SrtenaE B-MMMWurgee Mitiurs Lr«heint vVctisaUtÄ» vtsrnoi. Rsrugrprsi» kllr a«> t»uj«r- den Monat DM 8.38 zuzüglich 30 Pf. Trägerlohn. Einzelnummer 30 Pf. tm Falle höherer Gewalt oder bei Betriebsstörung hat der Bezieher Keinen Anspruch auf Lieferung od Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreise». Ältestes Heimatblatt für Stabt unö Seriell Qffeaburo ÄareigeadlaN mit anerkannt guter Werdewirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenburg. Zur Zelt ist die Anzeigenpreisliste Nr 8 gültig. Druck u. Verlag A. Reiff & Cie., Bucbdruckerei. Offenburg Baden Geschäftsstelle: Offenburg, KomstraQe 10. Fernsprecher. Offenburg Nr. 1531. 8134 u. 13T7. Postschließfach Ni 33? Postscheckkonto: Karlsruhe Nr 136 81. Nummer 132 Samstag, 25. August 1951 Ausgabe a 140. Jahrgang 20 Milliarden Bundeshaushalt 1951/52 6,6 Milliarden DM Verteidigungslasten und 9,3 Milliarden DM für Besatzungskosten Bonn. Das Bundeskabinett hat am Freitag den Nachtragshaushalt des Bundes für das laufende Rechnungsjahr 1951/52 fertiggestellt, womit der Bundeshaushalt für dieses Rechnungsjahr insgesamt eine Höhe von 20 460 000 000 erreicht. Der Nachtragshaushalt macht davon rund fünf Milliarden aus. Der Gesamthaushalt ist bis auf einen Posten von 1,63 Milliarden aus dem Etat für Verteidigungslasten — wie die Besatzungskosten jetzt genannt werden — und einen Posten von 440 Millionen Mark für Investitionen im außerordentlichen Haushalt ausgeglichen. Auf der Einnahmenseite stehen dabei 200 Millionen Mark, die durch Aufwand- und Autobahnsteuer eingebracht werden sollen, für die sich das Kabinett zugleich endgültig entschied. Im Bundeshaushalt sind insgesamt 6,6 Mil liarden Mark als Verteidigungslasten eingesetzt Fünf Milliarden davon werden durch ordentliche Einnahmen gedeckt und stehen im ordentlichen Haushalt, 1,63 Milliarden stehen im außerordentlichen Etat und sollen durch Anleihen aufgebracht werden. Schaffer sprach dazu die Hoffnung aus, daß sich in den deutsch-alliierten Gesprächen eine Lösung finden lassen werde, die nötigen Kredite aufzubringen, ohne daß politische Fragen dabei berührt werden. Der Posten Verteidigungslasten im ordentlichen Haushalt macht insgesamt allerdings 5874 Millionen Mark aus. 800 Millionen Mark über die fünf Milliarden hinaus sind „nicht anerkannte Besatzungskosten“, die als Folgelasten der eigentlichen Besatzungsauflagen für den Bund entstehen. Insbesondere sind das Aufwendungen für den Erwerb von Grundstücken für Besatzungsbauten, Aufschließungskosten für Besatzungsgrundstücke und die Sozialversicherungsbeiträge für die rund 500000 deutschen Angestellten der Besatzungsmächte. Schaffer rechnete vor, daß die Summe der Posten des Besatzungsetats — fünf Milliarden im ordentlichen Haushalt, 1,6 Milliarden im außerordentlichen Haushalt, 800 Millionen nicht anerkannte Besatzungskosten und 1,9 Milliarden Besatzungskostenüberhang aus dem Vorjahr — zusammen die in der Oeffentlichkeit bisher diskutierte Zahl von 9,3 Milliarden ergäbe. Wie im Vorjahr sei jedoch auch in diesem Jahr damit zu rechnen, daß ein Betrag von 1,9 Milliarden wieder auf das nächste Etatjahr übernommen werden könne. Der ordentliche Haushalt plus Nachtrag ist mit 17,26 Milliarden Mark ausgeglichen. Der außerordentliche Haushalt plus Nachtrag schließt mit 3,2 Milliarden Mark Ausgaben. Davon sind die Verteidigungslasten in Höhe von 1,63 Milliarden und die Ausgaben für Investitionen in Höhe von 440 Millionen nicht Tokio. Die Kommunisten brachen am Donnerstag die Waffenstillstandsverhandlungen von Kaesong ab, die vor 45 Tagen begonnen hatten. In einer in Tokio veröffentlichten Mit' teilung des UNO-Oberkommandos wird fest gestellt, daß die Kommunisten die Waffen' ruhe-Verhandlungen „von sofort an“ abbrachen, weil alliierte Flugzeuge angeblich am Mittwochabend Napalm-Brandbomben in der neutralen Kaesong-Zone abgeworfen hätten. Die Erklärung der Kommunisten wurde einem UNO-Verbindungsofflzier übermittelt, der sich auf ihre Aufforderung zur Untersuchung des angeblichen neuen Zwischenfalls nach Kaesong begeben hatte Die Mitteilung des UNO-Oberkommandos weist im Gegensatz zur Erklä rung der Kommunisten darauf hin, eine Un tersuchqpg an Ort und Stelle habe zu einem Bericht geführt, „der vom ersten bis zum letzten inszenierte Machenschaft ist“-. Der kommunistische Verbindungsoffizier Oberst Chang habe „nach offensichtlich lange im voraus vorbereiteten Notizen gesprochen“, als er zwei UNO-Verbindungsoffizieren den Abbruch der gedeckt. Der dritte Posten des außerordent- Verhandlungen mitteilte. In Tokio herrschte Harriman noch optimistisch Britische Fadileute in Abadan bereiten sich auf „politische Belagerung" vor Teheran. Der amerikanische Sonderbeauf-1 treffen auf dem Londoner Flugplatz, er vertragt« Averell Harriman äußerte sich am | traue darauf, daß eine befriedigende Lösung Freitag in Teheran trotz der Unterbrechung des Oelproblems bei etwas gutem Willen auf liehen Haushaltes, lediglich ein Durchgangsposten, ist die ERP-Hilfe in Höhe von 1130 Milliarden. Auf der Ausgabenseite des ordentlichen Etats stehen neben den Verteidigungslasten als größter Posten die Sozialausgaben in Höhe von 7,07 Milliarden Mark. Dieser Posten erhöht sich durch die Sozialaufwendungen für Berlin um 620 Millionen. Schäffer wies darauf hin, daß sich die Sozialausgaben insgesamt gegenüber dem Vorjahr um 47 Prozent erhöht hätten Andere Posten der Ausgabenseite sind: 752 Millionen Mark für Sübventionen, 400 Millionen Mark für den Wohnungsbau, 610 Millionen Mark für die Berlinhilfe, 665 Millionen Mark für den Schuldendienst. 1628 Millionen Mark Verwaltungsausgaben als Hauptposten. Ingesamt übersteigen die Ausgaben die Einnahmen um 275 Millionen Mark. Diese Summe soll als Globalabstrich an den Ausgaben auf die Einnahmeseite des Haushaltes gesetzt werden, so daß der ordentliche Haushalt ausgeglichen ist. Auf der Einnahmeseite des ordentlichen Gesamthaushaltes steht als größter Posten der Ertrag der Umsatzsteuer mit 6,625 Milliarden Mark. Das Bundeskabinett beschloß am Freitag, als neue Einnahmequellen zum Ausgleich des Bundeshaushaltes die Aufwandsteuer und die Autobahnsteuer einzuführen. Beide Steuern sollen je hundert Millionen Mark bringen. Bundesfinanzminister Fritz Schäffer sagte daß die Einzelheiten der Aufwandsteuer und der Autobahnsteuer noch nicht festgelegt sind. Verhandlungsabbruch in Kaesong? Kommunisten nahmen angebliche Neutralitätsverletzung hierzu zum Anlaß Sender Peking spricht von „Suspendierung” der britisch-persischen Oelverhandlungen mit einem gewissen Optimismus über das Oel- problem Er betonte, daß unter der von ihm vorgeschlagenen Formel eine Verhandlungsgrundlage geschaffen worden sei. Sie werde von beiden Parteien als vernünftig anerkannt und auf ihr könnten die Verhandlungen wieder aufgerfommen werden. Harriman äußerte die Hoffnung, nach Teheran zurückzukehren, wenn seine Anwesenheit dort von Nutzen sein würde. Harriman, der am Freitagabend nach Belgrad abgeflogen ist, sagte vor Pressevertretern; „Ich fliege auf Einladung der jugoslawischen Regierung und hoffe mit Marschall Tito über zusätzliche amerikanische Hilfeleistungen zu verhandeln“. Nach dem Scheitern der Teheraner Oelverhandlungen packten die im Erdölgebiet beschäftigten ausländischen Oelfachleute am Freitag ihre Koffer. Insgesamt werden in den persischen Oelfeldern 17 000 persische Arbeiter brotlos, wenn die ausländischen Techniker das Land verlassen. Die 28 000 persischen Arbeiter der Raffinerieanlagen in Abadan werden jedoch zunächst weiter bezahlt. Der Kern der Belegschaft ddr Raffinerie — etwa 500 britische Fachleute — wird in Abadan bleiben und bereitet sich auf eine „politische Belagerung“ vor. Schutz dieser britischen Spezialisten würden notfalls die im persischen Golf liegenden zehn britischen Kriegsschiffe und die in der Suez-Kanal- Zone und auf Opern stationierten britischen Luftlandetruppen übernehmen. Der Leiter der britischen Verhandlungsdelegation in Teheran. Lord Siegelbewahrer Stokes, sagte am Freitagvormittag bei seinem Einbeiden Seiten gefunden werden könne. Bie Gespräche in Teheran hätten zu einem besseren Verständnis der beiderseitigen Auffassungen geführt. Das Haupthindernis für eine Einigung sei eine befriedigende Regelung für das technische Personal der Anglo-Iranian in Abadan. am Donnerstag der Eindruck vor, daß der von den Kommunisten herbeigeführte Abbruch der Kaesong-Verhandlungen endgültig sein soll. Kurze Zeit darauf erklärte der Sender Peking jedoch, der Abbruch beziehe sich nur auf die Sitzung vom Donnerstag, den ?3. August. Von dem Abbruch sei nur die für diesen Tag geplante Sitzung des Ausschusses für die Festlegung der Demarkationszone berührt, nicht jedoch die Waffenstillstandskonferenz von Kaesong als solche. Die Erklärung des Senders Peking wurde zweimal wiederholt. Es heißt darin ferner, die Kommunisten könnten gezwungen sein, ein neues Verfahren einzuschlagen. wenn die Amerikaner nicht aufrichtig antworten. Der Pekinger Sender erläuterte nicht, was mit „neuem Verfahren“ gemeint ist. Der Abbruch der Waffenstillstandsverhand- lungen in Kaesong wurde von amtlichen amerikanischen Kreisen in Washington am Donnerstag als willkürliche Entscheidung der Kommunisten bezeichnet, die wahrscheinlich von Moskau diktiert worden sei. Es 'herrscht der Eindruck vor, daß die Kommunisten den Abbruch der Besprechungen beschlossen, als es die Unterhändler der UNO klarmachten, daß sie in der Frage der Waffenstillstandslinie nicht nachgeben werden. General Ridgway wird wahrscheinlich neue und schärfere Bedingungen für eine eventuelle Wiederaufnahme der Waffenstillstandsver handlangen stellen. Wahrscheinlich werde der UNO-Oberkommandierende auch einen neuen Verhandlungsort verlangen. Der Rundfunksender des UNO-Oberkommandos sprach am Freitagmorgen in einer für China und Korea bestimmten Sendung im Zusammenhang mit den kommunistischen Behauptungen von einer „lächerlichen Farce“. Schnellzug Frankfurt - Paris gerammt Zwölf Tote und zwanzig Verletzte - Ein Sabotageakt ? Metz. Der Schnellzug von Frankfurt nach Paris wurde in der Nacht zum Freitag von dem Schnellzug Basel — Calais in der Nähe von Metz gerammt. Mindestens zwölf Reisende sind ums Leben gekommen, zwanzig erlitten zum Teil schwere Verletzungen. In dem Schnellzug aus Frankfurt reisten zahlreiche Soldaten, darunter viele Amerikaner. Auch unter den Toten sind zwei amerikanische Soldaten Die amerikanische CID- Abteilung in Fontainebleau hat sich sofort mit dem Fall befaßt, da Sabotageverdacht besteht. Zwei Beamte dieser Dienststelle haben sich sofort im Flugzeug nach Metz begeben. Der Frankfurter Zug rollte gegen vier Uhr früh wegen dichten Nebels mit erheblich herabgesetzter Geschwindigkeit mit einer halben Stunde Verspätung auf Metz zu, als bei Sanry- sur-Nied der Baseler Zug, der auf dem gleichen Gleis mit achtzig km Stundengesdiwin- digkeit kam, auf ihn auffuhr. Die letzten für die amerikanischen und französischen Besätzungstruppen reservierten Wagen wurden am stärksten beschädigt. Der letzte Wagen des Frankfurter Zuges wurde völlig zertrümmert, der vorletzte Wagen sprang aus dem Gleis. Insgesamt sind zwölf Tote und zwanzig Verletzte — darunter zehn Schwerverletzte — zu beklagen. Der Sabotageverdacht entsprang, wie in Paris verlautete, aus zwei Umständen. Einmal war der Zug zu einem großen Teil mit amerikanischen bisher in Deutschland stationierten Soldaten besetzt, die nach Metz und Verdun versetzt worden waren. Außerdem wurde unmittelbar nach dem Unglück ein Ueberfall auf den Postwagen des Frankfurter Zuges verübt, wobei es den in der Dunkelheit unerkannt .gebliebenen Tätern gelungen sein soll, einen Teil des Postgutes zu rauben. die Tut ist mkl zufesärtopett fm. Der Abbruch der Verhandlungen im persisch-britischen Oelkonflikt am Vorabend des 25. August, einem Tag, an dem das persische Volk Gelegenheit hat, der zehnjährigen Wiederkehr eines merkwürdigen Tages zu gedenken, hat in der Welt Bestürzung hervorgerufen. Am 25. August 1941 nämlich landeten britische Truppen überraschend in Persien und besetzten den südlichen Teil des Landes, während die Kommunisten in die nördlichen Provinzen vordrangen.' In England ist man über das Scheitern der Besprechungen sehr enttäuscht und der Auffassung, daß die neue Phase in der Auseinandersetzung mit Persien gefährliche Züge trage. Schließlich geht es hier rieht nur allein um das Gel, das für beide Teile ein Geschäft darstellt, sondern auch um nationale Prestigefragen. In diesen aber sind nicht nur die Regierungen, sondern auch die Völker beider Länder sehr empfindlich. Daß sich in Persien, das erst seine Unabhängigkeit errungen hat, der Nationalismus zum Fanatismus steigert, ist mit eine Ursache, weshalb England in Teheran nicht zum Zuge kam. ^Welche Blüten dieser nationale Fanatismus treibt, dürfte dem Lordsiegelbewahrer Stokes anläßlich eines Gespräches mit Kaschani deutlich geworden sein, der ihm erklärte, daß jeder Perser, der den britischen Vorschlägen zustimme, das Schicksal des Ministerpräsidenten Razmaras teilen werde. Mussadiq war in dieser Hinsicht mehr als einmal gewarnt worden, so daß er es vorzog, sich in - das Parlamentsgebäude in Sicherheit zu bringen. Es besteht kein Zweifel darüber, daß er an dem Tage einem Attentat zum Opfer gefallen wäre, an dem er es gewagt haben würde, dem britischen Vorschlag zuzustimmen und die Leitung der neuen Erdölgesallschaft einem Briten zu übertragen. ' - Die Tatsache, daß eine ganze Anzahl Perser, die sich auf verantwortlichem Posten befinden, den britischen Vorschlägen zustimmen, ist nicht unmotiviert. Aber sie, wie auch andere politische Persönlichkeiten, sind nicht in der Lage, auch nur die geringsten Zugeständnisse zu machen, obgleich die britischen Vorschläge durchaus als fair angesehen werden können. England, das eine Verstaatlichung wenigstens in ihren Grundzügen anzuerkennen bereit war, glaubt es mit seinem Ansehen als Großmacht nicht vereinbaren zu können, die persischen Gegenvorschläge anzunehmen, die letzten Endes kein anderes Ziel kennen, als nach einer Verstaatlichung der Gelquellen aber auch jeden britischen Einfluß sowohl in bezug auf Produktion wie auch auf den Vertrieb auszuschalten. Nach dem Abflug Stokes aus Teheran gab das britische Außenministerium in einer Erklärung der persischen. Regierung die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen. In der Erklärung wird allerdings betont. daß Großbritannien jederzeit zur Wiederaufnahme der Besprechungen auf der Grundlage der Vorschläge, die der Beauftragte Trumans, Harriman, und des ersten persischen Oel-Verstaatlichungs-Gesetzes vom 20. März bereit sei, sofern Persien die Bereitschaft zeige, in einem Geist des guten Willens, der Vernunft und der unumgänglichen Tatsachen zu verhandeln. Inzwischen will sich Großbritannien auf die einstweilige Verfügung des Haager Gerichtshofes vom 5. Juli stützen und das Verfahren vor dem Gerichtshof bis zu einer endgültigen Entscheidung durchfechten Weitaus 'ernster als die unmittelbaren Folgen, die sich aus dem Abbruch der Verhandlungen ergeben, ist das Schicksal Persiens selbst. Die Gefahr, daß das Land ohne Hilfe des Westens am Rande des sowjetischen Abgrunds absinkt, ist sehr groß. Auf die Fehler zu verweisen, »die von westlicher Seite begangen worden sind und die dazu beigetragen haben, daß die Verhältnisse bis zur Katastrophe gediehen sind, ist es zu spät. Erst vor kurzem hat der langjährige Finanzberater des persischen Ministerpräsidenten, Edward Ahslev Bayne, in den Foreign Affairs dargelegt, daß weder England noch die USA rechtzeitige psychologische Momente erkannt haben, ohne deren Berücksichtigung Persien nicht für den Westen erhalten werden kamt Ob Persien die große Gefahr, die dem Land droht, erkennt und im letzten Augenblick selbst das Steuer herumzureißen vermag, erscheint mehr als fraglich. Eine andere Frage wird sein, wie lange das Land noch in der Lage sein wird, seine Neutralität aufrecht zu erhalten, vor allem dann, wenn Moskau nach d«n schweren Schlag, den der Westen mit Abbruch der Verhandlungen zweifellos erlitten hat, seine ganzen Mittel aufbietet, um Persien auf irgendeine Weise unter seine Gewalt zu bringen. Die wirtschaftlichen, wie die politischen Probleme haben sich vermehrt. Es fehlt in Persien bereits nicht an Stimmen, die sidi darin einig sind, daß die Perser unter den augenblicklichen Verhältnissen nicht in der Lage sind, sich selbst zu regieren und von außen unbedingt Hilfe benötigen. Daß die Zeit gegen Teheran arbeitet, wird der persischen Regierung sehr bald zum Bewußtsein kommen, ln der Teheraner Presse wird bereits die Frage aufgeworfen, wie die Regierung sich den weiteren Weg denke. Auch der Sender Teheran erklärte, daß unbedingt ein Weg gefunden werden müsse, der zu einer Lösung führe, die einerseits die Interessen der persischen Regierung und andererseits jene der ehemaligen Aktiemäre im Rahmen des Verstaatlichungsgesetzes wahre. Sonderbotschafter Harriman brachte nach dem Abbruch der Verhandlungen zum Ausdruck, daß die Tür in Teheran nicht zugeschlagen ist Daran knüpft sich die Hoffnung, daß sowohl England als auch Persien jede sich bietende Möglichkeit, die eine Wiederaufnahme der Besprechungen als diskutabel erscheinen lassen, wahrnehmen werden. Noch ist, wenn beide Partner die Nerven nicht verlieren und einigermaßen einen klaren Kopf behalten, eine große Gefahr abzuwenden. Ein Kompromiß, ein modus vivendi, könnte dann trotz der offensichtlich verworrenen und fast ver-l zweifelten Lage möglich sein. > Fette bejaht Verteidigungsbeitrag DGB will Bötkler-Kurs fortse^en Bonn. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Christian Fette sprach sich am Freitag vor der Presse in Bonn für einen deutschen Beitrag zur Verteidigung des Westens aus. »Als verantwortlicher Vorsitzender einer großen demokratischen Organisation halte ich es für absolut notwendig, daß wir unsere Freiheit gegen jeden totalitären Angriff verteidigen“. Ein deutscher Verteidigungsbeitrag könne jedoch nur innerhalb einer europäischen Armee bei völliger Gleichberechtigung aller Beteiligten geleistet werden. Der DGB-Vorsitzende sprach sich dann für den Schumanplan aus. „Wenn ich zwischen dem Schumanplan, wie er ist, oder überhaupt keinem Schumanplan zu wählen hätte, würde ich mich für den Schumanplan entscheiden“, sagte er. Auf die Frage, ob eine solche Einstellung ihn nicht in Opposition zu dem SPD- Vorsitzenden Dr. Schumacher bringe, antwortete Fette, daß die Gewerkschaften realistische Politik treiben müßten. „Wir können nicht sagen .alles oder nichts* wie die Führer politischer Parteien es können“. Der DGB stünde nicht unter Kontrolle der SPD. Der DGB gedenke, den Böcklerkurs fortzusetzen. Die Weigerung der Alliierten, die deutsche Kohlenexportquote .zu senken, habe gezeigt, daß sie schlechte Psychologen waren, sagte Fette. Es sei mehr oder weniger dasselbe, ob die Bundesrepublik 6,2 Millionen Tonnen Kohle im Quartal exportieren müsse, aber die psychologische Wirkung einer Herabsetzung der Kohlenexportquote wäre bedeutend ge- wesen. Politische Sünden, wie die Alliierten sie mit der Festsetzung der Kohlenexportquote begangen hätten, seien für den wachsenden Rechts- und Linksextremismus verantwortlich. Die Besprechungen mit Bundeskanzler Dr. Adenauer auf dem Bürgenstock über die Reorganisation im deutschen Kohlenbergbau hätten ihn und die Gewerkschaften zufriedengestellt. Der Bundeskanzler habe unter anderem dem DGB einen führenden Posten im Bundeswirtschaftsministerium angeboten, wobei offen sei, ob der Kanzler die Stelle eines Ministerialdirektors oder eines Staatssekretärs im Auge habe. Dabei halte er es persönlich für nicht gut möglich, sagte Fette, daß der DGB durch die Entsendung eines Vertreters in das Wirtschaftsministerium die Mitverantwortung für die Wirtschaftspolitik übernehme solange Prof. Erhard Bundeswirtschaftsminister sei. Kriegsgefangenenpakete in die Sowjetunion Hamburg. Die Wohlfahrtsverbände Im Bundesgebiet- wollen von September an monatlich jedem noch in der Sowjetunion zurückgehaltenen früheren deutschen Wehrmachtsangehörigen ein Standardpaket mit Textilien und Artikeln dfes notwendigsten tag liehen Bedarfs senden. ÜäMI ll PÄW® Sondeskanxlor Dr. Adenauer werde am VMMag- nadMBlttag m Bundesprtsident Prof. Ben> aut Fortsetzung der am Dienstag begonnenen B eepr r chang 8her die wichtigsten innen- und augenpeiltl- seben Fragen empfangen. Bundeswirtschaftsaiinlster Professor Erhard enter- richtete am Donnerstag die Wirtschaftssachverständigen der alliierten Hohen Kommission aaf dem I -tersberg aber die Ergebnisse der Interzonenbe- sprediungem zwischen den Beauftragten der Bändel- regierung und des SowletaonenbehSrden. Die alliierte Hohe Kommission hat der Bundesregierung den Text des Gesetaentwurfes Uber dla Behandlung der deutschen Vermögenswerte im Ausland zugeleitet, über die in der kommenden Woche zwischen Deutschen und Alliierten verhandelt werden wird. mit dem Abtransport deutscher AKO-Aktten für Renarationszwecke und die zwangsweise Ablieferung durch die Landeszentralbanken ist nach Mitteilung der Schatzvereinigung für privaten Wertpaplerhe- sitz begonnen worden. Die kürzlich freigegebenen MW Millionen DM nag dem ERP-Sonderkonto des Marshsilpiaa-Gegonwert- fonds sollen hauptsächlich der Bergwerkstndnstrto, dem Bergarbeiter- Wohnungsbau nnd landwlrtschnft- lichea Siedlungen sugute kommen. Sie Industriegewerkschaft Metall in Hessen hat am Freitag zum streik in der hessischen MptaiHndnstrlo aufgerufen, mit dem sie ihre Lohnforderung durchsetzen will. KSnig Paul von Griechenland und Königin Friederike werden Anfang nächsten Monats nach Deutschland reisen, um am 4. September ln Hannover an der Hochseitsfeier des Erbprinzen Ernst August von Hannover mit Prinzessin Ortrad von Schleswig-Holstein-Glücktburg teilzunehmen. Der ägyptische Ministerpräsident Naha Pascha erklärte am Donnerstag, Aegypten sei entschlossen, den britisch-ägyptischen Vertrag von 19K aufzuheben und den Westmächten im Falle eines Krieges nur dann Hilfe zu leisten, wenn seine nationalen Forderungen erfüllt werden. Einheitliche Grundsätze für Vertriebene Bundeskabinett verabschiedet Entwurf-Grundsätze für allgemeine Begriffsbestimmungen Bonn. Das Bundeskabinett hat am Freitag einstimmig den Entwurf eines Bnndesvertrie benengesetzes verabschiedet, durch das die Vertriebenen in den Ländern nach einheitlichen Richtlinien und Grundsätzen behandelt werden sollen. Der ursprüngliche Plan, für die Vertriebenen die Vergünstigungen der Paragraphen 7e (erhöhte Abschreibungsfreiheit für Fabrikgebäude, Lagerhäuser und landwirtschaftliche Betriebsgebäude) und 10 a (Begünstigung des nicht entnommenen Gewinns) des Einkommensteuergesetzes in diesem Entwurf bis 1956 zu verankern, wurde fallengelassen. Dafür schien den Vertriebenen die steuerlichen Belastungen durch Beihilfen ersetzt werdet!, für die im Etat des Bundesvertriebenenministe- riums entsprechende Mittel eingesetzt werden sollen. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß — allerdings zunächst nur bis 1952 — die bisherigen Erleichterungen praktisch bestehen bleiben. Die Gültigkeit des Paragraphen 7 a -(Bewertungsfreiheit für die beweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens) bis 1956 ist ebenfalls nicht verankert, da diese Vergünstigung bereits nach dem Willen des Bundestages für die Vertriebenen ohnehin im Einkommensteuergesetz gewährleistet wurde. Ministerialrat Clemens Werber vom Bun- desvertriebenenministerium sagte, es werde erwartet, daß der Bundesrat keine wesentlichen Einwendungen gegen den Gesetzentwurf erheben wird. Der praktische Weg für die Vertriebenen, durch Beihilfen zu den genannten Vergünstigungen zu kommen, soll durch eine Rechtsverordnung geklärt werden. Die Vertriebenen sollen den vollen Steuersatz zahlen und dann beim Bundesvertriebenen- ministerium eine Beihilfe in entsprechender Höhe beantragen, ebenso, wie sie bisher die Steuererleichterung beim Finanzamt beantragt haben. In dem Entwurf werden bundeseinheitliche Grundsätze für die allgemeinen Begriffsbestimmungen, die Betreuung, den Ausweis, die Umsiedlung, Eingliederung und einzelne Rechtsverhältnisse aufgestellt Der Entwurf unterscheidet zwischen Vertriebenen, Heimht- vertriebenen und Sowjetzonenflüchtlingen. Vertriebener ist wer als deutscher Staatsangehöriger oder deutscher Volkszugehöriger seinen Wohnsitz in den deutschen Gebieten ostwärts der Oder-Neiße-Linie oder in den Ge bieten außerhalb der Grenzen des deutschen Reiches nach dem Stand vom 31. Dezember 1937 hatte und den Wohnsitz im Zusammenhang mit den Erignissen des zweiten Weltkrieges infolge Vertreibung verloren hat Heimatvertriebener ist ein Vertriebener, der bereits vor dem 1. Januar 1938 seinen Wohnsitz in diesen Gebieten hatte. Sowjetzonenflüchtling ist ein deutscher Staatsangehöriger oder deutscher Volkszugehöriger, der wegen einer ihm drehenden Gefahr für Leib und Leben oder für die persönliche Freiheit seinen Wohnsitz in der Sowjetzone oder im Ostsektor Berlins aufgeben mußte. Kinder, die nach der Vertreibung geboren sind, erwerben die Vertriebenen- oder Flüchtlingseigenschaft des Elternteils, dem im Zeitpunkt der Geburt oder der Legitimation das Recht der Personensorge zusteht Vertriebene, Heimatvertriebene 4 und Sowjetzonenflüchtlinge eihalten bundeseinheitliche Ausweise in jeweils verschiedener Farbe. Die Bundesregierung wird nach dem Entwurf ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates andere Personengruppen, für die die Merkmale der drei Begriffe zutreffen, als solche anzuerkennen. Hierunter fallen beispielsweise die Deutschen aus Kehl, dem Saargebiet und der Insel Helgoland. Beim Bundesvertriebenen- ministerium und den zentralen Dienststellen der Länder sollen Flüchtlingsbeiräte geschaffen werden. Das Flüchtlingssiedlungsgesetz soll dem Bundesvertriebenengesetz durch Aende- rungsvorschriften angepaßt werden. Prüfungen und Befähigungsnachweise, die Vertriebene und Sowjetzonenflüchtlinge bis zum 8. Mai 1945 im deutschen Reichsgebiet nach dem Stand vom 31. Dezember 1937 abgelegt haben, sollen im Bundesgebiet und in Westberlin grundsätzlich anerkannt werden. Alphands Pläne für die Europa-Armee «Europäischer Nationalismus muß Nationales überlagern* Paris. Der stellvertretende französische Ministerpräsident und Verteidigungsminister Georges Bidault erklärte beim Verlassen einer Konferenz, der Fachminister über die Europaarmee, die Anschauungen des französischen Botschafters Herve Alpband; der die Konferenz über die Europaarmee leitet, hätten innerhalb des Kabinetts Zustimmung gefunden. Der französische Abgeordnete Philippe Barres gab einem Reuter-Vertreter eine Darstellung der Pläne für eine Europa-Armee, die Herve Alphand vor dem außenpolitischen Ausschuß der französischen Nationalversammlung vorgetragen werden soll. 1. Danach sei die Aufstellung von 20 europäischen Divisionen bis Ende 1953, davon fünf oder sechs deutsche vorgesehen. 2. Die Europa-Armee würde einem europäischen Verteidigungskommissar unterstehen, der nach seinen militärischen Qualifikationen zu wählen wäre (es könnte daher, sagte Barres, auch ein Deutscher sein). 3. Die Entscheidungen des Verteidigungiskommissars, wären bindend. Ihm würde das gesamte zivile und militärische Personal der europäischen Streitkräfte einschließlich der Ausbildung unFlugzeug mit 47 Insassen abgestürzt terstehen. Nach der Darstellung Barrös würde der Verteidigungskommissar für die Organisation der Waffenherstellung und Standardisierung zuständig sein und das letzte Wort bei allen Beförderungen und Ernennungen und der Stationierung sämtlicher Truppenteile haben. Als vorläufige Dienstsprachen seien Englisch und Französisch in Aussicht genommen. Die Rekrutierung werde auf .nationaler Ebene erfolgen, doch würden die Rekruten sofort nach ihrer Einberufung zu Europäischen Rekruten erklärt und von Europäischen Offizieren ausgebildet werden. In dem Alphand-Bericht werde ausdrücklich darauf hingewiesen, daß „ein umfassender europäischer Patriotismus den nationalen Patriotismus überlagern muß." Der Führer- jeder nationalen Einheit der Europa-Armee werde die gleiche Nationalität besitzen wie seine Leute, heißt es nach Barres weiter. Er sagte, die Pariser Konferenz über eine Europa-Armee habe sich noch nicht über die Stärke der jeweils beizusteuernden nationalen Einheiten geeinigt. Gaullisten, Kommunisten und Sozialisten haben eine ausführliche Debatte über den Plan gefordert, bevor die französischen Minister zur Teilnahme an den Atlantikpakttagungen in Washington und Rom im September und Okober abreisen. Zeitungen schränken Umfang ein A u r i c b. Sieben der in Ostfriesland erscheinenden Tageszeitungen haben bekanntgegeben, daß sie künftig nur noch mit durchschnittlich vier Seiten erscheinen werden, anstatt bisher mit 8 und 12 Seiten. Diese Maßnahme begründen die Verlegermit der schwierigen Papierversorgung. Die Ndrmallieferungen würden nnr noch zu einem Bruchteil von den Papierfabriken erfüllt. Auslandspapier sei in den letzten Wochen so teuer geworden, daß die Herstellungskosten der Zeitungen bei dem bisherigen Umfang der Blätter zu hoch würden. Landsberg-Verteidiger Wiehl ausgewiesen Frankfurt. Das amerikanische Hohe Kommissariat hat den Amerikaner Frederick Wiehl, den Verteidiger des in Landsberg hingerich- teten früheren SS-General Oswald Pohl, aus der Bundesrepublik ausgewiesen. Wiehl, der den Ausweisungsbefehl vor einer Woche erhalten hat, muß Deutschland bis heute Abend verlassen. Wie am Freitag aus dem amerikanischen Hohen Kommissariat mitgeteilt wird, wurde Wiehl ausgewiesen, weil er schon im Vorkriegsdeutschland mindestens ein Mitläufer des Nationalsozialismus gewesen sei. Seine Anwesenheit in Deutschland sei durch nicht* mehr begründet und laufe der amerikanischen Deutschlandpolitik zuwider. Der ausgewiesene amerikanische Rechtsanwalt hatte wiederholt versucht, die Hinrichtungen in Landsberg zu verhindern. In provisorische Freiheit gesetzt Marburg. Ein französisches Militärgericht in Lyon hat, wie der deutsche Verteidiger Professor Dr. Schwinge in Marburg am Donnerstag mitteilte zwei wegen Kriegsverbrechen an- geklagte Deutsche, den ehemaligen Matrosen Heinrich Schwarz und den früheren Hauptmann Hans in provisorische Freiheit gesetzt. Beiden wurde Paris als Aufenthaltsort zugewiesen. Schwarz war ursprünglich zum Tode verurteilt und vom Militärgericht in Marseille zu 20 Jahren Zwangsarbeit begnadigt worden, weil er bei einem Partisaneneinsatz im Gebiet der Festung La Rochelle eine Französin getötet hatte. Belagerungszustand in Bolivien La Paz. Die bolivanische Regierung hat am Freitag den Belagerungszustand verhängt. Die Hintergründe dieser Maßnahme sind noch nicht klar. Bolivien ist seit Jahren Schauplatz politischer Auseinandersetzungen und Streiks. Das Land wird zur Zeit von einer Gruppe von Generalen regiert. 64 Tote bei Flugzeugabstürzen in den Vereinigten Staaten Tresor von Elfjährigem „erleichtert" Mutter nahm von ihrem hoffnungsvollen Sohn Schweigegeld Oakland (Kalifornien). Ein viermotorige* Passagierflugzeug vom Typ „DC 6“ ist am Freitag auf dem Fluge von Chikago nach Kalifornien mit 47 Passagieren und Besatzungsmitgliedern kurz vor Oakland abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Alle Insassen des Flugzeuges kamen ums Leben. In der Nacht zum Donnerstag ist ein amerikanisches Transportflugzeug vom Typ Dekalo über Alaska abgestürzt. Die amerikanischen Luftstreitkräfte befürchten, daß alle neun Insassen ums Leben gekommen sind. Die Maschine war während des Fluges von Ancho- rage nach einem Luftstützpunkt bei Fairdanks in ein schweres Gewitter gekommen. Sie stürzte ab, als sie eine Notlandung versuchte. Acht Besatzungsmitglieder kamen am Donnerstag in Atlanta ums Leben, als ein Catalina-Flugboot der amerikanischen Kriegsmarine beim Start auf einen Felsen aufprallte und in Flammen aufging. Die Maschine war vom Marineflughafen Atlanta zu einem Nachtübungsflug gestartet. Schadenbilanz au! Jamaika Kingston (Jamaika), Auf Jamaiki war men am Donnenstag damit beschäftigt, das Ausmaß der gewaltigen Schäden festzustellen, die der Hurrikan kürzlich auf der Inselangerichtet hatte. 148 Personen waren der Wirbelsturmkata- strophe zum Opfer gefallen. Tausend* wurden obdachlos. Import- und Exportgüter im Werte von 10 090 Pfund Sterling sind mehr oder weniger vernichtet. Dip Räumungaarbeiten in der Stadt werden wahrscheinlich Wochen in Anspruch nehmen. Hilfsaktionen zur Speisung der nach Tausenden zählenden Obdachlosen, die notdürftig in Kirchen und Schulen untergebracht worden sind, sind inzwischen in. Gang gekommen. Bisher ein Todesopfer und achtzig Verletzte Markgröningen (Württemberg). Beim Mark- gröninger Schäferlauf, dem ältesten Volksfest in Württemberg, ereignete sich am Freitagnachmittag ein schweres Unglück. Unmittelbar nach dem Beginn des Festes stürzte eine etwa 100 Meter lange und 3 Meter hohe Holztribüne ein, die mit etwa 1500 Menschen besetzt war. Ein einjähriges Kind erlitt einen Schädelbruch und starb kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Die Gesamtzahl der Verletzten beträgt etwa hundert, davon wurden vierzig Verletzte ins Kreiskrankenhaus Ludwigsburg eingeliefert Der Schäferlauf wurde nacn dem Tribüneneinsturz sofort abgebrochen. Die Ursache des Einsturzes ist noch nicht restlos geklärt, doch wird vermutet, daß sich die Tribüne infolge der Unebenheit des Geländes verschoben hat. Die seitlichen Sicherungspfähle knickten bei dem Einsturz wie Streichhölzer um. Berlin. Die Westberliner Kriminalpolizei hat in Charlottenburg den elfjährigen Reinhard P. ausfindig gemacht, der nach einem Geständnis seiner Mutter mit ihrem Wissen innerhalb von sechs Wochen 3200 Mark aus einem Tresor gestohlen hat. Das Opfer war die Wohnungsinhaberin, bei der Mutter und Sohn in Untermiete wohnten. Reinhard hatte Anfang Juli entdeckt, wo die Wirtsfrau den Schlüssel zu ihrem hinter einem Bild versteckten Wandtresor aufbewahrte. Beim erstenmal holte er sich aus dem Tresor 300 Mark Seine Mutter gab ihm zwar ein paar Ohrfeigen schwieg jedoch, als der Kleine ihr 100 DM schenkte. Reinhard ging dann noch dreimal an den Tresor und stahl noch 2900 Marie. Beim letztenmal erhielt die Mutter HO Mark Schweigegeld. Reinhard verbrauchte das Geld, indem er mit seinen Freunden in Taxis von einem Kino zum andern fuhr und seinen Gefährten Fahrräder und Fußbälle kaufte. Seine Mutter machte in verschieden«, Lokalen Zechen von rund 300 Mark. Die Kriminalpolizei übergab Reinhard einem Kinderheim und die 38jährige Mutter dem Vemehmungsrichter. 20 Millionen Zigaretten geschmuggelt München. Der Zollfahndung ist es gelungen, einer weit verzweigt«! Schmugglerbande auf die Spur zu kommen, die in den letzten zwei Jahren rund 20 Millionen amerikanische Zigaretten und etwa 1000 kg Rohkaffee aus Oesterreich nach Deutschland geschmuggelt hat. 20 Personen wurden verhaftet, mehrere Personenautos und Motorräder eingezogen. Flüchtiger Schrankenwärter, verübte Selbstmord Hannover. Der Schrankenwärter Bruno Jäckel, der am Dienstag die Schranken an einem Bahnübergang in Lindhorst bei Hannover zu schließen vergaß, und dadurch den Tod eines Ehepaares verschuldete, hat Selbstmord durch Erhängen begangen. Wetterberidit Eine über Frankreich liegende Störung wandert ostwärts, wird aber nur vorübergehend geringen Einfluß auf unser Wetter gewinnen. Später ist erneut mit einem Ueber- gehen zu Hochdruckwetter zu rechnen. Aussichten bis Sonntagabend: Am Samstag vorübergehend etwas stärkere Bewölkung, vereinzelt Schauer und leichter Temperaturrückgang. Am Sonntag wieder meist heiter, trocken und warm. r Samstag, 25. August 1951 Was wie Mtk SQAßk, WOUUtiH wW Alle Welt war bestürzt, als „ „ , aus Kaesong die Nachricht TOI! Kaesong nach kam, die kommunistischen Cbm 7 Unterhändler hätten eine Mil rifllU'iH) I neuerliche angebliche Neu-! tralitätsverletzung — diesmal sollte ein UNO-Flugzeug einen Bombenabwurf auf das Verhandlungsgebäude durchgeführt haben — zum Anlaß genommen, um die nun schon seit Wochen sich mühsam hin- schleppenden Waffenstillstandsverhandlungen abzubrechen. Die Bestürzung war umso größer, als man trotz aller bisherigen Mißerfolge doch noch ein Übereinkommen zu erzielen hoffte. Der Pekinger Sender sprach indessen wenig später nur von einer ,.Suspendierung“'* der Verhandlungen, sodaß also offenbar die koreanische Tür noch nicht ganz zugeschlagen Ist. — Eine Mulde, 15 Zentimeter tief und 60 Zentimeter breit, ein paar Splitter und einige Löcher in einer Hauswand waren die „Beweisstücke“ für den „provokatorischen Mordanschlag auf die kommunistische Delegation“ wie es in der gemeinsamen Botschaft des nordkoreanischen Generals K ; m II Sung und des rotchinesischen Generals Peng Teh Huai hieß, die umgehend an die Adresse der UNO-Dele- gation gerichtet worden war. Eine wenig später am Tatort eingetroffene UNO-Untersu- chungskommission konnte weder typische Bombenkrater noch sonstige typische Merkmale feststellen, die die kommunistische Behauptung hätten untermauern können. Tatsächlich glaubt auch kein vernünftig denkender Mensch an die Stichhaltigkeit dieser „Neutralitätsverlet- zung“ Was es nun mit der „Suspendierung“ tatsächlich auf sich hat, läßt sich im Augenblick schwer sagen. Alle Anzeichen deuten jedoch darauf hin, daß es sich auch in diesem Falle um eines jener unberechenbaren und unerwarteten taktischen Manöver handelt, wiej sie die westliche Mächtegruppe schon mehrfach hat hinnehmen müssen und das ebenso schwer durchschaubar ist, wie es z. B. Genosse Gromyko auf der aufgeflogenen Pariser Vorkonferenz fertiggebracht hat, zwei Wochen lang mit sturer Hartnäckigkeit ein und dasselbe Argument vorzubringen, um dann am ersten Tag der dritten Woche mit dem liebenswürdigsten Lächeln der Welt ein völlig entgegengesetztes zu servieren. Das sind Dinge, an die wir uns eben gewöhnen müssen. Der Schleier, der über der Vielzahl der sich widersprechenden Nachrichten aus Kaesong liegt, Ist bis zur Stunde noch nicht gelüftet. Man darf gespannt sein munisten schließlich aus dem Sack lassen. Ob sie dann einen Sprung nach San Franziska macht? Nicht unwahrscheinlich. Denn wir könnten uns sehr gut vorstellen, daß Moskau bei den sich hartnäckig erhaltenden Gerüchten über eine auf lange Sicht gesehene gewisse rotchinesisch-amerikanische Annäherung die Verhandlungen auf dem noch frisch umgepflügten Feld von Kaesong nur deshalb unterbrochen hat, um sie nach San Franziska zu verlegen, wo es sich, ungestört, zum Anwalt der kommunistischen Welt und der gelben Nationen zu machen gedenkt. hb. Die Tal überzeugt Man kann nicht behaupten daß in Berlin nichts ks sei. So ist es immer schon gewesen; nur war es früher an der Spree und am Kurfürstendamm gemütlicher als heute. Während der letzten vierzehn Tage scheint es dort ganz ungemütlich zugegangen zu sein, auch für die Weltjugend, die man zu Festspielen in den Ostsektor eingeladen hat. ^Propagierter Sinn der Jugendspiele; Alle Kräfte für die Kampagne zum Abschluß eines Friedenspaktes der fünf Großmächte einzusetzen. „Zwei. Millionen Jungen und Mädchen aus 104 Ländern der Erde“ sollen das fa a- schworen haben. In Berlin, auf dem Marx- Engels-Platz, mögen es so viele gewesen sein; gleichwohl war es nur ein Bruchteil der Menschen, die innerlich schon längst dasselbe Gelübde abgelegt haben. Dazu bedurfte es keiner Massenaufmärsche unter Sowjetsternen, dazu genügten die Erlebnisse des Krieges unter russischem Himmel und die Bombennächte unter von „Christbäumen“ taghell erleuchtetem Firmament. Auch die mißbrauchte Jugend des Ostens, die in der ehemaligen Reichshauptstadt demonstrierte, hat sie erlebt und hat genug davon. Sie will den Frieden wie die Brüder und Schwestern im Westen. Sie hat aber noch mehr zu gewinnen: Das, was diesseits der Sektorengrenze schon selbstverständliche Voraussetzung geworden ist, das Leben in Freiheit und Prosperität. Wie sehr sie sich danach sehnt, bewiesen die 1,2 Millionen, die während der Jugendfestspiele nach Westberlin kamen, um statt mit Graupensuppe mit einem handfesten Mittagessen ihren Hi n- ger zu stillen. Der Westen hat ihnen gegeben. was er konnte. Er ist der Kampagne mit Gastfreundschaft begegnet und hat damit das Wort in die Tat umgesetzt, das über dem wenige Wochen vorher ebenfalls im Osten Berlins stattgefundenen Evangelischen Kirchentag gestanden hat, das Wort; „Wir sind doch Brüder“. Und sie haben es erlebt, die Jungen und MädcheTPsgus Thüringen, Brandenburg und Sachsen, und woher sie immer waren. Wenn sie dieses Erlebnis im Herzen bewahren und ihren Eltern, Brüdern und Schwestern mitteilen, dann haben sie schon einen Teil ihres Schwures erfüllt, wenngleich sie erst im „verbotenen Land“ der Berliner Luft sein wahres Gebot erkannt haben l«r Hafen-Strategie Bordeaux das größte Einfallstor für Waffen und Ausrüstung aus den USA versorgt werden, wie auch die europäischen WESTEUROWÜSCHE NACHSCHUBHÄFEN ■ POLEN; AMT- .FRANKREICH SPANIEN AFRIKA Parallel zum Aufbau der Atlantikpakt- Streitkräfte geht die Errichtung eines groß- _angelegten Nachschubsystems, über das so- welche Katze die Korn-'wohl die amerikanischen Truppen in Europa Heere selbst. In den vergangenen Jahren war Bremerhaven für die US-Truppen in Deutschland und Oesterreich die wichtigste Nachschubbasis. Die jetzige militärische Planung hat an Bremerhaven und Bremen jedoch auszusetzen, daß die Versorgungslinien von hier zu den Truppen allzu nahe am Eisernen Vorhang entlangführen. Daher ist seit einigen Monaten der italienische Hafen Livorno in die Versorgung der US-Truppen in Europa eingeschaltet worden, mit der italienischen Regierung wurde ein Abkommen über die Benutzung Livornos durch die USA abgeschlossen. Die Hafenanlagen selbst befinden sich in beschleunigtem Ausbau. Der gleiche Gesichtspunkt einer möglichst strategisch günstigen Lage der Nachschub- basen für Westeuropa führte bereits vor Jahresfrist zur Wahl Südfrankreichs als großes Versorgungszentrum. Die Gironde-Mündung mit dem Hafen Bordeaux stellt das größte Einfallstor für Waffen und Ausrüstung aus den USA dar. Große Depots wurden bereits errichtet und neue kommen hinzu. Die Bedeutung Frankreichs als Verbindungsland und militärisches Lagerhaus für die US-Truppen 1 Lübecker Marienkirche erhält eine neue Gioeke MM i Die größte Gioeke. die nach dem zweiten Weltkrieg [in Deutschland gegossen wurde, traf jetzt in Lübeck ein. Es handelt sich um einen Ersatzguß für den „Puls“ der Lübecker Marienkirche, die am 28. 3. 48 zerstört wurde. Am 1. September wird die neus Glocke anläßlich der Einweihungsfeierlichkeiten de? Lübecker Marienkirche zum ersten Mal ertönen. Unser Bild zeigt: Die Glocke, die in Heidelberg bei der Glockengießerei Schilling gegossen wurde und 130 Zentner wiegt, hält ihren Einzug in Lübeck. Im Hintergrund das Holstentor. und das kontinentale Westeuropa wurde soeben wieder unterstrichen durch die Einrichtung eines zentralen Kommandos für diese spezielle Aufgabe mit dem Sitz in Orleans. Für die britischen Truppen übernimmt Antwerpen die Rolle des Versorgungshafens. Globus. Zwei Zentner-Greisin sprang vom Eiffelturm Paris. Durch einen Sprung vom Eiffelturm setzte eine Pariser Zwei-Zentnergreisin ihrem Leben ein Ende. Durch Krankheit verursachte Fettleibigkeit hatte die alte Frau lebensmüde gemacht. Trotz des gegenwärtig regen Touristenzustroms gelang es ihr in einem günstigen Augenblick unbemerkt in die Tiefe zu springen. Durch Zufall entdeckte ein Liftführer den völlig zerschmetterten Leichnam, der sich im Gestänge des Turms verfangen hatte. MW SslSäsSSS VIRGINIA; XS BLEND / XÖ1 S888SS ss*ra*x.>w*: «MM mmmm mm M; WmmMm % ^ % & $ wmm mm SySivxS&iv wsm TRADITION DER MARKE — FORTSCHRITT DER METHODE Samstag, 39. Xugust 1931' Unfug mil dei Psychologie Psychologische Experimente an Fünfjährigen — „Moderne" Erziehungsmethoden nickt immer gut Ueber den Unfug, den man heutzutage als Psychologie bezeichnet, kann man nur den Kopf schütteln. Das einfachste und normalste Benehmen wird zum Anlaß für phantastische Deutungen genommen. Nichts ist mehr recht oder unrecht, irgendwelche dunklen Spaltungen unseres Unterbewußtseins müssen zur Erklärung herhalten. Wenn man das aber auf die normalen Unarten kleiner Kinder ausdehnt, dann wird die Sache gefährlich. Es wird höchste Zeit, daß wir wieder zum einfachen Schwarz und Weiß der zehn Gebote zurückkehren, oder wir züchten eine Generation moralischer Schwächlinge. Icft möchte zunächst feststellen, daß ich die Arbeit ernsthafter Psychologen — das Heilen von Geistes- und Seelenerkrankungen — aufs höchste bewundere. Die Psychologie greift heute weit ins tägliche Leben hinein. Ein Ueberblick über ihre vielen Aufgabengebiete macht das verständlich. Ich möchte mich aber dagegen wenden, daß man die klinische Psychologie auf normales Benehmen, besonders auf das Verhalten kleiner Kinder anwendet. Als Beispiel für‘eine etwas verrückte Psychologie führe ich den Behandlungsvorschlag für einen kleinen fünfjährigen Jungen an, der auf seinen neugeborenen Bruder eifersüchtig war. Der Fall wurde in einem Magazin behandelt, das viele Mütter lange als wichtigen Ratgeber in Erziehungsfragen ansahen. Das fragliche Kind wird von den Eltern als fröhlich und klug geschildert. Es lernte ohne Hilfe Addieren und Subtrahieren und unter scheidet die verschiedenen Autotypen. Seit der Geburt des kleinen Bruders wurde der Junge schwierig und zeigte Anzeichen von Eifersucht. Aus einer langen Abhandlung über den Fall zitiere ich folgendes: „Sein Interesse für Autos, die er nach ihrer Bauart unterscheidet, beweist, daß er sich für den Unterschied der Geschlechter interessiert. Wenn Sie (die Eltern) diese Frage schon mit ihm besprochen haben, so tun Sie dies noch einmal und machen Sie ihm dabei die Funktionen von Vater und Mutter ganz klar. Im Alter von vier und fünf Jahren sind kleine Jungen sehr eifersüchtig auf den Vater. Das entspringt der Liebe zur Mutter und dem Wunsch, sie ganz allein zu haben. Sie wollen alle Funktionen des Vaters erfüllen, die Mutter als Frau besitzen und Vater ihrer Kinder sein.“ Darauf folgte eine genaue Erklärung der innerlichen Konflikte des Kindes, die dadurch entstehen, daß sein Wunsch, „Pappis Platz einzunehmen“, mit der Liebe zum Vater in Widerspruch gerät. Es wird empfohlen, daß die Eltern mit dem Kind über diese Gefühlskonflikte reden. Es handelt sich um einen Jungen von fünf Jahren! Und der Rat soll Durchschnittseltern helfen, ihren Kindern beizubringen, daß sie die Liebe und Aufmerksamkeit, die ihnen bisher allein galten, jetzt teilen müssen. Eine Situation also, die diese Durchschnittsaltern seit Generationen erfolgreich mit gesundem Menschenverstand und Mutterliebe gemeistert haben. Ich glaube auch, daß gesunde Eltern diesen Rat überhaupt nicht beachten werden, mir graut aber bei der .Vorstellung, was daraus wird, wenn sich gewisse Eltern derartiger psychologischer Erziehungsmethoden bedienen. Und auch solche gibt es! Ich behaupte, daß diese Auslegung normaler Gefühle krankhaft ist. Dieses wahllose Vermischen von Normalem und Pathologischem ist gefährlich, und die Sucht, aus jedem Kind einen „Fall“ zu machen, ist zersetzend und verderblich. In der kindlichen Logik liegt eine Lehre für die Eltern. Das Kind fordert eine klare Führung und ein einfaches „Ja“ oder „Nein“ ohne Ausweichen und Unsicherheit. Daß man das kindliche Gemüt begreifen und anerkennen soll, versteht sich von selbst. Dieses Verhältnis sollte den Eltern aber nur als Anleitung dienen, um das Kind in und durch alle Entwicklungsphasen richtig zu leiten. Wenn man Kinder mit den wirren Theorien kranker Vorstellungen überschüttet, hindert man nur die gesunde Entwicklung. Das ist schärfstens abzulehnen. Ich warne daher alle Eltern vor diesen „neuen“ und „fortschrittlichen“ Theorien, die man für die Erziehung der Kinder nur deshalb besonders empfiehlt, weil sie neu sind. Viele der alten Theorien, die ja immerhin starke und gesunde Völker schufen, zeugen von mehr Weisheit und besserem Verständnis als alle diese vorübergehenden Experimente. Außerdem sei darauf hingewiesen, daß der Charakter des Kindes nicht durch Vorschriften, sondern durch Beispiel, nicht durch Bücher, sondern durch die häusliche Atmosphäre geformt wird, und daß es nicht gut ist, die Pflanze herauszureißen, um das Wachstum der Wurzel zu prüfen, sondern daß man sie zwischen Gleichaltrigen sich bewähren läßt. . Dr. Blandine Kern Ein neuer Sfern am Geigerhimmel Vor großer Tournee durch das Bundesgebiet — Interview mit Christian Ferras Von unserem Sonderberichterstatter Dr. W. Böhmer Der 18 Jahre alte Pariser Soloviolinist Christian Ferras ist in seiner Heimat, wo er u. a. 1950 beim Straßburger Bachfest neben Szigeti und Menuhin spielte, bereits ein Begriff in den Konzertsälen geworden. Als Solist mit seinem ständigen Begleiter, dem feinsinnigen Pianisten, Pierre Barbizet, und bei den großen Kulturdrchestem in London, Brvis sei, Kopenhagen, Madrid, Genf und Göteborg hat der junge Künstler nachhaltige Anerkennung gefunden. In Deutschland erlebte er jetzt, nachdem er bereits in einigen örtlichen Konzerten, darunter mit enthusiastischem Beifall in Braunschweig, gefeiert worden war, bei den „Sommerlichen Musiktagen“ in Hitz- acker/Elbe, einer der Veranstaltungen des offiziellen „Musiksommers Deutschland 1951“, einen durchschlagenden Erfolg. Ferras’ neuerliches Auftreten im Bundesgebiet wird als besonderer Auftakt für seine große Tournee gewertet, die ihn ab September in der kommenden Wintersaison fast in alle größeren deutschen Städte führen wird. So konzertiert er u. a. mit den Berliner Philharmonikern (Beethoven), wenig später in Hamburg mit der Philharmonie (Tschaikowsky), anschließend in München (Beethoven-Mozart) und ist dazwischen mit einer festen Folge fast in allen Städten der Bundesrepublik verpflichtet, in denen er mit den örtlichen Orchestern oder seinem Pianisten konzertieren wird. Unser Sonderberichterstatter unterhielt sich in der ländlichen Stille eines unweit von Hitz- acker gelegenen Schlosses, dessen kunstverständige Besitzer dem Künstler und seiner Begleitung gastfreundliche Aufnahme gewährt Die Pianistin mit den Puppen Die achtjährige Gitti Pirner spielte Mozarts A-dur Konzert in Baden-Baden Die achtjährige Pianistin' Gitti Pirner aus Sonthofen im Allgäu, die bereits in mehreren Konzerten Aufmerksamkeit erregt hat, spielte im Kurhaus Baden-Baden zusammen mit dem Baden-Badener Kurorchester Mozarts A-dur Konzert KV 488. Es war das erste Mal, daß die kleine Künstlerin mit einem Orchester zusammen spielte. Gitti Pirner, eine Schülerin von Prof. Hanns Wolff (bisher Konservatorium in Augsburg), bewältigte die technischen Schwierigkeiten des Werks mit überraschendem Einfühlungsvermögen. Als Dank für den herzlichen Beifall spielte sie Mozart-Variationen und kehrte dann, zwei Puppen, die sie stets begleiten, auf dem Arm, an den Platz der Eltern zurück. Musiksachverständige sagen dem „Wunderkind“, dessen Eltern beide Musiklehrer sind, eine große Zukunft voraus. Walter Bloem f Der Schriftsteller Walter Bloem ist in einem Lübecker Krankenhaus im Alter von 83 Jahren gestorben. Der Verstorbene, dessen Werke eine Gesamtauflage von zwei Millionen erreichten, wird auf Burg Rieneck bei Würzburg beigesetzt, wo er nach seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt in Barmen lange Jahre als freier Schriftsteller lebte. Der vor dem ersten Weltkrieg auch als Regisseur des Stuttgarter Hoftheaters tätige Autor, der an beiden Weltkriegen ats Offizier teilnahm, begann nach einigen Dramen mit einer Reihe von Romanen mit vorwiegend nationalen Themen, die in einer preußisch-deutschen militärischen Gedankenwelt wurzelten. Dr. jur. Walter. Bloem ließ dem Studentenroman „Der krasse Fuchs“ und dem Roman aus der Referendarswelt „Das jüngste Gericht“ eine Trilogie über den Krieg 1870/71 „Das eiserne Jahr“, „Volk wider Volk“ und „Die Schmiede der Zukunft“ folgen. Von seinen späteren Werken wurde der Elsaß-Roman „Das verlorene Vaterland“ am bekanntesten. 1944 erschien sein Buch „Kämpfer überm Abgrund“. Bloem wurde am 20. Juni 1886 als Sohn eines Rechtsanwaltes in Elberfeld geboren. Für den vom M. September bis T. Oktober stattfindenden 7. Internationalen Musikwettbewerb in Genf haben sich 329 Teilnehmer aus 32 Ländern gemeldet. Die Deutsche Bundesrepublik stellt mit 48 Teilnehmern hinter Frankreich das stärkste Kontingent. Der „Kongreß deutscher Tanzlehrer“ des Bundes deutscher Tanzlehrer findet vom 21. bis 25. August in Bad Pyrmont zusammen mit einer Schulungstagung statt, auf der namhafte deutsche und internationale Fachkräfte unterrichten werden. Das Ergebnis dieser Arbeitstagung wird am 25. August auf einem Gesellschaftsabend mit Formation«- und Schatten, mit dem jungen Christian Ferras und schildert seine Eindrücke über dieses neue Phänomen am Geigerhimmel. Vor uns sitzt an der Seite seines liebenswürdigen Vaters ein Franzose, der uns noch wie ein großer Junge anmuten_will, in seinem Aeußeren und seiner lebhaften Haltung, jedoch bereits ein typischer Vertreter seines Volkes ist. Wenn wir ihn nicht in diesen Tagen auf dem Podium des Konzertsaales mit der verschlossenen, beherrschten Miene des seiner Kunst ganz hingegebenen Menschen, unbeirrt in eigener Konzeption seines Vortrages und der phänomenalen Beherrschung der technisch«! Mittel seiner Guameri- oder Gal- liani-Geige, erlebt hätten, so wäre uns Christian Ferras kaum als das erschienen, was sich uns inzwischen aus seinem Wesen offenbart hat. Denn wenn er hier unbefangen plaudert, Alltagsdinge für wichtig genug erachtet und sich wie ein großes Kind zum Photographieren neben sein neues, von den ersten Honoraren erworbenes Auto stellt, steht vor uns nur eine, aber eine sehr liebenswürdige Seite seines Charakters und seiner Erscheinung. Denn Christian Ferras kann mit allem jugendlichen Feuer begeistert sein für ideale Dinge, steht im nächsten Augenblick frühreif mit der Geige am Kinn vor der Deutung von Stücken der für uns höchsten musikalischen Literatur, versteht sich aber auch, abrupt und überraschend, fast brutal da durchzusetzen, wo ihm sein Genie eigene Wege und stark subjektive musikalische Auffassung«! vorschreibt (Mozart-Sonate, Bach- Solo-Sonate). Mit sechs Jahren erhielt er vom Vater, der, musikalisch hoch begabt, als Hotelier die Kunst selbst nicht ausübt, die erste Geige anvertraut. Er errang bereits drei Jahre danach in Nizza bei einem internationalen Violinistenwettbewerb seinen ersten „Grandprix“ (viele andere sind inzwischen nachgekommen). Heute ist er in seiner Technik und einer selbständigen Vortragsauffassung schon so vollendet, daß er die großen Violinkonzerte von Beethoven, Brahms, Tschaikowsky, Mozart und Bach beherrscht und frei ohne Notenbild spielt! Ihm ist dabei wie selbstverständlich, als er in den letzten Jahren nach und nach vor alle großen Orchester Europas trat, eine Podiumssicherheit zugewachsen, die kein Lampenfieber kennt. Ferras ist begeistert vom deutschen Publikum, das ihn neben seinen Landsleuten bisher am besten verstanden habe. Sein Vater, der ihn wie ein großer Bruder betreut, versichert, es sei gerade das besondere Erlebnis in Deutschland gewesen, daß neben der großen Klassik mit Beethoven, Mozart bis Brahms-Reger die moderne Musik unserer Tage hier so lebhaft diskutiert und erfolgreich durchgesetzt werde. Als ein kleiner gedanklicher Umweg unserer Unterredung auch ins Politische hinüberspielt — wir saßen dabei mit Blick hinaus auf die Elbe, die hier Grenze und „Eiserner Vorhang“ ist — sagten Vater und Sohn Ferras übereinstimmend, sie hätten erlebt, vor allem im direkten Umgang mit den Menschen des Alltags, daß eine deutschfranzösisch« Verständigung im Sinne europäischer Zusammenarbeit bereits weit, vielleicht sogar bereits einen Schritt weiter als in ihrem Die ersten Boten des Herbstes Wi« schnell der Sommer vergangen Ist, der «ns In diesem Jahr nur einige wenige heiße Tage bescherte, merkt man erst daran, wenn man überall auf dem Markt bereit* schon die ersten Weintrauben sieht. Diese Junge Dame Ist beim Einkauf besonders kritisch und man weiß nicht, ob die Trauben in den Magen wandern werden oder als Dekoration für den neuen Herbsthut gedacht sind. lotänzen vorgeführt. \ eigenen Vaterland voran sei. Kritisch bemerkt Export deutscher Intelligenz Deutsche Gelehrte hatten allezeit überall in der Welt einen guten Ruf. Viele von ihnen sind heute arbeitslos. Dieses typische Nachkriegsschicksal hat vor allem jene betroffen, die einstmals an den Universitäten, Hochschulen und Forschungsstätten wirkten, die heute in deutschen Gebieten außerhalb des Bereiches der westdeutschen Bundesrepublik, also in den Gebieten jenseits der Oder-Neiße-Linie und in der Sowjetzone liegen. Unter dem Vorsitz des früheren Jenaer Soziologen Prof. Dr. Max Hildebert Böhm haben sie sich zum „Notverband amtsverdrängter Hochschullehrer“ mit dem Sitz in Lüneburg zusammengeschlossen. Mit interessierter Aufmerksamkeit wird die« Kapitel deutscher geistiger Nachkriegsnot vor allem ln überseeischen Ländern beachtet, die, aus jahrhundertelanger Kolonialherrschaft eben mündig geworden, nun nach Kräften suchen, ihrer politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit auch das kulturelle und wissenschaftliche Eigengewicht zu geben. Daß man dabei gern auf die Intelligenz derjenigen Nationen zurückgreift, die im Sn rach gebrauch der jungen Staaten nicht vorbelastet sind durch die Teilnahme an der Kolonialherrschaft, ist allzu verständlich. Der Vorsitzende de« Verbandes amtsverdrängter Hochschullehrer, Prof. Max Hildebert Böhm in Lüneburg, wurde in diesen Tagen von zwei Abgesandten der Regierung Indochinas aufgesucht, dem Generalarzt Ibrahim Irsan und dem Neurochirurgen Dr. Kusumo-Hando- jo. Die indonesische Regierung beabsichtigt, 200 Gelehrte aus Europa für ihre verschiedenen Hochschulen zu gewinnen. Den deutschen Hochschullehrern werden etwa fünfjährige Gastprofessoren geboten, zunächst bei deutscher Unterrichtssprache. Es spricht für das Verantwortungsgefühl der Elite des deutschen Geisteslebens, wenn man nicht gleich mit fliegenden Fahnen den verlockenden Angeboten aus Uebersee folgt, obwohl der einzelne deutsche Gelehrte allen Grund haben mag, über die Lässigkeit zu klagen, mit der das geschlagene deutsche Volk es sich leistet, seine wertvollsten Kräfte brachliegen zu lassen. Prof. Böhm als Vorsitzender des Notvfcrbandes erklärte zu den indonesischen Angeboten vorerst u. a.: „Nachdem einmal, das Unheil einer weitgehenden Demontage geistiger Kräfte in Deutschland geschehen ist, kann es nicht Wunsch des Hotverbandes sein, das durch Massenexport von Intelligenzkräften geschwächte Potential unserer Wissenschaft noch weiter zu schwächen.“ Andererseits dürfe man sich nicht wundem, betonte Professor Böhm, wenn mancher fähige Kopf dem „geistigen Selbstmord in der Heimat“ das verlockende Angebot in der Fern« vorziehe. Richard Krüger Täglich: Nachrichten 6.00 (nur W), 7.00, 6 00, 12.45, 22.00, 0.00 — Morgenandacht 6.50 (ev. Mo., Ml., Frei., kath. DL, Do., Sa.) — Suchd. 14.40 (außer Sa. u. So.) — Südwestfunk Pressestimmen 8.30 (nur W) — Zeit! 19.00 (nur W) — Eigenprogramm d. Studios 8.10, 11.30, 17.40 (So. 8.10, 12.00,19.00) — Wellenlängen: 295, 363,195 m — 47,47 m Sonntag, den 26. August 8.30 Evang. Morgenfeier 9.15 Kath. Morgenfeier 11.00 Musik zum Sonntag- Vormittag 14.00 Erst Manieren, dann Moral 15.00 Kinderfunk 16.00 Fröhliche Klänge Große Woche in Baden-Baden u. Hand- ball-Länderkampf Deutschi. — Schweden 20.30 Bayreuther Festsp. Die Meistersinger von Nürnberg, 1. Akt 22.30 Die Meistersinger von Nürnberg, 2. u.3. Akt Montag, den 27. August Dienstag, den 28. August Mittwoch, den 89. August Donnerstag, den 38. August Freitag, den 31. August 12.20 Mittagskonzert 12.20 Mittagskonzert 9.30 Besuch am 12.20 Mittagskonzert 12.20 Mittagskonzert 13.00 Deut-che Arbeiter in 13.00 Kultur-Tribüne Krankenbett 13.15 Beliebte Tonfilm13.00 Film-Rundschäu Frankreidi 14.00 Wir jungen Menschen 12.20 Mittagskonzert melodien 13.15 Musik nach Tisch 13.15 Musik nach Tisch 15.45 Unvergessene Heimat 13.15 Musik nach Tisdi 14.00 Kinderlledersingen 15.45 Georg Schweinfurth 15.00 Am Montag fängt die Paul Brock: Antek 13.00 Nachmittags-Konzert 15.15 Nachwuchs ein Afrikaforscher Woche an 16.00 Klassisches Konzert 16.50 Sang und Klang Im stellt sidi vor 16.00 Solistenkonzert 17.00 Kammermusik 16.30 Bücherschau Volkston 16.45 Zwischen Lützow- 16.45 Musik z.Unterbaltung 17.30 Schifferkinderheim 16.45 Die Wasserfälle von 17.20 Aus Wissenschaft platz u. Dorotheenstr. 18.20 Die berufstätige Kaub Krka, Erzählung und Technik 17.00 Klaviermusik Ehefrau 18.20 Aus der Welt des 17.00 Musik ^Unterhaltung 20.00 Melodienreigen 20.00 Operettenklänge 19.30 Chorgesang Sports 20.00 Unterhaltungsmusik 21.30 Die Stimme der Ge21.00 Das Leben ist stärker 20.00 Die bunte, klingende 18.30 Musik z. Feierabend neu aufgenommen werkschaften (Hörfolge um Jack Filmschau des SWF 20.00 Musik für Dich 20.30 Hörspiel: Der Teufel 21.40 Sang und Klang im London) 21.30 Kammermusik 21.00 Operettenkonzert fährt in der 3. Klasse Volkston 22.30 Internationale 22.20 Probleme der Zeit 22.20 Klaviermusik 21.30 Klein. Zwischenspiel 22.20 Klaviermusik Musiktage Konstanz 22.30 Finnische Volksmusik 23.00 Auf dem Zauber22.20 Probleme der Zeit 22.30 Film und Diditung Serenaden-Konzert 23.00 West und Ost am teppich der Musik 23.30 Jazz 1951 23.00 Tanzmusik 23.30 Zärtlich« Weisen Eismeer Samstag, den 1. September 12.20 Mittagskonzert 13.15 Musik nach Tisch 14.30 Kleine Schlagerfolge 14.50 Briefmarkenecke 15.00 Französische Opernmelodien 16.00 Stierkampf ln Madrid 16.30 Unser Samstag- Nachmittag 18.25 Gleichen zum Sonntag 18.30 Musik z. Feierabend 20.00 Das waren noch Zeiten! 22.15 Sportrundschau 22.30 Der SWF bittet zunl Tanz 0.10 Tanzmusik Samstag, 25. August 1951 (tiaj&MA* ßtowX Es geht nicht um einen badischen Standpunkt Wohieb: Wenn Baden sich weigert abzustimmen, kann nach dem Gesetz keine gültige Abstimmung durchgeführt werden Freiburg. Staatspräsident Leo Wohieb hielt am Donnerstagnachmittag in Freiburg eine Pressekonferenz ab, auf der er über seine Bonner Besprechungen berichtete. Der badischen Auffassung, daß ein Verfassungsnotstand gegeben sei. weil der Bundesverfassungsgerichtshof noch nicht entschieden habe, sei das Bundeskabinett nicht beigetreten, da es annehme, daß das genannte Gericht doch noch rechtzeitig zusagimentrete. Demgegenüber stehe er allerdings auf dem Standpunkt eines bedingten Verfassungsnotstandes. Man werde von badischer Seite also nicht stille halten und bis Mitte nächster Woche keine Maßnahmen veranlassen. Der badische Standpunkt sei klar und logisch. „Wir fügen uns“, so führte Wohieb wörtlich aus, „der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes“. „Kommt aber das Gericht nicht zustande, entsteht ein echter Verfassungsnotstand und kein Mensch auf der weiten Welt kann uns zwingen, ein Gesetz durchzuführen, das wir für verfassungswidrig halten“. „Id\ weiß noch nicht einmal“, so sagte Staatspräsident Wohieb, „ob ich dabei für unsere Interessen kämpfe, wenn ich den Rechtsstandpunkt vertrete. ... „Es geht ja überhaupt nicht um einen badischen Standpunkt, sondern um einen Rechtsstandpunkt, den wir für das ganze deutsche Volk vertreten“. Auf eine entsprechende Anfrage erklärte der badische Staatspräsident erneut: „Wenn nicht bis spätestens Ende nächster Woche das i in allen drei Ländern“. Staatspräsident Wohieb Bundesverfassungsgericht steht und klar ist, erklärte abschließend noch, Bundeskanzler daß Montag oder Dienstag in acht Tagen über - u ~ 1 ~~ — ■ unseren Antrag dort entschieden wird, dann ergehen unsere Gegenanweisungen. Wir können keinen Wahlkampf führen unter der Voraussetzung, daß vielleicht nicht abgestimmt wird. 14 Tage müssen wir für unseren Wahlkampf haben. „Wenn Baden sich weigert, abzustimmen, kann nach dem Gesetz keine gültige Abstimmung durchgeführt werden, denn es spricht ausdrücklich von einer Abstimmung Adenauer habe ihm gesagt, im Bundeskabinett sei von einem Bundeszwang nicht gesprochen worden. Das sei verständlich, denn dabei handele es sich um ein „heißes Eisen“. Wohieb wandte sich gegen die Ansicht des Ministerpräsidenten von Württemberg-Baden, Reinhold Maier, daß auch eine informative Volksabstimmung von Wert sei. Man könne der Wählerschaft nicht eine zweite und dritte Abstimmung in dieser Sache zumuten. Um die Lösung des Kehler-Hafenproblems Staatspräsident Leo Wohieb wies die Vorwürfe zurück, die gegen ihn und die Regierung wegen des Vertrages über den »Kehler Hafen laut geworden sind. Er müsse klar feststellen, so sagte Wohieb, daß es sich nicht um einen Vertrag zwischen einer ausländischen Macht — nämlich Frankreich — und dem badischen Staat handele, sondern um einen Vertrag zwischen dem derzeitigen „Benutzer“ — dem Straßburger Hafen — und dem „Eigentümer“, d. h. dem Land Baden. Im übrigen seien die Verhandlungen über eine Lösung des Hafenproblems älter als die Bundesrepublik. Andererseits sei aber die Bundesregierung über die Verhandlungen laufend informiert worden. Es sei also völlig abwegig, einen Gegensatz zwischen der Bundesregierung und der Landesregierung in dieser Frage konstruieren zu wollen. Auch vor der Paraphierung sei die Ermäch- Resignieren ist nickt der richtige Weg Landestagung des heimatvertriebenen Handels, Handwerks und der freien Berufe Bei der vom Landesverband der heimatvertriebenen Deutschen in Baden (ZVD) nach Offenburg einberufenen Tagung des heimatvertriebenen Einzelhandels, Handwerks und der freien Berufe konnte der Landesvorsitzende. Dr. Konrad Winkler (Freiburg), u. a. den Minister für Arbeit und Wirtschaft, Dr. Lais und andere führende Männer begrüßen. Der Kreis und die Stadt Offenburg waren durch Oberregierungsrat Vierling und Oberbürgermeister Heitz und der Kreis Wolfach durch Landrat Heß vertreten. Die mittelbadischen Kreise Rastatt, Baden-Baden, Bühl, Offenburg, Kehl, Wolfach und Lahr hatten zudem die Leiter bezw. Sachbearbeiter der Soforthilfe- ämter zu der Tagung entsandt. Der Einzelhandel, das Handwerk und die freien Berufe waren durch weit über hundert führende Männer dieser Berufsgruppen vertreten. Dr. Winkler unterzog einleitend den Zusammenschluß der heimatvertriebenen Wirtschaft einer grundsätzlichen Würdigung. Wenn man nun in Offenburg die Vertreter der mittelbadischen Kreise des Handels, Handwerks u. a. zusammengerufen habe, so sagte er, so bedeute dies keine Sonderaktion der Heimatvertriebenen. Man wolle damit lediglich bewirken, dem Gedanken der Selbsthilfe wieder näher zu kommen. Das wichtigste Moment dabei sei, daß man nicht nur an das „Heute“ denken dürfe, sondern vor allem daran, daß diese Kreise eines Tages wieder in ihre alte Heimat zurückkehren werden. Daher dürften die einzelnen Berufsgruppen nicht pausieren, son dem müßten mit allen Neuerungen mitgehen. Dieser Zusammenschluß bedeute daher eine Organisation für die Wiedergewinnung der alten Heimat, also für jene Stunde, wo die Vertriebenen wieder als Sendboten des deut sehen Volkes nach dem Osten zurückkehren. Der Geschäftsführer der Industrie- und Han delskammer, Dr. Schlosser (Lahr) befaßte sich mit der Struktur der mittelbadischen Wirt Schaft und in Verbindung damit, mit den Bemühungen zur Eingliederung der heimatvertriebenen Wirtschaft. Dr. Schlosser sagte, daß infolge des ziemlich regellosen Einschleusens der Flüchtlinge in Südbaden deren wirtschaftliche Eingliederung nicht immer möglich gewesen sei. Die Folge davon sei, daß in unserem engeren Gebiet von 26 000 Heimatvertriebenen rund 33 Prozent arbeitslos wären. Dies sei eine Situation, die sich relativ günstig ansehe, aber trotzdem große Schattenseiten habe, die beseitigt werden müßten. Bei der sprunghaften Bewegung von Handel und Handwerk gebe es aber für die aus der Bahn geworfenen Vertriebenen nichts Nachteiligeres, als wenn sie den Anschluß verlieren würden. Daher müsse dafür Sorge getragen werden, daß sie die gegenwärtige technische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung mitmachen, damit sie nach ihrer Rückkehr nicht mit erhöhten Schwierigkeiten zu kämpfen haben und evtl, untergehen müssen. Resignieren und beiseitestehen sei nicht der richtige Weg; dagegen müsse jeder^der irgendwie die Möglichkeit hat, den Anschluß an die Wirtschaft suchen. Besonders die Industrie- und Handelskammer sei es gewesen, die von jeher den Vertriebenen menschliches Fühlen und Verstehen entgegengebracht habe. Minister Dr. Lais, der die Grüße des Staatspräsidenten und der Landesregierung überbrachte, sagte, daß man höheren Orts Kontakt mit den Vertriebenen halten und ihre Sorgen und Nöte kennenlemen wolle. Nachdem Reg.- Assessor Boll als Sachbearbeiter des Landessoforthilfeamts Freiburg die Kreditmöglichkeiten aus der Soforthilfe eingehend behandelt und Reg.-Rat Lais vom Badischen Wirtschaftsministerium über die Kredithilfe mit Hilfe der Vertriebenenbank in Bonn referiert hatte, kennzeichnete Dr. Winkler den Landesverband als die geschlossene Kraft zur wirklichen Eingliederung der Vertriebenen. Heimatvertriebener stürzte sich aus dem, Zuge Bruchsal, (swk) Aus einem Flüchtlings-Umsiedlerzug, der von Schleswig nach Lindau unterwegs war, stürzte sich zwischen Graben- Neudorf und Karlsdarf ein älterer Heimatvertriebener. tigung Bonns eingeholt worden. Frankreich habe zunächst eine völlig andere Haltung in der Kehler Frage eingenommen, und es sei erwiesenermaßen den loyal aber auch bestimmt geführten badischen Verhandlungen zu verdanken, daß Frankreich bei den Washingtoner Verhandlungen einer Diskussion der Kehler Frage und schließlich auch ihrer Entscheidung in einem für Deutschland keineswegs ungünstigen Sinne zugestimmt habe. Nachdem die Angelegenheit • völlig geklärt schien, habe es dann unerwartet in Bonn eine Verzögerung gegeben. Diese sei einmal dadurch entstanden, daß Kehl versucht habe, durch eine direkte Intervention in Bonn mehr zu erreichen, als tatsächlich erreicht war. Obwohl das Gelände des Kehler Hafens entweder dem Land Baden oder privaten Besitzern gehöre. Allerdings sei es möglich, daß auch noch andere Dinge mitgespielt haben. Der bei der Konferenz anwesende CDU-Bundestagsabge- ordnete Anton Hilbert teilte in diesem Zusammenhang mit, daß der Bundesminister für den Wohnungsbau, Dr. Eberhard Wildermut, während der Abwesenheit Adenauers in der Schweiz beim amtierenden Kanzler und Vizekanzler Franz Blücher wegen des Vertrages interveniert habe. Hilbert meinte, es sei zu befürchten, daß verschiedene Kreise an einer Verschleppung des Vertrages interessiert seien, um eine Entscheidung vor der Lösung der Südweststaatfrage unmöglich zu machen. Staatspräsident Wohieb betonte demgegenüber, er hoffe und wünsche, daß die Frage des Kehler Hafenvertrages in keiner Beziehung mit der Südweststaatfrage verknüpft werde. Der Vertrag sei eine Lebensfrage für Kehl. Er rechne damit, daß Bonn in den allernächsten Tagen die wenigen noch offenen Fragen klären würde, so daß der Vertrag doch wie vorgesehen am 15. September in Kraft treten könne. Neuer Hebesag iur aitKatnoiiscne Kirchensteuer Die Kirchensteuer vom Einkommen (Arbeitslohn) der Angehörigen der altkatholischen Kirche ist mit staatlicher Genehmigung vom I. 7. 1951 an von 8 v. H. auf 10 v. H. der Einkommensteuer (Lohnsteuer) erhöht worden. Die bisherigen Kirchensteuerhöchstsätze von 3 v. H. bis 2,5 v. H. des steuerpflichtigen Einkommens (Arbeitslohnes) bleiben bestehen. Die Arbeitgeber haben vom Arbeitslohn der altkatholischen Arbeitnehmer, die in Baden wohnen, bei jeder Lohnzahlung, erstmalig für den Lohnzahlungszeitraum, der nach dem 30. Juni 1951 endet, als „altkatholische Kirchensteuer“ 10 v. H. der Lohnsteuer einzubehalten und abzuführen. Für bereits abgelaufene Lohnzahlungszeiträume ist der Unterschiedsbetrag bei der nächsten Lohnzahlung einzubehalten. Um das Institut für Luftfahrtwissenschaft Freiburg. Zu Berichten über die Schaffung des ersten Instituts für „angewandte Luftfahrtwissenschaft und Segelflugforschung“ wird in einer Stellungnahme des Rektorats der Universität und dem Badischen Landeswetterdienst erklärt, daß bei ihnen ein solches Institut nicht bestehe und keinerlei Flugforschung betrieben werde. Eine solche sei auch nicht beabsichtigt, ebensowenig wie eine finanzielle Unterstützung solcher Bestrebungen. Es liege lediglich ein Antrag von Dr. Ernst Frowein vor, die frühere Luftfahrtabteilung an der Universität wieder einzurichten. Die Universität habe erwogen, ob nicht eine solche Abteilung dem Meteorologischen Institut des Badischen Landeswetterdienstes angegiiedert werden könnte, da der deutsche Wetterdienst an der Erprobung seiner meteorologischen Geräte und der Ausmessung der freien Atmosphäre mit solchen Geräten zur Verbesserung der Wettervorhersage außerordentlich interessiert sei. Es würde sich bei diesen Plänen also nicht um Flugforschung, sondern um meteorologische Forschung mit Hilfe von Segelflugzeugen handeln. Das Meteorologische Institut habe bisher lediglich die Planung einer solchen Abteilung übernommen. In einer am Donnerstag stattgefundenen Aussprache zwischen Vertretern der an dem Institut interessierten Stellen und der Presse wurde bestätigt, daß das Institut seine praktische Tätigkeit noch nicht aufgenommen habe, es jedoch organisatorisch und finanziell gesichert sei. Größte Waldgemeinde in der Bundesrepublik Baden-Baden, (ce) Baden-Baden ist mit seinen annähernd 7000 Hektar Mittel- und Hochwald die größte Gemeindewaldbesitzerin in der Bundesrepublik. Da dieser Besitz zu besonderer Pflege verpflichtet, beschloß der Stadtrat für zehn Jahre ein umfangreiches Sanierungswerk, das alle Kriegs- und Nachkriegsschäden beseitigen soll. Revision gegen Menschenräuber verworfen Karlsruhe. Der Bundesgerichtshof verwarf am Donnerstag die Revision des 41jährigen Rudolf Walde aus Potsdam, der im Juni vom Landgericht Berlin wegen schwerer Freiheitsberaubung zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt worden war. Walde hatte 1948 als Kriminalbeamter der Sowjetzone den Feinmechaniker Herbert Färber aus Berlin-Neukölln unter falschem Vorwand verhaften und nach Potsdam bringen lassen. Färber ist heute noch in einem sowjetischen Konzentrationslager, obgleich er ohne Schuld und lediglich einer Namensverwechslung zum Opfer gefallen ist. Ferner verwarf der Bundesgerichtshof die Revision des Angestellten Paul Volkmann aus Berlin-Niederschönhausen, der wegen versuchter schwerer Freiheitsberaubung und anderer Delikte drei Jahre und zehn Monate Gefängnis vom Landgericht Berlin erhalten hat. Volkmann war Agent des NKWD und hatte eine Behördenangestellte aus Frankfurt a. O. angezeigt, von der er behauptete, sie sei Agentin der Westmächte. Die Verdächtige konnte I sich nur durch Flucht ihrer Verhaftung entziehen. Jugendliche Ausbrecher festgenommen Karlsruhe, (swk) Drei Jugendliche im Alter zwischen 17 und 21 Jahren wurden an einem der letzten Abende bei dem Versuch, einen Personenkraftwagen zu stehlen, gestellt. Während 2 Burschen festgenommen werden konnten, entkam der dritte in der Dunkelheit. Sie waren innerhalb von zwei Tagen von Ulm nach Karlsruhe gelangt, nachdem sie in der Nähe von Heidenheim einen Kraftwagen gestohlen und mit diesem davongefahren waren. In diesem Fahrzeug waren sie kurz vor ihrer Festnahme von einer Verkehrsstreife auf der Autobahn angehalten worden. Sie konnten jedoch {unter Zurücklassung des Wagens entfliehen. Be5 dem Versuch, sich ein neues Fahrzeug zu beschaffen, fielen sie in die Hände der Polizei. Alle drei waren aus dem Jugendgefängnis in Ulm ausgebrochen. Täglich: Nachrichten 5.20 (nur W), 5.55 (nur W), 6.55 (nur W), 7.55, 9.00 (nur W), 12.45, 19.50, 0.00 — Morgenandacht 7.00 — Programmvorschau 7.10 — Radio Stuttgart Werbefunk 7.15 (nur W) — Suchdienst 9.45 (nur W) — Schulfunk 10.15 (nur W) — Die Stimme Amerikas 18.45 — Wellenlängen: 522 m — 49,75 m Sonntag, den 28. August 8.45 Evang. Morgenfeier 9.15 Geistliche Musik 11.20 Das Meisterwerk 11.55 Musik am Mittag 13.00 Musik nach Tisch 14.10 Unterhaltungsmusik 17.00 Der Tapfere (Hörsp.) 17.40 Job. Brahms 4. Symph. e-moll 18.30 Minnelieder 19.00 Totoergebnisse 20.05 Liebeslieder aus alten und neuen Operetten 22.10 Konzertstunde 22.45 Die Entdeckungen des Columbus 23.15 Swing-Parade Montag, den 27. Augu t 10.45 Die Krankenvisite 15.30 Kinderfunk 16.00 Nachmittagskonzert 17.00 Konzertstunde 17.45 Südwestdeutsche Heimatpost 18.00 Zur Unterhaltung 18.35 Gartenfunk 19.00 Melodien von Robert Stolz 19.30 Symphoniekonzert aus Edinburgh 21.45 Zur Lage in Asien 22.10 Erwin Lehn und sein Südfunk-Tanzorchest 22.45 Hollywooder Reminiszenzen Dienstag, den 28. August 11.25 Alte und neue Liebeslieder 12.00 Musik am Mittag 15.30 Das Heinz Lucas- Sextett 16.00 Nachmittagskonzert 16.50 Frauenfunk 17.05 Zum Fünf-Uhr-Tee 18.00 Klänge der Heimat 18.30 Stellenanzeiger 19.00 Unterh.-Konzert 20.05 Musik für Jedermann 21.15 Neues aus der Krebsforschung 22.10 Nachtkonzert 23.15 Unterhaltungs- und Tanzmusik Mittwoch, den 29. August 10.45 Die Krankenvisite 14.15 Unterhaltungsmusik 14.30 Kinderfunk 16.15 Die Kaffeestunde für unsere Hausfrauen 17.15 Hausmusik 17.45 Berühmte pfälzische Weinorte 19.00 Erwin Lehn und sein Südfunk- Tanzorchester 20.05 Des Bischofs Bettler (Hörspiel) 20.45 Orchesterkonzert 22.10 Serenade 23.00 Unter dem Himmel von Paris Donnerstag, den 3t. August 12.05 Musik am Mittag 15.30 Die Kapelle H. Busch 16.00 Konzertstunde 18.00 Klänge aus London 18.30 Sport gestern u. heute 16.45 „In den Aemtem nichts Neues“ 19.00 Schöne Opemmel. 19.30 Von Tag zu Tag 20.05 Ausschnitte aus Kabarettprogrammen und bunten Abenden 22.10 Isländ. Volkslieder 22.35 Robinsons Vater: Daniel Defoe 23.20 Engl. Orchestermusik 0.05 Jazz im Funk Freitag, den 31. Augnst Samstag, den 1. September 10.45 Die Krankenvisite 12.00 Musik am Mittag 15.30 Kinderfunk 16.00 Nachmittagskonzert 17.00 Froh und heiter 17.45 Entlang der Römerstraße nach Rottweil 18.00 Aus amerik. Operetten u. Revuen 18.35 Frauenfunk 19.00 Zur Unterhaltung 19.30 Im Namen d. Gesetzes 20.05 Bayreuther Fe;tsp. Die Walküre, 1. Aufz. 22.10 Tanzmusik 23.15 Zu Tanz und Unterhaltung 12.00 Musik am Mittag 14.00 Sport 15.40 Jugendfunk 16.00 Gäste aus Berlin 17.00 Filmprisma 18.30 Stellenanzeiger 19.00 Glocken läuten den Sonntag ein 19.05 Die Stuttgarter Volksmusik spielt 20.05 Familie Staudenmaier 20.45 Wie Sie wünschen 22.10 Die schöne Stimme 22.45 Tanzmusik vor Mitternacht 0.05 Das Nachtkonzert Sairatag, 35. August 1951 156 Fahrer aus zwölf Nationen auf der Solitude 109 Deutschen stehen 47 Ausländer gegenüber — Georg Meier und Walter Zeller gegen Weltmeister Geofirey Duke Madien die roten, schnellen Guzzis Italiens in der 250-ccm-Klasse wieder das Rennen? DU mitten Im Herzen de* Scbwabenlandes, der Geburt« tltte des Motors, lief ende Solitude- KennstrecKe, Ist am Sonntag Austragungsstätte des ersten „großen Preises von Deutschland“ für Motorräder nach dem Kriegsende. Die Beteiligung von insgesamt 156 Fahrern aus zwölf Nationen verspricht auf der 11,4 km langen gebirgigen und mit vielen Kurven gespickten Rennstrecke spannende Kämpfe. Das Interessanteste Rennen in diesem Jahre auf einer europäischen Piste rollt in der Halbliter-Klasse ab. Die beiden deutschen Spitzenfahrer Georg Meier und Walter Zeller werden hier vor ihre schwierigste Nachkriegsprüfung gestellt. Ihr Gegner ist hauptsächlich der frischgebackene Weltmeister dieser Klasse, der Engländer Geoffrey Duke sowie die außerdem der Norton-Fabrik-Mannschaft angehörenden Johnny Lockett, Jack Brett und Ken Kavanagh. Insgesamt starten in diesem Rennen E2 Fahrer, darum, ter 1« Ausländer. Duke startet auch in der SSO ccm-Klasse, ln der tr sich vergangene Woche in Belfaat ebenfalls die eltmeisterwürde holte. Sein Sieg ist kaum anzu- zwtifeln. Die deutschen Fahrer absolvieren ihren v rletzten Meisterschaftslauf dieser Klasse. Für den Vitel kommen noch Baltisberger, Grösch, Schnell, Kläger und Knees in Frage. Einen weiteren Höhepunkt hat die Solitude mit d.mRennen der Seitenwagen bis 500 ccm. Der neugebackene Deutsche Meister Kraus/Huser (BMW) hat sich hier des Weltmeisters Eric Oliver (Norton) zu erwehren, der eine Revanche für die in Hockenheim zugefügte Niederlage sucht. Außerdem starten noch 20 andere Gespanne, darunter der Schweizer Keller, der Oesterreicher Vogel und die Belgier Deronne und Masuy. Oliver fährt mit seiner 500er Norton ebenfalls im Wettbewerb der schweren Seitenwagen mit. Aus dem deutschen Fahrerfeld sind hier die Starter Seppenhauser/Wenzhofer und Ebersberger/ Strauß zu erwähnen. Der Sieger von Hockenheim, der Italiener Enrico Lorenzetti, wird wahrscheinlich auf der Solitude mit einer Moto-Guzzi-Neukonstruktion in der Viertelliterklasse antreten. Sein Markengefährte Wood (England) ist der stärkste Gegner. Als einziger Deutscher, der in diesem Kampf noch mit eingreifen könnte, gilt der Deutsche Meister dieser Klasse, Hein Thorn-Prikkei. In der kleinsten Klasse (125 ccm) stellt sich zum ersten Male auf einer westdeutschen Bahn die sowjetzonale IFA-DKW vor, die von den Werkfahrern Noack und Krumpholz gesteuert wird. Der Sieger dürfte jedoch zwischen der Viertakt-NSU Deiker, Dietrich, Hofmann sowie Im Süden kann das Zusammentreffen des VfB Stuttgart mit der Spielvereinigung Fürth am Samstag Aufschluß darüber geben, ob die Fürther, die Immer noch auf Horst Schade verzichten müssen, vorerst mitzureden haben. Der Auftakt gegen den Neuling Viktoria Aschaffenburg war keine Offenbarung und die kraftlos spielenden Kleeblättler sind Rainhardt und den DKW-Fahrern H. P. Müller und Kluge ausgemacht werden. Walter Zeller stürzte beim Training Am ersten Trainingstag auf der Solitude stürzte beim Nachmittagstraining unmittelbar vor der Pressetribüne am Start und Ziel der-BMW-Fahrer Walter Zeller. Als er einen anderen Fahrer überholen wollte, streifte er die Grasnarbe. Zeller flog kopfüber auf die Piste, seine Maschine rutschte quer über die Straße, überschlug sich mehrere Male und landete in den Strohballen. Der unmittelbar hinterherfahrende Georg Meier konnte seine Maschine noch rechtzeitig stoppen. Zeller hatte sich jedoch wieder erhoben und bei dem bös aussehenden Sturz durch seine Geschicklichkeit keine Verletzung erlitten. von ihrer besten Kampfform noch weit entfernt. Im Nürnberger Zabo geben die Offenbacher Kickers ihre Karte ab. Der „Offenbach-Expreß“ läuft noch nicht auf Touren, so daß die Nürnberger zu einem Sieg kommen dürften. Auch wenn am ersten Spieltag der Vorteil des eigenen Platzes keine hundertprozentige Gewähr für Siege der Gastgeber bedeutete, so £ommt man ln der zweiten Spielreibe doch nicht umhin, auch diesmal den Platzvereinen die besseren Gewinnaussichten einzuräumen. Ob die Neulinge wieder so erfolgreich abschneiden? Dann wären Bayern München bei Aschaffenburg und Schweinfurt gegen die Stuttgarter Kickers die Punktlieferanten. Aber vor allem die Schweinfurter werden bemüht sein, nicht Amboß, sondern Hammer zu sein. Am Sonntag spielen i I. Liga Süd: VfB Stuttgart — OpVgg Fürth) Viktoria Aschaffenburg — Bayern München; Schweinfurt 05 — Stuttgarter Kickers; VfB Mühlburg — VfR Mannheim; Eintracht Frankfurt — FSV Frankfurt; SV Waldhof —■ Schwaben Augsburg; 1. FC Nürnberg gegen Kickers Offenbach; 1860 München — VfL Nek- karau. I. Liga Nord: Eimsbüttel — VfL Osnabrück; Arminia Hannover — Victoria Hamburg; Lüneburger SK — Hannover 06; Werder Bremen — Bremerbaven; FC St. Pauli — Holstein Kiel; Eintracht Osnabrück gegen Göttingen 05; Eintracht Braunscbwelg — Bremer SV. I. Liga West: Erkenschwick — Preußen Münster; Schalke 04 — Hamborn 07; 1. FC Köln — Borussia Dortmund; Rheydter SV — Preußen Dellbrück; Meidericher SV — Schwarzweiß Essen; Alemannia Aachen — Katernberg; Leverkusen — Fortuna Düsseldorf; Rotweiß Essen — Horst Emscher, I. Liga Südwest; FC Kaiserslautern — Maina *5; FK Pirmasens — Phönix Ludwigehafen; VfB Frankenthal — Eintracht Trier; Wormatia Worms — VfR Kaiserslautern; TuS Neuendorf — VfL Neustadt; Weisenau — FV Engers; Tura Ludwigshafen gegen Kreuznach. II. Liga Süd: VfR Aalen — l.FC Bamberg; ASV Feudenheim gegen ASV Durlach; Wacker München — Singen M; Freiburger FC ASV Cham; 1. FC Pforzheim gegen Darmstadt OS; SSV Reutlingen — TSG Ulm 46; Hessen Kassel — Bayern Hof; BC Augsburg — Jahn Hegensberg; SV Wiesbaden — TSV Straubing. I. Amateurliga Südbaden; Gutach — VtL Iingen; Kehl — Konstanz; Lörrach — Lahr; Achern — 1844 Freiburg; Stockach — Rastatt; Kuppenhelm — Rheinfelden; St. Georgen — Offenbart; Weil — Schopfheim. -I. Amateurliga, Staffel I: Gengenback gegen Ottenau; Orschweier — OberacherB; Oetig- helm — Wolfach; Oberkirch — Bühl; Muggensturm — Oetigheim; Haslach — Hornberg; Bühlertal — Bietigheim. II. Amatenrliga, Staffel II: Kenzingen — Maulburg; PC Freiburg — Waldkirch; Waldshut — Fahrnau. Handball — Landesklasse Südbaden: Hofweier — RW Lörrach; Schutterwald — Hauingen; FC Freibarg — Schottern; Lahr — 1844 Freiburg; Durmersheim — Niederbühl. ftQAQi*. { tLuioAou tu D ati&äumäk Zwei Handball-Weltmeister stehen sidi im Länderkampf gegenüber Die Handball-Welt sieht mit Spannung dem Zusammentreffen zweier Handball-National-Mannscfaaften von Weltklasse, Deutschland und Schweden, am Sonntag in Duisburg entgegen. Waren die Deutschen vor dem Kriege mit Ihrem Olympiasieg 1836 und der Handball-Weltmeisterschaft 1*38 tonangebend, so rissen nach dem Kriege die Schweden die Vormachtstellung an sich und wurden 1848 ln Abwesenheit Deutschlands Weltmeister. Dei Hexenkessel der zweiten Division „König Fußball" weiter im Examen Wo wird Bundestrainer Herberger am zweiten Spieltag beobachten? Die Punktverluste einzelner Favoritenmannschaften zn Beginn der Saison dürfen nicht als Richtschnur gelten dafür, wie das Tabellen-Barometer der nächsten Wochen aussehen wird. Die Mannschaften sind noch nicht in der richtigen Kondition, Das kann und wird sich wohl bald ändern und im Herbst wird man schon eher ein zuverlässiges Bild zeichnen können. Bundeslehrwart, Olympiasieger Fritz Fromm, erachtet einen Erfolg gegen die Schweden als schwer herauszuholen. Es prallen nämlich verschiedene Systeme aufeinander. Fritz Fromm meint: „Der deutsche Handball ist in seinen Glanzzeiten 1938 bis 1938 dadurch charakterisiert gewesen, daß durch die Uebernahme eines gewissen Risikos sowohl in der Deckung als auch im Angriff spannende Momente entstanden. Die Schweden dagegen spielen mit einem unerhörten Sicherheitsfaktor. Ballsicherung steht im Vordergrund. Torschüsse werden nur bei klarsten Chancen angesetzt. Es wird natürlich nicht leicht sein, der schwedischen Defensiv-Taktik ein anderes Spielsystem aufzudrängen. Zumindest wird die typisch deutsche Offensivtaktik Schwierigkeiten haben. Wir Deutsche aber bleiben bei unserem Feld- handballspiel, passen uns der schwedischen Taktik weitestgehend an und versuchen sie, mit ihrer eigenen Taktik zu schlagen.“ Inzwischen hat der Schwedische Handballverband erneut umdisponiert und nunmehr folgende Mannschaft endgültig bekanntgegeben: Schweden: Tor; Nilsson (Marjona); Verteidigung: Larrsson (Redbergslid), Kjellmann (Heim Goe- teborg); Läufer: Olsson (Redbergslid), Schoenberger (Herlas Stockholm); Olsson Redbergslid): Sturm: Olsson (Heim Goeteborg), Ackerstedt. Andersson (beide Redbergslid), Sjunnesson, Moberg (beide Kri- stianstad). Ersatz: Tor; Andersson (Redbergslid), Verteidigung: Zackrisson (Heim Goetebotg); Sturm: Lindkrist (Vsestersas). Deutschland: Bröker (Hocheide): Isbere (Polizei Hamburg), Bernhardt (Bayern München); Heideinan . (BSV Mülheim), Vick (Polizei Hamburg), Po- dolske (THW Kiel); Käsler (BSV 92 Berlin). Kuchenbecker (Sportfreunde Flensburg). Bernhard Kempa 'Gc)n*-dngen), Dahllnger (THW Kiel» Schädlich • (Hamborn 07). — Ersatzleute: Heesch (Kiel), Steers (THW Kiel'. Weist (Hamburg), Junker (Schutterwald). Das Spielverhältnis aus 10 Länderkämpfen mit Schweden (Feld »d Halle) weist 7 Siege I Unentschieden und zwei Niederlagen auf. Das Torverhältnis lauiet iw .106 für Deutschland. StUweioet ieUilotkleteH sind ojUuMisti s ti Deutschland tritt mit Ersatz im Berner Länderkampf an Bern steht a*s Bonntag im Zeichen des Leichtathletik-Länderkampf es Deutschland — Schweiz. Es ist nicht nur das heraosragende Ereignis, dem die Schweizer Sportöffentlichkeit mit spannendem Interesse entgegenfleheit, sondern wird gleichzeitig von deutscher Seite als weiteres Barometer im Krältevergleich u ns e rer Leichtathleten im Hinblick auf die Olympischen Spiele betrachtet. Das hervorragende Abschneiden der deutschen Expedition in Stockholm, wo sie gegen Schweden mit 112:100 Punkten siegreich blieb, hat in den Fachkreisen wie eine Bombe eingeschlagen. Die Chancen für die Eidgenossen sind inzwischen erheblich gestiegen, nachdem feststeht, daß zahlreiche deutsche Spitzenkräfte nicht starten können. So kann der in Athen von einer Muskelzerrung befallene 408-m- Meister Hans Geister in Bern nicht mit dabei sein. Voraussichtlich wird Werner Zandt in dieser Disziplin für ihn ei nspringen. Auch der Deutsche Meister im 200-m-Lauf, Peter Kraus, wird voraussichtlich aus beruflichen Gründen nicht abkömmlich sein. Die Gastgeber wollen alle diesjährigen Meister antreten lassen. Die meisten von ihnen beteiligten sich am letzten Sonntag an der schweizerischen Vereinsmeisterschaft in Zürich, die von Old-Boys- Basel mit dem Rekordresultat von 1225,5 Punkten vor Bern und Zürich gewonnen wurde. Die Ueber- raschung des Tages war der in England lebende Zürcher Streut! über MS m. Es gelang ihm, die Mittelstrecke in 1:52,8 Min. zu laufen, eine Zeit, die bisher in der Schweiz nur vom Olympia-Sieger Paul Matin erreicht wurde. (Deutscher Meister 1951 Urban Cleve 1:50,0 Min.). Eine zweite famose Leistung bot August Sutter (Lausanne), Indem er die SOOQ-m- Rekordmarke auf 6:254 Min. drückte. Ausgezeichnet* Leistungen in zahlreichen «anderen Disziplinen berffhtigen nicht zu der Annahme, daß Deutschland, wie schon wiederholt in verschiedenen Tageszeitungen zu lesen war, eine ausgesprochen haushohe Favoritenrolle im Berner Leichtathletik- Länderkampf einnehmen würde. Als Favorit steht man immer in einer gespannten Atmosphäre, die sich schon so oft in der Geschichte des Sportes zum Vorteil für den ohne Voreingenommenheit in den Wettkampf tretenden Kämpfer entlad. th Die zweite Division hat durch die scharfe Auslese enorm an Kampfkraft gewonnen, zumal schwächere Mannschaften inzwischen ausgemerzt wurden. So hat jeder die Chance des Aufstieges. Es gibt keine ausgesprochenen Favoriten. Wohl sind die Ulmer und die Regensburger gut über die erste Runde gekommen, aber ob sie auch die zweite. Runde, ohne anzuecken, überstehen? Der BC Augsburg wird wohl alles daran setzen, endlich Fuß zu fassen. Das Spiel gegen Jahn Regensburg dürfte in Augsburg seine Anziehungskraft nicht verfehlen. Dasselbe gilt vom Zusammentreffen der beiden schwäbischen Mannschaften Reutlingen und Uim 46. Die gut vervollständigte Ulmer Mannschaft muß unter der Achalm auf der Hut sein. Hessen Kassel (gegen Bayern Hof) und Wiesbaden (gegen Straubing) werden sich wohl kaum aus der Spur verdrängen lassen. Ebenso erbittert wird es zwischen den beiden badischen Mannschaften hergehen, von denen die erfahrenen Durlacher in Feudenheim noch keineswegs gewonnen haben. Wie im Vorjahr spielen die Chamer den Hecht im Karpfenteich. Nach dem überraschenden Sieg in Darmstadt wollen sie nun den Freiburger „Bobbele“ eine Kostprobe ihrer urwüchsigen Spielweise verabreichen. Aulsdilußreiche Paarungen in der 1. Amateurliga Der FV Gutach, der aus Lahr überraschend die Punkte entführte, hat den letztjährigen Meister Vll- lingen 08 zu Gast. Der FV Kehl, der in Freiburg bei 1844 zu keiner überzeugenden Leistung kommen konnte, dürfte selbst zu Hause gegen den VfL Konstanz es schwer haben, zu einem Erfolg zu kommen. Rot-Weiß Lörrach kann man auf eigenem Platz gegen den dem Anschein nach sehr schwach gewordenen ■'! Lahr ohne weiteres einen Sieg Zutrauen. Der VfR Achern, der in Schopfheim nur knapp unterlag. sollte gegen 1644 Freiburg bestehen können. FV Rastatt muß in seinem ersten Spiel zum VfR Stockach, wo die Begegnungen der beiden Vereine in früheren Jahren noch in bester Erinnerung sind. Der FV Kuppenheim, durch Abgänge leicht etwas geschwächt, wird, wie schon immer zu Hause, wenig Punkte abgeben und daher auch dem FV Rheinfelden am Sonntag keine Chance lassen. Auf dem tückischen Gelände in St. Georgen wird der FV Offenburg zu beweisen haben, ob die Mannschaft tatsächlich so gut im Schuß ist, wie sie es am Vorsonntag gegen den SC Baden-Baden bewiesen hat. Zu einem Lokal- kämpf treffen sich der FV Weil und der Schopf, heim. ' - ' * ’m „1/etoduuH 1/ifoeeUi* Erstmals wieder eine starke Rad-Equipe am Start Wenn am Samstagnachmittag um 1446 Uhr die ersten Ausscheidungsrennen der Amateur- und Berufsfahrer für die Sprinter-Wettkämpfe angeläutet werden, dann dürfen sich erstmals in der Nachkriegszeit auet wieder deutsche Radsportler um Weltmeisterschaften bewerben. Sollte es Deutschland gelingen, 'einige vordere Plätze zu erringen, so wäre das bei einer Beteiligung von fast 400 Startern schon eine schöne Leistung. An das regenbogenfarbene Trikot zu denken, mit dem die UC1 ihre Weltmeister zu schmücken pflegt, ist aber wohl nur unserem Stehermeister Walter Lohmann erlaubt. Die Titelträger 1950 sind: Profis: Straßenrennen: Schotte (Belgien); Bahn- Verfolgung: Bevilacqua (Ital.); Bahn-Sprints: Harris (England); Steherrennen: Lesueur (Frankreich). — Amateure: Straßenrennen: Hobbin (Australien); Bahn-Verfolgung: Patterson (Australien); Bahn- Sprints: Verdaut» (Frankreich). — Radball: Schweiz. „Pista magica“, eine deutsche Bahn Für die deutschen Teilnehmer an den Bahnwettbewerben mag es ein besonderer Ansporn sein, daß die Weltmeisterschafts-Piste von dem deutschen i^ezialisten Clemens Schürmann erbaut wurde. Im Jahre 1932 zuerst in Rom eingeweiht, wurde sie 1936 nach Mailand verbracht und genießt seitdem in der Fachwelt einen geradezu sagenhaften Ruf als „pista magica", als magische Rennbahn. Nirgendwo auf der Welt wurden, soviel Radweltrekorde aufgestellt wie auf dem 397,56 m langen, 7,50 m breiten und teilweise mit 4L Grad Kurvenneigung versehenen Rennoval de* „Velodrom Vigorelii“. r Der Fluch vom Engadin roman von Günther gromann □ 13. Fortsetzung Mein Gott, denkt der Förster, das Mädel scheint noch gar nichts zu wissen, was mit Fritz los ist. Wie soll er ihr das nun sagen? „So sprich doch, Hans, was ist denn?“ Die Stimme des geliebten Mädchens ist jetzt voller Unruhe. „Ja, Liesel, wie soll ich dir das sagen? Ich traf vorhin den Bauer Mertens, und er machte mir eine furchtbare Enthüllung.“ „Spanne mich doch nicht auf die Folter, Hans, und sprich.“ Verdammt, wenn es nur nicht so schwer Wäre. „Ja, Liesel, ich muß es dir wohl sagen. Der Bauer meinte, daß dein Bruder gestern beim Wildern überrascht worden wäre. Der Bauer Jürgens hat ihn schon bei der Gendarmerie abgeliefert“ Mit einem jähen Aufschrei fährt sich Liesel mit der Hand zum Herzen. Sie ist nahe daran, den Verstand zu verlieren. Eine uferlose Traurigkeit überschwemmt ihre Seele. Impulsiv umfaßt sie den Arm des Freundes. „Hans, lieber guter Hans, sag mir, daß das nicht wahr ist!" „Wie gern hätte ich dir diese Nachricht erspart, Liesbl, wie gern. Doch es ist wirklich so wie ich dir gesagt habe. Der Bauer Mertens hat es selbst gesehen, wie der Bauer Jürgens deinen Bruder, zur Station brachte. Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, was sich der Bauer dabei gedacht haben muß. Er kennt doch Fritz lange genug. Ich verstehe es einfach nicht. Was können wir nur tun?“ Totenbleich und mit fast krankhaft schimmernden Augen blickt Liesel den Sprecher an. Sie gleichen in ihrem Ausdruck denen eines weidwund geschossenen Tieres. Und plötzlich schießen ihr die Tränen wie Perlen von einer zerrissenen Schnur über die Wangen. Der junge Förster steht dabei und findet kein Wort, so sehr ist er von dem Schmerz des geliebten Mädchens überwältigt Plötzlich reißt sich Liesel los und eilt ins Haus. Die Schmach, die Schande sind zu groß, als daß sie noch einen Augenblick in der Nähe des geliebten Mannes verweilen könnte. Im Haus kommt ihr der Vater entgegen. Er sieht ihren verstörten Ausdruck und knurrt gehässig: „Hast du dir eine Abfuhr geholt von deinem Jägerbuben, wie? Geschieht dir recht Ich habe auch beobachtet, am liebsten hätte ich ihn davongejagt. Aber du wolltest ja nie hören.“ In seine Augen kommt ein niederträchtiges, überlegenes Lächeln. In den Ohren des Mädchens saust es, und der Kopf tickt wie ein Uhrwerk. Aus tränenverschleierten Augen sieht sie auf den Vater. „Der Bauer Jürgens hat Fritz verhaften lassen!“ schreit sie ihn an. „Er soll der Wilderer sein! Du weißt doch, daß Fritz niemals ein Gewehr zur Hand genommen hat. Du mußt hingehen und ihn herausholen, verstehst du, du mußt, Vater, denn es ist dein Sohn und er ist unschuldig!“ Der Waldhüter verzieht keine Miene, nur seine Augen verengen sich. „Ich denke nicht daran“, gibt er mit schonungsloser Härte zurück. „Ich habe deinen Kruder gewarnt, das Dorf wieder zu verlassen, zu seinem eigenen Vorteil. Er hat nicht gehört. Ich wußte, daß das Unheil über ihn her einbricht, aber wer nicht hören will muß fühlen. Der Bauer Jürgens verhaftet keinen Menschen grundlos.“ „Vater!! Du willst dpeh nicht damit sagen, daß Fritz schuldig ist, daß er wirklich gewildert hat?“ Eine seltsame Starre entstellt das Gesicht des alten Waldhüters und diese Starre scheint nicht auf, sondern unterhalb der Haut zu liegen, als ob sein Herz nicht Blut, sondern eisige Kälte in die Venen pumpt. Seine Züge sehen aus wie erfroren. So ungefähr mögen Mensch«! aussehen, die mit dem Teufel einen Pakt geschlossen haben. „Ja, das will ich!“ Sein eidealter Blick ist voll gesättigten Triumphes. Auf Liesel wirkt diese Antwort wie ein Peitschenschlag. Sie schließt die Augen und tastet nach dem Herzen, das sich jäh und schmerzhaft zusammenkrampft, um dam» rasend schnell zu schlagen. Ihr Gesicht drückt die ganze Verzweiflung ihrer gequälten Seele aus. „Vater, das kann doch nicht dein Ernst sein?! Niemals hat Fritz ein Gewehr zur Hand genommen, das weißt du besser als ich.“ Sie hängt sich an seinen Arm und ihre Stimme wird flehentlich: „Du allein, Vater, kannst Fritz aus seiner furchtbaren Lage wieder befreien. Nur du, Vater. Bitte,- tu es mir zu lieb, einmal in deinem Leben erfüll mir eine Bitte, Vater, und hole Fritz zurück, denn er ist unschuldig.“ Der Waldhüter schlägt die Hand des Mädchens zurück, daß sie taumelt. Sie sieht sein entstelltes, wutverzerrtes Gesicht, sieht, wie ein Zittern über seinen Körper hinläuft, und da packt sie eine grenzenlose Verachtung gegen diesen Mann, der ihr Vater sein will. Oh, wie sie ihn verabscheut. „Du bist nicht wert, daß Gott die Sonne für dich scheinen läßt. Ich verachte dich, wie nur ein Mensch seinen ärgsten Feind verachten kann. Bewußt und gewollt läßt du deinen eigenen Sohn unschuldig für eine Tat büßen, Schritt auf ihren Vater zu. Ihre Worte steigern sich zur heftigen Anklage: „Bewußt! Denn du weißt es, daß er unschuldig ist! Das ist das Verwerflichste, das Schmutzigste, was je ein Vater seinem eigenen Kind antun kann. Du solltest dich schämen, wenn dieses Gefühl für dich überhaupt jemals Wert gehabt hat! Schämen und zu Gott beten, daß er gnädig zu dir ist, wenn du einstmals vor seinem Thron erscheinst.“ Sie weiß, daß sie mit diesen Worten den ganzen Zorn des Vaters heraufbeschwört, aber ihr ist es gleich. Zuviel hat sie bisher erdulden müssen, sie hat es hingenommen, aber dies geht jetzt über ihre Kräfte. Ihr anständiges Gefühl bäumt sich ganz einfach dagegen auf. Der Alte steht vor der Tochter wie ein böses Tier. In seinen schräggestellten Augen leuchtet ein gefährliches Licht. Sie werden klein und stechend. Und dann, mit einer katzenhüften Bewegung hat er Liesel am Arm gepackt. Brutal und hart greift er zu, daß sie aufschreit. „Willst du das zurücknehmen, was du da soeben gesagt hast?“ herrscht er sie in maßloser Wut an. „Willst du!?“ „Nie! Nie, sage ich dir! Du bist ein Scheusal, und ich werde nicht eher ruhen und rasten, bis ich den wirklichen Wilddieb gefunden habe, und Fritz wieder frei ist und die ganze Welt von seiner Unschuld überzeugt ist. Darauf kannst du dich verlassen!“ Da geht der Zorn mit dem Alten durch. Er schlägt ihr links und rechts ins Gesicht, daß Liesel schmerzhaft aufschreit. In diesem Augenblick geht der Förster Hans Holm draußen vor dem Haus vorbei. Es ließ ihm keine Ruhe. Er muß noch einmal mit Liesel sprechen. Er ängstigt sich um sie, weil sie vorhin so plötzlich davongelaufen ist. Er muß sie trösten, er ist doch ihr Freund. Da hört er den Schrei. Von dunklen Ahnungen getrieben, stürzt er ins Haus und reißt die Wohnzimmer- Fortsetzung folgt. die er nie begangen bat“ Sie gebt noch einen tür auf. Samstag, 25. August 1951' T Der „Bombenkönig" aus dem Schwarzwald Sprengmeister Merz lebt immer gefährlich Kranführerin Gabriele K. . Aus dem Alltag einer klassenbewußten und fortschrittlichen Arbeiterin in der Ostzone „Bomben haben mir mein Haus genommen, Bomben haben mir eins gebracht“, sagt Sprengmeister Merz stolz, als er mir sein Häuschen zeigt. Merz hatte gerade den letzten dem Aufräumungsamt bekannten Blindgänger in der Hamburger Innenstadt entschärft, als ich ihn besuchte. Diese Bombe war zugleich der 3140. „Abschuß“ des Sprengmeisters. Kaum ein anderer Hamburger hat sich seit dem Kriege so viele Verdienste um die Hansestadt erworben wie Merz, der heute zu den populärsten Männern des Welthafens gehört. Fast täglich setzt er sein Leben ein, um der Stadt Millionenwerte zu erhalten und Gefahren abzuwenden. „Filmschauspieler bekommen Zigtausende für Filme, die nur einen Bruchteil von dem •inbringen, was Merz mit dieser einzigen Tat „Mut ist kein Leichtsinn*, behauptet Sprengmeister. Merz aus dem Schwarzwald, als er den Zünder' seines letzten Blindgängers erklärt, den er gerade entschärft hat. gerettet bat“, meinte ein Passant, als Merz mit dem Zünder in der Hand von der Entschärfung des letzten Blindgängers zurückkam. Merz, der Hamburg schon so unschätzbare Dienste geleistet hat, ist selbst kein Hamburger. Er stammt aus Schramberg und kam 1944 als Soldat in die Hansestadt „Das einzige, was mich vorher mit Hamburg verband, war, daß mein Großvater die Kirchenglocken für fast sämtliche Hamburger Kirchen geliefert hat“, sagt Merz lächelnd, der vor dem Kriege als Ingenieur in der Industrie tätig war und dann Lehrer in einer Schule für Flugwaffentechnik wurde. Hier lernte er auch die alliierten Bombentypen kennen. „Ich habe in Hamburg Bomben mit ungefähr 400 verschiedenen Zündungen entschärft. Wenn heute ein Ingenieur meinen Beruf ergreifen wollte, so wäre das Selbstmord denn mit der dritten Bombe spätestens würde er in die Luft gehen. Bei mir geht es nur immer gut, weil ich die gesamte Entwicklung der Bomben miterlebt habe und alles aus eigener Erfahrung kenne.“ „Mut ist kein Leichtsinn“ steht an der Wand seines Büros. Wenn Merz an eine Bombe herangeht, weiß er auch mit ziemlicher Bestimmtheit, daß die Entschärfung gut verlaufen wird. „In der Erde lagern die Bomben meistens am sichersten“, erklärt er. „Die Beschriftung ist noch stets so frisch wie beim Abwurf weil die Bombe in der Erde keinen Temperaturschwankungen, keinen Erschütterungen ausgesetzt ist und keine Luft an sie herankommt. Viele Bomben, die so tief liegen, daß sie kaum Schaden an- richten können, bleiben deshalb auch liegen, wo sie sind.“ „Die gefährlichste Bombe, die ich je entschärft habe, lag mitten in der Innenstadt am Burstah. Es ging wirklich auf Leben und Tod. Als ich den Zünder nachher in Hand hielt und leicht mit dem Finger dagegen stieß, ging der Bolzen schon los. Etwas früher und wir wären alle in die Luft geflogen“, erzählt der Sprengmeister ohne viel Aufhebens. Bis Ende des Jahres will er die Entschärfung aller bisher bekannten Blindgänger abgeschlossen haben; aber monatlich werden noch durchschnittlich zehn neue Bomben entdeckt- von der scharfen Munition ganz zu schweigen. lieber sein Einkommen will Merz verständlicherweise nicht gerne sprechen. Bei seinem ■verdienstvollen und gefährlichen Beruf bekommt er natürlich ein besonderes Gehalt, er ist »Angestellter mit Sondervertrag. Da keine Versicherung ihn aufnehmen wollte, ist er von seiten des Hamburger Staates aus versichert, der ihm und seiner Familie bei einem Un- glücksfali eine lebenslängliche Pension zusichert. Angesichts der Werte, die Merz rettet und der ständigen Lebensgefahr, in der er steht, ist das Gehalt des Hamburger Staates, der seine Sprengmeister am zweitbesten von allen Bundesländern bezahlt, allerdings nicht übertrieben hoch. „Ich bin aber sehr zufrieden mit meinem Verdienst“, sagt Merz zu mir. „gehen Sie, der Staat hat sich ja noch um mehr Leute zu kümmern, die einen gefährlichen Beruf haben — zum Beispiel Polizisten oder Gerichtsvollzieher.“ Dieser Bericht ist nicht geschrieben worden, weil eine sechsunddreißigjährige Frau, die nach Kriegsende aus Heimat und leitender Stellung vertrieben wurde, nun Kranführerin geworden ist in einem Walzwerk in der Ostzone — obwohl das Anlaß genug bieten könnte; er ist vielmehr entstanden, um die Begleitumstände anzudeuten, unter denen sich das Leben dieser Frau heute abspielt. Was im Verlaufe eines einzigen Tages rein zufällig davon erlebt wurde, zeigt die Tragödie auf, in die bereits ein großer Teil der in der Ostzone lebenden Menschen hineingerissen worden ist. Gabriele K. gehört zu jenen Irregeführten und Verblendeten, die alles das bereitwillig getan haben und noch tun, was die kommunistische Führung von jedem werktätigen Menschen schlechthin fordert. Ich lernte die aus dem Sudetenland Ausgewiesene, die es in eine Industriestadt in Sachsen verschlug, an einem Sommerabend kennen, während über der Elbestadt Riesa ein Unwetter niederging. Sie saß in dem kleinen Gasthaus, in das ich geflüchtet war. Diese Schankstube schien ihr eigentliches Heim geworden zu sein, denn das Zimmer, das ihr im benachbarten Haus gehörte, mied sie. Nach mehreren Fehlschlägen erhielt die Heimatlose in Riesa schließlich Arbeit. Sie wurde im dortigen Eisenwalzwerk zur Kran„Die Galle läuft mir über.. Oer Steinbruch im Menschenleib — 2 Millionen Gallensteinträger Steine in unserem Körper? Der Patient erschrickt, wenn ihm der Arzt nach gelungener Operation eine nette Sammlung von Steinen zeigt, die sich in dem kranken Organ gefunden und ihn unerträglich gequält haben. Wie ist es nur möglich, daß in unserem Körper solche Steine wachsen? Solche „Versteinerungen“ . können an den verschiedensten Körperstellen auftreten und schlimme Krankheiten her vorrufen, ja sogar tödlich sein. In Hals, Nase, Augen, Ohren, Lungen, Blase und Niere, in der Galle und in den Adern, im Gehirn und an den Zähnen lagern sich mineralische Substanzen ab und bilden sich Schichten von Kalk. Eine Verkalkung ist nichts anderes als eine Steinbildung, eine vermehrte Ablagerung von salz-und kalkhaltigen Stoffen. Ist der Stoffwechsel, der Verbrennungsvorgang gestört, dann kommt es zu den gleichen Erscheinungen, die beim Verdampfen von Salzwasser entstehen. Steine in der Galle, die sogen. Gallensteine, sind ein weitverbreitetes Uebel. In Deutschland sind gegen zwei Millionen Menschen Gallensteinträger, jedoch haben nur fünf von hundert größere Beschwerden. Frauen erkranken häufiger an Gallensteinen als Männer. Die Gallenblase kann sich in einen ganzen „Steinbruch“ verwandeln. Man fand einmal in einer Galle die Rekordzahl von 7802 Steinen. Meist haben sie die Größe eines Sandkörnchens, sie können aber bis zur Hühnereigröße auftreten. Ein großer Stein muß nicht unbedingt eine Kolik herbeiführen meist sind es kleinere eckige Steine, die den Kanal der Gallenblase zum Dünndarm verstopfen und die unerträglichen Schmerzen hervorrufen. Steine in der Niere können ebenso gefährlich werden und die Harnwege in Mitleidenschaft ziehen. Früher wurden meist ältere Leute von diesem Leiden befallen, das man einer zu üppigen Lebensweise zuschrieb. Heute gibt es zehnmal so viel Nierensteinerkrankungen wie früher, und seltsamerweise werden oft ganz junge und sonst gesunde Männer davon befallen. In allen Fällen von Steinbildungen spielt die Ernährung eine gewisse Rolle. Es wird sogar vermutet, daß die vegetarische und die Rohkosternährung die Steinerkrankungen fördert jedoch ist dies bisher nicht erwiesen worden Anfälle von Koliken treten in der Regel als Folge falscher Ernährung in Verbindung mit seelischen Erschütterungen auf. Auch soll Vitaminmangel steinbildend wirken. Nicht selten sind ganze Familien erblich belastet und als Gallensteinträger bekannt. „Wuriderkuren“ der verschiedensten Art. besonders Gelkuren, sind weitverbreitet. Hat man Anlage zu einem kleinen inneren „Steinbruch", dann empfiehlt es sich, mäßig zu leben sich viel in frischer Luft aufzuhalten und auf sein körperliches und geistiges Gleichgewicht zu achten. Ein tüchtiger Arzt muß das Leiden schon im Anfangrstadium überwachen. Universum ABC der Bergsteiger Aller Anfang ist schwer. An kleinen Bergen übt sich, wer ein Meister werden will. Brot. Käse, Speck, Schokolade, Suppe, Tee und Zucker dürfen im Rucksack nicht fehlen. Mit ihnen kommt man aus. Chic und Charme sind in den Bergen verpönt. Zweckmäßigkeit und Dauerhaftigkeit der Kleidung sind wichtiger als modischer Schnitt. Durst kennt man nicht zwischen Fels u.Eis. Der zünftige Bergsteiger hat ihn längst wegtrainiert. Feldflaschen bleiben in der Hütte zurück. Eispickel dienen zum Stufen- schlagen im Gletscher, als »c y Anker zur Sicherung der Seilgefährten und beim Sondieren von heimtückischen Spaltenbrüchen. Frauen bleiben in der Regel im Tal. Frauen fordern Rücksicht; die Berge nehmen keine Natürlich gibt es Ausnahmen wie in dem Farbfilm „Hölle am weißen Turm“ die Alida Valli. Gletscher sollen nie allein betreten werden. Auf ausreichenden Abstand innerhalb der Seilschaft muß geachtet werden. Vorsicht vor Glet- scherrändern und -abbrüchen Handschuhe aus Wolle darf man nie vergessen. Bei überraschenden Schlechtwetter- oder Käliteeintorü- chen werden sie lebenswichtig.- Interesse an der Alpenflora soll nie in Sammlerwut ausarten. Alpenrosen, Edelweiß, Enzian u* Türkenbund sind dem Schutz des Publikums empfohlen. Es freut sich an ihnen u. läßt sie stehen. Klettern wurde ucrsprünglichnur mit dem Seil betrieben. Heute nimmt man mit Mauerhaken die steilste Wand. Lawinen, Steinschlag, Schneebretter und Schründe sind die gefährlichsten Feinde des Bergsteigers. Wer nicht mit den Gefahren des Hochgebirges vertraut ist, nimmt einen Führer und leistet ihm strikt Folge. Maximalgewicht eines Rucksacks für Wochenend-Touren: 25 Pfund. Jede» weitere Pfund beansprucht die Kräfte de« Touristen über Gebühr. Nagelung der Schuhe ist von großer Wichtigkeit! Sohlenrand und Absätze mit handgeschmiedeten Nägeln-" besetzt; vom ein Dutzend Kappennägel, auf der Innenseite durch Rundköpfe gegen das Zurückschlagen geschützt. Orientdrferumgsmitteä: Karte und Kompaß. Wer ein übriges tun will, beschafft sich noch einen brauchbaren Höhenmesser. Profilgummi ist als Besohlung d. leichten Kletterschuhe besser als purer Stoff, er ist unverwüstlich. Querulanten gefährden die ganze Partie. Jeder Tourist sollte sich stets der großen Verantwortung gegenüber den anderen Angehörigen der Seilschaft bewußt sein. Rucksack enthält außer dem Proviant: Reservewäsche. Gletscherbrille, Laterne; Hautschutzmittel, Taschenmesser, Taschentücher, Streichhölzer. Seile haben je nach Art der geplanten Tour eine Länge von 25—30 m und 10—15 mm Durchmesser. Stehschlinge aus 6—7 mm starker Reepschnur dient zur Selbstsicherung, zum Abseilen und zu Rettungsaktionen. Tip für den Abstieg: stets an drei Punkten (beide Hände und ein Fuß oder beide Füße und eine Hand) festen Halt schaffen, dann mit freier Hand oder Fuß neuen Griff suchen. Unterkunft findet man in zahlreichen Klubhütten. Ist kein Hüttenwart vorhanden, so ist doppelte Sauberkeit und Rücksichtnahme erforderlich. Verbandszeug ist fast ebenso wichtig wie Proviant Ist in der handlichen Notapotheke untergebracht, die vor jeder Tour durchgesehen und ergänzt wird. Wetterfeste Kleidung ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Glattes, winddichtes und wasserabstoßendes Tuch sollte bevorzugt werden; die Windbluse hat sich noch immer bewährt. Zum guten Schluß ein Wort über die Kameradschaft. Wer gut gelaunt ruhig und hilfsbereit ist, wird stets als Weggefährte begehrt sein. Gerade hier läßt sich aus dem RKO-Film „Hölle am weißen Turm“ manches lernen! 6 führerin ausgebildet. Da sie die schwere Arbeit gewissenhaft und geschickt ausübte, erhielt die Umgeschulte alsbald Leistungs- und Gefahrenzulage. Schließlich wurde sie Parteimitglied und vor kurzem erst als Aktivistin ausgezeichnet. An jenem Nachmittag, an dem sie ihr Lebensschicksal schilderte, trug sie auch das Zeichen der sowjetischen Freundschafts-Organisation am Kleid Sie lobte im Laufe des Gesprächs den Geist des Fortschritts in ihrem Werk, ereiferte sich, weil dort am Tage zuvor ein Kran ausgefallen, zum Glück nicht der ihre, pries die Gemeinschaftsverpflegung sowie die sozialen Einrichtungen im Betriebe, kurzum, sie schien völlig in dieser Welt zu leben. Vor allem aber sprach sie fast begeistert von der Kinderkrippe und dem Heim, in dem 40 Arbeiterkinder ständig leben Dem Einfluß eines Eltemteils — wie Gabriele preisgab und anschließend durchaus in Ordnung fand — gänzlich entzogen, da der Zutritt über das Besuchszimmer hinaus verboten ist. Wieso sie gerade diese Einrichtung hervorhebe, wollte ich wissen „Weil mein Bub dort auch untergebracht ist!“ Die Kranführerin hat einen dreijährigen Jungen. Sie sprach nicht von seinem Vater, bemerkte nur beiläufig, daß sie an eine Ehe nicht mehr denke. Ihre Begründung: „Ich habe mir nicht umsonst meine jetzige Stellung erarbeitet und würde mich auch keinem Manne mehr unterordnen “ Ich hatte das Gespräch erneut auf den Knaben gelenkt und erfuhr, daß die Mutter ihn alle drei Wochen, wenn es die Arbeitszeit zuläßt, für wenige Stunden zu sich nimmt. „Hubert“, so berichtete sie, „entwöhnt sich mehr und mehr. Wenn ich ihn abliefere, reißt sich der Kleine, sobald er die Heimleiterin erspäht, von mir los und kann nicht schnell genug zu seiner Tante Irmgard kommen“. . . Nein, es täte ihr nicht mehr weh. Mit Betonung hatte die Mutter noch hinzugefügt, daß er sich unlängst mit dem FDJ-Gruß „Freundschaft“ verabschiedet hätte. — Sein Nachtgebet freilich hätte Hubert zum Kummer seiner Großmutter, die es aus einem Brief erfuhr, völlig verlernt. Es war später Abend geworden. Wir hatten uns inzwischen zur Wirtin an den Stammtisch gesetzt, an dem noch ein biederer Meister Platz genommen. Um die zehnte Stunde etwa betrat ein sowjetischer Major — es. mochte vierzig sein — in Begleitung eines jüngeren Offiziers das Gastzimmer. Die Russen würdigten uns nur eines flüchtigen Blickes. Sie blieben am Schanktisch stehen, vor ihrem Bier, das die Wirtin schweigend, indes eilfertig ausgeschenkt hatte. Es lastete augenblicklich eine beklemmende Stille im Raum, die ich fast körperlich zu spüren meinte Plötzlich wandte sich der Major unserem Tisch zu, um schon im nächsten Augenblick hart und fordernd den Namen Gabrielas zu rufen. Da sie nicht reagierte, rief er ein zweites Mal. Als die Angesprochene auch jetzt noch, wie es schien, uninteressiert blieb, trat der Offizier, das leere Glas zum Wurf erhoben, einen Schritt näher. Dann traf es die zusammengekauert Sitzende. Was nun geschah, werde ich nie vergessen. Die Wirtin sowohl als der kompakte Handwerker an ihrer Seite sprachen aufgeregt und offhnsichtlikji aus Besorgnis um die eigene Sicherheit auf die Kranführerin ein; sie solle doch aufstehen und mit ihm gehen. Ja, die Wirtin ging so weit, das Verhalten der Deutschen in schamloser Weise zu rügen; „Nun geh’ endlich! ... Du bezahlst mir nicht da« Geschirr, das der Major zerschlägt!“ > Nach diesen Worten erhob sich die Frau. Müde griff sie nach ihrer Tasche und ging auf den Russen zu, der sie blindlings ins Gesicht schlug Dann stieß er sie vor sich her zur Tür hinaus. Der Leutnant war mit unbeweglicher Miene zurückgeblieben. Zwanzig Stunden später fand ich die Sudetendeutsche an dem gleichen Tisch wieder. Sie begegnete mir mit dem heitersten Gesicht. Al« ich sie, noch unter dem Eindruck der mir unfaßbaren Szene, fragte, was sie inzwischen zu ihrer Genugtuung unternommen, blickte ich in zwei erstaunte Augen. „Wo mich der Major aufsoürt“. kam es farblos, statt eine* empörten Sichauflehnens, von ihren Lippen, „da gibt es kein Entrinnen. Ich habe alles gegen ihn versucht. Ich denunzierte ihn sogar bei seinen Vorgesetzten, bezichtigte ihn, mich infiziert zu haben ... Es half nichts. Man bot mir nur Geld für eine Kur. Der Major aber blieb! Wissen Sie, es sind schon viel zu viele von meiner Art in dieser Stadt. Alle in der gleichen Situation und alle aus Not in sie hineingetrieben.“ Ich wies auf die Emailnadel mit den verschlungenen Händen am abgetragenen Kostüm der Aktivistin, ich drang in sie, sich bei dem örtlichen Leiter der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft zu beschweren; denn dort — so meinte ich — bestünde am ehesten die Aussicht. gehört und unterstützt zu werden. Ich appellierte an ihre beruflichen Verdienste, schalt sie, daß sie sich ihrem Betriebsleiter nicht längst schon anvertraut hatte, spielte auf ihre eigenen Worte von der mühsam errungenen Gleichberechtigung an . . . Es war alles vergeblich. Die Frau schien sich mit den Dingen schon längst abgefunden zu haben. Inmitten des Gesprächs, um derentwillen ich die Rückreise um einen Tag hinausgeschoben hatte, reicht Gabriele K. einer Kollegin, die an den Tisch getreten war, die Hand. Sie war gekommen, sie abzuholen, um gemeinsam einen Schulungsabend zu besuchen. Sie gingen in eine Versammlung von Menschen, denen gelehrt wird, welche unvergleichliche gesellschaftliche Entwicklung sie zu erleben das Glück haben — und welch menschenwürdiges Dasein ihnen nun erst und endlich „dank der Freundschaft mit der großen Sowjetunion“ ermöglicht werde. BK. Samstag, 25. August 1991 MdundOmtm nuastHiiau» Verluste beim Dreschen Auf das Einlegen kommt es an 1 „Sieger" ist die Standardsorte Ergänzende Hinweise für Pflanzzeit der Erdbeeren ln diesen Tagen arbeiten fast alle Dreschmaschinen. Der bekannte Brummton ist auf dem Lande ein vertrauter Klang Es gibt Gegenden, in denen man nach den Tagen, an denen gedroschen wird, die Größe des Betriebes mißt. Dort ist es verständlich, daß man seinen Ehrgeiz darein setzt, möglichst lange zu dreschen. Das sind aber Einzelfälle. Meist versucht man aus den Dreschmaschinen jetzt das Letzte herauszuholen, was herauszuholen ist. Schon von weitem hört man, wie das bekannte Gebrumm der Maschine abschwillt und wie der Motor unter der Belastung ächzt. Die meisten Dreschmaschinen arbeiten noch nicht mit Selbsteinlegern, sondern es ist dem Mann, der auf der Maschine steht, überlassen, Wie er es fertig bringt, das Dreschgut in einen möglichst gleichmäßig feinen Schleier der Dreschtrommel zuzuführen. Nun, das gelingt nicht immer gleich gut und besonders dann nicht, wenn zu größter Eile angetrieben wird. Bei stoßweisem Einlegen, das eine wechselnde Umdrehungszahl verursacht, treten nun auch ln der Maschine Störungen auf, die viel iu leicht unterschätzt werden. Sämtliche drehenden Teile der Dreschmaschine werden über die Dreschtrommelachse angetrieben. Wenn z. B eine ganze Garbe unzerteilt in die Maschine hineingeworfen wird, dann reicht der kleine Zwischenraum zwischen Dreschtrommel und Dreschkorb nicht aus, um das Erntegut hindurchgleiten zu lassen. Die Umdrehung der Trommel wird stark gebremst. Dadurch tritt ein Verschleiß an den Schlagleisten der Dreschtrommel wie am Dreschkorb auf, so daß auf die Dauer ganze Aehren un- gedroschen hindurchrutschen können. Andererseits aber läuft die ganze Maschine langsamer, das Dreschgut, das z. B. auf den Schüttlern noch die letzten Körner hergeben soll, gleitet unausgeschüttelt aus der Maschine. Von einer einwandfrei arbeitenden Dreschmaschine kann man annehmen, daß die Ausdruschverluste 0,45 Prozent nicht übersteigen. Bei unsachgemäßen Einlegen jedoch sind Verluste in der zehnfachen Höhe, d. h von 4 Prozent gang und gäbe. Legt man eine Tagesleistung von 100 Zentner zugrunde, so wäre also bei ordnungsmäßigem Arbeiten der Dreschmaschine mit'Verlusten zu rechnen, die unter einem halben Zentner liegen. Bei einer überlasteten Maschine dagegen können 3—4 Zentner Getreide im Stroh oder in der Spreu stek- kenbleiben Es lohnt sich nicht das Letzte aus der Maschine herausholen zu wollen. Ihre Leistungsfähigkeit ist nun einmal an der Leistung des Motors und den inneren Abmessungen der Maschine begrenzt. Im Gegensatz zu allen Obstgehölzen und Beerenobststräuchem, die man im Herbst oder zeitigen Frühjahr setzt, pflanzt man die Erdbeeren mitten im Sommer, und zwar in der Zeit vom Ende Juli bis Anfang September. Je früher diese Pflanzung erfolgt, umso besser können sich die Pflanzen im Herbst noch bestocken und desto größer wird der erste Ertrag gleich im kommenden Frühjahr ausfallen. In Bühlertal-Altschweier zum Beispiel ist die Sorte „Sieger“ Standardsorte. „Sieger“ ist mit die beste Erdbeere, bringt große Erträge und ist hier in der Gegend völlig gesund. Bis auf weiteres sollte in der hiesigen Gegend keine andere Sorte angebaut werden. Sie ist an ihren hellgrünen Blättern leicht zu erkennen. Die benötigten Jungpflanzen sollten nur von sortenreinen Junganlagen unseres Bezirkes bezogen werden, weil durch Jungpflanzen aus fremden Gebieten Schädlinge und Krankheiten mit eingeschleppt werden können, die evtl, den ganzen Anbau gefährden. Es handelt sich dabei um die „Erdbeermilbe“ und die verschiedenen „Virus-Krankheiten“, die in manchen Erdbeeranbaugebieten verheerend auftreten. Die Erdbeeren gedeihen am besten in humusreichen Böden in Rebanlagen. Als Vorfrucht eignen sich Frühkartoffeln am besten. Zu diesen gibt man reichlich Stallmist und nach der Ernte der Kartoffeln und einer gründlichen Bodenbearbeitung noch zirka 4 kg Thomasmehl und 5 kg Patentkali je Ar. Sobald günstige Witterung ist, erfolgt die Pflanzung. Nur kräftige Setzlinge, die man sich unmittelbar vorh :r von einem zuverlässigen Pflanzer besorgt hat, finden Verwendung. Bel einem Reihenabstand von 65 Zentimeter pflanzt man in der Reihe auf 30 cm Entfernung immer zwei Pflanzen handbreit auseinander. Auf diese Weise erhalten wir durch diese Doppelpflanzung gleich im ersten Jahr nahezu eine Vollemte erstklassiger großer Früchte. Beim Pflanzen ist darauf zu achten, daß die Pflanzen nicht zu tief zu stehen kommen. Bei Eintritt des Winters wird die Junganlage mit strohigem Dünger überdeckt. Hierdurch .erhalten die Pflanzen Frostschute. Vor der ersten Frühjahrsbodenbearbeitung — die immer nur sehr flach erfolgen darf — werden die ausgewaschenen Strohrückstände an die Erdbeerreihen herangezogen. Sie bilden so eine Unterlage für die Früchte und regeln den Wasserhaushalt. K. Löffler Wir wollen Wintergerste Gedanken zu ihrem erfolgreichen Anbau Warum sind die Eier so teuer? überraschende Entwicklung am Eiermarkt Die Wintergerste Ist sehr begehrt. Das dürften allein schon die widerspenstigen Preise bestätigen, die dem nun einmal gegebenen gesetzlichen Rahmen schwer einzufügen sind. Doch nicht nur die marktmäßige Bedeutung der Wintergerste hat zugenommen, sondern auch vom Standpunkt des Betriebswirtschaftlers und der Arbeitsorganisation bringt der Wintergerstenanbau so viele Vorteile mit sich, daß er überall da, wo er nur irgend möglich ist, vorerst wohl kaum vernachlässigt werden sollte. Die Wintergerste bedarf zu ihrem Gelingen einer frühen Saat und eines zeitigen Wachstumsbeginns im Frühjahr. Sie verlangt daher in erster Linie frühreifende Vorfrüchte, die das Feld in gutem Garezustand hinterlassen und die Herstellung des unbedingt nötigen Bodenschlusses erlauben. Stallmistgedüngte Gelfrüchte. Frühgemüse, Frühkartoffeln, frühreifende Erbsen, Wickfutter und ähnliches sind geeignete Vorfrüchte. Stark vernarbte Klee- und Luzemeschläge erfordern meist noch eine Halbbrachebearbeitung. In milden Lagen mit langem Sommer bürgert sich die Bestellung der Wintergerste selbst nach Getreide ein. Unter Umständen gibt man ihr eine Stallmistgabe, Doch kann der geringere Wert der Vorfrucht auch durch beste Düngung nicht voll ausgeglichen werden. Der Boden muß für die Wintergerste unter dem Gesichtspunkt hergerichtet werden, daß beste Gare erforderlich ist und eine weitgehende Unkrautvernichtung vor der Aussaat erreicht werden soll. Bei der Wintergerste heißt es dazu noch schnell arbeiten, damit .auch genügend Bodenschluß bis zur Saat erreicht wird. Es empfiehlt sich daher wohl immer eine sofortige Saatfurche mit nachfolgendem Packen. Das Düngebedürfnis der Gerste ist gemessen an ihrem Nährstoffbedarf recht hoch. Wintergerste zeigt allgemein im Herbst stärkere Nährstoffaufnahme als Weizen und Roggen, während sie im Frühjahr später damit beginnt, aber früher endet. Unbeschadet' einer rechtzeitigen reichlichen Grunddüngung wird meist die Stickstoffgabe in der ganzen geplanten Menge auf das Frühjahr verschoben. Teilmengen, im Herbst ausgestreut, haben nur selten Vorteile erbracht. Da ein besonderes eiweißreiches Korn erwünscht ist, wird man mit der Stickstoffgabe bis zux erfahrungsgemäßen Grenze der Lagergefahr gehen, und zwar umso mehr, je ungünstiger die Vorfrucht ist. Ein Höchstertrag bei der Wintergerste ist meist mit spät eintretendem Lager verknüpft. Gelegentlich wird auch eine mittlere Stallmistgabe empfohlen, die aber sehr leicht den erforderlichen Bodenschluß beeinträchtigt, so daß man sich, wo Wintergerste nach Getreide steht, damit vertraut machen sollte, daß eine' Stallmistgabe nicht selten auch mit Erfolg als Kopfdünger verabreicht werden kann. Um den richtigen Saatzeitpunkt zu wählen, muß man sich vergegenwärtigen, daß sich die Wintergerste vor Winter bestocken soll und daher je nach Lage zwischen Anfang und Ende September gesät werden muß. Bestellungsfehler wie auch zu frühe und zu späte Saat .erhöhen die Gefährdung während des Winters. Allzu sparsame Aussaatmengen sind verfehlt (100—160 kg/ha). Zweizeilige Formal müssen stärker gesät werden. Zum raschen Aufgang trägt eine flache, d. h. 2—3 cm tiefe Saat bei. Wann Spätsaaten? In jedem Jahr kann man eigentlich immer wieder nach der Ernte hören, daß manches spät gesäte Getreide besonders gut lohne. Dabei kann man bisweilen geneigt sein, zu glauben, daß nur die wirklich gut gelungenen Spätsaaten so stark gelobt werden, während man von den mißlungenen Saaten wenig oder gar nichts hört. Im Herbst 1950 stellte man auch bei uns die Behauptung auf, daß es bei den Spätsaaten vor allem auf die richtige Saatzeit ankomme. Grundsatz müsse hier sein: Entweder man sät im Oktober das Wintergetreide oder, falls dies aus technischen Gründen nicht möglich, wird erst im Dezember die Saat durchgeführt. Auf alle Fälle wäre es gefährlich, im November zu säen, da dann der Roggen oder auch der Weizen zu leicht schon während der Keimung in eine auftretende Frostperiode kommen kann. Im Dezember wird dagegen die Saat bald vom Schnee bedeckt und kann erst ganz langsam im Schutze der Schneedecke keimen und nach der Frostperiode recht kräftig in das Frühjahr hineingehen. Wenn man diesen wirklich richtigen Zeitpunkt für die Spätsaaten abpaßt und dann auch das Wetter entsprechend günstig ist, mögen gute Emteerträge die Folge sein. Immerhin wäre es interessant, die Behauptung einer Prüfung zu unterziehen, damit man in schwierigen Fällen, wo die Bestellung im Oktober nicht möglich ist, entsprechend verfahren kann. Oertliche Versuche sind eingeleitet. Einen derart schnellen Preisanstieg bei den Eiern, wie er in den letzten 8 Wochen zu verzeichnen war. hätte man eigentlich kaum erwartet. Gewiß, die Inlandserzeugung, die in diesem Jahre früher als sonst nach einem milden Winter ihren Höhepunkt erreichte, mußte zwangsläufig wieder frühzeitig abnehmen. Es gab aber noch ein verhältnismäßig hohes Angebot Ende Mai, das sogar zu Ueberlegungen Anlaß gab, ob die Vorratsstelle nicht weiter Ware aus der deutschen Erzeugung aufnehmen sollte. Dann aber ist das Angebot an Eiern ganz beträchtlich gesunken und dürfte kaum noch 60 Prozent des Jahreshöchststandes erreichen. Im Dezember 1950 wurden 43,3 Mill. Hennen im Bundesgebiet gezählt. Man berechnete für 1950 eine Eigenerzeugung von 4,3 Mrd Eiern, zu denen sich noch Importe von weiteren 2 Mrd. gesellten. Für jeden Einwohner der Bundesrepublik standen damit im vergangenen Jahre 130 Eier zur Verfügung. Da 1951 mehr Hennen gehalten werden, wäre an sich mit 5 Mrd. Eiern aus der Eigenerzeugung zu rechnen, so daß die Hereinnahme von 2 Mrd. Eiern, deren Lieferung handelsvertraglich bereits abgeschlossen wurde, kaum in vollem Umfange notwendig erscheint. Bei einer Versorgung, die einschließlich der Importe mit 145 Eiern um 10 Prozent über dem Vorkriegsstände liegen würde, stünde theoretisch schon mehr. Ware zur Verfügung, als dem eigentlichen Bedarf entsprechen würde. Von der Statistik her gesehen hätte also ei- / gentlich mit einem normalen Ablauf der Eierversorgung gerechnet werden können, wenn nicht von der Importseite her störende Momente in Erscheinung getreten wären, die man nicht voraussehen konnte. Das Angebot an Eiern hat ebenso wie bei uns in allen bisherigen Exportländern beträchtlich nachgelassen. Die Einfuhren nach Westdeutschland sind in den letzten Wochen erheblich abgesunken. Aus Holland kam z. B. im JuM nur noch gerade die Hälfte der Eier herein, die im Mai eingeführt wurden. Aus Frankreich und Dänemark war die Eiereinfuhr fast noch stärker rückläufig. Diese Entwicklung ist insofern anormal, als gerade im vorigen Jahr im Juli eigentlich die Einfuhrspitze erreicht wurde. Die Gründe für die Verknappung am europäischen Eiermarkt sind vielfältig. Der zunehmende Eigenverbrauch der Erzeugerländer infolge des höheren industriellen Beschäftigungsgrades hält mehr Ware zurück. Frankreich ist fast ganz als Eierexporteur ■’usgeschieden. Spanien trat als neuer Eiereinkäufer auf und konnte harte Dollars bieten. Selbst die USA- Heeresleitung soll in Europa umfangreiche Eiereinkäufe für die Truppenversorgung getätigt haben. Wir befinden uns in einem Engpaß der Eierversorgung am innerdeutschen und europäischen Markt, der, wenn nicht alle Anzeichen trügen, so schnell nicht zu überwinden sein wird. - . v Gegen verbotene Mehltypen w—t. Angesichts der außerordentlich schlechten Mehlversorgung haben Berichte aus den Ländern, nach denen allerorts verbotene Mehltypen auftauchen, in Bonn alarmierend gewirkt. Die Landwirtschaftsminister der Länder haben mitgeteilt, daß mehr und mehr Mehltypen erscheinen, die nach den Durchführungsverordnungen zum Getreidegesetz ausdrücklich verboten sind. Sogar das Konsumbrot werde teilweise mit zu hellen Mehlsorten gebacken. Es sei schon zu erheblichen Absatzschwierigkeiten für dis erlaubten Mehltypen gekommen. Das Bundesemährungsministerium will angesichts der Gefahren, die eine zu geringe Ausmahlung für die allgemeine Versorgungslage bedeutet, eine strenge Nachprüfung einleiten und bei der Aufdeckung von Verstößen die betreffenden Mühlen durch di» Sperrung der Zuteilungen von Auslandsgetreid« strafen. Auch ein Melker kann vor Gericht kommen Daß die Tätigkeit eines Melkers nicht immer ungefährlich ist, weiß auch der Laie, der dabei einmal zugeschaut hat. Daß sie einen aber sogar vor den Kadi bringen kann, ist Wahrscheinlich für viele eine Neuigkeit. Zweifellos war sie es auch für den Landwirt aus einer kleinen Ortschaft in der Nähe von Freiburg, der sich letzthin vor dem Freiburger Schöffengericht zu verantworten hatte. Die Anklage: er hatte es versäumt, seine Kühe vollständig auszumelken, und nur die Vormelkermilch abgeliefert. Wenn auch das Nach- gemelke den Jungkälbern ausgezeichnet geschmeckt haben mochte, so vertrat das Gericht doch den Standpunkt, daß zuerst die Menschen kämen, denen es nicht zugemutet werden könne, mit der abgelieferten „entrahmten Frischmilch“ vorlieb zu nehmen. Das Gericht berief sich auf eine gesetzliche Bestimmung, die einen normalen Fettgehalt der Milch vorschreibt, und legte dem Landwirt eine Geldbuße von dreißig Mark auf. Außerdem muß er die Prozeßkosten bezahlen. Erntemaßnahmen zur Erzeugung von Umblatt Das Ernten von Sandblatt und Mittelgut — Sortieren des Hageltabaks Die deutsche Tabakwirtschaft begrüßt den außerordentlich günstigen Stand der diesjährigen Tabakfelder und hofft, daß dieselben wiederum das erforderliche Umblatt liefern. So ist der Tabak in vielen Gemeinden sehr gut gewachsen und es wäre nun Sache der Pflanzer, dafür zu sorgen, das die Blätter bei der Ernte, der Trocknung, der Abhängung »sw. keine Qualitätseinbuße erleiden. Es ist deshalb zu bedenken, daß an einer Pflanze nicht mehr Blätter eines Emteanteiles gepflückt werden dürfen, als tatsä Sülch vorhanden sind. Sofern dies berücksichtigt wird und 3—4 Grumpen sowie nur 3 Blätter als Sandblätter den Pflanzen entnommen werden, ist mit einer in Reife und Größe ausgeglichenen Blattmasse zu rechnen. Das gleiche trifft auch für das Mittelgut bei der Sorte Havanna II C zu. Auch von dienern EmteanteU sollte man nicht mehr ata 3 Blätter pflücken. Wenden bei der Geudertheimer Sorte also nur 3 Sandblätter und bei dem Havanna II C neben denselben noch 3 Mittelgutblätter geerntet, dann bleibt, wenn bei beiden Sorten 4 Obergutblätter zur Anrechnung kommen, ein gutes, edles und noch für Umblatt geeignetes Hauptgut übrig. Wer sich aber bei der Ernte von egoistischen Grundsätzen leiten läßt und zu viel sandblatt und Mittelgut ab- bright, erhält nicht nur ein hartes, derbes, qualitativ schlechtes, sowie grün aussehendes' Hauptgut, sondern wird auch bei der Sandblatt- und Mittelgutablieferung Beanstandungen erleben. Deshalb gilt der Grundsatz: , nicht mehr sa 'dbiatt und Grumpen ernten als vorhanden sind und zum Obergut unter allen Umständen mindestens 4 obere Blätter nehmen. Von Wichtigkeit ist aber auch, daB die Mitteiguternte für sich getrennt zur Durchführung gelangt und diese Blätter nicht erst beim Pflücken des Hauptgutes den Pflanzen entnommen werden. Das gleiche trifft auch für das Obergut zu. Auch dasselbe wäre zur Vermeidung von Verwechslungen in einem besonderen Arbeitsgang einzusammeln, zusammenzubinden, einzufädeln, zu trocknen und zu verwiegen. Pflanzer, die eine sorgfältige Ernte der einzelnen Blattabstufungen (Grumpen, Sandblatt, Mittelgut, Hauptgut, Obergut) durchführen, die Grumpen aus dem Sandblatt herauslassen, zu demselben auch kein Mittelgut bringen sowie zum Mittelgut kein Hauptgut nehmen und das Hauptgut nicht mit Obergut vermischen, brauchen beim Bündeln der einzelnen Ernteanteile die falschen Blätter nicht herauszuziehen. Das richtige Ernten ist deshalb die beste Sortierung. Dann ist aber auch der Trocknungsvorgang ge- wissenh-it zu überwachen und dafür zu sorgen, daß kein Dachbrand entsteht. Deshalb Grumpen. Sandblatt und Mittelgut nur in luftigen, aber dunklen Plätzen trocknen, Dachvorsprünge sind dafür ungeeignet. Leider wurden durch die Unwetter der letzten Tage einige Bestände durch Hagel verletzt. Sofern nicht alle Blätter an einer Pflanze durchlöchert sind, empfiehlt es sich, im Interesse der Umblattversorgung gewissenhaft zu sortieren und zwischen unverhagelten und verhagelten Blättern zu unterscheiden. Dabei muß unter allen Umständen berücksichtigt werden, daß durchlöcherte Blätter für Umblatt wertlos sind und nur noch Einlage abgeben. Deshalb dürfte sieb das Sortieren zwischen unbeschädigten und verhagelten Blättern zu einer lohnenden Maßnahme gestalten. Diese Arbeit wäre bei den Grumpen, den Sandblättem und, sofern Havanna gepflanzt wurde, auch beim Mittelgut, dann beim Hauptgut sowie Obergut dringend zu empfehlen. Am gefurchtesten von allen Hagelbeschädigungeii ist aber der Zottelsehlag, d. h. sind jene Blätter, welche neben den Rippen nur noch Blattfetzen enthalten. Aus diesem Grunde erscheint es ratsam, auch diese für sich einzusammeln, einzufädeln, zu trocknen und zu bündeln, wenn dieselben nicht preisdrückend auf die weniger beschädigte Blattmasse wirken sollen. Zwischen unverhagelten Blättern und dem Zottelschlag liegen die Abstufungen leichter Hagel, worunter man 1—3 Blattverletzungen versteht und die Klasse Hagel, zu der Blätter mit mehreren Durchschlagen gehören, aber keine Fetzen oder Fransen aufweisen. Die unverhagelten Blätter sind also die wertvollsten, dann folgen die Klassen leichter Hagel, Hagel und anschließend der am schwersten betroffene Zottelsehlag. Es ist außerordentlich bedauerlich, daß die durch den Hagel so sejtze geschädigten Pflanzer noch mit dieser Sortierarbeac belastet werden müssen, wenn sie das, was Ihnen die Naturgewalten übrig gelassen habgn, noch sachgemäß geordnet zum Verkauf bringen wollen. In einigen Fällen hat das Unwetter aber alle Hoffnungen, welche man in finanzieller Hinsicht in den Tabak setzte, vernichtet, so daß viele Pläne, die geschmiedet wurden und die man mit dem Tabakgeld ausführen wollte, leider hinfällig werden. Da mit den Einnahmen aus dem Tabakbau nicht nur die Steuern, Soforthilfeabgabe usw. bestritten worden sind, sondern der Erlös aus dieser Kulturpflanze auch die einzigen Barmittel für die kleinen Bauembetri' - darstellt, gehen die Geschädigten einer außerordentlich schweren Zeit entgegen. Damit dieselben aber noch einen kleinen Erlös aus dem Tabakbau erhalten, sei die Gewinnung von Zweittabak empfohlen. Sobald die Blätter nicht alle restlos von den Stengeln abgeschlagen wurden, läßt man die zwei größten Geizen (ohne Rücksicht auf den Standort, d. h. ob es obere oder mittlere sind), an den Pflanzen stehen und entgipfelt diese, sobald die Blütenanlage erscheint, auf 4—5 Blätter. Die übrigen Geizen sind aber laufend zu entfernen. Wenn nun die Witterung in den darauffolgenden Wochen einigermaßen günstig ist, d. h. feucht und warm wird, besteht bei genügendem Nährstoffvorrat des Bodens die Aussicht, daß noch ein leidlicher Ertrag an Tabak nachwächst. Derselbe bietet natürlich für die wunderschönen und vernichteten Bestände keinen Ersatz, stellt aber eine Notlösung dar. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die Gewinnung von Zweittabak in früheren Hageljahren, e- sei hier nur an 1930 und 1945 erinnert, recht günstig war. Man kann deshalb hoffen, daß bei guter Geizenpflege und einigermaßen günstiger Witterung die Maßnahme auch dieses Jahr einen Erfolg erwarten läßt. O. E. Samstag, 25. August 1951 I M 2IIT6ESCHCHKN JUäuti lM! Glichvolls isch dr Auguscht rum un mr luegt sesüchtig an dr Himmel, ob denn d’Sunn nimmt in dr Lag isch, s’Bachwasser z’wärme un d’Triewel z’broote. Deß wird dies Johr ä Suürämis gehn, wenn’s ä so witer geht. Nor befürcht i, daß im nächste Summer nimmt so viel Feschter abghalte were. wiä wirklig, wo’s bal Not dät, ä paar Sunntig inz’schiäbe. Allerdings sot dmo au alle Woch zweimol Zahltag si, daß mr d’Strapaze besser ushalte kinnt Ä ganz Dunderschlichtiger het am Turnfest in Offeburg gmeint, in dr Kinzig kam „Neuer Süeßer“, Wil s’Wasser so brun gsi isch. „Ihr kinni jo abfülle, wenn Ihr drheim nix bessers benn“, hab ich zuem gsait. Er het glacht: „Verkaufe ä Hekto drvon un losse Eurem Turnverein uff s’nächst Tumfescht ä schöners Däfili mache!“ — Mei, wiä i do d’Lätsch hänge hab losse. Frecher Wase, hab i denkt; awer er het recht. — Ich bin uff dr neue „Freiburger -Strooß“, sellere schun oft erwähnte Umgehungsstrooß in Offeburg promeniert, un hab grad stuune mien, üwer diä vielt Laterne wo dert brenne. Wiä in’re Großstadt, akurat un nit andersch. Wenn am ä Sunntig obend alli Kärch zehle watsch, wo durchbruse, dätsch dipplig wäre. Manchmol kinnt mr meine, alles, was motorisiert isch, sei uff dr Flucht, so rase sie zue. Un am beschde gfalle mr d’Motorräder, selli Pfupferer, wo Krack mache für zehnt, wil im Usbuff kai Schalldämpfer isch. S’geht mr wiä sellem Elsässer Buur, wo vor fufzig Johr mit dr Gaisel uff’m Weg gstande isch un dr erschte Benzin'scheese nochgruefe het: „Säukärch, Gottvrdammti!“ Isck's ä Wunder, wenn do un dert einer oder dr ander dr Himkaschde inrenne duet? Un wenn schun ämol ebbs bas- siere duet, wie sellemolscht in Orteberg, un d’Strooß ä Ewighkeitslängi blockiert isch, bis d’Bolizei zue dr Tatbestandsuffnahm kummt, nor möcht mr wünsche, daß au d’Bolizei motorisiert wird. Deß isch doch in unserem schnellebige Zitalter kai Zuestand, daß im Landratsamt wohl ä Autogarasch verbände, awer für d’Bolizei kai Fahrzeug do isch. — D’Promenad uff dr neue Strooß isch einzig schön, un mr kanns immer ndch nit begriffe, daß mr in kurzer Zitt von dr Kinzigbruck an dr Bahnhof dappe kann, ohni ä Buckel nuff z’grattle. Ä Schmuckstück isch d’Bruck üwer dr Offeburger Mühlbach. Nur sdhad, daß sie im Trubel vom Tumfescht so kurz un bündig em Vrkehr üwergehn wore isch. Nitämol zue’me Richtfescht het’s glangt (wahrsetains het dr Geldbittel d’Schwindsucht g’het). Offeburg mueß sich üwel oder wohl rege, wenn es sich als „Metropol dr Ortenau“ behaupte will. An dr Herbstmeß sötte von alle Hieser Fahne, Fähne, Fahne flattere. Awer nit nur in dr Stadtmitti! Ick hab ä neuer Fahne mit’me Stadtwappe; wer au einer will, brucht’s mir nur z’age. Do un dert were Spruchbänder annigTiängt un in dr Kino in dr Nochberschaft wird mit Hochdruck für d’850-Johrfier gworbe. Fremd! mien mit alle Raffinesse in d’Stadt glockt were, mindestens dreimol so viel, als bim Zwetschgefescht in Stadt Bühl gsi sin. Dann isch ebbs botte in Offeburg. Meine ihr nit au, Burger? D’alt Flamm. Neues Arbeitsamt im Rohbau fertig Audi das Bezirksbauamt wird wieder in den Piählerpark ziehen — Am Donnerstag war Richtfest In dreimonatiger Arbeit wurde im Pfähl erpark das neue Arbeitsamts- und Bezirksbauamtsgebäude im Rohbau fertiggestellt. Wo einst die Trümmer der Pfähler’schen Villa lagen, erhebt sich jetzt, entlang der Pfählerpark-Straße, das etwa 55 Meter lange und 14 Meter tiefe, zweigeschossige Gebäude, das zu zwei Dritteln einmal dem Arbeitsamt und zu einem Drittel dem Bezirksbau amt gehören wird. Ferner werden parterre u. a. zwei Wohnungen untergebracht. Mit der Fertigstellung wird bis zum 1. März gerechnet. Der Entwurf stammt von Regierungsbaurat Horn, die Bauleitung hatte Inspektor Becker. Am Donnerstag- *** nachmittag wurde das Richtfest gefeiert. Dazu war als Vertreter der Bauherrschaft, des Landes Baden, Ministerialrat Dr. Rappenecker und als Vertreter des Landesarbeitsamts Regierungsinspektor Wolz erschienen. Das Richtfest begann mit einem ausgezeichneten Richtspruch am Bau, vorgetragen von Zimmermeister Hermann Bauer. Als der Richtbaum gesetzt war, begab man sich in den Saal der Brauerei Jockerst in Bohlsbach zum vor- zügl. Richtschmaus. Drei Gesichtspunkte bei der Planung Dort sprach Reg.-Baurat Horn der Bauherrschaft, den beiden am Bau beteiligten Firmen 8. Schwarz und F. Friedmann und Dipl.-Ing. Neuberth für die statische Beratung und Prüfung den Dank für die geleistete Arbeit und ihre Bemühungen aus. Er gab auch Aufschluß über die Gesichtspunkte, die bei seiner Planung im Vordergrund standen. Der erste war ein städtebaulicher Gesichtspunkt: Die Grünfläche gegenüber dem Bahnhof sollte erhalten bleiben. Deshalb hat man auch nicht höher gebaut, sondern sich dem Baumbestand untergeordnet. Die Grünfläche soll durch eine entsprechende Parkgestaltung in Zukunft noch mehr herausgehoben werden. Als zweiten Gesichtspunkt nannte Baurat Horn das Bestreben, den Beamten in ihren Räumen die günstige Lage zum Genuß zu bringen. Aus diesem Grunde wurden große Fenster eingebaut. Schließlich wollte man auch den Besuchern des Arbeitsamtes schöne Warteplätze geben. Sie sollen nicht mehr in schmalen, dunklen Gängen abgefertigt werden. Selbstverwaltung für die Arbeitsämter Ministerialrat Dr. Rappenecker würdigte das entstandene Bauwerk und vor allem die dafür geleistete Arbeit. Es müsse im Volksleben soweit kommen, daß der schöpferische Mensch wieder an der Spitze stehe. Denn ihm sei es zu verdanken, daß Deutschland nach dem Krieg einen solchen Wiederaufstieg erleben durfte. Dr. Rappenecker lobte gleichfalls die Unternehmerschaft, die gerade in Baden bodenverwurzelt sei und dank dem badischen Betriebsrätegesetz in gutem Einvernehmen mit den Arbeitnehmern produktive Arbeit leiste. Beide Teile sollten in absehbarer Zeit auch wieder Träger der Selbstverwaltung der Arbeitsämter werden. Der Staat nehme Abschied von der Arbeitsverwaltung. Wp Radsportlidie Großveranstaltung Die zweite radsportliche Großveranstaltung des Jahres findet morgen nachmittag im Kinzigstadion statt Ueber 60 Fahrer aus Italien, Frankreich und Süddeutschland gehen auf der neuen Aschenbahn an den Start, unter ihnen bekannte und namhafte Spezialisten. Sie werden morgen ein spannendes Rennen liefern, wie es sonst nur in Großstädten zu sehen ist. (Näheres siehe Anzeige). Goldene Hochzeiten Ihre goldene Hochzeit konnten gestern Reichsbahninspektor a. D. Hans Lienhard und Frau Stefanie geh. Ottenhöfer, Hildastr. 20, begehen. Der 80jährige Jubilar ist noch rüstig, während die ein Jahr jüngere Jubilarin leider noch im Krankenhaus das Bett hüten muß. Daher konnten sie das Fest nicht in der sonst üblichen Weise feiern. Auch hatten sie in ihren alten Tagen noch darunter zu leiden, daß sie ihre Wohnung räumen mußten. — Eine zweite besatzungsverdrängte Familie feierte gestern mit Theodor“Reinhardt, dem ehern.Direktor der Vivil-Werke, u. Frau Juliette in der Erzbergerstraße 69, das goldene Ehejubiläum. Das Jubelpaar beging es im engsten Kreise. — Wir wünschen den Jubilaren noch einen recht langen gemeinsamen Lebensweg in Gesundheit und Glück. Wohlgelungener Betriebsausflug Bei schönstem Wetter fand am 11. August der Betriebsausflug der Firma Franz Ehrle statt. An ihm nahmen zum ersten Mal nach dem Kriege auch die Ehegatten der verheirateten Betriebsangehörigen teil. Die Reise führte zunächst über Lahr — Emmendingen, nach Denzlingen, wo sämtlichen Teilnehmern ein kräftiges Frühstück geboten wurde. Von hier aus ging’s durch einen Teil des Elztales nach fiem Sinvww'iWertal. Ueber Furtwanger» nach Triberg. Ueber Hornberg erreichte man dann den etwa 900 m hohen Fohrenbühl, Lauterbach, Schramberg, Schiltach und Schenkenzell, wo Mittagsrast gemacht wurde. Bei gehobener Stimmung wurde gegen Abend die Rückreise angetreten, die über Freudenstadt, Kniebis, Zuflucht und durch das Renchtal ging. Den Abschluß dieses wohlgelungenen Betriebsausfluges bildete ein reichliches Abendessen in Griesheim. Bei dieser Gelegenheit wurde Herrn Ehrle in herzlichen Worten gedankt. Nach dem Abendessen erreichte die allgemeine Stimmung ihren Höhepunkt. Mit Musik, Tanz und einem allgemeinen gemütlichen Beisammensein klang der Tag aus, der Betriebsleitung und Belegschaft wieder einmal in bestem Einvernehmen gezeigt hat. Jugendliebe Abenteurer aufgegriffen In den letzten Tagen wurden hier zwei 16 Jahre alte Jungens aufgegriffen, die heimlich das Elternhaus verlassen haben, um sich hier bei der Fremdenlegion anwerben zu lassen. Sie wurden dem Jugendamt zugeführt, von wo aus sie den Eltern wieder zurückgegeben wurden. — Weil ihm das Fahrrad, das er vor einigen Tagen an einem Bahnübergang in Offenburg gestohlen hatte, nicht mehr gut genug war, hat der 17jährige Dieb aus Münster in einem Dorf bei Radolfzell ein Motorrad gestohlen und auf diesem unter Hinterlassung Ides Fahrrades seine „F^rienfahrt“ fortgesetzt. Er wurde aber kurz darauf von der Kriminalpolizei Singen festgenommen. Seine Angaben, er habe das Fahrrad hier geschenkt bekommen, konnten schnell widerlegt werden. Bahnschranke durchfahren Am Donnerstag um 12.35 Uhr fuhr ein Pkw in die geschlossene Bahnschranke am Hof- weierer Bahnübergang. Die Bahnschranke und das Fahrzeug wurden dabei beschädigt. Das Fahrzeug konnte noch vor dem Schienenstrang zum Stehen gebracht werden. Aufnanme: Photo-Grimm Dann sprach Dr. Rappenecker die Hoffnung aus, daß das Arbeitsamt nie mehr ein ziviles Bezirkskommando werde. Nachdem er noch die Grüße des Ministers iür Wirtschaft und Arbeit, Dr. Lais und des Direktors des Landesarbeitsamtes Martzloff überbracht hatte, gab er abschließend seiner Erwartung Ausdruck, daß das neue Arbeitsamt zur gesunden Entwicklung Deutschlands im Sinne eines sozialen Fortschritts beitragen werde. Dr. Schwarz schilderte die Schwierigkeiten, die sich anfangs beim Bau und der Eisenbeschaffung einstellten, die aber dann durch seine Initiative überwunden wordgn sind. Er wünschte beiden Behörden im neuen Haus alles Gute. Zimmermeister Bauer sprach in launiger Weise den Wunsch aus, daß nicht er und seine Arbeitskollegen, sondern die Angestellten und Beamten des Arbeitsamtes arbeitslos werden mögen. Regierungsdirektor Wolz berichtete aus seiner 23jährigen Amtserfahrung über die Schwierigkeiten, die die Unterbringung des Offenburger Arbeitsamtes bisher immer bereitet habe, und Regierungsrat Zapp verlieh als Leiter des Offenburger Amtes neben dem Dank dem Wunsch Ausdruck, daß der Unterstützungsapparat verschwinde und der Arbeiter eine soziale Sicherheit erhalte. Damit wäre schließlich auch die politische Frage Ost und West gelöst. Hierauf dankte Personalratsvorsitzender, Inspektor L e i t z für die Erstellung des neuen Amtsgebäudes, während Polier W u r t.h von den anfänglichen Schwierigkeiten sprach, die beim Bau auf den alten Fundamenten und Kellergewölben auftraten. — Die Freude über das schließlich trotz allem gut gelungenen Werkes, vereinigte dann die Teilnehmer des Richtfestes noch zu vergnügter Runde, bei der sich besonders die Zimmerleute mit ihren zünftigen Darbietungen hervortaten. -> / f Die Goliath-Werke stellten aus Für jede Branche steht ein Spezialwagen bereit Mit einer umfangreichen Kolonne bereisen zur Zeit die Bremer Goliath-Werke die Bundesrepublik, um ihre bisher in zahlreichen Variationen auf den Markt gebrachten Personen- und Kleinlieferwagen zur Schau zu stellen. Die Gustav Ree-Anlage war am Freitag Ausstellungsgelände dieser Kolonne, die von der Offenburger Firma Franz Seel vertreten wird. Aus dem Straßenbild unserer Tage sind die Ein Spezialwagen für den Miicbhandel Dreiradwagen nicht mehr fortzudenken. Seit Jahrzehnten tun sie unermüdlich ihre Pflicht und haben sich durch ihre Wirtschaftlichkeit zahlreiche Freunde erworben. Die Vielfältigkeit der zur Schau gestellten Wagen war erstaunlich. Angefangen von dem zuerst entwickelten Dreirad-Kleinstlieferwagen bis zum Vierradlieferwagen, mit dessen Produktion erst im vergangenen Jahr begonnen wurde, war alles vertreten. Hauptattraktion der Goliathwerke war aber der Personenwagen GP 700. Seine schlichte und zeitlos moderne Linienführung erregte bei den Besuchern immer wieder Bewunderung. Ausgerüstet mit einem 700-ccm-Zweitaktmotor ist er bei sparsamstem Verbrauch für 110 km-st Spitze gut Die außerordentliche Geräumigkeit fällt hierbei besonders ins Auge. Ebenso wie im vorderen Teil haben auch auf den hinteren Polstersitzen drei Personen ungezwungen und geräumig Platz. Dabei hat der Wagen durch seine ausgeglichene Federung und tiefe Schwerpunktlage eine ausgezeichnete Straßenlage. • Für jede Branche hatten die Goliath-Werke einen Spezialwagen bereit. So den stadbslcke- ren, mit großem Transportraum ausgestatteten Bäckerwagen. Ferner den Großviehtransportwagen mit robuster Eisen- und Holzkonstruktion. Die Rückwand ist nach dem Herunterklappen gleichzeitig Lauframpe. Besonderes Interesse erregte der Milchlieferwagen, der unter den modernsten hygienischen Gesichtspunkten eingerichtet ist und die ein direkter Ausschank vor der Türe des Kunden ermöglicht. Der Spezialwagen für Möbeltransporte, dessen Innenwände mit einer guten Polsterung verkleidet sind, ist in seiner glücklichen Lösung geradezu vollendet. Außerdem hatte das Werk noch einen Kofferwagen in drei verschiedenen Ausführungen, einen Verkaufswagen und einen Kastenwagen zur Verfügung. Sämtliche Interessenten konnten sich von den guten Fahreigenschaften und der ausgezeichneten Straßenlage der Goliath-Wagen durch Probefahrten überzeugen. Die Goliath-Werke, die nach dem Kriege zu 80 Prozent zerstört waren, begannen 1949 mit 18 Mann die Produktion wieder aufzunehmen. Heute beschäftigt das Werk bereits 3000 Personen. Ueber 18 000 Dreiradlieferwagen haben inzwischen in 25 verschiedenen Ausführungen das Werk verlassen, (th). Raubüberfälle des Frühjahrs 1949 aufgeklärt Der Täter wurde jetzt in München festgenommen Wie noch erinnerlich, wurde die Bevölkerung von Olfenburg und Umgebung im Frühjahr 1949 durch mehrere Raubüberfälle auf offener Straße beunruhigt. Von der Kriminalpolizei München wurden diesen Sommer zwei junge Burschen aus München wegen eines Raubnber- falles dort festgenommen. Da anf Grand der durchgeführten Fahndungen Zusammenhänge mit den hiesigen Ranbüberfäilen vermutet wurden, wurden Lichtbilder hierher gesandt. Einer der Ueberfallenen hat nun einwandfrei einen der in München festgenommenen Täter, einen 21 Jahre alten Jungen ans München, erkannt. Zweifellos kommen auch die übrigen Raubüberfälle auf dessen Konto, der seinerzeit noch zwei Komplizen bei sich hatte. Diebstahl im Turnerzelt aufgeklärt Der kürzlich gemeldete Diebstahl von Dek- ken und Kleidungsstücken im Turnerzelt hat seine Aufklärung gefunden. Als Täter konnte ein ausländischer Staatsangehöriger und eine 23 Jahre alte Frauensperson aus Donau- eschIngen, die sich hier herumtrieb, festgestellt werden. Ein Teil der gestohlenen Gegenstände wurde bei Letzterer wieder aufgefunden. Sie hatten die Decken und Kleidungsstücke gebraucht, um im Freien nächtigen zu können^ Nicht weit gekommen Pech hatte kürzlich ein 24 Jahre alter Dreher aus Leipzig, der einem hiesigen Studenten sein, vor der elterlichen Wohnung in der Saarlandstraße abgestelltes Fahrrad gestohlen hat. Der Bestohlene hat sofort die Verfolgung mit einem Pkw. aufgenommen und den Täter außerhalb von Offenburg in Richtung Appenweier gestellt. Er hat ihm das Fahrrad abgenommen und den Täter kurzerhand bei der Kriminalpolizei abgeliefert. Der Täter war am gleichen Tage mittellos aus einem hiesigen Lager entlassen worden und hat den Diebstahl begangen, damit er schneller von hier fortkommt. Eine erfreuliche Anzeige Zur Anzeige gelangten zwei Fernlastfahrer aus Dortmund, weil sie in einem hiesigen Rohproduktengeschäft Messing und Neusilber zum Kaufe an boten, das sie auf ihrem Fernlastzug mit sich führten. Da der Verdacht des unrechtmäßigen Erwerbs bestand, hat der Händler die Kriminalpolizei verständigt. Eine Ueberprüfung bestätigte den Verdacht. Die Fernlastfahrer hatten die Waren für die Firma zu transportieren, und, um sich einen Nebenerwerb zu verschaffen, wollten sie einen Teil des Altmaterials absetzen. Aerrte-Sonntagsdienst. Dienstbereit sind ab beute 12 Uhr bis morgen 24 Uhr: Dr. Haake, Tel. 2271 und Dr Voigt, Tel. 1432. Es wird gebeten, den Arzt nur in dringenden Fällen, wenn der Hausarzt nicht zu erreichen ist, zu rufen. Apotheken-Sonn*'* -«dienst. Dienstbereit ist ab heute 12 Uhr die Schwarzwald-Apotheke. Sanwtag, J5. August 195f Offenburgs Betten reichen nicht aus Ständige Zunahme der Übernachtungen - Abkommen mit ausländischen Reisegesellschaften Mit vollem Recht nennt sich Offenburg Metropole der Ortenau. Seine Vorzugsstellung verdankt es in erster Linie seiner günstigen geographischen Lage. Diese bestimmte es ferner dazu, nicht nur Mittelpunkt der Ortenau, sondern zugleich auch Knotenpunkt des südwestdeutschen Eisenbahn- und Straßenverkehrs zu werden. Sie geben Offenburg die große Chance. Fremdenverkehrsstadt zu sein, kein Luftkurort oder Städtchen der Erholung, wird, ja, daß seine Bettenzahl 296 — ohne Hotel „Ries“) nicht einmal immer ausreichen, um alle Fremden unterzubringen. Ein Hauptkontingent stellen die ausländischen Reisegesellschaften. Es ist das Verdienst von Hotelier Otto Schroff, diese zu Haltestationen in Offenburg veranlaßt zu haben. Bereits im Winter hat das Hotel „Union“ mit einer Antwerpen er Reisegesellschaft Ver- gelungen, sie dazu zu bewegen, daß sie alle drei Fahrten hier unterbrechen. Wenn sich die internationalen und Offenburger Verhältnisse nicht verschlechtern, dann hofft man im nächsten Jahr noch mehr in- und ausländische Reisende in bestimmten Abständen von der Offbger. Gastlichkeit überzeugen zu können. Welche Bedeutung ein reger Fremdenverkehr für die ganze Stadt hat, braucht wohl einbarungen getroffen, daß ihre Omnibusse nicht besonders betont zu werden. Er bringt Fremdenverkehrsstatistik Fremdenübernachtungen Herkunftsland der Fremden (ständiger Wohnort nicht Staatsangehörigkeit) Deutschland| Saargebiet j Belgien 1 Luxemburg 1 Dänemark | Frankreich | Großbritann. Noidirland Freistaat ftiand Italien Niederlande Norwegen Oesterreich | Schweden | Schweiz | Sowjetunionj Spanien Portugal übriges Europa Kanada Ver. Staaten von Amerika Süd- u. Mittelamerika Übrige Weltj Ohne Angaben Summe 8338 3 33 10 90 8 5 15 2 16 22 23 1 6 13 8 6 1 3607 April 1951 3451 10 13 14 114 9 14 9 1 11 12 130 1 8 19 2 6 7 3831 Mai 1951 3399 2 128 60 103 28 14 99 17 15 61 32 5 27 7 4 2 4003 Juni 1951 3409 193 367 127 283 28 4 117 187 12 18 94 57 14 4 29 1 10 3 4958 Juli 1951 aber eine Stadt in der Durchreisende gerne übernachten. Um den Fremdenverkehr zu beleben, wurde der Verkehrs verein wieder gegründet. Seine und die privaten Bemühungen müßten jedoch vergeblich sein, wenn Offenburg nicht gepflegte Gaststätten zu bieten hätte. Das ist aber bekanntlich der Fall. Und deshalb haben der Fremdenverkehr und die Uebernachtungen in Offenburg diese Saison wieder eip beachtliches Ausmaß erreicht. Das O.T. ist heute in der Lage, die Uebemachtungszahlen der letzten vier Monate zu veröffentlichen, die beweisen, daß in Offenbupg gerne Halt gemacht bei ihren drei Sommerfahrten, der Oesterreichwoche, der Siebenländerfahrt und der Schwaijzwaldfahrt, jeweils in Offenburg übernachten. Darauf sind diesen Sommer wiederholt fünf Omnibusgesellschaften auf einmal hier abgestiegen. Sie wurden dann auch auf andere Offenburger Hotels und Gaststätten verteilt. Wer in ihnen nicht unterkam, konnte nach Gengenbach verwiesen werden. Ursprünglich wollten die Reisegesellschaften nur eine Fahrt hierher legen. Aber Hotelier Schroff ist es unter Hinweis auf die untadeligen Uebernachtungsmöglichkeiten in Offenburg und durch ein preisgünstiges Angebot nicht nur DM, er bringt Geld nicht bringt auch Devisen, er nur den Gaststätten, sondern auch allen ihren Lieferanten und anderen Geschäften. Schon mancher Fremde hat sich hier einen Photoapparat, eine Lederhose usw. zugelegt. Wenn die Reisegesellschaften in Freiburg oder Freudenstadt absteigen würden, dann würde das Geld in diesen Städten bleiben. Daher kann es nur begrüßt werden, wenn von allen Seiten, auch von der Bürgerschaft Anstrengungen unternommen werden, um Offenburgs Ruf als Stadt der Gastlichkeit, als Stadt der offenen Tore zu festigen und weiter zu verbreiten. Bilder aus Alt-Offenburg Zwischen Rathaus und Haus von Franckenstein Vorschau auf die historische* Ausstellung im Europa-Haus Der Aufruf der Stadt Offenburg für die Ausstellung „Bilder aus Alt-Offenburg“ hat verständnisvollen Widerhall gefunden. Es kann jetzt schon gesagt werden, daß diese Ausstellung mit ihrem Blick in Offenburgs Vergangenheit ein lokal historisches Ereignis werden wird. Unter den in dieser Woche angemeldeten Ausstellungsstücken findet sich eine im Besitz von Herrn E. Kasper befindliche Aufnahme vom Ende des vergangenen Jahrhunderts, welche die Partie zwischen Rathaus und dem Haus von Franckenstein (zuletzt Gesundheitsamt) zeigt. Nur die älteren Offen- burger können sich noch an dieses Stadtbild erinnern. Wie oft hat man sich schon gefragt, wie sah das alte Kornhaus aus, das dem Pseudorenaissance-Gebäude des jetzigen Europahauses Platz machen mußte? Unser Bild beantwortet die Frage. Wie muß sich der reiche Steinmetzschmuck des Rathauses vor diesem schlichten Kornhaus abgehoben haben, und wie bedeutend erhob das Rathaus sich über dieses kleine Haus! Eine feine Sache war auch das sich anschließende Walter’sehe Handelshaus. Mit den zwei Dachgaubengeschossen in seinem mächtigen Giebeldach bildete es ein Gegenstück zum Hause Battiany. Mit dem üblen Fassadenkitsch, dem dieser herrliche Bau weichen mußte, wurde in den letzten Monaten lm Zu- Zell sammenhang mit dem Umbau an jener Stelle wieder aufgeräumt. An das kleine Beyle'sche Häuschen erinnern sich wohl noch sehr viele. Es beherbergte einen kleinen Blumen- und Kranzladen, in welchem die Offenburger Rekruten vor 1914 ihre „Rekrutenbändel“ kauften. Das Franckenstein“sehe Amtshaus in seinen klassischen Formen fiel dem letzten Krieg zum Opfer. Ausstellungsstücke für die Ausstellung „Bilder aus Alt-Offenburg“ können apch in der kommenden Woche noch im Europahaus oder im Rathaus angemeldet werden. Neben den in der letzten Samstagausgabe des O.T. angegebenen Ausstellungsstücken sind auch Aufnahmen von Naturkatastrophen (Hochwasser, Eisgang, Unwetter, Brand) und von Veranstaltungen (Feste, Fastnacht u. a.) aus Alt-Offenburg erwünscht. Auch Aufnahmen vom Beginn der Industriealisierung unserer Stadt, vom Bahnbau usw. können sehr bedeutungsvoll sein. Ob sich bei dieser Gelegenheit auch Abbildungen unserer vor rund 100 Jahren abgebrochenen drei Stadttore heraussteilen? Seuche in Nußbach erloschen Die Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Nußbach ist erloschen. Die angeordneten Schutzmaßnahmen werden aufgehoben. Folgende Gemeinden des Kreises Offenburg verbleiben weiterhin in der Schutzzone der Seuchenorte im Landkreis Kehl: Griesheim, Bühl, Windschläg, Weier, Offenburg, Schutterwald, Nußbach und Oberkirch. Tödlicher Verkehrsunfall Am Mittwoch gegen 19.20 Uhr stieß ein ausländischer Kraftfahrer in der Rammersweierer Straße beim Ueberholen eines Pkw, der mit der Frau und dem Kind des Kraftfahrers besetzt war, mit einem entgegenkommenden Kraftfahrer zusammen. Der überholende Kradfahrer stürzte mit seiner kaum gefahrenen Maschine; er mußte mit einem Schädelbruch in das Krankenhaus eingeliefert werden, wo er in der Nacht den Verletzungen erlegen Ist. Der entgegenkommende Kraftfahrer wurde nur leicht verletzt. Die Fahrzeuge wurden beschädigt. Kleine Stadtchronik Sperrgut wird in der nächsten Woche wieder abgeholt. Die Abholzeiten sind aus der heutigen Bekanntmachung ersichtlich. In ein Fahrrad gelaufen ist am Donnerstag ein 7 Jahre altes Kind in der Kornstraße. Es stürzte zu Boden und zog sich dabei Hautabschürfungen zu. Kunstakademieschnler Kurt Bildstein von Ettenheim, der in Bernau den Hans-Thoma- Staatsgedenkpreis der Badischen Landesregierung erhielt (vgl. O.T Nr. 127), hat 1945—1948 bei Malermeister Hoferer in Offenburg gelernt. Der Verband der Kriegsbeschädigten Körperverletzten und Hinterbliebenen hält am Mittwoch, 29. August, um 20 Uhr im Saal des „Römischen Kaisers“ eine Mitgliederversammlung ab. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. Silberne Hochzeit feiern am morgigen Sonntag Schulrat a. D. Berthold Hornung und Maria, geh. Groß, Brachfeldstraße 12. Schulrat Hornung ist seit Ende 1947 in unserem Verlag als Korrektor tätig und hat sich durch sein kollegiales Wesen die Sympathien aller Mitarbeiter erworben. Wir wünschen ihm und seiner Familie weiterhin alles Gute. Ihren 80. Geburtstag feiert am 25. 8. Frau Sophie Wendling geh. Rusi, wohnhaft Am Uhlgraben 22b. Der hochbetagten Jubilarin unsere herzlichsten Glückwünsche. Ihren 79. Geburtstag feiert heute Frau Brigitte Bruder geh. Strack, Witwe des Friseur* Emst Bruder. Ihren 79. Geburtstag feiert heute Frau Lina Beck, geb. Fingado, Gaswerkstraße 6. Der Jubilarin, die schon 45 Jahre das O. T. bezieht, die herzlichsten Glückwünsche. Seinen 71. Geburtstag feiert am Sonntag der Bahnschlosser a. D. Ludwig Doll. Seit dem Jahre 1906 ist er Abonnent des „Offenburger Tageblatts“. Wir gratulieren Herrn Doll aufs herzlichste und wünschen ihm alles Gute für die fernere Zukunft. Wieder Renchtäler Wein-und Volksfest verbunden mit einer Ausstellung während der Herbstwoche Oberkirch. Das in den letzten Jahren so glänzend verlaufene Renchtäler Wein- und Volksfest kommt auch in diesem Jahre in der Zeit vom 13. bis 21. Oktober wieder zur Durchführung. Erstmals soll in Verbindung mit dem Weinfest auch der heimischen Landwirtschaft, Industrie, Handel und Handwerk Gelegenheit geboten werden, mit ihren Erzeugnissen an die Öffentlichkeit zu treten. Zu diesem Zwecke wurde die Durchführung einer Ausstellung beschlossen, deren Leitung dem „Haus für Wiederaufbau und Wirtschaftswerbung GmbH., Freiburg und Mannheim“ übertragen worden ist. Als Ausstellungsort ist das Schulgebäude in Oberkirch Gottesdienstanzeiger Hl. Kreuz: '6 Uhr Frühmesse; 7.15 Uhr Singmesse mit Predigt; 8.45 Uhr Kindergottesdienst; 10 Uhr Hochamt mit Predigt; abends 19.30 Uhr Vesper in der Zeit nach Pfingsten. HI. Dreifaltigkeit. Sonntag 5.30 Frühmesse mit hl. Kommunion, Beichtgelegenheit; 6.45 Betsingmesse mit Predigt und Monatskommunion der Jungfrauen u. Mädchen; 8.15 Hauptgottesdienst, Asperges, Predigt und Singmesse; 10.00 Schülergottesdienst mit Predigt. In allen Gottesdiensten ist Kollekte für den Wiederaufbau der zerstörten Kirche in Penzberg; 19.30 Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariä mit Aussetzung und Segen. St. Fidelis. 6.30 Frühmesse; 8.00 Singmesse; 9.15 Kindergottesdienst; 10.30 Hauptgottesdienst. Klosterkirche. 8.00 Gottesdienst. Berghaupten. Sonntag 7.00 Frühgottesdienst, Gemeinschaftskommunion der Frauen; 9.00 Amt. Diersburg. 7.00 Frühmesse; 9.00 Hauptgottesdienst; 13.30 Andacht. Durbach. 7.00 Frühmesse; 9.30 Hauptgottesdienst mit Christenlehre für Mädchen; 20.00 • Abendandacht. Gengenbach. 6.00 und 6.45 hl. Messen; 7.30 Singmesse und hl. Kommunion der Schuljugend; 8.45 Predigt und Amt; 10.00 Singmesse mit Predigt; 14.00 Vesper; Versammlung des 3. Ordens. a. H. Kath. Stadtpfarrkirche: 6.00 Beichtgelegenheit; 7.00 Frühmesse; 8.00 Schülergottesdienst mit Monatskommunion des 7. und 8. Schuljahres; 9.00 Prozession mit dem Allerheiligsten, daran anschl. Festgottesdienst mit Festpredigt, lev. Hochamt, Tedeum und Segen; 14.00 feierliche Vesper; 19.30 Pfarr- familienfeier im „Badischen Hof“. — Wallfahrtskirche; 6.30 und 7.00 stille hl. Messen; 7.30 Singmesse mit Predigt. Evangelische Gottesdienste Offenburg. Sonntag 8 Uhr Frühgottesdienst, Saal, Poststraße; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, Stadtkirche; 11 Kindergottesdienst, Stadtkirche. — Dienstag 20.15 Männerwerk, Poststraße 16. Durbach. Sonntag 9.30 Gottesdienst mit anschl. Kindergottesdienst im Rathaus. Ortenberg. Sonntag 19.00 Uhr Gottesdienst im Schulhaus. Diersburg. Sonntag 9.10 Uhr Gottesdienst. Niederschopfheim. Sonntag 10.45 Gottesdienst. Gengenbach. Samstag 20.00 Wochenschlußfeier. Sonntag 9.30 Gottesdienst; 11.00 Kindergot- tesdienst. — Montag 7.00 Morgenwache; 20.00 Frauen- und Mütterkreis. Zell a. H. Samstag 20.00 Wochenschluß. Sonntag 8.00 Hauptgottesdienst. Ev. Gemeinschaft Offenburg, Augustastraße I. Sonntag 9.30 Predigtgottesdienst. — Donnerstag 19.45 Bibel- und Singstunde. Gemeinschaft Innere Mission, Offenbarg. Sonntag und Mittwoch 16.00 Uhr Bibelstunde. vorgesehen. In den Sälen des ersten und zweiten Stockwerkes werden Handel und Gewerbe ihre Erzeugnisse zur Schau stellen können, während die Aula als Ehrenhalle vorgesehen ist. Landwirtschaftliche und sonstige Maschinen werden in Hallen,, die errichtet werden, gezeigt. Die umfassende Schau während der Herbstwoche in Oberkirch wird zweifellos zu einem großen Ereignis für das Tal und die ganze Umgebung werden. Einbruchsdiebstahl in Appenweier Appenweier. In der Nacht zum Mittwoch wurde im Gasthaus „Zum deutschen Kaiser“; ein Einbruchsdiebstahl verübt. Die Täter stiegen mittels einer Leiter in ein im zweiten Stock gelegenes Gastzimmer ein und beraubten den dort schlafenden Gast der Briefmappe mit Schlüssel und der Kleider. Die Kleider ließen sie an der anstehenden Leiter hängen, dann versuchten sie mit dem entwendeten Autoschlüssel die im Gasthof parkenden drei Volkswagen zu öffnen. Glücklicherweise hatte der beraubte Gast seinen Volkswagen anderweitig in Appenweier untergestellt, so daß es den Einbrechern nicht gelang, die Volkswagen im Hof zu öffnen. Sie mußten ohne Wagen flüchten. In der gestohlenen Brieftasche befanden sich Beamtenschecks und Bargeld. Vor der Annahme dieser Schecks wird gewarnt. Aus requirierten Beständen Appenweier (v). Aus requirierten Beständen der Besatzung sind dieser Woche im Rathaus eine Bettstatt mit Federbett, ein Schrank, ein Sofa, Stühle und verschiedene andere Haushaltsgegenstände aufgestellt. Zwecks Feststellung der Eigentümer können diese Gegenstände jeweils vormittags von 8 bis 12 Uhr besichtigt werden. Am Montag Kammermüsikabend Am Montag, den 27. August, veranstalten Ruth Friebis (Viola), Erwin Klinkon (Cello), Hqbert Mayer (Violine) und Hubert Scherz (Violine) im Rahmen der Kammermusikstudio- Veranstaltungen einen Kammermusikabend mit Werken alter und neuer Meister. Beginn 20.30 Uhr im Saal „Römischer Kaiser“, Offenburg. / Auch Sie können einen lieblicherenTeint haben wenn Sie Palmolive-Seife regelmässig f| verwenden.Fachärzte bestätigen es. ^ PAl/^OHy Samstag, 25. Äugust 1951 Wer wird „Meerrettichkönigin"? Erste endgültige Beschlüsse zum Meerrettichfest gefaßt Urloffen (h). Am Abend des vergangenen Sonntags tagte unter dem Vorsitz von Bürgermeister Ludwig Schmidt der Festausschuß im Bürgersaal des Rathauses. In dieser Sitzung kam man ohne große Debatten zu teilweise endgültigen Beschlüssen und auch die noch ungeklärten Angelegenheiten wurden der Losung näher gebracht. Die strittige Platzfrage wunde in geheimer Abstimmung geklärt und das Wiesengelände „im Muhr“ als Fest- und Messeplatz. bestimmt. Dieses Gelände erhielt wegen seiner Zugänglichkeit und zentralen Lage den „Vorzug“, es soll auch nach den vorhandenen Plänen in der Zukunft als Sport- und Festplatz ausgebaut werden. Die Wahl der „Meerrettichkönigin“ soll bei' der Herbstveranstaltung des Turnvereins in öffentlicher Abstimmung erfolgen. Zu dieser Wahl wurde eine Vorschlagsliste, die noch beliebig ergänzt werden kann, aufgestellt. Die der Thronbesteigung würdig befundenen Kandidatinnen sind Ludwina Knosp, Maria Armbrusten Hilda Kiefer, Anneliese Baumann, Elisabeth Kiefer, Resel Kiefer, Hilde Trautmann, Paula Langeneickes-, Anneli'es» Köhld und Anneliese Kranz. Allerdings fehlt noch das Einverständnis der vorgeschlagenen Auserwählten. Heber die Vergebung der Ausstellung an das „Haus für Wirtschaftswerbung“ in Freiburg, konnte noch kein Beschluß gefaßt werden, da ein bindendes Angebot dieser Firma noch nicht vorliegt. Die kulturelle Gestaltung des Festes und des Festzuges wurde Oberlehrer Müller und Erich Huber übertragen. Für die Ausstellung zeichnet Gustav Federer, Juniorchef des Hauses Federer, verantwortlich. Ein altbewährter Mitarbeiterstab bietet die Gewähr, daß das zweite Meerrettichfest dem ersten in seinem glänzenden Erfolg nicht nachstehen wird. Versammlung der Heimatvertriebenen Urloffen. (f) In einer gutbesetzten Versammlung der Fliegergeschädigten und Heimatvertriebenen in der „Krone“ bedauerte eingangs der 1. Vorsitzende, Herr Feind, daß der Einladung keine Urioffener Bürger gefolgt seien; sei doch eine ersprießlich© Zusammenarbeit mit der Einwohnerschaft sehr vonnöten. Herr Feind berichtete über die Bundesversammlung ln Offenburg. In wenigen Wochen werde in Urloffen eine Großkundgebung der Heimatvertriebenen stattfinden, in der Rechtsanwalt Dr. Herder vom Zentralverband über den Lastenausgleich sprechen werde. Kreisvorsitzender Steurer (Kehl) gab Aufschluß über Hilfe im Aufbau, bei der Instandsetzung und über die Finanzierung bei der Beschaffung von Wohnungen. Ueber Sterbeversicherung sprach Versicherungsinspektor Stanko (Offenburg) und betonte, daß den Leuten von über 65 Jahren eine einmalige Gelegenheit geboten wäre, sich - für den Sterbefall zu versichern. In der folgenden regen Debatte erläuterte Bürgermeister Schmidt mehrere Zweifelsfragen, wofür ihm die Versammlung mit Beifall dankte. Erich Sauer scheidet von Urloffen Urloffen (h). Am kommenden Montag verläßt der bisherige Dirigent des Kirchenchors, Erich Sauer, Heimatdorf und Elternhaus, um mit seiner Familie nach Baden-Baden umzuziehen, wo er als Mitglied des Südwestfunk- Orchesters wirkt. Mit ihm verliert die musica sacra hier einen meisterlichen Chorleiter, der schon seit seinem 16. Lebensjahr den Dirigentenstab führt und im Laufe seiner Tätigkeit mit selbstlosem Willen den Kirchenchor des Meerrettichdorfes zu einem ausgezeichneten Klangkörper machte, der für Ort und Um gebung beispielhaft Ist. An kirchenmusikalischen Andachten und Hochfesten der Kirche kamen die Leistungen von Chor und Meister in immer neuen und besseren Leistungen zum Ausdruck. Seine von ihm einstudierte und dirigierte „Missa Brevis“ von W. A. Mozart, war einer der kirchenmusikalischen Höhepunkte. Mit Erich Sauers Wegzug entsteht für Chor und Kirchengemeinde eine empfindliche Lücke, die nur schwer wieder geschlossen werden kann. Sie sagen dem scheidenden Chorleiter auf diesem Wege hoch einmal ein ■ herzliches Vergelts Gott. Kind in ein Auto gelaufen Urloffen (h). An der gefährlichen Kreuzung im Ortsteil Zimmern, lief ein Kind quer über die Bundesstraße in einen Wagen der Besatzungsmacht. Der gefährlich aussehende Unfall hatte für das Kind empfindliche, jedoch nicht gefährliche Verletzungen zur Folge. Generalversammlung des MGV. Schutterwald Bisherigen Vorsitzenden zum Ehren Vorstandsmitglied ernannt Schutterwald, (s) In der Bahnhofwirtschaft hielt der Männergesangverein seine Generalversammlung ab. Vorstand Franz Beathalter begrüßte die Erschienenen und dankte allen, die dem Verein im verflossenen Jahr ihre tatkräftige Mitarbeit angedeihen ließen. Sein besonderer Dank galt der Theatergruppe. Der Rechenschaftsbericht von Kassier Ferdinand Lipps ergab einen günstigen Stand der Kasse. Der Tätigkeitsbericht ließ ein reges Vereinsleben erkennen. Besondere Erwähnung verdient die Teilnahme an den Sängerfesten in den Nachbarorten, am Bundessängerfest in Karlsruhe und die Weihnachtsaufführung der „Mühle im Schwarzwald“, Im Anschluß daran trat die Vorstandschaft zurück. Vorsitzender Beathalter bat, infolge seines Alters von einer Wiederwahl abzusehen. In der Neuwahl wurde sodann Sparkassenangestellter Walter Junker einstimmig zum ersten, und Schlosser Otto Junker zum zweiten Vorstand gewählt. Sonst traten keine Aenderungen ein. Zum Schlüsse wurde Franz Beathalter auf Grund seiner langjährigen Verdienste zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt. Denn ihm ist es hauptsächlich zu verdanken, daß der Verein einen so erfreulichen Aufstieg erlebt hat. Feuerwehrprobe Goldscheuer (k), Am Sonntag hielt die Frei willige Feuerwehr eine Probe der drei Löschgruppen Marlen, Goldscheuer und Kittersburg ab. Hierbei wurden die Erfahrungen der Wehrmänner, die sich an den Hebungen bei dem Freiburger Landesfeuerwehrtreffen beteiligten, im Beisein des Bürgermeister Fehrenbach, praktisch ausgewertet. Nach Beendigung der Uebung erfolgte eine • Besprechung über einschlägige Fragen des Feuerwehrdienstes. Todesfall Altenheim (r). Im Alter von 82 Jahren verstarb Maurermeister Michael Graf. Ein tüchtiger Handwerksmeister und Landwirt ist mit ihm heimgegangen. Sein Andenken wird noch lange in Ehren gehalten werden. Kirchturm hat wieder eine Spitze Altenheim (r). Nachdem unser Kirchturm jahrelang als Ruine weithin sichtbar war, trägt Wer gewinn! - wer verliert die ersten Punkte? A-Klasse Nord und Süd starten mit vollem Programm In der Staffel Nord hat der aus der Kreis-1FV Lahr zu einem Jugendturnier. Um 15 Uhr stehen klasse aufgestiegene Neuling Bodersweier gegen die im vergangenen Jahr in der Bezirksklasse wenig erfolgreiche Mannschaft von Nußbach ein Heimspiel auszutragen,- wobei, es dem Platzbesitzer nicht schwer- fallen dürfte, die Punkte zu sichern. Anders liegen die Dinge bei der Elf von Auenheim, die gleich zu Beginn der Runde zum stärksten Gegner, den Reserven von Offenburg, reisen muß. Ein Teilerfolg der Hanauer könnte schon als beachtlich bezeichnet werden. Gespannt kann man auf das' Abschneiden der neuformierten II. Garnitur vom Kehler FV sein, die in Freiste« spielt, und sich dort sehr anstrengen muß, wenn sie- nur zu einem Teilerfolg kommen will In Leutesheim trifft die Platzmannschaft auf den’alten Rivalen Kork, der durch Spielerabwanderung wohl nicht mehr die Stärke der vorigen Saison aufzuweisen hat. Immerhin ist mit einem spannenden Kampf zu rechnen. Auch Renchen hat im Vorjahr wenig Glück gehabt und trifft beim ersten Heimspiel auf den Neuling A—enweier, der in der Kreisklasse ganz beachtliche Erfolge zu verzeichnen hatte. Für Renchen wird es nicht leicht sein, beide Punkte zu erhalten. In Legelshurst trifft sic» mit der Platzmannschaft ein Neuling in der A-Klasse mit dem Absteiger Willstätt aus der H. Amateurliga. Eine Voraussage ist hier insofern schlecht zu treffen, als dieses Spiel reinen Lokalkampfcharakter trägt. Urloffen tritt auf eigenem Platz gegen die spielstarke Mannschaft von Zusenhofen an, wobei mit einem Sieg der Gäste gerechnet werden kann. Staffel Süd: In der Staffel Süd sind nur fünf Paarungen zu verzeichnen. Ichenheim empfängt den aus dem Vorjahr noch gut bekannten alten Rivalen Schutterwald. Beide Mannschaften werden sich einen entsprechenden Kampf liefern. Spielerisch gesehen, dürfte Schutterwald einen kleinen Vorteil aufzuwei- aen haben. Waltersweier stand im vergangenen Jahr am Tabellenende und trifft auf den Aufsteiger aus der Kreisklasse Berghaupten, eine Mannschaft, die in der rückliegenden Saison beachtliche Erfolge zu verzeichnen hatte. Der Neuling HetligenzeU spielt auf eigenem Platz gegen Weier, wobei es für einen Gästesieg reichen müßte. Im Spiel Schiltach gegen FV Lahr II kann man dem Platzbesitzer einen Vorteil einräumen. Zell a. H. spielt gegen Hausach. Beide Mannschaften kennen sich noch aus dem Vorjahr, wobei jedoch zu sagen ist, daß gerade Zell a.H. seine Elf verstärken konnte. Der Spielausgang ist offen. Elgersweier, Kürzell, SpVgg Lahr und Zunsweier sind spielfrei. (on) A-Klasse, Gruppe Nord: Bodersweier — Nußbach; Offenburg II — Auenheim; Leutesheim — Kork; Reueben — Appenweier; Legelshurst — Willstätt; Urloffen — Zusenhofen; Freiste« — Kehl II; Fautenbach spielfrei). A-Klasse, Gruppe Süd: Ichenheim — Schutterwald: Waltersweier — Berghaupten; Heiligenzell — Weier; Schiltach — FV Lahr II; Zell — Hausach. die OFV Reserven (Fußball) dem SV Auenheim gegenüber. und dürften die . Gelegenheit, die letzte Niederlage gegen Hausach auszubügeln, auch ausnützen. - Dt. GeUgenbach vor schwerer Aufgabe Gengenbaih — Ottenau Mit dem Ex-Landesligisten Ottenau empfängt der SV Gengenbach am Sonntag zweifellos einen der stärksten Gegner. An Erfahrung und Spielstärke ist der Gast dem Amateurliga-Neuling überlegen, zumal der Gastgeber in letzter Zeit drei seiner befähigten Spieler abgeben mußte. Zell I — Hausach I Im ersten Punktespiel *- steht Zell mit dem VfB Hausach ein schwerer Gegner bevor. Nachdem der Probegalopp der Einheimischen gegen Ortenberg nicht besonders gut verlaufen ist, möchte man beinahe anhehmen, daß Hausach dieses Spiel gewinnt. Beide Spiele des Vorjahres endeten Unentschieden. Die Flatzbesitzer dürften mit einer Punkteteilung zufrieden sein. Po]$alturnier in Durbach Der Sonntag steht für die Durbacher Sportfreunde im Zeichen eines Pokal-Turniers. Der Vormittag wird zunächst ausgefüllt mit Wettkämpfen der Jugend und um 12.00 Uhr mittags beginnt das eigentliche Fußball-Turnier. Es erscheinen die Vereine: SV Altenheim, SV Bohlsbach, SV Ebersweier, SV Fautenbach, SV Kehl-Sundheim und Offenburger FV III. Die Spiele werden lm k.o.-System durchgeführt und dauern jeweils 2X25 Min. Abschließend erfolgt ein Propagandaspiel Durbach I — Fautenbach I. Etwa um 18.30 Uhr Ist Siegerehrung lm Gasthaus Zur Eintracht“. Red-Mars Strafiburg in Goldscheuer Am Sonntag empfangen die Sportfreunde Goldscheuer die 1. Mannschaft des Fußballklubs „Red- Star“ Straßburg zu einem freundschaftlichen Treffen. Der Gegner gehört zu den besten Mannschaften Straßburgs; er unterlag dem „Racing“ nur 1:4. Das Spiel ist ein besonderes fußballsportliches Ereignis, womit die alten freundschaftlichen Beziehungen mit den Sportfreunden jenseits der Grenze wieder erneuert werden sollen. Das Spiel beginnt um 15.00 Uhr. Im Vorspiel stehen sich die 1. Mannschaft von Kürzell und eine kombinierte Mannschaft von Goldscheuer gegenüber. Alle Sportfreunde werden gebeten, zum Zeichen der sportlichen Verbundenheit den Gästen aus Straßburg gegenüber, sidi recht zahlreich einzufinden. Start der Handball-Bezirksklasse Ofienburg Mit dem morgigen Sonntag startet die Bezirksliga Offenburg mit zwei Spielen die Saison 1951/52. Der Neuling Reichenbach ist beim OFV zu Gast und wird sein erstes Gastspiel absolvieren. Man kann ihm keine allzugroße Chancen einräumen, trotzdem daß Neulinge meistens einen guten Start zu verzeichnen haben. Diese Begegnung beginnt bereits um 10.30 Uhr. Meissenheim empfängt Nonnenweier und wird die ersten 2 Punkte sicher unter Dach bringen. -Is- Hofweier I — Rot-Weiß Lörrach I Am morgigen Sonntag trifft der TuS Hofweier in •einem ersten Punktespiel auf den spielstarken Gegner Rot-Weiß Lörrach. Die Gäste von der Schweizer Grenze sind als schnelle Mannschaft bekannt und zählen neben Niederbühl und Schutterwald zu den besten südbadischen Handballmannschaften. Hofweier wird sich alle Mühe geben, die Leistung vom letzten Sonntag zu wiederholen. Spielbeginn 14-30 Uhr. — Im Vorspiel stehen sich die II. Mannschaft von Hofweier und die erste Mannschaft von Griesheim ebenfalls im ersten Punktekampf gegenüber. Ein großer Tag beim VfR Elgersweier OFV-Propaganda-Elf und SV Kappelwindeck zu Gast Wie wir bereits am Donnerstag berichteten, wird morgen in herrlichem Festakt die neue Tribüne des VfR Elgersweier ihrer Bestimmung übergeben werden. Der Bedeutung des Tages entsprechend, haben die Rasenspieler für die anschließenden Weihespiele zwei Gegner verpflichtet, die für besten Sport gut sind. Bei den Fußballern ist dies um 15 Uhr die bekannte Propaganda-Elf des Offenburger Fußball- vereins. Im Anschluß daran stehen um 16.30 Uhr die einheimischen Handballer dem gleichfalls starken SV Bühl-Kappelwindeck gegenüber. Die OFV-Tradltions-Elf wird sich in Galla-Besetzung vorstellen. Ob die Schwarz-Roten trotz des unverkennbaren Formanstiegs ln der letzten Zeit einem solchen Aufgebot Paroli bieten kann, erscheint recht zweifelhaft. Auch die Handballer werden ihr Bestes geben müssen, wenn sie sich gut aus der Affäre ziehen wollen. Jedenfalls wird sich morgen das VfR-Gelände ln feierlichem Schmuck präsentieren, und Jeder Zt>- schauer dürfte voll auf »eine Rechnung kommen. OFV in St. Georgen 10.3* Uhr Handball OFV I — Reichenbach 11.3* Uhr Jugendturnier (Fußball) OFV A, B, C Jgd — FV Lahr A, B, C Jgd. 15.00 Uhr Fußball: OFV II — Auenheim I Zum ersten Auswärtsspiel reist der OFV nach St. Georgen. Die Gastgeber verloren am letzten Sonntag gegen die immer noch starken Seehasen mit 3:0, doch ist St. Georgen als Heimmannschaft mit Recht gefürchtet. In der letzten Saison gelang dem OFV in einer Schlammschlacht ein 1:1, . und wir trauen ihm auch diesmal mindestens den Gewinn eines Punktes zu. Diese Hoffnung ist berechtigt, denn die Leistung des OFV übertraf am letzten Sonntag die des Gegners bei weitem, und nicht immer steht ein Torwart in Ueberform im Tor, wie bei Baden-Baden. Die Mannschaft reist mit: Schilli; Hederer, Burgert; Herold, Raboid, Armbrusten Steiner, Müller II, Kopp, Klinge«, Bittner, Müller I. Auf der Stegermatt beginnt, bereits um 10.30 Uhr ein umfangreiches Programm. Zunächst spielen die Handballer des OFV I, um die ersten Punkte gegen Reichenbach und sollten, wenn sie lm Gegensatz zum letzten Sonntag zwei Halbzeiten «hirchstehen, auch zum ersten Erfolge kommen. Anschließend starten die Jugendmannschaften des OFV und des Die neue Tribüne des VfR Elgersweier Unser Bild zeigt die neue Tribüne des VfR Elgersweier, die sich der Verein ln eigener Initiative binnen kurzer Zeit erstellt hat. Im hinteren Teil derselben sind Räume untergebracht, in denen sich die Sportler umkleiden können. Der VfR Elgersweier, schon immer qis rühriger Verein bekannt, dürfte in der Erstellung dieser Anlage innerhalb der Bezirksund Kreisklassenvereine ohne Beispiel dastehen. Photo Grimm Kind in Suppentopf gestürzt Oppen»«, Am Montag fiel ein zwei Jahre altes Kind in einem unbewachten Augenblick in einen an der Tfirschweile der Küche ab- gestellten Topf, der mit heißer Suppe gefüllt war. Es erlitt hierbei schwere Verletzungen, an denen es im Krankenhaus Bad Peterstal gestorben ist. Hie Mutter des verunglückten Kindes stellte den mit heißer Suppe überge- laufenen Topf von ihrem Küchenherd an die bezeichnete Stelle und wollte einen anderen Topf auf den Herd stellen. In diesem Augen« blick lief das zwef Jahre alte Kind zu der Tür-, schwelle, stürzte dort und fiel in. den Topf. er nun wieder eine Spitze. In schwindelnder Höhe arbeiten die Zimmerleute, um das große Werk des Kirchbaus der Vollendung näher zu bringen. Auch im Innern der Kirche wird fleißig gearbeitet. Das Altenheimer Filmprogramm Altenheim. Die Schwanen-Lich^spiele zeigen über das Wochenende den bekannten Film „Die Sünderin“. Der erste Nachkriegsfilm von Willi Forst mit Gustav Fröhlich und Hildegard Knef. Wir ehren das Alter Weier, (v) Ludwig Kugler, Landwirt, begeht heute sein 74. Wiegenfest. — Altbürgermedster Georg Gaß, kann am 30 sein 75. Lebensjahr vollenden. Wir gratulieren. Rammersweier (b). Frau Maria Hurst, ged, Müller ist am 24. Aug. 75 Jahre alt geworden, Auf sein 75. Wiegenfest kann Josef Groß am Sonntag zurückblicken. Wir gratulieren. Ausflug des Cäcilienvereins Ortenberg, (s) Einen erlebnisreichen Ausflug unternahm der hiesige Cäcilienverein mit seinem Präses, Pfarrer Bär, und dem Chordirigenten, Bürgermeister Vollmer. Die abwechslungsreiche Fahrt mit dem Omnibus der Bundesbahn führte über Schramberg, Rottweil und Tuttlingen. Man fuhr das Donautal entlang und besuchte in Gutenstein Pfarrer Bauer, der früher als Kaplan hier tätig war, in Krauchenwies die Krankenschwester Herp von Ortenberg. Ferner sah man sich die herrliche Kirche in Salem und das Kloster Birnau an. Ueber Meersburg setzte man mit der Fähre nach Konstanz über, wo bei Gesang und Unterhaltung die Fahrt beschlossen wurde. Biberachs Geburtstagskinder Biberach (s). Am Dienstag feierte Helene Knäble, Rentnerin, Ihren 76. Geburtstag. Während Barbara Herrmann, geb. Prinzbach heute ihren 85. Geburtstag begeht, kann Rebecka Decker, geb. Furtwängler am Freitag auf 83 Lenze zurückblicken. Am Samstag kann Frau Luise Jehle, geb. Gißler, die Witwe des verstorbenen Brauereibesitzers Franz Xaver Jehle, ihr 79. und der Friseurmeister Augustin Riehle, ; der noch täglich seiner gewohnten Arbehhiach-r geht, sein 74. Lebensjahr vollenden. Frau Theresia Schäfer, geb, Meliert, feiert am Sonntag ihren 70. Geburtstag. Den Jubilaren möge noch ein recht sonniger Lebensabend beschieden sein. Erfolgreiche Turnerin Biberach (s). Beim zweiten Kaiserstühler Turn- und Sportfest in Betzingen konnte die wiederholt erfolgreiche Turnerin Anneliese Gebier wiederum als erste Siegerin im Kugelstoßen und zweite im Dreikampf Frauen hervorgehen. — Der Turnverein veranstaltet am Sonntag bei günstiger Witterung sein traditionelles Waldfest im Priesen. Verschiedene Gastvereine sowie die Musikkapelle werden daran teilnehmen. Ans dem Harmersbachtal Nach Staufen versetzt Zell a. H. (s) Am Dienstag verließ Bahnverwalter Josef Scheib mit seiner Familie nach 19jähriger Tätigkeit unser Städtchen, um in seiner Heimat Staufen einen neuen Wirkungskreis anzutreten. Der Männergesangverein „Frohsinn“ veranstaltete für seinen scheidenden Schriftführer noch einen besonderen Abschiedsabend im „Schwanen“. Durch den Vereinsvorstand Morlok wurde Herr Scheib mit einem sinnigen Geschenk geehrt. — Zu Beginn des neuen Schuljahres wurden 27 Kinder in die Volksschule neu aufgenommen. Wochenendunterhaltung Zell a. H. (s). Das Konzert- und Unterhaltungsorchester des Volksbildungswerkes Lahr veranstaltet am heutigen Samstag, um 20.30 Uhr, im „Badischen Hof“ einen großen Unterhaltungsabend unter dem Motto „Frohes Wochenende“; die Leitung hat Kapellmeister Hermann Weiters. Todesfall Unterharmersbach (1). Im Alter von 61 Jahren starb unerwartet rasch nach kurzer schwerer Krankheit, Frau Luise Lehmann, geb. HUg. Den Hinterbliebenen wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Kirchweihe in Nordrach Nordrach, (s) Am Sonntag ist hier Kirch- weihe. Der Vergnügungspark ist auf dem früheren Sportplatz aufgebaut. Die Krämerstände werden nicht mehr der Dorfstraße entlang, sondfern auf dem Kirchplatz aufgeschlagen, was sehr zu begrüßen ist, da der Verkehr somit nicht mehr gehindert ist. Offenburger Tageblatt Chefredakteur; Adolf Kinunlg Verantwortliche Redaktion: Adolf Ktmmlg (Politik); Franz Josef Mayer (Badnei Land). Karl Gie*. (Kultur, Unterhaltung und Heimatbeilage) Als!» Hörtb (Sport); Herbert Buhle» (Allg Beilagen); Walter Pidiert (Landw Beilage): Helm» ttti I . Dt Alfred Galler. Adolf Klmmig 1. Urlaub: Vertr-; Franz Josef Mayer Druck. A. Reift L Cie., Ottenburg Aschenbahn-Rennen im Kinzig-Stadion lieber 60 Fahrer aus Italien, Frankreich und Deutschland in Offenburg am Start Am Sonntag nachmittag 13.30 Uhr führt der Radsportverein Offenburg seine zweite diesjährige Großveranstaltung in dem neuen Kinzigstadion durch. Ueber 60 Fahrer aus Italien, Frankreich, Süddeutschland und der Pfalz werden sich auf der neuen Aschenbahft im Kinzigstadion ein kampfbetontes Rennen um den Titel in den einzelnen Klassen liefern. Die herausragenden Rennen der Veranstaltung bilden das Fliegereröffnungsrennen und das 150-Runden- Mannschaftsfahren nach 6-Tage-Art. In diesen beiden Rennen starten die bekannten Bahnspezialisten Gebr. Marioni, Italien, Kugelmann-Spiegel aus München (2. Deutscher Amateurmeister der Bahn 1951), Lederer-Kienle aus Stuttgart, Hennesch-Klehr aus Stuttgart-Cannstatt, Riemer-Jaus aus Ulm, Hasenfurter-Betzler aus Feuerbach, Poulin Rese gepaart mit Lösch aus Landau, Hoecker-Rau aus Friesenheim, Mazarie-Fehrenbacher aus Lauterbach, Schneider-Hermann aus Trossingen, Dangel-Bock aus Landau und das Offenburger Paar Spinner-Hurst. Jedoch auch in den anderen Rennen werden harte Kämpfe ausgefochten. Im Einlagerennen der alten Kämpen werden sich die früheren Fahrer aus Offenburg und Umgebung, wie: Zind, Schutterwald, Hauser, Altenheim (ehern. Deutscher Meister), Jundt, Altenheim, Schley, Langhurst, Gebr. Wie- demer, Windschläg, Fischer, Ortenberg, Fautz, Offenburg, sowie der älteste Rennfahrer Offenburgs, J. Glück, ein hartes und spannendes Rennen liefern. Die Zuschauer haben während der Rennen Gelegenheit, als Ansporn für die Fahrer größere oder kleinere Geld- und Sachprämien zu stiften. Mit dieser Großveranstaltung‘bringt der Radsportverein Offenburg ein Ereignis zur Durchführung, das weit über die Grenzen des Bezirkes Offen bürg hinaus größte Beachtung findet, zumal solche stark mit den bekanntesten Amateurbahnfahrern besetzte Rennen nur in den Großstädten stattfinden. Wir wünschen dem jungen, aufstrebenden Radsportverein, der nichts unversucht läßt, solche Großveranstaltungen nach Offenburg zu bringen, zu dem Gelingen der Veranstaltung großen Erfolg, einen sonnigen Himmel und eine Rekordzuschauerzahl. Sportmodelle- und Tourenräder in reicher Auswahl W C»# UflAfA OFFENBURG ■ UlCll VVnw Sofienstraße 30 SpezIalwerkstStte für Fahrrad-Reparaturen fa Ut t adUaus SUftkau OFFENBURG, Lange Straße 35 Große Auswahl in Touren- und Sporträdem Günstige Zahlungsbedingungen Eigene ReparaturwerketStte Die Renn- u. Sportmaschinen Bismarck,Dürkopp -Tour de France Die gesuchte ■ *.-«, und bekannte 3-Gang-Nabe, in sämtlichen Markenrädem lieferbar Motorradbekleidung in allen Preislagen Offenburg, Okenstraße 1 Du kommst rasch und leicht zum Ziele fährst Du ein Fahrrad Marke MIELE Miete,*Adler, Mxe Fahrräder und alles, was dazu gehört, kaufen Sie preiswert im Fahrradhau» Offenburg i. 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August 1951 (bei Oberkirch) Die Beerdigung findet am Samstag, den 25. August 1951, nacbmitt. 14 Uhr vom Trauerbause aus statt Todesanzeige , Unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Michael August Beinert wurde am 23. 8. 1951 im Alter von 43 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit durch den Tod erlöst. Hesselhurst, den 24. August 1951. Joh. Gottfr. Beinert Fam. Joh. Jak. Walter Fam. Eugen Moritz Fam. August Moser. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachm. 2 Uhr statt. 2-643 Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem unerwarteten Hinscheiden unseres lieben Varstorbenen Albert Löw für die schönen Kranz- und Blumenspenden sei herzlich gedankt. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Lautenschläger für seine trostreichen Worte am Grabe, sowie all denen, die dem lieben Verstorbenen das letzte Geleit gaben. Offenburg, den 25. August 1951. Frau Frieda Löw Witwe und Hinterbliebene Geldmarkt Wer sucht Hypoth., Dari, oder Kapital-Beteiligungen? Ausk. kosten! 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Die bisher geübte Neutralität der CDU In der Südweststaattrage hat Jedem CDU-Wähier die Freiheit gelassen, in dieser politischen Teilfrage zu entscheiden, wie er wollte und es für richtig hielt. Diese Haltung war demokratisch und zugleich für die CDU eine tragbare Lösung. Schon bei der Volksbefragung waren aber Kräfte wirksam, weiche die Aufgabe dieser Neutralität zugunsten einer Altbadenparole forderten, um damit dem Abstimmungskamp! ein parteipolitisches Gepräge zu geben, d. h., sie hätten gerne CDU gleich Altbaden gesetzt. Diese Kräfte sind jetzt verstärkt wieder aufgetreten und haben es erreicht, daB die offiziellen Parteiinstanzen der CDU durch Mehrheitsbeschluß eine Empfehlung für Altbaden heraus- gaben, welche der Preisgabe der Neutralität gleichkommt. Um der CDU willen haben wir uns dagegen gewendet. Als überzeugte CDU-Freunde wenden wir uns hiermit öffentlich an alle CDU-Wähier, sich durch diese einseitige Altbadenparole nicht beirren zu lassen, sondern frei und aus eigener Verantwortung abzustimmen, wie es das Gewissen und die bessere politische Einsicht und Erkenntnis erfordern. Die Einheit und das Zusammenstehen ln entscheidenden Grundsatzfragen bleibt dabei unberührt. Die Südweststaattrage ist keine Grundsatzfrage. Für uns Unterzeichnete, CDU.-Frauen und -Männer, ist der Weg klar und eindeutig. Wir wollen vor der Geschichte und unserem deutschen Volk bestehen können; deshalb haben wir das klare Ja zu Neuem, zum Südweststaat gesagt. Wir rufen alle CDU-Freunde und -Wähler auf, die Freiheit zur selbständigen Entscheidung zu wahren und sich nicht durch eine Parteiempfehlung vor den altbadischen Karren spannen zu lassen. Wir badisdien CDU-Leute wollen in der Südweststaatlrage frei abstimmen und uns den Weg zum Größeren nicht verbauen lassen. Es gibt keine stichhaltigen Gründe gegen die Bildung und Daseinsberechtigung des Südweststaates. Was die ehemaligen Länder an wertvollen Überlieferungen und Kulturgütern besitzen, bleibt ebenso unantastbar wie die Rechte der christlichen Kirchen. Auch im neuen Bundesland erklingt das hohe Lied der Heimat und fließen die Quellen echter Gemütswerte. Das religiöse Leben kann sich frei entfalten. Aber weit mehr materielle Mittel stehen für kulturelle Aufgaben bereit als in den ehemaligen zersplitterten Ländern. Für den inneren Aufbau des neuen Staates gelten nach wie vor die von führenden Persönlichkeiten der Länder Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern anerkannten Grundgedanken der Karlsruher Vereinbarungen vom 24. August 1948, nämlich weitgehende Dezentralisation der Verwaltung. Ausbau der Selbstverwaltung, Berücksichtigung des landsmannschaitlichen Prinzips, der kulturellen Eigenart der Landesteile und ihrer berechtigten wirtschaftlichen und verkehrspolitischen Forderungen. Die Unterzeichneten dieses Aufrufs appellieren nicht nur an die Einsicht und das reife Urteil ihrer Gesinnungsfreunde. Sie möchten auch die Herzen gewinnen für ein hohes staatspolitisches Ziel, das die besten Kräfte des alemannisch-schwäbischen und fränkischen Volkstums zur Mitarbeit ruft. Aus christlichem Verantwortungsbewußtsein und aufrichtiger Heimatliebe ergeht die Bitte an die Gutwilligen im Lande, mit dabei zu sein, wenn das vereinigte Baden-Württemberg als neues Bundesland zum Leben erwacht Christliche Männer und Frauen, christliche Jugend! öffnet das Tor in eine glücklichere Zukunit der Badener, Württemberger und Hohenzollem In einem neuen Bundesland. Unsere Losung sei: Baden, Württemberg und Hohenzollem Hand in Hand! Darum jede Stimme am 16. September für den Südweststaat! fm Auftrag ihrer Gesinnungsfreunde in der südbadischen CDU: Maria Beyerie, MdL. Erich Grüner, MdL. Karl Schäuble, MdL. Hermann Schneider, MdL. Ernst Aicfaer Carl Diez Albert Maria Lehr Dr. Karl Salm Dr. Eduard Sütterle Samstag, 25. August 1951 Zell- Weierbach / Tel. 1415 Saalbau onne Samstag, 25. August ab 20 Ufir V? /\ (Nil 9Z Sonntag, 26. August ab 19 Uhr II w P N INI 49 Neue achSne Sommerterraaae Ea spiel! das Tanzorchester GOLLING Pendelverkehr ab Einhornapotheke am Samstag u. Sonntag od.d. Anr. 1415 Offenburg Ihre Vermählung geben bekannt Rudi Ruhlich Elf riede Ruh lieh geh. Herrenleben 25. August Kesselstraße 6 Wir haben uns vermählt Heinrich Mai Gertrud Mai geh. Klimpt OffenBurg, Turnhallestrraße 1 25. August 1951 Statt Kartenl Ihre Vermählung geben bekannt Otto Göppert Minna Göppert geh. Schmidt Offenburg, Gaswerkstraße 24 25. August 1951 Prima Küche und Keller Es ladet herzlichst ein tßrtciibcrg Morgen Sonntag BartholomäUS-Fest ab 3 Uhr TANZ Spezialität: Hähnchen Familie Kiefer Bekanntmachung der Stadt Ottenburg Schlank Unschädlich zu DM1,25 u. DM 2,70 Wir geben hiermit bekannt daß an folgenden Tagen wieder Sperrgut abgeholt wird: Oststadt und Siedlung Hildboltsweier am Dienstag, 28. 8. 51, von 8.00 bis 16.00 Uhr; West- und Nordstadt am Mittwoch 29. 8. 51, von 8.00 bis 16.00 Uhr. Die Bevölkerung der einzelnen Stadtteile wird gebeten, die Zeiten einzuhalten. Außerhalb der festgesetzten Zeiten kann kein Sperrgut abgefahren werden. Oberbürgermeister Wer fährt nach Berl n (amerik. Zone) u. nimmt 12- jähr. Mädchen mit? Reinbold, Offenburg, Wasserstr. 16 Verschiedenes Kaufen jedes Quantum Kirsch-, Zwetschgen - und Pflaumenwasser Heinrich Bruder L Söhne Edelbranntwrin- großhandlung Ebersweier, Tel. 2171 Offbg r - T Iraueranzeigen für die Montagausgaba bitten wir bis Samstag 12.30 Uhr oder Sonnlag von 17—20 Uhr in unserer Geschäftsstelle, Kornsiraße 10 am Marktplatz aufzugeben. .OFFENBURGER TAGEBLATT. Telefon 1537 / 2134/1377 l_ {/[fett über 1000 Tatsächlich — wir bieten jetzt schon eine Auswahl von über tausend Wintermänteln. 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