M ii tlULUiiill ÄrtLnauLL NM Kra ch dn t wöt& ent Uch vl*rm*l. Beraysprel* für den laufenden Monat DM 3.16 zuzüglich IO Pf- Trägerlohn. Einzelnummer 20 Pf. im Falle höherer Gewalt oder bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung od Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises ülttltes Heimatblatt für Stabt unö Beuch QffenbucQ Bniciocnblott mH anerkannt outet wrrbemirkuna Yt Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenburg. Zur Zelt ist die Anzeigenpreisliste Nr r gültig Drude u. Verlag A Reiff & Cie., Buchdruckerei Offenburg/Baden Geschäftsstelle: Offenburg, Kornstraße 10 Fernsprechet: Offenburg Nr 1537 1134 u 1377. PnstsehHeßfadi Nr »37 Postscheckkonto- Karlsruhe Nr 134 91. Nummer 148 Samstag, 22. September 1951 Ausgabe a 140. Jahrgang Im Frühj ahr muß die Europa-Ar mee stehen Eisenhower über Fortschritt seiner Organisation und mit den französischen Befestigungsarbeiten nicht zufrieden Von unserem Washingtoner hr. - Korrespondenten Washington. Die amerikanische Meinung über die jüngsten Beschlüsse des Dreierrates können dahin zusammengefaßt werden, daß nun die Dinge ins Rollen kommen Einstimmig begrüßt die amerikanische Presse den Beschluß, Deutschland die langerstrebte Gleichberechtigung zurückzugeben. Die sonst so vorsichtige „Times“ nennt das Besatzungsstatut kurz eine „Anomalie“; weniger zurückhaltende Organe sagen offen, es sei höchste Zeit, daß normale Beziehungen wiederhergestellt werden. Ebenso einmütig glaubt die amerikanische Presse, daß die wenigen Beschränkungen, denen die deutsche Souveränität weiter unterliegen wird, im Grunde von der deutschen Regierung begrüßt würden. Das sei ganz offensichtlich im Falle Berlins, wo natürlich die amerikanisch-englisch-französische Besatzung die einzige Garantie der Freiheit sei. Auch davon, daß niemand in Deutschland ernsthaft die Abreise der alliierten Heere wünsche, sei die öffentliche Meinung Amerikas überzeugt; und schließlich wird immer wieder betont, daß der formelle Abschluß eines Friedensvertreges mit der Bundesrepublik einem Aufgeben des Anspruches auf die Ostgebiete gleichkommen würde, also weder im deutschen noch im amerikanischen Interesse liegen würde. Worauf es jetzt ankommt, ist offensichtlich Eile. Eisenhower ist mit den Fortschritten seiner Organisation und mit den französischen Befestigungsarbeiten nicht zufrieden. Die Aufnahme deutscher Einheiten in die europäische Verteidigungsorganisation ist dringlich erwünscht; aber sie ist an die Annahme des Schumanplanes gebunden. Man hat Frankreich dieses große Zugeständnis gemacht, damit es seine Befürchtungen einer deutschen Ueber- legenheit beiseitestellen kann. Auch die Bedingung, daß erst eine funktionierende Organisation geschaffen wird und daß Deutschland bindende Verpflichtungen übernimmt, bevor es Waffeneinheiten bilden darf, wird für vernünftig gehalten. Das bedeutet einen gewissen Zeitaufschub, der , aber nach amerikanischer Auffassung so sehr wie möglich abgekürzt werden soll. Der Vertrag soll vor Ende de« Jahres unterschrieben sein, damit im Frühjahr die europäische Armee in ihrer endgültigen Form aufgestellt werden kann. Besorgnis um König Georg VI London. König Georg VI. von England muß sich einer Operation unterziehen. Wie am Freitagabend in einem von sieben Aerzten Unterzeichneten Kommunique aus dem Buk- kingham-Palast bekanntgegeben wurde, gibt der Zustand der Lunge des Königs Anlaß zu Besorgnis. Mit Rücksicht auf gewisse Strukturveränderungen habe man dem König geraten, sich möglichst bald operieren zu lassen. Der König habe diesem Rat zugestimmt. Amtlich wurde ferner bekanntgegeben, daß die Thronfolgerin, Prinzessin Elizabeth und ihr Gemahl, der Herzog von Edinburgh, ihre für kommenden Dienstag geplante Abreise nach Kanada verschoben haben. Im fHiUetjumld sltU du HleMtk ak. Kein Jahrhundert hat es den Historikern leicht gemacht, deutsche Geschichte zu schreiben, die Geschichte eines Landes mit ewig fließenden Grenzen Alle deutschen Landesgrenzen haben im Laufe der Jahrhunderte hin- und hergeschwankt, selbst im kleinsten Raume, denn rein geschichtliche Zufallsmomente haben sie gezogen und das auch nur für kurze Zeit. Aus diesen Tatsachen wohl kommt Prof. Veit Valentin in seiner „Geschichte der Deutschen“ zu der Schlußfolgerung: „Die Deutschen zeichnen sich durch ein besonders starkes Heimatgefühl aus. Die Stadt mit ihren Brunnen und Kneipen, die lustigen Gassen mit ihrem Handwerker- und Krämergetümmel, die Scheit- und Witzworte in der frechen, saftigen Sprache der Alteingesessenen — das pflegt den Deutschen ans Herz zu gehen. Die deutsche Seele klammert S’ch an die gemütliche Wärme gerade dieses Flecks Erde. Ihre Sehnsucht findet sich selbst und beruhigt sich an der Schlichtheit der ewigen Echtheit des Heimatbodens.“ Warum wir gerade heute an diese Worte erinnern die der frühere Oberarchivrat im Reichsarchiv vor einem Jahrzehnt, fern der Heimat, in New York, niederschrieb? In diesen Herbsttagen begeht die Stadt Offenburg, die Herzstadt der Ortenau, die 850-Jahrfeier ihres Bestehens, und ihre Geschichte beschwört wie diejenige so mancher anderen badischen Stadt mit hundert- oder tausendjähriger Tradition das Wort von dem ewigen Fließen und Schwanken der deutschen Grenzen herauf. Uns, die wir nach einem bekannten Worte „noch einmal davongekommen sind“, wurde dieses geschichtliche Faktum zuletzt ja im Jahre 1945 zu schmerzlichem Bewußtsein gebracht, als mit der bedingungslosen Kapitulation das Deutsche Reich versank Wie Johann ohne Land, Bruder von Richard Löwenherz, waren wir Staatenlose geworden, ohne Vaterland, ohne Regierungen in Reich und Ländern. Geblieben waren uns nur die Keimzellen der Gemeinden, auf deren Schultern Last, Arbeit und Verantwortung des Wiederaufbaus lagen. Von dem Umfang dieser gigantischen, viel zu wenig erkannten und anerkannten Arbeit mag der Hinweis eine Vorstellung vermitteln, daß von den 47 Großstädten in den Kriegsjahren 46 teilweise zerstört wurden, von den 1842 Gemeinden des Bundesgebiets mit mehr als 3000 Einwohnern rund tausend beschädigt oder zerstört worden sind, 74 mehr als die Hälfte und 132 mehr als Dreiviertel ihrer Gebäude eingebüßt haben. Wieviele unersetzliche steinerne Zeugnisse stolzen Bürgersinns sind mit ihnen unwiederbringlich in Schutt und Asche gesunken. Schon drängt sich hier die Frage auf, ob in einer Zeit, da man den Deutschen nachsagt, sie seien nur noch Interessenten, aber keine Gemeinschaft mehr, noch von Bürgersinn als gemeinschaftsbildender Kraft gesprochen werden kann, die unsere Städte einst zu den großen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen befähigte. Die Antwort hängt davon ab. was man unter „Bürger“ versteht. Jenes Besitz- und Bildungsbürgertum — es hat dem Volk manch großen Staatsmann, Gelehrten, Erfinder, Kaufmann und Unternehmer geschenkt — mit gesicherter Wohnung und guter Stube, Bücherschrank mit den Klassikern. Sparkassenbuch und Existenzsicherung der Kinder, von denen mindestens eines in Klavier- oder Violinstunde ging, haben zwei Weltkriege vernichtet und damit auch manchen Ansatzpunkt völk-'schen Wiederaufstiegs. D e Bürger aber, Nachfahren jener, die sich vor Jahrhunderten im Schutz der Burgen niederließen und hinter schützenden Stadtmauern jhr Gewerbe betrieben, leben heute noch. Vielfach wollen sie nichts anderes als Bürger sein und wehren sich gegen das Absinken in kollektivistisches Staatsproletariertum. In der Stadt und im Dorf steht noch der Mensch im Mittelpunkt Hier sind ihm die Zusammenhänge noch überschaubar, hier hat er noch die lebendige Fühlung mit dem' öffentlichen Leben und die Möglichkeit seiner Beeinflussung. Nicht zu Unrecht hat darum auf der kürzlichen Tagung des Württemberg-Badischen Städteverbandes in Konstanz der stellvertretende Präsidialdirektor des Deutschen Städtetages, Dr„ Lo- scftelder. davon gesprochen, daß auch heute noch die Selbstverwaltung die beste Nahtstelle für Bürger und Gemeinschaft und politischen Erziehungsfaktor auch für Länder und Bund darstelle. Niemand hat noch je von Heimat- und Ge- -:---V Stadt Ojfeniurg $ruß! \,v ■ Für den Verlauf der oberrheinischen Geschichte sollte es von entscheidender Bedeutung »erden, daß die Sohvarzvaldtäler Pässe sind, daß sie nicht am Fuß der Bergmassive auslaufen, sondern daß sie sanft ansteigend zu den Gebirgsdurchlässen und Hochflächen führen. Sie erschließen das Bergland von der Ebene her und zu ihr hin. Zwischen dem Talweg längs des Hochrheins und der Straße längs des nördlichen Schwarzwaldrandes gibt ein Schwarzwaldquertal geradezu mühelos den Weg vom Stromland ins Bergland frei: das Kinzigtal. Aus den natürlichen Gegebenheiten heraus mußte es die große Verkehrsstraße vom Rhein gegen Osten werden. Aus ihnen heraus mußte sich auch das Schicksal des Landes an der Ausmündung dieses Tales in die Oberrheinebene aufbauen, des Landes, das Jahrhunderte nach seiner Erschließung durch die Römer den Namen Ortenau bekam. Und inmitten der Ortenau überdauerte eine Siedlung die Stürme der germanischen Wanderzeit. Von den römischen Legionen als fester Stützpunkt vor dem Kinzigtal begründet, in den Jahrhunderten nach dem Rückzug der Römer ein Gemeinwesen rein bäuerlichen Charakters, wurde sie um die Jahrtausendwende zu neuem Leben geweckt von den Herzogen von Zähringen als . nördlicher Eckpfeiler des Zähringerstaates. Sie tritt uns im Jahre 1101 - vor 850 Jahren - zum erstenmal urkundlich als „.Offenburg“ entgegen. So wenig wir den Gründungsvorgang kennen oder die Abläufe, die vor ihm liegen, ebensowenig überschauen wir die Schicksale der Stadt während der folgenden Jahrhunderte im einzelnen. Sicher ist jedenfalls, daß sich die Stadt die Gegebenheiten stets zunutze machte, indem sie Handel und Gewerbe schützte und förderte, aber auch, daß sie die Unbilden, die ihr das Kinzigtal als Heerstraße in derf Kriegen der neueren Zeit eintrug - und die Kriegsheimsuchungen waren zahlreich und meist sehr schwer -, daß sie diese Notzeiten immer wieder überwand. Besonderen Anteil am Aufbau hatten stets die Zweckverbände der Handwerker, die Zünfte. Zu allen Zeiten bildeten Handel und Handwerk die Grundlage der Wirtschaft Offenburgs. Lange blieb sie in bescheidenen Grenzen.Seit der Gründung des Großherzogtums Baden und im Gefüge des badischen Staates nahm sie einen ungeahnten Aufschwung. Er wird rein äußerlich in den Einwohnerzahlen sichtbar: 1602 hatte Offenburg 2390 Einwohner, 1900 schon 13700, heute leben und werken in der Stadt 20000 Menschen. Daß die verheißungsvolle Entwicklung weiterschreitet, muß unser aller Wunsch sein. Und wenn die Stadt in diesen Tagen das Fest ihres 850jährigen geschichtlichen Bestehens feiert, so ist es dem Staatspräsidenten und der Landesregierung ein besonderes Anliegen, ihr dazu herzliche Glückwünsche zu entbieten. ÜU » Samstag, 28. September 1951 metodwerftrossenheit gesprochen, die Staatsverdrossenheit aber zieht immer weitere Kreise. Es ist noch nicht sehr lange her, da hat Bertrand Russell, der englische Philosoph und Nobelpreisträger, der Meinung Ausdruck verliehen, die größte Gefahr, von der heute die moderne Gesellschaft bedroht werde, sei neben der Kriegsgefahr die umfassende Staatskontrolle über das Leben des Einzelnen. Dieser von Russell gegeißelte Mißstand, der in allen Ländern so drückend empfunden wird, ist Ausfluß jener von Platon, Pichte, Schleiermacher und Hegel verfochtenen idealistischen Staatsauffassung, daß der Staat He1 und Zweck des Menschen, eine Art überindividuelles Gebilde sei, während dem Rationalismus der Staat nur als zeitweilige Schöpfung, als Vereinigung von Menschen unter Rechtsgesetzen galt, der darum auch vom Willen seiner Schöpf« abhängig sei. Mählich scheint die Gegenwart wieder zu dieser rationalistischen Staatsauffassung zurückzufinden, daß Recht wie alle Kultur über dem Staate stehe. Auf dem Pfingstkommers Katholischer deutscher Studentenvereine erklärte wenigstens der bayerische Kultusminister, es sei nicht Aufgabe des Staates, Kultur zu schaffen, sondern er habe lediglich die schöpferischen Kräfte der Persönlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes „Kultur“ zu schützen und zu fördern. Und, so fügte er hinzu: „Es geht heute nicht um die Verstaatlichung des Menschen, sondern um die Vermenschlichung des Staates.“ Gemeindegewalt ist älter als Staatsgewalt, Heimat ist früher als Staat gewesen und ist ewig, während das Uebergeordnete ln den 'Wechselfällen der Geschichte immer fragwürdig bleiben wird. Heimat entfremdet nie. Auch der Mensch, dessen Wiege im ärmlichsten Fabrikviertel der Großstadtvorstadt stand, wird das Bild der Heimat immer in sich tragen. Freiherr vom Stein wußte wohl, warum er den nach der Schlacht von Jena zusammengebrochenen preußischen Staat von der Ge-- memde her wieder aufbauen wollte. Und daher wird es auch heute, im Zeichen der Staatsverdrossenheit, sich wieder darum handeln, den wahren Bürgersinn zu wecken und zur Entfaltung zu bringen. Der letzte Sinn solcher Bemühungen muß sein, an die Stelle der Staatsallmacht der Bürokratie die bürgerschaftliche Tat zu setzen, die dann wieder zum Staate vorzustoßen hat. Es gibt keine deutsche Gefahr mehr Internationale Konferenz der europäischen Bewegung unter dem Motto: „ Deutschland in Europa* Hamburg. In Hamburg begann am Freitag die sechste internationale Konferenz der europäischen Bewegung, die unter dem Motto „Deutschland in Europa“ steht Der Präsident der Beratenden Versammlung des Europarates, Paul Henri Spaak, betonte in seiner Eröffnungsrede, daß die Entschlüsse über die Stellung Deutschlands in Europa nicht wieder zu spät kommen dürften. Der Hamburger Bürgermeister Max Brauer wandte vor einer Ueberschätzung neonazistischer Vorgänge in Deutschland und wies darauf hin, daß die Bundesrepublik aus dem Schicksal der Weimarer Republik die Lehre gezogen und sich im Grundgesetz und in der Strafrechtsnovelle gegen die inneren Feinde der Demokratie gesichert habe. Als Diskussionsgrundlage für die Beratungen liegen Referate des deutschen Publizisten Ernst Friedländer und des französischen Professors Raymond Aron vor. Friedländer sagte: „Es gibt keine deutsche Gefahr mehr. Hitler jst nicht wiederholbar und Deutschland kann nicht wieder gefährlich werden.“ Deutschland bleibe nur der Weg der Partnerschaft mit Europa. Als Partner in der Abwehr der östlichen Bedrohung dürfte Deutschland vom Westen her aber nicht politisch entmündigt oder gar im Zweifel darüber gelassen werden, ob es im Ernstfall bis zum äußersten mitverteidigt wird. Unbewaffnete Neutralität sei eine Illusion. Der französische Professor Aron erklärte: „In Europa' ist nichts möglich ohne den gemeinsamen Beitrag Frankreichs und Deutschlands“. Das gelte auch für die Verteidigung. Die Gefahr, daß eine deutsche Armee eine aggressive Diplomatie aus dem berechtigten deutschen Wunsch zur Wiederherstellung der deutschen Einheit unterstützen könnte, sei durch die Regelung zugunsten einer europäischen Armee weitgehend gemindert. Deutschland müsse aber selbst über seinen Beitrag entscheiden und vorher die Gleichberechtigung erhalten. Der in Oxford lebende Exilspanier und Präsident des spanischen Komitees der Europabewegung, Salvador de Madariaga erklärte, es sei unmöglich, sich Europa ohne Deutschland vorzustellen. Die Großmächte, zu denen auch Deutschland als geistige Großmacht zähle, täten gut daran, nicht ein Beispiel der absoluten Souveränität zu geben. In "deutscher Sprache rief de Madariaga den Konferenzteilnehmern die Losung zu: „Deutschland über alles, Europa über Deutschland, Freiheit über Europa“. Professor Carlo Sdimid prägte den Begriff „Unser Vaterland Europa“. Er unterstrich, daß es kein Europa ohne das ganze Deutschland geben werde. Deutscher Rat gegen Visumzwang Hamburg. Der Deutsche Rat der europäischen Bewegung forderte zum Abschluß seiner diesjährigen Vollversammlung, daß der Visumzwang für alle Länder des freien Europa abgeschafft wird. In einer am Donnerstag in Hamburg angenommenen Entschließung empfiehlt er der Bundesregierung, durch ihre Bereitschaft auch zu einem einseitigen deutschen Vorgehen ein gutes Beispiel zu geben. Vor allem den jungen Menschen bis zu 25 Jahren und den Trägem des kulturellen und politischen Lebens müßten sofort Grenzerleichterungen verschafft werden. In einer anderen Entschließung schlägt die Vollversammlung vor, eine regiqnale Arbeitskonferenz einzuberufen, auf der vor allem über soziale und wirtschaftliche Fragen gesprochen werden soll. Eine dritte Entschließung fordert den Bundestag auf, den Gesetzentwurf über die europäische Konvention zur Wahrung der Menschenrechte noch in diesem Jahre zu verabschieden. Debatte über deutsche Einheit Bonn. In Bonner parlamentarischen Kreisen wird erwartet, daß der Bundestag in der kommenden Woche eine Debatte über die deutsche Einheit führen wird Dabei werde voraussichtlich über Form und Inhalt einer Antwort auf das Grotewohl-Angebot einer gesamtdeutschen Beratung gesprochen werden. F Erfolge dürfen nicht übersehen werden Bundesrepublik der Anfang zu einem wiedervereinigten Deutschland — Zeitpunkt Mir innerdeutsche Preisstabilisierung gekommen München. Im Mittelpunkt der Vollversammlung des dritten Bundesparteitages der FDP standen am Freitagvormittag die grundsätz- licW&9 m Aüsführungen des Parteivorsitzenden Vizekanzler Franz Blücher und des Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion August Martin Euler. Blücher erklärte, daß die Bundesrepublik nur der Anfang zu einem wiedervereinigten Deutschland sei. Die Erfolge, die im Aufbau der deutschen Wirtschaft bisher erzielt wurden, dürften nicht übersehen werden.- Sie seien umso größer, wenn man alle Schwierigkeiten berücksichtige, unter denen dieser Aufbau erfolgte. Die beste Sozialpolitik sei die Sicherung von Arbeit und Brot für möglichst viele und damit die Steigerung der Produktionsleistung. Die FDP fordere, daß die Kräfte der Eigenverantwortlichkeit in der Wirtschaftspolitik gestärkt werden müßten. Blücher wandte sich gegen das leichtfertige Gerede von einer Inflationsgefahr. Das Ausland habe mehr Vertrauen zu unserer Währung als wir selbst. Es komme nur darauf an, die Geld- und Kreditpolitik den Bedürfnissen der Produktion anzupassen. Da die Preissenkung auf den Weltrohstoffmärkten im wesentlichen beendet sei, sei nach seiner Ansicht jetzt auch der Zeitpunkt für eine innerdeutsche Preisstabilisiertmg gekommen. Blücher bekannte sich zum Schluß zur dritten Strophe des Deutschlandliedes als Nationalhymne. Er gab der Hoffnung Ausdrude, daß der Bundespräsident in einer würdigen Stunde die Entscheidung darüber fällen werde. Euler kritisierte zunächst die Haltung der SPD, die eine Außenpolitik für den innerdeutschen Gebrauch führe. Er warf Schumacher doktrinären Pessimismus und realitätswidrigen Illusionismus vor. Die FDP denke dagegen dynamisch. Sie werde einer Ratifizierung des Sch um anplanes nur zustimmen, wenn vorher Marksteine auf dem Wege der Eingliederung Deutschlands in die Freiheit und Gleichberechtigung. Ebenso scharf kritisierte Euler den deutschen Gewerkschaftsbund. Die FDP werde sich gegen alle Versuche stellen, die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung in eine Planwirtschaft umzuwandeln. Statt der Mitbestimmungspartnerschaft verlange sie die Betriebspartnerschaft. Euler verlangte eine Stärkung des Bundes, eine Bundesfinanzverwaltung, eine Bundespolizei, Bundesverwaltungen für Kriegsopfer und für Heimatvertriebene und eine Bundesnotenbank. Nach einer mehrstündigen Debatte nahm der FDP-Bundesparteitag mehrere Entschließungen zur Außen-,- Innen-, Wirtschafts-, Sozial- und Kulturpolitik an. Darin wird unter anderem als Ziel der deutschen Außenpolitik die Eingliederung eines freien, in rechtsstaatlicher Ordnung wiedervereinigten Deutschlands in die Gemeinschaft aller freien Völker Europas gefordert Schäffer kann Wünsdie nicht erfüllen Bundesrat setzt Zuckerpreis auf 1,32 DM }e Kilogramm fest — No* keine - Vorlage zur Änderung des Grundgesetzes Bonn. Der Bundesrat sprach sich am Freitag nach zweistündiger Debatte mit großer Mehrheit für eine Erhöhung des Zuckerpreises von 1,14 auf 1,32 Mark je Kilogramm für die billigste Sorte aus. Die Bundesregierung hatte einen Preis von 1,40 Mark vorgeschlagen. Der neue Preis soll vom 1. Oktober an gelten. Im ersten Durchgang wurde eine Reihe von Abänderungsvorschlägen zum Nachtragshaushalt des Bundes für das Jahr 1951 beschlossen. Der Bundesrat wünscht, vor allem, daß die Länderabgabe der Einkommen- und Körperschaftssteuer an den Bund auf 25 Prozent statt auf die von Bundesfinanzminister Schäffer geforderte Höhe von 31,3 Prozent festgesetzt wird. Der dadurch entstehende Einnahmeausfall für den Bund von 460 Millionen Mark soll nach Vorschlag des Bundesrats durch Ausgabenminderung um rund 190 Millionen Mark und Mehreinnahmen von rund 390 Millionen Mark bei anderen Positionen ausgeglichen werden. Bundesfinanzminister Schäffer erklärte dazu, daß er die Aenderungs- wünsche des Bundesrates nicht in einem ein die Industriekohtrolien und Produktionsein- zigen Punkt annehmen könne. Schränkungen aufgehoben werden. Die bevor- Der Bundesrat empfahl ferner, einen zustehenden Abkommen mit den Alliierten seien! sätzlichen Subventionsbetrag von 30 Millionen Mark für Zuckerimporte einzusetzen, zu deren Leistung sich Bundesfinanzminister Schäffer jedoch außerstande erklärte. Gedeckt werden soll diese zusätzliche Ausgabe durch das tatsächliche Mehreinkommen aus der Zucker* Steuer gegenüber dem Haushaltsvoranschlag, das sich aus dem erwarteten effektiven Mehrverbrauch an Zucker ergibt. Eine Stellungnahme zur Autobahnsteuer und zur Aufwandsteuer behielt sich der Bundesrat ausdrücklich vor. Eine Gesetzesvorlage zur Aenderung des Grundgesetzes, die von der Bundesregierung vorgelegt worden war, wurde abgelehnt. Neues In Kürze Dar während das Krieges vor Bombenangriffen nach Belgien evakuierte Kunstbesitz der Stadt Aachen, der hei Kriegsende vom belgischen Staat beschlagnahmt worden war, ist der Stadt Aachen surfldtgegeben worden und am Donnerstagnachmittag in Aachen eingetroffen. Die drei alliierten Hohen Kommissare werden am kommenden Sonntag auf SchloB Ernich, dem Wohnsitz des französischen Hohen Kommissars, zum ersten Mal nach der AuBenministerkonferena in Washington Zusammentreffen. Sachverständige der drei Westmächte traten am Donnerstag in London zur Wiederaufnahme der Beratungen über die Kegelung der deutschen Auslandsschulden zusammen. Der Sonderbeauftragte Präsident Tramans für die Regelung der deutschen Auslandsschulden, Warten Lee Pearson, traf am Donnerstagmittag ln Frankfurt zu einem fünftägigen Aufenthalt ln der Bundesrepublik ein. Eino einmütige Ablehnung Jeder SozialMorung des Arztes kam auf dem Stockholmer Weltärztekon- greß zum Ausdruck, der am Freitag mit einer Tagung der medizinischen Fachpresse abgeschlossen wurde. Die Beratungen der weltumspannenden berufsständischen Organisation der Aerzteschaft, der auch die westdeutschen Kammern wieder angeschlossen sind, galten in erster Linie den Fragen der sozialen Gesundheitsfürsorge und der ärztlichen Ausbildung. Der finnische Ministerpräsident und Vorsitzende der finnischen Bauernpartei, Dr. Urho Kekkonen, hat am Donnerstag ein neues Koalitionskabinett aus Mitgliedern der Bauernpartei, der Sozialdemokraten, der Volkspartei und einem Parteilosen gebildet. Kreml unterstützt Volkskammer« Vors*lag Berlin. Der Vorsitzende der sowjetischen Kontrollkommission in Deutschland, Armeegeneral W. J. Tschuikow, verspricht in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung, daß die Sowjetunion den Volkskammervorschlag auf eine gesamtdeutsche Beratung über gesamtdeutsche Wahlen und einen Friedensabschluß energisch und dabei vollkommen uneigennützig unterstützen wird. Keine Stellungnahme des Bundesrates zur Südweststaatfrage Bonn. Der Bufcdesrat beschloß am Freitag, zu dem Verfassungsstreit über das Südweststaatgesetz keine Stellung zu nehmen. > Der Bundesverfassungsgerichtshof hatte den Bundesrats um eine Stellungnahme gebeten. Inzwischen ist der Bundestag ebenfalls um Darlegung seiner Ansicht gebeten worden. Der Rechtsausschuß des Bundestages bereitet zur Zeit eine Antwort für das Bundesverfassungsgericht vor. S*uberth schlägt europäis*e Postunion vor Aachen. Bundespostminister Dipl.-Ing. Hans Schuberth schlug am Freitag eine europäische Postunion vor, in der Gebühren, Postmarkenbild, Versand- und Verrechnungsarten sowie die Postbetriebstechnik vereinfacht und vereinheitlicht werden sollen. Der Selbstwählerferndienst im Fernsprech- und Fernschreibnetz und. der Funkdienst für Land- und Luftverkehr müßten über ganz Europa ausgebaut werden. Auf einer Tagung der Präsidenten der Oberpostdirektionen des Bundesgebietes, an der als Gäste Fachdelegationen aus Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden, sowie Vertreter der Bundesregierung teil- nahmen, stellte Schubarth den Schuman- und den Flevenplan als Vorbilder für die europäische Postverwaltung heraus. Moskau entdeckt Erfinder Moskau. Der Moskauer Rundfunk belehrte die Schulkinder der Sowjetunion am Donnerstag, daß der erste Dynamo, der erste Elektromotor und ein schnelldruckendes Mor- se-Empfangsgerät von dem Russen Boris Se- menowitsch Jacobi konstruiert worden seien. 1831, also lange vor Werner von Siemens, habe Jacobi einen Elektromotor gebaut, der gleichzeitig als pynamo verwendbar war. Das telegraphische Druckempfangsgerät habe Jacob! 1850, sechs Jahre vor dem Amerikaner David Edward Hughes, erfunden. Am Mittwoch hatte die Zeitung der Sowjetmarine „Rote Flotte“ berichtet, russische Schiffe seien als erste mit Scheinwerfern und Bogenlampen ausgerüstet gewesen. Seine Frau niedergesto*en dmt. Köln. In einem Hause in Ehrenfeld stach ein 23jähriger Zimmermann am Dienstagabend in einer Auseinandersetzung seine fünf Jahre ältere Frau mit einem Messer nieder, weil sie sich von ihrem nervenleidenden Manne trennen wollte. Die Frau erhielt mehrere Stiche in den Unterleib und starb kurze Zeit nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus. Der Mann wurde in eine Nervenklinik verbracht. deutsches Kind teilweise lebensgefährlich verletzt wurden. Wie das Hauptquartier der britischen Rheinarmee dazu mitteilt, verwendeten belgische Manövertruppen bei einem Scheinangriff auf die Ortschaft Neustadt an Stelle von Platzpatronen scharfe Munition. Der Zwischenfall wird auf einen Irrtum zurückgeführt. In diesem Zusammenhang wird bekannt, daß bei den Manöver truppen 10 Prozent- scharfe Munition mitgeführt wird. D-Zug Liverpool—London entgleist Bis Jetzt 11 Tote und 50 Verletzte London. Der Expreß London—Liverpool sprang am Freitagmorgen mit einer Geschwindigkeit von über 100 Stundenkilometer in der Nähe von Blisworth (Northamptonshire) ans den Schienen und stürzte eine steile Böschung hinab. Dabei hnwn mindestens II Personen nma Leben. Etwa 50 Reisende wurden verletzt Der Schnellzug, der fast I0O Reisende mit sich führte, entgleiste in einem Tunnel etwa 29 km vor Rugby. Auf eine Strecke von vielen hundert Metern wurden die Schienen im Tunnel aufgerissen. Als der Zug aus dem Tunnel her- rausschoß, stürzte die Lokomotive und 10 vollbesetzte Waggons die Böschung hinab. Einige Waggons verloren bei dem Sturz ihre Dächer. Aus den Trümmern erschollen die furchtbaren Schmerzensschreie der Verletzten und Sterbenden. Einer der Reisenden, der die Katastrophe unverletzt überstanden hatte, gab folgenden Bericht: „Ich sah die Leiche eines amerikanischen Soldaten und eine in zwei Hälften gerissene Nonne zwischen den Schienen“. Ein anderer Ueberlebender berichtete: „Wir fühlten, wie unser Waggon hin- und hergeworfen wurde und zum Stehen kam. Es gab einen neuen Stoß und dann überschlug sich unser Wagen.“ Ein anderer Expreßzug, der kurz nach dem Unglück auf der Strecke heranbrauste, konnte noch rechtzeitig angehalten werden. Der Lokomotivführer des verunglückten Schnellzugs wurde nach zwei Stunden unter Trümmern und Kohlen des Tenders noch lebend hervorgezogen. Etwa 100 Soldaten eines nahegelegenen Truppenübungsplatzes, Bauern und Landarbeiter aus der Umgebung halfen bei den Rettungsarbeiten. Sechs der Schwerverletzten schweben in Lebensgefahr, Millionenschaden durch Damm brach Colmar (Elsaß) Bei dem Dorfe Artzenheim im Bezirk Colmar brach in den frühen Morgenstunden des Mittwoch aus bisher noch unbekannten Gründen der Damm des Rhein- Rhone-Kanals. Durch eine 13 Meter breite Bresche ergossen sich rund 300 000 Kubikmeter Wasser auf die Felder. Es wurde eine Fläche von 40 Hektar unter Wasser gesetzt. Das Wasser drang auch in die Kellerräume der dort liegenden Häuser ein. Ein sofort errichteter Ersatzdamm verhinderte eine völlige Entleerung des Kanals, dessen Wasserstand sich um einen Meter senkte. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Francs geschätzt 11 Soldaten und ein Kind durch scharfe Munition verletzt Hannover. Während der alliierten Herbstmanöver im Raum Hannover—Bremen ereignete sich am Donnerstagabend ein schwerer Unfall, bei dem elf britische Soldaten und ein Autobahnbrücke eingestürzt Düsseldorf. Die westliche Hälfte der Autobahnbrücke des Ruhrschnellweges in Lintorf bei Düsseldorf ist am Freitag, während Bauarbeiten ausgeführt wurden, zusammengebrochen. Vier Arbeiter stürzten ab. Drei von ihnen wurden leicht verletzt. Wetterbericht Das Hochdruckgebiet liegt jetzt über Süddeutschland und wandert langsam weiter in östlicher Richtung. Damit kommen wir an seine Westseite, und mit südlichen und südöstlichen Winden wird uns wärmere Luft zugeführt. Die beständige Witterung bleibt noch bis über das Wochenende hinaus erhalten. Aussichten bis Sonntagabend: Heiter bis wolkenlos und trocken. In den Niederungen teilweise Frühnebel. Weitere Erwärmung. Höchsttemperaturen am Sonntag um 25 Grad. Wieder etwas mildere Nächte. Samstag, 22. September 1951 Einigung über fünf Hauptfragen Griechenland und Türkei im Atlantikpakt — Revision des italienischen Friedensvertrages soll erwogen werden — Nächste Tagung erst im November in Paris Ottawa. Die Außenminister der zwölf Atlantikpakt-Staaten beschlossen am Donnerstag auf der Atlantikrattagung in Ottawa einstimmig die Aufnahme Griechenlands und der Türkei in den Pakt. Mit diesem Beschluß wird die atlantische Abwehrfront von der Arktis bis an die südlichen Grenzen der Sowjetunion geschlossen Die atlantischen Streitkräfte in Westeuropa werden zugleich um 750 000 Mann verstärkt Voraussichtlich wird dieser Beschluß des Atlantikrats bis zum Frühjahr 1952 von allen Regierungen und Parlamenten der Paktstaaten ratifiziert werden. Dieser Beschluß gilt als das wichtigste Ergebnis der Tagung von Ottawa. Politische Beobachter sehen darin einen bedeutenden Schritt auf dem Wege zum Aufbau eines Schutzwalls für den gesamten Nahen Osten gegen einen sowjetischen Angriff. Als nächsten Schritt erwartet man die Bildung eines Nahostkommandos. Am Donnerstag faßte der Atlantikrat vier weitere Beschlüsse: Die für Oktober in Rom angesetzte Atlantikpakt- Tagung wird mit Rücksicht auf die britischen Wahlen verschoben. Sie soll nun im November in Paris stattfinden. Der atlantische Oberkommandierende, General Eisenhower, soll im November persönlich über den Stand der europäischen Verteidigung berichten. Die Frage einer Revision des italienischen Friedensvertrages soll erwogen und schließlich soll ein aus belgischen, kanadischen, italienischen, holländischen und norwegischen Vertretern zusammengesetzter Ministerausschuß gebildet werden, der Empfehlungen für eine engere Zusammenarbeit der Paktstaaten auf dem Gebiet der Außen-, Wirtschafts-, Finanz-, Kultur- und Sozialpolitik auszuarbeiten hat. Ferner einigte sich der Atlantikrat auf ein Programm für den Bau von Flugplätzen, Nachrichtenverbindungen und anderen Einrichtungen für die nordatlantischen Streitkräfte in Westeuropa. Man kam außerdem überein, daß die atlantischen Streitkräfte auf eine angemessene Stärke gebracht werden sollen, ohne daß die wirtschaftliche Stabilität der Mitgliederstaaten gefährdet wird. Die Tagung von Ottawa wurde am Donnerstag abgeschlossen. Schuman kündigt neuen „Sdtuman- plan” an Der französische Außenminister Robert Schuman kündigte am Donnerstag einen neuen „Schumanplan“ zur Vereinigung der Außenpolitik der europäischen Mächte unter einer überstaatlichen Behörde an. In einer Rundfunkrede an das kanadische Volk nach Abschluß der Tagung des Nordatlantikrats sagte Schuman: „Frankreich hat vorgeschlagen, daß eine europäische Kohle- und Stahlunion errichtet wird, in der die Schlüsselindustrien, die für die Produktion von hervorragender Bedeutung sind, zusammengefaßt werden. Es hat ferner vorgeschlagen, daß eine Europaarmee ins Beben gerufen wird, um an die Stelle der Nationalarmeen zu treten, die einander in der Vergangenheit so oft als Feinde in blutigem Streit gegenübergestanden haben. Frankreich wird zum geeigneten Zeitpunkt Vorschlägen, daß eine europäische politische Organisation geschaffen wird, die überstaatliche Autorität zur Führung einer gemeinsamen Außenpolitik mit dem Ziel der Erhaltung des Friedens besitzen soll." Die Verteidigung Europas, fuhr Schuman fort sei grundsätzlich eine Aufgabe für Europa selbst. „Wir Europäer sind uns darüber im klaren, daß unsere Rettung nicht allein durch Hilfe von außen kommen kann, wie großzügi; jpd weitgehend, diese auch sein mag. Deshalb organisiert und vereint sich Europa jetzt. Europa muß den Trennungen ein Ende setzen, die es durch die Zersplitterung seiner Stärke schwächen. Es muß insbesondere die jahrhundertealten Streitigkeiten über Bord werfen, die es immer wieder in Bruderkriegen zerrissen haben. Beendigung des Metallarbeiterstreiks Schöneberger Vermittlungsvorsdilag von Arbeitgeber verband und M?tall- arbeitergewerksdiatt enpenommen Frankfurt. Der Arbeitgeberverband der hessischen Metallindustrie hat am Donnerstagnachmittag mit Mehrheit beschlossen, den Schönberger Vermittlungsvorschlag zum hessischen Metallarbeiterstreik anzunehmen. Der Vorschlag sieht vor, daß die Löhne der Metallarbeiter rückwirkend vom • 1. September an durchschnittlich um drei Pfennig je Stunde erhöht und zusätzlich Wirtschaftsbeihilfen und Sozialzulagen gezahlt werden Die Metallarbeitergewerkschaft weist darauf hin, daß sich der Verdienst eines verheirateten Facharbeiters mit zwei Kindern nach dem Vermittlungsvorschlag um zehn Pfennig in der Stunde erhöht, wenn zu den höheren Tariflöhnen die Wirtschaftsbeihilfe und die Sozialzulage gerechnet werden. Die Angestellten in der Metallindustrie sollen nach dem Vorschlag eine Hausstandszulage von monatlich zwei Mark, eine Kinderzulage von vier Mark je Kind und die gleichen Wirtschaftsbeihilfen erhalten wie die Metallarbeiter. Außerdem wird sich ihr Monatsgehalt um 2,2 Prozent erhöhen. Die hessische Bezirksleitung der Metallgewerkschaft hat dem Arbeitgeberverband am Freitagabend mitgeteilt, daß sie den Vermittlungsvorschlag annelynen wird. Damit kann „Deutsche haben anständig gekämpft" Bemerkenswerte Äußerungen des Labourabgeordneten Reginald Thomas Paget y r. ■■ . London. Der Labourabgeordnete Reginald Thomas Paget schreibt am Freitag in einem Leserbrief an die „Times“: „Wenn wir deutsche Soldaten in unserer Europaarmee haben wollen, müssen wir zwischen deutschen Soldaten und Nationalpolitikem einen Unterschied machen. Wir müssen anerkennen, daß die deutschen Soldaten anständig für ihr Land gekämpft haben.“ Paget, einer der Verteidiger im Manstein-Prozeß stellte fest, mit dem deutschen Begriff „Soldatenehre“ sei eine leidenschaftliche Ergebenheit gegenüber der Armee und ihrem Befehlshaber verbunden. Die Verhaltensweise gegenüber der Armee sei etwas anderes als Patriotismus und Nationalgefühl. „Ich möchte meinen, daß sich eine europäische Armee gerade von diesen Gedankengängen leiten lassen sollte, wenn sie Erfolg haben soll.“ Paget wendet sich gegen die Behauptung, daß die deutsche Armee auf allen Kriegsschauplätzen außer in Afrika einen Deutsches Handbuch für Fremdenverkehr Band I: Württemberg - Baden - Bodensee Bisher fehlte in der Nachkriegszeit ein mit amt* lldier Unterstützung herausgegebener umfassender Wegweiser durch Deutschland für Kur, Reise und Erholung. Als neue Folge des früheren „Reichshandbuches“ füllt das „Deutsche Handbuch für Fremdenverkehr“ diese Lücke. Der Deutsche Adreßbuch-Verlag für Wirtschaft und Verkehr G.m.b.H. Darmstadt, hat in enger Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Verkehrsverbände Frankfurt sowie mit dem Deutschen Bäder-Verband und dem Deutschen Reise-Büro-Verband ein graphisch vorbildlich in Kupfertiefdruck gestaltetes Nachschlagewerk geschaffen. Der erste Band, umfassend den südwestdeutschen Raum (Württemberg, Baden, Bodensee), liegt fertig vor. Drei weitere Bände werden in kurzen Zeitabständen erscheinen. Der Band enthält mehr als 600 ausführliche Ortsbeschreibungen mit allen wissenswerten Angaben «einschließlich der Unterkunftsmöglichkelten und Hunderte von schönen Landschaftsaufnahmen. Die Fülle dieses Materials ist nach Reisezielen geordnet, so daß der Reisende sich z. B. über das Nek- karland, den Schwarzwald, die Schwäbische Alb, das Gebiet um Oberrhein und Bodensee usw. genau orientieren kann. Ein alphabetisches Ortsregister läßt jeden Ort schnell finden. Gute Karten und Kartenskizzen erhöhen den Wert des Buches. Zahlreiche Anhänge werden dem, der eine Reise plant, aber auch den Verkehrsämtern, Verkehrsvereinen und Reisebüros willkommen sein. Der bekannte Reiseschriftsteller Kasimir Ed- st .mid, Darmstadt, zeichnet in seinem Artikel ..Südwestdeutsches Panorama“ die geographischen, historischen und kulturellen Zusammenhänge und würdigt den Raum, in dem sich ein gut Teil Deutscher Geschichte — Zeiten des Glanzes und des Niederganges — abgespielt hat. Jeder, der seine Heimat liebt, wird das Buch gern zur Hand nehmen. Auch allen, denen die Erziehung und Bildung der deutschen Jugend anvertraut ist, wird der vorliegende Band ein wertvoller Helfer sein. — 2») Seiten Großquart ein- und mehrfarbiger Kupfertiefdruck. Broschiert DM 6,00, Halbl. DM. 8.26. Bilder von Rußlandgetangenen Die ersten Fotos deutscher Gefangener in Rußland, die bisher in Deutschland gezeigt wurden, veröffentlicht jetzt die „Illustrierte Woche“ (Badische Illustrierte). Es handelt sich um eindrucksvolle Grui.pen- und Massenaufnahmen, vorwiegend aus Moskau, Stalingrad und Leningrad, die aus russt sehen Quellen stammen und kürzlich über das Britische Kriegsministerium in London nach Deutschland kamen. schlechten Ruf gehabt habe. „Nach meiner Erfahrung hat man im besetzten Europa immer zwischen der Armee, die sich im großen und ganzen korrekt verhielt, und zwischen der Zivilverwaltung unterschieden, die sich zügellos benahm. Ich glaube, daß sich die Wehrmacht zumindest so gut betragen hat wie irgendeine andere Armee, der sie gegenüberstand, außer vielleicht unserer eigenen, und sehr viel besser als die Armeen einiger unserer Alliierten. Ich glaube nicht, daß anständige Engländer in irgendeiner Armee als Kameraden von Leuten dienen würden, die Feldmarschall Alexander und Feldmarschall Montgomery gefangen hielten“ Soldatenbund für allgemeine Wehrpflicht Bonn. Der Vorsitzende des Verbandes deutscher Sodaten (VdS) Qeneraloberst a. D. Hans Frießner, sagte am Freitag, er werde sich niemals mit einem deutschen Wehrbeitrag einverstanden erklären, wenn nicht vorher eindeutig klar sei, wofür und mit welchen Mitteln die künftigen deutschen Soldaten kämpfen sollten. Ein deutsches Kontingent müsse genau so ausgerüstet sein wie die anderen Streitkräfte der westlichen Länder. Erst dann könne er den Mitgliedern des VdS mit gutem Gewissen sagen: „Ihr könnt gehen“. Fließijer, der vor der ausländischen Presse in Bonn sprach, erklärte, er teile die Meinung Dr. Schumachers, daß die Alliierten zunächst ihre strategische Konzeption zu erkennen geben müßten, ehe an einen deutschen Verteidigungsbeitrag gedacht werden könne. Das Schicksal der ehemaligen und künftigen Soldaten dürfe nicht über ihren Kopf hinweg entschieden werden. Deutsche Einheiten müßten auf der Grundlage der allgemeinen Wehrpflicht aufgestellt werden, da man sonst nur Abenteurer und Versorgungswillige bekommen werde. Im Rußl^ndfeldzug habe er bittere Erfahrungen mit „Koalitionsarmeen“ gemacht. Eine Europaarmee köripe aber nach seiner Ansicht wohl in der Lage sein, einem Angriff der Sowjets standzuhalten. Voraussetzung für die Kampfkraft dieser Armee sei allerdings die Gleichberechtigung aller in ihr vereinigten Kontingente. Frießner wiederholt, daß sich der Soldatenbund von aller Tages- und Parteipolitik fern- halten wolle; es sei bedauerlich, daß in der jüngsten Zeit von einigen ehemaligen Soldaten Porzellan zerschlagen worden sei. Aussprache Adenauer-Schumacher Bonn. Bundeskanzler Dr. Adenauer hat den Oppositionsführer zu einer Aussprache eingeladen. In dem Schreiben, in dem keine Themen für die Besprechung aufgeführt sind, wird Dr. Schumacher gebeten, Termine für eine solche Zusammenkunft vorzuschlagen. Maßgebliche sozialdemokratische Kreise rechnen mit dieser Zusammenkunft am Dienstag oder Mittwoch kommender Woche. der hessische Metallarbeiterstreik nach fast vier Wochen Dauer beendet werden. Flitz Rettig wieder DAG - Vorsitzendei Berlin. Der bisherige Vorsitzende der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG), Fritz Rettig, wurde am Freitag auf dem vierten DAG-Gewerkschaftstag erneut zum ersten Vorsitzenden gewählt. Interzonenhandelsübkommen unter- zeichnet Berlin. Das neue Interzonenhandelsabkommen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetzone wurde am Donnerstag im „Haus der Ministerien“ im Berliner Sowjetsektor Unterzeichnet. Das Abkommen sieht einen gegenseitigen Warenaustausch in Höhe von je 482 Millionen sogenannte Verrechnungseinheiten in beiden Richtungen vor. Mit der Unterzeichnung.dieses Abkommens tritt automatisch auch das Kohlenabkommen wieder in Kraft. Unterschriften-Aktion für Rendulic Wien. Von ehemaligen Offizieren in Oesterreich werden gegenwärtig Unterschriften gesammelt, um die Freilassung des ehemaligen Generalobersten Dr. Lothar Rendulic beim amerikanischen Präsidenten zu erwirken. Rendulic war Anfang 1948 im Nürnberger Prozeß gegen die Südostgenerale unter der Anklage, Partisanen- und Geiselerschießungen veranlaßt zu haben, zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Zu Beginn dieses Jahres war die Strafe auf 10 Jahre herabgesetzt worden. Rendulic steht im 64. Lebensjahr. Kalbfell freigesprochen Tübingen. Oberbürgermeister Oskar Kalb-J feil, Reutlingen, wurde am Donnerstagnachmittag von der Dienststrafkammer beim Landgericht von der Beschuldigung freigesprochen, er habe bei der Erschießung von vier Geiseln durch die französische Besatzungstruppe am 24. April 1945 mitgewirkt In der Urteilsbegründung wies Landgerichtspräsident Neilmann darauf hin, daß die Beweismittel viele der gegen Kalbfell erhobenen Vorwürfe eindeutig widerlegt haben. Die Kärntner sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß Kalbfell die als Geiseln erschossenen vier Reutlinger Bürger weder benannt noch in irgendeiner Weise an ihrer Auswahl mitgewirkt habe. Et mittlungsve« iaht en gegen AA Angehörige Bonn. Entsprechend seiner Ankündigung vor der CDU/CSU-Fraktion hat Bundeskanzler und Bundesaußenminister Dr Adenauer nunmehr ein dienststrafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen die in der Artikelserie der Frankfurter Rundschau „Ihr naht euch wieder ...“ angegriffenen Angehörigen des Auswärtigen Amtes angeordnet Wie es in einer Erklärung heißt, ist die Anordnung „auf Anregung“ der Angegriffenen erfolgt. Mit dem Ermittlungsverfahren dürfte ein hoher Beamter des Auswärtigen Amtes betraut werden, dessen Aufgabe zunächst darin bestehen wird, die Angriffe, in denen lediglich die Zugehörigkeit oder der Anmeldeversuch zur NSDAP behauptet wurde, von denen zu sondern, auf Grund deren sich tatsächlich die Notwendigkeit eines Disziplinarverfahrens ergeben könnte. Die Zugehörigkeit oder die Anmeldung zur NSDAP könne, wie uns mitgeteilt wird, nur dann Gegenstand eines Disziplinarverfahrens werden, wenn beim Eintritt in das Ami bzw. im Fragebogen falsche Angaben gemacht wurden. Die sich auf Grund des Ermittlungsverfahrens möglicherweise ergebenden Disziplinarverfahren könnten ihrerseits erst dann angestrengt werden, wenn die zur Zeit noch in parlamentarischer Beratung befindliche Disziplinarordnung verabschiedet sei. Kriegsgi Überfahrten nach Italien und Belgien Kassel. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge veranstaltet im Oktober und November sieben Kriegsgräberreisen nach. Italien und Belgien Die erste Italienfahrt vom 8. bis 15. Oktober berührt die süditalienischen Gefallenenfriedhöfe Bari, Barletta, Brindisi, Cerignola. Foggia, San Severo, Troia, Lecce und Taranto und kostet 221 bis 240 Mark. Die zweite Italienfahrt geht vom 9. bis 17. Oktober nach Sizilien, Preis 285 bis 300 Mark. Vom 13. bis 19 Oktober ist eine Fahrt nach Cervia-Ferrara-Forli für 153 bis 170 Mark geplant. Nach Lommel in Belgien veranstaltet der Volksbund Fahrten am 6. auf 7. Oktober, 30 Oktober, 1. November, 20. auf 21. und 24. auf 25. November ,* 9S; y r oii6t t Samstag, 22. September 1951 Demonstration der Kultur Berliner Festwochen mit großartigen schauspielerischen und musikalischen Leistungen Während der sogenannten „Weltjugendfest- apiele“, die Antang August im Berliner Sowjetsektor Veranstaltet wurden, sagte ein FDJ- Angehöriger: Der Westen gefalle ihm gut, aber er vermisse eine gemeinsame Demonstration seiner kulturellen Leistungen. Nun, freie Menschen demonstrieren nicht gern. Was sich aber jetzt während der Berliner Festwochen künstlerisch ereignet, das ist in Wahrheit eine Demonstration der freien und unabhängigen Welt Daß diese Demonstration nichts Erzwungenes ist, sondern auf der freiwilligen und leidenschaftlichen Anteilnahme der ganzen Bevölkerung beruht, geht aus der Tatsache hervor, daß bisher alle Festspiel-Aufführungen mit 2 Ausnahmen ganz oder nahezu ausverkauft waren. Dabei sind nicht so viele Gäste aus dem Bundesgebiet oder gar aus dem Ausland gekommen, wie Berlin wegen seines großartigen überreichen Programms und einiger sensationeller Gastspiele aus Amerika, England und Frankreich erwarten durfte. Allerdings erfährt man, die Hotels seien gut besetzt. Der Reiseverkehr vom Bundesgebiet nach Berlin, der sonst mit dem ausgehenden Sommer abnimmt, ist gegenüber dem vorigen Monat noch um zehn Prozent gestiegen, und der Luftverkehr hat sogar um dreißig Prozent im Septem-, ber zugenommen. Es sind also Besucher gekommen. Das Gros des Publikums allerdings in den Konzerten und Theatern- in der Oper, in den Vorträgen und Kunstausstellungen wird jedoch von den Berlinern selber gestellt. Die Städtische Oper hatte am meisten Glück mit der Neuinszenierung des „K o n s u 1 s“ von Gian-Carlo Menotti durch Adolf Rott. Auf einer rotierenden Bühne, auf der während der Zwischenakte das düstere Wort „Urteil“ mehrmals im leeren Raum erschien, ließ er diese® musikalisch illustrierte Drama vom Untergang des Einzelnen, der gegen Gewalt und Bürokratie für die Freiheit kämpft, in. einer unheimlichen Atmosphäre abrollen. Die Uraufführung von Francesco Malipieros „F a n- taslen um Callot“ erregte zwar das Befremden des Publikums, aber auch Experimente gehören in ein FesUpielprogramm, zumal dann, wenn sie von bedeutenden Künstlern stammen. Kein Wagnis bildete das Gastspiel der leidenschaftlichen amerikanischen Sängerin Astrid Vamay. Ihr ging ein Ruf voraus, der das 1500 Plätze fassende Haus der Städtischen Oper in „T ri s t a n und Isolde“ und in „W a 1 k ü r e“ ganz füllte. Sie bestätigte alle Erwartungen und feierte auch in Berlin wie vorher in Bayreuth Triumphe. - Ahr Tage, an dem „Tristan und Isolde“ ausverkauft-war. ging der „Wilhelm Teil“ 1m neueröffneten Schiller-Theater zum erstenmal vor einem bis zum letzten platz gefüllten Auditorium in Szene.. Also erlebten an einem Abend allein 2500 Menschen in Berlin zwei sehr anspruchsvolle Aufführungen. Boteslaw Rarlogs Einstudierung konnte sich auf keine glanzvollen Namen stützen. Nur Albert Bas- s*-rmann war für den Attinghausen gewonnen worden und bekam den Beifall eines sich an die Vergangenheit erinnernden Publikums Problematische Theater-Uraufführungen Auch im Theater waren die beiden bisherigen Uraufführungen problematischer Natur. Doch verdienen sie trotzdem, zur. Diskussion gestellt zu werden. Die tragische Satire „S a 11 o mortale“ des geistvollen Berliner Kabarett- Dichters Günter Neumann ging ln der „Komödie“ mit Tatjana Sais und Hans Nielsen in Szene und wurde besonders durch die Chansons zu einem Publikumserfolg, zeigt aber die literarischen Grenzen dieses genialen Spötters. Das Stück um Francois Villon „Die Geduld der Armen“ von Egon Larsen und Erich Simm hat Ludwig Berger für das Theater am Kurfürstendamm inszeniert. Auch dieses Vil- lon-Stück wird wie alle seine Vorgänger dem Geist der Figur nicht ganz gerecht. Aber die farbigen Momente sind von der Regie voll ausgekostet worden. Höhepunkte waren die beiden ausländischen Ensemble-Gastspiele: das der Comädie Fran- Caire mit Möllere „Bürger als Edelmann“ im Schiller-Theater und das der Theatre Guild aus New York mit „Oklahoma“. Zwei volle Häuser . . zweimal ein ganz verschiedenes Publikum. Die französische Aufführung überraschte auch die Kenner, die den starr-zeremoniellen Darsteilungsstil der Comedie erwartet hatten und plözlich eine Aufführung sahen, die durch die moderne Regie des Jouvet-Schü- ’.ers Jean Meyer neuartige Akzente erhalten hatte und in all ihrer tänzerisch, kostümlich, dekorativ und musikalisch barocken Pracht dennoch sehr aufgeloekert wirkte. Die Hemdsärmeligkeit de® volkstümlichen Singspiels „Oklahoma“, das zum erstenmal von den Amerikanern in ihrer New Yorker Besetzung in Europa gezeigt wird, entzückt das hiesige Publikum. Dem Ereignis der Aufführung von Beethovens Neunter Sinfonie durch Wilhelm Furtwängler folgten eine romantische Serenade im Jagdschloß Grunewald, ein interessantes Konzert moderner Musik durch das Hamburger NWDR-Orchester, zwei sehr gut besuchte und erfolgreiche Kammerkonzerte von Gerhard Taschner und Gerhard Puchelt und anderes mehr. Amerikanische „Medea“ Zu einem großen Erfolg für Judith Anderson wurde die Aufführung der „Medea“ in einer Bearbeitung des zeitgenössischen amerikanischen Autors Robinson Jeffers. Mit dieser Darbietung war das venyaiste Hebbel-Theater zum erstenmal während der Berliner Festwochen wieder Schauplatz eines großen Theaterereignisses. Die amerikanische Theaterbearbeitung hält sich im wesentlichen an das Euripides-Original. Sie hat nur die Frauenchöre durch Einzelsprecher ersetzt und einige Haß- tiraden weggelassen. Geblieben ist die unkomplizierte Grausamkeit de» antiken Vorwurfs. Ein musikalisches Ereignis war das Bela- Bartok-Konzert des Rias-Sinfonie-Orchesters unter Leitung seines Dirigenten Ferenc Fricsay im Titaniapalast. Christopber-Fry-ErsUuffäbrungen Besondere Beachtung fand am zwölften Tag der Berliner Festwochen die deutsche Erstauf- . Psalmengebet* Oratorten-Uraufführun* ln Freiburg Dramatisch sehr geschickt .ausgewählte Psalmengebete der Kirche bilden das textliche Gerüst kür ein Oratorium, das den als Kapellmeister an den Städtischen Bühnen Frei bürg taugen Horst Schneider zum Komponisten hat und dieser Tage unter seiner eigenen Leitung zur erfolgreichen Uraufführung kam. Sind schon die derart zusammen gestellten Schriftworte auf das Ziel hin geordnet, dem Ruf nach Erlösung einer not- und angstgepeinigten Menschheit von heute gewissermaßen die zeitlosreligiöse Resonanz zu geben, so ist vom Musikalischen her alles getan, um diesen Ruf durch ein äußerstes Aufgebot stimulierender Klangmassen bis zur Erschütterung zu verstärken. Die in einem großartigen Anlauf immer höher hinaufgesteigerten Wirkungen werden insbesondere von dem großen Orchester getragen, einem mit Klavier und viel Schlagzeug durchgesetzten Instrumentalkörper, der seine vokalistische Entsprechung in einem ebenso klangmächtigen gemischten Chor findet — zwei Eckpfeiler, die von einem melodisch zart geschwungenen Bogen, den beiden Solostimmen, überwölbt sind. Unter Horst Schneiders, des Komponisten, disziplinierter Stabführung, erlebte das bedeutende Werk seine Uraufführung mit allen Kennzeichen eines großen Erfolgs, daran nicht zuletzt die beiden Gesangssolisten Helmtrude Kraft und Hermann Rieth ihren Anteil hatten. Dr. B. „ln Cognac gibt es keine Tränen” Deutsche Erstaufführung einer HBmberg-Komödie ln Karlsruhe In Cognac, der französischen Provinzstadt, beauftragte der Vater des letzten Valois in der Renaissancezeit aeine Gattin auf dem Sterbebett, seinen Sohn Franz I. zu einem Leben zu erziehen, in dem Schmerz und Leid unbekannt sein sollten. In Coc- nac sollte es keine Tränen geben. Daß einem König trotz aller guten Vorsätze und der entsprechenden Veranlagung Schmerz und Tränen aber nicht erspart bleiben, das nachzuweisen unternahm Hans Hömberg in seiner Komödie, die im Staatstheater Karlsruhe für Deutschland erstaufgeführt wurde. Sein leichtbeschwingter und unbeschwerter König Franz I., der seinem Volk ein Leben der Heiterkeit schenken will, muß als Gefangener Karls V. nach der Schlacht bei Pa via elnsehen, daß seine Devise allzubillig war. als daß sie vor dem Leben bestehen könnte. Mit einem wahrhaft „königlichen“ Aufgebot von vier Kaisern und Königen, unbekümmert um historische Ueberlteferungen und chronistische Unwahrscheinführung zweier Einakter Christopher Frys in der Nachdichtung von Hans Feist. Christopher Fry hat aus der grotesken Geschichte der Witwe von Ephesus ein graziöses Spiel. „Ein Phönix zuviel“ — gemacht. Boleslaw Barlog verwandelte in der Inszenierung im Schloßparktheater den geistreichen Scherz zurück in die ursprüngliche Burleske. Der Satire folgte nach der Pause ein ernstes Spiel: „Schlaf der Gefangenen“. Das Publikum das dem leichten Ton so schnell gefolgt war. hörte verwundert die nächtlichen Gespräche der vier gefangenen Soldaten in der Kirche, in denen in quälenden Träumen wirkliche Begebenheiten zwischen ihnen noch einmal aus der Erinnerung hervortreten. Mit dem Wort „Hoffen“ verklingt das symbolisch Leben deutende Stück, das vom Publikum abwartend aufgenommen wurde Brittens „Bettleroper“ Das Gastspiel der Hamourgischen Staatsoper mit Benjamin Brittens „Bettleroper“ nach der alten „Beggar’s Opera“ von Bay in der Inszenierung Günther Bennerts wurde am Dienstag am 13. Abend der Festwochen mit freudigem Beifall aufgenommen. Starken Beifall errang auch der blinde griechische Pianist Georges Themeli bei einem Konzertabend im Rahmen der Berliner Festwochen im british centre. Themeli, der ein Schüler von Mar- guerite Long Ist, spielte Werke von Chopin, Liszt, Debussy. Faure. Granados, Ravel und Bach. Reichen Beifall ersang sich der New Yorker Hall-Johnson-Chor der am Dienstagabend innerhalb eines Bunten Abends, der im wesentlichen von Solisten, Orchester und Ballett der Städtischen Oper bestritten wurde, zum erstenmal in Berlin vor die Oeffentlichkeit trat. Der berühmte Neger-Chor unter seinem Dirigenten Dr. Hall Johnson sang mehrere Volkslieder und ließ bei diesem Ausschnitt aus seinem Schaffen die vielfältigen Möglichkeiten und das hervorragende Stimmenmaterial seiner 25 Mitglieder erkennen. Das Juilliard-Quartett, Amerikas führendes Streichquartett, das aus Anlaß der Berliner lichkeiten, läßt Hömberg Inder chronikartigen Szenerie seiner Komödie die Einsicht durchbiicken, daß die Menschen zu allen Zeiten gleich sind, mit all ihren Schwächen und ihrer. Größe, ihrem Mut und ihrer Verschlagenheit. Den ausgedehnten Dialogen wäre allerdings gelegentlich ein Schuß guten Cognacs ganz nützlich gewesen, um Jenen Esprit zu erzeugen, der die „Kirschen für Rom“ auszeichnete. Die Inszenierung Waldemar Leitgebs hätte hier vielleicht durch einige Straffungen und weniger Pathos heilsam WacKheifän kühnen. Die beste Leistung des ausgeglichenen Ensembles zeigte neben Kurt Müller-' Graf (Franz I.) in Maske und Spiel Werner Nippen als Karl V. Das Publikum nahm das Stück freundlich auf, ohne sonderlich ergriffen zu sein. Jürgen Buschkiel Hans Pölzig im Badischen Kunstverein Karlsruhe Die erstmals in Krefeld und Jetzt im Badischen Kunstverein gezeigte Ausstellung von Bildern und Entwürfen Hans Pölzigs vermittelt einen erregenden Einblick in das Wesen und Wollen dieses genialen Baukünstlera. Prof. Egon Eiermann, ein Schüler Pölzigs. machte ln einem einführenden Vortrag mit seiner menschlichen wie künstlerischen Persönlichkeit bekannt, nicht ohne die Schwere des Verlustes dieses einzigartigen Mannes zu beklagen, der sich buchstäblich darüber zu Tode grämte, daß im Dritten Reich kein Platz mehr für seinesgleichen sein sollte. Dabei sind gerade einige seiner phantasievollsten, architektonisch schwelgerischsten Entwürfe, wie der zu einem Salzburger Festspielhaus oder zum Genfer Völkerbundspalast, nicht verwirklicht worden. Was aber davon praktisch Gestalt wurde, lebt z. T. noch als ein so rasch nicht an Vorbildllchkelt verlierende* Zeugnis schöoferi- scher Baukunst fort. Es seien unter vielen Beispielen nur die Gebäude der IG.-Farben in Frankfurt, das Reinhardtsche Große Schauspielhaus oder das Haus des Rundfunks — beide in Berlin — genannt. Aber auch ln die Nüchternheit industrieller Zweck, bauten oder ganzer Wohnblocks schlug sein raumkünstlerisches Empfinden eine gewaltige Bresche, wie zahlreiche Fotos beweisen. Dabei ist noch nicht seiner alles andere als dilettantischen Malversuche gedacht, die bei aller Anlehnung an größere zeitgenössische Vorbilder in Farbe und Bildaufbau einen durchaus eigenpersönlichen, musikalisch-dity- rambischen Charakter tragen. Zu erinnern bleibt schließlich, daß kein Geringerer als Theodor Heuß dem Toten das schönste Denkmal gesetzt hat, als er die ebenso gi undgescheite wie liebevolle Hans- . .zig-Biographie, die kürzlich neu aufgelegt wurde, schrieb. Bgr. Festwochen zum erstenfhal nach Deutschland gekommen ist — gab im british centre einen Kammermusikabend mit Werken von Mozart, Beethoven und Schönberg. Die Zuhörer zeigten sich sehr interessiert und beifallsfreudig. Unter Leitung von Felix Raabe gastierte der Aachener Madrigalchor mit den Solisten Hella Krähe und Rudolf Schock im Titania-Palast Die Vortragsfolge enthielt Johannes Drießlers Kantate „Diogenes im Faß“. Canzonetten und Madrigale von Monteverdi und die „Carmina Catulli“ von Orff. Noch läßt sich kein gültiges Gesamturteil gewinnen. Denn nach den bisherigen Erfahrungen dürfen diese ersten Berliner Festwochen als Erfolg und zwar nicht nur in künstlerischer Hinsicht, sondern vor allem auch als ein Erfolg des Publikums bezeichnet werden, das die Veranstaltungen, zum Teil unter wirtschaftlichen Opfern, besucht. Kritisch bemerkt Will Höhne fliegt mit Seidenstrümpfen „Klappern gehört zum Handwerk“, ein altes, bewährtes Sprichwort, für das jeder Verständnis hat. Es kommt aber letzten Endes darauf an, wie geklappert wird Heute ist es leider sowiet gekommen, daß wir uns keine Operette, keine Revue und keinen Film mehr insehen können, ohne daß wir von den zum Teil sehr aufdringlichen Reklamen erschlagen werden. Man hat sich auch nicht gescheut, in die Literatur Einzug zu halten, und zwischen den Seiten einer bestimmten Buchausgabe den Leser darauf aufmerksam zu machen, welche Zigarette er sich beim Lesen anzünden soll. Schauen wir uns nun einmal diesen Werberummel an: Norbert Schultze und Fritz Fischer, zwei Experten mit großen Namen, konnten es nicht verhindern, daß ihre Operette „Käpt’n bay bay“ in Hamburg fast zur Hälfte mit Reklamematerial durchsetzt wurde. Gleich im ersten Bühnenbild stehen rechts und links zwei riesige Schnapsflaschen einer bekannten Firma. Man trinkt auch auf der Bühne den Eierlikör, der dten Namen eines bekannten Boxers trägt und weist auf die Güte des Fabrikates hin. Selbst der Name einer Essigfabrik wird genannt und man scheut sich auch nicht, ein anrüchiges Lokal in Hamburg zu erwähnen. Einer ausländischen Fluggesellschaft gelang es, ein ganzes Bühnenbild mit der ihr eigenen Uniform zu bevölkern. Es war eine Farbensymphonie in Blau und das Publikum erfuhr, wie sicher und bequem man mit dieser Gesellschaft um die Welt reisen kann. Zu guter Letzt kommt der Star dieser Operette, Will Höhne, mit einem Ballon vom Himmel, der in Riesenbuchstaben den Namen einer Styumpffirma trägt, .und landet zwischen dem. Ballett, Die beinschwingenden Mädchen haben zur .Ueberraschung Höhnes keine' Strümpfe an. Aber der gute Käpt’n hat jeder einen Karton, natürlich der bestimmten Firma, mitgebracht. Im Film erleben wir heute nichts Besseret. Es gibt jetzt schon Manager, deren Aufgabe es ist, indirekte Reklamen beim Film „zu landen.“ Er paßt auch auf, daß die Kamera genau die Szene einfängt, und daß das Publikum erkennt, welcher Sekt an der Bar getrunken wird. Er achtet aber auch darauf, daß «er Filmstar beim Zähneputzen die Tube mit der Aufschrift sehen läßt, und erreicht, daß jeder Kinobesucher am Schluß des Filmes, weiß, welche Seife für die Haut am besten ist. Nicht nur, daß der Spielfilm heute, was früher streng verboten war, Reklametricks in rauhen Mengen serviert, wie es zum Beispiel Johannes Heesters motorroUemd im „Professor Nachtfalter“ mit einer Schar junger Damen tut, nein, dem Kinobesucher wird auch noch ein passender Werbefilm vorgesetzt. Ja, selbst die Kinoplakate bleiben nicht verschont. Man findet also überall Mittel und Wege, mit denen man das Publikum von der Qualität bestimmter Waren überzeugen will. Im Ausland sind derartige Methoden nicht statthaft. Bei uns arten sie aber vielfach in Belästigung aus. Sollten nicht in absehbarer Zeit diese Gepflogenheiten unterbunden werden, so singt Falstaff bald ein Schnapslied von der Firma . .. und in den „Nibelungen“ stärkt man sich mit einem Eierlikör von der Firma.. Tagt.: Naeh« IM (W). M» , SS* (W), 7 65 , t.M (W). 19.S0, »0» — Programmvorschau 1 1» - Werbefunk 115 (nur W) — Schulfunk 10.11 (nur W) Radio Stuttgart MW: 622 m - KW: «9,75 m - UKW: Stgt -Funkh 80.9. St -Degerl 88,1, Heidelberg-K 914, Ulm 894. Mühlacker 89,7. Karlsruhe 884 MHZ- Sonntsg, 23. Sept. 9.15 Geistliche Munk 9 45 Die Kommödtanten kämmen 10.30 Melodien am Sonntagmoi gen 1120 Das Meisterwerk 12.00 Musik am Mittag 13 00 Rendezvous in Wien 14.30 Kinderfunk 15.00 Ein vergnügter Nachmittag 17.50 Streichquartett ivon Haydn) 18 15 Herbstl. Welsen ' 20.05 Heiteres aus der Ehefibel 23 00 Tanzmusik Aas dem UKW-Programm 15.00 Kleines Konzert 15.30 Satiren 16.00 Musik gr. Meister 16.45 Für Fotofreunde 19.05 Abendmelodie 20.05 Hohe Messe H-Mol) von Bach Montag, 24. Sept. 10.45 Die Krankenvisitc 15.30 Kinderfunk 18.00 Nachmittagskonzert 16.45 Neua Bücher 17.00 Konzertstunde 11.00 Da* Orchester Kurt Rehfeld 1S.35 Gartenfunk 19.00 Arturo Toacaninl dirigiert Brahms 20.05 Musik für Jedermann 21)5 Woche des Theater* Kritiktrinnerungen 21.45 Zur Lag* tn Aalen 22.10 Klaviermusik 22.25 Aua dem zeitgenösa. Opemschaffen Ae, dem UKW-Programm 18.30 Abendmelodie 20.05 Ostasien — gestern und heute 2100 Klavierkonzert G-dur v. Beethoven 22.30 Leichte Musik am späten Abend Dienstag, 25. Sept. 12.00 Musik am Mittag 15.30 Karl Kleber am Klavier 18.00 Nachmittagskonzert 16.50 Frauenfunk 17.05 Zum Fünf-Uhr-Tte 17.45 Südwestdautsch* Heimatpost 18.00 Klänge der Heimat 18.30 Stellenanzelger 19.00 Des Orchester Kurt Graunk* 20.05 Vardi-Zyklua 11. Abend 22.10 Tanzmusik 23.11 Wiadarböran macht Freud* Au* dem UKW-Programm 18.30 Abendmelodie 1 19.30 Abendmelodie II 20.05 Notenkarussell 21.00 Teehn. Ratschläge für den UKW-Hörer 22.30 Klass. Konzert mit beliebten Solisten Mittwoch, 2#.' Sept. 10.45 Die Krankenvisite 12.00 Musik am Mittag 14.15 Unterhaltungsmusik 14.30 Kinderfunk 15J10 Das Heinz-Lucai- Sextett 18.18 Die Kaffeestunde für die Hausfrau 17.18 Hausmusik f 18.00 Das Rundtunkunterhaltungsorchester 20.08 Johanna v. Piennea (Schauspiel) 21.18 Alte franz. Meister 22.10 Melodien von Eric Fischer-Larsen 23.00 MusikaL Plauderei Aas dem UKW-Programm 18.30 Abendmelodie 20.05 Ein große* Ope rettenkonzert 21.45 Musikal. Fantasia von Werken von Franz Schubert 22.30 Leichte Musik Donnerstag, 27. Sept. 12.05 Musik am Mittag 15.30 Am Klavier: Wolfgang Gerl 16.00 Konzertstunde Stuttgarter Komponisten 17.15 Unterhaltungsmusik 17.45 Vom neuen Brot 18.00 Klänge aus London 18.30 Sport von gestern und heute 19.00 Schöne Stimmen 19.30 Von Tag zu Tag 20.05 Polka, Possen, Polonaisen 21.00 Aus neuen Operetten 23.15 Orchesterkonzert 0.05 Jazz im Funk Aas dem UKW-Programm 18.80 Abendmelodie 20.05 Am Rande vermerkt 21.15 Neues von der Krebsforschung 21.45 Meisterwerke der Kammermusik 22.50 Laichte Musik Freitag, 28. Sept. 10.45 Die Krankenvisite 12.00 Musik am Mittag 15.30 Kinderfunk 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Neue Bücher 17.00 Volksmusik 17.45 Fischer Lorenz erzählt wahre Geschichten 18.00 Operettenmelodien 19.00 Unterhaltungsmusik 19.30 Im Namen . des Gesetzes 20.05 Sinfoniekonzert 21.10 Wege zur Dichtung 22.10 Tanzmusik 23.15 Unterhaltung Aus dem UKW Programm 18.30 Abendmelodie 19.30 Klass. Musik 20.05 George Gershwin Funk-Biographie 21.15 Volkslieder und Sprüche 21.40 Bunte Melodien Sonnabend, 29. Sept. 12.05 Musik am Mittag 15.40 Jugendfunk 18.00 Gegen Kummer und Sorgen 17.15 Musik vom Broadway 18.00 Bekannte Solisten 18.30 Stellenanzeiger 19.00 Glocken der Heimat 20.05 Farn. Staudenmaier 20.45 Wie Sie wünschen Eine Melodienfoige 21.45 Sportrundschau 22.10 Meister Ihres Fach* 22.45 Die beliebtesten Schlager a. allerWelt 0.05 Symphonische Werke von Hans Pfltzner Aas dem UKW Programm 15.00 Unterhaltungsmusik 16.00 Zu Tanz und Tee 17.00 Symphonische Musik 19.30 Abendmelodie 20.05 Klassische Musik 21.15 Das Ballett 22.00 Worte zum Sonntag / Jahrgang 140 29. September 1951 Jubiläumsausgabe OFFEN BURG WILLKOMMEN IN OFFENBURG heurige Zeit mit ihrer wirtschaftlichen Not für weitaus den größten Teil unseres deutschen Volkes läßt bei danken aufkommen, ob bei uns nicht zu viel getan wird an Feiern und Festen. Man kann sich des Eindrucks als ob die Anlässe zu manchen Festen recht gesucht slhd. Die Stadt'Offenburg brauchte keinen Anlaß zu suchen für das Fest, das sie in der Zeit vom 19. September bis geht. Zwei Anlässe sind es, die die Stadt bewogen haben, alle ihre Freunde von nah und fern, insbesondere die Bewohner unserer gesegneten Ottenau aufzurufen, gemeinsam mit der städtischen Bevölkerung zu feiern. In den letzten September-Tagen feiert Offenburg zunächst di? Tatsache, daß 850 Jahre vergangen sind, seit dem Tag, an dem Offenburg nach unserem Wissen erstmals in einer Urkunde, die uns erhalten geblieben ist, erwähnt wurde. Wenn auch die Stadt in Wirklichkeit wesentlich älter ist, so wollen wir uns doch bescheiden mit dem, was nachweisbar ist und das ist eine Zeit, in der ein Großteil dessen sich ereignet hat, was wir heute Geschichte schlechthin nennen. Ein kleiner Ausschnitt aus dieser Geschichte hat sich in Offenburg selbst abgespielt und die städtische Geschichte ist insgesamt ein getreues Spiegelbild dessen gewesen, was in der Welt geschah. Wenn die Stadt Offenburg heute erstmals ein städtisches Jubiläum feiert, so sollen es Tage der Besinnung sein, die unsern Blick zurücklenken auf all die Geschehnisse, die sich in Hunderten von Jahren in unseren Mauern abgespielt haben, Tage der Besinnung auch darauf, daß unsere Stadt nach allen Zerstörungen und Verwüstungen immer wieder gewachsen ist als Kernpunkt einer Landschaft, die in gleichem Maße sich nach allen Stürmen wieder erholt hat und heute mehr denn je blüht und gedeiht. Es sollen auch Tage der Besinnung darauf sein, wie sehr wir, die wir heute leben, nur Glieder einer endlosen Kette von Geschlechtern sind, und sie sollen uns mahnen, unser eigenes Schicksal nicht zu wichtig zu nehmen. Mit Recht verbindet die Stadt Offenburg ihr Jubiläum mit der nun wieder alljährlich stattfindenden Ortenauer Herbstmesse, denn was die Stadt war und geworden ist, ist sie nicht nur aus sich selbst geworden, sondern als Zusammenfassung der Kraftströme, die aus der Landschaft kommen, deren Mittelpunkt die Stadt ist. Auch heute noch setzt daher die Stadt ihren Stolz - darein, Zentrale der Ortenau zu sein und ihr Fest in weiser Beschränkung mit denen zu feiern, deren Schicksal unser Schicksal ist. Die Ortenauer Herbstmesse wird dieses Jahr in noch größerem Ausmaß gegenüber dem letzten Jahr eine Schau sein, in der nicht nur die jubilierende Stadt, sondern ebensosehr die ganze Ortenau das zeigen wird, was sie dem Beschauer bieten kann. Ein Bilderbuch soll sie sein, in dem jeder Beschauer alles sieht, was diese gesegnete Landschaft her-' vorbringt. Wir heißen alle unsere Gäste, die sich zur Herbstmesse und zu den zahlreichen Jubiläumsveranstaltungen einfinden werden, herzlich willkommen. vielen den Ge nicht erwehren, Oktober be- ObMofirgermeister ♦ Fest der Besinnung und Freude Eine Betrachtung zur 850-Jahrfeier der ehemaligen freien Reichsstadt Offenburg und zur Ortenauer Herbstmesse Ö ffenburg läßt sich seine Vergangenheit etwas kosten, sagen viele. Es gibt allein für die Kostüme des historischen Festzugs am morgigen Festsonntag 25 000 DM aus. 25 000 DM für einen Umzug von zwei Stunden und über einen Kilometer Länge, 25 000 DM und mehr für die Darstellungen und Darsteller der 850jährigen Stadtgeschichte. Nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch Bürger haben schon Berechnungen angestellt und überlegt, ob für dieses Geld nicht eine bessere und zweckmäßigere Verwendungsmöglichkeit bestanden hätte. Da hat man ausgerechnet, wieviel Wohnungen man hätte bezuschussen, welches Baugelände erschließen oder welche Straße man hätte instandsetzen können. Diese Arbeiten wären gewiß nicht unnötig gewesen und hätten sicherlich keinen Widerspruch erregt. Doch wer so nüchtern rechnet, hat zwei sehr wichtige, sogar die wichtigsten Momente außer acht gelassen; er hat vergessen, daß für die 850-Jahrfeier letztlich fast' keine Mittel des städtischen Haushalts aufgewendet werden, und daß die Stadtfeier erst in letzter Linie als geschäftliche Angelegenheit betrachtet werden darf. Die 850-Jahrfeier trägt sich durch den Verkauf der Festabzeichen und die Steuern, die sie der Stadt in erhöhtem Maße einbringt, im wesentlichen selber. Was die Stadt, sagen wir besser: Offenburgs Bürger übernehmen, das ist das geringe geschäftliche Risiko, was sie dagegen zu gewinnen haben, das ist ungleich mehr. Es wäre billig, hier außerdem auf das Sprichwort zu verweisen, das sich die Glücksbuden auf den Jahrmärkten zu eigen gemacht haben, das Sprichwort, daß, wer nicht wagt, auch nicht gewinnt. Ein Glücksspiel hätten wir nicht mitgemacht, wohl aber glaubten wir ein Vorhaben unterstützen zu dürfen, dem die Vernunft nicht entgegenstand und die Aussicht auf den erwarteten Erfolg nicht widerriet. Es ist das Vertrauen auf die gute Frucht aller ehrlichen Bemühungen, die uns die 850-Jahrfeier bejahen läßt. Diese Frucht kann sich nicht sofort in vollem Ausmaß zeigen, ihr Wachstum braucht seine Zeit. Wie der Bauer in der Hoffnung auf des Allmächtigen Segen das Samenkorn der Erde anvertraut, so laden wir vertrauensvoll Stadt und Land zum Offenburger Stadtjubiläum in der Hoffnung ein, daß die Festtage sowohl den Bürgersinn in der Stadt wecken und fördern als auch die Verbundenheit der Stadt mit dem Land in gleichem Maße zum Bewußtsein bringen und bestärken werden. Wenn sie das vermögen — und wir haben keinen Anlaß, auch nur im geringsten daran zu zweifeln — dann wSfd ihr Sinn voll erfüllt, dann zeitigen sie den kommunalen Erfolg, um den allein es sich bei ihnen handeln kann. Er wird nicht sogleich sichtbar sein. Wir sind heute im allgemeinen gewohnt, eine Sache nur danach zu werten, was sie im Moment Zählbares einbringt, was sie „abwirft“. Der überspitzte KStionäfrsmus und der kühle Begriff der Rentabilität beherr- a e liCH allzu s eh r unser Denken. Wenn wir - ausschließlich unter solchen materiellen Gesichtspunkten auch die 850-Jahrfeier betrachten wollten, dann freilich müßten wir sie ablehnen. Denn ein lukratives Geschäft kann sie für den Veranstalter nie und nimmer werden. Sollte sie das ihrer Absicht und ihrem Zweck nach sein, wäre sie besser nie begangen worden. Gewiß bringt sie Tausende von Menschen in die Stadt und bestimmt für Tage auch ihr wirtschaftliches Leben. Aber ihr eigentlicher Sinn liegt doch in etwas ganz anderem, in einem Bereich, in dem es kein Soll und kein Haben gibt, wo man nicht nach plus und minus rechnet. Nur der wird u. E. das Jubiläumsfest der Stadt Offenburg gebührend würdigen können, der es als ein kulturelles Ereignis in der Stadtgeschichte und der Geschichte der Ortenau versteht, als ein kulturelles Ereignis in der lokalhistorischen Entwicklung, die mit den Tagen vom 28. September bis 8. Oktober 1951 keinerlei Abschluß findet, sondern nur zu einer kurzen Selbstbesinnung berechtigten Anlaß gibt. Offenburg könnte, wenn es schon das Jahr 1101 als sein Gründungsjahr betrachten will, zu jedem anderen Termin des Jahres 1951 seine 850-Jahrfeier abhalten. Es sind praktische und ideelle Erwägungen, die es sie der Herbstmesse unmittelbar voraus — und mit ihr Zusammengehen läßt. Die 850-Jahrfeier ist auch kein politisches Ereignis von einschneidender Bedeutung für den Ablauf der Heimatgeschichte wie etwa das Revolutionsjahr 1847/48, oder, um weiter zurückzugreifen, das Jahr 1218, in dem der letzte Zähringer-Herzog mit Berthold V. starb, worauf Offenburg durch Friedrich II. zur Freien Reichsstadt erhoben wurde, was es bis 1802 geblieben ist. Man wird in kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten bei der Aufzählung lokalhistorischer Daten eher den Tag nennen, an dem Offenburg wieder frei geworden ist von der Besatzung, als die Jubiläumstage im September/Oktober 1951. Von der rein politisch-historischen Seite her wird man der 850-Jahrfeier keine allzu große Bedeutung zumessen dürfen. Spätere Generationen werden sie wahrscheinlich aber einmal im Zusammenhang der großen Offenburger Volksfeste nennen, etwa mit, um abermals einen weiten Bogen über die Jahrhunderte zu spannen, der glanzvollen Herrenfastnacht des Pfalzgrafen Philipp I. im Jahre 1483 und dem dadurch angeregten großen bürgerlichen Schützenfest mit den benachbarten Reichsstädten. Der Chronist wird mit Stolz den historischen Festzug mit 800 Mitwirkenden, 550 Kostümen, 50 Gruppen und 111 Pferden verzeichnen, und Offenburgs Bürger werden dereinst einmal versuchen, das großartige Schauspiel zu rekonstruieren, das morgen nachmittag vor unseren Augen ab- rollen wird. Kein wirtschaftliches und kein politisches Ereignis also, sondern ein Fest, geeignet zur Besinnung und der daraus entspringenden Freude, wird die erste Offenburger Stadtfeier seit seinem Bestehen bringen. Im historischen Festzug werden sie ihren sinnfälligsten Ausdruck finden. Auch der Bürger, der sich noch nie mit der Geschichte Offenburgs beschäftigt hat, wird durch die Feierstunden und durch die Bilder der Vergangenheit an diese herangeführt und mit ihr vertraue gemacht. Begebenheiten glücklicher und unglücklicher Epochen werden noch einmal lebendig. Was sonst nur Geschichtsbücher und Museen berichten, nimmt hier nochmals Gestalt an. Achthundertfünfzig Jahre kehren wieder. Von Dr. Alfred Gatter Acht Jahrhunderte und ein halbes stehen in ihren wichtigsten Abschnitten für kurze Zeit wieder auf, um beispielhaft zu zeigen, daß auch ihre Menschen ihre Sargen hatten, vom Schicksal geschlagen, von Kriegen heimgesucht und von Todesängsten gequält wurden, daß aber auch sie in schwersten Stunden immer wieder Gnade gefunden, die Kraft empfangen und den Mut aufgebracht haben, ein Leben des Glaubens, des Dienens und des Gehorsams in der Gemeinschaft zu führen. Auf die Jahre der Pest in der Mitte des 14. Jahrhunderts blühten die bürgerlichen Gewerbe wieder auf, und aus den Trümmern des 9. September 1689 entstand das Offenburg der Neuzeit, auch nicht wie Phönix aus der Asche, sondern arm- und mühselig, nur langsam sich wieder erhebend — so wie das Offenburg, um eine Parallele mit unserer Zeit zu ziehen, von 1945, das, audi 'pestprogrAvnm vom 99. Sept. 19St Um 7. OM. 19S1 Samstag, den 29. September 1951 20.00 Festabend. Landestreffen der Sudetendeutschen Sonntag, den 30. September 1951 9.00 Kundgebung der Sudetendeutschen (Stadthalle) 14.00 Großer historischer Festzug 18.00 Weinbrunnenbetrieb (Auf dem Fischmarkt) Mittwoch, den S. Oktober 1951 20.00 Festliche Opemaufführumg (In der Stadthalle) Samstag, den 6. Oktober 1951 Verbandsschau für Pferde, Rinder und Schweine 13.00 Richten der Schweine (Im Schlachthof) 17.00 Schaukritik für die Schweinezüchter (Im Wirtschaftszelt auf dem Meseegelände) Samstag, den 6. Oktober 1951 19.00 Züchterabend (Im Wirtschaftszelt) Sonntag, den 7. Oktober 1951 8.00 Richten der ausgestellten Pferde und Rinder (Im Schlachthof) 11.00 Tagung de« Kreisverbandes des Badischen Landwirtschaft!. Hauptverbandes (Im Wirtschaftszelt) 11.00 „Lauf rund um Offenburg“ 14.00 Vorführung der prämiierten Tiere mit Preisverteilung, Zugleistungsprüfungen (Turnierplatz) 16.00 Vorführungen. der Deutschlandriege der Turner und Festspiel „Castrum Offinburc“ (Stadthalle) aus vielen Wunden blutend, heute noch unter den Folgen des unseligen Krieges zu leiden hat. ■; Aber auch unsere Altvordern haben solche Bedrängnisse überwunden. Nach Brandschatzung, Plünderung, Besatzung und Vergewaltigung brachten sie ihre so oft gestürmte Burg wieder in Ordnung, bestellten ihre Äcker und trieben wieder ihr ehrbares Handwerk, wie es ihnen aufgetragen war. Dabei sehnten sie sich gleich uns nach dem Frieden in Freiheit, nach einem Leben ohne Furcht und Zwang, nach einem Leben ohne Unrecht und Kontributionen an eigene' und fremde Herren. In Höhen und Tiefen führte die Vergangenheit. Gegenwart und Zukunft gleichermaßen. In ihnen vollzieht sidb das Schicksal des Menschengeschlechts, auch unserer Stadt. Sie ist, im Verhältnis etwa zu ausgesprochenen Industriestadt«, langsam gewachsen, aber doch auch wieder größer und bedeutender geworden als andere Gründungen vor 800 und mehr Jahren. Im Schatten Straßburgs gelegen, von dem sie einst keine wirtschaftliche und keine politisÄe Grenze trennte, hat sie erst in der-jüngsten Zeit eine rasche Entwicklung durchgemacht, die von der Industrie her gefördert wurde. Damit und durch die geradezu gefährliche Intensivierung des Verkehrs hat Offenburg zugleich seinen Charakter als beschauliches Landstädtchen verloren. Es legt auch keinen besonderen Wert mehr darauf, als solches zu gelten, sondern betont seine zentrale Lage und nützt sie in jeder Hinsicht aus. Offenburg ist ein beliebter Tagungsund Veranstaltungsort geworden. Geblieben ist es, was es immer war, die Metropole der Ortenau, ihr wirtschaftlicher und geographischer Mittelpunkt, der sich durch die Anstrengungen seiner Geschäftswelt nun auch den Ruf eines Einkaufszentrums erworben hat. Die günstige geographische Lage, in Friedenszeiten ein großer Vorteil, zeigt siÄ in Jahren des Krieges jedoch (und in neuester Zeit auch danach) von ihrer Schattenseite. Ist die Stadt in ersteren bemüht, die Fremden durch Werbung anzulocken, mußte sie in letzteren schon ehedem erfahren, daß die Fremden auch ungebeten Offenburgs Bedeutung erkennen und ihm besondere Aufmerksamkeit schenken. Das Recht, etwas länger und zahlreicher als in anderen Städten aufzutreten, leiten sie von altersher von der Kehrseite der Medaille der zentralen Lage ab, daß nämlich eine solche Schlüsselstellung in der Rheinebene, am Fuße des Schwarzwalds und unweit eines der bekanntesten Rheinübergänge, auch einer exzeptionellen Behandlung bedürfe. Offenburg verdankt seinen Aufstieg trotz Grenznähe der Unverdrossenheit, der Unermüdlichkeit und der Tüchtigkeit seiner Bürger. Mit Stolz kann die heutige Generation ihrer Vorfahren gedenken, die aber nicht nur durch Rechtschaffenheit und. Fleiß Offenburg einen guten Namen verschafft, sondern auch vor einem Jahrhundert als fortschrittliche „Revoluzzer* politische Reife und Einsicht bewiesen haben. Neben seinen eigenen Verdiensten darf jedoch Offenburg an seinem 850jährigen Stadtjubiläum nicht seine enge Verbundenheit mit seiner Umgebung vergessen. Aus ihr strömten der Stadt immer wieder* neue Kräfte zu, in guten und schlechten Zeiten. Verwurzelt in der bäuerlichen Landschaft, erhielt die Stadt von ihr in konstanter Wechselwirkung frische Impulse, die sie befähigte, auch die schwersten Krisenzeiten zu meistern. Gerade in dieser ununterbrochenen Verbindung zwischen der Kreisstadt und dem Kreis kann wohl die Grundlage unseres relativ gesunden sozialen Gefüges gesehen werden. Tausende von Arbeitern fahren täglich vom Lande in die Stadt. Sie besitzen zu Hause ihre kleine Landwirtschaft, zu klein, als daß sie zum Leben ausreichen würde, aber doch groß genug, um die völlige Abwanderung in die Stadt zu verhüten. Da Offenburg außerdem dem Umfang, nicht der Bedeutung, seiner Industrie nach unter den badischen Städten nicht an erster Stelle rangiert, konnte es trotz seiner letzten Entwicklung, die sich auch in einem schnellen Anwachsen der Bevölkerungszahl in den letzten Jahren ausdrückt, im Grunde seinen bürgerlichen Charakter bewahren. In seiner Entwicklung hat Offenburg nun auch beinahe überall die Grenzen seiner Ausbreitungsmöglichkeiten erreicht. Wohl gibt es in der Stadt noch manche Baulücke zu schließen, doch stößt die Ansiedlung neuer Industrien bereits auf größte Schwierigkeiten. Stadt und Land sind in der 850jährigen Geschichte nicht " nur wirtschaftlich und bevölkerungsmäßig, sondern auch räumlich eng zusammengewachsen. Es mußte bekanntlich bereits ein Bebauungsplan aufgestellt werden, um doch noch einen kleinen Grünstreifen zwischen beiden, und vor allem die Existenzgrundlage der bäuerlichen Betriebe zu erhalten, weil sie ja wiederum in einem gewissen Maß auch die der städtischen Betriebe darstellt. Mit der Ortenauer Herbstmesse kommt diese enge Verflechtung zwischen Stadt und Landgemeinden am deutlichsten zum Ausdruck. Daher auch die Koppelung von 850-Jahrfeier der Stadt Offenburg und 15. Ortenauer Herbstmesse. Die Bevölkerung von Offenburg und Umgebung soll gemeinsam das Jubiläum der Stadt begehen, mit der sie seit ihrer Gründung schicksalhaft verbunden ist. Denn: Den Bürgersinn in der Stadt zu wecken und das Zusammengehörigkeitsgefühl, zwischen Stadt und Land zu festigen, das ist, so haben wir schon eingangs geschrieben, der Sinn der 850-Jahrfeier. Dadurch gewinnt schließlich das seinem Wesen nach unpolitische kulturelle Ereignis auch eine nicht zu unterschätzende kommunale Bedeutung, die für die Zukunft gute Früchte erhoffen läßt. Wenn uns jemand fragen sollte, womit wir unseren Optimismus begründen wollen, dann würden wir auf die 850 Jahre gemeinsamer Geschichte verweisen, die seit der Gründung Offenburgs durch die Herzoge von Zähringen verflossen sind. Aus einer Burg, aus dem „Castrum Offinburc“, ist die Metropole der Ortenau^entstanden, ist sie gewachsen und zu dem geworden, was sie heute ist. Durch ihre offenen Tore, die leider im vergangenen Jahrhundert gefallen sind, pulsierte das Leben, nahm sie Anteil an dem großen Geschehen der Welt, zogen seine Bürger in die Fremde, um zu beweisen, daß auch Offenburg große Männer hervorbringen kann. Hinaus aber zogen auch so oft seine tapferen Söhne in fremde Länder und viele, allzu viele sind nicht mehr zurückgekehrt. Ihnen gilt unser besonderes Gedenken und das Versprechen, alles zu tun, was dem Frieden nützt und alle* zu unterlassen, was. zum Kriege führt. Leid und Freude haben die Jahrhunderte jiber Offenburg gebracht; Trauer und Frohsinn sind in seinen großen und kleinen Häusern eingekehrt, haben Arme und Reiche in gleichem Maße bedacht. Heute bestimmen wir sein Geschick, bilden wir ein Glied in der Mitte seines Jahrhunderte umspannenderi Schicksals. Wir führen sein altes Wappen und tragen seine alte^Fahne. Uns ist es aufgetragen, sie weiterzugeben, seine Güter zu erhalten und sie nach Möglichkeit Zu vermehren, als treue Haushalter und treue Diener in einer nun 850 Jahre alten Gemeinde. An den Tagen, an denen wir ihren Geburtstag feiern, wollen wir daran denken und uns erinnern, daß Vergangenheit nicht allein Geschichte, Gewesenes ist, das man in Büchern schreibt oder in Festzügen darstellt, daß sie vielmehr Verpflichtungen auferlegt, die nicht einfach von der Hand zu weisen sind. Wer wollte leugnen, daß sie in der Gegenwart alle bisherigen übertreffen? » Wir erleben die Evolution des Kontinents in zwei feindliche Lager. Sie greift bis in den Alltag hinein. Hier bereitet sie sich vor. Wir können sie beschleunigen und ihr Einhalt gebieten, eine große Gelegenheit, aber auch eine große Gefahr, die leider zu wenig beachtet wird. Auch Offenburg bietet sich in dieser Evolution die letzte Chance zur Erhaltung seiner bürgerlichen, . freiheitlichen Tradition. Wird sie genutzt? Vieles wird darauf ankommen, ob sich seine Bürgerschaft ihrer Vergangenheit besinnt und ob sie versteht, den Notwendigkeiten der Gegenwart mit Vernunft, politischem und wirtschaftlichem Instinkt Rechnung zu tragen, ehe es zu spät ist. Die Stadtfeier, ein Fest der Besinnung, soll davor bewahren helfen. Beinahe 600 Jahre hat Offenburg seine Reichsunmittelbarkeit sorgsam, man kann beinahe sagen, eifersüchtig behütet.' Und als es um die Mitte des vorigen Jahrhunderts galt, der demokratischen Freiheit eine Gasse zu bahnen, da hat Offenburg eine führende Rolle in der Volksbewegung gespielt. Dr. Franz Volk, Gustav Ree und Karl Heinrich Sdiaible w . arc ? ^* e namhaftesten Vorkämpfer der fortschrittlichen Idee, die sie in Wort und Tat verfochten. Offenburger Straßennamen und das 48er-Stübchen im nun wieder eröffneten Heimatmuseum erinnern uns täglich an sie. Wie mit ihnen, so verbindet sich noch mit manchem Offenburger Haus, mit manchem Platz, manchem Bild ein Stück Stadtgeschichte. Sie soll nicht allein mit den Veranstaltungen während des Stadtjubiläums und der Herbstmesse der Vergessenheit entrissen werden; auch die Sonderbeilage des „Offenburger Tageblatts“ soll dazu beitragen. In diesem Sinne haben wir sie konzipiert, haben wir Vereinen, Innungen und bekannten Bürgern Gelegenheit zur Mitarbeit gegeben. Die vorliegende Ausgabe soll ein lebendiges Spiegelbild des Offenburg von gestern und beute sein. Natürlich konnten wir es auf dem beschränkten Raum nicht in seiner ganzen breiten Mannigfaltigkeit und in allen seinen vielen Zweigen wiedergeben. Auch konnten wir unser Hauptanliegen, die Gründer der Offenburger Industriebetriebe besonders zu würdigen, aus demselben Grunde nur in einem bescheidenen Rahmen erfüllen. Dessen sind wir bewußt. Wenn sich aber auf den folgenden Seiten die Strahlen der Vergangenheit und Gegenwart wie in einem konvexen Spiegel treffen, dann glauben wir zugleich doch auch der Verpflichtung gerecht geworden zu sein, die eine 140jährige Tradition der Heimatzeitung der Ortenau auferlegt. Mehr haben wir nicht gewollt. ORTENAVER HERBSTMESSE P 850-JAHRFEIER OFFENBURQS Das gepflegte Modehaus am Marktplatz erfüllt anspruchsvolle Wünsche »r»r»»rr»V»»»rr»r««««««rr«««r««r««««««««««r««««««««rr««««rsi«««««r;«r««««L«««rr««««SM«» /OFFEWBUROat v . sind Beweise des Vertrauens und guter ' Leistung Elektr o-lnstallationen jeder Art Elektrische Geräte für jeden Zweck Beleuchtungskörper in moderner Ausführung ^ h- /OFFENBURG LB] Lange Straße 14, Telefon 155$ Auch über die Tage der Herbstmesse erwarten wir gerne Ihren unverbindlichen Besuch Das gut gute Fachgeschäft Bürsten und Parfümerien Offenburg, Lange Straße IO, beim Kloster SALAMANDER.^' u ALTBEWÄHRTE QUALITÄT MIT NEUEM GESICHT ALLEINVERKAUF OFFEHBUBG LIHB Eigene Reparaturwerkstätte Stets frische a Ä Champignon-Kulturen J. Baumann OFFENBURQ Zwin ger- Anlagen iTilllllLullllllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIinivllllllillll Meine Porzellanschau #/ TatinstLßu& Aßt (tfoßttwfif f auf dem Messestand und in meinen festlich dekorierten Schau UiiMn HuMBirh* fenstern zeigt Ihnen Porzellan-Seriengeschirre mit • • • Vorzügen. Oh ZeMm Mr W«hran Kaufhaus K. WGill 6 I «"«». Wilhelm Wslhsr FonsUan - 61a« - Haus- und Küchengeräte - Kristall - Keramik - Hotalgeschirre - Stahlwaren HauptstrsBe 78 OFFENBURQ Telefon 1343 • klare, schlichte Fermen • jgweekmSBige Durshgeetaltung B zeltgomlBe Preise Jedes Stück einzeln erhältlich. dos führende Fachgeschäft in Auswahl. Qualität und Preis Offenburg am Marktplate Das fahrende Süßwaren-Spezialgeschäft am Platze SchokoiatleiiluuAS OFFENBURG - METZGERS TRASSE 1 04 t ode ~&cl\Ä$er Offenburg • Hauptstraße 80 - Tel. 1742 hat für Sie besonders hübsche Herbst- u. Winterkleidung bereitgestellt. Beachten Sie meine Fenster und guten, preiswerten Qualitäten. Man kauft nicht nur, man wird beraten. niiitiiuiiiuinmmwniiiiiiiimifiiiim immun StütifiCft Siß während der Herbstmessetage ganz besonders die Spexlaldekorationen in 10 Schauienstern n ** ' ’ OFFENBURG iB DIE OFFENBURGER KUNSTDENKMÄLER t Iffenburgs Bauten aus den ersten Jahr- hunderten unseres Jubilars gingen durch die totale Zerstörung der Stadt im Jahre 1689 verloren. So kommt es, daß das Offenburger Altstadtbild ein bedeutend jüngeres Gesicht hat, als es seinen 850 Jahren eigentlich zukäme. Außer dem Kapuzinerkloster und ein oder zwei Häusern in seiner Umgebung hat kein Bauwerk den 9. September 1689 heil überstanden. Der Chor der katholischen Stadtpfarrkirche und deren alte Kunstdenkmäler Von der am Ende des 14. Jahrhunderts erbauten Pfarrkirche zur hl. Kreuzerhöhung (vermutlich an Stelle einer im 12. Jahrhundert errichteten ersten Kirche) sind noch die Chormauern mit den einmal abgetreppten Strebepfeilern, das Jos'efschörlein und die Sakristei in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten. Der drei Joche umfassende Chor schließt in drei Achteckseiten-. Der.Bau ist in seiner schlichten Art recht eindrucksvoll, wie er sich aus der r" Y** * Vüm« § ^ ^_ T x^p/K^—\ BH1 5flG3B5rä Jörg von Bach Inge über die kleinen Häuser seiner Umgebung heraushebt. Der ursprünglich auf dem Chordach vorhandene Dachreiter erhöhte noch diese Wirkung. Das Innere läßt das Gotische nur noch ahnen. Von der reichen Ausstattung ist nur das Wenige auf uns gekommen, was noch in der Eile sichergestellt werden konnte, zum Teil in dem weltabgeschiedenen Nonnenkloster Wit- tichen. Das älteste dieser Werke ist eine messinggetriebene Kanne, deren Henkel als Drachen und deren Ausguß als Adler geformt ist. In den Sakristeifenstem sind drei kleine G1 a s fe n - ster erhalten. In ihrem Hauptbestand entstammen sie der Blütezeit der gotischen Glasmalerei am Ende des 14. Jahrhunderts. — Uber das silbergetriebene Vortragskreuz, das Johannes vom ölberg Ludwig Moser recht überzeugend Paul Schon- gauer zugesprochen hat, wurde bereits kürzlich ausführlich berichtet. — Im Josefschörlein hat der große Sandsteinkruzifixus von 1521, der früher auf dem alten Friedhof vor der Kirche stand, einen würdigen Platz erhalten. An der Außenwand des Chors sind eine Reihe von Grabepitaphen aufgestellt, von denen das des 1538 verstorbenen Ritters Jörg von Bach (das Wasserschloß derer von Bach lag in Kappelwindeck) als das bedeutendste erwähnt sei. Es ist ein Werk des aus dem schv.äbischen Albstädtchen Urach stammenden Kunstdenkmäler aus der Zeit vor 1689 Christoph von Urach, der in den 30er und 40er Jahren des 16. Jahrhunderts für das badischmarkgräfliche Haus und Adelsfamilien solche Epitaphe meißelte. Jörg von Bach steht in Ritterrüstung vor einem aus Wappen und anti- kischen Ornamentformen dekorativ aufgebauten Hintergrund. Die Figur ist im Geiste der Renaissance in Haltung und Ausdruck höchst individuell erfaßt. Große Güte, die von einer leichten Trauer überschattet ist, spricht aus dem feinen Kopf. . Auf dem alten Friedhof vor der Kirche steht der figurenreiche spätgotische Nischenbau des Oelbergs. Er ist nach dem damals üblichen Schema für diese Aufgabe komponiert: im Vordergrund die schlafenden Jünger, in d_-r Mitte der betende Heiland mit dem Engel, und im Hintergrund Judas mit den Häschern. An dem reichen plastischen Werk zieht die während des Lesens eingeschlafene Gestalt des Johannes die besondere Aufmerksamkeit auf sich. Sehr ausdrucksvoll, wie der ernsthafte, zur Seite geneigte Jünglingskopf in der linken Hand ruht, während die feingliedrigen Finger der rechten noch im Schlafe die Blätter des aufgeschlagenen Buches zu wenden scheinen. Das Werk trug noch vor einigen Jahren die Entstehungszahl 1524 und das gleiche Meisterzeichen wie der Sandsteinkruzifixus. Es geht leider, besonders im Vordergrund, einem raschen Zerfall entgegen. Die alten Teile des Rathauses Von dem Bau des ersten Rathauses wissen wir nichts. Auch der im Rathaushof eingemauerte Stein mit der Jahreszahl 1426 ist nur ein unsicherer Zeuge für einen Rathausbau in diesem Jahr. Von dem Neubau der Jahre 1604/05 von „Meister Wendling Götzen dem Bildhauer“ ist in den Skizzenbüchem des Württemberg!sehen Hof- und Landesbaumeisters Heinrich Schickhardt eine Federzeichnung erhalten. Dieser wirkungsvolle Bau im Stile der deutschen Spätrenaissance fiel» der Zerstörung von 1689 ganz zum Opfer. Hingegen sind in dem Seitenbau in der Komstraße noch wesentliche Teile des alten Baues v. 1521 erhalten. Im ersten und zweiten Stock sind noch die alten geradsturzigen Fenster, im ersten Stock noch die alte Einteilung mit den gewölbten Räumen erhalten. Das heutige Trauzimmer war ursprünglich die Torhalle, die man von der Kornstraße aus betrat. Ein mit der Jahreszahl 1521 und zwei Stadtwappen versehener Stein, der sich ehemals im Sturz dieses Portals befunden haben soll, ist außen über dem Fenstersturz des Trauzimmers eingemauert. Die alten Teile des ehemaligen l'ranziskanerklosters Die älteste Klostemiederlassung war die der Franziskaner. Sie wurden vom Rat der Stadt 1280 von Mainz nach hier gerufen. Ihnen oblag bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts die Pflege des Unterrichts, insbesondere der Höheren Schule, Der bedeutendste Schüler war der Naturforscher Lorenz Oken aus Bohls- bach. Im Verlauf der Säkularisation wurde das Kloster 1816 aufgehoben. Sieben Jahre später wurde es den Chorfrauen des hl. Augustinus übergeben, die ihr weibliches Lehr- und Erziehungsinstitut von Ottersweier hierher verlegten. Die kleine, an den Kreuzgang stoßende Muttergottes-Kapelle (ehemals die Sakristei) ist der einzige Raum, der das Jahr 1689 unversehrt überstanden hat. Eine quadratische Grundfläche von 7X7 m ist durch Dreiteilung jeder Seite in neun Quadrate aufgeteilt. Jedes Quadrat ist in gleicher Höhe mit r*A', «LS Muttergotteskapell* Im Kloster einem Kreuzrippengewölbe überdeckt, so daß ein Hallenraum entsteht. Die Rippen laufen an den Wänden spitz aus und münden ohne Kapitell in die vier schlanken Säulen, die auf den Endpunkten des mittleren Quadrates stehen. Das kleine Längsschiff ist sehr reizvoll in ein kleines Chörlein erweitert. In diesem Chörlein steht eine holzgeschnitzte Madonna, die bislang durch eine entstellende Bemalung um ihre Wirkung gebracht worden war. P. Hübner hat neuerdings diese Farben entfernt. Das Ergebnis ist so überraschend und schön, daß man ohne Ueber- schwang behaupten kann, daß es sich bei der Plastik um ein Kunstwerk ersten Ranges vom Anfang des 16. Jahrhundert» handelt. Welch! wunderbarer Klang könnte zwischen - der Figur mit ihrem himmlisch verklärten Antlitz und der edlen Architektur des Raumes entstehen, wenn auch dieser von den Zutaten des 19. Jahrhunderts befreit wäre. Das Kapuzinerkloster Das Kloster der Kapuziner, die erst 1640'zugelassen wurden und durch ihr mutiges Auftreten in den Kriegswirren sich verdient machten, ist die einzige Gebäudegruppe, die ganz verschont blieb. Die bescheidene Anlage überrascht durch ihren Kreuzgang in Holzkonstruktion. Die Stille eines südlichen Innenhofes ist hier mit den Mitteln einer deutschen Bürgerkunst eingefangen. Das Hospital zum hl. Andreas besteht in diesem Jahr .650 Jahre Von der einstmals reichen Ausstattung mit Kunstschätzen ist nVhts mehr erhalten. Das keck in dl« Steinstraße blickende Chörlein und die danebenliegende Sakristei sind nur noch ein schwacher Abglanz dessen? was einst vor dem Brande hier war. Der neben der Kirche stehende Löwenbrunnen, der dem Fischmarkt ein so stimmungsvolles Gepräge verleiht, ist im Jahre 1599 als wirkungsvolle Brunnenlösung der Spätrenaissance entstanden. Wohnbauten Es gibt heute kein Offenburger Wohnhaus mehr, das in allen seinen Teilen noch aus der Zeit vor 1689 stammt. Das einzige, das ganz erhalten blieb, das Burgerhaus, auch Schweizer Knappenhaus genannt, in der Kesselstraße, wurde 1888 abgerissen. Doch kann man von den meisten Häusern der Altstadt behaupten, daß sie auf den mittelalterlichen Fundamenten stehen, und daß von den Ruinenresten manches in die Neubauten des 18. Jahrhunderts einbezogen wurde. Was sonst noch erhalten blieb, sind Fragmente, so das auf der Rückseite des Oelbergs eingemauerte Portal, der Treppenturm aus der Spätrenaissance im Garten des heutigen Landgerichts, der sehr fein in den Barockbau eingegliedert wurde. Im Museum sind noch mancherlei Einzelstücke zu sehen, die an das alte Offenburg erinnern. Das Judenbad Ein höchst interessantes unterirdisches, mehr kulturgeschichtliches Denkmal ist das Judenbad unter dem Schimpf’schen Hause in der Glaserstraße. Vom Keller dieses Hauses führt ein tonnengewölbter Gang mit 36 Treppenstufen nach unten. Nach der letzten Stufe erreicht man einen ebenen Gang, an dessen Enafceine rundbogige Tür in den eigentlichen Baderaum führt. Dieser ist ein kleiner quadratischer Raum, in dessfen Mitte sich ein rundes, 2,20 m tiefes Becken befindet, in dem sich das Grundwasser sammelt. Der Raum verengt sid^nach vier Metern Höhe. Das dem 13. Jahrhundert zugehörige Werk ist aus der damaligen jüdischen Glaubensvorschrift heraus, wonach die Judenfrauen zu gewissen Zeiten in weder gepumpten noch herbeigetragenem Wasser baden mußten, entstanden. Künstdenkmäler aus der Zeit nach 1689 Die Zerstörung Ottenburgs im Jahre 1689 war so furchtbar, daß der Wiederaufbau sich nur sehr langsam vollzog. Erst nach .1700 beginnt der eigentliche Neubau der Kirchen und Amtshäuser in den Stilformen des Barocks. Er zieht sich teilweise bis in die Mitte des Jahrhunderts hin. Die katholische Stadtpfarrkirche 1700 wurde mit dem Aufbau bzw. Neubau der Stadtpfarrkirche zum Hl. Kreuz begonnen. Der Bauvertrag wurde mit den aus dem Bregenzer Wald stammenden Franz Beer und Konrad Albrecht abgeschlossen. In Franz Beer, der sich vom einfachen Maurer zum schöpferischen Baukünstler von hohem Rang entwickelte, dürfen wir auch den Planer vermuten (von ihm stammen u. a. die bekannten Barockkirchen in Salem und Zwiefalten). Auf dem alten gotischen Sockel wurde der Neubau errichtet. Das Aeußere ist sehr einfach gehalten, alle barocke Bewegung ist in den oberen Teilen des schlanken Turmes gesammelt. Das Innere wirkt im Grundriß durch die Seitenemporen sehr originell. Das im Barock beliebte Ueberziehen der Wände und Decken mit Stuck ist hier aus Sparsamkeitsgründen sehr zurückhaltend. Dieser Geldmangel verhinderte auch die sofortige Ausstattung mit den notwendigsten Kirchengeräten. So wurde der mächtige Hochaltar erst im Jahre 1740 durch Franz Lichtenauer errichtet. Mit seinen bewegten Figuren der Heiligen Helena, Ursula, Gangolf und Aper, seinen schwebenden Engeln und Putten seinen marmorierten Holzsäulen, seinem Baldachin ist er ein echtes Kind seiner Zeit. Das Altarbild, die Kreuzerhöhung darstellend, ist leider sehr nachgedunkelt. Die Orgel lieferte 1760 der Offenburger Orgelmacher Ignatius Seuffert. Das Instrument wurde seither durch ein neues ersetzt, doch das alte Orgelgehäuse mit seinen beiden musizierenden Engeln inmitten reicher Schnitzereien und die reichbewegte Orgelbrüstung, sind noch erhalten. Und die den strengen Formen des Empire sich nähernde Kanzel wurde erst 1792/93, also.über 100 Jahre nach der Katastrophe, von dem Offenburger Bildhauer Joh. Nep. Speckert angefertigt. (Von Speckert stammt auch der originelle Neptunbrunnen aus dem Jahre 1783.) Das Franziskanerkloster 1702 wurde mit dem Wiederaufbau der Franziskanerkirche begonnen. Auch hier wurde, wie in der Stadtkirche, eine Empore eingezogen. Die Innendekoration ist hier noch einfacher, doch der Hochaltar mit seinen sich in die Höhe schraubenden Säulen, seinem ver- kröpften Gebälk, seinen gebrochenen Giebeln und seinen Ornamentanhäufungen wirkt noch barocker als dort. Die Klostergebäude wurden im Geiste einer vorbildlichen Baugesinnu-ig errichtet. Der Blick von Norden her auf diese Gebäude über die der Stadtmauer hinter den alten Baumgruppetf'der R£e-Anlage gehört mit zum Schönsten in unserer Stadt. Das Andreas-Hospital Von einer ähnlichen Einfachheit ist auch die stattliche Anlage des Andreas-Hospitals aus dem ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts. Der Bau gibt der Steinstraße einen wirkungsvollen Abschluß. Die Kirche wurde schon 1701 •wieder aufgebaut. Diese Zahl findet sich an dem noch an Renaissanceformen anknüpfenden Portal am Fischmarkt. Das Glanzstück des Stadtbildes ist die Gebäudereihe Rathaus, Hotel „Sonne“, Landratsamt, Kaufhaus Müller. Die Pracht der Steinmetzarbeiten und der graziösen Gitter an den beiden Amtsgebäuden wird durch die schlichte Bürgerlichkeit der beiden an- und als verbindendes Element zu den beiden Balkongittern ist das in feinen Rokokoranken geschmiedete Wirtsschild an der „Sonne“ sehr bedeutsam. Das Rathaus Mit dem Neubau des Rathauses an der Hauptstraße wurde 1741 begonnen. Es wurde ~7nB5~ plf nui late-S l;üi MM ssili lailJÜ «SA 1115111 Engel vom Hochaltar — Hl. K deren Gebäude kontrastierend gehoben. Als Kontrast zur Architektur des Hotels „Sonne“ Das Rathaus erbaut und sehr wahrscheinlich auch geplant von „Maister Mathias Fux, Burger und Maurer allhier“. Nur aus der furchtbaren Not jener Jahre ist es zu erklären, daß die Fertigstellung sich über Jahrzehnte hinzog. Um so höher ist es zu werten, daß die Not kein Grund war, ein so wertvolles Kulturdenkmal nicht erstehen zu lassen. Die Fassade hat einen sehr wirkungsvollen Aufriß. Die drei mittleren Fensterachsen sind durch gequaderte Pilaster zu einer Gruppe zusammengefaßt, die durch den mit der Figur der Justitia bekrönten Bogengiebel noch betont wird. Zu dieser Betonung der Mitte tragen das Portal, der auf Karyatidenkonsolen sitzende Balkon, das Relief mit den zwei das Doppelwappen haltenden Löwen über der Balkontür mit bei. Die beiden Fenster links und rechts dieser Mittelgruppe sind durch die Eckpilaster wieder zu Gruppen zusammengefaßt. In dieses Thema 2,3,2 ist durch den Rhythmus, der in Giebelbekrönungen der Fenster des erster, und zweiten Stockes durchgeführt ist, noch das Thema 3,1,3 eingefloch- ORTENAUER HERBSTMESSE 850-JAHRFEIER OFFENBURQS ten. Auf der Nordseite sind nochmals drei Fensterachsen. Sie erhält durch den geschwungenen Giebel mit der Halbfigur des nur sagenhaften Stadtgründers Offo einen bedeutenden Abschluß. Bei dem Rathausumbau im Jahre 1894 wurde das alte achteckige Türmchen mit der Wendeltreppe, der Schnede, abgebrochen. Seine Funktion übernahm das bei dieser Renovation erbaute heutige Treppenhaus. Das Landratsamt steht an traditionsreicher Stelle. Die Ueber- lieferung meldet, daß hier das 1148 erwähnte „castrum Offinburc“ gestanden haben soll. Dies soll auch der Grund gewesen sein, weshalb der vorderösterreichische Amtshof der vor 1689 hier stand, auch die Bezeichnung „Königshof“ führte. Da 1701 Markgraf Ludwig Wilhelm, der Türkenlouis, die Landvogtei Or- tenau als Lehen erhielt, ging die Baupflicht auf die badische Herrschaft über. Unter der tatkräftigen Initiativ^ seiner Witwe Markgräfin Franziska Sylülle Augusta. würde der Bau in den Jahren 1714—1717 nach den Plänen des aus Böhmen stammenden „hochfürstlichen Baumeisters“ Michael Ludwig Rohrer errichtet. Erst 1756—1758 wurde das fehlende Mittelstück, bestehend aus Portal, der Tür darüber mit Balkon, dem Wappen und dem mittleren Fenster im Giebelbau, fertiggestellt. Es ist das Werk des in Bohlsbach gebürtigen, späteren maikgrä fliehen Hofbaudirektors Franz Ignaz Krohmer. der seine Ausbildung durch, den großen Barockbaukünstler Balthasar Neumann erhalten hätte. Die zweigeschossige, breit gelagerte Fassade mit ihren elf Fenstern (wobei die Fenster des Hauptgeschosses höher sind)? dem dreiachsigen Mittelrisaliten mit der elegant umrissenen Balkonplatte und ihrem graziösen Balkongitter und dem aus prächtiger Rocaillekartusche herauswachsenden markgräflichen Wappen, den schmalen Eckrisaliten und seinem mit Trigly- phen und doppeltem Zahnschnitt geschmückten Hauptgesims strahlt auch heute noch den Glanz des wahrhaft Fürstlichen aus. Der Wiederaufbau der Wohnhäuser i zog sich über das ganze 18. Jahrhundert hin. Manche Bewohner hausten noch 60 Jahre nach dem Unglück in Kellern. Der Aufbau vieler Handwerker- und Bauernhäuser geschah in jener bescheidenen ein- und zweistöckigen Form, wie sie sich bis heute in manchen Straßen und Gassen der Altstadt erhalten haben. Die stattlicheren Anlagen aus der zweiten Jahrhunderthälfte zeugen wieder von einem Wohlstand ihrer Erbauer. Das Ritterhau* Das schon oben erwähnte Gebäude des heutigen Landgerichts ist eine ausgedehnte zweigeschossige Anlage mit 17 Fensterachsen und einem Mittelrisaliten mit Dreieckgiebel. Es wurde von dem Meister des Rathauses, Mathias Fuchs, für den Freiherm von Rienecker erbaut. 1804 erwarb es die Ortenauer Ritterschaft und hieß von da an „Ritterhaus“. Das Vinzentiushaus Auch die ungemein stattliche Anlage des Vinzentiushauses, die man am besten in ihrer bedeutenden Wirkung überblickt, wenn man die Stadt von Westen her betrachtet, wurde ursprünglich für einen Adligen, den Freiherm von Ried, erbaut. In dem geschmiedeten Eisentor, das zu dem romantischen Vinzentius- garten mit seinen Rokokofiguren auf der Stadtmauer führt, ist sein Monogramm eingefügt. Bürgerhäuser Es ist in diesem Rahmen unmöglich, alle wertvollen Gebäude zu erwähnen. Es seien genannt: die Einhomapotheke mit ihrem Volutengiebel und dem schmiedeeisernen Balkongitter, das Kaufhaus Weiher, das Beck’sche Haus mit dem steilen Giebeldach und der Barockmadonna, das Haus Battiany, die Hirschapotheke mit den Häusern am Fischmarkt, das Tapetenhaus Klemens, das Salzhaus, das 1743 von Mathias Fuchs erbaute Haus Wagner (in der Lange Straße beim Kloster), und ebenfalls von Fuchs das Schimpf sehe Haus in der Glaserstraße, unter dem sich das Judenbad befindet. Durch die Freilegung -lter Fachwerke (u. a. Bäckerei Hirth, Aussteuerhaus Tischer. Haus Fidel Bell, Metzgerei Fuchsschwanz, Buchbinderei Lienert, und vor allem das mit reichen Schnitzereien geschmückte Haus „Zur Fortuna“) wurde der Charakter des Altstadtbildes wesentlich belebt. Bis etwa 1870 dürfte dieses Stadtbild ein ln jeder Hinsicht geschlossenes Ganzes geblieben sein. Die Ausstellung „Bilder aus Alt-Offenburg“ läßt uns in diesen Tagen nochmals einen Blick in dieses Altstadtbild werfen, dessen ganze Schönheit in seiner sich einordnenden Schlichtheit lag. Möge, nach allem Entstellenden, das dieses Bild in den letzten 80 Jahren erleiden mußte, in Zukunft über allem Planen baulicher Veränderungen innerhalb der Altstadt bei Bauherren und Architekten der gute Stern der Liebe und Ehrfurcht zu dem uns Erhaltenen leuchten! Hermann Sprauer inSn jj IffiJ ^ [fei ^nir^n Das Landratsamt Zeichnungen: Hermann Sprauer / 2 3 der Strecke Erde-Mond mit den gleichen Kolben .. bis heute hat der Wagen 140000 km (einhundeitvteixlg- lausend Kilometer) xurückgelegt Oer Motor wurde nie »erlegt, also sind noch die ersten Kolben drin. E.Z.in S. ... und hat heute noch, nach über 110000 km (während des Krieges mit Holzgas-Generator) die gleichen Kolben bei normalemölverbrauch J. B. in B. .... Sogar mein stets besorgter Garagist E. K. in W. äußert sich über die Zuverlässigkeit sowie über die enormen Kilometer, d.h 265 000 km mit den gleichen Kolben sehr lobend. A K. in B. .... Bezugnehmend aui die Unterredung mit Herrn T.inrk kann ich Ihnen gerne bestätigen, daß ich mit meinem OPEL-KapitSn 127000 km gefahren bin und zwar mit den gleichen Kolben, ohne nennenswerte Reparatur. H.B.lnO. 0PEL-01ympia ist ein Wagen von sprichwörtlicher Zuverlässigkeit Dauerleistungen von 100000 km und mehr mit den gleichen Kolben and Lagern sind hier keine Ausnahme, sondern bei richtiger Pflege die Kegel ALFRED LINCK OPEL- A.-G. Rüsselsheim Hauptstraße 17 - Telefon Nr. 1523 Direkthändler der Offenburg / Baden - Süddeutsche Kreditanstalt (früher Dresdner Bank) Außenhandelsbank Filiale Offenburg und Zweigstelle Kehl Offenbury, Hauptstraße 38 - Tel Nr. 1691, 1692 SorgfBltlgm Ausführung aller bankmäßigen Geschäfte Annahme von Spargeldern auf Sparbücher GUTBR0D Werksvertretung Reparalurwerksiäite Ersaizteillager E. SCHILLINGEN Offenburg, Fischerstr. 30 Telefon 1851 Auto-Huber Kraftiahrzeuginstandsetjung Idler-Enatzteillager Normag-Dieeel-Schlepper Champion 400 Pkw. Offenburg, Sophienstraße 26 Telefon 1259 lllllllllll II II II II mm HANOMAG Hanomag-Schlepper R 16. R 22, R 28, R 45 für Land-, Forstwirtschaft und Industrie i'/. t Dieselschnellastwagen Flat Pkw. 500 C, 1,2 und 1.4 Lir. Generalvertretung Wilhelm Paschke Offenburg, Straßburger Str. 38, Telefon 1341 Du Murkeniahrrad von Wilh. GRAF Ww. Sportmodelle und Tourenräder in reicher Auswahl sowie sämtliche Ersatzteile Oftenbuig, Sotienstraße 30 lllllllllll h Auto - Reif en H DINSER L? vTHI i BfaH Oftenburg Okenstraße 101 Herbstmesse-Ausstellung W Halle 3, Stand 229/230 Andreas BASLER Ottenburg/Bd. Heuanferiigueg und Reparaturen Karosserie- und KBhlerhau G Schweißungen in: Autogen und Elektro, XlugehSnsa, Spritzguß Autolackiererei, Sattlerei HalmholtixiraB« 19 Fernruf 1875 Dip bewahrte HOPPECKE BATTERIE ' IT ihres Wa<}Ptis 0' { r - UfiQe ' • frmassHjte P'f'Sp - Auto-Licht-Diensi U. S«iblt Rep. von Lichtmaschinen Anlasser-Zündung Diesel-Einspriizpumpen Offenburg, Straßburger Str. 4 Telefon 2068 / ORTENAUER HERBSTMESSE 850-JAHRFEIER OFFENBL/RQS S50 Jahre Ofteriburg In einer Urkunde über das Kloster Alpirsbach im Jahre 1101 zum ersten Male erwähnt Wenn Offenburg eine Jahrhundertfeier begeht, so kann es nur das Jubiläum seiner ersten urkundlicken Erwähnung sein; denn über die Entstehung ist weder eine Gründungsurkunde noch ein Marktprivileg überliefert. Die Anfänge unserer Vaterstadt sind von der Sage umwoben. Ein englischer Prinz namens Offo soll ihr Gründer sein. In einer Urkunde über das Kloster Alpirsbach taucht der Name „Offinburg“ zum ersten Male auf. Ein Ueberblick über die geschichtliche und territoriale Entwicklung der Ortenau zwingt zu dem Schluß, daß die Herzoge von Zähringen als Grafen der Ortenau und als Gerichtsvögte der Abtei Gengenbach um 1080 (also vor Freiburg und Villingen) unmittelbar neben der Gerichtsstätte Kinzigdarf am Ausgang des Kinzigtals eine Burg errichtet haben. Unter derselben duckte sich bald ein Markt. Die Zu fährten von Straßburg und Freiburg wiesen der entstehenden städtischen Siedlung die Richtungsachse von Norden nach Süden. Die Verkehrsverbindung mit dem Schwabenland veranlaßte die Bildung eines zweiten Sied lungskerns, durch welchen die „Lange Straße“ in süd-östlicher Richtung gezogen wurde. So waren nach drei Straßenecken die Grenzpfähle der Stadt ausgesteckt. Nach dem Aussterben der Zähringischen Herzogslinie (1218) verlieh der hohenstaufische Kaiser Friedrich II., der das Reicksgut am Oberrhein gewaltig mehrte, Offenburg das Privileg der Reichsunmittelbarkeit und ließ es durch seinen Schultheißen Wölflin von Hagenau mit Mauern und Türmen und Grä b^n schützen. Im Spätmittelalter war es meist an Fürsten verpfändet, die durch ihre Machtbestrebungen die Reichsfreiheit ernstlich bedrohten. Es war Offenburg nicht beschieden, politisch führend hervorzutreten. Die Jahrhunderte des Spätmittelalters waren auch für Offenburg die Zeit der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte. Davon zeugen die Berufung der Franziskaner 1280, die Gründung des St. Andreas-Hospitals 1300, der Neubau der Pfarrkirche 1415, die Schützenfeste, die sogenannte Herrenfastnacht 1483, auf der sich auf Einladung des damaligen Pfandherrn, des Pfälzischen Kurfürsten Philipp I. der Adel aus nah und fern versammelte, der Offenburger Wiegendruck 1496 und die wenigen Kunstdenkmäler, die den Kriegsstürmen standgehalten haben. Durch die Tore bewegte sich ein lebhafter Durchgangsverkehr, und auf der Kinzig und dem Mühlbach flößten die Schwarzwälder Flößer ihren Holzreichtum vorbei. I Aber trotz der günstigen Lage am Schnittpunkt großer Verkehrsstraßen blieb Offen- hurg ein Reichsstädtchen mäßigen Umfangs und bürgerlich-bäuerlichen Zuschnitts; denn nur vier Wegstunden nordwestlich lag das mächtige Straßburg, dessen Wirtschaftsraum sich bis an die Wasserscheide des Schwarzwaldes erstreckte. Diese Tatsache sowie der allgemeine Niedergang, der durch die Glaubenswirren des 16. und die Kriege des 17. Jahrhunderts beschleunigt wurde, haben die Entwicklung Offenburgs sehr gehemmt. Die Reformation blieb in unserer Stadt Episode. Von 1525 bis 1530 bekannten sich die Stadtväter zur neuen Lehre, kehrten aber dann wieder zum alten Glauben zurück und betätigten sich im Geiste der Gegenreformation, und zwar so entschieden, daß sie in den Morgenstunden der Sonntage die Stadttore schließen ließen, damit die Bürger nicht in die Versuchung kamen, den evangelischen Gottesdienst im nahen Weingarten zu besuchen, wo der Ortenauer Pfandherr Wilhelm von Fürstenberg reformierte Geistliche angestellt hatte. Und seit 1591 konnte nur noch derjenige das Bürgerrecht erwerben, der sich zur „wahren römischen Religion“ bekannte. Im folgenden Jahrhundert mußte Offenburg unter dem Verhängnis seiner geographischen Lage den Fluch des französisch-habs- burgischen Gegensatzes in der furchtbarsten Weise erfahren Im 30jährigen Kriege wurde es drei Jahre lang von den Schweden besetzt, entging mit knapper Not der Eroberung durch Bernhard von Weimar und war am Ende bettelarm. Den dunkelsten Tag seiner Geschickte erlebte es im Pfälzischen Erbfolgekrieg, Am 9. September 1689 wurde die Stadt „totalitär ruiniert und in Aschen gelegt“. Ein Blick in die Gold-, Weber- und Schlossergasse erzählt uns noch heute von der großen Armut unserer Vorfahren. Aber ungebrochen war ihr Lebensmut. Der Wille zu großen Kulturleistungen offenbart sich in den im 18. Jahrhundert erbauten Kirchen und öffentlichen Gebäuden, die das Gewand der Spätrenaissance, des Barock und des Klassizismus tragen Während der großen weltpolitischen Auseinandersetzungen, unter denen unsere 'Heimatstadt so sehr litt, tobte in ihren Mauern der soziale Gegensatz zwischen den vornehmen Geschlechtern und Zünften, der sich in ernsten Unruhen entlud. Der Hexenwahn, eine Ausgeburt der religiösen Verwirrung und sittlichen Verwilderung, forderte seine Opfer. Gemeinsam standen Rat und Bürgerschaft in einem hoffnungslosen Abwehrkampf gegen die Ortenauer Landvögte, die seit der Mitte des 16. Jahrhunderts, als das Erzhaus Oesterreich das Ortenauische Reihsgut in seinen Besitz nahm, mit allen Mitteln' versuchten Offenburg sowie Gengenback und Zell a. H. zu vorderösterreihishen Landstädten herab zudrücken. Die Reihsunmittelbarkeit war wertlos geworden. Die Zukunft gehörte den m "Der Glückwunsch deS ßandralS Zur 850-Jahrfeier, verbunden mit» der 15. Ortenauer Herbstmesse, bringen die Städte und Gemeinden des Kreises Offenburg ihrer Kreishauptstadt die herzlichsten Grüße und Wünsche dar. Wechselvoll ist die Geschichte dieser Stadt. Zeiten glücklicher Geborgenheit in ihren Mauern wurden abgelöst durch Kriegswirren, die über sie hereinbrachen, und Jahrzehnte bürgerlichen Wohlstandes zerfielen in Not und Armut. Aber immer wieder siegte der Wille zur Selbstbehauptung ihrer oft schwer geprüften Bevölkerung, und aus dem alten „Kinzigdorf" wurde die heutige Kreishauptstadt Offenburg. Ein gütiges Geshick hat die Stadt vor größeren Zerstörungen während der beiden vergangenen Weltkriege bewahrt und sie auf Grund ihrer glücklichen geographischen Lage durch einen zähen Leistungswillen und ausgeprägten Bürgersinn ihrer Einwohner zu dem reifen lassen, was sie heute ohne Zweifel darstellt — zum wirtschaftlichen, verkehrspolitischen und kulturellen Mittelpunkt Mittelbadens. Hiervon legt die Herbstmesse als Leistungsschau von Industrie, Handel, Handwerk und Landwirtschaft ein stolzes Zeugnis ab. Alle aufbauenden Kräfte aus Stadt und Land sollen während dieser Fest- und Messetage ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen, sie sollen zeigen, was in der zurückliegenden Zeit gearbeitet wurde, sie werden aber auch zugleich Aufgaben für die nächste und fernere Zukunft stellen. Es ist mein Wunsch, daß die 850-Jahrfeier und die diesjährige Ortenauer Herbstmesse in diesem Zusammenwirken zu einem Höhepunkt in der Geschichte der Stadt Offenburg werden, an dem Stadt und Land gleichermaßen Anteil haben. Stadt und Land sollen die Tage gemeinsam im Gefühl einer engen Zusammengehörigkeit festlich begehen. Uns allen wird das Gedenken an diese festlichen Tage eine Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft sein. > Landrat I.'fe.' Der Kreuzgang des ehemaligen Kapuzinerklosters (erbaut 1641—1647); vom Stadtbrand 1689 verschont geblieben. Aufnahme. Photo-Stober Fürsten. Durch Napoleons Machtwort wurde Offenburg 1802 eine badische Stadt. Das Einleben in den neuen Staatsverband fiel jedoch den einst reichsfreien Bürgern schwer. Als Heiqistätte liberaler und demokratischer Anschauungen wurde das Städtchen in der Mitte des badischen Landes der Herd der Revolution 1848/49 und Schauplatz dreier großer politischer Versammlungen, auf denen programmatische Beschlüsse gefaßt worden sind. Kein Wunder, daß eine heftige Verfolgungswelle über es hinweg ging. Der gewaltige Aufschwung, der Offenburg zum Verkehrs-, Wirtschafts- und Kulturzentrum der Ortenau gemacht hat, setzte erst nach 1870 ein. 1803 zählte das Städtchen kaum 2400 Einwohner. Bis 1875 wuchs die Bevölkerung langsam aber stetig. Zwischen 1875 und 1900 tat die Einwohnerziffer den überraschenden Sprung von 6600 auf 13600. Dies war nur möglich durch die Industrialisierung. Die meisten Fabriken haben sich aus kleinen Werkstätten entwickelt. Heute haben die Leder-, Brau-, Textil-, Holz- und Metallverarbeitungsindustrien in unserer Stadt namhafte Vertreter. Offenburgs Weltruf wurde durch die Pfefferminzfabrik VIVIL und die Glas- und Emailplakatefabriken begründet, welche es zum Sitz der deutschen Reklameindustrie gemacht haben. In jüngster Zeit wurde unsere Heimatstadt durch den graphischen Großbetrieb Dr. Franz Burda im deutschen Buchdruck führend. Hand in Hand mit der Industrie sind auch Handel und Bankwesen stetig gewachsen. Trotz der Industrialisierung tritt die soziale Umschichtung nicht sehr in Erscheinung. Als Verwalterin der St. Andreas- Hospitalstiftung, durch die Ortenauer Milchzentrale, die regelmäßig stattfindenden Wein- und Viehmärkte ist die Stadt mit der landwirtschaftlichen Umgebung eng verbunden. Die Ortenauer Herbstmesse, auf der sich Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Industrie jährlich zusammenfinden, zeigt, was Stadt und Land durch Fleiß und Arbeit in edlem Wettbewerb schaffen. Dr. Otto Kähni. Glasveredlungswerk Offenburg HELMUT ROTHFUCHS G. m. b. H, Offenburg in Baden Postfach 106 Ruf 1857 fofofo t l i SküUi % aller Ar! Glasplakate-Beklamecnfikel aas Glas and Kunststoffen Volksbank Ottenburg e. G. m. b. H. seit 1864 im Dienste der heimischem Wirischafi ikAt- Süd ÜAaMtuoifuu^. endlich VW-Besitzer! Zuverlässig Wirtschaftlich Preiswert Don UefeHHn bet einem In RekordzUfcm produzieren Ftbrik« km ft mm def Bewe* «m* midi Mtan* Nadrfraft (dk, Qn1634-OFFENBUR6-Stefnste8eg7) werkstätte Uber 25 Jahre das Haus Ihres Vertrauens Farben Lacke Pinsei Nur vom Fachgeschäft Juiius Sekinger Offenburg, Qerberatr. 13 Grofj- und Einzelhandel isparatursn, Umarbeitungen and Neuanfertigungen von Pelzwaren u. Mützen (dl er tat Gerben und Färben sämtlicher Fellarten Hugo Harck Kürschner undMü^enmacher Offenburg, .Ritterstraße 14III Kein Ladengeschäft Ihre Sdiuhe für Herbst und Winter formschön, bequem u. preiswert, natürlich bei: Sfeinstrafje BO fSCHUH offenburo /UtfoflS Sfeinsfrafce 30 Offenburg Em Fahrrad ^ Burgert ist immer richtig! Lange Str. 46, Telefon 1786 Schreib- und Pupierwaren Bürobedarf Schulartikel Zeitungen und Zeitschriften Leihbücherei UiAfIlütte* Offenburg, Gerber Straße 3 0 Dl RlKAfCHElfN Bürobedarf Schreibwaren oller Art und kunstgewerbliche GESCHENKARTIKEL Carl Kaechelen Offenburg Am Marktplatz 130 JAHRE FÄRBEREI fSrbt reinigt plissiert Ihre Kleidung ( OFFjNBURG - LINDEN PLATZ 11 Tägliche Anfertigung von Stoffknöpfen Das Haus für Strümpfe Damen- und Herren- Unterwäsche Julius Baumann Glaserraeisfer Offenburs, Goldgasse 7 Telefon 2137 ORTENAUER HERBSTMESSE 850-JAHRFEIER OFFENBURQS Aielörü „Der bunte Laden*' Offenburg, Gerbeistraße 10 Kokoslaüfer, Vorlagen, Brücken, Tisdizeug, Trachtenröcke, Bastbeutel, Kunstgeweibe Elektrische L. LU SSI, Offenburg Wilhelmstraße 6 - Telefon 2252 Neuzeitlich maschinell eingerichtete Lichtpausanstalt. Fertigt sämtliche Arbeiten von Lichtpausen, sowie Verkauf des bekannten O Z A LID - Licht- pauspapieres. Das moderne und zuverlässige FAHRRAD kaufen Sie gut und billig bei JOSEF SELZ Fahrräder - Motorräder - Nähmaschinen Offenburg, Lange Straße 6 Günstige Zahlungsbedingungen Möbel- und Bauschreinerei ttarl LiiiZMÄMi Offenburg, Hildastr. 65, Tel. 1676 Ausführung sämtlicher vorkommender Schreinerarbeiten -----—A Besuchen Sie die Blumen- und Garten-Sonderschau die in bunter Mannigfaltigkeit eine Fülle von Blumen und Pflanzen in ihrem Farben- u. Formenreichtum in einer äußerst geschmackvollen Zusammenstellung zeigt Sie ist ausgetührt von den nachverzeidineten Gartenbaubetrieben Quldo Einstein 4 Sohn Offenburg, am Waldbach Albsrt Falk Offenburg, Tumhallenstiaße Anton Gebhardt Offenbarg, Philosophenweg Emil Glatt Offenburg, Friedenstraße Franz Krause Appenweier Richard Linderer Offenburg, am Krankenhaus Carl MOIIer Ottenburg, Zeller Straße Josef MOIIer Offen bürg, Zeller Straße Fritz Schweiger Offenburg, Straßburgei Str. Franz Wledemer Offenburg, Zeller Straße J ***** - SEIT 1901 Zfufttschbitt UfflJMPlf BÜROMÖBEL für alle Zwecke in Holz und Stahl Durchschreibebuchhaltungen Büro-Kleingeräte .MATURA* -Schreibmaschinen, Buchungsmaschinen, Kleinschreibmaschinen mit und ohne Tabulator ROTO VERVIELFÄLTIGER für Hand und elektrisch .Cento'-Abzugsmaschinen für Kleinauflagen Rechenmaschinen, Additionsmaschinen Alles fürs Büro: Feine Briefpapiere - Füllhalter - Druckstifte Fortsehrltt-BUro-Organlsation OFFENBURG Haupisir. 45 Fahrräder! Bei 28.- DM Anzahlung und 8 - DM wöchentlich Fahrradhaus Stephan Eigene Reparatur-Weikstätte OFFEN BURG, Lange Straße 35 Willi Jungkind Karosseriebau Anfertigung von neuen Karosserien und Reparaturen jeder Art. Behebung sämtl. Unfallschäden. Kühlerbau Anfertigung und Reparaturen von Kühlern aller Systeme. Offenburg, Erzbergerstr. 15, Tel. 1682 Alfred Ammann Bauschlosserei Oifenburg, Moltkestraße 58, Tel. 1734 Eisenkonstruktion Kittlose Glasdächer Markisen, Blitzableiter Mechanische Schlosserei Otto Süffele vorm. Emil Sehern er Ausführung von Schlosserarbeiten aller Art, Masdiinen-Reparaturen, Dreh- u. Sdiwjeißarbeiten autogen und elektrisch Offanburg , SchloaaergaaaeS Vertragshändler der G OL IA TH -WER KE G. m. b. H. Bremen FRANZ SEEL Offenburg - OkenstraBe 42 - Tefefon 1474 OUATH Karl Selten* Herstellung und Vertrieb ehern.- techn. Erzeugnisse Scherrolln-Bohnerwachs Maschinelles Abschleifen von Fufiböden jeder Art Spesiaibetrieb für Fuß bodenpflege Offenburg - Gerwigstraße 3 - Telefon 2081 Ausführung aller einschlägigen Arbeiten CJUtist. v. destkwoMdeh Bau - und Maschinenschlosserei Offenburg, Wasserstraße 2a Telefon 1452 Oifenburg, Rosensiraße 5 - Telefon 1222 > Blechnerei und Installationen Gesundheitstechnische Ein- 1886 richtungen Ausführung aümtl. Blechner- u. Inatalluttonaurbelten sowie aunltüre Einrichtungen Ottenburg, Hildastraße 31, Telefon 1935 Bruno Lübeck Ausführung von Licht- und Kraftanlagen aller Art Beleuchtungskörper / Elektrogeräte OFFENBURG - Längs StraSs 11 - Telefon 1283 Elektro - Fachgeschäft OSKAR ZAPF Haargarn,-Sisal- W 2L und Kokos- MjWm MM j Türvorlagen Moderne Basi-Einkauisiaschen, Angelgeräte und Zubehör Haushalt-Putzartikel und Seilerwaren V. Oesterle Seit 65 Jahren OFFENBURG Sieinsiraße 17 M. Ettwein • Offenburg Okenstraße 44 - Ruf 1127 ernickeln erchromen ersilbern ORTENAUER HERBSTMESSE 850-JAHRFEIER OFFENBURQS Drei Offenburger Originale D' alt Flamm erzählt vom „Margetto“, „Paebscht* und „Droll" Liäwi Litt! Gestern obend hat i mit’me alte Bekannte plaudert. Er isch wohl der an Johre ältscht Ehrebürger unserer Stadt, steht mitüe unter uns und luschdert uns us, was mir trie- we umänander. Tag für Tag luegt er mit si- * nem altvrtraute Gsicht in mini Stub, frait sich an unsere Fraide un nimmt Anteil an unserem Leid. Jetzt were Ihr, liäwi Leser, denke: Wer mag deß si? Ich will Euch nit länger uff d’Fol- ter spanne un Euch vrroote, wer mit mir üwer £ paar vrgesseni Offeburger Burger bappelt het: dr Turm von dr alte Kirch. Er het an- gfange us dr „guete alte Zitt“: Die „guet alt Zitt“ isch nit für alli „guet“ gsi. Vor vierzig Johr, wo alles noch an dr volle Fleischhäfe gsesse isch. het’s au armi Tropf gen in dr Stadt. Einer drvon isch dr „M a r - getto“ gsi. Mit sinem rechte Namme het er Basler gheiße un isch us em Zell gsi. Z’Offe- burg het er im „fuule Pelz“ ä klein! Landwirtschaft betriewe, awer dr Grichtsvollziäger isch meh als gnue bi ihm us un ingange, bis alles vrgandet wore isch. In sine junge Johre isch er mol in Italie gsi und us sellere Zitt het er immer vom General Margetto un sine Feldzüg in Solferino vrzehlt; so daß er schließlich bi dr Offeburger kurz und bündig „dr Margetto“ g’heiße het. D’Kinder heim vor dem kleine Mann mit dr bruune Samtdätschkapp un dr Knochesäg unterem Arm grusiger Respekt g’het. Sini Hose sin immer Modell „Ziehharmonika“ gsi, un seil klein Bärtli het ihm de Anstrich von ebbis Usländischem-Napolionhaftem vrschafft. Einmol war’s, do isch in dr Glaserstrooß in dem kleine Huus nebe dr „Michelhall“ d’alt Gipser-Veidti gstorbe. Si isch uralt gsi un d’Nochberskinder henn ihr am Obend, bevor dr Gottsacker-Kiefer si g'holt het, Wiehwasser gen derfe. Z’mol isch au dr Margetto kumme, mit dr Säg unterem Arm. Jedefall het au er «'Beileid usgsproche, denn s’alte Gipser-Veidte henn ämol ä Metzg g’hett un dr Margetto isch bi alle Metzger rum und het Knoche vrsägt. Ä bösi Zung het zu dr Kinder uff dr Strooß gsait: „Dr Margetto luegt, ob dr Sarg nit z’klein isch“ un in der Himkäschde spuckts furt un furt vom Knochesäge. Als dmo dr klein Mann mit’me Säckli un mit dr Säg us em Hiesli kumme isch, het’s im Chorus brüelt: „Margetto, Margetto!“. Der, nit ful, langt in dr Sack un wirft dere Flegelbandi ä . . . Knoche nooch. In wilder Flucht, s’Grusle im Gnick, isch alles usänander gstaibt. I hab zuem Kirchturm gsait, er soll mr noch vom ä andere Offeburger Original vrzehle, von einem, wo d’älter Generation noch kennt het und d’Jungi sicher schun drvon ghört henn: Paebscht. Er het do un dert in dr alte Gasse gwohnt un isch von Beruf Schnieder gsi. Noch isch er in gueter Erinnerung, wie er mit bruunem Schwenker und dr rehbraune Melon uff em Glatzkopf vom Pfründnerhuus us, wo er im Alter als „Edelknab“ versorgt un uffg’howe war, siner Spaziergang in d’Stadt gmacht het Zue sinem Uwemame isch er uff ä ganz einfach! Art kumme: In junge Johre henn sich ä paar Kamrade Titel un Würde bei- glegt. Dr ain war dr „Kaiser“, dr ander dr „König“, dr Dritt ä „Fürwht“, un wo si dr Schnieder, der Kern g’heiße het, gfroogt henn, was er am liäbschde sei, het der kurz und bündig „Päbscht“ gsait Un er isch’s au bliewe! Einmol henn ihm am Owerburgermeischter Hermann sini Buewe bsoffe gmacht Wo er dann uff em Stuhl ingschloofe isch, sin selli Guetedel anni gange, un henn am Päbscht dr halb Schnurrbart abgschnitte. Voller Empörung isch er am nächste Morge uff s’Rothuus (dert- mols het dr „Ower“ noch dert gwohnt). un het sich bim Herr Hermann bitter beklagt üwer diä Luusbuewerei von sine Söhn. Dr Ower isch in d’Wull groote un het gsait, daß er für diä Streich nit haftbar isch, un au für kai Schade uffkumme duet. Unser Schneider Kern geht zuem Anwalt Krieg selig und klagt ihm sin Laid. Für seller war’s ä gfunde Fresse, am „Ower“ eini uszwische, un dr Anwalt vrklagt kurzerhand s’Stadtowerhaupt wege dr Schnurrbartstutzerei. D’Parteie kumme vor’s Grichit Dr Landgerichtsrat froogt: „Na, Herr Kern, was ist so ein Schnurrbart denn wert?“ Dr Päbscht richtet sich uff, zeigt mit dr wiß- behandschuhte Hand uff sini greifet Schnurr- barthälfti un sait: „Herr Vorsitzender, so ein Schnauzer ist zwanzig Mark wert!“ — Als dritts Original, dem au kai Denkmol gsetzt isch steil ich Euch vor: Droll, dr Moler. Immer noch denk i an ihn, wie er mit em Moierkittel durch Ottenburgs Gasse geschlendert isch. Von ihm stammt seil Wort: dr Moler Droll spinnt, awer dr Moler Huber isch vrradrt! Droll het solle „spiele“ (Soldat were). Er het awer kai Mage drzue g’het un isch flüchtig gange. Er isch jedoch vrwischt wore un het Feschtung bekomme. In Rastatt isch er ingspundet wore. Bi dr erschte beschde Glegeheit isch er’ne erneut durchbrennt, am Brückekopf vorbei, in’s Ried un het am Rhin sini Kleider an’s Ufer glegt, daß mr meine het solle, er sei vrsoffe. Er isch awer in's Elsaß und het sich bi dr Fremdelegion anwerbe Josse. Dert isch’s ihm nit am Beschde gange un am ä nette Dag isch er au dert stifte gange. Am ä Sunntigvormittag, wo dLitt in dr Kirch gsi sin, steht er plötzlig in Offeburg vor em Kriägerdenkmol un haltet Rede, bis ’ne d’Bolizei vrhaftet, wil er noch d’Legio- när’s-Uniform an g’het het. Dr Droll het sinere Mueder viel Sorge gmacht Wohl isch er ä g’höriger Schaffer gsi, awer wenn er kai Loscht g’het het, isch’s ihm nit druff ankumme, vom Mäntig bis zjiem Sunntig Blaue z’mache. An dr Fasend isch er mit dr Molerkutt an, uff em Kopf dr Filzhuet, mit’me Hering als Garnitur un ä Siteteil von ’re Bettlad unterem Arm, durch d’ Stadt stolziert Er het s’ Bettladstück mol an diä, mol an selli Hauswand gstellt, het alli Passante uffgfordert, des Kunschtwerk zu betrachte, isch ä paar Meter weg un het mit großem Pathos (wiä ä Johxmärksschreier) graefe: „Sehen Sie, gemacht von Maler Droll!" D’Burscht sin ihm in helle Schare nochgrennt und henn graefe: „Dr DroUe Papa, spaziert mit sin’re Mama d’Hauptstrooß na!“ D’guet alt Zitt isch ins Meer der Ewigkeit vrsunke, awer Originaler wird’s in jederer Generation immer wieder gen. Was wär au s’ Lewe ohni sie so langwielig! D’ alt Flamm Die Kaltloch-Gesellschaft Eine der ältesten und angesehensten Gesellschaften der Jubelstadt Mit zu den ältesten und angesehensten Gesellschaften der Stadt dürfte die Kaltloch-Gesellschaft Offenburg zu zählen sein. 87 Jahre sind seit der Gründung vergangen. Als um die Wende des Jahres 1863 eine Schar gleichgesinnter Freunde der verschiedensten Berufe sich nach des Tages Müh und Arbeit in der damaligen Bierwirtschaft „Nerlinger“ in der Metzgerstraße (heute Restaurant „Zum kalten Loch“) allabendlich zusammenfanden, um sich dem dort verzapften, vorzüglichen Stoff aus der Brauerei Post in Lahr zu widmen, da war dör Grund zur Kaltloch-Gesellschaft gelegt Am 1, Februar I 865 wurde dann die Gesellschaft gegründet. Ihren Namen erhielt sie von ihrem ersten Tagungs- und Gründungsort sähst und hat ihn behalten bis auf den heutigen Tag. Der Chronist hat uns einige der bekanntesten Gründer abgezeichnet: Föhrenbach, Kaufmann; Kuenzer, prakt. Arzt; Vittali, Fabrikant; Schell, Fabrikant; Gönner. Oberbürgermeister; Fieser, Landgerichtspräsident; Gutsch, Buchhändler; Battiany, Kaufmann. Der erste Vorstand war Buchhändler Gutsch. Zweck der Gesellschaft war und Ist die Pfleg» der gesellschaftlichen Unterhaltung und des freundschaftlichen Verkehrs. Irgendwelche politische oder konfessionelle Bindungen liegen der Gesellschaft fern. Mancher Sturm ging in den vielen Jahren seit Bestehen der Gesellschaft über sie hinweg. Der im vergangenen Jahr verstorbene Regierungsoberbaurat Kerler, der nahezu 30 Jahre den Vorsitz führte, sammelte die Schar der Getreuen nach Kriegsende und befohlene Auflösung wieder um sich. Heute steht die Gesellschaft wieder gut funda- mentiert und angesehen da. An ihren alten Grundsätzen hat sich nichts geändert. Deshalb darf der Wunsch ausgesprochen werden, daß die Kaltloch-Gesellschaft Offenburg die Tradition, die sich in fast neun Jahrzehnten so trefflich bewährt hat, weiter pflegt, und daß sie ihr Ansehen immerfort behält, das sie auch bei ihren Schwestergesellschaften in allen größeren Städten unserer badischen Heimat genießt. » > « < (TcptiqkteiötiAMq F Mit dem GÜTEZEICHEN £fVp Que &? släMttiqer freute* Farben Lacke Pinset IfItro-CsHulose - Emaille Kunstharzlacke ifir Auto u. tastwogen Maschinenlacke - Mattierung Politur - Fußbodenpflegemittel Uidu u d däißet&Söla* Lacke and Farben für Gewerbe and Industrie OFFENBURG i. B. - Gerbersir. 4 - Telef. 1375 Dis neuen zeigt Ihnen Offenburg, SteinstraBe 1 a Gute Möbel preiswert wie Immer finden Sie im Möbel-Fachgeschäft Hans Rottenecker Offen bürg, Ritter Straße 20 Eigene mech. Schreinerei, GerberstraBe 17b Das gepflegte Bekleidungshaus für Damen und Herren Seit 18SS Offenburg, SteinstraBe 22 onzgr Nachf. zeigt auf der Ortenauer Herbstmesse, Halle 3/199 seine reichhaltige Auswahl der neuen Herbst- und Wln- iermodelle in eleganten Schuhen für Straße und Sport Allele oerlceuf SCHUHHAUS mm OFFENBURG, am Lindenplalz g%,IL OFFENBURG **’ Steinstr2J Tel t1S6 RADIO-GERÄTE MUSIKINSTRUMENTE TRusikafien aff, - Ctrl PIANOS ? REPARATUREN STOFFE Kleiderstoffe Kostiim> und Mantelstoffe, kaufen Sie wie immer preiswert u. gut bei H. Maidacker Offenburg, SteinstraBe 28 Aussteuer - Wäsche - Qardinen Günstige Zofclangf- bed ingungen Halle 3 Stand 150 -151 Teppiche Tapeten Linoleum Slragula Kokoswaren - Wachstuche OFFENBURGER TAPETEN-VERSANDHAUS Wilh. Klemens Sleinsfraße 28 - Telefon 1490 ORTENAUER HERBSTMESSE 850-JAHRFEIER offenburqs Ein altes Narrennest Olfenburg schon im Mittelalter ein Mittelpunkt in der Fastnachtszeit Ein Offenburger Fastnachtsruf, der gerade nicht so bekannt, aber wohl schon sehr alt ist, heißt: „Offenburg. ein Narrennest, schon vor 1000 Jahr gewest.“ Es muß schon seinen Grund gehabt haben, daß just zur Fastnachtszeit 1483 die hochadeligen Herrschaften des deutschen Südwestens in Offenburg sich versammelten. Sie haben gewiß nicht nur gelochten und einander von den Pferden geworfen, sondern sie werden auch recht eifrig getanzt haben. Der Narrengeist in Offenburg kam auch 1775 zum Ausdruck, als die Franziskanerpatres einen großen Narrenzug machten, d. h. ihre Schüler einen solchen darstellen ließen unter dem Motto: „Der menschliche Aberwitz“ oder „Die Geißelung menschlicher Torheiten“. Später hören wir von Offenburger Narrengesellschaften. zunächst von einer „Narrhalla“, historische Narrenzunft“ zum Ziele gesetzt. Sie hatte auch immer humorvolle Köpfe gefunden. die gute Augen, spitze Federn und ein loses Mundstück hatten. Die Zeiten haben allerdings es nicht leicht gemacht, den Fastnachtsgeist durchzuhalten, weil die Menschen sehr materiell und humorlos geworden sind und weil mit der Vergrößerung der Einwohnerzahl nicht auch die Zahl der närrischen Gemüter in gleicher Weise gewachsen ist. Es haben zwar im Laufe der Jahre manche von auswärts, sich in den Offenburger Fastnachtsgeist sehr gut eingelebt und hier beste Leistungen in origineller Weise gezeigt, aber eie Masse des Volks ist doch nicht so recht mitgegangen. Immerhin bleibt die „Althistorische Narrenzunft“ ihrer Verpflichtung getreu, des Lebens schweres Dasein durch einen guten alemannischen Humor zu erleichtern. Die Neubelebung der Fastnacht nach dem zweiten Weltkrieg durch die „Althistorische Narrenzunft“ hat auch gezeigt, daß sie das kann und das Publikum für dieses Bestreben noch vorhanden ist. Die „Althistorische Narrenzunft“ pflegt die humorvolle Fastnacht durchaus auf lokalem Boden mit lokalen Geschehnissen und lokalem Witz. - ber - ren zuzuschreiben. Offenburg kann stolz darauf sein, daß ihre Hexenzunft von namhaften Heimatschriftstellern und Kennern der alemannischen Fasend als ein Musterbeispiel einer Neugründung auf historischem Hintergrund erklärt wurde. Dieser historische Hintergrund sind die bekannten Hexenverfolgungen und Prozesse, die in Offenburg hauptsächlich zu Anfang des 17. Jahrhunderts viele Opfer forderten. Wenn die sechs Stadtbüttel „Sechser“ beim Einfangen und Abführen ihrer armen Opfer mit ihren Handglocken (Schellen) die Bürger vor dem „bösen Blick“ warnten, floh alles und mied die Straße. Hier ist der Ursprung des Offenburger Narrenrufes zu suchen, der nach Bügermeister Franz Volk („Hexen in der Ortenau und der Reichsstadt Offenburg, 1862“) auch vom höhnenden Volk den armen Opfern auf ihrem schweren Gang zum Richtplatz nachgerufen wurde. Das erst später angehängte Wörtchen „Narre“ ist ein Beweis der auch in vielen anderen Fällen nachgewiesenen Wandlung der Volksseele vom Traurigen und Schaurigen zum Grotesk-Närrischen. Offenburg nimmt in der Beendigung und Ueberwindung des Hexenwahnes eine beachtliche Sonderstellung ein, durch die standhafte Offenburger Bürgerin Agnes Götter, genannt die „Götter Nes“, die 1629 wiederholte Folter ertrug; selbst durch den gefürchteten „Hacker- schen Stuhl“, dessen Qual zuvor noch kein Mann widerstand, ließ sie sich zu keinem Geständnis zwingen. Sie beharrte auf .ihrer Unschuld und wurde am 4. Februar 1630, übel zugerichtet, aus der Haft im Kuttelturrns entlassen. Diese heldenhafte Frau erreichte, daß man kleinlaut verfügte: „Mit dem Hexenfang solle man einhalten“. Von da an fanden keine Hexenprozesse mehr statt. —er. dann von einem „Gamevalverein", der als Untertitel hatte: „Althistorische Narrenzunft“. Da das Narrentum der Oberrheinlande sich ln Zünften organisierte, und auch die Offenburger dieser schwäbisch-alemannischen Fastnachtsvereinigung als Mitgründer beitraten, ist aus dem Untertitel der Haupttitel geworden und der „Gamevalverein“ aus dem Schilde vei sch wunden. Aber es gibt hier, wie drunten am Rhein in Mainz, immer noch einen „Prinzen Garneval“, und „im übrigen“ ist dieser sogar im Hochschwarzwald heimisch. Offenburg am Schnittpunkt der beiden Fastnachtsbereiche, pflegt ebenso die rheinische Fastnacht mit Gamevalssitzungen und Redouten, wie c.ie alemannisch-schwäbische Fastnacht mit Spielen. Diese Aufgabe zu erfüllen, hat sich die „AltNeugründung auf historischem Hintergrund Von der traurigsten Stadtgeschichte zur närrischen Hexenzunft Wenn die Geschichte dieser jungen Narrenzunft in späteren Jahren einmal geschrieben wird, ist als erstes wohl ihr rascher Aufstieg und die schnell erworbene Popularität zu erwähnen, die sie sich gerade im Kreise der alemannischen Narrenstädte erworben hat. Der Versuch, Offenburg mit der Hexe eine volkstümliche Narrenfigur zu geben, wurde erstmals vor 18 Jahren von dem Offenburger Ehepaar Vollmer unternommen. Trotz Widerstandes gelang es ihm, beim großen Narrentreffen der Schwäbisch - Alemannischen Narrenzünfte 1935 in Offenburg beim Festzug durch, erfolgreiches Auftreten eine Anzahl junger Offenburger zu begeistern und die Gründung der Hexenzunft zu ermöglichen. Wie aber war es möglich, daß sich diese junge Zunft in so kurzer Zeit Anerkennung und Achtung verschaffte, daß sie bereits 1937 in die Vereinigung der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte aufgenommen wurde? Man erfand eben nicht nur ein Kostüm und eine originelle Maske, sondern man verstand es, dieser Hexe als Narrenfigur eine Funktion und ein festes Programm zu geben. Anzug, Maske und Programm aber waren keiner anderen Narrenzunft entnommen, sondern in Verbindung mit dem historischen Offenburger Narrenruf geschaffen. Jedoch nicht das schönste Kostüm und die originellste Maske machen den Erfolg aus, sondern die Art, wie sich der Träger nach bestimmten Gesetzen humorvejl und närrisch bewegt. Wenn die Offenburger Hexen auf den vier Narrentreffen und wo immer sie sich zeigten als die Lebendigsten galten, so ist dies eben dieser Beweglichkeit und dem Einfallsreichtum der im Hexenrock steckenden Offenburger NarAllgemeine Elsässische Bankgesellschaft Filiale Offenburg AuBenhendelsbank Offenburg, Hauptatr, 55 - Telefon 1308 Ab 1.11. 1951 im Neubau Haupisir. 84/86 1881 f95f Schuhgeschäft Zimmer Inh. t Mar ia Steimel OFFENBURG KlostoretraBe 12 Damen - Herren » Kinder • Hmäeit Wolle, Wäsche, Strickwaren Strümpfe und Babyartikel TEXTILHAUS 5 ^ Offenburg, Metzgerstraße 7, Tel 202 Uhren»«, Schmuck für jeden Geschmack u. ausgesuchter Qualität finden Sie stets in reicher Auswahl bei L Löwenthal Offenburg a. Lindenplatz Wir tm oten Mit größter Sorgfalt wurden für diesen Herbat und Winter die Damen-. Herren-, Mädchen- und Knaben- Wintermäntel Wir legten nicht nur großen Wert aut schicke Formen, tadellose Verarbeitung, sondern*auch aut Qualitltswaren zu möglichst niedrigen Preisen* Auch in Mantel-, Anzug- und Kleiderstoffen ist unser Lager mit modischen Stücken und guten Qualitäten reichlich sortiert. "" Unser Textilhaus besteht nun seit mehreren Jahrzehnten. Weit über den Kreis Offenburg und Kehl hinaus haben wir eine große treue Kundschaft erworben. Es wird auch fernerhin unser Bestreben sein, dieses Vertrauen in jeder Weise noch weiter zu festigen. ^ während des diesjährigen Urloffeiier MssrrsNIckfsHlsä vom 13, hie 15. Oktober werden wir in der Ausstellungshalle (Konfektion, Aussteuerwaren, Gardinen, Betten) groß ausstellen. Dann wird jeder Käufer unsere Leistung selbst beurteilen können. ederer URL0FFEN Westland aus guter Hand fiprhApetpn«ci Adrelha immer modisch Gerberstrosse 17 Eigene Maß- und Reparaturwerkstätte Halle 3 Stand 216 Möbel Art. Schlafzimmer Wohnzimmer Küchen Polster möbet in allen Preislagen, formschön und preisgünstig kaufen Sie auf bequeme Zahlung bei: Möbel-Kühn Offenburg ZShringerhof beachten Sie unser Angebot an billigen Kieiderschränken in jeder Größe % ORTENAUER HERBSTMESSE A 850-JAHRFEIER OFFENBURQS GmbH. OFFENBURG/BD. GLASVEREDELUNGSWERK - GLASGROSSHANDLUNG GLASBIEGEREI UND -BRENNEREI. GLASAETZEREI, -SCHLEIFEREI, -MALEREI ' BLEIVERGLASUNGEN - SEIDENTON GLASMALER El - SPIEGEL UND TRANSPARENTE ( SYSTEM KIRSCH) Wirtschaf tbüfetts Kühlvitrinen und Etnhauhühlschrünhe Milchkühltheken Kühlraumtüren 'imiÄySSCHANKANlAOiN-KÜHLMAlEL CiLASTR ANSPARENTE GLASSCHILDER FIRMENSCHILDER FASSADENBUCHSTABEN * Herstellung von Schildern aller Art ANTON MÖLLINGER/, OFFENBURg/BADEN . HILDASTR. 40 Zur Ortenauer Herbstmesse Halle 2, Stand 103 (O^fentHlhq -/ ‘Xuiai. ifbhLCedc\ VadiUcdLh JS'icuiddchilcdCi Friedrich Streb Ottenburg Gaswerkstraße 19/23, Telefon 1227 Neu- und Umwicklungen von Generatoren, Transformatoren Neue und gehr. Elektromotoren - Maschinenbau - Halle 3 Stand 241 OFFENBURG SPEZIALWERKSTÄTTE für Innen- und AuQen- REKLAME Glas- u. Lichtreklame - SCHILDERMALEREI M** Ludwig Scherzmger Waagenbaumeister Spextal-Waagen bau - Reparatur- Werkstätte^ für sämtliche eichfähigen Waagen aller Art, Neigungs-, vollautomatische, Leuch tbildwaa- gea, Gewichte und Meßgeräte. Verkauf und Neulieterung von Waagen aller Art. Offsnburg, Ochsensteg, Telefon 1471 iiniiiiii iMm iiiiKUUi Alles lürs Schaufenster und Messe - Ausstellungen zur Gestaltung werbewirksamer Dekoiationen I Schaufenster-, Dekorations-, Mal- und Zeichenartikel Spezialfachgeschätt Herrn. Kaltenbach Offenburg, Kesselstraße 3 iiiiiiiiiiiviiimwtiiiHtn Seit 1889 Spezialitäten: TONOLI-txielsior-Tafelsenf TONOU-Senf Marke Meerrettidi TONOU-Senf Marke Isar Sar ANTON TONOLI - Senffabrik - Offenburg-Steinach In Halle 3 der Ortenauer Herbstmesse nmnmmimmmmm KUNSTWERKSTATTE FÜR GLASMALEREI UNO MOSAIK KARL VOLLMER OFFENBURG HILDASTRASSE 60 TELEFON 2035 muimihWiiuiiiinwin MOLKEREI - ERZEUGNISSE in erstaunlich vielseitiger Art und bekannt erstklassiger Qualität, bietet aut der Herbstmesse, Halle 2 Stand 86-89 ORTENAUER MILCHZENTRALE GMBH - OFFENBURG Benutzen Sie die Kaufmöglichkeiten für unsere Produkte duich die Milchhändlergenossenschaft Oftenburg §Äl Filiale Offenburg früher DEUTSCHE BANK Offenburg, Hauptstraße 9 und 42 • Tel. 1448 » 2064 Inflenhandelsbankj Prompte und sorgfältige Erledigung aller Bankgeschäfte Einlösung von Reiseschecks Annehme von Spareinlagen und sonstigen Geldern zur Verzinsung Wertpapiere ORTEN Al/ER HERBSTMESSE 850 -JAHRFEIER offenbwrqs Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Offenburg Seit dem Jahre 1859 hat die Stadt Offenburg eine Freiwillige Feuerwehr. Ueber die Entstehung derselben und ihre Entwicklung wurde bereits anläßlich des 75jährigen Stiftungsfestes 1934 und ebenso des 90jährigen Stiftungsfestes 1949 eingehend berichtet. Es Ist nun vielleicht für die Bürger der Stadt noch interessant, den heutigen inneren Aufbau der Wehr etwas näher kennen zu lernen. Die Offenburger Feuerwehr hat augenblicklich den vorgeschriebenen Stand von 124 Mann. Sie besitzt zwei große, moderne Kraftfahr- spritzen mit einer Wasserförderung von 1500 Liter in der Minute, einen Mannschaftswagen mit Vorbaupumpe (800 Liter), sowie 6 Tragkraftspritzen mit je 800 Liter, 3800 Meter gutes Schlauchmaterial, 3 moderne mechanische Leitern, eine komplette Lanningerrohrleitung von 500 Metern und Hilfsgeräte jeder Art. Zur Unterbringung dieser Geräte und deren Pflege stehen 2 im Stadtzentrum liegende Feuerhäüser zur Verfügung, die jedoch in allernächster Zeit durch den Bau eines geeigneteren Feuerhauses abgelöst werden sollen. Die Wehr ist in 4 Löschzüge gegliedert Der 1. Löschzug ist hiervon der am meisten belastete, durch die vielen Brandbekämpfungen der erfahrenste und auch der am schnellsten einsatzfahige. Das ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß diese Bereitschaft an einen, von der Polizeiwache aus bedienbaren Wecker angeschlossen ist und im Bedarfsfälle sofort alarmiert werden kann. Ihr ist deshalb auch der Name „Weckerlinie“ eigen. Beim Einsatz des 1. Löschzuges, sei es in der Stadt oder bei der Ueberlandbrandhilfe, übernimmt sofort ein. anderer Löschzug den weiteren Feuerschutz. Nur bei einem Großbrand oder einer sonstigen Katastrophe erfolgt die sofortige Alarmierung der gesamten Wehr durch die Sirenen. Die Feuerwehr besteht aus tüchtigen Männern jeden Standes, die es sich zur Ehre anrechnen, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Die Erfolge, die die gutgeschulte, disziplinierte Wehr in Ernstfällen immer erzielte, brachte ihr die Anerkennung der gesamten Bevölkerung ein. Die Stadtverwaltung Offenburg hat Bereits im Jahre 1846 bildete sich in Offenburg ein Verein von Frauen und Mädchen mit dem Ziele, „Not und Armut zu lindem“. Diese Vereinigung gab sich den Namen: „Frauenverein von Offenburg“. Diese Vereinigung nahm sich zunächst der mittellosen Wöchnerinnen und deren Säuglinge an, doch recht bald dehnte sie ihre Hilfstätigkeit auch auf andere Notleidende aus. Der Waisenfonds der Stadt Offenburg wurde unterstützt, eine Nähstube, eine Spinnstube und eine Lehrküche wurden eingerichtet. Als Baden als eines der ersten Länder im Jahre 1864 der 1. Genfer Konvention beitrat, stellte sich der Frauenverein ebenfalls in den Dienst des Roten Kreuzes und änderte seinen Namen um in: „Frauenverein v. Roten Kreuz in Offenburg“ ihre Verbundenheit mit der Wehr und dem Feuerschutz der Stadt und ihrer Bürger stets durch die bereitwillig zur Verfügung gestellten Mittel bekundet, die es jeder Zeit ermöglichten, Verbesserungen der Feuerlöscheinrichtungen und Geräte vorzunehmen. Die Offenburger Feuerwehr ist unpolitisch. Ihre Grundsätze sind freiwillige Einsatzbereitschaft und Kameradschaft. Hunderte von Feuerwehrmännern haben sich in 92 Jahren, in guten und schlechten Zeiten, mit Energie, Tatkraft und persönlichen Opfern, in treuer Pflichterfüllung für eine gemeinsame Sache eingesetzt. „Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr.“ Max Feiler, Feuerwehrkommandant Der Aufruf zur Gründung des „Roten Kreuzes“ den der große Menschenfreund Henri Dunant an die ganze Welt ergehen ließ, wurde in Baden sehr früh gehört. In Offenburg waren tatkräftige Männer am Werke, die die Notwendigkeit einer organisierten Hilfeleistung im Roten Kreuz erkannten. Von ihnen wurde am 26. 4. 1894 eine Sanitätsabteilung gegründet, die alsbald ihre Tätigkeit aufnahm. Sie trug den Namen: „Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz. Offenburg.“ Im Jahre 1895 wurde in Offenburg der „Männerhilfsverein vom Roten Kreuz“ gegründet, der sich besonders des Kolonnenwesens — auch im Hinblick auf dessen Friedenstätigkeit — annahm und die Sanitätskolonne geldlich unterstützte. Der erste Weltkrieg brachte die große Bewährungsprobe. Der größte Teil der Männer wurde im Heeres-Sanitätsdienst verwendet, die übrigen richteten gemeinsam mit dem Frauenverein am Bahnhof eine Verpflegungsstelle ein sowie eine Liebesgabenverteilungsstelle, die im Haus des Hotels „Sonne“ untergebracht wurde. Nach dem Kriege wurden die Friedensaufgaben des Roten Kreuzes wieder aufgenommen. Im Jahre 1928 wurde aus den Reihen des Frauenvereins eine „Helferinnenabteilung“ gebildet, die sich besonders für die Erste Hilfe und Krankenpflege zur Verfügung stellte. Die segensreiche Tätigkeit des Roten Kreuzes im zweiten Weltkrieg ist so bekannt, daß hierüber nichts mehr gesagt zu werden braucht. Erwähnt sei nur die Einrichtung einer Verpflegungsstelle am Bahnhof Offenburg. Nach dem totalen Zusammenbruch wurde im Jahre-1946 das Rote Kreuz zunächst verboten und seine Organisation aufgelöst. Seine Aufgaben und Tradition übernahm das „Badische Hilfswerk“. Neue und unbekannte Aufgaben wurden ihm gestellt und von ihm gelöst. Die Sorge für die Kriegsgefangenen in den Offenburger Lagern und die rückkehrende Zivilbevölkerung, sowie die Betreuung der fast täglich eintreffenden Flüchtlingstransporte wurde von ihm übernommen und durchgeführt. Als eine der ersten Stellen in Deutschland wurde in Offenburg ein „Suchdienst“ eingerichtet, der unzähligen Familien Nachricht über ihre Angehörigen vermitteln konnte. Eine Volksküche und ein Uebemachtungsheim wurden eingerichtet, ebenso eine Nähstube. Der Krankentransport wurde mit Behelfsmitteln nach wie vor durchgeführt; die Kindererholungsverschickung aufgenommen und die Verteilung der „Schweizer Spende“ eingerichtet. Im Jahre 1948 wurde das Verbot des Roten Kreuzes aufgehoben und das „Badische Rote Kreuz“ neu gebildet. „Not und Armut zu lindern" Die Aufgaben des Roten Kreuzes sind immer die gleichen geblieben Während der Ortenauer Herbstmesse besuchen sie bitte in meinen Geschäftsräumen KeSSelstraße 6 die größte Möbelsdiau am hiesigen Platze Schloizimmer, Wohnzimmer, Küchen, Couches, Sessel, Teppiche, Kleinmöbel u. Matratzen zu sehr giinsL Preisen. Ober 100 Zimmer- u. Kücheneinrichtungen Große Zahlungserleichterung! Ortenauer Herbstmesse Halle 3 Stand 188/193. Offenburger Möbelhalle Kesselstraße 8 Martin Schafheitle OFFENBURG/B. Ecke Stein-/Lange Straße An) nächsten Sonntag von 15.30 bis 19 Uhr geöffnet aller Ari kaufen Sie preiswert beim Fachmann PelzmäntelMat Umarbeitungen, Reparaturen Ein Besuch lohnt sich! A. Schulz, Kürschnermeister Bühl bei Ottenburg r GARTENBAU-BLUMEN BINDEREI ^ OFFEN BURG/BD.^i^HAU PTSTR.7 zeigt Ihnen in seinem Schaufenster eine reichhaltige Auswahl von Blumen, Pflanzen und Gebinden If/ascUe für DAMEN und HERREN lussteuerwaren - Baby-Irtikel Sport- and Stnunpfwolle - sowie Kurzwaren Enden Sie in altbekannter Qualität und Güte bei Kaufhaus E. Wörter onsnhui-s Stadtbuckel BOROMASCHINEN BOROMASCHINEN auf die man sich ^ verlassen kann Schreibmaschinen Bechenmaschinen Yervielfältigungs- Apparate und aller Zubehör STrcuvz, OFFENBURG, Steinstiaße 24, Teleion 1666 Reparaturwerkstätte und Maschinenpflege Offenhurg, Hauptstraße am Fischmarkt j£AiichUS'&ohn. ^n asB P iaiwjj.'^ SCHUH Ufa BeiQ&i lUkiH besonders schöne Modelle in: Damentaaehen Aktentaschen Leder hoff er und Reisenrffkel von hervorragender Qualität HeineitU Bahnet LeösxvaietL-'RBiseaöäSfiÄ ALLEINVERKAUF: MARKE GRUNGOLD Installation für Licht und Kraft Reparatur u>erkatütte Offenburg, Franz-Volk-Straße 3 Telefon 1078 Waldemar Bischoff BQromöbel - BOromaschinen - Bürobedarf Ottenburg, Friedrichstraße 50 Beachten Sie auf der „Ortenauer Herbstmesse“ das moderne „H ausbfiro“ in Halle 3. Stand 242/243 ORTE NAUE R HERBSTMESSE 850-JAHRFEIER OFFENBURQ^. i- imnniinniiHHiHiiumimiiHiinnnHuniiunuiniunitniiim BETONERZEUGNISSE ALLER ART BODEN - UND WANDBELÄGE IN PLATTEN UND TERRAZZO STEINMETZWERKSTÄTTE FÜR KUNST- UND NATURSTEINE STAHLBETON - FERTIGTEILE SCHALUNGSFREIE STAHLBETONDECKEN BIMSBAUSTOFFE ALLER ART SPEZ. DECKENSTEINE VERSCHIED. SYSTEME REMY-BIMSDECKENHOHLKÖRPER OFFENBURGER BIMSBAUSTOFFWERK UND STAHLBETONWERK KARL WACKER 1 KOMMANDIT-GESELLSCHAFT HOCH - TIEF - STAHLBETONBAU TELEFON NR. 1201 . OFFEN BURG/BADEN. FRIEDRICHSTRASSE 5 § I I Filialen: Appenweier, Ackern, Lahr-Dinglingen BousißAAß otAj&b Att f Mittelbadischer Baustoff-Vertrieb Büro: Saarlandstraße 4 (am Bahnhof) Franz Schweiß Naehf. KQ, Offenburg gut und preiswert bei Lager: Friedrichstraße 63 Offenburg f. Bd. Helmholtz-Haselwanderstr. • Tel 1888 LUDWIG JUNKER Zimmermeister fiorl Hauser Blechnerei und Installation Oftenburg, Badstraße 3 Fernruf 1143 ' Herde - Velen Hansholtartikel seit Ober 100 jahren STAHLBAUWERK GUSTAV MÜLLER, OFFENBURG STAHLHOCHBAU BRÜCKENBAU FEINEISENBAU STAHLBLECHBAU Octenouee Herbstmesse 8S0-Zallrfeier ELEKTRO ftona Bei Licht-, Kraft- u. Schwachstromanlagen ElaktrogarHta Offenburg / Gymnasiumsir. 2 / Telefon 1248 Bauunternehmung Kunmtstelnfabrlkatlon und PinttenhetBge David Turn OFFENBURG, ANGELGASSE 6 Holz - Kohlen - Baustoffe Peler £lc?fci Offenburg/Baden, Friedenstraße 8, Telefon 1419 Bedachung - Blltzableiterbau BÄHRLE K.6. BAUUNTERNEHMUNG HOCH-, TIEF-, EISENBETONBAU STRASSEN- UND BRUCKENBAU Offenburg i.Bd. Gaswerkstraße 25, Fernruf 1557 Niederlassung: Karlsruhe Hansastraße 25a, Fernruf 81 83 Geschäftsstelle: Freiburg/Br. Eckerstraße 3, Fernruf 4807 Telegramm-Adresse: Bihrlebau Offenburg : a a Albert Hietkoteet Bauschlosmerei Stegermatt 2 Tel 2007 lusführung edler einschlägigen Irbsiten Hermann Ranaud Glaserei und Schreinerei Schaufensteranlagen / Innenausbau Offenburg / Baden, Am Holderstock 6, Telefon 1367 Peter Netzer, Gipsergeschält im Ausführung sämtlicher inneren und äußeren Verputzarbeiten - Gerüstbau Gebrüder Stadelbauer, Offenburg Inhaber: Otto Stadelbauer Teleion 1355 «„M««*» 0 " beim neuen Kloster Johann Karcher wmdMhi«, Eisenguß - Rotguß - Aluminiumguß Für alle Zwecke - Industrie, Handel und Handwerk Roh und fertig bearbeitet FRITZ FRIEDMANN - HOLZBAU - OFFENBURG Haselwanderstraße 39 - Telefon 1151/1152 » Gegründet 1863 Neuzeitliche Holzkonstruktionen - Holzfertigungen aller Art - Holzsparende Bauweisen HALLEN- UND BARACKENBAU FERTIGHÄUSER IN HOLZODER GEMISCHTBAUWEISE ZIMMERGESCHAFT BAUSCHREINEREI - SÄGEWERK ORTENAVER HERBSTMESSE 850-JAHRFEIER OFFENBURQS „Tätige Liebe heilt alle Wunden..." 95 Jahre Kolpingsfamilie Olfenburg Als am Abend des 6. April 1856 einige junge Offenburger Handwerker den damaligen Pfarrer von Hl. Kreuz aufsuchten, um mit ihm die Gründung des Katholischen Gesellen Vereins zu besprechen, da konnten sie nicht wissen, welches Werk aus ihrem Beginnen entstehen würde. »Und doch trugen sie schon das Geheimnis des Katholischen Gesellenvereins in ihren Herzen, das Geheimnis des wahrhaft Lebendigen in der Welt. „Von jedem Herzen wird die Welt bewegt“, sagt ein Geistesmann In Offenburg ist auch die Krippenkunst zu Bause. Einer ihrer hervorragendsten Vertreter ist Karl Otto Schimpf. Aufnahme: Photo-Grimm unserer Tage. Die Kolpingsfamilie lebt — wie kaum eine andere Gemeinschaft auf katholischer Seite — aus dem Herzen einer heute noch lebendigen Persönlichkeit, eben aus dem Geist und dem Herzen Adolf Kolpings, des „Gesellenvaters“. Er war einer der größten Bahnbrecher des sozialen Gedankens im 19. Jahrhundert, und es ist bezeichnend, daß sich die Mitglieder der Kolpingsfamilie seine „Söhne“ nennen. Nur wer das innerste Wesen der Kolpingsfamilie erfaßt hat, weiß um ihr eigentliches Geheimnis: Männer, die in Ehren ergraut, den Kampf des Lebens bereits bestanden haben, nennen sich immer noch seine Söhne. Darum ist auch sein Werk im Sturme der Zeit nicht zugrunde gegangen. Es hat auch die größte Tragödie des deutschen Volkes überstanden, und als in Offenburg am 28. 1. 1946 die Arbeit wieder aufgenommen wurde, da war es nur ein Weiterführen dessen, was in den Herzen der echten Kolpingsbrüder immer lebendig geblieben war. 95 Jahre Kolpingswerk in Offenburg bedeutet einen Reichtum an Leben und Erleben, mit Worten kaum auszudrücken: wöchentliche Vereinsversammlungen mit Vorträgen aus allen Gebieten des menschlichen Wissens und über alle Fragen charakterlicher und fachlicher Bildung, eindrucksvolle Feierstunden, Familienabende mit frohem und heiterem Charakter, Pflege des Vereinstheaters und Laienspiels — wir denken an die großartige Aufführung der Passion 1911 —, die Tätigkeit der Gesangsabteilung, kirchliche Feierstunden mit der Pflege eines gesunden religiösen Lebens, in langen Jahrzehnten die Betreuung tausender durchwandernder Gesellen. Wahrhaft eine reiche Welt, aufgebaut auf den Grundsätzen des Katholischen Gesellenvereins: Religion und Tugend, Arbeitsamkeit und Fleiß, Eintracht und Liebe, Frohsinn und Scherz. Als ältester katholischer Verein war die Kolpingsfamilie mit der Stadt Offenburg immer aufs engste verbunden. Sie will es auch in Zukunft bleiben. Die Kolpingsfamilie grüßt dankbar die Vergangenheit und ihre Männer, auf deren Schultern sie heute steht; sie grüßt ebenso die lebendige Gegenwart, die trotz aller Not noch immer das Beste ist, und sie arbeitet weiter im Sinn der Worte Adolf Kolpings: „Tätige Liebe heilt alle Wunden, bloße Worte vermehren den Schmerz." Die Teilnahme der Kolpingsfamilie am großen historischen Festzug soll auch ein Zeugnis ihrer Bereitschaft sein, im sozialen und kulturellen Leben der Stadtgemeinde auch weiterhin ihre Pflicht zu tun. Liebhaberorchester mit Tradition Der Ordiesterverein Offenburg ein wichtiger Faktor der Kulturpflege Die Pflege instrumentaler Musik durch ein Liebhaber-Orchester gehört mindestens seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts zur heimischen Kulturpflege. Ursprünglich war das Orchester nur bei hohen Festen in der Hl. Kreuzkirche zu hören. Dann aber hat in den 80er und 90er Jahren sich hier aus den Bürgern heraus ein „Streichmusikverein“ gegründet, der recht beachtliche Leistungen aufzuweisen hatte und auch bei den großen Oratorien-Aufführungen das Orchester stellte. Im Anfang des neuen Jahrhunderts ist der erste „Orchesterverein“ ins Leben gerufen worden. Es war ein vollbesetztes Symphonie- Orchester, das bis in den ersten Weltkrieg hinein sehr gute Konzerte gab, wenn diese auch nicht die Qualität des damaligen Streichorchesters der Regimentskapelle, die ja nur beste Berufsmusiker hatte, erreichen konnte. Nach Ende des Weltkrieges gab es hier aber keine Regimentsmusik mehr, wohl aber waren Mitglieder der früheren Regimentskapelle und insbesondere gute Bläser, hier in staats- und städtischen Stellen untergekommen. Diese sammelte der städtische Werkdirektor Ernst Schilling zusammen mit seinen Freunden Prof. Bogner und Buchdruckereibesitzer Franz Burda. Als Dirigenten holten sie sich den Offenburger Musiklehrer Carl Fink, der selbst verschiedene Instrumente spielte und gründlichste Studien gemacht hatte. Die Jahre unter Carl Fink und Ernst Schilling brachten hervorragende Leistungen des Orchesters und erstklassige auswärtige Künstler als Solisten. Auch nach dem Tode Carl Finks im Jahre 1927 hat der Orchesterverein sich auf symphonischem Gebiete an größte Aufgaben mit bestem Erfolg herangemacht. Nach Ende des zweiten Weltkrieges war die Wiedergründung unter den sehr veränderten Verhältnissen ungleich schwieriger, aber das Bedürfnis nach einem Liebhaber-Symphonie- Orcheeter ebenso offenkundig. Wieder aus der Laien-Initiative des Orchestervereins erstanden, und trotz aller Hemmnisse, konnte er sein 100. Symphonie-Konzert geben, und mit dem ganz erstklassigen Geiger Tibor Varga zusammen in der Meisterung des D-dur Beethoven- Konzerts beweisen, daß er höchste künstlerische Aufgaben bestens zu erfüllen weiß. Daß 1920 hier wieder eine Stadtkapelle gegründet worden ist, verdankt man ebenfalls dem Orchesterverein. Der Löwenbrunnen im Winter Aufnahme: Photo-Grimm Historischer Verein Der Historische Verein für Mittelbaden, mit seinem Sitz in Offenburg, zählt zu den größten Geschichtsvereinen Deutschlands und hat in den vier Jahrzehnten seines Bestehens eins sehr erfolgreiche Wirksamkeit entfaltet. Außer dem Hauptverein, dessen Mitglieder über ganz Deutschland zerstreut sind, unterhält er in 18 Städten Mittelbadens von Kehl bis Triberg und Schiltach und von Ettenheim bis Rastatt Mitgliedergruppen und steht mit den Heimat- und Geschichtsvereinen des In- und Auslandes im Schriftenaustausch. Er hat den Zweck, die Geschichte und Altertumsdenkmäler Mittelbadens zu pflegen, unternimmt Ausgrabungen, sammelt die für das Vereinsgebiet wichtigen Werke der Literatur und erstrebt die Erhaltung und Wiederherstellung gefährdeter Kunst- und Altertumsdenkmäler. Seine Hauptaufgabe ist die Erforschung der geschichtlichen Vergangenheit unserer Heimat. Um die Forschungsergebnisse der Oeffentlich- keit zugänglich zu machen, veranstaltet er Vorträge und gibt die Jahreszeitschrift „Die Ortenau“ heraus. 30 stattliche, zum Teil reich illustrierte Jahreshefte sind bis jetzt erschienen. Jährlich ruft der Verein einmal seine Mitglieder von nah und fern zusammen. Von diesen Tagungen — sie finden jedes Jahr an einem anderen Ort statt — gehen immer reiche Anregungen aus. Hier werden die Vereinsangelegenheiten beraten, heimatgeschichtliche Vorträge gehalten. ■ .. . _ _ \ MERCEDES-BENZ Kurzfristig lieferbar (ausgenommen Type 220 und 300) Günstige Zahlungsbedingungen AutomobU-GeseUschtft Schoeraperlen & Gast OFFENBURG 9 Vollautomatische OfiSiVldl"ADE"KUPPlllfl9 ADE-WERK GmbH. Offfenburg/Baden Lange Straße 56 - Telefon 1910 Älteste Spezialtebrlk für Anhangerkupplungen Je nach Betiiebserfordernis mit festem und beweglichem Fangmaul auch vertikal Josef Hodapp Autolackiererei C " Ausführung sämtlicher > 04W«*- miw{ JÜackierarljßiten Reklame-Beschriftungen V J Offenburg, HelmholtzstraSe 19 Wohnung: Franz-Volk-StraBe 18 Telefon 1875 ORTENAUER HERBSTMESSE 850-JAHRFEIER OFFENBURQS Lebensstandard ist Lebensmittelstandard Weit die tüchtige Hausfrau und dar erfahrene Lebensmittelkaufmann das wissen, sind ihnen ASO-LEBENSMITTEL in ASO-„Allsicht" „mit dem guten Maß u unentbehrlich geworden. Packungen Man sieht was man kauft Man kauft was man sieht Und wei& gleich den Preis ADOLF SPINNERS IMPORT - PAKETIERUNG - GROSSHANDEL OFFENBURG - FREUDENSTADT - WOLFACH KOHLEN-^KONTOS EMIL SCHIRRICH Ottenburg - Franz-Volk-Straße 42 - Telefon 1456 Kohlen - Koks - Briketts - Holz - Generator-Holzkohlen Ausführung von Fuhr auftrögen Elsen waren Bau-und Möbelbesdiläge Werkzeuge r. «Maschinen ^Tandwirtsdiaftl. Geräte Hermann Asal Eisenhandlung Offenburg, MefigerstrafteS Telefon 1828 i m \ Jahre BOLLADEN- Spezialgeschäft Karl Hellerich Holz- und Stahlpanzerrolladen, Rollgitter, Schlagladen, Sonnenschulzrollo, Reparaturen aller Art Offenburg, Franz-Volk-Str,21 f Tel.2296 rr Über die 850-Jahrfeier der Stadt Ottenburg gelangt Htokw-feslüet zum Ausschank, an dem die Liebhaber ', eines edlen Stoffes Freude haben werden.' Kronenbiaueiei 0FFEHBHB6 8 8 #"■ 1 ^ flumnder das führende Fachgeschäft erfüllt alle Pelzwünsche nur Offenburg, Lange Straße 10 Messestand: Halle 3, Stand 174 Ofenschau der Fachgeschäfte Dort finden Sie den altbewährten, schönen KACHELOFEN in neuzeitlicher Bauait Karl Feiler, Offenburg, Hauptstraße 89, Telefon 1177 Albert Ganther, Offenburg, Kirdistr. 11, Telefon 1109 Jul. Lehmann, Offenburg, Gerberstr. 26, Telefon 1708 Emil Schreiber, Zell/a. H., Nordradier Straße Orthopädie- und Bandagen-Werkstätten - Sanit&tmhaus - ttotUeOikk Korsett-Spezialgeschäft Offenburg Saarlandstraße 12 (beim Bahnhof) Ruf 1642 MtfHMTMMMI mriSTt mit tbutucjftr Jede ■fT.lGl^WK^ wirkt vollendet mit der modernen Unterkleidung wie Hält- and Büstenhalter Korsett and Korselett der bewährt Markentabrikate aus dem Fachgeschäft [mseui Ä R B E R E I ¥ GMB CHEMISCHE REINIGUNG Offenburg, Wilhelm-Bauer-Straße 7, Telefon 1739 M. Jungwirth Offenburg / Rheinsir. 17 / Fernruf 1565 die führende Lesemoppe Südbadens GEORG SCHQNER Telefon 1314 OF F EN BURG Mfneralioasserfabrik Peterstaler Mineralwasser Limonaden Aptelsait Heilwässer Poststraße la Kohlenhandlung Union-Briketts Nußkohlen Koks Brennholz immer unterhaltend, interessant und lehrreich stets neu und aktuell Das Geschäft wurde 1896 als MineralwasseTfabrik im Hinterhaus Hauptstraße 17 gegründet und 1901 in das jetzige Geschäftshaus Poststr. la veilegt. Im Jahre 1906 wurde eine Kohlenhandlung angegliedert, und 193b der Vertrieb des bekannten Marken- getränkes Airi-Cola übernommen. ORTENAUER HERBSTMESSE P 850-JAHRFEIER OFFENBURQS Gründer der Offenburger Industrie Ein Charakteristikum für Offenburg Seine Glasindustrie wurde zu einem Weltunternehmen Unter den Gemeinderäten Offenburgs, die sich nach dem Mißlingen der Revolution 1848/49 vor dem Oberhofgericht in Bruchsal' zu verantworten hatten, waren auch die Bürger Johann Baptist Geck und Johann Ba ptist Reindle. Der erstere war „Zähringerhofwirt“ und der zweite betrieb hier eine Hohlglasfabrik, an der sich nach der Amnestie der Finanzminister der Revolutionsregierung von 1848/49, der Renchener Amand Gögg, beteiligte. Anselm Feuerbach ln der Offenburger „Hölle Der spätere große Maler Anselm Feuerbach weilte als 13jähriger Bub im Jahre 1842 in Offenburg, wo er bei, einer Familie H. Brunner zu Besuch war. Brunner war gleichzeitig mit Reindle Vertreter der damaligen Diersburig-Berghauptener Kohlengruben. In seinem Tagebuch schildert der kleine Feuerbach, welch vorzüglichen' Eindruck das Städtchen Offenburg auf ihn gemacht hat. Er meinte, sagen zu sollen, er wäre „in eine sehr gebildete Stadt gekommen, in der die Einwohner für sich, still, in eingezogenen Kreisen lebten.“ An einem Sonntag ging der Junge mit Brunner in die Offenburger Glashütte oder Glasbläserei wie man auch sagte, in der Wilhelmstraße—Weingartenstraße. Sie kam ihm wie die „wahre Hölle“ vor. Er setzt in Klammer dazu {.Feuer“. „Sie ist sehr geräumig, belebt, und überhaupt kommt es einem in den Sinn, wie viel und welch Größe menschliche Hölle hervorbringen kann . . . Die Leute sind kraftvoll, blaß, klein und hager. Ganz wunderbar wird das Glas gemacht. Ich versteh’® selbst nicht, aber die Leute müssen stark und sicher sein. Die Hitze vom Schmelzhofen ist fast unerträglich. Der kleine Feuerbach bekundet schon hier seine scharfe Beobachtungsgabe. Die Tagebuchnotiz Anselm Feuerbachs Ist die einzige Schilderung der Arbeit in der Offenburger Glashütte, die wir überhaupt haben. Eine „A.G.“ mit 300 000 Gulden Kapital Von der Offenburger „Glashütte“ hört man in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie firmierte „Derndinger & Cie. Fensterglas- mbrik, Offenburg..' Das Jahr 1864 brachte unter Amand Gögg die Gründung einer „Aktiengesellschaft mit 300 000 Gulden Kapital als „Offenburger Glasfabrik AG.“ Die Aktien waren auf den Inhaber ausgestellt, und jede hatte einen Nennwert von 1000 Gulden. Die Aktionäre wohnten in Baden, Württemberg und Frankfurt a. M. Da genügend Geld zur Verfügung stand, konnte großzügig gebaut werden. Das ganze Quadrat Weingarten-, Wilhelm-, Augusta-, und Friedrichstraße war Eigentum der Glasfabrik, Die große Pleite Nach 3 TShren erkannte man, daß das Unternehmen unrentabel war. Die Herbeischaffung der Rohmaterialien aus weiten Orten verteuerte den Betrieb ungemein. Es wurde liquidiert. Auf eine Aktie von 1000 Gulden entfiel ein Liquidationen teil von 30 Gulden. Zum Teil wurden die Gebäude abgebrochen. Eine Halle der Fabrik erwarb der Bierbrauer Michael Armbruster, und sie steht heute noch im Anwesen der Kronenbrauerei. Karl Geck tritt auf den Plan Schon vor dem Zusammenbruch der Gögg- schen Glasfabrik im Jahre 1867 war in Offenburg eine zweite Firma des Glasgewertoes ins Leben gerufen worden. 1855 ist Johann Baptist Reindle gestorben. Der Sohn Karl des „Zähringer Hofwirts“ Johann Baptist Geck hatte sich 1854 mit Reindles Sohn Hermann R. zusammengetan, um eine Werkstätte für Glasveredlung ins Leben zu rufen. 1857 trat in diese Firma C. L. Weißkopf aus Ichenheim ein, und es entstand das Unternehmen „Geck & Cie.“. 1861 trat Weißkopf aus der Firma aus, und Karl Geck nahm als Teilhaber Hermann Reindle, den Sohn von Johann Baptist Reindle, auf, mit dem er aufgewachsen war. Es wird so sein, daß eine Amerikareise, die Karl Geck 1859 zu Studienzwecken unternommen hatte und von der er erst 1861 mit guten Aufträgen heimkehrte, Weißkopf bestimmte, sich von Karl Geck zu trennen. Musselinglas Was Geck und Weißkopf zunächst herstell- ten, waren keine Glasmalereien wie sie in deutschen Landen vor ein paar Jahrhunderten gefertigt worden sind, und wie wir sie auch noch in alten Fenstern der Sakristei der Hl.- Kreuzkirche auf dem Schloß Staufenberg und in der Kirche von Lautenbach als Zeugen der Kunsteoochen des Mittelalters haben. In Offenburg girig man nicht zur alten Glasmalerei zurück, sondern ließ einen ganz neuen Zweig heransprießen: Die Musselinglasherstellung. Mittels Schablonen wurden gewebeartige Muster in Farben auf das Glas auf a etragen, und diese Farben dann im Ofen gebrannt. Die Farben waren weiße und bunte. An Fenstern und in Treppenhäusern fanden diese Gläser vielfach Verwendung und einzelne sind b's auf den heutigen Tag erhalten. Diese Technik führten Geck und Weißkopf hier ein. Ihre Werkstätte war im „Zähringer Hof“, der Heimat Karl Gecks. Mit dem Betrieb war eine Glasschleiferei verbunden, in der mit scharfen Steinrädchen Verzierungen, Zeichnungen und Schriften in das Fensterglas eingeschliffen wurden Wiederbelebung der Glasmalerei Als Karl Geck und Weißkopf sich getrennt hatten, wendete sich Geck auch der alten Glasmalerei zu. Er war sich bewußt, daß diese handwerkliche Kunst nur dann zur früheren Höhe emporsteigen konnte, wenn die Ausführung den höchsten Anforderungen entsprach. So wurde Karl Geck der Wiedererweck er der Glasmalerei, obwohl er selbst eigentlich kein Maier gewesen ist Es zeigte sich in ihm eine der Haupteigenschaften seines Geschlechts vielseitig, tiefgehend und anregend zu sein. ' Otto Vittali kommt nach Offenburg zu Karl Geck Karl Geck verband sich 1868 mit Otto Vittali, Es entstand die Glasmalerei Geck & Vittali. Von der Zähringerstraße wurde der Betrieb in die ehemalige Glashütte verlegt. Das Gelände der Glashütte gehörte damals Louis Schmidt, dem früheren Wirt der „Auberge“. wie die „Neue Pfalz“ geheißen hat Die Betriebsverlegung in dieses Anwesen war bedingt durch die Verheiratung Otto Vittalis mit der Tochter Schmidts. Karl Geck und seine Söhne Karl Geck führte die Glasmalerei undMus- selinglasfabrikation in seinem Anwesen, Ortenberger Straße — Wilhelmstraße weiter, also gegenüber der bisherigen Betriebsstätte. Bereits waren seine Söhne Karl und Alfred mittätig. 1903 übernahmen diese den Betrieb und errichteten eine Filiale in Wiesbaden, wo heute Karl Geck hochbetagt lebt während sein Bruder Alfred Geck mit seinen 85 Jahren bei uns im ehemaligen Gartenhaus des „Zähringer Hofs“ wohnt und rüstig wie ein Junger seine großen Spaziergänge auf die Berge des Schwarzwaldes macht. Alfred Geck ist der älteste lebende Zeuge aus den Anfängen der Offenburger Glasindustrie, Seine Frau ist die Tochter des Kohlenhändlers Authenrieth und eine Schwägerin des verstorbenen Kaufmanns Ludwig Haueisen Leinenweberei von Weltruf Ein kluger Kopf baute sie im ehemaligen Flachs- und Hanfland auf Das früher selbstgesponnene Garn war heimatliches Produkt, war Flachs oder Hanf, der in der Ortenau einst in großen Mengen angebaut worden ist und für die Wirtschaftskraft unserer Ortenau von außerordentlicher Bedeutung war. Der Hanf aus dem Lahrer Ried, aber auch in den Gegenden von Ackern und Bühl war nicht nur für das Inland bestimmt, sondern war auch vom Ausland sehr gesucht, weil er von höchster Qualität gewesen ist. Vielleicht wissen noch manche, welchen Stolz die Mütter hatten, wenn sie das selbstgesponnene und auf Handstühlen gewobene Tuch in ihren Schränken hatten und ihren Töchtern solche Stücke in die Aussteuer mitgeben konnten. Der Anbau von Cichorie und Tabak hat den Hanf- und Flachsbau verdrängt, aber ebenso oder noch mehr war es doch die ausländische Konkurrenz in Naturfasern, die den Anbau im eigenen Land nicht mehr lohnend erscheinen ließ, und die Technik der Spinnerei- und Webereimaschinen, die die Baumwollerzeugnisse in billigeren «Waren und großen Mengen auf den deutschen Markt brachten. Noch um 1900 hat hier ein Handweber mühsam und kärglich sein Dasein gefristet, als bereits eine große Baumwollspinnerei hier über 40 Jahre sich vorwärts entwickelte. Am Ende der Badstraße war eine andere Weberei, Farben herstellte. Trotz des damit verbun denen Bads kam der Eigentümer, Landolin Löffler auf keinen grünen Zweig, und er schrieb sein Anwesen und seinen Betrieb in der „Frankfurter Zeitung“ 1864 zum Verkauf aus. Das war die Zeit, als durch den amerikanischen Bürgerkrieg in den Jahren 1862/64 eine Baumwollkrise auch in deutschen Landen entstanden ist. Die Baumwolle war knapp und auch teuer geworden. Selbst die große Baumwollspinnerei „ Lampe rtsmühle* in der Pfalz war in Schwierigkeiten gekommen. Die Aufsichtsräte versagten ihren Direktor die Mittel zum Ankauf von Baumwolle, weil sie nicht so viel Geld ausgeben wollten. Das Ergebnis war, daß die Fabrik „Lampertmühle“ schließen und ihr Direktor gehen mußte. Nach der Kriese bei der „Lampertsmühle“ sah deren ehemaliger Direktor che Offenburger Anzeige in der „Frankfurter Zeitung“. Er fuhr hierher, besah sich den kleinen Betrieb, schrieb seinem Vater, daß er sich selbständig machen wolle, und bekam von seinem Vater das fehlende Geld. Der neue Eigentümer der Weberei"Löffler war Walter Claus®, der Vater uneres Nestors Wilhelm Clauss. Ab 1. April 1865 lief der Betrieb auf seinem Namen. Walter Clauss stellte aber alsbald die Baumwollbuntweberei auf die leinen Weberei um und begründete damit einen hier vollkommen neuen Industriezweig. 1896 erhielt die Fabrikation eine neue Bereicherung durch die Einwebung von Mustern. Der Absatz erfolgte nach dem In- und Ausland. Am 1. 8. 1898 starb Walter Clauss. Die Firma ist ein Familienunternehmen und trägt heute noch seinen Namen. Walter Clauss wurde ganz und gar Offenburger Bürger. Das Clauss’sche Leinen ist als Qualitätsware überall geschätzt, und man kann im modernen Sprachgebrauch sagen: es ist ein „Markenartikel“ Mit der Leinen Weberei ist eine große Bleicherei verbunden. Noch vor Jahrzehnten wur- die ebenfalls Baumwollwaren, aber in bunten' den alle die Stücke auf den großen Wiesen des Clauss,sehen Anwesens in Natur von der Sonne gebleicht. Die moderne Technik hat die Naturbleiche durch die chemische Kunstbleiche ersetzt, die aber mehr als ein „Ersatz“ ist. Soll man es Zufall oder Fügung nennen, daß in dem ehemaligen Flachs- und Hanfland heute eine Leinenweberei von Weltruf besteht? Jedenfalls ist auch hier wieder wahr geworden,, daß ein hellsichtiger Kopf Offenburg eine für unsere Gegend einzigartige Industrie geschaffen und diese selbst auch entwickelt hat. 150 Leute gehören zu der mit der Familie seit Jahrzehnten verbundenen Belegschaft. Pionier der Textilindustrie Wilhelm Bauer, der Neugestalter dar Spinnerei und Weberei Das 1858 unter dem Rechtsanwalt Eckard als Aufsichtsratsvorsitzendem und Direktor Hager als technischem und kaufmännischem Leiter in Offenburg unter Mitwirkung von elsäs- sischen Industriellen errichtete Textilunternehmen „Spinnerei und Weberei Offenburg“ war nicht durch die äußeren wirtschaftlichen Verhältnisse, sondern durch bestimmte persönliche Zwecke in den 90er Jahren in eine Krise gekommen, und die schöne Entwicklung schien eine verhängnisvolle Wendung zu nehmen. Die Arbeiterschaft hatte nicht mehr den heimischen Charakter, ausländische Kräfte waren in großer Zahl an die Stelle der Offenburger, Weierer und Hofweierer getreten. Der Aktienkurs war mächtig gesunken, was einer bestimmten Stelle gerade recht war, denn sie suchte die Papiere überall aufzukaufen. Aber knapp bevor die Majorität in einer Hand vereinigt war, wurde ein Riegel vorgeschoben. Ein neuer Direktor übernahm die Leitung. 1902 wurde Wilhelm Bauer Direktor. Seine Wiege stand im Pfarrhaus zu Wiesloch, und sein Bruder war evangelischer Theologe an der Universität Heidelberg. Wenn Direktor Wilhelm Bauer mit seiner Enkelin „Butzi' die Fabrikstraße heraufging, machte er gerne Station beim „Onkel Nierle“. dem Schwanen- wirt Schell, und setzte sich zu einem kleinen Imbiß an den Familientisch, und wenn er abends von einer demokratischen Versammlung nach Hause ging, hatte er immer einen Begleiter, mit dem er sich noch eine ganze Stunde vor' dem Wärterhäuschen unterhalten konnte. Da wurde von allen Dingen, nur nicht von geschäftlichen, gesprochen. Das Geschäftliche hatte er ja den ganzen Tag genug: In seinem eigenen Betrieb, den er kaufmännisch und technisch auf das modernste ausgestaltete; in den vielen Gremien der Textilindustrie, in die er als hervorragender Fachmann berufen worden war, auf seinen Geschäftsreisen, die er fortwährend unternahm. In verhältnismäßig kurzer Zeit stand die Spinnerei und Weberei Offenburg an der Spitze der süddeutschen Textilbetriebe. Auch ein 1909 ausgebrochener großer Brand konnte die schöne Entwicklung nicht hemmen. So sehr Direktor Bauer für allen Fortschritt Verständnis hatte, so wenig ließ er sich von dem „Rationalisierungsfimmel“ seiner Zeit verblüffen. Die große Inanspruchnahme in dem Betrieb hinderte Wilhelm Bauer aber nicht, als Stadtrat tätig zu sein und seine Respiziate mit Liebe und Gründlichkeit zu verwalten. Er wahrte die Interessen der Stadt in jeder Weise, stellte seine technischen und kaufmännischen Kenntnisse restlos zur Verfügung. Wenn es manchen auch nicht paßte, aber davon haben eigentlich nur wenige, vorab der Oberbürgermeister und der Stadtrechner, etwas gewußt, daß der Direktor Wilhelm Bauer mit seinem eigenen Namen und seiner Unterschrift der Stadt aus mancher finanziellen Klemme geholfen und die Durchführung dringender Projekte ermöglicht hat. Als Direktor Wilhelm Bauer am 24. Dezember 1932 starb, verlor die Stadt Offenburg eine Persönlichkeit ausgeprägtester Eigenart. Die Glasmalerei Otto Vittali in der Wilhelmstraße Otto Vittali führte den Betrieb in den Räumen der ehemaligen Glashütte weiter. Din Musselinglasherstellung wuirde hier weniger gepflegt, dafür aber um so mehr die Glasmalerei. Die Tochter Otto Vittalis verheiratet* sich mit Kaufmann Heinrich Kufahl, während von den Söhnen einer, Rudolf, Offizier, ein anderer, Otto, Maler wurde. Einige Jahre führten zwei Söhne die in Berlin gegründete Filiale. Kunstmaler Otto Vittali lebt seit Jahren in seiner Vaterstadt al* hochbetagter Künstler; sein Sohn Dr. Otto Vittali ist Studienrat an der Schillerschule. Die Vettern Adolf und Wilhelm Schell 1862 hatte Adolf Schell aus der Fauststadt Staufen bei Freiburg in dem Hintergebäude des heutigen Autohauses Alfred Linck eine Werkstätte für Musselinglasfahrikatioa errichtet und den bei Karl Geck ausgeschiedenen C. Weißkopf und einige andere auf genommen. Im Jahre 1863 verband er sich mit seinem Vetter Wilhem Schell. Die beiden Schell verpflichteten den Münchner Glasmaler Böhm, der auch Bleigläser war. Ein Teil der Ergänzungen der berühmten Lautenbacher Fenster stammt aus diesem Atelier. Das Jahr 1876 brachte wieder eine Veränderung. Nach 13jähriger gemeinsamer Tätigkeit trennten sich die Vettern Adolf und Wilh. Schell. Auf dem Gelände des heutigen „Union- Hotels“ richtete sich Wilhelm Sehe II ein, während Adolf Schell nach der Rheinstraße in die Nähe des Bahnhofs zog, wo heut® die „Faveg“'ist. Beide Firmen pflegten die bisherigen Tätigkeiten, aber sie betrieben im besonderen auch Glashandel wie die anderen. Für die künstlerische Bedeutung des Unternehmens wurde es ein großer Gewinn, daß der Glasmaler Eugen Börner, ein geborener Thüringer, der Teilhaber der Firma Heimle & Merzweiler in Freiburg gewesen war, gewonnen werden konnte. Börner war ein künstlerisch hochbefähigter Glasmaler und seiner Tätigkeit bei der Firma Adolf Schell war ein großer Aufstieg zu verdanken. Glasmalerei Eugen Börner 1888 machte sich jedoch Börner mit einer eigenen Glasmalerei selbständig. Im -t#ahm darauf starb Adolf Schell und Kaufmann Adolf Föhrenbach trat ein. Er hatte bei Geck & Vittali" gelernt und brachte große Erfahrung und Tatkraft mit. Durch die Venpfiichc tung bedeutendster Kunstmaler für die Entwürfe führte er dem Unternehmen einen großen Auftragskreis zu. Von den Lehrlingen und Malern dieser Zeit, zu denen Michael Meier, Karl Siebein, Stiefvater und Karl Seigel zählten, lebt heute noch hochbetagt Karl Schaible Glasmaler und pensionierter Betriebsleiter der Firma Schell L Vittali. Die Glaspiakatfabrik wird Weltunternehmen Im Jahre 1902 wurde die Firma „Adolf Schell 6 Otto Vittali" gegründet. Die Betriebe wurden teilweise in der Rhein-, und teilweise in •der Wilhelmstraße geführt. Die Glasmalerei, und -Schleiferei, und -handei in der Rheinstraße, die Musselinschleiferei und Glasbiege- rei in der Wilhelmstraße. Eine besonder® Technik und Spezialität wurde die Seidentonmalerei. Des alten Wilhelm Schell Sohn, Wilhelm S ch e 11 der- Jüngere hat im Jahre 1896 mit 7 Arbeitern die Glasplakatefabrik Offenburg begründet, die nicht nur das größte Unternehmen in Offenburg, sondern die größte Firma dieser Art in der Welt überhaupt ist. Ein anderer Sohn von Wilhelm Schell, Paul Schell, übernahm die Glasmalerei und Musselinmalerei seines Vaters und verlegte seinen Betrieb nach dem Verkauf des Gebäudes in der Hauptstraße nach der Hildastraße (spätere Jugendherberge). Die Glasmalerei wurde hier weniger gepflegt, Aus diesem Betrieb ist durch die Vereinigung mit dem Betrieb Dr. Silbers in Bühl die „MetailglasaktiengeseU- schaft Offenburg“ hervorgegangen, deren Gebäude ein Opfer der Bomben wurde und jetzt mit der Glasplakatefabrik Fritz Borst, dem Schwiegersohn Dr. Silbers, vereinigt ist Glasmalerei Vollmer In dem Betrieb Eugen Börner war der Bleigläser Ludwig Vollmer. Er übernahm den 1912 von Eugen Börner und Dr. Silber ins Leben gerufenen Betrieb der Offenburger Glasmosaikwerke. Die Glasmosaiktechnik pflegt heute Ludwig Vollmers Sohn Karl Vollmer. Karl Vollmer lernte hier Glasmaler, besuchte die Kunstgewerbeschule Karlsruhe und hat sich auch mit der Glasmalerei selbständig gemacht und hier eine ganze Reihe großer schöner Schöpfungen hervorgebracht. Eigen® Glasreklameindustriebetriebe haben ferner Adolf Neitzel, Helmut Rotfuchs und Möllinger. Die Offenburger Glasindustrie ist für das Offenburger Wirtschaftsleben ebenso charakteristisch geworden wie die Email- und früher schon die Textilindustrie. Alles aber ist herausgewachsen aus jener Offenburger Glashütte, die Anselm Feuerbach uns geschildert, und der Glasveredelung und Glasmalerei von Karl Geck. Franz Huber ♦ » ORTENAUER HERBSTMESSE $ 850-JAHRFEIER OFFENBURQS Die Zunft der Gerber Otto Walz sdiuf den größten süddeutschen Betrieb dieser Art Unter den Offenburger Stiftungen, die in dem ersten und zweiten Währungsverfall nicht nur zu Rechnungsregistraturen zusammengeschrumpft sind, trägt ein Buch den Namen „Otto Walz“. Der Gerbereibesitzer Otto Walz hatte 1918 der Stadt 25 000 Mark für Kriegsinvaliden übergeben. Nach längeren Verhandlungen über den Stiftungszweck wurde das Geld, das durch Zusatzstiftungen vermehrt worden ist, zum Ankauf des Zimmermeister Endschen Anwesens in der „verlängerten Wilhelmstraße“ verwendet und hier der „Walz- Kindergarten“ errichtet. Warum die südliche Querstraße von der Hauptstraße nach der Lange Straße den Namen „Gerberstraße“ trägt, erscheint verwunderlich. Denn Gerbereien dürften hier keine gestanden haben. Aber der Name „Gerbergasse“ ist seit 1564 nachgewiesen, und er könnte wohl daher kommen, daß in dieser Straße das Zunfthaus der Gerber gelegen war. Die Gerbereien selbst aber befanden sich in der Kinzigvorstadt auf der Ostseite der Badstraße. Sie begannen mit der sog „Lohmühle“, der heutigen Schäftefabrik Franz Fischer-Heuberger bis hinauf, wo heute die Lederfabrik Otto Walz ist. Dazwischen waren die Gerbereien Wittmann, Lehmann und wohl auch noch die eine oder andere. Noch um 1900 und auch später hingen die Häute im Gerberbach, dessen Sohle Eigentum der verschiedenen Gerber gewesen ist, und der zu manchen Streitigkeiten zwischen den Anliegern geführt hat, wenn Instandsetzungen der Uferbauten vorgenommen werden mußten. Die heutige Lederfabrik Otto Walz war in der Mitte des vorigen Jahrhunderts eine kleine Gerberei, die dem Gerber Schulderer gehörte. Da er das heute in Trümmern liegende Bahnhof-Hotel erbaute, verkaufte er sein Geschäft an den Gerber Haas von St. Georgen im Schwarzwald. Im Jahre 1874 erwarb Otto Walz aus der Mühle in Erlach die Gerberei. Die Familie Walz hatte sich schon früher in Offenburg seßhaft gemacht. Wie klein der Betrieb gewesen war, zeigt das Häuschen, das in der Firma Walz heute noch im Bild zu sehen ist. Unten zu ebener Erde wurde gearbeitet und oben gewohnt. Als 1882 das Hochwasser den südlichen Damm am großen Deich durchriß, stand die ganze Kinzigvorstadt unter Wasser und die Gerberei Walz mit den anderen Geschäften mitten in einem großen See. der imSeit 52 Jahren haben wir in Offenburg die Firma C. Robert Dold, ihre Heimat ist Furt- wangen im Schwarzwald. Da lebte in den 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts der Maler C. Robert Dold, der mit seiner Frau die Zifferblätter Schwarzwälder Uhrenfabriken mit den Zahlen versah, als man bereits in St. Georgen für diese Uhrenschilder die Emailtechnik hatte. Auf diese St. Georgener Emailzifferblätter war der Uhrenschildermaler C. Robert Dold in Furtwangen, geh. 14. 7. 1852, gest. 17. 9. 1930, aufmerksam geworden. Seine handgemalten Zifferblätter wurden mchtmehr wie früher abgenommen, weil die Emailschilder eine starke Konkurrenz wurde. Er entschloß sich, zu dieser Technik überzugehen und klein anzufangen. Es wurden aber nicht nur Uhrenschilder angefertigt, sondern auch andere Gegenstände und nicht nur in Email, sondern auch in Metall geätzte Gebrauchssachen. Schon war eine kleine Fabrik entstanden, deren Produkte gesucht wurden. C. Robert Dold glaubte — und da hatte er recht —, daß ein Platz in der Rheinebene für die Entwicklung seines Betriebes günstigere merhin Ln einer Höhe von 60 an bis 1 Meter die Bauten umsipülte und die Vorstädter bis zur Mühlbachbrücke zwang, in Kähnen zu fahren. Die Gerberei Otto Walz hat sich als einzige in Offenburg gehalten, ja, sie wurde im Laufe der Jahrzehnte der größte und besteingerichtete Betrieb seiner Art in der Lederindustrie Südwestdeutschlands. Dazu hatte Otto Walz den Grund gelegt, die ersten Mauern aufgeführt, die dann sein Sohn Franz Walz mächtig verstärkte und ausweitete, so daß heute vom „Schleiergrün“ bis fast in die Mitte der Badstraße ein einziges großes Arena! der Lederfabrik Otto Walz sich ausdehnt. Möglichkeiten biete. Er entschloß sich 1899, seine Fabrik nach Offenburg zu verlegen. So wurde Offenburg Sitz der Email-Industrie. Es entstanden hier die „Aetz- und Emailwerke C. Robert Dold“, die rasch einen ungewöhnlichen Aufstieg erlebten. Dje Firma C. Robert Dold erlangte Weltruf, aber ihr Begründer blieb derselbe, einfache und bescheidene und für sich auch bedürfnislose Mann, der er in Furtwangen gewesen ist. Er hatte hier wohl seinen Kreis von Bekannten und auch Freunden gefunden, aber den Schwarzwald von Furtwangen konnte ihm Offenburg nicht geben. So verbrachte er seine letzten Lebensjahre auch nicht in Offenburg, sondern in seiner Heimat Furtwangen. In Offenburg aber lebt die Erinnerung an ihn fort, bis auch diejenigen nicht mehr sein werden, die ihn gekannt haben. Sein Name ist mit dem von ihm geschaffenen Werk verbunden und hat mit dazu beigetragen, daß unsere Stadt in aller Welt bekannt geworden ist. Denn C. Robert Dold war einer jener weitsichtigen Männer, die den Siegeszug der Reklame frühzeitig erkannt hatten und der darum seinem Er machte Offenburg weltbekannt C. Robert Dold, der Begründer der Offenburger Email-Industrie EJn Blick über die Lederfabrik Wal* > nach Elgersweier und Zunsweier Aufnahme: Photo Grimm Betrieb auch den Charakter einer der Werbung für die verschiedensten Markenartikel wie für Einzelfabrikate dienenden Industrie gab. Er hatte erkannt, daß Offenburg für ein solches Unternehmen ein außerordentlich geeigneter Fabrikations- und Absatzplatz ist und hat hier seinen stetig entwickelten Plan zur Ausführung gebracht. Die Stadt Offenburg hat aber durch diesen Zuwachs ganz erheblich ihre wirtschaftliche Entwicklung steigern können. MOTORRÄDER Spiizenf abrikale Horex, DKW, NSU, Ardie, Zündapp, lornax Rixe, Union, Dürkopp ab Lager oder kurzfristig lieferbar günstige Teilzahlungsbedingungen Allfahrzeuge werden in Zahlung genommen* Reparaturen - Kundendienst - Ersatzteile HKK IVI OFFENBURG Heinrich AA JLI All A A Okensir. 109 A. Huber und A. Moser ANKERWICKELEI Verkauf - Reparaturen . Neu- und Umwicklungen von Motoren und Transformatoren Offenblirg, Zähringersfrabe 11 Halle 3 Stand 123 Telefon 2127 Die Arbeit in der Landwirtschaft wird leichter und rentabler, die Ernten sind schnell eingebracht, bei Verwendung moderner Landmaschinen Unverbindliche, zuverlässige Beratung’und Vorführung aller gebräuchlichen Maschinen durch A. Ritter , Zell a. H. Telefon 239 Im Freigelände der „Ortenauer Herbstmesse* (Modern eingerichtete Reparaturwerkstätte) - mm § i ßosch Reparafurwerkstäffe für elektrische Ausrüstungen an Kraftfahrzeugen all. Fabrikate Brennstoff - Einsprifzanlagen (Diesel) für Fahrzeug- und stationäre Moiore Großes Lager in Ersatzteilen für Autoelektrik und Dieselanlagen Bosch-Hämmer Bosdi-Kühlsdiränke Blaupunkt-Autoradio S I I WILLY SCHNEIDER I OFFENBURG ^ Freiburger Straße 8 > Telefon 1084 ^ ^nunmmmmmummmnnummuuHnmum Bep.-Werkstatt für sämtliche Kraftfahrzeuge Motor-F rS » e n Hackin und Pflüg« Robert Glattacker Kfz.-Meist«r OFFENBURG, Lange Str. 35, Eingang Webergasse MATADOR MATADOR WÄfT il i OEB l-TONNER MIT VOIKSWAGJLH-MOTOt Generalvertretung SIHI-PIIMPEN Seit Jahrzehnten weltbekannt und bewährt für Industrie, Landwirtschatt und Gewerbe OFFEN 6 UPC **-£iNS'P 1 Tt.. 12 V.' Gerhard Brack «m«..,» Ottenburg (Baden), Hauptstraße 115, Telefon 1955 Robert Weibel Kramer^# mi t, H k favm/ Z mftk Landmaschinen SeniMbich Telefen 21c Otto Zepp Zentralheizungen aller Systeme > Lüftungsanlagen Großraumheizungen T urbinenrohre OFFENBURG, Friedrlchstr. 41. Tel. 1122 Elektromotoren Verkauf • Tausch . Miete - Reparaturen - Neu- und Umwicklungen JOSEF KÖBELE Offenburg, Badstraße 8 Telefon 1210 Halle 3 Stand 202-3 I ORTENAUER HERBSTMESSE 850-JAHRFEIER OFFENBVRQS Oberrheinische Kleiderwerke EMIL KOEHL Appenweier, Telefon 229 Herren- und Knabenoberbekleidung FR ih HRIB Mehl-, Getreide-, Futtermittel- Zucker-, Lebensmittel-Großhandlung Nährmittelfabrik Kehl am Rhein z. Z. Ottenburg (Baden) t«l 12« Büro und Lager: Am Güierbahnhof Karl Kämmerer mit Zweigniederlassung Karlsruha Vertretung für den Bezirk Offenburg« Karl Engelhard, Biergrofihandl Offenburg, Telefon 1164 Herstellung von: Kernseife Schmierseife Handreinigungsmitteln Großhandel mit: Wasch- u. Putzmitteln Kosm. Erzeugnissen Chem.-techn. Produkten in bekannt gediegener Güte Bäcker-Einkauf Offenburg Nach Tradition Glattfelder Liköre und Edelbranntweine Höchst prämiiert auf allen beschickten Ausstellungen in der altbekannten Qualität wieder vertreten Auf der Messe in Halle 3, Stand 200 * Hermann Glattfelder, ortende« g. TeL tsis TABAK- ( ikf äddmasA ike i* in der viele hundertmal bewährten Ausführung liefert Gebrüder BÖTTLER Landmaschinen KO rzell, Telefon Ottenheim 1? Auf der „Ortenauer Herbstmesse' im Freigelände Weizen- und Roggenmehl beste Qualität Kleinpackungen: Lilienblüie Sämtliche Futtermittel RUDOLF ZIBOLD Kunstmühle Offenburg kaufen Sie vorteilhaft im Fabriklager : Franz Welle, Offenburg, am Bahnhof Halle 3 - Stand 208/209 Ettlinger Kochherde Baddwrde Hausbacköfen Gas- und Elektroherde Zimmerölen Klischee in höchster Vollendung und für jeden Zweck liefert KLISCHEE-ANSTALT Franz Stelzl Offenburg/Baden Wassersir. 4 - Telefon 1670 MV" ORTENAl/ER HERBSTMESSE 860 -JAHRFEjER OFFENBURQS Der Erfinder des Kaffeekugelrösters Adolf Spinner, der Gründer des größten Offenburger Kaufhauses Adolf Spinner war ein besinnlifcber und sinnierender Geschäftsmann. Ein erfinderischer Kopf. Die Menschen verdanken ihm den Kaffeekugelröster. Die primitive Kaffeeröstung seiner Zeit konnte ihm nicht Zusagen. Eine Blechwalze bewegte sich in einem rechteckigen Blechkasten und was an geröstetem Kaffee herauskam, war nicht einwandfrei und oft von sehr verdorbenem Aroma. Spinner entwarf einen Kugelröster, ließ ihn von einem Offenburger Schlossermeister bauen, und als er sah, daß dieses Gerät praktisch war und begehrt wurde, errichtete er mit seinen Brüdern Leopold und Andreas in seinem Heimatdorfe Elgersweier eine Kugelrösterfabrik. Diese hatte rund 100 Apparate geliefert, als Spinner die Patente, Maschinen und Werkzeuge an die Emmericher Maschinenfabrik um 1 000 Mark verkaufte, die den Spirmerschen Kugelröster baute, der sich den Markt eroberte. Von Haus war Adolf Spinner Hutmacher in der Offenburger Hutfabrik Schweiß gewesen, die einen Weltruf hatte. Als er und seine Frau Katharina, geb. Pendler, 700 Mark beisammen hatten, ließen sie sich von Hamburg Rohkaffee kommen, rösteten diesen in ihrer Wohnung im Zähringer Hof und verkauften ihn wieder mit einem kleinen Gewinn. Das machte kein anderes hiesiges Geschäft, also führte sich Adolf Spinner gut damit ein. Er konnte auch einen ersten Kolonialwarenladen in der Gerberstraße eröffnen, dort wo heute der Malermeister Klaus ist. Das 1882 gegründete Geschäft befand sich im Jahre 1897 bereits in der Steinstraße, freilich zunächst noch in gemieteten Räumen, dann aber 1897 im eigenen Hause. . Adolf Spinner hat den Aufstieg seines Geschäftes zu einem Großunternehmen in seinem Sohne Gustav noch miterlebt, ja er hat ihn, selbst noch tätig, vorbereitet. Als die Inhaber der beiden bekannten Großhandelsunternehmen Math. Walter und Max Wenk, die nicht nur für den Offenburger Handel Bedeutendes leisteten, sondern auch sonst da waren, wo eine gemeinnützige Einrichtung gefördert werden mußte, sich zur Ruhe setzten, ihre Betriebe schlossen und auflösten, hatte Adolf Spinner sich bereits auf den Großhandel verlegt. Sein erster Reisender Anton Reisch suchte die Landkundschaft auf und machte das Außengeschäft Adolf Spinner überblickte daheim alles. Eine ganze Reihe außerordentlicher tüchtiger Kaufleute hat die Lehre bei Adolf Spinner durchgemacht. Hierher zählen auch die Brüder Sch wähl, die selber später eine Lebensmittelgroßhandlung hier eröffneten und zum Großbetrieb entwickelten. Der Ausbau des Hauses Adolf Spinner vollzog sich eigentlich ganz natürlich. Das erste Geschäft in der Steinstraße bei der Andreaskirche war ein Gemischtwarenladen. Da gab es nicht nur Kolonial- und Eßwaren, Petroleum und andere Artikel, sondern auch Wolle und Strümpfe. Adolf Spinner war kein Mann der großen Rede, kein Mann, der auf sein und anderer Äußeres besonders viel gegeben hätte. Mit ihm sich zu unterhalten, gab reiche Anregung, denn er war eine Persönlichkeit. In Elgersweier war Adolf Spinner am 12. September 1850 geboren. Am 13. Oktober 1928 ist er gestorben, nachdem Frau Katharina ihm schon im September 1907 im Tod vorausgegangen war. Adolf Spinner ist der Typ eines Kaufmannes, der ohne besondere Schule, lediglich durch Intelligenz und Fleiß und Gradlinig- keit mit ein bißchen Glück der Umstände, das auch da war und das eben nicht jeder nutzte, sich durchgesetzt hat, wozu ihm seine ebenso einfache, aber auch gleich tüchtige Frau wacker mitgeholfen hat. Durch 7 MM«M mit OiTenburg vcrliiimliMi / ' (O Mlniw.mAtt'«? m ast 70 Jahre schon besteht zwischen den Offenburgem und dem Hause Spinner ein nie getrübtes Vertrauensverhältnis. So war es in den vergangenen Jahrzehnten, und so soll es in Zukunft sein. Das versprechen wir gemäß dem Grundsatz unseres Hauses, daß die Interessen und Bedürfnisse unserer Kunden allein unser geschäftliches Handeln bestimmen, überzeugen Sie sich von unseren Leistungen zur 850-Jahr-Feier und zur Ortenauer Herbstmesse. Alle die gut und billig kaufen wollen gehen schon immer zu SPINNER ENBUR G'IM HANDEISHOF .U.'gir. Trauringe HEINRICH OFFENBUBG LE- HAVPTSTRASH »s FERNRUF 1»38 FACHGESCHÄFT FÜR ZENTRA UHREN WilLlm je( Friseurbedarf- und Parfümerie-Groljliandel OUenburf/Baden / Franz-Volk-Siraße 13 Gegründet 1912 Telefon 1190 Wohn- und Schlafzimmerbilder Spiegel - Einrahmungen - Schreibwaren Devotionalien Heinz Mülleiä Co. (lichter Nachfolger) 0FFEIBUS6 / Steinstraße 6 Im RADIO-ELEKTRO-HAUS AHS OFFENBURG Hauptstr. - Ecke Gerberstraße, Tel. 2124 kauft man stets vorteilhaft! Sämtliche Markenfabrikate auf Teiizahlungbiszu 15 Monatsraten Super von DM 142." an Autosuper Gelegenheitskäufe Altgeräte (auch unbrauchbar) werden in Zahlung genommen. Kundendienst Anfennenbau Eigene Werkstatt Ein Besuch lohnt sich! ORTENAUERHERBSTMESSE M 850-JAHRFEIER OFFENBURQS Rusttmum-Sio^e ein Begriff. Sie linden bei uns eine Fülle herrlicher Kleiderund Mantelstoffe. Bitte überzeugen Sie sich davon auf unserem Messestand auf der Ortenauer Herbstmesse. % Buschmann verkauft nicht nur . . man wird beraten . . . Beleuchtungskörper Elektro-Geräte Elektro-Installationen Neon-Licht-Anlagen HEINRICH OFFEN BURG, Lindenplatz 6 Zur Herbstmesse Halle 3 Stand 220/21 Kurt Armbruster BLECHNEREI / INSTALLATION Badeeinxichtungen / Wasch- und Klosett- ’ anlagen / Spültische Gaggenauer Gas- und Kohlenherde Offenburg - Spltulstruße 5 - Telefon 1029 Klosterstraße 15 MTO Mittelbadischer Textilvertrieb OFFENBURG/Baden Textil-, Kurz- u. Wollwaren Export, Import Seit über 60 Jahren d8S RFOßG Lederwaren- und Koffer- Fachiescliltt der Orfenaa, Ottenburg, Hauptstraße 47 llnerrelclita «aiwimi LEDERWAREN-SPEZIALHAVS KIRN Bitte beachten Sie unsere Ausstellung in Halle 3, Stand 162 Salt Ist unser Spezialgeschäft für feine Unterwäsche und modische Stückwaren ein Begriff für gute QualltSten und große Auswahl Diese Tradition verpflichtet Sie werden bei Fäßler Immer gut bedient sein OFFBNBURGlfa jetzt wieder Hauptstr. 43 r Sämtliche Sportartikel und Bekleidung Märklin-ßseohahoen / Sdiildkröte-Puppen / Steift-Tiere Dm führende Fachgeschäft '-=*•-T-SPOMSPIHWAttN r, Offenburg Weiher Tel. 2104 _ V Steinstr. 11 R.H. Riemet OFFENBURG Wasserstraße 19 Postfach 190 - Tel. 1797 Annahme von Schielfarbeiten wie Messer, Scheren und Werkzeuge aller Art! Stahl-, Metall- und Glaswaren, Wirtschafte- und Luxusglas, Stahl- und Metallschleiferei, Trinkgläser, Weinkelche in allen Preislagen, Vasen und Tollettengarnlturen für Geschenkzweckel Atomarer Bau- und Möbelachreinerei Offenburg, Friedrichstr. 32, Tel. 2026 Ihre Heimatzeitung ist das Zeitung Seit 1812 mit dem Geschehen der Ortenau und deren Bewohner engstens verbunden. 26 000 Familien lesen heute das Offenburger Tageblatt mit seinen Nebenausgaben, das damit die dominierende Verbreitung in der engeren Ortenau erreicht hat. Der beste Werbeträger für alle Arten von Anzeigen .J Seit utet 20 Jäl & eu berät Sie In der Ortenau fachmännisch und verantwortungsbewußt In allen Versicherungsfragen Josef Huber Offenburg, Straßburger Straße 19, Telefon 1538 Hauptgeschäftsstelle / Bezirksverwaltung / Oeneralagentur Gothaer Lebensversicherung aal Gegenseitigkeit Alteste Lebensversicherung Deutschlands - Gegründet 1827 Allgemeine Versicherung L-G. Unfall - Haftpflicht - lulo Reisegepäck - Transport Versicherungen aller Art In Göttlngsn Spar- und Kreditbank Offenburg e. G. m. b. H. - Hauptstraße 31 früher Land wirlschaftsbank - Bauernbank Das Geldinstitut des Landwirts Spar- und Girokonten — Kredite und Darlehen Ludwig Haueisen Inh. Otto Mundinger Offenburg Eier-Imporl und Großhandel Telefon 1513 ^ Telegramm Haueisen Seit 1882 ORTENAL7ER HERBSTMESSE 850-JAHRFEIER OFFENBURQ5 Wilhelm Boos und Anton Hahn Zwei erfolgreiche Industrielle und zwei prächtige Menschen Ihre Geburtsorte liegen weit auseinander, aber in Offenburg haben sie eich gefunden: Der Emailtechniker Wilhelm Boos und 'der Kaufmann Anton Hahn. Am 25. September 1871 war Wilhelm Boos in New-Orleans getxften, Anton Hahn am 7. Juni 1875 in Dottemhausen bei Rottweil, Auf seiner Wanderung durch verschiedene Fabriken der Emailindustrie war Wilh. Boos nach Furtwangen zu o Robert Die Stadtväter haben nicht erkannt, welche Möglichkeiten sich hier bieten mußten für die Wirtschaftskraft der Gemeinde. So ließen sie es geschehen, daß der Betrieb nach Ortenberg verlegt wurde. Hier entwickelte sich das Unternehmen von Jahr zu Jahr in der großzügigsten Weise. Die beiden Inhaber aber behielten ihren Wohnsitz in Offenburg. Anton Hahn war zeitweise auch im Offenburger Stadtrat und bl* zu seinem Tod im Aufsichtsrat der »Volksbank“, wo er in beiden Gremien seine Arbeitskraft und seine Erfahrungen bereitwillig zur Verfügung stellte. Wilhelm Boos lag solche Betätigung nicht. Er hatte seinen eigenen kleinen Kreis von Bekannten und Freunden, in dem er nach des Tages reicher Arbeit »ich Erholung suchte. Kurz nacheinander sind die beiden Männer, die für unsere heimische Wirtschaft und auch das künstlerisch kulturelle Leben unserer Stadt ihre große Bedeutung hatten, im Jahre 1935, am 21. 2. und 23. 7, gestorben. Dold gekommen und Ist mit diesem nach Offenburg gezogen. Anton Hahns Heimat Rottweil hatte bereits ein Emailwerk, das er kennen gelernt hatte Nach der Tätigkeit m «’-'-'m Münchner Emailwerk traf er in der Firma Dold auf den Emailtechniker Wilhelm Boos. Es Waren zwei nicht nur in der Statur, sondern teilweise auch in ihrem Wesen verschiedene Menschen, aber sie ergänzten sich gegenseitig vortrefflich und verstanden sich ausgezeichnet. Wilhelm Boos war der intelligente Techniker. der die Materialien nicht nach Rezeot- büchem etwa verarbeitete, sondern alles selbst erforschte und erprobte. In seiner jahrelange» Tätigkeit war es ihm gelungen, eine ganze Reihe wertvollster Entdeckungen und Erfindungen für ehe Emailtechnik zu machen. Anton Hahn war der überlegende und überlegene, vorsichtige Kaufmann, der sich aber sofort entschloß, wenn er sah. daß er einen neuen gangbaren und erfol gver sprechen den Pfad betreten hatte oder betreten konnte Die angeborene geschäftliche Begabung, Gewandtheit im Umgang mit den Menschen und Welterfahrung, die ihm auf vielen Reisen zu gekommen war. waren andere wesentliche und firn seine Tätigkeit wichtige Eigenschaften. Aus dem Gedankenaustausch beider Männer entstand ein Gespräch über gemeinsame Tätigkeit in eigenem Betriebe. In der Ortenberger Straße im Hause der Geckschen Glasindustrie, wurd“ 1915 begonnen, klein im Verv.sitnis zu dem Betrieb, in dem sie bisher gewesen waren. Sparsam mußte gewirt«haftet werden und darum auch genau gerechnet. Nach den Untergang des staufischen Hauses ln der Mitte des 13. Jahrhunderts verfiel die Ortenau. Von dem einst so umfangreichen Reichsgut blieb nur wenig übrig. Es war die Landvogtei Ortenau mit den Gerichten in Ortenberg, Appenweier, Griesheim und Aehern. Der Landvogt auf der Burg Ortenberg herrschte fortan im Auftrag des KÜnlgs über dieses Gebiet. Heute dient das Schloß als Jugendherberge. Aufnahme: Photo-Grimm Selfmademan M. Armbruster Armer Bauernbub von Zunsweier wurde wohlhabender Offenburger Bürger 1830 hatte Zunsweier noch sein Kohlenbergwerk in Betrieb, und Zunsweierer Fuhrleute haben die Orteneuer schwarzen Diamanten auf ihren Zweispännern in die Stadt geführt und vor den Häusern abgeladen. Die Bergindustrie war nicht sehr rentabel, aber sie gab den Zunsweierem immerhin kleinen Verdienst Andere führten Kies und Sand in die Stadt' und hatten so ihr Auskommen. Audi Handwerk und Landwirtschaft boten Arbeitsgelegenheit, und die beträchtliche Zahl der Wirtschaften des Orts mit ihren Gästen zeigte, daß doch Betriebsamkeit herrschte. Es gab aber auch hier wie überall sehr arme Leute. In einer solchen Familie mit dem Namen Armbruster wurde am 29. September 1830 eh» Knäblein geboren, dem die Eltern zur Nacheiferung des Heiligen dieses Tages den Namen des Erzengels Michael gaben. Ein Bub armer Leute, lernte Michael in Ohlsbach das Bäckerhandwerk. Wollte ee lernen. Dennn er machte die Lehre nicht fertig. In Offenburg waren drei Mühlen. Eine an der „Säge“, eine bei der Stadt und eine am Platze der heutigen Spinnerei. Diese gehörte dem Müller Ganter Zu ihm ging Michel -und bat ihn, ihn als Lehrbub zu nehmen, nachdem er bereits einmal mit Mehl zu tun gehabt hatte. Michel wurde eingestellt. Nach der Lehre wurde er Müllerbursche und „Mühlarzt“, wie der Obermüller hieß. Der Müller Ganter starb früh und hinterließ eine Witwe mit drei Söhnen und einer Tochter. Michel heiratete später die Witwe. Ein Konsortium von Industriellen und Geldleuten kam auf den Gedanken, die von ihm im französischen Elsaß entwickelte Textilindustrie auch in dem badischen Mittelland zu betreiben. Die Männer gründeten eine Aktiengesellschaft „Spinnerei und Weberei Offenburg“ und erwarben die Gantersche Mühle, die ein schönes Wasserrecht hatte. Das war 1858. Michael Armbruster verließ den unteren Mühlbach und nahm Wohnung im heutigen Hause Eckerle neben der damaligen 3 x Hagen 3 gute Offenburger Fachgeschäfte mit Leistungen, die jedem Wunsch gerecht werden \ der Fachmann für guten künstlerisch. Bucheinband Ihr Berater für Buchbinde-Arbeiten aller Art Offeeburg, Stetnmtraße SO AuMiatftn das Spezlalheap für Papierwaren und Bürobedarf Von der Feder bis zur Schreibmaschine führt Karl Hagen alles von A bis Z Offmberg, Slein- n. Longe Straße SS REIBEKOFPER ^-■ - "-v Das Fachgeschäft für feine Ledermaren und Jtelsekoffer Offanburg , Lange Straße IS gegenüber dem Kloster Blechnerei - Installation und sanitäre Anlagen Waschkessel - Herde - Öfen und Haushaltartikel Ottenburg, Lange Straße - Ecke Glaserslraße Telefon 2016 Franz Xaver FfitZ ELEKTRO-GERÄTE Halle 3 / 134-135 OFFENBURG, Hauptstraße 87 • Telefon 1854 BELEUCHTUNGSKÖRPER ELEKTRO OFFENBURG (Baden) Verkaufsraum Hauptstr. 98 Eingang Kittelgasse (b. Kopthaile) - Telefon 2107 Halle 2 / Stand 101/102 Lacke Farben Pinsel Oel-, Kunstharz- und Nitrolacke für Gewerbe und Industrie Ottenburg, StelnetreBe 5 Ml«*! kU«s Carl Pfettscher OFEENBURG - Hauptstraße 66 - Fernruf 1533 Das Fachgeschält für Musikinstrumente und Musikalien aller Art — Reparaturen V SCHUHE OFFEMBURB HAUPTSTRASSE S» Radio-Keck Seit 20 Jahren Ihr Radioffachgeschafft Große Auswahl in allen neuen Radiomodellen Markenapparate Autosuper Radiokoffffer Alles auf bequeme Teilzahlung Eigene Reparaturwerkstätte OFFENBURG, z.Z. Franz-Volk-Straße20 - Tel. 1870 ORTENAVER HERBSTMESSE 850-JAHRFEIER OFFENBURQS Bierbrauerei Baur, wo heute die Ortskrankenkasse ist, später im Haus Kaechelen. In der Nachbarschaft, in der Glaserstraße, war eine schon alte Bierbrauerei. Sie gehörte der Familie Wenk, die in einem anderen Zweig einen Kolonialwaren-, Klein- und Großhandel mit Bankgeschäft gerade über der Straße am Fischmarkt betrieb. Die Brauerei reizte Michel. Er verstand zwar das Müllern und das Mehlgeschäft, von Hopfen und Malz und was dazu gehört hatte er aber keine Ahnung. Aber er hatte ja die Stiefsöhne Heinrich, Pius und Baptist. Diese lernten das Brauerhandwerk. Bald kannten sie sich aus. Die Armbrustersche Brauereiwirtschaft bekam Offenburger Stammpublikum. Michel Arm- bruster wurde Gemeinderat, stellvertretender Bürgermeister. Er verlegte seine Brauerei in die Zeller Straße: Die „Brandeck“ entstand, in der Glaserstraße blieb die Wirtschaft und die von ihm erbaute „Michelhalle“. In die Familiengesellschaft war die Familie Kistner eingetreten. Man firmierte „Armbruster & Cie., später vorm. Armbruster & Cie. Der arme Bauernbub von Zunsweier war hochgeachteter und wohlhabender Offenburger Bürger und Industrieller geworden. Dank seiner Intelligenz, Tüchtigkeit und seines Fleißes. lieber 90 Jahre ist Michel Armbruster gewesen, als er starb. Eine Tochter wurde Ehefrau des Bierbrauereibesitzers Friedrich Wickersheim, eine andere Tochter verheiratete sich mit dem Likörfabrikanten Schmidt, dessen Sohn dieses Unternehmen nun in dessen 60. Jahr als „Badenia Cognakbrennerei“ hier weiterführt Die Brauerei Carl Wagner Karl Wagner — ein robuster Kneippianer Als im ersten Weltkrieg das Bier dünn geworden war, muckten die Leute auf oder sie frozzelten den Brauer. Karl Wagner ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und sagte kaltschnäuzig: „Hewe euri Müler under dr Wasserhahne, no wisse ihr wenigstens, was ihr suffe.“ Oder: „Wer jetzt noch Bier trinkt, isch zue ful zuem Wasserpumpe.“ Ein Teil der Natur Karl Wagners ist damit gewiß charakterisiert: seine köstliche Offenheit und Geradheit. Irgend etwas zu vertuschen, hatte er nie einen Anlaß genommen. Er war aber doch ein gutherziger Geschäftsmann, der es nicht fertig brachte, einem Handwerksmeister irgend etwas an der Rechnung abzuhandeln. Als Karl Wagner 1874 mit der Offenburger Sattlermeisterstochter Albertine Haß in erster Ehe sich verheiratet hatte und die väterliche Brauerei übernahm, war das noch ein ziemlich kleines Geschäft gewesen. Die Brauerei war ja gewiß alt. Die Familien Nerlinger und Wiegand hatten sie vor den Wagner schon gehabt. Es gab damals zahlreiche Brauereien in Offenburg: Armbruster, Wickersheim, Kopf, die beiden Schuhmacher in der Lange Straße und Hauptstraße, - Kohler-Mundinger und Hund. Alle wollten Bier verkaufen. Offenburg war eine kleine Stadt mit 6500 Einwohnern. Da mußte man sich schon umtun, wenn etwas werden sollte. Karl Wagner hat das getan und die Arbeit trug ihre Früchte. Er konnte die „Neue Pfalz“ und die „Krone“ käuflich erwerben und auch bezahlen, das „Riedle“ in Zell-Weierbach kam später dazu Um seiner Gesundheit zu dienen, machte Karl Wagner öfters eine Kur in Wörishofen mit. Kam er dann heim, so ging er wie in Wörishofen ohne Socken mit Sandalen und ohne Kragen und Krawatte und ohne Kittel durch die Stadt, oder er durchfuhr die Straßen in diesem Aufzug mit seinem Dreirad, als ihm das Gehen etwas beschwerlich geworden war. Heute macht sich im Sommer niemand etwas aus solch leichter Kleidung. Irgendwelche Hemmungen, ob diese Kleidung nun in der Stadt gerade angebracht sei oder ob sie seinen /ermögensverhältnissen entsprach, empfand Karl Wagner schon damals in keiner Weise. Wem es nicht passe, der solle irgendwo anders hinsehen, war seine Auffassung. Ganz anders war in dieser Hinsicht sein einziger Sohn Carl Albert. Bei diesem mußte alles bis auf das Tüpfelchen in Ordnung sein. „Adrett“ wollte er sich und den Menschen in seiner Umgebung sehen. Ob Karl Wagner jemals ein Buch zur Hand genommen hat, um damit eine besinnliche Stunde zu verbringen, weiß der Schreiber nicht. Er glaubt es aber auch nicht. Carl Albert jedoch hat gerne und viel gelesen, Bücher über Kunst interessier- SchloB Staufenberg mit seinen sonnigen Rebhängeo, wo Durbacbs berühmter „Cievner“ wächst Aufnahme: Photo-Grimm jjr'/.fSs Ü ten ihn außerordentlich, wie er überhaupt für Musik, Malerei und Architektur eine große Vorliebe hatte. Dem Schreiber ist Karl Wagner (geb. 2. November 1875, gest. 22. Januar 1929) in seiner ungehemmten Natürlichkeit und Frische, seiner Urwüchsigkeit und Ehrlichkeit eine gar liebe Erinnerung. Mit Karl Wagner sich zu unterhalten war für die, die ihn verstanden, eine ebensolche Freude wie eine Plauderstunde mit Carl Albert, seinem Sohne. Schubart r=-n »«l»«-#*#» Dia altbekannten Qualitätsbiere Ausschank in der Ausstellungs-Gaststätte 1> | Seit WM | Betten Gardinen Teppiche und Aussteuer- Artikel kauft man wie immer preisgünstig und in großer Auswahl im Fachgeschäft Offenburg Hauptstraße 85 a Telefon 1257 r N lLt& Biuket ßii Buchhandlung Gustav Roth OFFENBURG, HAUPTSTRASSE V Bücher aus allen Wissensgebieten Schöne Literatur, Fachbücher J Formschöne moderne Beleuchtungskörper sämtL elektrischen Geräte, Herde und Kühlschränke in der Bahnhofladenreihe vom E1 e k t r o i a c h g e s c h ä i t OFFEKBÜBG Ausführung aller elektr. Licht-, Kraft- u. Schwach. Strom-Anlagen - Motoren Elektronisch. Werkstätte Friedrichstr. 50, Telei 1563 r Di« älteste Gaststätte der Stadt sett 1500 Besitzer: Karl Otto Schimpf J r \&aehere\ - umdj/vo\> ßicwA t Winzer besuchten das Elsaß Erster Nadikriegsbesudi jenseits des Rheins — Gemeinsame Lösung der Qualitätsfrage des oberrheinischen Weinbaues notwendig Freiburg. Für die badischen Winzer, die von jeher einen engen Kontakt mit den elsässischen Weinbauern pflegten, öffneten sich nach langen Jahren der gegenseitigen Abgeschiedenheit zum ersten Mal wieder die Grenzen nach Frankreich. Am Mittwoch hatten der badische Weinbauverband und das badische Landwirtschaftsministerium zu einer Studienfahrt in die Weingebiete in der näheren und weiteren Umgebung von Colmar eingeladen, an der rund 150 Winzer und Winzerinnen aus den südbadischen Weinbaugebieten von Bühl über den Kaiserstuhl bis nach Lörrach teil- nahmen. Die Fahrt in drei großen Omnibussen, die vom Rheinübergang in Breisach über Colmar zunächst nach Westhalden zur Besichtigung des Mustergutes von Alfred Mure und Söhne „Clos St. Landelin“, dann nach Vögtlinshofen und am Nachmittag nach Wintzenheim, Sigolsheim und Rappoltsweiler führte und mit einer Besichtigung der Weinbörse von Colmar endete, galt gleichzeitig einem Besuch des elsässischen Weinbauverbandes der elsässischen Rebveredler wie auch einzelner Winzergenossen. Die Studienfahrt' war für die Teilnehmer eine wertvolle Bereicherung ihres beruflichen Wissens und ihrer Arbeit und gestaltete sich zu einem regen Gedanken- und Erfahrungsaustausch über Anbaufragen und die Rentabilität des Weinbaus. Das elsässische Weinbaugebiet ist bodenmäßig und klimatisch bevorzugt. Am langsam abfallenden Ostrande der Vogesen gelegen ist das natürliche Rebland dort in weit größerem Maße vorhanden als in Baden. Außerdem liegt es im Regenschatten des Gebirges, während das badische Weinland zum großen Teil der Regentraufe des Schwarzwaldes ausgesetzt ist. Infolgedessen und auch wegen seiner älteren Tradition ist der elsässische Weinbau dem badischen in mancher Beziehung, besonders in der Sorten wähl, Seuchenbekämpfung und Anbauumstellung voraus. Ueberrascht waren die badischen Teilnehmer an der Studienfahrt, als sie erfuhren, daß der elsässische Weinbau heute zu 90 bis 95 Prozent bereits auf Pfropfoeben steht, eine Umstellung, die ganz aus eigenen Kräften erfolgte, da in Frankreich der Staat infolge der Ueberproduktion von Wein an den Weinbau keine Subventionen zahlt. Das Elsaß ist wegen der starken Konkurrenz auf dem französischen Weinmarkt fast ausschließlich auf die Erzeugung von Qualitätsweinen abgestellt, die bisher guten Absatz im In- und Ausland fanden. Bei den Besichtigungen in dem begangenen Rebgelände fiel der weiträumige, licht- und luftfreie Anbau, das hohe Erziehungssystem und das starke Arbeiten mit Unterlagsreben auf. Präsident Salzmann vom elsässischen Weinbauverband unterstrich bei dem Empfang in der Winzergemeinde Wintzenheim die Notwendigkeit, daß dielbadischen und elsässischen Weinbauern in den Fragen der Qualität des oberrheinischen Weinbaues in der internationalen Konkurrenz Zusammenhalten müßten. Wenn es notwendig werde, bitte er auch um die Unterstützung der badischen Weinbauern im Kampf der elsässischen Weinbauern um die „Rheinweinflasche“. Landwirtschaftsminister Kirchgäßner, der neben dem Präsident des badischen Weinbauverbandes, Schüler, an der Fahrt teilnahm, dankte für die herzliche Aufnahme im Elsaß. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit eriHorUKWmii . Ad eg, UUJ Fragen Sie lAnio Jhren Fachhändler schöpfe sich nicht im Wein und in der gleichen beruflichen Aufgabe, sondern man spreche und gehöre einem gemeinsamen Alemannen- tum an. So gesehen bedeute der- Rhein keine Grenze und die beruflichen und menschlichen Kontakte zwischen hüben und drüben seien ein kleiner, aber wertvoller Beitrag zur deutsch-französischen Verständigung und zur Einigung Europas. Privatwald noch schlecht bewirtschaftet Forstverwaltung will Kleinwaldbesitzer durch Einsatz von gut ausgebildeten Forstbeamten unterstützen Freiburg. Seit dem Jahre 1870 produzierte der badische Wald jährlich einen Festmeter Holz pro Kopf der Bevölkerung. Diese Produktion fiel bis zu den Jahren vor dem Kriege auf 0,8 und beträgt zur Zeit nur noch 0,3 Festmeter. Statistisch wurde errechnet, daß Baden allein für den Wiederaufbau in den nächsten 20 Jahren je etwa 1,3 Festmeter pro Kopf der Bevölkerung benötigt. Die Landesforstverwal- Renditäler Wein- und Volksfest Oberkirch (Eigenbericht). In dem abgeschlossenen Tal der Rench, das nicht mit Unrecht den Ehrennamen „Mittelbadisches Paradies“ erhalten hat, liegt inmitten von Rebhügeln, Obstgärten und grünen Matten Oberkirch. Aber nicht nur die landschaftliche Lage zeichnet diesen lieblichen Luftkurort aus, sondern Oberkirch ist durch den Fleiß seiner Bewohner schon längst die Metropole des Renchtals geworden. Neun Tage lang wird die Rench- talmetropole im kommenden Monat nun Treffpunkt des gesamten Renchtals und der Ortenau werden, wenn nämlich vom 13. bis 21 Oktober Oberkirch sein „Renchtäler Wein- und Volksfest“ feiert. Das Fest ist bereits Tradition geworden, denn schon ein Jahr nach der Währungsreform wurde es zum ersten Male nach dem Kriege mit großem Erfolg durchgeführt. Als dann im vorigen Jahre das Wein- und Volksfest wiederholt wurde, da konnte Oberkirch bereits 30 000 Besucher zählen. Noch größere Anziehungskraft dürfte das Fest in diesem Jahre ausüben, wo mit ihm erstmalig eine große Leistungsschau verbunden wird, auf der die bekannten Erzeugnisse des Rench- tales, die sich neben denen anderer badischer Gebiete wohl sehen lassen können, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte zur Ausstellung kommen. Der einmalige Obstreichtum in diesem Jahre wird dieser Schau sein Gepräge geben, die schweren und herrlichen Clevner, Klingelberger, Weißherbst und Ruländer werden zeigen, daß das Renchtal beste badische Spitzenweine hervorbringt, und auch Rench- täler Kirschwasser wird nicht fehlen, das den Namen des Tales weit über Badens Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Auch Handwerk und Industrie, die im Renchtal heimisch sind und auf jahrhundertealte Tradition zurückblicken, werden um die Anerkennung der Oeffentlichkeit ringen. So wird sich in diesem Jahre das Wein- und Volksfest zur Weihe eines Erntedankfestes erheben. Die Träger der unter der Schirmherrschaft von Staatspräsident Wohieb stehenden Veranstaltung haben das Fest bewußt auch unter das Motto „Frohsinn und Heiterkeit“ gestellt. Unter diesem Motto wird auch das Renchtal seine Weinkönigin erhalten, und die badische Weinkönigin Elisabeth Huber aus Neuweier wird der Krönung assistieren. Sportliche Veranstaltungen, wie das Treffen Mühlburg gegen Offenburg, werden die Sportfreunde in das Renchtal locken, berufsständische Tagungen desWeinbauerverbandes und der Kleinbrenner, landwirtschaftlicher und handwerklicher Organisationen werden im Rahmen der Leistungsschau durchgeführt, und die Aula der Schule wird den idealen Hintergrund für bedeutsame kulturelle Veranstaltungen abgeben. Daß im Rahmen der geplanten Großveranstaltungen, Unterhaltungsabende und Prachtfeuerwerk nicht fehlen dürfen, ist beinahe zur Selbstverständlichkeit geworden. tung steht somit vor der schweren Aufgabe, mit eigenen Mitteln zu versuchen, diesen Engpaß in der Holzbewirtschaftung zu überwinden, zumal da an einen ausreichenden Holzimport in absehbarer Zeit nicht zu denken sein dürfte. Die Forstverwaltung sieht eine wesentliche Aufgabe darin, vor allem den bäuerlichen Privatwaldbesitzer durch gut ausgebildete und mit der Materie vertraute Forstbeamte durch Rat und Tat zu unterstützen. Der kleinbäuerliche Privatwaldbesitzer in Baden ist mit etwa 126 000 Hektar fast doppelt so groß als der Staatswald und umfaßt etwa 30 Prozent des gesamten Waldbestandes. Dieser Bauernwald weist aber gegenüber dem Staats- und Gemeindewald einen Minderertrag von etwa 25 Prozent auf und könnte bei fachgerechter Bewirtschaftung eine Produktionssteigerung um rund 300 000 Festmeter pro Jahr erreichen. Die wesentlichen Ursachen dieses Minderertrages sind forstwirtschaftlich schlechte Bewirtschaftung, ungenügende Weidaufforstung und in großen Gebieten des kleinbäuerlichen Waldbesitzes vor allem im südlichen Hochschwarzwald völlig unzureichende Wegeverhältnisse. Es hat sich gezeigt, daß in den Forstbezirken, in denen staatliche Forstbeamte mit dem bäuerlichen Waldbesitzer im gegenseitigen Verständnis Zusammenarbeiten, bereits sehr gute Erfolge erzielt wurden, deren Auswirkungen für den Besitzer erst in Jahrzehnten voll zur Geltung kommen werden. In vermehrtem Maße sollen in Zukunft staatliche Forstbeamte dem Kleinwaldbesitzer helfend und beratend zur Seite stehen, um den badischen Privatwald auf einen hohen Erzeugungsstand zu bringen. Der Veranschaulichung dieser Aufgaben galt eine Besichtigungsfahrt durch große Teile des Privatwaldbesitzes im Schwarzwald, die am Mittwoch von der Landesforstverwaltung veranstaltet wurde und an der neben Oberlandesforstmeister Dr. Friedrich Bauer, Universitätsprofessor Dr. Karl Abetz und Oberforstmeister Oescher einige Landtagsabgeordnete und Vertreter des Landwirtschaftsministeriums, des badischen Waldbesitzerverbandes und des Privatwaldbesitzes teilnahhen. Hohe Strafen für Naturfrevler Donaueschingen. Vor dem Amtsgericht hatten sich zwei Frauen und ein Mann aus dem Kreisgebiet wegen Uebertretung der Naturschutzverordnung zu verantworten. Sie hatten zur Zeit der Frauenschuh-Blüte in dem bei Hüfingen liegenden Naturschutzgebiet Deg- genräuschen-Rauschachen beträchtliche Mengen der seltenen Orchideen ausgerissen. Bei der Verhandlung war der Leiter der Naturschutzstelle Donaueschingen, Dr. Sumser-Hü- fingen, zugezogen worden. Nach seinen Erklärungen handelt es sich bei dem Naturschutzgebiet bei Hüfingen um das schönste Orchideengebiet Deutschlands, mit 31 verschiedenen Orchideenarten. Der zweite Sachverständige, der Leiter der Naturschutzstelle Konstanz, bezeichn ete den Bestand an Frauenschuh im Hüfinger Wald als einen der größten in Europa. Mit dem Ausfall von 220 geplünderten Pflanzen in diesem Jahr sei auf eine Reihe von Jahren der größte Teil des Bestandes vernichtet. 12 Jahre braucht die Pflanze bis zu ihrer ersten Blüte. Sie kann nur gedeihen wo ein bestimmtes Pilznetz im Boden vorhanden ist. Die ausgesprochenen Strafen fielen sehr hoch aus. Sie sollen die Oeffentlichkeit vor weiteren derartigen Uebertretun- gen warnen. Mit 100 DM Geldstrafe und einem Tag Haft wurde ein 25jähriger Mann bestraft, mit 30 DM und weiteren 10 DM an Stelle von einem Tag Haft eine 66jährige Frau und im dritten Fall eine 31jährige Frau mit 150 DM Geldstrafe. Apfelbäume ln Blüte Tauberbischofsheim, (swk) In den Gemeinden Eichelberg und Pfaffendorf im Steigerwa.d stehen zwei Apfelbäume in voller Blüte, obwohl sie gleichzeitig übergroße Früchte tragen. Frau Bürgermeister panschte Milch Waldshut. (swk) Wegen vorsätzlicher Milchfälschung in Tateinheit mit fortgesetztem Betrug erhielt die Ehefrau 'des Bürgermeisters von Hauenstein, der kleinsten Stadt Deutschlands, eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. 15 Konkurse und 4 Vergleichsverfahren Freiburg. In Baden wurden im ersten Vierteljahr 1951 4 Vergleichsverfahren und 15 Konkurs« eröffnet, von denen 4 mangels Masse abgelehnt wurden. Zwei Vergleichsverfahren entfallen auf die Industrie und je eines auf den Groß- bzw. Einzelhandel. An den Konkursen ist die Industrie mit vier, der Großhandel mit zwei, der Einzelhandel mit acht und das Handwerk mit einem beteiligt. Die Höhe der Forderungen bewegt sich in zwei Fällen zwischen 1000 und 10 000 DM, in zwölf Fällen zwischen 1000 und 100 000 DM und in einem Fall zwischen 500 000 und einer Million DM. Im Vergleich zum letzten Vierteljahr 1950 hat die Zahl der Konkurse um zwei zugenommen, während sich die Zahl der Vergleichsverfahren um sieben verringert hat. Großes Sportfunkprogramm des büdwestfunks Der Südwestfunk hat seine Sportsendezeiten am Wochenende infolge der zahlreichen großen sportlichen Ereignisse besonders erweitert. Samstag, 22. 9.: 17.15—17.30 Uhr: Bericht von den Vorschlußrunden des 19. Internationalen Tennis-Turniers in Baden-Baden; 22.15—22.45 Sport- Rundschau mit Kurzreportage vom Fußball-Aus- wahlspiel Deutschland B — Oesterreich B in Augsburg. Sonntag: 23. 9.: 16.00—18.15 Uhr: Innerhalb der Sendung „Uns gehört der Sonntag“: Schlußrunden des Internationalen Tennis-Turniers Baden-Baden, und zweite Halbzeit Fußball-Länderspiel Oesterreich gegen Deutschland; 18.30—19.00 Uhr: Sportbericht mit einer Reportage vom Europameisterschaftskampf ten Hoff und Jade Gardner in Berlin, sowie vom Box-Länderkampf Deutschland — Irland in Essen. Tägl.: Nachr. (.00 (W), 7.00, 8.00, 12.45, 22.00, iM — Prassest 8.M (W), - zeitf. 19.00 (W> - Elgenprogr. d. Studios S.li. 11.20, N.4O (So. (.KG. 12.00, 19.00) Südwestfunk MW: Rheins 895. Kobl./Trter/B -Baden/Freib./Slgm. 863, Dürrn./Ra- vensb /Reutl 195 w - KW: 47.47 m - UKW: B.-Baden 92.5. Kobl. 90.9. Raichb 88.9. Wittbob. 88.5 MHz. Sonntag, 23. 8ept. 7.30 Morgenchoral 8.30 Evang. Morgenfeier 9.15 Kath. Morgenfeier 9.45 Das Unvergängliche 11.00 Musik zum Sonntagvormittag 11.45 Für den Bauern 12.20 Sang and Klang im Volkston 13.30 Musik nach Tisch 14.00 Herr Antrobus meint... 14.15 Froh und heiter 15.00 Märchen- Wunsch sendung 16.00 Fröhliche Klänge, dazw. Bericht v. Fußball-Länderspiel Dtschld.-Oesterreich 18.30 Sportreportage 19.20 Volkstünü. Lieder 20.00 Klassisches Konzert 22.10 So sieht es d. Westen 23.10 Fröhlicher Ausklang 0.10 Tanz und Unterhaltungsmusik Montag, 24. Sept. 6.50 Ev. Morgenandacht 8.30 Pressestimmen 8.40 MusikaL Intermezzo 9.00 Die halbe Stunde für die Hausfrau 11.00 Froher Klang am Vormittag 12.20 Mittagskonzert 13.15 Musik nach Tisch 14.00 Luxus des Alltags: „Blauer Dunst* 15.00 Am Montag fängt die Woche an 18.30 Schwäbische Dichter 17.00 Sollsten-Konzert 17.30 Kinderheim Wollshagen 1820 Aus der Welt des Sports 20.00 Musik für Dich 20.45 Bayreuther Festsp. Die Walküre, 3. Akt 22.20 Klaviermusik 23.00 D. Lächeln v. Paris Ein Straßenjunge erobert die Welt Dienstag, 2 ». Sept. Ü50 Kath. Morgenandacht 7.20 Die Schule und das Elternhaus 8.40 Musikal. Intermezzo 950 Kreuz und quer durch Deutschland 11.00 Froher Klang am Vormittag 1250 Mittagskonzert 13.15 Musik nach Tisch 15.00 Von zahmen und wilden Polarhirschen 15.15 Heimische Künstler musizieren 15.45 Unvergessene Heimat 16.00 Klassische Musik 16.45 Erzählung d. Woche: Die Unmöglichkeit der Liebe 17.00 Musik zur Unterhaltung 20.00 Unterhaltungsmusik 20.30 Das große Messer, Hörspiel mit Willi Birgel 2250 Musik d. Gegenwart Mittwoch, 26. Sept. 750 Musik am Morgen 850 Pressestimmen 840 Musikal. Intermezzo 9.00 Die halbe Stunde für die Hausfrau 9.30 Evangelischer Krankengottesdienst 11.00 Froher Klang am Vormittag 12.20 Mittagskonzert 13.00 Aus dem Leben Frankreichs 1815 Musik nach Tisch 16.30 Bücherschau 16.50 Sang und Klang im Volkston 17.20 Die Entwicklung zum plastischen Film 1820 Probleme der Zeit 1830 Musik z. Feierabend 20.00 Melodienreigen 21.40 Sang und Klang im Volkston 22.20 .Klaviermusik von Honegger 23.00 Tanzmusik Donnerstag, 27. Sept. 650 Kath. Morgenandacht 7.20 Haben die Alten versagt? 840 Musikal. Intermezzo 9.30 Kreuz und quer durch Deutschland 11.00 Froher Klang 12.20 Mittagskonzert 13.15 Musik nach Tisch 14.00 Kinderliedersingen 15.15 Nachwuchs stellt sich vor 15.45 Kunstspiegel * 16.45 Vom Nylon zur Wasserstoffbombe 17.00 Klaviermusik 17.30 Der Rechtsspiegel 18.20 Jugend spricht zu Jugend 19.40 Tribüne der Zeit 2800 Operettenklänge 21.00 Kleines Schiff auf großer Fahr 21.40 KL Zwischenspiel 22.30 Klassicbe Musik 23.30 Musik zur Nacht Freitag, 28. Sept. 650 Ev. Morgenandacht 8.40 Musikal. Intermezzo 9.00 Herbstsendung 9.30 Kreuz und quer durch Deutschland 11.00 Froher Klang am Vormittag 1250 Mittagskonzert 13.00 Film-Rundschau 13.15 Musik nach Tisch 14.00 Struwwelpeter- Kantate 15.00 Musik a. Nachmittag 16.00 Solisten-Konzert 16.30 Pallenberg u. Moissi 16.45 Musik zur Unterhaltung 17.30 Welt und Wissen 19.30 Chorgesang 20.00 Die bunte klingende Filmschau des SWF 20.45 Die Massmannsied- lung in München 21.00 Sinfoniekonzert 23.00 Weltweites Christentum Sonnabend, 29. Sept. 6.50 Kath. Morgenandacht 8.30 Pressestimmen 8.40 Musikal. Intermezzo 11.00 Froher Klang 12.20 Mittagskonzert 1815 Musik nach Tisch 14.30 Gut gelaunt 14.50 Briefmarkenecke 15.00 Opernkonzert aus Amerika 16.00 Bericht aus der Künstlersiedlung Halfmannshof 16.30 Unser Samstagnachmittag 18.25 Glocken z. Sonntag 20.00 Der Eisame von Torre del Lago Eine Sendung um Giacpmo Puccini 21.15 Klingende Kleinigkeiten 2815 Sportrundschau 22.30 Der SWF bittet zum Tanz 0.10 Wir tanzen weiter i Samstag, 22. September 1951 Härteste Kraftprobe für deutschen Fußball Im Wiener Praterstadion erwartet Deutschlands National-EI! Europas bestes leam Deutschlands Fußballer bestreiten am Wochenende den Zweifrontenkampf mit Oesterreich. Es Ist dies das 2*2. l.ämirrtreffen überhaupt und die elfte offizielle Begegnung mit Oesterreich. Die Oester- reicber sind first clase, und sie gelten heute als das beste kontinentale leam. Das allein schon kennzeichnet die schwere Aufgabe, die unsere an internationaler Erfahrung noch junge Mannschaft erwartet. Die elf Spieler für Wien wurden nach sorgfältiger Ueberprtifung durch den Bundestrainer aufgestellt. Der Allround-Könner Morlock dürfte die Lücke ausfüllen, die durch die Verletzung des etatmäßigen Mittelstürmers Otmar Walter entstanden ist. Es wird aber ganz von der taktischen Einstellung auf dem Spielfeld davon ab- hängen, wie den Operationen des Wiener „Wunder- Oeste.rreich: Happel Schlager Mechipr I Wagner Barufka F. Walter Schanko Musil Ocwirk Dienst - Kohlmeyer Morlock Posipal Deutschland: Turek Kowanz Hanoppi Stojaspal Probst Preißler Gerritzen Mebus Streitie teams Nr. 2" zu begegnen ist. Gerade in dieser deutsch-österreichischen Begegnung kennen sich die Gegner genau, obwohl sie so wenig gegeneinander spielten. Das kommt noch aus der Zeit, als die Oeaterreicher einen wesentlichen Prozentsatz für die gesamte Nationalauswahl stellten. Sie wissen, wie Bundestrainer Herberger theoretisch und praktisch seine Mannschaft impft, und mit welcher Methodik der Gegner in seiner Aktionsfähigkeit gehindert werden soll. Das Plus der Oesterreicher ist die größere Kampferfahrung nach dem Kriege. Tn 36 Länderspielen der Nachkriegszeit wurde eine Mannschaft formiert, die dem „Wunderteam" der Dreißigerjahre in nichts nachsteht, es an Wirkung sogar übertreffen soll. Oesterreichs Verbandskapitän Walter Naüseh hat aber auch seine Sorgen, denn einige aus der Gala-Besetzung sind zur Zeit nicht einsatzfähig. Allerdings stehen ihm für jeden Posten mehrere gleichwertige Spieler zur Verfügung. Ein intensives Spezialtraining im Prater-Stadion muß dazu herhallen, die Schwächen auszumerzen, die sich nach dem 4:0-Triumph über Schottland beim 4:4-Unentschieden gegen Dänemark im österreichischen Team offenbarten. Oesterreich ist klarer Favorit, das ist die einstimmige Meinung aller Fußballfreunde in Wien. Die Oesterreicher setzen den guten Ruf der „Wiener Schule“ aufs Spiel gegen die deutsche Mannschaft, c. j sich erst allmählich an die internationale Luft gewöhnen muß. Aber bekanntlich spielt jede Mannschaft nur so gut, wie es der Gegner zuläßt. „Drei Tore Unterschied“ für den Wiener Sieg, das scheint ein bißchen viel. Die Deutschen brauchen sich vor- 1-er nicht bange machen lassen. Schalke 04 und der HSV haben in letzter Zeit bei Gastspielen im Wiener Stadion bereits bewiesen, daß der deutsche Fußball gar nicht so qualitätslos ist, wie es übereifrige Oesterreicher gerne wissen möchten. Wenn unsere junge Mannschaft die Nerven behält, dann ist das Feuer der Wiener Ballzauberer zu löschen. Auf jeden Fall dürfte es unter Leitung des englischen Schiedsrichters Evans ein großes Spiel geben. Drücken wir die Daumen für ein gutes Abschneiden unserer Mannschaft. Augsburg sieht das Spiel der B-Mannschaften Bereits am Samstag stehen sieh die B-Mannschaf ten von Deutschland und Oesterreich im neuen Augsburger Stadion gegenüber. Hier werden die vielen deutschen Schlachtenbummler, die wegen der leidigen Visumfrage nicht nach Wien reisen können, feststellen können, wie unsere Anwärter für die A-Elf gegen die routinierten Oesterreicher sich die Sporen verdienen. Deutschland B: Schaffer Miersberger Bauer Bergner Struzina Röhrig Krüger Stollenberg Schröder Baitinger Blessing Haumer Zechmeister Hartl Riegler Körner I Gerhardt Koller Golobils Smetana Gigerl Pelikan Oesterreich B: QaedMt ttüet leüil ou den AUfewhaüew Darum kann sich aber Hein ten Hoffs „Rechte” nicht kümmern Er ist in Berlin gesund eingetroffen, der Europameister der Schwergewichtler, jener Jack Gardner, der sich unserem deutschen Meister Hein ten Hoff am Sonntag in der Waldbühne zum Titelkampf stellen wird. Der 24jährige englische Sergeant trägt alle Hoffnungen der Boxgemeinde Großbritanniens, nachdem Randolph Turpin seinen Weltmeistertitel im Mittelgewicht wieder an Robinson verloren hat und nachdem Halbschwergewichts - Europameister Don Cockell in Amerika noch immer vergeblich auf eine Weltmeisterschafts-Chance gegen Joe Maxim wartet. Der 1,66 m große Engländer noch nie am Boden In Berlins Sportkreisen fiebert man dem Ausgang dieser Europameisterschaft mit übergroßer, fast nervöser Spannung entgegen. Die Aufgabe, die Hein ten Hoff übernahm, ist so schwer, daß man seine physischen Vorteile fast vergißt. Hein ist der Boxer, der wuchtiger und mit Härte ins Ziel kommen könnte. Daß er dabei mit seiner langen Reichweite alles versuchen wird, um Jack Gardner auf Distanz zu halten, erscheint einleuchtend, stoßartig dürfte seine Rechte herauskommen, um Kopf und Körper- p-rtien des Engländers zu erschüttern. Der lange Hein wird keine Rücksicht darauf nehmen können, IktetMliaMtle Owedike mristke* weißeu Hinten Erste Überraschung: Alle Engländerinnen am ersten Tag ausgeschieden (Von unserem nach Baden-Baden entsandten O.G.-SonderberichtersUtter) Noch sind die glanzvollen Tage der „ Jadener Woche“ in jüngster Erinnerung, als sich in der Korund Bäderstadt schon wieder ein neues Großereignis sportlicher und gesellschaftlicher Prägung auf- retan hat: das 18. Internationale Tennis-Turnier. Ein Völkerfest im wahrsten Sinne des Wortes, wie schon die Fahnen der Nationen in den Straßen Baden-Badens beweisen. Seit Wochen schon warteten ganz Tennis-Deutschland und besonders die Kur Städter auf das Ereignis wie auf ein entscheidendes Reifeexamen. Obgleich der erste Tag nicht unter einer für Spieler und Zuschauer ansprechenden Witterung stand, konnten die allseits mit größtem Interesse verfolgten Qualifikationskämpfe der Sonderklassen ein wider Erwarten großes Stück nach vorne getrieben werden. Natürlich blieb es nicht aus. der Premiere des letztjährigen Tunüersiegers im Berren-Einzel, Jaroslaw Drobny, der gegen den Deutschen Henner Henkel anzutreten hatte, größtes Gewicht und Sympathie zu schenken. Es war ein Kampf voller Dramatik, in dem nach einer überraschenden 6:2-FUh- rung ( 1 . Satz) und während des zweiten Satzes durch den Deutschen erzielten Gleichstellung, schließlich doch die Routine und internationale' Erfahrung des Exil-Tschechen Drobny dominierte. Mit 6:2, 4:6 und 1:6 müßte sich Henner Henkel geschlagen geben. Ein nicht minder interessantes Spiel bewies der junge, talentierte Nachwuchsspieler Feldbauscfa aus Mannheim, der sich erst nach einem schwer erkämpften Sieg dem schwedischen Weltklaasenspieler Davidson mit zweimal 6:4 beugen mußte. Auch der badische Potaß, Ranglistenspieler Nr. 1, hielt sich bestens gegen den weiteren Exil-Tschechen Dostal. Das für den heute in Frankreich ansässigen, ehern, tschechischen Meisterspielers, erzielte magere 6:4, 5:7, 5:7 gibt Zeugnis eines hervorragend durchgestandenen Kampfes des Freiburgers. Während Hermann, Rheydt, durch einen knapppen Sieg über den Schweizer Ranglistenspieler Ellmer in die nächste Runde gelangte, und auch der Schweizer Albrecht, der dem Schweden-Ranglisten-FUnften, Rohlsson. das Nachsehen gab, sich in den weiteren Wettbewerb hineinsplelte, so war das Hauptinteresse doch jenem Spiel gewidmet, das der deutsche Studentenmeister Fürst lieferte. In meisterhafter Manier schlug er den schwedischen Ranglisten-Vierten Blomquist mit 2:6, 6:1, 6:4. Bei den Damen sorgten die Engländerinnen bereits am ersten Tag für eine große Ueberraschung. Sie ließen sich alle aus dem Reimen werfen. Glatt mit 2:6, 4:6 ging Miss Woodgate gegen ihre Siegerin, Frau Müller-Hein (Bamberg), unter. Auch Miss Hib- bert konnte gegen die rasanten Flugbälle der USA- Vertreterin, Miss Jones, nicht bestehen und mußte sich sicher und verdient geschlagen geben. Ein großes Spiel lieferte Frau Peters (Baden-Baden), die erst nach hartem Kampf der temperamentvollen Argentinierin Mery Weiss mit 6:2, 6:3, unterlag. Baden-Badener Tennisturnier planmäßig Auch der zweite Tag brachte die erwarteten Favoritensiege. Die Ergebnisse: Herreneinzel: Pöttinger (München) — Uhl (Hamburg) 6:4, 1:6, 6:4; Buchholz (Köln) — Pöttinger (München) 6:0, 6:0; Weiß (Argentinien) — Dostal (staatenlos) 62, 6:0; Garrett (USA) — Herrmann (Rhyedt) 6:3, 6:4; Foldina (früher Tschechoslowakei! — Dr. Günther (Wiesbaden) 6:1, 6:4. — Dameneinzel: Kramer (Augsburg) gegen Halft (Frankreich) 4:6, 6:1, 6:3; Charbonnler (Schweiz) — Koschel (Stuttgart) 6:4, 6:4; Pohmann (Düsseldorf) — Schuh-Proxauf (Oesterreich) 6:2, 6:3; Jencquei (Wiesbaden) — Anderson (US) 6:2, 7:5; Ko- zeluh (Berlin) — Heidtmann (Hamburg) 6:2, 7:5. — Herrendoppel: Ellmer/Albrecht (Schweiz) — Röhls- son/Jenckel (Schweden/Deutschlandi 6:4, 6:8, 6:4; Weiß/Herrmann — Uhl/Pöttinger 8:3, 6:1; Drobny/ Garrett — Feldbausch/Helmrich (Stuttgart) 6:6, 6:3. — Damendoppel erreichten die Engländerinnen Wood- gate/Hibbert (6:4, 6:2 über Charbonnier/Heidtmann) und Weiß/Anderson (6:2, 8:6 über Kosche 1/Vogler (Stuttgart/Berlin) bereits die Vorschlußrunde. daß sich Gardners Augenbrauen leicht öffnen und das herunterrieselnde Blut dann das Sichtvermögen behindern könnte. Heins Rechte muß treffen und immer wieder treffen, ganz gleich, ob auf Körperoder empfindliche Gesichtspartien. Auf Taktik und Kampfeinteilung in einer Europameisterschaft sich einzustellen, ist schwer. Jeder wird die Entscheidung von A-.fang an suchen. Jack Gardner war noch nie am Boden, buchte 10 k. o.-Siege hintereinander, gestaltete von 25 Treffen 19 vor der Zeit erfolgreich und verlor nur dreimal. Kann ihm Hein ten Hoff die vierte Niederlage beibringen? Franz Mück hofft auf Hein ten Hoff Das eventuell zu erwartende Millionengeschäft des Siegers dieser Europameisterschaft bei dann folgenden Weltmeisterschaftskämpfen hat den deutschen Trainer Franz Mück zu Höchstleistungen angespornt. Solch ein ausgefeiltes Vorbereitungs-Training hat Mück mit seinem Schützling Hein ten Hoff selbst vor dem Walcott-Kampf in Mannheim nicht geleistet. „Wenn wir über alle Runden gehen müssen, hat Hein eine Kondition, die jedem imponieren wird.“ Daran wird auch Europameister Jack Gardner zu kauen haben. Dieser hat jedoch den einen Vorteil, daß er sofort kalt und konzentriert seinen Gegner angreift, während Hein — wie einst Max Schmeling — erst Runden braucht, um die Kampf- Nervosität in rücksichtslose Kampfkraft umzuwerten. Der 24jährlge .Junge“ Engländer gegen den „älteren“ (31jährigen) Deutschen: Wer wird es am Sonntag in der Berliner Waldbühne schaffen? Bad. Vierer-Mannschaftsmeisterschaft Auf der Strecke Weil/Rhein—Freiburg und zurück insgesamt 120 km, veranstaltet der südbadische Radsportverein am Sonntag seine Vierer-Mannschafts- Meisterschaft. Der Start erfolgt um 6.60 Uhr ln Weil-Friedllngen. Titelverteidiger ist der Velo-Klub Singen, der es diesmal schwer haben sollte, seinen Titel gegen die starke Freiburger Mannschaft mit Sütterlin, Feisthauer, Wiesler und Ehret zu verteidigen. Die Freiburger bringen drei Mannschaften an den Start. Weitere starke Mannschaften wie Offenburg, Radolfzell und Konstanz, sollten in der Spitzengruppe zu finden sein. Am Sonntag spielen: Ober Uff* Süd: Stuttgarter Kickers — Eintracht Frankfurt. Oberliga Nord: Viktoria Hamburg — Holstein Kiel (Sa); Bremer SV — Hamburger SV; Eimsbüttel — Concordia Ham. barg; Göttingen 95 — Werder Bremen; Arminia Hannover — VfL Osnabrück; Eintracht Osnabrück gegen Bremerhaven 93; Lüneburger SK — SU Pauli. Oberliga West: Rheydter SV — ETB Essen. Oberliga Südwest: Trier — Weisenau; NeuuKirchen — Pirmasens; Mainz — l. FC Saarbrücken; FV Engers — Tura Ludwigshafen. Berliner Stadtliga: Spandau — Alemannia; BSV 92 — Minerva; Union 96 — VfL Nord; Blau-Weiß — Hertha BCS; Westend 91 — Wacker 94; Tasm Jiia 1999 — Tennis Borussia. KI. Liga Süd: ASV Feudenheim — Wacker München; ASV Durlach —' SV Darmstadt 98; SV Wiesbaden — BC Augsburg. Freundschaftsspiele: RW Essen — 1869 München; Herne/Södingen gegen Borussia Dortmund; Westfalia Herne — % Preußen Münster; VfB Stuttgart — Meidericher SV; VfB Mühlburg — Alemannia Aachen (alle Sa.).«. Borussia Dortmund — Hannover 96; VfB Bottrop gegen Spfr. Katernberg ; Preußen Dellbrück gegen Schalke 94; Horst Ems eher — Waidhof Mannheim; Wormatia Worms —- Alemannia Aachen; Fortuna Düsseldorf — Tura Düsseldorf; Wanne/Elckel gegen SpVgg Erkenschwick; Preußen Krefeld — Arminia Bielefeld; FC Freiburg — FSV Frankfurt; Kickers Offenbach — Hamborn 01 (Sa); TuS Neuendorf gegen Kickers Offenbach; Bayern München — Turbine Erfurt (So). I. Südbadische Amateurliga: ASV Freiburg — Rastatt; 1844 Freiborg — st. Georgen; Kuppenheim — Acbern; Schopfheim — Lahr; Weil — Kehl; Rheinfelden — villingen; Konstanz ge a en Gutach; stockach — Baden-Baden; Offenburg gegen Lörrach. II. Amateurliga, Gruppe I: Bühlertal — Bühl; K&ppelrodeck — Mörsch; Ober- ackern — Ettenheim; Oberkirch — Bietigheim; Homberg —- Wolf ach; Orschweier — Muggensturm; Haslach — Gengenbach; Oetigheim — Ottenau. II» Amateurliga, Gruppe II: Denzlingen — FFC Ib; Emmendingen — Fahrnau; Blau-Weiß Freiburg — Wyhlen; Spfr. Freiburg gegen Waldshut; Waldkirch — Heitersheim; K ergingen gegen Stetten; Maulburg — Neuenburg. Handball — Landesklasse Südbaden; Lahlr — Niederbühl; Schutterwald — Hofweier; Schuttern — Durmersheim. Marathon-Länderkampf in Wetzlar Der erste Länderkampf der Marathon-Läufer ln der Leichtathletikgeschichte geht am Sonntag in Wetzlar mit Mannschaften aus Holland. Jugoslawien, der Schweiz und Deutschland vonstatten. Der schwedische Leichtathletikverband hat seine Beteiligung wegen Verletzung von zwei Läufern abgesagt, dafür liegt aber eine feste Zusage Jugoslawiens beim deutschen Leichtathietikverband vor. Eine Prognose über den Ausgang des Kampfes ist kaum möglich, da Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Der DLV bringt zwei Mannschaften an den Start. Folgende Namen wurden von den einzelnen Verbänden gemeldet: Schweiz: Frischknecht, Morgen- thaler, Suoer, Knecht. Holland: Overdyk, van der Zande, Moons, van Ryn. Deutschland A: Hogrefe, Kuderski, Legge, von Hanu-Krüger. Deutschland B: Pfarr, Engelhardt, Wange, Vollbach. Jugoslawiens T äufer wurden noch nicht benannt. Veuts M i uu U ti a*u l i a U -Uf, m Aatau Mit starker Mannschaft in die Schweiz Es wäre verfehlt, die Schweizer Handball-Nationalmannschaft, die am kommenden Sonntag in Aarau unser Gegner ist, gering einzuschätzen. Zwar haben die Eidgenossen ln fünf Länderspielen mit Deutschland bisher nie gewinnen können und nur ein. Torverhältnis von 25:84 erreicht, aber am Können der Deutschen und OesterreiCher sind sie doch stetig emporgewachsen. Dies zeigen auch die Ergebnisse der diesjährigen schweizerischen Länderspiele deutlich auf: gegen Portugal wurde in Lissabon 10:7 gewonnen, gegen Spanien in Madrid 8:2 und die Schweizer B-Elf schlug Luxemburg 21:6. Mittelstürmer Bertschinger war dabei der wurfkräftigste Stürmer. Der Internationale Handballverband hat den Leistungsfortschritt der Schweizer dadurch anerkannt, daß er ihnen für 1952 die Durchführung der 3. Weltmeisterschaften übertrug. — Man versteht es, daß der DHB gegen diesen Gegner nach seinem kürzlichen 16:8-Sieg gegen Schweden eine hervorragende Mannschaft aufbietet, um in der Handball- und Pferdesport-Hochburg Aarau Wirklich erstklassigen Handball bieten zu können. Die deutsche Aufstellung lautet: Heesch (Polizei Kiel); Rivers (THW Kiel), Isberg (Polizei Hamburg); Weist (Polizei Hamburg), Vick (Polizei Hamburg), Podoiske (THW Kiel); Wanke (Polizei Hamburg), Käsler (Berliner SV), B. Kempa (FA Göppingen), Dahllnger (THW Kiel). Schädlich (Hamborn 07). Feditländerkampf gegen Italien Die Stärksten sind gerade gut genug, um nach jahrelanger Pause wieder von ihnen lernen zu können, so dachte sich der Deutsche Fechter-Bund, als er die Einladung für den 22. September zu den Länderkämpfen , -m,---- Tanz im Leipziger „Kreml" Wer als Fremder während der Messezeit in Leipzig einen Taxfchauffeur fragt: „Wo ist hier abends was los?“, der wird in neun von zehn Fällen die Antwort bekommen: „Im Kreml!“ Die Auskunft des Autokapitäns ist — wie sich bald herausstellt — Spaß und Ernst zugleich: er meint das von der sowjetischen „Intourist GmbH “ im Leipziger Zentrum in der Elsterstraße 22—24 eingerichtete Hotel und Restaurant „Haus Antifa“. Das vor einigen Wochen — nach der „Rückgabe an deutsche Stellen“ — von der staatlichen „Handelsorganisation“ (HO) der Sowjetzone übernommene Etablissement leitet seinen Namen von dem sowjetischen politischen Modewort „Antifaschist“ her. Die Leipziger Bevölkerung wußte die in Stil und Bezeichnung fremdartige sowjetische Schöpfung in keine der landesüblichen Gaststätten-Kategorien einzuordnen. So entschloß man sich, das „neue Kind“ im internen Sprachgebrauch einfach heim Vaternamen: „Der Kreml“ zu nennen. Kreml im Hitlerstil Leipzigs „Kreml“ steckt voller Merkwürdigkeiten. Von Hitlers Chefbaumeister Albert Speer1936 als große Kegelbahn erbaut, erinnern Fassade und Innenräume des Hauses — trotz Umbau durch sowjetische Architekten — noch immer an Hitlers Reichskanzlei. Lediglich drei sowjetische Neuerungen fallen auf: die rosa und blaufarbenen Lichtreklamen mit dem jetzigen Namen an der Außenwand, die im russischen Geschmack mit vielen Falten und Rüschen gearbeiteten Fenstergardinen und ein verschwenderischer Aufwand an Teppichen. Kaviar auf Eis für 11,50 Der Besucher des „Hauses Antifa“ wird — angepaßt an „kapitalistische“ Formen — vom Geschäftsführer im Gesellschaftsanzug oder einem Ober im Frack empfangen. Während er vergeblich an den Wänden nach den „landesüblichen“ Stalinbildern und Propaganda- transparenten sucht, findet er die in Leder gebundene vierseitige „Speisen- und Getränkekarte“ des Hauses. Sie beginnt — völlig un- proiptarisch — unter „Vorspeisen“ mit „Original-Kaviar auf Eis mit Butter und Brot" für M 11,50. „Kalbssteak mit Ei“ kostet M 9,80, eine Flasche sowjetischer Weißwein M 27,20. Der billigste deutsche Weißwein, ein 1950er „Herxheimer Felsenberg“ zu M 11,20, ist gestrichen Boogie-Woogie und strenge Sitten Inzwischen erklingt aus dem Tanzsaal ein amerikanischer „Boogie-Woogie“. Aber der Versuch, rasch einen Blick in den Saal zu werfen, scheitert an den aus der sowjetischen Zeit übernommenen strengen Sitten. „Im Mantel darf niemand in den Saal — das gehört sich nicht“, bedeutet ein Türhüter. Später, ohne Mantel, stellt man fest, daß die „strengen Sitten“ sich offenbar nur auf ein Zuviel an Kleidung beziehen: an den meisten Tischen sitzen die Herren mit aufgerollten Hemdsärmeln und offenen Kragen, Jacket und Krawatte hinter sich auf der Stuhllehne. Ein soeben vom Kellner im Frack auf einem Tisch gelandeter Sektkühler wird im nächsten Augenblick von seinem Besteller zur Kühlung von Händen und Armen benützt Die um den Flaschenhals gewundene Serviette nimmt er anschließend als Handtuch. „Es ist heiß — die Entlüftungsmaschine ist kaputt“ sagt der Geschäftsführer lächelnd mit einem Achselzucken. Das Bühnenschau-Orchester intoniert: „Ich hab so Heimweh nach dem Kurfürstendamm“, und die Mehrzahl der vorwiegend aus der Sowjetzone stammenden Anwesenden singt den Kehrreim des Westberliner Schlagers laut mit. Zweiklassen -Sitzpflicht Das „Haus Antifa“, während der Messe ein Stelldichein für Deutsche und Ausländer verschiedenster Klassen upd Kategorien, ist sonst Treffpunkt der Offiziere und Beamten _ der sowjetischen Besatzungsmacht mit Familien aus Leipzig und Umgebung. Außerdem zählen zu seinen ständigen Gästen die führenden Funktionäre der Sowjetzonen-Behörden, Organisationen und Parteien sowie die Direktoren der volkseigenen Industrie mit dazugehörigen Damen. Alle Gäste des Hauses werden grundsätzlich in zwei Klassen aufgeteilt: Die einen sitzen in der „Valuta-Abteilung“ und die anderen in der „DM-Abteilung“ (DM - Ostmark). Eine dritte Klasse entsteht von selbst aus allen denjenigen, denen das Geld für den Eintritt zum „Kreml“ (pro Person DM 3,—) und für den „Original Kaviar“ fehlt. „Fanta“ für „Kleinen Mann“ Für den „Kleinen Mann auf der Straße“ — außerhalb des „Hauses Antifa“ — wurde zur Herbstmesse „Fanta“ geschaffen. Es ist eine Brauselimonade, die in Farbe und Flaschenform eine Nachahmung des amerikanischen „Coca-Cola“ darstellt Die Imitation geht soweit, daß als Herstellerfirma auf dem Etikett eine „Coca-Cola“ GmbH, zeichnet. Nur auf den Geschmack, bezieht sich die Nachahmung offenbar nicht Aber das ist schließlich kaum nötig, denn angebrochene Flaschen werden hier — wie überall — nicht zurückgenommen (dpa) Rommels Stabschef dem Ansturm der zweiten Front in Europa standzuhalten hatte. An der Schwelle dieses Gebäudes hört das bukolische Bonn auf. In dieser strengen Umgebung arbeiten einige der schärfsten militärischen Geister Europas. Da ist zum Beispiel Herrn Blanks rechte Hand, der die Publizität vorerst noch scheut und deshalb als „Oberst Blank“ vorgestellt werden muß. Und außer ihm traf ich bei meinem Besuch noch „Major Blank“ an, der sein Englisch von einer Gouvernante aus South Kensington gelernt hat. „Sie werden verstehen“, sagte de? Oberst, „daß wir hier einfach nur Techniker sind. Wenn die Politiker auf einen Knopf drücken, ziehen wir jeden Plan hervor, der gebraucht wird. Die Initiative aber liegt bei ihnen.“ Oberst Blank betonte, daß erst drei Stadien überwunden sein müßten, ehe Bonn das leisten könne, was man delikaterweise als „Verteidigungsbeitrag“ für den Westen bezeichnet: 1. Die Alliierten werden Westdeutschland einen „Sicherheitsvertrag“ anbieten, durch den es praktisch seine Souveränität wieder erlangt. Danach werden die hiesigen Alliierten Hohen Kommissionen in Botschaften umgewandelt, Die alliierten Truppen bleiben nicht mehr als „Besatzung“ in Deutschland, sondern um es zu verteidigen 2. Die Alliierten müssen sich untereinander über eine Einladung Bonns zur Wiederbewaffnung einigen. 3. Das Bonner Parlament muß dazu veranlaßt werden, daß es eine Armee aufstellt, die sich unter der Bedingung der Gleichheit dann den Alliierten anschließen würde. Nach Erledigung dieser Etappen bis zum 1. Januar werden Herrn Blanks Männer im Hintergrund auch imstande sein, innerhalb von 18 Monaten eine höchst/moderne Streitmacht von zwölf Divisionen mit eigenen Panzern, Flugzeugen' und Küstenfahrzeugen auf die Beine zu stellen. Im Notfall könnte eine weniger erstklassige Truppe sogar noch schneller gemustert werden Nun aber zu den Kosten des Unternehmens. Die Kosten der Aufstellung von zwölf Divisionen werden auf 24 Milliarden Mark ge schätzt. Später sind dann die Unterhaltskosten zu bestreiten. „Angenommen, der Bundestag stimmt zu“ — bei diesen Worten machte Oberst Blank eine demokratische Handbewegung gegen das Fenster und das gegenüber- Die letzten Vorbereitungen xum Oktoberfext werden letzt in fieberhafter Eile getroffen. Obwohl die Besitzer der großen Bierhallen durch den vor einigen Wochen über die Theresienwiese fegenden Sturm stark geschädigt wurden und zum Teil ihre Hallen von Grund auf neu aufbauen mußten, wird der Eröffnungstermin am 22. September eingehalten werden können. liegende Parlamentsgebäude — „wer wird die Sache dann bezahlen?“ Major Blank fiel schnell ein: „Deutschland hat kein Geld. Englands Einkommenbesteuerung hat ihre Grenze erreicht. Ich glaube nicht, daß die Franzosen zahlen werden, und es sieht nicht so aus“ — wir alle genossen lächelnd diesen Scherz —, „als ob die Russen uns helfen würden.“ Alles in allem scheint es also so, als ob Amerika, das sich mit so atemberaubendem Tempo für die Mobilisierung der deutschen Wehrkraft eingesetzt hat. auch die Rechnung wird bezahlen müssen. „Das ist aber noch nicht alles“, sagte der Major sanft „Da ist noch die Ehre des deutschen Soldaten.“ „Die Ehre des deutschen Soldaten muß wieder hergestellt werden“, ergänzte Oberst Blank. „Man macht uns — und zwar selbst von seiten unserer Freunde — den Vorwurf, daß wir dieser Regierung zu einer Zeit dienen,-da Hunderte unserer Kameraden noch in alliierten Gefängnissen sitzen. Das ist tatsächlich schändlich und kann so nicht weitergehen.“ „Deutsche Offiziere wurden in der Hitze des Zornes wegen Verbrechen gegen die Russen verurteilt“, sagte Major Blank jetzt. „Seither haben die Engländer in Malaie — ebenso wie die Franzosen in Indochina und die Amerikaner in Korea — entdeckt, daß man die Kommunisten nicht mit Samthandschuhen bekämpfen kann Warum geben Sie Ihren Irrtum nicht zu? Denken Sie bitte nicht, daß wir nur im Namen derjenigen sprechen, die Sie als Offizierskaste bezeichnen. Wir bringen ebenso die bitteren Ressentiments jener einfachen, anständigen und durchaus nicht immer übermäßig aufgeklärten Männer zum Ausdruck, die das Rückgrat unserer ebenso wie Ihrer Armee sind.“ Mit anderen Worten: Solange nicht etwas geschieht, werden die alliierten Rekrutierungssergeanten vergeblich anklopfen. Bis jetzt hat der Bundeskanzler die Unterstützung der Forderung auf Freilassung der Kriegsverbrecher abgelehnt. Den alliierten Diplomaten wurde bereits mitgeteilt, daß Adenauer diese Frage jetzt offiziell bei seinem Londoner Besuch im kommenden Monat anschneiden werde. Mittlerweile ist die Entwicklung in Bonn nicht sehr einheitlich. Außer der inneren deutschen Opposition haben die Franzosen in Bad Godesberg darauf hingewiesen, daß auch die Russen einen hervorragenden deutschen Generalstab mit 50 000 Mann Elite-Truppen und 250 000 bewaffneten Polizisten besitzen. Darauf können die Briten und Amerikaner antworten, daß ein künftiger Krieg derart umfassende Hilfsmittel benötigen würde, daß keine einzelne Nation von 45 oder 60 Millionen Menschen ihn allein führen könnte. Deshalb sei — so sagen sie — von einem wiederbewaffneten Deutschland nichts zu befürchten. Es sieht doch so aus, als ob wir die Deutschen gebrauchten — und diese Notwendigkeit drückt sich auch im Preis aus. Denn obwohl alle Herren „Blank“ bei meiner Bemerkung, daß ohne die russische Drohung niemand daran denken würde die Deutschen zur Bewaffnung aufzufordern, verständnisvoll lachten, bleibt eine Wahrheit bestehen: Zum erstenmal in ihrer Geschichte befinden sich die Deutschen in einer Lage, in der ihnen Kanonen und Butter förmlich aufgedrängt werden. Und angesichts ihrer militärischen Erfahrungen hätte die Ernennung eines Deutschen zum Kommandeur des Europa-Heeres Sinn und Verstand! P. S.: Ich habe soeben von Jakob Kaiser, Adenauers Minister für gesamtdeutsche Fragen, gehört, daß der Kanzler seinen Besuch in London vor allem für die Herstellung einer Vertrauensgrundlage für lebenswichtig halte. Da ich in Bonn bisher noch kein Ministerium für gesamtdeutsche Antworten gefunden habe, werden wir mit der Erledigung dieser Frage bis zum Oktober warten müssen. (NP) Samstag. 22 September 1951 Schlesier an der Isar k-> „Weißt Du noch?" — 200000 feierten schmerzlich-frohes Wiedersehen Den Münchnern hattet seit je der Ruf an, Masseninvasionen von jenseits der Mainlinie mit einer gewissen Skepsis gegenüberzustehen Sollte diese Animosität den „Preißen“ gegenüber plötzlich einer Welle der Sympathie gewichen sein? Fast hat es den Anschein. Das Weiß-Blau der bayrischen Farben blieb in diesen Tagen auf den makellosen Himmel beschränkt, der sich in frühherbstlicher Klarheit über der Isarmetropole wölbt. In .er Stadt selbst beherrschte das schlesische Weiß- Gelb- die Stunde. Nicht nur auf den Plakaten der neuen Zigarette „Schlesierland“, deren Ankündigung von allen Litfaßsäulen prangt. Selbst das „Hof- bräuhaus“, diese geheiligte Stätte bajuwari- ri scher Tradition, hat ihren Tribut ah die 200 000 entrichten müssen, die im Zeichen des Bundestreffens der Schlesier in die Isarmetropole geströmt sind. Aus allen Gauen Westdeutschlands sind sie zusammengekommen, aus Uebersee, selbst unter größten Schwierigkeiten durch ein Loch im Eisernen Vorhang. Selbst für eine Stadt wie München, die in den Hauptmonaten des Fremdenverkehrs an die Bewältigung eines beträchtlichen Fremdenstroms gewöhnt ist. bedeutet dieser stoßweise einsetzende Massenansturm ein nur schwer zu lösendes Problem. Es ist bewältigt worden. Volksschulen hatten sich in Massenhaften an die 2000 Feldbetten zur Verfügung gestellt, auf denen Ruhebedürftige ihr Haupt betten konnten. Aber sie blieben zum Teil leer. So hoch schlugen die Wogen der Wiedersehensfreude! Wer denkt noch ans Schlafengehen, wenn sich alte Freunde, Nachbarn aus der alten Heimat, die das harte Schicksal des deutschen Landes an der Oder auseinanderriß, hier plötzlich wiedertreffen? Wenn es mit einem *„Weißt Du noch ...? ans Erzählen geht? Was selbst ein Oktoberfest nicht vermochte — vor der Festesfreude der 200 000 kapitulierte Münchens gestrenger Stadtrat und hob für ungefähr 60 Gaststätten, Treffpunkte der einzelnen Kreise, die nächtliche Sperrstunde auf. Verzichtete — o Wunder! — die Münchner Straßenbahn nicht nur auf die nächtliche Einstellung des Fährbetriebes, sondern auch zugunsten der plakettengeschmückten Gäste auf den doppelten Nachttarif. Münchner Bier und schlesische Kroatzbe re und Stonsddrfer (die selbst amtierenden bayerischen Ministem trefflich mundeten) haben zusammengefunden. Da konnte auch die hochwohllöbliche Polizei nicht anders, als beide Augen zuzudrücken, als in früher Morgenstunde eine sangesfrohe Gruppe gegen alle Verkehrsregeln über den wimmelnden Stachus pilgerte. In der Rechten ein echtes „Bunz- lauer Tippl“ schwingend, erstanden in der nahen „Leistungsschau des Schlesischen Handwerks“ als liebe Erinnerung und willkommene Bereicherung der neuen Küche. Im Wirbel,der nahezu hundert Veranstaltungen — darunter Tagungen der einzelnen Berufsverbände, Kunstausstellungen schlesischer Künstler, sportliche Wettkämpfe in denen der Schlesier Herbert Klern als Breslauer Kind die erste Rolle spielte — geriet die politische Bedeutung des Treffens in Gefahr, in den Hintergrund zu treten. Das änderte sich mit einem Schlage als in machtvoller Kundgebung auf dem Königsplatz die Hunderttausend an das deutsche Gewissen und die Welt appellierten. Es war ein Appell an die Trägheit der Herzen Schlesien, das ur- deutsche Land nicht zu vergessen, das auch heute noch nicht aufgehört hat, Bestandteil Deutschlands zu sein. Die Welt wird diesen Aufschrei nicht überhören können. OPK MW . MM Nach einem Aquarell von A. Wiedener Heimatliebe und „aktive Ostpolitik" quartiere verwandelt. Neben- den bereits überfüllten Hotels, die teilweise bereits seit Wochen ausverkauft sind, hatten amerikanische Ein- Die ältesten Teilnehmer Die ältesten Teilnehmer waren Otto P a d r o c k (links), der im nächsten Jahr sein 100. Lebensjahr vollendet. Herzlich begrüßte ihn sein 80jäh- riger Freund Hermann Dobelmann, der ebenlaalls aus Breslau stammt. Ueber 19 Stunden Ist Otto Padrock fast ununterbrochen im Auto gesessen, um noch rechtzeitig von seinem Altersheim in Oldenburg mit tränenfeuchten Augen nach München zum Treffen der Schlesier zu kommen. Mit seinen fast hundert Jahren ist „Opa“ Padrock der älteste Schlesier in der Bundesrepublik, der 1945 — im Alter von 93 Jahren — seine Heimatstadt Breslau verlassen mußte. Im Vorjahr in Köln war er auch schon dabei, und nächstes Jahr möchte er zum dritten Bundestreffen auch noch zu Hinrick Kopf nach Hannover kommen. Opa Padrock ist so recht ein Symbol des Zusammengehörigkeitsgefühls und der Heimatliebe äer Schlesier, von denen insgesamt 200 000 — das sind 50 000 mehr, als 1950 — dem Ruf nach München gefolgt waren, um zu zeigen, „daß wir Schlesier auch noch da sind“. — Ja, darum drehte es sich eigentlich; die Schlesier sind noch da und finden wieder zueinander. In den vielen Bierzelten und Gastwirtschaften. die für ein paar Tage zu Heimatkreistrefflokalen geworden sind, herrschte Tag und Nacht Hochbetrieb. Das war ja auch — allen gegenteiligen Bestrebungen und Beteuerungen der politischen Matadoren der Zusammenkunft zum Trotz — für die meisten Breslauer, Kattowitzer, Gleiwitzer oder Altenburger der Beweggrund, nach München zu kommen: Um alte Bekannte wiederzusehen oder wiederzufinden, um wieder mit Menschen zusammen zu kommen, die einmal irgendwo in der Nähe von einem gelebt hatten, um Erinnerungen an die schlesische Heimat auszutauschen und wieder einmal auf eckt schlesische Art fröhlich und gemütlich zu sein. ' Demgegenüber war das Interesse für die sogenannte „aktive Ostpolitik“, für die sich in besonderem Maße — weit mehr als in Köln — die politische Prominenz einsetzte, ver- Läusepelz und Pflaumenpappe Dank Ihrer guten Geschichtskenntnisse werden Sie den Achillesfelsen natürlich mit Troja in Verbindung bringen, ohne dabei hoffentlich — feisen mit — ferse zu verwechseln. — Doch weit gefehlt: Der Achillesfelsen liegt dicht beim Radiumbad Landeck, und Troja liegt — überhaupt nicht, sondern die Trcja fließt in Oberschlesien. Ja, so kann es einem mit Ortsnamen gehen, und Sie werden am Schlangensee in der Breslauer Umgebung ebenso vergeblick nach Schlangen suchen wie im Jungfemstübchen nach — einem Stübchen. Immerhin war diese kiefembestandene Sandsteingruppe im Naturschutzgebiet der Löwenberger Schweiz ein beliebtes Spaziergängerziel. Haben sich die Rehe in Rehdanzgraben müde getanzt, so stärken sie sich in der Reh- bocksckänke. Was macht es schon bei ihren langen hohen Sprüngen, wenn sie dazu vom Hochmoorgebiet der Reinerzer Seefelder zum Hochwald bei Bad Salzbrunn wechseln müssen. Der Schweinsrücken müßte eigentlich am besten auf dem Brantweinstein schmecken aber von Bad Kudowa bis Bad Fl insberg ist es selbst für einen guten Schluck doch etwas za wett. Uebrigens ist der Brantweinstein genau 999 m hoch. Man merke sich das, um nicht wegen eines Meters zum Lügner zu werden! Haben Sie einen Zips auf süßen Quark? Bitte sehr: Wandern Sie von der Kolonie Zips im Fürstensteiner Grund zur Zuckerschale bei Niederschreiberhau — aber Vorsicht! — das ist ein Wackelfelsen! — und weiter zu den Quarksteinen beim Reifträger. Die ganz Genäschigen brauchen nur zur Andreasbaude zu pilgern und finden dort — o Schlaraffenland! _gleich einem Quarkberg und einem Zuckerberg beieinander. Zum Umrühren braucht man allerdings einen Quirl; den müssen wir uns bei Schmiedeberg besorgen, aber dann kann das Schmausen losgehen. Zur Verdauung spielen Sie dann mit dem Kreisel auf Rübezahls Kegelbahn zwischen Kirche Wang und Schlingelbaude. Schließlich genügt aber auch die Wanderung allein zum Kreisel. Fast 1100 Meter hoch erhebt er nämlich sein Haupt neben der Deschneyer Großkoppe auf der böhmischen Seite des Adlergebirges. Ein Dorf mit einer zweitürmigen Kirche aus dem 14. Jahrh darf sich mit Recht Stolz nennen. auch wenn es nicht an der oberschlesischen Dreikaiserecke liegt, sondern bei Frankenstein Enten scknabel hieß der lange schmale Zipfel Oberschlesiens zwischen Ostoberschlesien und dem Hultschiner Ländchen. Wie stolz klingt z. B. Freudenschloß! Dabei ist es doch nur eine Burgruine wie — Läusepelz! — Warum hat man nur den ursprünglichen Namen jener Burg bei Reibnitz — „Lausitzer Pfalz“ — so häßlich verstümmelt? — Pappe ist uns Schlesiern ja etwas ganz anderes als dieses prosaische Zeug da aus Papier. Es ist ein süßer, wohlschmeckender Brei. Und nun gar erst Pflaumenpappe! Aber schade, diesmal ist es keine Leckerei, sondern eine sumpfige Waldwiese am Glatzer-Schneeberg! Wo der Steinerne Mann die fast eine Meile lange schnurgerade Waldschneise bewacht — bei Dinsterhöh im Adlergebirge —, da ist die Spätenwalder Ewigkeit. Mögen wir auch in der Hirschberger Statt- lersckluckt dem Weitende, nahe sein, so kann uns das doch wenig schrecken: In einer Stunde nämlich befördert uns ja die Straßenbahn nach Giersdorf ins Himmerlreich. Kurt W811er gleichsweise gering. Trotzdem sah Münchens Königsplatz am Sonhtagnachmittag mit 90 000 Teilnehmern die größte Kundgebung seit Nazis Zeiten. In den Trefflokalen aber waren zu diesen Zeiten dock alle 48 000 Plätze besetzt. Was sich hier ereignete, war für die schlesischen Besucher wichtiger. Die Eingänge der Lokale waren von Zetteln vollbeklebt, auf Kommt zum Landestretfen der Sudetendeut^chen in Ottenburg am 29. and 30. September 1951 im Rahmen der Ortenauer Herbstmesse denen stand, daß ehemalige Kollegen, ein paar Luftwaffenhelferinnen aus Gleiwitz öder gar Schulkameraden von der Volksschule Kanonenhof in Breslau gesucht wurden. „Wer kann Auskunft über meine Schwester geben?“ steht hier, während dort ein verzweifelter Sohn fragt: „Wer kann mir Nachricht von meinem Vater geben?“ Eine freundliche Beuthenerin richtet „an alle Schlesier herzliche Grüße“, während z. B. Erich Rudzinski aus Breslau seine neue Polstermöbelwerkstätte im Westen anpreist. -tz Dr. Rinke wieder Vorsitzender der Schlesischen Landsmannschaft Die Delegierten Jer Schlesischen Landsmannschaft wählten auf dem Bundestreffen der Schlesier in München erneut Dr. Walter Rinke zum ersten Vorsitzenden. Seine Stellvertreter sind Präsident Dr. Menzel (München) und Rechtsanwalt Himmel (Düsseldorf), der zugleich geschäftsführender Vorsitzender ist. Die Delegierten erklärten sich damit einverstanden, daß .die Landsmannschaft Schlesien dem noch zu bildenden „Bund vertriebener Deut» scher* * 2 * 4 * * * * * 10 auf Bundesebene beitritt. Sie erwarten jedoch. daß die Auto, omie der Landsmannschaft auf 1 imat- und kulturpolitischem Gebiet in vollem Umfang gewahrt wird. Deutsche Münzen gefunden (pff) Bei Ausschachtungsarbeiten in der Marlenburg wurden 2000 Münzen aus der Ordensritterzelt efunden, die sich in einer Urne aus dem IS. Jahrhundert befanden. Die Ausschachtungsarbeiten wurden im. Rahmen der Instandsetzungsarbeiten vorgenommen. die das Ziel haben, die Marienburg als „polnisches Nationalmuseum** auszugestalten. Dort soller. vor allem dann Kriegstrophäen ausgestellt werden. Sudetendeutsche lehnen Sender „Freies Europa“ ab (pff) Gegen die Personalpolitik des Senders „Freies Europa“, der vorwiegend Sendungen in die Tschechoslowakei aasstrahlen soll, wandte sich auch die sudetendeutsche Landsmannschaft des Kreises Wolfhagen. Sio beanstandete, daß an dem Sender Tschechen verantwortlich mitarbeiteten, die bei der Ausweisung der Sudetendeutschen ' große Schuld auf sich geladen hätten. Aus diesem Grunde lehnten alle Sudetendeutschen diesen Sender entschieden ab. Uos du Heütifofu wissen muß Vademecum für den Kanada-Auswanderer 1) Kanada ist ein unabhängiges Mitglied des britischen „Commonwealth of Nations“, das seine innen- und außenpolitischen Angelegenheiten selbständig regelt. 2) Ein Drittel der Fläche Kanadas ist Wald. Die Nutzforste bedecken eine Fläche, die viermal so groß ist wie Frankreich. Die Hälfte des Landes liegt ständig unter Eis. ty* In Kanada gibt es über 200 000 Traktoren. Der Landwirt gilt hier nicht als schollentreuer Bauer, sondern als kaufmännisch denkender Unternehmer. 4) Noch ist die Hälfte des nutzbaren Bodens nicht bebaut; eine mittlere Farm umfaßt zwischen 80 und 200 Hektar. 5) Vom Westen Kanadas am Pazifischen Ozean bis in den Osten am Atlantik ist es so weit, wie von Bern nach Moskau. Das Land ist ln sechs Zeitzonen eingeteilt. «> In den Prärieprovinzen Manitoba, Saskatsche- wan und Alberta im Lande&innem sinkt das Thermometer im Winter bis — 60 Grad Celsius. 7) 48 Prozent der Einwohner sind Protestanten, 48 Prozent Katholiken, und der Rest verteilt sich auf verschiedene Konfessionen. Von hundert Personen sind 98 europäischer Abstammung. 8) Englisch und Französisch sind die beiden offiziellen Landessprachen. 1941 sprachen 7,7 Millionen nur englisch, 2,2 Millionen französisch, und 1,5 Millionen "Kanadier beherrschten beide Sprachen. 9) In Kanada wird Uran, Eisenerz, Gold, Silber, Kupfer, Asbest und Erdöl gewonnen. 80 Prozent des Weltbedarfs an Nickel und Zeitungspapier deckt die kanadische Wirtschaft. 10) Die Einwanderung nach Kanada soll in diesem Jahr eine Quote von 150 000 erreichen. Besonders gesucht sind gelernte Arbeiter für dan Maschinenbau und geschulte landwirtschaftliche Arbeitskräfte. 11) Mit der Einwanderungsauslese befasen sich vor allem die beiden großen kanadischen Bahngesellschaften, die Canadian Pacific Railway Company (CPR) und die Canadian National Railway Company (CNR), die ihre eigenen Vertreter in Europa haben. v 12) Die kanadische Regierung gewährt Einwanderern finanzielle Vorschüsse für Reisekosten, sofern sie der Kategorie der Mangelberufe angehören. Mindestens 50 Dollar hat der Auswanderer selbst zu bezahlen. Die Stellenvermittlung in Kanada ist kostenlos. E. A. S. Orten der Sowjetzonen-Rv.pubUk, *. B. im Sächsischen Landeshauptarchiv in Dresden, Archivstr . im Standesamt 1 Berlin C, Strählauer Straße 31—32, sowie in Lubmin ^ei Greifswald befinden sich Standesamtsregister aus Pommern Ost- und Westpreußen. Vertriebenenproblem im Film (MID) „Zeit im Film“ bringt demnächst Kurzfilm „Flüchtlinge, eine Frage unserer Zeit" heraus, der in erster Linie das Verständnis der einheimischen Bevölkerung für das Vertriebenenproblem ' /ecken soll. Der photographisch und technisch ausgezeichnet gestaltete Film, der in den Filmateliers von Geiselgasteig hergestellt wurde, hat als Grundthema die eigene Initiative der Heimatvertriebenen bei dem Aufbau ihrer Existenz. Es wird darin zum Ausdruck gebracht, daß die Vertriebenen nicht als Belastung für die Einheimischen gekommen seien, sondern daß sie heute bereits einen wertvollen Faktor in der Wirtschaft darstellen. . Zeit im Film“ plant einen weiteren Kurzfilm, der in erster nie als Dokumentarfilm gedacht ist und tlld Phasen der Eingliederung aufzeigen soll. Die Vorarbeiten zu diesem Film sind bereits aufgenommen worden. Weitere Kurzfilme sind in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Angelegenheiten der 'leimatvertriebenen in München und dem. Bundea- vertriebenenminlsterlum ln Bonn geplant 2 »C 000 Dollar für deutsche Flücbtlingskinder Für heimatvertriebene Kinder in der Bundesrepublik stellte der internationale Kinderhilfsfond der Vereinten Nationen 250 000 Dollar zum Ankauf voi. Textilien, Lederwaren und Lebertran zur Verfügung. Durch die Verarbeitung der Rohstoffe soll zugleich die Arbeitslosigkeit unter den Helmatvertriebenen gemildert werden Freiplätze für Lehrjungen (pff) Die Norwegische Europahilfe hat vorerst für 10 deutsche Vertriebenen jungen aus dem bayrischen Wald Freiplätze in einer Malerfachschule in Lahr gestiftet und will noch zehn weitere Freiplätze in der gleichen Fachschule für Jugendliche aus den Kreisen der heimatlosen Ausländer zur Verfügung stellen Beschaffung von Personenstandsurkunden aus den Ostgebieten (MID) Auswanderer, die aus den gegenwärtig von Polen besetzten deutschen Ostgebieten geflohen sind bzw. ausgewiesen wurden und keine Urkunden zur Verfügung haben, werden auf die Möglichkeit der Beschaffung von standesamtlichen und kirchlichen Urkunden durch folgende Stellen hingewiesen: Standesamtsregister aus Pommern, Westpreußen und anderen ostdeutschen Gebieten liegen beim Hauptstandesamt in Hamburg 1, Johanniswall 4. auf. Ein weiterer Teil der Register und Kirchenbücher befindet sich im Hauptarchiv Berlin-Dahlem; Archivstraße 12—14» das die Arbeit des früheren preußischen Staatsarchivs fortsetzt. Auch ln verschiedenen Diakonissenmutterhaus Frankenstein muß wieder umziehen Das Diakonissenmutterhaus Frankenstein, das im Jahre 1945 seine schlesische Heimat verlassen mußte und seit Mai 1946 auf dem Reinhardshof bei Wertheim, einem ehemaligen Fliegerhorst, eine neue Heimat gefunden hatte, muß nun zum zweiten Male den Heimatverlust erleiden Zusammen mit insgesamt 1600 Flüchtlingen, die dort angesiedelt worden waren, muß es den Reinhardshof räumen, nachdem das Gelände wieder militärischen Zwecken zugeführt wird. Eine neue Unterkunft soll es unten am Main in Wertheim am Ausgang nach Würzburg finden, wo nach dem Beschluß des Verwaltungsrats ein neues Mutterhaus mit Altersheim für die ausgedienten Schwestern errichtet werden soll. Samstag. 22. September 4951 ZEITGESCHEHEN 9e. iottUack Uotte Aa^st Unser Stuttgarter Mitarbeiter Dr. P. teilt uns mit: Am 26. August hat in Stuttgart einem behördlichen Verbot zum Trotz eine Versammlung der SRP (Remer-Partei) stattgefunden, die von der Polizei aufgelöst wurde. Alle Beteiligten haben der Polizei anstandslos ihre Personalien angegeben, nur der frühere Kreisleiter und Oberbürgermeister von Offenburg, Dr. Rombach, war dazu nicht bereit. Er wolle seine Personalpapiere nur auf dem Polizeirevier vorzeigen. Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt. Auf der Polizeiwache bat er darum, eine schriftliche Erklärung abgeben zu dürfen. Dazu wurde ihm eine Schreibmaschine zur Verfügung gestellt. Nach seiner schriftlichen Erklärung hat er sich geweigert, seinen Namen anzugeben, weil er befürchtet habe, nunmehr überwacht zu werden. Dazu habe er aber keine Lust, weil er schon 44 Monate im KZ gewesen sei (er meint natürlich' die Intemie- rungshaft nach dem Kriege). Von einem Verbot der Versammlung sei ihm nichts bekannt gewesen. Auch sei er nicht Mitglied der SRP. Da die Remer-Anhänger — wahrscheinlich wegen des Verbotes — mehrere Parallel-Ver- sammlungen abhielten, die alle von der Polizei aufgelöst werden mußten, dauerte es eine Weile, bis man sich auf der Wache mit Dr. Rombach beschäftigen konnte. Er befand sich Insgesamt 65 Minuten auf dem Polizeirevier und wurde dann wieder entlassen. — Der frühere Offenburger Kreisleiter und Oberbürgermeister Dr. Wolfram Rombach war bei einer Remer-Versammlung. Ein Kommentar ist wohl überflüssig. Heute beginnt das Stadtjubiläum Einleitung mit einer Feier der Offenburger Sdiulen — Am Sonntagabend spricht Staatspräsident Wohieb beim Festakt — Offenburg zieht sein Festkleid an Die 850-Jahrfeier der Stadt Offenburg wird heute vormittag mit einer gemeinsamen Feier der Offenburger Schulen um 9 Uhr in der Stadthalle eingeleitet. Denn auch die Jugend, die einmal das Erbe der Stadt antre- ten und weitergeben wird, soll an der Jubiläumsfeier teilnehmen. Oberbürgermeister Heitz wird sie in seiner Ansprache in den Sinn und die Bedeutung des Jubiläums einführen, über dessen geschichtlichen Hintergrund dann Oberstudienrat Dr. Kähni sprechen wird. Die Schulfeier, die unter der Leitung von Studienrat Killius steht, wird außerdem von einem Schulorchester der Städtischen Musikschule, zwei Schülerchören und von Turnerinnen des Turnvereins von 1846 Offenburg gestaltet. Der morgige Sonntag bringt den ersten offiziellen Höhepunkt der Stadtfeier, den Festakt; er beginnt um 20 Uhr in der Stadthalle. Die ganze Bürgerschaft sollte bei ihm vertreten sein. Stellt er doch die eigentliche Feier des 850jährigen Jubiläums dar. Zu seinem Besuch wird kein besonderer Eintrittspreis erhoben. Die Festplakette berechtigt zum Eintritt. Die Begrüßungsansprache hält das Stadtoberhaupt, während Staatspräsident Leo W o h 1 e b die Festrede übernommen hat. Die musikalische Umrahmung besorgt die Stadtkapelle und der Schülerchor des Grimmelshausengymnasiums. Es sollte Ehrensache jedes Offenburger Bürgers sein, dem Festakt beizuwohnen. Am Vormittag findet um 9 Uhr in der evangelischen Stadtkirche und um 10 Uhr in der katholischen Kirche Hl. Kreuz ein Festgottesdienst statt. Bei diesem wird in der HL Kreuz-Kirche die am Vorsonntag aufge „Selbstverständlich Erleichterung" Aber genaue Zahl der durch die Besahungsbauten frei werdenden Wohnungen liegt noch nicht fest - Erklärung der Stadtverwaltung Die Stadtverwaltung teilt uns mit: Nach dem Erscheinen des Artikels „Enttäuschte Hoffnungen“ im „Offenburger Tageblatt“ vom 17. September 1951, über dessen Unterlagen die Stadtverwaltung nicht unterrichtet war, hatte der Oberbürgermeister eine Unterredung mit dem Kreisdelegierten, Präfekt Chulliat, ijber die allgemeine Wohnungslage in Offenburg. Um diese für einen großen Teil der Offenburger Bevölkerung lebenswichtige Frage eindeutig 2 ü klären, wies der Oberbürgermeister 'auf die Tatsache hin, daß der Stadtrat bei der Zurverfügungstellung des Geländes an der Hindenburgstraße und an der Prinz-Eugen- Straße die bestimmte Erwartung schriftlich ausgesprochen habe, daß für die Zahl der zu erstellenden Neubauwohnungen eine annähernd gleiche Zahl von beschlagnahmten Wohnungen freigegeben würde. Man war bisher der Meinung, daß mit etwa 130 Neubauwohnungen gerechnet werden könnte. Die Stadtverwaltung ist jedoch inzwischen offiziell unterrichtet worden, daß in den Neubaublocks auch große Wohnungen eingerichtet würden, so daß sich die Gesamtzahl der Wohnungen auf 100 belaufen würde. Bezugnehmend auf das Gesuch des Stadtrates, wurde schon damals von der Kreisdelegation mitgeteilt, daß „das Erstellen von Neubauten selbstverständlich eine Erleichterung hinsichtlich der beschlagnahmten Wohnungen mit sich bringen würde, genaue Angaben jedoch erst nach Zuweisung dieser Wohnungen gegeben werden könnten“. Der Herr Präfekt hat dem Oberbürgermeister bestätigt, daß er nach wie vor an der, Absicht festhält, nach Bezug der Neubauwohnungen soviel beschlagnahmte Wohnungen als möglich freizugeben, deren genaue Anzahl Im Interesse sehr vieler Arbeiter und sonstiger Personen, die täglich den Weg zur Arbeitsstätte gehen müssen, appellieren wir an das soziale Verständnis der maßgebenden Herren, die mit der Fertigstellung des Kinzigsteges an der neuen Eisenbahnbrücke beauftragt sind, und bitten dieselben, nun endlich einmal Ernst zu machen, damit wir den großen Gefahren der Landstraße entrinnen können. Wenn wir in Betracht ziehen, daß das Offenburger Kinzigstadion in wenigen Tagen aus dem Boden gestampft worden ist, dann kann man ersehen, was mit gutem Willen alles erreicht werden kann. Wie lange dagegen wird schon am Kinzigsteg der Eisenbahnbrücke herumgemacht?! Im Aufträge vieler: FD. jedoch noch nicht angegeben werden könnte. Wenn damit auch nur ein Teil der Hoffnungen derjenigen Bürger erfüllt werden kann, die seit Jahren nun die Beschlagnahme ihrer Wohnungen ertragen müssen, so ist dies ein erheblicher Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustand, daß nämlich Freigaben von beschlagnahmten Wohnungen nur in verschwindend geringen Einzelfällen erfolgen konnten. Stadtrat und Stadtverwaltung werden unablässig bemüht sei», den Neubau von Be- satzungsWohnungen auch in Zukunft mit allen Mitteln zu fördern und werden dafür sich an alle Landes- und Bundesstellen um Hilfe wenden. Es ist zu“ hoffen, daß auch in der kommenden Bausaison eine größere Zahl von Besatzungswohnungen gebaut werden kann. Der Stadtrat und die Stadtverwaltung sind an der Frage um so mehr interessiert, als sie davon überzeugt sind, daß ihre Lösung zu einem weiterhin guten Verhältnis zwischen den französischen Dienststellen und der deutschen Bevölkerung beitragen wird. führte C-dur-Messe von Beethoven wiederholt. Die Bevölkerung wird gebeten, ab morgen für die Dauer von 14 Tagen ihre Häuser zu beflaggen und zu schmücken. Offenburg soll ein Festkleid anlegen, wie es ein solches noch nie in seiner langen Geschichte getragen hat. Vierzehn Tage soll Offenburg im Festschmuck prangen, wie er schöner und würdiger nicht sein könnte. Unter das Weiß-Rot der Stadt soll sich das Gelb-Rot-Gelb Badens und das Schwarz-Rot-Gold der Bundesrepublik mischen und der Stadt ein noch nie gesehenes festliches Gepräge geben, damit jeder Fremde erkennt: Offenburg, die ganze Stadt, feiert ihr 850-jähriges Jubiläum! Seltenes Kunstereignis Ein seltenes Kunstereignis steht den Freunden alter christlicher Kunst am morgigen Sonntagnachmittag bevor. Aus Anlaß der 850- Jahrfeier werden die alten Kunstschätze der katholischen Stadtpfarrkirche Hl. Kreuz in deren Sakristei (Eingang Kirchstraße) nachmittags von 15—18 Uhr zur Besichtigung aufgestellt. Das berühmte Vortragskreuz von Paul Schongauer aus dem Jahre 1515 mit seiner wunderbaren Feinarbeit, die farbenprächtigen gotischen Glasfenster u. a. können in Ruhe aus nächster Nähe betrachtet werden. Stadtpfarrer Hugle kann für die Ermöglichung dieses einmaligen Erlebnisses nur herzlichst gedankt werden. Turmbesteigung in der HI. Kreuzkirche Zu den gleichen Stunden ist die Besteigung des Turmes der Hl. Kreuzkirche möglich. Der Blick auf die Dächer, Höfe und Straßen Alt- Offenburgs und darüber hinaus weit in dag Land der Ortenau wird allen, die diese Turmbesteigung unternehmen werden, ein unvergeßliches Erlebnis sein. Es wird ein kleiner Unkostenbetrag erhoben. 169 Branntweine waren zu prämiieren Sie kommen bei der 15. Ortenauer Herbstmesse zum Ausschank Im Probierstübchen des St Andreas-Hospitals fand gestern die Prämiierung der Branntweine statt, die bei der Ortenauer Herbstmesse zur Ausstellung gelangen. Nicht weniger als 169 Proben waren dazu eingesandt worden. Das waren annähernd 40 Branntweine mehr als im vergangenen Jahr. Aus allen Gegenden warteten die Flaschen mit den bunten verlockenden Etiketten auf die „geeichten“ Prüfer, die sie beurteilen sollten. Es waren sogar noch mehr „Wässerchen“ angemeldet worden. Da sie aber nicht rechtzeitig eingetroffen waren, > könnten sie nicht in Konkurrenz treten. Und diese war äußerst scharf. Die Brenner wissen wieder, daß es auf die Qualität ankommt. Daher waren wirklich. „tipptoppe Sachen“ dabei. Gerade beim Kirsehwasser konnte eine starke Qualitätsverbesserung festgestellt werden. Selbst der 1951er, der frisch gebrannte Schnaps, war sehr gut. Andererseits hat sich aber auch die weit verbreitete Ansicht nicht bestätigt, daß das Kirschwasser nach drei Jahren verblüht sei. Im Gegenteil, es gelangten mitunter exzellente alte Schnäpse zur Prüfung. Auch das letztjährige Kirschwasser, das zuerst etwas herb war, hat sich gut gebaut. Die verschiedenen guten Bodenarten wirken sich aus. Daher hatte es die Kommission nicht leicht, unter insgesamt 92 eingesandten Kirschwasserproben die besten auszuwählen. Was hier vom Kirschwasser gesagt wurde, gilt allgemein auch für die anderen Branntweine Auch bei ihnen war eine Leistungssteigerung unverkennbar. Im einzelnen wurden angeliefert: Zwetschgenwasser 32 Flaschen, Pflaumenwasser 13; Mirabellen 5; Kernobst 7; Weintrester 1; Weinhefe 3; Brombeergeist 5; Himbeergeist 10; Pfirsichgeist 1 Flasche. Die Kommission, die Branntweine aus ganz Baden, sowohl aus der Bodenseegegend als auch aus dem Gebiet von Rastatt und natürlich aus Mittelbaden, zu begutachten hatte, setzte sich aus folgenden Herren zusammen: Karl Erdrich, Oppenau (Vorsitzender): Bürgermeister Müller, Lautenbach; Bürgermeister Kimmig, Ottenhofen; Theodor Huber, Bühlertal; Adolf Weißenbach, Kappelrodeck. Die große Stadtillumination Zum Abschluß findet ein Fackelzug mit großem Sdblußkonzert statt Der übernächste Sonntag, der. 30. September, an dem der historische Festzug veranstaltet wird, wird den Höhepunkt der 850-Jahrfeier und der Ortenauer Herbstmesse bringen. Die Stadt wird die Besucher, die zum „Familienfest der Ortenau“ von überall her zu Zehntausenden herbeiströmen, kaum fassen können. Doch sind die Vorbereitungen so gut und glänzend angelaufen, und hat das Gastwirtsgewerbe so weitgehende Vorsorge ge troffen, daß alle, die kommen, zu ihrer Zufriedenheit und in herzlicher Gastfreundschaft aufgenommen werden können. ktöUget UtHstUau Standkonzert der Stadtkapelle Die Stadtkapelle, unter Leitung von Stadt. Musikdirektor Franz Lehmann gibt am morgigen Sonntagnachmittag von 17—18 Uhr in den Ree-Anlagen ein Standkonzert mit folgendem Programm: 1. Rudelsburg und Saaleck, Mansch von Meißner; 2. Siebenbürgische Ouvertüre von Brückner; 3. Melodienfolge aus „Land des Lächelns“ von Lehar; 4. Vom Rhein zur Donau. Liedermelodienfolge; 5. Intermezzo von Krüger-Hanschmann und 6. Kaiser Friedrich. Marsch von Friedemann. Unsere Leser schreiben: Wann wird der Kinzigsteg fertig? Faist am kommenden Mittwoch und Herbst-Modenscbau Herbst-Modenschau veranstaltet die Donnerstag jeweils 16 und 20 Uhr im „Palmengarten“. Neben bekannten Offenburger Finnen und der Hauskapelle des „Palmengarten“ wirken Fritz Winker, der Meisterparodist am Flügel, und Gertr. Steiner, die bekannte Koloratur-Sopranistin, mit. Es plaudert Fritz Krische. Mit dem Lkw. in die Fremdenlegion Am Donnerstag wurde ein verheirateter Kraftfahrer von auswärts hier festgenommen und in das Landgerichtsgefängnis eingeliefert. Er war am Tage zuvor mit einem Lastkraftwagen seines Arbeitgebers, eines Ferntrans- er seit vier Tagen in Arbeit stand, ausgerückt und hat sich im Lager der Fremdenlegion gemeldet Er konnte noch vor Ausführung seines endgültigen Vorhabens dingfest gemacht, und das seinem Brotherrn entführte Fahrzeug sichergestellt werden. Nachträgliche Umfragen ergaben, daß es sich bei dem Festgenommenen um einen erheblich vorbestraften Menschen handelt, der auch noch von einer anderen Staatsanwaltschaft wegen Einbruchdiebstahls gesucht wird. Aus den Akten der Kriminalpolizei Einem Zivilarbeiter eine» hiesigen Lagers wurden dieser Tage durch Erbrechen eines Schrankes ein Anzug gestohlen, ebenso ein bereits neues Fahrrad im Werte von etwa 250 DM Der Täter konnte auf Grund der eingeleiteten Fahndung am Tag darauf in. Wiesbaden festgenommen werden. Er war noch im Besitze des Fahrrades, während er den Anzug nicht mehr hatte. Das „Offenburger Tageblatt' gratuliert Das 77. Lebensjahr vollendete am 20. September städtischer Aufseher a. D. Andreas Wagner. Jahrelang hat Herr Wagner die städtischen Wiesen und auch die Straßen be- Zum Abschluß dieses festlichen Tages wird eine große Stadtillumination durchgeführt Die Bevölkerung, besonders der Innenstadt, der Hauptstraße, Steinstraße und der daran angrenzenden Straßen und Gäßchen, wird herzlich gebeten, zu dieser großen und einmaligen Stadtillumination, die aus Anlaß der ersten Jahrhundertfeier, die die Stadt überhaupt durchführt, nach Kräften beizutragen. Durch das Europahaus kann alles, was zur Illumination benötigt wird, zu billigem Preis bezogen werden. Die Beleuchtung soll einheitlich mit roten Illuminationslämpchen erfolgen. Damit die Illumination auch wirkungsvoll wird, hat sich die Geschäftswelt bereit erklärt, alle Außenreklame abzuschalten und nur eine gedämpfte, die Wirkung unterstützende Schaufensterbeleuchtung aufrechtzuerhalten. Notwendig ist auch, daß sämtliche Fenster, die zu den illuminierten Straßenfronten führen, kein Licht zeigen. Aus dem Dunkel der Straßen sollen nur die roten Lämpchen einen festlichen Schein verbreiten. Zum Abschluß der Stadtbeleuchtung zieht ein großer Fackelzug, an der Spitze eine starke Kapelle, durch die Straßen der Stadt auf den Rathausplatz. Ein „Großes Schlußkonzert“ wird aufklingen und einen glanzvollen musikalischen Schluß bilden, während auf dem Platz unter dem Aufflammen bengalischer Beleuchtung die alten Gebäude des Rathauses, des Salzhauses und des Landratsamtes in ihrem Festgewand aufleucKten und Kaskaden und Feuerwerkseinlagen Erstaunen und Bewunderung aller Zuschauer erregen werden. Pferde- Ausstellung auf der Herbstmesse Die Pferde auf der Ortenauer Herbstmesse werden im Rahmen der Tierschau die besondere Aufmerksamkeit der Besucher auf sich lenken. Pferde beleben' überall das Ausstellungsbild, und man hat auch für die Ortenauer Herbstmesse der Vorbereitung der Pferdeschau größte Sorgfalt gewidmet. Stuten und Hengste an der Hand, am Wagen oder am Zug- treut Seine Heimat ist Schutterwald. In die -1 kraftmesser sind stets ein Imposantes Bild, sem Jahr hatte der Jubilar eine schwere Ope-1 Entsprechend der vorherrschenden WaAnblutration mitmachen müssen, von der er sich er-1 zucht in der Rheinebene wird diese Zuchtrfch- portuntemehmers in Kaiserslautern, bei dem freulicherweise wieder vollkommen erholt hat. | tung besonders stark und gut vertreten sein. Auch Sie können einen lieblicherenTeint haben wenn Sie Palmolive-Seife regelmässig |y‘ verwenden.Fachärzte bestätigen es. ^ Samstag. 22. September 1951 New Offenburg hat sich gemeldet Der Postmeister dankt Oberbürgermeister Ueitz für die Einladung zur 850-Jahrfeier - Die Frau Postmeister gibt bedeutsame Nadirichten Fesselflugzeug über der Herbstmesse Während der Ortenauer Herbstmesse wird die „Fliegergruppe Offenburg“ bei günstigen Windverhältnissen eine außergewöhnliche Reklame mit ihrem selbstgebauten Fesselflugzeug durchführen. Dieses hat eine Flügelspannweite von 3 Meter und eine Rumpflänge von In unserer Nummer vom 1. 9. 1951 haben wir von der Siedlung New-Offenburg in Ste. Genevieve, County Missouri, USA., berichten können. Oberbürgermeister Heitz hat den Mayor (Bürgermeister) von New Offenburg *u unserer 850-Jahrfeier und Ortenauer Herbstmesse eingeladen und darauf nachstehenden Brief erhalten, »war nicht vom Mayor, wohl aber vom Postmeister in New Offenburg. Der Brief ist englisch und lautet in deutscher Uebersetsung: R. T. MOREK NEW OFFENBURG Missouri (USA) Nevi Ottenburg (Missouri), 11. B. 19S1. An den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Ottenburg Ottenbur g/Baden) CDeutacSüand) Sehr geehrter Herr! Da Ne« Ottenburg (Missouri) eine kleine Stadt ist, haben wir hier keinen. Bürgermeister, und ich, der Postmeister, öffnete die Briefe, die Sie an den Bürgermeister schrieben, weil ich dachte, daß sie wichtig seien, und ich will Urnen Auskunft geben, soviel ich kann. Et werden hier keine amtlichen Archive aufbewahrt, und ich selbst bin kein Einheimischer in der hiesigen Gemeinde, da ich ln St. Louis (Missouri) geboren und dort erzogen wurde; jedoch ist meine Frau, die deutscher Abstammung ist, in New Offenburg gebürtig. Ihr Mädchenname ist Hogenmil- ler (oder HogenntiUler), und die nachstehenden Auskünfte sind ihrem Famllieyiarchiv und Gedächtnis entnommen: „Es gibt viele Hogenmüller ln unserem Staat, auch andere deutsche Familien, wie Brischle, Isenmann, Gegg, Grieshaber, Her man, Karl, Scliwess (Schwelest Red.), Faller, Kllen (Klein? Red.) und viele andere. Soweit ich mich erinnern kann, kamen die Familien Gegg und Isenmann mehrere Jahre vor meinem Ur-Großvater. Andreas Hogenmüller, herüber. Von meinem Großvater Joseph Hogenmüller kann ich, da ich schon 14 Jahre alt war, als er starb, mir noch ins Gedächtnis zurückruf an, daß er von Deutschalnd sprach und dabei erwähnte, daß er nach Schutterwald und anderen Ortschaften ging. Er wurde am 20. April 1*18 ln Baden (Deutschland) geboren, und kam im Jahre 1834 mit seinen Eltern und fünf Geschwistern nach Amerika. Die Familie ließ sich zuerst im Staate New Jersey nieder, wo Joseph, der älteste Sohn, Arbeit in einer" Schriftschneiderei fand. Ais jedoch im Jahre 1837 die Mutter starb, sehnten sie sich nach einer Wiedervereinigung mit ihren Landsleuten, die inzwischen Heimstätten in Ste Geneviäve, County Missouri, gegründet hatten. Hier erwarben sie eine Heimstätte, und heute noch gehört die Farm der Familie Hogenmüller. Joseph blieb auf der Farm bis zu seinem Tode im Alter von 85 Jahren. Einer seiner Brüder, Felix Hogenmüller, unterrichtete über 50 Jahre in einer Schule, die bei der HogenmüUer- Farm erbaut und Hogenmüller-Schule benannt wurde. Die Ueberfahrt der Familie über den Ozean nach Amerika auf einem Segelschiff dauerte damals vierundneunzig Tage. Westlich von New Offenburg liegt eine kleine Stadt, namens Weingarten, Missouri, wo sich die katholische Kirche für diese beiden Gemeinden befindet. Herr Joseph Hogenmüller war eine der führenden Persönlichkeiten bei der Planung und Materiallieferung für die Erbauung dieser Kirche, die im Jahre 1873 vollendet wurde. Vor dieser Zeit mußten ' die Leute nach Zell (Missouri) in die Kirche gehen, und diese Stadt liegt ungefähr sechs Meilen von hier entfernt. Ste. Geneviive (Missouri), die Kreisstadt, liegt elf Meilen östlich von New Offenburg, und St. Louis (Missouri) liegt ungefähr fünfundsechzig Meilen nördlich von hier. Sowohl Weingarten als auch New Offenburg und Zell sind Kleinstädte; doch gibt es viele gute Farmen in der Nähe dieser Städte, da das Gebiet für die Landwirtschaft günstig ist. Wir, unser Sohn und seine Frau haben ein Geschäft und das Postamt in New Offenbur -. Wie bedauern sehr, Ihrer freundlichen Einladung, Offenburg anläßlich der 850-Jahrfeier zu besuchen, nicht Folge leisten zu können, denn wir sind beide über 60 Jahre alt, und keines von uns ist bei so guter Gesundheit, um eine so weite Reise unternehmen zu können. Wir dachten aber, daß Sie gerne etwas über New Offenburg (Missouri) erfahren würden. Da es für mich schwer sein würde, Ihnen deutsch zu schreiben, schreibe ich in englischer Sprache und hoffe, daß Sie meinen Brief lesen und daraus Nutzen ziehen können. Viele Leute in der hiesigen Gegend sprechen noch D e u t sc h. Meine Schwester, Frau Peter Isenmann. schreibt an eine Verwandte in Deutschland, deren Name Frau Josef Goos, Weier (bei Offenburg, Bd.,Deutschland, Haus 45) beim Friedhof ist. Der Vater von Frau Goos war Linus Brischle, und wir glauben, daß auch sie einige Auskünfte geben kann.“ Wir danken Ihnen nochmals für Ihre Einladung. Wir freuen uns sehr darüber und wünschen nur, daß wir die Reise unternehmen und Ihr Land besuchen könnten. In der Hoffnung, daß diese Auskunft für Sie von einigem Nutzen sein wird, senden wir Ihnen alle beste Grüße und Glückwünsche und verbleiben stets Ihre ergebenen: Herr und Frau R. J. MOREK New Offenburg, St. Geneviive (County Missouri). Weitere Nadiforsdiungen werden angestellt Wir freuen uns über diese Nachricht aus urigerer Tochtersiedlung und sind dem Postmeister R. J. Morek und seiner Frau zu ganz besonderem Dank verpflichtet. Die Verbindung ist also hergestellt, und sie wird nicht wieder abreißen. -New Offenburg ist eine kleine „Stadt", de- Dis Familie Isenmann: Frau Julia, geh. Hogenmüller, Sohn Ferdinand (Farmer, und Peter Isenmann ren heutige Bewohner nur geringe Erinnerungen an unser Offenburg haben. Es lebt Ja dort bereits die dritte oder auch schon vierte Generation der einstigen Auswanderer. Da verflüchtigt sich vieles, insbesondere dann, wenn wenig brieflicher Verkehr der Nachkommen der einstigen Gründer mit der Mutterstadt besteht. Es ist ja bei uns schon so, daß Verwandte dritten Grades sich nicht mehr verwandt fühlen und keine Beziehungen mehr miteinander unterhalten. Der Postmeister sagt, daß über die Gründung keine schriftlichen Aufzeichnungen vorhanden sind und daß auch kein Archiv besteht. Wir werden aber wohl doch noch Bestimmteres erfahren, nachdem nun das Gedächtnis der Menschen etwas aufgerüttelt worden ist, wobei wir natürlich glauben, daß die Nachforschungen leichter sind als die über die Entstehung unserer Stadt. Familiengeschichtlich und volkskundlich sind die mitgeteilten Namen von höchstem Interesse, und die Hogenmüller in unserer Stadt und Umgebung werden gerne vernehmen, daß die Frau des Postmeisters von New Offenburg eine geborene Hogenmüller ist. Was von Josef und Felix Hogenmüller berichtet wird, daß der eine sich mit Bauten beschäftigte, wesentlich am Kirchenbau in Weingarten beteiligt war, der andere Lehrer an einer Schule war, die nach ihm benannt wurde, zeigt, daß diese Familie in der Entwicklung der Siedlung New Offenburg eine eigene Bedeutung hat. Diese Familie hat nach dem Brief auch ein Familienarchiv, das uns sicher noch mehr Aufschlüsse erhoffen läßt. Auch über die Familien Brischle, Isenmann, Gegg, Grieshaber, Herrmann, Schweiß, alles Ortenauer Familiennamen, wie über Karl, Kllen, (Klein), Faller und andere hoffen wir noch Näheres zu, erfahren, teils von dort, teils von hier. Keine Eisenbahn aber Fernsehgeräte Daß Frau Josef Goos in Weier bei Offenburg mit Frau Peter Isenmann in Verbindung steht, wie wir aus dem Briefe ersehen, ist uns Bestätigung einer Auskunft, die wir vor Monaten am hiesigen Postamt erhalten haben. Der Skribent erkundigte sich hier am Schalter 3, ob man wisse, ob es ein New Offenburg in USA. gebe.- Der Beamte sagte, er habe schon Briefumschläge nach New Offenburg gesehen. Aber mehr konnte oder wollte er wegen des Postgeheimnisses nicht sagen. Nun erfahren wir aber von Herrn Josef Goos, der hier arbeitet, daß seine Frau öfters Luftpostbriefe in Offenburg an Frau Isemann in New Offenburg aufgebe und auch von dort Briefe bekomme. Frau Karoline Goos ist eine geborene Brischle. Ihr Vater Linus Brischle starb vor 2 Jahren im Alter von 92 Jahren in Weier. Frau Goos steht in lebhaftem brieflichem Verkehr mit ihren Verwandten in New Offenburg und hält die engen Beziehungen aufrecht wie schon ihr Vater, Sie hat zahlreiche Photo« ihrer Verwandten. Frau Goos teilte uns mit, daß New Offenburg eine Siedlung von etwa 100 Einwohnern in 18 Farmhäusern an einem Hügel sei. Der Ort zählt drei Geschäfte, hat ein Gemischtwarengeschäft, eine Wirtschaft und eine Tankstelle. An dem Hügel werden wohl jene Reben stehen oder gestanden haben, von denen es in dem am* 1. September zitierten Liede heißt: „Wir bauen hier unsere Reben“. Eine Eisenbahn geht nicht durch die Landschaft. Frau Goos sagte uns auch, daß man in New Offenburg besonders gerne Artikel im Offenburger Dialekt liest, ein weiteres Zeichen, daß er drüben bekannt ist und noch gesprochen wird. Ist die Siedlung auch klein, wie lange hat die erste Siedlung unseres Offenburg gebraucht, bis sie größer geworden ist? Im 850- Jahrbuch unserer Stadt sind auch einige Zahlen aus der Einwohnerstatistik veröffentlicht, aus denen hervorgeht, daß die Bevölkerungszunahme erst seit 1800 augenscheinlich, und erst seit 1900 in ein flotteres Tempo gekommen ist. Uebrigens haben wir ja noch viele kleine Landgemeinden, die auch ihre Bedeutung haben. Und wenn New Offenburg erst 850-Jahrfeier hat, kann es eine Riesenstadt sein. Das geht in den USA. oft schnell in die Millionen! Aber sie sind auch so glücklich. Die wohl zerstreut liegenden Farmen von New Offenburg liegen teilweise an einer Straße mit Autoverkehr, und Frau Goos gab uns ein Bild, auf dem Maria. Barbara Isenmann an der Tankstelle steht. Die Farmerfamilien reisen viel auf ihren modernen Autos und überall sind Fernsehgeräte in den Häusern. Die Briefe der Isenmann und Hogenmüller sind in flottem Deutsch und ausgeglichener Handschrift geschrieben, wohl Folge der Hogenmüller- schule! Soviel davon heute. Wir sind auf jeden Fall beglückt, daß anläßlich unserer 850-Jahrfeier nun doch die Existenz von New Offenburg geklärt werden konnte und daß die Erinnerung an diese Siedlungsgründung in den USA. — Missouri — aus dem Dunkel herausgezogen worden ist. Sie sind rührige Leute, denn sie haben dem Boden viel abgerungen, und eine Kirche haben sie auch gebaut und eine Schule. Daß die Offenburger gerade in das französische Siedlungsgebiet ausgewandert sind, erklärt sich daraus, daß Auswandereragenturen, die hier tätig waren, ihren Sitz im fianzösischen Straßburg hatten^. In dem „Offenburger Wochenblatt“ jener Zeiten finden sich viele Anzeigen von Straßburger Auswandereragenturen. Die Fahrt wurde teils in Segelschiffen, teils in Dampfern gemacht. Vielleicht gibt die Nachforschung nach unserer Tochterstadt überhaupt einmal Anlaß oder ist sie für uns Gelegenheit, die Beteiligung der Offenburger an der Auswanderung nach USA. festzustellen. Dazu müßten aber dann die in Offenburg ansässigen Familien selbst auch mithelfen und der Stadtverwaltung mitteilen, wo 4,25 Meter und wird wie ein Drachen über dem Gelände schwebend, die Aufmerksamkeit aller Messebesucher auf sich lenken. Die Reklame erfolgt für interessierte Firmen durch Beschriftung der Tragflächen mit dem Firmennamen oder Warenzeichen und durch Abwurf von Flugblättern, die von den Firmen hierfür zur Verfügung gestellt werden sollen. Der Erlös dieser Werbeaktion ist zur finanziellen Unterstützung der Fliegergruppe Offenburg gedacht. Sie will aber nicht nur darum bitten, sondern die Spender gleichzeitig auch mit einer Reklame von außergewöhnlicher Wirkung entschädigen. Der Bau des Fesselflugzeuges erfolgte nach Plänen des Offenburgers Valentin Oesterle. Interessenten für diese einmalige Reklamemöglichkeit mögen sich an die „Fliegergruppe Offenburg“, Straßburger Str. 5 (Herrn Reinhardt), wenden. sie Verwandte und Bekannte in USA. haben und was sie von diesen wissen. Für die Geschichte unserer Stadt ist auch dies ein sehr interessantes, noch völlig unbearbeitetes Kapitel. Es gibt auch ein rumänisches Offenburg Wir sind in ein Feld vorgestoßen, das die Heimat- und Volkskundler schon immer ge- ßWW Zweiter von links «er Briefschreiber Postmeister Morek, inmitten von Verwandten der Familien Hogenmiiller und Isenmann. packt hat. Die Auswanderungen in das Banat, nach Siebenbürgen, die aus Ortschaften unserer Gegend erfolgten, sind schon mehrfach untersucht worden.' Ueber die Auswanderungen nach USA ist aber so gut wie nichts geschrieben. auch nicht über die Siedlung Offenburg in Rumänien, die Soldaten aus unserer Gegend in zwei Weltkriegen kennen lernten. "Lieber das rumänische Offenburg sind unter den heutigen Verhältnissen Nachforschungen unmöglich. Um so mehr muß es unsere volks- und heimatkundliche Arbeit sein, den Siedlungen der Ortenauer hi USA. nachzugehen, aber nicht nur den Siedlungen, sondern auch den Seßhaftmachungen in verschiedenen amerikanischen Städten. Die Offenburger und Ortenauer, die nach Kriegsende so manches Liebesgabenpaket aus den USA. oder Südamerika bekommen haben, mögen nun einmal daran denken, sich Aufzeichnungen über die verwandschaft- lichen Beziehungen zu machen und diese an das Offenburger Stadtarchiv, Herrn Professor Dr. Kähni, der uns die schöne Geschichte von Offenburg verfaßt hat, weiterleiten. Wir sehen aus dem zweiten Teil des 850-Jahrbuchs, wie Offenburger auch an fernen Orten Pionierarbeit geleistet haben. Aber das ist, wie der Bearbeiter dieses Teils auch geschrieben hat, ja nur ein Anfang. Die Auffindung der kleinen Stadt New- Offenburg sollte uns Anreiz sein, nun diese Arbeit zu intensivieren und zu vervollständigen. Das wäre auch ein praktischer Ertrag unserer 850-Jahrfeier, meint der Wünschelrutengänger: Schubart Es „weihnachtet" in den „Drei Königen" Die Edeka veranstaltet für ihre Mitglieder eine Weihnachtsausstellung In der Mitte eines reichgedeckten Tisches im roten Saal der „Drei Könige“ steht ein mit Lametta geschmückter Tannenbaum, so, wie wenn es schon Weihnachts- oder doch Adventszeit wäre. Was das Herz begehrt, ist unter ihm und auf den um ihn gruppierten Tischen in großen Sortiments und gefälliger Art ausgebreitet. Die Edeka, die Einkaufsgenossenschaft der selbständigen. Einzelhändler, hält ihren Weihnachtsmarkt ab. Schon im September, werden viele verwundert fragen? Und doch ist es nicht zu früh für diese Ausstellung. Ja, in dieser Frühzeitigkeit liegt sogar ein kleines Geheimnis begründet, das Geheimnis, weshalb auch das kleinste Edeka-Lebensmittelgeschäft zur Weihnachtszeit seinen Kunden eine ihren Wünschen und ihrer Kaufkraft voll entsprechende Auswahl bieten kann. Hier, im kleinen Saal der „Drei Könige“, wo alle lieferbaren Waren, von den Backzutaten bis zum teuersten Likör, ausgestellt sind, kann jedes Geschäft die richtige Ware in Auftrag geben. Es sind 130 Kaufleute aus dem Raum von Königsfeld im Schwarzwald bis hinunter nach Achem, die in diesen Tagen in Offenburg ihre Weihnachtsvorbestellungen tätigen. Im Pendelverkehr werden täglich vier bis sechs Mitglieder nach Offenburg gebracht Sie können hier, ungestört und gut beraten, anhand einer Liste leicht ihre Aufträge erteilen, die, gesammelt, an die Edeka- Zentrale in Hamburg weitergeleitet werden. Dort laufen die Bestellungen von ca. 30 000 Einzelhandelsgeschäften des ganzen Bundesgebietes zusammen. Die Zentrale kann die Summe des Bedarfs rechtzeitig übersehen und ermöglicht damit wiederum den Fabrikanten, von denen die Edeka-Waren bezogen werden, die rechtzeitige Disposition. Das ist sehr wesentlich. Denn gerade auch die Nahrungsmittelindustrie verspürt heute die Kapitalknappheit und vermag deshalb keine großen Risiken einzugehen. Wenn sie aber frühzeitig ihre Aufträge erhält, dann kann sie auch wunschgemäß liefern und jeder Kaufmann ist dann seinerseits wiederum in der Lage, seine Kundschaft prompt zu bedienen. Daß durch diesen Großeinkauf der Edeka — sie ist übrigens auch Deutschlands größter Importeur und war vor dem Krieg ein Exporteur mit Handelsvertretungen in aller Welt, die jetzt allmählich wieder aulgebaut werden — daß durch diesen Großeinkauf auch die billigsten Preise herausgestellt werden können, ist ebenso einleuchtend, wie der Vorteil, der durch die frühzeitige Bestellung bei später etwa eintretender Verteuerung der Rohstoffe erzielt werden kann. Auf diese Weise stärkt die Edeka jedes Mitglied und macht die Geschäfte konkurrenzfähig, ohne ihre Selbständigkeit anzutasten. Darüber hinaus ist sie bemüht, ihren Mitgliedern nützliche Anleitungen, im Geschäft nötige Gebrauchsgegenstände und Einrichtungen billiger zu vermitteln. Letztlich steht diese Großhandelsgesellschaft damit täglich im Dienst der Verbraucher, wenn sie auch nach außenhin kaum in Erscheinung tritt. Aber ihr Firmenzeichen ist doch längst ein Begriff für Qualität geworden. Wer die Ortenauer Herbstmesse besucht, wird ihr auch dort auf einem attraktiven Stand begegnen. Kleine Stadtchronik Der Verband deutscher Soldaten, Kreisverband Offenburg, hält am Dienstagabend im Gasthaus „Zur Zauberflöte“ eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab. Der Schäferhundeverein, Ortsgruppe Offenburg, bittet alle Schäferhundbesitzer, die Hunde im Alter von 6 bis 12 Monaten besitzen, die Hunde am Sonntag um 8.00 Uhr auf dem Uebungsplatz vorzuführen. Es können nur Hunde in dem vorerwähnten Alter vorgeführt werden, die im Besitze einer Ahnentafel sind. Mit Entschließung der Landesregierung ist Pfarrer Wilhelm Otto Köhler, katholischer Religionslehrer an der Handelslehranstalt Offenburg, zum Studienrat ernannt worden. Wir gratulieren. Geschäftsverlegung. Metzgermeister August Schirmann, der seit nahezu drei Jahren die Metzgerei Fuchsschwanz in der Kirchstraße gepachtet hatte, verlegt sein Geschäft in die Lange Straße 40. Der Onkel seines Vaters, Metzgermeister Theodor Siebert, hatte in diesem Hause jahrzehntelang seine Metzgerei betrieben. Herr August Schirmann rähtete die Metzgereiräume vollkommen neu ein und hat auch eine moderne Kühlanlage im Hause seiner Verwandten eingebaut, so daß das alte Geschäft seines Großonkels sich den heutigen gesundheitlichen Verhältnissen entsprechend darbietet. Aerzte-Sonntagsdienst. Dienstbereit sind ab heute 12 Uhr bis morgen 24 Uhr: Dr. Jochums, TeL 1916 und Dr. Steiger, Tel. 1653. Apotheken-Sonntagsdienst. Dienstbereit ist ab heute 12 Uhr die Schwarzwald-Apotheke. I Samstag, 22. September 195t Sonderzüge und Omnibusse zur Messe Verstärkter Verkehr der Bundesbahn, Post und MEG Sondenngfatarplan der Bundesbahn am Sonntag, 3t. September, und 7. Oktober 1951 Richtung Freiburg - Ottenburg P 875: Abfahrt: Freiburg 8.11, Lahr-Stadt 9.15, Lahr- Dinglingen 9.26, Friesenheim 9.32, Niederschopfheim 9.38, Schutterwald 9.44, Offenburg an 9.51 Uhr. Abfahrt: Lahr Stadt 12.50, Lahr-Dinglingen 12.50, Friesenheim 13.05, Niederschopfheim 13.11, Schutterwald 13,16, Offenburg 13.24 Uhr. Richtung Karlsruhe - Offenburg P 904: Abfahrt: Karlsruhe 6.53, Bühl 8.16, Ottersweier 8.22, Achern 8.32, Oensbach 8.38, Beruhen 8.44, Appenweier 8.56, Windschläg 9.03, Offenburg an 9.10 Uhr. Richtung Bad Griesbach - Offenburg P 1353: Abfahrt: Bad Griesbach 10.05, Obericirch 10.49, Zusenhofen 10.58, Appenweier 11.13, Windschläg 11.’9 Offenburg an 11.27 Uhr. Abfahrt: Bad Griesbach 12.00, Oberkirch 12.46, Zu- ■enhofen 12.54, Appenweier 13.01, Windschläg 13.06, Offenburg an 13.12 Uhr. Richtung Villingen - Offenburg P 1407: Abfahrt: Villingen 9.15, Nußbach 9.54, Tri- berg 10.05, Niederwasser 10.11, Homberg 10.26, Guts ch 10.34, Hausach an 10.40, Schiltach ab 10.13, Wonach ab 10.20, Hausach an 10.29, Hausach ab 10.44, Haslach 10.54, Steinach 11.01, Biberach 11.09, Oberharmersbach ab 10.31, Zeli a. H. ab 10.56, Biberach an 11.02, Schönberg ab 11.14, Gengenbach 11.22, Ohlsbach 11.26; Ortenberg 11.31, Offenburg an 11.37 Uhr. <0 Prozent Ermäßigung aus der Richtung Freiburg - Offenbufg, Karlsruhe - Offenburg, Bad Griesbach - Offenburg, Villingen - Offenburg. Sonn tagsrückfahrkarten, auch werktags, im Umkreis von 50 Kilometern 33 % Prozent Ermäßigung. Im Umkreis von 50 Kilometern gewährt die Deutsche Bundesbahn von allen Bahnhöfen zum Besuch der 15. Ortenauer Herbstmesse 33 % Prozent Fahrpreisermäßigung für alle Züge durch Ausgabe von Sonntagsrückfahrtkarten an folgenden Tagen: 1. Zur Hinfahrt am Freitag, 28. September, Uhr, bis Sonntag, 30. September, 24 Uhr: zur Rückfahrt vom Freitag, 28. September, bis Montag, 1. Oktober, 24 Uhr. 2. Am Mittwoch, 3. Oktober, 00 Uhr, bis 24 Uhr. 3. Zur Hinfahrt vom Samstag, 6. Oktober, 12 Uhr, bis Sonntag, 7. Oktober, 24 Uhr- Zur Rückfahrt am S- .cstag, 6.. Sonntag, 7., Montag, 8. °'ctober, bis 34 Uhr. Der Fahrplan der MEG Von Freitag, 28. Sept., bis Sonntag, 7. Oktober 1851 Ankunit der Züge am Messegelände (Haltestelle „Krone“): a) werktags: von Altenheim: 6.10, 7.16, 8.45 Uhr Anschluß von Kehl und Ottenheim, 12.52 Uhr Anschluß von Kehl und Ottenheim (Di, Do, Sa von Ottenheim), 13.52 Uhr Anschluß von Kehl und Ottenheim, 16.34 Uhr (außer Sa.) Anschluß von Ichenheim, 16.52 (nur Sa.) Anschluß von Kehl und Ottenheim, 18.06 Uhr (außer Sa.) Anschluß von Kehl und Ottenheim, 19.14 und 20.52 Uhr Anschluß von Kehl und Ottenheim. b) sonntags: 6.14, 8.45, 12.52 und 13.52 Uhr Anschluß von Kehl und Ottenheim, 16.34 Uhr,' 18.06 Uhr Anschluß von Kehl, 19.14 Uhr Anschluß von Kehl und Ottenheim. Abfahrt der Züge ab Messegelände (Haltestelle „Krone“): a) werktags: y nach Altenheim: 6.32 und 7.57 Uhr Anschluß nach Kehl und Ottenheim, 10.38 Uhr (nur Sa.) Anschluß nach Ichenheim, 12.12 Uhr Anschluß nach Kehl und Ottenheim, 13.15 Uhr Anschluß nach Kehl und Ichenheim, 14.23 Uhr (außer Sa.), 16.07 Uhr (nur Sa.) Anschluß nach Kehl und Ottenheim, 17.23 Uhr (außer Sa.) und 18-33 Uhr Anschluß nach Kehl und Ottenheim. 20.12 Uhr, 22.17 Uhr (außer Sa.). b) sonntags: . 7.57 und 12.12 Uhr Anschluß nach Kehl und Ottenheim, 13.15 Anschluß nach Kehl, 14.23 Uhr, 17.23 Uhr Anschluß nach Kehl, 18.33 und 20.57 Uhr Anschluß nach Kehl und Ottenheim. Fahrpreisermäßigung: An den Sonntagen 29./30. 9. und 6./7. 10. 1951: 33 % Prozent Sonntagsrückfahrkarte, an allen Werktagen vom 28. 9. bis 6. 10. 1951: 33 % Prozent. — Rückfahrkarten mit eintägiger Geltungsdauer; für die Rückfahrt muß die Karte von der Messeleitung ab estempelt sein. Pendelverkehr Her Postomnibusse am 30. d. und 7. 10. 1951 Diersburg - Offenburg Diersburg ab 12.00 und 13.25, Zunsweier ab 12 05 und 13.35; Elgersweier ab 12.15, 12.50 und 13.42, Offenburg an 12.25, 13.00 und 13.80 Uhr. Offenburg ab 18.20 und 19.30 Uhr, Elgersweier 18.30 und 1940 Uhr, Zunsweier 18.40 und 11.50 Uhr, Diersburg an 18.50 und 20.00 Uhr. Oberschopfheim - Offenburg Oberschopfheim ab 12.15 und 13.10, Niederschopfheim ab 12.20 und 13.15, Hofweier ab 12.25 und 13.20, Offenburg an 12.30 und 13.25 Uhr. Offenburg ab 17.30 und 19.30, Hofweier ab 17.40 und 19.40, Niederschopfheim ab 17.45 und 19.45, Oberschopfheim an 17.50 und 19.50 Uhr. Eckartsweier - Willstitt - Offenburg Eckartsweier ab 12.00, Hesselhurst ab 12.05. Will- stätt ab 12.10 und 13.00, Sand ab 12.15 und 13.05, Griesheim ab 12.20 und 13.10, Bühl-Dorf ab 12.25 und 13.15, Offenburg an 12.30 und 13.20 Uhr. — Offenburg ab 18.30 und 19.30, Bühl-Dorf 18.35 und 19.35, Griesheim 18.40 und 19.40, Sand 18.45 und 19.45, Willstätt 18.50 und 19.50, Hesselhurst an 19.55, Eckartsweier an 20.00 Uhr. Durbach - Offenburg Abfahrt: Durbach 13.30, Durbach-Unterweiler 13.35, Ebersweier 13.42, Offenburg an 13.50 Uhr. — Offenburg ab 17.30 und 19.36, Ebersweier ab 17.38 und 19.43, Durbach-Unterweiler ab 17.45 und 19.50, Durbach an 17.50 und 19.55 Uhr. Bei Bedarf werden auf sämtlichen Kursllnlen weitere Pendelfahrten eingelegt! Fahrplan der Sonderomnibusse Linie Zierolshofen - Offenburg am Sonntag, 30. 9., und Sonntag, 7. II. 1951 Abfahrt! Zierolshofen 12.30, Holzhausen 12.35, an Rheinbischofsheim 12.40 (nach Bühl Bahnanschluß), Freistatt an 12.44, Freistatt ab 12.45, Rheinbischofsheim ab 12.54 (von Auenheim Bahnanschluß), Abfahrt ab Hohbüfin 12.57, Linx 13.02, Bodersweier 13.08, Querbach (Korker Straße) 13.10, Kork (Krankenhaus) 13.15, Neumühl 13.20, Sundheim („Sternen“) 13.25, Marlen („Ochsen“) 13.33, Goldscheuer 13.37, Kittersburg 13.40, Hohnhurst (Abzweigung) 13.43, Langhurst 13.46, Offenburg (Klnzigbrücke) an 13.55 Uhr. Abfahrt: Offenburg (Hauptbahnhofl 18.20, Offen- bürg (Klnzigbrücke) 18.30, Langhurst 18.38, Hohnhurst (Abzweigung) 18.41, Kittersburg 18.44, Goldscheuer 18.47, Marlen („Ochsen") 18.31, Sundheim („Sternen“) 18.59, Neumühl 19.04, Kork (Krankenhaus) 19.09, Querbach (Korker Straße) 19.14, Bodersweier 19-18. Linx 19.22, Hohbühn an 19.27 (nach Auenheim Bahnanschluß), Rheinbischofsheim an 19.30, Freiste« an 19.35, Freiste« ab 19.38 (von Bühl Bahnanschluß) Rheinbischofsheim ab 19.43, Holzbau sen ab 18.49, Zierolshofen an 19.55 Uhr. * Aus Richtung Lahr Abfahrt: Lahr Urteilsplatz 12.30, Oberschopfheim („Linde“) 13.04, Niederschopfheim Bf 301 13.08, Hofweier (Rathaus) 13.12, Abzweigung Elgersweier 13.18, Abzweigung Hildboltsweier 13.22, Offenburg (Rathaus) oder Messeplatz; 13.27 , Uhr.. — Abfahrt: Offenburg Bf ab 18.15, Offenburg. (Rathaus) oder Messeplatz 18.18, Abzweigung Hildboltsweier 18,22, Abzweigung Elgersweier 18.25, Hofweier (Rathaus) 18.31, Niederschopfheim Bf 301 15.36, Oberschopfheim („Linde“) 18.40, Lahr Urteilsplatz an 19.28 Uhr. Aus Richtung Kehl Abfahrt: ab Kehl Rathaus 12.30, Kehl (Mittelplatz) 12.34, Sundheim („Schwanen“) 12.39, Neumühl („Traube“) 12.41, Kork („Schwanen“) 12.45, Odelshofen („Krone“) 12.48, Legeisburst (Kirche) 12.59, Urioffen (Federer) 13.09, Urioffen Zimmern („Ochsen“) 13.13 Appenweier („Sonne“) 13.20 und 13.50, Abzweigung Windschläg 13.26 und 13.56, Bohlsbach („Kreuz“, 13.30 und 14.00, Bohlsbach („Karlsburg") 13.32 und 14. Offenburg an Bf Karlsburg 13.34 und 14.04 Uhr. Abfahrt: ab Offenburg Bf Karlsruhe 18.16 und 19.25. Bohlsbach („Karlsburg“) 18.20 und 19.27, Bohlsbach („Kreuz“) 18.22 und 19.31, Abzw. Windschläg 18.26 und 19.35, Appenweier („Sonne“) 18,32 und 19.41, Ur- loffen Zimmern („Ochsen?) 18.39, Urioffen (Federer) 18.43, Legelshurst (Kirche) 18.54, Odelshofen („Krone“) 19.04, Kork („Schwanen“) 19.06, Neumühl < Traube“) 19.09, Sundheim („Schwanen“) 19.12, Kehl (Mittelplatz) 19.16, Kehl Rathaus an 19.20 Uhr. (Bitte ausschneiden und auf bewahren!) Weil der DKW-Kanal noch nicht gebaut wurde Gesamtbereinigungsplan und Neuanlage eines Sportplatzes verschoben Urioffen (h). Eines der strittigsten Probleme | September Karoline. Kranz, Mühl weg 22, 80 im Zuge der Acher-Rench-Korrektion war der | Jahre; am 20. September Elisabeth Vallendor, DKW-Kanal, der die Hochwasser von Durbach, Kammbach und Stangenbach aufnehmen und in das riesige Rückhaltebecken im Norden der Gemarkung leiten sollte. Ein Entlastungskanal sollte von der Kinzig her mit dem Projekt verbunden und der Hauptkanal ursprünglich mitten dur/h die Wiesengewanne, dem Laufe des Stangenbaches folgend, gezogen werden. Dank dem Einsatz des Vorstandes König, vom Landwirtschaftlichen Hauptverband und Bürgermeisters Schmidt, konnte die Gefahr weiteren Geländeverlustes für die Gemarkung gebannt uyd eine Verlegung des Projektes in das natürliche Bett des Kammbaches, der in wenigen hundert Metern Entfernung parallel mit dem Urplan verläuft, erreicht werden. Wie wir seinerzeit berichteten, sollte mit dem Bau im Frühjahr begonnen und im Bauverlauf auch die umstrittene Frage der Eigentumsverhältnisse an Wiesen und Wegen durch eine sachgemäße Umlegung bereinigt werden. Diese Bereinigung erfährt durch den Aufschub des Baubeginns für die betroffenen Teile eine unliebsame Verzögerung, da das Gelände nur schwierig begehbar ist und hoffentlich keinen problematischen Zustand von langer Dauer darstellt. Durch die Verzögerung, sei sie technischer oder finanzieller Natur, wird auch der Gesamtbereinigungsplan gehemmt. Der Plan der Neuanlage eines Sport- und Messeplatzes an -der westlichen Peripherie des Ortes und die projektierte Verbindungsstraße vom Winkel über den Zollsteg in di£ Hanauerstraße muß dadurch auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Geburtstage der Woche Urioffen (f). Am 18. September wurde Katharina Otteni, Mühlweg 47, 72 Jahre; am 19. Gemeindehäuser sollen fertiggestellt werden Beschlüsse ces Oberhaimersbacber Gemeinderats Oberharmersbach, (m) In der letzten Gemeinderatssitzung wurden zwei Gesuche um Handabgabe von Nadelstammholz ’ zu Bauzwecken genehmigt, ein Gesuch um Steuernachlaß wurde dagegen abgelehnt. Der Gemeinderat drängte auf schnellste Fertigstellung der Gemeindehäuser ostwärts der Kirche. Die hierfür erforderlichen Schritte sind schnellstens in die Wege zu leiten. Die Lieferung der Badeöfen für die gemeindeeigenen Gebäude sind zu vergeben. — Die neue Satzung der Feuerwehr wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 1951 genehmigt. — Verschiedene Wohnungsgesuche wurden behandelt. — Die am 25. September hier eintreffende fünfköpfige Flüchtlingsfamilie wird in dem gemeindeeigenen Wohngebäude in Zuwald 384 untergebracht werden. — Die Feuerwehrleute, die am 2. September . (Harmersbacher Kilbi) im Verein mit der Gendarmerie den Ordnungsdienst auf der Straße anläßlich des Jahrmarktes versehen haben, erhalten eine Entschädigung. — Die Erklärung zum Beitritt der Gemeinde zur Notaktion des badischen Waldes ist zu unterzeichnen. Als Kreditinstitut zum Ankauf der Pfandbriefe wird die Badische Kommunal-Landesbank bestimmt. Die Einführung der Zählergebühr für die Wasserzähler wurde beschlossen. — Die Aufbereitung eines kleineren Loses Nadelstammholz in Abteilung I 7 wurde vergeben. Gut besuchter Voitragsabend Zell a. H. (s) Am Montagabend fand im Hotel „Hirsch“ die erste Veranstaltung des Jugend- und Volksbildungswerkes in diesem Winterhalbjahr statt. Kreisbeauftragter Läufer konnte zu Beginn seiner Freude darüber Ausdruck verleihen, daß der große „Hirsch“- SaaJ fast bis auf den letzten Platz besetzt war. Allerdings war auch der Redner des Abends, Kulturfilm-Regisseur Herbert Boche aus Saulgau, den Zuhörern kein Unbekannter mehr. So folgten alle mit größtem Interesse seinem Vorirag „Von der Ostsee zum Bodensee“. An Hand von rund 180 erstklassiger Farbaufnahmen konnte er so manches, heute leider nicht mehr bestehende Bauwerk und Städtebild zeigen. ' Hauptstraße 129, 70 Jahre und am gleichen Tage August Langenecker, Renchenweg 12, 76 Jahre; am 21. September Anna Kranz, Waldstraße 28, 70 Jahre und am 23. September wird Maria König, Mattenstraße 13, 71 Jahre alt. „Kemenhof“ im Urioffener Festzug Urloffen (h). Im Festzug des Meerrettichfestes werden in wohldurchdachter Folge originelle und lebendige Darstellungen durch farbenbunte Gruppen und Wagen Bilder aus Alt-Urioffen, bringen. Die Urloffer Tracht aus Groß’ls Zeiten wird sich neben historischen Kostümen eindrucksvoll behaupten können. Aber auch alte ausgegangene Höfe, die nur noch im Volksmund fortleben, werden zu neuem Leben erweckt und dem staunenden Einheimischen wie den Gästen vorgeführt. Der letzte der historischen fünf Höfe im „Wald der freien Leute in des armen Heiligen Bann“ war der in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts auf gegebene. Kernenhof, der einmal und zuletzt am Rand des Hürbewaldes in der Nähe des Glimmenbaches - und .“somit der Gemarkungsgrenze im Norden lag. Beim Nestor der Imker Es sitzt sich traulich in der Stube des Hauptlehrers Hasselba ch, der in S ch ö n- berg L K. die Tage seines Ruhestandes verlebt. Der Blick schweift hinaus in die berggesäumte Landschaft des Kinzigtals. Aus den Gärten grüßen die Sonnenblumen, deren schwere Blütenköpfe sich abwärts neigen. Wie immer empfängt der Imkervater den Chronisten freundlich und erzählt ihm von den Ergebnissen der Bienenhaltung in dem nun in den Herbst hinübergewechselten Sommer. Er war für die Imkerei ohne wesentliche Ergebnisse. Wie Meister Hasselbach meint, gilt das nicht nur für die Ortenau, soweit sie dem Gebirge angehört, sondern für den Schwarzwald insgesamt. Das hängt damit zusammen, daß das „Honigen“ der Tannen und Fichten ausgeblieben ist. Zwar hatte es den Anschein, als sollte es dazu kommen, doch hat dann der Regen die Hoffnung zunichte gemacht. Aber was ein rechter Bienenfreund sei, so sagt der Hauptlehrer im Ruhestand, der gegenwärtig nahezu vierzig Völker betreut, der nehme auch einmal ein Fehljahr in Kauf, so wie ja auch der Winzer nicht immer seine Fässer füllen könne- Man wandert dann noch an den Bienenhäusern vorbei und freut sich darüber, daß jeder Bienenstock seine eigene, farbige Bebilderung trägt, eine Flagge oder eine mächtige Blume usw. Unermüdlich weiß dieser Mann von seinen Bienen zu erzählen, und nur zu rasch verfliegen jedesmal die Stunden, die man in seinem Reich verbringt. Wie schön und heimelig übrigens ist dieses ganze Schönberg, das seinem . Namen alle Ehr* macht! L. K. - Ausflug des Kirchenchors Ohlsbach (u). Am vergangenen Sonntag führte der katholische Kirchenchor seinen Jahresausflug durch. Ein stattlicher Omnibus trug die Teilnehmer durch das Renchtal und Lierbachtal nach Allerheiligen und Herren- wies hinauf. Dann ging es ins Murgtal bi« Forbach und über die Rote Lache nach Baden- Baden, der Heimat unseres Pfarrherrn, hinunter. Derselbe zeigte den Chormitgliedern die Schönheiten der Bäderstadt. Mittags wohnte man einer Aufführung des „Teil“ in Oetig- heim bei. — Just, als der Kirchenchor auswärts weilte, stieg die Trachtengruppe aus Meistratzheim im Elsaß hier ab, besuchte den Gottesdienst und legte eine kurze Rast ein. Unsere Altersjnbilare Biberach. (s) Der Landwirt Anton Roth- mann feiert am Sonntag seinen 82. Geburtstag. Am kommenden Montag kann der Bahnarbeiter a. D. Karl Schilli in guter Rüstigkeit seinen 76. Geburtstag feiern. Beiden Geburtstagskindern die besten Glückwünsche. Weinwanderung des Schwarzwaldvereins Biberach. (s) Unter der Führung von Karl J. Maier macht der Schwarzwild verein am Sonntag eine Weinwanderung. Der Wanducweg führt über Oberkirch, Haslach, Waldulny .& aft fa pelrodeek, Oberachern nach Achern. ' Ein seltenes Dienstjubiläum Der Ratschreiber von Fessenbach ist dieser Tage 40 Jahre im Amt Fessenbach, (x) Jubiläen dieser Art können nicht oft begangen werden; es ist der beste Beweis für eine gute Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister und Ratschreiber auf dem Rathaus, wenn vier Jahrzehnte lang derselbe Ratschreiber seines Amtes waltet. Franz Litterst war noch nicht 26 Jahre alt, als nach dem Tode von Ratschreiber Hugle im Jahre 1911 diese Stelle auf dem Rathaus neu zu besetzen war. Bei der Auswahl der Bewerber durch den Gemeinderat fiel die Wahl auf den Sohn des einstigen Ziegeleibesitzers und Landwirts Wilhelm Litterst. Und daß diese Wahl für das Wohl der Gemeinde eine glückliche war, erhellt sich aus der zuverlässigen und korrekten Dienstführung, von der man auch bei der Vorgesetzten Verwaltungs- Gottesdienstanzeiger Hl Kreuz, 6 Uhr Frühmesse; 7.15 Uhr Singmesse mit Predigt; 8.45 Uhr Kindergottesdienst; 10 Uhr feierlicher Festgottesdienst aus Anlaß der 850-Jahrfeier der Stadt Offenburg mit Predigt und Tedeum; abends 6 Uhr feierliche Vesper mit Segen. Hl. Dreifaltigkeit. 5.30 Uhr Frühmesse; 6.45 Uhr Betsingmesse; 8.15 Uhr Hauptgottesdienst; 10 Uhr Kindergottesdienst; 18.30 Uhr Andacht. St. Fidelis. 6.30 Uhr Frühmesse; 8 Uhr Singmesse; 9.15 Uhr Kindergottesdienst; 10.30 Uhr Hauptgottesdienst. Klosterkirche. 8 Uhr Gottesdienst. Diersburg. 7 Uhr Frühmesse; 9 Uhr Hauptgottesdienst; 13.30 Uhr Andacht. Gengenbach. 6 und 6.45 Uhr hl. Messen; 7.30 Uhr Singmesse und hl. Kommunion der Schulkinder; 8.45 Uhr Predigt und Amt; 10 Uhr Singmesse mit Predigt. Christenlehre für Mädchen. 14 Uhr Herz Mariä-Bruder- schaftsandacht. Versammlung des 3. Ordens. Durbaeh. 7 Uhr Frühmesse, Kommunionsonntag für Männer; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst (Christenlehre für Jünglinge); 19.30 Uhr Abendandacht mit Predigt für Jungfrauen. Nordrach. 6.45 Uhr Frühmesse für Georg Birk und Sohn; 9 Uhr Singmesse mit Predigt (Christenlehre für die Jungfrauen); 14 Uhr Andacht. — Kolonie: 8 Uhr Singmesse; 9.30 Uhr Gottesdienst für Heilstätte. Zell a. H. Kath. Stadtpfarrkirche. 6.30 Uhr Beichtgelegenheit; 7 Uhr Frühmesse mit Monatskommunion der Männer und Jungmänner; 8 Uhr Schülergottesdienst mit Singmesse und Predigt; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst mit Amt und Predigt, anschließend im Pfarrsaal Firmunterricht für alle, die noch keinen Firmunterricht gehabt haben (Oberschüler, Erwachsene, Flüchtlinge, Konvertiten) 14 Uhr Andacht zum Hl. Geist, besonders für die Firmlinge. — Wallfahrts kirche. 6.30 und 7 Uhr stille hl. Messen mit Austeilung der hl, Kommunion, 7.30 Uhr Singmesse mit Predigt.. . ‘ Altkatholische Kirchengemeinde Offenburg, Gymnasiumstraße 7. — Sonntag, 10 Uhr Gottesdienst, hl. Amt mit Predigt und all gemeiner Kommunion. Evangelischer Gottesdienst Offenburg. 8 Uhr Frühgottesdienst im Saal, Poststraße 16; 9 30 Uhr Festgottesdienst zum 850jährigen Stadtjubiläum (Ev. Stadtkirche); 11 Uhr Kindergottesdienst (Stadtkirche). — Dienstag 20.15 Uhr Männerwerk, Poststr. 16. — Donnerstag 20 Uhr: Fünf Diakone berichten: „Mit der frohen Botschaft unter wegs“ (Ev. Stadtkirche). Durbach. 9.30 Uhr Gottesdienst mit anschlie ßendem Kindergottesdienst (Rathaus). Ortenberg. 18 Uhr Gottesdienst (Schulhaus). Diersburg. 9.10 Uhr Gottesdienst; 10.30 Uhr Kindergottesdienst; 13 Uhr Christenlehre. Niederschopfheim. 11 Uhr Gottesdienst. Gengenbach. Samstag 20 Uhr Wochenschlußfeder Sonntag: 9.30 Uhr Gottesdienst; 11 Uhr Kindergottesdienst; Montag: 20 Uhr Frauen- und Mütterkreis. Gemeinschaft Innnere Mission, Offenburg. Sonntag und Mittwoch 16 Uhr Bibelstunde. Ev. Gemeinschaft, Augustastraße 1. Sonntag: 9.30 Uhr Predigtgottesdienst; Donnerstag: 19.30 Uhr Bibelstunde. Christliche Wissenschaft (Christian Science), Gruppe Offenburg. 9.30 Uhr Gottesdienst; Sonntagsschule 10.45 Uhr, sowie am 2. Mittwoch im Monat 20 Uhr im Gartensaal des Hotel „Ries“. behörde wohl unterrichtet war. Das seltene Dienstjubiläum nimmt die Gemeindeverwaltung zum Anlaß einer öffentlichen Ehrung, die heute, Samstagabend, am Vorabend des Geburtstages des Jubilars in der „Linde“ stattfindet. Eine hochbetagte Jubilarin Rammersweier (b). Frau Theresia B i e s e r, geb. Herp. konnte am 20. September auf ein Alter von 85 Jahren Rückblick halten. Theresia Bieser, die Witwe unseres ehemaligen Waldhüters, hat ein arbeitsreiches Leben hinter sich. Sie ist die Zweitälteste Bürgerin unseres Dorfes. Die Jubilarin schenkte 11 Kindern, 5 Söhnen und 6 Töchtern, das Leben, von denen heute noch 10 am Leben sind Bei ihrer Rüstigkeit nimmt sie noch regen Anteil am Allgemeingeschehen. Auch wir wollen der Jubilarin unsere herzlichsten Glückwünsche ent-, gegenbringen. Wir wünschen ihr, daß sie noch etliche Jahre unter uns weilen darf. Hochzeitsfeier .Nesselried (v). , Am Samstag feierten der Verwalter Heinrich R e t s c h und Erna Meel ihre Hochzeit. Die kirchliche Trauung nahm ein Onkel des Bräutigams vor. Die weltliche Feier fand im Gasthaus „Zum Engel“ statt. Das junge Paar ist in Dalsheim bei Worms wohnhaft. Wir wünschen ihm alles Gute in der neuen Heimat. Bestandene Gesellenprüfung Windschläg, (tt) Herbert L u r k e r, Sohn des Landwirts und Kohlenhändlers Josef Lur- ker, hat die Gesellenprüfung im Sattlerhandwerk mit “gutem Erfolg bestanden. Wir grar tulieren. Konzert des Musikvereins Griesheim Griesheim, (g) Am Sonntagnachmittag veranstaltet der Musikverein „Eintracht“ im großen Saal des Gasthauses zum „Adler“ ein Konzert, bei dem auch einige auswärtige Kapellen u. a. Niederschopfheim, Sand und Willstätt mitwirken werden. Die Bevölkerung aus Griesheim und der ganzen Umgebung ist eingeladen. Wir beglückwünschen Weier (v). Am 20. September kann Franz L u r k, Landwirt, auf 70 arbeitsreiche Lebensjahre zurückblicken. Der Jubilar erfreut sich einer außerordentlich körperlichen Frische und verrichtet alle seine landwirtschaftlichen Arbeiten. — Am 17 d. M. vermählten sich Walter Hattenbach, Gärtner, aus Offenburg und Katharina Wacker, Verkäuferin in Weier. Samstag, 22. September 1951 Rot-ll/eiß £2wuuk auf de* Uegemeü Die Gäste dürfen nicht unterschätzt werden 13.15 Uhr: OFV A-Jgd. — Lörrach A-Jgd. Wie schwierig es ist, einer Favoritenrolle gerecht *u werden und eine führende Position zu verteidigen, mußte der OFV am letzten Sonntag am „eigenen Leibe“ verspüren. Der nächste Gegner, Rot- Weiß Lörrach, kontne dagegen am Vorsonntag mit einer überzeugenden Leistung, auf warten und überfuhr den Neuling VfR Stockach mit 6:0. Ein besonderes Augenmerk wird unsere rechte Deckungsseite auf ihre gegnerischen Stürmer haben müssen, wo der von seiner schweren Verletzung (Beinbruch) wiedergenesene Münz, zusammen mit Heberle, einen ausgezeichneten linken Flügel bildet. Auf jeden Fall dürfte es der OFV bedeutend schwerer haben als gegen Lahr. Die Mannschaft spielt mit: Schilli; Hederer, Burgert: Klingert, Rabold, Armbruster; Steiner, Stäbler, Kopn, Müller II, Bittner, Herold. Statt des angekündigten Punktespiels der dritten Mannschaft des OFV r -cn Ulm, bestreiten das Vorspiel um 13.15 Uhr die A-.Tugend-Mannschaf‘«n beider Vereine. Die dritte Mannschaft spielt um 16.15 Uhr gegen den Tabellenzweiten Schutterwald um die Punkte. Weiterhin machen wir darauf aufmerksam, daß das Länderspiel Deutschland — Oesterreich in Wien auf dem Platz übertragen wird. Dt. Der Sport im Bezirk Offenbarg A-Klasse, Gruppe Nord: Nußbach — Zusenhofen; Freisten — Bodersweier; Renchen — Urioffen; willstätt — Kork; Appenweier gegen Auenheim; Kehl II — Leutesheim; Legelshurst gegen Offenburg. A-Klasse, Gruppe Süd: Berghaupten — Ichenheim; SpVgg Lahr — Elgersweier; Schlitach — Waltersweier; Zunsweier gegen Kürzell; Hausach Heiligenzell; Weier — FV Lahr II; Schutterwald — Zell a .H. B-Klasse, Staffel Offenburg: Lautenbach — Oberkirch II; Offenburg III — Ulm .<13.00); Windschläg — Bohlsbach; Oppenau — SC Offenburg; Ebersweier —- Bad Peterstal. Kreisklasse Staffel I, Offenburg/Kehl: Auenheim — Willstätt; Griesheim — Zunsweier; Kork — Schutterwald II; Altenheim II — Hof- w 'ler II. B-Klasse, Hanauerland: Sundheim — Sand; Eckartsweier Diersheim — Honau; Neumühl — Linx; gegen Goldscheuer. Vorschau auf die Spiele der A-Klasse In der Gruppe NORD richtet sich, das Hauptaugenmerk auf das Spiel der beiden alten Rivalen Willstätt gegen Kork. Der Examateurligist hat in den rückliegenden Spielen keine überzeugende Leistungen gezeigt und muß sich gegen Kork gewaltig strecken, um zum Zug zu kommen. Die Reserven von Kehl haben wiederum ein Heimspiel gegen Leutesheim auszutragen und müßten froh sein, zu einem Teilerfolg zu kommen Das Spiel Nußbach gegen Zusenhofen trägt Lokalkampfcharakter und beide Mannschaften haben sich in den bisherigen Spielen kaum beständig gezeigt. Gespannt ist man im Hanauerland auf das Spiel Freistett gegen Bodersweier, woselbst die Platzbesitzer gegen den Neuling keinen leichten Stand haben werden. Zu einem weiteren Lokalkampf kommt es in Renchen, wo Urioffen gastiert. Auch diese Mannschaften haben ihre bisherigen Spiele mit wechselvollem Erfolg absolviert. Im Spiel Appenweier gegen Auenheim kann man trotz dem hohen Sieg der Gäste vom Vorsonntag dem Platzbesitzer ein kleines Plus einräumen, welcher sich in der neuen Klasse bis jetzt überraschend gut geschlagen hat. In Leglshurst gastiert der Tabellenführer die Reserven von Offenburg, wobei mit einem Sieg der Gäste gerechnet werden kann. In der Gruppe SÜD empfängt der Neuling Berghaupten auf eigenem Platz Ichenheim. Die Gäste konnten bis jetzt weniger erfolgreich sein und werden beim Neuling wohl kaum beide Punkte holen. Im Spiel Spvgg. Lahr gegen Elgersweier sieht man die Platzbesitzer klar im Vorteil. Auch das Spiel Schiltach gegen Waltersweier müßte mit einem sicheren Heimsieg enden. Der Altmeister Zunsweier spielt auf eigenem Platz gegen Kürzell und hat hiev Gelegenheit, seine Position zu verbessern. Hausach wird aus der Niederlage gegen Lahr II eine Lehre gezogen haben und sich die bisherigen Erfolge des Neulings Heiligenzell zu Herzen nehmen, um in 'diesem Heimspiel zu einem Erfolg zu kommen. Weier, das einen schlechten Start aufzuweisen hatte, spielt auf eigenem Platz gegen die Reserven von Lahr, die sich gegenüber dem Vorjahr verstärken konnten. Ein glatter Sieg der Gastgeber wäre als großer Erfolg zu verbuchen. Im Spiel Schutterwald gegen Zell a. H. kann man einen Heimsieg Voraussagen. (on) Berghaupten — Ichenheim Hesselhurst;] Erstmals wird Ichenheim.^ am Sonntag in Berg- Altenheim I haupten zu Gast sein. Für die Kinzigtäler sind die Gäste eine völlig unbekannte Elf. Diese Tatsache fäerauW’MplinM Hilft Behalten Sie nadi der Morgentoilette Haare im Kommt? So harmlos fängt es an, aber wenn Sie nichts dagegen tun, wird der Haarausfall schiimmerund schlimmer und endigt mit einer Glatze! Behandeln Sie Ihr Haar richtig, waschen Sie es mit Diplono-Nfibrshampoo, pflegen Sie es mit Diplona-Haar-Nährkur und Diplona-Hoar» •xtrakfl Diplono erhält Ihnen Ihr Haart Besorgen Sie sidt nodi Ilfc^lßUm heute in Ihrer Drogerie, Parfümerie oder Apotheke Olplonol Ottenburg: in d. Salons Steiner, Steinstr., Weber, Hauptstr 53. Vieser, Hauptstr., Burg-Drogerie, Burgs-Labor neb. Bezirkssparkasse. Gengenbach: Fris Suhm, Zell: Marien-Apoth. Schönleber Stellenangebote W eibl.Bürokraft mit Kenntnissen in Maschinenschreiben; auch Stenographie erwünscht; t uns. Ersatzteilte-Abtlg. z. baldig. Eintritt gesucht; mögl. aus der Branche. Automobil-Ges. Schoemperlen & Gast Offenburg Austrägerin zuverlässige Frau für wöchentliche Illustrierte sofort gesucht. Fahrrad Bedingung. Zu erfragen unter Nr. 9-160 in der Geschäftsstelle. Hausgehilfin in kleinen, guten Haushalt gesucht. Offerten unter Nr. 14-119 an d. Geschäftsstelle. 2-3 Bedienungen über die Herbstmesse für Kaffeebetrieb ges. Zu melden Offbg, Ortenberger Str. 1811 Infolge schwer. Erkrankung der Mutter meiner Hausgehilfin suche ein zuverläss., solides Mädchen in Arzthaushalt, das schon in Stellung war. Dr. Schwank, Offbg., Okenstr.24 Stenotypistin sofort oder später' gesucht. Offerten unter Nr. 14-120 an die Geschäftsstelle. Ich suche zum sofortigen Eintritt ein 16-276 Mäddien im Alter v. 20 bis 30 Jahren als Hausangestellte' Albert Ritt, Hausen !. K. Hohenzollem Großhandel in Obst-, Gemüse- und Südfrüchten Herrenfriseur erste Kraft, sof. gesucht. Dutel, Offenbg., Friedenstr. 14 Mädchen für Küche und Haushalt, welches das Kochen erlernen kann, auf 1. Oktober ges. Gasthaus „Zum Raben“ Haslach i. K. Lehrling der Lust hat, das Schmiede - handwerk zu erlernen, kann sofort- eintreten. Karl Jehle, Schmiedem. Offbg. Ritterstt. 6 Fahrzgb., El. u. Autog.-Schw. Auges. Kranken- u. Lebens- vers. sucht f. Hornberg und Umgebung einen zuverläss. Einkassierer der auch in der Lage ist, d. vorh. Bestand weit auszub. Kriegsvers. bevorz. Sicherh. od. Bürgschaft erf. Bewerb, u. J 5608 an OBANEX, Anz- Exp., Freiburg i. Br. Südd. Textilfirma sucht für erstkL Artikel (Schlager) Damen- und Herren mit entspr.. Umgangs!, u. g. Gard Tages verd. garant DM 25—30. Vorzust. Montag 24.9. v. 13-17 i.Hotel „Sonne“ Offenburg, Hauptstr. 94 Nebenverdienst Wir suchen sofort für Offenburg, fleißige, ehrt u. zuverl. Leute mit Fahrrad zum Austragen und Kassieren von Zeitschriften.. Kaution muß gestellt werden. Off u. Nr. 14-121 an die Geschäftsst. Sofort Geld erh. redegew. Herren z. Bes. v. Viehhaltem. Kreuer, Düsseldorf, Färberptr. 94 Kaufm. Lehrstelle gesucht für jungen Mann, mit Abschluß der Höheren Handelsschule. Ang. u. Nr, 18-407 an die Gesch. Flüchtling mit Familie, drei Personen, Rentner, sucht Nebenbeschäftigung als Hausmeister oder Portier, wo Wohnung geboten wird. Off. u. Nr. 7-320 an d. Geschäftsstelle Ehrliches, fleißiges Mädchen sucht Stelle in Hot. od. Gastwirtschaft. Lohn ab DM 80.— Off. unt.. 17-27 an die Gesch. Für Mittel- und Südbaden wird verkaufsgewandter Be^irhsvertreter zum Besuch von Wäschereien, Färbereien, Anstalten von eingeführter Spezialfirma gesucht. Herren mit Pkw schreiben unter Beifügung von Referenzen, Foto usw. unter Nr. 18-399 an die Geschäftsstelle. Tanztrio für Tanz u. Unterhaltung, in der Zeit der Ortenauer Herbstmesse noch frei (eigene Lautsprecberanl.) Anforderung u. Nr. 7-319 an die Geschäftsst. Altb. württemb. Teigwarenfabrik sucht f, d- Geb. Offb. Vertreter od. Reisende z. Verk. ihrer erstkl. Markenfabrik, Es kommen nur Herren in Frage, d. ein fest. Reisegebiet beherrsch, u. dadurch beste Bezieh, zum Groß- u. Kleinhandel unterhalt. u. einwandfr. nachw, können Angeb. u. Nr. St. H. 12 895 an ANN.-EXP. CARL GABLER, Stuttgart, Caliwer Straße 20. Süßwarengroßhandlung sucht tüchtigen Vertreter gegen festen Gehalt in den Bezirken Offenburg, Kehl, Lahr u. Wolf ach. Bevorzugt werden solche, die in dieser Branche schon tätig waren bzw. in den einschl. Geschäften bekannt sind. Angebote unt. Nr. 16-294 an die Gesch. Vertreter eingeführt u. fleißig, mögl. m. Kraftfahrzeug f. bekannte Schokoladenerzeugn. für Bez. Offenburg ges. Ausf. schriftl. Ang. u. Nr. 13-98 a. d. Gesch. f 11 —q Für Wollannahme und Tausch-Aktion Vertreter für sämtl. Landkreise der amerik. und französ. Zone sofort gesucht, auch nebenberuflich. Hohe Provision. Roosen & Co., Mainz, Verkäufe Fahrradanhänger zu verkaufen. 12-390 Ortenberg, Haus Nr. 21. Verschiedene Werkstatt- und andere 12-391 Fenster sind abzugeben. Um Besichtigung bittet: K. Hartin Werkzeugmaschinenfabrik Offenburg, Am Holderstock 2 Heiraten lunge ev. Landwirtstochter welche schöne, kleine Landwirtschaft geerbt hat, sucht auf dies. Wege die Bekanntschaft eines tüchtigen Land- “wirts oder landwirtsch. Arbeiters zwecks Heirat, da es ihr sonst an passender Gelegenheit fehlt. Verschwiegenheit wird zugesichert und verlangt. Zuschriften unter 18-103 an die Gesch, Haslach, verleiht der Begegnung einen besonderen Reiz. Der Liganeuling Berghaupten hat sich bis jetzt ganz gut gehalten und nimmt einen guten Platz in der Tabelle ein. Mit einem spannenden Kampf ist jedenfalls zu rechnen. W. G. Ortenberg I — Diersburg I Zum Z. Verbandsspiel empfängt der SV Ortenberg die erste Mannschaft von Diersburg. Da Diersburg und Ortenberg in der neuen Runde noch keine Punkte eingebüßt haben, dürfte ein spannendes Spiel zu erwarten sein, indem sich allerdings diesmal der wirklich Stärkere zeigen muß. Anstoß 14.30. Windscbläg~I — Bohlsbach I Um 14.30 Uhr beginnt am Lohwald das Haupispiel der ersten Mannschaften. Der Ausgang dieses Treffens, wenn der Platzbesitzer umstellt, ist als offen zu bezeichnen. Da Bohlsbach für Windschläg immer ein gefürchteter Gegner war. Ist mit einer Ueber- raschung zu rechnen. Hoffen wir, daß der neue Tormann seinem Vorgänger, der wegen einer Verletzung für längere Zeit ausfällt, alle Ehre macht und sein Können unter Beweis stellt. Im Vorspiel, das um 12.45 Uhr beginnt, ist die zweite Garnitur Windschlägs für einen Sieg gut. -tt SV Zunsweier — SV Kürzell Im ersten Heimspiel wird auf dem Waldsportplatz in Zunsweier die erste Elf des SV Kürzel! erwartet. Das letzte Auftreten der Gäste aus dem Ried liegt schon lange zurück. Die Kürzeller konnten bisher noch kein Spie! für sich entscheiden. Aber such Z kehrte aus dem ersten Spiel bei SpVgg Lahr mit einer Niederlage zurück. Handballs x Neuling Hofweier in Schutterwald Zum ersten Male in dieser Runde stellt sich Schutterwald dem einheimischen Publikum vor und erwartet einen Gegner, der nicht allzu teicfat genommen werden darf. Die Gäste, als Neuling der Landesklasse. haben sich bisher gut eingeführt und konnten teilweise beachtliche Erfolge erzielen. Die Verjüngung ihrer Elf hat sich gut bewährt. Da die Einheimischen mit kompletter Besetzung antreten. darf man diesem kleinen Lokalkampf mit Interesse entgegensehen. — Spielbeginn 14.30 Uhr mit Vorspiel. -Is- Interessante Paarungen in der Handball-Bezirksklasse Mit interessanten Begegnungen wartet die Bezirksklasse auf. Offenburg, das in disem Jahr allgemein als Favorit angesehen wird, hat den schweren Gang nach Seelbach anzutreten. Es sollte aber doch zu zwei Punkten reichen. Ebenso müßte Sulz die Elgersweierer Hürde, die zudem noch geschwächt ist, gut nehmen können. Dem Neuling Ciisbach sollte es dieses Mal auf einheimischem Gelände gelingen, seinen ersten Sieg über Ottenheim zu landen. Der immer mehr in den Vordergrund tretende zweite Neuling Reichenbach, wird nichts unversucht lassen, Meißenheim beide Punkte abzuknöpfen. Ebenso wird Nonnenweier gegen Altenheim kaum Siegesaussichten haben. -I»- Bezirksklasse Offenburg: Nonnenweier — Altenheim; Seelbach — Offenburg] EUersweier — Sulz; Ohlsbach — Ottenheim; Reichen, bach — Meissenheim. B-Klasse, Staffel Lahr: Kuhbach — Allmannsweier; Mietersheim, gegen Orschweier II; Dundenheim — Altdorf; Grafenbausen — Friesenheim; Kippenheim — Rust; Sulz gegen Niederschopfheim. Griesheim — Zunsweier Zu einer spannenden Auseinandersetzung kommt es am Sonntag auf dem Kinziggelände in Griesheim. Die.Elf aus Zunsweier erzielte in dieser Saison schon sehr beachtenswerte Erfolge. Sie wird sich auch in Griesheim bemühen, erfolgreich zu bestehen. Wenn die einheimische Elf sich in derselben Form befindet wie gegen Kork, dann ist der Ausgang jedoch völlig offen. Spielbeginn 14.30 Uhr mit Vorspiel der Jugendmannschaften beider Vereine. Geb. Offenburg gewann knapp Wie wir bereits berichteten, fand am Sonntag der Städtekampf Offenburg — Straßburg statt, den die Mannen um Dr. Barnstedt mit 6:5 für sich entscheiden konnten. Der freundschaftliche Kampf begann um 15 Uhr, nachdem Dr. Barnstedt die Gäste begrüßt und ihnen als äußeres Zeichen der . Freundschaft ein Bumengebinde und jedem Spieler die Vereinsnadel der Offenburger Schachvereinigung überreicht hatte. ♦ Von dieser Veranstaltung, deren Rückspiel im Frühjahr in Straßburg stattfinden soll, zeigen wir unseren Lesern die Partie vom 1. Brett. Oitenburger lageblatt Chefredakteur: Adolf Kimmig Verantwortliche Redaktion: Adolf Kimmig (Politik)? Franz Josef Mayer (Badner Land); Karl Gles (Kultur, Unterhaltung und Helmatbellage): Alois Hürth (Sport); Herbert Bubles (Allg. Beilagen); Walter plchert (Land« Beilage); Heimatteil: Dr. Alfred Gailer. Druck und Verlag: A. Reiff & Cie., Offenburg- Miele sctati JwfohAÄer- QMaCOtdt’ Vierrad-Tempo in gutem Zustand abzugeb. Feierling-Bierniederlage Offenburg, Weingartenstr. 39, Ein 3 Tonnen Anhänger Hensdtel . gut bereift, Baujahr 1948, zu verkaufen. Diersburg, Haus Nr. 1. Motorkipper betriebsfertig montiert, kurzfristig, ab DM 2206.—, Ratenzahlung, in prima Ausführung. Kipperbau Baden-Baden-Oos, Tel. 609 93, Rastatter Str. 6. Neues OvaJ-Faft zirka 600 Liter haltend, zu verkaufen oder gegen Mostobst zu tauschen. 16-295 Kehl, Fortkirchbachstraße 32, Siedlung Solling. 2 Weinfässer, 42 u. 100 Liter haltend, 1 H.-Wintermantel schwarz, 1 D,-Mantel, schw. (Seidensamt), zu verkaufen. Offenburg, Schillerstraße IIV. 10-568 Zu verkaufen: 1 Zuber (fahrbar), fast neu, 220 Liter haltend, speziell für Kelterhaus od. Waschanstalt; 1 Lastwinde mittlere Größe, evtl. Tausch gegen Brennholz. Heimsch, Offenburg, Friedridistr 51 a. Herren^Wintermantel und H’Uebergangsmantel, . gebr., sowie Grudeherd, sehr gut erhalten, zu verkaufen. Zu erfr unter Nr. 7-318 in der Gesch. Zweirädriger, starker Handwaqen billig zu verkaufen bei Fr. Ehrhard, Weinhandlung, Offenburg, Gerberriraße 31. 1 Büfett, Eiche umständet), zu verk. Zu erfr. u. Nr’ 1-121 in der Gesch.. Neuwert. Weinpresse mit Doppeldruckwerk zu verkaufen. 23-394 Offenburg, Kesselstr, 2 Rowen'a-Kaffeemaschine neuwertig, für Cafe oder Gaststätte geeignet, sowie guterhaltenes Akkordeon, 120 Bässe, zu verkaufen. Zu erfragen unter Nr. 8-585 in der Geschäftsstelle. Waschkommode mit Spiegelaufsatz und Marmorplatte, 1 Regulator, 1 großer Spiegel, 1 H.-Leiter- wagen zu verkaufen. Offenburg, Sofienstraße 50. Neue Kino-Kamera Siemens F II, 16 m/m, Obj. Zenon F 1,5 f. 2,5 cm zu verk. Off. u. 6-236 an die Gesch. Zu verkaufen 12-1594 1 Elektromotor 15 PS 220/380 V, 960 Umdr. mit Spannschienen und Anlasser betriebssicher 12-394 Karl Moser, Getreide- und Oelmühle, Gengenbach Kohlenherd weiß email. 80 x 84 in gutem Zustand billig zu verk. Zu erfr. u. Nr. 4-174 in d, Gesch. Garantiert reine Gänsefedern zirka 10 Pfd., zu verkaufen. Zu erfr. u. 4-172 in d Gesch. Eine gut erhaltene Obstpresse und dazu passende Obst- mühle zu verkauf. Gasthaus zum Schwanen, Bodersweier. Handwagen 8 Ztr. Tragkraft gefedert. 4-rädrig, auch als Gebirgs- gespannwagen zu verwenden für DM 200 zu verkaufen. Karl Engelhard, Offenburg Straßburger Straße 59. 2 neue Krautstanden 1 Paar feine D.-Halbsehuhe (Chevreau) Gr 37 % billig zu verk. Zu erfr. u. Nr. 6-237 in der Geschäftsstelle i»mnnS' „Suchen Sie Kapital?“ Dann gibt Ihnen ohne Vork. s Ratschi. Dr. Kiefer, Freiburg. Jacobistt 21. Sprechst. Mont b. einschl. Donnerst, 10-13 Uhr. Tiermarkt Wieder ein^ frischer Transport Münsterländer Arbeitspferde eingetroffen bei Wilhelm Strosack, Altenheim. Telefon 38 Zugochse 4jährig, gut eingef., zu verk. Durbach-Sendeibach 96. 10-567 214 oder 3)4 jährige Pferde Wallach, zu verkaufen, unter zweien die Wahl, Kurt Wurth, Altenheim, Friedrichstraße 11. Jüngere Fahrkuh (Seilkuh), nicht tragend, zu verkaufen. 2-695 Ebersweier, Haus Nr II 2 gute Milchziegen zu verkaufen. 13-100 Offenburg, Gymnasiumstr. 4 Schöne Ferkel sind zu verkaufen. 23-393 Durbach-Sendefbach Hau® 92t Schön. Läufers* wein zu verkaufen 9-162 Elgersweier, Haus 52a Schöne Ferkel zu verkaufen. 9-161 Elgersweier. Haus 227 Schöne Ferkel zu verkaufen. 4-173 Jo®. Demdinger, Waltersweier 1 Wurf Ferkel . zu verkaufen. Elgersweier, Haus 181 Ferkel zu verkaufen. 10-572 Griesheim, Haus 67 2 Sdiä'erhündinnen 9 Wochen alt, mit Stammbaum, billig abzugeben. Altenheim, Hauptstraße 28. Samstag. 22 September 1951 r Am 20. September entschlief sanft unsere liebe, allzeit treusorgende Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Mathilde Schatz Wwe. ged. Stenzei im Alter von 77 Jahren Ottenburg, den 21. September 1951 Hildastr. 23 Geschwister Margarete, August und Rudolf Schatz und Angehörige Die Beerdigung findet Montag, den 24. September 1951 um 11 Uhr statt. Für die mir erwiesenen vielen Glückwünsche danke ich auf diesem Wege herzlichst. V. Frau Amalie Kern, geh. Schirmann. J Danksagung Es ist uns nicht möglich, all den lieben Menschen, die uns beim Tode unserer lieben Mitschwester, unserer guten Tante Schwester M. Esdra ihr Beileid bekundeten, persönlich zu danken. Wir sagen deshalb allen auf diesem Wege für die vielen Messe-, Kranz- und Blumenspenden recht herzlich Vergeltsgott. Offenburg, den 21. September 1951 Schwester Oberin und Convent, Vinzentiushaus nebst allen Angehörigen unserer lieben Toten Friedrich Streb Ottenburg, Gaswerkstt. 19/23 Tel. 1227 Neu- und Umwicklungen von tiekUomoioMH. Generatoren / Transtormatoren Neue and gebrauchte Elektromotoren Maschinenbau Brillen Of fbg- Rheinstr. 7 Ks ssen-Liefera nt Klein in ihrer Größe Groß in ihrem Erfolg Das. ist die Klein- Anzeige! Salbst Kl«in-Eva Uuscht begeistert dem wundervollen Klang des METZ mit der verblüffenden UKW-leisfung Vorführung in jedem Fachgeschäft Bequem* Teitiahlung g(S.*sv • .• «■ • -.* 'Wt: 'iÖMWtmdm ZSftÜrOHQf £>/(> AP»SRJTEFA6R)K FURTH/8AY. Todesanzeige — Danksagung Nach kurzer schwerer Krankheit entschlief am 10. Sept. 1951 meine treusorgende Frau, unsere liebe Mutter, meine gute Oma Gertrud Huber geh. Mai Für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme sowie für die Kranz- und Bhimenspen- den sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Fessenbach, den 22. September 1951 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Mathias Huber Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung, für die ehrenden Nachrufe sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden beim Heimgang unseres lieben Vaters, Onkels, Bruders und Schwagers August Huber sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Offenburg, den 21. September 1951. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau CäcIIIe Huber Wwe. und Kinder D H V / Berufsverband der Kaufmannsgehilien ORTSGRUPPE OFFENBURG Winterbildungsarbeit 1951/52 (LEHRGÄNGE) Buchhaltung für Anfänger Buchhaltung für Fortgeschrittene Kaufm. Briefwechsel Kaufm. Rechnen Wechsel- und Sdtedcrechf Steuerrecht und Steuerprobleme Betriebsorganisation und Kundenwerbung Französisch Stufe I und II Englisch Stufe 1 und II ’ Spanisch Stufe Kunst- und Plakatschrift Schaufensterdekoration Kurzschrift Maschinenschreiben 'Arbeitsgemeinschaft für Bilanzbuchhalfer Vortragsreihe aus dem kaufm. Berufsleben (5 Voiträge vierzehntägig) Anmeldungen : bis spätestens 29. September 1851 Zigarrenhaus Bischof, Steinstraße 14 IraueraMiM für die Monia gausgabe bitten wir bis Samstag 12.30 Uhr oder Sonntag von 17—20 Uhr in unserer Geschäfts- v stelle, Komstraße 10 am Marktplatz aufzugeben. .OFFENBURGER TAGEBLATT* Telefon 1537 / 2134/1377 's. Versende per Nachnahme: 100 St. Landjäger DM 18.— (Dauerwurst) SO St. Bauernbratw. DM 17.— (zum Heißmachen) 5 kg Salami HM 20.— (nach ital. Art) 5 kg Bierwurst DM 17.— 5 kg Blockwurst DM 15.— Nichtgefallende Ware wird zurückgenommen. Schweine- u. Pferdeschlächterei Weber, Rexingen, Krs Horb. J Heiraten Alleinstehender Schlesier 42 J-, 172 gr., ev., gut u. jünger aussehend, schuldlos geschieden, leicht kriegsbeschädigt, Handwerker, Natur- u. Sportfreund, wünscht nettes, liebevolles und häusliches Fräulein oder Witwe mit guter Vergangenheit, mit Kind angenehm, bis zu 35 J., zwecks Heirat kennenzulemen. Bildzuschriften unter Nr. 10-566 an Geschäftsstelle. I Mieigesuche | Studien rat sucht möbl, Zimmer 19-151 Off. u. Nr. 19-151 Geschäftsstelle an die 2-3 Zimmerwohnung in Offepburg oder Umgeb. geg. Baukostenzuschuß oder erste Hypothek per sofort gesucht. Off. u. Nr. 2-715 an die Geschäftsstelle Möbliertes Zimmer od. Schlafstelle, heizbar, von Ingenieur gesucht. Off. u. Nr. 4-175 an die Gesch. Möbliertes Zimm er mögl. heizbar, von berufst. Fräulein ges, Off. u. Nr.. 12-393 an die Gesch. In oder außerhalb Offenburg kleine 2-Z.-Wohnung od. 2 Leerzhmner (auch Mansarde) zu mieten ges. Off. unt. Nr. 23-392 an die Gesch. Kinderloses Ehepaar sucht 1-2-Zimmerwohnung Off. u. Nr. 8-587 an 6. Gesch. 3 0 Als größtes Spezialhaus für Damenbekleidung in Baden verfügen wir nicht nur über die weitaus umfangreichste Auswahl, sondern auch über die höchste Zahl von Herstellern. Dies ergibt Innerhalb unserer Auswahl eine Vielfältigkeit, wie sie kein zweites Geschäft dieser Art in Baden aufzuweisen hat und welche gestattet, sich ganz nach persönlichem Geschmack zu kleiden. Je umfangreiches: die Auswahl — je größer auch die Zahl der Einzelstücke, je höher die Zahl der Hersteller — je vielfaltiger auch das Angebot Wer darum geschmacklich wirklich individuell bedient sein will, wird stets da kaufen, wo die größte Auswahl zu finden ist. n Vi (£• i i fätärjRnmer Jfoibtüfa Papier kauft laufend zu höchsten Preisen Allgem. Rohstoffverwertung G. m, b. H. Niederlassung Ottenburg Innahme imr 6lasersfraBe 10 Allmessing, Altkupfer Zink, Biel, Aluminium, Akku blel.ZInngeschir r utw. kaufen wir für unsere Metallwerke zu höchsten Tagespreisen. üllHOTMlns Rohstottverwutung B.a.k.1. Misderias s rog Ottenburg Gtaseritraße 10 Veimietungen Möbliertes Zimmer gep Eingang, Etag.-Heizung, zu vermieten. Oüerten unter Nr. 10-570 an die Gesch. SdiSne 37=-Zimmer-Wofwung mit Zubehör in der Oststadt geboten; suche geräumige 4— 5-ZL-Wohnung Angeb. u. Nr. 2-890 an die Geschäftsstelle. Kaufgesuche Jauchepumpe gebrauchsfertig, zu kauf. ges. Zu erfr. unt. 1-120 in d. Gesch. Korbkinderwagen zu kaufen gesucht. 11-269 Appenweier, Telefon 305 Tannenhonig vorjährige Spättracht, dunkel, kauft wieder und erbittet Zuschriften mit Menge und Preis bei Selbstabholung und Barzahlung Schwarzwaldhaus Karl Glatt Mannheim AmekmxhtieieaZMenvm BrottckRIt, Asthma, Hinten, Verschleimung und Luftröhren - Katarrh btzvaieren lieb die Dr.t me k e r TeV ea t m t, mm naturgemäße AM jjfl a nim If ■q ua i l i ' i* . maaoafadi tr/robtjimA dem Origiaalrezapl meetDr. med.Boetherzurammengtletzt. Sie wirken tta r l r vh l r imlösend, beteiligen den quOen- dm Heattmei* eaed kuäfdgm dis grenze Broncbiengwekäk KAmken ttnede Arzte verordnen die De. Boether-Tabletteh. MehonhtammdAnte besdmmgttnibre ptm Etfehr eeetg m. Täglich treffen Zu- uhrißen dankbarer Patientenbeiunttm. looDr. dorther- Tabletten . , DU j .40 Tablette* (K k i ipa dumg ) mei^fj Sitmd fni imß i dt imatmApotheken. 7 Heilstoffe vereint nadt den naturgemäßen Verfahren van Da. KAD-SOATIIM ' Oclhmpso/r's l&ßWOtt/a 1 pult>er/i das altbewährte ROTE PAKET Millionen waschen damit ebenso gut aber billiget^. Doppelpaket 68~noch vorteilhafter Mostfässer fabrikneu _ ^ rund, füllfertig atu Eichenholz: Ltr S N W M lfehr* DU *6 - *9.78 «6.50 56 20 preis f. Türle 1.70 1.10 1.50 » 90 tat Budienholxt Ltr. 50 IM *00 600 Hehr- DU US» *5.- » 50 «6.50 preis L Türle l.tt ISO I M 4.50 FaBfabrilc Hessental / WOrtt. I neuwertiger Kipp-Lkw. nicht unter 150 PS, zu kaufen gesucht. Angebote unter Nr. 12-388 . an die Gesch. Graies Haar; Notar-1 färb« wieder I dtweh H. B l Nr« 100. Seil20ihr. bewährt! Unaeffaltig. I einfach anzuwende». Nähere* kostenlos. I Pr«« AJHUiller,MöncfeeA RaPastfecfc I t»? I U*m |f. s (| gesunde Nerve 1 * nerz-nrcin, und tiefen Schlaf durch ENERQETICUM echt im Eaionnboiu Hofmann Offtlbarg, Hauptstraße 77 Samstag, 22. September 1951 maiO odm Am Mittwoch, den 26. und Donnerstag, den 27. 9. 1951, jeweils um 16 Uhr u. 20 Uhr zeigen wir im tf unsere Herbst-Modenschau, zu der wir freundlichst einladen. Es wirken mit: | Fritz WINKER der Meisterparodist und Humorist am Flügel Gertr. STEINER,die von allen deutschen Sendern her bekannte Koloratur-Sopranistin Fritz K RIS C H E der bekannte Modeplauderer. Mannequins des Mannequin-Studio Stuttgart Die Hauskapelle des .Palmehgarien* und folgende Offenburger Firmen: Elly Kraue« O. A. Seidel . . August Kirn . , Pels-Hummler Joeef Wolf-Erben Eduard Weber . , Hüte Schuhe Lederwoxen Pelze . Schmuck Frisuren Kartenvorverkauf bei Jos. Faisi Nacht Tischbestellungen im Palmengarten, Eintritt DM1.- Sidiern Sie sich rechtzeitig einen guten Platz. '“fötal** Alles, was Sie zur benötigen, iinden Sie bei Ihrem FRISEUR Er ist Ihr Berater Kegelbahn «Zur Brandeck* ob sofort Jeden Sonntag obend frei Interessierte Kegelgeseüschaften können sich um diese Abende im Gasthaus zur Brandeck Ottenburg, Zeller Straße 44, bewerben, W. HÜGEL JUutff Bühl M. Birksnmsisr, Ttleion 1751 Samstag - Sonntag Gesalzenes mit neuem Sauerkraut Spezialität: Hlhnchsn GzmBtliehe löume, iflr Geeellichoften geeignsl Wolle Wäsche Strümpfe ^ SäugL-Artik. Strumpf-Rep. Kurzwaren* Kahlke Ottenburg Friedenstr. 1 Saalba onne Zell-Weierbach Tel. «415 Samstag, 22. Sept., ab 20 Uhr Sonntag, 23. Sept., ab 19 Uhr Es spielt das Tanzorchester GOLLING Pendelverkehr ab Einhornapotheke am Samstag u. Sonntag od. d. Anr. 1415 IT AM 2 -^ Aer Öftenhurq Mittwoch, den 26. September 1951 20 Uhr, in der Stadthalle Ottenburg Carl Orff (Zarm\\u\ bun iha l Kantate nach frühmittelalterlicher Vagantenpoesie Solisten: Gertrud Jenne (Sopran), Nationaloper Mannheim Bernd Heyer (Bariton), Staatsoper Möndien Hubert Welndel (Tenor), Staatstheater Karlsruhe Kammerchor und großer gemischter Chor des MGV. Concordia Ottenburg Das durch Mitglieder des Badischen Konzert-Orchesters verstärkte Ortenau-Orehester. Leitung: Musikdirektor Peter Seeger. Karten Vorverkauf: Europa-Haus, Telefon 1131 und 1941 Letztjährige Theater-Abonnenten Vorzugspreise Inhaber von Fest-Plaketten aui allen Plätzen Ermäßigung V__ r - Geschüftsvarlegung Unserer verehrten Kundschaft nnd der werten Bevölkerung von Ottenburg beehren wir uns, die Verlegung unserer Metzgerei von der Kirch straße (Metzgerei Fuchsschwanz) nach der Lange Straße 40 (frühere Metzgerei Siebert) anzuzeigen. Es wird unser eifriges Bestreben sein, unsere Kundschaft wie bisher bestens in Fleisch- u. Wurstwaren zu bedienen, und wir bitten, das große Vertrauen auch in unserem jetzigen Geschäftslokal uns zu bewahren. Ottenburg, den 22. Sept 1951 Metzgermeister Äugest Schirmen« ud Frau ENTWURF UND AUSFÜHRUNG i'i'iiwiu'fa klMtheeä für Onduatrie u.Handel HEINZ SCHUNKE ATELIER DER WERBETECHNIK OFFENBURG 132? HILDASTR.51 VON MESSESTÄNDEN Anzeigen sind Angebot und Verkauf CJm l ZELL-WEIERBACH Samstag, den 22. Sept- ab 20 Uhr Sonntag, den 23. Sept. ab 17 Uhr Es spielt dasTanzordiester.Melodia* TANZ Fahrgelegenh. Zell-Riedle/Offenburg durdi oen Pieoleexpreh fei. 1801 r Herzlichen Dank . den Freunden und Bekannten für die mir anläßlich meines 65sten Geburtstages und des Geschälts- jubiläums so überaus zahlreich übermittelten Glückwünsche nnd Geschenke Geifert Achemsr Möbelindustrie Achern, Kirdistr. 2—9 J Lassen Sie Ihre Tapezierarbeiten vom gelernten Facharbeiter Es empf e h Karl Balluff Lange Straße 51 Josef Gölzsr Wwe. Sophienstraße 7 Ewald Gottschalk Friedrich straße 36 Fritz Kluge Vogesenstraße 43 Hans Konprecht Gerber straße 11 ausiühren I len sich: Josef Menzer Hauptstraße 91 Wank Blaser Pfarrstraße 2 Emil Weimer Glaser stiaße 5 Simon Wolf Gymnasiumstiaße 3 Otto Wunderlich Saarlandstraße 8 Samstag und Sonntag ab 20 Uhr ■ 0*1* (Nur iür Zivil) Es spielt die Tanzkapelle „Harmonia* Eintritt freit Adlsr-5aal Griesheim Sonntag, 23- September 1951 Saaleröffnung mit Nachmittagekonzert des Musikvereins Griesheim anschließend TANZ Es ladet ein: Der Musikverein Griesheim und Familie End Gepflegte Weine, vorzügliche Küche Beginn 1430 Uhr Treffpunkt ln 6eng«nbacli Cafe Bayer im r Io Speisekortoffeln gelbfL zur Wintereinkeilerung aus besten Anbaugebieten liefert durch Selbstverladungen zu billigsten Preisen. Bestellungen in Mostobst (Äpfel) werden ebenfalls angenommen. Lieferung ab Lager oder frei Haus. Bol landw. Zentral-Genossenschaft Lagerhaus Ottenburg, Telefon 1640, Güterbahnhof In unserer bekannten wird ab sofort Kaffee ausgegeben. Wir werden bemüht sein, auch hier nur Erstklassiges zu bieten und bitten um geneigten Zuspruch. Familien Stegle-Winkler Ottenburg, Lange Straße 54 » Tel. 1687 Verband Deutscher Soldaten (VDS| Kreisverband Offenburg Am Dienstag, den 25. 9. 1951, 20 Uhr, findet im Gasthaus „Zauberilöte* eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Vollzähliges Erscheinen erwünscht. Der Vorstand Schwerhörige b|b die einer zuverlässigen Hörhilfe bedürfen; haben sicheren Erfolg mit dem neuartigen deutschen Wunderwerk der Technik Siemens Phonophor Alpha klein und leicht — klangvoll und lautstark. Eine Meisterleistung 40j ähr. Erfahrung im Hörhilfebau. Prospekt durch Siemens-Reiniger-Werke AG. Mannheim D 4. 1 Unverbindl. u. kosten!. Anprobe am Dienstag, 25. 9. 51 in Offbg., v. 14—19 Uhr im Hotel „Drei Könige“ Seifen Hamnetet OffMberg. SpiteistraBe Wosch- und Putzartikel jeder Art zu billigsten Preisen Nahtransporte aller Art, auch Möbel (kleine Umzüge) übernimmt Erwin Kraus Transporte, Oftenburg Augustastr. 14, Tel. 1909 für 0M 5.- wöchentlich bei einet Anzahlg. v. DM 2‘ ein Fahrrad v.Fahrradhaus Stephan Ottenburg, Lange Str. 35 Fuchs Elektroseräte Insultationen Metzgerstr.1 Telefon 1660 BERUFS- 4* KLEmUNÄ 5CHDEL I? OFFENBURG. NuBdorfer WeiBwain 1 -Liter-Flasche aussdii. Glas DM -.98 N INDEN GESCHÄFTEN 0 Verschiedenes Warum Baukostenzuschuß? Dafür eig. Blum-Fertighaus auf Teilz. Blum St Cie., 218 Bielefeld WeBhee Sägewerk od. wer hat einige fm (vorläufig eine Lkw-Ladung) Schwarten- o. sonst. Abfaliholz lose od. geh. vorrätig. Ang. u, Nr. 8-583 an die Gesch. Bestecke nur Ia Markenware 90 gr. Silberaufl. u. mass. rostfr. kompl. DM 45.- Raten mo- natL DM 10.- lief. dir. an Priv. Verl. Sie Katal. grat. u. unverb. Jos. Pilgram, Großvers. für feines Tafelsilber, Scherfede/Westf. Kemselte gelb, helle gute Qualität nr 3 BlodutBcke DM %Ov Feinseife Lavendel oder Kölnisdi Wasser ar 4 Stüde je 75 g DM ~*«fw 1 INDEN GESCHÄFTE N~~M