€ Erscheint wödientlidi viermal. Bezugspreis für den laufenden Monat DM 2.50 zuzü*^. 30 Pfg. Trägerlohn. Einzelnummer 20 Pfg. Im Falle höherer Gewalt ier bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen f nspruch aui Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. iilteftes Heimatblatt für Staöt und Beuch Offenbutg llaieigenblatt mit anetbannt guter Berbemirbung Erfüllungsort und Gerichtsstand Ottenburg. Zur Zeit ist die Anzeigenpreisliste Nr 2 gültig Druck u. Verlag A Reiff* Cie.. Buchdruckerei. Offenburg/Baden. Geschäftsstelle: Ottenburg, Komstraße 10. Fernsprecher: Ottenburg Nr 1587 , 2134 u. 1377. Postschließfach Nr. 333. Postscheckkonto: Karlsruhe Nr. 13881. Nummer 44 Dienstag, 18. März 1952 Ausgabe a 141. Jahrgang UNO-Kommission nimmt Arbeit auf Prüfung in der Bundesrepublik und Ostzone gleichzeitig oder gar nicht — Bundeskanzler überreicht Weißbuch über die Verwirklichung gesamtdeutscher Wahlen Bonn. Die UNO-Kommission, die die Voraussetzungen für gesamtdeutsche Wahlen prüfen soll, begann am Montag in Bonn mit der Vorbereitung ihrer Arbeit. Sie wird ihre eigentliche Prüfungsarbeit, wie der Chefdelegierte Kristjan Albertson (Island) betonte, entweder nur gleichzeitig im Bundesgebiet und in der Ostzone, also in Gesamtdeutschland, oder überhaupt nicht aufnehmen. Wenn der Kommission die Einreise in die Ostzone, um die sie bereits am 22. Februar "schriftlich bei General Tschuikow nachgesucht hat, verweigert werde, müsse sie auf ihre Untersuchungen ganz verzichten. Bei ihrem jetzigen ersten Besuch in Deutschland orüft sie die Voraussetzungen ihrer Arbeit. Es ist noch unbestimmt, wie lange die Delegierten auf eine sowjetische Antwort warten wollen. „Ich glaube nicht“, sagte Albertson, „daß wir noch sehr lange warten können.“ Bundeskanzler und Außenminister Dr. Adenauer, der in Anwesenheit des gesamten Bundeskabinetts die Kommission im Palais Schaumburg empfing, überreichte den UNO-Delegier- ten ein Weißbuch der Bundesregierung über die Verwirklichung gesamtdeutscher Wahlen. Er sicherte der Kommission jede Unterstützung bei ihrer Arbeit im Bundesgebiet zu. Der Kanzler sagte: „Das deutsche Volk begrüßt die UNO-Kommission und wünscht, daß durch ihre Arbeiten die Einheit wiederhergestellt wird.“ . Der Chefdelegierte der- Kommission, Kristjan Albertson, umriß in seiner Antwort noch einmal die Aufgabe der UNO-Vertreter. Er wies darauf hin, daß es noch ungewiß sei, ob die Ostzonenregierung freien Zutritt in ihr Gebiet gewährt. In einem Memorandum, das deift Bundeskanzler überreicht wurde, sind im einzelnen die Richtlinien umschrieben, die die Delegation von der UNO-Vollversammlung für ihre Prüfungsarbeit in Deutschland erhalten hat. Johannesburg. In einem Goldbergwerk bei Odendaalrust im Oranjefreistaat ereignete sich am Sonntag ein schweres Unglück. Eine eineinhalb Meter dicke Betondecke brach in 1800 Meter Tiefe zusammen und begrub mit dem nachstSrzenden Gestein eine größere Anzahl von Arbeitern unter sich. Bisher steht fest, daß drei Weiße und sechs Eingeborene getötet wurden. Es wird befürchtet, daß die Zahl der Todesopfer bis auf 60 steigen könnte, da sich etwa soviel Arbeiter an der Unglücksstelle aufhielten. Die genaue Zahl der Toten wird sich erst feststellen lassen, wenn die Schuttmassen weggeräumt sind. Die Rettungsarbeiten wurden sofort mit aller Energie aufgenommen. Der Schacht, an dessen Sohle das Unglück geschah Auf dem Petersberg, dem Sitz der Alliierten Hohen Kommission, hatten die UNO-Ver- treter vor ihrem Empfang beim Bundeskanzler eine etwa einstündige Aussprache mit den alliierten Hohen Kommissaren Francois-Poncet, Sir Ivone Kirkpatrick und General Hays in Vertretung McCloys, der in Paris ist. Auch die Hohen Kommissare sicherten den vier UNO-Delegierten jede Unterstützung für ihre Arbeit zu. Volkskammer-Erklärung überreicht Bonn. Der stellvertretende Direktor der Ost- zonen-Volkskammer, Ministerialdirektor Otto Jatzke, übergab am Montagvormittag Bun- Paris. Die Pariser Beobachter sehen der Auseinandersetzung zwischen dem Bundeskanzler und dem französischen Außenminister über die Saarfrage bei den Verhandlungen des europäischen Ministerausschusses gespannt entgegen. Man erwartet, daß Schuman wiederum auf, seinem ursprünglichen Standpunkt, nach dem das Saarproblem nur durch den Friedensvertrag endgültig geregelt werden kann, bestehen wird. Schumans Position in dieser Frage wird als nicht sehr sicher betrachtet und man glaubt nicht, daß er viel Unterstützung bei den anderen Mitgliedern des europäischen Ministerausschusses finden wird. Die Zeitung „Le Monde“, deren Ansichten vom Außenministerium inspiriert sein dürften, veröffentlichte am Montag einen ungewöhnlich scharfen Aufsatz. Sie schrieb, man müsse es Bonn begreiflich machen, daß der war erst einige Stunden vor dem Einsturz in Betrieb genommen v^orden. Drei Bergleute verschüttet Hückelhoven. Drei vermißte Bergleute, die bei einem Grubenunglück auf der Zeche Sofia-Jacoba in Hückelhoven Kreis Erkelenz am Sonntagmittag verschüttet wurden, konnten noch nicht geborgen werden. Es gelang den Bergungsmarinsehaften bisher nicht, sich an die Verschütteten heranzuarbeiten. Das Unglück entstand durch den Bruch eines Abbruchstrebes. Von den insgesamt fünf verschütteten Bergleuten wurden am Sonntag zwei lebend gerettet. Nach Ansicht der Zechenleitung besteht keine Hoffnung mehr, die drei ver- ’ mißten Bergleute lebend zu bergen. destagspräsident Dr. Hermann Ehlers ein Schreiben der Volkskammer an den Bundestag, dessen Inhalt auf der Freitagssitzung beschlossen worden war. In der einstimmig verabschiedeten Erklärung spricht die Ostzonen- Volkskammer die Erwartung aus, daß sich der Bundestag bald für den beschleunigten Abschluß eines Friedensvertrages, so wie er in der Deutschland-Note an die Westmächte von der Sowjetunion vorgeschlagen wird, ausspricht. Außer dem Schreiben der Volkskammer überreichte Jatzke eine gemeinsame Erklärung der Fraktionen der Volkskammer'und einen Begleitbrief des Volkskammer-Präsidenten Johannes Dieckmann an den Bundestagspräsidenten. seit Monaten betriebene Feldzug der Beleidigungen, Einschüchterungen und Erpressungen gegen Frankreich und das Saarland die Regelung der Saarfrage nicht beschleunigen könne. Der Bundesregierung käme es nicht zu, die demokratischen Freiheiten herauszustellen, nachdem sie selbst ihre vielleicht letzte Frist benützt, dem deutschen Volk die Wiederaufrüstung „aufzuzwingen“, die es gar nicht wolle. Man könne leicht in Versuchung kommen, nach einer Bilanz der deutschen Manöver für die Rückkehr der Saar ins Reich („Le Monde“ schreibt ausdrücklich Reich) sich der Methode einer allzunahen Vergangenheit zu erinnern und daraus die Folgerungen zu ziehen. Das Blatt fordert das Außenministerium auf, nunmehr in direkten Verhandlungen mit Deutschland den Saarstreit zu liquidieren. Keine Lösung der Saarfrage in Paris zu erwarten Drahtbericht unserer Bonner Vertretung Bonn. Von zuständiger Stelle verlautet am Montagabend, daß man eine endgültige Lösung der Saarfrage weder von der Sitzung des Ministerausschusses des Europarates noch von einer ersten Fühlungnahme zwischen Dr. Adenauer und Außenminister Schuman werde erwarten dürfen. Jedenfalls sei nicht daran zu denken, daß vor einem Gespräch zwischen Bundeskanzler und dem französischen Außenminister irgendeinte Marschroute für die Lösung der Saarfrage bestimmt werden könne. Die Tagesordnung des Mlnisterrates sehe lediglich eine Bestätigung des deutschen Saarmemorandums vor. das sich nur mit der Notwendigkeit der Herbeiführung demokratischer und freiheitlicher Zustände im politischen Leben des Saargebietes befasse, die übrigen zwischen Deutschland und Frankreich noch offenen Probleme des Saarkomplexes aber gar nicht berühre. SftaaietpakQ fut tiseuUowet? fm In den USA haben vor wenigen Tagen die Vorwahlen für die Präsidentschaftswahlen begonnen. In diesen Vorwahlen sind 2435 Delegierte zu benennen, die im Juni oder Juli zum Nationalkonvent zusammentreten, um die Nominierung des endgültigen Präsidentschaftskandidaten der beiden Parteien vorzunehmen. Die Delegierten gehören je zur Hälfte der demokratischen und republikanischen Partei an. Die erste Runde dieser Vorwahlen fand in dem kleinen Staat New Hampshire statt, der über nicht mehr Wahlberechtigte verfügt, als beispielsweise Frankfurt Einwohner aufzuweisen hat. Sie brachte zwei bemerkenswerte Ueberraschungen, denn die Wähler entschieden sich sehr eindeutig dafür, wen sie am 3. Januar kommenden Jahres als Präsidenten im Weißen Haus in Washington ziehen zu sehen wünschen. Die Republikaner glauben, daß Eisenhower der richtige Mann sein dürfte, die Demokraten indessen scheinen nicht gewillt zu sein, ihren bisherigen Präsidenten Truman weiterhin als Staatsoberhaupt wirken zu lassen. Die sehr klare Auseinandersetzung um die Popularität in New Hampshire zwischen den Republikanern General Eisenhower, Senator Taft und dem ehemaligen Gouverneur Stassen, sowie zwischen den beiden Demokraten Präsident Truman und seinem Gegenspieler Senator Estes Kefauver ist zu einem Gradmesser für den weiteren Verlauf der Wahlen und auch für die Präsidentenwahl selbst geworden. General Eisenhower hat mehr republikanische Stimmen auf sich vereinen können, als die beiden anderen Kandidaten zusammen erhielten. Senator Kefauver hat mit mehr als 3600 Stimmen Truman überflügelt. Dies ist immerhin beachtlich, denn Kefauver war vor einem Jahre im politischen Leben der USA ein« noch unbekannte Persönlichkeit, verstand es aber, sich durch die sensationellen Untersuchungen des Verbrecherunwesens in den USA mehr und mehr in das Blickfeld des öffentlichen Lebens zu rücken. Wesentlicher jedoch bei dem ganzen Vorgang ist die Tatsache, daß Eisenhower mehr Stimmen verbuchen konnte, als Truman und Kefauver zusammen zufielen. Eine noch größere Ueberraschung indessen bedeutet es, daß es Truman auf einen Prestigeverlust hat ankommen lassen, nachdem ihm bekannt war, daß Senator Kefauver sich nur aufstellen ließ, um die Nominierung seiner Partei zu erlangen. Während Kefauver mit seiner Gattin von einer Ecke des New-Eng- land-Staates zur anderen reiste, um den Wahlkampf persönlich zu betreiben, nahm Truman bis jetzt eine fast völlig passive Stellung ein; und das überrascht in den USA. Zwar sagt man, daß sich Truman ja noch gar nicht entschieden hat, ob er noch einmal in das Weiße Haus einzuziehen gedenke, doch ■ andere glauben, Truman sei für eine nochmalige Kandidatur nicht mehr populär genug, weil ein großer Teil der Republikaner und seiner demokratischen Parteifreunde mit seinen politischen Entscheidungen der jüngsten Vergangenheit nicht mehr einverstanden sei, und wieder andere sind der Ansicht, daß er zu alt sei Er selbst machte keinen Hehl daraus, von Zeit zu Zeit merken zu lassen, daß er amtsmüde sei. Auch ließ er hin und wieder seine Bereitschaft durchblicken, das Staats- Sdiweres Unglück im Goldbergwerk Zahl der Todesopfer noch nicht zu übersehen Vor Beginn der Saarbesprediungen Wird Schuman auf seinem Standpunkt bestehen ? Drahtbericht unseres Pariser Korrespondenten Bild links; Die Zentrumsabgeordnete Helene Wessel wird in Berlin-Neukölln, wo sie mit Dr. Heinemann sprach, unter starkem Polizei schütz von der Kundgebung geleitet. — Bild rechts: In Kairo fand der Prozeß gegen die erste Gruppe der Unruhestifter des „Schwarzen Samstages statt. Die Angeklagten wohnten hinter einem Drahtkäfig der Verhandlung bei. Dienstag, 18. M8rz 1952 steaer einem anderen Demokraten zu überlassen. Außerdem scheint es nicht nur eine Hypothese zu sein, daß Truman seit einer Reihe von Monaten sin Popularität verloren hat. Kefauver wird daher seipen Erfolg über Truman zu nützen wissen und während des Wahlkampfes alle Register ziehen, um sich seine Aufstellung zu sichern. Der Wettlauf um die Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat zwischen Eisenhower und Taft erinnert an das Märchen vom Hasen und Swinegel. Während Taft persönlich durch die Staaten reist und für sich Stimmung macht, sitzt General Eisenhower noch immer in seinem französischen NATO- Hauptquartier. Wahrscheinlich will er sich nicht durch einen Vorstoß gegen das ihm als Soldat auferlegte Verbot der politischen Betätigung unbeliebt machen. Doch ist es ihm gelungen, ohne auch nur eine einzige Wahl rede zu halten, seinen Gegenspieler zu überrunden. Die Bewohner von New Hampshire haben ihn gewissermaßen auf „Treu und Glauben“ . gewählt, denn seine Ansicht zu innerpolitischen Problemen ist den Wählern ebenso wenig bekannt, wie seine Einstellung zu außenpolitischen Fragen. Jene Wähler, die dem Oberkommandierenden der Atlantikstreitkräfte ihre Stimme gaben, haben ihm ein »ehr großes Maß von Vertrauen geschenkt. Das ehrt Eisenhower und verpflichtet ihn dazu, nun persönlich aktiv in die Wahlkampagne einzugreifen. • Die Umgebung des General* hat dieser Tage bereits zu verstehen gegeben, daß der General jetzt üon „Wählfleber“ erfaßt sei. Er hat auch in seinem Pariser Hauptquartier drei weit über die Grenzen der USA hinaus bekannte Persönlichkeiten empfangen, mit denen er Wahlbesprechuhgen führte. Der Herausgeber der „Chicago Tribüne“, Oberst Robert McCormick, der sich für die Nominierung Tafts und gegen jede weitgehende Bindung der Vereinigten Staaten in Europa ausgesprochen hat, erklärte anschließend an die Besprechungen, daß, falls Eisenhower nominiert werde, er diesem jede Unterstützung zukommen lasse. Der frühere Chef der Marshall-Planhüfe, Paul Hoffman, der zu den drei Vertrauten zählt und zu den wichtigsten Männern in der Wahlkampagne für den General überhaupt gehört, meinte, daß, wenn Eisenhower vor dem Parteikonvent aktiv in den Wahlkampf eingreife, für ihn die Nominierung ein Spaziergang sei. Sei Eisenhower aber erst einmal nominiert, werde auch die Wahl für ihn ein Spaziergang sein. So einfach dürfte aber auch die Kandidatur Eisenhowers nicht vonstatten gehen. Zunächst wird sich erst einmal Truman entscheiden müssen, ob er noch einmal kandidieren will oder nicht. Er selbst hat diese Entscheidung auf den 29. April festgelegt. Eine Nichtkandidatur Truman* käme für die USA einer Sensation gleich. Eisenhower aber müßte dann ernsthaft mit seinem demokratischen Gegenkandidaten Kefauver rechnen. Der Wahlausgang ist demnach trotz dem eindeutigen 'Ergebnis iri New Hampshire noch völlig offen. 'Vöti einem Spaziergang für Eisenhower zu sprächen, ist zumindest im Augenblick verfrüht Wo tagt die Landes Versammlung ? Dr. Kopf schlägt Karlsruhe vor — Einberufung auf 25. März nach Stuttgart Um die Auflösung des Badischen Landtags Drahtbericht unsere« tt-Berichterstatters Stuttgart Der Ministerrat der drei südwestdeutschen Länder trat am Montag unter der Leitung seines Vorsitzenden Dr. Reinhold Maier in Stuttgart zu seiner sechsten Sitzung zusammen. Beraten wurde über die - Frage des Vollzugs der Einberufung der Verfassunggebenden Landesversammlung, über den Entwurf zu einem Ueberleitungsgesetz sowie über zwei Anträge aus Freiburg, die die Existenz des Südbadischen Landtags nach dem 25. März betreffen. Die am 9. März in den Ländern Württem berg-Baden, Württemberg-Hohenzollem und Baden gewählten Abgeordneten der Verfas- funggebenden Landesversammlung des Südweststaates sind von dem Vorsitzenden des südwestdeutschen Ministerrates, Ministerpräsi dent Dr. Reinhold Maier, auf Dienstag, den 25. März, 12 Uhr, in den Sitzungssaal des Würt- tembergisch-Badischen Landtags in Stuttgart zur ersten Sitzung einberufen worden. Der CDU-Abgeordnete Wilhelm B ä ßl er aus Freudenstadt wird bei der ersten Sitzung der Landesversammlung das Amt des Alterspräsidenten übernehmen. Ministerpräsident Dr. Maier hat ihn für kommenden Samstag zu einer Besprechung nach Stuttgart eingeladen, um mit ihm die technischen Einzelheiten der ersten Sitzung zu besprechen; der Präsident des derzeitigen Württembergisch-Badischen Landtags, Wilhelm Keil, wird an dieser Besprechung als Berater teilnehmen. Die Landes Versammlung wird sich auf ihrer ersten Sitzung konstituieren sowie den Präsidenten, die Vizepräsidenten und die Schriftführer wählen. Weitere Beschlüsse sind in dieser Sitzung voraussichtlich nicht zu erwarten. Dr. Maier werde der Verfassunggebenden Landesversammlung für ihre erste Sitzung eine entsprechende Tagesordnung vorschlagen, die Landesversammlung kann jedoch selbst über den Ablauf der ersten Sitzung beschließen. Vor allem ist es der Landesversammlung überlassen, ob sie künftig in Stuttgart oder an einem anderen Ort tagen wolle. In der Sitzung am 25. März werden die Mitglieder des südwestdeutschen Ministerrates, sofern sie nicht Abgeordnete sind, auf der Regierungsbank Platz nehmen, Vor der Sitzung werden in zwei Stuttgarter Kirchen Gottesdienste abgehalten. Rätselraten um den Tagungsort Der stellvertretende Vorsitzende des südwest' deutschen Ministerrates, Bundestagsabgeord- ter Dr. Hermann Kopf, Freiburg, sagte vor der Presse, Südbaden habe den Wunsch ge äußert, daß die Verfassunggebende' Landesver- sammlung in Karlsruhe zusammentreten möge; die Vertreter Südbadens im Ministerrat hätten jedoch von einem förmlichen Antrag abgesehen, weil Dr. Maier als Vorsitzender den Tagungsort bestimmen müsse. Wirtschaftsminister Dr. Hermann Veit bemerkte dazu, in sei ner Eigenschaft als Landesbezirkspräsident von Nordbaden, daß er diesen Wunsch Südbadens im Ministerrat nicht unterstützt habe, da die technischen Voraussetzungen für eine Sitzung der Landesversammlung in Karlsruhe erst hätten geschaffen werden müssen. „Minitterrat ist kein Gerichtshof' Zu der noch ungeklärten Frage, ob sich der Südbadische Landtag mit dem Tage des Zu- sammentretens der Verfassunggebenden Landesversammlung auflösen oder über diesen Termin hinaus bis zur Konstituierung eines Landtages im Südweststaat fortbestehen wird hat der Ministerrat -am Montag nicht Stellung genommen. Dr. Maier sagte nach der Sitzung, der Ministerrat habe sich bei dieser Angelegenheit für nicht zuständig erklärt. Der vor kurzem von südbadischen Landtagsabgeordneten gestellte Antrag, der Landtag von Südbaden solle mit dem Zusammentreten der Landesversammlung seine Tätigkeit einstellen, sei daher nicht behandelt worden. Dr. Kopf fügte hinzu, der Ministerrat, der kein Gerichtshof sei betrachte die Landtage für autonom. Der Ministerrat dürfe lediglich diejenigen Aufgaben wahmehmen, die ihm durch das Neugliede- rungsgesetz übertragen worden seien. Nodi kein gemeinsames überleitungsgese^ Ministerpräsident Dr. Maier teilte mit, daß der Ministerrat beschlossen habe, die Beratung eines gemeinsamen Ueberleitungsgesetzes bis zur nächsten Sitzung zurückzuetellen, da die SPD-Fraktion einen eigenen Entwurf für ein Ueberleitungsgesetz ausarbeiten und möglicherweise auch die neue DVP/FDP-Fraktion der Landesversammlung zu einem ähnlichen Be schluß kommen werde. Im übrigen wiesen die von den Landesregierungen Südwürttembergsund Südbadens ausgearbeiteten Entwürfe große Unterschiede auf. So sieht zum Beispiel der stidwürttembergische Entwurf vor, daß das Vermögen und die Schulden der Länder auf Friedensangebot an Indochina? das neue Bundesland übergehen sollen, dagegen sollen nach dem südbadischen Entwurf wohl die Schulden, nicht aber das Vermögen Badens auf das neue Land übergehen. Bundes- tagsabgeordneter Dr. Hermann Kopf vertrat ebenso wie Staatspräsident Dr. Gebhard Müller die Ansicht, daß der Ministerrat noch ein Ueberleitungsgesetz beschließen solle- Zu der Frage eines Journalisten, warum die Geschäftsstelle des Ministerrates nach der Wahl die Stimmen nach CDU und Badischer CDU getrennt auf geführt habe, bemerkte Ministerpräsident Dr. Maier, daß sich der Beamte der Geschäftsstelle an die offiziellen Bezeichnungen der Wahlvorschläge gehalten habe. Der südwestdeutsche Ministerrat wird am 31. März in Baden-Baden zu seiner nächsten Sitzung zusammen treten. Neues in Kürze Willi Vogt aus Mühlheim und doset Schmidt aus Eching bei Freising sind übers Wochenende ans dem Kriegsverbrecberpefdngnis in Landsberg entlassen worden, da sie nach Mitteilung der amerikanischen Armee ihre zehnjährige Freiheitsstrafe abzüglich der hei den Amerikanern üblichen Gnadenfristen für gute Führung verbUBt haben. Vertreter der polizelgewerkschaft und der Hauptfachabteilung Polizei in der Gewerkschaft Oeffent- liche Dienste, Transport und Verkehr haben in Frankfurt vereinbart, die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber staatlichen und parlamentarischen Instanzen künftig gemeinsam wahrzunehmen. Der frühere Berliner Vorsitzende der in Westberlin nicht zugelassenen SRP, Eberhard Stern, ist verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis Moabit elngeliefert worden. Die Dollar-Guthaben der Notenbank in der Sowjetzone sind auf Anweisung des amerikanischen Schatzamtes blockiert worden. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer in der Bundesrepublik hat am L März 10 Millionen überschritten. In ' einer einstimmig angenommenen Resolution forderte die UNO-Wirtschaftskommission für Europa am Montag, alle „praktischen Möglichkeiten zur Ausweitung des Handels zwischen Ost- und Westeuropa auf einer für beide Teile vorteilhaften Basis zu erkunden. Die spanische Regierung hat sich bereit erklärt, eine Delegation der internationalen Kommission gegen das Regime der Konzentrationslager zur Untersuchung eines angeblichen Kz-Regimes in Spanien zuzulassen. • Das polnische Außenministerium protestierte erneut bei der USA-Botschaft in Warschau gegen die Zurückhaltung polnischer Kinder in der US-Zone Deutschlands. 12 Tschechen wurden in Prag verurteilt, die zusammen mit dem amerikanischen Korrespondenten William Oatis Spionage getrieben haben sollen. Einer der Angeklagten wurde zum Tode, die anderen zu Freiheitsstrafen von 12 bis zu 2S Jahren verurteilt. An der jugoslawisch-albanischen Grenze überschritten in den letzten Tagen bei zwei bewaffneten Zwischenfällen nach jugoslawischer Darstellung albanische Truppen die Grenze und beschossen jugoslawische Grenzpatronillen. Zwei französische Agenten der Gestapo, Abel Danos und Raymond Monange, die wegen Mordes und Beteiligung an Aktionen deutscher Einheiten gegen die Widerstandsbewegung von einem französischen Gericht 1949 zum Tode verurteilt worden waren, wurden am Freitag im Fort Montrouge bei Paris durch Erschießen hingerichtet. Papst Pius xil. empfing am Montag den Bischof von Berlin, Wilhelm Weskamm ln Privataudienz. Neues Eigentum durch Lastenausgleicb Drahtbericht unserer Bonner Vertretung Bonn. Der Beauftragte der Fuldaer Bischofskonferenz für die Heimatvertriebenenseelsorge, Prälat Dr. Hartz, hat dem Bundesvertriebe- nehministerium eine Entschließung vermittelt, die der Katholische Flüchtlingsrat am 25. Februar in Honnef gefaßt hat. In der Entschließung heißt es: „Das Lastenausgleichsgesetz müsse über Maßnahmen des Soforthilfegesetzes hinaus die Möglichkeit zur Eigentiumsbil- dung und produktiver Selbständigkeit brt-den Vertriebenen und Kriegsgeschädigten im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen sdcherstellen, also nicht nur auf Rentenzahlungen beschränkt werden. Außerdem wird ernsteste Besorgnis über die Verzögerung der Umsiedlung ausgesprochen und ein Appell an die Regierungen und an die Bevölkerung der Aufnahmeländer zur Durchführung der Umsiedlung gerichtet. Pariser Behörden überrascht Drahtbericht unseres Pariser rl-Vertreters Paris. Nachdem der indische Botschafter in Paris seine angebliche Vermittlungsaktion zwischen Frankreich und den indonesischen Kommunisten abgestritten hatte, hatte nunmehr eine Reuter-Meldung über ein Verhandlungsangebot des Propagandachefs der französischen Armee, Oberst Clement, berichtet. Oberst Clement hat nach dem Bericht den kommunistischen'Führer Ho Chi Minh im'indonesischen Rundfunk auf die Aufnahme von Verhandlungen angesprochen. Die Pariser Behörden erklären sich über diese Meldung überrascht und sagen, sie hätten bisher keine Bestätigung erhalten. Der fast einzige Befürworter der unbedingten Weiterführung des indochinesischen Feldzuges ist in Frankreich der Staatsminister le Toumeau, der mit den indochinesischen Fragen betraut ist und von derc Linken* seit längerer Zeit heftig angegriffen wird. Amtliche französische Kreise in Saigon erklären demgegenüber, daß die Rundfunkansprache Clements keinerlei Friedensangebot oder Aenderung der französischen Politik dar- Nürnberg. Der 45 Jahre alte frühere Legationsrat inr Auswärtigen Amt, Franz Rademacher, wurde am Montag vom Nürnberger Schwurgericht wegen Beihilfe zum Totschlag von 1300 Menschen zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren und fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Die Untersuchungshaft wird angerechnet. Damit ist nach sechswöchiger Prozeßdauer ein Verfahren abgeschlossen, in dessen Mittelpunkt noch einmal die Judendeportationen in die Vernichtungslager standen. Rademacher wurde für schuldig befunden, den Befehl zur Erschießung von 1300 serbischen Juden mit veranlaßt zu haben. Als Hauptbeweismaterial lagen dem Gericht Reiseabrechnungen des Angeklagten vor, in denen als Reisezweck „Liquidation von Juden“ angegeben ist. Die Zahl 1300 ergibt sich nach der Urteilsbegründung aus Rademachers Dienstbericht, • der von 3500 liquidierten Juden sprach,«von denen bei der Ankunft Rademachers in Belgrad im Herbst stelle. Die Rede habe lediglich dem Zweck gedient, den Vietminh-Aufständischen die Zwecklosigkeit eines weiteren Widerstandes klarzumachen. Die Rechte gegen de Gaulle Drahtbericht unseres Pariser rl-Vertreters Paris. Die Angriffe rechtsstehender Politiker gegen de Gaulle mehren sich auffallenderweise. Der Bauernparteiler Loustaunau-Lacau erklärte am Sonntag, die Demokratie befinde sich in einer Zange zwischen Kommunismus und -Gaullismus und wenn diese Zange sich schließe, 'bedeute das den Bürgerkrieg. Der Gaullismus müsse verschwinden und einer wirklichen Sammelbewegung Platz machen. Das Parteiblatt der Konservativen Unabhängigen bezeichnet de Gaulle als einen neuen General Boulanger und forderte die gaullistischen Abgeordneten auf, ihm nicht mehr zu folgen. Ein gaullistischer Senator erklärte seinen Austritt aus. der Partei. 1941 bereits 2200 durch einen anderen Liquidationsbefehl zur Erschießung vorgesehen waren. Das Gericht sieht die Schuld Rademachers darin, daß er als Stellvertreter des Auswärtigen Amtes dem Liquidationsbefehl nicht widersprochen hat. Der Schwurgerichtsvorsitzende hatte nach der Urteilsverkündigung darauf hingewiesen, daß das Verfahren gegen Rademacher kein „politischer Prozeß“ gewesen sei. Rademacher sei auch nicht verurteilt worden, weil er an der Tötung und Verfolgung von Juden beteiligt war, sondern an der von Menschen überhaupt. Rademacher, der nach seinen eigenen Angaben bereits 29 Monate Haftzeit verbüßt hat, äußerte nach der Urteilsverkündigung erregt: „Ich bin für Juden verurteilt worden, die es gar nicht gegeben hat.“ Er will Revision ein- legen. Auch der Staatsanwalt erklärte: „Selbstverständlich werden wir Revision einlegen.“ Besprechungen über Kroupa München. Der Staatssekretär für die Heimatvertriebenen in Bayern, Professor Dr. Theodor Oberländer, will Mitte der Woche mit Bundesjustizminister Dr, Thomas Dehler in Bonn die Möglichkeiten eines Prozesses gegen den Tschechoslowaken Frantisek Kroupa besprechen. Oberländer hat mit dem amerikanischen Landeskommissar für Bayern vereinbart, daß der „Fall Kroupa“ in Verhandlungen des Bun- desjustizministeriums mit der Alliierten Hohen Kommission geklärt werden soll. Die Amerikaner haben sich — nachdem er selbst aus der Tschechoslowakei geflohen ist — bisher geweigert, ihn den deutschen Gerichten zu übergeben. Kroupa ist Anfang Februar von München aus nach Frankreich geflohen und in Straßburg wegen illegalen Grenzübertritts verhaftet wordeD Hamburg. Nach abenteuerlicher Flucht aus der äußeren Mongolei landeten am Montag 20 weißrussische Flüchtlinge mit einem Flugzeug einer norwegischen Fluggesellschaft in Hamburg. Unter den Flüchtlingen sind auch zwei Frauen. Die Weißrussen kamen jetzt aus Kalkutta. Sie werden am Dienstag' von Bre- meBiaven aus nach New York reisen. Die Flüchtlinge gehören zu einer antibolschewistischen Kampfgruppe, die bei Ausbruch der Oktoberrevolution 1917 in das chinesische Altaigebirge geflohen ist. Als die Sowjets 1944 auch dorthin vordrangen, kämpften sie drei Jahre lang zusammen mit den Truppen Tschiangkai- scheks gegen die bolschewistischen Truppen. 1947 mußten sie in die Provinz Slnkiang der äußeren Mongolei fliehen. Zwei Jahre später wurde auch diese Provinz von den bolschewistischen Truppen eingenommen. Die 20 Flüchtlinge suchten zusammen mit 80 bewaffneten Weißrussen und Kosaken in der Wüste Gobi Zuflucht. Dort beschlossen sie, nach Amerika auszuwandern und setzten ihren Weg nach Tibet fort, wo sie Verbindung mit der IRO aufnahmen Von Tibet aus wurden sie nach Kalkutta gebracht. Zugunglück in Köln Köln. Im Kölner Hauptbahnhof fuhr am Montag ein aus Hamburg kommender Eilzug auf einen haltenden Personenzug. Wie die Bundesbahn mitteilte, hat der Eilzug ein Lichtin Bonner politischen Kreisen bemerkt man, daß die Entschließung vom Flüchtlingsministerium gerade an dem Tag veröffentlicht wurde, an dem neue Koalitionsbesprechungen mit Bundesvertriebenenminister Lukaschek und Bundesfinanzminister Schaffer angesetzt worden sind. Man nimmt an, daß die Entschließung bei diesen Besprechungen eine Rolle spielen wird. Im Vertriebenenministerium sieht man in der Entschließung eine Unterstützung für die Forderung Lukascheks, das Aufkommen aus dem Lastenausgleich zu Gunsten der Hausrat- und Eingliederungshilfe zu erhöhen. Bisher haben diese Pläne, die auf eine Mehrerhöhung um rund 450 Milionen DM hinauslaufen, von denen der Buijd rund 200 Millionen zuschießen soll, noch nicht die Zustimmung des Bundesfinanzministers gefunden. Die neuen Koalitionsbesprechungen sollen die Lage klären. deckungssignal überfahren. Ein Reisewagen und der Packwagen des Personenzuges entgleisten. Dabei wurden 12 Reisende und zwei Zugführer leicht verletzt. Der Zug konnte seine Fahrt mit einer Stunde Verspätung fortsetzen. Deutscher bei Flugzeugabsturz ums Leben gekommen Neu Delhi. Der 50jährige deutsche Ingenieur Walther Knörlein aus Frankfurt und zwei Inder fanden in der Nacht zum Montag bei einem Flugzeugunglück nördlich von Delhi den Tod. Das Flugzeug, eine einmotorige Privatmaschine, soll in einen Sandsturm geraten sein. Der Pilot versuchte eine Notlandung, bei der das Flugzeug jedoch in Flammen aufging. Wetterbericht Ueber dem mittleren Europa baut sich bei verbreitetem Drudeanstieg wieder ein Hochdruckgebiet auf, das unser Wetter in den nächsten Tagen beeinflussen wird. Aussichten-bis Mittwochabend; Anfangs noch zeitweilig bewölktes, sonst überwiegend heiteres und troqkenes, ruhiges Wetter mit zunehmender Tageserwärmung. Nachts meist frostfrei. Audi im Hochschwarzwald milder. Frühstunden in den Niederungen zum Teil neblig. 3 Jahre und 5 Monate für Rademacher Kein politischer Prozeß — .Ich bin für Juden verurteilt worden, die es gar nicht gegeben hat’ Flucht um die halbe Welt 20 Flüchtlinge einer antibolschewistischen Kampfgruppe in Hamburg angekommen ♦ i Dienstag, 18. März 1952 Sdunuggel ist rentabel geworden Beweisaufnahme im Klingenschmidt-Prozeß vor dem Abschluß Drahtbericht unserer Freiburger Redaktion Freiburg. Mit der am Montag begonnenen dritten Verhandlungswoche kann voraussichtlich die Beweisaufnahme im Klingenschmidt- Prozeß abgeschlossen werden. Ueber die ersten Ermittlungen, die gegen Dilhnhaupt in Lörrach geführt wurden, sagte Oberstaatsanwalt Dr. Gulden als Zeuge aus. Bei Dünnhaupt seien damals Akten beschlagnahmt worden, die dieser als Geheimakten für eine französische. Dienststelle bezeichnet habe und die später auch an den Capt. Ville übergeben worden seien. Dieser habe auch die Freilassung Dünnhaupts erwirkt. Dr. Gulden ist iselbst in Freiburg von einem französischen Gerichtsoffizier in dieser Sache vernommen worden. Ueber die zollrechtlichen Verhältnisse der ersten Monate des Jahres 1949 sagte Oberzollinspektor Gennes aus, damals tätig beim Zollamt Weil-Otterbach. Nach seiner Darstellung mußten nur für Einfuhren in die französische Zone Einfuhrlisten vorgezeigt werden, nicht aber für Einfuhren in die britische oder amerikanische Zone. Dadurch sei ihre ganze Tätigkeit ein Kampf gegen Windmühlen gewesen, denn die hinterlegte Sicherheitsgebühr entsprach nicht dem Wert der eingebrachten Ware und machte den Schmuggel rentabel. Erst als die Sicherheitsgebühr für Wareneinfuhren in die Bizone in etwa dem Warenwert gleichkam, wurden die Sendungen unrentabel. Als Leumundszeuge trat sodann am Montag Zollamtmann Berckholz aus Köln auf. Dieser hat während des Krieges mit Dünnhaupt als V-Mann in Magdeburg zusammengearbeitet und bestätigt, daß Dünnhaupt das volle Vertrauen der Zollfahndung besessen und bei der Aufdeckung von Devisenvergehen gute Dienste geleistet habe. Ein weiterer Zeuge, der Lastwagenbesitzer Müller aus Weil, hat öfters für den Angeklagten Brömmel Transporte übernommen ohne zu wissen, daß er Schmuggelware transportierte. Allerdings sei ihm aufgefallen, daß der jeweils mitfahrende Auftraggeber den Transport mehrfach umdisponiert habe. -^rDer, Angeklagte Konneth sagte auf Befragen -deg Richters aus, es sei möglich, daß er zu einer Weihnachtsfeier der Zollfahndungsstelle 2500 DM gestiftet habe, ob in bar oder in Form einer unterschriebenen Quittung für eine nicht vereinnahmte Belohnung als V- Mann wisse er nicht mehr. Die Zollfahnder seien alle arme Leute gewesen und ihm sei es auf den Betrag nicht angekommen. Klingenschmidt blieb bei seiner Behauptung, den Betrag weder in bar noch als Quittung erhalten zu haben. Auch Damen waren von der Schmuggelpartie Lörrach, (swk) Fast keine Woche vergeht am Dreiländereck um Lörrach, ohne daß nicht ein schweizerischer Personenwagen mit eingebau ten Geheimfächern beschlagnahmt und die Insassen verhaftet würden. Dennoch ist diese Schmuggelweise vor allem bei Basler Schmugglern nach wie vor sehr populär. Den jüngsten Fang machten aufmerksame Zollbeamte am Grenzübergang Lörrach-Stetten/Basel. In einer olivgrünen Limousine amerikanischen Typs fanden die Zöllner Geheimfächer, in denen sich mehrere Zentner grünen Rohkaffees befanden. Eine auch nur annährend so große Menge hat man bisher noch aus keinem Schmuggel-Pkw geholt. Die Insassen, darunter auch einige Damen, hatten sich alle Mühe gegeben, harmlose Familienausflügler vorzutäuschen. Der Trip mißlang. Wenigstens, was sein Ziel anbelangt. Die olivgrüne Limousine mußte schnurstracks ins Lörracher Gerichtsgefängnis fahren. Natürlich unter Bewachung der Zollfahndungsbeamten. Verkehrswesen im Südweststaat Bahnbuslinien Karlsruhe-Konstanz und Ofrenburg -Meersburg Im Verlauf der sehr gut besuchten Mitglie derversammlung des Landesverkehrsverbands Württemberg wurde auch ausführlich über den Ausbau des Verkehrswesens im Südweststaat debattiert. Im Namen des Badischen Fremdenverkehrsverbandes gab Hotelier Erwin Haas bekannt, daß man bereit und entschlossen sei, gemeinsam mit dem Württembergi- schen Landesverkehrsverband das Reise- und Ferienwesen planvoll zu pflegen und zu fördern. Der Hauptgeschäftsführer des Badischen Frem denverkehrsverbands Dr. Boos befürwortete die Fortführung der Bundespostverbindung Freiburg-Rippoldsau nach Freudenstadt. Auch die Schwarzwald-Bodensee-Post werde in diesem Jahr wieder verkehren. Sehr zu begrüßen sei, daß ‘die Bundesbahn eine Buslinie von Freiburg über Freudenstadt nach Stuttgart einrichten wolle. Endlich wurde bekanntgege ben, daß zwei neue Bahnbuslinien demnächst eröffnet würden, die eine von Karlsruhe durch das Murgtal über Freudenstadt, Schilt' ach, Schramberg, Königsfeld, Villingen, Donau eschingen nach Konstanz und die andere von Offenburg durch das Kinzigtal über Gengenbach, Haslach, Hausach, Wolfach, Schilt- ach, Schramberg und weiter über Königsfeld, Villingen, Donaueschingen nach Meersburg. Man darf freudig anerkennen, daß die von badischer wie von württembergischer Seite ausgesprochene Entschlossenheit zu enger, ge Sexualverbrechen aufgeklärt Täter soll auf seinen Geisteszustand untersucht werden Drahtbericht unseres CE Korrespondenten Karlsruhe. Am 13. Juni 1949 war der neun jährige Schüler Günter St. von der Schule nicht mehr ins Eiternhaus zurückgekehrt. Mitschüler, Lehrer und Polizeibeamte suchten tagelang erfolglos nach dem Vermißten. Zweieinhalb Mo- : nate später, am 19. August, nahmen Bauarbei ter, die auf dem Versuchsgelände der Technischen Hochschule, in unmittelbarer Nähe des zerstörten Badischen Verkehrsmuseums mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt waren, star ken Leichengeruch wahr und fanden bald in einer großen verschlossenen Kiste, die auf dem Tender einer Lokomotive stand, die verweste Leiche des Jungen. Die Polizei verhaftete am Samstag den 31 Jahre alten Hilfsarbeiter Fritz Frauenfeld, der sich in den letzten Tagen in zahlreichen Fällen an Kindern verging. Bei einem Lokaltermin gab er die grausige Tat zu. Er gestand, damals den neunjährigen Schüler so schwer mißbraucht zu haben, daß dieser sofort starb Die Leiche schaffte er dann an den oben erwähnten Platz. Wie Oberstaatsanwalt Dr. Nerz mitteilte, handelt es sich bei Frauenfeld um einen Geistesschwachen, den man zunächst in der Heidelberger Universitätsklinik und in der Psychiatrischen Abteilung des Bruchsaler Zuchthauses auf seinen Geisteszustand überprüfen wird. Prozeß um „schwarze Kohlen“ Karlsruhe, (ce) Wie gutunterrichtete Wirtschaftskreise mitteilen, dürfte sich der Karlsruher Bundesgerichtshof in Bälde mit der Frage zu beschäftigen haben, ob der Ankauf von überteuerten „schwarzen Kohlen“ gegen das Wirtschaftsstrafgesetz verstößt. Wie wir dazu in Erfahrung bringen konnten, will ein Staatsanwalt in Essen „gegen den Freispruch des Essener Landgerichts Revision einlegen, dem eine Verhandlung gegen ein s ü d badisches Unternehmen zugrunde lag, das zu Ueberpreisen Deputatkohle hatte kaufen lassen, um die Produktion weiterführen zu können. Die Zuteilungen an Kohle durch die amtlichen Stellen für diesen Betrieb hatten nur einen Teil des tatsächlichen Bedarfs und Verbrauchs gedeckt.“ Zwei Raubüberfälle in Mannheim Mannheim. Im Stadtgebiet von Mannheim wurden am Wochenende wieder zwei Raubüberfälle verübt. Den Tätern fielen jedoch nur kleine>ie Geldbeträge in die Hände. In der Mönchwörthstraße wurde ein älterer Mann in der Nacht zum Sonntag von mehreren Männern überfallen und durch Faustschläge übel zugerichtet. Die Räuber flüchteten mit dem Geldbeutel, in dem sich nur 15 DM befanden. Ein 9 Jahre altes Mädchen wurde in der gleichen Nacht von einem unbekannten Mann an einer Straßenbahnhaltestelle angefallen und ihrer Tasche beraubt. Beide Täter konnten noch nicht ermittelt werden. FDJ-Mitglieder als Einbrecher Lörrach, (swk) Nach Rückkehr von einer Tagung der „Gesellschaft der Freunde der Sowjet-Union“ wurde ein 20 Jahre alter Lörracher, der einer gefährlichen Einbrecherbande angehört, verhaftet. Die anderen Bandenmitglieder waren gleichfalls aktiye Angehörige der FDJ. Nachgewiesen wurden den Burschen bis jetzt vier schwere Einbrüche, jedoch dürften noch weitere Straftaten auf ihr Konto kommen. Vor allem stehen sie im Verdacht, den Einbruch ins Lörracher Gewerkschaftshaus, dem politische Motive, unterstellt worden waren, ausgeführt zu haben. meirisamer Arbeit gute Aussichten für die Entwicklung des Fremdenverkehrs im Südwesten eröffnet. L. K. Um die Erhaltung der Hegau-Burgen Singen a. H. (bz) Im Rahmen des Singener Verkehrsvereins wurde vor einiger Zeit eine „Arbeitsgemeinschaft für Burgenerhaltung und Burgenkunde im Hegau“ ins Leben gerufen. Jetzt gab die Arbeitsgemeinschaft ihr umfangreiches Arbeitsgebiet bekannt. Durch öffentliche Lichtbildervorträge. Führungen und Burgenfahrten, insbesondere mit Schulen und Vereinen, soll das Interesse für die noch erhalten gebliebenen Burgen im Hegau geweckt werden. Vor allem will man versuchen, den zum Teil bedrohlichen Zustand der Hegauburgruinen zu verbessern u. sie vor weiterem Verfall schützen. Die Arbeitsgemeinschaft ■will ferner eine Hegau-Burgen-Karte herausgeben, eine Burgenkartei anlegen und Bilder und Fotos über die Burgen im Hegaugebiet sammeln. Vor allem soll die Geschichte der Ru^n und die Baugeschichte der einzelnen Wehrbauten überprüft werden. Bekanntlich wird meist in Geschichtsbüchern aus Ueber- liefemngen berichtet, im Hegaugebiet hätte es einst 91 Burgen gegeben. Bisherige Nachforschungen haben jedoch bewiesen, daß nur etwa 50 Burgen bestanden haben. 75 Jahre Staatliche Meisterschule Pforzheim, (swk) Anfang Juni kann die Staatliche Meisterschule für das deutsche Edelmetall- u. Schmuckgewerbe auf ein 75jähriges erfolgreiches Wirken zurückblicken. In den 7V* Jahrzehnten ihres Bestehens hat sie sich weit über die Grenzen Deutschlands und auch Europas hinaus einen hervorragenden Ruf verschafft. Der Weltruf des Pforzheimer Schmucks wäre ohne diese Schule undenkbar. Wer kommt Ostern zur Schule ? Freiburg. Das Ministerium für Kultus und Unterricht hat am Montag bekanntgegeben, daß zu Ostern 1952 und 1953 nur die Kinder in die Schule aufgenommen werden, die bis zum 31. März das sechste Lebensjahr vollenden. Das Ministerium weist darauf hin, daß es ihm auf Grund eines ausdrücklichen Landtagsbeschlusses in den beiden Jahren nicht möglich ist, von dieser Bestimmung Ausnahmen zu machen. Auszeichnung bewährter Kraftfahrer Freiburg. In der Tagespresse wurde in der letzten Zeit immer wieder darauf hingewiesen, daß die Bundesverkehrswacht diejenigen Kraftfahrer, die 10, 20, 30, 40 und mehr Jahre unfallfrei gefahren sind, ausgezeichnet. Diese Kraftfahrer erhalten eine Ehrennadel mit Diplom und sind außerdem berechtigt, sich eine Wagenplakette- zu beschaffen. Die Landesverkehrswacht hat in den letzten Monaten bereits zahlreichen Kraftfahrern solche Auszeichnungen ausgehändigt und es gibt zweifellos noch viele, die einen Anspruch darauf haben. Die Anträge für die Verleihung dieser Auszeichnungen sind bei der Landesverkehrswacht Baden, e.V., Freiburg i. Br., Lessingstraße 14, zu stellen. Große Fachausstellungen in Konstanz Konstanz. In den kommenden Monaten werden in Konstanz in Verbindung mit Tagungen mehrere größere Fachschauen gezeigt. Anfang April wird eine Ausstellung von Schwimm- und Rettungsgeräten veranstaltet. Im Zusammenhang mit dem deutschen Bauerntag folgt eine Schau agrartechnischer Geräte. Die deutsche Dahlien- und Gladiolen-Gesellschaft zeigt tm September auf der Insel Mainau eine umfangreiche Blumenschau. Grab von Ulrika Ni sch feierlich geöffnet Konstanz. Nachdem bereits vor einiger Zeit der Erzbischof von Freiburg bekamntgegeben hatte, daß für die im Jahre 1913 verstorben« Ordensfrau Ulrika Nisch der Seligsprechungsprozeß eingeleitet werde, wurde am Mittwoch Ulrika Nisch’s Grab auf dem Klosterfriedhof in Hegne bei Konstanz in Anwesenheit des Erzbischofs Dr. Wendelin Rauch geöffnet. Nach Vereidigung der Zeugen durch den kirchlichen Gerichtshof am Vormittag begann am Nachmittag die Oeffnung des Grabes. Dias vollständig erhaltene Skelett der Ordensschwester wurde dem Grabe entnommen und in feierlichem Zuge in das Kloster übergeführt. Die sterblichen Ueberreste Ulrikas werden in den nächsten Tagen durch den Direktor des pathologischen Instituts der Universität Freiburg, Prof. Dr. Franz Büchner, und durch den Anatomie-Professor Dr. Gerhard Petry einer anatomisch-konservativen Behandlung unterzogen und dann erneut auf dem Klosterfriedhof in einer eigens dafür geschaffenen Gruft .beigesetzt werden. Eine Frau genügte ihm nicht Biederer Handwerkermeister mit Doppelleben Pforzheim, (swk). Ein in einer sowjetzonalen Zeitung erschienener Artikel, in dem die Zustände in Westdeutschland stark angeschwärzt wurden, veranlaßte einen Journalisten, sich eingehender mit dem Verfasser zu beschäftigen. Die Spuren führten zu einem gutbürgerlichen Handwerksmeister nach Pforzheim. Bei den Nachforschungen stellte sich heraus, daß hinter der Maske des Ehrenmannes ein ganz abgefeimter Betrüger mit einem umfangreichen Vorstrafenregister steckte. U. a. hatte er während der letzten Zeit mehrere Vereine und Organisationen, darunter auch seine eigene Partei, um größere Geldbeträge beschwindelt. Seit etwas Licht in diese dunkle Machenschaften gefallen ist, hat der Gauner, der unter dem Namen Hans Horn reist, der Goldstadt den Rücken Sicherung des Holzbedarfs für Wohnungsbau Da die Beschaffung des für den sozialen Wohnungsbau benötigten Holzes zu angemessenen Preisen im vergangenen Jahr ortsweise Schwierigkeiten bereitet hat, sind z. Zt. in allen süddeutschen Ländern Bemühungen im Gange, diesen in jeder Hinsicht erstrangigen Bedarf vordringlich zu decken Während die sogen. „Notaktion“ der badischen Forstwirtschaft der Beschaffung von Geldmitteln für den sozialen Wohnungsbau diente, sollen die z. Zt. anlaufenden Maßnahmen die hierfür notwendigen Holzmengen sicherstellen. Zur Festlegung der hierbei in Baden anzuwendenden Methoden fand in Freiburg eine Besprechung aller beteiligten Dienststellen und Verbände (Baubehörden, Landesforstverwaltung, Waldbesitzerverband und Sägeindustrie) statt, bei der folgendes Verfahren vereinbart wurde: Jeder Käufer von Nadelstammholz der Güteklasse B und C (d. i. der Holzsorten, die für Bauholz geeignet sind) verpflichtet sich vertraglich, 50 Prozent des aus dem Rundholz hergestellten Bau- und Schnittholzes zu angemessenen Preisen dem sozialen Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. Die Verkäufe werden über die Forstbehörden der Abt. Wiederaufbau des Ministeriums des Innern mitgeteilt; dieses vermittelt dann direkt oder über ihre nachge^ ordneten Stellen (Bezirksbauämter) das Holz an die Träger der Bauvorhaben, d. h. es teilt die jeweils örtlich in Frage kommenden, zur Lieferung verpflichteten Sägewerke mit. Als „angemessen“ sollen dabei Bau- und Schnittholzpreise gelten, die auf Grund der gegenwärtigen Rundholzhöchstpreise (180 °/o) berechnet sind. Dieses Verfahren soll solange angewandt werden, bis der diesjährige Bedarf für den sozialen Wohnungsbau gedeckt ist, der mit rd. 120 000 fm Nadelstammholz = etwa 10 8 /o des gesamten Jahreseinschlags veranschlagt wird. Außer dem Staatswald werden sich voraussichtlich auch der Großprivatwald und die waldbesitzenden Gemeinden daran beteiligen, da letztere ja in erster Linie am Wohnungsbau interessiert sind und z. T. bisher schon ähnliche Lieferauflagen mit ihren Holzverkäufen verbunden haben. Es dürfte daher auf diesem Wege unschwer möglich sein, den Holzbedarf für die beginnende Bausaison rechtzeitig sicherzustellen, ohne daß einem der Beteiligten besonders schwere Opfer zugemutet werden. gekehrt. Möglich wird er demnächst in Bayern auftauchen. Dort lebt nämlich seine Ehefrau Nr. 1. Nach der Beendigung des letzten Krieges hatte er sie genötigt, ihn für tot erklären zu lassen, um in den Besitz einer Rente zu kommen. Gleichzeitig hatte er in Pforzheim zum zweiten Male geheiratet. Ein eifersüchtiger Liebhaber Karlsruhe. Vor dem Schwurgericht Karlsruhe begann am Montag der Prozeß gegen den 24jährigen ledigen Erich Bühler aus Bruchsal, der wegen versuchten Totschlags angeklagt ist. Bühler hatte in der Nacht zum 12. August letzten Jahres seiner Geliebten, der 18jährigen Margot Hog. im Garten ihres elterlichen Anwesens in Bruchsal aufgelauert und ihr mit einem Taschenmesser zahlreiche Stiche versetzt. Der Angeklagte bestritt, daß er das Mädchen habe töten wollen. Er habe lediglich die Absicht gehabt, ihm einen „Denkzettel“ zu verabreichen Von mehreren Zeugen wurde Bühler als ein sehr eifersüchtiger Liebhaber geschildert. Einige Zeit vor der Tat hatte er zusammen mit seiner Geliebten einen Selbstmordversuch unternommen, der jedoch mißlungen war. Nach dem Angriff auf das Mädchen hatte er sich selbst einen Stich in die Wange beigebracht. Das Urteil wird voraussichtlich am Dienstag verkündet. Städtische Bühnen Freiburg Großes Haus: Dienstag 20: „Salome“ (Richard Strauß); Mittwoch 20: „Der Fall Winslow“ (Terence Rattigan); Donnerstag 20: „Die Fledermaus“ (Johann Strauß); Freitag 20: Der Troubadour“ (Giuseppe Verdi); Samstag 20; „Salome“; Sonntag 20. „Turandot“ (Giacomo Puc- cini). Kammerspiele: Donnerstag, Freitag, Samstag 20: „Barbara Blomberg“ (Carl Zuckmayer); Sonntag 11.30: Alemannische Komponisten; 20: „Barbara Blomberg“. i. Dienstag, 18. März 1952 Bald ist alles startklar zur DFB-Meisterschaft Auch die Ostzone möchte an der Deutschen Fußballmeisterschaft teilnehmen Der Spielausschuß des Deutschen Fußball-Bunde« hat die Zusammensetzung der beiden Gruppen vorgenommen, die mit Beginn am 27. April die Endrunden kämpfe zur Deutschen Meisterschaft bestreiten sollen. Diese Entscheidung wurde getroffen, ehe sich der DFB-Beirat mit dieser Frage beschäftigte, die der Zuständigkeit des Spielausschus- ses unterliegt. Bleibt es nun bei dieser Regelung? Die Ostzone hat ihre Bereitschaft erklärt, ebenfalls Mannschaften für eine gesamtdeutsche Fußballmeisterschaft abzustellen. Die Schwierigkeit besteht darin, daß Ostdeutschland mit seinen Punktespielen nicht rechtzeitig fertig wird. Werden ein oder mehrere Mannschaften „bestimmt“, als ost- deutache Vertreter an der Meiaterschaft teilzuneh- m«f»? Bei einer Ausweitung der Zahl der teilnehmenden Vereine erhofft sich vor allem Stldwest, daß wenigstens noch der 1. FC Kaiserslautem einen Platz in dem Teilnehmerfeld erhält. Bis da* endgültig letzte Wort über die Besetzung des Teilnehmerfeides zur DFB-Meisterschaft fällt, Jst es schon interessant, die Zusammensetzung der beiden Gruppen zu studieren. In diesem Jahr wurden die Meister von Süd und West gepaart, während der Nordmeister diesmal mit Südwest als stärksten Rivalen zu rechnen hat. Dieses Auseinanderbringen von Nord und Süd hat vor allem in Hamburg Beifall gefunden, weil der ewige Nord- rneiste| HSV gegen den erwarteten süddeutschen Meister 1- FC. Nürnberg offensichtliche Hemmungen.. tu haben scheint. Aber noch ist gar nicht entschieden. wer die Meister und wer die Zweiten im Süden und Westen sein werden. Die Besetzung der Gruppen, drei Wochen vor Ende der Oberltga- Punktekampfe, sieht wie folgt aus: Gruppe I: Nord I: Hamburger SV; Südwest: 1. FC. Saarbrücken: Süd II: VfB Stuttgart (?); West U: Rotweiß Essen (?); Süd I: I. FC Nürnberg (?): West I: Schalke 04 (?): Nord EC: VfL Osnabrück: Berlin: Te-Be oder Union 06. Es geht also nur noch darum, die Rangfolge Im Westen und Süden zu ermitteln; kaum eine der vorgenannten Mannschaften dürfte noch durch dritte Mannschaften in den Ligen verdrängt werden. Fußball-Lehrfilm mit Barufka Sportlehrer Toni Nett, Dip lvSport leih rer Grind- ler und Verbands-Sportlehrer Herbert Pahlke haben im Aufträge des Württembergischen Fußball- verbandes zwei Fußball-Lehrfilme „Fußball-Technik“, und „Fußball-Kondition“ fertiggestellt, die in erster Linie dafür gedacht sind, die Übungsleiter auf dem Lande bei ihrer Schulungsarbeit zu unterstützen. Die beiden Stummfilme, die je 400 m lang sind, zeigen in eindrucksvoller Welse, besser als jedes geschriebene Wort, das „ABC“ der modernen Fußballtechnik. Man sieht die Spieler des VfB- Stuttgart Barufka, Leo Kronenbitter und Otterbach wie sie mit Fuß und Kopf den Ball beherrschen und kann den früheren VfB-Torhüter „Gummi“- Schmtd im Spezialtraining mit Georg Wurzer bewundern. Ausschnitte aus dem Länderkampf Österreich — Deutschland in Wien vervollständigen das verfilmte Fußballtraining. Die beiden Filmstreifen werden vom Landessportlaund Württemberg verliehen. Unsere Sbimödel distanzierten Andrea Mead „Annemirl" und „Hildesuse” fuhren in Chamonix im 65 km-Tempo Mit einem Doppelerfolg der deutschen Skiläuferinnen über die Olympiasiegerin Andrea Mead-Law rence (USA) endete der Abfahrtalauf bei dem in' ternationalen Arlberg-Kandahar-Hennen in Chamonix. Annemarie Büchner-Fischer, die bei den Olympischen Winterspielen im Abfahrtslauf die silberne Medaille gewann, fegte die 2200 m lange, mit 15 Toren abgesteckte strecke (625 m Höhenunterschied) in der -neuen Rekordzeit von 2:15,6 Min. hinunter. Sie wurde Erste vor der deutschen Alpinen Meisterin Dr. Hildesuse Gärtner (Freiburg), die mit 2:15,8 nur knapp hinter „Mlrl“ blieb. Andrea Mead- Lawrence mußte sich zusammen mit der Französin Narysette Agnel und der Kanadierin Mary Hennl- son mit dem dritten Platz begnügen. Auf dem ln vorzüglicher Verfassung befindlichen Rennkurs wurden teilweise Geschwindigkeiten, von «4 km/std erreicht. Grundgesetz und Sportjagend Sportjugendwarte wurden in Scbludisee geschult Di« Verbands-, feau- und Bezirkslugendleiter der Fachverbänd« im Badischen Sportbund waren am 8. und 9. März im Haus für internationale Begegnungen in Schluchsee zusammengekommen, um in überfachlichen Fragen geschult zu werden. Der Jugendwart des BSB, Zorn -Freiburg (Fußball) gab bei der Begrüßung seiner Freude Ausdruck, daß fast alle Sportarten anwesend waren. Dr. F i s ch e r- Gernsbach (Turnen) eröffnete die Vortragsreihe mit dem Thema: „Feiergestaltung mit der Jugend“. Er stellte den Unterschied zwischen Fest und Feier klar heraus und brachte Beispiele für die Gestaltung Jügendfeiern. Die anschließende Aussprache forderte vor allem die baldige Schaffung von Jugendheimen in allen Gemeinden, die den Angehörige aller Jugendorganisationen offen stehen sollen. Dr. Mahr-Freiburg (Fechten), orientierte die Teilnehmer über ärztliche Grundfragen beim Sport. Seme Ausführungen endeten mit wertvollen Hinweisen für die 1. Hilfe, „Unsere Bundesrepublik und ihr Grundgesetz“ war das Referat, das Dr. Rlt « e 1 r “ Lahr (Hockey) darbot. Der Redner zeigte am Beispiel der Weimarer Republik, wie notwendig die richtige Beziehung des Staatsbürgers, vor allem des Jugendlichen, zum Staat ist und forderte eine lebensnahe Schulung und Orientierung über das Grundgesetz- Sodann sprach Direktor Kru m<- Offenburg (Rudern) Über „Jugendleiter und Berufsfindung, Jugendleiter und Arbeitsfreude“. Seine Ausführungen beleuchteten ein sehr wichtiges Aufgabengebiet des Jugendsportwartes. das vor allem in der heutigen Zeit besondere Beachtung verdiene. Berufsart, aber auch die sozialen Verhältnisse würden eine individuelle Sportbetätigung erfordern. Jupp V 1 a 11 e n-Freiburg (Landesjugendring) referierte über „Grundsätzliches vom Laienspiel“ und stellte das Erlebnis dieses Spiels in den Vordergrund. Gut besetztes Osterturnier des VfB Mühlburg und des KFV Das von den beiden Karlsruher Vereinen VfB Mühlburg und KFV gemeinsam zu Ostern 1952 fest- gelegte „internationale Osterjugendturnier“ wird hervorragend besetzt sein. In der B-Jugendklasse naben bisher die Vereine Bayern München, Hamburger Sportverein, VfB Stuttgart, FC Basel, Racing Club Straßburg und die SpVgg Fürth zugesagt. In der A-Jugendklasse werden der 1 . FC Nürnberg, SV Waldhof, der Hamburger Snortverein und die SpVgg Fürth neben den gastgebenden Vereinen sp At le ?w myeiipi nimm bei Schreibwaren Hauptstraße Anzeioanauile: und Texte tür Familien- und Geachäiteaaieiaen liegen aut Ste erhöhen gerne Auskunft Quell der Kraft für geistig Überarbeitete Der Frühling naht -! Folgen Sie dem Vorbild der Natur und erneuern Sie Ihre Körpersäfte durch eine wirksame, wohltuende Reinigungskur. Dr. Sdueffers Stoffwed isebcfe löst olle Schlocken in Blut und Darm und Ist der große Anreger für -eine solche innere Reinigung. Orig. 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Weigel, sowie Solovorträge von H. E. Weigel, Klavier und den vereinseigenen Sängern Hans Hasser, Baß, und Ulrich König, Tenor, vor. Höhepunkt des Konzertes wird die „Vaterländische Hymne“ von Otto Jochum werden, die der MGV „Badenia“, verstärkt durch den „Liederkranz“ Zunsweier, ein Knabenchor und ein Blasorchester (insgesamt über 200 Mitwirkende) unter Leitung von H. E. Weigel, zum Abschluß aufführt. Karten und Programme zu diesem Konzert sind an der Abendkasse erhältlich. Versammlung des Volksliederrhors Am Samstag fand im Gasthaus „Zum Feld- schlößle“ die diesjährige Generalversammlung des „Volksliederchores Hildboltsweier“ statt. Der 1. Vorstand Oskar Joos eröffnete die Versammlung. Auf der Tagesordnung standen wichtige Punkte, die alle zur Aussprache kamen. Hernach wurde der gesamte Vorstand entlastet und in geheimer Wahl einstimmig wiedergewählt. A. W. Olfenburger Tageblatt Chefredakteur: Adolf Kimmig Verantwortliche Redaktion Adolf Kimmig (Politik)! Franz Jotef Mayer (Badnet Land); Karl Öles (Kultur, Unterhaltung und Helmatbeilage): Alois Hörth (Sport): Herbert Buhlet (Allg. Beilagen); Walter picbert (Landw Beilage): Helmatteil: Dr. Alfred Gailer. Druck und Verlag A. Reiff & Cie. Ottenburg Todesanzeige t Der Herr über Leben und Tod hat unerwartet rasch, infolge eines Herzschlages, unseren lieben Sohn und Bruder Alois Meel im Alter von 22 Jahren aus unserer Mitte gerissen. Nesselried, den 17. März 1952. In tiefer Trauer: Familie Theodor Meel und Anverwandte Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. März 1952, nachmittags 14.00 Uhr, vom Trauerhause aus statt. ..Auf das Angenehmste überrasdit" ... . so beschließt Herr Bernhard Vonstein, Büderich b. Düsseldorf, Am Grünen Weg 4, seinen Bericht über Klosterfrau Melissengeist. Er hat ihn kritisch erprobt: bei nervösen Magenbeschwerden, bei Gallenbeschwerden, bei Schlaflosigkeit und anderen Gesundheitsstörungen des Alltags. Herr Vonstein ist „auf das Angenehmste überrascht!“ Vielen Menschen erging es schon so. Als sie den echten Klosterfrau Melissengeist erprobten, da wußten sie, warum seit Generationen Millionen Menschen auf ihn schwören! Klosterfrau Melissengeist, in der blauen Packung mit 3 Nonnen, ist in allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Denken Sie auch an Aktiv-Puder. * * 'teHerdemje! ‘delwaäs WH Ww .ItßitlMvuiBrtir »WU1< Thompson sorgt für Glanz und Frische BIAHI durch PILO und SEIFIX FR IS OHE durch das rote Waschputmpahet Frau Hedda Eber! ' Wwe. des Dr. O. Ebert, Heilbronn 209, Pfühlstr. 31, seit Jahren die gr. excl. Eheanbahnung der Westzpnen für Ehesuchende des gebildeten Bürgertums u. d. ersten Gesellschaft m. d. umfassd. gesellsch. Verbindgn. Ab 22. mitt. und Sonntag, 23. März, in Freiburg, Hotel Minerva, z. Anmeldung und Beratung anwesend. Verkäufe j Klavier in tadellosem Zustand (schw.) für 800 DM zu verkaufen. 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Amtliche Bekanntmachung Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Rammersweier In der Gemeinde Rammersweier ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Rammersweier ist zum Sperrbezirk erklärt. Die Schutzzone umfaßt die in der Verfügung vom 26. 2. 1952 „Maul- und Klauenseuche in Ortenberg“ genannten Gemeinden. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen sind angeordnet. Offenburg, den 17. März 1952. Landratsamt Offenburg + Schw8i*httrige!^L BEOTON zeigt Ihnen einen neuen Röh- ren-Hörapparat, speziell für nervöse Schwerhörigkeit, auch in Fällen stärkst. Schwerhörigkeit, die Beoton-Rapid-Type Prüfen Sie ihn und Sie werden staunen bei der Vorführung am Donnerstag, 20. März 1952, in Offenburg, Gasthaus „Zum Schwanen“, von 9—12 Uhr. Walter Stiegeler, Hörapparate, Leimen-Heidelberg DAS HOCHWIRKSAME GARANTIERT REINE UNSCHÄDLICHE PFLANZENMITTEL • IN APOTHEKEN UND DROGERIEN Besteche nur Ia Markenware 90 g Silberaufl. u. Bestecke aus mass. rostfrei. Edelstahl, z. 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