1 III MftllftltftK »D*I Erscheint wöchentlich viermal. Bezugspreis für dem laufenden Monat DM 2.50 zuzü"l. 30 Pfg. Trägerlohn. Einzelnummer 20 Pfg. Im Falle höherer Gewalt - 1er bei Betriebsstörung hat der Beiieher keinen /mspruch aui Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. Ultefles Heimatblatt für Stabt unö Betitb Offenbiieo ftateioeablatt mit aaeebaaat outet tDeebemiebuao Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenburg. Zur Zelt ist die Anzeigenpreisliste Nr 2 gültig. Drude u. Verlag A Reiff & Cie., Buchdruckerei. Offenburg/Baden. Geschäftsstelle: Offenburg, Kornstraße 10. Fernsprecher: Offenburg Nr. 1531. 2134 u. 1377. Postschließfach Nr. 333 Postscheckkonto: Karlsruhe Nr. 13(81. Nummer 46 Samstag, 22. März 1952 Ausgabe a l 141. Jahrgang Lösung der Saarfrage vor Friedensvertrag Pariser Besprechungen beendet — Kommission soll demokratische Verhältnisse an der Saar überprüfen — Memoranden werden nicht veröffentlicht Paris. Der Ministerausschuß des Europarates beendete seine Pariser Tagung, ohne daß e: zu der mit Spannung erwarteten Auseinandersetzung über das Saarproblem gekommer war. Bundeskanzler Dr. Adenauer und Außenminister Schuman, der vorher mit dem saarländischen Ministerpräsidenten Hoffmann konferiert hatte, einigten sich über die nächster Schritte zur Beilegung des Saarkonflikts. Die beiden Staatsmänner kamen, wie der Bundeskanzler dem Ministerausschuß mitteilte, überein, noch vor Abschluß des Friedensvertrags mit Deutschland oder eines entsprechender Vertrages, zu einer endgültigen Regelung der Saarfrage zu gelangen, die die Zustimmung aller Beteiligten findet. Aus deutschen, französischen und saarländischen Delegierten soll sofort eine Kommission gebildet werden, die sich im Hinblick auf die im Herbst stattfindenden Landtagswahlen irr Saarland mit der Ueberprüfung der demokra- tisch^n Verhältnisse an der Saar befassen soll. Die deutsch-französischen Saarbesprechungen sollen fortgeführt werden. In der Sitzung des Ministerausschusses, dem ein Memorandum der Bundesregierung über die Wahrung der demokratischen Rechte der Saar und eine Gegenerklärung der saarländischen Regierung Vorlagen, wurde nicht über diese beiden Dokumente debattiert. Bundeskanzler Dr. Adenauer betonte nach der Sitzung, es sei nunmehr gelungen, die Saarfrage in die Verhandlungssphäre zu verlagern. Von deutscher Seite werde der Inhalt des Memorandums der Bundesregierung zur Saarfrage aufrechterhalten. Die beiden Memoranden zur Saarfrage sollen nicht veröffentlicht werden. Die zwischen Adenauer und Schuman vereinbarte Regelung traf im Ministerausschul? nicht auf Widerspruch. Der saarländische Ministerpräsident Hoffmann erklärte, an der Saar bestünden zwar die Vorbedingungen für freie Wahlen, er werde sich aber einer Ueberprüfung der Lage durch französische und deutsche Regierungsvertreter nicht widersetzen. Außen minister Schuman äußerte die Hoffnung, daß der Tag von historischer Bedeutung für die Zukunft der europäischen Einheit sein werde. Gegen die Erklärung des französischen Bot' schafters an der Saar, Gilbert Grandval, jede Propaganda im Saarland für die Rückkehr zu Deutschland müsse als verfassungswidrig verboten werden, hatte Bundeskanzler Adenauei am Donnerstagmorgen bei seiner zweiten Unterredung mit Schuman protestiert. Paris: Großer Erfolg Adenauers (Drahtbericht unseres Pariser Vertreters) Paris. Die Pariser Presse veröffentlicht die Meldung vom Abkommen über die Saar etwas verkniffen unter der Ueberschrift „Adenauer zieht seine Klage zurück“. In den Kommentaren wird offen zugegeben, daß der Bundeskanzler einen beachtenswerten diplomatischen Erfolg davongetragen habe. Die Beobachter stellen fest, daß die Bundesrepublik nun offiziell ein Mitspracherecht in den saarländischen Angelegenheiten erhalten und damit alles erreicht habe, was Dr. Adenauer beabsichtigt habe. „Der Rest kommt dann ganz von selbst“, stellt „Combat“ etwas bitter fest. Die Erklärung des Außenministers Schuman, daß dies ein historischer Tag gewesen sei, wird von vielen Seiten ironisiert. Die Karriere des Botschafters Grandval, dessen Rede (die als Beitrag zur Verständigung Adenauer über die Pariser Gespräche — Einigkeit über Westmächte-Antwort auf Deutschland-Note Drahtbericht unserer Bonner'Vertretung sein müssen, so wie sie in der Menschenrechtskonvention des Europarats niedergelegt worden seien. „Damit wird auch die Gewähr dafür geschaffen, daß die Deutschen an der Saar frei und unbeeinflußt üher die politische und wirtschaftliche Zukunft eine Entscheidung treffen können, die ihrerseits auch den deutschen Vorstellungen Rechnung tragen wird.“ Dr. von Brentano brachte namens der Fraktion abschließend die Ueberzeugung zum Ausdruck daß Gespräche, die zwischen Schuman und Dr. Adenauer nunmehr begonnen haben, einen wesentlichen Beitrag für die gesamteuropäische Verständigung darstellen können. Bonn. Mit starkem Optimismus nahm Bundeskanzler Dr. Adenauer nach der Landung seines Flugzeugs auf dem Flugplatz Wahn zum Ergebnis seiner Pariser Besprechungen mit Außenminister Schuman und den Mitgliedern des europäischen Ministerausschusses Stellung. Er erklärte, der nächste Landtag an der Saar werde aus freien demokratischen Wahlen her. Vorgehen. Der Kanzler gab der Auffassung Ausdruck, daß seihe Besprechungen mit Schuman den Anfang zur Bereinigung der Saarfrage darstellt. Im einzelnen sagte Dr. Adenauer, Schuman und er hätten Einverständnis über ein Abkommen erzielt, dessen Zweck die Lösung der Saarfrage sei. Die endgültige Entscheidung über das Schicksal des Saarlandes werde dem nächsten Saarlandtag überlassen bleiben. Den Schwierigkeiten der Saarfrage sei es bishei zuzuschreiben gewesen, daß sich das deutschfranzösische Verhältnis nicht so gestaltet habe, wie die beiden Völker es ersehnen. Die scheinbare Unlösbarkeit dieses Problems habe sich auch als äußerst hinderlich für die Fortführung der großen Verhandlungen erwiesen. Jetzt beginne sich eine Saarlösung abzuzeichnen deren politische Bedeutsamkeit für Europa nicht unterschätzt werden dürfe. Gleichzeitig teilte der Bundeskanzler mit daß in den Gesprächen mit seinen europäischer Ministerkollegen Einverständnis über den wesentlichen Inhalt der alliierten Noten an die sowjetrussische Regierung erzielt worden sei. Die Noten würden in diesen Tagen nach Moskau abgehen. In einer zurückhaltenden Stellungnahme beschäftigte sich der Vorsitzende der CDU/CSU- Fraktion. Dr. von Brentano, mit dem bisher bekannt gewordenen Verlauf der deutsch-französischen Saarbesprechungen. Er erklärte, es erscheine verfrüht, deren Ergebnis heute schor kritisch vorwegzunehmen. Die CDU'CSU-Frak- tion begrüße es, daß der Bundeskanzler aber die unsachlichen. Erklärungen Grandvals entschieden zurückgewiesen habe. Sie begrüße andererseits, daß nunmehr unmittelbare Gespräche zwischen Deutschland und Frankreich über die Saarfrage geführt werden sollen. Vornehmstes Ziel dieser Gespräche werde die Wieder Schwanengesang bezeichnet wird) innerhalb von 24 Stunden durch die Tatsachen dementiert wurde, wird allgemein für beendet gehalten und auch die Zukunftsaussichten des saarländischen Ministerpräsidenten Hoffmann werden schwach beurteilt, obwohl er erreichte, daß ihn Dr. Adenauer als Kontrahenten und damit de jure und de facto anerkannt habe. Durch alle Kommentare blickt die Sorge durch, ob nicht die neue Regelung des Saarstatuts eine Aenderung. oder Einschränkung der französisch-saarländischen Wirtschaftsunion mit sich bringen könne. Die Zeitung „Le Monde“ warnt die Regierung davor, das Beispiel Pierre Lavals nachzuahmen, der 1934 um des Friedens mit Hitler-Deutschland willen die Saar und die Saarländer geopfert habe und sagt, das Abkommen vom 20. März sei nur dann vertretbar, wenn es von der Feststellung „bis hierher und nicht weiter“ begleitet sei. Ungeachtet aller Vorbehalte kommt indessen die Erleichterung über das Ende einer immer schärfer gewordenen deutsch-französischen Meinungsverschiedenheit klar zum Ausdruck. Es muß festgestellt werden, daß die Angriffe der äußersten Rechten gegen Schuman aller Voraussicht nach in Zukunft noch erbitterter werden dürften. Die Anhänger der Politik des Faustpfandes im Saarland verübeln ihm seinen, wie sie sagen, Rückzug vor Adenauers Aggressivität und seinen Wunsch, gegenüber Washington seine Verständigungsbereitschaft zu beweisen. Pariser Warenhäuser senken Preise Paris. Pariser Warenhäuser haben am Donnerstag die Preise für 115 Artikel bis zu 20 Prozent gesenkt. Das Sortiment der verbilligten Waren reicht von Parfümen bis zu Regenmäntel. Schneefall zum Frühlingsanfang 15 Meter hohe Schneewehen — 600000 Stück Vieh droht der Hungertod San Franzisko. Am ersten Frühlingstag wurden Hunderte von Menschen in Ost- Kalifornien durch meterhohe Schneewehen von allen Verbindungen abgeschnitten. In Nevada droht etwa 600 000 Stück Vieh der Hungertod. Gouverneur Charles Rüssel hat den Notstand erklärt und Bundeshilfe angefordert 300 Kilometer östlich von San Franzisko sind 125 Menschen in June Lake Lodge eingeschneit. 15 Meter hohe Schneewehen machen jeden Verkehr anf den Straßen unmöglich. Einstöckige Häuser sind bis über die Dächer im Schnee verschwunden. Launenhaft wie der April zeigte sich der erste Frühlingstag in diesem Jahr auch in der Bundesrepublik. In Hamburg begann es am Donnerstagnachmittag zu schneien, und am Abend war die Stadt in ein weißes Winterkleid gehüllt, während zur gleichen Zeit an der Bergstraße an den Mandelbäumen die Knospen aufsprangen und damit in diesem geschützten Landstrich die berühmte frühe Baumblüte begann. Die frierenden Norddeutschen — das Quecksilber stand nicht weit über Null Grad — stellten wehmütig fest, daß die herstellung der Grundrechte im Saargebiel I letzten amtlichen Wintertage sonniger und wärmer waren als der ersehnte Frühlings, beginn. Gleichzeitig bereitet sich die Bergstraße auf einen starken Fremdenverkehr vor, den sie mit dem Einsetzen der Blütezeit erhofft. 7 Tote bei Lawinenunelück Innsbruck. Ein Lawinenunglück in der Nähe von Galtür im Westen von Tirol forderte am Freitag sieben Todesopfer. Die Lawine verschüttete 15 Arbeiter, die beim Bau eines neuen Kraftwerkes an der 111 beschäftigt waren. Acht von ihnen konnten sich selbst aus den Schneemassen befreien. Sechs wurden tot geborgen, einer wurde noch nicht gefunden. Die Zahl der durch Lawinen in diesem Jahr in Oesterreich ums Leben Gekommenen ist damit auf 51 gestiegen. 36 Verletzte bei Eisenbahnunglück Rio de Janeiro. In Triagem, wenige Kilometer außerhalb von Rio de Janeiro fuhr am Freitag ein Personenzug auf einen anderen auf dem Bahnhof haltenden Zug auf. 36 Personen wurden verletzt. Todesopfer sind nicht zu beklagen. Das Unglück wird auf den dichten Nebel zurückgeführt. Es handelt sich um das vierte größere Verkehrsunglück in Brasilien in diesem Jahr und bereits das dritte im Monat März. Hinke den Kulissen des tutofuteals ak In Paris tagt in dieser Woche der Ministerausschuß des Europarats. Das politische Interesse aber greift über diese Tagung weit hinaus, denn meist ist viel interessanter und zukunftsträchtiger das, was hinter den Kulissen geschieht. So ist es auch diesmal gewesen, denn neben der Tagung des Europarats liefen dia Beratungen der Westmächte über ihre Stellungnahme zur Deutschlandnote der Sowjetunion einher. Auch Bundeskanzler Dr. Adenauer, der vier Tage lang in der Seinestadt weilte, nahm an dieser Viererkonferenz teil und konnte den deutschen Standpunkt vertreten. Gestern nachmittag haben sich nun die Sachverständigen über die endgültige Formulierung der Antwortnote geeinigt, so daß die Note der Westmächte wohl in den ersten Tagen der kommenden Woche in Moskau übergeben werden wird. Das deutsche Interesse galt darüber hinaus der auf der Tagesordnung des Ministerausschusses stehenden Saarfrage. Der Bundeskanzler hat auf die Erörterung • der deutschen Denkschrift verzichtet, die die Garantierung der freiheitlichen Grundrechte an der Saar verlangt, und auch Johannes Hoffmann kam mit seiner Gegendenkschrift nicht zum Zuge. Grund hierfür war die Einigung, ten Hoft besiegte Bacilieri Der deutsche Meister im Schwergewichts- boxen, Hein ten Hoff, besiegte am gestrigen Freitagabend in Berlin den italienischen Schwergewichtler Bacilieri durch Aufgabe Ba~ cilieris in der fünften Runde. die außerhalb des Europarates zwischen dem französischen Außenminister und dem Bundeskanzler über eine Teilfrage erzielt worden ist. Auch* Saar-Hoffmann war teilweise von der Partie. Bislang sind sich Dr. Adenauer und der Saarminister nur einmal auf der Treppe zum Quai d’Orsay begegnet und waren,'' wie die Fama wissen will, grußlos aneinander vorbeigeschritten. Der schwedische Präsident der Europaratstagung hat es nun fertiggebracht, die beiden Gegenspieler auf einem Essen in der schwedischen Botschaft zusammenzubringen. Hier gelang es denn auch im Verlauf der Tischgespräche, Frankreichs Voraussetzung für die Einigungsformel zu erfüllen, nämlich die Zustimmung Hoffmanns zu gewinnen. Als der Bundeskanzler gestern nachmittag bei seiner Landung auf dem Flugplatz Wahn Presseleuten Rede und Antwort stehen mußte, erklärte er: „Ich glaube sagen zu können, daß mit der in Paris getroffenen Regelung der Anfang gemacht worden ist, um den ganzen Saarkomplex zu bereinigen.“ Dr. Adenauer steht mit seinem Optimismus, der vorerst in Bonn Ueberraschung auslöste, allerdings nicht allein. Auch die „Basler Nationalzeitung“ spricht von einem Erfolg des Bundeskanzlers und einer diplomatischen Ueberraschung von Format“. Der englische Außenminister Eden lobt den staatsmännischen Geist Adenauers, und in London spricht man von einem Erfolg des Kanzlers, da es seinem Vorgehen in Paris zu danken sei. daß die Saarfrage nun zum Gegenstand deutsch-französischer Besprechungen wird. Und Robert Schuman behauptet sogar, der Donnerstag werde einmal als „historischer Tag“ in die Geschichte eingehen. Wieviel von all den hochgeschraubten Hoffnungen Wirklichkeit wird, muß die Zukunft zeigen. Natürlich fehlt es auch n.cht an pessimistischen Beurteilungen des Pariser Ergebnisses, und es kann keineswegs überraschen, daß sich OUenhauer, der Vertreter Schumachers in der Hannoveraner Parteizentrale, in vorderster Reihe der Kritiker befindet. Aber es ist nicht weiter tragisch zu nehmen, wenn er in der Pariser Vereinbarung eine Preisgabe des deutschen Standpunktes sieht, denn Negativismus gehört nun einmal zum sozialdemokratischen Kampfprogramm. Bedenklich könnte allenfalls stimmen, daß auch der saarländische Ministerpräsident das Pariser Ergebnis als einen „ausgesprochenen Erfolg“ für sich verbuchen möchte, und daß der Pariser „Monde“ in ihm nicht einen Anfang, sondern das Ende der Saarlösung sehen will. „Die Regierung Hoffmann“, meint die maßgebenden Persönlichkeiten der französischen Außenpolitik nahestehende Zei- I Sametag, 22. M8n 1952 turtg, „hat sehr gute Karten in der Hand. Sie . ist daher absolut in der Lage, vor den Wählern die Partie .Politische Autonomie der Saarnation in einem allgemeinen europäischen Rahmen 1 zu spielen und zu gewinnen.“ Wenn das Ergebnis nur darin bestehen würde, daß Frankreich dar auf verzichtet, die Lösung des Saarproblems bis. zum Friedensvertrag mit Deutschland aufzuschieben. dann wäre allerdings • nicht das mindeste gewonnen. Was wurde erreicht? Eine Dreierkommission aus französischen, deutschen und saarländischen Vertretern soll im Saargebiet die Voraussetzungen für einen freiheitlichen und demo- kratischfen Verlauf der Herbstwahlen prüfen. Darüber hinaus wurde Deutschland zum erstenmal ein Mitspracherecht in Saarfragen zuge standen.' Das bedeutet auf alle Fälle eine Durchbrechung des bisherigen französischen Standpunktes, die Saar sei autonomes Gebiet und gehe die Bonner Regierung nichts an. Des weiteren hätte es wenig Sinn, die Bedingungen für freie Wahlen untersuchen zu lassen, wenn Frankreich nicht uneingestandenermaßen selbst der Ueberzeugung wäre, im Lande Saar-Hoff- manns schreite die Demokratie auf Krücken einher. Daß es mit der Demokratie nicht 'so recht stimmen kann, zeigt ja auch das Tele gramm. das vorgestern die saarländische Einheitsgewerkschaft an den Ministerausschuß des Europarates richtete, mit dem sie gegen die „Mißachtung der demokratischen Prinzipien an der Saar“ protestiert. Zudem haben kürzlich erst auf der Sulzbacher Konferenz 42 000 Saarbergleute unter langanhaltendem Beifall Saarverhandlungen zwischen der Bundesrepublik und Frankreich gefordert. So weit wären vorerst einmal, soweit die Pariser Meldungen Aufschluß zu geben vermögen, die Dinge an der Saar gediehen. Es wurde in Paris recht viel von der „Europäisierung“ des Saargebietes gesprochen. Auch Johannes Hoffmann hat dies getan, ist aber die Antwort auf die Frage, was er sich darunter vorstelle, schuldig geblieben. Sollte „Europäisierung“ politische und kulturelle Trennung der Saar vom deutschen Mutterlande bedeuten, dann wird allerdings der Bundestag Dr. Adenauer die Gefolgschaft auf diesem Wege verweigern. Das mindeste, was verlangt werden muß und nach den Pariser Besprechungen jetzt vielleicht auch erwartet werden kann, ist die Abhaltung unbeeinflußter Wahlen, bei denen der Wille auch der 900 000 Saarländer frei zum Ausdruck kommen muß, die mit Deutschland verbunden bleiben wollen. Werden diese Voraussetzungen nicht geschaffen, dann wird man auch in der Sowjetzone nicht die Abhaltung freier, allgemeiner Wahlen durchsetzen können, und die Arbeit der UNO-Kommission, die augenblicklich in der Bundesrepublik weilt, wäre keinen Pfifferling wert. Sie wird wohl auch ohne praktischen Wert bleiben müssen, da Grotewohl gestern der Kommission die Einreise in die Sowjetzone verweigerte. Kanzler-Riditlinien nicht eingehalten Vorwurf einseitiger Personalpolitik im AA nicht zu entkräften Zwischenbericht des Untersuchungsausschusses Drahtbericht unserer Bonner Vertretung Bonn. Der Bundestagsausschuß zur Ueber- prüfung der Personalpolitik des AA hat am Donnerstag sein bisheriges Schweigen gebrochen und erstmalig zu dem Komplex der Vorwürfe gegen die Personalpolitik des AA in einer Pressekonferenz Stellung genommen. Dabei stellte der stellvertretende Vorätzende, CDU-Abgeordneter Dr: Erich Köhler, als erstes Arbeitsergebnis des Ausschusses fest, daß die vom Bundeskanzler und dem mit dem Aufbau des AA betrauten Staatsrat Dr. Haas entwickelten Aufbau-Grundsätze nicht in wün sehenswertem Umfang berücksichtigt worden seien. Die Aeußerungen des Ausschuß-Vorsitzenden, des FDP-Abgeordneten Dr Becker, seines Stellvertreters Dr. Köhler und des SPD- Abgeordneten Erler gipfelten in der Feststellung. daß der Vorwurf einer „einseitigen Personalpolitik“ bis jetzt nicht habe entkräftet werden können. Die Hauptaufgabe des Ausschusses, dessen Arbeiten sich wegen der Kompliziertheit des Prüfungsstoffes wahrscheinlich noch über zwei Monate erstrecken, werde daher in der Prüfung der Frage bestehen, ob tatsächlich eine Cliquenwirtschaft im Auswärtigen Amt eingerissen sei, die jeden Zustrom frischer unbelasteter Kräfte in maßgebende Positionen systematisch verhindert habe. Bereits jetzt konnte der Ausschuß aber feststellen, daß beim Zustandekommen des Beamtenkörpers allzu einseitig nach dem Grundsatz gehandelt worden sei, man könne ohne die alten Fachkräfte des AA nicht aus- kommen. Dies gelte nicht nur für den höheren, sondern auch für den mittleren und gehobenen Dienst. Es sei auch nicht zu bestreiten, daß zahlreiche Personen eingestellt wurden, die Funktionen sowohl in der NSDAP als solcher wie auch im außenpolitischen Amt der Partei bekleidet haben. Soweit Vorwürfe gegen einzelne Personen bzw. deren Tätigkeit während der Nazizeit erhöben werden, stellte der Aus^ schuß fest, daß diese Vorwürfe sich als zum Teil zutreffend und zum anderen Teil als gegenstandslos erwiesen hätten. Zu den persönlichen Vorwürfen gegen einzelne Angehörige des AA nahmen die Ausschuß-Mitglieder noch nicht Stellung, da der Ausschuß von etwa 22 beschuldigten Beamten bisher nur etwa 3 bis 4 anhören konnte. Zur grundsätzlichen Seite der Aufgabe des Ausschusses erklärte Dr. Becker, das Auswärtige Amt müsse in allen seinen Teilen die fleckenlose Visitenkarte der Bundesrepublik sein. Die gegen einzelne AA-Angehörige vorgebrachten Angriffe seien daher unter dem Ge sichtspunkt zu betrachten, ob diese Beamten in der Vergangenheit schuldhaft oder schuldlos in eine Situation gekommen seien, die ihre Wiederbeschäftigung im AA der Bundesrepublik als nicht tragbar erscheinen lasse. Der Ausschuß selbst sei weder ein Kassationshof in Spruchkammer-Angelegenheiten noch eine Wiederauflage des Nürnberger Wilhelm- straßen-Prozesses. Er sei auch kein Strafgericht, das über die Aktivität eines Dr. Rademacher nach strafrechtlichen Gesichtspunkten zu urteilen habe. Der Ausschuß habe daher, wie Dr. Köhler bemerkte, vor allem das Zustandekommen der personalpolitischen Zusammensetzung des heutigen AA zu überprüfen,. Als Arbeitsunterlagen habe der Ausschuß sich des Gutachtens des vom Bundeskanzler zunächst mit der internen Untersuchung beauf tragten Oberlandesgerichtsrates Dr. Schetter, des vom SPD-Abgeordneten Dr. Brill erstatteten Vorberichts, der in den Artikeln der Frankfurter Rundschau angezogenen Dokumente sowie der Protokolle der Nürnberger Verhandlungen bedient. Sdiäffer legt Haushaltsplan 1951/52 vor Bundestag zollt dem Finanzminister stürmischen Beifall Von unserer Bonner Vertretung Bonn. Bundesflnanzminister Fritz Schaffer legte am Donnerstag den Haushaltsplan für 1951/52 vor, der in einem Hauptplan, einem Nachtrag und eine zweite Ergänzung zusammengesetzt ist. In Einnahmen und Ausgaben schließt der Haushalt mit über 21 Milliarden DM ab und weist damit gegenüber dem Vorjahr eine Volumenausdehnung um nahezu UNO-Kommission erneut abgelehnt Deutsch and-Kommission in Berlin — Dokumentensammlung überreicht Berlin. In einer Stellungnahme zur Ankunft der UNO-Deutschland-Delegierten in Berlin lehnte Ostzonen - Ministerpräsident Grotewohl am Freitagabend die Beteiligung der UNO-Kpmmission an der Prüfung von Wahlvoraussetzangen in Deutschland uncj der Klärung des gesamtdeutschen Problems ab. Grotewohl sprach vor etwa 5000 Mitgliedern der FDJ in Ostberlin. Die UNO-Kommission habe die Aufgabe, gesamtdeutsche Wahlen zu verhindern und den Beschluß eines deutschen Friedensverträges unmöglich zu machen. Seine Regierung betrachte die Kommission nach den Statuten der Vereinten Nationen und nach dem Völkerrecht als unrechtmäßig. Sie sei daher der Auffassung, daß eine Einmischung einer solchen Kommission nach wie vor abzulehnen sei. Der Deutschland-Kommission der UNO wurde am Freitag in Westberlin eine vom „Gesamtberliner Büro“ des Senats und des Abgeordnetenhauses zusammengestellte Dokumentensammlung überreicht. Die Kommission übergab dem Senat ein Memorandum, in dem sie die für die Erfüllung ihrer Aufgabe erforderlichen Voraussetzungen aufzählt. Berlins regierender Bürgermeister, Ernst Reuter, begrüßte im Schöneberger Rathaus die Angehörigen der Kommission. Reuter unterstrich die Verbundenheit mit den über 18 Millionen Deutschen in der Ostzone in dem Wunsch, endlich auf der Grundlage freier Wahlen wieder die Einheit Deutschlands herzustellen. Der Vorsitzende der Kommission, Kristjan Albertson, der selbst einige Jahre in Berlin gelebt hat, erwiderte, in dieser verwüsteten und geteilten Stadt dränge sich die zwingende Notwendigkeit einer deutschen Einheit ganz von selbst auf. Berlin müsse in Frieden geeint werden, damit es wieder zu neuem Leben erblühen kann. Die unmögliche Situation in der die Bürger Berlins leben müßten, sei eine tägliche Mahnung an die Welt, daß diese Teilung nicht ewig andauem kann und darf Keine unüberbrückbaren Gegensätze Die ersten Koalitionsgespräche zwischen CDU und SPD Stuttgart. Zwischen der CDU und der SPD begannen am Freitag in Stuttgart die ersten Verhandlungen über die Bildung einer Regierungskoalition für das neue südwestdeutsche Bundesland. Die CDU als stärkste Fraktion in der Verfassunggebenden Landesversammlung hatte zu den Besprechungen eingeladen. In einem kurzen Kommunique heißt es, daß sich bei der „eingehenden Besprechung der Fragen der künftigen Landespolitik keine unüberbrückbaren Gegensätze zwischen den Verhandlungspartnern“ gezeigt haben. Wie von der SPD ergänzend verlautet, wurde noch nicht über die personelle Zusammensetzung der Regierungskoalition, sondern lediglich über die sachlichen Voraussetzungen für eine Zu sammenarbeit gesprochen. Die nächste Besprechung zwischen CDU und SPD wird wahrscheinlich am Montag stattfinden. Die DVP/ FDP-Fraktion hat am Freitag den Entwurf eines Ueberleitungsgesetzes vorgelegt, das die vorläufige Ausübung der Staatsgewalt in dem neuen Land regeln soll. Die Fraktion wünscht, daß durch baldiges Verabschieden eines Ueberleitungsgesetzes die Möglichkeit geschaffen wird, noch vor Ostern den Ministerpräsidenten zu wählen und die Regierung zu bilden. Zusammenstöße in Triest Beritteue Polizei gegen 80000 Demonstranten - Empörung in Italien über Haltung der ailierten Militärregierung Triest. In der anglo-amerikanischen Zone von Triest kam es am Donnerstag zu Zusammenstößen zwischen berittener Polizei und etwa 80 000 Demonstranten, die die Rückkehr Triests zu Italien forderten. 30 jugendliche Demonstrationsteilnehmer wurden verletzt, und 30 andere wurden zu Vernehmungen zum Polizeipräsidium gebracht. Demonstrationen dieser Art sind verboten. Der Donnerstag war der vierte Jahrestag dei amerikanisch-britiach- französischen Erklärungen, in der die Rückkehr Triests zu Italien befürwortet worden war. Der normale Geschäftsbetrieb ruhte fast ganz. Die Schulen waren geschlossen, und die Häuser waren mit italienischen Fahnen geschmückt. Aus ganz Italien trafen Solidaritätserklärungen ein. Auch Ministerpräsident de Gasperi schickte eine persönliche Botschaft In der italienischen Oeffentlichkeit herrscht Empörung über die Haltung der alliierten Militärregierung von Triest zu den Demonstrationen, die sich am 20. März in der Stadt ereigneten. Nach italienischen Berichten wurden beim Eingreifen der alliierten Polizei 12 Demonstranten verletzt. ’ sechs davon schwer. fünf Milliarden DM auf. Der Bundesflnanzminister gab zu erkennen, daß ein Teil der Steigerung durch die internationale Preisbewegung ausgelöst worden sei. Diese Preisbewegung sei jedoch ungesund. Bundesflnanzminister Schaffer kündigte an, daß er im kommenden Jahre rechtzeitig den Haushaltplan vorlegen werde. Wenn dies bis heute noch nicht möglich. gewesen sei, ao deshalb sich noch im Aufbau befinde. Gleichzeitig richtete der Bundesflnanzminister einen leidenschaftlichen Appell an das deutsche Volk wie an die verantwortlichen Männer im Bundestag und Bundesrat, der Gesetzesvorlage zuzustimmen, durch welche die Bundesregierung ermächtigt wird, 40 Prozent aller Ländereinnahmen aus Einkommen- und Körperschafts- steuem für sich in Anspruch zu nehmen. Diese Quote sei für die Länder zumutbar. Bundesflnanzminister Schäffer wurde am Schluß seiner eindreiviertelstündigen Rede mit stürmischem Beifall gefeiert. Auf der Einnahmenseite des Uebergangs- haushalts stehen die Zölle mit über einer Milliarde DM, die Tabaksteuer mit 2,2 Milliarden DM. die Umsatzsteuer mit 6,6 Milliarden DM und der Erlös aus Anleihen mit 2,1 Milliarden DM an erster Stelle. Auf der Ausgabenseite ist die Belastung durch den Verteidigungsbeitvag mit rund acht Milliarden DM am stärksten. Dicht auf folgen NeiKs m Kürze Bundespräsident Dr. Theodor Heufl hat dem Oberbaurat Or. Ing. Rudolf Fettwels in Karlsruhe auf Vorschlag des Ministerpräsidenten Dr. Reinhold Maier das große verdlenstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen. Angesichts der günstigen deutschen Zahlung sposi- tlon hei der EZU hat sich die Bundesregierung im Einvernehmen mit dem europäischen Wirtschaftsrat in Paris entschlossen, die Liberalisierung der Einfuhren mit Wirkung vom 1. April nicht nur, wie ursprünglich beabsichtigt, auf ;0 Prozent, sondern auf 75 Prozent zu erhöhen. Die Bundesländer haben In den ersten neun Mo; naten des Rechnungsjahres 1951 — April bis Dezember — einen Ueberschuß von «5,8 Millionen Mark erzielt. Der Landesvorsitzende der FDP Württemberg- Hohenzollems, Rechtsanwalt Dr. Eduard Leuze, hat sich entschlossen, das durch den Tod des Bundesministers für Wohnungsbau, Eberhard Wildermuth, freigewordene Bundestagsmandat anzunehmen. Der Zentralverband der Flieger- und Währungsgeschädigten warnte in Bonn vor dem kürzlich gegründeten „Etnheitsverband der Kriegsgeschädigten“ und einem „Evakuiertenverband“, die beide kommunistische Ta-rnorganlsationen sind. Das holländische Justizministerium gab am Freitag mit dem endgültigen Entscheid über die Urteile für vier Deutsche und einen Holländer den Abschluß der Krlegsverbrechenjujstlz In Holland bekannt. Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben gegen das Urteil im Rademacher-Prozeß Revision eingelegt. Für die •taemaligen Kriegsgefangenen and Internierten des Ostens und Westens wird während des deutschen evangelischen Kirchentages ln Stuttgart vom 27—31. August ein Sondertreffen veranstaltet. Der ehemalige Botschafter Dt. Hans Heinrich Dieckhoff ist im Alter von 68 Jahren nach längerer schwerer Krankheit in seinem Helm ln Lenzklrch gestorben. An der österreichisch-tschechoslowakischen Grenze im Gebiet von Drosendorf haben tschechoslowakische Arbeitskommandos mit der Errichtung von Drahtverhauen begonnen. Die belgische Abgeordnetenkammer lehnte den von den Oppositionsparteien eingebrachten Tadelsantrag gegen die christlich-soziale Regierung van Houtte gegen die Stimmen der Liberalen, Sozialisten und Kommunisten ab. In dem Antrag wurde der Regierung vorgeworfen, ohne Befragung des Parlaments dem Bau einer britischen Nachschubbads ln der Nähe von Antwerpen zugestimmt zu haben. Der amerikanische Senat ratifizierte in Washington den Friedensvertrag mit Japan und die Vevtei- digungsabkommen mit Japan, den Philippinen, Australien und Neuseeland. Der ägyptische Außenminister Abdel Khalek Has- suna Pascha hat dem pakistanischen Gesandten 'in Kairo mitgeteilt, daß Aegypten mit dem gemeinsamen pakistanischen und Irakischen Vorschlag, einen islamischen Block zu bilden, einverstanden ist. Drei Aegypter wurden ln Kairo von einem Kriegsgericht zu Je sieben Jahren Zuchthaus verurteilt, well sie sich am 26. Januar am Üeberfali auf das Gebäude des Shell-Sportclubs ln Kairo beteiligt haben. Mieierbund zur Erhöhuno der Altmieten Köln. Der „Deutsche Mieterbund“ in- Köln weil der Bund in finanzpolitischer Hinsiditffcat in einer Eingabe an den Bundestag darauf hingewiesen, daß eine Erhöhung der gesamten Aitmieten ein Ansteigen des MietzLnsniveaus zur Folge haben würde. Angesichts der katastrophalen Wohnungsnot sei es nicht za verantworten. daß mit erhöhten Altmieten die Ertragslage des Althauebesitzes verbessert werde, anstatt die notwendigen öffentlichen Baumittel für den sozialen Wohnungsbau bereitzustellen. Grippewelle in der Ostzone Berlin. Viele Städte der Ostzone sind von einer Grippewelle heimgesucht worden. Bel dem Ostzonenministerium für Gesundheitswesen sind Berichte darüber eingegangen, daß Leipzig, Dresden. Chemnitz. Zwickau. Weimar, Erfurt. Halle. Dessau, Magdeburg, Rostode und Schwerin besonders betroffen sind. In Weimar und Erfurt sind die Schulen ohne Ausnahme, in anderen Städten sind sie teilweise geschlossen. Die Gesundheitsbehörden haben angeordnet, daß alle öffentlichen Gebäude. Ver- die Aufwendungen für soziale Leistungen aller I kehrsmittel und Gemeinschaftsräume regel- Art mit insgesamt 7,5 Milliarden DM. I mäßig desinfiziert werden. Landesverrat oder Spionage? Vier Verhaftungen Geheime deutsche Dienstsachen an die Tschechoslowakei vermittelt Nürnberg. Auf Antrag der Oberstaatsanwaltschaft in Weiden/Oberpfalz sind vier Deutsche verhaftet worden, die geheime deutsche Dienstsachen an die Tschechoslowakei vermittelt haben sollen. Die Akten darüber befinden sich gegenwärtig beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe, der entscheiden soll, ob hier ein Fall von Landesverrat oder Spionage vorliegt. Wie Oberstaatsanwalt Dr. Theodor Klein- knecht vom Oberlandesgericht Nürnberg, der den Fall bearbeitet hat. mitteilte, sollen die ausländischen Aufträge der Verhafteten unter anderem den Aufbau und die Organisation des Landes- und Bundesgrenzschutze« betreffen. Der Bundesgerichtshof habe zu entscheiden, ob die Verhafteten einen Verstoß gege,, die Behandlung von Staatsgeheimnissen und damit Landesverrat begangen haben, über den in Karlsruhe verhandelt werden muß. oder ob sie Dienstgeheimnisse Weitergaben, also Spionage getrieben haben und von dem zuständigen Landgericht verurteilt werden müssen. Unter den Verhafteten 9eien ein Angestellter der Grenzpolizei und eine Frau, die Beihilfe geleistet habe. Das Verfahren stütze sich auf das Strafrechtsänderungsgesetz, daß Bestimmungen über Hochverrat. Landesverrat und Staatsgefährdung enthalte. Da der Schwerpunkt der Delikte deutsche Geheimsachen betreffe, sei die Zuständigkeit der deutschen Gerichtsbarkeit gegeben. Zehn Tote bei Flugzeugabsturz In Texas Corpnt Christi (Texas). In den frühen Morgenstunden des Freitag stürzte eine viermotorige Maschine der USA-Marine kurz nach dem Start in den Golf von Mexiko. Die 10 Mann Besatzung sollen ums Leben gekommen sein. Weinfässer als Fluchtversteck Linz. Ein österreichischer Eisenbahner, der auf dem Bahnhof in Linz an einem Güterzug vorbeiging, hörte aus einem Wagen mit Weinfässern aus Ungarn plötzlich Klopfzeichen. Als er die Tür öffnete, sprangen eine Frau und ein Mann heraus, rannten über die Gleise und verschwanden im Gedränge auf dem Bahnhof. Die beiden waren zwischen den Fässern versteckt über die ungarische Grenze nach Oesterreich entkommen. Sie meldeten sich in Linz bei den amerikanischen Besatzungsbehörden als politische Flüchtlinge und sagten, sie wollten nach Kanada auswandern, wo sie Verwandte hätten. Wetterbericht Nach dem Abzug eines Tiefs, das sich über der Nordsee gebildet und bei seiner Wanderung über Mitteldeutschland nach Südosten unser Wetter stärker beeinflußt hatte, schiebt sich mit verbreitetem Druckanstieg das Azorenhoch wieder weiter nach Osten vor. Aussichten bis Sonntagabend: Heiter bis bewölkt und im allgemeinen niederschlagsfrei Wieder wärmer. Schwache bis mäßige südwestliche Winde. Weitere Aussichten: nicht beständig. i i 4 Samstag, 22. Mürz 1952 Was wie Mtk sage* metüea 2 000 Berliner Genossen riefen programmgemäß ein sowjetzonales „Urräh“, als in der zweiten Märzwoche der Sonderzug mit dem tschechoslowakischen Staatspräsidenten Gottwald und seinen Begleitern in Richtung Prag aus der Halle rollte. Wieder war unter der Regie von Gerhard Eisler, ein „Friedensfest“ zu Ende gegangen. Die Eislersche Propaganda ließ 'in großen Lettern verkünden, die dreitägige Visite habe keinen anderen Zweck gehabt, als die Freundschaft zwischen zwei Völkern, die sich im Geist Lenins und Stalins gefunden hätten, zu festigen und zu vertiefen. Gottwald selbst versicherte in einem nur leicht tschechisch eingefärbten Deutsch genau das gleiche. Er bat in einer öffentlichen Versammlung, die von den sowjetzonalen Sendern übertragen wurde, nicht nur um die Freundschaft des deutschen Volkes, sondern auch um eine Mobilisierung des Geistes zugunsten neuer Erfindungen, die Norm und Soll schneller zu erfüllen vermögen, als es die müde gewordenen Hände halbverhungerter Zwangsarbeiter vermögen. Eine andere, weit wichtigere Veranstaltung während des Gottwald-Besuches wurde nicht vom Rundfunk übertragen. Wir meinen die Aussprache über den Menschenhandel, der zwischen der Sowjetzone und der Tschechoslowakei in Gang gebracht werden soll. Durch Verlautbarungen der Prager Regierung ist bekannt, daß die in den Industriezentren der Tschechoslowakei verbliebenen Deutschen — ir der Hauptsache hochqualifizierte Facharbeiter.— yor kurzem rechtlich mit den Tschechen gleichgestellt wurden. Man gab ihnen nicht nur das Wahlrecht, sondern auch ihre Häuser zurück, sofern es sich um Eigenheime handelt. Ihre Kinder können nun in deutscher Sprache lernen, was ihnen bisher auf tschechisch eingepaukt wurde, daß nämlich Stalin der Vater aller friedensfrohen Menschen ist. Die einzige Bedingung, deren Erfüllung von diesen Restdeutschen verlangt wird, lautet: Ihr müßt mehr und Besseres schaffen als jeder andere, der mit der Gloriole auf die Welt gekommen ist, dem Volk der Przmysliden anzugehören. In der benachbarten Deutschen Republik gibt die Millionenzahl entwurzelter Sudetendeutscher die Möglichkeit zu einer Auslese für den tschechischen Menschenbedarf. Man bietet ihnen die Rückkehr in die Heimat sowie die Gleichberechtigung an — und verlangt weiter nichts als die Zusicherung, daß man dieser neuen alten Heimat weniger das Herz, als zwei kräftig zupackende Fäuste weihe, von denen die eine die parteiamtliche Versicherung umschließen muß, daß der Eigentümer dieser Fäuste „ein guter Deutscher“, nämlich aktives Mitglied der SED sei. Gottwald ließ in Berlin die Katze aus dem Sack, indem er betonte, er wolle das Problem der Sudetendeutschen lösen, bevor die „Gefahr eines zweiten München“ heraufwachse. Liegt diese Gefahr in den neuen Deutschland-Vorschlägen Moskaus, das ja bekanntlich immer bereit ist, seine Satelliten mit einem Fußtritt zu verabschieden, sobald sich dem Bolschewismus ein größeres Ziel eröffnet? Fühlt der alte Kämpfer Gottwald. daß die deutschen Gebiete, die sich gegenwärtig in polnischer und tschechischer Hand befinden, notfalls der Kaufpreis für die Möglichkeit wären, die rote Fahne von der Oder an den Rhein vorzutragen? Will er deshalb noch schnell „das Problem der Sudetendeutschen“ lösen? Wir wissen es nicht Mit Bestimmtheit jedoch können wir behaupten, daß sich unter den 2 000 Genossen, die dem Sonderzug Pan Gottwalds ihr „Urräh!“ nachriefen, kein Sudetendeutscher befand. Der dargebotene Prager Schinken wird ungegessen bleiben. (NP) Bolschewismus ist bekannt- Weifje Sklaven lieh nicht nur eine Weltanschauung, er ist auch eine Strapaze. Seit nämlich die Stachanows und Henneckes zu Heiligen der Schwitzarbeit avancierten, wird unentwegt angetriebem gewerkt, geschuftet und geschwitzt. Roboti-ro- boti keuchen die Werktätigen. Henneckehennecke meckern die Aktivisten. Schlaft schneller Genossen! Denn Arbeit ist Medizin, wie Hunger der beste Koch ist. Schon hat Genosse Peet errechnet, daß allein durch die alberne Sitte des Händeschütteln« der Friedensproduktion der DDR täglich 3200 000 000 Sökunden verloren gehen. Das sind 37 000 Arbeitstage. Vom Köpfeschüttein ganz zu schweigen. Was zuviel ist, ist zu viel! Denn die menschliche Maschine hat ihr Soll zu leisten. Da gibt es kein Strawanzen mehr, selbst Oma geht noch Sollerfüllen — für den Frieden, den Fünfjahresplan und ein Pfund Margarine. Endlich aber hat eine Gesellschaft von Aktivisten, Supertraktoristen und SEP-Aposteln das „Uebersoll“ erfunden und für die Pausen Schulungsredner engagiert. , Die also in Druck gekommenen Werktätigen haben sich daraufhin zu oft auf jenen Ort zurückgezogen, den selbst der Chef der motorisierten Vopo zu Fuß besuchen muß. Ein edler Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges wohl bewußt. Was aber zu viel ist, ist auch hier zuviel, meinen die Handsetzer vom „Neuen Deutschland“ — dem SEP-Zentralorgan. Darum hat sich ihre Soll- dateska jener Schwelle bemächtigt, über der das Menetekel „Besetzt“ zu oft erschien. Mit der Stoppuhr haben sie die Norm bemessen, welche die Herren Antreiber- den Genossen Arbeitern für das Men schlich e zuzubilligen bereit sind. - — Prager drinken Freiheit ist die Muße, sagte Shaw. Freiheit ist ein bürgerliches Vorurteil, behauptete Lenin, der Schutzpatron des roten Arbeiterparadieses. Wir sind so frei, uns für ein derartiges Paradies recht herzlich zu bedanken! Der Vater der deutschen Ein- . heit sitzt im Kreml und ver- Des Reiches schickt Noten. Der Großvater «I „ der deutschen Einheit aber sitzt nerrilOIKeit im Kyffhäuser und schläft. „Er hat hinabgenommen des Reiches Herrlichkeit und wird einst wiederkommen mit ihr zu seiner Zeit . . .“ Das ist immerhin ein Trost. Doch die Geschichte hat einen langen Atem und Barbarossa einen gesunden Schlaf. Was aber die Einheit betrifft, so ist sie nur noch in Leitartikeln und auf Propagandatransparenten anzutreffen. Man hat sie gevierteilt, man hat sie bi- und trizonal geleimt, man ist schließlich aufs Ganze gegangen.’ Vierundsiebzigmal tagten die Außenministerstellvertreter im Palais Marbre Rose — vergebens. Und was die letzte russische Note bringen wird, bleibt abzuwarten. Indessen hat sich zum achthundertstenmal der Tag gejährt, da Friedrich Barbarossa zum deutschen König gewählt wurde. In freien Wahlen, sozusagen. Im März des Jahres 1152 nämlich zog er aus, des Volkes Wohl, des Reiches Ruhm, des Abendlandes Sicherheit zu mehren. Was ihm denn auch gelang. Als er achtunddreißig Jahre später beim drittem Kreuzzug umkam, trug ihn deshalb die Wolke seines Ruhms geradewegs an jenen Ort, wo von Odin bis Theoderich, von Siegfried bis Karl die Großen der Nation versammelt sind. Dort sitzt er heute noch. 800 Jahre sind dahingegangen. Köstliche Zeiten und weniger köstliche. Viele Helden sind . emporgekommen: Rot-, Spitz- und Schnurrbärte. Der rechte war es nie. Das erste Reich ging unter, das zweite und das dritte ebenfalls; die Raben aber haben sich gehalten. Und Barbarossa kam nicht wieder. Es gibt Volksgenossen, die ihm das verübeln. Sie sollten es nicht tun angesichts unserer Misere. Ehrlich gesagt, wenn ich Barbarossa wäre, ich käme auch nicht wieder. Leichte Damen lebten von braunen Westen Zwischenbilanz des Saalwäditer-Prozesses - Frau Anneliese brauchte monatlich 900 DM für Rausch gifte — In der Haushaltskasse war immer Ebbe NP. Düsseldorf. Der Prozeß gegen den obersten Entnazifizierer des Landes Nordrhein- Westfalen, Robert Saalwächter und seine Ehefrau Anneliese, hat zwar erst wenige Verhandlungstage hinter sich und noch viele vor sich, aber schon eine erste Zwischenbilanz weist den Fall als ein gültiges Dokument typischer Zeiterscheinungen der Jahre nach 1945 aus, an dem die Geschichtsschreibung einmal nicht vorübergehen können wird, wenn auch gewisse Varianten des Falles nur für ein Nachschlagewerk nach der Art von Fuch’s Sittengeschichte in Frage kommen. Saalwächter ist der Bestechung, des Betruges und der Kuppelei angeklagt, seine Frau nur der Kuppelei. Diese Anklage ist schwer genug für den obersten politischen Säuberer und Sittenwächter eines Landes; schon am ersten Verhandlungstage aber erschwerte Saalwächter seine Position noch weiter, indem er durch seine Einwände das Vertrauen des Gerichtes in seine Glaubwürdigkeit erschütterte. Bei der Erörterung seiner Vorstrafen versuchte er, eine im Jahre 1935 erfolgte Verurteilung zu vier Monaten Gefängnis wegen Unterschlagung von 5000 Mark als ein Politikum hinzustellen. Er will das Geld „entnommen“ haben, um damals seinem griechischen Chef (einer Zigarettenfirma) die Flucht ins Ausland zu ermöglichen. Mit diesem Einwand fand er keinen Glauben, er hatte früher selbst angegeben, mit den 5000 Mark Krankenhauskosten bezahlt zu haben. Ebenso fand er beim Gericht keinen Glauben mit allgemeinen Redensarten über Verfolgungen, die er im Dritten Reich als Halbjude erlitten .habe. Denn es stellte sich heraus, daß er weder in Düsseldorf, wo er vor dem Kriege lebte, noch im Kriege, wo er in Belgien tätig war, beruflich oder sonstwie im mindesten behindert war. Aber 1945 wurde sein „Verfolgtenschicksal“ nicht angezweifelt, die Vorstrafe wurde ohne weiteres als politische hingenommen. Vielleicht wäre er dennoch nicht Sonderbeauftragter für die Entnazifizierung geworden, wenn die anderen Kandidaten, die damals von deutscher Seite dem zuständigen Briten vorgeschlagen wurden, nicht ohne weiteres als kriminell erkennbar gewesen wären. „Sie wollten mir erstklassige Persönlichkeiten Vorschlägen und nannten mir Sträflinge und Diebe“, schrieb der Offizier verärgert dem Düsseldorfer Oberbürgermeister. Im bisherigen Verlauf der Verhandlung blieb es freilich fraglich, ob der Hauptentnazifizierungsausschuß mit den „Sträflingen und Dieben“ schlechter gefahren wäre, als mit Saalwächter. Die Saalwächter zogen die Entnazifizierung als Erwerbsunternehmen auf, um ihren enormen Finanzbedarf befriedigen zu können. Saalwächter bekam zunächst 50 Mark täglichen „Ehrensold“, später 1300 Mark Monatsgehalt und 4500 Mark Sonderzuwendung. Aber in seiner Brieftasche war ewig Ebbe. Saalwächter sagt, daran wäre seine Frau Schuld gewesen, die als Morphinistin monatlich 900 Mark für Rauschgifte ausgab und vor Gericht jetzt unter anderem 178 Fälle von Rezepterschleichung verantworten muß. Die Frau hält dem entgegen, ihr Mann hätte zuviel verbraucht, die Freundinnen, leichte Damen und andere, hätten zuviel gekostet. Sie hatte ihm aber das Vorhandensein der Freundinnen nicht übelgenommen. im Gegenteil, sie hatte ihm noch Frauen zugeführt. Wer es war und wie man sich „vergnügte“, das wurde in geschlossener Verhandlung erörtert Aber auch in öffentlicher Sitzung kam zur Sprache, wie Frau Anneliese einmal den Sohn des Hauswarts bemühte: „Hier haben Sie 100 Mark Der Wagen steht unten, holen Sie meinem Mann ein Mädchen!* Bei soviel Großzügigkeit konnte natürlich auch der Mann gegenüber den Wünschen seiner Frau nicht kleinlich sein. Die Freundinnen blieben manchmal wochenlang im Hause, wo man Venus, Bacchus und dem Gott Morphium huldigte. Die beiden Kinder wurden dann wochenlang anderswo untergebracht. Die Saalwächters bestritten zwar in der Verhandlung, daß es bei ihnen Orgien gegeben hätte, aber der Hauswart bekundete, es sei so munter bei ihnen zugegangen, daß die ganze Hausgemeinschaft empört war und der Hauswirt schließlich eine Räumungsklage einreichte. Eine der Zeuginnen fügte hinzu, sie sei zwar nicht von Frau Saalwächter an ihren Mann verkuppelt worden, aber Frau Anneliese habe sie gefragt, ob sie nicht jemanden wüßte, der sich entnazifizieren lassen möchte, e6 würde auch für sie etwas dabei abfallen... In der Saalwächterschen Haushaltskasse war immer Ebbe Ebenso beständig war daher das Bedürfnis, braune Westen aufzutreiben, mit deren Säuberung man sich wieder für eine Weile sanieren könnte. Das ist der Hauptkomplex der Anklage, der noch zu verhandeln bleibt. Nach den erotischen kommen die politischen Pikanterien, oft miteinander verquickt. Der Anklage zufolge hat Saalwächter 36 000 Mark Bestechungsgelder angenommen. Darüber hinaus ließ er seine gefürchtete Autorität als Sonderbeauftragter für die Entnazifizierung spielen, damit ihm 56 000 Mark Kredite bei Bankhäusern und kapitalkräftigen Firmeninhabern eingeräumt würden. Bacchus und Venus haben auch diese 56 000 Mark schnell verschluckt — und von einer Rückzahlung war nie die Rede. Daher die Betrugsanklage, Die Stimmung im Zuschauerraum des Saalwächterprozesses ist angesichts des Verhandlungsgegenstandes eindeutig; es gab allzuviel Opfer, die Steine klopfen mußten, weil sae Saalwächter nicht mit barer Münze für eine Be- lassung von Amt oder Besitz gewinnen konnten oder wollten. Im Zeugenaufmarsch der Träger brauner Westen, denen es nicht auf das „Kleingeld“ ankam, wird der Saalwächterprozeß seinen Höhepunkt finden. Europa-Kongreß in Aachen Frankfurt. Die europäische Union der Föderalisten (UEF) wird vom 29. bis 31. März in Aachen einen internationalen Kongreß veranstalten, dessen Ergebnis ein Appell an die Oeffentlichkeit sein soll, für eine europäische Verfassunggebende Versammlung einzutreten. Die Hauptreferenten des Kongresses sind der Vorsitzende des Exekutivbüros der UEF, Henri Frenay (Frankreich), der Präsident des UEF- Zentralkomitees, Professor Eugen Kogon, und der italienische Sozialist Altiero Spinelli. Auf der Abschlußkundgebung wird voraussichtlich Bundeskanzler Dr. Adenauer sprechen. fr 01272 ’ GROSS FORMAT MEHR QUANTITÄT MEHR m 01UJ/AU« ff/Ä Das Großformat fiat di« Eigenschaft, das Tabakaroma hochqualifizierter Mischungen tu letzter Entfaltung zu steigern. So bietet die Lux nicht nur ein m engenmäßiges, sondern vor allem auch ein qualitatives Mehr. Samstag, 22. M9rz 1952 TTifi ojUlutm 1rS(f7 Wal ln JDenßatbea atÄ« nlfrotbaijleii poUtsntWifl& I VW IU <* f Betttioom ^ Beethovenworte Zum 125. Todestag Ludwig Beethovens Ich trage meine Gedanken lange, oft sehr lange mit mir herum, ehe ich sie niederschreibe. Dabei bleibt mir mein Gedächtnis so treu, daß ich sicher bin, ein Thema, das ich einmal gefaßt habe, selbst nach Jahren nicht zu vergessen. Ich verändere manches, verwerfe und versuche aufs neue, so lange, bis ich damit zufrieden bin; dann* aber beginnt in meinem Kopfe die Verarbeitung in die Breite, in die Enge, Höhe und Tiefe, und da ich mir bewußt bin, was ich will, so verläßt mich die zugrunde liegende Idee niemals, sie steigt, sie wächst empor, ich sehe und höre das Bild in seiner ganzen Ausdehnung wie in einem Gusse vor meinem Geiste stfehen, und es bleibt mir nur die Arbeit des NlederSdhreibens, die rasch vonstatten geht, je nachdem ich die Zeit erübrige, weil ich zuweilen mehrereS zugleich in Arbeit nehme, aber sicher bin, keines mit dem andern zu verwirren. Sie werden mich fragen, woher ich meine Ideen nehme? Das vermag ich mit Zuverlässigkeit nicht zu sagen; sie kommen ungerufen, mit* ' telbar, unmittelbar, ich könnte sie mit Händen greifen, in der freien Natur, im Walde, auf Spaziergängen, in der Stille der Nacht, am frühen Morgen, angeregt durch Stimmungen, die sich bei dem Dichter durch Worte, bei mir in Töne umsetzen, klingen, brausen, stürmen, bis sie endlich in Nöten vor mir stehen. Ein Musiker ist auch «in Dichter, er kann sich euch durch ein paar Augen plötzlich in eine schönere Welt versetzt fühlen, wo größere Geister sich mit ihm einen Spaß machen und ihm recht tüchtige Aufgaben machen. Leider wird man von dem Ueberlrdischen der Kunst nur allzu unsanft in das Irdische Menschliche hinabgezogen. . . . doch ist zu hoffen, daß es nach und nach besser wird, und ich wenigstens in meinem kleinen Reich der Töne mich wieder reich zeigen kann, bin ich doch in allem übrigen arm — durch die Zelten? durch die Armut des Geistes und wo??? — übrigen« macht einem alles um uns nah« her ganz verstummen. Was mich angeht, ja du lieber Himmel, mein Reich ist in der Luft, wie der Wind oft, so wirbeln die Töne, so oft wirbelts auch in der Seele. (Aus dem vön Richard Benz in der Piper Bücherei herausgegebenen Band „Beethovens Denkmal im Wort“.) 'Ungekrönter ‘König der 'Dirigenten Maestro Arturo Toscanini wird am 25. März 85 Jahre alt — Von Hans Hauptmann Artur« Toscanini wird am 29. Hirt 99 Jahre alt. Er zählt an den wenigen Dirigenten, deren Wirken In die Musikgeschichte eingchen wird. Für ihn seugen nicht nur fiberragende Leistungen, kulturelle Taten bedeutsamer Art. Das haben auch andere mit ihm gemein. Charakteristisch ffir Toscanini ist indessen, daß es kaum einen „Maestro" gibt, der so anbedingt — unter Ausschaltung persönlicher Eigenwilligkeit — die Rechte des Komponisten wahrt. Bei einer Mentalität, deren Zeichen ein diktatorisches, bis zur Tyrannei entwickeltes Herrentum ist und die stets starke Spannungen im engeren Arbeitskreis erzeugt hat, ist die Gradiinigkeit in der Erfüllung meisterlicher Ansprüche als Wesen seiner Subjektivität zu preisen. Nachdem Toscanini in seiner Vaterstadt Parma am Konservatorium studiert hat tind als 19 Jahre alter Cellist in Rio de Janeiro prima vista für einen erkrankten Dirigenten eingesprungen ist, vollzieht sich seine Entwicklung in den ersten neun Jahren seiner Tätigkeit nach der herrschenden italienischen Auffassung. Verdis große Autorität bestimmt sie. Der Meister des „Risorgimehto“ gestand - keinem Öpemdirigenten das Recht zur eigenmächtigen und persönlichen Interpretation zu. Er wünschte den getreuen Sachwalter des Komponisten. Mit dieser Auffassung stimmte schon der junge Toscanini überein und hat sie Zeit seines Lebens vertreten. Das Orchester hatte ln der italienischen Gesangsoper bis zu den (Wer Jahren des 19. Jahrhunderts durchweg eine begleitende Funktion. Den Primat hatte der Sänger. Ihn zu fördern, zu treiben und der Aufführung ein echtes brio zu geben, war Sache des Dirigenten. Erst der Einfluß Richard Wagners, der mit Aufführungen seiner Werke auch in Italien durchbrach, änderte die Lage. Aufgabe und Bedeutung des Dirigenten wuchsen. Er mußte jetzt im Sinne des Komponisten auslegen. Der alte Verdi hat diese Konsequenz anerkannt, ohne von seiner Forderung vorschriftgetreuen Musizieren! abzulassen, und so sind die Spannungen zwischen den Welten Verdis und Wagners im Laufe eines halben Jahrhunderts verklungen. Toscanini durchlief in seinen Jugendjahren di« nützliche Gebrauchsschule der provinziellen italienischen Stagione. Er trat auf diesem traditionellen Boden bereits verbrieften unkünstlerischen Förderungen seiner Impresarios, Sänger und Hörer entgegen. Zugeständnislös und unbequem, wild und unbeherrscht in seinem Temperament, setzte er sich eisern durch, 1895 wird der 28jährige beauftragt, ein städtisches Orchester in Turin 2 üsammenzu- stellen und zu leiten. Seine Konzerte und Opernaufführungen werden berühmt. Er ist glühender Verehrer Verdis und Wagners, obendrein ein Vorkämpfer deutscher Musik. 1898 beruft Ihn die Mailänder Scala. Der neue Mann schafft dort ein Repertoire-Theater. Der Charakter der Stagione bleibt nur noch dem Prinzip nach in der Einrichtung kurzer Spielzeiten gewahrt. Gleichzeitig bereist der international berühmt gewordene Dirigent Südamerika und Europa, um immer wieder zum Zentrum seiner Tätigkeit — nach Mailand — zurückzukehren. 1908 beruft ihn die Metropolitan Opera in New York zu ihrem ersten Dirigenten. Dort wirkt er ununterbrochen bia 1915. Sein Weg führt ihn von Triumph ZU Triumph. Mailand ruft ihn erneut. Er dirigiert in der Scala und in Bologna, führt als erster nach dem Tod Puccinis, den er liebte, die unvollendete „Turandot" ln Mailand auf und kehrt einige Jahre später nach einem politischen Zerwürfnis mit dem faschistischen Italien seinem Vaterland den Rücken. Von 1929 bis 1938 leitet er die Konzerte der New Yorker Philharmoniker. 1937 ist er Dirigent in der National Broadcasting - Company. 1930 und 1931 taucht er meteorartig am Dirigentenpült in Bayreuth auf. Er meidet das nationalsozialistische Deutschland und ist von 1934 bis 1988 Festspieldirigent in Salzburg. Der tatkräftige Meister, unbestechlich in seiner Interpretation, Kennt keine Probleme nach abgeschlossenen Einstudierungen. Er verzehrt sich im Fieberrausch des Schaffens. Er pro- Ein Herz für Dichter Der schwedische Schriftstellerverband machte den schwedischen Hotels und Pensionen den Vorschlag, Dichter in der stillen Saison zum Gratisaufenthalt einzuladen. Damit gäben die Fremdenheime und Hotels den Autoren die Möglichkeit, in einem anregenden Milieu in Ruhe zu arbeiten. Die Hotels wiesen diesen Vorschlag keineswegs hohnlachend zurück, sondern »teilen viele Freiplätze für Dichter zur Verfügung, Motto: Kommt und dichtet! Hut ab vor den Hoteliers! Mls Qoethe starb Zur 120. Wiederkehr seines Todestages / Von Dr. Rolf Kipphahn Wir wissen aus mancher Lebenserinnerung, wie es damals war, als Goethe starb. An einem schönen Frühlingsmorgen rief Herr Biedermeier seinem Nachbarn zu: „Wissen Sie es schon? Goethe ist tot!" Und es war, als ot die Sonne nicht mehr so hell scheine und die Vögel verstummt seien. Sehr alte Leute erinnerten sich dieses Tages recht gut, obwohl sie damals, als Goethe starb, noch ganz kleine Kinder waren, die noch keine Ahnung hatten, wer Goethe war. Das soll nun nicht heißen, der trauernde Herr Biedermeier habe seinen Goethe besser gekannt als wir. Er Wußte im Grunde seiner Herzens genau so wenig von ihm, wie wir, obwohl die Biographen inzwischen jedes Mi- nütleirt in diesem großen Leben zehnmal hin- und hergeworfen haben. Aber Herr Biedermeier empfand an diesem 22. März — oder auch etwas später, je nachdem, wann ihn die Nachricht ereilte, daß etwa« nicht mehr da war, was er als seinem Leben zugehörig empfand. Dies u bewußte Empfinden ist auch uns geblieben. Nicht, obwohl Goethe starb, sondern weil er starb. Auch die Majestät des Tode gehört zu der Harmonie dieses Lebens, da? sich selbst gelebte Dichtung war. Als Goethe den zweiten Teil seines Faust versiegelte, hatte er gesagt, was er als Mensel) den Menschen zu sagen hatte. Bis dahin war sein Leben Aufgabe gewesen, nun war es Geschenk. Als er sich umschaute, nach den Gefährten, waren seine Weggenossen längst dahingegangen. Wohl: Es war die große und tiefe Würde des Alters um ihn, und die Ehrfurcht plan, aber sie schloß etwas in sich von der Liebe fehlte et nicht in dem Haus am Frauen- enplan, aber sie schloß etwas in sich von dei Ehrfurcht des Opfers. Freund kann nur sein wer mit uns wuchs. Und es war manches Jahi vergangen seit dem Vers: Sonne, du suchst vergebens Durch die Wolken zu scheinen. Einz’ger Gewinn meines Lebens Ist, ihren Verlust zu beweinen. . Nicht für ihn selbst, sondern für uns sind diese Tage ein Geschenk, eines der seltener Geschenke, die es uns gestatten, den Dank für etwas ganz Großes abzustatten. Es'ist um diese Tage nur ein langsames Ab- tchlednehmen. Keine Qual, keine Krankheit, keine Tragödie. So selbstverständlich dies Leben in seiner Einzigartigkeit erscheint, so selbstverständlich erscheint uns auch sein Ende. Hier ist der Tod nicht Feind, noch Erlöser. Er ist — der Tod. Sonst nichts. „Also hat der Frühling begonnen, und wir können uh* um so eher wieder erholen“, sagt er am Morgen Seines Todes zu dem Diener John. Der Gedanke än den Frühling überglänzt diesen letzten Tag. Dann denkt er an seinen Freund, den Hofrat Vogel, der zu diesen- Tag seinen Besuch angesagt hat. Goethe gehört zu den Großen, die dem Diesseits nie abhold waren. Darum bestellt er Tafelfreuden: Lieblingsspeisen des Gastes. Auch die Arbeit ist noch einmal um ihn Er will seinen Schreibtisch aufsuchen. Aber die Kräfte reichen nicht, er muß sich in de Lehnstuhl setzen. Lebendiger als sein Körper ist noch immer der Geist. Der Briefwechsel mit Schiller beschäftigt ihn. Ein Blatt von 'der Hand seines Freundes glaubt er auf den Boden liegen zu sehen. Als man ihm sagt es sei nichts, ruft er etwas unwillig; „Mach doch den zweiten Fensterladen auf, damit mch: Licht hereinkomme!“ Aus dieser Bemerkung Ist späterhin die Anekdote Vom „letzten Wort geworden: „Mehr Licht!“ Es war nicht das letzte Wort. Noch einma umschmeichelt den Vielgeliebten frauliche Wärme. Es ist seine Schwiegertochter, Ottilie, die 2 u ihm tritt. „Nun, Frauenzimmerdhen. gib mir dein gutes Pfötchen“, sagt er mit einer großen Heiterkeit seiner Stimme. Die lebenswarme Hand in der seinen haltend ist er hinübergeschlummert, SO sanft, daß selbst Ottilie den letzten Atemzug und den letzten Schlag des Herzens nicht spürte. Kein Riß ist da, keine Gewaltsamkeit, keine Empörung. Nur Harmonie. So ist es gewesen, als Goethe starb . . . Wert Ws spät in die Nacht und wiederum früh am Morgen. Seine Augen sprühen. Hinter seiner herrischen Gebärde, die bisweilen verletzt, steht ein unbewegter, aber auch ein ergriffener Mensch, der sich an einer guten Leistung entzünden kann und sie rückhaltlos lobt. Seit langem dirigiert Toscanini, dessen Sehschärfe getrübt ist, auswendig. Sein Gedächtnis ist bewunderungswürdig, Es befreit ihn vom Einfluß der Materie. Aber Befreiung heißt für ihn nicht Willkür, sondern höchste Genauigkeit. Das Bild einer Partitur hat sich ihm fest eingegraben: er erlebt sie optisch und künstlerisch. Der Eindruck dieser außerordentlichen Musikerpersönlichkeit auf Musiker, Sänger und Hörer ist faszinierend. In seinen weit ausschwingenden Bewegungen markieren sich feinste Taktwerte und Rhythmen. Plastik de« Vortrags, Drang zur Linie und Hervorkehrung des Melos sind Merkmale des Dirigenten Tos-. eanitii. Unfehlbares Stilgefühl zeichnet ihn" aus: außerdem ist er fähig, sich intuitiv jfl ' jedes Kunstwerk einzufühlen. Ein unvergleichlicher Verdi- "Und Wagner-Dirigent, eine ehrwürdige Erscheinung, steht er als großes Beispiel vor den Generationen, Italiener und Weltbürger, Mensch und Musiker, bis zum letzten Atemzug Idealist und Apostel der klingenden Kunst. Andersen-Film umstritten Um Samuel GoWwyns Anäer»en-Film ist u zwischen interessierten Kreisen in Kopenhagen und Hollywood Zu einer Kontroverse gekommen, weil man in der dänischen Hauptstadt fürchtet, daß der Film der Persönlichkeit des großen dänischen Märchehdlöttert nicht gerecht werden könnte. Der Film zeige, wie man in Kopenhagen erfahren hauen will, Maultiere in dänischen Straßen und Bauern in ungarischen Kostümen, und min diskutiert Pressemeldungen, nach denen der Hauptdarsteller de« Films, der Humorist Danny Kaye, in Andersen „nur einen unangenehmen alten Trinker“ sehe. Ein Sprecher des Goldwyn-Studios erklärte dazu: „Wir gestalten einen schönen Film im Geiste Hans Christian Andersens. Wir wollten niemals buchstabengetreu sein Leben verfilmen.“ Inzwischen beginnen sich in Kopenhagen die Wogen der Erregung wieder zu glätten, und man will den Film, für den vier Millionen Dollar aua- gegeben wurden, erst einmal sehen. Die Besonnenen halten Andersens Ituf für so groß, daß er Fehl- deutungen aus Hollywood leicht überstehen wird. Ölgemälde. Aquarelle und graphische Arbeiten der nordbadischen Künstlerverr inigung „Der Kreis" zeigt, eine in den Ausstellungsräumen des Kunst- und Kunstgewerbevereins Pforzhei i im Industrie- haus eröffnete Ausstellung. Tägl.: Nadir. 5.55 (W), 6.55 (W), 7.55, 9.0t (W), 1943, 19.30. 0.00 — Programmvorschau 7.10 — Werbefunk 7.15 (Bur W) — iChulfunk 10.19 (nur W! — 19.45 Von Tag Zu Ta* (W) Süddeutscher Rundfunk MW: S22 m - KW: 49,» m - UKW: gtgl.-FUftkn. 904. St.-Degerl. SS.l, Heideiberg-K. 91,3, Ulm *94. Müh Ucker M.7, Karlsruhe M4 MHz. Sonntag, den 23. März Montag, den 24. März Dienstag, den 25. März Mittwoch, den 46, Mira Donnerstag, den 37. März Freitag, den 3g, Män Samstag, den 29. Märs 8.45 Kath. Morgenfeier 10.45 Die Krankenvisite 12,00 Musik am Mittag 10.45 Die Krankenvisite 12.00 Muiik am Mittag 14.00 K&lenäefwtUbewsrb 12.05 Musik am Mittag 10.00 Melodien am 12.00 Musik am Mittag 15.30 Teddy H. Ley 12.00 Musik am Mittag 14.00 Großmutter erzählt 12.00 Mutik am Mittag 15.00 Fröhliches Sonntagmorgen 15.00 Schulfunk: am Klavier 14.15 Unterhaltungsmusik aus Vaters Kindheit 15.00 Der Vörmärz Schaumschlagen 13.00 Akkordeon u. Zither Salz in der Sahara 16.00 Nachmittagskonzert 16.15 Unterhalts. Weisen 16.00 Konzertstunde 16.00 Nachmittagskonzert 16.00 Wenn der Frühling 13.30 Aus unserer Heimat, 16.45 Zweibeiner 16.50 Geisha oder Moga? 17.15 Bach, Haydn und 15.45 Porträt d. Tänzerin 18.45 Deutsche Literatur nicht wär u. d. Liebe! Hörfolge über Vierbeiner D.Japanerin v. heute Schubert Grete Wiesenthal in England 17.00 Wir senden — 14.00 Chorgesang 17.00 Konzertstunde 17.05 Zum Fünf-Uhr-Tee 17.40 Bad Dürkheim 17.10 Das Pfalzorchester 17.00 Froh und heiter Sie spenden 14.30 Märchen-Hörspiel 18.00 Melodien von 18.00 Klänge der Heimat 18.00 Erw. Lehn u. Orch. Ludwigshafen 18.00 Das badische 18.00 Bekannte Solisten 15.00 Ein vergnügter Eric Coates 19.00 Das Abendlied 19.00 Das Abendlied 18.00 Klänge aus London Konzertorcftester Glocken der Heimat Nachmittag 18.35 Gartenfünk 20,05 Berliner Luft, 20.05 Orch. Kurt Rehfeld 19.00 Das Abendlied 19.00 Das Abendlied 19.00 Das Abendlied 17.00 „Wann Spricht Herz?” 18.00 Erwin Lahn und sein 19.00 Das Abendlied 20.05 ArtUro Toscanini 21.00 Neue Bücher 21.15 L. van Beethoven, 20.30 „Prozaß Sokrates", Hörspiel 20.05 Wir senden Sie spenden 20.05 D. Württ#mbergi*che Staatsorehester 20.05 Herrn Pfleiderers Abenteuer, mit Südfuhk-Ördiftster 21.30 „Die Dummen", Streichquart. B-dur 21.40 Kl. solistenkonzert 20.45 Volksmusik 21.00 Lys Assia und Wiliy Reichert 18.30 Sdiöne Stimmen wlnterl. Singsang 22.20 Tanzmusik 22.20 Leichte Unterhaltung 21.30 „Lachen ist Trumpf“ Tino Rosti singen 22.13 Amerikanische 20.05 Sinfoniekonzert 22.20 Neue Orchestermusik 22.45 Programm nach 22.40 Großbritannien Österreich. Kabarett 2140 Literaturprobleme 22.45 Stuttgart 22.15 Hammond-Rhythmen 23.00 Vom Hundertsten Ansage und der Kontinent 22.20 Chormusik 22.30 Orch. Erwin Lehn Schlagerparade 22.30 Rhythmus cj. Freude ins Tausendste 23.15 Traumschön 23.10 Tanzmtiaik 23.10 Orchesterkonzert 23.15 Unterhaltung 0.05 Schubert u. Mozart. 0.05 London-Paris UKW 23.30 Kleines Konzert UKW ist die Nacht UKW 23.45 Das Nachtfeuilleton' UKW 0.05 Jazz im Funk UKW und Tanz UKW Ltg. C*rl Schuririit UKW j 15.00 Kleines Konzert 18.30 Abendmelodie 18.30 Abendmelodie 18.30 Abendmelodie I 18.30 Abendmelodie I 18.30 Abendmelodie I 16.00 Zu Tanz und Tee 1 15.30 Optimist. Tagebuch 20.05 „D. eingeb. Kranke" 20.05 Als Großvater noch 19.30 Abendmelodie II 19.30 Abendmelödle 11 19.30 Abendmelodie n 16.15 Sonne, Sonne sch« nt' 1 16.00 Musik großer Metater Kom. v. Moiiere Ooalkeeper war 20.05 D. Gertiui; Beethoven 20.25 Zeitgenöss. Musik 20.05 Frohes Raten 16.40 Schachfunk 19.05 Abendmelodie 21.30 Paris im Spiegel 51.15 Das Karussell 20.30 „Missa Solemnis" v. 21.45 Kammermusik 20.45 Genfer Ballade 17.00 Orchesterkonzart 20.40 Münchn. Philhärm oh. seiner Lieder 22.00 Das DuoScotti-Claus Ludw. v. Beethoven 22.30 Leichte Musik 21.30 Heidelb. spielt aufl 20.05 Welt der Musik 21.15 Erwin Lehn u. Ordi. 22.30 Leichte Musik 222.30 Leichte Musik 22.30 Leichte Musik am späten Abend 22.30 Leichte Musik 22.30 Volksmusik 22.25 Musik zur Nacht am späten Abend am späten Abend am späten Abend 23.20 Gute Nacht am späten Abend 0.05 Tanzmusik Weihbisdiof Dr. Burger beigese^t sprechen und sich ihm priesterlich ^uzuneigen. Obwohl in all den 28 Jahren seines bischöflichen Wirkens sehr stark in der kirchlichen Baden will am alten Kreis Verwaltung«' redit festhalten Staatspräsident Wohieb und Dr. Müller bei den Feierlichkeiten im Münster (Von unserer Freiburger Redaktion) Freiburg. Unter großer Anteilnahme der Freiburger Bevölkerung erfolgte am Donners- tagvormittag die Beisetzung des verstorbenen Weihbischofs Dr. Wilhelm Burger. Unter feierlichem Geleit des Erzbischofs, des Domkapitels, auswärtiger geistlicher Würdenträger und zahlreicher Priester und Ordensleute der Erzdiözese wurde der Sarg des Verstorbenen von der Konviktskirche, wo er in den letzten Tagen aufgebahrt worden war, in das Freiburger Münster überführt. Dort hatten bereits an Ehrenplätzen im oberen Chor sich Staatspräsident Wohieb und mit ihm der französische Landeskommissar Pene, ferner Staatspräsident Dr. Gebhard Müller, Tübingen, und Kultusminister Schenkel, Stuttgart, eingefunden. mmm Der Trauerzug j mit Erzbischof Dr. Rauch auf dem Münsterplatz. Foto-Müller Erzbischof Dr. Wendelin Rauch zelebrierte das Pontifikalrequiem, das kirchenmusikalisch an erhabenem und ergreifenden Eindrude gewann durch das „Requiem“ von Luigi Cheru- bini, gesungen vom Freiburger Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Prof. Stemmer. Nach dem Totenamt hielt Domkapitular Apostolischer Protonotar Dr. Wilhelm Reinhard dem Verstorbenen die Gedenkpredigt. Prälat Dr. Reinhard, einer der ältesten Mitglieder des Domkapitels, hat seit vielen Jahren mit dem Verstorbenen zusammengearbeitet. So schilderte der Prediger dessen Persönlichkeit, wie er bei aller Liebe zur theologischen Wissenschaft sich doch mehr der seelsorglichen Praxis zugewandt habe. Seine Erziehung und Herkunft hätten ihn befähigt, sich formgewandt in Gesellschaftskreisen zu bewegen; trotzdem sei er einfach und schlicht geblieben, fähig, auch mit dem Mann aus dem Volke zu Bundesbahn übernimmt SWDE Leiste Sitjung des Eisenbaknverkehrsrates — Schnellboote mit gläsernem Aufbau für den Bodensee — Dr.'Stieler mit dem großen Verdienstkreuz ausgezeichnet Baden-Baden. Die bisherigen formell noch selbständigen südwestdeutschen Eisenbahnen gehen in der deutschen Bundesbahn auf. Der Eisenbahnverkehrsrat der Betriebsvereinigung der südwestdeutschen Eisenbahnen beendete atri Donnerstag mit seiner 50. und letzten Sitzung seine nahezu fünfjährige Tätigkeit. Der Präsident des Eisenbahnverkehrsrats, Minister a. D. Wilhelm Eckert, stellte fest, daß die deutsche Bundesbahn die südwestdeutschen Eisenbahnen und die Bodenseeflotte mit 26 Schiffen in ordentlichem Zustand erhält. Der bisherige Generaldirektor der südwestdeutschen Eisenbahnen, Diplomingenieur Georg Bauer (Speyer), berichtete, daß zwei „Bodenseehechte“ in Auftrag gegeben worden sind: Schnellboote mit gläsernem Aufbau, die 28 km/st erreichen und 50 bis 60 Personen fassen. Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm, der ein Modell des neuesten Bodenseeschiffes zum Geschenk erhielt, betonte, daß die Bundesbahn die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht habe. "Langfristige Kredite seien zum Ausbau des Bahnverkehrs dringend notwendig. Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm überreichte im Aufträge des Bundespräsidenten dem Staatssekretär a. D. Dr. Karl Stieler das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland Dr. Stieler, der im Alter von 88 Jahren steht, war von 1919 bis 1923 Staatssekretär im Reichsverkehrs- ministerium und später erster Vizepräsident im Verwaltungsrat der deutschen Reichsbahn- geseJlschaft. Verwaltung tätig, ist der verstorbene Weihbischof Dr. Burger doch für große Teile des katholischen badischen Volkes zu dem Bischof geworden, den es durch seine Zahllosen Firmungsreisen kannte ,und bei dem er durch seine Leutseligkeit beliebt war. Der Gedächtnispredigt folgte die liturgische Zeremonie der Einsegnung des Sarges durch die anwesenden Mitrenträger: Erzbischof Dr. Wendelin Rauch, den Bischof von Speyer Dr. Wendel, Weihbischof Dr. Fischer, Rottenburg, die Benediktineräbte von Neuburg bei Heidelberg und von Maria Stein bei Basel. (Der Bischof von Straßburg war durch den Regens des dortigen Priesterseminars vertreten.) Anschließend wurde der Sarg in großem Trauergeleit zur Blumenegg-Kapelle im Chorumgang des Münsters getragen, wo vor dem Altar ein Grab für den Verstorbenen ausgehoben wurde. Bundesstrafle 36 wird gesperrt Rastatt. Wegen des Baus eines Flugplatzes bei Söllingen wird die Bundesstraße 36, die Rastatt mit Kehl verbindet, am 1. April zwischen Hügelsheim und Söllingen auf einer 4,1 km langen Strecke für den gesamten Verkehr gesperrt Desgleichen wird auch die Strecke Rastatt—Schwarzach der mittelbadischen Eisenbahn, die über das Gelände des geplanten Flugplatzes führt, unterbrochen. Im Straßenverkehr zwischen Rastatt und Söllingen muß künftig ein Umweg von 16 km gefahren werden, da noch keine Umgehungsstraße gebaut worden ist. An Stelle der Eisenbahn soll in Zukunft die Personenbeförderung auf der unterbrochenen Strecke von Autobussen übernommen werden. Freiburg. Die Aufrechterhaltung d£? ln Baden bewährten Rechtszustandes beim Aufbau der Kreisverwaltung in Südbaden fordert die Arbeitsgemeinschaft der badischen Landkreise in einer Denkschrift. Mit dieser Forderung wendet sich die Arbeitsgemeinschaft vor allem gegen die Absicht, daß im amerikanischen Besatzungsgebiet geltende Kreisrecht auf die Länder des französischen Besatzungsgebietes auszudehnen. In der Denkschrift wird vorgeschlagen, die staatliche Verwaltung im Kreis auch weiterhin durch das staatliche Landratsamt als untere Verwaltungsbehörde auszuüben. Der staatliche Landrat soll im Einvernehmen von Staat und Kreis ernannt werden. Neben dem staatlichen Landratsamt soll der Landkreis als öffentlich-rechtliche Körperschaft die überörtlichen Aufgaben des Kreises wahrnehmen und sich unter eigener Verantwortung selbst verwalten ln der Verfassung des neuen Bundeslandes sollen nach dem Vorschlag der Denkschrift nur folgende drei Grundsätze aufgenommen werden: 1 Garantie der Selbstverwaltung der Kreise und Gemeinden sowie des Rechts der kommunalen Spitzenverbände, in allen sie berührenden Fragen gehört zu werden. 2. Wahl der Kreisvertreter nur in allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahlen 3. Finanzielle Sicherstellung der Kreise nach einem Finanzausgleich, der die Kreisverwaltung zur selbstverantwortlichen Erfüllung ihrer Aufgaben in die Lage versetzt. Führendes Fremdenverkehrsland Hauptversammlung des Fremdenverkehrsverbandes in Badenweiler Badenweiler. Durch die staatliche Zusammenfassung im deütschen Südwestraum wird ein Fremdenverkehrsland entstehen, das in Deutschland eine führende Stellung einnehmen wird. Diese Ansicht vertrat der Geschäftsführer des Bundes der deutschen Fremdenverkehrsverbände, Dr. Lingnau, Frankfurt, auf der 6. Hauptversammlung des badischen Fremdenverkehrsverbandes in Badenweiler. Lingnau verwies auf die statistischen Erhebungen für 1950/51, nach d«ien Südwestdeutschland bei 6,5 Millionen Einwohnern und rd. 9,3 Millionen Uebemachtungen im Durchschnitt auf 100 Einwohner 143 Uebemachtungen zählte, während das bisher führende Reiseland Bayern bei 9 Millionen Einwohnern nur 138,5 Uebernach- tungen je 100 Einwohner verzeichnet habe. Dr. Lingnau wies auf die Verpflichtungen hin, die die führende Stellung Südwestdeutschlands im Fremdenverkehr mit sich bringe. Besonders mit Rücksicht auf den Ausländer-Verkehr müsse eine strenge Preiskalkulation beibehalten werden. Im allgemeinen sei das deutsche Preisniveau im Fremdenverkehr gegenüber den Nachbarländern bisher durchaus angemessen gewesen und könne auch für die Zukunft als attraktiv bezeichnet werden. Auf jeden Fall wäre ein übersetzter Preisauftrieb gleichbedeutend mit dem Ruin Deutschlands als eines Reiselandes. Nach übereinstimmender Mitteilung der Auslandsstellen des deutschen Fremdenverkehrs sei für 1952 mit einem weiteren Anwachsen des Fremdenstromes sowohl aus Westeuropa und den nordischen Staaten als auch aus Uebersee zu rechnen. Das günstige Preisniveau biete dem deutschen Fremdenverkehr trotz der britischen Devisenrestriktionen sogar Chancen für die Aufnahme englischer Touristen. Im Geschäftsbericht des badischen Fremdenverkehrsverbandes wurde vor allem hervorgehoben, daß man im Schwarzwald und am Bodensee keine „Fremdenindustrie“ kenne. Die günstigen Ergebnisse des badischen Reise- und Ferienwesens seien nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, daß hi« der Fremdenverkehr immer in der Atmosphäre des Persönlichen geblieben sei. Im Jahre 1951 wurden in Südbaden üb« 1 Million Fremdenankünfte mit 5,8 Millionen Uebemachtungen gezählt. Der badische Fremdenverkehrsverband will für eine Ausdehnung der Gesamtferienzeit von 15 Juni bis 15. September eintreten, wobei die Ferien in den einzelnen Bundesländern zeitlich entsprechend aufgegliedert werden müßten. Auf diese Weise könne eine Ueberfüllung der Fremdenverkehrsorte im Juli und August vermieden werden. Ferner will der V«band in einer Denkschrift Pläne für eine sinnvolle Gestaltung der Ferienzeit für Betriebsangehörige vorlegen, um die Betriebsausflüge in der Hauptreisezeit einzudämmen und an ihre Stelle einen echten Ferienaufenthalt zu setzen. Der Bundespost wurde nahegelegt, im Interesse einer besseren Verbindung zwischen Baden und Württemberg eine Tagesverbindung von Freudenstadt über Bad Rippoldsau nach Freiburg zü schaffen. Ferner wurde auf der Tagung im Hinblick auf den Aufbau des neuen Bundeslandes sowohl von den maßgebenden badischen als auch von den Gastvertretern des württem- bergischen Fremdenverkehrsverbandes der Wunsch nach einer engeren Zusammenarbeit zwischen den beiden Verbänden ausgesprochen. Ein Vertreter der Bundesbahn teilte mit, daß in der Sommersaison der Einsatz von zwei Omnibuslinien quer durch den Schwarzwald von Offenburg nach Lindau und von Karlsruhe nach Konstanz geplant sei. Tägl.: Nadir. 6.00 (W), 7.00, 0.00, 12.«, 22.00, 0.00 - Pressest. 8.30 (W) - Eigenprogramm der Studios 8.10, 12.20, 18.80 (So. 8.10, 12.20. 19.00), 6.18 Marktberichte (a. So., Ml.) Südwestfunk MW: Rheins 295, Kobl. Trlei/B -Baden/Freib./Stgm. 363, Dürrh./Ra- vensb./Reutl. 195 m - KW- 47 47 m — UKW: B.-Baden 92,5, Kobl. 90,9. Raichb. 86,9, Witthob. 88.5 MHz. Sonntag, den 23. Mars 8.30 Evangl. Morgenfeier 9.15 Kath. Morgenfeier 9.45 Theodor Fontane 11.00 Musik zum Sonntag-Vorm. 12.00 Schwab. Delikatessen 12.15 Mittagskonzert 13.30 Musik nach Tisch 14.15 Chorgesang 14.30 Unterhaltungsorch. 15.00 „Winter ade“ 15.30 Viel Vergnügen 17.00 Konzert 20.00 Was Euch gefällt! 21.15 Heinrich Heine 21.30 Puszta-Klänge 23.10 Fröhlicher Ausklang 0.10 Tanz-u. Unterh.-Mus. UKW 11.45 Mittagsständchen 13.40 Sinfoniekonzert 15.30 Muntere Weisen 19.30 Klingende Tasten 21.15 Erklingen zum Tanze die Geigen . . . 22.10 Kammermusik Montag, den 24. Man 12.15 Unterhaltungsorch. 15.15 Am Montag fängt die Woche an! 16.45 Solisten-Konzert 17.15 Roman einer Fünfzehnjährigen 20.00 Das Orchester Kurt Edelhagen 21.00 Opemkonzert Ltg. Robert Heger 22.20 Klaviermusik 22.30 Zu William Faulkners Werk 23.00 Alte Bekannte im neuen Gewände: das Funkensemble 23.15 Gute Nacht, liebe Hörer! UKW 13.00 Klingendes Dessert 14.00 Kleines Konzert 14.30 Nachmittags-Konz. 16.30 Unterhalt.-Musik 18.10 Melodien aus Walt Disney-Filmen 22.20 Tanzmusik Dienstag, den 25. März 12.15 Mittagskonzert 13.30 Musik nach Tisch 15.15 Klav.-Mus. u. Lieder 15.45 Unvergessene Heimat 16.00 Zum 125. Todestag v. L. v. Beethoven 17.00 Musik zur Unterhaltung 17.40 „Der Kindbetter“ Heiteres Hörspiel 20.00 Unterhalt. Orchester 20.30 Hörspiel: Wer erbt das Himmelreich? 21.30 Kl. Zwischenspiel 22.30 Francesco Malipiero: „Elegiaca“, Sinf. 23.30 Jazz 1952 Jazz in Germany UKW 13.00 Klingendes Dessert 14.00 Kleines Konzert 14.30 Gut gelaunt . . . 16.30 A.d. Welt d. Operette 17.40 Melod. u. Rhythmus 21.10, Abendkonzert 22.30 Wir bitten zum Tanz Mittwoch, den 26. März 12.15 Mittagskonzert 13.30 Musik nach Tisch 14.30 Schulfunk: Weltraumfahrt 15.15 Nachmittagskonzert 16.15 Bücherschau 16.30 Sang und Klang im Volkston 17.00 „Radiosonde gefunden“ 17.20 Klaviermusik 17.40 Solistenkonzert 20.00 Melodienreigen 21.40 Chormusik 22.20 L. v. Beethoven: Sonate Fis-dur 22.30 Sozialsatiren 23.00 Tanzmusik UKW 13.00 Klingendes Dessert 14.00 Kleines Konzert 14.30 D. Filmschau d. SWF 17.00 Musette-Klänge 17.40 Orchesterkonzert 21.30 KL Zwischenspiel 22.30 Was jeder gern hört Donnerstag, den 27. März 12.15 Mittagskonzert 13.30 Musik nach Tisch 15.00 Welt und Wissen 15.15 Violine, Cello. Klav 16.30 Leben u.Lebenlasseh 16.45 Klaviermusik 17.15 Der Rechtsspiegel 20.00 In buntem Wechsel 21.00 Merlin aus Bayern 21.45 Kl. Zwischenspiel 22.15 Kreuz und quer durch Frankreich 22.30 „Das Prisma“ 23.30 Lieblinge d. Publikums,Schallplatten V. Frank Sinatra, Marlene Dietrich, Hans Albers UKW 13.00 Klingendes Dessert 15.30 Wunschkonzen 17.55 Ständchen a. Abend 21.10 Klänge a. aller Welt 22.15 Harmonika-Klänge 22.45 9 000 km Heimweh 23.15 Virtuose Balalaika Freitag, den 28. März 12.15 Mittagskonzert 13.15 Filmrundschau 13.30 Musik nach Tisch 15.15 Unterhaltungsorch. 15.45 Emersons Naturmystik 16.00 Solistenkonzert 16.30 Blick vom Zuckerhut 16.45 Unterhaltungsmusik 18.20 Die Heimatvertriebenen 19.30 Chorgesang 20.00 Operettenklänge 21.00 Sinfoniekonzert 22.30 Südlich der Alpen, musik. Italienreise 23.15 Max Reger: Lieder und Variationen UKW 13.00 Klingendes Dessert 16.20 Briefi.ia rkeneeke 16.30 Zum Fünf-Uhr-Tee 18.10 „Frische Brise“ 21.10 Unterhaltungsmusik 22.30 Blinde sehen! 23.00 Tanzmusik Samstag, den 29. März 12.15 Mittagskonzert 13.15 Arbeitersendung 13.30 Bunte Klänge von Schallplatten 14.20 Bücherschau 15.00 Tänze u.Ballettmusik a. d. Welt d. Oper 16.00 Ein Tag bei den Grenzjägern 16.30 Allerlei durch Drei 17.40 „gei Bohnestiels“ 18.25 Glocken z. Sonntag 20.00 Fünf Minuten vor dem Ersten, Hörspiel 21.00 Blumen, mein Herr? 22.30 D. SWF bittet z. Tanz O.UI D. SWF bittet z. Tanz UKW 13.00 Klingendes Dessert 14.00 Musik z. Wochenende 17.40 Musikal. Kleinigk. 20.00 Aus d. Welt d. Oper 21.15 Musik für die Freunde des Jazz 22.15 Schallplatten Samstag, 22. März 1952 Gesamtdeutsche Meisterschaft steht zur Debatte Am Sonntag spielen: 1. Liga Süd: DFB-Beirat befaßt sich in Frankfurt mit diesem brennenden Problem Die am kommenden Wochenende ln Frankfurt am Main stattfindende Beiratstagung des Deutschen FuBbaU-Bundes übertrifft an Aktualität die Meisterschaftskämpfe auf d-m grünen Rasen. Geht es hier doch darum, ob an der diesjährigen Deutschen Fußballmeisterschaft ostdeutsche Mannschaften teilnehmen. Ein entsprechender telegraphischer Antrag der Sektion Fußball des Deutschen Sportausschusses liegt vor. Die Endrundenspiele des DFB beginnen nach dem vorgesehenen Plan am 37. April. bleibt dem Tabellenführer eicht auf den Fersen. Im Lokalspiel gegen den VfR Kaiserslautem wird wohl die 100-Tore-Grenze überschritten. 98 Treffer haben die Männer um Fritz Walter bereits auf ihrem Konto. Westfavoriten diesmal auswärts Im Westen hat Preußen Münster theoretisch eine kleine Chance, doch noch die beiden Spitzenreiter Schalke und Hötweiß Essen einzuholen, falls diese auswärts stolpern. Das setzt aber voraus, daß die Westfalen selbst einmal die schwierige Klippe Alemannia Aachen glücklich umschiffen. Die Aachener haben in letzter Zeit Niederlagen einstecken müssen u: d werden bemüht sein, die enttäuschten Anhänger wieder zu beruhigen. Ein Sieg über Münster könnte dies bewirken. Die Schalker haben inj den entscheidenden Spielen schon immer ihre Routine in die Waagschale geworfen. Man möchte ihnen Zutrauen, daß sie auch in Leverkusen ihren ersten Platz verteidigen, zumal Rotweiß Essen in Mei- derich ebenfalls alles daransetzen muß, um nicht einen oder beide Punkte elnzubü.'en. Interessant ist hier im Westen vor allem noch der Kampf gegen den Abstieg. Fast hat es den Anschein, als könnte die Turek-Elf von Fortuna Düsseldorf das Schicksal doch noch meistern. Osnabrück muß Punkte kassieren Im Norden geht es nur noch darum, daß der VfL Osnabrück die letzten Zweifel beseitigt, die an seine Teilnahme an den Endrunden geknüpft werden. Nach Verlustpunkten liegen die Kieler Störche um vier Zähler zurück. Die Holsteiner werden also gegen FC St. Pauli bemüht sein, einen Sieg zu erlangen. Ob er noch viel nützt, hängt ganz davon ab, wie VfL Osnabrück seine letzten Spiele gestaltet. Zu Hause gegen Concordla müßte es eigentlich zu zwei Punkten reichen. Die letzten schweren Auswärtsspiele sind dann maßgebend. Für den HSV gilt es, gegen den Lokalrivalen Eimsbüttel die letzten steine zu seiner fünften Oberliga-Meisterschaft im Norden zu setzen. BC Augsburg wittert Oberliga-Luft Ulms Vorsprung droht zu schmelzen — Wacker will nicht absteigen Bis zu diesem Zeitpunkt kann die Oberliga Ost allerdings ihre Vertreter nicht namhaft machen. Der DFB erinnert sich ähnlicher Schwierigkeiten in den letzten Jahren, die jedesmal eine gesamtdeutsche Meisterschaft zunichte machten. Nach Lage der Dinge dürfte der DFB kaum den schon festgelegten Terminplan umwerfen, so daß wieder einmal die Gelegenheit nicht wahrgenommen werden kann, die Fußballer von West und Ost um einen gemeinsamen Meistertitel kämpfen zu lassen. Die Bereitschaft der ostdeutschen Fußballer kommt einigermaßen überraschend, denn erst vor wenigen Wochen in Hannover erklärten sie sich zur Teilnahme an der DFB-Meisterschaft außerstande. Mit der Hereinnahme ostdeutscher Mannschaften würde der Wert der Deutschen Fußballmeisterschaft zweifellos steigen. Freundschaftsspiele west- mit ostdeutschen Spitzenmannschaften haben gezeigt, daß man auch drüben einen guten Fußball spielt. Vor allem die Mannschaften aus dem sächsischen Industriegebiet sind nach wie vor dominierend. „Club“ und VfB steigen ein Im Süden stehen noch drei Spieltage aus. Wenn der 1. FC Nürnberg gegen Waldhof und der VfB Stuttgart gegen 1860 München jeweils ihre Spiele gewinnen, dann sind sie nicht mehr von den ersten zwei Plätzen zu verdrängen. Niemand zweifelt daran, daß sie als Vertreter des Südens einsteigen in die Runde der letzten Acht, die um die Viktoria des DFB spielen werden. Dann gilt es nur noch die Abstiegsfrage zu klären. Wenn man die letzten Termine berücksichtigt," so hat vor allem der SV Waldhof noch schwere Spiele vor sch. Ob es allerdings den Augsburger Schwaben noch gelingt, fünf Punkte gegenüber den Vorderleuten gutzumachen, das darf füglich bezweifelt werden. Saarbrücken fehlen noch drei Punkte In den letzten drei Spielen muß der 1. FC Saarbrücken auf alle Fälle noch drei Punkte gutmachen, um sicher zu gehen. Im saarländischen Derby 1. FCS — Neunkirchen müßte den Saarbrückern ein Sieg gelingen, obwohl gerade die Rivalität beider Mannschaften auch einmal eine Ueberraschung offen läßt. Die „Walter-Elf" des 1. FC Kaiserslautern Das Rennen um den zweiten Platz ln Süddeutschlands zweiter Liga geht mit imverminderter Schärfe weiter. Mit Ausnahme des ASV Durlach spielen alle Anwärter auswärts, so daß Punkteinbußen nicht ausgeschlossen sind. Durlach hat die Möglichkeit, als „lachender Dritter“ durch einen Sieg über den ASV Cham nach Minuspunkten . sogar den BC Augsburg zu überflügeln, der bisher immer noch im Kampf um den zweiten Platz am besten im Sattel sitzt. Der BC Augsburg muß zum stark bedrohten ASV Feudenheim. Gelingt den Fecuden- heimern ein Sieg, dürften sie zum größten Teil über den Berg sein. Auch Hessen Kassel ist beim SV Wiesbaden stark gefährdet und hat nach seinem Punktverlust zu Hause gegen Wacker im Hessenderby beim SV Wiesbaden noch nicht gewonnen. Die beiden anderen Vereine, die sich ebenfalls noch Hoffnungen auf den zweiten Platz ausrechnen, der 1 . FC Pforzheim und Bayern Hof, stehen in Südbaden ebenfalls vor schweren Auswärtsproben. Der Freiburger FC sollte durchaus in der Lage sein, den Bayern ein Bein zu stellen und auch Pforzheims „Club* darf den FC Singen am Hohentwiel nicht unterschätzen. r Spitzenreiter Ulm 16, dessen Vorsprung auf 4 Punkte zusammengeschmolzen ist, geht ebenfalls auf Reisen. Die Ulmer treten in Bamberg an und haben infolge ihrer Formkrise kaum Aussichten, ihren knappen Vorspielsieg zu wiederholen. Wird Wacker München dem Abstieg noch entrinnen? Das ist die Frage am Tabellenende. Die ..Blausterne“ empfangen das Schlußlicht VfR Aalen, das ohnehin nichts mehr zu hoffen hat und müßten mit einem knappen Sieg ihr Punktkonto weiter aufbügeln können. VfB Mühlburg zu Ostern in Leipzig Der VfB Mühlburg weilt über die Osterfeiertage in der Sowjetzone und trifft dabei auf eine Leipziger Mannschaft. Ursprünglich sollte Mühlburg zwei Spiele in Portugal austragen. Spielerabstellungen der vorgesehenen portugiesischen Vereine in die Ländermannschaft zwangen jedoch zu einer Absage. VfR Mannheim — Stuttgarter Kicken (2:2); Bayers München — SpVgg Fürth (1:5); 1. FC Nürnberg — Waldhof (6:3); VfB Stuttgart — 1860 München (3:1) | Neckarau — Offenbach (3:7); Eintracht — VfB Mühlburg (2:7): Augsburg — FSV Frankfurt (1:2)1 Schweinfurt — Aschaffenburg (1:2). 1. Liga Südwest: Saarbrücken — Neunkirchen (2:2); VfR — 1. FC. Kaiserslautern (1:4); Wormatia Worms — Mainz (0:»)j Neuendorf — VfR Frankenthal (4:1): Tura Ludwigshafen — Neustadt (3:1); Trier — Phönix Ludwigshafen ( 1 : 1 ). 1. Liga Nord: Eimsbüttel — HSV Hamburg (2:5); Holstein Kiel gegen St. Pauli (1:1); VfL Osnabrück — Concordia (3:1); Arminia Hannover — Göttingen (1:3); Bremer SV — Viktoria Hamburg (0:4); Bremerhaven — Werder Bremen (2:2). 1. Liga West: Leverkusen — Schalke 04 (1:2); Meiderich — RW Essen (2:4); Aachen — Münster (0:2): Rheydter 8V — I. FC Köln (0:6); STV Horst — Hamborn 07 (5:3)t De'.lbrück — Dortmund (2:2); SW Essen — Düsseldorf (2:2); Katernberg — Erkenschwick (7:3). Stadtliga Berlin: Minerva — Tennis Borussia (0:1); Westend — Union 06 (0:3); Nordstern — Hertha/BSC (1:4); Alemannia — Spandauer SV <0:1); Viktoria — BSV 92 (0:3); Blan- wetß — Tasmanla (2:0); Wacker 04 — VfL Nord (1:8) II. Liga Süd: 1. FC Bamberg — Ulm 46 (0:1); ASV Feudenheim gegen BC Augsburg (1:5); SV Wiesbaden — Hessen Kassel (3:1); ASV Durlach — ASV Cham (1:1); Jahn Regensburg — Darmstadt (0:1); FC Freiburg — Bayern Hof (0:5); SC Singen — l. FC Pforzheim (1:1); TSV Straubing — SSV Reutlingen (2:2). I. Amateurliga Südbaden: Offenburg — Gutach; Baden-Baden — 1844 Freiburg; VtlUngen — ASV Freiburg; Stock ach — St Georgen; Rastatt — Lörrach; Well — Rhelnfelden) Achern — Lahr; Kuppenhelm — Konstanz; Kehl gegen Schopfheim. II. Amateurliga, Staffel II: Mörsch — Ettenheim; Kappelrodeck — Oetigheim Haslach — Ottenau; Oberkirch — Gengenbach; Muggensturm — Bühl; Bühlertal — Oberachern; Orschweier — Hornberg. II. Amateurliga, Staffel III: Engen — Überlingen; Donaueschingen — Triberg; Blumberg — Vöhrenbach; Radolfzell — Vtlllngen 1b Rielasingen — Gottmadlngen; Singen lb — Furt- wangen; Konstanz lb — Neustadt. Handball-Landesklasse Südbaden: Schutterwald — Durmersheim; Lörrach — Te- ningen; Lahr — Hauingen; 62 springen in Braunlage Gesamte deutsche Elite auf der Wurmbergsdianze versammelt Bei der Deutschen Meisterschaft im Spezialsprunglauf am Sonntag auf der großen Wurmbergschanze in Braunlage wird sich noch einmal die gesamte deutsche Elite ein Stelldichein geben. Neben den Teilnehmern an den Olympischen Spielen in Oslo, Sepp Weiler, Toni Brutscher, Sepp Kleisl. Franz Dengg beteiligen sich u. a. noch Heini Klopfer, Rudi Gehring, Toni Eisgruber, Ewald Roscher und Heinz Hauser an dem Kampf um den Titel. Die große Wurmbergschanze befindet sich in bester Verfassung. Die Wetterwarte Braunlagen sagte am Mittwoch für die nächsten Tage einen Temperaturrückgang voraus, so daß der Austragung des Sprunglaufwettbewerbes auf der tausend Meter hoch gelegenen Schanze nichts im Wege stehen dürfte. Bisher kamen elf Titelkämpfe zur Durchführung, die folgende Meister brachten: 1901 B. Nilssen (Norwegen); 1902 Th. Bache (Norwegen); 1903 Th. Heyer- dal (Norwegen); 1904 K. Gruber (Freiburg); 1905 bis 1P37 keine Meister; 1938 Fr. Haselberger (Reit); 4939 J. Bradl (Mühlbach): 1940 Hs. Wein (Sonthofen); 1941 J. Bradl (Mühlbach); 1942—1948 keine Meister; 1949 T. Brutscher (Oberstdorf): 1950 S. Weiler (Oberstdorf); 1951 S. Kleisl (Partenkirchen). Carrara/Lapebie gewannen 36. Berliner Sechstagerennen Das 36. Berliner Sechstagerennen wurde am Donnerstag von den Franzosen Emile Carrara/Guy Lape- bie gewonnen, die sich damit nach dem Kriege zum sechsten Male einen Sieg in einem deutschen Sechstagerennen holten. Sie sind das erfolgreichste ausländische Team, das nach dem Kriege in Deutschland startete. Das Schlußklassement: 1. Carrara/Lapebie (Frankreich) 444 Punkte, 3280,310 km. Eine Runde zurück: 2 von Büren/Roth (Schweiz) 403. Drei Runden zurück: 3. Zoll/Knoke (Deutschland) 197. Vier Runden zurück: 4. Preiskeit/Plattner (Deutschland/Schweiz) 413; 5. Lakemann/Bakker (Holland) 192. Fünf Runden zurück: 6. Borkowski/Veltmann (Deutschland) 1D2: 7. Vooren/Otto Ziege (Holland/Deutschland) 171. Zehn Runden zurück: 8. Zawadski/Heine Ziege (Deutschland) 136. Badische Turner In Niederschopfheim Am 27. April findet in Niederschopfheim im Kreis Offenburg ein Treffen der badischen Turner statt. Scheitert der VfL Konstanz an Mink? Offenburg kann die Tabellenführung in der 1. Amateurliga festigen Als Favoriten gelten diesmal Toni Brutscher und Sepp Weiler, die sich in glänzender Form befinden. Einer von ihnen dürfte wohl den Meistertitel, den im Vorjahr Sepp Kleisl nach Ga-Pa entführte, wieder nach Oberstdorf zurückholen. Sepp Kleisl sprang neuen Schanzenrekord Tn Neustadt im Schwarzwald trafen sich am Mittwoch die Teilnehmer des internationalen Feldberg- springens zu einem Freundschaftsspringen auf der großen Naturschanze. Hierbei erwies sich der Par- tenkirchener Sepp Kleisl allen Konkurrenten klar überlegen. Er sprang mit 90 Metern einen neuen Schanzenrekord und holte sich mit der Note 228,7 einen überlegenen Sieg vor dem Amerikaner Keith Wegemann und dem Oesterreicher Lois Leodolder. Ergebnisse: Allgemeine Klasse: 1. Sepp Kleisl (Partenkirchen) 90 und 89 Meter, Note 228,7: 2. Keith Wegemann (USA) 85 und 87 Meter. Note 218,6: 3. Lois Leodolder (Oesterreich) 88 und 86 Meter, Note 217,2. Altersklasse* 1. Rudi Gehring (Partenkirchen) 84 und 82 Meter, Note 209,8: 2. Heini Klopfer (Oberst* dorf) 83 und 80 Meter. Note 201,4. Dazu werden etwa 80 nord- und südbadische Turner der Olympia-Klasse, der Meisterklasse und der La.idesklasse erwartet. Zugleich ist ein Ausschei- dungstumen für den Deutschen Kunsttumtag ln Dortmund am 18. Mai vorgesehen. Titelkampf Peter Müller gegen Stretz Der Kampf um die Deutsche Boxmeisterschaft im Mittelgewicht zwischen dem Titelhalter Peter Müller (Köln) und Hans Stretz (Berlin) findet am 18. April in der Berliner Sporthalle statt. Dieser Kampf, für den die Verträge nunmehr in Häncien des Veranstalters Gretzschel sind, wird als erster Boxkampf in Deutschland vom Nordwestdeutschen Rundfunk im Fernsehfunk gezeigt. Jugendleiter-Tagung in Offenburg Am kommenden Sonntag, um 8.30 Uhr. findet in Offenburg, Gasthaus ,.Zum Engel“, für den Sportbezirk Offenburg eine Jugendtttedter-Tagung statt. Landes jugendwart Zorn, Freiburg, referiert über wichtige Fragen des Jugendsports. In Südbadens erster Amateur ldga dauert der Kampf der ersten drei Mannschaften FV Offenburg, SC Baden-Baden und VfL Konstanz um die Meisterschaft weiter an. Während Offenburg und Baden-Baden am kommenden Sonntag zu Hause spielen, bestreitet der VfL Konstanz beim SV Kuppenheim ein schweres Auswärtsspiel. Im Vorspiel wurden nicht weniger als 11 Tore geschossen, bis schließlich Konstanz doch mit 7:4 siegte. Zu Hause dai - Kuppenheim mit dem überragenden Torhüter Mink nicht unterschätzt werden. Schon manche Stürmerreihe ist an dem Können Minks gescheitert. Die ,,Seehasen“ djirfen sich keinen großen Seitensprung erlauben, wenn sie nicht entscheidendes Terrain verlieren wollen. Die beiden anderen Spitzenvereine müßten ihre Heimspiele sicher gewinnen. Offenburg kann durch eine Wiederholung des Vorspielsieges über Gutach die Spitze behaupten. Baden-Baden dagegen sinnt auf Revanche für die Niederlage bei 1844 Freiburg, doch muß man angesichts der bekannten Spielstärke von 1844 dieses Vorhaben anzweifeln. Am Tabellenende dürfte das weit abgeschlagene Schlußlicht St. Georgen beim VfR stockach nicht viel zu bestellen haben, zumal die Platzherren sich für die Vorspielniederlage revanchieren wollen. Kehl empfängt zu Hause den SV Schopfheim und Weil hat Rhelnfelden zu Gast. In der Vorrunde Das Wunderteam hätte keine Chance Oesterreich: Der Wiener Rapid-Trainer Hans Pes- ser machte sich daran, die Frage zu beantwort jn, welches Oesterreich-Team besser wäre, das von 1952 oder das Wunderteam von 1930? Er meinte: ,,Das Team von 1930 hätte heute keine Chance. Das Tempo war damals nicht so schnell. Man konnte dei. Sali stoppen und sich zum Schuß vorberedten. Heute geht das nicht mehr. Da ist der Stürmer und daneben ist der Bewacher. Fußball ist heute in erster Linie eine Frage der Kondition geworden. Und die ist heute unvergleichlich besser als früher. Das Team von 1952 würde das Team von 1930 einfach zu Tode hetzen!“ blieben die Jetzigen Platzherren ohne Sieg. Sowohl Kehl als auch Weil haben sich inzwischen stark verbessert, so daß ein Erfolg der Gastgeber durchaus nicht ausgeschlossen ist. Die anderen Begegnungen im Mittelfeld sind ohne große Bedeutung. Der FC Rastatt darf zu Hause gegen Rotweiß Lörrach leicht favorisiert werden. Meister Villingen müßte zu Hause die glatte Vor- spielmederlage beim ASV Freiburg ausbügeln können. Der VfR Aehern hat den Lahrer FV zu Gast, wobei die Lahrer im Falle der Wiederholung Ihres Vorspielsieges — wir müssen das bezweifeln — die Platzherren überflügeln könnten. Neuling Durmersheim ln Schutterwald Im letzten Heimspiel stellt sich der Neuling Durmersheim dem einheimischen Publikum vor. Die Gäste, die bisher mit wechselvollem Erfolg gekämpft hatten, belegen einen guten Mittelplatz. Sde verfügen nicht nur über einen guten Sturm, sondern sind auch in der Verteidigung stark. Das Unentschieden im Vorspiel Heß aufhorchen. Den Einheimischen, die augenblicklich in guter Verfassung sind, darf man vor heimischen Publikum schon einen klaren Sieg Zutrauen. Beginn 14.30 Uhr. -Is- Das gute Sportbuch „Kritische Tage deT Hotspurs" Dieser Fußball-Roman mußte kommen! Er mußte einmal jenes Drum und Dran eines Fußballer- Lebens einfangen, so wie es der Berliner Journalist des Sportes, Hans Jarke, in seinem Buch ..Kritische Tage der Hotspurs“ fertig brachte. Jarke wagte sich daran, auf 164 Seiten das Auf und Nieder rund tim eine englische Berufsspielermannschaft, die ..Heißsporne" aufzuzeigen. (Adolf Spornholtz-Ver!ag. Hannover, Seelhorststraße 46, und nur 5.- DM). Ein Cup-Endspiel gegen Birmingham wird so plastisch geschildert, daß man ..mitgeht“! Dieser Sport- und Kriminalroman Hans Jarkes wird hohe Auflaeen erleben 2 > ,< Roman von Mariluise Relnhold weimAl versc henkte ich mein Herz Die kleine Lokomotive stößt riesige schwarze Rauchwolken aus und kämpft schnaubend und prustend um jeden Meter, den sie die nachfolgenden Wagen den Berg hinaufschleppen muß. Und die Wagen folgen ihr nur widerwillig schüttelnd. Die Reisenden in den verrußten Eisenbahnwagen sind es gewöhnt, wie die Hühner durcheinandergeschüttelt zu werden, die ein Bauer auf seinem Rücken zum Markt trägt. Es sind alles Bewohner der kleinen Ortschaft, die hüben und drüben in längeren Abständen an der Bahn liegen und die oft weit den Berg hinaufklettem. Die Männer sitzen schweigend Ihre Pfeifen dampfen mit der Lokomotive draußen um die Wette. Die Frauen sind von dem Einkauf drunten im Tal noch aufgeregt, sie zeigen einander die bunten Schürzenstoffe, die seidenen Tücher und was -sonst noch tn ihren umfangreichen Taschen verstaut ist und was ihnen viel interessanter erscheint als die blühende Landschaft. die draußen vorbeigleitet und auf die mehr als ein Drüfender Blick der Männer fällt In einer Ecke des Abteils sitzt ein iunges Mädchen, das ihrer Kleidung nach nicht zu den Bauern paßt. Sie schstut viel zum Fenster hinaus und betrachtet neugierig die Anwesenden und lauscht auf ihre Gespräche. ..Wer ackert denn der Erlenhofbäuerin ihr Feld dort drüben?“, fragt der alte Bauer ihr gegenüber den jüngeren an seinerd Seite. „Der Matthisbauer — der Bauer vom Erlen- hof ist doch noch in Gefangenschaft.“ „Drum“, sagt der Alte und blickt schweigend hinaus Auch hier die Spuren des Krieges, denkt Monika Heller in ihrer Ecke, wenn man sie auch nicht so sieht wie in der großen Stadt, aus der sie kommt, und sie denkt an den Vater, der in weiter Ferne ein einsames Grab gefunden hat. das niemand pflegt. Und an die Mutter denkt sie und an die beiden Geschwister daheim. Die liebe Mutter, die noch gar- nicht alt ist und doch tagtäglich ihren schneeweißen Kopf über die mühselige Strickarbeit beugt, damit sie zu der kleinen Rente noch etwas verdient für ihre drei Kinder. Aber jetzt wird es anders werden, und sie. Monika, wird und muß es schaffen.. Zum ersten Male geht sie hinaus in die Fremde, allein und voller Glaube und Zuversicht, daß sie ihren Posten als iunge Lehrerin in dem von aller Welt, abgeschlossenen kleinen Gebirgsdorf ausfüllen wird. Sie hat große Pläne im Kopf, und das Herz ist voller Illusion und guter Vorsätze. Sie wird es schaffen, daß der Bruder weiter die Schule besuchen und einmal studieren kann, wie es der Vater wünschte, und sie wird helfen, daß ihr Mutterle nicht mehr so viele Sorgen hat. Sie schiebt die Beklommenheit weit weg von sich, die sie überkommen will, wenn sie die schweigenden Bauern betrachtet und die Landschaft mit den himmelhohen Bergen, die so wenig Blau des Himmels freigeben. Wie ernste Wächter stehen sie um das schmale Tal und werfen am frühen Nachmittag schon tief ihre Schatten über die Wiesen, die im ersten Frühlingsgrün stehen. Die Wälder sind blauschwarz, und wild schäumt der kleine Bach dicht neben dem Bähnle. das sich langsam immer mehr in die Höhe schiebt. Der Zug wird immer leerer. Monika weiß, daß ihre zukünftige Wirkungsstätte die Endstation der kleinen Bahn ist und wartet geduldig, wenn sie sich auch nicht mehr vorstellen kann, daß es wirklich noch weiter hinaufgehen soll. „Bitte schön“, wendet sie sich an den alten Bauern ihr gegenüber, „wie weit ist es noch nach Hinterfleckendorf?“ „A halbe Stund“ sagt der und schiebt seine Pfeife von einem Mundwinkel in den anderen, deren. Nun wird er sicher fragen, was ich dort will, denkt Monika, aber sie hat sich getäuscht: die beiden Männer blicken schweigend auf die Landschaft. Nach einer Weile erheben sie sich, nehmen ihre runden schwarzen Hüte aus dem Gepäcknetz und ziehen den Korb mit den quiekenden Ferkeln unter der Bank hervor. „Das ist Fleckendörf — an der nächsten Station müssen’s aussteigen“, sagt der Aeltere“, Grüß Gott!“ „Grüß Gott“, sagt auch Monika freundlich und sieht den beiden nach, wie sie gleich darauf ernst und gemessen über den kleinen Bahnsteig wandeln. Nun ist sie im Abteil allein, bis auf ein altes verhutzeltes Weiblein, das an einem Stück Weißbrot herumbröselt und Unverständliches vor sich hinmurmelt. Der Zug macht seine letzte Anstrengung den Berg hinauf., und manchmal meint Monika, daß er einfach stehen bleiben müßte und es aufgibt, so schnauft er, und die Wagen zockeln mühselig hinterher. Das Tal ist noch enger und finsterer geworden. Dem schlanken Mädel mit den dunklen Augen wird es immer beklommener zu Mut. aber sie zwingt sich dazu, ihre Sachen zusammenzurichten, denn die ersten Häuser werden sichtbar. „Murrheim — Hinterfleckendorf“, ruft der Schaffner aus. und dann steht Monika Heller mit ihren Koffern verlassen auf dem menschenleeren Bahnsteig. Man hat ihr doch geschrieben. daß sie in Murrheim abgeholt werden wird, denn es ist ja noch ein weiter Weg bis Hinterfleckendorf Sie liest aufmerksam das große Schild am Bahnhof, das verkündet. Murrheim sei ein vielbesuchter Höhenluftkurort. der herrliche Ausflüge in die Umgebung verspricht. • Sogar ein Hotel ist angekündigt. „Zur schäumenden Murr“ heißt es. Was soll sie denn nur machen? Sie geht mutig auf den Mann zu. der zum Zeichen seiner Würde die rote Mütze trägt und-sie neugierig betrachtet. „Wissen Sie. ob iemand von Hinterfleckendorf da ist? Ich soll abgeholt werden“, fragt sie den Stationsvorsteher. „Da gehen’s mal vors Gebäude, dort steht der Wasen mH dem Bürgermeister dem Metzger und dem Ratschreiber“, sagt er und deutet hinter das kleine Holzhaus, das er als Gebäude bezeichnet Monika geht beklommen in der Richtung, die er anzeigte und findet tatsächlich ein kleines Wägelchen. Es gehört anscheinend dem Metzser und wird dazu benützt, die Kälber ln die Stadt zu fahren. Drei Männer stehen ernst daneben und sehen ihr sehr mißtrauisch entgegen. „Grüß Gott“, sagt Monika ängstlich, sich dem ortsüblichen Gruß an passend. „Ich bin Monika Heller, die neue Lehrerin von Hinterfleckendorf. „So — Sie sind das — hm!“ Ein dicker Mann mit einer goldenen Uhrkette über dem umfangreichen Bauch schaut sie prüfend an. Es ist der Bürgermeister, der sie mustert, „So — Sie sind das“, sagt auch der Ratschreiber. wie das Echo des gestrengen Dorfoberhauptes. „Ein wenig gering —“ gibt der Metzger sein Urteil ab und betrachtet sie abschätzend. „Alsdann — fahr’n mer“, sagt der Bürgermeister (Fortsetzung folgt). Dos Doppelleben des Dr. Rinchard Verbrecher, Widerstandskämpfer und Kollaborateur - Frauenfreund, Chirurg und Mörder Vor dem Brabanter Schöffengericht hat ein Sensationsprozeß seinen Abschluß gefunden, der zu den erregendsten Justizschauspielen der gesamten europäischen Rechtsgeschichte gehört. Im Mittelpunkt dieses Prozesses, zu dem nicht weniger als 300 Zeugen geladen waren, stand der Chirurg Dr. Rinchard aus Eigenbrakei (Wallonisch Brabant), ein Mann von überragender Intelligenz und Geistesschärfe, ein Dr. Mabuse, dem in seiner genialen, ins Verbrecherische pervertierten Veranlagung etwas grauenhaft Satanisches anhaftet. Getrieben von hemmungslosem Ehrgeiz und geradezu sadistischem Geltungsbedürfnis häufte dieser Mann kaltblütig Mord auf Mord, um sich politischer und persönlicher Gegner zu entledigen. Die gerichtliche Untersuchung gegen ihn nahm beinahe drei Jahre in Anspruch. In dieser Zeit verübte ein angesehener belgischer Politiker, der sich kompromittiert fühlte, Selbstmord. Blick in einen Abgrund Noch einmal geht in diesem Prozeß der Vorhang vor den dunklen Abgründen menschlicher Irrungen auf, wie sie sich auch in Belgien während-' des Krieges unter dem Deckmantel des Patriotismus auftaten, wobei nicht selten persönliche und unbequeme Topfgucker einfach als „Kollaborateure“ aus dem Wege geräumt wurden. Krieg und Besetzung galten als Entschuldigung für infame Morde, die im Namen der Freiheit und Gerechtigkeit verübt wurden und für die sich die Täter gar noch als Helden feiern und mit guten Posten belohnen ließen. Als der Krieg zu Ende war und Faustrecht und brutale Willkür eigentlich wieder normaler Gesittung und ordentlicher Rechtspflege zu weichen hatten, fiel es manchen dieser Leute schwer, sich in den veränderten Verhältnissen zurechtzufinden. Zahlreich waren in Belgien während der ersten Nachkriegsjahre die Prozesse, in denen „Widerstandskämpfer“, die anscheinend noch nicht gemerkt hatten, daß der Krieg vorbei war, wegen Straftaten, die vordem gang und gäbe waren, abgeurteilt wurden. Meist fanden sie aber milde Richter. Aus diesem trüben Millieu ist Dr. Rinchard hervorgegangen, doch ist er von völlig anderem Format. Der Mann, der den Beinamen „Chirurg-Verbrecher von Eigenbrakei“ erworben hat, der Jahre nach dem Kriege eine ganze Provinz terrorisierte und seine Beziehungen zu einflußreichen Kreisen der Politik und Justiz raffiniert ausspielte, gibt seinen Richtern viele Rätsel auf, die vielleicht ein E. A. Poe oder Balzac romanhaft zu lösen vermöchte, vor der aber die graue Wirklichkeit wegen deren Romanhaftigkeit zu versagen droht. Für die geistige, wenn auch auf verhängnisvolle Abwege geratene Ueberlegenheit Dr. Rinchards zeugt der Umstand, daß er, als man ihn vor drei Jahren in Untersuchungshaft nahm, die Muße in seiner Zelle dazu benutzte, das Strafrecht so eingehend zu studieren, daß er seine Richter mit ihren eigenen Waffen schlug. Auch diesmal machte er dem Brabanter Schöffengericht schwer zu schaffen, obwohl es für ihn nach menschlichem Ermessen kaum noch ein Entrinnen gab. sieht, wie ein Mann, der zur Umgebung Dr. Rinchards gehört, mit verbundenem Arm aus dessen Auto steigt, um bei ihm anzuläuten, benachrichtigt er die Polizei, während Sfine Frau unterdessen den „Patienten“ in ein Ge spräch verwickelt. Diesmal läuft Dr. Rinchard in seine eigene Falle. Als die Polizei ihn um seine Papiere bittet, erregt er sich dermaßen, daß er das Gewehr ergreift, das er in seinem Wagen liegen hat,' und auf die Beamten anlegt. Damit ist das Schicksal Dr. Rinchards besiegelt. In seinem Wagen finden sich hinreichend Beweise- für seinen abscheulichen Mordplan. Ein junger Justizbeamter, der den Kreisen Dr. Rinchards femsteht und unbestechlich ist, leitet das Untersuchungsverfahren Moskauer Preise Ein Arxt mit großer Praxis Wer ist Dr. Rinchard? Man weiß, daß er in reichem Elternhause als einziges Kind grenzenlos verwöhnt wurde. Daß er als Student das Leben von der leichtesten Seite nahm, Zechen- und Spielschulden machte, die sein Vater für ihn bezahlte. Auch als junger Arzt nimmt er das Leben nicht ernst. Geldverdienen auf leichte Art und Weise ist ihm die Hauptsache. In la Louviere, wo er sich niederläßt, nutzt er seinen persönlichen Charme zur Vergrößerung seiner Praxis. Die zahlreichen Patienten sind fast durchweg Frauen, die ihn vergöttern. Durch den starken persönlichen Einfluß, den er auf andere hat, verschafft er sich glänzende Beziehungen zu den höchsten Kreisen der belgischen Gesellschaft. Er interessiert sich für Politik, ohne sich jedoch irgendwie festzulegen. So steht er 1940 sozialistischen Kreisen nahe, doch munkelt man gleichzeitig, daß er es auch mit den Rexisten (den belgischen Nationalsozialisten) hält. Im Jahre 1940 tritt ihm in La Louviäre der erste Widersacher in den Weg, den er mit seinem tödlichen Haß trifft. Es ist der Journalist Deberghe. Er ist Bürgermeister geworden als die Stadtverwaltung südwärts flüchtet. Deberghe will Dr. Rinchard seines Postens in der Städtischen Klinik entheben, da dieser für ihn als Rexist gilt. Der Arzt denunziert aber Deberghe, dieser wird verhaftet und Dr. Rinchard ist seinen Widersacher los. Doch auch in der Klinik, die er vollständig zu übernehmen gedenkt, findet er eine Widersacherin in Oberschwester Aline Lebrun, die einer Widerstandsorganisation angehört und wenig Vertrauen zu Dr. Rinchard besitzt. Dieser spielt aber seine Beziehungen zu linkspolitischen Kreisen aus und findet sogar selbst Aufnahme in der Widerstandsbewegung. Er versucht die Oberschwester für sich umzustimmen, doch sind seine Bemühungen vergebens. Dr. Rinchard nimmt seine Pistole um Schwester Aline zu töten, doch bleibt die Kugel im Lauf stecken. Die Schwester erstattet Anzeige bei der Gendarmerie, bittet jedoch gleichzeitig, von einer Strafverfolgung abzusehen, da eine gerichtliche Untersuchung ihre eigene Tätigkeit für die Widerstandsbewegung ans Lieht bringen könnte. Nach dem Kriege ist sich Dr. Rinchard dessen bewußt, daß er zwei gefährliche Feinde hat. Als er vernimmt, daß Deberghe gegen ihn vorzugehen gedenkt, läßt er ihn von Leuten der Widerstandsbewegung als „Kollaborateur“ erschießen. Mit Oberschwester Aline rechnet er ab, indem er sie bei seinen politischen Freunden des Verrats an der Widerstandsbewegung bezichtigt. Sie wurde erst zum Tode verurteilt, doch nach der Verhaftung Dr. Rinchards wieder freigelassen. Dr. Rinchard fühlte sich zunächst in Sicherheit; zwar gilt er bei der Bevölkerung als der eigentliche Mörder Deberghes, doch weiß man, daß er den Schutz und das Wohlwollen einflußreicher politischer Kreise genießt, ia er bei diesen als verdienstvoller Widerstandskämpfer gilt, und so wagt niemand, etwas gegen ihn zu unternehmen. Tatsächlich hat Dr. Rinchard viele gute Freunde in Kreisen der Politik und Justiz. Er nimmt sogar lebhaften Anteil an den — Säuberungsverfahren in Wallonisch-Brabant und entledigt sich auf diese Weise vieler seiner unbequemsten Zeugen. Die Bevölkerung zittert vor ihm, während seine ärztliche Praxis blüht Immer noch sind es die Frauen, die dem Zauber dieses gut aussehenden, hocbinte'lipenten und mit gewinnenden Manieren ausgestatteten Mannes erliegen. Daß er sich in den Nächten laster haften Ausschweifungen hingibt, bis zur Besinnungslosigkeit betrinkt, Halbweltdamen mit Rauschgiften versorgt, scheint seinem Nimbus keinen Abbruch zu tun, auch scheint seine Macht in Wallonisch-Brabant keine Grenzen zu kennen. Dia Maske füllt Bis ihm eines Tages der belgische Gerichtsarzt Patte aus Nijvel in den Weg tritt. Als Dr. Rinchard den Bahnhof in Baulers verlassen will und ihm bei der Sperre die Fahrkarte abverlangt wird,, schlägt er den ahnungslosen Beamten nach kurzem Wortwechsel nieder. Wenige Tage später zerschmettert er eine schwere Flasche auf dem Schädel eines Steuerbeamten, der ihn in seiner Klinik wegen einer Steuerangelegenheit aufsucht. Der Gerichtsarzt Patte stellt in beiden Fällen notorische Trunksucht fest. Zwar kommt Dr. Rinchard auf Grund seiner guten Beziehungen sehr glimpflich davon, doch in seinem glühenden Haß beschließt er, Patte zu beseitigen. Er heckt einen raffinierten Mordplan aus, der aber fehlschlägt. Dr. Patte wird an einem dunklen Abend an eine fingierte Adresse gelockt, er bemerkt aber auf dem Rückweg, daß ihm Dr. Rinchard folgt. Als er vor seiner Wohnung Diese drei Modelle wurden Jetzt ln New York zu- Mmmei mit anderen gezeigt, die Mrs. Alan G. Kirk, die Gattin des früheren amerikanischen Botschafters ln Moskau, mitbrachte. Es sind die Spitzenmodelle, die in Moskau bei der letzten Modenschau verkauft wurden. Das dunkelgraue Kostüm (links) kostet in Moskau den Gegenwert von 550.— DM. Das Material sieht aus wie Wolle, fühlt sich aber an wie Holzfaser. Der Hut ist aus einem filzartigen Material. Kostenpunkt: Gegenwert von 50.— DM. Die braunen Schuhe kosten den Gegenwert von 65.— DM, und die Tasche aus Wachstuch mit einem Krokodilmuster kostet den Gegenwert von 90.— DM. Rechts die sowjetische Version eines Cocktailkleides aus grünem kreppähnlichen Material mit Satineinsatz kostet den Gegenwert von 145.— DM. In der Mitte ein amerikanisches Kleid, das in New York den Gegenwert von 100.— DM kostet.. gegen den Gefürchteten. Es ist schon ein Erfolg, daß die gleichfalls verhafteten Mitpflichtigen des Arztes, die von ihm irgendwie zur Mithilfe gepreßt worden waren, einer nach dem andern ein Bekenntnis ablegen. Dr. Rinchard, seiner Sache sicher, leugnet jedoch alle Schuld und droht mit Enthüllungen. Der Prozeß wird zur Sensation Dieser Prozeß war eine Sensation. Als gälte es einem mondänen Ereignis, einer internationalen Modeschau etwa oder einem Sechstagerennen, so strömte das elegante Brüsseler Publikum herbei, um in dem spartanisch einfach ausgestatteten Schöffensaal des Justizpalastes Sensationen zu erleben, die jeden Kriminalreißer überbieten. Meist sind es Frauen, die die harten und unbequemen Zuschauerbänke bis zum letzten Platz füllen. Auch nachdem die Maske gefallen ist, Dr. Rinchard als gewissenloser Verbrecher und abgefeimter Schurke überführt ist, scheint er seine geheimnisvolle Anziehungskraft auf Frauen noch nicht eingebüßt zu haben. Im Gegenteil — junge, schwärmerische Mädchen wie alternde, übertünchte Damen hängen gleichermaßen an den Lippen jenes Mannes, von dem sich jeder normal Empfindende mit Schaudern und Abscheu abwendet. Sie schluchzen verstohlen in ihre parfümierten Spitzentüchlein, wenn er unter Tränen seine Schandtaten gesteht. Ihr Atem stockt, wenn ihr Abgott sich plötzlich aufrafft und mit blitzenden Bonmots und geschliffenen Argumenten seine Richter aus dem Sattel zu heben sucht. Ueber 65 Sitzungen reichten nicht aus, um das Urteil auszusprechen. Das Gericht ist sichtlich erschöpft. Ueber 500 Zeugen haben mit ihren widerspruchsvollen Aussagen die ganze Sache noch verworrener gemacht. Nicht weniger als dreißig Rechstanwälte beteiligen sich an dem Plädoyer. Viele waren bis zum Schluß im Zweifel darüber, ob Dr. Rinchard. dieser überaus gepflegte und gutangezogene Vierziger, äußerlich der Typ des verfemten Intelligenzlers, wirklich jener gemeine, hinterhältige Mörder war, der auch andere zu Bluttaten antrieb. Sogar die Richter wurden mitunter unsicher wenn seine Verteidiger — die besten und «"*>arf- sinnigsten, die Dr. Rinchard in Belgien auftreiben konnte — ihren Klienten als erblich Belasteten, hinstellen, als einen an sich außergewöhnlich begabten und fähigen Mediziner, der lediglich an starken Hemmungen litt, die er durch Alkohol und Rauschgifte zu überwinden suchte. ( Tatsächlich klang das Motiv von Dr. Hyde und Mister Jekyll in dem sonst aller Romantik baren Schöffensaal auf: Im Rausch nahm das andere, böse Ich restlos Besitz von Dr. Rinchard, dieses andere, im Dunkel des vergifteten Blutes schleichende Wesen ist für die Gewalttaten verantwortlich zu machen, deren Dr. Rinchard bezichtigt wird. Im Wachzustand, bei klarem Bewußtsein, war er solcher Dinge überhaupt nicht fähig. Ueberhaupt — wer spricht hier von Mord? Raffiniert spielen die Verteidiger die Zeugenaussagen gegeneinander aus. Hatte Dr. Rinchard wirklich etwas mit der Ermordung des belgischen Journalisten und Stadtratsmitglieds von La Louviere, Deberghe, zu schaffen? Wo war der klare Beweis? Wo war der Beweis dafür, daß er Leute der belgischen Widerstandsbewegung ans Messer lieferte? Wer kann behaupten, daß Dr. Rinchard Oberschwester Aline Lebrun ermorden wollte? Sie selbst hatte lediglich ausgesagt, daß ihr Chef sie mit dem Revolver bedrohte und daß im kritischen Augenblick die Schußwaffe versagte. Wollte er überhaupt schießen? Dr. Rinchard, außerordentlich nervös und leicht erregbar, war wütend darüber, daß Oberschwester Aline jedem, der es nur hören wollte, erzählte, er sei ein Rexist, ein Nazi. Und das mißlungene Attentat auf den Gerichtsarzt Dr. Patte in Nijvel im Jahre 1949? Die Polizei hatte Dr. Rinchard in jener Februarnacht vor dessen Wohnung gestellt. Er hatte Waffen bei sich. Hier können die Verteidiger den Mordversuch nicht bestreiten. Dr. Rinchard hatte übrigens selbst seine dunklen Absichten zugegeben. Er war dabei ln bittere Tränen ausgebrochen. Die Verteidiger ließen sich aber so leicht nicht aus dem Felde schlagen. Gewiß — an dem Tatbestand läßt sich nicht rütteln, aber ... Dr. Rinchard hatte zuvor Rauschmittel eingenommen, er befand sich in einem Zustand höchster seelischer Erregung, er war für seine Taten nicht verantwortlich zu machen Es ist unmißverständlich, was die Verteidiger des vielfachen Mörders wollen: Dr. Rinchard, vollkommen unzurechnungsfähig, reif für die Nervenheilanstalt,. um nicht zu sagen, Irrenhaus, wo er vor dem Zugriff der Justiz sicher ist. Die Verteidiger der acht Mitangeklagten hatten einen schweren Stand. Ihren Schützlingen wurde alles aufgehalst, dessen sich Dr. Rinchard zu entledigen sucht. Ist dieser einfache Taxenchauffeur Wautier, der sich im Kriege als Widerstandskämpfer ausgezeichnet hatte und jetzt als unheilbar Kranker auf einer Tragbahre neben der Angeklagtenbank liegt, wirklich jener Mörder, der behauptet, nur im Auftrag Dr. Rinchards gehandelt zu haben? Temperamentvolle Reden Hat er wirklich das mißlungene Bombenattentat auf einen bekannten Leopoldisten verübt? Hat er gemeinsam mit dem Maurergesellen Vienne Deberghe nur deshalb „aus dem Wege geräumt“, weil ihm aus einflußreichen Kreisen der belgischen Widerstandsbewegung zugeflüstert worden war, Deberghe sei „unzuverlässig“, wobei sich übrigens hinterher herausstellte, daß es sich hier um eine gemeinsame Intrige handelte? Frau Carlot- Burion, sozialistisches Gemeinderatsmitglied in La Louvriere, die jetzt selber in den Angeklagtenbank sitzt und tief getränkt dreinblickt, war die Quelle alles Bösen. Die Verteidiger Wautiers griffen gewaltig in die Saiten des Sentiments. Gewiß hat dieser einfache Mann, dieser Idealist und fanatische Patriot nach dem Kriege zwei Kriegsgewinnler erschossen, als er merkte, daß sie, dank „guter Beziehungen“ straflos ausgehen würden. Hier waren lediglich Ver- Aiumt spr\J\t von jCtehe von La Rochefoucauld Mit der wahren Liebe ist es wie mit den Gespenstererscheinungen: alle Welt spricht von ihnen, aber wenige haben, sie gesehen. * * * Es gibt keine Verstellung, die die Liebe, wo sie ist, lange verbergen oder Vortäuschen könnte, wo sie nicht ist. * * * Beurteilt man die Liebe nach den meisten ihrer Wirkungen, so hat sie mehr vom Haß an sich als von der Freundschaft. * * * Der Reiz der Neuheit ist für die Liebe, was Schmelz und Reif auf Früchten, ein Glanz, der vergeht und niemals wiederkehrt. * ^ * * Wenn man sich Gewalt antun muß, um in der Liebe treu zu bleiben, so ist das nicht viel besser als Untreue. * * * Man ist bisweilen weniger unglücklich, von der Geliebten getäuscht zu werden als enttäuscht. Die Aufrichtigkeit, die Liebende voneinander fordern, um zu erfahren, wann ihre Liebe zu Ende sei, entspringt weniger dem Willen zu erfahren, wann man einander nicht mehr liebt, als dem Wunsch, des Gegenteils versichert zu werden. Uebersetzt von Dr. Ingeborg Günther bitterung und Enttäuschung des Freiheitskämpfers, der selber den Blutzoll für sein Land zu zahlen bereit war. die Triebfeder zu seinen Taten. Sie konnten nicht als gemeiner Mord gelten und als solche abgdörteilt werden. Im übrigen ließ sich Wautier, ebenso wie die andern, von Dr. Rinchard mißbrauchen. Dr. Rinchard, der eine unwiderstehliche Gewalt auf Menschen ausübte, der die Gabe der Ueberredungskunst besaß, wie kaum ein anderer, ist der Schuldige ... Vielleicht war der Staatsanwalt der einzige im Saal, der in den temperamentvollen Redeschlachten den Kopf kühl behielt und unbeirrbar auf die nackte Wahrheit hinsteuerte. In seiner geradezu meisterhaft aufgebauten Anklagerede, in der er alle Register der Rhetorik zog, alle schwachen Argumente zerpflückte, so daß nur noch der harte Kern des Tatbestandes übrig blieb, stand Dr. Rinchard da als der Mann, der er wirklich war: als voll zurechnungsfähiger, kaltblütig berechnender, alle Chancen nutzender Mörder, Treibholz, das in den dunkelsten Jahren Belgiens an die Oberfläche gespült wurde. Nicht das Irrenhaus, sondern lebenslängliches Zuchthaus hat Dr. Rinchard aufgenommen. E. A. Granzow Samstag, 22. März 1952 Protestaktion in den Park-Lichtspielen Aufführung des Filmes „Hanna Amon“ durch Zwischenrufe und Schlägerei unterbrochen / 1 i i M Z EITG ESCH EHEN ^ed a nkett aüt tiuseptuH f Am morgigen Sonntag werden in der Ostpfarrei 40 Mädchen und 26 Knaben eingesegnet, während am Sonntag, den 30. März, in der Westpfarrei 36 Mädchen und 33 Knaben konfirmiert werden. Im weißen Gewände der Anmut oder im schwarzen Kleide der Feierlichkeit werden die jungen Menschen nun morgen erstmals zum Tische des Herrn schreiten. Sie sind noch mitten im knospenhaften Werden, im ersten Garten der Kindheit, und voll Wunder waren die Dinge der ersten Jugend zuhause. Au« blutroten Blüten und sonnenbeglänzten Baumkronen formte sich ihnen ein Paradies, in die der Wind ein leises Lied von Vogelstimmen trug. Nun blicken sie voll Erwartung in die Zukunft. die noch lockende Ferne für sie ist. Vielen wird sie vielleicht schon bald zur Pflicht, die nach Brot geht, anderen schenkt das Leben ein Weiterlemen zu einem Ziele hinstrebend. Groß und gläubig werden sie ihre Blicke aufheben zu all dem Neuen, noch Un gekannten, was ihnen die Lebensferne schenkt. Ehrfürchtig werden sie hinschauen zu den Kirchen. Domen. Türmen. Denkmalen, zu den Stätten der Kunst und den Musentempeln. zu denen sie das Leben führt, andere werden den häuslichen Kreis nicht verlassen und sich gerne bemühen, das reifende Korn auf den weiten Feldern der -Heimat gut ein- zubringen. In die lodsende Zukunft und Feme geht das Sehnen junger Menschen. Sie weiß ia noch nicht, was das T-eben bringen kann, nichts von den schmerzenden Füß°n °uf weiten Wanderwesen. von To'd und Enttäuschungen. Eie =i°ht nur d>'e Rnsen am Wegrand, snürt den Puff von Feseden steht nur auf Schönheitsinseln mit der Selbstverständlichkeit des Jungseins. Das nun kommende .Auf eigene Kraft gestellt sein“ ist nicht mehr so sorglos. Oft, wird ihnen die milde und gütiee Hand der Eltern fehlen, wenn sie über dunkle Tiefen des Leben schreiten. Sie werden nehmen von dem goldenen Ueberfluß und selbst, über steinige Wege leicht schreiten. Ein werden ernten Sehnen und Erfüllung. G 1 '"'' 1 - und Erfolg und in das glitzernde Sniel ihr r Sehnsuchtsträume wird einfließen manche -gestorbene Seligkeit. .Sie will es alles wissen und durcbleiden diese Jugend, die nun an einem t ebensab- schnitt voniherschrei+et und wenn sie zurfiric- denkt nech einem langen Toben. wird ihr der Harten der ersten Jugend immer wieder wie ein Paradies vor die Seele treten. -HWH. Wie in anderen Städten, so hat auch in Offenburg die Ankündigung des Veit Harlan- Filmes „Hanna Amon“ hauptsächlich bei den Jugendverbänden eine starke Reaktion ausgelöst. Bereits am Donnerstagmorgen wurde ein Flugblatt verteilt, in dem gegen die Aufführung des Filmes lebhaft protestiert wurde. Es war von der Gewerkschaf tsjugend, dem Bund katholischer Jugend, Bund europäischer Jugend und dem politischen Arbeitskreis junger Christen unterzeichnet, obwohl die Mitglieder einer dieser Organisationen vorher nicht um ihre Meinung gefragt worden waren. Gleichzeitig versuchten der Kreisausschuß der Gewerkschaften und der Stadtrat die Aufführung des Filmes zu verhindern. Die diesbezügliche Resolution des Stadtrats und eine Entschließung des Stadtjugendrings veröffentlichen wir an anderer Stelle. Landrat Dr. Joachim unterrichtete, als er von allen Seiten bedrängt, und um ein Aufführungsverbot angegangen wurde, das badische Innenministerium und auch die Geschäftsleitung der Park-Lichtspiele über die Protestaktionen sowie über die ihm mitgeteilte Absicht, die Aufführung durch Demonstrationer im Kino zu verhindern. Die Aufführung zu verbieten, lag und liegt auch nicht in seiner Hand, so lange die öffentliche Sicherheit unc' Ordnung nicht gefährdet ist. Denn der Film is’ zensuriert, von höchster Stelle zugelassen, läuft seit Wochen auch erfolgreich im Ausland, er kann von einer untergeordneten Behörde nich' ohne weiteres abgesetzt werden. Die Protestaktionen richten sich allerdings nicht gegen den Film „Hanna Amon“, sondern gegen Veit Harlan bzw. seine Wiederzulassung als Filmregisseur. Als die Kinoleitung am Donnerstag beirr Filmverleih in Frankfurt anrief und wegen der zu erwartenden Demonstrationen um die Erlaubnis der Absetzung des Filmes bat, hatte sie keinen Erfolg. Der Verleih verwies auf gleiche Aktionen in anderen Städten, die wohl zu Störungen der ersten Vorstellungen, aber nicht zum Verbot des Films geführt haben. Die Polizei befand sich schon am Donnerstagnachmittag in Bereitschaft. Ihr Einsatz war Aus dem Polizeibericht In der Wilhelmstraße hat ein Pkw.-Fahrer beim Ueberholen eine Radfahrerin gestreift, so daß diese zu FaQ kam. Sie zog sich beim Sturz Prellungen und Schürfungen zu. — Zwei Fahrräder wurden entwendet und ein Fahrrad aufgefunden. — Eine Person gelangte wegen Schwarzarbeit zur Anzeige, weil sie Maschinen- Strickarbeiten auf eigene Rechnung ausführte, ohne in die Handwerksrolle eingetragen zu sein. — Ein Landfahrer, der wegen Betrugs ausgeschrieben war, konnte fest genommen und in das Gefängnis eingeliefert werden. Wiedergründung des Handwerkervereins 150 jährige Tradition in Niederschopfheim wieder auf genommen Niederschopfheim, (b) Der Handwerkerverein ging aus den Zünften hervor und bestand hier schon etwa 150 Jahre. Noch heute besitzt er eine schöne Zunftfahne. Im Jahre 1907 wurde unter der Vorstandschaft des Schmiedmeisters Bernhard Stutz eine neue Vereinsfahne geweiht. Diese konnte bei der Auflösung des , Vereins i im Jahre 1934 in Sicherheit gebracht werden. Die Vereinsfahne wurde seinerzeit von Handarbeitslehrerin Frl. Hogenmüller, Offenburg, gefertigt. Schon lange war es der Wunsch der Handwerker, den Verein wieder ins Leben zu rufen. Am Josefstag sollte nun die Frage gelöst werden. Schneidermeister Ludwig Ehret begrüßte eine schöne Anzahl Handwerker im alten Vereinslokal „Sonne“ und gab die Vorarbeiten zur Gründung des Vereins bekannt. Nach einer Aussprache wurde zur Neugründung des zwangsaufgelösten ■ Vereins geschritten. Es wurde folgende Vereinsleitung gewählt: 1. Vorstand: Küfermeister Paul Ehret; 2. Vorstand: Schuhmachermeister Franz Lehmann; Schriftführer: Schneidermeister Wilhelm Eggs und Rechner: Metzgermeister Emil Gallus. Es haben sich bis jetzt 35 Mitglieder angemeldet. Die beiden ältesten Mitglieder, Schreinermeister Josef Ehret und Müller Albert Uhl wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Dem Verein recht gute Erfolge bei seinem ferneren Wirken. Der Badische Motettenkreis sang in Gengenbadi Gengenbach (a). Die „Geistliche Musik“, die der Badische Motettenkreis am Sonntagnachmittag in der evangelischen Kirche darbot, wurde allen Freunden zu einem großen Erlebnis. Musikdozent Hermann Pfautz, der Leiter des Chores, eröffnete die Feierstunde mit dem Präludium und Fuge A-Dur von J. S. Bach. Wenn auch die kleine Orgel des schönen Gotteshauses keine Entfaltungsmöglichkeiten erlaubt, so ließ das Spiel doch hier, wie auch beim Präludium und Fuge a-moll das große Können des Meisters ahnen. Mit der fünfstimmigen Motette „Verleih uns Frieden“ von H. Schütz deutete sich bereits an, was der Chor vermag. Nach der Arie „Ich bin vergnügt in meinem Leiden“ für Sopran, Violine und Kontinuo brachte der Chor das zweifellos stärkste Erlebnis dieser musikalischen Feier mit der Distler-Motette „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Die Schönheit und zuchtvolle Einheit dieses Klangkörpers erwies sich ebenso bei der wundervollen fünfstiminigen Bach- Motette „Jesus, meine Freude“. Soli Deo gloria, schufen die Meister ihre Werke, unter dem gleichen Leitwort wurden sie in dieser sonntäglichen Feier zum Leben erweckt — und dieses Deo gloria blieb wohl auch in manchem dankbaren Herzen der Hörer, die in ergriffener Stille verharrten. Herrschaft über Motorrad verloren Gengenbach. Am Mittwoch ereignete sich auf der Bundesstraße 33 zwischen Gengenbach und Strohbach dadurch ein Verkehrsunfall, daß ein Kraftfahrer aus Biberach mit seinem Kraftrad mit Anhänger zu weit nach rechts fuhr. Hierbei kam das rechte Rad des Anhängers auf die Straßenböschung, was zur Folge hatte, daß der Fahrer die Herrschaft, über sein Kraftrad verlor und stürzte. Er mußte ins Krankenhaus Gengenbach verbracht werden. Musikabend in der Volkshochschule Gengenbach, (a) Professor Adalbert Nauber und Friedrich Finke brachten in virtuosem Zusammenspiel Sonaten von Händel, Beethoven und Mozart zu Gehör. Diese Musik der alten Meister bildete den Rahmen um den interessantesten Programmpunkt: eine Sonate für Solo-Violine von Bela Bartok. Prof. Nauber stellte sein brillantes Können bei dieser Aufgabe erneut unter Beweis. Der überfüllte Saal der Akademie und der lebhafte Beifall bewies den Künstlern sowie dem Kuratorium der Volkshochschule die Dankbarkeit der musikbegeisterten Hörer. Nur ein Sterbefall im Februar Zell a. H. (s) Im Standesregister wurden im Monaf Februar eingetragen: Geburten: Margarete Maria, Vater: Wilh. Isenmann. Unterentersbach; Franz Hermann, V.: Franz Rothmann, Oberentersbach; Helene Maria, V.: Andreas Lehmann, Unterharmersbach; Dietmar Werner, V.: Werner Schwab; Gabriele, V.: Josef Kunz, Nordrach; Rudolf Josef, V.; Aug. Karl Schnaiter, Oberharmersbach; Alfred, V.: Wilhelm Armbruster, Unterharmersbach; Maria Theresia und Cacilia Anna, V.: Ludwig Huber, Nordrach; Martina Friederike, V.: Erich Späte, Biberach; Angelika Maria Rosa, V.: Hermann Markus, Biberach. — Eheschließungen: Julius Helmut Disch, Seelbach, und Ida Anstett geb Rinn; Josef Schülli und Maria Elisabeth Lehmann. Oberharmersbach. — Sterbefälle: Elisabeth Ganz geb. Schmieder, 61 Jahre. Augen auf im Straßenverkehr! minutiös vorbereitet und wurde auch entsprechend durchgeführt. Sie hatte Befehl, sich irr Hintergrund zu halten, um nicht durch ihre Anwesenheit zur Beunruhigung in der ohnehin gespannten Atmosphäre beizutragen. Wider Erwarten verlief die Nachmittagsvorstellung ohne Störungen. Sie sollten erst am Abend eintreten. f; Abendvorstellung war schon vor Beginn ausverkauft. Inzwischen tat die Kinoleitunr etwas, was die Demonstranten nicht wußte’ und was sie vielleicht im letzten Augenblick von ihrem Vorhaben abhalten konnte. Die Namensangabe des Regisseurs in den ersten Metern des Films wurde herausgeschnitten, damit nicht der Name „Veit Harlan“ und damit verbundene Erinnerungen Anstoß zu Mißfallensäußerungen bilden sollten. Die Vorstellung begann wie gewöhnlich mit Kinoreklame und Wochenschau. Als es nach ihr im Saal wieder hell geworden war, trat Fritz Farr vor die Bühne, um eine Erklärung der Geschäftsleitung abzugeben. Er hob hervor, daß die Lichtspiele vertraglich verpflichtet wären, den Film aufzuführen und daß sie sonst eine hohe Konventionalstrafe zu bezahlen hätten. Es sei ilim bekannt, daß sich unter den 650 Besuchern rund 50 befänden, die nicht gekommen wären, um sich den Film anzusehen. Ihnen galt seine anschließende Bitte, ihre Absicht nicht zu verwirklichen, und der Hinweis, daß etwaige Störungen als Hausfriedensbruch, betrachtet werden müßten, die das Einschreiten der Polizei zur Folge hätten. Publikum eindeutig gegen Demonstranten Es war kaum anzunehmen, daß diese Worte von den Demonstranten befolgt würden. Fraglich war nur, bei welcher Stelle sie ihrem Mißfallen Ausdruck geben wollten, vermutet wurde dort, wo der Regisseur genannt wird. Sein Name gehört zum .Schluß des Vorspanns. Aber er erschien nicht auf der Leinwand. Er war. wie bereits erwähnt, zwischen Nachmittagsund Abendvorstellung herausgeschnitten worden. An seiner Stelle erschien ein weißer Streif fen. Schon glaubte man, daß nun der Hauptteil beginnen würde, da ertönten aus den Reihen der Zuschauer die ersten Zwischenrufe wie: „Der Film ist von Veit Harlan ... Der Name Veit Harlan fehlt“. Sie wurden von den anderen anwesenden Demonstranten aufgenommen, als auch schon eine allgemeine Unruhe entstand und sich um den ersten jugendlichen Zwischenrufer ein Tumult entwickelte. Dieser artete in eine Schlägerei aus, mehrere Zivilpersoner packten den Jugendlichen, einen Studenten, der in Freiburg die Universität besucht und in Offenburg zuhause ist, und schlugen auf ihn ein. Auch seine Mutter soll Schläge abbekommen haben. Erst als ein Kriminalbeamter und hinter ihm die bereitstehende Polizei eingrifi und ihn in Gewahrsam nahm, ließen seine Verfolger von ihm ab. Der Student taumeltd, an der Oberlippe blutend, zum Saal hinaus. Wie wir erfahren, hat er gestern bei der Polizei Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Die Täter sind noch unbekannt. Der ganze Vorgang spielte sich in Minuten, man möchte beinahe sagen, Sekunden ab. Nachdem die Polizei unauffällig in den Seitengängen aufgezogen war, war die Ruhe sogleich wieder hergestellt. Der größte Teil der Demonstranten scheint im Saal geblieben zu sein. Geschäftsführer Jäger richtete sodann an das Publikum die Frage, ob es wünsche, daß die Vorführung weitergehe. Die Antwort wurde eine eindeutige Stellungnahme gegen die Demonstranten, die daraufhin auch weitere Kundgebungen unterließen. Der Film konnte ohne Unterbrechung zu Ende geführt werden. Die Absicht der Demonstranten, durch ihre Aktion und die daraus entstehenden Folgen die Polizei zur Räumung des Saales und Absetzung de Filmes zu veranlassen, war mißlungen. Ruhe und Sicherheit sind nicht gefährdet, so daß kein Anlaß zu einem polizeilichen Verbot der Filmaufführung besteht. „Hanna Amons“ Schicksal kann sich weiterhin erfüllen. t. Jugendring fordert Absetzung des Films Der Stadtjugendring faßte am Donnerstag folgende Resolution; Augenblicklich wird in den Park-Lichtspielen in Offenburg der Veit Harlan-Film „Hanna Amon“ gespielt. Wir haben gegen diesen Film nichts einzuwenden. Wir verwahren uns aber dagegen, daß ein Mann wie Veit Harlan, der sich durch seinen Film „Jud Süß“ zum Mitschuldigen an dem namenlosen Unglück und den Verbrechen des Naziregimes gegen die Juden gemacht hat, heute wieder Filme dreht, als ob es kein Auschwitz, kein Belsen, kein Buchenwald und kein Dachau gegeben hätte. Herr Harlan hat es bis heute noch nicht einmal für nötig gefunden, eine eindeutige Aeußerung des Bedauerns über seine Mitwirkung am „Jud Süß“ von sich zu geben. Sein Wiederauftreten in der Oeffent- lichkeit ist deswegen eine Provokation für alle Menschen, die auch heute noch das den Juden zugefügte Unrecht aufs tiefste bedauern. Die Tätigkeit Veit Harlans als Filmregisseur ist eine empfindliche Verletzung des deutschen Ansehens im Ausland und eine Brüskierung der Bemühungen der Bundesrepublik, die dem israelitischen Volk den Frieden anbot. Gerade als Abschluß der „Woche der Brüderlichkeit“ scheint uns die Aufführung eines Veit Harlan-Filmes fehl am Platz zu sein. Wir fordern deshalb von den zuständigen Stellen, daß der Film sofort abgesetzt wird. Die Resolution des Stadtjugendrings Offenburg trägt folgende Unterschriften: Otto Dehmer, Jügehdpfleger; Schulz, Stadtjugend- amt; Strein, Kreisjugendamt; Ansgar Fürst, 1. Vorsitzender (BEJ); Manfred Brohammer, 2. Vorsitzender (Gewerkschaftsjugend); Baumgärtner, DAG; Gottfried Erb, Stadtjugendführer Kath. Jugend; Karl Glatt, BEJ; Echle, DGB; Klaus Faller, Europa-Union; Hüter, VdK; Schulze, Kath. Männerwerk Dreifaltigkeit; End, Kath. Männerwerk Hl. Kreuz; Stadtpfarrer Hugle, Präses der Kolpings- familie. Diese Resolution wurde an die zuständigen Stellen in Offenburg, Freiburg und Bonn weitergeleitet. Einstimmige Entschließung des Stadtrats In seiner außerordentlichen Sitzung am 20. März hat der Stadtrat einstimmig folgende Entschließung gefaßt: „Der Stadtrat von Offenburg protestiert gegen die Zulassung des Veit Harlan als Filmregisseur. Veit Harlan hat während der Nazizeit durch seine Tätigkeit und vor allem durch seinen Film „Jud Süß“ wesentlich dazu beigetragen, die Judenverfolgung populär zu machen und damit die Unmenschlichkeit des Nazi-Regimes zu verherrlichen. Durch die filmische Tätigkeit des Veit Harlan hat das Ausland eine falsche Einstellung vom wahren Wesen des deutschen Volkes erhalten. Diesem Eindruck hat das deutsche Volk besonders nach dem Zusammenbruch feststellen müssen. Auch heute noch hat es an den Folgen dieser verwerflichen Propaganda zu leiden. Das Auftreten Veit Harlans auch mit seinen Werken in der Oeffentlichkeit. wird deshalb vom Stadtrat sdiärfstens mißbilligt, da dadurch der Eindruck entsteht, daß das begangene Unrecht gutgeheißen wird und auch dadurch die Bemühungen der Bundesrepublik und des deutschen Volkes, mit den übrigen Völkern wieder in ein gutes Einvernehmen zu kommen, gestört werden. Der Stadtrat erwartet deshalb vom Unternehmer der Park-Lichtspiele in Offenburg die Absetzung des angesetzten Films „Hanna Amon“ mit Veit Harlan als Regisseur. Von den zuständigen staatlichen Dienststellen fordert der Stadtrat Verbot der Aufführung des Films „Hanna Amon“ nach § 30 des Bad. Pol.Sr.G.B.“ Kritische Filmbetraditung Mit Handzetteln, Proklamationen und Demonstrationen tut man Veit Harlans .neuestem Film wirklich zu viel Ehre an „Hanna Amon“ ist eine sentimentale filmische Harmlosigkeit, die der dramatischen Ballung keineswegs entbehrt. Harlan, der den Stoff recht frei nach Richard Billinger gestaltete, ist hier der Aufstieg zum klassischen Film noch nicht geglückt, aber „Hanna Amon“ ist künstlerisch gekonnt, eine Mischung lieblicher Landschaftsbilder, von Ausschnitten aus bäuerlichem Alltag, Leidenschaft, Gefühlsrausch, Moral und katholi- sierender Tendenz. Fast zu viel des Gefühls wird mancher meinen. So ist nicht recht einzusehen, warum Hannes, der prächtige Schuler- bub, sterben muß. Aber bei Kerzenschimmer, Orgelspiel und kleinem Kreuz auf Kindergrab „läßt sich so schön weinen“, wie eine Freiburger Marktfrau an den Tagen der Studentendemonstrationen ihren Filmbesuch begründete. Aber ist es nicht das, was die Masse der Film- theaterbesucher will; Rührseligkeit, Anmut und Wehmut, Liebe- in ihren Wechselfällen und Flucht aus beschwertem und verkrampftem Alltag? All dies bietet der neue Veit-Harlan-Film, durch den „kein verderblicher Geist“ spukt und der in nichts sittliches und religiöses Empfinden verletzt. Selbst wenn eine Mörderin die Titelheldin ist. Aber Hanna Amon tötet die dämonische Gegenspielerin nur. damit ihr Bruder, „der letzte Amon nicht zum Mörder wird“. Zwischen Bauemadel und Heimatstolz, Weibsdämonie und „großer Welt“ rollt das Filmgeschehen ab Künstlerische Interieurs, CKaraktertypen, Murnauer Reitschule und Landschaften von berückender Farbwiedergabe, viel Symbolik und mythologische Anklänge sind eingeblendet. Kristina Söderbaum zeigt mit viel Natürlichkeit und Charme eine ihrer bekannten Glanzleistungen. Ilse Steppat verleiht der Schloßherrin die leidenschaftlich- lüsternen Züge des Vamp. Auch Lutz Moik als Hannas Bruder und Hermann Schömberg als ihr Verleibter verdienen künstlerisches Prädikat. Hans Otto Borgmann schrieb die musikalische Untermalung, die sich vom Volksliedhaften bis zu Wagnerschen Motiven bewegt. -g * Die Vorstellung gestern. Freitagabend war wiederum ausverkauft. Zu tumeltartieen Szenen kam es nicht mehr. Nachdem Fritz Farr, wie am Vorabend, die Erklärung der Geschäftsleitung abgegeben hatte, sprach mit besonderer Erlaubnis der .Geschäftsleitung ein Vertreter der Jugendverbände und verlas deren Resolution. Dabei wurde er mehrmals vom Publikum unterbrochen, das seine Ausführungen eindeutig ablehnte Damit dürften die Protestaktionen ein Ende gefunden haben. iepee Utnstkau Auszahlung der Renten Die Auszahlung der Kriegsversehrtenrenten findet am 28. und 29. März statt. Alle übrigen Renten werden am 31. März und am 1. April gezahlt. Wir machen darauf aufmerksam, daß Kriegsversehrtenrenten nur gegen ordnungsmäßig ausgefüllte und beglaubigte Rentenjahresbescheinigungen gezahlt werden können. Die gelben Flaggen wehen • Am Sonntag, dem 23. März 1952, verkehren von Offenburg nach Triberg und Sommerau die. bekanntgegebenen Wintersportsonderwagen in den Zügen P 1412 und D 754 zu ermäßigten Fahrpreisen und ohne Erhebung von Zuschlägen. Für die Rückfahrt können beliebige Reisezüge — außer DT 675 — ggf. ohne Zahlung von Zuschlägen benutzt werden. — Zum Feldberg verkehrt ein Sondertriebwagen, von Mannheim kommend, nach Hinterzarten, Titisee, Feldberg-Bärental und Seebrugg, Offenburg ab 7.50 Uhr, ebenfalls zu stark ermäßigten Fahrpreisen. — Die Bahnbussonderfahrt Offenburg—Schönwald fällt aus. — Nähere Auskünfte erteilen die Fahrkartenausgaben und das Reisebüro Offenburg. ' Mitteilungen des Ski-Clubs Am 23. 3. führt der Ski-Club in Verbindung mit autorisierten Omnibusunternehmen eine Fahrt auf den Feldberg durch. — Skiwanderung der Tourengruppe: Grafenmatte — Hu- mellenloch — Bernau — Roßrücken — Zeiger. Gehzeit etwa 4 Stunden. — Für die Osterfahrt nach Davos Anmeldung noch bis 22. 3.. 17 Uhr ' bei Sport-Grimm. — Die Rennmannschaft Foto: Schäfer-Expedition/DIAi Audi In Lhasa geht die Liebe durch den Magen Die tibetanische Hausfrau hat für mehrere Ehegatten zu sorgen. Nach alter Sitte heiraten die Brüder einer Familie zusammen eine Frau, deren Steilung infolgedessen sehr geachtet ist. Aus dem Film ..Lhasa-Lo", der morgen in einer 1 Matinee in der Stadthalle vorgeführt wird. startet am 23. 3. beim Brend-Torlauf. Abfahrt It. Aushang bei Sport-Grimm. Musik der Romantik und Moderne In Fortsetzung der musikalischen Vortragsabende der Volkshochschule, spricht am kommenden Dienstag 20 Uhr im Musiksaal. Wilhelmstraße, der städtische Musikdirektor Franz Lehmann über die Musik der Romantik und Moderne in einer kritischen Betrachtung. Der Vortrag wird durch Schallplattenmusik erweitert, um allen Besuchern jeweils die besonderen We9enszüge der Musik wirkungsvoll aufzuzeigen und verständlich zu machen. Kleine Stadtchronik Auf das Frühjahrskonzert der „Badenia“ heute abend 20 Uhr in der Turnhalle der Schillerschule sei nochmals empfehlend hingewiesen. Die Aufnahme der Schulanfänger erfolgt am Donnerstag nächster Woche. Näheres siehe heutige Bekanntmachung. Touristenverein „Die Naturfreunde”. Am 23. März findet eine Halbtagswanderung statt. Käfersberg, Andreaspfad, Freudentaler Eck, Schloß Ortenberg. Treffpunkt und Abmarsch: 13.30 Uhr, „Deutscher Michel“. Der Bund europäischer Jugend veranstaltet am nächsten Mittwoch um 20 Uhr im Rathaussaal einen Diskussionsabend über das Thema: „Demokratie — eine überlebte Staatsform? ßri' T ’ ff, ,“i Ihr Berater Pi , 0 ^ 0 P B G HAUPISTB- beim Kamerakauf Wird die Politik in der Demokratie wirklich vom Volk gemacht?“ Zu diesem Abend sind außer den Mitgliedern alle politisch interessierten Jugendlichen eingeladen. Aerzte-Sonntagsdienst. Dienstbereit sind ab heute 12 bis morgen 24 Uhr: Frl. Dr. med. Gaß, Tel. 1386, und Dr. med. Herr, Tel 2151. Dieselben Aerzte sind auch am Mittwoch von 12 bis 24 Uhr dienstbereit, sofern der Hausarzt nicht zu erreichen ist. Apotheken-Sonntagsdienst. Dienstbereit ist ab heute 12 Uhr die Adler-Apotheke. Ortenberger Markthalle erhält Umfassungsmauern Marktplak und Zufahrtsstraßen sollen Teerdecke erhalten Ortenberg (s). Man ist zur Zeit bei der Arbeit, -Umfassungsmauern an der Markthalle aufzubauen. Gegen Norden wird die Halle teilweise erweitert, um Platz zu bekommen zur Lagerung der Kisten und Körbe. Eine geschlossene Halle, wie man sie auch andernorts hat, dürfte für den Marktverkehr von großem Vorteil sein. Um das Obst vor dem Staub zu schützen, dürfte es sich empfehlen, den Weg und den umliegenden Platz bei der Halle zu teeren. Schon auf der Anfuhrstraße, der die Teerdecke fehlt, entwickelt der Autoverkehr einen Staub, der sich mit dem Marktgeschäft nicht gut verträgt. Wenn die Kosten zwischen der Marktgenossenschaft und der Gemeinde geteilt würden, könnte auch hier eine Teerdecke angebracht werden. Ein solch sauberer Zufahrtsweg und Platz wäre auch mit Rücksicht auf die Veranstaltungen, die dort abgehalten werden, zu begrüßen. Generalversammlung der Feuerwehr Ortenberg (s). Die Generalversammlung der Feuerwehr fand am 16. März in der Weinstube Schilli statt. Der Versammlung ging eine Feuerlöschprobe voraus. Diesmal war ein Brandfall im hinteren Freudental angenommen worden, wobei das Löschwasser aus dem vorbeifließen- öen Bach entnommen ‘werden mußte. Der Ablauf der Probe hat durchaus befriedigt. Nach der Eröffnung der Versammlung gab Kommandant Buchert einen Jahresrückblick und hob anerkennend die Unterstützung durch die Gemeinde hervor. Den Kassenbericht gab Kassier Josef Friedmann. Der Schriftführer verlas die Aufzeichnungen über das Vereinsgeschehen im letzten Jahre. Das Sterbegeld wurde wieder auf 50 DM festgesetzt. Karl Isen- ecker und Bartholomä Kiefer wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Es wurden ernannt: Kommandant Franz Buchert zum Brandmeister, Schlecht belohnte Gutmütigkeit eines Landwirts Gengenbacher Straßenräuber fanden milde Richter Die Große Strafkammer Offenburg verhandelte am Donnerstag gegen den 21 Jahre alten Hilfsarbeiter G. H. aus Gengenbach und den gleichaltrigen R- W., gleichfalls Hilfsarbeiter dortselbs! wegen eines am 20. Januar ds. Js. in Gengenbach gemeinschaftlich begangenen schweren Raubüberfalls. Den beiden Angeklagten wurde zur Last gelegt, daß sie an dem genannten Tage nach vorausgegangener Absprache auf dem an der Schwarzwaldbahn- sfrecke entlang führenden Verbindungsweg von der Friedrich- zur Bahnhofsstraße in Gengenbach einen 50 Jahre alten Landwirt aus Reichenbach plötzlich niedergeschlagen hatten, um ihm seinen Geldbeutel zu entwenden. der zu ihrem großen Erstaunen aber nur 1.20 DM enthielt. Während die beiden Beschuldigten im Grunde genommen ihre gemeinsame Tat Zugaben, ergaben sich Widersprüche mit den Aussagen des Ueberfallenen, Ausschlaggebend bei der Sache war der Umstand, daß der überfallene Landwirt sich zu den beiden gesellt hatte, um in seiner Gutmütigkeit dabei behilflich zu sein, den angeschuldigten W.. der sieh vollkommen betrunken stellte, nach Hause zu verbringen. Dies wurde ihm dann ■ damit gelohnt. daß ihm W. nach der Aufforderung, ihm eine Mark zu wechseln, auf den Arm und ins Gesicht schlug, so daß er zu Boden stürzte. -Während sich H. den Geldbeutel sofort aneignete und davonlief, nachdem er den entleerten Geldbeutel auf die Bahngeleise geworfen hatte. schlug W. noch längere Zeit auf den am Boden liegenden, um Hilfe rufenden Landwirt ein, der bei der Verhandlung erklärte, er habe geglaubt, daß seine letzte Stunde geschlagen habe. Darauf ließ er den hilflosen Mann liegen und rannte gleichfalls davon. Um den Angeklagten nicht die im Gesetz geforderte Zuchthausstrafe zuerkennen zu müssen, zumal sie noch jung and. empfahl der Staatsanwalt die Zubilligung mildernder Umstände. Die Große Strafkammer ließ noch einmal Gnade vor Recht ergehen und ging in ihrem Urteil sogar noch unter die im Gesetz vorgeschriebene Mindeststrafe von einem Jahr herunter und zwar einmal, weil die Angeklag- anderen, weil man sie im Hinblick auf ihre Jugend vor dem Zuchthaus bewahren wollte. So kamen beide wegen des gemeinsamen Raubüberfalls mit je 7 Monaten Gefängnis davon. H. erhielt wegen zweier während der Voruntersuchung festgestellter Einbrüche und eines Diebstahls noch weitere 5 Monate. Zuchthaus für Jugendverderber Vor der Großen Strafkammer Offenburg hatte, sich am Donnerstag ein aus Schutterwald gebürtiger, heute in Offenburg wohnhafter Reisevertreter wegen Sittlichkeitsdelikte, begangen an zahlreichen Kindern. zu verantworten. Der 50jährige Angeklagte war dem Gericht kein Unbekannter mehr, denn sein bisheriger Lebensweg war mit nicht weniger als 15 Vorstrafen bepflastert Eine von ihnen, bei der er sich der Abtreibung und fahrlässigen Tötung schuldig gemacht hatte, brachte ihn allein 2’A Jahre hinter schwedische Gardinen. Seine Mitleid heischenden Gebärden auf der Anklagebank, die sich in Weinkrämpfen ausdrückten, mögen vielleicht am Anfang seiner erfolgreichen Karriere“ verfangen haben, diesmal schlugen sie aber ins Gegenteil aus. Zusammengekauert vernahm er die Anklageschrift, die ihn begangener Sittlichkeitsverbrechen an 12—14jährigen Mädchen beschuldigte. Seine moralische und sittliche Verkommenheit. die der Verhandlungsverlauf klar zutage brachte, stempelt den Angeklagten zu einem Jugendverderber ersten Ranges, für den keine Strafe zu hoch sein kann. Staatsanwalt Meier schilderte in seinem Plädoyer nochmals in allen Einzelheiten die scheußlichen Taten des Angeklagten, der sich die Verschwiegenheit seiner Opfer dadurch sicherte, daß er ihnen Geschenke und Geldbeträge aufdrängte. Der Ankläger beantragte eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten. Das Gericht, unter Vorsitz von Landgerichtspräsident Eckert, verurteilte den Angeklagten zu 1 Jahr 8 Monaten Zuchthaus sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren. 2 Monate ten bei der Tat angetrunken waren und zum der Untersuchungshaft werden angerechnet, h. zweiter -Kommandant Karl Berg zum Ober- löschmeister, Richard Vollmer, Franz Karl Kiefer, Franz Sieferie und Erich Vollmer zu Löschmeistern. Fünfzehn Wehrmänner wurden zu Hauptfeuerwehrmännern und zwei zu Oberfeuerwehrmännern ernannt. Zum Schluß wurde der Wunsch laut, wieder' ein Spielmannszug zu bilden. Die ersten diesbezüglichen Schritte wurden bereits in die Wege geleitet. Wir beglückwünschen Ohlsbach (u). Eine allseits beliebte Mitbürgerin M. A. Armbruster. geb. Hauer, vollendet am Samstag das 72. Lebensjahr. Sie ist die Ehefrau des Maurermeisters Lorenz Armbruster. mit dem sie im Juli dieses Jahr die goldene Hochzeit feiern kann. Nach altem Brauch gratuliert Ohlsbach (ü). Die Musikkapelle brachte ihrem Ans dem Harmersba chtal Narrenzunft zog Bilanz Zell a. H. (s) Es Ist üblich geworden, daß die Zeller Narrenzunft jeweils nach der Fastnacht und der damit verbundenen Abwicklung der Geschäfte eine öffentliche Abrechnung gibt; diese fand am vergangenen Dienstag im Gasthaus „Zum Sternen“ statt. Narrenpräsident Wöller erstattete eingangs einen umfassenden Rückblick über die diesjährigen Fastnachtsveranstaltungen und gab dabei vorausschauend der Ueberzeugung Ausdruck, daß Zell a. H., in den kommenden Jahren im Kreise der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte bestimmt ein gewichtiges Wort mitzusprechen hat. Säckelmeister Heizmann gab sodann einen ausführlichen Kassenbericht. Stadtrat Adolf Harter sprach wohl im Sinne aller, als er dem I^arrenrat für die geleistete Arbeit dankte. Präsident Wöller wies hierauf noch auf die Einrichtung einer sogenannten Narrenkammer hin, die unter der Verwaltung von Säckelmeister Heizmann steht. Mit ihr wird es möglich sein, bei sachgemäßer Aufbewahrung nach Jahren auf das eine oder andere Stück zurückzugreifen und so auch noch der kommenden Generation zu dienen. Großer Zustrom von Wallfahrern Zell a. H. (s) Auch in diesem Jahr brachte der St. Josefstag unserem Städtchen einen großen Zustrom an Wallfahrern aus der Umgebung, die den Gnadenort „Maria zu den Ketten“ aufsuchten. Lange Reihen von Verkaufsständen waren an der Straße zur Wallfahrtskirche auf gestellt und auch die Gaststätten hatten für das leibliche Wohl der Fremden vorgesorgt. Hanauerland und Ried Hohes Alter Goldscheuer, (k) Frau Magdalena Kopf, Witwe, geb. Schäfer, vollendet am 23. März ihr 86. Lebensjahr. 1937 konnte die Jubilarin ihre goldene Hochzeit feiern. — Frau Maria Schanz, geb. Guth, aus Marlen, Ehefrau des Hauptlehrers a. D. Hermann Schanz, kann am 25. März auf 73 Lebensjahre zurückblicken. Wir gratulieren! Rascher Tod Altenheim (r). Nach kurzer Krankheit verstarb im Alter von 67 Jahren der. Landwirt Johannes S c h a 11 e r. Bis vor kurzer Zeit war der Heimgegangene noch um das Wohl Vorstand Josef Hermann aus Anlaß seines jder Seinen aufs beste besorgt. Ein Sohn des Namenstages ein wohlgelungenes Ständchen Anderen Trägem de® Namens Josef wurde „gespengelt“, d. h. mit allerlei Blechgeschirren eine geräuschvolle Ovation dargebracht, die nach altem Volksglauben die Unholde verscheuchen sollte. Auch diese Art des Glückwünschen« wird mit kleinen Gaben verlohnt. Verstorbenen kehrte aus dem Krieg nicht mehr heim und auch die treue Gattin ging ihm im Tode voraus. — An einem Herzschlag verstarb mit 56 Jahren Bruno Sirwatzki. Aus der Heimat vertrieben, fand er hier seine zweite Heimat in der er leider nicht allzulange^ verweilen durfte. 10 Kleinwohnungen im alten Gemeindehaus Fruchtbare Diskussion in der Berghauptener Bürgerversammlung Berghaupten, (a) Das bis auf den letzten Platz gefüllte Gasthaus „Zur Krone“ war ein erfreulicher Beweis für das allgemeine Interesse an der Bürgerversammlung bzw. an den Aufgaben und Problemen unserer Gemeinde. Bürgermeister Bruder hieß alle Bürger willkommen und gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß Ministerialrat Laiser, Freiburg, seinen angekündigten Besuch abgesagt hätte. Im Rahmen der Tagesordnung stand die Erschließung von Baugelände an erster Stelle. Die von der Gemeinde vorgesehenen Bauplätze in Fortsetzung Ortsausgang Linde- Gengenbach stehen dem Plan des Ministerialrats Laiser entgegen, weil Herr Laiser das Gelände an der alten Straße zu Bauplätzen ausersehen haben soll. Eine rege Diskussion folgte mit der allgemeinen Forderung, diese Frage vorerst zurückzustellen. der Wohnraumversorgung. Im Zuge des Umbaues des alten Gemeindehauses sollen 10 Kleinwohnungen errichtet werden. Dieses Bauvorhaben wurde allgemein mit Genugtuung aufgenommen. In Verbindung damit steht das Vorhaben der Gemeinde, Farren- stall und Spritzenhaus neu zu erstellen. Die Fragen des Bürgernutzens und der Feuerschutzabgaben bildeten besonders Anlaß zu regem Meinungsaustausch. Zunsweiers Altersjubilare Zunsweier (f). Das hohe Alter von 79 Jahren erreichte am 21 März Adolf Scherer, den 75. Geburtstag feiert am 25. März Karolina S c h ü 1 y , geb. Siefert, am gleichen Tag wird Sofie Vetter, geb. Hummel, 70 Jahre alt, am 26. März begeht Friedrich Fehrenbach sein 77. Wiegenfest. Wir gratulieren. Im hohen Alter gestorben Den zweiten Punkt bildete die öffentliche Gemeindewaage, die seit einiger Zeit stillgelegt ist. Die Mehrzahl der Bürger sprach sich für eine Neuanschaffung und gegebenenfalls I Zunsweier (f). Im Alter von 88 Jahren ver- für einen günstigeren Standort der Waage aus. starb der Rentner August Arndt. Er war Der weitere Verlauf der Versammlung galtlHeimatvertriebener aus Ostpreußen. Erste Generalversammlung in der eigenen Halle Musikverein Niedersdiopfheim auf einem anerkannten Leistungsstand Niederschopfheim (b). Am Sonntag hielt der Musikverein in der neuen Harmoniehalle seine Generalversammlung ab. Vorstand Veid begrüßte die gut besuchte Versammlung und gedachte der verstorbenen Mitglieder. Schriftführer Albert Bauer gab einen aufschlußreichen Geschäftsbericht, besonders über den Hallenbau. Nochmals wurde allen Mithelfern am Gelingen des Baues gedacht. Alfred Ehret gab den mit großem Interesse erwarteten Rechenschaftsbericht. Er und der Vorstand gaben Erläuterungen dazu. Der Vorstandschaft und dem Rechner wurde von der Versammlung für ihre musterhafte und opferbereite Arbeit Entlastung erteilt Die Halle steht, wenn auch noch manches fehlt. Die Finanzierung ist gesichert, kein Mitglied wird dadurch belastet. Die Halle steht gegen angemessene Vergütung der Allgemeinheit jederzeit zur Verfügung. Die Kapelle wird ihren beachtlichen Leistungsstand beibehalten, was durch die unermüdliche Arbeit des Dirigenten Möschle verbirgt wird. Kolpingsfamilie bleibt bestehen Niederschopfheim, (b) Im Gasthaus „Zum Adler“ fand am Abend des Josefstages die Generalversammlung der Kolpingsfamilie statt. eine Aussprache über die Frage, ob die Kolpingsfamilie weiter bestehen soll. Diese wurde bejaht. Die Mitglieder wollen in Zukunft mitarbeiten und so die Ziele der Vereinigung unterstützen. Bei der Wahl des Vorstandes gab es einige Aenderungen, Senior wurde Franz Schilli, Schriftführer Erwin Kopf, Rechner Albert Bauer, Altsenior Ludwig Zapf Wir ehren das Alter Schutterwald, (j) Die Heimatvertriebene, Frau Hedwig Tiedtke geb. Witt, vollendet am 22. März das 70. Lebensjahr. Im Ortsteil Langhurst wird Frau Viktoria Oßwald geb. Junker am 23. März 76 Jahre alt. An Wundstarrkrampf gestorben Ichenheim, (r) Als dritter Toter des Jahres wurde der einzige Sohn Bernd des Friseurmeisters Heinrich Jäger im Alter von erst 11 Jahren zu Grabe getragen. Er war an einer an und für sich unbedeutenden Verletzung, die er sich durch einen Sturz auf der Straße zugezogen und die innerhalb kurzer Zeit zum Wundstarrkrampf geführt hatte, gestorben. Eine große Anzahl Trauernder begleitete den Jungen zur letzten Ruhe. Mögen die warmen und trostreichen Worte des Ortsgeistlichen den schwer geprüften Eltern ein Nach den üblichen Jahresberichten begann Trost in ihrem großen Leide sein. Samstag, 22. März 1952 200 Läufer starten in Rammersweier Kreiswaldlaufmeistersdiaften finden Irotj Maul- und Klauenseuche statt Rammersweier, (b) Am morgigen Sonntag werden sich die Turner des Kreises zu ihrem ersten größeren Kräftevergleich in diesem Jahr auf den Rietacker (Rammersweier) in der Nähe des Waldrandes stellen. Dort werden die Kreiswaldlaufmeistersdiaften ausgetragen. Schon Turnvater Jahn hatte erkannt, wie wichtig der Waldlauf für einen Sport ist, gleich welcher Disziplin. Er ist die Grundschule einer jeden Sportart. Nach bisher vorliegenden Meldungen starten über 150 Läufer. Es wird aber mit 200 gerechnet, die an den Start gehen, das sind dreimal so viel wie letztes Jahr. Besonders die Jugend stellt zwei Drittel der Läufer. Wir wollen in diesem Zusammenhang noch auf besondere Umstände hinweisen. Durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Rammersweier war die Veranstaltung in Frage gestellt. Nur weil die Wettkämpfe außerhalb des Dorfes ausgetragen werden, ist es möglich, sie abzuhalten. Die anschließende Bekanntgabe der Sieger findet nicht, wie ursprünglich vorgesehen, im Gasthaus „Blume“, sondern auf dem Sportplatz statt. Um 14 Uhr beginnen die 14 Läufe am Rietacker. Für Umkleidegelegenheit ist auf dem Platz gesorgt. Das Dorf selbst braucht also nicht betreten werden. Der Rietacker hegt ungefähr 500 Meter vom Dorfeingang in Richtung Durbach an der rechten Straßenseite. Die Schirmherrschaft hat der Südbadische Leichtathletikverband. Die Gesamtleitung liegt bei Kreissachbearbeiter Hans Lamm- Große Beerdigung Nesselried, (v) Am Mittwoch wurde der im jugendlichen Alter von 22 Jahren an einem Herzschlag verstorbene Alois M e e 1 unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Musik, Feuerwehr und Gesangverein gaben ihm das letzte Geleite. Kränze wurden niedergelegt von den Schulkameraden, dem Vorstand des Gesangvereins und dem stellvertretenden Kommandanten der Feuerwehr. Schwerer Verkehrsunfall Appenweier, (v) Ein Verkehrsunfall ereignete sich am Donnerstagmorgen auf der Bundesstraße am nördlichen Dorfausgang. Ein Radfahrer aus Urioffen wollte von der Bundesstraße nach links in die Poststraße einbiegen. Hierbei wurde er von einem von hinten kommenden Motorradfahrer, der überholen wollte, erfaßt. Beide Fahrer wurden zu Boden geschleudert. Der Radfahrer kam mit leichteren Verletzungen davon, während der Motorradfahrer mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus' verbracht werden mußte. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt, soll aber beim Radfahrer liegen, der die Aende rung der Fahrtrichtung nicht angezeigt haben soll. Ein Storchennest bewohnt Appenweier, (v) Unsere Freunde Adebar haben auf dem neuen Schulhaus Wohnung genommen. Der Storchenvater ist schon einige Zeit hier, die Strochenmutter ist dieser Tage eingetroffen. Es hat für sie einen Kampf gekostet, ihre Wohnung gegenüber anderer Storchenfamilien zu behaupten. Das zweite Storchennest auf dem Sägewerk Jakob Baumann ist bis jetzt noch nicht bewohnt. „S’ Kalischte Guschtl“ zu Grabe getragen Urioffen, (h) Ein großer Leichenzug begleitete den nach schwerer Krankheit heimge- gangenen Handelsmann August Trautmann zu Grabe. Trautmann, von der Natur stiefmütterlich behandelt, entwickelte trotz allem in seinem Leben eine erstaunliche Vitalität, und er verstand es, seinen Großhandelsbetrieb nach den Erfordernissen der Gegenwart zu führen. Erst als die Krankheit ins kritische Stadium trat, vermochte sie den Unermüdlichen zu beugen. Mit ,,'s’ Kalischte Guschtl“ ist wiederum ein origineller Charakter aus der Gemeinschaft geschieden. — Auf das am morgigen Sonntagabend im „Posthorn“ stattfindende große Frühlingskonzert der Musikkapelle wird nochmals hingewiesen. Nur eine Eheschließung Griesheim, (g) Im Monat Februar wurde nur eine Eheschließung in das Standesregister eingetragen und zwar Helmut Friedrich Hartmann, Kraftfahrer, und Reinhilde Elisabeth Renz aus Appenweier. Geburten und Sterbefälle waren keine zu verzeichnen. — Josef Brischle feierte dieser Tage seinen 75. Geburtstag; Landwirt Karl Allgeier wurde 74’ Jahre alt. Wir wünschen noch einen gesegneten Lebensabend. Den Toten der Weltkriege zum Gedächtnis Einweihung eines Kriegerehrenmales in Weier Weier (o). Wohl als eine der ersten Gemein- Schöpfer des Ehrenmals, Herrn Ostberg, und den hat Weier seinen Gefallenen des letzten Krieges ein Denkmal gesetzt, das am Sonntag eingeweiht wurde. Geistl. Rat Wacker griff vor einem Jahre den Plan auf, das alte Chörle unter dem Kirchturm zu einer würdigen Krie gergedächtniskapelle umzugestalten. Doch dann kam man auf den Gedanken, das Ehrenmal ar der Außenwand der Kirche, rechts neben dem Hauptportal aufzustellen. Nach Vorlage von Zeichnungen kam man überein, dem Bildhauer Ostberg in Offenburg die Ausführung zu übertragen. Die Bevölkerung hatte durch Spenden die Kosten bald aufgebracht. Am vergangenen Sonntagnachmittag wurde das schöne Ehrenmal nun eingeweiht. Vor der Weihe war in der Pfarrkirche eine kirchliche Andacht, bei welcher Pfarrer Müller aus Windschläg predigte. Er zeigte den Kirchenbesuchern auf, was das Ehrenmal mit einem Bück in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zuk 'nft zu sagen hat. Der Kirchenchor verschönte die Feier durch passende Chöre Anschließend fand die kirchliche Weihe des Ehrenmals statt. Vor demselben war ein Sol datengrab mit Birkenkreuz angelegt, das von Kriegerwitwen in sinnvoller Weise mit Blumen geschmückt war. Kirchenchor und Ge sangverein umrahmten die Feier mit ergreifenden Liedern. Geistlicher Rat Wacker sprach zuerst Worte des Dankes an die Bevölkerung. Passende Gedichte, vorgetragen von Kriegerwaisen, wechselten mit Liedweisen und Ansprachen ab. Bürgermeister Leible dankte ir seiner Ansprache den Spendern und dem legte im Namen der' Gemeinde einen Kranz nieder. Hauptlehrer Schott sprach im Namen der Angehörigen der Gefallenen beider Kriege, und Vorstand Franz Anti legte im Namen der Kriegshinterbliebenen und Kri.gsopfer einen Kranz nieder. Erich Kern sprach im Namen der Heimkehrer und schmückte das Kriegergrab mit einem herrlichen Kranz. Weitere Kränze wurden niedergelegt vom Gesangver- Betrügerisches Ehepaar Zunsweier. In der Zeit vom 13. bis 17. März hat ein angebliches Ehepaar in einer hiesigen Gaststätte übernachtet und ist am 17. März, ohne seine Zeche zu bezahlen, flüchtiggegangen. Es wurde vier Tage später festgenommen. Es stellte sich heraus, daß der angebliche Ehemann vor längerer Zeit aus dem Gefängnis in Freiburg entwichen ist. Nach den bisherigen Ermittlungen kommen die Festgenommenen für weitere Betrügereien in Betracht. ein, Radfahrerverein, Sportverein, Turnverein und von der Volksschule. Zum Schluß erklang vom Gesangverein das Lied vom guten Kameraden. Das Denkmal besteht aus drei Teilen, ist aus hellem Sandstein gefertigt und hebt sich von der roten Sandsteinwand schön ab. Der mittlere Teil stellt in einem Relief den hl. Georg dar, wie er den Drachen tötet. Auf dem Konsol ist die Widmung der Gemeinde eingemeißelt. Rechts und links davon sind Tafeln mit den Namen der siebzig Gefallenen und Vermißten der beiden Weltkriege angebracht. In der nächsten Umgebung des Ehrenmals stehen das alte Friedhofkreuz und die neuerbaute Lourdesgrotte. Wenn die geplante Anlage fertiggestellt ist, besitzt Weier ein Schmuck auf den die Gemeinde stolz sein darf. Wir beglückwünschen Weier (v). Am 18. d. Mts. kann Josef N e f f seinen 77. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist noch außergewöhnlich rüstig, so daß er noch alle seine landwirtschaftlichen Arbeiten verrichten kann. • ! Umstrittener Wechsel des Vereinslokals Lebhafte Generalversammlung des Turnvereins Bühl - Vorstand wiedergewählt Bühl, (r) Die Generalversammlung des hiesigen Turnvereins wurde im Gasthaus „Zum Anker“ abgehalten. Auf der Tagesordnung standen zwei überaus wichtige Punkte: Vor- standswahl und Vereinslokalwechsel, besser: die Bestätigung des bereits durchgeführten Vereinslokalwechsels durch die Generalversammlung. Das Vereinslokal und der Turnraum befand sich seit Jahrzehnten im Gasthaus „Z. Krone“, ein Lokalwechsel konnte daher nur mit vorheriger Zustimmung einer Generalversammlung durchgeführt werden. Diese Auffassung, welche ein Großteil der Anhänger des TV sich zu eigen gemacht hatte, wurde nun mit mehr oder weniger Temperament von den einzelnen Rednern vertreten, welche die eigenmächtige Handlungsweise des Vorstandes mißbilligten. Selbst Bürgermeister Lurk warnte vor übereilten Entschlüssen, zumal das Gasthaus „Zum Der OFV vor leichter lufgabe? Das 5:1 In der Vorrunde möchte es besagen Diesmal dürfte der OFV von allen Spitzenvereinen die verhältnismäßig leichteste Aufgabe erwischt haben, so daß mit Hilfe von 1844 Freiburg und Kuppenheim und etwas Glück an diesem Sonntag, die Führung weiter gefestigt werden könnte. Baden- Baden hat den SC 1844 Freiburg zu Gast; aber nach der deutlichen Vorspielniederlage (4:2) und dem mageren 0:0 in Gutach die Punkte noch nicht in der Tasche; ebenso dürfte es der VfL Konstanz sehr schwer haben, gegen das seit 8 Wochen ungeschlagene Kuppenheim zu einem Erfolg zu kommen. Der OFV empfängt den FC Gutach, den er in der Vorrunde in Gutach mit 5:1 recht deutlich abfertigen konnte. Allerdings fehlten den Gastgebern damals einige unersetzliche Spieler, die diesmal aber mit von der Partie sind und somit dürfte es Gutach dem OFV schon schwerer machen, um so mehr, als der Gästesturm ebenfalls über 50 Treffer bisher erzielen konnte. Der OFV spielt in der Aufstellung: SchilU; Hederer, Müller; Herold. Rabold, Armbru- ster; Stäbler, Kopp, Kubon, Klingert, Bittner. Burgert. 16.15 Uhr: OFV AII-Jgd. — Appenweier Jgd. Im Vorspiel empfangen die Reserven den SV Nußbach. Beginn 12.45 Uhr. Aufstellung: Heitr: Ritter, Burgert; Hauser. Fritz, Obbrecht: Küpferle, Steiner. W. Vogel. Fries, Schneider. Die Tn* Mannschaft spielt in Peterstal. Dt. Das letzte Heimspiel des SC Offenburg Das letzte Heimspiel des SC findet morgen auf dem Sportplatz in Hildboltsweier gegen den SV Bohlsbach statt. Die Gäste werden alle Kraft ein- setzen, um die 0:5-Niederlage auszuwetzen. Der Sportclub aber hat sich zu überlegen, ob er die für ihn wertvollen Punkte mit tändelndem Spiel verschenken will. Noch ist praktisch in der Meisterschaft nicht die letzte Entscheidung gefallen, da auch für den Spitzenreiter Oppenau mit seinem beim letzten Heimspiel noch ein Knüppel im Wege Hegen kann. Bohlsbach wird versuchen, seinen 5. Tabellenplatz zu verbessern, ein spannendes Spiel ist also zu erwarten, Spielbeginn 14.30 U v * r> Vorspiel 18 Uhr. -WA- Äus dem Sportbezirk Offenburg A-Klasse. Staffel Nord: Auenheim — Fautenbach; Appenweier — Freiste« Zusenhofen — Kork; Legelshurst — Leutesheim; Kehl II — Willst*«: Offenburg n — Nußbach; Bodersweier — Urioffen. B-Klassc, Staffel Offenburg: Lautenbach — Ebersweier: Durbach —* Oopenau; Bad Peterstal — Offenburg III; SC Offenburg gegen Bohlsbach; Ulm — Oberkirch II. B-Klasse, Staffel Hanauerland: Diersheim — Rhetnbischofsheim: Sundheim gegen Goldscheuer; Hesselhurst — Sand; Altenheim gegen Eckartsweier; Linx — Honau. A-Klasse, Staffel Süd; Berghaupten — Lahr II: Snvgg. Lahr — Schutterwald; Waltersweier — Kürzell: Schiltach — Hausach Zell — Elgersweier; Zunsweier — HeiligenzeH: Weier gegen Ichenheim. B-Klasse, Staffel Lahr: Allmannsweier gegen Altdorf; Mietersheim gegen Rust; Sulz —Dundenheim; Kinnenheim — Niederschopfheim; Friesenheim — Oberschopfheim* B-Klasse, Staffel Kinzigtal: Oberwolfach — Nordrach: Diersburg — Biber«ch; Wolfach II — Hausach II; Ortenberg — Steinach; Gengenbach — Oberharmersbach. SV Zunsweier — SV Heiligenzel! Der sonntägliche Gegner Heiligenzell wird auf dem Waldsportplatz in Zunsweier mit einer kampfkräftigen Elf antreten. die es im Vorrundenspiel fertig brachte, den Zunsweierern mit einem 3:3 in den letzten Minuten einen Punkt abzunehmen. Die SVZ-Eli» die ihre Verlustpunkte fast durchweg an Vereine der mittleren und unteren Tabellenhälfte buchstäblich verschenkte, weiß, was in den kommenden Treffen auf dem Spiele steht, wenn es gilt, die derzeitige Tabellenposition zumindest zu behalten. Sie darf den sonntäglichen Gegner nicht leicht nehmen, wenn nicht wieder einmal eine unliebsame, unangenehme Ueberraschung eintreten soll. Es ist bestimmt damit zu rechnen, daß die Gästeelf, die erst am vergangenen Sonntag gegen das spielstarke Waltersweier einen glatten 2:0-Sieg erfocht, ernsten Widerstand leisten wird. Beginn 14.30 Uhr. Vorspiel: TI. Mannschaften beider Vereine 12.45 Uhr. Zum Schluß: Zunsweier A-Jugend — Gengenbach A-Jugend 16.15 Uhr. Zell I — Elgersweier I Papiermäßig gilt Elgersweier als Favorit, zumal der ZFV in den letzten 2 Spielen ganz deutliche Niederlagen einstecken mußte. Das Vorspiel ging zwar für Zell verloren, muß aber wiederholt werden. Gerade der sonst beste Mannschaftsteil, die Hintermannschaft, einschließlich Torhüter, sind augenblicklich vollkommen außer Tritt. Einen schuß- starker Sturm hat der Gastgeber ja noch nie besessen. Trotzdem hofft man zuversichtlich den augenblicklichen Tabellenplatz beibehalten zu können. Zu dem Spiel am Sonntag, gegen einen Gegner wie Elgersweier, ist nicht viel zu sagen. Wenn die Hintermanschaft ihr früher gewohnt sicheres Spiel wieder findet, dürfte jedoch ein Unentschieden nicht von der Hand zu weisen sein. Das Vorspiel bestreiten die beiden 2. Mannschaften. -Heinle- Zusenhofen — Kork Ein spannendes Tteffen wird am Sonntag in Zusenhofen zu erwarten sein, wo sich Kork als Gast vorstellt. Die Gäste, die sich anscheinend wieder erholt haben, werden es den Einheimischen nicht gerade leicht machen. Die Platzelf wird auch nicht so ohne weiteres Punktlieferant spielen wollen, denn der Sieger aus diesem Treffen kann seine Position weiter festigen. Demzufolge ist mit einem interessanten Kampf zu rechnen. er Waltersweier I — Kürzel! I ' Das Spiel am Sonntag in Heiligenzell sollte Waltersweier gezeigt haben, daß man Mannschaften vom Tabellenende nicht zu leicht nehmen darf. Wenn es seine Position weiterhin halten will, muß von der Platzelf eine weitaus bessere Leistung wie Segen Heiligenzell erwartet werden. Auch Kürzell wird versuchen, sein mageres Punktkonto etwas zu verbessern. Ein Ueberraschungssieg der Gäste ist daher nicht ausgeschlossen. lz. Der Tabellenzweite gastiert in Ortenberg Ortenberg I — Steinach I Am Sonntag stellt sich um 14.30 Uhr die T. Mannschaft des SV Steinach zum fälligen Pflichtspiel in Ortenberg vor. Die Gäste waren schon immer ein harter Gegner für Ortenberg, und konnten sich in dieser Spielsaison hinter Ortenberg den zweiten Platz in der Tabelle sichern Obwohl es dem Gastgeber im Vorspiel gelang, Steinach durch einen 4:0- Sieg beide Punkte abzuknöpfen, dürfte dies für dieses Treffen kein Maßstab sein, danach den Gegner zu beurteilen; denn Steinach bewies gerade in den letzten Spielen wieder sein Können. Wir gehen nicht fehl in der Annahme, daß sich die tapfere Elf des SV Ortenberg wieder von der besten Seite zeigt und ihre Zuschauer in jeder Hinsicht zufrie- denetellt. (bü) Berghaupten I — Lahr II Der morgige Gegner, der einen guten Tabellenplatz einmmmt. wird bestrebt sein, seinen Vorrundensieg in Berghaupten zu wiederholen. Berghaupten, das wieder mal geschwächt den Kampf antreten muß, ist durch Wegzug seines Halbrechten. Walter Geppert, und Mittelstürmer Korn, der pausieren muß, schwer gehandicapt. • Es ist zu hoffen, daß sich Berghaupten trotz allem zusammenfindet, um wieder zu Punkten und Sieg zu gelangen. -a- s Vorschau auf die B-Klasse Staffel Offenburg- Renchtal Mit Ausnahme des Unentschieden, das Ulm in Bohlsbach erzwang, trafen am letzten Sonntag die erwarteten Ergebnisse ein. Windschläg unterstrich mit einem 8:0-Kantersieg in Ebersweier deutlich seine Anwartschaft auf den zweiten Tabellenplatz, den ihm nur noch der SC Offenburg, der ein Spiel weniger ausgetragen hat, streitig machen könnte. Oppenau sicherte sich in letzter Minute den Sieg gegen Lautenbach, das durch die Niederlage auf den vierten Tabellenplatz zurückfiel. Der Tabellenführer hat nur noch ein Auswärtsspiel in Durbach auszutragen, das er zu seinen Gunsten entscheiden sollte, wenn auch dort auf dem kleinen Platz die Trauben sehr hoch hängen. Diese Begegnung wird morgen auch die endgültige Entscheidung über die Staffelmeisterschaft bringen, denn der Sportclub Offenburg und Windschläg, die mit 5 bzw. 4 Spielen im Rückstand sind, können Oppenau aus eigener Kraft nicht mehr einholen. Lautenbach empfängt Ebersweier und muß als Favorit angesehen werden. Tn Bad Peterstal gastiert Offenburg m, dieses Treffen muß als offen bezeichnet werden, da die Gastgeber auf eigenem Gelände nur schwer zu schlagen sind. Der SC Offenburg erwartet Bohlsbach, das er schon im Vorspiel 6:0 überfuhr, eine Wiederholung dieses Sieges ist zu erwarten. Die Oberkircher Reserven reisen zum Nachbarn Ulm. dessen Soiel- stärke sich beachtlich verbesserte, die Gäste dürften auf starken Widerstand stoßen. -ako- Tabellenführer in Durbach SV Durbach I — TuS Oppenau I Im letzten Heimspiel der Verbandsrunde erwartet man im Weinort den Tabellenführer Oppenau. Im Hinspiel bot der SV Durbach seine bisher schwächst* Leistung und wurde dementsprechend hoch mit 8:1 überfahren. Am Sonntag wird die Mannschaft voraussichtlich mit stärkster Besetzung antreten, so daß es Oppenau nicht so leicht haben wird, zu einem Punktsieg zu kommen. Der Tabellenführer darf diese Begegnung auf keinen Fall verlieren, wenn seine Position nicht durch die hartnäckigen Verfolger Windschläg und SC Offenburg gefährdet werden soll. Der Gastgeber wird iedoch alles daransetzen. ehrenvoll abzuschneiden. Ein geteilter Erfolg wäre Iedoch schon eine Sensation. Im Vorspiel treffen die'beiden zweiten Garnituren aufeinander. -wd- Appenweier I — Freiste« I Eine als etwas unglücklich anzusehende Terminliste läßt Freiste« zum dritten Mal ln ununterbrochener Folge auswärts antreten. Appenweier galt zu Beginn als Geheimtip, hat aber an Boden verloren und liegt zur Zeit auf dem fünften Tabellenplatz. Der Neuling hat sich also sehr wacker geschlagen. Die Hanauer Gäste verloren ihr Spiel in Kork am vergangenen Sonntag zweifellos nicht ganz; verdient, gestalteten sie doch zeitweise das Soiel- geschehen überlegen. Eine Prognose *ür die Begegnung ist schwer zu stellen, da die Gäste für eine Überraschung gut sind. OFV-Handballer starten in die Rückrunde Ohlsbach I — OFV I OFV II — Mietersheim I Nach zwei mehr oder weniger geglückten Probe* soielen startet nun die OFV-Handballabteilung mit zwei Mannschaften in die Rüderunde der Punkte- sniele. OFV T tri« gegen den sich gut haltenden Neuling Ohlsbach auswärts an. In der Vorrunde siegten die Rot-Weißen zwar unangefochten mit 10:5 Toren, doch hängen die Trauben in Ohlsbach wesentlich höher. Das mußte auch Altenheim anerkennen, als es recht glücklich mit 7:4 die Punkte entführen konnte, nachdem es bis zur Pause noch mit 2:3 im Rückstand lag. Für die OFVler ist Ohlsbach als ein nicht ernst genug zu nehmender Gegner. Deshalb tri« die Mannschaft auch in ihrer derzeitig stärkster Besetzung an, auf deren Absdinei- den nach der Winterpause man gespannt sein darf. Aufstellung: Gießler: Spinner. Winter: Herzig. Metzler, Stickel; Maser, Rexter, stolzer, Köpnik, Fischer. Anker“ in diesen Tagen einen neuen Wirt bekommt und nach eventueller Herrichtung des Tanzsaales die Weiterdüldung des Turnvereins in diesen Räumlichkeiten in Frage gestellt sein könnte. Wohin dann? Der Wunsch vieler, eine gemeindeeigene Vereinshalle zu bauen, wurde vom Bürgermeister mit der Begründung abgelehnt, daß kein Platz und keine Mittel für diese Zwecke vorhanden seien. Bei der nun folgenden Vorstandswahl wurde fast die gesamte Vorstandschaft wiedergewäljlt; die Zukunft wird zeigen, ob der bereits be- schrittene Weg der rechte war. Zum Schluß sei noch gesagt, daß bei derart wichtigen Auseinandersetzungen und bevorstehenden Beschlüssen, die das gesamte Dorf angehen, zumindest die Vorstände sämtlicher in Bühl bestehenden Vereine und Verbindung gen anwesend sein müßten. Die n. Mannschaft hat gegen Mietersheim I einiges wettzumachen. Bekanntlich zog sie im Vorspiel recht deutlich mit 8:15 Toren nicht, nur den Kürzeren, sondern mußten seit Bestehen der Elf di« bisher höchste Torquote hinnehmen. ehe. 12.15 Uhr: OFV II — Nußbach Handball-Bezirksklasse Offenburg Ohlsbach — Offenburg; Meißenheim — Ottenheim; Reichenbach — Seelbach Mit drei Begegnungen wartet die Bezirksklasse am morgigen Sonntag auf. Offenburg, das zum ersten Male in die Rückrundenspiele eingreift, wird in Ohlsbach seine Visitenkarte abgeben und müßt« die Oberhand behalten. Offen dagegen ist der Lokalkampf Meißenheim — Ottenheim. Seelbach, das in Reichenbach antritt, müßte beide Punkte mit nach Hause nehmen können. -Ii- Keine Veränderungen in der Tabelle zu erwarten Die Spiele der Handball-Kreisklasse: Offenburg — Kehl. Der kommende Sonntag scheint in der Tabelle keine wesentlichen Veränderungen zu bringen. In Kork tritt Zunsweier an und wird nach den Erfolgen der letzten Sonntage als klarer Sieger das Feld verlassen. Aus den Spielen Willstätt — Urioffen und Altenheim II — Marlen dürften die Gastgeber als Sieger hervorgehen. In Griesheim ist Hofweier zu Gast und dürfte ohne allzu große Mühe dem pausierenden Tabellenführer um 2 Punkte näher kommen. # Ringen: Gottmadingen — Urioffen 4:3 Die Urioffener Ringerstaffel weilte am Sonntag in Gottmadingen zum fälligen Verbandsringkampf, den die Männer vom Hochrhein mit 4:3 gewinnen konnten. Fliegengewicht: Während der junge Stök- kel R. (U) das nötige Gewicht nicht bringen konnte, war Mattes (G) zu jung. Der folgende Kampf wurde daher als Freundschaftskampf gewertet. den der Urioffener nach 6 Minuten durch Hammerlock gewann. — Im Bantam wurde S. ;. Öckel (U) überlegener Punktsieger über Woemer (G) nach 15 Minuten. Ebenfalls nach 15 Minuten wurde im Federgewicht Jenne (U) in zähem Kampfe gegen Knirs (G) Arbeitssieger. — Im Leichtgewicht brachte R. Schneider (U) nach 3 Minuten Rappel (G) durch Hüftzus auf d-ie Schulter. — Im Weltergewicht brachte E. Wömer (U) Högele (G) mehrmals an den Rand einer Niederlage. Seltsamerweise wurde der Gottmadinger nach 15. Minuten zum Punktsieger erklärt. — Im Mittelgewicht mußte sich E. Leible (U) nach 7 Minuten Hirt (G) durch Rückreißer beugen. — Im Halbschwergewicht unterlag E. Schneider (U) gegen Tautermann (G) nach 4 Minuten durch Hammerlock. — Tm Schwergewicht lieferten sich die beiden Börsig einen harten Kamnf. bei dem der junge Börsig (G) über seinen Onkel. Hans Börsig (U). zum Punktsieger nach 15 Minuten erklärt wurde. Die Kämpfe standen unte r Leitung von Kampfrichter Stief, Konstanz. F. F. Tabellenstand der B-Klasse. Staffel Kinrietal Ortenberg Steinach Diersburg Oberharmersbach Biberach Wolfach n Hausach IT Oberwolfach Haslach II Homberg n Nordrach Gengenbach II Offenburcer Taceb'att Chefredakteur- Adolf Kimmtg Verantwortlich« Redaktion: Adolf Klmmlt (Politik)! Franz Josef Marer fBadner Land)- Kart Gle* rKtrt* tnr. Unterhaltung und HeimntbetlAgeV Alois Hürth (Sport): Herbert Buhlet 'Alle ReilseenL Walter Pichert (Landw-Beilage): HeimatteM • Dr Alfred Gafler. . Druck und Verlag A. Reiff * Cie. Offenburg 18 17 0 1 88:23 34 21 14 4 3 80:27 32 20 11 1 8 55:52 23 19 9 3 7 64:41 21 19 9 3 7 36:33 21 19 10 0 9 61:52 20 19 9 1 9 60:50 19 16 7 4 5 48:33 18 17 9 0 8 38:37 18 18 7 1 10 40:48 15 17 2 3 12 20:84 7 20 2 2 16 25:88 6 Sam« tag. 22. Mirz 1952 Bei 14 Wanderungen 3450 km zurückgelegt Aus der Generalversammlung des Schwarzwaldvereins Nordradi Nordraeh. (b) Der Schwarzwaldverein hielt am Josefstag seine Generalversammlung ab. Vorsitzender Josef Spitzmüller begrüßte die Versammelten. Schriftführer Hienerwadel ließ in seinem Geschäftsbericht nochmal» die Ereignisse des vergangenen arbeitsreichen Jahre* vorüberziehen. Er würdigte ganz besonders als verdienten Förderer der Ortsguppe den 1. Vorsitzenden Josef Spitzmüller. Ein besonderes Augenmerk wurde Im letzten Jahr dem Aufbau einer Jugendgruppe gewidmet. Bei 14 Wanderungen wurden insgesamt 3450 Kilometer zurückgelegt. Kassier Ludwig Spinner verlas den Kassenbericht. “Nach der Prüfung der Kasse wurde dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt. Die Ortsgruppe hat im vergangenen Jahr über 32 neue Mitglieder aufnehmen können. Zwanzig Mitglieder wurden mit einer Wanderplakette geehrt. Der besprochene Wanderplan 1952 sieht U. a. die Abhaltung des 30jährigen Stiftungsfestes, verbunden mit der Aufführung des Freilichtspieles „Vogt auf Mühlstein“ an der historischen Stätte auf dem Mühlstein vor. Noch gut abgelaufen Nordrach, (s) Am Josefstag stieß ein hiesiger Motorradfahrer mit einem Pkw zusammen. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt. Personen kamen nicht zu Schaden. 40 Jahre Chauffeur ohne Unfall Nordradi, (s) Unser Mitbürger August Gug- g e n b ü h 1er, Inhaber einer Autoreparaturwerkstatt, kann auf eine 40jährige Tätigkeit als Chauffeur zurückblicken, Mit welcher Vorsicht und sachlicher Kenntnis er fährt, geht am besten aus der Tatsache hervor, daß er bis heute in den 40 Jahren keinen Unfall erlitten oder verursacht hat. Dafür wurde ihm auch als Anerkennung die jüngst gestiftete Ehrenmedaille in Gold verliehen. Alle Hochachtung einem solchen Fahrer! Gottesdienstordnung Katholische Gottesdienste Hl. Kreuz: 8 Uhr Frühmesse; 7.15 Uhr Singmesse mit Predigt; 8 45 Uhr Kindergottesdienst; 10 Uhr feierl. diak. Hochamt mit Predigt und Tedeum au* Anlaß des silbernen Priesterjubiläums des H. H. Stud.-Rat Wilh. Otto Köhler; 19.45 Uhr Fastenpredigt mit Segensandacht. Hl. Dreifaltigkeit: 6 Uhr Frühmesse mit Predigt und hl. Kommunion; 6.45 Uhr Singmesse mit Predigt und hl. Kommunion; 8.15 UhF Hauptgottesdienst, Asperges, Predigt und Singmesse; 10 Uhr Kindergottesdienst mit Predigt. In allen Gottesdiensten werden die Predigten von Missionaren gehalten. 15 Uhr Predigt und Andacht für die Schulkinder; 18 Uhr Predigt und Andacht für die Frauen und Mädchen. 8t. Fidelis: 6.30 Uhr Frühmesse; 8 00 Singrhes- se; 9.15 Kindergottesdienst; 10.30 Hauptgottesdienst. Klosterkirche: 8.00 Uhr Gottesdienst. Berghaupten: Sonntag: 7.30 Uhr Frühgottesdienst mit Gemeinschaftskommunion aller Kinder; 9-30 Uhr Singmesse, Christenlehre für die Mädchen; 1.30 Uhr Andacht; 19.30 Uhr Rosenkranz mit Segen. — Montag: 7 Uhr hl. Messe für gef. Krieger Alfred Brü- derle und Otto Zapf; hl. Messe für Leo Schappacher und Serafine, geb. Späth. — Dienstag {Mariä Verkündigung): 7 Uhr Choralamt der Kinder für die Anliegen der Pfarrei. — Mittwoch: 8 Uhr Gemeinschaftsmesse der Frauen; hl. Messe für Josef Walter und Karollne, geb. Bürkle; hl. Mes-e für Franz Sales Feger und Geschwister.— Donnerstag: 5.45 Uhr Gemeinschaftsmesse der Jugend; hl. Messe für die Verstorbenen des Jahrgangs 1920/21; hl. Messe für Hermann und Karoline Kern und Großeltern. — Freitag: 7 Uhr Kindergottesdienst; hl. Messe für Wilhelm Geppert, bestellt von seinen Schulkameraden; hl. Messe zu Ehren des hl. Antonius in einem Anliegen; 19 Uhr Fastenandacht. — Samstag: 7 Uhr Jahrtags- Seelenamt für gef. Krieger Hermann Geppert im Tal; 18.30 Uhr Salve. Durbach: 7 Uhr Frühmesse, Kommunionsonntag für Schüler; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst; 14 Uhr Nachmittagsandacht; abends Rosenkranz. Gengenbach: 6.00 u. 6.35 Uhr hl. Messen; 7.30 Singmesse u. hl. Kommunion der Schuljugend; 8.45 Predigt u. Amt; 9.15 Singmesse mit Predigt in der Martinakirche; 10.00 Singmesse mit Predigt. Von 11 Uhr an Betstunde bis 16 Uhr; 16 Uhr Fastenpredigt mit Andacht. Nesselried: Wallfahrtskirche „Maria-Hilf“: Dienstag (Mariä Verkündigung): 7 Uhr hl. Messe und hl. Kommunion; 9 Uhr Rosenkranz in allen Anliegen; 9.30 Uhr Predigt, Amt, Segensandacht; Gen.-Abs. 3. Orden. Zell a. H.: Kath, Stadtpfarrkirche: 6 Uhr Beichtgelegenheit; 7 Uhr Frühmesse mit Osterkommunion der Männer, Jungmänner und Kolpingsfamilie; 8 Uhr Schülergottesdienst mit Osterkommunion des 5. und 6. Schuljahres; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst mit Singmesse und Predigt, anschließend Probe für alle Entlassungsschüler u. -Schülerinnen; 19.30 Uhr Fastenpredigt mit Andacht und Segen. — Wallfahrtskirche: 6.30 und 7 Uhr »tllle hl. Messen; 7.30 Uhr Singmesse mit Predigt. Evangelische Gottesdienste Offenburg: Sonntag 9 Uhr Konfirmation der Ostpfarrei mit heiligem Abendmahl — Ev. Stadtkirche; 11 Uhr Kindergottesdienst —■ Paul Gerhardt-Haus; 15 Uhr Konfirmandenprüfung der Westpfarrei — Ev. Stadtkirche. — Dienstag: 20.15 Uhr Männerwerk — Poststraße 16. — Donnerstag: 20 Uhr Bibelstun- de — Paul Gerhardt-Haus; 20 Uhr Mütterabend der Westpfarrei — Poststraße 16. Durbach: 9.30 Uhr Gottesdienst mit anschl. Kindergottesdienst — Schulhaus Elgersweier: 14 Uhr Gottesdienst mit heiligem Abendmahl — Schulhaua. Ortenberg: 17 Uhr Gottesdienst — Schulhaus. Diersburg: 9.30 Uhr Gottesdienst mit Prüfung der Konfirmanden. Niederschopfheim: Gottesdienst fällt aus wegen Konfirmation. Gengenbach: Samstag: 20 Uhr WöChensehluß- feier. — Sonntag: 9.30 Uhr Gottesdienst und Konfirmandenprüfung. Gemeinschaft Innere Mission. Friedenstraße 6 Sonntag: 16 Uhr Bibelstunde; Mittwoch: 16 Uhr Frauenstunde. Zell a. H.: 9.45 Uhr Hauptgottesdienst; 10.45 Uhr Kindergottesdienst. Oberharmersbach: 15 Uhr Evangelisationsvortrag des kriegsblinden Pastors Gies-Mar- burg: „Schweigt Gott?' Biberadi: 15 Uhr Gottesdienst (Rathaus). Evang. Gemeinschaft, Augustastr. 1: Sonntag: 14.30 Uhr Predigt mit Feier des hl. Abendmahls. — Donnerstag: 19.30 Uhr Bibelstunde. Christliche Wissenschaft (Christian Science). Gruppe Offenburg: 9.30 Uhr Gottesdienst; 10.45 Uhr Sonntagsschule, sowie am 2. Mittwoch im Monat um 20 Uhr im Gartensaal des Hotel „Ries“. Prämiensparen Sparkarten abgeben! Alle Prämiensparer der ersten Sparzeit geben bis zum Monatsende (51. März 1952) die Sparkarte bei ihrer Sparkasse ab und erhalten dafUr unentgeltlich die Lose für die 2. und 3. Auslosung. 9. Auslosung am 18. April 1952 Darum versäumen Sie nicht ( die Sparkarte rechtzeitig abzugebenl Im BuäHfebist bsUiBft« sich sack taRsr Anis aizeit schon wsit Mn eins Millira Mmisnspun! FRAGE «M* BEI OER SPARKASSE Anch Sit sollten sich diese Chance nicht entgehen lassen! Teilnahme jedetzett mSglich! Arterienverkalkung und hoher Blutdruck mit ihren quälenden Begleitersdicmuagen wie HerzuarujM Schwindelgefühl, Nenroeitäc» Reizbarkeit, Ohrensausen, Zirkuletiomecorungen, eil gemeiner geistig« und körperlicher Leistungsrückgang werden teil vielen Jabraa dureb Antisklerosin-Dragees bekämpft« AnTuiuromn enthält heilkräftige, blutdruduenkende, herzregulierende Krauterdrogen und -extrakte*eine seit vierzig Jahren bewährte Blutsalz-Kompositiotl sowie Medorutin, das die Aderawände elarmthtr macht Dae iooooofadi erprobte Antisklkaosin greift die Beechwerdefi gl^dlZeltig von mehreren Seiten her wirkungsvoll an. 6o Dragees dm 2.4;, Kurpackung 3 60 Dragees dm tf.80. In allen Apotheken. 12 PS 22 PS 33 PS Landmaschinen aller Art Kramer - Schlepper Gutbrod-, Fahr- und SChllllng- Motormüher Günstige Zahlungsbedingungen R. Waibel Gengenbach Leerzimmer v. alleinst. Herrn ln Offenburg für jetzt oder später gesucht. Off. u. Nr. 4-46 an die ' Gesch. 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Danksagung Für die tröstende Anteilnahme, die uns aus allen Kreisen der Bevölkerung beim Heimgang unserer geliebten, unvergeßlichen Mutter und Oma Frau Lina Farr Filmtheaterbesitzerin :n so liebevoller Weise bekundet wurde, bitten wir, unsem innigsten und tiefgefühlten Dank entgegennehmen zu wollen. Offenburg, den 22. Marz 1952. Fritz Farr Irma Geitz geb. Farr und Anverwandte Schulranzen ^ Bindlarlftr von DM 12.- an ^ ^ lindleder von DM 12.- an Vollrindleder v. DM 18.- an in unerreichter luswahl SM OFFENBURG hauptstr -47 Lederwaren Künstliche Augen fertigt nach der Natur an, am 28. April in Offenburg: Hotel Union A. Heinz Pommer. Karisruho Bahnhofstr. 34, Voranmeldung unbedingt MotormShar Motorspritzen Einachsschlepper Josef Friedmann Landmaschinen, Ortenberg t Todesanzeige Gott der Allmächtige hat meinen lb. Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater. Bruder. Schwager und Onkel Johann Baptist Dold Oberzugschaffner a. D. nach kurzer Krankheit, im Alter von 76 Jahren, zu Sich in die Ewigkeit abberufen. Offenburg, den 20. März 1952. In tiefer Trauer: Katharina Dold Alfred Dold und* Frau Maria, geb. Müller Karl Hagele und Frau Else, geb. Dold und Enkelkind Marianne. 4-52 Die Beerdigung findet am Samstag, vorm. 11 Uhr, statt. ~_4 Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme und Kranzspenden beim Heimgang unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes* und Bruders Alois Meel sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Ganz besonders herzlichen Dank sagen wird dem hoehw. Herrn Geistl. Rat Emil Biell- mann für die trostreichen Worte, für die Kranzspenden und ehrenden Nachrufe der Schul- und Alterskameraden, der Freiwilligen Feuerwehr und des Gesangvereins, für den erhebenden Grabgesang des Kirchenchors und Gesangvereins, sowie der Musikkapelle für die Trauerweisen, und all denen, die dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen haben. Nesselried, den 21. März 1952. Die trauernden Hinterbliebenen Unsere liebe Schwester Paula Köster geb. Müller wurde von ihrem schweren Leiden erlöst. Offenburg, den 21. März 1952. Die trauernden Hinterbliebenen Die Beerdigung findet am Montag, um M3 Uhr, statt. 12-101 Ein gutes Besteck mit schönem Monogramm erfreut das ganze Leben lang, von otedJ Steinstr. 71.Stdc- Luisensfr. 22 ft{ A p. m , der man Bewun- DIB null derung zollt, hat ein Geheimnis: FRAUENGOLD L echt im Reformhaus Boimann Olfenburg, Hauptstraße 72 Haarsorgen! Autgtkörwatfis Hoar eUsenden I Untersuchung Kostenlos. WirkJ.Hilfe bei beginnender Kahlköpfig» kert, Ausfall, Sdiuppen, Stechen, Spotte«; gkaoza loses, sprödes Hoor. Haarkotmat. Labor, Ab».: 161 Frankfurt om Main 1« Postfach 249« Im Reformhaus erhältlich Kostenlose Literatur durch Deutsche Qlbasges. Magstadt b. StgL Für die vielen Glückwünsche anläßlich meines Geburtstages, sage ich allen lieben Bekannten und Geschäftsfreunden herzlichsten Dank. 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Als darauf alles NEIN rief, hat der Schulzahnarzt die Wichtigkeit der täglichen Zahnpflege betont und gesagt: „Richtiges Zähneputzen hilft das Leben der Zähne verlängern.“ Muck und Puck haben schnell begriffen, worauf es ankommt und beschlossen, nicht nur die Mädchen und Jungen, sondern auch die Erwachsenen auf die Notwendigkeit der richtigen Zahnpflege hinzuweisen. Sie haben ihre Mutti gebeten, die Bitalis-Zahnpasta kaufen zu dürfen, putzen ihre Zähne nun morgens und abends und massieren gleichzeitig das Zahnfleisch. Dadurch behalten sie gut aussehende und gesunde Zähne. Die Bitalis-Zahnpasta hat einen erfrischend-würzigen Geschmack, reinigt gründlich und schonend, schäumt gut und hilft den Zahnverfall verhüten. Schwammiges Zahnfleisch wird wieder gefestigt. Zahnbluten hört auf, Entzündungen werden vermieden. Da das Taschengeld unserer lieben Kinder knapp gehalten werden muß, Sie ihre guten Zähne aber doch gern erhalten möchten, stellen wir die Bitalis-Zahnpasta auch ln einer Kindertube her, die für 40 Dpf. erhältlich ist. Dadurch kann jeder ausprobieren, wie gut die Bitalis-Zahnpasta reinigt und schmeckt, um sich dann später eine große Tube für 90 Dpi. zu kaufen. Nun kauft Euch mal alte ganz schnell eine Kindertube Bitalis-Zahnpasta für 40Dpf.und dann schreibt uns bitte, wie sie Euch gefallen hat. 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Salons Steiner, Steinstr., Weber, Hauptstr. 53, Bieser, Hauptstr., Burg-Drogerie, Burgs-Labor neb. Bezirkssparkasse, Schwarzwald-Drogerie A. Zeitz, am Stadtbuckel. — Gengenbach: Fris. Suhm; Zell: Marien-Apotheke Schönleber. r Statt Karten IHRE VERMÄHLUNG GEBEN BEKANNT Dipl.-Ing. Manfred Wacker Dipl.-Ing. Ilse Wacker geb. Herrmann 22. März 1952 OFFENBURG KARLSRUHE V. r .j Privat-Entbindungsheim Dr. Bauknecht Facharzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe Sprechstunden: täglich von 9—10 und 15—19 Uhr außer Samstag nachmittags in meiner der Entbindungsstation angeschlossenen Praxis. Ottenburg, Hauptstraße 86, Neubau Faist, Tel 2288 V_ J Römischer Kaiser, Offenburg Telefon 1239 Samstag, den 29. März 1952, ab 20 Uhr 1. Großer Preis-Sbot 1. Preis ein Schwein 2. Preis ein Fahrrad und viele weitere wertvolle Preise, je nach Beteiligung Voranmeldung tür Teilnehmer bis zum 28. März Der Spielausschuß Damen * uni Hemnmäntel i«l dl Wtb-EHlMOak «Dtiigwign 0 SPEZIALGESCHÄFT REGENBEKLEIDUNG - SCHIRME OFFENBURG- UNUENPUTZ Anfertigung auch in Sondergrößen Butaetkäi Terraasenkaffee- Remtaurant Samstagabend Sonntagnachmittag u. abends liimwt owexern ngc hot Tafelservice 12 Personen Maria Streuer IV. ... DM 165.- Tateiservice 12 Personen Aida Streuer IV, . . . DM145.- Kaffeeservice 6 Personen Helena u. Aida Streuer DM 56.- Verkauf nur solange Vorrat Bollschweiier Offenburg - Steinstr. 9 r GARANTIE FÜR JEDE UHR Landmaschinen aller Art sowie Ersatzteile und Reparaturen EISELE Landmaschinen • Traktoren Offenburg. Ecke Weing.- u. Hildasfr- Nachhilteunterricht in Latein u. Griechisch wird erteilt. Zu erfr. u. Nr. 10-203 in der Geschäftsstelle. tl. SUPP, KLASSENLOTTERIE Nicht die Geduld verlieren! Es ist eine alte Lebenswahr- heit: .Ist der Himmel grau and verhangen, die Sonne scheint doch immer wieder.“ Auch im Lotteriespiel ist es so. Der Niditgewinner von hente zieht morgen vielleicht den Hauptgewinn. Hur nicht die Geduld vertieren. Aucb wenn Sie einmal kein Glück haben sollten, geben Sie nicht Ihre alte Hummer ans den Händen. Der Verlust des kleinen Einsatzes bedeutet nichts gegenüber dem großen Gewinn. Der Weg zu Glück und Wohlstand ist noch oflea. — Lahr: Sauer. Staatl. Lotterie-Einnahme: Offenburg: Bischof, Steinstr. 14: Gen- genbach: Richard Berger. Lospreis: Hx 3.-, Hx «.- je KI. Teilnahme an den Zwischenklassen ist freiwillig n. kostet DM 1.- Aufschlag je Achtel n. Klasse^ ZIEHUNG 1. KLASSE 8-/9. MAI Die Stadt Ottenburg bringt als einmaliges Gastspiel des Folkwang-Tanztheaters der Stadt Essen am Montag, dem 24. März, um 20.00 Uhr, in der Stadthalle Offenburg, die 99 Ballets Jooss“ Ensemble von 24 Solisten mit: Noelle de Mosa - Ulla Söderbaum - Rolf Alexander - Hans Züllig Zur Aufführung gelangen: „Großstadt 1926“, „Fantasie“, „Colombi- nade“, „Der Grüne Tisch“ Ueber 3000 Aufführungen in der ganzen Welt. 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Aber wir haben einmal aufgezeichnet und auch im Bilde festgehalten, was uns auffiel oder gefiel und was sich so des Erwähnenswerten links und rechts der Landstraße begab. Deren graues Band teilte wie eh und je die breite Fläche des unteren Kinzigtales. Die Sonne liegt warm und lockend über dem Land, als wir, dem Lauf der Kinzig entlang, von Offenburg losfahren. Auf den Feldern herrschte emsige Geschäftigkeit. Die Bauern düngen und eggen ihre Felder, Obstbäume werden ausgeputzt, Rüben werden ausgemietet. „Was soll denn das?“ Federvieh läuft in Scharen einher und am Ackerrande schieben Großmütter Kinderwägen Die Straße ist belebt von Fuhrwerken und Kraftfahrzeugen. Auch hier wird stellenweise emsig gearbetet. Frühjahrsputz, der allerdings das ganze Jahr vonnöten ist, wird gehalten, und die Männer mit Teerkanne, Besen und Schaufel wissen ein Lied davon zu singen, wie sehr die Straßen strapaziert werden und wie sehr es ständiger Pflege bedarf, um sie auch nur einigermaßen in Schuß zu halten Sie haben an diesem Tag schon ein hübsches Stück Arbeit geleistet, und die kleinen, spitzen Steine, die mit Teer zugleich die Schlaglöcher füllen, spritzen uns noch eine ganze Weile munter gegen die Kotflügel. Wie gut das den Reifen tut. Vor Gengenbach sitzt eine Frau am Straßenrande. Eine von den vielen, vielen, die die .Zeit ausgespien hat aus der gewohnten Ordfiurig, und' die nun, losgelöst aus einem normalen Leben, auf der Landstraße zu Hause ist. Stumm und teilnahmslos sitzt sie. Sie gibt keine Antwort auf unsere Fragen. Doch als wir sie knipsen, sagt sie: „Was soll denn das?“ Und dann fällt ihr plötzlich ein, zu fragen, ob wir sie nicht nach Oberkirch mitnehmen könnten. Weiß der Teufel, was sie dort will. Weiter zieht unser braver Volkswagen, der nun schon bald seine hunderttausend Kilometer auf dem Tachometer hat. Bald grüßt uns die „Unvollendete“ von Bi- Wag wachsen will, muß Luft und Sonne haben berach, jene ewig unvollendete Brücke über die Kinzig, die, vor Jahren begonnen, nie fertig zu werden scheint. Ihre massiven Pfeiler strecken sich mahnend zum Himmel. Das Eisen ist knapp, oder das Geld ist knapp oder beides zugleich. Das Straßenbauamt wirds wissen, meint der Bürgermeister. Vielleicht brauchts nochmal zwei Jahre oder auch weniger ... Hinter Hausach zieht eine Kinderschar inr Freie. Was wachsen will braucht Luft und Sonne und die Kinderschwester weiß dar genau. So ziehen sie aus, den Frühling zu suchen, und ein Liedchen, unbeholfen und mit mehr Begeisterung als Können gesungen, flattert durch die Natur . . , Doch wir fahren sne Straße weiter. In Gutach war’s. Ein stabiler Zweizentnermann in pikfeinem Maßanzug und mit Un- temehmerhut fällt uns auf. Ein Bündel Stoffe über Arm und Schulter. Aha, denken wir, den müssen wir haben. Schnell ist der Wagen gewendet, wir fahren ein Stück Wegs zurück und schon haben wir den „fliegenden Händler 1 im Objektiv. Ueberdies sind es mehr. Zwei ein dritter pendelt zwischen den Häusern her um, und alle versuchen sie ihr Geschäftchen zu machen. Ein flotter Klub, das müssen wir schon sagen. Der Boß (das heißt, dem gewichtigen Aussehen nach .ist es wahrscheinlich der Boß) sitzt am Steuer eines nagelneuen weinroten „Opel-Kapitän“ und rollt gemächlich mit. Eine saubere Sache, Potz Blitz. Aber da ist auch schon der Teufel los. Der Dicke ist am Wagenschlag und legt los (sein Deutsch ist nicht ganz vierzehnkarätig): „Was wollen Sie von mir? Warum haben Sie mich geknipst? Bringen Sie das ja nicht in die Zeitung, das kann Sie teuer zu stehen kommen Bittschön, wir sind ambulantes Gewerbe. Da können Sie gar nichts gegen sagen. Vergleichen Sie uns ja nicht mit die Italiener . . Wir bleiben ganz ruhig und friedlich und sagen, daß wir uns die Freiheit nähmen, vom Bundespräsidenten bis zum Kaiser von China alles zu knipsen, was uns vor die Linse käme. Weil es uns mal Spaß mache und so . . Da taucht auch schon sein „Geschäftskollege 1 auf. Ein dunkles, braunes Balkangesicht mit messerscharfem Bärtchen auf der Oberlippe schiebt sich heran und stößt hervor: „Was ist los, was wollen die?“, und als dann noch ein dritter im unseligen Bunde auftaucht und uns alle drei mit finster drohenden Mienen gegenüberstehen, wird die Sache schon ungemütlicher. Sie wollen uns den Apparat entreißen und den Film vernichten. „Und wenn es mich tausend Mark kostet“ eifert der Balkanese, als wir ihm zu bedenken geben, daß ihn das unter Umständen recht teuer zu stehen käme. Eine etwas ungemütliche Situation, und wie unfreundlich die Leute sind. Man wird dock mal am Straßenrande einen harmlosen Stoffhändler knipsen dürfen. Unverständlich, war- „Wenn ich nicht so human wäre ...“ um der Zweizentnermann sein Gesicht verdeckte . . . Hin und her und her und hin. Es geht haarscharf am Rande einer Schlägerei vorbei. Wenn es nicht am Nachmittag und auf der Bundesstraße gewesen wäre, bei Zeus, da wäre was Handfestes daraus geworden. Schließlich der Dicke zum Schluß: „Wenn ich nicht so human wäre, dann würd’ ich Sie den Apparat kaputt machen . . .“ Gesegnete Humanität! Es gelingt uns, ungeschoren da- Die „Unvollendete* von Biberach vonzukommen . . . Doch haben sie unsere Wagennummer notiert. Es wird wohl kaum was nachkommen. Nach dieser aufregenden Sache tut Höhenluft gut. Wir fahren hoch zum Fohrenbühl, wo der Winter seine Herrschaft noch nicht abgetreter hat. Da feiern badisch-schwäbische Grenzdinge friedliche Urständ, und ein alter Grenzstein, der die Jahreszahl 1842 trägt (wie war das doch im Geschichtsunterricht?) und in dessen verwittertes Gestein sich eine Gewehrkugel eingegraben hat, kündet von der guten alten Zeit. War sie das wirklich? Damals war die Grenze noch eine wirkliche Grenze, und die Leute erzählen uns eine Geschichte aus jener Zeit, als eine stattliche Zigeunerbande Nutzen von der badisch-schwäbischer Grenznachbarschaft zog. Der badische „Schwanen“ und der schwäbische „Adler“ laden zum Imbiß ein, aber wir fahren weiter, Schramberg zu, das sich am frühen Nachmittag in reger Betriebsamkeit darbietet. Bald erreichen wir auch Schiltach, Aus der guten, alten Zelt das reizende Städtchen. An den Ausläufern der Stadt, Wolf ach zu, und an den Hängen wird Die Straßenarbeiter wissen ein Lied zu singen (gearbeitet. Betonröhren liegen zum Einbetten in die Straßendecke bereit, andere wieder sind in Felswände eingelassen. Traurige Konzessionen an eine ruhelose, friedlose Zeit. Aber offenbar nicht zu vermeiden und ein kleineres Uebel als vieles andere. Wolfach, die Kreisstadt (wir sind am Tage vor dem Josefstag unterwegs) rüstet sich zum Ein kleineres Uebel Fastenmarkt. Es ist spät am Nachmittag und die Sonne schickt ihre letzten Strahlen. Das Gelb der noch unbenutzten und frischgezimmerten Verkaufsstände leuchtet heller unter ihrem Licht. Die Straße liegt in geruhsamer Beschaulichkeit. In der Dämmerung, nun schon wieder Offenburg zustrebend, begegnet uns eine Zigeunerfuhre. Vom Traktor leuchtet ein schwarzgelockter Kopf herüber, der Wohnwagen dahinter Am Vortag des Wolfacher Fastenmarktes Alle Aufnahmen: Buhle« ist vollkommen neu und scheint sehr komfortabel. Man geht auch hier mit der Zeit . . . Zu guter Letzt eine Schafherde, darunter viele Jungtiere. Die Hunde halten die Herde zusammen. Es geht dem Pferch zu. Die Nacht kündigt sich an. Mensch und Tie: suchen das schützende Dach Ein Tag neigt sid seinem Ende zu. Nur die Fernfahrer haber keine Ruhe. Ein fernes Ziel ruft sie, und sie werden noch lange unterwegs sein, wenn wii schon längst zu Hause sind. Samstag, 22. März 1952 L f Me l ADcfß I d\se(u . cmm^i c\\e laoere wecu.se Wochte der Tapete vom 22. bis 30. März 1952 Jeder weiß, daß uns eine Wohnung im Laufe der Zeit wie ein guter Freund werden und von ihr etwas wie eine Seele ausgehen kann. Die Gründe dafür können in der Architektur der Wohnung, in der Schönheit der Möbelstücke und nicht selten in der Tapete liegen, die unbewußt unser Gefühl anspricht und — wie die Musik — unmittelbar auf unser Empfinden einwirkt. Es gibt Tapeten, die in uns ein Gefühl der Freude und der Heiterkeit wecken, während uns andere traurig und melancholisch stimmen können. Der Raum ist es, der Art und Ton der Tapete bestimmen muß, d. h. ob sie hell und sonnig, festlich und feierlich oder ruhig und zurückhaltend in Erscheinung treten soll. Die richtige Anwendung der Tapete gehört mit zur Raumkunst, und sie zu beherrschen, heißt, den Menschen, der in dem Raum wohnt, zu erfreuen und ihm zu dienen. Der wirkungsvolle Hintergrund Ein schön tapezierter Raum kann in sich ausgezeichnet wirken. Aber dieser Effekt kann auch ebenso rasch verblassen, wenn man Möbel, Teppiche und Bilder in den Raum bringt, die nicht zu den Tapeten passen. Immer soll die Tapete einen entsprechenden Hintergrund für Möbel und Bilder abgeben. Auf der großen Wandfläche wird die Tapete besonders stark zum Ausdruck kommen, wenn sich Farbe und Muster bildhaft hervordrängen. Wenn die Möbel aber an sich ruhige Flächen bilden, dann darf die Tapete durch eine starke Musterung ins Auge fallen. Stehen aber viele und verschiedene Möbel im Raum, dann ist es immer ratsam, eine zurückhaltende Tapete zu wählen. Die Wohnungen von heute gestatten mit ihren großen Fensteröffnungen dem Licht reichlichen Zutritt. Demzufolge können hier auch mittelhelle und sogar dunkle Tapeten angewandt werden. Nur muß man auf die Beschaffenheit der Tapete achten, Glatte oder rauhe Tapeten sind imstande, das Licht ganz verschieden aufzunehmen und zurückzustrahlen. Von entscheidender Bedeutung bleibt aber stets die Grundfarbe der Tapete. Ihre Wahl muß sich im allgemeinen aus der Zweckbestimmung des Raumes ergeben. Die Stimmung der Farben Aus jüngsten Erkenntnissen der Farbenpsychologie weiß man, wie stark eine Tapete auf die Gemütsverfassung des Menschen wirken kann. Tapeten in Creme oder Gelb wek- ken Aktivität und Arbeitsfreude. Sie sind, als dem Sonnenlicht nahestehend, von energischer Lichtfülle. Rosa und orange Tapetenfarben lösen eine gewisse Wärme aus, während Rot zwar ein Träger der Wärme ist, aber als etwas Grelles dem Auge wehtun kann. Blaue Tapeten haben die Eigenschaft, kleinere Räume größer erscheinen zu lassen. Blau hat aber auch etwas Kaltes. Es führt das Dunkle mit sich und ist folglich der Gegensatz zum leuchtenden Gelb Ins Blau hüllt sich das Zurückgezogene, das sich dem Blick Verbergende, die Ferne, das Meer und der Himmel. Es ist deshalb sehr schwer, ein blautapeziertes Zimmer gemütlich zu machen. Man müßte schon mit entsprechenden Teppichen und Möbeln einen Ausgleich schaffen. Für Räume, in denen geistige Arbeit geleistet wird, haben sich blaugrüne und graugrüne Tapetentöne bewährt. Violett als die Lieblingsfarbe des Biedermeiers ist für schwärmerische Naturen vielleicht geeignet, während es aktiv-nüchterne Personen abstößt. Dem violetten Ton sagt man allerdings auch nach, daß in ihm ein Streben nach der Fülle des Lebens zum Ausdruck käme. Die braune Tapete soll die Farbe des Erdreichs widerspiegeln. In ihr könnte man die Nützlichkeit sehen. Sie wirkt aber immer erwärmend, wie etwa Weiß immer frostig wirkt. Ober alles die Harmonie Es liegt im Wesen der Tapete, daß sich fft ihr gewöhnlich mehrere Farben mischen. Da« ist selbst — so paradox es klingt — bei den Uni-Tapeten der Fall. Der Ton ein und derselben Tapete kann einmal strenger und ein andermal schwächer, verschwimmend, leise verhallend sein. Wie in der Musik Dur und Moll abwechseln, wie eine Tonart in die andere übergeht, um nach längeren Abweichungen wieder in den Grundton zurückzukehren, so können, auch Farben und Muster auf der Tapete ein Konzert spielen; hier ein elegisches Andante, dort ein feuriges Presto. An eines nur muß man bei der Auswahl der Tapete denken, an die Harmonie. Harmonisch abgestimmte Räume strahlen stets den gebildeten Geschmack seiner Bewohner zurück. TAPETEN richtig ausgewähit vermehren die Behaglichkeit Ihrer Wohnung. Wir helfen Ihnen gerne bei der Auswahl und Abstimmung aus unseren modernen Tapetenmustern. Fensterdekorationen und Möbel aus unserer großen Auswahl harmonisch zusammengestellt, bringen den Efiekt der Tapete zur vollen Geltung. 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Audi im kleinen Raum tapeziert Josef Bülkle Sattler- il Tapeziermeister Schutterwald Ausführung sämtliche: Tapezier arbeiten • Anfertigung und Umarbeiten von Polstermöbeln und Matratzen aller Art • Sattlerarbeiten • Kuh- und Pferdegeschirre Ausführung sämtlicher Polster-, Sattler- und Tapezierarbeiten Verlegen sämtlicher Bodenbeläge durch den Fachmann Emil Großbaier Satüermeister Offenburg, Badstraße 2 Franz Feißt Ortenberg • Hauptstraße 62 Neu- und Umarbeiten von Polstermöbeln und Matratzen aller Art • Tapezierarbeiteh Anfertigung von Pferde- und Kuhkummet Franz X. Elble Nacht. Bauer Sattler-, Tapezier- und Dekorationsgesdiäft Schutterwald Ausführung sämtlicher Sattler-, Tapezier- und Dekorationsarbeiten Neuanfertigung u. Umarbeitung v. Polstermöbeln aller Art Laderwaran - Dekorattonsstoffe - Stragula u. Linoleum Josef Lamperft Bühl-Dorf - Hauptstraße 64 Ausführung sämtlicher Polster-, Tapezier- und Sattlerarbeiten YZet\aq{\el\es "l\ )o/men in neuzeitlich tapezierten Räumen .. . dazu abgestimmt die Gardine J und das Poistermöbel Alles aus der Fach Werkstatt WANK- BIESER Offenburg bei' der Kreuzkirche, Pfarrstr. 2 KARL FISCHER Polster- und Tapezier geschäft Zell-Waierbach bei Ottenburg Ausführung von Polstermöbeln u. Betten jeglicher Art sowie Modernisier en u. Umarbeiten derselben Fachmännische Ausführung aller Tapezierarbeiten lkt £iefmtd m: Möbelstoffen Motrotzendrellen Äutotextilien Sonstigen Geweben Scbonerdecken Geschirrleder sowie sämtliche Polstermaterialien Verkauf nur an das Handwerk, an Private nur auf Empfehlung R.G. Engel/Bonn a. Rh. Großhandlung und Schonerdeckenfabiik Filiale: OFFENBURG/BADEN Straßburger Straße 7, Telefon 2207 I * t 4 Samstag, 22. März 1952 [ Tapeten^ Versandhaus Willi. 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Die deutsche Tapetenindustrie, der Tapetenhandel und die Tapezierer- und Malermeister als Verarbeiter machen gemeinsam in großzügigen Werbeaktionen auf die besonderen Vorteile der tapezierten Wand aufmerksam und interessieren die breiteste Oeffentlichkeit für die Tapete. Es ist ein gutes Stück Wohnkultur, tapeziert zu wohnen. Leider haben aber der Krieg und die Nachkriegsverhältnisse mit den bekannten Schwierigkeiten bei der Papierversorgung die Industrie, den Fachhandel und auch die Verarbeiter sehr hart getroffen. Eine selbstverständliche Gewohnheit, nämlich in schön tapezierten, warmen Räumen behaglich zu wohnen, ging auf diese Weise verloren. Wie auf vielen anderen Gebieten, so mußten sich auch hier die Menschen umstellen und sich mit primitiven Möglichkeiten begnügen. Nicht selten aber sind diese bedauerlichen zwangsläufigen Notwendigkeiten zur Gewohnheit geworden. Nun macht auch die Tapete alle Anstrengungen, um ihre frühere Position wiederzugewinnen. Dem soll die „Woche der Tapete“ dienen: sind es doch Hunderttausende, die bei der Produktion, beim Handel und bei der Verarbeitung mit ihren Familien davon leben. Was aber wäre leichter, als mit den Vorzügen zu werben, die die Tapete uns zu bieten hat: Schönheit, Behaglichkeit, Entspannung, eine fröhliche Umgebung und einen lebendigen Hintergrund; das alles schenkt uns die tapezierte Wand. Der Werbeslogan „tapeziert wohnen“, der für die Tapete geschaffen wurde, ist gar nicht mehr nur ein Werbespruch, sondern er ist Atmosphäre, die uns mit der tapezierten Wand umgibt. Tapeten helfen Kohlen sparen Manchmal können es scheinbar belanglose Dinge sein, die wärmere Räume und damit eine größere Behaglichkeit bedingen. Es sei hier nur an die Tapete erinnert. Allgemein ist bekannt, daß Papier ein schlechter Wärmeleiter ist, Äne Eigenschaft, die also auch die Tapete teilt. Man kann aber noch weiter gehen und sagen, daß gerade hier eine der Ursachen für die Beliebtheit der Tapete liegt. Wenn man häufig hört, daß die Tapete so gemütlich wirke, dann wird damit meist unbewußt auf die isolierende Eigenschaft der Tapete hingewiesen. Hier also ist auch die wirtschaftliche Auswirkung tapezierter Räume zu suchen. Es wird niemandem gleichgültig sein, ob er während einer Heizperiode etliche Zentner Kohle sparen kann oder nicht. Man hat eingehende wissenschaftliche Untersuchungen darüber angestellt, welche Kohlenersparnis ein tapeziertes Zimmer gegenüber einem nichttapezierten bringt. Das Ergebnis war verblüffend. Im Vergleich mit anderen Baustoffen nimmt jedenfalls die Tapete eine hohe Rangstufe ein. Es lohnt sich also, die Räume tapezieren zu lassen oder dort, wo nur der eine oder andere Raum tapeziert ist, die Möbel so zu arrangieren, daß man sich während der Wintermonate yornehmlich in diesen Zimmern auf hält, denn die Tapete schafft Behaglichkeit und hilft Kohle sparen. Polstermöbel u. 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Polster- und Tapeaderarbeiten Wilhelm Uhl Ourbaeh, Telefon 1459 Ausführung sämtlicher Tapezier- und Sattlerarbeiten Polstermöbel - Matratzen Krupp sagt nein zu Kanonen Die Ruhr drängt sich nicht zur Rüstung — Sie will lieber exportieren Neue Unfallverhütungsaktion Bundesverkehrswacht mit erweiterten Vollmachten Drahtbericht unserer Bonner Vertretung) Essen. (RRR) Der erste Anlaß für die Ruhr- industriellen, sich Gedanken über eine Beteiligung an der Rüstungsproduktion für die Verteidigungsgemeinschaft des Westens zu machen, waren die Berichte über alliierte Rüstungspläne für die Ruhr. In England begann die Stimmungsmache mit einer massiven Kritik an dem gegenwärtigen Zustand, England den Kanonenbau und damit die Rüstungslasten aufzubürden und der deutschen Konkurrenz im Ruhrgebiet somit eine günstige Ausgangsposition auf den Exportmärkten zu verschaffen. England produziert die Kanonen und Deutschland ißt die Butter, so lautete der Vorwurf über die ungerecht verteilten Lasten. Aber an der Ruhr gibt es nicht viel Sympathien für eine Rüstungsproduktion, weder unter den Direktoren noch unter der Arbeiterschaft. So erklärten der Direktor Hardach von der Kruppschen Werksleitung und der Betriebsratsvorsitzende Heinrich Waldeck gemeinsam, daß sieh die Einstellung der verantwortlichen Männer der Kruppwerke, nie wieder eine Kriegsproduktion aufzunehmen, nicht geändert habe. Nun hat Krupp als das angebliche Symbol für die deutsche Rüstungswirtschaft zweifellos am meisten unter der Demontagewalze der Nachkriegszeit gelitten. Aber wie diesem Werk, so erging es auch den anderen Großwerkstätten der einstigen Rüstung. So ist es nicht verwunderlich, daß die Industrie, deren führende Köpfe man für den Krieg mitverantwortlich gemacht hat und deren leitende Männer man teilweise in die Gefängnisse schidcte, nach der plötzlichen Drehung der Alliierten um 180 Grad wenig Lust verspüren, wiederum in die Rüstungsproduktion einzusteigen. Hinzu kommt, daß für die Fertigung von direktem Rüstungsmaterial zur Zeit fast keine Anlagen mehr vorhanden sind und beispielsweise bei Krupp überhaupt jegliche Voraussetzungen für die Aufnahme einer solchen Produktion fehlen. Schließlich ist es gegenwärtig die vordringlichste Aufgabe der deutschen Wirtschaft, sich immer neue Ausfuhrmöglichkeiten zu schaffen, um die Mittel für die lebensnotwendigen Einfuhren einmal selbst aufbringen zu können. Doch neben all diesen Schwierigkeiten sind die psychologischen Widerstände vielleicht die größten. Wird die Arbeiterschaft wieder einmal Panzer und Geschütze montieren wollen. Wird die Unternehmerschaft nicht lieber mit Ausrüstungsgegenständen wie Werkzeugkästen, Kameras, Motoren und ähnlichen Geräten indirekt einen Beitrag zur Verteidigung leisten wollen? Man weiß an der Ruhr, daß die Arbeiterschaft in Frankreich sich manchem Rüstungsauftrag widersetzt hat. Wird man auch in der Bundesrepublik mit solchen Zwischenfällen rechnen müssen? Die Gewerkschaftsleitung hat zweifellos schon manches versucht, um die psychologischen Voraussetzungen für einen deutschen Rüstungsbeitrag zu bessern. Aber der Prozeß der Läuterung ist noch längst nicht abgeschlossen. Dafür fühlt man sich auch zwischen Rhein und Ruhr allzu sehr „entmilitarisiert“. Bonn. „Augen auf im Straßenverkehr“ nennt sich eine neue große Unfallverhütungsaktion, die in Anwesenheit des Bundesverkehrsministers am 26. Mai im Plenarsaal des Bundesrates in Bonn gestartet wird. Die Aktion, die vor allem die Verkehrserziehung in den Schulen fördern soll, wird getragen von einer eigens dazu ins Leben gerufenen Arbeitsgemeinschaft für Verkehrssicherheit. Auf der Tagung erstattete der bisherige Präsident, Rechtsanwalt Dr. Arndt, einen Bericht über die bisherige Tätigkeit der Wacht auf dem Gebiete der Verkehrsunfallverhütung und der Verkehrserziehung. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde der Vorsitzende der Landes- verkehrswacht Nordrhein-Westfalen, Dr. Linden, Essen, und zu dessen Stellvertreter der Vorsitzende der Landesverkehrswacht. Bayern, Vogel, gewählt Als wichtigstes Organ der Verkehrswacht wurde auch das Kuratorium aus Vertretern der Industrie, der Verkehrsverbände und der Gewerkschaften neu bestimmt. Auf Grund seiner neuen Satzung erhält die Bundesverkehrswacht die Möglichkeit, stärker als bisher durch wirksame Aktionen, deren Finanzierung das Kuratorium sichern will, der Verkehrserziehung und der Verkehrsaufklärung der Oeffentlichkeit zu dienen. Waffenbrüder Göttingen. (NB) „Herr General, darf ich Ihnen einen Sherry anbieten?“ Oberstleutnant Peregrine Barstow von den Royal Irish Füsiliers machte eine einladende Handbewegung. Sein Gast, „Herr General“, schlug die Hacken zusammen und verbeugte sich in bester preußischer Manier aus dem Becken heraus. Es war der ehemalige Generalmajor Friedrich Hoßbach, der den Briten zum letzten Male begegnet war, als er sie 1940 bei Dünkirchen ins Wasser jagte. Die Briten hatten jetzt ihren Regiments-Feiertag dazu benutzt, um mit den künftigen Waffenbrüdern wieder freundschaftliche Verbindungen aufzunehmen. Sie hatten fünf Offiziere des deutschen Husaren-Regi- mentes eingeladen, das genau vor 141 Jahren mit ihrem eigenen Regiment in der Schlacht von Barrosa im Peninsularen Krieg Seite an Seite gekämpft hatte. Es war das 14. Kavallerie-Regiment, das die Tradition der 15. Hannoverschen Husaren übernommen hatte. Herr Hoßbach erklärte: „Ich habe großen Respekt vor den britischen Soldaten. 1940 kommandierte ich eine Division, in der auch das 14. Kavallerie-Regiment gegen Sie kämpfte. Sie haben mich geschlagen! Meine Division verlor 600 Mann an einem einzigen Tage.“ — Als ältester der anwesenden drei deutschen Generale führte der 65jährige General Kurt Ber- nard aus: „Es ist eine große Befriedigung für uns deutsche Offiziere, britische Kameraden in freundlicheren Umständen als in den letzten Jahren zu treffen.“ Damenschuhe «a r« schwarz und braun Box. . . 17 Herrenschuhe •yr ca schwarz und braun Box . . Alleinverkauf mnsrmiiiinmv SCHUHHAUS Ottenburg Lahr Unsere Bepuroturpreise: für Damensohlen C ?C in Lederaustührung Herrensohlen / jr in Lederausführung 0 Aus meinem grofcen Lager: Auf Ostern besonders günstige Küchen 60 verschiedene Modelle Küchenbüfetts 120 cm ab DM 165.- 130 cm ab DM 220.- 140 cm ab DM 225.- 160 cm ab DM 235.- 180 cm ab DM 317.- 200 cm ab DM 380.- bis zu den hödisfen Ansprüchen. Zur Zeit 120 Büfetts vorrätig Veilangen Sie Abbildungen! SEIFEST, MÖBEL ÄCHEBN Totalem 414 lirchstr. 2-4-T-9 und Dornhtmer Möbnllobrik Dornhan Das große Möbelhaus mit eigenen Möbelfabriken! 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NATURREIN m® IltlllS IN DEDER PACKUNG EIN BILDGUTSCHEIN FÜR EIN BUNTES KARL MAY- BILD DlENEUEIOPFaClGMETTE Aufnahme der Schulanfänger in Offenburg Die Kinder, welche bis 31. März 1952 das 6. Lebensjahr er- -eicht haben, werden mit Beginn des neuen Schuljah.es Ostern 1952 schulpflichtig, ebenso die Kinder aus früheren Jahrgängen. welche infolge eines ärztlichen Zeugnisses vom Schulbesuch zurückgestellt waren. Die Anmeldung für Knaben und Mädchen erfolgt am Donnerstag, den 27. März 1952, von 14.00—16.00 Uhr, und zwar: Knaben: Neubau Knabenschule, 1. Stock, Zimmer 28 Mädchen: Mädchenschule. 1. Stock. Zimmer 8 Zur Anmeldung der Kinder soll womöglich ein Eltemteil mitkommen. Impfschein, Geburtsschein oder Familienbuch sind vorzulegen. Die Schulanfänger von Hildboltsweier werden am Donnerstag, den 27. März 1952, nachmittags 14 Uhr, in der Schul racke in Hildboltsweier angemeldet. Der Zeitpunkt des Schulbeginns wird noch bekanntgegeben. Offenburg, den 22. März 1952. Das Schulamt. Mädchen-Gymnasium U. 1b. Frau Klosterschule Offenburg, Lange Straße 9 Anmeldungen für die Sexta des neuen, am 24. April beginnenden Schuljahres, am 1. und 2. April den ganzen Tag Anmeldungen erst nach den Osterferien sind nicht zulässig. Anmeldungstag für die Schülerinnen der Klassen V—I ist der 24. April. Die Aufnahmeprüfung der angemeldeten Sextaner- innen ist am 25. April; für die Schülerinnen der übrigen Klassen am 25. und 26. April. Die Schulleitung. Am Mittwoch, 26. 3. 1952, findet in Offenburg/Baden auf der Kronen wiese wieder eine öffentliche Versteigerung von gebrauchten Kraftfahrzeugen (Volkswagen) aus Beständen der franz. Besatzungsmacht statt. Beginn 10 Uhr. Besichtigung ab 8 Uhr. Die Fahrzeuge sind unbereift. Zuschlag erfolgt gegen Höchstgebot und Barzahlung bei sof. Uebemahme der Fahrzeuge. Badisches Ministerium der Finanzen Abt. Verkehr— Freiburg i. Br.