Ul Erscheint wöchentlich viermal. Bezugspreis für den laufenden Monat DM 2.39 zuzüglich SO Pf. Trägerlohn. Einzelnummer 20 Pf. Im Palle höherer Gewalt oder bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung od Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahluns des Bezugspreises. öltestes Heimatblatt für Stabt und Bezirk Offenburg Anzeigenblatt mit anerkannt guter Werbewirkuna Erfüllungsort und Gerichtsstand Gffenburg. Zur Zelt ist die Anzeigenpreisliste Nr. 2 gültig. Druck u. Verlag A Reiff & Cie-, Buchdruckerei. Offenburg/Baden Geschäftsstelle: Offenburg, Komstraße 10. Pernsprechei: Offenburg Nr 1537 213« u 1377. PnstschJleßfach Nr 333 Postscheckkonto: Karlsr uhe Nr 136 31. Nummer 137 Montag, 3. September 1951 Ausgabe a 140. Jahrgang Dreierpakt als Auftakt von San Franzisko Diktieren ist schlechte Politik von Dean A c h e s o n USA, Australien und Neuseeland unterzeichnen Abkommen zur Sickerung des Südwestpazifiks San Franzisko. Als Auftakt zur Konferenz von San Franzisko wurde am Samstagabend von den Vereinigten Staaten, Australien und Neuseeland ein Pakt zur Verteidigung des Südwestpazifik unterzeichnet. Durch das .neue Abkommen sollen die Bedenken Australiens und Neuseelands gegen eine Wiederbewaffnung Japans zerstreut werden. Im Rahmen der amerikanischen Verteidigungskonzeption ist er ein Eckpfeiler der Sicherung des pazifischen Raums. Am Donnerstag war in Washington ein ähnlicher Verteidigungspakt zwischen den USA und den Philippinen unterzeichnet worden. Nach amerikanischer Auffassung sollen die beiden Verteidigungsabkommen zusammen mit dem Japanvertrag die wichtigsten Teile eines Systems zur Sicherung des pazifischen Raumes werden. Der Vertrag zwischen den USA., Australien und Neuseeland wurde von Außenminister Acheson, dem australischen Botschafter Percy Spenddr und dem neuseeländischen Botschafter Sir Carl Berendsen unterzeichnet. Während der feierlichen Handlung schossen amerikanische Batterien Salut. Die drei Unterzeichnerstaaten verpachten sich in dem Pakt, internationale Streitfälle auf friedlichem Wege beizulegen und im Falle einer Aggression zusammenzuarbeiten. Außenminister Acheson sagte bei der Unterzeichnung, der Dreierpakt bringe zum Ausdruck, daß die USA, Australien und Neuseeland durch starke Bande und gemeinsame Zielsetzungen verbunden seien. Der Vertrag bestätige das wohlbegründete Prinzip, daß die Sicherheit eines einzelnen Staates in der freien Welt an die Sicherheit seiner Partner gebunden sei. Der gemeinsame Wunsch nach Frieden müsse mit dfer starken Entschlossenheit gepaart sein, jeder Aggression Widerstand entgegenzusetzen. Der australische Botschafter Spender sagte zur Unterzeichnung, der Vertrag richte sich gegen kein anderes Volk, sondern .diene lediglich der Sache des Friedens und der regionalen Sicherheit im pazifischen Raum Aegypten will sich nur dann an den Sicherheitsratbeschluß auf Aufhebung der Blockademaßnahmen im Suezkanal halten, wenn sich auch Israel an die früheren Palästina-Entschließungen der Vereinten Nationen hält. Ägypten soll Suezkanalsperre aufheben New York. Der Sicherheitsrat verurteilte am Samstag die von Aegypten verhängten Einschränkungsmaßnahmen gegen die Schiffahrt durch den Suezkanal. Die ägyptische Regierung wurde aufgefordert, von allen Behinderungen der Suezkanal-Schiffahrt abzusehen. Der von Großbritannien, den USA und Frankreich eingebrachte Entschließungsentwurf wurde vom Sicherheitsrat mit acht Stimmen bei Stimmenthaltung der Sowjetunion, Indiens und" Nationalchinas angenommen. Der Dreimächte- Antrag richtete sich gegen die von Aegypten angeordneten Durchfahrtssperren für Tanker, deren Oelladung für die Raffinerien in Haifa (Israel) bestimmt ist. Israel hatte gegen diese Maßnahmen beim Sicherheitsrat Beschwerde eingelegt. Aegypten hatte sein Vorgehen damit verteidigt, daß der Kriegszustand mit Israel technisch noch bestehe. In der Entschließung des Sicherheitsrats wird der Anspruch Aegyptens, als „kriegführende“ Macht angesehen zu werden, zurückgewiesen. Die Blockierung des Schiffsverkehrs durch den Suezkanal stehe nicht im Einklang mit den Zielen einer friedlichen Regelung des israe lisch-ägyptischen Streitfalls. Sie sei ein Miß brauch des Aegypten zustehenden Durchsuchungsrechts und könne nicht mit Verteidf gungsnotwendigkeiten Aegyptens gerechtfer tigt werden. Die Blockade stelle eine ungerechtfertigte Einmischung in das Recht der Nationen auf freien Schiffahrts- und Handels verkehr dar. UNO weist Anschuldigungen zurück Kommunisten fordern Ridgway auf seine Absicht bekanntzugeben mit „begrenzten Zielen" Offensive Tokio. Die kommunistischen Oberbefehlshaber ln Korea forderten den UNO-Ober- kommandierenden General Ridgway am Sonntag auf, eindeutig seine Absicht bekanntzugeben, ob er die Waffenstillstandsbesprechungen abbrechen oder sich mit ihren Anschuldigungen wegen angeblicher Verletzungen der neutralen Zone Kaesongs durch die UNO- Streitkräfte befassen wolle. Die kommunistische Forderung wurde vom Sender Peking übermittelt Der Hauptunterhändler der UNO bei den bisherigen Waffenstillstandsverhandlungen, Vizeadmiral Turner Joy, hatte den Kommunisten durch UNO-Verbindungsoffiziere einige Stunden vorher eine Note überreichen lassen, in der alle kommunistischen Anschuldigungen zurückgewiesen werden. Gleichzeitig wird den Kommunisten darin vorgeworfen, sie wollten Verhältnisse schaffen, die darauf abzielten, eine Wiederaufnahme der Kaesong- Gespräche zu verhindern. Die Untersuchung des letzten Zwischenfalls — die Kommunisten hatten behauptet, ein USA-Flugzeug habe zwei Bomben auf das Haus des nordkoreanischen Generals Nam II in der Kaesong-Zone geworfen — war bereits am Samstag ergebnislos verlaufen. In einer weiteren Note, die den kommunistischen Verbindungsoffizieren am gleichen Tage überreicht wurde, weist Vizeadmiral Turner Joy die Behauptung der'Kommunisten zurück die Alliierten hätten wiederholt ein Luftraumabkommen verletzt, das für den Raum der neutralen Zone geschlossen worden sei. „Es muß Ihnen bekannt sein“, so wird in der Note festgestellt, „daß ein Abkommen über die Neutralisierung des Luftraumes im Gebiet der neutralen Zone von Kaesong nie Teheran will Forderungen durchsetzen Ministerpräsident Mussadiq über die Beilegung des Oikonflikts — Bereitschaft zu weiteren Besprechungen auf der Grundlage der persischen Vorschläge Teheran. Der persische Ministerpräsident Dr. Mohammed Mussadiq sagte am. Samstag in einer Rundfunkrede, die Vorschläge Persiens zur Beilegung des Erdölkonflikts mit Großbritannien seien unabänderlich. Sie würden auf keinen Fall geändert werden. Die persische Regierung sei fest entschlossen, ihre Forderungen auf Grund des Verstaatlichungsgesetzes durchzusetzen. „Es liegt jetzt an der Solidarität des persischen Volkes, seine Rechte zu wahren “ Die britischen Vorschläge seien so ungünstig, daß sie durch die persische Regierung nicht angenommen werden konnten. Mussadiq stellte fest, daß die persische Regierung ihre Ansichten zur Beilegung des Erdölkonfliktes seinerzeit dargelegt habe. Diese Gesichtspunkte seien dazu bestimmt gewesen,) die Wiederaufnahme von Besprechungen mit einer britischen Abordnung in die Wege zu leiten. Persien sei jederzeit bereit, die Verhandlungen auf der Grundlage dieser — persischen — Vorschläge wieder aufzunehmen. Der Generalsekretär der persischen Erdölverstaatlichungsbehörde Hussein Makki sagte am Samstag in Abadan, die Staatliche Persische Erdölgesellschaft wolle sobald wie möglich den Verkauf von Erdöl in Abadan aufnehmen, „ob die britischen Techniker dableiben oder nicht“. Die persische Gesellschaft verhandele mit mehreren Ländern über den Verkauf von Erdöl, das zum Weltmarktpreis frei Bord (FOB) Abadan geliefert werden soll. Es sei durchaus möglich, daß bereits am Sonntag oder Montag ein Abschluß unterzeichnet werden kann“, sagte Makki. mals beraten, noch weniger von den beiden Delegationen ratifiziert worden ist.“ Ein bisher unbekanntes Flugzeug griff in der Nacht zum Sonntag das Ufergelände am Imdschinfluß. knapp eineinhalb Kilometer von dem UNO-Waffenstillstandslager bei Munsan. mit Maschinengewehrfeuer an. Amerikanische Soldaten glauben, in dem Flugzeug eine Jagd maschine sowjetischen Baumusters erkannt zu haben. Das fragliche Gebiet, in dem das Flugzeug in der Dunkelheit auftauchte, gilt ebenso wie der Raum um Kaesong als neutrale Zone. Die UNO-Landstreitkräfte haben inzwischen bei ihrer neuen Offensive „mit begrenzten Zielen“ weitere Geländegewinne im Ost- und Mittelabschnitt der Koreafront gemacht. Trotz Unterstützung aus der Luft und durch Kriegsschiffe kommen die UNO-Angriffsverbände jedoch nur langsam vorwärts, weil sich die Kommunisten erbittert zur Wehr setzen. Korn munistische Gegenangriffe, zum Teil in Regimentsstärke, wurden zurückgeschlagen. In dem bisher längsten Düsenjäger-Luft gefecht über Korea wurden am Sonntag vier Maschinen vom sowjetischen Baumuster Mig 15 von amerikanischen Düsenjägern abgeschossen. Zwei amerikanische Mustangjäger stürzten im kommunistischen Flakfeuer ab. An der Luftschlacht, die sich über dem Si nanju-Fluß abspielte und die über eine halbe Stunde andauerte, waren 21 amerikanische und 40 kommunistische Düsenjäger beteiligt Erdbeben in Mittelitalien Rom. Mittelitalien wurde am Samstag von zwei kurz aufeinanderfolgenden Erdstößen heimgesucht, die jeweils eine halbe Minute dauerten. Nach den bisherigen Berichten sind keine Menschenverluste zu verzeichnen. Die Erdstöße wurden in 18 kleineren Städten wahrgenommen. Nach Schätzungen sollen Sachschäden in Höhe von mehreren Millionen Mark verursacht worden sein. Der Herd des Bebens lag im Gran Sasso-Gebiet nordost- wärts von Rom. Die Erdstöße wurden vor allem längs der Apenninen verspürt Da in diesem Gebiet im August bereits fünf leichtere Erdbeben zu verzeichnen waren, stürzten die Einwohner sofort aus den Häusern auf die Straßen. Daraus erklärt sich nach Feststellung von Sachverständigen die Tatsache, daß keine Menschen ums Leben kamen. Fisdidampfer mit 35 Personen gesunken Zwei deutsdie Fischkutter überfällig New York. Bei Montauk Point an der Spitze von Long Island kenterte am Samstag ein Fisdidampfer. Nach letzten Meldungen muß mit dem Verlust von 35 Menschenleben gerechnet werden. Bei hohem Wellengang und schlechter Sicht kenterte der „Pelican“, ein Fischerboot, mit dem 54 Sportangler einen Wochenendausflug machten. Trotz ununterbrochener Rettungsbemfihungen von Küstenschutzbooten, Seenotflugzeugen und Hubschraubern konnten bis Sonntag früh nur 19 Ueberiebende geborgen werden. Einer der Ueberlebenden sagte aus, es sei plötzlich ein Maschinenschaden entstanden, der das Boot fast manöverierunfähig einem immer stärker aufkommenden Sturm aussetzte. Bei starkem Wellengang habe sich der „Pelican“ plötzlich auf die Seite geneigt and sei dann von einer neuen starken Welle ganz umgeschlagen wor den. Die Zahl der Ertrunkenen ist wahrscheinlich deshalb so hoch, weil sich die mei sten Mitglieder der an Bord befindlichen Anglergesellschaft unter Deck begeben hatten, als der Sturm einsetzte. Die beiden deutschen Fischkutter „Mathilde und „Neptun“ aus Seestermühe, die vor Tagen zur Fangreise in die Nordsee ausliefen, sind bisher in keinen deutschen Fischereihafen zurüdegekehrt und gelten als überfällig. Die Möglichkeit, daß beide Kutter in den schweren Nordseesturm am 20. August wie der norwegische Dampfer „Beß“ gesunken sind, wird für möglich gehalten. Die genaue Zahl der Besatzung ist bisher nicht bekannt. Ein Kutter ist meistens mit zwei Mann besetzt. Bei der Bewältigung seiner vielfältigen Aufgaben darf Amerika niemals sein Ziel aus den Augen verlieren: eine Ordnung, bei der man Meinungsverschiedenheiten auf dem Verhandlungswege regelt. Wir Amerikaner gehören einem begeisterungsfähigen Volke an, und gelegentlich begeistern wir uns an unseren Aufgaben so sehr, daß wir in ihnen unser Ziel anstatt lediglich ein Mittel sehen. Amerika baut eine Position der Stärke auf. Aber wir dürfen es niemals so weit kommen lassen, daß wir meinen, diese Stärke müßte zum Einsatz kommen. Diese starke Position wird aufgebaut, damit wir, wie wir hoffen, niemals davon Gebrauch machen müssen; damit wir einmal an den Punkt gelangen, wo man Differenzen regelt, indem man sich zu- sammeosetzt, darüber debattiert und verhandelt und schließlich eine Lösung findet, die den Lebensrechten aller Partner gerecht wird, auch wenn sie für keinen als ideal angesprochen werden kann. Dieses Streben ist keineswegs zur Hoffnungslosigkeit verurteilt.. Dieses Ziel mag noch weit entfernt erscheinen — und cs* <%euk imjpvttl: Der dritte Spieltag in der Oberliga Süd brachte durchweg englische Ergebnisse. 3.0-Erfoig der Mühlburger bei den „Bayern“. Der Schlager des Sonntags in der ersten Amateurliga zwischen dem FV Offenburg und Kuppenhelm endete mit einem sicheren 1:0-Sieg der Ortenauer. Walter Zeller wurde in Nürnberg durch einen Sieg in der Halbliterklasse Deutscher Motorradmeister 1951. Der Leichtathletik - Länderkampf zwischen Deutschland und Italien in Stuttgart endete mit einem klaren deutschen Sieg. ist auch noch weit entfernt, wenn man mit der Sowjetunion bei den gegenwärtigen unausgeglichenen Machtverhältnissen zu tun hat — aber in der westlichen Hemisphäre ist man bereits so weit, Verhandlungen als den normalen Weg zur Bereinigung von Streitigkeiten anzusehen. Es hat nahezu sechzig Jahre gedauert. bis man so weit gekommen ist. Aber heute werden alle Differenzen — und es gibt sehr schwere und ernste Differenzen — auf dem Verhandlungswege und durch eine annehmbare Regelung überwunden. Auf der kürzlichen Konferenz der Außenminister der amerikanischen Republiken wurden Fragen aller Art, die Lebensfragen aller Länder betrafen, aufgegriffen und diskutiert. Manchmal gingen die Ansichten sehr weit auseinander. Bei einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Frage saß man drei Nächte hindurch zusammen, ehe sich die Ansicht durchsetzte, wie stark doch die gemeinsamen Interessen waren. Aber diese Frage wurde gelöst, wie auch andere Differenzen in der westlichen Hemisphäre auf diese Weise ihre Lösung finden werden Dazu gehört, daß man im Bewußtsein einer Verantwortung handelt, die mehr als nur die eigenen Interessen einschließt. Wir dürfen uns von der Tatsache, daß wir stark und begeistert sind, nicht in Versuchung bringen lassen zu glauben, etwas sei deswegen richtig, weil wir es selber für richtig halten. Große Weltreiche sind an ihrer Engstirnigkeit zugrunde gegangen, und es gibt keinen göttlichen Befehl, der die Vereinigten Staaten vor dem Keim der Zerstörung schützt, der andere große Staaten befallen hat. Man darf seine eigenen Ansichten nicht mit dem Willen Gottes verwechseln. Das ist eine wesentliche Voraussetzung jeder Führerrolle, auch für die Führerrolle unter den freien Nationen. wenn die gegenwärtige Form der Koalition aufrechterhalten bleiben soll. Sollen wir sagen: „Wir werden anderen Nationen unseren Willen aufzwingen! Wir sind so sehr im Recht, daß wir ihnen wirtschaftliche wie militärische Hilfe vorenthalten werden, daß wir dies und jenes tun werden, wenn sie sich nicht völlig unseren Wünschen fügen!“? Wenn wir eine solche Haltung einnehmen, dann werden wir ein Verhältnis schaffen, das sich von dem zwischen der Sowjetunion und seiner Satelliten nicht mehr unterscheiden läßt. Amerikas Füh- errolle ist anerkannt. Sie wird aber nur dann auch weiterhin anerkannt werden, wenn die Montag, 8 September 1951 anderen Länder glauben können, daß Amerika aus einem Verantwortungsbewußtsein heraus handelt, das mehr als nur die Verantwortung gegenüber den eigenen Interessen umfaßt. Thomas Jefferson nannte dies einmal die Notwendigkeit, den Ansichten der Menschheit mit dem gehörigen Respekt zu begegnen. Die Zusammenarbeit mit einer großen Zahl von Nationen schafft tausend Probleme, wenn die Ansichten aller erörtert und in Betracht gezogen werden und die eigenen so angepaßt sein sollen, daß man sich echte Freunde erhält. Aber was dadurch an Schlagkraft verlorengeht, wird millionenfach aufgewogen durch die Stärke, die aus der Ueberzeugung der Gruppe erwächst, daß die führende Nation die Gesichtspunkte der anderen Völker würdigt. So sollte man den Vereinten Nationen ewig dankbar sein, daß damit ein Forum geschaffen worden ist, vor dem die Vereinigten Staaten zur Aufrechterhaltung ihrer Führerrolle ihre Auffassung der übrigen Welt darlegen müssen, und zwar so einleuchtend, daß die anderen Länder auch überzeugt werden, unter Bedingungen, unter denen die Vereinigten Staaten und ihre Vertreter dem Vertreter des kleinsten Staates der Welt zuhören, der etwas vorzubringen hat, und unter Bedingungen, unter denen man seine Ansichten aufeinander abstimmt und nicht dem anderen aufzwingt. Wenn die Vereinigten Staaten sich so verhalten, werden sie die Engstirnigkeit vermeiden, die in der Vergangenheit zum Untergang großer Mächte und Weltreiche geführt hat. Sowjetzone erhebt Autobahngebühren Braunschweig. Seit Samstagfrüh, Null Uhr, erheben die Sowjetzonenbehörden am Autobahnkontrollpunkt Helmstedt-Marienborn Gebühren für das Benutzen der durch die Sowjetzone führenden Autobahn. Die Gebühren, die von Kraftfahrern in beiden Richtungen im Währungsverhältnis 1:1 zu zahlen sind, er geben sieh aus einer Verordnung der Sowjet- zonen-Regierung vom 30. August. Das amerikanische Hohe Kommissariat in Frankfurt kündigte am Sonntag Schritte gegen die von den Sowjetzonenbehörden erhobene Straßensteuer für auswärtige Fahrzei^e an, die aus dem Bundesgebiet oder aus Westberlin durch die Sowjetzone fahren. Diese Maßnahme sei empörend und diskrimierend und ein neuer Versuch, Berlin abzuschnüren. Die Besteuerung Von Fahrzeugen die Lebensmittel und Güter Zwischen der Bundesrepublik und Westberlin transportieren, ziele darauf ab, Millionen Männer, Frauen und Kinder im freien Berlin verhungern zu lassen. Bindeglied zwischen Ost und West Dr. Adenauer bei der Jahrhundertfeier von St. Marien — Konfessioneller Hader muß verschwinden Lübeck. Am Samstag wurde die 700-Jahr- feier von St. Marien mit einem Richtfest für die wiederaufgebaute Kirche begangen. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand ein Festakt im Stadttheater, auf dem Bundeskanzler Dr. Adenauer sprach. Der Bundeskanzler hob in seiner Ansprache hervor, daß die christlichen Kirchen heute die wesentlichsten Bindeglieder zwischen den Deutschen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs seien. Das Christentum habe in Vergangenheit und Gegenwart seine Stärke und Größe gegenüber den Mächten des Bösen bewiesen. Immer wieder habe sich gezeigt, daß die Kirche die Retterin der abendländischen Kultur ist. Nach dem Festakt, an dem Vertreter der Bundesregierung, Angehörige des Bundestags, konsularische Vertreter der Landesregierung und hohe kirchliche Würdenträger teilnahmen, läuteten zum ersten Mal die Glocken der wiederhergestellten Marienkirche. Bundeskanzler Dr. Adenauer sagte am Sonntag, der konfessionelle Hader müsse in Deutschland verschwinden und dürfe nie wieder aufleben. Er sprach auf einer Pressekonferenz nach dem Besuch des evangelischen Gottesdienstes in der wiederhergestellten St. Marienkirche. Dr. Adenauer, der auf verschiedene aktuelle Themen einging, sagte, er habe die berechtigte Hoffnung, daß das Grenzproblem Schleswig- Holsteins im europäischen Sinne zur deutschen Zufriedenheit gelöst werde. Es sei aber keineswegs von übergeordneter Wichtigkeit. Den Flüchtlingsländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern stellte der Bundeskanzler größere Bundeshilfe als bisher in Aussicht. Die Bundesregierung habe zuerst die wirtschaftlich wichtigsten Teile der Bundesrepublik unterstützen müssen. Es ließen sich nicht alle Probleme auf einmal lösen. Die innergebietliche Neuordnung müsse sehr sorgfältig abgewogen werden. Dr. Adenauer sprach sich für die Erhaltung alter Traditionen aus, zu denen auch die Selbständigkeit der ' Hansestädte Hamburg und Bremen gehören. Der Bundeskanzler, der am Samstag ein Flüchtlingslager bei Lübeck besucht’hatte, wies erneut darauf hin, daß die Flüchtlingsnot mit deutschen Mitteln allein nicht zu beheben sei. Er erwähnte dabei Beispiele ausländischer Hilfsbereitschaft, die zeigten, daß das Ausland der deutschen Flüchtlingsnot durchaus nicht gleichgültig gegenüberstehe. Auf eine Frage unterstrich er die Bemühungen der Bundesregierung um gerechte Verfahren für die unter dem Verdacht von Kriegsverbrechen noch im Ausland festgehaltenen deutschen Kriegsgefangenen. Zu der von alliierter Seite verfügten Auflösung der deutschen Kohlenverkaufsorganisation, sagte er, daß sie ohne die Verhandlungen zum Schumanplan wahrscheinlich viel rigoroser erfolgt wäre. Eine Freigabe des deutschen Kohl «»Verkaufs sei aber gegenwärtig nicht möglich. Er hoffe auf eine Ersatzregelung anstelle ’ der bisherigen Organisation. Als „überzeugter Föderalist“ lehnte Dr. Adenauer eine Art Bundeskultusministerium ab, befürwortete jedoch eine Initiative des Bundes zur Erhaltung gefährdeter Kunstdenkmäler. Die Pflege des Erhaltenen könne nach den großen Kriegsverlusten gar nicht sorgfältig genug sein. Die Feier der Wiedereinweihung von St. Marien solle und dürfe kein kunsthistorischer, musealer Akt sein, sondern müsse zum Bekenntnis zu dem Geist werden, in dem die Väter dieses Gotteshaus gebaut. Das Textwort der Predigt: „Das Land zittert und alle, die darin wohnen, aber ich, der Herr, halte seine Säulen fest“, sei eine Proklamation der göttlichen Majestät mit ihrem Gericht über eine Welt von Haß, Vergeltung und Selbstüberhebung, aber auch eine Proklamation göttlicher Barmherzigkeit, die einen neuen Anfang gegeben, und darum eine Proklamation des Trostes für den zukünftigen Weg, über dem schon wieder die Furcht laste. Urtier die Weltgeschichte mit ihren Rätseln, Kriegen, Untergängen und Tränen erhebe sich das Kreuz Christi als Zeichen göttlicher Gnade und Verheißung. Blücher fordert Exportsteigerung Bundesrepublik gegenüber anderen Welthandelsländern weit zurückgeblieben Rundfunkrat lehnt Staatsvertrag ab Grundsäkliche Bedenken gegen verschiedene Bestimmungen des Vertrags Werkes Mainz. Rundfunk- und Verwaltungsrat des Südwerfdeutschen Rundfunks lehnten am ' Särhstäg in einer über vierstündigen Debatte 1Sefl n ifi’ der vergangenen Woche veröffentlichten Staatsvertrag über den Südwestfunk in der vorliegenden Form ab. In einer Entschließung begrüßen beide Gremien die Absicht, den bisherigen Zustand in einem Staatsvertrag der drei südwestdeutschen Länder neu zu ordnen. Sie äußerten aber erhebliche und grundsätzliche Bedenken gegen verschiedene Bestimmungen des vorliegenden Vertragwerkes, in denen sie eine Staatskontrolle über den Südwestfunk erblicken. Die Landtage der beiden Länder wurden gebeten, den Vertrag nicht früher zu ratifizieren, bis diese Einwände mit Vertretern der Landesregierungen und der Landtage besprochen worden seien. Der Vorsitzende des Rundfunkrats, Professor Dr. Paul Holzamer, bemängelte, daß keine Institution des Südwestfunks bei der Ausarbeitung des Entwurfs gehört worden sei. Er wandte sich dagegen, daß nach dem neuen Vertrag Regierungsvertreter in den Verwaltungsrat berufen werden sollen, während der Rundfunkrat das eigentliche große Parlament des Südwestfunks sei. Der Vorsitzende des Verwaltungsrat Dr. Knecht unterstrich diese Ansicht und lehnte insbesondere ab, daß die vorgesehenen Regierungsvertreter im Verwaltungsrat ausgewechselt werden können. Dies würde die Kontinuität des Verwaltungsrats gefährden. Der ehemalige Kultusminister von Rheinland-Pfalz, Dr. Adolf Süsterhenn, sagte, daß nach dem Vertragsentwurf die Staatsaufsicht lediglich darin bestehe, daß die Regierungsvertreter ihre Wünsche und Bedenken in den Gremien anmelden könnten. Es sei durchaus möglich, daß sie jederzeit überstimmt würden. Die Regierungen hätten dann nur die Möglichkeit vor Gericht zu klagen. Rundfunk- und Verwaltungsrat sollten entsprechende Änderungsvorschläge unterbreiten. Ein Sprecher des Deutschen Gewerkschaftsbundes teilte mit, daß der DGB-Bundesvorstand am Montag zu dem Vertrag Stellung nehmen werde. Durch den Vertrag werde nicht nur die Unabhängigkeit des Rundfunks beseitigt, er werde darüber hinaus völlig der Kontrolle der drei Länderregierungen unterstellt. Dr. Wohieb weist Vorwürfe zurück Hunchammer sprach auf der CDU-Delegiertenkonferenz in Offenburg Eigener Bericht Offenburg. „Die Schatten der Südweststaatfragen berühren auch uns, zumal laut wird, daß er ein Block gegen Bayern (!) sein soll', Erklärte der bayerische Landtagspräsident Dr. Alois Hundhammer am Samstagnathmit- tag in Offenburg; Dr. Hundhammer war am Vormittag zu einem Besuch des Staatspräsidenten Wohieb nach Freiburg gekommen und nahm mit diesem an einer Kreisdelegiertenkonferenz der CDU im Concordia-Saal der Brauerei Wagner in Offenburg teil. Dr. Hundhammer verwarf „Gewaltmethoden“, wie sie von Stuttgart aus verkündigt wurden; es könnte dann sein, daß solche Methoden auch die Pfalz von Bayern trennen würden. „Das aber wollen wir nicht, sondern eine freie Abstimmung.“ Staatspräsident Wohieb setzte sich in einer Ansprache auch mit den Vorwürfen auseinander, die ihm bezüglich Kehls gemacht wurden, daß Baden nur 1,5 Millionen DM für Kehl eingesetzt habe. Bezüglich des Hafenvertrages sei es zunächst einmal darauf angekommen, den Hafen zurückzuerhalten. Wenn man auf einen Friedensvertrag und das Washingtoner Abkommen warten wolle, könne man „ganz lange Bärte“ bekommen. Die Vorwürfe, den Straßburger Hafen nicht in den Kehler Vertrag einbezogen zu haben, wies Wohieb zurück mit dem Hinweis, daß schließlich wir den Krieg Verloren hätten. „Ich. habe nie erwartet, daß wir Dank erhalten. Ich kann es bald nicht mehr verantworten, für Kehl so viele Mittel aufzuwenden, denn die anderen kriegszerstörten Städte könnten sich beschweren. Zur Frage des Abstimmungstages verwies Staatspräsident Wohieb auf den Antrag der Badischen Regierung im Bundestag, auf Grund eines Gesetzes den Abstimmungstag zu verschieben, bis das Bundesverfassungsgericht gesprochen habe. „Ich habe noch nicht alle Hoffnung auf Bonn aufgegeben, obwohl ich meine Pflöcke schon weit zurückgesteckt habe“, erklärte Staatspräsident Wohieb. Die Kreisdelegiertenkonferenz nahm einstimmig eine Entschließung gegen die CDU- Mitglieder an, die sich öffentlich für den Südweststaat eingesetzt haben; diese wurden zum „Widerruf“ aufgefordert, andernfalls solle man gegen sie ein Parteiausschlußverfahren anstrengen wegen disziplinlosen, parteischädigenden Verhaltens. Th. Konferenz der Arbeitsminister (Von unserer Freiburger Redaktion) Freiburg. Am 31. August und 1. September tagte in Freibürg die ständige Konferenz der Arbeitsminister und Senatoren der einzelnen Bundesländer. Wie aus dem etwas dürftigen Kommunique hervorgeht, das Ministerialrat Rappenecker der Presse übergab, befaßte sich die Konferenz eingehender mit dem 200 Mill. DM umfassenden Arbeitsprogramm der Bundesregierung. Die Konferenz stellte dazu einmütig fest, daß eine Arbeitsmarktbelebung in den Ländern, die mit Heimatvertriebenen überbelegt sind, sich nicht auswirken könne, wenn diese Länder weiterhin zusätzlich Mittel für die Belebung des Arbeitsmarktes aufbringen müssen, ohne daß ihnen diese als Volleistungen im Hinblick auf das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Bundesregierung anerkannt würden. Frankfurt. Vizekanzler und ERP-Minister Franz Blücher appellierte am Sonntag bei der Eröffnung der Internationalen Messe eindringlich an die Exportwirtschaft der Bundesrepublik, ihre Leistungen zu steigern. „Die bisher erreichten, schönen Exporterfolge dürfen nicht darüber hinwegtäuschen“, sagte er, „daß wir gegenüber den anderen großen Welthandelsländern weit zurückgeblieben sind und noch unendlich viel nachzuholen haben.“ Blücher betonte, daß keinerlei Anlaß bestünde, die er reichte Ausweitung des Exports der Bundesrepublik um fast 70 Prozent gegenüber dem Stand von 1938 als echte Expansion zu bezeichnen, denn in der gleichen Zeit hätten die übrigen Welthandelsländer ihren Export um ein Vielfaches gesteigert, Frankreich beispielsweise um das Fünffache, Großbritannien um mehr als das Zweieinhalbfache. „Wir würden uns selbst und der Welt einen schlechten Dienst erweisen, wenn wir nur immer auf unseren Fortschritt gegenüber dem äußersten Tiefstand der Jahre 1947/48 hinweisen wollten.“ Deutschland hinke noch weit nach. Dazu käme der Verlust der agrarischen Ostgebiete und der Zustrom der Vertriebenen. An das Ausland appellierte Blücher, zu erkennen, daß Deutschland nur dann für die ausländischen Erzeugnisse ein wertvoller Absatzmarkt sein könne, wenn auch der Absatz des deutschen Exports auf den Weltmärkten gesichert sei. Nachdrücklich stellte sich Blücher hinter die Investitionspolitik der Bundesregierung und bestritt die Berechtigung aller Vorwürfe, vor allem wegen des Ausbleibens- ausreichender Investitionen in den Grundstoffindustrien. desrepublik erneut zur Sparsamkeit. „Wir müssen uns einschränken, um dadurch für die Dauer überhaupt das Notwendige zu retten.“ Es gebe keinen anderen Weg, die deutsche Produktion aufrecht zu erhalten und zu steigern, als jeden irgendwie unnötigen Aufwand zu vermeiden. Erst recht gelte das von jenen Ausschweifungen, „die einige wenige begehen und die allzu leicht von dem Auslande und »vor denen, die in Not leben, das Bild eines Wohlstandes Vortäuschen, der nicht vorhanden sein kann und - der den Eindruck einer großen bestehenden Ungerechtigkeit hervorruft“. Zu den Alliierten gewandt, sprach Blücher die Hoffnung aus, „daß überall bei den Verhandlungen der nächsten Zeit die Einsicht siegt, daß nur ein Volk, das sich in seiner Selbstbestimmung und Freiheit bestätigt sieht, jene Höchstleistung vollbringen kann, die um der Freiheit in der Welt willen nötig ist.“' Iuterzonen-Handelsabkommen notwendig Leipzig. Der Aufbauminister der Sowjetzone Dr. Lothar Bolz unterstrich bei der Eröffnung der Leipziger Herbstmesse die Wichtigkeit des Interzonenhandels. Es sei notwendig, sagte er, das neue Interzonenabkommen bald abzuschließen. Eine Verzögerung sei dem Aufbau der Sowjetzone nicht dienlich. „Wir können es uns nicht leisten, mit dem Kauf wichtiger Lebensgüter zu warten.“ Die So- wjetzonen-Regierung stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, daß Waren, die in Westdeutschland bezögen werden können, nicht aus Blücher ermahnte die Bevölkerung der Bun-1 dem Ausland gekauft werden sollen- Deutsche Therapie woche eröffnet Verbesserte Anwendung von Heilmitteln — Prof. Dr. Vonkennel über Notlage der deutschen Wissenschaft Karlsruhe. Die Deutsche Therapiewoche ist am Samstag mit einer Tagung des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte eröffnet worden. Der Präsident des Verbandes, Dr. Franz Kienle, erklärte, dem leitenden Arzt müsse im Krankenhaus das erforderliche Mitbestimmungsrecht eingeräumt werden. Maßnahmen zur Ausschaltung des ärztlichen Einflusses oder Eingriffe in die ärztliche Unabhängigkeit könnten nicht gebilligt werden. Dr. Kienle betonte, die deutschen Krankenhausärzte, deren große Leistungen und intensive Forschungsarbeit auf allen Gebieten der Medizin anerkannt würden, erwarteten, daß sie im deutschen Rechtsstaat die berufsmäßige Anerkennung erführen und die Möglichkeit zur Ausbildung erhielten, die bei der ausländischen Aerzteschaft selbstverständlich seien. In einer Pressekonferenz erklärte Dr. Kienle, in zahlreichen Krankenhäusern des Bundesgebietes seien die Pflegesätze den hohen Ausgaben für Erkennung und Behandlung von Krankheiten noch nicht angepaßt. Viele Krankenhausärzte seien daher nicht in der Lage, die oft allein lebensrettenden hochwertigen Präparate anzuwenden, da die hohen Kosten für die Heilmittel weder vonT Krankenhaus noch von den Krankenkassen oder den Versicherungsträgern in ausreichendem Maße übernommen ‘ würden. Aufgabe der Therapiewoche werde es sein, durch geeignete Vorschläge mitzuhelfen, daß auf diesem Gebiet eine Änderung eintrete. In seinem Festvortrag „Notlage der deutschen Wissenschaft“ umriß Prof. Dr. Vonkennel, Köln, die ungeheure und verantwortungsvolle Arbeit der deutschen Aerzteschgft und Pharmazie seit 1945. Ihr Ringen und Forschen um die Gesundung des Menschen an Körper und Seele könne nicht hoch genug eingeschätzt werden, und die innere Berufung zum Arztturn müsse jederzeit über der gesamten wissenschaftlichen Arbeit im Dienste der Volksgesundheit stehen. Staat und Kommunen, Berufsstände und Gewerkschaften müßten diese Bestrebungen unterstützen zum Segen der Menschheit, die noch schwer an den durch Kriegsfolgen gezeichneten Krankheitsherden leide. Sparkassenbeamter niedergeschlagen Aus Wasser Pistole Tinte ins Gesidit gespritzt - 18 jähriger versucht Bankraub Braunschweig. Ein 18jähriger Lehrling aus Helmstedt versuchte am Samstag, den Leiter der Nebenstelle der Landessparkasse in Braunschweig zu berauben. Als der Sparkassenbeamte seinen Dienstraum betrat, schlug der Lehrling ihn mit einem Kabelende nieder, spritzte ihm aus einer Wasserpistole Tinte ins Gesicht und versuchte, eine Aktentasche mit 3000. Mark Bargeld zu rauben. Hausbewohner kamen dem Ueberfallenen zu Hilfe. Sie überwältigten den Eindringling und übergaben ihn der Polizei. Bei dem 18-jährigen wurde eine Pistole mit sechs Patronen gefunden, von denen eine im Lauf war. Fünf Personen im Sturm ertrunken Traunstein. Auf dem Chiemsee wurden am Freitag die Wassersportler von einem plötzlich bei Sonnenschein losbrechenden Sturm überrascht. Fünf Segelboote und ein Paddelboot konterten in den zwei bis drei Meter hohen Wellen Trotz Rettungseinsatzes der Wetterwacht fanden fünf Menschen den Tod. Die Wassersportler hatten sich hinausgewagt, obwohl Sturmwarnung gegeben war und bekannt ist, daß Weststurm über dem See sehr plötzlich aufkommen kann. Düsenbomber zusammengestofien Wichita. (Kansas). Zwei amerikanische Düsenbomber vom Typ Boeing B 47 stürzten am Samstag während eines Uebungsfluges in der Nähe von Wichita ab. Es wird angenommen, daß vier erfahrene Piloten, die die Maschinen steuerten, dabei ums Leben gekommen sind. Nach Darstellung von Augenzeugen sind die beiden Maschinen während des Fluges zusammengestoßen. Wetterbericht Die atlantische Tiefdrucktätigkeit ist zur Zeit sehr lebhaft. Der Störung, die am Sonntag südlich von Irland lag, folgen vom Atlantik weitere nach. Aussichten bis Montagabend: Unbeständig, nach Regenfällen besonders in der Nacht zum Montag wieder vielfach aufheiternd. Ziemlich warm, Tageshöchsttemperaturen zwischen 20 und 24 Grad. Lebhafte, zeitweise kräftig auffrischende und böige südwestliche Winde. Montag, 3. September 1951 Englische Ergebnisse in der Oberliga Süd Altmeister VfB Stuttgart unterlag auf dem Biederer Berg — Mannheimer Lokalderby endete unentsdiieden - , Bayern München unterlag VfB Mühlburg auf eigenem klatz 3:0 — Erster Punktgewinn von VfL Neckarau Torloses Unentsdiieden zwischen FSV und Club Mit 0:0 nahm der FSV Frankfurt dem 1. FC Nürnberg am Sonntag vor 20 000 Zuschauern den ersten Punkt in der süddeutschen Meisterschaftsrunde ab. Beide Mannschaften zeigten mäßige Leistungen, wenn auch die Nürnberger mit schönen Kombinationszügen vor allem in der ersten Spielhälfte zu gefallen wußten. Der Sturm war jedoch zu unproduktiv und blieb in der FSV-Abwehr hängen. Als nach 20 Minuten Spieldauer der Club-Linksaußen Kallenborn durch eine Oberschenkelverletzung in eine Statistenrolle gezwungen wurde, so daß die Gäste praktisch nur noch mit 10 Mann spielten, gewann der FSV an Gefährlichkeit, ohne aber die ausgezeichnete gegnerische Hintermannschaft mit dem erstmals wieder spielenden überragenden Stopper Baumann und den schlagsicheren Verteidigern Sippel und Miersberger ausspielen zu können. VfL Neckarau — Vikt. Aschaffenburg 2:2 (0:1) Die schnelle und technisch gute Elf des Neulings Viktoria Aschaffenburg holte sich beim VfL Neckarau vor 3000 Zuschauern durch ein 2:2 (1:0) einen Punkt. Die vom alten Nationalspieler Lehner betreuten Aschaffenburger gingen durch Budion (40. Minute) in Führung. Die Gastgeber zogen durch. K. Gramminger (60. Minute) gleich und gingen 2 Minuten später durch Preschle in Front. 13 Minuten vor Schluß fiel im Anschluß an eine Ecke der Ausgleich für Neckarau. Preißendorfer entschied Offenbacher l:0-Erfolg Die Offenbacher Kickers besiegten im Samstagsspiel den Deutschen Exmeister VfB Stuttgart vor über 10 000 Zuschauern durch ein Tor ihres Mittelstürmers Preißendorfer verdient Müßiges Niveau im Fürthei Ronhof ädiweinfurter Treffer wurde annullieit Zu einem glücklichen 1:0-Sieg kam die SVgg Fürth vor 6000 Zuschauern gegen den FC 05 Schweinfurt. In der 58. Min. versagte Schiedsrichter Tischler (Karlsruhe) einem Schweinfurter Treffer die Anerkennung, da Fürths Torhüter Höger unvorschriftsmäßig blockiert worden war. Die Schweinfurter Verwirrung nützte Göttinger mit einer präzisen Vorlage an Mai aus, der entschlossen den Siegestreffer schoß. Die Leistungen waren auf beiden Seiten wenig überzeugend. Fürths Sieg ist durch das Fehlen von Schade, Appis u. Helbig umsomehr verdient, da auch Hoffmann schon vor dem Pausenpfiff angeschlagen wurde. Nach ausgeglichenem Spiel drängte Schweinfurt gegen Ende stark, ohne am Ergebnis etwas ändern zu können. Die Sonne war gegen Schwaben Augsburg Eine unverdiente Niederlage mußten die Augsburger Schwaben vor 15 000 Zuschauern mit 0:1 (0:0) gegen München 1860 hinnehmen. Die Platzherren waren in beiden Spielhälften klar tonangebend, scheiterten aber immer wieder an Münchens Torwart Strauß, der bester Mann auf dem Spielfeld war. Der entscheidende Treffer fiel zwei Minuten nach der Pause durch Mondschein, dessen haltbaren Schuß der Augsburger Tormann Süßmann, von der Son- Pfungstadt deutscher Fanstballmeister Die deutschen Turnspielmeisterschaften 1951 wurden am Sonntag vor 8000 Zuschauern im Weser-Stadion abgeschlossen. Trotz heftigen Westwindes, der die Entscheidungsspiele stark störte, boten alle Mannschaften ausgezeichnete Leistungen. Deutscher Faustballmeister der Männer wurde der TSV Pfungstadt, der den Bremer Vertreter Habenhausen im Endspiel mit 36:33 schlug und sich damit nach viermaligem Anlauf den Titel holte- Die Bremer lagen beim Wechsel im Rückstand, holten stark auf, verloren aber in der spielentscheidenden Phase die Nerven teide^HadwettMi s UtsäuifteH Heiner Schwarzer erkämpfte sich den sechsten Platz Mit dem letzten Titelwettbewerb der Straßenmeisterschaft der Berufsfahrer über 295,2 km erreichten die Rad Weltmeisterschaften 1951 am Sonntag in Varese (Norditalien) ihren Höhepunkt. Beim Start um 10.02 Uhr war die 24,6 km lange Rundstrecke, die zwölfmal zu durchfahren ist, bereits mit 500 000 Zuschauern umlagert. Das starke Schweizer Zuschauerkontingent begrüßte mit Kuhglocken seine Asse- Koblet und Kühler. Fausto Coppi blieb wegen Fiebers dem Start fern. An seiner Stelle startet Verfolgungsweltmeister Toni Bevilac- qua. Die deutschen Fahrer L. Hörmann (München), Heiner Schwarzer (Hannover) Hubert Schwarzenberg (Aachen), Günther Bint- ner (Dortmund), Matthias Pfannenmüller (Nürnberg) und Heinz Müller (Schwenningen) traten auf dem ersten Teil der Strecke mehr in Erscheinung als die Amateure am Vortage. Schwarzenberg entfesselte in der zweiten Runde einen Vorstoß, der ihn mit van Steen- berghen, Dekkers, Bobet und Müller (Frankreich) vom Felde wegbrachte. Das Gros schloß bald wieder auf. Schwarzer auf dem sechsten Platz Die acht Mann starke Führungsgruppe, in der sich auch der Deutsche Heiner Schwarzer mit 1:0 (0:0). Die ersten 45 Minuten verliefen bei verteiltem Spiel, bei dem sich die Schwaben durch flüssige Kombinationen auszeichneten, torlos Nach dem Wechsel waren die Offenbacher tonangebend, und ihr Angriffswirbel zwang den VfB in die Verteidigung. Mit allen Kräften hielten die Gäste jedoch der Offenbacher Offensive stand, bis 6 Minuten Die 0:3 (0:1)-Niederlage, die Bayern München vor 20 000 Zuschauern gegen den VfB Mühlburg einstecken mußte, läßt zu unrecht eine entsprechende Ueberlegenheit der Gäste vermuten. Ohne Streitle war die Bayern-Elf zu durchgreifenden Umgruppierungen gezwungen, so daß die Platzherren trotz Feld-Ueber- legenheit ohne jede Durchschlagskraft spielten. Die zielstrebigeren Mühlburger wußten die Gelegenheiten besser zu werten und schossen durch Kunkel, Schäfer und Rastetter den Sieg heraus, obwohl sie von den Bayern wiederholt anhaltend unter Druck gesetzt wurden. VfR Mannheim — SV Waldhof 0:0 15 000 Zuschauer erwarteten vom Mannheimer Lokalderby eine besondere Fußballdelikatesse. Sie wurden jedoch in ihren Erwartungen stark enttäuscht. Sah man in der ersten Halbzeit zum Teil noch zügige Kombinationen, die auf seiten der Waldhöfer von Rübe, Herbold und Lipponer und auf seiten der Rasenspieler von Langlotz, Lödtke und ne geblendet, passieren ließ. Selbst die gefährlichsten Augsburger Gegenangriffe scheiterten an dem überragenden Gästetorhüter, so daß den Platzherren selbst das reichlich verdiente Remis versagt blieb. SC Baden-Baden — FC Gutach 2:0 (0:0) Das erste Heimspiel brachte den Kurstädtern einen 2:0-Erfolg, doch waren die Leistungen alles andere als gut. Die Gutacher waren schneller und sicherer. Baden-Badens Mittelstürmer Huck führte seinen Sturm recht mangelhaft, schoß dafür aber in der 53. Minute ein Tor, dem Denicki in der 80. Minute das 2:0 folgen ließ. Die Bemühungen der Gäste, wenigstens den Ehrentreffer zu erreichen, scheiterten an der aufmerksamen Baden-Badener Dek- kung. Schiedsrichter Baas (Offenburg) leitete gut. 1844 Freiburg — Rot-Weiß Lörrach 2:1 (1:0) Ein schönes Spiel mit sehr guten Einzelleistungen auf beiden Seiten lieferten sich 1844 Freiburg und Rot-Weiß Lörrach. Bei 1844 Freiburg gefielen vor allem die beiden Neuerwerbungen Ramstedt auf dem linken Flügel und Frey in der Abwehr. Bei allen hervorragenden Leistungen vergaßen jedoch die beiden Angriffsreihen das Toreschießen. So mußte Freiburgs Mittelläufer in der 30. Minute das Führungstor erzielen und auch nach dem Wechsel den Freiburger Vorsprung auf 2:0 ausbauen. Auch Lörrachs Ehrentreffer schoß kein Stürmer, sondern der rechte Läufer Fehner. befand, legte auch auf der zweiten Hälfte der Strecke eine so scharfe Fahrt vor, daß das Gros keine Möglichkeit hatte, aufzuschließen. Nach der achten Runde betrug der Vorsprung 5:14 Min. vor der Hauptgruppe, die zu diesem Zeitpunkt von Keblet und van Est angeführt wurde. In der neunten Runde lag die Spitzengruppe mit 6:38 Min. Vorsprung in Führung, ln den letzten beiden Runden entfalteten Bar- tali und Kohlet im Hauptfelde größere Aktivität, so daß der Vorsprung der Führenden zu Beginn der letzten Runde auf vier Minuten zusammengeschrumpft war. Kühler lag 100 m vor dem Ziel bereits in Front und wehrte heftige Angriffe von Magni und Bevilacqua auf den letzten 80 m leicht ab. Die von Bartali geführte Hauptgruppe kam noch bis auf 1:05 Min. an die Ausreißer heran. Heiner Schwarzer, der von der dritten Runde an in der Spitzengruppe gelegen hatte, fuhr ein bravouröses Rennen und wurde im Spurt als sechster placiert. Endergebnis: 1. Ferdinand Kühler (Schweiz) 8:28:28 st, 2. Florenz! Magni (Italien) zwei Längen zurück, 3. Toni Bevilacqua (Italien) eine weitere Länge zurück, 4. de Feyter (Belgien), 5. Voorting (Holland), 6. Heiner Schwarzer (Deutschland). vor Schluß Preißendorfer mit einem placierten Kopfball den Bann brach und das entscheidende Tor erzielte. Die Stuttgarter traten mit Schlienz als Stopper an, mußten aber Barufka ersetzen. Bei Offenbach fehlte noch der verletzte Mittelläufer Kämmerer. Auf beiden Seiten zeichneten sich die Torhüter Bögelein (VfB) und Ruscher (Kickers) aus. * Baßler getragen wurden, so verflachte das Spiel nach dem Wechsel und endete in einer niveaulosen und planlosen Spielerei. In der 12. Minute schoß Baßler einen Handelfmeter an den Pfosten, und fünf Minuten später rettete Jockei vor Thielen zur Ecke. Das waren die Höhepunkte der ersten Halbzeit. Nach der Pause sah man stark ermüdete Läuferreihen. Keuerleber hielt lipponer überraschend sicher, und de la Vigne als Außenläufer kam kaum zur Geltung. Fangio Sieger in Baii Argentiniens Rennfahrer-Ass, Juan Manuel Fangio, gewann am Volant eines Alfa Romeo am Sonntag den großen Automobilpreis von Bari vor seinem Landsmann Froilan Gonzales auf Ferrari und Piero Taruffi (Italien) auf Ferrari. Fangio beendete den 360 Kilometer- Kurs in der neuen Rekordzeit von 2:39:58,6 Stunden gleich 135,058 km/st. Gonzales fuhr als Zweiter nur 63 der 65 Runden und Taruffi als Dritter 61. Fangio übernahm sofort nach dem Start die Führung. Als die Italiener Guiseppe Farina, Alberto Ascari und Luigi Villoresi bald mit Maschinenschaden ausschieden, hatte der Argentinier nur noch seinen Landsmann Gonzales als Gegner zu fürchten, den er jedoch im Verlauf des Kampfes zweimal überrundete. Eine besondere Leistung vollbrachte der Sieger dadurch, daß er die letzten 27 Runden ohne ein einziges Schalten durchfuhr, nachdem sein Getriebe in der 38. Runde durch Schaden ausfiel. Diese Tatsache ist umso bemerkenswerter, als der Kurs von Bari über viele scharfe Kurven verfügt. FV Lahr — St. Georgen 4:1 (2:0) In einem überaus harten Kampf holten die Lahrer ihre ersten Punkte. Es gab bei diesem Spiel einen Verletzten und zwei Feldverweise und beinahe einen Spielabbruch. So schied in der 20. Minute der St. Georgener Linksaußen Dietz durch Beinbruch aus. In der 32. Minute gingen die Lahrer durch Schilli in Führung, die Meyer in der 44. Minute auf 2:0 erhöhte. Nach der Pause errang St. Georgen in der 54. Min. das 2:1, doch kurz darauf stellte Schottmüller den alten Torabstand wieder her. Lahrs bester Mann, Asimus, wurde in der 73. Minute wegen unfairen Spiels vom Platz gestellt. Fünf Minuten vor Schluß erzielte Schottmüller den vierten Treffer, und kurz darauf gab es einen Platzverweis eines St. Georgener Stürmers. Schiedsrichter Hils (Oberachem) konnte keineswegs überzeugen. ASV Freiburg — VfR Stockach 2:1 Der ASV Freiburg sicherte sich seine ersten Punkte im Heimspiel gegen Stockach. Von Stockach hatten die Zuschauer mehr erwartet. Durch Thoma und Sitterle gingen die Freiburger in der ersten Halbzeit in Führung. Nach der Pause erzielte der Linksaußen Keck für Stockach das Ehrentor. Stockach war dem Ausgleich sehr nahe, aber die Stürmer wußten mit den besten Torgelegenheiten nichts anzufangen. SV Sehopfheim — Kehler FV 2:0 (1:0) Die Wiesentäler waren während der ganzen Spielzeit ständig klar überlegen. Nur die verstärkte Gästeabwehr und der vorzügliche Torhüter Lorenz waren verantwortlich für die 0:2- Niederlage der Kehler. Strauß schoß Mitte der ersten Hälfte den Führungstreffer und erhöhte in der zweiten Hälfte das Ergebnis auf 2:0. FC 08 Villingen — VfR Achern 1:1 (1:1) Obwohl Villingen bereits in der 5. Minute zum Führungstor kam, wirkte sein Spiel in der ersten Halbzeit sehr zerfahren und ohne Kombinati6nstechnik. In der 25. Minute glichen 1 die Gäste durch Kopfball aus. In der zweiten Halbzeit drehten die Villinger stark auf. Trotz aller Anstrengungen gelang es nicht, das Ergebnis der ersten Halbzeit noch zu ändern. SV Rastatt 04 — SV Weil 3:2 (3:0) ^ So sehr auch die Gastgeber in der ersten Spielzeit zu gefallen vermochten, so enttäuschend wirkten die Leistungen nach der Pause, zumal die Gäste in dieser Zeit immer mehr an Boden gewannen und durch zwei Treffer den schon sicher scheinenden Erfolg der Platzherren in Frage stellten. Rastatt, ohne Jung und Seelig antretend, hatte in Nuß und dem jugendlichen Harbert zwei treibende Kräfte. Ein Elfmeter für Weil wurde an die Latte geschossen. So spielten sie... Länderspiel: Jugoslawien — Schweden in Belgrad 2:1 L Liga Süd: Offenbacher Kickers — VfB Stuttgart 1:0; VfL Neckarau — Viktoria Aschaffenburg 2:2; Bayern München — VfB Mühlburg 0:3; Schwaben Augsburg — 60 München 0:1; FSV Frankfurt — 1. FC Nürnberg 0:0; SpVgg Fürth gegen 1. FC Schweinfurt 1:0; VfR Mannheim — SV Mannheim-Waldhof 0:0. 1860 München 3 13:2 5:1 1. FC. Nürnberg 3 4:1 5:1 Eintracht Frankfurt 2 7:3 4:0 VfB. Mühlburg 3 10:5 4:2 Spvgg. Fürth 3 2:1 4:2 Stuttgarter Kickers 2 4:3 3:1 Kickers Offenbach 3 3:3 3:3 Viktoria Aschaffenburg 3 4:4 3:3 VfB Stuttgart 3 4:2 3:3 FSV Frankfurt 3 3:4 3:3 Bayern München 3 5:6 3:3 SV Waldhof 3 2:3 2:4 Schwaben Augsburg 3 2:5 1:5 Schweinfurt 05 3 2:5 1:5 VfR Mannheim 3 4:9 1:5 VfL Neckarau 3 2:15 1:5 I. Liga Südwest; Phönix Ludwigshafen — SpVgg Weisenau 5:2; VfR Kaiserslautern — VfR Frankenthal 4:5; FV Engers — TuS Neuendorf 1:1; VfL Neustadt — Tura Ludwigshafen 1:3; Eintracht Trier — 1. FC Kaiserslautern 2:1; Eintr. Kreuznach — FK 03 Pirmasens 0:3; FSV Mainz 05 gegen Wormati Worms 0:0. I. Liga West: Preußen Dellbrück — Alemannia Aachen 1:4; SW Essen — Bayer Leverkusen 1:1; Spfr. Katemberg — Preußen Münster 1:4; Fortuna Düsseldorf — Schalke 04 1:1; SpVgg Erkenschwick — 1. FC Köln 0:2; Hamborn 07 gegen RW Essen 2:2: Borussia Dortmund — Rheydter SV 4:4; STV Horst-Emscher — Meidericher SV 2 : 2 . I. Liga Nord: Viktoria Hamburg — Eintracht Osnabrück 1:4; Hamburger SV — Arminia Hannover 7:2; Coneordia Hamburg — Lüneburger SK 3:4; Hannover 90 — Werder Bremen 0:0; Bremerhaven 93 — Tvb. Eimsbüttel 1:2; Holstein Kiel gegen Göttingen 06 2:1; VfL Osnabrück gegen Bremer SV 1:0; Eintracht Braunschweig gegen FC St. Pauli 1:2. . • Berlin: VfL Nord — Berliner SV 92 1:4; Union 96 gegen Hertha/BSC 4:2; Minerva 93 — Tasma- nia 1900 4:1; Viktoria 89 — Alemannia 4:1; Tennis-Borussia — SC Blau-Weiß 5:0; Wacker 04— SC Nordstern 2:0; Spandauer SV —Westend 01 4:3. II. Liga Süd: , TSG Ulm — Hessen Kassel 2:1; L FC Bamberg — BC Augsburg 0:1; SV 98 Darmstadt gegen SSV Reutlingen 2:2; TSV Straubing gegen Freiburger FC 1:3; Jahn Regensburg gegen ASV Feudenheim 8:2; Bayern Hof — VfR Aalen 6:0; ASV Cham — 1. FC Pforzheim 0:0; ASV Durlach — Wacker München 2:0; FC 04 Singen — SV Wiesbaden 2:3. I. Amateurliga Südbaden: ASV Freiburg — VfR Stockach 2:1; FV Lahr gegen FV St. Georgen 4:1; SV Schopfheim gegen FV Kehl 2:0; FV Offenburg — SV Kuppenheim 1:0; FC Villingen — VfR Achern 1:1; SC Baden-Baden — FC Gutach 2:0; 1844 Freiburg — RW Lörrach 2:1; Rasttat — Weil 3:2. FV Offenburg 3 9:3 6:0 1844 Freiburg 3 8:3 6:0 SV Schopfheim 3 8:5 5:1 VfL Konstanz 2 8:1 4:0 FC Villingen 2 3:1 3:1 SV Kuppenheim 2 7:2 2:2 SC Baden-Baden 2 4:3 2:2 SV Lörrach 2 4:4 2:2 FC Rastatt 2 3:3 2:2 FC Rheinfelden 2 6:8 2:2 FV Lahr 3 7:6 2:4 FC Gutach 3 3:5 2:4 VfR Stockach 3 4:6 2:4 SV Weil 2 5:4 1:3 VfR Achern 3 5:8 1:5 Kehler FV 3 2:10 0:6 St. Georgen 3 2:12 0:6 II. Amateurliga, Staffel I: Ottenau — Bietigheim 2:1; Wolfach —- Ober- kirch 4:1; Ettenheim — Orschweier 1:1; Oberachem — Muggensturm 0:0; Bühl — Haslach 4:2; Hornberg — Gengenbach 1:3; Oetigheim gegen Bühlertal 4:2. II. Amateurliga, Gruppe II: Freiburger FC Ib — Waldshut 2:0; Waldkirch gegen Blau-Weiß Freiburg 2:2; Spfr. Freiburg gegen Stetten 2:1: Heitersheim — Neuenburg 2:1; Müllheim — Kenzingen 1:1; Wyhlen gegen Fahmau 2:1. II. Amateurliga, Gruppe HI: Blumberg — Donaueschin®en 1:4; Engen gegen Wolmatingen 1:0; Furtwanwsn — Vöhren- bach 1:0; Konstanz Ib — Ube:!ingen 1:2; Neustadt — Triberg 2:0; Radolfzell — Rielasingen 6 : 0 . Handball: Niederbühl — Hofweier 16:6; Durmersheim gegen Schutterwald 8:8; F'-e'burgei FC — Te- ningen 14:5; Schuttem — Lahr 26:8; Zähringen gegen 1844 Freiburg 5:6; Lörrach — Hauingen 4:7. Der richtige Tip West-Südblock: 0, 1, 1, 0, 2, 2, 2. 2, 0, 2, 0, 0, 2, 0 Nordblock: 2, 0, 1, 1. 2. 1, 1, 2, 0, 0, 0, 1, 2, 2 Bayern-Toto: 2, 2, 1, 0, 1, 0, 0, 0, 2, 2, 0, 0, 2, 1 Internationale Zehn: 2, 9, 1, 1, 0, 1, 0, 1, I, 1, „Bayern" spielte - Mühlbarg schoß drei Tore Mühlburger Angriflswirbei bradite Öayern-Hintermannsdiait aus dem Konzept Heimsiege in der ersten ümatenrliga Der Offenburger FV führt die Tabelle an Die I. Südbadische Amateurliga wartete mit Ausnahme der Villinger Begegnung mit Achern, die unentschieden endete, ausnahmslos mit den erwarteten Heimsiegen auf. Auch Offenburg siegte gegen Kuppenheim mit dem knappsten aller Ergebnisse und festigte seine Position. Weiterhin ohne Punkt ist der FV Kehl, der in Schopfheim sein Spiel verlor. Rastatt hatte in der zweiten Spielhälfte alle Mühe, seinen klaren Halbzeitvorsprung noch zu einem knappen Sieg zu halten. Lahr hätte in der Begegnung mit St. Georgen fast einen Spielabbruch erlebt. Montag, 3. September 1951 Walter Zeller schlug seinen Lehrmeister „SchorsdT Meier mußte sich in der Halbliterklasse dem neuen, Deutschen Meister beugen - Roland Schnell holte sich in der 350 ccm-Klasse die Meisterschaft — Souveräne Sieger in den Gespannklassen — Rieß Sportwagensieger Auf dem vier Kilometer langen Nürnberger Norisring begannen am Sonntagmorgen die letzten Läufe der deutschen Motorradmeisterschaft 1951. Bereits am Samstag hatte sich Altmeister H. O. Müller in der Klasse bis 125 ccm den ersten Titel gesichert. Vor dem Start zum ersten Rennen wurde die dicke Wolkendecke durch den starken Ostwind auf- gerissen und die Sonne kam zum Vorschein. Mit Ausnahme der NSU-Fabrikmannschaft war die gesamte Spitzenklasse zur Stelle. Die angekündigten englischen Weltmeister Oliver und Duke erhielten keine Startgenehmigung. • Tankschaden stoppte H.P. Müllers Siegesfahrt 10 000 Zuschauer verfolgten am Samstag bei idealem Rennwetter den wechselvollen Rennverlauf der kleinsten Solo-Klasse. H. P. Müller übernahm sofort nach dem Start des gut abgekommenen lököpfigen Feldes die Führung, die er bis zur 15. Runde gegenüber Daiker und Wilhelm Hofmann (beide NSU) immer mehr vergrößerte. Ein Leck im Tank zwang ihn, dreimal an den Boxen zu halten, so daß er schließlich auf den 7. Platz zurückfiel und fast eine Runde gegenüber dem Spitzenreiter Daiker, der ein gleichmäßig gutes Rennen fuhr, einbüßte. In zügiger Verfolgung kämpfte sich H. P. Müller an Karl Hofmann, Frankfurt (Puch) und Rudi Felgen- heier, Niederlahnstein (DKW), die dicht zusammen den 4. und 5. Platz hielten, heran und überholte sie in der vorletzten Runde. Hinter Otto Daiker, Wilhelm Hofmann und Heiner Dietrich kam H. P. Müller auf dem wertvollen 4. Platz ein. Ergebnisse Klasse bis 125 ccm : 1. Otto Daiker, Stuttgart (NSU), 1:05:45,7 std gleich 91,3 km-std. 2. Wilhelm Hofmann, Neckarsulm (NSU), 1:06:49 std gleich 89,8 km- Der Sportwagenlauf bis 2000 ccm, der als vorletzter Meisterschaftslauf gewertet wurde, bildete bei strahlendem Sonnenschein den krönenden Abschluß der größten Nürnberger Motorsportveranstaltung nach dem ■ Kriege. Der in der Meistersch^t führende Düsseldorfer Toni Ulmen (Ventas) mußte bereits in der ersten Runde aufgeben, so daß für den Nürnberger Fritz Rieß (Veritas), seinem schärfsten Gegner, die Bahn frei zum Sieg war. Rieß wurde von Runde zu Runde schneller und ließ seine Verfolger Karl Günther Bechern, Hagen, und Josef Peters, Düsseldorf, weit hinter sich. Der Erfolg von Rieß schien gesichert, als ihm in der 22. Runde das Hinter- Klasse bis 125 ccm (bisher 5 Läufe): 1. H. P. Müller, Ingolstadt, DKW 21 Punkte: 2. Heiner Dietrich, Frankfurt, NSU 12 Punkte; 3. Otto Daiker, Stuttgart, NSU 12 Punkte. Der Endlauf um die Deutsche Meisterschaft in dieser Klasse wird am 9. 9. 51 auf dem Grenzlandring durchgeführt. Klasse bis 250 ccm: 1. Hein Thorn-Prikker, Godesberg, Moto Guzzi, 32 Punkte; 2. Hermann Gablenz, Karlsruhe, Moto-Parilla 13 Punkte; 3 H. P. Müller, Ingolstadt, DKW 13 Punkte, 4. Ewald Kluge, Ingolstadt, DKW 13 Punkte; 5. Siegfried Wünsche, Ingolstadt, DKW, 8 Punkte. Klasse bis 350 ccm: 1. Roland Schnell, Karlsruhe, Moto-Parilla, 24 Punkte; 2. Hans Baltis- berger, Betzingen, AJS, 21 Punkte; 3. Fritz Kläger, Freiburg, AJS, 18 Punkte. Klasse bis 500 ccm: 1. Walter Zeller, Hammerau, BMW, 32 Punkte; 2. Georg Meier, München, BMW, 28 Punkte; 3. Georg Eberlein, Katzwang, BMW, 9 Punkte; 4. Hans Baltisber- ger, Betzingen, Norton, 5 Punkte. Lohmanns Revanche glückte Der deutsche Stehermeister Walter Lohmann trat am Samstag in Wuppertal zur „Weltmeisterschaftsrevanche“ vor 15 000 Zuschauern wegen einer Angina mit dick umwickelten Hals an und gewann das Rennen in 1:14:52 Stunden mit 150 m Vorsprung vor dem Kölner Schorn. Auf den weiteren Plätzen endeten Lesueur (Frankreich), 1200 m zurück, und Weltmeister Pronck (Holland), 1450 m zurück. Die weiteren Teilnehmer, Wakker (Holland) und Bautz (Dortmund) hatten unter Defekten zu leiden. Lohmann erreichte auf einer Spurtrunde eine Geschwindigkeit von 104 km-st. West in den Pönssensp’elen siegreich In den großen Pönsgenspielen siegte in Bad Neuenahr am Sonntagnachmittag Nord gegen Süd mit 6:3. Hierdurch kam in der Gesamtwertung West auf den ersten Platz vor Nord und Süd. „Opeia" Siegerin im Mündiener Pokal Die Hamburger Traberstute Opera holte sich nach ihrem Siege im „Preis der Besten“ am Vorsonntag, am Sonntag auch den Münchner Pokal über eine englische Meile mit einer Kilometerzeit von 1:21,7 Minuten. Bei den deutschen Kegelmeisterschaften im Messe. Sportpalast in Hannover wurden am Mittwoch folgende Meister ermittelt: Asphalt: Senioren-Ver- einsmeisterschaft: Hannover 2710 Holz: Bohle: Einzelmeisterschaft Männer: Kurt Mann (Berlin) 1515. Intern. Bahn: Kiubmeisterschaft Männer: KSK ,.Aan“ Schwanheim 3167: Schere: Vereinsmeisterschaft Männer: Herne 2730 Holz. std. 3. Heiner Dietrich, Frankfurt (NSU), 1:07:57,2 std gleich 88.3 km-std. 4. H. P. Müller, Bielefeld (DKW). Roland Schnell siegte unangefochten In der Klasse bis 350 ccm übernahm Roland Mit einer Minute Abstand nach der 350 ccm- Klasse gingen zwölf Viertellitermaschinen auf die Strecke. Auch hier war der letzte Meisterschaftslauf eines Fahrers Rennen. Der Deutsche Meister Hein Thom-Prikker, Godesberg, führte seine Moto-Guzzi ungefährdet zum Siege. Hinter ihm folgte die geschlossene DKW-Mannschaft, von der Kluge dauernd an zweiter Stelle lag, während sich zwischen H. P. Müller und Siegfried Wünsche ein erbittertes Duell um den dritten Platz entspann. Wünsche war in den Kurven schneller, aber auf der langen Geraden schob sich Müller immer wieder in Front. Am Ziel lag Müller zehn Meter rad wegflog. Geistesgegenwärtig brachte er den Wagen zum Stehen, ohne verletzt zu werden. Zu Fuß mußte Rieß zum Ziel zurück, von den 100 000 Zuschauern mit jubelndem Beifall für seine große Leistung bedacht. An Bechems Sieg war damit kein Zweifel mehr. Fünf der neun gestarteten Sportwagen schieden aus. Ergebnisse: 2000 ccm Sportwagen 1. Karl Günther Bechern (Hagen), BMW, 57:45,1 min gleich 103,9 std-km. 2. Josef Peters (Düsseldorf), Veritas, zwei Runden zurück. 3. Wolfgang Seidel (Düsseldorf), Veritas, drei Runden zurück. Seitenwagen Klasse bis 500 ccm: 1. Kraus- Huser, München, BMW, 36 Punkte; 2. Lipp- Stragies, Lübeck, BMW, 14 Punkte; 3. Schmid- Kölle, Sindelfingen, NSU, 7 Punkte; Seitenwagen Klasse bis 750 ccm: 1. Müller- Huber, München, BMW, 19 Punkte; 2. Mohr- Müller, Schweinfurt, BMW, 16 Punkte; 3. Sta- schel-Schick, Bremen, BMW, 13 Punkte. Den zweiten Hauptkampf der Boxveranstaltung ln der Berliner Waldbühne am 23. September mit der Schwergewichts-Europameisterschaft Hein ten Hoff gegen Jack Gardener (England) bestreitet der deutsche Mittelgewichtsmeister Peter Müller (Köln) gegen den erst 21jährigen belgischen Titelträger de Keersgierter. Ersatzmann Gleim gewann den Weitsprung Im Weitsprung wurde in letzter Minute der Frankfurter Gleim für den an Nervenentzündung erkrankten Klophaus eingestellt. Gleim übersprang als einziger die 7-Meter-Marke und siegte mit einer Weite von 7.02 Meter. Der Italiener Druetto sprang 6.97 Meter. Der deutsche Meister Göbel enttäuschte. Ergebnisse: 1. Gleim (D) 7.02 m; 2. Druetto (I) 6.97; 3. Ardizoone (I) 6.96; 4. Göbel (D) 6.88 Meter Zepernick stellte Jahresbestzeit ein Ueber 110 Meter Hürden verursachte Zepernick zunächst einen Fehlstart. Auf der zweiten Bahn kam der Italiener Albanese mit seiner guten Hürdentechnik weit nach vorne, konnte Troßbach überholen und wurde hinter Zepernick, der 14,8 laufen mußte, und damit seine eigene Jahresbestzeit einstellte, sicherer Zweiter. Ergebnisse: 110 m Hürden: 1. Zepernick (D) 14,8 Sek.; 2. Albanese (I) 14,9; 3. Troßbach (D) 15,2. Deutscher Doppelerfolg auch über 100 Meter Werner Zandt und Peter Kraus distanzierten über 100 Meter die Italiener Leccese und Pen- Schnell, Karlsruhe, auf seiner Moto-Parilla sofort nach dem Start die Führung und ließ seine 14 Konkurrenten während des ganzen Rennens nicht herankommen. Sein Vorsprung betrug am Ziele fast eine Minute. Schnell, der sich gleichzeitig die Deutsche Meisterschaft in dieser Klasse sicherte, fuhr zum Schluß verhalten, um seinen Sieg nicht zu gefährden. Ergebnis der Klasse bis 350 ccm: (25 Runden — 100 km). 1. Roland Schnell, Karlsruhe, Moto- Parilla, 57:53,3 Minuten, 103,6 km-st; 2. Fritz Kläger, Freiburg, AJS, 102,5 km-st; 3. Hans Baltisberger, Betzingen, AJS, 101,5 km-st. vor Wünsche. Das übrige Feld folgte mit zwei Runden Abstand. Ergebnisse der 250 ccm-Klasse: (25 Runden — 100 km). 1. Hein Thom-Prikker, Godesberg, Moto-Guzzi, 60:29,2 Minuten, 99,1 km-st; 2. Ewald Kluge, Ingolstadt, DKW, 98,8 km-st; 3. H. P. Müller, Bielefeld, DKW, 97,7 km-st. Zeller löste Meier ab .Der mit Spannung erwartete Lauf der 500- ccm-Klasse wurde zu einer einseitigen Angelegenheit für den jungen BMW-Fahrer und neuen Deutschen Meister Walter Zeller (Hammerau). Der erwartete Zweikampf mit seinem Markengefährten Meier blieb aus, da Zeller unwiderstehlich davonzog und mit über einlr Minute Vorsprung durchs Ziel ging. Hinter Meier kamen Eberlein und Baltisberger erst mit weitem Abstand auf die nächsten Plätze. Infolge des großen Leistungsunterschiedes gab es fast keine Positionskämpfe. Unter dem Jubel der inzwischen auf 100 000 angewachsenen Zuschauer fuhr Meier auf dem Sozius von Zeller die Ehrenrunde. Dieser stülpte im Überschwang der Begeisterung seinem Lehrmeister Meier den Siegerkranz über den Kopf. Ergebnisse der 500-ccm-Klasse: 1 . Walter Zeller (Hammerau) auf BMW 54:56,6 st — 109,5 km-st; 2. Georg Meier (München) auf BMW 107,3 km-st; 3. Georg Eberlein (Katzwang) auf BMW 105,5 km-st; 4. Hans Baltisberger (Betzingen) auf Norton eine Runde zurück; 5. Fuß (Baden-Baden) auf englisch Triumph. Kraus/Huser souveräne Sieger Das deutsche Meisterpaar Kraus/Huser (München) auf BMW überrundete im Rennen der Seitenwagenklasse bis 500 ccm bis auf Lipp/ Stragies (Lübeck) das gesamte achtköpfige Feld. Ergebnisse: Seitenwagenklasse bis 500 ccm (25 Runden — 100 km): 1. Kraus/Huser (München, BMW, 1:02:20 st—96 km-st; 2. Lipp/Stragies (Lübeck) auf BMW 92,5 km-st; 3. Schmid/Kölle (Sindelfingen) auf NSU eine Runde zurück. Massenausfälle in der schweren Seitenwagenklasse Zehn BMW-Gespanne bis 750 ccm nahmen die 100 km-Strecke in Angriff, aber nur vier hielten die 25 Runden durch. Die Schweinfurter Mohr/Müller lagen bis zur 18. Runde mit den Nürnbergern Ebersberger/Strauß an der Spitze. Die Einheimischen fielen dann durch Motorschaden zurück. Müller/Huber (München) schüttelten zehn Runden vor Schluß die hartnäckigen Konkurrenten Staschel/Schick (Bre- menhaven) ab und holten sich so den für die Meisterschaft ausschlaggebenden zweiten Platz. na klar. Die Gäste konnten nur etwa 50 Meter der Strecke mithalten. Ergebnisse: 1. Zandt (D) 10,6 Sek.; 2. Kraus (D) 10,7; 3. Leccese (I) 10.9. Wolff gewann Hammerwurf Im Hammerwerfen war der Italiener Taddia, der mit zur Weltklasse zählt, und bei den Europameisterschaften in Brüssel zweiter wurde, eine große Ueberraschung. Wolff glückte ein Wurf mit 55.36 Meter und im letzten Durchgang 55.81 Meter. Der Italiener Taddia legte noch einmal seine ganze Kraft in seinen letzten Wurf und erreichte die gute Weite von 55.59 Meter, mit der er seine bisherige Bestleistung von 54.69 Meter übertraf. Ergebnisse: 1. Wolff (D) 55.81 m; 2. Taddia (I) 55.59 m; 3. Storch (D) 54.95 m. Unerwarteter deutscher Doppelerfolg im 10 000-Meter-Lauf Ueber 10 000 m hatte man die Italiener Fep- picelli und Beviaqua stärker eingeschätzt. Als erster wurde jedoch der kleine Beviaqua schon nach 1000 Metern distanziert, und nur noch Peppicelli konnte mithalten. Der deutsche Meiste* Kruzycki und Eberlein wechselten sich ständig in der Führung ab. Nach 3000 Metern mußte auch Peppicelli dem starken Tempo Hipp hipp hurra für Italien Nach Abschluß des Länderkampfes marschierten die beiden Mannschaften ins Stadion ein. Dr. Max Danz, der Präsident des Deutschen Leichtathletikverbandes, verkündigte das Ergebnis und brachte ein dreifaches „hipp hipp hurra“ auf die Gäste aus, das von den 25 000 Zuschauern begeistert aufgenommen wurde. Unter den Klängen der italienischen Nationalhymne und des Deutschlandliedes wurden die Flaggen zum Zeichen der Beendigung der Kämpfe eingeholt. Der Generalse- Europa-Bestleistung über 4X400 Meter Mit 3:10,8 Minuten lief die deutsche 4 x 400- Meter-Staffel mit Cleve, Ulzheimer, Huppert* und Haas eine in diesem Jahre in Europa noch nicht erreichte Zeit. Cleve wechselte bereits mit 8 Meter Vorsprung vor Gross!, Ulzheimer vergrößerte gegen Dani auf fast 20 Meter. Rocca konnte gegen Huppertz keinen Boden gutmachen. Italiens Schlußläufer Siddi legte gegen Haas ein so hohes Anfangstempo vor, daß er zum Schluß auf fast 30 Meter zurückfiel. kretär des italienischen Verbandes, Guabello, gratulierte Dr. Danz und sagte zum Kampf selbst: „Wie immer zwischen Deutschland und Italien war es ein herrlicher Kampf, der mit dem erwarteten deutschen Siege endete. Die deutschen Athleten haben ihren großen Aufstieg unterstrichen und bewiesen, daß sie wieder zur ersten Reihe der Leichtathletiknationen gehören,“ Dr. Danz äußerte: „Dieser Länderkampf war ein würdiger Abschluß der deutschen Leichtathletiksaison in diesem Jahre, in dem wir in die internationale Sportarena zurückgekehrt sind. Er läßt uns voll Optimismus auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahre blicken.“ Viktor Lang Bergmeister der Radsportler Auf der rund 25 Kilometer langen Strecke von Freiburg auf den Notschrei über Kirch- zarten wurde am Sonntag die südbadische Bergmeisterschaft der Radsportler ausgetragen. Mit 45 Fahrern der allgemeinen Klasse und 36 Teilnehmern bei der Jugend war die Meisterschaft über Erwarten gut besetzt. Die Strecke stellte vor allem auf dem letzten Drittel auf den 1100 Meter hohen Notschrei an die Teilnehmer hohe Anforderungen. Auf den letzten 8 Kilometern zersplitterte sich auch das Feld, und der Freiburger Viktor Lang, ein Nachwuchsfahrer von 1914 Jahren, übernahm bald die Spitze, die er bis zum Ziel auf dem Notschrei nicht mehr abgab. Lang benötigte für die 25 Kilometer 54:26 Minuten und wurde mit seinem Sieg Südbadischer Bergmeister der Radsportler. Der Vorjahresmeister, Harald Benz, Freiburg, fuhr ebenfalls ein sehr gutes Rennen, mußte sich jedoch hinter dem zweiten, Heim aus Gottmadingen, mit dem dritten Platz begnügen. Vierter wurde der Konstanzer Bleicher. Ergebnisse: Amateure: 1. Viktor Lang, RSV Freiburg, 54:26 Minuten; 2. Alfred Heim, Gottmadingen; 3. Harald Benz, RSV Freiburg; 4. Kurt Bleicher, Konstanz. Das Jugendrennen über die gleiche Strecke gewann der Freiburger Klaus Schwickert in 1:01,15 Stunden. Der Deutsche Meister im Seifenkistenrennen, Kurt Warnecke aus Berlin, kehrte am Donnerstag nach Deutschland zurück. „Die amerikanischen Jungen haben viel mehr Erfahrung und kennen viel mehr Kniffe“, gab er als Grund dafür an, daß er über zwei Ausscheidungsrennen nicht hinausgekommen ist. der Deutschen Tribut zollen und fiel zurück. Ergebnisse: 10 000 Meter: 1. Kruzycki (D) 31:13,6 min.; 2. Eberlein (D) 31:58,0; 3. Peppicelli (I) 32:33,6. Schneider Sieger im Stabhochsprung Der Deutsche Meister und Rekordmann Julius Schneider hatte im Stabhochsprung in dem Italiener Chiesa einen gefährlichen Gegner. Beide erreichten 4,10 Meter. Durch einen Versuch weniger wurde Schneider Sieger. Schneider übersprang auch 4,20 Meter, doch fiel die Latte noch, als er bereits am Boden war. Ergebnisse Stabhochsprung: 1. Schneider (D) 4,10 m; 2. Chiesa (I) 4,10 m; 3. Ballotta (I) 3,90 Meter. Doppelsieg der Azzuri im Dreisprung Zu ihrem ersten Sieg, der zugleich ein Doppelerfolg wurde, kamen die Italiener im Dreisprung. Bertacca siegte mit 14,42 m, die er im dritten Durchgang erreichte, vor seinem Landsmann Tosi mit 14,36 m. Bester Deutscher war Trozowsky. Ergebnisse: Dreisprung: 1. Bertacca (Ital.) 14,42 m; 2. Tosi (Ital.) 14,26 m; 3. Trozowsky (D) 13,84 m. Zweiter italienischer Doppelsieg im Diskuswerfen Im Diskuswerfen hatten die Deutschen Hipp und Kunz gegen die italienischen Weltklassenleute Consolini und Tosi nichts zu bestellen. Die Italiener, die ihren Schwung voll auslau- fen ließen und damit die ganze Kraft in den Wurf legten, warfen ständig über 50 m. Europameister Consolini siegte mit einer Weite von 53,83 m, die 73 cm über dem deutschen Rekord von Schröder aus dem Jahre 1935 lag, vor seinem Landsmann Tosi. (Weitere Ergebnisse auf der dritten Sportseite) TavatiUk sdiede* tei den Sfuul w a^e u aus Rieß blieb auf der Stredce liegen D«e Stand det deutschen IjMfrttad mei M et stka M thesu-Usikbeu fdett Düld-ffk utu sc iaft iu Stbatk Erbittertes Duell zwischen H. P. Müller und Wünsche Deutscher Leichtathletik-Sieg über Italien 25000 Zuschauer sahen im Stuttgarter Neckarstadion deutsche Siege am laufenden Band — Das Diskuswerfen war den Azzuris nicht zu nehmen Vor 15 000 Zuschauern begann am Samstag im Neckarstadion der fünfte Länderkampf der Leichtathleten zwischen Deutschland und Italien. Deutschland siegte 1940 mit 104:74 P. In leuchtend blauen Trainingsanzügen, die Italiener mit dem „Italia“ auf der Brust, die Deutschen mit dem DLV-Wappen, marschierten die Sportler beider Länder ins Stadion ein. Italiens Team wurde von Mario Lanzi angeführt, an der Spitze der deutschen Mannschaft marschierte der Stabhochspringer Gustl Stührk. Während der Klänge der italienischen Nationalhymne und der dritten Strophe des Deutschlandliedes stiegen am Flaggenmast die Fahnen beider Länder empor. Montag, 3. September 1951 Hmtjtftet eiet vetdieulet üfV-Sie# Offenburger FV—SV Kuppenheim 1:0 (1:0) Weitere Ergebnisse vom Stuttgarter Leiditathletik-Länderkampf Es mögen ungefähr 2500 Zuschauer gewesen sein, die sich auf der Stegermatt eingefunden hatten, um den mit Spannung erwarteten Punktekampf zweier Mannschaften zu sehen, die man insgeheim als ernsthafte Anwärter auf den Meistertitel der ersten Amateurliga betrachtet. Was man aber während der 90 Spielminuten zu sehen bekam, das war gelinde ausgedrückt, enttäuschend. Besonders die Knöpilestädter waren es, * deren primitiv gespielter Fußball ein flüssiges Spiel ünmöglich Aufkommen ließ. Weshalb aber die Offenburger im „Bolzen“ kräftig mitmischten und ihr zweifellos technisches Uebergewicht brach liegen ließen, das wird wohl für alle, die dieses Spiel gesehen haben, ein Rätsel bleiben. Es brauchte nach dem Anspiel nicht lange, um festzustellen, daß durch die Abgänge von Schäfer und Weiler der SV Kuppenheim an Durchschlagskraft stark eingebüßt hat. Der Sturm war jedenfalls unfähig dem Offenburger Heiligtum auch nur im mindesten gefährlich zu werden. Es drückt sich am besten dadurch aus, daß verschiedene Spieler überhaupt nicht wußten, etwas mit dem Ball anzufangen. Die OFV-Hintermannschäft hatte es deshalb nicht schwer, die viel zu durchsichtigen Angriffe rechtzeitig abzufangen. Eines jedoch haben die Murgtäler auch heute noch, nämlich eine sattelfeste Hintermannschaft, aus der Torwart Mink und Stopper Walz herausragen. Ihnen hat Kuppenheim es in der Hauptsache zu verdanken, daß der Sieg zahlenmäßig nicht höher an den Gastgeber fiel. In der 17. Minute schoß Bittrer, das goldene Tor. Er legte sich den Ball schußgerecht vor die Füße. Seine glasharte Bombe aus halblinker Position war auch für einen Mink unhaltbar. In der 29. Minute lief Kopp geschickt in die Gasse, Mink verkürzte durch rechtzeitiges Herauslaufen den Schußwinkel, und der Ball ging ins Aus. In der 48. Minute ließ Herold eine Bombe aus dem Rückhalt auf den Kasten los, die jedoch knapp am Pfosten vorbeiging. Nach dem Wechsel änderte sich, trotz einer Umstellung der Kuppenheimer, nicht viel. Der OFV lag weiterhin im Angriff. Turbulente Szenen im Kuppenheimer Strafraum in der 60. Minute wurden vielbeinig von den Gästen abgewehrt. In der 61. Minute kanonierte Bitt- ner an den Pfosten. Die klarste Situation des Tages aber ließ Kopp ungenützt. Er konnte, Gerechtes Unentschieden in Oberachem Oberachern I — Muggensturm I- 0:0 Oberachern II — Lauf I u. II kombiniert 4:2 Die zahlreich erschienenen Sportanhänger erlebten auf Oberacherns neuem Sportgelände einen überraschenden Kampf, der dem Spielverlauf entsprechend mit einem Unentschieden endete. Während die Gäste mehr vom Spielgeschehen hatten, konnten die Platzherren die besseren Torgelegenheiten herausspielen, die jedoch' unverwertet blieben. Einmal landete der Ball zwar im Gehäuse der Gäste, prallte jedoch zurück. Schiedsrichter Heintzler (Baden-Baden), der ein korrekter und ausgezeichneter Pfeifenmann war, konnte dies jedoch nicht beobachten. Eine etwas überlegene Partie zeigten die Platzherren nach dem Anstoß und hatten auch zwei sehr gute Torgelegenheiten, doch bald zeigten die Gäste wieder das technisch bessere Spiel, kamen aber dank der ausgezeichneten Leistung der einheimischen Abwehr zu keinem Erfolg. Die zweite Halbzeit verlief meist ausgeglichen. Trotzdem beiderseits mit allen Mitteln versucht wurde, den Ausgleich zu erzielen, blieben zählbare Erfolge aus. Im Spiel der zweiten Elf gegen Lauf wurden die Zuschauer durch schöne Leistungen überrascht. Dank technisch besserem und kämpferischem Einsatz konnte Oberachern dieses Spiel mit 4:2 Toren für sich entscheiden. trotzdem auch Mink schon geschlagen war, das, leere Tor nicht finden. Immer wieder war es nun Mink, der eine Situation nach der anderen klärte. So in der 68. Minute, als er einen Bitt- ner-Schuß bravourös über die Latte faustete. Großartig, wie er in der 78. Minute Kopp einen Bali von den Füßen hechtete. Nicht umsonst hat dieser Mann alle Aussicht, auf die Nominierung in die Oiympiaelf. Sein Steilungsspiel, sein blitzschnelles Reagieren, und die Art, wie er die Bälle aus der Luft herunter „fischte“, waren eine Augenweide. Der Sieg des OFV war verdient. Mink im Tor der Kuppenheiiper und das Glück standen diesmal gegen die Rot-Weißen, die eine höhere Torausbeute verdient gehabt hätten, obwohl sie in den Schlußminuten noch recht leichtsinnig operierten, so, als ob sie nicht mit einem, sondern mit mehreren Toren in Führung gelegen hätten. Schiedsrichter Jacobi, Mannheim, tat des guten zuviel. Er unterbrach das Spiel durch kleinliche Entscheidungen, weshalb ihm zum Vorwurf gemacht werden kann, zu dem niveaulosen Treffen beträchtlich beigetragen zu haben. th. OFV-Propagandaelf — VfR Mannheim-Traditionself 2:2 (2:0) Die Propagandaelf hatte mit der Traditions- Die diesjährige Vereinsmeisterschaft des Offenburger TV konnte leider nicht zu dem großen Sportereignis werden, da die Leichtathleten des FV Lahr absagten, und somit diese Prüfung eine vereinsinteme Angelegenheit wurde. Sieger in den einzelnen Disziplinen-wurden: Jugend Klasse A: 100 m: 1. Wagner 12,0 Sek.; 2. Wacker 12,1 Sek. — 400 m: 1. Wagner 55,5 Sek.; 2. Lacker 56,4 Sek.; 3. Maier 58,3 Sek. — Hochsprung: 1. Wagner 1,62 m; 2. Hättig 1,52 m; 3. Humpert 1,52 m. — Weitsprung: 1. Wagner 5,93 m; 2. Hättich 5,44 m; 3. Maier 5,44 m — Kugelstoßen: 1. Wagner 13,18 m; 2. Wacker 10,89 m. — Diskus: 1. Wagner 24,50 m; 2. Wak- ker 22,70 m. Jugend Klasse B: 100 m: 1. Knecht 12,1 Sek.; 2. Nick 12,2 Sek. — Hochsprung: 1. Endlich 1,32 m; 2. Knecht 1,27 m. — Weitsprung: 1. Knecht 5,31 m: 2. Endlich 5,10 m. — Kugelstoßen: 1. Vierling 10,30 m; 2. Endlich 9,56 m. Männer: 100 m: 1. Dober 12,0 Sek.; 2. Lange 12,1 Sek. — 400 m:. 1. Welle 55,8 Sek.; 2. Moser 55,9 Sek. — Hochsprung: 1. Stehle 1,57 m; 2 Dober 1,52 m; 3. Schmidtke 1,52 m. — Weitsprung: 1. Stehle 6,45 m; 2. Dober 6,28 m; — Kugelstoßen: 1. Schmidtke 11,26 m; 2. Reinhard 10,93 m; 3. Hoffmann 9,73 m. — Diskus: 1. Schmidtke 31,28 m; 2. Reinhard 27,27 m; 3. Hoffmann 26,40 m. In der Mädchenklasse starteten nur zwei Teilnehmerinen: 100 m: 1. Haas 14,2 Sek.: 2. Baumann 14,7 Sek. — Weitsprung: 1. Baumann 4,06 m; 2. Haas 4,04 m. — Kugelstoßen: 1. Haas 8,48 m; 2. Baumann 7,90 m. Die Gesamtpunktezahl wird gleichzeitig in der deutschen Vereinsmeisterschaft gezählt, danach erreichten die Männer des TV Offenburg 9486,5 Punkte. Bester Athlet war Bruno Dober mit, 1916 Punkten vor Walter Stehle mit 1254 Punkten und Kurt Schmidtke mit 1058 Punkten. Jugendklasse A erzielte 9426,25 Punkte. Ueberlegener Sieger wurde Klaus Wagner mit 2776 Punkten (100 m: 12,0 Sek., Hochsprung 1,62 m, Kugelstoßen 13,18 m. Die Klasse Jugend B erzielte 4262 Punkte und die Mädchenklasse 1630 Punkte. In den beiden letzten Klassen war die Beteiligung recht schwach, elf des VfR Mannheim eine bekannte Mannschaft zu Gast. In der Tat brachte dieser Kampf der „alten Garde“ in seinem Verlauf eine Reihe wunderschöner Spielszenen, wenn auch Schwächemomente nicht ausblieben. In der ersten Halbzeit konnte der OFV seiner »dauernden leichten Ueberlegenheit auch durch zwei Tore Ausdruck geben; einemal in der 35. Minute, als Küpferle überraschend am Strafraum an den Ball kam, den Torwart umspielte und einschoß. Den 2. Treffer erzielte der neue Mann auf Halbrechts mit einem Prachtschuß aus spitzestem Winkel, wie überhaupt dieser Spieler durch seine saubere Ballbehandlung und sein überlegtes genaues Zuspiel aufs angenehmste auffiel. Nach der Pause sah man einige vortreffliche Spielzüge, wobei der VfR etwas mehr drückte, aber in Merz, der wiederum ein hervorragendes Spiel lieferte, seinen Meister fand. Gepflegte Balltechnik konnte man immer wieder am 4fachen Nationalstürmer Ossi Rohr bewundern, doch erst in der 70. Min. gelang der Anschlußtreffer: Langenbein spritzte in eine Rückgabe von Reinfahrt und verwandelte. Wenige Minuten später brachte Rohr den Ball das zweite Mal im Netz unter, nachdem Basten im Tor kurz vorher zwei Bälle hervorragend abwehren konnte. Weitere Gelegenheiten auf beiden Seiten blieben ungenützt, das Unentschieden entsprach jedoch dem Spielverlauf. Schiedsrichter Bembenek (Haslach) fand nicht immer die Zustimmung von Spielern und Publikum. Dt. so daß keine besonderen Leistungen erwartet werden konnten. Dt. Scbwimmwettkämpfe im Stegermattbad Am Samstagabend fand der erste vereinsoffene Schwimmwettkampf des neugegründeten Offenburger Schwimmsportvereins statt. In der Reihe von Wettkämpfen mit der Schwimmabteilung des Lahrer TV gab es folgende Ergebnisse: 4X50 Meter Kraulstaffel: 1. TV Lahr 2:20 Min.; 2. SSV Offenburg. 50 Meter Brustschwimmen Knaben (14jähr.) 1. Gutenberg 55,1 sec.; 2. Rößler 55,3 sec. 100 Meter Brust (Jugend): 1. Bürkle 1:49 Min.; 2. Nottermann 1:51 Min. 100 Meter Brust (Herren): 1. Radenheimer 1:34,8 Min.; 2. Herp 1:36,3 Min.; 3. Einzmann 1:38,5 Min. 50 Meter Brust. Außer Konkurrenz. Im toten Rennen Dr. Gutenberg, E. Ebner, beide 51,6 sec. Nach den Schulsprüngen: 100 Meter Kraul für Herren: 1. Chapeau, Lahr, 1:12 Min.; 2. Tagsold, Lahr, 1:16,8 Min.; 3. Nikid O. 1:21 Minuten. 50 Meter Brust (Mädchen): 1. Knöchel, Lahr, 51,3 sec.; 2. Lull, O., 59 sec. 100 Meter Brust (Mädchen): 1. Kößling O., 1:55,8 Min.; 2. Lull O., 1:57 Minuten. 4X50 Meter Brust für Herren: 1.. TV Lahr 2:43,4 Minuten; 2. SSV. O. I, 2:43,5 Minuten; 3. SSV O. II, 3:10 Minuten. Das Wasserballspiel beider Mannschaften endete 3:1 für Lahr. . D-j- Fußball Altenheim — Bodersweier 1:4 (1:4) Die Gäste aus dem Hanauerland waren technisch überlegen und konnten das Spiel verdient für sich entscheiden. Handball: Altenheim II — Zunsweier I 9:7 (4:3) Einen guten Start in der Herbstrunde sicherten sich die Platzherren gegen die körperlich überlegenen Gäste. Durch das raumgreifende Spiel besonders in der zweiten Halbzeit und Einsatz der beiden Flügel konnte Altenheim das Spiel schließlich für sich entscheiden, oj Doppelsieg Deutschlands über 1500 m Der zweite Tag des Leichtathletik-Länderkampfes Deutschland — Italien wurde am Sonntag vor 25 000 Zuschauern mit dem 1500- Meterlauf eröffnet. Auf Wunsch der Italiener wurde von einem Einmarsch beider Teams abgesehen. Die beiden Deutschen Lüg und Lamers lagen sofort «ffi der Spitze und wechselten sich laufend in der Führung ab. Sie distanzierten die Italiener klar. Ergebnisse: 1. Lamers (D) 3:51,6 Min. 2. Lüg (D) 3:51,1 Min. (Brustbreite zurück); 3. Mag- gioni (Ital.) 3:59,2 Min. Viermal 1,85 Meter im Hochsprung Im Hochsprung scheiterten alle Springer an 1,90 Meter. Der Deutsche Meister Bähr bewältigte 1,85 Meter im ersten Versuch und wurde dadurch Sieger vor dem Italiener Bernes, der es beim zweiten Versuch schaffte. Theilmann und Campagner kamen gemeinsam auf den dritten und vierten Platz. Zandt vor den Italienern Im 200-Meter-Lauf fehlte der Münchner Kraus am Start. Für ihn startete Wudtke. Der Stuttgarter Zandt distanzierte seine Gegner überlegen. Ergebnisse im 200-Meter-Lauf: 1. Zandt (D) 21,4 Sekunden; 2. Rossi (I) 22,2 Sekunden; 3. Leccese (I) 22,3 Sekunden. Deutscher Doppelsieg im Speerwerfen Ergebnisse: 1. Keller (D) 64,81 m, 2. Koschel (D) 62.51 m, 3. Matteuci (I) 61,39 m. Sport in der Heimat Handball , Bezirksklasse: Kuppenheim — Sandweier 10:3; Rastatt — Ebersteinburg 20:9; Gaggenau gegen Kappelwindeck 3:14; Steinbach — Ottenhofen 6:8. Kreisklasse, Staffel Nord: Niederbühl II — Rotenfels 6:5; Rastatt II — Ebersteinburg II 7:6. Pokalspiele im Bezirk OKenburg Dundenheim — Heiligenzell ausgefallen; Altenheim — Bodersweier 1:4; SC Offenburg gegen Friesenheim 4:0; Durbach — Elgersweier 3:6; Waltersweier — .Ortenberg 6:0; Windschläg — Renchen ausgefallen; Zunsweier gegen Linx 10:1. LeuklaUdetik - \tewkSMistwtka(i des OVf Leichtathleten des FV Lahr nahmen nickt teil Theurer und Hipp über 15 m Im Kugelstoßen war dem Europameisterschafts-Zweiten Profeti (Italien) mit 15,29 m der Sieg nicht zu nehmen, aber die beiden / Deutschen Hipp und Theurer überboten zum ersten Male in diesem Jahre die 15-m-Grenze. Hipp kam beim dritten Stoß mit 15,09, wurde jedoch im letzten Durchgang von Theurer mit 15,13 m übertroffen. Ergebnis. Kugelstoßen: 1. Profeti (Italien) 15,29 m; 2. Theurer (D) 15,13 m; 3. Hipp (D) 15,09 m. A-Klasse Baden-Baden: Sandweier — Hörden 2:3; Au am Rhein — Baden-Oos 5:1; Bischweier — Frankonia Rastatt 0:1; Sinzheim — Rotenfels 2:1; Gernsbach — Iffezheim 4:3; Steinmauern — Illingen 0:3. B Klasse, Staffel Nord: Varnhalt — Niederbühl 5:2; Michelbach — Waldprechtsweier 0:1; Lichtental — Forbach 6:0; Wintersdorf gegen Würmersheim 1:4; Haueneberstein — Loffenau 4:1; Elchesheim — Plittersdorf 2:1. B-Klasse, Staffel Süd: Waldulm — Neusatz 3:1; Sasbach — Stollhofen 4:3; Scherzheim — Unzhurst 5:2; Oensbach — Ulm 2:1; Schwarzach — Vimbuch 2:1; Hügelsheim — Weitenung, 1 Söllingen — Leiberstung 3:0, abgebrochen. Amateurliga-Reserven: Oetigheim '— Bühlertal 1:0; Bühl — Kuppenheim 6:1; Rastatt — Muggensturm 3:3; Baden-Baden — Kapp?!- rodeck 5:2. r Der Fluch vom Engadin ROMAN VON GÜNTHER GROMANN □ 23. Fortsetzung In dem kleinen schmucken Stübchen, das die Mutter des Försters Holm für sie hergerichtet hat, steht Liese! mit blassem Gesicht und zuk- kenden Lippen an den runden Tisch gelehnt. Sie kann das Furchtbare noch immer nicht begreifen, das ihr der Bruder enthüllt hat. Wie glücklich war sie, als sie den Bruder so plötzlich vor sich sah. Schien nicht alles gut zu sein? Aber dann kam das Furchtbare das Entsetzliche. Der Bruder ist frei, aber dafür ist der Vater der Mörder. Ist es nicht gleich, ob er es ist oder der Bruder? Für alle Zeiten haftet die Schmach und die Schande wie ein Fluch auf dem Namen Erdmann! Liesel faßt sich an den Kopf. Wie eine Lawine stürzen die quälenden Gedanken auf sie ein, und ein geheimes Grauen überkommt sie vor der Unruhe ihres Herzens. Ihr Antlitz ist eisig, von innen leuchtend, das Gesicht eines Götzen. Müde und mit schleppenden Schritten wankt sie zum Fenster. Geistesabwesend und mit einer unerlösten Bitterkeit im Herzen blickt sie durch die Scheibe. Wie ein Dom — schweigsam und geheimnisvoll — steht der Hochwald mit den mächtigen Säulen seiner Buchen und Eichen im lichten Bogen des sommerlichen Himmels. Ist es nicht so, als würde er häh- misch zu ihr herüber blicken? Eine namenlose Scham beginnt an dem Herzen des verzweifelten Mädchens zu fressen. Aufstöhnend sinkt sie auf die nahestehende Couch, und verharrt so, wie bewußtlos, in den Krallen ihrer Qual. „Lieber Gott im Himmel, warum ließest du dieses entsetzliche Unglück zu!? Ich, die Tochter eines Mörders?! Sie preßt die Lippen zusammen, um nicht ihre Qual laut hinauszuschreien. Ihre Lider zucken und bleiben dann offen stehen. Sie gleich so einer Gestorbenen, der noch keiner die Augen zugedrückt hat. Den Mund in die Kissen vergraben, fragt ihr zuckendes, ihr todwundes Herz immer und immer wieder: Ist das, was dieser Mensch getan hat, nur eine grausame und erbliche Belastung? Ist er ein von wilder Jagdleidenschaft gequälter, unbeherrschter Mensch, oder ist er einfach brutal, die nur die Freude an der Qual unschuldiger Tiere und Menschen diese entsetzliche Verbrechen begehen ließ? Das Mädchen weiß keine Antwort. Eine Starre schlägt ihre Glieder in Fessel, das sie die Hand kaum noch rühren kann. So verharrt sie Minute um Minute. Dann aber springt sie plötzlich auf. Ihre Wangen sind erhitzt und auf ihrer Stirn steht der Schweiß. Einen Augenblick steht sie vor dem Spiegel, starrt verloren in ihr Gesicht wie in etwas unbegreiflich Fremdes und fühlt sich hilflos wie ein Kind, das sich verlaufen hat. Was soll sie eigentlich noch auf dieser Welt? Kein Mensch wird sie mehr beachten, jeder wird sie meiden. Mit den Fingern wird man nach ihr zeigen, die Köpfe wird man zusammenstecken und tuscheln, sobald sich die Tochter des Mörders Erdmann auf der Straße sehen läßt. Nein, niemals diese entsetzliche Schmach, diese furchtbare Schande! Sie könnte -diese versteckten Anklagen niemals ertragen! Und Hans? Wie kann er noch das Kind eines Wilderers, die Tochter eines Mörders heiraten, er, der korrekte Forstbeamte? Wild stöhnt sie auf und eine Welt bricht in ihr zusammen. Mit fliegendem Atem kritzelt sie schnell ein paar Zeilen auf einen Zettel, ein paar Abschiedsworte für ihren Hans, dann schleicht sie .sich aus dem Haus. Es ist ein herrlicher Sommertag, und die Wälder flammen in ihrer festlichsten Pracht, aber es ist kein Ding in der weiten Landschaft, dem das verzw-eSfelte Mädchen die große Qual ihres Herzens anvertrauen kann. Ihr ist, als ströme alle Kraft davon, und ein Gefühl bemächtigt sich ihrer, als beginne ihr Leben auszurinnen. Erschöpft und kraftlos taumelt sie weiter, Leere im Hirn, fast von Sinnen. Hinter der großen Wiese liegt der kleine See. Dort ist es kühl, dort gibt es Vergessen, dort entrinnt man allem . . . Dunkel liegt er vor ihr, dunkel wie ein Schicksal. Sie steht an der gleichen Stelle, an der ihr Hans sie vor mehr als einem Jahr vor dem Furchtbaren bewahrt hat; Nun steht sie wieder hier. In ihr ist alles leer und ausgebrannt, jedes Gefühl in ihr abgestorben. Schweigend blickt sie auf den glitzernden Spiegel des Wassers: Nun sollst du mich doch haben, du stiller See, du — keiner entgeht seinem Schicksal. Um nichts fleht sie, um nichts bittet sie. Nur eine Stille kommt über sie, eine unheimliche Stille — oder ist das der Tod, der bereits seine Knochenhand nach ihr ausstreckt? Furchtlos blkkt sie auf das Wasser. Kein Schmerz ist mehr in ihr, kein Erinnern, nur eine grenzenlose Leere. Noch einmal sammelt sich das Sehnen in einem letzten geheimen Schrei nach ihrem Hans, dem Manne, dem Beschützer, dem Freund und Geliebten — nach dem Bruder, den immer aufrechten, besorgten, verstehenden und so kostbaren Menschen. Der müde Bück ihrer Augen streichelt noch einmal in verschwenderischer Liebe den goldenen Reif an ihrem Finger, dann strömt aller Saft aus den Wurzeln ihres Lebens. Eine Schwäche überfällt sie plötzlich, ihr Blick verschleiert sich, die Füße versagen jeglichen Dienst und mit weitaufgerissenen Augen sinkt sie vornüber. Eine tiefe graue Nacht hat sie schützend in ihre Arme genommen. * Die Männer haben ihre Pflicht an dem te- ten Waldhüter erfüllt. Nun treten sie, jeder in seine eigenen Gedanken eingesponnen, im schweigenden Ernst den Heimweg an. Vor einer alten Eiche bleibt der junge Förster Holm plötzlich stehen. Langsam kniet er nieder, entblößt den Kopf und faltet die Hände vor der Brust. Er kniet vor dem „Marterl“ seines Vaters. Auf einem kleinen Täfelchen steht in liebevoller Schrift geschrieben: „Hier wurde in der heiligen Christnacht von Frevlerhand der ehrbare Förster Johannes Holm erschossen aufgefunden.“ Ein Zittern überläuft den jungen Förster, der ’as Gericht in die Hände drückt. Vor seinen geistigen Augen ersteht noch einmal das Bild, wie sie den toten Vater auf Stangen ins Tal bringen, mit der roten Wunde im Kopf. Hans bekreu-’gt Gesicht und Brust. „Nun hat die '-erruchte Tat ihre Sühne gefunden, Vater. Gott allein hat gerichtet. Ich knie in dieser Stunde vor deinem Bild und erflehe deinen Segen für ein Mädel, die ich aus tiefstem Herzen liebe und die die Tochter deines Mörders ist. Ich möchte sie heiraten. Verzeih, wenn ich dir dies arjtue, Vater, aber sie ist ein wertvoller Mensch, und ich darf sie nicht allein lassen. Gib uns deinen Segen, Vater, und verzeih mir.“ Fortsetzung folgt % WomdEMM Waren die Weizenausfälle notwendig? Richtige Pflege hätte sie verhindert Wenn man als Landwirt Elite- oder Hochzucht-Saatgut von Weizen kauft, so pflegt das unter den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen eine ziemliche finanzielle Belastung zu sein. Entschließt man sich zu diesem Kauf, so ist man immer bemüht, alles zu tun. um die Bestände gesund zu erhalten und aus ihnen außer einer hohen Ernte hochwertiges Saatgut für das nächste Jahr zu gewinnen- Die Voraussetzungen für die Gesunderhaltung unserer Getreidebestände sind beim Weizen z. B. Auswahl weizenfähiger Böden, Verwendung gut gereinigten Saatgutes, wechselreiche und genügend weite Fruchtfolge, Aussaat zum optimalen Saattermin, beste Bodenbearbeitung und Düngung, ausreichende Pflegemaßnahmen. Dazu kommt als Schutz gegen Keimlingskrankheiten, beim Weizen gegen den Stein- oder Stinkbrand, die Beizung des Saatgutes. Auf diesen zuletzt genannten Punkt scheint man in der breiten bäuerlichen Praxis immer weniger .Wert zu legen- Scheinbar betrachtet man das Beizen des Saatgutes als eine moderne Kulturspielerei. Das kann aber nur der Unwissende tun; denn wie wäre es zu erklären, daß im Jahre 1950 so relativ hohe Ausfälle durch den Steinbrand in allen Gebieten des Bundesgebietes entstanden sind. Und damit kommen wir zu der von uns aufgeworfenen Frage: Waren die diesjährigen Ausfälle notwendig? — Wenn man in letzter Zeit durch die Dörfer unseres Landes fuhr, so konnte man zum Teil recht entsetzt über das Aussehen des Druschpersonals sein. Die Gesichter zeigten zum Teil Verfärbungen, die als tiefes Kaffeebraun anzusprechen waren- Diese Maskierung kam durch Milliarden von Steinbrandsporen zustande, die auf der feuchten Gesichtshaut haften blieben und dem beim Drusch arbeitenden Personal die Hautfarbe von Mulatten gaben. Die Sporenmassen stammen aus den sogenannten Brandbutten, die durch die Dreschtrommel zerschlagen werden und nun dem schwerschaffenden Landarbeiter den Alltag bitter machen- Außerdem wird durch diese Sporen die Qualität des zukünftigen Weizenmehl^, beeinträchtigt und. was noch schlimmer ist, alles gedroschene Getreide wird infiziert. Öie Folgen des Nichtbeizens sind beim Drusch wohl am augenfälligsten, aber auch in den Feldbeständen nicht zu übersehen. Es waren im Bundesgebiet nicht nur 10 oder 100 Weizenvermehrer, denen wegen zu starken Steinbrandbefalles die Vermehrungsflächen aberkannt worden sind. Auch die enstandenen privatwirtschaftlichen Verluste gehen in die Tausende von Mark. Eine namhafte deutsche Firma brachte in den letzten Wochen ein Plakat heraus, das die Schlagzeile trägt: „Schwarzer Weizen — große Not!“ Diese Schlagzeile hat leider auch heute trotz aller Fortschritte noch immer ihre Berechtigung- Aus dem Mittelalter wissen wir, daß manche Katastrophen durch das übermäßige Auftreten des Steinbrandes verursacht wurden. Wenn uns auch heute auf Grund der Verwendung der verschiedenen Beizmittel im Großen gesehen keine gebietsweisen Nöte mehr drohen, so kann doch für den einzelnen Betrieb, der stark mit Weizen steinbrand infizierte Bestände besitzt, diese Verseuchung eine recht unangenehme finanzielle Belastung bringen. Und da das Geld noch immer das Blut des landwirt- iche, chlir eine schlimme betriebliche Erschütterung entstehen. Jedenfalls ist die Beizung des Getreides, im besonderen des Weizens gegen den Steinbrand, nicht nur eine privatwirtschaftliche, sondern auch eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit Die Kosten und der Arbeitsaufwand, die mit einer Beizung verbunden sind, sind so gering daß sie von jedem Betrieb getragen werden können- Den Hinweis, daß die Beizung aus arbeitstechnischen Gründen nicht möglich ist, kann man nicht gelten lassen, weil mit den heutigen Mitteln ohne weiteres in den Wintermonaten eine Vorratsbeizung durchgeführt werden kam. Wenn viele Bauern gegen die Verwendung der Universalbeizmittel Einwendungen machen, da diese recht giftig sind und bei unvorsichtiger Handhabung leicht Unfälle, vor allem bei Rindern und Geflügel, verursachen können, so ist darauf hinzuweisen, daß in dem amtlich anerkannten Beizmittel Tritisan ein Präparat zur Verfügung steht, mit dem auf Vorrat gebeizt werden kann und das als u n schädlich für Mensch und Tier anzusehen ist. Ueberschüssiges mit diesem Mittel gebeiztes Saatgut kann ohne Bedenken verfüttert werden Gz. Leckerbissen für die Ratten Winke zur Bekämpfung der gefräßigen Nager Trotz aller Rattenvertilgungsaktionen sind gerade auf dem Lande die Ratten nur selten kurz zu halten- Die reichhaltige Speisekarte, die diesen gefräßigen Nagern auf jedem Gehöft geboten wird, macht von vornherein den Erfolg einer' Schädlingsbekämpfungsaktion mit genormten Giftbrocken recht fraglich. Wenn Getreide, Rüben Möhren, Kartoffeln, Mehl und sonstige Reserven der häuslichen Vorratskammer zur Verfügung stehen, wäre es beinahe verwunderlich, wenn alle Ratten ausgerechnet auf die üblichen Giftköder hereinfallen sollten. dürfte hierzu häufig Gelegenheit bieten. Weiter darf nicht vergessen werden, alle Wege zu versperren, die von den Ratten bevorzugt benutzt werden- Schadhafte Stellen sind auszubessem Je weniger Zugänge und Löcher für die Ratten bestehen, umso leichter ist ihre Bekämpfung Gleichzeitig mit diesen Vorarbeiten kann man schon mit der Vergiftung beginnen. Es empfiehlt sich hier, um eine Gefährdung aller anderen Haustiere zu vermeiden, einen speziellen Giftkasten oder möglichst mehrere dieser Art zu bauen. Um nicht in die Verlegenheit zu körn Gerade jetzt vor Beginn des Herbstes, wo men, daß diese Giftkiste für andere Zwecke be- Scheunen, Böden und Keller sich füllen, sollte man aus eigener Initiative noch einmal eine energische Bekämpfungsaktioh gegen Ratten und Mäuse starten. Zu den unerläßlichen Vorarbeiten gehört vor allem die Entrümpelung der Böden und sonstiger Gelasse von allem umherliegenden alten Kram. Ein verregneter Tag während der Ernte Ruhepause im Hühnerstall Von der Mauser und ihrer Überwindung Die Althennen haben mit dem Legen aufgehört. Sie werden wohl ihren Grund haben, wenn sie sich jetzt nach getaner Arbeit eine wohlverdiente Ruhepause gönnen. Vielleicht sind es auch nur erst einzelne Tiere, bei denen die ersten Anzeichen einer Mauser vorhanden sind. Wir müssen uns darüber klar sein, es gibt keine Chance, daß der g^nze Bestand um die Mauser herumkommt. Man sollte diesen Prozeß vielleicht sogar' beschleunigen, damit die Tiere in den nachfolgenden naßkalten Monaten schneller damit fertig werden. Dieses Vorgehen hat sich manchmal in der Praxis schon als vorteilhaft erwiesen. Man beschleunigt die Mauser, indem man vorübergehend je nach dem Gesundheitszustand der Tiere die Eiweißanteile des Futters vollkommen oder teilweise entzieht. Die Mauser setzt dann viel schneller durch. Die darauf einsetzenden Pflegemaßnahmen müssen aber dann besonders sorgfältig sein. Unser Ziel ist jetzt, die Zeit des Federwechsels auf ein Mindestmaß zp beschränken. Das Futter muß wieder die vollen Eiweißanteile enthalten. Milch in saurer Form ist gerade während. der Zeit der Neubildung der Federn besonders wertvoll. Die ganze Zusammenstellung des Futters muß vielseitig sein, um den erhöhten Nährstoffbedarf der Ti ere zu decken. Weichfuttergaben mit einem Zusatz von Mineralien in Form von phosphorsaurem und kohlensaurem Kalk sind bei der sommerlichen Hitze zur Anregung der Freßlust fast unerläßlich. Dem täglichen Weichfutter kann man auch pro Tier und Tag 1 g gereinigte Schwefelblüte beifügen. Geringe Zusätze von Lebertran als Vitamin A- und Vitamin D-Träger bewähren sich bestens. Wenn der Auslauf um diese Zeit, etwas trocken wird und nicht mehr genügend Graswuchs zeigt, ist besonders eine Beigabe von frischer Luzerne zu empfehlen. Dieses Grünfutter mit seinem hohen Phosphor- und Kalkgehalt eignet sich vorzüglich, um die Zeit des Federwechsels zu verkürzen. Daß man gerade in diesen Wochen, in denen Wie wirkt das Kontaktgift DDT? Aus der großen Zahl der Schädlingsbekäm- fungsmittel werden die DDT-Präparate (Dich- lor-diphenyl-trichlor-methylmethan) wohl am meisten verwendet, und unter ihnen ist das Gesarol am bekanntesten geworden. Es gibt noch eine ganze Reihe von Schädlingsbekämpfungsmitteln, die unter Verwendung des gleichen Grundstoffes hergestellt wurden: um nur einige zu nennen, gehören dazu: „Gesapon“, „Certoxan“. „Mux“ usw. Zum Verständnis der Wirkung des DDT-Prä- parates muß man sich vergegenwärtigen, daß der Insektenkörper von Nervensträngen durchzogen ist, die in den sogenannten Sinneszellen frei nach außen münden, bzw. nur von einer dünnen durchlässigen Membrane abgeschlossen sind. Diese Sinneszellen finden wir über den ganzen Körper verteilt, besonders zahlreich aber in den Füßen- Das Insekt „fühlt“ mit diesen Sinneszellen, denn es ist sonst an seinem ganzen Körper mit einem harten Panzer umgeben. Um also ein Insekt zu töten, müssen wir die Flächen, auf denen es vermutlich laufen wird oder mit denen es sonst in Berührung kommen kann, mit dem Nervengift DDT bedecken. Sobald das Gift an die Sinneszellen kommt, zeigen sich schon nach wenigen Minuten deutliche Anzeichen einer Nervenvergiftung. die mit einem Zittern der Glieder beginnt und langsam zur Lähmung des ganzen Körpers führt. Die dann auf dem Rücken liegenden Insekten sind nun noch nicht gleich tot. Es kann je nach ihrer Konstitution Stunden und auch T^ge dauern. ln diesem Zusammenhang drängt sich nun die Frage auf, ob DDT-Präparate für Mensch und Tier giftig oder ungiftig sind- Besonders die Aerzteschaft hat auf die Gefahren einer Vergiftung bei unsachgemäßer Anwendung hingewiesen. Wie wir sahen, führt der Wirkstoff des DDT nur dann zu Vergiftungserscheinungen, wenn er direkt auf die Nerven einwirken kann. Da Mensch und Tier von einer schützenden Haut umgeben sind, können sie sich also durch eine bloße Berührung mit dem Präparat nicht vergiften. Anders verhält es sich bei unmittelbarer Aufnahme, z. B. mit der Nahrung- Es hat sich hierbei in umfangreichen Versuchen herausgestellt, daß ungefähr 1 Gramm reines DDT vom Menschen ohne nachteilige Folgen ertragen werden kann. Ein Gesarolprä- parat enthält im Durchschnitt 5 Prozent reines DDT. Somit sind Schädigungen erst zu erwarten; wenn mehr als 20 Gramm davon eingenommen werden. Aehnlich liegen die Dinge für unsere Haustiere, bei denen die größeren mehr und die kleinen weniger vertragen können- Die DDT-Präparate sind also keineswegs etwa ungiftig. Doch aber sind sie unter Berücksichtigung gewisser Vorsichtsmaßnahmen und der Anwendungsvorschriften in normaler Konzentration für Mensch und Tier praktisch ungefährlich. nutzt wird, was gerade auf den Bauernhöfen recht häufig vorkommt, empfiehlt es sich, die Längswände des 40x30x20 cm großen Kastens in Latten herzustellen, wobei unter der obersten Latte ein Zwischenraum von 35 cm belassen wird, der zum Einschlüpfen dient. Der mit einem Schloß zu sichernde Deckel verhindert daß Unbefugte an das Gift gelangen. In diese Kiste hinein kommt ein flaches Gefäß, das vergiftete Leckerbissen für die Ratten enthält, die je hach dem Ort, an dem sie die Speisekarte der Ratten bereichern sollen, etwas anders aus- sehen müssen- Gekochte Kartoffeln mit einer schwachen Fischmehlbeigabe werden von den ständigen Gästen des Speichers und der Scheune gerne genommen. Vergiftetes Brot ist ein Leckerbissen für alle Bewohner von Ställen und Kammern. Es gibt verschiedene gut wirk same Giftpasten oder Pulver. Am bekanntesten ist wohl die Celiopaste. Es empfiehlt sich, in jedem Gehöft mehrere Giftkisten gleichzeitig zu verwenden, wodurch die Erfolgsaussichten beträchtlich erhöht werden. die Sonne meist heiß hemiederbrennt, den Hühnern, die einen Teil ihres Federkleides verloren haben, auch genügend Sonnenschutz möglichst im Freien bieten muß, wollen wir ebenso nicht vergessen wie immer wieder für frisches Trinkwasser zu sorgen. Mangel an Vaccinen Starkes Auftreten der Maul- und Klauenseuche /Die Maul- und Klauenseuche ist im Bundesgebiet in diesem Jahr stark aufgetreten. Wie das Ministerium für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten in Nordrhein-Westfalen am Montag mitteilte, hat sie einen Umfang angenommen, der seit dem großen Seuchenausbruch von 1937-38 nicht mehr beobachtet Wurde. Die deutschen Impfstoffwerke seien zur Zeit nicht in der Lage, den starken Bedarf an Impfstoffen zu decken. Die Bundesregierung habe sich daher bemüht. Vaccine aus Dänemark und Italien einzuführen. Allein in Nordrhein-Westfalen seien die Tiere von rund 250 Ortschaften verseucht. Voraussichtlich wieder Mildiprämien Der Haushaltsausschuß des badischen Landtages hat einen Betrag von 800 000 DM für die Gewährung der Milchprämien an tuberkulosefreie Ställe in den Haushaltsplan des Ministeriums der Landwirtschaft und Ernährung eingestellt. Sofern der Landtag dieser Maßnahme zustimmt, wird die Landwirtschaft damit rechnen können, daß die Milchprämien rückwirkend ab 1- Mai 1951 wieder geleistet werden. Dänemark reduziert Bullenhaltung In Dänemark hielt man 1939 69 000 Bullen (1 Jahr und älter). Im Jahre 1950 wurden trotz etwa gleichen Rindviehbestandes wie vor dem Kriege nur 36 000 Bullen gezählt. Diese Verringerung hat dazu geführt, daß heute auf einen Bullen im Durchschnitt 44 Kühe entfallen, während es im Jahre 1939 24 waren. Diese Einschränkung der Bullenhaltung ist fast ausschließlich auf die verbreitete künstliche Besamung zurückzuführen. Immer wieder schneiden Unsere Gartenhecken haben neben ihrer eigentlichen Aufgabe, als Einzäunung und Grenzschutz zu dienen, auch einen zierenden Wert. Beides, ganz besonders aber das letztere, kann nur durch gute Pflege erreicht werden. Die wichtigste aller Pflegemaßnahmen ist der Schnitt. Damit eine Hecke eine wirklich dichte Schutzwand gegen unerwünschte Gäste bildet, muß ihr Schnitt bereits in der Jugend — d. h. schon im Jahr nach der Pflanzung — beginnen. Es wird sehr häufig der Fehler gemacht, daß man die frischgepflanzte Hecke zuerst einmal wachsen läßt, um recht bald die gewünschte Höhe zu erreichen- Solche Hecken sind dann unten kahl und dünn und bekommen später leicht große Lücken und Löcher. Ist eine Laubholzhecke frisch gepflanzt, so werden die Triebe im ersten Sommer nur leicht gekürzt. Die Pflanzen sollen erst einmal gut ein wurzeln und machen ja auch im ersten Jahr keinen großen Trieb. Im ersten Winter nach der Pflanzung erfolgt dann ein Rückschnitt bis etwa handbreit über dem Boden. Im Laufe des darauffolgenden Sommers wird diese Hecke dann mehrmals zurückgeschnitten. Es ist dabei besonders darauf zu achten, daß man die Pflanzen so niedrig wie irgend möglich hält. Damit erreicht man, daß die Sträucher in die Breite wachsen, und erzielt somit eine breite Basis, auf der nun die Hecke aufgebaut werden kann- In den kommenden Jahren läßt man die Hecke ganz langsam höher werden, achtet aber immer darauf, daß die entstehende Mauer unten stets breite; ist als oben. Der einmalige Heckenschnitt im Juni oder Juli ist für Laubholzhecken nicht ausreichend. Je dichter eine Hecke werden soll, um so öfter muß sie geschnitten werden. Für den Sommerschnitt gilt als Mindestmaß ein Schnitt im Juni und ein zweiter im August bzw. im September. Je öfter geschnitten wird, desto weniger stark muß man dabei ins alte Holz gehen, was bei Laubholzhecken leicht zu Kahlstellen und Bei Nadelholzhecken leicht zu Verbrennungen führen kann- Leben nach 50 000 Jahren Auf einer archäologischen Expedition in der Mandschurei wurden im vergangenen Jahr zwei auf ein Alter von 50 000 Jahrrii geschätzte Kleesaatkömer gefunden. Sie sind dem Nationalpark in Washington zur Verfügung gestellt worden, der Keimversuche damit angestellt-hat. Um die Saatkörner für Wasser aufnahmefähig zu machen, wurde ihre Oberfläche etwas aufgerauht. Als sie dann in einen feuchten Raum gelegt- wurden, begannen sie zu sprießen- An Hand der Ablagerungen, in denen die Saatkörner gefunden wurden, ist ihr Alter geschätzt worden. i rmn nr inii i Gemüsebau: Wer im zeitigen Frühjahr ein frisches Gemüse essen will, sät jetzt Spinat, Rapünzchen und Wintersalat. Spinat sähen wir in Reihen von 25 — 30 cm Abstand; er liebt Boden, der in guter Kultur jsC) aber nicht sauer sein darf. Eine vorherige Kalkung ist angebracht. Empfehlenswerte Sorten sind: Matador, Viroflay und Viktoria. Die Spargelbeete können schon flach umgegraben werden. Vorher ist das nun gelb werdende Spargelkraut abzuschneiden und zu verbrennen- Bekämpfung der Spargelfliege. Beim Kohl lese man etwa vorhandene Raupen ab. Jetzt gilt es auch Vorbereitungen für die bald einsetzende Ernte zu treffen. Keller reinigen und lüften und vieles andere mehr. Obstbau: Die Zeit der Kernobsternte ist da. Vorsicht beim Pflücken. Die Frucht hat erst dann ihre Baum-Reife erreicht, wenn sich der Stil beim Anheben leicht vom Fruchtkuchen löst. Fallobst nicht mit gepflückten Früchten zusammen schütten, erstere faulen leicht und stecken die gesunden Früchte an. Spätsorten hängen lassen, sie bekommen erst dann ihre volle Würze, wenn der Baumreifegrad erreicht ist. Die Schädlingsbekämpfung darf nicht unterbrochen werden, besonders die Blutlaus tritt im Herbst wieder in Erscheinung. Leimringe gegen Frostspanner Ende September anlegen. Von Monilia befallene Früchte nicht auf den Komposthaufen, werfen, sondern verbrennen- Blumen: Stiefmütterchen und Vergißmeinnicht werden jetzt auf die vorgesehenen Beete gepflanzt. Die abgeblühten Fliederblüten sind abzuschneiden, ebenso die Blüten der Stauden und Rosen; Kurzgehaltener Rasen kommt infolge besserer Bestockung leichter durch den Winter. *) In guter Kultur ist ein Boden, wenn er reich an Humus ist. Die große Bedeutung, die der Humu» für die gesamte Menschheit hat und die todernsten Gefahren eines fortgesetzten Humusschwundes für die Erde, zeigt -nnie France-Harrar in ihrem gewaltigen. aufrüttelnden Werk „Die letzte Chance für eine Zukunft ohne Not“, 692 Seiten, Ganzl. 14.80 DM. Zu beziehen durch „Das Grüne Buch“, München 2, Marsstraße 22. Montag, 3 September 1951 ZEITGESCHEHEN Ist «lest Sefdetniet Da liegt er nun vor uns aufgesehlagen, der neue Monat. Wenn wir September schreiben, dann wissen wir, daß der Herbst besinnt. Seltsam zu denken: wenn er dem Winter die Hand reichen wird, steht das Weihnachtsfest schon vor der Tür. Seltsam darum, weil wir noch auf manch schönes Geschenk des Jahres hof fo n. Der Pommer hat uns wenig Verwöhnt in diesem Jahr. Uns fehlte das Mittelmaß. Tage drückender Hitze haben sich oft mit solchen abgelöst, an denen wir am liebsten den Mantel aus dem Schrank geholt hätten. Der Sommer hat manches an uns gut zu machen in den letzten drei Wochen, und wir wollen hoffen, daß er uns ein hübsches Stück in den Herbst hineingeleiten wird Der „Altweibersommer“ zählt ja nicht umsonst in unsern Breiten zur schönsten Zeit des Jahres, und die Abende, die er uns beschert, tragen die Köstlichkeit der Reife in sich. Der Auftakt am Samstag und Sonntag war jedoch nicht gerade verheißungsvoll. Sonnenschein wechselte mit Regenwolken und kleinen Schauern ab. Dabei fand doch wieder so manche Veranstaltung und manches Fest statt, für das man sich immer wolkenlosen Himmel und durstige Kehlen wünschte. Aber es geht eben nie alles nach Wunsch im Leben, sonst wäre z. B. jetzt auch das Fleisch nicht um ’0 Prg/ent teurer geworden, während die Lohntüten gleich geblieben waren. Ungeachtet dessen war der Ultimo am Samstag wieder einmal offensichtlich glücklich über- wueden. Ein neues Dreißigtage-Rennen konnte betonen. Nicht wenige fingen den neuen Monat mit einer Urlaubsreise an. Das sah man auf der Eisenbahn. Die Züge waren überfüllt und hatten teilweise nicht geringe Verspätung. Diese • rührte nur daher, daß wegen des Massenandrangs die Aufenthaltszeiten auf den Bahnhöfen überschritten werden mußten. Es dauert eben seine Zeit, bis man die Menschen wie Heringe in die Waggons verpackt hat, weil die Bundesbahn nicht über genügend Wagen verfügt. Ihre Räder haben einmal zuviel für den Endsieg rollen müssen. Und zur Ergänzung des Wagenparkes fehlt ihr heute das Geld, wie der Mehrzahl ihrer Kunden. Hauptsache aber, daß die Lokomotiven noch dampfen, daß sie die Reisenden dorthin bringen können, wo diese Entspannung und Erholung suchen. Sie und wir setzen manche Hoffnung auf den September. Wir wollen uns gerne von "ihm überraschen lassen. Gewiß bedeutet er uns nur noch den Nachsommer, wir werden uns jedoch freuen, wenn von diesem Sommer das alte Dichterwort gilt: „Aber ging es leuchtend nieder, leuchtets lange noch zurück.“ Zur 15. Ortenauer Herbstmesse Blumen in verschwenderischer Fülle Die gärtnerische Gestaltung des Offenburger Meßplatjes Noch vor wenigen Monaten lagen zwischen der Landwirtschaftlichen Halle und dem Kinzigdamm eingebettet die Eiswiesen. Im Frühjahr wurde mit dem Auffüllen des Geländes begonnen, um die ganze Fläche zu einem neuen Meßplatz zu gestalten. Am Zugang, entlang der Hauptstraße, wurde durch die Stadtgärtnerei eine Anlage geschaffen, die heute bereits mit ihrem licht grünen Rasen und eingestreuten Blumenflächen das Repräsentationsstück der gesamten Anlage bildet. Die Grünanlage wurde in strengen Formen gehalten, da sie die Aufgabe eines Verkehrsreglers zu erfüllen hat. Wenn die Landwirtschaftlichen Hallen einmal frei sind, wird dei Haupteingang zum Meßplatz zwischen die beiden Hallen verlegt, und führt dann direkt auf die Mittelachse der Grünanlage. Als Mittelpunkt wurde eine Springbrunnenanlage, die von einer mit Klinker eingefaßten Blumenrabatte umgeben ist, geschaffen. Grünblöcke mit Ligusterpflanzen geben den äußeren Rahmen hierfür ab. Der Hauptweg wird von großen Blumenrabatten flankiert, die zur Ortenauer Herbstmesse mit einer verschwenderischen Fülle von einigen tausend bunten Sommerblumen bepflanzt werden sollen. Sie versprechen ein besonderer Anziehungspunkt der Freigeländeschau zu werden. Auf einer Anzahl weiterer, in freier, ungezwungener Form gestalteter Blumenflächen sind Hunderte von Canna (indisches Blumenrohr), Mignon und Dahlien, die in voller Blüte stehen, und Rizinusstauden angepflanzt. Plastiken und Vasen werden der gärtnerischen Anlage ein besonderes Gepräge geben. In der nördlichen Ecke grenzt eine geräumige Terrasse an. Der Platz bietet genügend Raum, für das Wirtschaftszelt und einen mit großen Bäumen beoflanzten Wirtschaftsgarten. Auf der Rasenfläche längs des Kinzigdamms stehen Gruppen von Pyramidenpappeln und Birken, die die strengen Linien des Kinzigdammes unterbrechen und das Gesamtbild angenehm beleben und auflockern. Es war ein glücklicher Gedanke, den neuen Meßplatz mit einer Grünanlage zu verbinden, die für jede Veranstaltung einen würdigen Rahmen abgibt. Längs der Landwirtschaftlichen Hallen wird im Laufe der Zeit eine großzügig geplante Rabatte mit Sträucher und Halbbäumen angepflanzt werden, die der nüchternen Architektur der Halle ein freundliches Gesicht geben wird. Blickt man von der Grünanlage über den ganzen Meßplatz zum Kinzig-. Stadion, ist man gebannt von der Größe dessen, was hier in wenigen Monaten geschaffen worden ist. Am fernen Horizont begrenzt die malerische Kette der Schwarzwaldberge die Gesamtanlage. Das Stadtbild wird über die Jubiläumstage durch eine Anzahl von Pylonen, deren Bekrönung mit Blumen und Grünpflanzen gefüllt Betreuung des Ortsnetzes geregelt Nadi Anhören eines Sachverständigen — Beschlüsse des Gemeinderats Oberharmersbach, (m) In der letzten Gemeinderatssitzung wurde in Anwesenheit des Sachverständigen für das gemeindeeigene Ortsnetz, Ing. Karl Herrmann, Karlsruhe, über die Regelung der einzelnen Dienste beraten. Nach Anhören des Sachverständigen - Gutachtens wurde beschlossen, die Betreuung der Trafostationen dem Elektromeister Josef Schneider zu übertragen. Das Ortsnetz wurde, da es eine enorme Länge aufweist, in zwei Teile geteilt, und zwar wurde die Betreuung der vorderen Talleitung mit allen Abzweigungen bis zur Trafostation „Sonne“ dem Elektromeister Hermann Schneider überantwortet, während die hintere Talleitung ab Station „Sonne“ mit den Leitungen Holdersbach und Riersbach dem Gautschfeier Zünftiger Tradition gemäß trafen sich die Kollegen der Fa. Reiff & Cie, Offenburg, am vergangenen Samstagabend in der Brauerei Helmer in Elgersweier, um neun jungen Setzer- und Druckerkollegen, die in letzter Zeit ihre Lehrzeit beendigt hatten und die sog. Buchdruckertaufe erhielten, offiziell in die Reihen der Gehilfen aufzunehmen. Be- triebsratsvorsitzender Josef Sator eröffnete die Feier mit humorvollen Begrüßungsworten an die Kollegen und wies besonders die neuausgelernten Kollegen auf die Bedeutung dieser Feier hin, ermahnte sie, nicht nur zünftige, sondern auch beruflich tüchtige Kollegen zu werden und zu bleiben. Dann überreichte Faktor Abel den neun Gefeierten die schön ausgestatteten Gautschbriefe und erinnerte daran, daß man diese Gautschbriefe als Urkunde betrachten möge, damit sie in ihrem späteren Leben, wohin sie auch das Schicksal immer verschlägt, stets sich aus- weisen können, daß sie in die Buchdruckerzunft eingereiht wurden. Im Anschluß galt den neuen Gehilfen das gemeinsam gesungene Zunftlied „Stoßt an Typograph!a soll leben“. In sinnvollen Worten dankte dann im Namen der Gefeierten ein junger Kollege für die- Ehrung und versprach, in die Fußstapfen der alten Kollegen strebsam und berufstüchtig einzutreten. Dann traten verschiedene ältere Zunftbrüder an die Oeffentlichkeit und schütteten das Füllhorn ihres Humors über die Anwesenden. Ungeheure Lachsalven und stürmischer Beifall wurde ihnen jedesmal zuteil. Bei Gesang und frohem Becherklang verlief der Abend, an den besonders die neugebackenen Jünger nbergs zeitlebens gerne zurückdenken werden. Elektromeister Josef Schneider übertragen würde. Der Einzug des Stromgeldes wurde an Frau Frida Schneider Wwe. zu ihrem Angebot vergeben. Bezüglich der Aufbewahrung der Ersatzschlüssel zur Trafostation wurde beschlossen, daß dieselben auf dem Rathaus aufbewahrt werden, um bei Katastrophenfällen jederzeit über sie verfügen zu können. Zwei Gesuche um Handabgabe für Bauholz wurden genehmigt. — Mehrere Wohnungssachen wurden beraten und entsprechender Beschluß gefaßt. — Die Maler-, Tapezier- und Außenverputzarbeiten an den vier Siedlungshäusern ostwärts der Kirche sollen vergeben werden. — Gegenüber dem Gesuch der Eheleute Adolf Kempf und Johanna, geh. Jilg, um Genehmigung zum Betrieb der Gastwirtschaft „Zur Brauerei Schwarz“ unter dem neuen Namen »Zur Forelle“ wurden keine Bedenken erhoben. Einbau der neuen Gemeindewaage Biberach (s). Die #lte unbrauchbar gewordene Gemeindewaage wurde mit einer neuen vertauscht. Der Einbau in das Waag-Haus ist bereits Erfolgt. Fortschritt bei der Feuerwehr Biberach (s). Um einen guten Schritt weiter in der Feuerwehrausrüstung ist die Gemeinde dadurch gekommen, daß sie sich einen Spezial-Feuerwehrwagen angeschafft hat. Der Wagen dient gleichzeitig der Mannschaftsund Gerätebeförderung. werden. ein festliches Gepräge erhalten. Auf dem Platz \vor dem Rathaus und Landratsamt werden einige hundert Meter Girlanden gespannt. An die Bevölkerung ergeht die Bitte, auch ihren Teil zur Ausschmückung der Stadt beizutragen. Neben Fahnen sind Girlanden. Kränze und grüne Sträucher - als Hausschmuck besonders erwünscht. Die Stadtverwaltung stellt hierfür das erforderliche Tannenreisig unentgeltlich zur Verfügung. Besondere Sorgfalt so he, auf den Schmuck der Straßen verwendet werden, die der Festzug berührt. Wenn alle Bürger der Stadt ihr Möglichstes tun, werden das Stadtjubiläum und die Ortenauer Herbstmesse Höhepunkte im Leben der Stadt Offenburg werden, von denen man noch nach Jahren erzählen wir®. Der neue Landgerichtspräsident Offenburgs neuer Landgerichtspräsident, Hans Eckert. Er wurde am vergangeneen Freitag in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens durch Ministerialdirektor Müller in sein hohes Amt eingeführt. Aufnahme: Photo Grimm Wo bleibt der Polizeischut* ? Polizei und Gendarmerie müßten besser motorisiert werden Bad Griesbach, (k) Als in den Abendstunden des letzten Freitags ein greiser Wanderer zwischen Breitenberg und Bästenbach tödlich verunglückte oder an einem Schlaganfall plötzlich verschied, offenbarte sich wieder einmal die mangelnde sicherheitspolizeiliche Betreuung solcher abgelegener Schwarzwaldzinken. Wohl konnte die nächstgelegene Gendarmeriestation von dem Tatbestand fernmündlich unterrichtet werden, aber es dürfte immerhin mindestens eine Stunde vergangen sein, bis der zuständige Beamte an Ort und Stelle die notwendigen Erhebungen machen konnte. In diesem Fall, wo der Tatbestand eines Unglücksfalles von vornherein auf der Hand lag und durch die Zeugenaussage des Sohnes des Verunglückten erhärtet werden konnte, war eine solche Verzögerung in Kauf zu nehmen, bei Vorliegen eines Verbrechens hätte sie nicht unwidersprochen hingenommen werden können. Warum werden Polizei oder Gen darmerie, zu deren Dienstbereich derart weit' räumige und abgelegene Bezirke in bergigem Gelände gehören, nicht von Staats wegen mo torisiert? Die übereinstimmende Meinung der Hofbewohner geht dahin, daß es, einfach nicht angeht, Beamte zu Fuß oder Fahrrad auf die Berge und in die Wälder zu hetzen, wo be- Trümmerbeseitigung am Bahnhof Am Freitagnachmittag begann ein Bagger mit dem Abtragen der Trümmer des früheren Bahnhof-Hotels. Sie werden in das tiefe Kelierge- wolbe geworfen, das damit aufgefüllt wird. Wahrscheinlich werden die Trümmer allein dazu nicht einmal ausreichen. Das Gelände wird dort bekanntlich eingeebnet und eine Verkeh M - r "\ mit Omnibus-Haltestellen und Parkplätzen o - - "?t. Aufr’ ser Hanauerland und Ried Gartenfest verlegt Marlen, (k) Das ursprünglich für den 2. September geplante Gartenfest des Musikvereins ist wegen des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche und der bevorstehenden Heuernte auf den 16. September verlegt worden. Wir beglückwünschen Marien, (k) Der Landwirt Joseph Muser vollendet am 4. September sein 77. Lebensjahr. Am gleichen Tage kann der Schiffsbauer Wilhelm Klem auf 74 Lebensjahre zurückblicken. Frau Johanne Bittiger Wwe. in Goldscheuer feiert am 5. September ihren 80. Geburtstag. Todesfall Altenheim, (r) Im Alter von 60 Jahren verstarb Buchbindermeister Jakob -Friedrich. Mit großer Sachkenntnis betrieb der. Heimgegangene das von ihm begründete Geschäft und brachte es zu gutem Ansehen. Ichenheimer Rathaus im neuen Kleid Ichenheim, (r) Das Rathaus, das im Jahre 1867 erbaut wurde, wurde in den vergangenen Wochen einer gründlichen Renovierung unterzogen. Auch die vor längerer Zeit beschlossenen Instandsetzungsarbeiten an dem Otten- weiererhof wurden in den vergangenen Wochen durchgeführt. Wir gratulieren Ichenheim, (r) Landwirt und Bäcker Friedr. Diebold Melchert konnte am 2. September seinen 77, und Landwirt Karl Wendle kann am 6. September seinen 74. Geburtstag feiern. Die Jubilare nehmen am täglichen Geschehen noch regen Anteil. sonders nach Einbruch der Dunkelheit nach so langer Frist Spuren doch nicht mehr rechtzeitig auszumachen wären. Auch sie haben Anspruch auf den Schütz der öffentlichen Gewalt. Dieser Schutz wird aber illusorisch, wenn deren in Griesbach oder Peterstal stationierte Vertreter auf Gefälligkeitsfahrt eines Motorradbesitzers angewiesen sind, statt daß sie selbst so beweglich wie möglich gemacht werden. Wieder ein Verkehrsunfall Appenweier, (v) Am Donnerstag ereignete sich auf der Bundesstraße 3 zwischen Appenweier und Windschläg ein Verkehrsunfall. Ein aus Richtung Appenweier kommender Lastkraftwagen rammte vor der hohen Brücke seitlich einen aus Richtung Windschläg kommenden Personenkraftwagen. Hierbei wurden der Personenkraftwagen und der Lastkraftwagen auf der linken Seite vollständig aufgerissen und der Pkw-Fahrer am Kopf stark verletzt. Es ist zu hoffen, daß nach der Fertigstellung der neuen Brücke im Monat September die Unfälle an dieser Stelle Nachlassen. Beginn der Gewerbeschule Kork Appenweier, (v) Wie die Gewerbeschule Cork mitteilt, ist der Beginn des Schuljahres 1951/52 am 3. September -1951 für die bisherigen Schüler an den angegebenen Schultagen. Anmeldung der neu eintretenden Schüler am 3. September, vormittags 8 Uhr, im Gebäude der Volksschule Kork. Das letzte Schulzeugnis, die Zuweisungskarte des Arbeitsamts und Schreibmaterial sind mitzubringen. — Die Obstsammeltage in hiesiger Gemeinde sind in dieser Woche am Montag und Donnerstag abends von 6 bis 8 Uhr. Obstgeldauszahlung jeweils Sonntag, morgens vhn 9 bis 12 und nachmittags vor 2 bis 5 Uhr im Gasthaus „Zur Sonne“ Werkmeister Befiel gestorben Windschläg (st). Franz Xaver Seigel ist am Donnerstag im Krankenhaus im Alter von 58 Jahren verstorben. Der hinterbliebenen Tochter wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Frau Seigel ist ihrem Mann vor einem Jahr im Tode vorausgegangen. Franz Xaver Seigel war Werkmeister im Ausbesserungswerk in Offenburg. Er ist in der Gemeinde im öffentlichen Leben stark hervorgetreten. Von 1926 bis 1945 bekleidete er das Am teines Gemeinderats, von 1934 bis 1945 war er Kommandant der hiesigen Feuerwehr. Ebenfalls war er langjähriger Sänger im Kirchenchor und Gesangverein, dep er auch Jahre lang als Verstand leitete. Feikel wurde gestohlen Schutterwald, (s) Dieser Tage wurde bei einem hiesigen Landwirt ein Spanferkel gestohlen. Der Besitzer fand morgens im Hofeingang eine Taschenlampe, die der oder die Diebe offenbar in der Eile verloren hatten. Die ersten Trauben Auf dem Offenburger Wochenmarkt am Samstag wurden zum erstenmal dieses Jahr inländische Trauben angeboten. Im einzelnen wurden folgende Preise für Obst und Gemüse festgestellt: Rotkraut 0,10—0,15. Weißkraut 0,13—0,15, Spinat 0,25—0,30, Rahneh 0.15—0,20, Zwiebeln 0.20 und 0.18. Kartoffeln 0,08—0,10, Bohnen 0,30—0,40, Tomaten 0.20—0,25, gelbe Rüben 0,20—0,25. Endiviensalat 0,10—0,20, Kopfsalat 0.15—0,20, Gurken 0.10—0.30, Kohlraben 0,12—0,15, Sellerieknollen 0,20—0,40, Lauch 0,10, Rettiche, groß. Bund 5 Stück, 0,20, Blumenkohl 0.30—1,10, Blumenkohl im Gewicht 0.60. — Obst: Aepfel 0,08—0,30, Birnen 0,20—0.30, Mirabellen 0.20—0,25, Pfirsiche 0,30 bis 0,50, Zwetschgen 0,15—0,20, Brombeeren 0,50, Trauben, inländische, 0,65, frische Landeier 0,25—0,27, Pfifferling 1,—. — Anfuhr und Marktbesuch sehr lebhaft. 76 Jahre alt wurde gestern Katharina Purr- mann Wwe , Gerichtsstraße 1. Wir gratulieren. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern am 4. September die Eheleute Alfred Eberle und Frau Sofie, geh. Maurer, Hildboltsweier 20. Herzlichen Glückwunsch. Montag, 3. September 1951 Eine Zierde der Ortenau Das neue Schul- und Rathaus in Schwaibach feierlich eingeweiht Gengenbach, (a) Zu einem volkstümlichen, heimatbetonten Fest gestaltete sich am gestrigen Sonntag die Einweihung des neuen Rat- und Schulhauses in Schwaibach. Viele Hunderte umsäumten die Dorfstraße, als der Festzug nahte. Die Musikkapellen von Gengenbach und Reichenbach begleiteten die Kinder und Trachtenträgerinnen. Wagen mit Alt- und Neuschwaibach und sogar ein kleines Schulzimmer wurden vorbeigezogen, ferner Landmaschinen aller Art, Erntewagen, Wagen der Hühnerfarm Einach, Hochzeitswagen, Holzhacker und — last not least — der Wagen der Heimatvertriebenen, die hier ihre neue Heimat gefunden haben. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich Landrat Dr. Joachim, Ministerialdirektor Dr. Fleig, ein Vertreter des Badischen Finanzministeriums, der Vertreter des Kreisdelegierten. Kreisschulrat Brüstle, Bürgermeister Schrempp, Gengenbach, sowie zahlreicher Bürgermeister der umliegenden Ortschaften, Frau Oberstudiendirektor Dr. Schmitt' von der Pädagogischen Akademie Gengenbach und eine stattliche Abordnung der Gengenbacher Lehrerschaft. Die Feier leitete der Chor „Brüder reicht die Hand zum Bunde“, gesungen vom Gesangverein Schwaibach unter Leitung von Gerold Glatz, ein. Eine heitere Szene dreier Schüler sowie Lieder der Schuljugend erfreuten zunächst die Besucher. Dann begrüßte Bürgermeister Josef Schilli die Gäste und betonte, daß nach den harten Jahren und schweren Sorgen nun Grund genug dafür vorhanden sei, nach getaner Arbeit ein Fest zu begehen. , Schriftsteller Otto Ernst S u 11 e r hob in seiner Festrede hervor, daß bei den Schulentlassenen oftmals die Erinnerungen an die Schule verblassen. Anders sei es jedoch bei denen, die ihre Heimat verloren haben. Bei ihnen sei diese Erinnerung sehr stark vorhanden. Wenn gerade die Heimatvertriebenen für den Festzug einen eigenen Wagen gestaltet hätten, so sei das Beweis genug dafür, daß sie keine Fremden mehr seien. Beim Betrachten dieses Schulhauses, fährt O. E. Sutter fort, könne man nur von Stolz erfüllt sein, es steile eine Zierde der Ortenau dar, die bei den Reisenden, die auf der nahen Bahn- ! strecke an ihm vorüberfahren, einen tiefen Eindruck hinterlasse. O. E. Sutter fuhr fort: „Wenn wir heute noch nicht am Ende der Entwicklung der neuen Schule sind, so möge sie aber doch die Pflege des Heimatlichen behalten. Vergeßt beim Sport und Reisen die Heimat nicht. “Mit dem Wunsche, daß an dieser Stätte im Heimatgeist verbundene Jugend zu rechtschaffenen Menschen heranwachsen, schloß Otto Ernst Sutter seine Rede.. Architekt Weber ging auf die Baugeschichte des Gebäudes ein, von der wir in unserer Samstagausgabe berichteten. Er dankte allen beteiligten Behörden und Dienststellen für ihre Unterstützung, allen Handwerkern und nicht zuletzt allen Männern und Frauen, die vom ersten Spatenstich an bis zum Putzen der fertigen Räume geholfen haben. Der Ortsdiener, der bis zur letzten Stunde die größten Mühen auf sich genommen habe, werde als Sinnbild in die Baugeschichte eingehen. Architekt Weber übergab darauf Bürgermeister Schilli die Schlüssel des Hauses mit dem Wunsche, daß Gottes Hand und Segen über diesem H*ause stehen mögen und daß es auch als Rathaus der Freiheit dienen möge. — Bürgermeister Schilli dankte dem Baumeister und versicherte, daß seine hingebende Arbeit in Schwaibach nie vergessen werde. Benefiziat Prof. G i ß I e r bezeichnet« es als Zeichen echter christlicher Gesinnung, daß der Gemeinderat das Haus nicht beziehen wolle, bevor der Priester den Segen Gottes gesprochen hat und stellte das Wort des Propheten Jesaias „Auf ihm ruhe der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht fies Herrn“ über die Feierstunde. Nach dem gemeinsamen Gebet nahm der Geistliche die feierliche Weihe der Räume vor. Landrat Dr. Joachim erklärte zu Beginn seiner Ansprache, daß Otto Ernst Sutter schon recht habe, wenn er sage daß heute vielen Orten das Festefeiern vorgeworfen werde. Die Stellen, die hier Kritik übten, würden es mit Recht tun, soweit die Feste nur dazu dienen sollen, viele Fremden anzuziehen. Wenn aber die Schwaibacher heute ein Fest feierten, so hatten sie nicht nur das Recht, sondern auch Grund genug, sich über das zu freuen, was durch den Einsatz aller geschaffen worden ist. Es sei aber auch ein erhebendes Gefühl, an dem Fest teilzunehmen, mit dem die letzte Wunde geschlossen werde, die der Krieg Schwaibach geschlagen hat. Wie schwierig es gewesen sei, das Haus zu gestalten und zu vollenden, vermöge nur der zu ermessen, der die näheren Umstände wisse. Nur weil es vom gemeinsamen Wollen getragen gewesen sei, hätte das Werk gelingen können. Es bilde den Mittelpunkt der Gemeinde. Im Rathaus solle der Bürger Rat und Aufklärung suchen und finden. Ein besonderes Gepräge bekomme dieses Haus dadurch, daß es unter seinem Dache auch die Schule berge. Mit dem zweifachen Zwecke dienenden Gebäude möge doppelter Segen verbunden sein. Mit den Grüßen der Badischen Staatsregierung und dem Wunsche, daß Friede und Glück, Eintracht und Liebe dieses Haus beziehen und gute und treue Staatsbürger aus ihm hervorgehen mögen, schloß der Landrat seine Ausführungen. Ministerialdirektor Dr. Fleig überbrachte die Glückwünsche des Badischen Ministeriums für Kultus und Unterricht. Die Kinder sollten nun nicht nach ein bis zwei Jahren in das Schulhaus gehen, als sei es ein altes Haus, sie möchten bedenken, daß es ihren Eltern schwer gefallen ist, für sie ein solch prächtiges Gebäude zu erstellen. Wenn wir noch die Kirche in Gengenbach miteinbeziehen, so sagte Dr. Fleig, so schafft der Kreislauf: Gotteshaus — Rathaus — Schule die Voraussetzung, daß auf dieser Gemeinde der Segen Gottes ruht. Nach dem Dank an alle Geldgeber lud Bürgermeister Schilli die zahlreichen Besucher des Festes zum frohen Zusammensein bei Tanz und Unterhaltung in das Festzelt ein. Eine Führung durch das schöne Gebäude begeisterte die Anwesenden, die mit Anerkennung nicht sparten. Geburtstagsfeier Ortenberg, (s) Theresia geb. Isenecker, Witwe des Landwirts Johann Hahn, konnte am 1 September ihr 72. Lebensjahr bei guter Rüstigkeit vollenden. Unsere herzlichste Gratulation! Gottesdienstordnung Berghaupten. Montag: 7 Uhr Jahrtags-Seelenamt für gefallenen Krieger Franz Huber.— Dienstag: 7 Uhr Kindergottesdienst, hl. Messe für Alfons Bruder und ver„. Angehörige, und bl. Messe für Karolina Geppert und Enkel Karl, Erhard und Willi Frey. Gengenbach. Montag: 6.30 Uhr hl Messe für Landrat a. D. Karl Billmaier; 7.15 Uhr Seelenamt für Andreas Schilli, Ehefrau und Söhne, Schönberg; 6 Uhr in Reichenbach hl. Messe für Wagnermeister Stefan Suhm. — Dienstag: 6.30 Uhr hl. Messe für Lina Birkenmeier geb. Riehle; 7.15 Uhr Schülergottesdienst; hl. Messe für Josef und Amalie Bischler, Fußbach; 9.30 Uhr Trauung mit hl. Messe (Gegg-Brüderle). — Mittwoch 6.30 Uhr Gemeinschaftsmesse der Pfarr- jugend, hl. Messe für Gertrud Wußler; 7.15 Uhr Seelenamt für Georg Erdrich und Ehefrau, Sondersbach. Evang. Kirche Gengenbach. Dienstag: 9 Uhr Gottesdienst in Fußbach. — Donnerstag (anstelle von Mittwoch): 14—16 Uhr Sprechstunde der evang. Fürsorgerin im Pfarrhaus. Offenburger Tageblatt Chefredakteur: Adolf Kimmig Verantwortliche Redaktion: Adolf Kimmig fPallHkll Franz Josef Mayer (Badner Land): Karl Gies (Kultur, Unterhaltung und Heimatbeilage): Alois Hörth (Sport); Herbert Bühles (Allg. Beilagen); Walter pichert (Landw. Beilage); Heimatteil : Dr Alfred Galler. Druck und Verlag: A. Reiff & Cie., Offenburg- \e\ Montag, den 3. Sept. 1951, ab 17 Uhr: H3Ch SChW3llj3Ch (bei Gengenbach) Zum frohen Ausklang im großen Festzelt bei Musik und Tan* (Kapelle Reichenbach) mit dem Jodlerpaar aus Mühlenbach und der männlichen Nachtigall. Gemeindeverwaltung und Festwirt. »/ Gott der Herr hat meine innigstgeliebte Gattin und treusorgende, unvergeßliche Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Magdalena Eisinger geb. Klausmann wohlvorbreitet mit den Tröstungen unserer heiligen Kirche, am Sonntag, den 2. September 1951, im Alter von 56 Jahren zu sich in sein himmlisches Reich aufgenommen. Offenburg, den 3. September 1951. Zeppelinstraße 3 In tiefer Trauer: Josef Eisinger Elsa Eisinger Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4. September, vormittags 11.00 Uhr, statt. Statt Karten Für die große und herzliche Teilnahme, sowie für die vielen Blumen- und Kranzspenden beim Heimgang unseres lieben Vaters Johannes Brüstle sagen wir unseren herzlichsten Dank Ganz besonderen Dank für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, den Krankenschwestern für die liebevolle Pflege, sowie für die Anteilnahme seiner Arbeitskameraden. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau Brüstle und Angehörige Offenburg, den 3. September 1951 Gottes heiliger Wille war es, der meine liebe. Frau, Mutter. Tochter, Schwester und Schwägerin Theodora Kraßnig geb. Noll Wolle Wäsche Strümpfe Säugl.-Artik. Strumpf Rep. Kurzwaren Kahlke Offenbuig Friedenstr. 1 Fahnen mit Stadtwappen nach kurzer schwerer Krankheit, versehen mit den hc ! ’ Sakramenten im 29. Lebensjahr zu sich gerufen hat. Durbach, den 2. September 1951. In tiefer Trauer: . Viktor Kraßnig, Kaufmann und Kinder Brigitte und Hiltrud Familie Anton Noii, Bäckermeister Beerdigung, Dienstag, 4. September, vormittags 9.30 Uhr. bestellen bei Dieterle Gerberstr. 10 Forben- Fachgesehäft F.Sdiuppier Fr.-Volk-Sfr. 8 am latakct Vom Urlaub zurück Dr. Wohlfahrt Verreist vom 4 bis 26. September Dr. med. Elis. Nenne Vertretung: Dr. Mandel Lange Str. 34 a ■ i ■ i l Stepp- und Daunendecken Neuanfertigung — Umarbeitung. große Stoffauswahl, günstige Preise. Verlangen Sie bemustertes Angebot r. Schwaikart, Qnankara Friedenstr. 36 — TeL 1890 Suchen Sie Geld ? Hyp., Dari., Kred-, usw., wenden Sie sich an: A. Jung, Offenburg, Postf. 95 Mietgesuche Gut möbl. Zimmer von berufstät, Herrn sof. ges. Miete bis DM 50.— evtl, mit Garage f. Pkw. Off. u. Nr. 20-69 an die Geschäftsstelle. Wochenendhaus oder Behelfsheim auf einige Monate von Ehepaar bdi bester Mietzahlung sofort gesucht. Off. u. Nr. 15-126 an die Geschäftsstelle Vlöbl. Zimmer von berufstät. Fräulein ges. evtl. sep. Eingang. 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