überwältigend günstig war. Vier Monate Gefänenis für von BoHimer Braunschweig. Wegen übler Nachrede und Beleidigung des Bundeskanzlers und der Bundesregierung verurteilte da» Landgericht den früheren Generalarbeitsführer Ulrich Freiherr von Bothmer zu vier Monaten Gefängnis. Der 62-Jährige hatte als Redner der Sozialistischen Reichspartei im November vergangenen Jahres in Königslutter bei Braunschweig erklärt, daß er jeden als einen Landesverräter bezeichnen müsse, der unter den jetzigen Umständen mit den Alliierten verhandele und deutsch Sß Blut anbiete. Ferner hatte von Bothmer behauptet, daß die Bundesregierung beim Einmarsch sowjetischer Truppen nach London Süchten wolle. Orleans. Der erst am Samstag zum französischen Staatssekretär für Leibeserziehung ernannte Radikalsozialist Chevallier wurde am Sonntagfrüh in Orleans ermordet. Chevallier, der seit 1945 Bürgermeister von Orleans ist, wurde am Samstag zum ersten Mal Mitglied der französischen Regierung, doch hat er im politischen Leben Frankreichs bereits seit 1944 eine bedeutende Rolle gespielt. Einzelheiten über die Umstände der Ermordung Chevalliers liegen noch nicht vor. Der Staatssekretär wurde durch fünf Revolverschüss» getötet, die von seiner Frau auf ihn • abgegeben wurden. Volkholz legt Partelämter nieder München. Der Buhdestagsabgeordnete der Bayernpartei, Ludwig Volkholz, teilte am Samstag mit, daß er mit Wirkung vom 10. August seine gesamten Funktionen in der Bayernpartei niedergelegt hat. Er werde sich vollkommen aus dem politischen Leben zurückziehen und später auch sein Abgeordnetenmandat der Partei zur Verfügung stellen. Der Aeltestenrat des bayrischen Landtags hatte Anfang des Monats ein Verfahren gegen Volkholz beschlossen, um herabwürdigende Aeußerungen über die Demokratie und führende Politiker zu untersuchen, die Volkholz in einer Rede am 8. Juli in Zwiesel gemacht haben soll. Adenauer spricht zur europäischen Jugend Bonn. Bundeskanzler Dr. Adenauer wird am 20. August die Regierungsgeschäfte wieder aufnehmen und nach mehrwöchiger Urlaubsunterbrechung wieder den Vorsitz -• des Bundeskabinetts führen. Der Bundeskanzler wird voraussichtlich seinen Erholungsort am 18. August verlassen und am gleichen Tag vor den auf der Lorelei versammelten Vertretern der europäischen Jugend sprechen. Amerikanischer Vorsprung muß eingeholt werden St Goarshausen. Der französische Delegierte im Europarat, Andre Philip, hob bei einer Ansprache an die europäische Jugend auf der Lorelei besonders die Notwendigkeit hervor, daß Europa den amerikanischen Vorsprung auf wirtschaftlichem Gebiet einholen müsse, um bestehen zu können. Dies müsse durch Rationalisierung der Produktior.smethode erreicht werden Andre Philip wies in seinem Vortrag über die notwendige Einigung Europas darauf hin, daß diese Einigung nicht nur aus wirtschaftlichen und sozialen, sondern auch aus innen- und außenpolitischen Erwägungen notwendig sei Der Friede müsse unbedingt erhalten werden Hierzu sei aber eine Europa-Armee erforderlich Eisenhower in der Bundesrepublik Fürstenfeldbruck. Der Oberkommandierende der Atlantikpakt-Streitkräfte, General D. Eisenhower, traf am Samstag zu einem neuntägigen Besuch in der Bundesrepublik auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck ein. Faruk verspielte 50 Millionen Francs Cannes. König Faruk von Aegypten erlitt in der Nacht zum Freitag im Palmbeach Kasino in Cannes riesige Spielverluste. Der König, der bis in die Vormittagsstunden Baccarat und Chemin de fer spielte, verlor 50 Millionen Francs (über 600 000 DM; während sein Vetter, Hussein Pascha, etwa 400 000 DM einbüßte. Die Spielbank teilte mit, der Verlust Faruks sei der höchste Verlust gewesen, den je ein einzelner Spieler erlitt. Die Bank steckte in der Nacht insgesamt 100 Millionen Francs Gewinne (über 1,2 Millionen DM) ein, ein Rekord in dqr diesjährigen Saison. Hauptgegner der beiden königlichen Spieler war der amerikanische Filmproduzent Darryl Zanuck. Deutsches Seglerehepaar verschwunden Miami (Florida). Das deutsche Ehepaar Bruno und Margit Paul aus Karlsruhe, das vor zwei Jahren in einem Neun-Meter-Schoner nach den USA aufbrach, ist kurz vor seinem Ziel in der Sfraße von Florida spurlos verschwunden. Ihr Schiff, die .Thalia“, war Mitte Juli manövrierunfähig in den Hafen von Guantanamo (Kuba) eingeschleppt worden. Die Pauls hatten die Takelage instandgesetzt und die Weiterreise nach Miami angetreten, wo sie am 29. Juli erwartet wurden. Seitdem hat man nichts mehr von ihnen gehört. Das Ehepaar war bereits im August 1949 von Deutschland aufgebrochen, mußte aber später lange Monate auf den Kanarischen Inseln bleiben, weil es kein Geld mehr hatte. Für die Atlantiküberquerung brauchten die Pauls 60 Tage. Von Miami wollten sie sich nach dem Staat Colorado begeben, wo Verwandte von ihnen leben Sie waren nicht die ersten, denen die Gewässer vor Florida und den Bahamas- Inseln zum Verhängnis geworden sind. Wetterbericht Ein neues, kräftiges atlantisches Tief zieht über die Nordsee nach Nordosten. Kalte Luft aus hohen Breiten fließt auf seiner Westseite in breiten Strömen nach Süden und wird tief in West- und Mitteleuropa eindringen. Aussichten bis Montagabend; Erneut aufkommende Unbeständigkeit und weiter sinkende Temperaturen. Wechselnde, meist starke Bewölkung und zeitweilige schauerartige Niederschläge, zum Teil mit Gewittern. Vorübergehend recht frische und böige Winde aus Südwest bis West. Montag, 13. August 1951 50 000 Zuschauer in Hockenheim In vier von sedis Rennen siegten deutsche Fahrer gegen die starken Ausländer — Walter Zeller gewann das Duell in der Halbliterklasse — Erbitterte Gefechte mit Weltmeister Oliver und dem Italiener Lorenzetti Zum 14. Male dröhnten am Sonntag auf dem Hockenheimring die Motoren. Erstmals nach dem Kriege sind bei diesem Rennen auch viele ausländische Spitzenfahrer aus 8 Nationen — der Australier Ken Cavanagh war nicht erschienen — am Start, unter anderem der zweifache Motorradweltmeister Eric Oli ver (England). Schon seit den frühen Morgenstunden kamen die Besucher in unzähligen Autos, Motorrädern, Fahrrädern und Sonderzügen nach Hockenheim. Als Rennleiter Christ die Fahrer der 125-ccm-Klasse auf die rund 100 km lange Reise schickte, herrschte sonniges Rennwetter. Rennbeginn mit deutschem Sieg Einen verheißungsvollen Auftakt nahm das Rennen mit dem Sieg des deutschen NSU- Fahrers Heinrich Dietrich (Frankfurt), der den vierten Lauf der deutschen Straßenmeisterschaft 1951 in der 125-ccm-Klasse vor seinem Markengefährten Otto Daiker (Stuttgart) und dem Ingolstadter DKW-Fahrer H. P. Müller beenden konnte. Der Kampf verlief vom Start weg überaus spannend, und schob nach fünf Runden hatte sich mit Dietrich, Daiker und Müller eine Spitzengruppe gebildet. Die drei an der Spitze liegenden Fabrikfahrer lösten sich ständig in der Führung ab, bis in der 11. Runde Dietrich in Front zog und einen sicheren Sieg mit der NSU-Fox herausfuhr. Die Zeit von 48:35.8 Min. — 123,9 km-std bedeutet einen neuen Klassenrekord. Moto-Guzzi verwies DRW auf die Plätze 20 Fahrer nahmen das Rennen der 250-ccm- Sol omaschinen auf. Unter ihnen der vorjährige TT-Sieger Tommy Wood. Geschlossen kamen die Fahrer vom Start und sofort setzten sich die beiden von Lorenzetti und Wood gesteuerten Guzzis an die Spitze des Feldes. Abwechselnd in Führung liegend, vergrößerten sie von Runde zu Runde ihren Vorsprung vor den deutschen Fahrern Thorn/Prikkler (Moto- Guzzi) und den DKW-Fabrikfahrern Müller, Wünsche, Kluge, sowie dem Vorjahresmeister Gablenz. Schließlich hatten die beiden Guzzi- Fahrer, mit Ausnahme von Thorn-Prikker, alle anderen Fahrer überrundet. Für den Sieger Lorenzetti, der in der vorletzten Runde an Wood vorbeizog, wurden 1:04,43,1 std gestoppt, während Wood das spannende Rennen in 1:04,43,6 beendete. Die schnellste Runde fuhr Tommy Wood (England) auf Moto-Guzzi mit 3:05,3 — 150,2 km-std. Vom Start zum Ziel Roland Schnell Das Rennen der 350-ccm-Solomaschinen über 154 km wurde vom Start bis zum Ziel von dem Karlsruher Roland Schnell auf Moto Parilla bestimmt. Hinter ihm kämpften die Engländer Petch und Wood um den zweiten Platz. Von der 10. Runde an gab es jedoch keinen Zweifel über den Endsieg mehr, denn mit mathematischer Sicherheit legte Schnell, der seinem Namen alle Ehre machte, die Runden zurück. Dabei vergrößerte er den Vorsprung zu den dahinter liegenden Engländern immer mehr. Schnells Vorsprung gegenüber' dem Engländer betrug im Ziel fast 25 Sekunden. Seine Zeit von 59:50.5 Min. bedeutete neue Saugmotoren- Klassenbestzeit.' Wiggerl Krauß schlug Weltmeister Oliver Das Rennen der Seitenwagen bis 500 ccm endete überraschend mit einem Sieg des letztjährigen deutschen Meisters Wiggerl Krauß auf BMW über den zweifachen englischen Weltmeister Eric Oliver. Der Engländer, mit seinem Beifahrer Lorenzo Dobelli, hatte einen ausgezeichneten Start und schob sich sofort vor Krauß/Huser. Beide Gespanne lieferten sich über 13 Runden einen spannenden Zweikampf. Bereits nach der 10. Runde hatten beide alle übrigen 20 Fahrer schon mindestens einmal überrundet. Auf den letzten Metern fiel die Entscheidung zu Gunsten von Krauß, der mit der neuen Bestzeit von 42:44.2 Min. das Rennen siegreich beendete. Schnellste Runde fuhr Oliver mit 3:12.9 M. — 144 km-std. Weltmeister Eric Oliver in der 750-ccm-Klasse in Front Unangefochten fuhr Weltmeister Eric Oliver in der Seitenwagenklasse mit seiner 500-ccm- Norton-Maschine einen vielumjubelten Sieg heraus. Erstmals wurde am Siegesmast die englische Nationalhymne gespielt. Im Gegensatz zum ersten Beiwagenrennen kam Oliver nicht so gut weg und mußte zunächst dem Bremerhavener BMW-Gespann Staschel Schick die Führung überlassen. Aber schon nach der ersten Runde kam der Engländer als erster an den Zieltribünen vorbei und vergrößerte dSnn seinen Vorsprung immer weiter. Um den zweiten Platz entbrannte ein scharfer Kampf zwischen ' Ebersberger (Nürnberg) auf BMW und Hillebrand (Amberg) ebenfalls auf BMW, den der Nürnberger schließlich vor dem Amberger erfolgreich gestalten konnte. Die schnellste Runde des Tages fuhr Oliver auf Norton mit 3:14,3 Min. —-143,2 std. Zellet üt det HalMiteMasse siefteuk Lorenzetti (Italien) ein harter Gegner — Georg Meier hatte Pech 16 Runden lang lieferte der Italiener Lorenzetti auf seiner Guzzie den BMW-Fahrern Zeller und Meier in der Halbliterklasse einen unerbittlichen Führungskampf, dann mußte er das Rennen aufgeben, denn seine Maschine, die sonst bei internationalen Rennen nicht mehr startet, könnte auf die Dauer das Tempo mit den deutschen Werkmaschinen nicht mithalten. So war Zellers Sieg nicht mehr gefährdet. Bereits in der zweiten Runde erreichte Meier 164,3 km-st. in der dritten Runde 170,5 km-st und in der sechsten Runde hatte er den bisher führenden Zelle? auf den zweit«! Platz verwiesen. Zu diesem Zeitpunkt waren schön einige der 28 Fahrer überrundet oder, wie Ex- Europameister Heiner Fleischmann und sein NSU-Markengefährte von Wödte. ausgeschieden. Dahinter lieferten sich Petch. Schön und der Engländer Neath ein nicht minder interessanten Kampf bis Schön nach der zehnten Runde zurückfiel. In der achten Runde erreichte Zeller 170,7 km-st. Nach der zwölften Runde mußte Georg Meier wegen Kupplungsschaden kurz an die Boxen. Er verlor dadurch wertvollen Boden, aber nicht seinen dritten Platz. Vier Runden vor Beendigung des Rennens kam Walter Zeller allein an Start und Ziel vorbei, während sein größter Rivale, der Italiener Lorenzetti, wegen Motorschadens das Rennen aufgeben mußte. Hinter Walter Zeller beendete der Engländer Roland Pike auf Norton als zweiter das Rennen vor dem überrundeten Georg Meier, der in den letzten zwei Runden sein Tempo abbremsen mußte, da die Kupplung rutschte. Die Ergebnisse in den einzelnen Klassen: bis 125 ccm: 1. Dietrich (Frankfurt) NSU-Fox 48:35:8 Minuten 123.9 km-st. 2. Daiker (Stuttgart) NSU-Fox 123,4 km-st. 3. H. P. Müller (Ingolstadt) DKW 123.4 km-st. Bis 250 ccm; 1. Lorenzetti (Italien) Guzzi 1:04:43,1 Stunden, 143.2 km-st. 2. Wood (England) Guzzi 143,2 km-st. 3. Thom-Prikker (Godesberg) Guzzi 138,0 km-st. 4. H. P. Müller (Ingolstadt) DKW. 5. Wünsche (Ingolstadt) DKW. 6 Kluge (Ingolstadt) DKW. 7.- Lottes (Marburg) DKW. 8 . Stein (Schotten) NSU. Bis 350 ccm: 1. Schnell (Karlsruhe) Moto Parilla 59:50,5 Stunden, 154,9 km-st. 2. Petch Beselin yemm das Heueueiuael Nancy Bolton erfolgreichste Dame in Düsseldorf Das Endspiel im Herreneinzel bei den internationalen Tennismeisterschaften in Düsseldorf zwischen den beiden jungen Schweden L- Bergelin und S. Davidsson holte sich nach fünf hart umkämpften Sätzen Bergelin mit 4:6, 6:3, 4:6, 6:4, 7:5. Beide Spieler, die sich jahrelang kennen und in ihrem Heimatland ln einem Klub spielen, gaben sich nichts nach. Während Bergelin durch seine raffiniert geschnittenen Netzbälle und eine sehr starke Rückhand auffiel, spielte Davidsson „mit Köpfchen“. Ihm kam zugute, daß er sich seit Jahren durch Fußballtraining eine gute Lauftechnik angeeignet hatte, die es ihm ermöglicht, die scheinbar aussichtslosesten Bä'le zu erlaufen. Der von Gramm-Schüler Bergelin zeigte am Schluß die bessere Routine und tiegte verdient. Dritter Titelgewinn für Nancy Bolton Erfolgreichste Dame bei den Tennismeisterschaften war die Australierin Nancy Bolton. Nachdem sie sich bereits am Samstag zusammen mit ihrer Landsmännin C. Procter den Titel im Damendoppel und am Sonntagmittag die Meisterschaft im Dameneinzel geholt hatte, sicherte sie sich zusammen mit dem Franzosen Jean Borotra auch noch den dritten Titel. Im Endspiel des gemischten Doppels gelang dieser gemischten Kombination ein leichter 6:0, 6:3-Sieg über die deutsch-österreichische Mannschaft v. Ladiges/Huber. v. Ladiges/Hu- ber hatten nie eine Chance. Das Siegerpaar Der richtige Tip West-Süd-Block: 1012212112112 1. Bayern-Toto. Zwölfertip: 011 — lllli 1 >22. — Internationale Zehn: 012222212 0 12 . Nord-Block: 112211,012 2. glänzte durch technische Finessen, war am Netz überlegen und zeigte ein vorzügliches Grundlinienspiel. Nielsen-Ulrich Doppelmeister Sieger im Herrendoppel wurde das dänische Davis-Pokalpaar Kurt Nielsen-Torsten Ulrich durch einen schwer erkämpften 3:6. 6:4, 5:7, 6:3. 6:4-Sieg über die deutsche Vertretung Gottfried von Gramm-Rolf Göpfert. Bei den internationalen Tennismeisterschaften wanderten damit sämtliche Titel ins Ausland. (England) AJS 153,9 km-st. 3. Wood (England) Velocette 153,9 km-st. 4. Knees (Braunschweig) AJS. 5. Matthews (Irland) Velocette. 6 . Robert Zeller (Offenbach) AJS. Seitenwagen 500 ccm: 1 . Kraus-Huser (München) BMW 42:44,2 Minuten 140,9 km-st. 2. Oliver-Dobelli (England) Norton 140,9 km-st. 3. Noll-Cron (Kirchhain) BMW 127 km-st. 4. Vogel-Wiegand (Oesterreich) Norton. 5. Wille- Haase (Neustadt/Weinstraße) BMW. 6 . Schmid- Kölle (Sindelfingen). Seitenwagen bis 750 ccm: 1. Oliver-Dobelli (England) Norton 42:41,8 Minuten, 141.1 km-st. 2. Ebersberger-Strauß (Nürnberg) BMW 138,1 km-st. 3. Hillebrandt-Barth (Amberg) BMW 138,0 km-st. 4. Koch-Flach (München) BMW. 5. Seppenhauser-Wenshof er (München) BMW. 6 . Schäfer-Schmalzgruber (München) BMW. Bis 500 ccm: 1. Zeller (Hammerau) BMW, 55:40,9 - 166.6 km-std; 2. R. "ike (England) Norton; 3 G. Meier (München) BMW; 4. Oliver (England), Norton. So spielten sie . „ VfB Oldenburg — Werder Bremer. 0:2; Eimsbüttel — 1. FC Basel 2:0; FC St. Pauli — Bremer SV 2:3; VfB Lübeck — Phönix Lübeck 2:0; Borussia Dortmund — VfB Mühlburg 3:2; TuS Iserlohn — Grashoppers Zürich 0:2; TSV Detmold — Viktoria Aschaffenburg 4:4; 1. FC Köln — FV Engers 7:0; Hessen-Kassel gegen Preußen Münster 6:0; EssenWest 81 — Bayer Leverkusen 3:2; Rheydter SV .— VfL Osnabrück 3:4; Eintracht Gelsenkirchen — SpVgg Erkenschwick 3:1; Kickers Stuttgart — Adrriira W.en 2:4: BC Augsburg — 1. FC Kaiserslautern 1:8: SV Darmstadt 98 — FSV Frankfurt 3:2; Bayern München — Hamburger SV 3:2; Phönix Ludwigshafen — 1. FC Saarbrücken 0:2; TuS Neuendorf — Olympia Lille 5:2; Eintracht Trier — Vienna Wien 1:2; VfL Neckarau gegen VfB Neunkirchen 2:2; St. Gallen gegen SpVgg Fürth 0:2; Arminia Hannover — Bremen 60 4:3; Eimsbüttel — Rheydter SV 4:2; SG Eschweiler — Preußen Dellbrück 3:2; SC SÄiwenningen — Wacker 04 Berlin 1:1. VfR Schwenningen — Singen 04 1:0; SV Tübingen — Normannia Gmünd 3:1; Freiburger FC — 1844 Freiburg 6:0: SV Schopfheim gegen Nordstern Basel 2:7; SSV Reutlingen — Stuttgarter Kickers 1:5. VfB Kiel — Holstein Kiel 1:6; Hamborn 07 gegen VfL Osnabrück 2:1: VfR Mannheim gegen Waldhof Mannheim 0:2; Rot-Weiß. Essen gegen Olympia Lille 4:1; Bayer Leverkusen gegen Eintracht Kreuznach 2:0; TSG Vohwinkel — Preußen Münster 1:4; VfL Benrath gegen 1. FC Köln 1:3; Preußen Dellbrück gegen Olympique Charleroi 1:1: Offenburg — Wacker Berlin 4:3; SV Darmstadt — Vienna Wien 3:2; Preußen Münster/Haste komb. — Eintracht Osnabrück 1:6. Alemannia Aachen — ASV Durlach 1:0; Bonner FV — Meidericher SV 0:6: Sportfreunde Gladbeck — Eintracht Kreuznach 1:8; Arminia Bielefeld — Viktoria Aschaffenburg 1:3; Bor. M.-Gladbach — VfB Mühlburg 4:1; Ulm 46 — VfB Stuttgart 4'0: BSG Turbine Erfurt — Eintracht Frankfurt 1:3; SSV Reutlingen — Stuttgarter Kickers 1:5; Kickers Offenbach — Hamburger SV 6:1; Bayern Hof — FSV Frankfurt 4:1. Handball Hasses Winterbek — Polizei Hamburg 12:6; Bremer Auswahl — RSV Mülheim 5:12; Eintracht Hagen — TW Oeynhausen (Pokal) 12:11; VfB Lützel — SpVgg Bendorf 8:12. K fotiket Und HtaSfl-Huset SttafieMmeislet Der Stand der deutschen Motorradmeisterschaft Neuester Stand der deutschen Motorradmeisterschaft: 125 ccm: 1. H.P. Müller, Ingolstadt, DKW, 19 Punkte. 2. Heinrich Dietrich, Frankfurt, NSU, 9 Punkte. 3. K. Hoffmann, Frankfurt, Puch, 8 Punkte. 4. Rudi Felgenheier, Niederlahnstein, NSU. 6 Punkte. 5. Otto Daiker, Stuttgart, NSU, 6 Punkte. 6 . Karl Lottes, Marburg, DKW, 4 Punkte. Niederbühl badischer Handballmeister TV Niederbühl — TV Rot 14:8 (8:5) Im 'Rückspiel um die gesamtbadische Handballmeisterschaft gelang dem südbadischen Meister, TV Niederbühl, über den nordbadischen Meister, TV Rot, mit 14:8 Toren ein klarer Sieg. Bekanntlich hatte Niederbühl bereits das Vorspiel in Rot mit 15:7 Toren gewonnen. Vor rund 1500 Zuschauern lieferten sich beide Mannschaften einen ungewöhnlich schnellen und technisch auf hoher Stufe stehenden Kampf. Der Niederbühler Sturm brachte durch fortwährendes Rochieren die Hintermannschaft der Gäste in Verwirrung, so daß Tore unausbleiblich waren. Schiff (3), Ludwig Scha rei- (2), Roland Collet (2) und Helmut Kiefer erzielten bis zum Seitenwechsel 8 Tore, während den Gästen durch Benno Weiß und durch ihren besten Spieler Karl Thome nur 5 Treffer gelangen. Auch nach dem Seitenwechsel blieb Niederbühl dominierend und schossen in gleichen Abständen 4 weitere Tore. Doch kamen die Nordbadener durch einen energischen Zwischenspurt auf 12:7 heran, um den beiden restlichen Toren Niederbühls kurz vor Spielschluß noch einen 8 . Treffer entgegenzusetzen. HaUet Sief det,flöte* Teufet* BC Augsburg mit 8:1 Toren niedergekantert Aus nah und fern pilgerten die Fußballfans am Samstag ins BCA-Stadion, denn das Gastspiel der Walter-Elf war das Fußballereignis der Lechstadt. Nahezu 20 000 Zuschauer füllten das Stadionrund. Der Deutsche Fußballmeister trug das Ablöseapiel für den vom BCA zur Walter-Elf abgewanderten Verteidiger Ludwig aus. An dem Sieg der Gäste gab es nichts zu ändern. Beim BCA schoß Hampel einmal an die Latte und Schlump an den Pfosten. Der Sturm litt darunter, daß Schlump gegen Kohlmeyer Mühe hatte, sich zu behaupten. Immerhin sorgte der BCA eine Stunde lang für ein offenes Spiel, das die Zuschauer begeisterte. Hier zeigte die Meister-Elf ohne sich voll auszugeben, ihr spielerisches Repertoire. Fritz und Otmar Walter erzielten wiederholt Sonderapplaus. Otmar Walter eröffnete mit einem Alleingang in der 8 . Minute den Torreigen, zwei Tore von Fritz Walter (20. und 40. Minute) folgten, ehe Schlump in der 44. Minute den Ehrentreffer für den BCA mit einem Schrägschuß erzielte. Nach der Pause erhöhte Mahn durch ein Eigentor auf 1:4, ein „Solo“ von Fritz Walter brachte in der 72. Minute das 1:5. Otmar Waller (77. Minute). Wanger (80. Minute) und wieder Otmar Walter (87. Minute), der eine von Fritz Walter geschossene Ecke im Gewühl eindrückte, waren die weiteren Torschützen der Pfälzer Meister-Elf. TuS Neuendorf — Olympique Lille 5:2 (2:1) Unerwartet hoch setzte sich TuS Neuendörf vor 10 000 Zuschauern gegen die französische Profimannschaft Olympique Lille mit 5:2 (2:1) Toren durch. Bei den Franzosen, die mit Barrat antraten, fehlte nach dem Wechsel der nötige Zusammenhalt. Für Neuendorf schossen die Tore: Wart 2, Gauchei, Ahlbach und Miltz, für Lille: Jansen und Barrat. Borussia Dortmund — VfB Mühlburg 3:2 (2:1) Borussia Dortmund nahm auf eigenem Platz mit 3:2 (2:1) erfolgreich Revanche für die seinerzeit durch den VfB Mühlburg erlittene 0:3- Niederlage. Die Mühlburger hatten in der ersten Hälfte ein leichtes Uebergewicht. fielen jedoch nach dem Wechsel ab. Kunkel schoß die beiden Tore für Mühlburg. Für die Dortmunder Treffer zeichneten Schlebrowski, Flügel und Linneweber verantwortlich. 250 ccm: 1. Heinrich Thom-Prikker, Godesberg, Moto Guzzi, 26 Punkte; 2. Hermann Gablenz. Karlsruhe, Parilla. 12; 3. H. P. Müller, Ingolstadt. DKW, 10; 4. Ewald Kluge, Ingolstadt, DKW, 9; 5. S. Wünsche, Ingolstadt, DKW. 6 ; 6 . Fritz Kläger. Freiburg, NSU, und K. Lottes. Marburg, DKW, je 5 Punkte. 350 ccm: 1. Hans Baltisberger, Betzingen, AJS. 18; 2. Roland Schnell, Karlsruhe, Moto Parilla, 16; 3., 4. und 5. Fritz Kläger, Freiburg, AJS, Heinz Grösch, Frankfurt. AJS und Rudi Knees, Braunschweig, AJS. je 8 ; 6 . Robert Zeller, Offenbach, AJS, 5 Punkte. 500 ccm: 1. Walter Zeller. Hammerau. BMW, 26: 2. Georg Meier. BMW. 24; 3, Heiner Fleischmann, Amberg, NSU, 6 ; 4. Georg Eberiein, Katzwang, BMW. 5; 5. und 6 . Hans Baltisberger, Norton, und K. Rührschneck. Nürnberg auf Norton je 3 Punkte. Seitenwagen bis 500 ccm: 1. Krauß-Huser, München, BMW, 30; 2. Wilh. Noll- Fritz Cron, Kirchhain. BMW. 13; 3. Bemh. Lipp-Fritz Stragies. BMW. 10; 4. -Bruno Ziemer-Günter. Weitemeyer. Neuwied. NSU. 6 ; 5. Herrn. Böhm- Höller, Neckarsulm. NSU, 4; 6 . Otto Schmid- Otto Kölle. Sindelfingen, 4 Punkte. Seitenwagen 750 ccm: 1. Sepp Müller-Herrn. Huber, München, BMW, 15; 2. Thomas Seppenhauser-Jos. Wenshofer. München. BMW, 11; 3.. 4., 5. Franz Mohr-Günter Müller, Schwein- furt. BMW. Friedrich Stachel-Thom Schick, Bremerhaven. BMW. Friedr. Hilletrandt-Pre- torius. Amberg. BMW, je 10; 6 . Emst Ebers- berger-Herm. Strauß. Nürnberg, BMW, 9 P. Hohe Niederlage des Viremeisters Hessen Kassel — Preußen Münster 6:0 (1:0) Die hohe 0:6 (0:1) Niederlage des deutschen Vizemeisters Preußen Münster beim KSV Hessen Kassel war am Samstag die große Ueber- raschung. Der Sturm der Westfalen, die in bester Besetzung antraten, kam gegen die stabile und aufmerksame hessische Hintermannschaft nie zum Zuge, obwohl die Preußen das Spiel zeitweise ausgeglichen gestalten konnten. Bock eyöffnete in der sechsten Minute den Torreigen. Die weiteren Treffer für die Hessen erzielten Delle 2, Hellwig, Trott und Debski. Stuttgarter Kickers — Admira Wien 2:4 (0:2) 4>ie Stuttgarter Kickers unterlagen am Samstagabend vor 10 000 Zuschauern der Wiener Admira klar mit 2:4 Toren. Cejka und Richter hatten Admira bis zur Pause 2:0 in Front gebracht. Habitzl. der beste Spieler der Wiener, erhöhte nach Wiederanspiel auf 3:0, ehe Dreher das erste Kickerstor glückte. Kronenbitter und Doller erzielten die beiden anderen Tore. Massenstart der Kanalsrhwimmer Die 20 besten Langstreckenschwimmer der Welt, darunter als einziger deutscher Teilnehmer der Wiesbadener Emst Strobel, starteten in den frühen Morgenstunden des Montags zum zweiten internationalen Kanalschwimmen, das von der englischen Zeitung „Daily Mail“ ausgerichtet wird. Die Konkurrenten, 17 Schwimmer u. 3 Schwimmerinnen, wurden am Samstag mit der Yacht ..Ginasal.“ die die Schwimmer am Montag auch begleiten wird, von Dover nach Cap Griz Nez (Frankreich) übergesetzt Monlag, 13. Xugusl ISSl Rux trieb Tontini durch den Ring Szüzina ein wirklidier Herausforderer gegen Peter Müller — „Tiger" Jones schlug Grupe ko Der „Rheinische Hufschmied" Dieter Hucks boxte gegen Elandon unentschieden Im Müngersdorfer Stadion, wo nach dem Vorbild der Berliner Waldbühne mit Hilfe von Tribünenaufbauten eine weiträumige Boxarena errichtet worden war, errang Conny Rox einen eindrucksvollen Punktsieg über den italienischen Halbschwergewichtsmeister Tontini. Die Zuschauer waren begeistert von dem gut vorbereiteten Berliner, der sich bei seinem ersten Auftreten in der Domstadt im Sturm die Sympathien der Kölner eroberte und sich mit einer meisterlichen Leistung für. seinen bevorstehenden Titelkampf gegen Europameister Don Cockell bestens empfahl. Italiens Meister Tontini zeigte, wie schon bei seinem Kampf gegen Sachs in Berlin, daß er wirklick etwas vom Faustkampf versteht. Mit Geschick, Selbstvertrauen und beispielhaftem Einsatz wußte er dem Berliner zu begegnen und sich sogar in den ersten Runden leichte Vorteile zu verschaffen. Rux ließ sich aber durch mehrere Treffer 1 seines Gegners nicht beunruhigen, sondern bemühte sich, das Heft der Kampfführung ganz in seine Hand zu bekommen. In der 7. Runde war es soweit. Der Berliner hatte sich vollkommen auf die Art seines Gegners eingestellt, startete zum Angriff und durchschüttelte mit einigen pfeilschnellen Leberhaken den Italiener, der Tiefschlag zu reklamieren versuchte. Aber Ringrichter Pippow ließ sich in seinem Zählen nicht beirren. In den nächsten Runden landete Rux seine Angriffe variierend, mehrfach schwere Schläge auf den Magen von Tontini, dann an das Kinn, dann wieder auf die kurze Rippe. Er trieb den Italiener pausenlos durch den Ring und suchte einen endgültigen Kernschuß. Aber Tontini war wachsam und überließ dem Berliner nur einen Punktsieg, der allerdings deutlich genug ausfiel. Peter Müller wurde ausgepfiffen Das hätten die wenigsten erwartet, daß Szüzina dem Mittelgewichtsmeister Peter Müller ein solches Gefecht liefern würde. Der junge Bremer wurde seiner Aufgabe als Herausforderer in dieser freiwilligen Titelverteidigung mehr als gerecht. Sein vorwärtsdrängender Stil nahm Müller alle Möglichkeiten zur Entfaltung seines Könnens. Aergerlich über diesen unvermutet starken Widerstand des erstaunlich gut mithaltenden Bremers verstärkte der Meister von der 7. Runde an das Tempo und warf seine ganze physische Ueberlegenheit in den Kampf. Er verschaffte sich in den letzten Runden gegen den schwächer werdenden Szüzina leichte Vorteile. Das Publikum war von der Leistung Müllers enttäuscht und quittierte den Urteilsspruch Punktsieger Müller mit Pfiffen. Grupe ging gegen Jones k.o. Den einzigen k.o.-Sieg der Kölner Berufsboxveranstaltung erzielte „Tiger“ Jones gegen Richard Grupe (Hamburg). Den wirbelnden und doch so überlegten beidhändigen Schlägen von Jones hatte Grupe kaum etwas gleichwertiges entgegenzusetzen. Der Hamburger mußte in der 3. Runde viermal und in der 4. Runde dreimal zu Boden. Dann wurde er endgültig ausgezählt. Hudes und Elandon boxten unentschieden Der Hauptkampf der Berliner Boxveranstaltung am Freitag zwischen Dieter Hucks und dem Belgier Eli Elandon endete unentschieden. Hucks konnte seinen Gegner, der ihm technisch überlegen war, wohl einige Male erwischen, es fehlte ihm jedoch die Luft, um energisch nachzusetzen. Die besten Momente hatte Elandon in der fünften Runde, als er zweimal mit Körperserien durchkam. Er konnte seinen Gegner noch einmal in der neunten Runde anschlagen, aber durch geschickte Deckung entging Elandon weiteren harten Schlägen. Eine enttäuschende Leistung bot der deutsche Federgewichtsmeister Walter Demke, der den Kampf gegen den Kieler Emst Kohlsaat anfangs nicht ernst genug nahm, seinen Gegner in der 6, Runde zwar bis acht zu Boden schlagen konnte, aber gegen den tapferen und überraschend durchstehenden Gast schließlich einen kaum verdienten Punktsieg erhielt. Het6ed Rlei* wütde Jhwetmtisteo Hi1$iger entthronte Dihinger im 100-m-Kraulsdxwimmen Die letzten Entscheidungen der deutschen Schwimm- und Springmeisterschaften in Lüdenscheid wurden am Sonntagnachmittag vor 8000 Zuschauern mit der 100 m-Kraul-Mei- sterschaft (Herren) eingeleitet. Der Berliner Harry Hitzinger drückte vom Start an auf das Tempo, wendete als erster u«d gab die Führung bis ins Ziel nicht ab. Der im Ziel verschlechterte Titelverteidiger Ditzinger (Braunschweig) hatte das Pech, den neuen Meister auf der zweiten Bahn nicht zu sehen. Das Wasser war nach einem niedergegangenen Regenschauer durch Wind unruhig und behinderte die Schwimmer. Die Zeiten blieben daher hinter den Erwartungen zurück. Ergebnisse: 100 m-Kraul Männer: 1. Harry Hitzinger (Wasserratten Berlin) 1:01,2 Min., 2. Ditzinger (Eintracht Braunschweig) 1:02,3, 3. Kühnei (Bremerhaven 93) 1:03,1. Ueber 200 m-Brust holte sich Weltrekordmann Herbert Klein (München) wie erwartet seinen zweiten Titel. Mit seinem kräftigen Schmetterlingsstil siegte er unangefochten in 2:36,4 Min. vor dem dieselbe Schwimmart benutzenden Braunschweiger Klinge. Ergebnisse: 200 m-Brust Männer: 1. Herbert Klein (VFVS München) 2:36,4 Min. 2. Klinge (MTV Braunschweig) 2:48,1, 3. Deuer- lein (Rote Erde Hamm) 2:51,8. Die Entscheidung im 100 m-Rückenschwim- Offenburg schlug Wacker 04 Berlin Mit 4:3 (3:1) Toren gegen den Oberligisten in die neue Saison Der Berliner Oberliga-Club Wacker 04 gastierte auf seiner Süddeutschlandreise am Sonntag beim Offenburger FV. Die Wacker-Elf, von der man eigentlich mehr erwartete, lag bereits nach 20 Minuten durch Tore von Müller II und Kopp mit 2:0 im Hintertreffen. In der 30. Minute war es wiederum Kopp, der mit einer unhaltbaren Bombe für das 3:0 verantwortlich zeichnete. Dieser Spieler war überhaupt der agilste Stürmer in der, besonders vor dem Wechsel, quicklebendigen Offenburger Stürmerreihe. Erst kurz vor Halbzeitpfiff konnte der Oberligist im Anschluß an einen Eckball durch Kopfstoß den Anschlußtreffer erzielen. Nach dem Wechsel traten beide Mannschaften mit stark veränderter Aufstellung an. So alte Routiniers wie Kopp und Müller II hätte man nicht auswechseln sollen, denn es machte sich sofort bemerkbar, daß die Stürmerreihe an Durchschlagskraft verloren hatte. Eine Enttäuschung war Bittner, der wieder einmal zu sehr am Ball kleben blieb und so den Lauf der Kombinationen hemmte. Armbruster in der Läuferreihe war der überragende Mann auf dem Spielfelde. Seine Dienste als unermüdlicher Ballschlepper waren für den OFV- Sieg ebenso maßgebend wie sein gekonntes Abwehrspiel. Rabold war der Turm in der Schlackt, obwohl er als Stopper gegenüber seinem Vorgänger Pfeiffer es an Uebersicht noch vermissen lies. Die Umstellung der Gästemannschaft brachte etwas mehr Schwung, aber auch mehr Ruppigkeiten ins Spiel,, die sich teilweise wie im harten Punktekampf ausarteten. Die Offenburger spielten von diesem Zeitpunkt an zerfahren und ohne Zusammenhang. Die Gäste bekamen dadurch starken Auftrieb. Ihr Spiel lief nun im gepflegten Flachpaß von Mann zu Mann. An dem unerwartet aus dem Stand abgefeuerten Fernschuß des Gästehalbrechten war Schilli machtlos. Mitten in diese Drangperiode hinein platzte jedoch Offenburgs vierter Treffer. Bittner brauchte den Ball nur noch einzudrücken, ehe die auf Abseits reklamierte und stehengebliebene Hintermannschaft der Berliner noch eingreifen konnte. Aber noch einmal glückte dem Oberligisten der Anschlußtreffer, der aus einem Mißverständnis der OFV-Hintermannschaft resultierte. Die nun in klarer Absicht erfolgten Unsportlichkeiten der Gäste haben nickt dazu beigetragen, dem Berliner Sport Ehre einzulegen. Ein Spieler der Wacker-Elf, der sich besonders grob vergangen hatte, mußte vom Schiedsrichter vom Felde verwiesen werden. Man müßte annehmen können, daß besonders die Spieler aus den obersten deutschen Spielklassen das „fair play“ als Grundsatz beherzigen. Dem ist aber scheinbar nicht so, wie dieses Lehrspiel, das eher ein solches für den Oberligisten als für Offenburg war deutlick demonstrierte, th Die Handballklassen Im Bezirk Offenburg Der Handball-Bezirksfachausschuß hat in seinör letzten Sitzung im Benehmen mit den Vereinen folgende Klasseneinteilung vorgenommen: gegen Nußback II ausgefallen. Jugend-Vorspiel gegen Nußbach 0:2 Schutterwald I — Orschweier I 2:1: Schutterwald Jgd. — Sportclub Offenburg Jgd. 0:4. men (Männer) lag nur zwischen dem Titelverteidiger Henry Schuster und dem Bielefelder Kriesten. Der Berliner war technisch besser. Seine größere Erfahrung setzte sich durch. Ergebnisse: 100 m-Rücken Männer: 1. Henry Schuster (Poseidon, Berlin) 1:10,7 Min., 2. Kriesten (Bielefeld 02) 1:11,4, 3. Henschke (Ruhrort 09) 1:13,7. Das Turmspringen der Männer wurde durch starken Wind und Gewitterregen beeinträchtigt. Nach einer Zwangspause-verteidigte Günther Haase mit einer Serie hervorragender Sprünge seinen Titel erfolgreich und verwies den Spandauer Scheck wie bei den Europameisterschaften auf den zweiten Platz. Ergebnis: Turmspringen - Männer: 1. Günther Haase (Neptun Lüdenscheid) 169,99 Punkte. 2. Scheck (Spandau 04) 161,76. 3. Geyer (VFVS München) 155,92. Beim Kunstspringen der Frauen fehlte die Titelverteidigerin Paula Haase-Tatarek wegen Mangel an Training. Damit wurde der Weg der Meisterschaft für Susanne von Hartungen frei. Ergebnis Kunstspringen Frauen: 1. Susanne von Hartungen (VfL Gummersbach) 127,96 Punkte. 2. Lilo Schloßnagel (Bayern 07 München) 125,36. 3. Käthe Varga (München) 123,0. Auch in der 4X100 m-Kraul-Entscheidung für Herren konnte Eintracht Braunschweig den Vorjahrsmeister MTV Braunschweig ab- lösen. Die Eintracht-Mannschaft kam in der Besetzung Klapproth, Lehrke, Stöter, Ditzinger jedoch erst nach einem erbitterten Endkampf mit dem Hannoverschen SV zum Sieg. Beide Staffeln erreichten 4:21,0 Min., den dritten Platz holte Duisburg 98 in 4:23,5 Min. Ergebnisse: 4Xl00-m-Kraulstaffel für Herren: 1. u. Deutscher Meister; Eintracht Braun- sckweig: 2. Hannover SV 4:21,0 Min. 3. Duisburg 4:23,.5 Min. Ueber 4Xl00-m-Kraul für Damen vermoch- mochten die Schwimmsportfreunde Bonn in der Besetzung.' Herrsche!, Henze, Feßler, Hoß- dorf, Jakob, Aarendt in 5:09,5 Min. ihren Titel erfolgreich zu verteidigen. Ergebnisse: 4Xl00-m-Kraul für Damen: 1. und Deutscher Meister SSF Bonn 5:09,5 Min. 2. Düsseldorf 5:16,6. 3. SSC Berlin 5:21,5. Größter Sieg der deutschen Leichtathletik „Die beiden herrlichen Tage in Stockholm wurden zum größten Sieg, den die deutsche Leichtathletik seit ihrem Bestehen errungen hat“, sagte DLV-Präsident Dr. Max Danz (Kassel) bei der Ankunft der deutschen Ländermannshaft auf dem Flughafen Düsseldorf- Lohausen, wo Vertreter der Stadt Düsseldorf, des Westdeutschen Leichtathletikverbandes und zahlreiche Zuschauer sich zum Empfang eingefunden hatten. Am meisten imponiert« den Schweden die fast amerikanische Unbekümmertheit unserer Jungen, von denen der großartige Doppelsieger Herbert Schade (Barmer TV) und der junge Hindernisläufer Hel- muth Gude (Eßlingen) Beifallsstürme erweck- ten, wie sie das Stockholmer Stadion selten erlebt hat. Eine Kameradschaft, Kampfesmut und die intensive Trainingsarbeit schüfe» die Voraussetzungen für diesen von allen Schweden neidlos bewunderten Sieg. All« Athleten taten ihre Pflicht und bestätigte» ihre Düsseldorfer Leistungen, nur Lueg und Kluge fielen durch ihren taktisch unkluge» 1500-m-Lauf aus dem Rahmen. Bodenhagen (Wolfenbüttel) war übrigens verletzt, doch ein Glück im Unglück, daß Kruzycki (Hamburg eine Halsentzündung, Hesselmann (Dinslaken» aber einen Abzeß bekam, wodurch Schade und Müller eingesetzt werden mußten. Das schon* ste Erlebnis war der Augenblick, als die deutsche Flagge am Mast unter den Klängen de« Deutschlandliedes emporstieg. Tausende vo» Schweden sangen die deutsche Hymne mit. Viele nordländische Experten sind sich einig in der kühnen Prognose, daß Deutschland bei den Spielen in Helsinki, diejenige Nation mit den meisten Laufsiegen sein wird. Stockholm war ein großartiger Beitrag zur Völkerverständigung. Daneben gab Dr. Danz einig« wichtige Daten bekannt. Der Rückkampf Deutschland gegen Schweden wird wahrscheinlich am 14. und 15. September 1952 im Rheinstadion Düsseldorf stattfinden, wenn die Meisterschaften 1952 nach Berlin vergeben wer- den, was wahrscheinlich ist. Vom 7. bis 9. 11* 1951 wird eine Elitemannschaft von 10 Atme* ten zum Dank für die großzügige Aufnahm« beim Länderkampf noch einmal in Schweden starten. Im übrigen, sagte Df. Danz. solle der Sportverkehr zwischen Deutschland u. Schweden im nächsten Jahr noch stärker werden. Rottweiler Boxersie» über Offenburg Rottweil — Offenburg 14:6 Im Rahmen des 25jährigen Jubiläums der Rasenspieler von Baiersbronn standen sich die Boxstaffeln von Rottweil und Offenburg vor etwa 700 Zuschauern gegenüber. Schlagkraft und Wucht standen im Vordergrund, die rein .boxerische Linie wurde stark vermißt. Eine Ausnahme machten lediglich Armleder (Rottweil) und Lott (Offenburg) im Weltergewicht. Beide zeigten einen technisch sauberen Kampf, in dem Armleder durch sein« blitzschnell gestochenen Linken einen klare» Punktsieg errang. Die weiteren Ergebnisse: Jugendklasse: Papiergewicht: Hummel (Rottweil) besiegt Turi (Offenburg) nach Punkten; Bantam: Mast (O) besiegt Kolewa (R) nach Punkten; Feder: Wrobel (R) besiegt Jockerst (O) nach Punkten. Senioren: Bantam: Huber (R) — Kiefer (O) unentschieden; Leicht: Elter (R) wurde von Bodin (O) nach Punkten geschlagen; Halb- weiter: Wacher (R) schlug Schmidt (O) nach Punkten; Halbmittel: Nesper (R) schlug Tänzer (O) nach Punkten; Mittel: Pelikan (R) —- Fix (O) unentschieden; Halbschwer: Rupp m schlug Kucharczik (O) durch ko. (B) Faulegbach Pokalsieger in Achern Kombinierte Elf sdilug den VfR Adlern 3:1 (3:0) Das große Pokalturnier des VfR Ackern zum Wochenende bot trotz der Kürze nach der Sommersperre stellenweise vorzügliche Leistungen. In der Vorrunde der Herren setzte sich Fautenbach mit 3:0 gegen Oensbach durch und das tüchtige Waldulm warf die Reserve des Gastgebers mit 1:0 aus dem Rennen. Schließlich trotzte auch noch Lauf der Elf von Oberackern ein 0:0 ab und kam durch Los in die Zwischenrunde. Recht knapp war auch das Ergebnis der Reservisten von Kappelrodeck, die sich gegen die tapferen Sasba- cher gerade noch mit 1:0 durchsetzen konnten. In der Zwischenrunde überrannte Fautenbach den SV Lauf mit 4:0. Kappelrodeck hatte alle Mühe, um gegen Waldulm mit 2:1 Sieger zu bleiben. Das Endspiel Fautenbach — Kappelrodeck Res. brachte einen sehr guten Fußballsport, wobei sich schließlich die bessere Kondition und Spielübersicht Fautenbach« mit 2:0 durchsetzen und den Pokal erringe» konnte. Die weiteren Pokalpreise fielen an Kappelrodeck, Waldulm und Lauf, wobei besonders der dritte Platz Waldulms ein schöner Erfolg für diesen jungen Verein ist. Bei den Jugendmannschaften qualifizierten sich Fautenbach mit 3:0 gegen Oderacker», und Kappelrodeck mit 3:0 gegen Oensb. h in die Zwischenrunde. Die A-Jugend des VfR Ackern kam aufgrund ihres guten Decke -- spiels zu einem 0:0 gegen Bühlertal, doch brachte sie das bessere Eckenverhältnis (2:1) ins Endspiel. Der Kampf Kappelrodeck A-Jugend gegen Fautenbach A-Jugend endete mit 0:0 und Eckenverhältnis 1:1. Beim Losentscheid war Kappelrod^k der Glücklichere und zet ins Wolfach lieferte eine gute Partie ■ Wolfach I — Schwaben Augsburg 1:3 (0:1) Bezirksklasse Offenburg: Meissenheim, Offenburg, Altenheim, Ottenheim, Sulz, Seelbach, Reichenbach, Elgersweier, Ohlsbach, Nonnenweier. Kreisklasse, Staffel Offenburg-Kehl: Hofweier II, Schutterwald II, Altenheim II, Zunsweier. Marlen. Kork, Willstätt, Urioffen, Griesheim, Auenheim. Kreisklasse, Staffel Lahr: Sulz II, Schuttem II, Offenburg XI, Mietersheim, Schutterzell, Hugsweier, Lahr II, Zell a. H. Der Beginn der Rundenspiele wurde, soweit möglich, auf den 26. 8. 51 festgesetzt. -Is- SV Ebersweier I — SV Nußback I 2:4 (2:2) In diesem nur zeitweise packenden Freundschaftstreffen blieb schließlich der etwas mehr spielerfahrene Bezirksligist knapp Sieger, obwohl die Gastgeber zweimal in Führung lagen. Dazu kam vor allem noch, daß Ebersweier bei diesem Vergleichskampf sehr weit unter Form spielte, sonst hätte es vielleicht anders entschieden werden können. — Ebersweier II Auch im Wiederholungsspiel zeigten die Schwaben ein ausgezeichnetes Kombinationsspiel. Wolfachs Elf lieferte trotz der Niederlage eine gute Partie. Die Gäste hatten im Torhüter und Mittelläufer ihre besten Leute. Ihnen hat die Mannschaft den Sieg zu verdanken. Schon zu Beginn entwickelte sich ein spannendes und abwechslungsreiches Spiel, wobei der tadellose Gästetorwart immer wieder im Brennpunkt der Ereignisse stand. Auch auf der Gegenseite war des öfteren dicke Luft. Aus einer harmlosen Situation kamen die Gäste nach 10 Minuten zum 1. Tor. Nach dem Wechsel drängten die Gastgeber sichtlich auf eine Wendung, so daß sich die Geschehnisse immer mehr in der Hälfte der Schwaben abspielten. Trotzdem waren die Schwaben wiederum glücklicher und kamen nach einem schnellen Durchbruch zum 2. Tor, nachdem beim Gastgeber Haaser kurz zuvor einen Handelfmeter verschossen hatte. Schließlich blieb es Stopper Schneider Vorbehalten, durch schönen Flachschuß den Ehrentreffer zu erzielen. Aber 5 Minuten später war das Spiel endgültig entschieden, als der Gästelinksaußen die weit- aufgerückte Wolfacker Verteidigung überlief und zum 3. Tor einsandte. Villingen holte Schwarzwald-Pokal SpVgg: Trossingen — FC 08 Villingen 1:2 (0:0) Die vor einem Jahr begonnene Schwarzwald- Pokalrunde fand am Samstagabend im Schlußspiel der beiden Gruppensieger SpVgg Trossingen und FC 08 Villingen ihr Ende. Der südbadische Amateurligameister entschied das Spiel knapp mit 2:1 Toren für sich und wurde damit Schwarzwald-Pokalsieger. Die Tros- singer spielten zwar in der ersten Halbzeit eine leichte Ueberlegenheit heraus, aber ihr Sturm verstand nicht, einige klare Chancen zu verwerten. Endspiel ein. Auch das Endspiel der Jugendmannschaft brachte nur eine recht knappe Entscheidung zugunsten der Ackertäler, die zwar mit 0:0 gegen den VfR Ackern remisierten, dafür aber ein besseres Eckenverhältnis erzielt hatten, e. VfR Achern — Oberachern-Kappelrodeck 1:3 Im Hauptspiel des Sonntags zeigte die kombinierte Elf aus Oberachern und Kappeirodeck wenig Respekt vor ihrem Gegner aus der 1. Amateurliga. Durch große Spielfreudigkeit und besseres Verständnis hatten Santo (2) und Für- derer die Partie recht bald auf 3:0 für die Gäste gestellt. Während dieser Zeit lief das Spiel der Platzherren viel zu zerfahren und lustlos. Erst nach der Pause käm der VfR Ackern besser auf, ohne jedoch zu Erfolgen zu kommen, zumal sich der Kappelrodecker Torwart Klein in nahezu unschlagbarer Verfassung befand und die unglaublichsten Bälle meisterte. Lediglich einmal mußte er hinter sich greifen, als der spurtsdinelle Meier blitzschnell in der Mitte auftauchte und den Ehrentreffer für die Platzherren erzielte. e. Montag, 13. August 1951 axfovth* ßiöJvX _ ... — n i i i ajui» 11 1 ..l 1 .- 111 L IIH * L^L-JLUl -Jll W Zwetsdigenfest ein wahres Volksfest Nahezu Hunderttausend in Bühl Staatssekretär Dr. Sonnemann überbrachte frohe Botschaft — Staatspräsident Wohieb: „Baden kann nicht geteilt bleiben" Von unsem hb-Redaktionsmiialied Bühl. Als am Sonntagmittag, dem eigentlichen Tag der „Blauen Königin“, sich bei strah- lÄider Sonne und frischem Wind ein aus nahezu hundert Gruppen bestehender Fcst- zug durch die Straßen der überaus bunt und freundlich geschmückten Kreisstadt bewegte, hatte das Bühler Zwetsdigenfest einen Höhepunkt erreicht, wie man ihn sich so recht gewünscht hatte und wie er zu einem wahren Volksfest gehört. Das Zwetschgenfest hat sich auch in diesem Jahr wiederum als solches erwiesen. Nahezu 100 000 (!!) Besucher waren zusammengeströmt, um diesen Tag mitzuerleben und mitzufeiern. Der Festzug enthielt eine Fülle hervorragender, mit oft künstlerischer Fantasie gestaltete Gruppen und Wagen aus dem ganzen mittelbadischen Raum, die im einzelnen aufzuzählen unmöglich wäre. Sie haben alle ihr Bestes und das ^schönste gezeigt, was mit Liebe, Fleiß und Geist geschaffen werden kann. Besonders prachtvoll und mit Blumen lebehdig- ster Leuchtkraft geschmückt war der Wagen der Herrscherin dieses Festes, der „Blauen Königin“. Als der Festzug, der sich in Zug und Gegenzug selber grüßte, beendet war, strömte die Menge in das Festzelt auf dem Rathausplatz, wo der eigentliche Festakt stattfand. Hier nahm der Bürgermeister der Stadt Bühl, Dr. Kist — dessen Energie und Tatkraft im Verein mit dem spiritus rector, Oberstudiendirektor Harbrecht, es im wesentlichen zu danken ist, daß das Fest zu solcher Blüte und zu solchem Ausmaß sich entwickelt hat — die Gelegenheit wahr, alle die vielen Festbesucher und insbesondere die Ehrengäste in den Mauern der Stadt Bühl willkommen zu heißen. Er begrüßte in der Reihe der anwesenden Prominenten Staatspräsident Wohieb und Staatssekretär Dr. Sonnemann vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Forst und Ernährung, besonders herzlich. Dann er, griff die „Blaue Königin“ das Wort, entbot allen Gästen die herzlichsten Wilkommensgrüße und forderte sie auf, das Fest wie eine „große Familie“ zu erleben. Sie schloß mit dem Rufe: „Gott segne unser Bühl, unsere badische Heimat und unser deutsches Vaterland“. Staatssekretär Dr. Sonnemann, der die Grüße des Bundesernährungsministers Niklas überbrachte, sagte, daß man in Bonn sehr wohl den Hilferuf der mit- leibadischen Obstbauern vernommen habe, er sei auch nicht mit leeren Händen ge- kotnmen. Obwohl von höherer Warte aus gesehen, nicht in vollem Umfange auf die Wünsche hätte eingegangen werden können, habe die Bundesregierung zwei Maßnahmen beschlossen, wobei sie hoffe, eine gewisse Entlastung herbeizuführen: Der Ausbeutesatz für Zwetschgen sei von 4,5 auf 3,5 Prozent und der für Pflaumen von 3,5 auf 2,5 Prozent herabgesetzt worden. Ferner habe die Bundesregierung einen sofortigen Einfuhrstop für ausländische Zwetschgen und Pflaumen bis zum 31. August 1951 verfügt. Bundestagsabgeordneter Bürgermeister Mor- genthaler, Achern, entbot den Gruß der Nachbarftadt, die sich an diesem Tage dem. Regiment der „Blauen Königin“ ebenso untertan fühle, wie der gesamte Kreis Bühl. Er beglückwünschte besonders Bürgermeister Dr. Kist zu dem großartigen Erfolg dieses Festes, das umso mehr verdiene ein Erfolg zu sein, als es ein wirkliches badisches Heimatfest sei. Den Staatspräsidenten erklärte er in diesem Zusammenhang als den treuen Ekkehard der badischen Sache. Der Bürgermeister fand auch Worte des Dankes an die Bundesregierung, insbesondere im Namen der „Schnapsbrenner“ und der „Schnapskenner“. Seine Worte leiteten über in das tausendfach mitgesungene „Badnerlied“, das über den Rahmen des Festzeltes hinaus auf Straßen und Plätzen vielfältiges Echo fand. Es gäbe viele Menschen, so sagte Staatspräsident Wohieb in seiner Rede, die es ablehnten, Volksfeste zu veranstalten und solche mitzufeiern. Er aber und die badische Landesregierung seien' anderer Ansicht: denn es sei gut und schön, wenn das Volk in Eintracht und zur Bekundung der Heimattreue ein Fest feiere, das einen Sinn habe, j upd das Bühler Zwetschgenfest habe einen Sinn. Die Bühler Zwetschgen hätten den Namen ihrer Heimat und ihrer Herkunft in alle Lande getragen und von badischem Fleiß und badischer Arbeit gekündet. Der Staatspräsident bezeichnete im weiteren Verlauf seiner Rede das Bühler Zwetschgenfest im Hinblick auf die vielen Besucher aus Nord- und Südbaden als ein Fest wahrer Heimatverbundenheit, natürlich nicht einer geteilten, sondern der ganzen badischen Heimat, denn Baden könne nicht geteilt bleiben. Am Abend zuvor hatte nach einem Fackel- und Lampionzug durch die Straßen der Stadt, deren Kirchen und sonstige repräsentative Gebäude angestrahit waren, ein Festbankett im Festzelt stattgefunden, dem neben einer wohlfundierten Ansprache von Dr. Kist über Wesen und Mentalität des Zwetschgenfestes Vorträge verschiedenster Art das Gepräge gaben. So trugen u. a der Bühler Männergesangverein „Harmonie“ und die „Schwarzwälder Nachtigallen“ sehr zum Gelingen des Festes bei. Später war überall in der Stadt, auf den Straßen und in den Lokalen buntes, fröhliches Treiben, das bis in den Sonntag hinein dauerte. Am Nachmittag des Sonntags fand ein Preisschießen statt, wobei H. Hensler, H. Thieg |und A. Rumpf Schützenkönige wurden. Bekenntnis zur Heimat und Kultur Alemannischer Heimattag 1951 - Wirtschaitsminister Dr. Lais über vergangenes und zukünftiges Weltbild (Von unserem ak-Redaktionsmitglied) Radolfzell. Die alte Scheffelstadt war in ein Meer von Fahnen getaucht, Sommersonne und der gleißende Spiegel des Untersees gaben dem „Alemanhischen Heimattag 1951“ einen denkbar würdigen Rahmen Er war über den Heimattäg in Gengenbach hinausgewachsen, denn die Arbeit des Bundes „Heimat und Volksleben“ beginnt erst Früchte zu tragen. Die Trachten eroberten sich ein Stück Heimatrecht mehr zurück. Die Zweiteilung der Aufgabe zwischen „Heimat und Volksleben“ und „Badische Heimat“ wirkt sich schon ersprießlich aus. Angefangen hat der Radolf- Zeller „Alemannische Heimattag“ mit dem Schwarzwälder Heimatabend in der weiträumigen, schmucken Festhalle. Grußwechsel zwischen dem Radolfzeller Bürgermeister Gohl und dem Vorsitzenden des Bundes „Heimat und Volksleben^, Reinhardt; Mühlenbach, gab ihm einleitend seine Bedeutung. In der Darbietung von Heimatliedern klang urwüchsiges Alemannen tum und herzliche Einigkeit mit. Ein Lustspiel des elsässischen Dichters G. Stoskopf rundete den Abend auch nach linksrheinisch-alemannischen Seite ab. Daß dieser Alemannische Heimattag 1951 aus heiliger Verpflichtung gegen Stammes-, Volks- und Brauchtum geboren war, das zeigten am Sonntagvormittag besonders die erhebenden „Morgenlieder“, das zeigten auch, was die musikalische Vortragsfolge anbetraf, Namen badischer Komponisten wie Julius Weismann, Franz Philipp und Eberhard L. Wittmer. Aus diesem vokalen und instrumentalen Untergrund wuchs die Festansprache von Wirtschaftsminister Dr. Lais und Landtagsabgeordneten Oberbürgermeister Dr. Waeldin, Lahr, zu programmatischer Höhe empor. Ausgehend von der mittelalterlich-alemannischen Kultur zeichnete Dr. Lais ein Bild des immer weiteren Vordringens des Staates aus den Sphären des Privaten und der Politik in die Sphären des Rechts. Wir stünden, sagte er, in einem unübersehbaren Umbruch der Zeit. Worauf es ankomme, sei weniger, daß der Mensch über die Dinge Macht habe, sondern daß er Macht habe über sich selbst. Seine Macht, der Staat, habe die Tendenz, sich zur anomalistisch-kol- lektivistischen Macht auszubauen. Kollektivistische Macht aber besäße kein Gewissen und keine Moral. Es käme deshalb entscheidend darauf an, daß antikollektivistisch-reparsie- rende und konservatistische Kraft mit dabei seien, die Gesellschaft zu regenerieren. Regeneration der Gesellschaft aber heiße nichts anderes als Neuordnung des menschlichen Zusammenlebens durch Aufgliederung von oben nach unten und von unten nach oben, nach dem Vorbild der mittelalterlichen Standesgliederung. Aus Solidarität könnten die menschlichen Werte der Güte, des Verstehens, der Gerechtigkeit und der Rechtschaffenheit wieder gewonnen werden. Schalte man dabei Gott aus, dann entstehe das Chaos und Chaos bedeute eine dämonisch-satanische Welt. Von einer anderen Schau nahm Lahrs Oberbürgermeister Dr. Waeldin zu den Erfordernissen und Problemen unserer Zeit Stellung, indem er von der Heimat als der Grundlage unseres Lebens ausging. Heimat sei Erinnerung und Erleben, sie zu lieben und zu schützen natürliche Pflicht jedes Menschen, dessen Seele in der materialistischen Weltweise unserer Zeit noch nicht verdorben sei. Unsere alemannische Heimat kenne keine staatlichen und Landesgrenzen, wer sie liebe, müsse auch europäisch denken. Wenn dieser Heimattag einen tieferen Sinn haben soll, dann sei es die Treue und Liebe zur angestammten alemannischen Heimat. Am Nachmittag zogen dann vor den taysen* den Besuchern des Heimattages rund drei Dutzend Trachtengruppen aus der Seegegend, dem Markgräflerland und den Tälern des Schwarz- waMes vorüber. Besonders herzlich begrüßt wurden die hübschen Trachtengruppen von Oberwolfach, Oberharmersbach und Mühlenbach. Daß der Appell des „Alemannischen Heimattages“ an Heimattreue und Volksverbundenheit nicht ungestört verhallte, zeigte der festlich-frohe Ausklang dieses Tages. Jeep überschlug sich Karlsruhe, (swk) Ein folgenschweres Verkehrsunglück ereignete sich am Sonntag im Stadtteil Knielingen. Ein mit fünf Amerikanern besetzter Jeep geriet in voller Fahrt ins Schleudern, erfaßte dabei den 13jährigen Schüler Heinz Reißer, der zu Boden gerissen und lebensgefährlich verletzt wurde. Der Jeep raste weiter, streifte den Bordstein des Fahrdammes, überschlug sich dort .und begrub sämtliche fünf Insassen unter sich. Die amerikanischer Soldaten erlitten ebenfalls schwere Verletzungen. Glück im Unglück Donaueschingen. Beim Zusammenstoß zwischen einem Personenkraftwagen und einem Motoradfahrer in Hausen vor Wald durchschlug dem verunglückten Motorradfahrer, einem Landwirt aus Mundeifingen, die abgebrochene Türklinke des Autos die Schädeldecke und blieb tief im Stimhirn stecken. Der Verletzte blieb bei vollem Bewußtsein, bis im Donaueschinger Krankenhaus die Türklinke entfernt werden konnte. Sein Zustand ist ernst, da noch nicht abzusehen ist, ob durch Infektion des Stirnhirns Komplikationen ein treten. Auf Kosten der Polizeikasse flott gelebt Karlsruhe. Die zweite große Strafkammer verurteilte den 46jährigen früheren Polizeiangestellten H. Schober aus Köln-Lindenthal zu zwei Jahren vier Monaten Gefängnis. Der Verurteilte hatte vom Herbst 1946 bis November 1950 aus der Kasse der Landespolizeischule Durlach, die ihm anvertraut war, einen Betrag von über 11 600 DM entnommen. r Der Fluch vom Engadin ROMAN VON GÜNTHER GROMANN □ 11. Fortsetzung ' ' " . Ich verachte ihn, denkt Fritz, o / wie ich ihn verachte! Es ist eine instinktive Abscheu, irgendetwas, das aus den - Wurzeln meines Wesens kommt und sich sträubt und weigert. Die Vernunft sagt mir: das ist ein Mensch so wie du, und er ist dein Vater, und trotzdem: es hilft nichts. Instinktiv fühle ich ihn außerhalb meiner Menschlichkeit. Es ist brutal, ich weiß es, aber ich kann nicht anders.. Als Fritz aus seinen Gedanken aufwacht, ist das Zimmer leer. Eine beängstigende Stille umgibt ihn. Schrecklich drohend steht die Nacht vor seinem Fenster. Schweigend und finster steht der Bauer Jürgens hinter dem Fenster seiner Stube und blickt sehnsüchtig in den verdämmernden Tag. Dünner Nebel hängt in den Wäldern und deckt seine milchigen Schleier über das Land. Wieviel Andacht, wieviel Frieden, Ruhe und Zufriedenheit strömt so ein Abend aus! Und immer wieder sind es die Menschen, die diesen Frieden stören, die Angst, Furcht und Unruhe unter sich verbreiten. Warum können sie nicht in Frieden zusammen leben? Die Hände des Bauern verkrampfen sich in der Joppentasche zu Fäusten. Er fühlt eine trostlose, lauernde, grenzenlose Einsamkeit um sich, und ein geheimes ,Grauen vor der Unruhe seines Herzens überkommt ihn. Vergebens sucht er Klarheit zu gewinnen und das Netz zu zerreißen, mit dem das Schicksal wieder einmal alles, sein eigenes und das Leben seiner Mitbürger bedroht. Eine bleierne Müdigkeit legt sich auf alles Denken in seinem- Hirn. Schwer, als trage er unter einer verzehrenden Last, stampft er die Treppe zu seiner Schlafkammer hinauf. Vielleicht findet er Ruhe im Schlaf vor der Qual seiner jagenden Gedanken. Doch in der Dunkelheit, in der wachsenden Nacht wird alles noch frag würdiger, undeutbarer, unheimlicher, als fülle eine Gewalt den Raum, der er nicht entweichen, die er nicht bannen kann. Unsichtbare Stimmen rufen ihn, wie aus dem Dunkel heraufbeschworen. Tote und Lebende, Betrogene und Verlassene sitzen um ihn herum, auf dem Bett, auf den Stühlen. Dort der alte Tobias, mit der Kugel des Wilderers im Herzen, dort die Witwe ■ des alten Holzfällers Frobian, da hinten die Tochter des Bauern Zobel, dort in der Ecke der Waldarbeiter Zenker. Ja, und dort auf dem Bettrand, seinem Gesicht ganz nahe, der alte liebe Förster Holm mit der blutenden Stimwunde Wie anklagewütige Zeugen im trostlos ballenden Schwurgerichtssaal hocken sie herum, den Kopf in die Hände gestützt, bereit, aufgerufen zu werden und mit beißender Kälte über den Angeschuldigten herzufallen. Aech- zend wälzt sich der Bauer im Schlaf. Immer mehr Menschen sieht er auftauchen. Auf Waldwegen und schmalen Pfaden kommen sie herangeschlichen. Sie lugen um die Häuserecken und grinsen hämisch. Ueberall wimmelt es und wälzt sich näher und näher. Sie murmele} .und drohen, ducken sich feige hinter Büsche und Gestrüpp. Er sieht ihre tük- kischen Blicke, sieht ihre funkelnden Augen und dazwischen hört er das Brechen von Aesten und das Krachen von Bäumen. Ein brodelndes Meer von Haß quillt aus Erde. Wald und Luft und wälzt sich auf den verzweifelten Mann zu. Und plötzlich sieht er, wie sich eine Gestalt aus dem Menschenknäuel löst, wie sie lautlos vorgleitet und in der Hand einen Drilling trägt. Kaltblütig schaut sie aus grauen, finsteren Augen auf den Bauer, hebt ganz langsam das Gewehr und zielt — ein hartes Lächeln ..m den Mund. Da bäumt sich der Bauer im Schlaf auf und stöhnt. Schweiß steht ihm auf der Stirn und in seinen Augen steht noch das grauenhafte Entsetzen über den spukhaften Traum. Mit der Hand greift er sich zum Herzen, als habe der Kerl im Traum ihn dorthin getroffen. Mit einem Satz springt er aus dem Bett und steht einen Moment zitternd im dunklen Raum. Dann zieht er sich an und eilt die Stiege hinab. In der Stube reißt er den Drilling von der Wand und stürzt in die Nacht hinaus. Sein Gesicht ist wie eine eisige Maske. Die Qualen unendlicher Nächte quellen ln ihm auf. Er ist zum Aeußersten entschlossen, wenn ihm der Lump über den Weg läuft. Von dunklen Ahnungen getrieben, sucht er den Weg zum Wald. Frisch wie eine Frühlingsblume steht Irene am Morgen des aufbrechenden Tages auf der Schwelle der Wohnstube, um ihrem Vater den guten Morgen zu wünschen. Doch wie enttäuscht hängt ihr Blick im Raum, als sie den Vater nicht vorfindet. Sie läuft hinaus auf den Gang, ruft nach ihm, doch sie erhält keine Antwort. Eine tiefe Schwermut legt sich auf ihre Seele. Sie stöhnt auf. Was soll das nur noch werden mit dem Vater? - Abends, wenn sie nach alter Gewohnheit mit ihm eine Partie Schach zu spielen gedenkt, verweist er sie unwirsch auf ihr Zimmer und geht dann stundenlang ruhelos auf und auf. Schaltet sie den Radioapparat ein, und sei es nur, um den Wetterbericht abzuhören, fährt er sie zornig an, den „Kasten“ abzustellen. Sie kann tun, was sie will, nichts ist deift Vater mehr recht. Auf seiner hohen Stirn geht die Zornesader überhaupt nicht mehr weg. Was um alles in der Welt hat nur der Vater? Warum geht er ihr aus dem Wege? Warum spricht er mit ihr nicht darüber, was ihn bedrückt? Fragen, ins Dunkel grübelnde und verzweifelt grabende Fragen, aber nie eine Antwort. Sie läßt sich in einen Sessel fallen und vergräbt das heiße Gesicht in die aufgestützten Hände. Sie ist am Ende ihrer Kraft. Was soll sie nur tun? In der Diele hört sie plötzlich Schritte. Mit pochendem Herzen lauscht sie hinaus. Der Vater? Aber nein, diese Schritte kennt sie nicht. Vielleicht ein Bauer, der den Vater sprechen möchte? Da klopft es an der Tür. Etwas zaghaft fordert Irene zum Eintreten auf und gleich darauf öffnet sich die Tür. Auf der Schwelle steht — Fritz Erdmann, der Sohn des alten Waldhüters. Für einen Augenblick vergißt Irene zu atmen. Und auch Fritz Erdmann steht da, als habe ihn unvermittelt etwas wundersam Uebermächtiges angerührt und ihm die Fähigkeit zu sprechen geraubt, so überwältigt ist er von der engelhaften Erscheinung Irenes. Mein Gott, was ist aus der kleinen Spielgefährtin für eine Dame geworden?! Heiß und kalt wird es ihm, wie er das Bild sieht: Der Mund ist wie ein Kuß — nur ein paar* weiche bebende Lippen —, und ein Lächeln, nein, eine Freude liegt um den Mund. Und all diese Schönheit umweht ein Zug stolzer Würde. Hals, Busen, Schultern, Arme und ihr Kleid, das sich seidig um sie schmiegt —, alles sieht Fritz und ist wie geblendet Wenn ihre langen Wimpern erbeben, geht die Sonne auf. Herrgott, was für schöne Augen. Bläulich das Weiße — wie durchsichtiges Porzellan — mit geheimnisvollen Schatten unter den langen Wimpern — und drinnen, aus all den Schatten heraus, Sterne des Himmels. In diesen Augen liegt ihre ganze Schönheit. Sie schließen sich, ehe sie lächelt und dann, bei offenen Lidern, scheint alle Güte in ihnen gesammelt. Fortsetzung folgt Montag, 13. August 1951 In unverbrüchlicher Treue zur Heimat Die vereinigten Landsmannschaften der Heimatvertriebenen begingen den „Tag der Heimat" Eine eindrucksvolle Kundgebung veranstalteten die vereinigten Landsmannschaften anläßlich des „Tages der Heimat“ gestern vormittag in der Stadthalle. Nach den Gottesdiensten in der Kloster- und evangelisch en Kirche versammelten sich die Heimatvertriebenen, um in Wort und Lied ihre unverbrüchliche Treue zu ihrer alten, aber auch das Lob ihrer neuen badischen Heimat als „Gottesgarten“ zum Ausdruck zu bringen. Die Stadthalle war mit den Farben und Wappen der verlorenen Ostprovinzen und ihrer Städte geschmückt. Daneben hingen die Fahnen der Bundesrepublik, Badens und der Stadt Offenburg. Transparente mahnten zum Festhalten an der angestammten Heimat. ^lilTGSSCHEHEN Rieukid ist tot Es wurde kaum notiert: der Pfennig ist tot! Der Lebenshaltungsindex hat ihn auf kaltem Wege umgebracht. Und wahrhaftig, es gibt nichts mehr, was an ihm zu messen wäre; kein Ei, keine Semmel, keine Zigarette. Kaum noch für ein Lutschbonbon reicht seine Kaufkraft aus. Das hat der Pfennig nicht verdient. Er war uns anderthalb Jahrtausend treu, hat Karolinger, Staufer, Habsburger begleitet und war im Mittelalter fast die einzige Silbermünze Europas. Er war ein guter Europäer — bezahlte alle Kriege und wurde selber immer weniger. Von nichts kommt nichts und Vater Staat braucht Geld; nach jedem Kladderadatsch mehr. Deshalb wurde die Abwertung erfunden. Sehern Karl der Große kannte diesen Trick. Damals allerdings sagte man nicht Preissteigerung, sondern Münzordnung; aber t— unter uns — es war das gleiche. Karl also bestimmte den Pfennigwert mit 1/240 Pfund Silber und man bekam dafür 50 Eier und die Henne obendrein. Heute kräht für einen Pfennig nicht «inmal der Hahn; aus dem Silberling wurde Scheidegeld und schließlich war er ganz aus Kupfer. So ist es bergab gegangen. Es ist alles bergab gegangen. Steckte man früher einen Knopf in die Sammelbüchse, weil der Pfennig zu schade war, so näht man sich heute Münzen an die Jacke, weil Knöpfe zu teuer sind. Aber Neureichs kennen den Pfennig nur noch vom Hörensagen. Sie. zahlen bargeldlos und denken in Diskontsätzen, Zinsfüßen und Wechseln. Sie überweisen Tausende, ohne einen roten Heller zu besitzen, denn die Kredite sind millionenschwer. — Und die Pleiten sind entsprechend. Es war die schlechteste Zeit nicht, als der Pfennig noch die Stütze der Gesellschaft war. Schreien wir nicht nach ihr, sondern sparen wir wieder. Im kleinen und mit Pfennigen, im Privaten und von Staats wegen. Das Sammeln Mauer Scheine nämlich kommt immer erst danach. Die gestern durchgeführte Sonderschau des Schäferhundevereins Offenburg nahm einen guten und zufriedenstellenden Verlauf. Eine große Zuschauermenge verfolgte mit Interesse - dasi »hervorragende Hundematerial und anschließend die Dressurvorführungen. Für alle Zuschauer war es eine Freude, der Prämiierung beizuwohnen, für Preisrichter Dr. Trautmann aus Heidelberg aber eine schwere Aufgabe, bei dem hervorragenden Zuchtmaterial unparteiisch und doch entscheidend die zu prämiierenden Zuchthunde auszuwählen. Die Ortsgruppe Offenburg kann auf ihr Zuchtmaterial stolz sein, das sie auch dieses Mal dem Preisrichter stellen konnte. Folgende Prämiierungen wurden für die Ortsgruppe Offenburg ausgesprochen: 1. Die.bei internationalen Ausstellungen schon wiederholt ausgezeichnete Exta von Heldenrecht, Besitzer Leo Junker von Hofweier, wurde als schönster Hund der Ortsgruppe prämiiert. Ihr fiel der Ehrenpreis der Stadt Offenburg zu. 2. Gebrauchshunde, Klasse Rüden: Amor von Weisenbühl, Besitzer Willi Hahn, Offenburg, Bewertung „gut“. 3. Gebrauchshundeklasse Hündinnen: a) Exta von Heldenrecht, Besitzer Leo Junker von Hofweier, mit „vorzüglich“. — b) Burgel von der Brahmmatt, Besitzer Josef Kaufmann von Böhlsbach, Benotung „sehr gut“ 4. Altersklassen Rüden: Alex von der Kinzigvorstadt, Besitzer Eugen Baumgärtner von Unser kritischer Filmbericht Kommt der Tag? Die Park-Lichtspiele zeigen zur Zeit den nach der Novelle von Ernst Penzoldt „Korporal Mombour“ gedrehten Film: „Es kommt der Tag“, eine „Melodie zwischen Liebe und Tod“. Genauer gesagt ist es eine Ballade auf historischem Hintergrund, den man technisch vielleicht glücklicher hätte' lösen können. Von der darstellerischen Seite her geben der Produktion des Göttinger Filmaufbaues hauptsächlich die vornehm sympathische Gestalt Dieter Dorsches und die reizende, kleine Schweizerin Maria Schell wesentliche Züge mit. Der Film setzt beim Besucher eine innere Ruhe und Gelöstheit voraus, ist aber auch imstande, sie selber zu geben. Er gibt noch mehr. Sein Ausgang stimmt nachdenklich: „Ist nicht zu wenig Liebe unter den Menschen?“ Anders lassen sich die Kriege nicht erklären, die Kriege, in denen sich Menschen, die sich als Feind betrachten müßten, doch als Freunde begegnen und über eine unmenschliche Ordnung hinweg praktische Nächstenliebe und echte Menschlichkeit üben. Sie werden in diesem beachtenswerten deutschen Nachkriegsfilm mit soviel innerer Wärme und ergreifender Herzlichkeit zum Ausdruck gebracht, daß sein Inhalt zu einem Erlebnis wird. Ob allerdings einmal ein Tag kommt, da sich nicht nur die Menschen, sondern auch die Völker in der Kraft der Liebe zusammenfinden? „Es kommt ein Tag“ ist geeignet, dahin zu wirken. Daher kann sein Besuch nur empfohlen werden. kr.) Zu Beginn begrüßte der Vorsitzende der vereinigten ostdeutschen Landsmannschaften besonders Oberbürgermeister Heitz. die Stadträte. den Kreisbeauftragten für die Umsiedlung. den MGV ..Concordia“ und die Werkkapelle Dr. Burda. Gleichzeitig dankte er dem Ehrensenator dafür, daß er die Kanelle zur Verfügung gestellt hatte, um anschließend auf die Bedeutung der Feier einzugehen. Als ihr Höhepunkt, so sagte er, sei eigentlich die Enthüllung des ..Kreuzes des Ostens“ auf der Lindenhöhe gedacht gewesen. Doch sei die Genehmigung zu seiner Errichtung zu soät erfolgt. Trotzdem dankte er der Stadt für die Genehmigung. Die Einweihung so'le nun an Allerheiligen stattfinden und die Stadt das Kreuz dann in ihre Obhut übernehmen. Abschließend wertete der Vorsitzende, die Veranstaltung als einen Beweis dafür, daß in Offenburg das Verständnis für die Heimatvertriebenen wächst. Im Namen der Stadt dsffikte Oberbürgermeister Heitz für die Einladung. Die Anwesenheit des Stadtrats in selten gesehener Stärke solle ein Beweis dafür sein, daß, was die Heimatvertriebenen bewege, auch Dinge der Stadt seien. Vielleicht sei in der Vergangenheit nicht immer alles so gewesen, wie es hätte sein sollen. Man müsse aber bedenken, daß auf beiden Seiten Menschen mit alLn ihren Schwächer^ stünden. Die Heimatvertriebenen dürften jedoch die Versicherung mitnehmen, daß in den verantwortlichen Gremien alle Anstrengungen gemacht werden, um berechtigten Wünschen nachzukommen. Gerade weil in Offenburg das Heimatgefühl stets sehr lebendig gewesen sei, hätte man Verständnis für die Heimatvertriebenen. Auch das „Kreuz des Ostens“ wolle die Stadt in Offenbürg, Note „sehr gut“. — Altersklassen Hündinnen: Alma von der Kinzigvorstadt, Besitzer Karl Dold von Griesheim, Benotung „gut“. . 5. Junghundeklassen Rüden: a) Cäsär von den Obermatten, Besitzer Karl Decker, Altenheim, Benotung „sehr gut“. — b) Falk von Hofweier, Besitzer Leo Junker von Hofweier, Note „gut“. 6. Junghundeklassen Hündinnen: a) Berna von Weisenbühl, Beistzer Franz Schley von Schutterwald, Benotung „sehr gut“. — b) Vella von Hofweier, Besitzer Theodor Michenfelder von Offenburg, Benotung „gut“. — c) Brenda von Weisenbühl, Besitzer Georg Isenmann von Offenburg, Benotung „gut“. 7. Jugendklasse Rüden: a) Asso von Triberg, Besitzer Arnette Scheidt von Offenburg, Benotung „sehr gut“. Im Wettstreit unter fünf Zuchtgruppen nahm der Zwinger Michenfelder den 2. Platz ein. Anschließend an die Sonderschau wurden Dressurauschnitte gezeigt. Es beteiligten sich die Ortsgruppen Offenburg, Kehl, Freiburg und Wolfach. Es mußte immer wieder festgestellt werden, daß durch lange und liebevolle Arbeit an Hund und Führer einwandfreie Vorführungen und Leistungen erzielt werden konnten. Ganz besonders möchten wir die Leistung eines weißen Schäferhundes hervorheben. Dieser wurde unter Führung des ersten Uebungswartes der Ortgsruppe vorgeführt; sein Besitzer ist Bundesbahninspektor Ebner aus Offenburg. Ein lehrreicher Nachmittag der einen interessanten Einblick in die Arbeit des Schäferhundevereins gewährte, wurde damit abgeschlossen. Die Ortsgruppe Offenburg dankt auch auf diesem Wege allen, die sich um das gute Gelingen der Hundeschau in selbstloser Weise bemüht haben. Ganz besonders dem 1. Vorsitzenden und dem Schauleiter Oskar Seidel, sowie sämtlichen an der Veranstaltung beteiligten Vereinsmitgliedern. Wie im vorletzten Monat ist auch im Juli die Arbeitslosenzahl um 14% zurückgegangen. Allerdings war der Neuzugang an arbeitslosen Männern wieder erheblich höher als im Vormonat, während im weiblichen Sektor die Bewegung umgekehrt verlief. Dies ist hauptsächlich auf verstärkte Entlassungen in Metallgewerbe sowie Handel und Verkehr zurückzuführen, während bei den Frauen die Entlassungsaktion in der Zigarrenindustrie vorläufig zum Stillstand gekommen ist. Gute Aufnahmefähigkeit besitzt immer noch der Baumarkt, für welchen allein 62% der gesamten Vermittlungen getätigt wurden. Aufträge von Staat und Besatzung tragen diese Entwicklung. Kasernenbauten, Besatzungswohnungen sowie eine Anzahl Wohnblocks für Gemeinden und Werksangehörige von Industriebetrieben sind vorgesehen. In der Metallindustrie bereitet die Rohmaterialbe«haffung immer noch große ihre Obhut nehmen. Seine Genehmigung habe sich dadurch verzögert, daß der zuerst gewünschte Platz für eine spätere Erweiterung der Wasserversorg'ungsanlage vorgesehen sei, das Kreuz des Ostens aber als Mahnmal auch noch stehen bleiben solle, wenn die ostdeutschen Gebiete einmal zurückgegeben wären. Abschließend verlieh das Stadtoberhaupt dem Wunsche Ausdruck, daß die gemeinsamen Bande zwischen einheimischer Bevölkerung und Heimatvertriebenen stark genug sein mögen, um in Ruhe, Frieden und gegenseitigem Verständnis miteinander zu leben. Der Vorsitzende der Schlesischen Landsmannschaft Baden, Dr. v. Schickfuß. Freibürg, würdigte nach einem Rückblick auf die Atlantik-Charta und die Potsdamer Beschlüsse die alten Verdienste der deutschen Ostprovinzen im Kampf gegen die Flut aus dem Osten und bei der Kolonisierung sowie bei der Städtegründung bis tief nach Rußland hinein. So hätten sich die ostdeutschen Menschen schon seit Jahrhunderten für die Erhaltung des christlichen Abendlandes, für die Erhaltung Europas eingesetzt, 'um da« es heute wieder Mit dem Lichtbildervortrag „Offenburg im Südweststaat“ wurde am Samstag im „Römischen Kaiser" durch die Arbeitsgemeinschaft für die Vereinigung Baden-Württemberg der Wahlkampf um den Südweststaat in Offenburg eröffnet. Universitätsprofessor Dr. Metz aus Freiburg untersuchte hauptsächlich von der wissenschaftlichen Seite her, weshalb der Zusammenschluß der sjidwestdeutschen Länder eine Notwendigkeit sei. Die Zonengrenze be- zeichnete er als groben Unfug und begrüßte das Grundgesetz, das die Schaffung neuer, leistungsfähiger Länder ermögliche. * Dann wies Prof. Metz auf die Jahrhunderte alte Verwandtschaft der schwäbischen Lande an Oberrhein, Donau und Bodensee hin. Die Herzoge von Zähringen, die u. a. auch Offenburg gegründet hätten, seien aus Württemberg gekommen. Wenn sie nicht ausgestorben wären, gäbe es Vielleicht schon den Staat, um den es heute gehe. Er sei erschüttert, daß die Städte ihren alten Ueberlieferungen untreu werden und daß man in Offenburg bei Festen fast nur gelb-rot-gelbe Fahnen und fast keine schwarz- rot-goldene sehe. (Zwischenrufe). Die alten Reichsstädte, so fuhr Prof. Metz fort, zu denen auch Offenburg, Gengenbach und Zell a H. gehörten, hätten einst das Reich verkörpert. Aus ihnen sei auch die Industrie erwachsen, allerdings sei es den schwäbischen Kreisverkehrswacht Oifenburg gibt bekannt Ohne Wasser, Oel und Sprit kann andern nichts passieren / doch Bremsen schlapp und Lenkung schlecht, wird man Dich bald kassieren! hinter dem Schwarzwald besser ergangen als den badischen in Grenznähe. Alle diese Städte hätten einst (von 1525—1803) zum schwäbischen Kreis gehört, dessen Mittelpunkt Ulm gewesen sei. Die Dinge hätten überall über den Schwarzwald gegriffen, auch die einstige Zusammengehörigkeit des Gebiets im vorderösterreichischen Staatsverband sei unverkennbar. Im Freiburger Kaufhaussaal, wo jetzt der südbad. Landtag tage, erinnere alles an die Habsburger Monarchie, aber nichts an Altbaden. Die Menschen hätten heute vergessen, daß die Geschichte im Südwesten ein halbes Jahrtausend nicht in Nord-Süd-, sondern in Ost-West-Richtung gegangen sei. Auch die kirchliche Ordnung habe dazu beigetragen. Dann wandte sich der Träger des Kirchhoff- Sorge. während die Textilindustrie infolge Kaufunvermögens und Käuferzurückhaltung z. Zt. in einer Absatzkrise steht. Ende Juli wurden im gesamten Arbeitsamtsbezirk 2923 Arbeitslose (1757 männliche, 1166 weibliche) gezählt. Hiervon sind 977 Personen heimatvertrieben. Demnach sind im Verhältnis zu den Beschäftigten 4,1% arbeitslos gegenüber 4.8% im Vormonat. Die Zahl der offenen Stellen ist ebenfalls um 9,5% gefallen. Es konnten insgesamt 724 Personen vermittelt und 82 im Wege namentlicher Anforderung den Firmen zugewiesen werden. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeiterunterstützung (81 Betriebe mit 2240 Beschäftigten) hat noch nicht nachgelassen, wenn auch speziell in der Zigarrenindustrie die Kurzarbeit von 73 Betrieben mit 2789 Beschäftigten auf 58 Betriebe mit 1627 Beschäftigten zurückgegangen ist Arbeitslosen- und -fürsorgeunteratützung gehe. Nach der Verlesung der vor einem Jahr beschlossenen „Charta der Heimatvertriebenen“ betonte Dr. v. Schickfuß mit Nachdruck, daß der gesamte deutsche Osten eine gesamtdeutsche Verpflichtung sei. Leider sei diese Erkenntnis noch nicht tief genug in das Volk eingedrungen. Er schloß mit dem Hinweis auf die besondere Verpflichtung der Landsmannschaften in Offenburg, in der Nachbarstadt des Europarats. Es folgten hauptsächlich von der Jugend gestaltete Vorträge, in denen der unvergessenen Heimat gedacht und ihr Grüße übermittelt wurden. In ihnen kam aber auch die Zuversicht zum Ausdruck, daß endlich einmal der Tag der Heimkehr ins Land der Väter kommen werde. Seiner und vor allem der Toten war schoj) vorher würdig gedacht worden, während über die Uebertragungsanlage von Radio-Knobloch feierlich die Breslauer Glocken geläutet und die Kapelle Dr. Burda das Lied vom guten Kameraden gespielt hatte. Die vom MGV „Concordia“ zusammen mit dem Chor der Heimatvertriebenen unter der Leitung von Musikdirektor Peter Seeger dargebotenen Chöre waren ebenfalls ganz auf den Sinn der Feier abgestimmt, Gott und der Heimat als Lebensquell auch in der Ferne und Not die Treue zu halten. Die Kundgebung, der Landrat Dr. Joachim Und Dekan Augenstein ihre Grüße übersandt hatten, klang mit der dritten Strophe des Deutschlandliedes aus. Preises der Bezeichnung Altbaden zu, die nicht der geschichtlichen Entwicklung entspreche. Was Napoleon geschaffen habe, sei nicht mit den früheren badischen Besitzungen identisch, deshalb könne man sein Staatsgebilde nur als „Neubaden“ bezeichnen, Offenburg liege in Neubaden, auch der Wein aus dem Andreas- Keller sei nicht altbadisch, erklärte Prof. Metz. Auf die geschichtlichen Verhältnisse in Nordbaden eingehend, sagte er, daß die ältesten Markgrafen von Baden in Backnang begraben liegen, von Calw sei ihre Gründung der Markgrafschaft Baden ausgegangen. Neubaden sei durch eine dynastische Politik entstanden, allerdings wäre auch Württemberg eine Schöpfung Napoleons. Doch sei sein Gebiet abgerundeter, während Baden ein „Paradies zum Spe- sfnmachen“ darstelle. Im weiteren Verlauf seines Vortrags erläuterte Prof Metz die Ansicht, daß auch die Pfalz einmal zu dem neuen Staat finden müsse. Für die Vereinigung der südwestdeutschen Länder gebe es zwar keine Patentlösung, sie sei jedoch notwendig, weil der Raum eine Einheit im Volkstum und vor allem auch im Wirtschaftsleben bilde. Unter lebhaftem Protest anwesender Altbadener rief Prof. Metz aus; „Es gibt kein badisches Volk ... Es wäre gefährlich, davon zu sprechen. Zu einem Volk gehört eine eigene Sprache. Das Volkstum ist älter als Baden und Württemberg.“ Südbaden sei am rückständigsten in der Selbstverwaltung, fuhr der Referent fort. Die Heimat gehe im Südweststaat nicht verloren, sondern werde gefestigt durch die Selbstverwaltung. „Wir wollen nach Freiburg fahren zu einem Landesbezirkspräsidenten, nicht . nach Karlsruhe oder Stuttgart“, betonte Prof. Metz. Er schloß seinen Vortrag mit den Worten: „Es geht überhaupt um eine deutsche Sache, nicht um eine badische oder württembergische Angelegenheit.“ In der anschließenden Diskussion vertrat Lukas Müller noch den Südweststaat mit der Zentrale in Stuttgart, während Oberregierungsrat Dr. Werber von Karlsruhe für Altbaden eintrat. Die Versammlung leitete A. HunzingerOberkirch. erhalten 2028 gegenüber 2286 Personen im Vormonat. Auch die vordringlichsten Stellen in unseren landwirtschaftlichen Betrieben konnten im Juli nicht abgedeckt werden. Von den 54 vorhandenen Arbeitslosen dieser Berufsgruppe sind allein 43 verheiratet und kommen au* Verdienstgründen für eine Vermittlung in die Landwirtschaft nicht ln Betracht. Die von einer Grübe angeforderten 30 Abraumarbeiter konnten noch nicht restlos gestellt werden. Die Sauwirtschaft sucht laufend gute Bauhilfsarbeiter sowie Maurer. Gipser und Maler. Im Lahrer und Offenburger Bezirk verspricht die günstige Beschäftigung in diesem Gewerbezweig in den nächsten Monaten noch anzuhalten. Der Rundholzmangel in den Sägewerken dauert an. Dagegen sind Bau- und Möbelschreinereien fortdauernd gut beschäftigt. In der gesamten Papier- und Kartona- genindustrie beeinträchtigen Rohstoffversorgung und Kohlenmangel bei günstigem Auftragsbestand die Produktion. Die mäßigen Absatzmöglichkeiten brachten in der Textilindustrie vereinzelt Herabsetzung der Wochenarbeitszeit. In der Bekleidungsindustrie ist ebenfalls noch keine Besserung zu verzeichnen. Für das Gaststättepgewerbe können in der derzeitigen Saison die gewünschten Kräfte nicht immer sofort vermittelt werden. Während in den Bezirken Offenburg. Kehl und Wolfach zahlreiche offene Haushaltsstellen gemeldet sind, fehlt es in Lahr bereits an guten Arbeitsplätzen für Hausgehilfinnen, besonders für Schulentlassene. Ehrenpreis für Exta von Heldenrecht Die Sondersdiau des Vereins für Deutsche Schäferhunde Textilindustrie in Absatzkrise Doch weiterhin günstige Entwicklung auf dem Baumarkt „Offenburg im Südweststaat" Professor Mek er öffnete in Oifenburg den Wahlkampf um den Südweststaat Montag, 13 August 1951 Immer dem Guten dienen Der Sportverein Waltersweier leierte gestern seine Fahnenweihe Waltersweier (b); Schon der Abend vor der Fahnenweihe brachte frohe Feststimmung. Der Fackelzug bot ein schönes Bild dörflicher Gemeinschaft. Alt und jung nahm daran teil. Voran marschierte die Langhurster Musikkapelle, ihr folgten die Fackelträger und die ganze Jugend unseres Dorfes mit bunten Lampions; mit flotter Marschmusik ging es an den mit Lichtern geschmückten Häusern vorbei. Im Gasthaus „Zum Löwen" fand darauf ein Festbankett statt, an dem auch viele auswärtige Gäste teilnahmen. Der Vorstand des Sportvereins-, Alfred Kerp, richtete in seinem Will- kommgruß herzliche Worte an die Anwesenden. Er gedachte der Verdienste der einzelnen Mitglieder und wies auf den Wahlspruch des Vereins hin. Einigkeit macht stark. Hauptlehrer Höfler sprach mahnende Worte an die Jugend, auch im späteren Leben der Pflege des Sportes treu zu bleiben, der zwar keinen materiellen Gewinn bringen, aber das schöne, ideale Ziel verfolge, der körperlichen Ertüchtigung zu dienen Bürgermeister Brischle sprach über den hohen Wert des Gemeinschaftsgeistes und dessen Pflege in den Vereinen, um damit dem hohen Gedanken des Friedens zu dienen. Darauf wurden die alten Mitglieder und diejenigen geehrt, die sich um den Verein und «ein Gedeihen besondere Verdienste erworben haben. Lobend sei hier auch der Musikkapelle Langhurst gedacht, die wesentlich zur Festesstimmung beigetragen hat. Besonders erwähnt sei auch das selten schöne Spiel ihres Trompeters. Im Festgottesdienst, am Sonntagmorgen wurde die neue Fahne geweiht. Der Ortsgeist' liehe, Pfarrer Wiest, hob in seiner Predigt hervor, daß die Kirche alles unterstützt, was dem Guten dient, also auch den Sport, soweit er seinen idealen Zielen der Körperertüchti gung und der Pflege der Gemeinschaft treu bleibt. Er betonte, daß die Weihe der Fahne die Kraft geben möge, immer diesem Guten zu dienen. Nach dem Festgottesdienst gedachte Sonderomnibusse nach Kehl Anläßlich der Sportplatzeinweihung des Kehler Fußballvereins finden am 15. August (Mariä Himmelfahrt), verschiedene Repräsen- tativspiele statt. Um 16 Uhr steigt die internationale Begegnung Racing Straßburg gegen Wormatia Worms. Zu diesen Spielen führt die Bundesbahn die nachstehenden Sonderomnibusse: Offenburg Bahnhof ab 11.45, 13.30 und 15.00 Uhr. Der Fahrpreis ist mit 1.50 DM sehr niedrig gehalten.- Sonderfahrscheine und Eintrittskarten zu den Spielen sind am Schalter, des Bahnhofs Offenburg und beim ■»Sporthaus Seigei aufgelegt. Mit Buba-Oranibussen in die Schweiz Die Bundesbahn führt am 9. und 10. September eine Fahrt nach der Schweiz und insbesondere nach dem Gnadenorte Einsiedeln durch. Die Fahrt führt durch den Schwarzwald nach dem Rheinfall von Schaffhausen und von dort entlang des Züricher Sees nach Einsiedeln Für die Uebernachtungsmöglichkeit in Einsiedeln wird durch die Bundesbahn gesorgt. Am zweiten Tage geht. es über Schwyz nach dem Vierwaldstätter See und durch das klassische Land der Teil-Sage über Küßnacht nach Luzern. Dort wird Gelegenheit zum Mittagessen und zur Stadtbesichtigung gegeben, um dann die Fahrt entlang des Sempacher Sees über Olten und Basel in der Schweiz zu vollenden. Abfahrt in der Nacht vom 8./9. September um 0.00 Uhr am Bahnhof Offenburg. Rück-- kunft am 10. September in den späten Abendstunden. Der Fahrpreis für diese herrliche Fahrt beträgt einschließlich der-Gebühr für Paßangelegenheiten nur 21— DM, Anmeldungen nimmt noch in beschränkter Zahl der Bahnhof Offenburg und das Eisenbahnverkehrsamt Offenburg | entgegen. der Verein am Kriegerdenkmal seiner gefallenen Mitglieder. Nachmittags bewegte sich der Festzug durch das Dorf. An ihm nahmen auch die auswärtigen Vereine teil. Er bot ein fröhliches, buntes Bild und führte auf den Sportplatz. Dieser war durch die Vereinsmitglieder in wochenlanger, freiwilliger Arbeit in mustergültiger Weise hergerichtet und zu.m Feste prächtig geschmückt worden. — Nach der Begrüßung durch den Vorstand Kern, nahm der. Bezirksobmann Vögtle das Wort. Er gab seiner Freude Ausdruck über das schöne Einvernehmen in der Gemeinde Waltersweier und über das feine Verständnis des Ortsgeistlichen und des Bürgermeisters für die Bestrebungen des Sportvereins. Er wies noch einmal auf den Wahlspruch des Vereins hin, den auch die neue Fahne trägt, und mahnte zum Zusammenhalten und zur Treue. Schließlich gab er der Hoffnung Ausdruck, daß einst auch die Jugend sich um die Fahne scharen möge. Eine Festjungfrau, Fräulein Frieda Mennle, begrüßte die Fahne mit einem Gedicht. Vorstand Wolter vom Patenverein Weier übergab darauf die Fahne mit den besten Wünschen für die Zukunft dem Waltersweierer Sportverein. Dann begannen die Pokal- und Propagandaspiele, über deren Verlauf wir gesondert berichten. Bohlsbacher Familiennachrichten Bohlsbach (1). Dieser Tage traf beim Standesamt die Nachricht ein, daß Wachtmeister Josef Beschert im November 1944 im russischen Kriegsgefangenenlager Beketowka/Sta- lingrad verstorben ist. Den Angehörigen wendet sich allgemeine Anteilnahme zu. Die Zahl der hier Vermißten beträgt nunmehr noch 23. — Am Montag wird Lorenz Lang, Landwirt, 74 Jahre alt. Der Jubilar ist noch immer tätig und fährt alltäglich den Milchwagen nach Offenburg. 15 Kapellen in Niederschopfheim Bezirksmusik- und Stiitunßsfest entsprach allen Erwartungen Niederschopfheim (b). Das Bezirksmusikfest, verbunden mit, dem 60jährigen Stiftungsfest der Musikkapelle, nahm einen allen Erwar tungen entsprechenden Verlauf. Schon am Samstagabend war der illuminierte Festgarten sehr gut besucht Die ganze Gemeinde nahm an dem Festbankett teil, in dessen Mittelpunkt die Ehrung verdienter Musikfreunde stand. Nach dem Kirchgang am Sonntagmorgen und anschließender Totenehrung, fand in der neuen Musikhalle ein dankbar aufgenommenes Konzert statt, bei dem die Musikkapelle Rammersweier besonderen Applaus erntete. Am frühen Nachmittag bewegte sich ein großartiger Festzug, mit Märchen- und Sagenbildern, durch das festlich geschmückte Dorf. 4000 Gäste erfreuten sich anschließend im erweiterten Festgarten an den vorzüglichen Darbietungen der 15 Kapellen, die eine rechte Feststimmung schufen. — Weiterer Bericht folgt in der morgigen Ausgabe. Wir ehren das Alter Schutterwald, (j) Am Fest Mariä Himmelfahrt vollendet Landwirt Jakob Oßwald das 85. Lebensjahr. Der Altersjubilar hat sich um die bäuerlichen Belange sehr verdient gemacht. So war. er Gründer des Landwirtschaftlichen Kon sumvereins und gehörte bis in den ersten Weltkrieg dem Bezirksrat an. Seine Ehefrau Franziska Oßwald, geh. Bürkle, vollendet am 18. August das 84. Lebensjahr. Im Ortsteil Höfen kann die Witwe Karolina Broß, geh Ehret, am 18. August ihr 85. Wiegenfest begehen. In Langhurst wird die Witwe Magdalena Rem-mel, geb. Münchenbach, am 14. August 8? Jahre alt und die Witwe Anna Brii- derle, geb. Meier, vollendet am 15. August das 72. Lebensjahr. Im Silberkranze Schutterwald, (j) Die silberne Hochzeit begehen am 14. August die Eheleute Otto Josef Armbruster, Molkereiarbeiter und Maria Walburga, geb. Ostertag. Unsere herzlichsten Glückwünsche. i Abscbiedsfeier der Pfarrgemeinde Zugleich Begrüßung des nach hier versetzten Neupriesters Lorenz Kimmig Schutterwald, (s). Am Donnerstagabend fand sich die Pfarrgemeinde im Saal der Bahnhofswirtschaft zu einer Abschiedsfeier für Kaplan Willi Wellinger und zur gleichzeitigen Begrüßung des nach hier versetzten Neupriesters, Lorenz Kimmig auyBad Peterstal, zusammen. Nach den Begrüßungsworten, die der Senior der Kolpingsfamilie Heuberger, an den überfüllten Saal richtete übernahm Minorit Karl Hansmann die Gestaltung der Feier Er trug Gedichte und Erzählungen, die sich Kaplan I Wellinger aus seinem innersten Herzen ge- Wasserleitungsbau macht Fortschritte Interessante Funde bei den Tiefbauer beiten Urioffen. (h) Nach wenig mehr als 10 Tagen seit dem Beginn des Wasserleitungsbaues ist die Arbeit in einem beachtenswerten Tempo fortgeschritten. Kilometerweit sind im Unterdorf, Mittel- und Oberdorf die Straßen aufgegraben und die Rohrleitungen verlegt. Obwohl die Bauarbeiten den Verkehr erheblich einengten und behinderten, sind dank dem verständlichen Verhalten der Verkehrsteilnehmer keine oder nur geringfügige Unfälle vorgekommen. So stürzte einmal ein Pferd in den fast zwei Meter tiefen Graben und konnte nur mit Mühe wieder auf die Straße und auf die Beine gebracht werden. Eine ungemütliche Angelegenheit wurde die Passage entlang den Baustellen erst, als Straßen und Wege durch die zahlreichen Regenfälle von einer zähgelben Brühe bedeckt waren. Inzwischen wurden die ersten Pumpversuche gemacht, um Festigkeit und Dichte der Rohrleitung zu prüfen. Mit 8 Atmosphären Druck strömte das Wasser durch die Röhren und zischte in weitem Bogen aus dem Ventil. Nach wenigen Tagen werden auch die Hauptstraßen des Ortes wieder passierbar sein. Bei den Tiefbauarbeiten wurden in der tiefgelegenen Waldstraße Reste eines uralten Knüppeldammes gefunden, der entlang der Straße und seitwärts nach dem unfemen Wald verlaufen sein mag. Es muß hier einmal eine sumpfige Gegend gewesen sein, wie auch der Name Burlach (Lache) verrät. Im Oberdorf fand map seltsam geformte Hufeisen, die wohl in den Befreiungskriegen gegen Napoleon an den Füßen von kleinen Kosakenpferdchen sich befanden, als die Russen damals als Verbündete durch die Gegend und über den Rhein zogen. Im Silberkrans Urioffen, (f) - Am 9. August begingen die Eheleute Paul Sauer und Frau Theresia, geb. Langenecker, Runzweg 3, ihr silbernes Ehejubiläum. Herzliche Gratulation! Auftakt in Appenweier Appenweier, (v) Als Auftakt des 90jährigen Stiftungsfestes des Gesangvereins fand am Samstagabend ein Fackelzug statt. Dem Musikverein folgten der Gesangverein, der Kirchenchor und die übrigen Vereinsvertretungen. Im Festzelt ging darauf die Eröffnung des Festbanketts durch die Musikkapelle und einen Prolog vonstatten. Nach einem Festchoral des Mannergesangvereins begrüßte der 1. Vorstand die Anwesenden, vor allem den Männergesangverein Legelshurst, der in starker Vertretung erschienen war. Es folgte eine Ansprache des Festredners, Bundesbahnobersekretär a. D. August Gromer, dann Vorträge des Kirchenchors Appenweier und der Mannergesangvereine Ebersweier und Legelshurst. Ein gemütliches Beisammensein beschloß den gelungenen Auftakt des Stiftungsfestes, über das wir morgen noch ausführlicher berichten werden. schrieben hatte, Vor. Pfarrer Schmid würdigte in einem ausführlichen Ueberblick die einjährige, hiesige Tätigkeit des Scheidenden und dankte ihm besonders für seine unermüdliche Seelsorgertätigkeit. Pfarrer Schmid begrüßte auch im Namen der Pfarrgemeinde den Neupriester Lorenz Kimmig auf das herzlichste und wünschte ihm dieselbe Energie und Aufopferung für die Pfarrgemeinde wie sein Vorgänger. Danach dankte im Namen der politischen Gemeinde Bürgermeister Hansmann dem scheidenden Kaplan. Die. Kolpingsfamilie übergab Präses Kaplan Wellinger f schöne Geschenke (Schallplatten), die ihn stets an seinen ersten Wirkungsort erinnert werden. Zum Schluß des Abends erhob sich der scheidende Kaplan um sich nach herzlichen Worten des Dankes an die Kolpingsfamilie, an Pfarrer, Schmid, Bürgermeister und die ganze Gemeinde zu verabschieden. Umrahmt wurde die Feier durch Chorgesänge der Kolpingsfamilie. — Kaplan Wellinger wurde auf das Schloß Schömberg, Krs, Waibstadt, versetzt, wo er als Diasporaseelsorger tätig sein wird. Baubeginn der Kanalisation Schutterwald, (j) Mit Beginn dieser Woche wird die Baufirma Störk. Eisental, mit dem Bau der Kanalisation im Gewann Neufeld beginnen. 40 jähriges Jubiläum als Hebamme Gengenbach, (a) Am Freitag beging Hebamme Maria Geiger, Gartenstraße, ihr 40jährige* Dienstjubiläum. Sie hat während ihrer. Tätigkeit, die sie wegen Krankheit vorzeitig- aufgeben mußte. 1500 Kindern bei der Geburt geholfen. Regierunes-Medizinalrat Dr. Glaser würdigte die Verdienste der Jubilarin und übergab ihr eine Urkunde des Badischen Innenministeriums. Bürgermeister Schrempp gratulierte Hebamme Geiger zu ihrem nicht alltäglichen Jubiläum und übergab der Jubilarin neben einem Blumenaebinde ein Geldgeschenk der Stadtgemeinde. Wieder ein Schädling weniger Ohlsbach fü) Auf einem abendlichen Pirsch- -ang hat d’eser Tage Forstwart Vetter einen *°isten Keiler erlegt. E c ist d’es d->s vierte Tier, das der Genannte innerhalb zweier Monate zur Strecke bringen konnte. Wir ehren das Alter Ortenberg. Der Landwirt Bartholomä Kiefer in Käfersberg, ein Mann von guter Rüstigkeit und immer noch mit einem guten Humor, feiert am 13. August sein 79 Wiegenfest. Am Dorfgeschehen nimmt er immer noch recht lebhaften Anteil — Eine unserer Aeltesten, Franziska geb Huber. Witwe des Bahnschmieds Josef Gütie an der Oberen Matt, vollendet am gleichen Tage ihr 85. Lebensjahr. Sterbefall Ortenberg (s) Heinrich Schiestel, Heidengasse 10. ist nach kurzer Krankheit am 9. 8 . im Krankenhaus zu Gengenbach in seinem 54. Lebensjahr verstorben. Er stammt au* Wellesweiler (Pfalz) und war hier verheiratet mit Balbine geb. Bürkle. Den Angehörigen unsere herzliche Anteilnahme. Aus dem StandesamtwegUter Biberach. (s) An Geburten sind im Juli folgende Eintragungen verzeichnet: Peter, V. Mechanikermeister Heinz Herrmann; Werner, V. Hilfsarbeiter August Heizmann: Rita, V. Hilfsarbeiter Jakob Bauer. — Eheschließungen: Me- chaniker Ludwig Bautnann und Selma geb. Fehle: Ludwig Vollmer. Arbeiter und Gertrud geb. Moser. — Sterbefälle sind im Monat Juli keine notiert. Keine Eheschließungen im Juli Oberharmersbach, (m) Das Standesamt ver- zeichnete Im Juli folgende Eintragungen' Geburten: Willibald Josef, V. Wilhelm Hug, Hub; Eheschließungen: keine. Sterbefälle: Josef Breig, Heilpraktiker 1. R.. im Dorf; Roth, Revierförster, Wlckersbach. Cölestin Der zersplitterte Waldbesitj Um den Kleinparzellenwald aul der Gemarkung Zell-Weierbadi Es wird uns geschrieben: Die Gründung einer Waldgenossenschaft empfiehlt sich, da dort, wo eine an sieh größere Waldfläche in viele kleine Besitzteile verlegt ist (in Zell- Weierbach in über 250), kein Eigentümer seinen Wald recht bewirtschaften und den rechten Nutzen aus ihm ziehen kann. Vielfach Ist dieser Kleinwaldbesitz aus früheren Gemeindewaldungen entstanden, die vor etwa 100 Jahren unter die Bürger aufgeteilt wurden, weil man damals die irrige Meinung vertrat, der Wald werde besser bewirtschaftet, wenn er in Händen von Privaten sei. Dabei hat man häufig den Wald ln lange, schmale Streifen geteilt, die nur wenige Meter breit sind, dafür aber häufig sich vom Gipfel eines Berges bis hinunter ins Tal erstrecken. Solch zersplitterten Waldbesitz finden wir in der Gemarkung Zell-Weierbach mit z. T. sehr vielen Waldstückchen von nur 2, 3 und 4 ar und Waldstreifen von etwa (an einem Ende) 1 und 2 Meter Breite. Daß auf solchen schmalen Streifen keine rechte Waldwirtschaft getrieben werden kann, ist begreiflich. Wenn der eine Besitzer Holz schlägt, fallen seine Bäume leicht über die Grenze und schädigen des Nachbarn Wald. Wenn er aber Anpflanzungen vornimmt, dann beschattet des Nachbarn Wald seine Kultur, so daß sie nicht recht gedeiht. Ein der Gesamtheit der kleinen Waldparzellen dienender richtiger Holzabfuhrweg endlich ist selten vorhanden, well es zu schwierig ist, die vielen Besitzer zu einem gemeinsamen Wegbau zusammenzubringen. So trägt der Wald eben nicht das. was er tragen könnte, wenn die ganzen, in viele kleine Stücke zerteilte Waldfläche nach einem einheitlichen. zweckmäßigen Wirtschaftsplan behandelt würde Wie könnte diesem Mißstand abgeholfen werden? Am gründlichsten dadurch, daß alle die vier len Kleinwaldbesitzer, deren zahlreiche Waldstücke'zusammengenommen eine schöne Waldfläche bilden, ihren Wald zu einem Wirtschaftsstück zusammenwerfen, das dann nach richtigen forstlichen Grundsätzen behandelt werden und mit der Zeit sehr viel höhere Erträge abwerfen könnte. Der Wald gehörte dann der Genossenschaft. Bei der Bildung würde festgestellt, was eines jeden Genossenschaftlers Wald wert Ist. Nach dem eingeworfenen Waldwert richtete sich ein Anteil an dem Ertrag des Genossenschaftswaldes und an den Aufwendungen, die dafür zu machen sind. Es wäre aber auch eine andere, weniger einschneidende Regelung möglich, hei der jeder Genossenschaftler im Besitz seines Waldes bliebe und der Ertrag seines Waldes ihm unmittelbar zufallen würde. In der Bewirtschaftung des Waldes müßt» er sich aber den Regeln unterwerfen, die mit Rücksicht auf die ganze zusammenhängende Waldfläche aufgestellt sind. Dabei könnte man aber doch den Wünschen, Bedürfnissen und Interessen des einzelnen Genossen weitgehend Rechnung tragen, Was dabei der einzelne Kleinwaldbesitzer an wirtschaftlicher Verfügungsfreiheit einbüßen würde, da« käme ihm am beseereu Ertrag des ganzen Waldes sicherlich wieder? aalgute. Die Gottswaldgenossenschaft (Bühl, Griesheim, Weier und Waltersweier) gibt- uns hier das beste Beispiel. Wir hören so viel von Feldbereinigung, denken aber dabei nicht an ein wichtiges Volksvermögen, an unser» Wald. Die Waldgenossenschaft bedeutet für'den zersplitterten Waldbesitz etwas ähnliches wie die Feldbereinigung für den landwirtschaftlichen Besitz in Gemenglage. Auch die Waidgenossenschaft könnte das wirtschaftliche Gedeihen der einzelnen Waldbesitzer in erheblichem Maße fördern. Bezüglich des Privatwaldes in Zell-Weierbach wurden schon von vielen Waldbesitzern Anregungen zur Bildung einer Waldgenossenschaft gegeben. -Da aber viele Waldeigentümer auswärts wohnhaft sind, müßte vielleicht die Gemeinde federführend sein. (s) Marktbericht# Reichliche Anfuhr — stockender Absa% Auf dem Offenburger Wochenmarkt am 11. August 1951 wurden folgende Preise für Obst und Gemüse festgestellt: Rotkraut 12—20 Pfg., Weißkraut 10 Pfg. Wirsing 10—15 Pfg.; Kartoffeln 9 —10 Pfg.; Bohnen 20—25: Rahnen 15—20: Zwiebeln 20 Pfg.; Tomaten 30—45 Pfg., gelbe Rüben 20 Pfg.; Neuseeländer Spinat 30; Mangold 20; Kopfsalat Stück 15; Endivien 10 bis 20 Pfg.; Blumenkohl, je nach Größe 20 Pfg. bis I.— Mark; Gurken 10 bis 30 Pfg.; Kohlraben 8—15; Essiggurken 2 Pfg.: Rettiche Bund (3 Stck) 25 Pfg — Obst: Zwetschgen Pfd. 15—20 Pfg.; Aeofel Pfd. 15—30; Birnen 25 bl* 30; Johannisbeeren 25; Heidelbeeren 50; Brombeeren 40; Pfirsiche 60—80: Mirabellen 25—30; Reineclauden (Ringlotten) 30: Türkische Kirschen 15; Pfifferling 75—1.—; frische Landeier Stück 25 Pfg. Anfuhr, besonders, von Obst sehr reichlich. Marktbesuch, mäßig und Absatz stok- kend. Acherner Obstgroßmarkt Preise vom Sonntag, den 12 August 1951: Bühler Zwetschgen 19—21: Zimmerer Zwetschgen 12—17; Gerber Zwetschgen 11—15; Ringlotten 8—10; Mirabellen 25—28: Edelpflaumen 10—12; Emtepflaumen 7—8: Floto 20; Brombeeren 18: Heidelbeeren 35—39; Johannisbeeren 12; Tomaten 25; Pfifferlinge 80. Anfuhr sehr groß, Absatz gut, Markt geräumt. Zum Bundestreffen der Schlesier in München verkehrt am Sonntag, 15. September, ab Karlsruhe ein Sonderzug nach München. Die Rückfahrt erfolgt am Montag Interessenten melden sich umgehend bei Landsmann Fellmann, Ottenburg, FrieürichsUaße 40. Montag, 13. August 1931 Uksu tesu Uot das kfod (Die an dieser Steile verötieniliclnen Beiträge stellen lediglich die Meinungsäußerung des Einsenders dar. Die Veröffentlichung geschieht ander Verantwortung der Redaktion.) Offenburg muß verschwinden Diese nicht auf den ersten Blick verständliche Forderung stellt die „Münchner illustrierte" Nr. 29 vom 21. Juli. Aber die lieben Mitdeutschen in der Bayerischen Metropole, wünschen nicht unsern Untergang. Sie haben nur etwas an unserer Stadt zu kritisieren. Und' das ist keine Kritik an den Offenburger Bürgern oder Bewohnern, sondern geht die bei uns herrschende Besatzungsmacht an. In Deutschland ist, wie es scheint, Offenburgund »Centre de Regroupement de la Legion Etran- gere“ (Fremdenlegion) ein Begriff geworden. 36 000 junge Deutsche werden jährlich von den Werbestellen der Fremdenlegion erfaßt. Der größte Teil geht über Offenburg nach Afrika und in die französischen Kampfgebiete. Wenn auch in diesem Offenburger Lager gesagt wird: „Nur das beste Menschenmaterial ist gut genug für die Legion, so wissen wir doch, daß unsere Stadt ein Zielpunkt gestrandeter Existenzen ist und daß auch viele junge Menschen, oft eines geringen Fehlers wegen, den leichtfertigen und Unüberlegten Schritt über Offenburg in die Legion wagen. — Die „Münchener illustrierte" meint natürlich mit ihrer Forderung „Offenburg soll verschwinden“. die so oft geforderte Verlegung des Rekrutierungslagers nach Frankreich, denn kein. Land in Europa duldet Werbestellen der Legion. Für die Legion ist einer mit 18 Jahren schon volljährig, Das ist die große Gefahr, daß Kinder so früh dem Erziehungsrecht der Eltern entzogen werden. — In dem Bildbericht schilderten zwei Journalisten ihre spannenden Erlebnisse im Lager Offenburg — sie batten sich auf der Wache für die Legion selber anwerben lassen und erfuhren so Einzelheiten, die ein Außenstehender sonst nicht kennt. R Gottesdienstordnungen Gengenbach. Montag: 6.30' 3. Opfer für Lina Birkenmeier, geb. Riehle; 7.15 Seelenamt für die Verstorbenen der Familien Ludwig Michael Willmann und Georg Wußler, Reichenbach; 6.00 in Reichenbach hl. Messe zu Ehren der Mutter Gottes von der immerwähren- Hilfe. — Dienstag: 6.30 hl. Messe für Prof. Emil Weber und Sohn Hermann; 7.15 hl. Messe für Franziska Ficht, geb. Lehmann, Eltern und Geschwister, Schwaibach; 7.00 best. Berglemesse; 17.00—19.00 Beichtigele- genheit. — Mittwoch: Mariä Himmelfahrt: kirchlich und. staatlich gebotener Feiertag, Gottesdienste wie an Sonntagen; 14.00 feierliche Vesper* mit Segen. — Donnerstag: 6.30 hl. Messe für Josef Späth und Ehefrau, Binzmatt; 7.15 hl. Messe für Krieger. Heinrich Wußler, Mittelbach; 9.00 Trauungsamt (Gmei- ner — Schillinger); 18.00 hl. Stunde mit Herz-Jesu-Liebeswerk. Evang. Kirche Gengenbach. Mittwoch: 9.30 Gottesdienst in der Anstaltskirche zu Fußbach; 14.00—16.00 Sprechstunde der evang. Fürsorgerin im Pfarrhaus. Offenburger Tageblatt Chefredakteur: Adolf Kimmig Verantwortliche Redaktion: Adolf Kimmig (Politik)! Franz Josef Mayer (Badner Land): Karl Gles (Kultur. Unterhaltung und Helmatbeilage): Alois Hörth (Sport): Herbert Bubles (Allg Beilagen): Walter fiebert (Landw. Beilage): Heimatteil: Dr- Alfred Gailer. Adolf Kimmig i. Urlaub; Vertr.: Franz Josef Mayer (Politik). Druck 4 Reiff & Cie., Offenburg r Der Herr über Leben und Tod hat meinen lieben Mann, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater, Bruder Schwager, Onkel und Großvater Josef Bader Landwirt und Zimmermann wohlvorbereitet mit den heiligen Sterbesakramenten im Alter von 72 Jahren zu sich in die ewige Heimat abgerufen. Nur wer ihn kannte, weiß was wir verloren, denn sein Leben war nur Arbeit und Sorgen für seine Lieben. Zunsweier, den 11. August 1951. In tiefer Trauer: Frau Maria Bader, geb. Menzer Karl Bader und Familie Alfred Stark und Familie August Scherer und Familie Josef Schneckenburger und Familie Herbert Bau und Familie und alle Enkelkinder Beerdigung: Dienstag 9.30 Uhr. , r Geschäftseröffnung Am Donnerstag, den 9. August er- ötfnetenwir in Ottenburg, Kittelgasse 2 (Küher Boschdienst) ein Einkaufs-, Verkaufsund Kommissionsgeschäft mit Damen- u. Herrenbek eidung, Gold- u. Silberwaren, Altgold u. Silbermünzen, sowie Gebrauchsgegenständen aller Art Einkaufs- u.Verkaufs-Zenlrale Offenburg Klttslgass« 2 Inh. ß. Otto J Kippaufbauten motorhydraulisch für alle Fahrzeuge, bei billigster Berechnung Schnurr & Zimmermann Baden-Badan Telefon 60809 t Todesanzeige und Danksagung Unser liebes Mütterlein, Schwiegermutter und Oma hau Sofie Scherer Wwe. ist am 6. August im Alter von 74 Jahren wohlvorbereitet mit den hl. Sterbesakramenten, unerwartet rasch von uns gegangen. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. Ein herzliches Vergelt’s Gott all denen, die ihr während ihrer Krankheit Gutes erwiesen haben, besonders den ehrw. Schwestern des Vinzentiushauses für ihre überaus aufopfernde Pflege, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und denen, die ihr das letzte Geleit gaben. • Offenburg, den 13. August 1951. Moltkestraße 50 In tiefer Trauer: Frau Maria Arnold Familie Erich Zeäser Familie Emil Bühler t Mein lieber Mann, unser herzensguter Vater,- Schwiegervater und Großvater Leonhard Bach Oberpostinspektor i. R. wurde am 9. .August 1951 von seinem langen, schweren Leiden im Alter von 73 Jahren durch den Tod erlöst. Dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend, fand die Beisetzung in aller Stille statt. Für die ihm während seiner Krankheit und anläßlich seines Ablebens erwiesene Teilnahme sagen wir allen unseren herzlichen Dank. Im Namen der Angehörigen: Frau Anna Bach, geb. Schilling Offenburg, im August 1951. Besucht Cafe WUeMHuUet Ooldschauer Betlfedernreinigung jeden Donnerstag E. Tischer Ottenburg, Hauptstr. 85 1 auch t* achwaran Fällen d. RummisI (SaCba hl Zäpfchaa). Teuaandfach bewährt. la Apotheken erhärtt Proap. d. Cham. iah. Schneider, Wlaabadaa 1SJ Stepp-und Daunendecken Neuanfertigung — Umarbeitung. große Stoffauswahl, günstige Preise. Verlangen Sie bemustertes Angebot. P. Schwalkart, Offenberc Friedenstr. 36 — Tel. 1890 Sauna-Bad vom 20- August bis einschlie&lidi 1 - September wegen Betriebsferien geschlossen Sieh mail Alle notwendigen Dinge, die man aut einer Radtour benötigt, bringt man bequem in den neuen praktischen Packtaschen von Bubi unter. Alle Farben und jede Größe vorrätig ab . . . DM 4.95 Dazu die 3-Gangschalhing, die alle Steigungen mühelos überwindet und nur DM 16.96 kostet bei i Okensii aüe 1 Sport- Kleidung Trikot-Hosen Stutzen u. die sportliche Kleidung vom Sporthaue Seifd Hauptstr. 70, T.1 067 4 Statt Karten Mit unseren Kindern Friederike und Eberhard treuen wir uns über die jy glückliche Geburt eines gesunden Töchter chens. Gertrud Deck, geb. Plpnk Eugen Deck, Dipl rer. pol Offenburg den 10. August 1951 Hauptstr. 81 Die Zeitungs- Anzeige hilft werben Änzeigen-Ännahme für die Heimaizeiiung Erich Haber, Friseurgeschäft Urlotfen, Hauptstraße 112 Anzeigenmuitei und Texte (ÜI Familien- und Geschääsanzeigen liegen aut Sie erhallen gerne Auskunft' Hiesen-Erdbeere „Schwan« Ananas" auch Bluterdbeere genannt, die ertragreichste wohlschmeckendste Sorte mit schwarzroten, köstlich süßen, aromat. Früchten. Tafelsorte ersten Ranges! Beste Sorte f. Saftgewinnung u. zum Einmachen, behält im Konservenglas die schöne tiefdunkle Farbe, ist der Stolz der Hausfrau. Die einzigste Sorte, die sich niemals verändert, für die Nachzucht von Pflanzen äußerst wichtig. 50 kräft. Pflanzen mit Kulturanweisung 3.50 DM, 100 St. 6.— DM, 250 St. 13.— DM, 500 St 25.— DM, 1000 St. 48.— DM. Großversandgärtnerei Hollge, Oestrich-Winkel 96. Größt. Erbeerpfl.-Vers. 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