Erscheint wöchentlich viermal. Bezugspreis für den laufendem Monat DM 2.50 zuzü^l. 30 Plg. Trägerlohn. Einzelnummer 30 Pfg. Im Falle höherdr Gewalt «■der bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Zuspruch auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. ülteltes üeiraatblatt für Stadt und Beiielt Offeittrarg Anieiaenblati mit anerkannt gute? tDerbemirkuna Erfüllungsort und Gerlditsstand Offenburg. Zur Zelt Ist die Anzeigenpreisliste Nr. 3 gültig. Drude u. Verlag A Reift & Cie.. Buchdruckerei, Offenburg/Baden. Geschäftsstelle: Offenburg, Kornstraße 10. Fernsprecher: Offen bürg Nr 153t. 2134 u. 1STI. Postschließfach Nr. 332. Postscheckkonto: Karlsruhe Nr. 13681. Nummer 49 Donnerstag, 27. März 1952 Ausgabe a L 141. Jahrgang Belagerungszustand über Tunesien Chenik und drei seiner Minister verhaltet — Todesstrafe für Vergehen gegen die „Staatssicherheit" Zwei tunesische Minister in Paris verschwunden Tunis. In der Nacht zum Mittwoch hat die Lage in Tunesien eine dramatische Zuspitzung erfahren: Die französischen Behörden ließen vier Minister der einheimischen Regierung verhaften, darunter Ministerpräsident Chenik. Drei Führer der nationalistischen Neo-Destur-Partei, denen bisher ein Zwangsaufenthalt in Tabarka angewiesen war, wurden nach Remeda gebracht. Leber ganz Tunesien wurde der Belagerungszustand verhängt, die Zensur wieder eingeführt und ein Ausgehverbot verfügt. Tunesien war in der Nacht zum Mittwoch von allen Verbindungen nach außen abgeschnitten. Der Befehlshaber der französischen Streitkräfte, General Garbet, kündigte am Mittwoch die Todesstrafe für Vergehen gegen die „Staatssicherheit“ an. Nach der Verhängung des Ausnahmezustandes werde die Militärbehörde die Polizeigewalt übernehmen und für die Aufrechterhaltung der Ordnung sorgen. Die Maßnahme der französischen Behörden wurden getroffen, nachdem der Generalresident de Hauteclocque am Dienstag vom Bey von Tunis die Absetzung des Ministerpräsiden ten verlangt und der Bey zunächst ausweichend geantwortet hatte. Außer dem Mini, sterpräsidenten wurden verhaftet: Staatsmind- ster Mater, Gesundheitsminister Ben Salem und Handelsminister Mzaü. Sie wurden an Bord eänfes Militärflugzeuges nach Kebili gebracht. Die Führer der Neo-Destur-Partei sind Habib Burgiba, Mongu Slim und der Schatzmeister der Partei, Hedi Chaker. Mittwochmorgen erließ der Generalresident über den Bundfunk einen Aufruf an die tunesische Bevölkerung, in dem es hieß, der tunesische Ministerpräsident habe, ohne die neuen Anweisungen der französischen Regierung abzuwarten, zwei seiner Kollegen beauftragt, eine Klage gegen Frankreich bei der UNO einzubringen. Er habe sich damit Frankreich gegenüber in eine Angriffssteülung begeben, die in krassem Widerspruch zu der Politik der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern stehe. De Hauteclocque beschuldigte Chenik weiter, die Attentate und Sabotageakte unterstützt zu haben. Die beiden tunesischen Minister Salah Ben' Yussef, der zugleich Generalsekretär der Neo- Destur-Bewegung ist, und Badra, die sich in Paris aufhalten, sind seit dem frühen Mitt- wochvormittag aus ihrem Pariser Hotel verschwunden. In der Umgebung der Minister ist man über ihr Verschwinden beunruhigt, da sie keine Instruktionen hinterlassen und seit dem Verlassen des Hotels keine Nachricht gegeben haben. „Frankreich besteht auf Bildung einer neuen tunesischen Regierung ohne die Männer, die lange genug ihren schlechten Willen bewiesen haben“, erklärte am Mittwochnachmittag der Pressechef des Quai d’Orsay. Die französische Regierung habe ein umfassendes Reformprogramm ausgearbeitet, das den tunesischen Wünschen auf innere Autonomie „so weit als möglitji“ Rechnung trage. Aber der französische Generalresident de Hauteclocque habe seit Uebemahme seiner Amtsgeschäfte im Januar dieses Jahres dieses Reformprogramm nicht einmal vorlegen können. Statt das Reformprogramm entgegenzunehmen, habe die tunesische Regierung zwei Minister zur UNO-Vollversammlung nach Paris geschickt, um gegen Frankreich Anklage zu erheben. Die „Politik der Obstruktion“ in Tunis habe so weit geführt, daß die tunesische Regierung seit November in keinem einzigen Falle bis heute zu einer Kabinettssitzung zu- sammengetreten sei. Statt dessen sei eine Serie von Unruhen ausgebrochen, die die tunesische Regierung zumindest ungehindert habe geschehen lassen, wenn sie nicht sogar in einem engeren Zusammenhang mit ihnen stehe. Dieser gesamte Sachverhalt habe Frankreich nunmehr veranlaßt, zu handeln und nicht länger abzuwarten, zumal der Widerstand, auf den Frankreich in Tunis stoße, nicht von der Gesamtheit der tunesischen Bevölkerung, sondern nur von einem verhältnismäßig beschränkten Personenkreis ausgehe. Erste Schwierigkeiten für Pinay Ministerpräsident appelliert an die Bevölkerung — „Den Franc retten heifit, Frankreich retten* Drahtbericht unseres Pariser rl-Vertreters Paris. In einer Kabinettssitzung wurde der Haushaltsplan für 1952 beraten und der Nationalversammlung übergeben. Die Oppositionspresse der Gaullisten, Sozialisten und Kommunisten beginnt, gegen den Ministerpräsidenten und seine Finanzpolitik vorzugehen und das bisherige Ergebnis der Verbilligungsaktion' als geringfügig hinzustellen. Die Tatsache, daß Pinay, der in seiner Regierungserklärung neue Steuererhöhungen ab- lehntö, nun für den Fall des Versagens der Anleihen den Rückgriff auf eine geringe Erhöhung der Einkommensteuer voraussehen läßt, wird dazu benützt, die Aufrichtigkeit seiner Finanzpolitik zu bezweifeln. Die Linkspresse sagt, die Verbilligungsaktion sei nur ein Manöver, das die Einführung = der glei- Politisdie Lösung für Triest gefordert Teilnahme Italiens an der Militärregierung? - Demonstrationen und Verhaftungen Rom. Für Italien ist das Triestproblem in den letzten 24 Stunden in eine neue Phase eingetreten. Am Mittwoch heißt es in maßgeblichen Kreisen Roms, es gehe jetzt nicht mehr um die Wiedergutmachung für die den Triestem am 20. März und den folgenden Tagen angetane „Schmach“, sondern um eine politische Lösung. Bei den Verhandlungen mit London und Washington könne die Regierung de Gasperi als ersten Erfolg die Tatsache verbuchen, daß Außenminister Eden in seinen Gesprächen mit dem italienischen Botschafter in London, Manlio Brosio, die Möglichkeit einer ^Teilnahme Italiens an der Militärregierung in der Triester A-Zone angedeutet habe. Ministerpräsident de Gasperi empfing am Mittwoch Unterrichtsminister Antonio Segni. Er forderte Segni auf, die demonstrierenden Studenten zur Wiederaufnahme des Studiums anzuhalten, weil nach Beginn diplomatischer Gespräche mit Washington und London weitere Demonstrationen den Gang der Verhandlungen nur stören würden. Zehntausende von Italienern, vor allem Studenten, demonstrierten am Dienstag in den Straßen Roms und Neapels für die Rückkehr Triests zu Italien. Straßen und Häuserwände in beiden Städten zeigten Inschriften wie: „Es lebe Triest“ und „Nieder mit den Engländern und Amerikanern“. Während der Demonstrationen kam es zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei. 48 Personen, darunter mehrere Polizisten, wurden in Rom verletzt, 130 Studenten wurden festgenommen. Nur durch Verwendung von Tränengas war es der römischen Polizei möglich, eine Protestversammlung von 20 000 Studenten vor dem Außenministerium zu zerstreuen. In Neapel kam es zu 100 Festnahmen. 15 Poli- gen bei einem Handgemenge in der Nähe des Wohnsitzes von Ministerpräsident de Gasperi. Die Studenten holten sich Apfelsinen und Zitronen von den Wagen der Straßenhändler und bewarfen die Polizeikordons, dip ihnen den Weg versperrten. tenden Lohnskala verhindern und einen Lohnstop rechtfertigen solle. Gegen die Steueramnestie wird der Einwand erhoben, daß sie ein Generalpardon für diejenigen sei, die die Inflation verschuldet hätten und daß sie das Moralgefühl der Nation verletze. Die Streichung von 95 Mrd. vorgesehenen Investitionen wird von der Linken scharf kritisiert. Es wird von seiten der Regierungsstellen als sehr unangenehm empfunden, daß ein erheblicher Teil der Presse mehr als skeptische Darstellungen der eben erst anlaufenden Unternehmungen zu,r Herabsetzung der Lebenshaltungskosten gibt und damit das erwachende Vertrauen von neuem erschüttert. • Ministerpräsident Pinay richtete über den französischen Rundfunk einen dringenden Appell an die Bevölkerung Frankreichs, sein wirtschaftliches Stabilisierungsprogramm zu unterstützen. Als „ein Mann, der eure Sorgen kennt“, rief der Regierungschef seinen Zuhörern zu: „Den Franc retten heißt Frankreich retten“. Eine wirtschaftliche Erholung des französischen Volkes sei durchaus möglich, doch nur auf der Basis des gegenseitigen Vertrauens. Darum habe er in seiner Wahl zwischen Maßnahmen des „starren Staatsfiskus“ und dem Vertrauen der Bevölkerung auf letzteres gesetzt. Tunnelexplosion bei Neapel 39 Arbeiter getötet und 57 verlebt Neapel Bei einer schweren Explosion in einem Tunnel, der 800 Meter unter der Erdoberfläche in der Nähe von Neapel für ein Wasserkraftwerk gebaut wird, wurden am Dienstag 39 Arbeiter getötet und 57 verletzt. Als Ursache des Unglücks wird Sprengstoffexplosion angegeben. Einige von den Verletzten schweben in Lebensgefahr. Die Ursache der Katastrophe konnte noch nicht ermittelt werden. Vermutlich ist Sprengstoff explodiert, der für die Bauarbeiten benötigt wurde. Der etwa fünf Kilometer lange Tunnel, in dem sich das Unglück ereignete, wurde für ein neues Wasserkraftwerk angelegt und war bereits im Rohbau fertiggestellt. Der Tunnel wurde durch die Gewalt der Explosion an beiden Ausgängen verschüttet. Wenige Minuten nach der Explosion, die die Häuser in dem in der Nähe gelegenen Dorf Mignano erschütterte, eilten Familienangehörige der bei dem Tunnelbau beschäftigten Arbeiter zu dem Schauplatz des Unglücks. Frauen riefen die Namen ihrer Männer in die von Schuttmassen blockierten Tunneleingänge. Als schwache Hilferufe aus dem Tunneünneren zu vernehmen waren, mußte die Polizei die zisten und 10 Studenten erlitten Verletzun- Frauen zurückhalten, damit die Rettungsar- beiten nicht behindert wurden, die die ganze Nacht in Anspruch nahmen. Die linksradikale Presse Neapels, Roms und anderer italienischer Städte beschuldigt die süditalienische Elektrizitäts-Gesellschaft als Bau Unternehmerin am Mittwoch der „brutalen Ausbeutung und fahrlässigen Tötung“. Die Arbeiter hätten für einen „Schandlohn“ Sklavenarbeit verrichten müssen. An Schatzvorrichtungen habe es völlig gefehlt. Protestdemonstrationen gegen deutsch-israelische Verhandlungen Tel Aviv. Anhänger der früheren aufständischen Organisation Irgun Zvai Leumi veranstalteten am Dienstag in Tel Aviv erneut eine große Protestkundgebung gegen die deutsch-israelischen Wiedergutmachungsverhandlungen, die vor einigen Tagen im Haag begonnen haben. Ein fünf Kilometer langer Zug von Demonstranten bewegte sich durch die Hauptstraßen der Stadt zur Synagoge, in der ein Gedenkgottesdienst für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus abgehalten wurde. deutsches Uetz «* Hat ak. Wer sich nicht mit den bloßen Buchstaben der Meldungen begnügt, die in diesen Tagen die Spalten der Tagespresse füllen, sondern ihren hintergründigen Sinn zu erforschen sucht, dem wird manchmal doch recht beklommen ums Herz. In diesen Fastenwochen kommt uns Deutschen wieder einmal nachdrücklich zum Bewußtsein, daß wir, eingekeilt zwischen West und Ost, Spielball fremder Mächte sind. Hüben und drüben geht es nicht nur um deutsches Land, sondern um deutsche Menschen. In zwei Hälften geteilt, mit sehr begrenzter Selbständigkeit, diskriminiert selbst bei der betriebenen Einreihung in eine europäische Gemeinschaft und beschränkt in unseren Möglichkeiten wirtschaftlicher Betätigung — das ist unsere derzeitige Lage. Gerade jetzt melden wieder die Angelsachsen ihre Bedenken gegen den „zu raschen Wiederaufbau“ der deutschen Handelsmarine an, obwohl sie erst an 14. Stelle der Welthandelsflotte steht und nicht einmal zur Befriedigung rein deutscher Bedürfnisse genügt. Attlees einstiger Schatzkanzler und Planungsminister Hugh Dalton hielt es ein weiteres Mal für notwendig, gegen eine europäische Verteidigungsgemeinschaft und gegen die Aufnahme Deutschlands vom Leder zu ziehen, und belgische Produzenten von Hirngespinsten unterstellten dem Sowjetvorschlag vorn 10. März, er sei Ausfluß geheimer Besprechungen mit ehemaligen nazistischen Militärs, deutschen Generälen und Nationalisten. - Noch nie seit Stresemanns und Briand« Zeiten wurde so um die deutsch-französische Annäherung gerungen wie seit Geburt der Bundesrepublik. Aber immer wieder fühlen wir Knüppel zwischen den Beinen. So sprach Robert Schuman vor der Pariser Presse von Begrenzungen für die Aufrüstung Deutschlands, von Sanktionen und von notwendigen Garantien, damit die in einem Friedensvertrag festzulegenden Beschränkungen ja auch eingehalten werden. „Wir beharren fest auf unserer Position“, erklärte Schuman am Tage nach dem sogenannten „historischen Tag“, „nämlich der französisch-saarländischen Wirtschaftsunion und der politischen Abtrennung der Saar von Deutschland“. Kann man es da den Deutschen übelnehmen, wenn sie unter diesen Umständen ein Haar in der europäischen Suppe finden? Der Bericht, den Adenauer vor der CDU/CSU-Fraktion über die vereinbarte Saarlösung erstattete, hat auch bei seiner eigenen Anhängerschaft sehr geteilte Aufnahme gefunden, ln Bonn werden sogar Bedenken laut, die Saar könne unter Umständen dem Wunsch des Kanzlers nach beschleunigter Integration geopfert werden. Daran ist auf den ersten Blick mindestens so viel richtig, daß Dr. Adenauer in einem Interview mit einer amerikanischen Agentur einen möglichst raschen Abschluß der mit der Bildung einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft zusammenhängenden großen Verträge das Wort redete, „damit Moskau erkenne, daß da nichts mehr zu wollen sei". Es gibt sicherlich viele im Land, die der Meinung sind, das Hemd sitze uns näher als der Rode und die Wiedervereinigung mit unsem Brüdern und Schwestern hinter dem Eisernen Vorhang liege uns vorerst mehr am Herzen als eine „Integration“, die ja keineswegs als ein Geschenk an Deutschland gedacht ist. Jedenfalls hat die sozialdemokratische Bundestagsfraktion vorerst einmal die Regierung aufgefordert, dem Bundestag unverzüglichen Bericht über die Pariser Saarverhandlungen zu erstatten. Die Westmächte haben ihrem Alliierten von gestern nun die Antwort auf dessen Note vom 10. März überreicht. Ihr Tenor verrät allerdings mehr Unsicherheit als Gradlinigkeit westlicher Politik. Das mag damit Zusammenhängen. daß die Angelsachsen, wenn unsere Londoner Informationen stimmen, nicht in Deutschland, sondern in Frankreich den neuralgischen Punkt Europas sehen. Wenn der Kreml es nicht schon aus Zeitungen oder über seine Pariser Botschaft wüßte, dann haben ihm bestimmt die französischen Kommunisten klaren Wein über die Finanzmisere, den kostspieligen Krieg in Indöchina, die Lostrennungsbestrebungen in Nordafrika und die Lage in Tunis eingeschenkt, wo Minister eingekerkert werden oder in Paris verschwinden und der Belagerungszustand verhängt wurde. Darauf will wohl auch der linksstehende „Combat“ mit seiner Feststellung hinaus, unter den Unterzeichnern der Antwortnote gebe * W. KtalM> «s einige, deren politische Zukunft an einem seidenen Faden hänge. Nicht nur für Frankreich, auch für uns sind die labilen Verhält Risse in Paris ein Unglück, und es hat leider den Anschein, daß der Labilste im labilen Kabinett gerade Außenminister Robert Schuman ist. Das erklärt auch sein Schwanken zwischen Aussöhnung mit Deutschland und Konzessionen an die Hintergrundmächte des Quai d’Orsay, deren Ziel seit Poincares Tagen die Allianz mit Rußland gegen Deutschland ist. Die „großen Drei“ haben begreiflicherweise in ihrer Antwort sofort am wundesten Punkt des sowjetischen Friedensvorschlags eingehakt, Deutschland solle eine eigene Armee, Flotte und Luftstreitkräfte bekomijien. Zu wiederholten Malen hat auch Dr. Adenauer versichert, daß wir keine deutsche Wehrmacht, sondern nur Europasoldaten wollen. Das ist richtig. Die massive Ablehnung des russischen Vorschlags berührt uns aber trotzdem etwas schmerzlich. Mit brutaler Offenheit stößt uns ihre Begründung auf die ewige Wand des Mißtrauens. Fine solche Maßnahme würde die „neue Epoche in Europa“ vereiteln, heißt es in der Antwort. Das ist sehr schön gesagt, aber sofort wird hinzugefügt, man müsse ein Wiederaufleben des deutschen Militarismus unmöglich machen. Einmal ist von dieser „neuen Epoche“ noch nicht gar viel zu verspüren, die europäische Verteidigungsgemeinschaft wird noch für lange Zeit auf dem Papiere stehen, und schließlich sollte man ein Volk, das man zum Partner wünscht, nicht immer mit alten Ladenhütern vom deutschen Militarismus kränken wollen, die auch durch häufiges Wiederaufbügeln nicht wahrer werden. Die 'Sowjetnote hat es den Westmächten nicht sonderlich schwer gemacht, in Gegenfragen auf Lückenhaftigkeiten und Doppelzüngigkeit des Vorschlags hinzuweisen. Aber die Antwort läßt die Türe zu Verhandlungen offen. In Bonn scheint man der Auffassung zu sein, Verhandlungen mit den Sowjets seien im Augenblick verfrüht. Wir möchten aber annehmen, daß das deutsche Volk im Westen und Osten gerade beschleunigte Verhandlungen wünscht. Wir müssen endlich einmal wissen, ob die Möglichkeit besteht, die deutsche Einheit wieder zu erlangen, und woran wir mit Moskau sind. Und von Dr. Adenauer wüßte man gerne, woran wir mit der Saar sind. Bundestagsdebatte über Tabaksteuer Bundesfinanzminister sagt Überprüfung einer Senkung zu - Maßnahmen zum Schut* des Handwerks und des Handels gen der CDU/CSU einmütig für Maßnahmen zum Schutz des Handwerks und des Handels aus. Die Anträge, die sich mit deri Regiebetrieben der öffentlichen Hand, der gewerblichen Tätigkeit der Versorgungsbetriebe, dem Belegschafts- und Behördenhandel und der deutschen Gesetzgebungshoheit im Gewerberecht beschäftigen, wurden an die Ausschüsse überwiesen. In zweiter und dritter Lesung nahm das Plenum einstimmig einen Gesetzentwurf an, nach dem die Pfänxiungs grenzen bei Arbeitseinkommen erhöht werden. Danach sollen Arbeitseinkommen bis zu einer Höhe von 169 Mark monatlich, 39 Mark wöchentlich und 6,50 Mark täglich nicht pfändbar sein. Wenn das Arbeitseinkommen diese Beträge übersteigt, ist es zu drei Zehntel des Mehrbetrages pfändungsfrei. Diese Sätze erhöhen sich, wenn der Schuldner Familienmitglieder, oder Verwandten Unterhalt gewährt. Bonn. Bundesfinanzminister Fritz Schäffer kündigte am Mittwoch im Bundestag an, daß er nach Abschluß seiner Verhandlungen mit den Besatzungsmächten über eine Eindämmung des Besatzungsschmuggels eine Senkung der Tabaksteuer und der Preise für Tabakerzeugnisse prüfen wird. Er beantwortete damit eine FDP-Interpellation und einen Antrag der CDU/ CSU zu einer Neuregelung der Tabaksteuer. Schäffer sagte, für eine so weitgehende Steuersenkung, daß auch die Preise ermäßigt werden können, sprächen zwei Gründe: Einmal die zum Ausgleich für die gestiegenen Material- und Lohnkosten als unumgänglich erkannten Steuerstundungen in der Tabakindustrie, und zum zweiten der Schmuggel, besonders der Besatzungsschmuggel mit Zigaretten durch den Verkauf nicht verbrauchter Rationen. Diesem Schmuggel könne am wirksamsten durch Herabsetzung der Rationen begegnet werden. Eine Steuersenkung dürfe jedoch nicht zu einem Rüdegang der Bundeseinnahmen führen. Sie müsse einen Mehrverbrauch hervorrufen, der den geringeren Steuerertrag bei der einzelnen Zigarette wieder wettmache. Die CDU/CSU stand nicht einhellig hinter ihrem Antrag. Johannes Even forderte im Namen einiger CDU/ CSU-Abgeordneter die Beibehaltung der gegenwärtigen Tabaksteuersätze. Es sei besser, die Renten zu erhöhen oder die Umsatzsteuer zu ermäßigen. Auch zum Schutze der Jugend solle von einer Verbilligung der Zigarette abgesehen werden. Die SPD befürwortete eine Tabaksteuersenkung. Die KPD forderte die Einführung einer Fünf-Pfennig-Zigarette. Die föderalistische Union plädierte für eine Senkung aller Verbrauchssteuern. Der Bundestag überwies die Anträge der CDU/CSU und der SPD und die FDP-Interpellation an den zuständigen Ausschuß. In allen drei Lesungen verabschiedete der Bundestag einen von den Koalitionsparteien, der SPD und der FU gemeinsam vorgelegten Gesetzentwurf zur Sicherung und Erleichterung der Aufgaben der UNO-Kommi-ssion in Deutschland. Anschließend sprachen sich alle Fraktionen bei der Beratung von vier Anträ- Unbefriedigender Lastenausgleich Ausschuß des Bundestages beendet Beratungen über Entwurf Bonn. Der Lastenausgledchsausschuß des Bundestages beendete am Mittwoch in Anwesenheit von Vizekanzler Blücher und der Bundesminister Dr. Lukaschek und Schäffer die dritte Lesung des Lastenausgleichs-Ge- eetzentwurfs. Bundesvertriebenenmimster Dr. Lukaschek bezeichnete den Entwurf als für die Heimatvertriebenen unbefriedigend. DIfe Entscheidung über die Möglichkeiten der Verbesserung liege in der Hand des Bundestages. Wie bekannt wurde, jst eine vorbereitete gemeinsame Erklärung der Minister nicht in vollem Umfang mitgeteilt worden, um den Entscheidungen des Bundesrates nicht vorzugreifen. Von den errechneten rund 2,2 Milliarden Mark Jahresaufkommen sind nämlich nach wie vor einige Posten zweifelhaft, und es liegt an den Ländern; ob die Gelder für den Lastenausgleich zur Verfügung stehen werden. Die Frage ist, ob 160 Millionen Mark — nicht, wie bisher errechnet wurde, 190 Millionen — als Teuerungszuschlag zur Kriegsschädenrente und 250 Millionen Mark als Ausgleich für ersparte Kriegsfolge- lasten in den Bundeshaushalt für den Lastenausgleich eingesetzt werden können. Finanzminister Schäffer hat das unter der Voraussetzung zugesagt, daß sich die Länder mit der Erhöhung des Bundesanteils an der Einkommen- und Körperschaftssteuer einverstanden erklären. Von dem 250 Millionen- Mark-Posten will Schäffer unter der genannten Voraussetzung 150 Millionen Mark aus Bundesmitteln bereitstellen, während die Länder rund 100 Millionen Mark zahlen sollen. Ferner kommt es darauf an, ob die Länder, wie im Entwurf vorgesehen, rund 130 Millionen Mark an Aufkommen der Vermögenssteuer für den Lastenausgleich bereitstellen werden. Schließlich besteht noch keine Klarheit darüber, - ob sich Schäffer bereit- flnden wird, die aus Mitteln des Soforthilfefonds bereits gezahlten Teuerungszqschläge, die an sich aus dem ordentlichen Etat hätten bereitgestellt werden müssen, an den Lastenausgleichsfond zurückzuzahlen. , * Gedenkfeier für Ludwig van Beethoven Bundespräsident, Bundeskanzler, Minister, Gesandte und Botschafter ehren den großen deutschen Meister in seinem Geburtsbause in Bonn gräbnds. Nachdem die letzten Töne der Cava- tine verklungen waren, begab sich deir Bun- aespräsident in das im ersten Stock des Hauses gelegene Gebu rtszimmer Beethovens und legte in dem • niedrigen, völlig schmucklosen Raum einen großen Kranz nieder. Auch der Bundeskanzler, die Bundesminister und die ausländischen Diplomaten legten Blumenspenden nieder. Bonn. Zur Wiederkehr des Todestages Ludwig* van Beethovens ehrten Bundespräsident Prof. Theodor Heuss und Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer am Mittwoch im Geburtshaus Beethovens in Bonn das Andenken des großen deutschen Komponisten. In den engen Barockräumen des Geburtshauses des Meisters in der Bönngasse 20 hatten sich zu der Gedenkstunde viele Vertreter des politischen und kulturellen Lebens der Bundesrepublik eingefunden. Neben dem Bundeskanzler waren die Bundesminister Dr. Robert Lehr und Jakob Kaiser erschienen. Botschafter und Ge- Eine dichterische Gedenkrede auf Beethoven hielt der Dramatiker Ferdinand Bruckner am Mittwochabend in der Feierstunde des Berliner Senats im Schloß Charlottenburg. Er sandte des diplomatischen Korps und viele,schloß seine Interpretation aus dem Geist der Verehrer Beethovens, unter ihnen Prof. Elly Ney, füllten die früheren Wehn räume des Beethovenhauses. Beethovens elegischer Gesang (Opus) 118) und die Cavatine aus dem Streichquartett Opus 130. vom Strubquartett und Mitgliedern der staatlichen Hochschule für Musik in Köln vorgetragen, umrahmten die von Alexander Schödler, Köln, gesprochene berühmte Trauerrede Franz Grillparzers zu Beethovens Be- Poesie mit der - Deutung der Schöpferkraft Beethovens, der „die Sehnsucht besaß, die zu stillen einem Menschen nicht gegeben ist, wenn das Genie in ihm sie für den Akt der Schöpfung braucht“. In der Reihe der Westberliner Beethoven-Gedenkveranstaltungen war am Vorabend im Titania-Palast die neunte Symphonie mit Schillers Schlußchor „an die Freude“ aufgeführt worden. Im Streit den Vater erschlagen Heidenheim (Württemberg). Im Heidenhei- mer Vorort Schnaitheim wurde der 46 Jahre alte Schreiner Mühlberger von seinem 21 jährigen Schn mit einem Hammer erschlagen. Der Tat ging ein Familienstreit voraus, in dessen Verlauf der Sohn den Hammer ergriff und den Vater, der betrunken nach Hause gekommen war, mehrmals auf den Kopf schlug. Der fcerbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod des Vaters feststellen, der blutüberströmt zusammengebrochen war. Ueberfall auf gepanzerten Transportwagen Danvers (Massachusetts). Zum erstenmal ge- bewaffneten Banditen ein Ueberfall auf bedenklich verletzt. einen gepanzerten Transportwagen, wie sie die Banken in den USA zum Schutz gegen Raubüberfälle auf ihre Geldtransporte verwenden. In Danvers überfielen Banditen einen gepanzerten Transportwagen und beraubten ihn um 600 000 Dollar. Wahnsinniger sticht Aerzte und Wärter nieder Frankfurt. Ein ehemaliger Insasse der Ner- venklinik in Frankfurt-Niederrad stach in einem neuen Wahnsinnsanfall mehrere Aerzte und Wärter mit einem Messer nieder. Einer der Wärter starb sofort an innerer Verblutung. Ein Arzt wurde durch mehrere Stiche Altersversorgung für das Handwerk wird geändert Bonn. Das Bundeskabinett verabschiedete einen Gesetzentwurf, der den Handwerkern in Zukunft die gleiche Versicherungspflicht auferlegen soll, wie den Angestellten. Handwerker werden dann bis zu einem Jahreseinkommen von 8400 Mark— der vorgesehenen Versicherungshöchstgrenze für die Angestelltenversicherung — versicherungspflichtig sei. Bisher waren die Handwerker verpflichtet, entweder Beiträge zur Angestelltenversicherung zu zahlen oder eine Lebensversicherung abzuschließen. Wer soll die Mieterhöhung erhalten ? Bonn. Die Wiederaufbauminister der Länder haben sich in den Ausschu ßberatungen des Bundesrates gegen die von der Bundesregierung vorgeschlagenie zehnprozentige Erhöhung der Altmieten geiwandt. Eine solche isolierte Maßnahme sei nicht geeignet, zur Lösung des Gesamtproblems beizutragen. Eine Erhöhung der Mieten für Althausbesitz dürfe nicht in vollem Umfange den Hauseigentümern zugute kommen, sondern müsse zum Teil für die Finanzierung von Neubauten verwendet werden. Wie im Bundesrat bekannt wurde, wollen die Wiederaufbaumindster für den Fall, daß der Bundesrat der RegieiMgsverordnung zu- stimmt, vorschlagen, daß noch im Laufe dieses Jahres die Altbaumieten zusätzlich um 15 Prozent erhöht werden. Diese Mieterhöhung soll dann ausschließlich zur Förderung des sozialen Wohnungsbaues Verwendung finden und nicht etwa in die Taschen der Hauseigentümer fließen. Neues in Kurze Bundespräsident Prof. Heuss empfing Bundesver- triebenenmlnister Dr. Hans Lukaschek au einer Aussprache Ober Flttchtllngsfragen und Probleme des Lastenausgleichs. Bundeskanzler Dr. Adenauer und die drei alliierten Hohen Kommissare werden Donnerstagnachmittag die Verhandlungen aber den Abschluß der deutsch-alliierten Verträge aur Ablösung des Besatzungsstatuts fortsetzen. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Franz Ott, der bisher der Gruppe BHE-DG angehörte, hat sich der Fraktion der deutschen Partei als Hospitant ange- schlossen. Die SPD beabsichtigt, die Begründung der von ihr und der föderalistischen Union (Bayernpartei- Zentrum) beim Bundesverfassungsgericht elnge- reiebten vorbeugenden Feststellungsklage zur Verfassungsrechtlichen Seite eines Verteidigungsbeitrages zu erweitern. Postrat a. D. Dr. phil. Max “Roscher, der gesebäfts- fflhrende Vizepräsident der deutschen weltwirtschaftlichen Gesellschaft und Sekretär des Rotary- Clubs, Berlin, ist in Berlin im T6. Lebensjahr an einer Herzkrankheit gestorben. Bischof D. Dr. Dibelius wird am 22. Juni auf der Hauptversammlung des Gustav-Adolf-Werkes der evangelischen Kirche im Rheinland in Dudweiler (Saar) sprechen. In der Universitätsklinik Erlangen ist der bisherige Leiter des Kreiskrankenhauses Freudenstadt, Professor Dr. Willy Usadel, im Alter von 5* Jahren an einer Herzschwäche gestorben. Professor Usadel war ln der Bundesrepublik und im Ausland weithin als Kapazität auf dem Gebiet der großen Chirurgie der Bauchorgane bekannt. Die rund 2000 Besatzungsmitglieder der IM deutschen Heringslogger weigern sich, die Ausreise zur Frühjahrsfangsaison anzutreten, well ihre arbeitsrechtlichen Forderungen bisher nicht erfüllt wurden. Einer neuen größeren Verhaftungswelle des Staatssicherheitsdienstes der Sowietzone sollen bisher 120 Menschen aus der Lutherstadt Wittenberg und Umgebung, darunter leitende Angestellte des Stickstoffwerkes Piesteritz, zum Opfer gefallen sein. Den Festgenommenen wird Spionage vorgeworfen. Der Geschäftsführer des deutschen Industrieinstituts, Dr. Fritz Hellwig (Köln)' forderte ln Bad Dürkheim eine politische Solidarität der Industrie, des Handels, des Handwerks, der freien Berufe, der Angestellten und der Landwirtschaft. Das belgische Sequesteramt in Brüssel bat dem deutschen Amt für Wertpapierbereinigung in Bad Homburg mitgeteilt, daß die von deutschen Industrieunternehmen aufgegebenen, auf Reichsmark lautenden Aktien und Obligationen nicht unter das belgische Gesetz über die Beschlagnahme deutscher Vermögenswerte fallen. Eine aus schweizerischem, amerikanischem nnd israelischem Kapital gegründete ölgeselischaft soll vor kurzem im Negeb-Gebiet im Süden Israels mit Versuchsbohrungen begonnen haben. John Foster Dulles trat am Dienstag von seinem Posten als Berater des amerikanischen Außenministers Dean Acheson zurück. Der griechische Wirtschaftsminister Papapolitis hat Prof. Erhard in diesen Tagen eine Einladung zu Besprechungen über den deutsch-griechischen Warenaustausch nach Athen übermittelt. Der brasilianische Krlegsminister General Mllton, Esttllao Lea! ist von Staatspräsident Getullo Vargas seines Amtes enthoben worden. v Tumulte in der Kirche Den P'arrverweser von Heroldsbach mit Pfui-Rulen und Drohungen überschüttet Heroldsbach. Tumultartige Szenen ereigneten sich am Dienstag in der Kirche von Heroldsbach beim Gottesdienst anläßlich Mariä Verkündigung. Pfarrverweser Dr. Schmidt verweigerte einer Anzahl von Besuchern des sogenannten ., Erscheimmgsh ü gels “, die Kommunion. Darauf wurde der- Geistliche mit Pfui-Rufen und Drohungen überschüttet, so daß er gezwungen war, den Gottesdienst zu unterbrechen. Die Ruhestörer forderten die Kirchenbesucher auf, aus der Kirche auszutreten und sich der Laiengemeinschaft auf dem Erscheinungshügel anzuschließen. Schließlich verließen sie unter fortgesetzten Beschimpfungen die Kirche. Etwa 3000 Personen, die mit Omnibussen und der Bahn aus allen Teilen des Bundesgebiets und der S chweiz nach Heroldsbach gekommen waren, versammelten sich zu einer Laienandacht auf dem „Ersehei- mmgshügel“. Als die Polizei eintraf, zogen sich die Teilnehmer zurück und verließen Heroldsbach. Dr. Schaumburg gestorben Frankfurt. Der letzte männliche Ueberle- bende aus der schweren Flugzeugkatastrophe bei Frankfurt a. M., Dr. Paul Schaumburg, Ist in der Nacht zum Mittwoch seinen schweren Verletzungen erlegen, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Bis zu 30 Grad Kälte in Schweden Neuscbneefälle in der ganzen Bundesrepublik Stockholm. Schweden erlebt gegenwärtig eine für die fortgeschrittene Jahreszeit ungewöhnliche Kältewelle. Im Zentrum von Stockholm wurden in der Nacht zum Mittwoch 14 und in den Außenbezirken 22 Minusgrade gemessen. In den Gebirgsprovinzen Mittel- und Nordschwedens sanken die Temperaturen bis zu minus 30 Grad. Der Bottnische Meerbusen, der schon eisfrei war, ist wieder zugefroren. In Südschweden, wo bereits die ersten Störche eingetroffen waren, fiel die Temperatur auf minus sechs Grad. In allen Teilen Deutschlands ist es in der Nacht zum Mittwoch wieder Winter geworden. Leichtes Schneetreiben oder starke Neuschnee- fälle hüllten Stadt und Land in eine dichte weiße Decke, wie sie im vergangenen Winter nur selten zu sehen war. Die Landeshauptstadt von Schlewig-Holstein. Kiel und auch die Hansastadt Hamburg verz ei ebneten mit einer Schneehöhe 'von acht Zentimetern und Verwehungen bis zu 15 Zentimetern den stärksten Schneefall dieses Winter*. Auf der Straße Schleswig-Kappeln traten Schneeverwehungen bis zu einem Meter auf. während in anderen Teilen des Landes nur sehr wenig Schnee fiel. Im sowjetisch besetzten Teil des Harzes und im Erzgebirge hielten die Schneefälle am Mittwoch bei 10 Grad Kälte an. Auch im Schwarzwald, in München, Frankfurt. Düsseldorf und Berlin ist das Thermometer über Nacht nach milden Vorfrühlingstagen auf eins bis fünf Grad unter Null gesunken. Auch in den nächsten Tagen wird mit einer Fortdauer des recht kühlen, winterlichen Wetters in allen Teilen Deutschlands gerechnet. Piccard will 1500 Meter tief taudien Neapel. Der 68jährige Schweizer Professor August Piccard, der als Erforscher der Stratosphäre und der Meerestiefen bekanntgeworden ist, will demnächst vor der westitaMenl- schen Küste bei Tauchversuchen eine Tiefe von 1500 Meter erreichen. Er will seine Versuche westlich der kleinen Insel Ponza mit einer wasserdichten und drudesicher verschließbaren Kugel anstellen. Im Gegensatz zu früheren Versuchen soll die Kugel nicht mit Kabel an einem Schiff an der Oberfläche des Wassers befestigt werden. Die Taucherkugel wird so eingerichtet, daß sie im Wasser nach Belieben tiefer sinken oder steigen kann. Professor Piccard will nach Möglichkeit bis zu vier Tagen unter Wasser bleiben. Die italienische Regierung hat die Marinebehörden angewiesen, dem Forscher jede erdenkliche Unterstützung zu gewähren. Er trifft gegenwärtig gemeinsam mit seinem Sohn Jacques in Triest die Vorbereitungen für seine Expedition. Basler DM-Notierung Am Mittwoch wurden für große und kleine Noten im Ankauf: 87 und im Verkauf: 91 notiert. Wetterbericht Nach Abzug des mitteleuropäischen Tiefs in südöstlicher Richtung kann jetzt bei nördlicher Luftströmung recht kalte Festlandluft ungehindert bis nach Süddeutschland Vordringen. Später haben wir mit einem Ueber- gang zu Hochdruckwetter zu rechnen. Voraussichtliche Witterung bis Freitagabend: Am Donnerstag wechselnd bewölkt und noch einige Schnee- und Graupelschauer. Am Freitag wesentlich kälter als an den Vortagen. Temperaturen tagsüber nur bis zu 5 Grad über Null, nachts empfindliche Fröste, in ungünstigen Lagen noch unter minus 5 Grad. Im Schwarzwald bis 500 Meter Neu* schnee. i 4 Donnerstag, 27. März 1952 Baden-Württembergs erster Start Eröffnungssitzung der Verfassunggebenden Landesversammlung — Hohes Haus ohne Lücken Überraschungen bei der Präsidentenwahl Drahtbericht unseres Stuttgarter Dt. -Vertreters Stuttgart. Es war ein historischer Augenblick, den man bei der Eröffnung der Verfassunggebenden Landesversammlung erlebte. Mehrere Jahre ist um die Errichtung des Südweststaates gekämpft worden. Manches harte Wort ist während dieses Kampfes gefallen. Ein neben mir sitzender Amerikaner verglich das, was sich zwischen Württemberg und Baden abgespielt hat, mit dem „Sezessionskrieg“, der vor hundert Jahren in Amerika ausgefochten wurde. Dieser Vergleich hinkt natürlich. Die Altbadener kämpften vor allem um Gefühlswerte, deren hohe Bedeutung man nicht verkennen darf. Nun haben sich Badens und Württembergs erwählte Vertreter zur ersten Tagung des gemeinsamen Parlaments zusammengefunden, um den Schlußpunkt hinter die vollzogene Verschmelzung zu setzen und dem neuen ßtaatswesen eine Verfassung zu geben. Ueber sie ist heute schon zu sagen, daß in ihr dem neuen Staatswesen der Name „Baden- Württemberg“ beigelegt werden wird. Gottesdienste leiteten die Tagung ein Den Himmel über der schwäbischen Landeshauptstadt färbte ein ernstes Grau, als am Dienstag um 11 Uhr die Vertreter der südwestdeutschen Bevölkerung ungeachtet der alltäglichen Hast und des geschäftlichen Treibens der Menschen in Stadt und Land sich in der evangelischen Schloßkirche und der katholischen Marienkirche zusammenfanden. Den Gottesdienst läuteten keine Glocken ein, aber die Feiern waren würdig, festlich, still. Auf den Gesichtern der in den Bankreihen dicht nebeneinander stehenden Abgeordneten, unter denen sich auch der badische Staatspräsident Leo Wohieb befand, spiegelte sich manches fromme Versenken, erfüllt von der Schwere der Verantwortung, die Männer tragen, die einer Familie von rund sieben Millionen Menschen eine allen Teilen gerecht werdende Verfassung geben sollen. Hier in den Gotteshäusern sah man den Abgeordneten der Verfassunggebenden Landesversammlung nur den guten Willen, aber keine Parteiinteressen an. 121 Abgeordnete waren anwesend Die Tagung begann ungemein harmonisch und friedlich. Aach Staatspräsident Wohieb wohnte der Sitzung bei, und man sah ihn in eingehendem Gespräch mit Ministerpäsident Dr. Reinhold Maier. Außerdem waren als Ehrengäste die Landtagspräsidenten Keil (Württemberg-Baden), Gengier (Württemberg-Hohenzollem) und Philipp Martzloff (Südbaden) anwesend. Der 74- jährige Alterspräsident Wilhelm Bäßler aus Freudenstadt ist zwar kein Neuling auf dem parlamentarischen Parkett. Trotzdem überraschte es, mit welcher Sicherheit und Eleganz dieser kernige Sohn des Schwarzwaldes die Obliegenheiten des ihm als ältesten Mitgliede der Versammlung zugefallene Aufgabe löste. Er hielt eine alle großen politischen Probleme berührende Ansprache, die die Wahrheit des Goethe-Wortes bewies: „Es trägt Verstand und rechter Sinn mit wenig Kunst sich selber vor.“ Für die Kriegsgefangenen und die in der Abtrennung von Westdeutschland lebenden Volksgenossen fand er von Herzen kommende Worte, die lebhaften Beifall auslösten. Auch Berichterstatter, die seit Jahrzehnten im Parlament aus- und eingehen, können sich kaum daran erinnern, einen Landtag lückenlos beisammen gesehen zu haben. Krankheit und berufliche Obliegenheiten verhindern bald diesen, bald jenen am Erscheinen. Bei dieser Eröffnungssitzung aber trat der seltene Fall ein, daß niemand fehlte. Die Wahl des Landtagspräsidenten Es ist ein- alter parlamentarischer Brandt, daß die größte Fraktion den ersten Präsidenten stellt. Als die CDU demzufolge ihren Anspruch anmeldete, wurde -kein grundsätzlicher Widerspruch erhoben. Man hätte daher erwarten können, daß der von ihr vorgeschlagene Kandidat Dr. Karl Neinhaus, der von 1929 bis 1945 Oberbürgermeister von Heidelberg war, nahezu einstimmig gewählt werde. Als aber eine Viertelstunde verging, ohne daß das Ergebnis bekannt gegeben wurde, bemächtigte sich des Hauses und der vollbesetzten Tribünen eine starke Unruhe. Man erwartete eine Ueber- raschung, und sie stellte sich auch ein. Von den 121 Stimmzetteln trugen nur 82 den Namen des vorgeschlagenen Kandidaten Dr. Neinhaus, 22 Zettel waren unbeschrieben abgegeben worden, die übrigen verteilten sich auf andere Abgeordnete der CDU. Natürlich gab dieses überraschende Ergebnis Anlaß zu lebhaftem Meinungsaustausch im Saal und auf der Tribüne. Welche Kreise dem vorgeschlagenen Kandidaten 39 Stimmen vorenthielten und wie sich diese geheime Abstimmung abgespielt hat, wird nie völlig klar- gestellt werden können. Aber immerhin geschah etwas, was dazu beitrug, falsche Schlußfolgerungen zu vermeiden. Der Vorsitzende der Fraktion der Heimatvertriebenen, Dr. Karl Mock er, nahm das Wort. Er beklagte sich zwar darüber, daß die CDU bei den in den letzten Tagen abgehaltenen Verhandlungen keinen Wert darauf gelegt habe, mit seiner Fraktion zusammenzuarbeiten, aber dann vollführte er eine Kehrtwendung und bekannte, daß er und seine Freunde trotzdem für Dr. Neinhaus gestimmt hätten, weil er ihnen als Persönlich' koiß seiner Objektivität und Sachlich keit sympathisch sei. Die Zuhörer quittierten der von der DVP präsentierte Dr. Karl S c h ä - diese überraschende Erklärung mit sanfter Hei' terkeit. Dann kam die nächste Ueberraschung. Der von der SPD als erster Vizepräsident vorgeschlagene Abgeordnete Wilhelm Gering erhielt zwar 92 von den abgegebenen Stimmen, aber wieder waren 21 Stimmzettel leer abgegeben worden. Auch der zweite Vizepräsident, fer, erhielt nur 93 Stimmen. Wieder waren 22 Zettel leer. Die restlichen Stimmen waren zersplittert. Dieses dreifache Auftreten eines Blocks von fast 20 Prozent der Abgeordneten, der sich weigerte, dem Kandidaten irgendeiner der drei Fraktionen seine Stimme zu geben, ist ein ganz ungewöhnlicher Vorgang in der Parlamentsgeschichte Die Si^ung des Ältestenrats Wie unbürokratisch auch eine Volksvertretung arbeiten kann, beweist die Tatsache, daß die Fraktionen der Verfassunggebenden Landesversammlung bereits eine Stunde nach Beendigung der ersten Plenarsitzung ihre Vertreter für den Aeltestenrat nominiert hatten. Von SPD und FDP/DVP war beantragt, zwecks Beratung der von CDU, SPD und FDP/VDP eingereichten Entwürfe eines Ueberleitungs- gesetzes die Verfassunggebende Landesversammlung bereits am 26. März wieder einberufen zu lassen. Da jedoch nach den Bestimmungen der Geschäftsordnung Gesetzvorlagen frühestens drei Tage nach Verteilung der Antragsunterlagen an die Abgeordneten beraten werden können, fiel es nicht schwer, sich auf die Einberufung des Aeltestenrats zu einigen. Auch hatte der kommunistische Abgeordnete Hans Rueß diesen Umstand als Haar in der Suppe entdeckt und mit Nachdruck auf die Pflicht zur Einhaltung der Geschäftsordnungsbestimmungen hingewiesen. In der ersten Sitzung, so erklärte Dr. Nein- haus vor der Presse,' wurden in erster Linie Geschäftsordnungsfragen besprochen. Der Zeitpunkt für den nächsten Zusammentritt der Verfassunggebenden Landesversammlung wurde vom Aeltestenrat auf Mittwoch, den 2. April, 12 Uhr, bestimmt. Auf dieser Sitzung sollen die Entwürfe der drei Parteien für ein Ueberleitungsgesetz in der ersten Lesung beraten sowie die Bildung des Verfassungsausschusses, des Geschäftsordnungsausschusses und des Wahlprüfungsausschusses vorgenommen werden. Die Sitzungen der Verfassunggebenden Landesversammlung sollen regelmäßig mittwochs und womöglich auch donnerstags stattflnden. Die Antwort an den Kreml Westmädite gegen ein wiedervereinigtes Deutschland mit eigenen Streitkräften Moskau. Die diplomatischen Vertreter der USA, Großbritanniens und Frankreichs überreichten am Dienstagnachmittag dem sowjetischen Außenminister Wyschinski die Antwort der Westmächte auf die Vorschläge der Sowjetregierung vom 10. März über den Abschluß eines deutschen Friedensvertrages. In sachlich gleichlautenden Noten betonen die Westmächte, daß der Abschluß eines „gerechten und dauerhaften Friedensvertrages, der die Teilung Deutschlands beendet“ stets ein wesentliches Ziel ihrer Politik gewesen sei und bleibe. Zu den einzelnen Punkten der sowjetischen Vorschläge nahmen die Westmächte wie folgt Stellung: 1. Gesamtdeutsche Regierung: Die Westmächte heben hervor, daß eine derartige Regierung nur auf der Grundlage freier Wahlen in ganz Deutschland geschaffen werden und diese Wahlen nur unter Verhältnissen stattfinden können, die die nationalen und individuellen Freiheiten des deutschen Volkes gewährleisten. In den Noten wird in diesem Zusammenhang auf die UNO-Kommission für Deutschland verwiesen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß ihr auch in der Sowjetzone und in Ost- berlin die Unterstützung zuteil werde, die ihr in der Bundesrepublik und Westberlin zugesichert wurde. Die gesamtdeutsche Regierung soll nach Auffassung der Westmächte sowohl vor wie nach Abschluß eines Friedensvertrages die Freiheit haben, Gemeinschaften beizutreten, die mit den Grundsätzen der Vereinten Nationen vereinbar sind. 2. Das Grenzproblem: Zu der Bemerkung in den sowjetischen Vorschlägen, das Gebiet Deutschlands sei durch die Grenzen bestimmt, die auf Grund der Entscheidungen der Potsdamer Konferenz gezogen wurden, erklären die Westmäphte, daß in Potsdam keine endgültigen deutschen Grenzen festgesetzt wurden. In den Entscheidungen von Potsdam sei vielmehr klar bestimmt, daß die endgültige Regelung territorialer Fragen dem Friedensvertrag Vorbehalten bleibt. 3. Deutschlands Wiederbewaffnung: Die Westmächte vertreten die Ansicht, daß der sowjetische Vorschlag, Deutschland die Aufstellung nationaler Land-, Luft- und Seestreitkräfte zu seiner Verteidigung zu gestatten, einen Rückschritt darstellen und den Anbruch einer neuen Epoche der internationalen Zusammenarbeit in Europa vereiteln würde. In der Antwort wird vielmehr die Einbeziehung Deutschlands in eine rein defensive europäische Verteidigungsgemeinschaft befürwortet, „die die Freiheit sichern, eine Aggression verhindern und ein Wiederaufleben des Militarismus unmöglich machen wird“. Die Politik des europäischen Zusammenschlusses bedrohe die Interessen keines Landes und stelle den wahren Weg zum Frieden dar. In den Antwortnoten wird schließlich noch darauf hingewiesen, daß ins einzelne gehende Verhandlungen über den Friedensvertrag erst möglich seien, wenn Bedingungen für freie Wahlen in Deutschland geschaffen sind und eine freie gesamtdeutsche Regierung gebildet ist, die an solchen Verhandlungen teilnehmen könnte. Waren die Generale Ja-Sager ? Erhebung der öffentlichen Klage gegen den ersten Vorsitzenden der Gewerkschaft Oeffent- liche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), Adolf Kummermuß, hat der 1. Bundesvor- sitzende des Verbandes Deutscher Soldaten/ Bund der Berufssoldaten, Admiral a. D. Hansen, bei der Staatsanwaltschaft Hamburg gefordert. In den Aeußerungen Kummermuß auf dem Gewerkschaftstag in Hamburg, „daß Hitlers Generale, die vor dem Gefreiten auf den Knien gerutscht seien, wieder die Peiniger der deutschen Jugend werden“, erblickt der Verband eine schwere Beleidigung der lebenden und gefallenen Generale. Daß die Führer des Heeres in ihrer Gesamtheit nicht blinde Ja-Sager gegenüber Hitler waren, zeigen nach Ansicht des VdS/ BvW u. a. auch folgende Zahlen: Von 18 Feldmarschällen des Heeres wurden nacheinander 9 ihrer Stellung enthoben, 3 fanden im Krieg den Tod, 3 weitere büßten ihr Leben nach dem 20. Juli 1944 ein. Von den Generalobersten wurden 2 hingerichtet, 2 weitere wurden in Unehren verabschiedet und nur ganz wenige blieben bis zum Ende ungemaßregelt im Dienst. 20 Generale wurden auf Hitlers Befehl von deutschen Gerichten aus politischerr Gründen verurteilt und hingerichtet. 25 m hohes Stalin-Denkmal aus Kupfer Moskau. Am Wolga-Eingang des Wolga- Don-Schiffahrtskanals soll ein riesiges Stalin- Monument errichtet werden, das sich fast 80 Meter über den Wasserspiegel der Wolga erhebt. Das Denkmal soll von einer Stalinskulptur gekrönt werden, die aus geprägtem Kupfer verfertigt und 25 Meter hoch sein wird. Deutschland sollte an europäischem Aufbau beteiligt werden Washington. Der amerikanische Außenminister Dean Acheson hob am Mittwoch in Washington erneut hervor, daß es Deutschland gestattet werden müsse, sich am Aufbau einer starken europäischen Gemeinschaft zu beteiligen, die „ihre Freiheiten entwickeln und sich gegen Angriffe von außen oder Umsturz von innen“ verteidigen kann. Die amerikanische Regierung sei davon überzeugt, daß -eine solche Gemeinschaft völlig defensiven Charakter habe. Der Außenminister nahm in seiner wöchentlichen Pressekonferenz zu den Antwortnoten der drei Westmächte auf den jüngsten Vorschlag der Sowjetunion über einen Friedensvertrag mit Deutschland Stellung. Er bezeichnete es als den Hauptzweck der Antwort Großbritanniens, Frankreichs und der USA, die sowjetischen Absichten in bezug auf die Bedingungen zu klären, unter denen gesamtdeutsche Wahlen stattflnden sollen. In der sowjetischen Note vom 10. März sei diese Frage „in ein« - uar klaren Weise“ behandelt worden. Für künftige Erörterungen über den Friedensvertrag mit Deutschland wäre es „ein ermutigendes Zeichen“, wenn die Sowjets positiv auf die letzten Vorschläge dei^Westmächte zu einem Vertrag mit Oesterreich reagieren würden. Kampf um Juwelen Herzog von Segovia beantragt Anerkennung seines ausschließlichen Eigentumsrechtes an seiner Juwelensammlung Mailand. Don Jaime, Herzog von Segovia und Bruder des spanischen Thronprätendenten Don Juan, hat hei einem Mailänder Gericht die Anerkennung seines ausschließlichen Eigentumsrechtes an eineT Juwelensammlung beantragt, die er und seine erste Frau, die Gräfin Manuela de. Dampierre, 1943 gemeinsam bei einer römischen Bank deponierten. Es wird davon gemunkelt. daß diese Juwelensammlung einen märchenhaften Wert habe. Die Gräfin Dampierre soll bei einem anderen Mailänder Gericht die Feststellung beantragt haben, daß ihr die Juwelen zukommen. Don Jaime wurde 1949 in Bukarest von der Gräfin geschieden. Später heiratete er die deutsche Sängerin Charlotte Tiedemann. Sein Das Flugzeugunglück bet Frankfurt A Insgesamt 44 Personen wurden getötet, als das viermotorige Flugzeug „Königin Juliana* tn der Nähe von Frankfurt abstürzt«. Unser Bild zeigt die in der ganzen Umgebung verstreuten Gepäckstücke der Passagiere. Bruder Don Juan teilte aber am 14. März in Rom mit, daß die spanische Königsfamilie weder die zweite Ehe Don Jaimes noch den Anspruch von Frau Tiedemann anerkenne, den Titel einer Herzogin von Segovia zu führen. Die Königsfamilie sieht die Gräfin Manuela de Dampierre nach wie vor als rechtmäßige Gattin des Herzogs an. Es ist noch nicht bekannt, wann sich die Mailänder Gerichte mit den Ansprüchen auf die Juwelenkollektion befassen werden. Deutsch-alliierte Kommission soll Fall KrouDa untersuchen Bonn. Der Fall des Tschechen Kroupa, der von den Sudetendeutschen der „Henker von Joachimsthal“ genannt wird, soll nach einer Vereinbarung zwischen Bu ndes j ustizminister Dr. Dehler und dem amerikanischen Hohen Kommissar von einer deutsch-alliierten Kommission untersucht werden. Wie vom Bundes- justizministerium mitgeteilt wurde, soll eine achtköpfige Kommission prüfen, ob der Fall Kroupa, der bisher ausschließlich von alliierten Behörden behandelt wurde, an die deutschen Justizbehörden abgegeben werden kann. Wenn dies geschieht, soll geprüft werden, ob der deutsch-französische Auslieferungsvertrag die Möglichkeit bietet, ein deutsches Auslieferungsersuchen an Frankreich zu stellen. Frantisek Kroupa ist vor kurzem nach Frankreich geflüchtet und hat am Dienstag vom französischen Innenministerium die Aufenthaltsgenehmigung für Frankreich erhalten. Sechs Tote durch Hotelbrand L»s Angeles. Das große St.-George-Hotel in Los Angeles wurde durch ein verheerendes Großfeuer schwer beschädigt. Nach bisher vorliegenden Berichten sind mindestens sechs Menschen in den Flammen umgekommen und viele verletzt worden. Als das Feuer in den frühen Morgenstunden im dritten Stock des Gebäudes ausbrach, befanden sich etwa 150 Menschen im Hotel. Die Eilebrecht-Zigaretten- und Rauchtabakfabriken AG. Bruchmühlbach. Herstellerin der Bali- Zigaretten, hat eine neue lO-Pfg.-Zigarette unter dem Namen Bengal auf den Markt gebracht. Es handelt sich hier um eine Zigarette in besonders großem Format, die aus naturreinen Tabaken ohne Zusatz hergestelltw urde, die sich besonders an die Freunde von würzigen Zigaretten wendet. Jeder Zigaretten-Packung liegt ein Gutschein für bunte Karl-May-Bilder bei. (Siehe Anzeige.) Donnerstag, 37 . März 1952 Sektion Fußball telegraphierte - und schwieg dann Enttäuschung über Nichtzustandekommen gesamtdeutscher Meisterschaft Ober dag Nichtzustandekommen einer gesamtdeutschen Fußballmeisterschatt herrscht in West- und Ostdeutschland eine große Enttäuschung. Der offizielle Pressedienst des DFB hatte noch am 12. März eine optimistische Meldung „Gesamtdeutsche Fußball-Meisterschaft?“ gebracht und „besondere Verhandlungen“ mit der Sektion Fußball der Ostzone angekündigt. Und in Ostberlin meinte die „Nationalzeitung“, daß wir „seit der verhängnisvollen Spaltung Deutschlands Im Jahre 19«, als die Pläne einer gesamtdeutschen „Meisterschaft im letzten Augenblick scheiterten, nicht mehr so nahe vor einer Austragung auf gesamtdeutscher Basis standen wie in diesem Jahre.“ Turbine Balle: „Unser größter Wunsch“ BSG Turbine Halle, die sich zur Zeit mit drei Punkten Vorsprung (vor Motor Zwickau und Rotation Dresden) die «besseren Chancen auf die Ostdeutsche Meisterschaft ausrechnet, hoffte schon, im Kurt-Wabhel-Stadion am Stadtrand von Halle vor 35 000 gegen westdeutsche Spitzenmannschaften an- treten zu können. Trainer Fred Schulz sagte: „Unser größter Wunsch ist eine gesamtdeutsche Fußballmeisterschaft. Wahrscheinlich werden wir nun wieder dazu . übergehen, sonntags und mittwochs zu spielen, um unsere beiden besten Vertreter für die Endrundenkämpfe melden zu können." - Es darf keine Terminschwierigkeiten geben Vor wenigen Wodien hatte die Sektion Fußball den Vertretern des DFB in Hannover noch erklärt, an der diesjährigen „Deutschen“ nicht teilnehmen zu können. Als aber dieser Entschluß bei einer zweitägigen Tagung in Leipzig revidiert wurde, überlegte man sofort, wie man der Terminschwierigkeiten Herr werden könnte. Man erwog folgenden Plan: „Bei positiver Antwort des DFB können ab sofort Mittwoditreffen durchgeführt werden und die Meisterschaft -der DS-Oberliga würde spätestens am 23. April beendet sein. Für unsere Vertreter an den Endrundenkämpfen würde das bedeuten, daß eie nach den Anstrengungen und kräftezehrenden letzten Begegnungen- unausgeruht und strapaziert ln die Endrundenspiele eingreifen müßten. Das wurde ein schweres und großes Handicap sein. Aus diesem Grunde machen wir den Vorschlag, unsere Teilnehmer am ersten Spieltag frei zu lassen. Sie brauchten demzufolge wahrscheinlich erst am 11. Mai in die Entscheidung einzugreifen, da am 4. Mai das Treffen zwischen Westdeutschland und Irland stattfindet. Um keine Verzögerung eintreten zu lassen, würde sich bei Termingestaltung aber ® ln Weg finden, daß unsere Mannschaften das Spiel vom 27. April am 4. Mal nachholen, weil nicht anzunehmen Ist, daß sämtliche an der Endrunde teilnehmenden Vereine einige Spieler für die westdeutsche Auswahlelf aufstellen müssen," Avisierter Brief traf nie ein schien zunächst alles auf die Verwirklichung gesamtdeutschen Meisterschaft hlnzusteuem. So der Beim DFB in Frankfurt erwartete man den Brief der Sektion Fußball, der mit dem Telegramm der grundsätzlichen Bereitschaft zur Teilnahme an der „Deutschen“ angekündigt worden war. Man wartete jedoch vergeblich. Der Brief traf bis heute nicht ein. Hatte es sich die Sektion Fußball wieder anders überlegt, war die Einschaltung von Mittwochspielen ln der DS-Oberliga doch nicht möglich? Wir wissen es nicht. Dem DFB, der außer einem Telegramm nichts in Händen hatte, blieb auf seiner Frankfurter Beiratssitzung also nichts anderes übrig, als den Spielplan zur Deutschen Fußballmeisterschaft ohne die Vertreter Ostdeutschlands in der früher geplanten Form zu bestätigen. Es war also wieder einmal nichts mit dem Wunsch ganze Deutschland soll es sein . . .* „Das Für Helsinki fehlen noch 460000 Mark Das NOK und die DOG zur Finanzierung unserer Olympiamannschaft Das Nationale Olympische Komitee und die Deutsche Olympische Gesellschaft gaben zur Finanzierung unserer Olympiamannschaft folgende Erklärung ab: „Die gesamten olympischen Ausgaben sind in Vorbereitung und Durchführung mit 1 250 000 DM veranschlagt. Die Bundesregierung hat zu diesem Gesamtetat einen Zuschuß von 400 000 DM zugesagt. Davon sind 200 000 DM bereits gezahlt worden. Danach sind von der DOG noch insgesamt 850 000 DM aufzubringen. Von diesem Betrage sind für Oslo und für die Vorbereitungen für Helsinki bereits 290 000 DM'an das NOK abgeführt, -weitere 100 000 DM für dringende Vorbereitungskurse kommen in den nächsten Tagen zur Ausschüttung. Es fehlen mithin noch 460 000 DM. wenn der ln Aussicht gestellte Zuschuß der Bundesregierung rechtzeitig in voller Höhe eingeht. In dieser Summe sind alle mit Helsinki verbundenen Ausgaben enthalten, d. h. nicht nur die reinen Expeditionskosten, sondern auch die Kosten für Beschaffung, Transport und Versicherung von Geräten und Pferden, die Vorbereitungen der Fachverbände und die Auswahl der Kunstwerke und deren Transport für die olympische Kunstausstellung. Es wird noch einer großen Anstrengung der DOG bedürfen, um mit Hilfe der Olympia-Lotterie, der Spendenkarte der Bundesbahn, der Sportfiguren- Des Südens stärkste Streitmacht Der Repräsentativkampf Berlin-Süddeutsdbland im April Retter Sehlienz Herbolsheimer . Morlock Als gleichwertige -Für das Repräsentativspiel Berlin — Süddeutschland am 20. April stellt Süddeutschland seine beste Mannschaft auf. Rund drei Dutzend Spieler stehen zur Auswahl. Da der Süden seine kampfstärkste •Mannschaft schicken wird, kommen für die Berliner Reise in Frage; Bögelein Bauer Streitle Barufka Freißendörfer Blessing Herrmann ... - Austauschspieler stehen in Reserve: Schaffer (Tor), Mirsberger (Verteidiger), Berg- ner und Ucko (Flügelläufer), Lipponer (Stopper), Hofmsnn, Siegfried, Kronenbitter, Schade, Buhtz (Stürmer). Die süddeutsche Elf wird vorwiegend aus den Mannschaften l. FC Nürnberg, VfB Stuttgart und Kidcers Offenbach gebildet. Dazu kommen noch die besten Spieler aus München und Frankfurt. Die Frage wird allein sein, ob.die Nürnberger oder die Stuttgarter- Läuferreihe ' deft Vorzug erhält. Gespannt darf, man auf den Einsatz von Freißendörfer (Kickers Offenbach) sein, der zur Zeit SUddeutsch- lands bester Torschütze ist und dem eine große Zukunft vorausgesagt wird^ Olympia furnier — Ziel Nr. 1 bei den Amateuren Zeltler deutscher Sturmführer ln Helsinki? Im Olympia) ahr erhielt der deutsche Amateur-Fußball einen starken Auftrieb. Nachdem der Betrieb bei den Vertragsspielern auf vollen Touren läuft, nat sich der DFB seiner Amateure besser angenom- men. Auch bei den großen Vereinen dringt die erfreuliche Erkenntnis mehr und mehr durch, daß der Amateurfußban keinesfalls vergessen werden darf. Die Olympiaschulung durch Bundestrainer Sepp Herberger tut ein übriges, daß auch die breite Masse die Stärke bewundert, die eine Vielzahl guter Spie- ler über den landesüblichen Durchschnitt hinaushebt. Innentrio: Stollenberg—Zeltler—Schröder? Auf Grund der beim Duisburger Lehrgang und sonst gemachten Erfahrungen sind Jetzt 20 Fußballer aus allen Landesverbänden in die Olympia-Kernmannschaft berufen worden. 20 von ihnen dürfen nach Helsinki reisen, um die deutschen Farben im Olympia-Fußballturnier zu vertreten. Als aussichtsreichste Mannschaft läßt sich aus diesem Kader folgende Elf formieren: Schönbeck (FC St. Pauli) Hoffmann (SC Cronenberg) Sömmerlatt Jäger (Ph. Karlsruhe) (Cronenberg) Eberle (Ulm 1846) Glelxner (VfL Osnabrück) Mauritz Stollenwerk Zeltler Schröder Kluge (Düsseid.) (Düren) (Bayreuth (Bremen 80) (Sterkrade) Daneben sind noch folgende Spieler in engerer Auswahl: Bentsch-LUbbecke und Schuster-Eislingen (als Torhüter): -Kirck-Werder Bremen, Kusneczow- Friedrichshafen, Wittig-Neustadt (als Verteidiger): Röttger-RW Essen, Scheid-Feudenhetm, Post-Rheydt, Comils-Holstein Kiel (als Läufer): Wenske-Hertha/ BSC, Bogert-Worms, Hinterstocker-Traunstein, Wald- ner-VfB Stuttgart, Flaig-Sindelflngen und Ehrmann- Karlsruhe. ■ Pokal, und Länderspiele zur Olympiaschulung Von der wahrscheinlichen Olympia-Elf ist vor allem die Angriffsreihe sehr stark. Schröder und Stollenwerk spielten bereits ln der A- und B-Elf mit großem Erfolg. Der Bayreuther Zeltler ist die Hauptfigur in der bayerischen Auswahl, die gegen Nlederrhetn am Ostersonntag das Länderpokal-Endspiel bestreitet. Die deutschen Amateure haben dann bei den Länderspielen gegen England (14. Mal in Düsseldorf und 18. Mai ln Nürnberg) und zweimal im Juni gegen Oesterreich die beste Gelegenheit, sich sorgfältig für das Olymplatumier einzuspielen. Weltmeister Oliver startet in Hockenheim Beim diesjährigen großen Internationalen Maipokalrennen am 11. Mal auf dem Hockenheim ring wird auch Weltmeister Erle Oliver (England) starten. Er hat der Rennleitung bereits sein Erscheinen zugesagt. Oliver gilt als der beste Seitenwagenfahrer der Welt und hat bereits zweimal den Weltmeistertitel errungen. Der Engländer war bereits im Vorjahr in Hockenheim und siegte in der großen Seitenwagenklasse auf seiner Norton überlegen, während er lm zweiten Rennen gegen Kraus, München. Im Endspurt knapp unterlag. Drei Deutsche bei den Segelflugweitmeisterschaften Nach einer Mitteilung des Präsidenten des Deutschen Aeroclubs, Wolf Hirth, werden mindestens drei, möglicherweise sogar fünf, deutsche Segelflieger an den Weltmeisterschaften vom 30. Juni bis 13. Juli in Cuatro Ventos/Spanien tellnehmen. Sammlung der Tum- und Sportjugend, der Mitgliederwerbung und der Spendenwerbung der DOG- Mitglieder, diesen noch fehlenden Betrag von 460 000 DM aufzubringen. . Es ergeht daher nochmals die herzliche Bitte an die Bevölkerung, der tüchtigen deutschen Sportjugend die Fahrt nach Helsinki zu ermöglichen!“ Auf- and Abstieg ln der 1. Amateurliga Die Punktspiele in der 1. südbadischen Amateur* liga neigen sich ihrem Ende zu. Wie ist nun am Ende der Saison die Situation? Wer nimmt an der deutschen Amateurmeisterschaft, wer am Pokal, wer an den Aufstiegsspielen zur zweiten Amateurliga teil? Wieviele Vereine steigen ab, wieviele auf? In Südbaden nimmt der Erste an den Aufstiegsspielen zur zweiten Liga teil, der Zweite an opr deutschen Amateurmeisterschaft und der Dritte am Pokal. Die Abstiegsfrage ist noch unklar. Vorgesehen war, daß drei Mannschaften absteigen müssen. Es ist jedoch damit zu rechnen, daß sich die Verbände von Nord- und Südbaden noch in diesem Jahr zusammenschüeßen werden und die Frage des Auf- und Abstieges völlig neu geklärt werden muß. _ Nächste Gegner für ten Hoff Als nächste Gegner für den gewichtsboxmeister Hein ten Hoff werden der Österreicher Joe Weidinger und der Amerikaner Hoosmann vom Veranstalter Göttert ln wähl gezogen. Für ten Hoff wäre wahrscheinlich ein Kampf gegen den Wiener nützlicher, weil Wei- dinger auch als Herausforderer auftrltt Kampf ten Hoff—Weidinger offiziell o ziell einer Ausscheidung gleichkäme. Der Berliner Conny Rux kommt zunächst all Gegner von Hein ten Hoff nicht in Betracht, da Rux auf eigenen Wunsch auf den europäischen Tl- telkampf im Halbschwergewicht warten will. Es ist möglich, daß ten Hoff seinen nächsten Kampf am ll. Mal in der Berliner Waldbuhne, odei aber in Frankfurt bestreitet. und ein oder Inoffl- Terminänderungen in der 1. Amateurliga Bis am 20. April soll der Meister ermittelt sein - Wodienspiele nötig Infolge der zahlreichen SplelausfäUe und der Tatsache, daß bis zum 20. April 1952 der Meister feststehen muß, sah sich der Verbandsspielausschuß des Südbadischen Fußballverbandes gezwungen, die Termine ab 29. März 52 wie folgt zu ändern!. 18,3« März Uhr. 12 (Samstag): 1844 Freiburg —. Villtngen 30. März 52: Gutach — Konstanz; Lahr — Lörrach; Rheinfelden — Kuppenheim; St. Georgen — Kehl; Offenburg — Rastatt; Stockach — ASV Freiburg; Schopfheim — Baden-Baden, 2. April 52 (Mittwoch): Baden-Baden — Achern; 0. April 52: Konstanz — Schopf heim; 1844 Freiburg gegen Stockach 14,60 Uhr; ASV Freiburg — St. Georgen 16,80 Uhr; Lörrach — Offenburg; Well — Lahr; Vlllingen — Rheinfelden; Kuppenhelm gegen Gutach; Kehl — Baden-Baden; Rastatt — Achern. 11. April 52 (Karfreitag): Konstanz — ASV Freiburg. 14. April 52 (Ostermontag): Schopfheim — Offenburg; 1844 Freiburg — Konstanz; Rastatt — Villin- geu; Rheinfelden — Kehl; Stockach — Kuppenhelm Gutach — Well; Achern — St. Georgen. 20. April 52: Lahr — Schopfheim; Kuppenheim — Weil; Achern — Vlllingen; Offenburg — Rhemfelden; Lörrach — 1844 Freiburg; ASV Freiburg — Kehl» Konstanz — Baden-Baden; St. Georgen — Rastatt. 27. April 52: Rastatt — Stockach; vlllingen gegen Kuppenheim; St. Georgen — Baden-Baden; Rhein- felden — Lahr; Weil — Achern. I, Mai 52: (Maifeiertag): Vlllingen — St. Georgen; 4. Mal 52: Stockach — Rheinfelden; ASV Freiburg gegen Lörrach; Gutach — St. Georgen; Vlllingen — Schopfheim. II. Mal 52: St. Georgen — Lahr; Stockach — Kehl| Schopfheim — ASV Freiburg; 18, Mai 52: St. Georgen — Lörrach; Weil — Rastatt; Scbopfhelm — stockach. 22. Mai 52 (Himmelfahrt): st. Georgen — 1844 Freiburg. 25. Mal 52: St, Georgen — Weil. Unsere Toto-Vorschau Der Endkampf um die Deutsche Fußballmeisterschaft treibt seinem Höhepunkt entgegen. Nachdem sich der „Club“ und der VfB Stuttgart bereits drei Wochen vor Ende der Meisterschaftsserie für die Teilnahme an der Deutschen Fußballmeisterschaft qualifiziert haben, steht die Meisterschaftsfrage, die ebenfalls nur noch zwischen diesen beiden Vereinen entschieden: werden kann, im Mittelpunkt. Noch Ist es aber nicht so weit. Die Totolsten müssen sich am Sonntag nochmals Über Splelpaarungen die. Köpfe zerbrechen,-die zwar zum Teil zweitrangiger Bedeutung sind, aber für zwölf richtige Tips einen nicht weniger großen Gewinn elnbringen können. 1) Der „Club“ gastiert bei 1860 München. Die „Löwen“ können möglicherweise für die Meisterschaft das Zünglein an der Waage sein. Unser Tip 0. — 2) Bayer Leverkusen Ist außerordentlich helmstark, weshalb man Alemannia Aachen wenig Chancen geben kann. Unser Tip 1. — 3) Verliert der VfB Stuttgart in Waldhof. dann Ist der „Club“ — vorausgesetzt. daß er gewinnt — Meister. Da die Waldhofbuben, um endgültig über den Berg zu sein, noch dringend einen oder zwei Punkte benötigen, ist eine Niederlage der Stuttgarter nicht ausgeschlossen. Unser Tip o. — 4) SW Essen hat schon mächtig aufhorchen lassen. In Katernberg ist allerdings schlecht zu gewinnen. Ein Remis liegt in der Luft. — 5) Neuendorf macht sich nach der Niederlage des 1. FC Kaiserslautern erneut Hoffnungen auf den Titel eines Vizemeisters ln der Südwestliga. Ob es gegen die Wormatia zu beiden Zählern reicht, ist jedoch mehr als fraglich. Unser Tip 0. — 6) Die Degerlocher empfangen Bayern München, das um eine Niederlage kaum herumkommen wird. — 7) Der Schlager des Westens! Die „Knappen“ wollen es diesmal gegen die „Preußen“ schaffen. Wir zweifeln nicht an einen Sieg der Königsblauen, zumal das Treffen auf Gelsenkirchener Boden zum Austrag kommt. — 8) Viktoria Aschaffenburg ist Gastgeber der Eintracht. Wenn man bedenkt, mit was für einem Elan die Lehner-Elf am letzten Sonntag Schwelnfurt überfuhr, kann man den Frankfurtern allenfalls ein Remis Zutrauen. — 9) Meiderlch wird sich für -die knappe Vorspielniederlage revanchieren wollen. Auf eigenem Gelände dürfte dieses Vorhaben umso eher zu verwirklichen sein, als Rheydt einen unverkennbaren Formrückgang aufweist. — 10) Kreuznach ist nächst Frankenthal und Weisenau am stärksten bedroht. Es wird sein letztes Spiel gewinnen müssen. 1) München 1SSS — 1. FC Nürnberg 2) Bayer Leverkusen — Alemannia Aachen 3) sv Waldhof — VfB Stuttgart 4) Spfr. Katernberg — Schwarz-Wetß Essen 5) TuS Neuendorf — Wormatia Worms 6) Kickers Stuttgart — Bayern München 7) Schalke S4 — Preußen Münster 8) Viktoria Asehaffenburg — Eintr. Frankfurt 9) Meldericher SV — Rheydter SV 10) Eintracht Kreuznach — Eintracht Trier 11) Corcordla Hamburg — Bremerhaven 08 12) SpVgg Fürth — VfR Mannheim 13) Rot-Weiß Essen — 1. FC Köln 14) Hamburger SV — Holstein Kiel wenn es dem Abstieg entgehen will- Unser Tip 1. — 11) Eine harte Nuß für Bremerhaven 93, denn Con- cordia Hamburg hat Existenzsorgen. Unser Tip 1. — 12) Fürth sieht dem VfR Mannheim mit Zuversicht entgegen. Wir haben allerdings Bedenken, wenn die Langlotz, Basler und de la Vlgne ihre wirbelnden Kombinationen aufzlehen. Unser Tip 0. — 13) Obwohl die Kölner Ziegenböcke Immer für eine Ueber- rsschung gut sind, werden sie diesmal beim Tabellenführer RW Essen vor unlösbarer Aufgabe stehen. Unser Tip l. — 14) Am Rothenbaum Ist der HSV natürlich Favorit. Die Kieler Störche müssen darum bedacht sein, sich „einigermaßen“ aus der Affäre zu ziehen. Unser Tip 1. 2 voeimai Roman von Marli ulse Reinhold verschenkte ich mein Herz 3 . Fortsetzung „Gefallen?“ Ganz leise ist Monikas Stimme, sie weiß, wie schwer diese« Wort ist und daß es meist nur eine stumme Antwort darauf gibt Und Frau Rebscher nicht auch nur wortlos. „Mein Vater ist auch nicht heirrurekommen, er liegt auch in Rußland.“ Ist ee da ein Wunder, daß sich die beiden Frauen verstehen und das mütterliche Herz der Lehrersfrau das Mädchen wie ein Kind auf nimmt? Noch lange «itzt Monika an diesem Abend in der gemütlichen Stube der Lehrersleute. Sie spricht offen von ihrem Leben und den Sorgen, mit denen die Mutter ihre Ausbildung ermöglichte und für die beiden Kleinen sorgt, und der Lehrer und seine Frau nehmen sie auf wie ein Kind und ermöglichen ihr so. den größten Teil ihres Gehaltes für die Mutter bereitrusteilen. Monika wird im Lehrerhaus essen, und Miete wollen die beiden einsamen Leute nicht nehmen . „Wir sind glücklich, wieder einen jungen Menschen bei uns zu haben. Fräulein Heller, und für jemanden sorgen zu können. Hin und wieder werden Sie sich allerdings am Abend einmal im Gasthaus sehen lassen müssen, denn der Herr Bürgermeister will ab und zu einen Kreis um sich versammeln, die Lehrer.'den Tierarzt, der eine ganz besondere Rolle spielt, und den Herrn Pfarrer. Zu dem letzteren müssen Sie morgen gleich gehen, er wird Ihnen gut gefallen. Er betreut seine Schäflein mit viel Humor und einer wirklich aufopfernden Liebe. Und vergessen Sie nie. daß Sie Lehrerin in Hinterfleckendorf sind, das „Hinter“ muß betont werden, denn den Fleckendörflem ist man hier nicht grün.“ „Das habe ich schon gemerkt“, lacht Monika.“ Der Herr Bürgermeister hat mir bereite gesagt, was von Fleckendorf käme, sei ungut, alles, aber warum besteht eigentlich die Feindschaft?“ „Ja, warum? Das weiß der liebe Gott, was in diesen Bauernschädeln vor sich geht Neidisch sind sie wohl, daß die Fleckendörfler es etwa« leichter haben drunten im Tal. und daß sie einen sogenannten Fremdenverkehr besitzen. Außerdem sind die Bauern in Fleckendorf reicher, und Sie wissen ja. ein reicher Bauer sieht die ärmeren immer über die Schulter an. Die sozialen Unterschiede sind viel krasser auf dem Lande, als man denken möchte. Und dann kommt noch der Kampf mit dem Arzt von Fleckendorf und dem Tierarzt von Hinterfleckendorf dazu, aber den kann ich Ihnen nicht erzählen, liebes Fräulein Heller, das ist ein Privileg des Herrn Bürgermeisters, und sicher freut er sich schon, ihn demnächst bei einer Runde im Gasthaus wieder zum Besten geben zu können.“ „Da bin ich aber gespannt. Herr Rebscher. Wenn der Ratschreiber auch dabei ist, wird er vor Vergnügen wahrscheinlich die Hände reiben und mit den Gelenken knacken!“ „Das haben Sie auch schon gemerkt? Eine schauderhafte Angewohnheit. Aber er ist auch eine Respektsperson. Er versieht gleichzeitig das Amt des Nachtwächters. Auf unerklärliche Weise geschieht dies in mittelalterlicher Art. von der er nicht abweicht. Erschrecken Sie also nicht, wenn des Nachte ein Horn ertönt. Da er nicht ganz richtig bläst, ist es keine reine Freude. Spielen Sie übrigens ein Instrument. Fräulein Heller?“ „Ja, Klavier, und ich singe ein wenig.“ „Wie schön. Heinrich“, sagt die Lehrersfrau!“ Da bekommen wir ein wenig Musik ins Haus, wir entbehren sie »ehr. Unser Hans hat sehr schön Klavier gespielt, und war für uns einsame Leute immer eine Freude. Aber nun wird es wirklich Zeit, daß wir ins Bett gehen. Sie müssen darauf achten. Fräulein Heller, was Sie heute nacht träumen; denn der erste Traum in einem fremden Hau« geht in Erfüllung.“ „Wenn das der Herr Pfarrer hört, Gertrud“, droht Herr Rebscher, und eiklärend setzt er hinzu, „der predigt nämlich am liebsten gegen den Aberglauben, der hier die schönsten Blüten treibt“ Aber Monika träumt überhaupt nicht» in dieser Nacht, sie hört auch das Horn des Ratschreibers nicht, und als Frau Gertrud am Morgen in ihr Zimmer sieht da liegt sie noch fest im Schlaf und merkt nicht daß ein leiser Frühlingswind die Gardinen fröhlich aufbauecht und die Sonne mit zärtlichen Strahlen über ihr Gesicht streicht Leise zieht Frau Rebscher die Türe wieder zu. Soll sie sich ausschlafen an diesem ersten Tag. Morgen erst beginnt die Arbeit und das Kind muß von der ungewohnten Höhenluft ja totmüde sein. Später dann besichtigt Monika das Schulhaus, und am Nachmittag macht sie dem Herrn Pfarrer ihren Besuch. Das ist ein feiner alter Herr, der erst einmal die vielen Bücher wegräumen muß. um einen Platz für Monika zu schaffen. Er hat sich in seine Bücherwelt ganz vergraben. Monika sieht zu ihrem Erstaunen Werke in den Regalen, che alle Wissensgebiete berühren. „Gott segne Ihren Einzug in unser Dorf“, sagt der Pfarrer warm und hält Monikas Hände in den seinen. „Das ist schön, daß einmal junges Blut zu unsem Kindern kommt „Theres“, ruft er mit überlauter Stimme, „mach einen Kaffee für das Fräulein, ich will gemütlich mit ihr plaudern.“ Die Pfarrköchin erscheint in der Tür, deren Oeffnung sie mit ihrem Umfang völlig ausfüllt. „Grüß Gott, Fräulein Lehrerin“, sagt sie und wischt sich umständlich die Hand an der Schürze ab, bevor sie dieselbe Monika reicht. Wieder hört Monika vom Herrn Pfarrer die Ereignisse des Dorfes und wird auf die Feindschaft der beiden Orte hingewiesen. Sie fühlt sich nun hinreichend unterrichtet. Aber es gibt noch etwas Neues zu hören. „Zwischen Fleckendorf und Hinterfleckendorf gibt es so etwas wie eine neutrale Zone“, erzählt der Pfarrer. „Diese neutrale Zone ist Murrheim. Das ist ein Ort, zu dem der Sitz eines Grafen von Murrheim gehört. Der alte Graf iet im Krieg gestorben und der einzige Sohn Andreas ist als Schwerverwundeter zurückgekehrt. Das ist ein wunderbarer Mensch, mein liebes Kind, von dem wir nur alle lernen können. Er hat ein Liebeswerk begonnen, das vielen Menschen zum Segen wird. Der große, alte Stammsitz der Grafen von Murrheim ist ein Heim geworden für Kinder, die Strandgut dieses schrecklichen Krieges geworden sind. Er unterrichtet sie selber und hat ihnen eine Heimat gegeben, wie man sie schöner nicht denken kann. Gott gebe, daß er uns allen lange erhalten bleibt. Eh* ist schwerkrank und eine große Sorge für die alte Gräfin. (Fortsetzung folgt). Donnerstag, 27. März 1952 Sdiühly über die badische Polizei Drahtbaricht unserer Freiburger Redaktion Fretburg. Unsere Freiburger Redaktion hat Innenminister Schühly gebeten, vier Fragen zu beantworten und damit von sich aus Steigung zu nehmen zu den verschiedenen Vorwürfen und Kritiken, denen «las Badische Innenministerium und sein Polizeireferat in letzter Zeit ausgesetzt waren. Innenminister Schühly hat uns die Fragen beantwortet. Wir geben nachstehend Fragen und Antworten wieder: 1. Frage: Der parlamentarische Untersuchungsausschuß war der Auffassung, daß das Badische Innenministerium der Erziehung der Polizei zum demokratischen Denken größere Aufmerksamkeit zuwenden muß. Welche Auffassung vertritt hierzu der Innenminister? Antwort: Das Badische Ministerium des Innern ist der Auffassung, daß der staatspo- litischen Schulung der Polizeibeamten angesichts ihrer Stellung im öffentlichen Leben eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Dem vom parlamentarischen Untersuchungsausschuß vertretenen Standpunkt ist bereits dadurch Rechnung getragen, daß den Polizeibeamten im Rahmen der Landespolizeischule eingerichteten Lehrgänge, die von allen Polizeibeamten besucht werden müssen, auch staatspolitischer Unterricht erteilt wird. Auf der Polizeischule ist staatspolitische Bildung ordentliches Lehr- und Prüfungsfach. Darüber hinaus werden die Polizeibeamten bei den Dienstbesprechungen laufend darüber geschult. Es wird vom Ministerium des Innern besonders begrüßt, daß sich auch die zuständigen Gewerkschaften und der Polizeibeamten-Verband mit der staatspolitischen Ausbildung der Beamten beschäftigen. Im übrigen glaubt das Ministerium, das Vorbild des Vorgesetzten übt den entscheidenden Einfluß auf die staatspolitische Haltung der Beamten aus. 2. Frage: Der Ausschuß bat außerdem im gleichen Zusammenhang die Auffassung vertreten, auch der Auswahl von geeigneten Polizeiführern weit größere Aufmerksamkeit zu schenken. Ist diese Kritik berechtigt? Antwort: Die Kritik ist nicht berechtigt. Es sind heute noch im wesentlichen die gleichen Polizeiführer im badischen staatlichen PSRzefdienst tätig, die in den Jahren nach dem Zusammenbruch angestellt wurden. Die Besatzungsmacht hat seinerzeit bei der Einstellung der Polizeiführer einen entscheidenden Einfluß ausgeübt. In diesem Zusammenhang darf erwähnt werden, daß der frühere Leiter der Polizeiabteilung des Innenministeriums, Ministerialrat Hermann Stenz, ehemaliger langjähriger Mitarbeiter von Minister Rem- mele sich beim Aufbau der badischen Polizei große Verdienste erworben hat. 3. Frage: Welche Grundsätze waren beim Aufbau der badischen Polizei nach 1945 maßgebend? Antwort: Beim Aufbau der badischen Polizei nach 1945 waren nicht nur polizeifachliche Gesichtspunkte maßgebend. Denn beim Aufbau der Polizei und bei der Auswahl der Beamten waren besatzungspolitische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Allerdings war selbstverständliche Voraussetzung, daß die Beamten jederzeit bereit waren, sich für die demokratischen Ziele des neuen Staates einzusetzen. 4. Frage: Welche Folgerungen gedenkt das Innenministerium aus der Kritik des Untersuchungsausschusses zu ziehen? Antwort : Polizeidirektor Otto Bieser, Freiburg, ist beurlaubt. Der von der Staatsanwaltschaft angeklagte Polizeibeamte ist suspendiert. Der leitende Polizeiführer, der vom Ministerium und vom Bürgermeisteramt auf die Gefahr von Demonstrationen aufmerksam gemacht wurde und nicht die erforderlichen Anordnungen gab, wird anderweitig verwendet. Denn andere Polizeieinsätze in Baden, zum Beispiel in Offenburg, denen die gleichen allgemeinen Weisungen zu Grunde lagen, haben gezeigt, daß die Polizei in der Lage ist, ihre Aufgabe zu erfüllen. Sensationelle Verhaftung eines Ärztepaares Dr. Reuter alias Schiemann war nie Arzt — Von der Kriminalpolizei seit vier Jahren gesucht (Drahtbericht unseres Karlsruher ce-Korrespondenten) Karlsruhe. Die zahlreichen Patienten, die am Dienstagabend die Sprechstunde des Herrn „Dr. med. Reuter*’ in Söllingen im Landkreis Karlsruhe aufsuchen wollten, waren nicht wenig überrascht, als plötzlich Beamte der Landeskriminalpolized erschienen und nicht nur den Herrn „Doktor“ mitten in der Ordination verhafteten, sondern auch noch dessen Ehefrau. Der 39 Jahre alte „Dr. Reuter“, der in Söllingen seit November 1950 praktiziert, steht unter dem dringenden Verdacht, mit einem Verbrecher identisch zu sein, der seit 1947 von den deutschen Strafbehörden gesucht wird. Bei dem verhafteten „Dr. med. Reuter“ handelt es sich, um den 39 Jahre alten Arbeiter Schiemann, dessen Ehefrau, die gleichfalls verhaftet wurde, ist 35 Jahre alt und stammt aus dem Landkreis KehL Schiemann wurde 1913 in Mete geboren. Er gab zu, weder Arzt zu sein noch studiert zu haben. Nach dem Besuch der Volksschule war er zunächst als Hotelboy jand Vertreter, später als Chorsänger an der Hamburger Volksoper tätig. Den ganzen Krieg über arbeitete Schiemann in verschiedenen Heimatlazaretten als Sanitätssoldat. Seine „Arztlaufbahn“ begann er in Schwerin, wo er angeblich von der Mutter eines Gefallenen, Namens Reuter, echte Arztpapiere erhalten hatte. Nach einer kurzen ärztlichen Tätigkeit in Schwerin, Hamburg und Wittenberg kam er am 1. Dezember 1950 nach Söllingen, wo er eine Praxis eröffnete. Von der Kriminalpolizei Hamburg wird er seit 1948 wegen schweren Diebstahls, UrkundenInwieweit ist ein Täter strafbar ? Eine grundsätzliche Entscheidung des Bundesgerichtshofes Karlsruhe. Der große Senat für Strafsachen beim Bundesgerichtshof hat in diesen Tagen eine grundsätzliche und für die gesamte Strafrechtspflege überaus bedeutsame Entscheidung darüber getroffen, inwieweit ein Täter strafbar ist, den ein Rechtsirrtum das Unerlaubte seines Handelns nicht erkennen läßt. Das Reichsgericht hatte stets den Standpunkt vertreten, das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit Sei für den Vorsatz nicht erforderlich. Es hatte den sogenannten Verbotsirrtum darauf abgestellt, ob der Angeklagte über eine dem Strafrecht angehörige oder eine außerstrafrechtliche Rechtsnorm geirrt habe. Im letzten Falle hatte es den- Täter als entschuldigt angesehen. Der Bundesgerichtshof hat das Unrechtsbewußtsein nunmehr als ein selbständiges Schuldelement neben dem Vorsatz anerkannt und jene von der Rechtswissenschaft stets bekämpfte Unterscheidung des Reichsgerichtes preisgegeben. Es hat dahin entschieden: der Täter ist strafbar, wenn er das Bewußtsein hatte oder bei gehöriger Anspannung des Gewissens haben konnte, mit der Tat Unrecht zu tun. Bundesrichterin als Beobachter in UNO-Kommission Karlsruhe. An der in Genf stattfindenden Konferenz der „Status of Women Commission“ der Vereinten Nationen wird als Delegierte des deutschen Verbandes berufstätiger Frauen die Richterin am Bundesgerichtshof Karlsruhe, Dr. Gerda Krüger-Nieland, als Beobachter tell- tiehmen Die Konferenz dient zur Vorbereitung der im kommenden Jahr stattfindenden Erörterungen der Frage der Gleichberechtigung der Frau vor der UNO-Vollversammlung. Seiner Frau vierzigmal Arsen zugeführt 12 Jahre Züchthaus wegen Giftmord Versuchs der Angeklagte seiner Frau etwa vierzigmal Arsen zugeführt, hatte. Während seine Frau erkrankt war, spielte Sächsenheimer den treusorgenden Ehemann und erfüllte der Kranken nach seinen eigenen Angaben jeden Wunsch. Seiner Geliebten in Heidelberg versprach er die Ehe und erzählte ihr, seine Frau sei hoffnungslos erkrankt und werde niemals mehr gesund werden. In der Verhandlung versuchte Sächsenheimer, sich auf eine Tötung auf Verlangen hinauszureden. Erst gegen Ende der Beweisaufnahme gab er seine Tötungsabsicht fälschung, Unterschlagung und versuchten Rückfallbetrugs steckbrieflich gesucht. In Söllingen hatte sich Schiemann unter dem Namen Dr. Rolf Marti . Albert Engelhardt Reuter eingeführt. Der Bürgermeister der 4100 Einwohner zählenden Gemeinde sagte in einer Unterredung, Schiemann sei von Beginn seiner Tätigkeit in Söllingen an sehr sicher aufgetreten und habe ein gewinnendes Wesen gehabt. Er machte sich nicht nur als „Sportarzt“, sondern auch durch Gesangsdarbietungen in der Gemeinde beliebt. Unter Vorzeigen von Zeugnissen aus der Sowjetzone verschaffte er sich Zulassung zu sämtlichen Krankenkassen. Der Bürgermeister sagte, Schiemann habe immer wieder besonders herausgestellt, daß er in seiner „langjährigen Praxis“ noch keinen Todesfall zu verzeichnen gehabt habe. Seine Behandlungsweise war nach Angaben des Bürgermeisters ziemlich einfach. Schiemann arbeitete sehr viel mit Penicillin. Sein Geld verbrauchte er im wesentlichen in Gaststätten. Zur Verhaftung Schiemanns kam es nach einem Autounfall in Karlsruhe, wobei in seinen Papieren Unstimmigkeiten festgestellt wurden. Als er in seiner Praxis verhaftet wurde, entschuldigte sich der angebliche Arzt von acht Patienten mit den Worten: „Entschuldigen Sie mich auf 10 Minuten, ich muß nur Personalien wegen eines Autounfalles angeben. , Raffinierter Scheckschwindel aufgeflogen Lörrach. Wegen Scheckbetrugs und Urkundenfälschung ließ aie Staatsanwaltschaft Lör- fach einen 40jährigen Einwohner aus Kandern verhaften und in das Amtsgerichtsgefängnis in Lörrach einliefern. Der Festgenommene hatte vor kurzem in Müllheim ein Sparkonto mit 10 DM angelegt und sich ein Sparbuch aushändigen lassen, dessen Einlage er durch Urkundenfälschungen auf 44 000 DM „erhöhte“. Mit dem Sparbuch begab er sich nach Lörrach» wo er bei einem Autohändler einen Personenkraftwagen für 7500 DM bestellte. Für die Erledigung der „Zahlungsformalitäten“ stellte er einen Scheck in Höhe, des geforderten Kaufpreises aus. Der Schwindel wurde entlarvt, als der Scheck bei einer Bank in Todtnau zur Einlösung vorgelegt wurde. Der Bankbeamte erfuhr bei einer telefonischen Rüdefrage bei dem Geldinstitut in Müllheim, 'daß auf dem Konto des Autokäufers lediglich 10 DM standen. Innerdeutschen Landesverrat gibt es nicht Der Geschäftsordnungsausschuß des Bundestages will dem Plenum Vorschlägen, die Genehmigung zu einem Strafverfahren gegen den Abgeordneten Anton Hilbert (CDU) nicht zu erteilen. Der' frühere badische Finanzminister Dr. Eckert hat Strafantrag gestellt, weil Hilbert in einer Versammlung in Waldshut im Dezember vergangenen Jahres gesagt haben soll, daß Minister Dr. Eckert seit längerer Zeit an den Kabinettssitzungen in Württemberg- Baden teilnehme. Daraufhin sollen Zurufe wie Verräter“ gefallen sein. Der Minister sieht in der Behauptung Hilberts einen Vorwurf des Treuebruchs und der Verletzung seiner Amtspflichten. Der Geschäftsordnungsausschuß war der Auffassung, daß es zweifelhaft sei, ob überhaupt eine Beleidigung vorliege. Dabei müsse berücksichtigt werden, daß der Kampf um den Südweststaat endlich beendet sein sollte. Es habe den Anschein, als ob bei dem Vorfall eine Art „innerdeutschen Landesverrats“ konstruiert werden solle, weil der Minister eines Landes an der Kabinettssitzung eines anderen Landes teilgenommen habe. Zwischen deutschen Ländern gebe es aber keinen Landesverrat. Neue Landarbeiterlöhne vereinbart Die Gewerkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft und die land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände der drei südwestdeutschen Länder haben in den letzten Tagen neue Lohnvereinbarungen getroffen. Danach werden die Stundenlöhne in den verschiedenen Ortsklassen und landwirtschaftlichen Beschäftigungsgruppen durchschnittlich um 8 bis 10 Prozent erhöht. Eine ähnliche Erhöhung wurde auch für Monatslöhne 'vereinbart. Das neue Lohnabkommen tritt rückwirkend vom 1. März an in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember dieses Jahres. Für den Fall, daß sich der Lebenshaltungsindex gegenüber dem Stand vom 1. März 1952 wesentlich ändert, kann das Abkommen von beiden Seiten unter Einhaltung ein« Frist von einem Monat vorzeitig gekündigt werden. Revision im Mösbacher Prozeß Adlern. Der wegen schwerer Körperverletzung von dem in Ächern tagenden Schwurgericht zu drei Jahren sechs Monaten Zuchthaus verurteilte Franz Knöpfei aus Mösbäch, hat gegen das Urteil Revision beim Bundes- gericht eingelegt. Feuer in Amerikanerkaserne (Drahtbericht unseres ce-Korrespondenten) Karlsruhe. In der Rheinkaseme im Stadtteil Knielingen entstand aus bisher ungeklärter Ursache am Mittwochnachmittag ein Feuer, das rasend um sich griff und den Einsatz mehrerer amerikanischer Feuerwehren und der Karlsruher Berufsfeuerwehr notwendig machte. Ueber den Vorort Knielingen zogen ■weithin sichtbare, dichte, schwarze Rauchwolken, die das Ausströmen größerer Mengen brennenden Benzins verursachten. In kurzer Zeit waren fünf große Garagen, in denen mehrere schwere Lastwagen und Raupenschlepper abgestellt waren, vollkommen ausgebrannt. Infolge der großen Hitzeentwicklung und des ausströmenden Benzins mußte die Karlsruher Berüfsfeuerwehr mit Schaumlöschverfahren arbeiten. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt. Seltenes Glück im Scfaweinestall Wagshurst, (il) Bei einem Schweinezüchter warf ein Mutterschwein 15 Ferkel. Nach vier Wochen erneut zwei und einen Tag später weitere neun Ferkel. Sämtliche Tiere sind voll ausgewachsen. Ein derartiger Fall ist bisher in der Schweinezucht noch nicht verzeichnet worden. Selbst die tierärztliche Wissenschaft steht hier vor einem Rätsel. _ _ ^ Kritik am Badischen Bahnhof in Basel Schweizer wünschen schnellere Triebwagenverbindung nach Deutschland Mannheim. Das Mannheimer Schwurgericht I verurteilte den 47jährigen kaufmännischen' Angestellten Eugen Sächsenheimer aus Schriesheim an der Bergstraße wegen Mordversuchs an seiner Frau zu 12 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Der Verurteilte hatte vom Herbst 1947 bis November letzten Jahres seiner Frau fortgesetzt Arsen in Speisen und Getränke gemischt, um, wie er vor Gericht sagte, „den Weg zu seiner Geliebten in Heidelberg frei zu machen“. Die heute 41jährige Frau, die mit dem Angeklagten zuvor in einer glücklichen Ehe gelebt hatte, war vom Beginn der Giftmordversuche ihres Mannes an von verschiedenen Aerzten vierzehnmal in Heidelberger Kliniken eingewiesen worden. Dort hatte sich ihr Gesundheitszustand meistens überraschend schnell gebessert. Nach der Rückkehr zu ihrem Mann hatten sich aber sofort wieder schwere Krankheitserscheinungen eingestellt. Der behandelnde Arzt in der Universitätsklinik Heidelberg schöpfte schließlich Verdacht und bat das gerichtsmedizinische Institut um ein Gutachten. Die Untersuchungen förderten .verhältnismäßig große Mengen von Arsen zutage. Die Beweisaufnahme ergab, daß Versuchter Raubüberfall Mannheim. Zwei junge Männer bedrohten in der Nacht in der Renzstraße in Mannheim mit vorgehaltener Pistole eine 35 Jahre alte Frau und versuchten ihr die Einkaufstasche zu entreißen. Da sich im gleichen Augenblick ein Auto näherte, verschwanden die beiden ohne ihr Ziel erreicht zu haben. Auf Grund der Personenbeschreibung konnte die Polizei schon 30 Minuten nach dem versuchten Ueberfall den Täter und seinen Komplteen am Bahnhof festnehmen. • Lörrach. Bei einer Aussprache, die in Basel auf Veranlassung der Basler Handelskammer stattfand, erörterten Vertreter der Schweizer Verkehrsinteressenten und der eidgenössischen Reisebüros mit Sachbearbeitern der Deutschen Bundesbahn den Entwurf zum neuen westdeutschen Sommerfahrplan. Von Schweizer Seite wurden dabei vor allem Wünsche nach weiteren schnellen Triebwagenverbindungen mit Frankfurt und anderen westdeutschen Zentren laut. Auch eine Verbesserung des Nahverkehrs mit dem benachbarten deutschen Grenzgebiet, insbesondere auf der Wiesentalstrecke, wurde angeregt. Wenig Anklang fanden bei den Schweizer Verkehrsspezialisten die Verhältnisse auf dem badischen Bahnhof in Basel. Die Einrichtungen und Aufenthaltsräume für die Reisenden seien wenig einladend Vor allem könnten die Zollabfertigungsräume „weder ästetisch noch organisatorisch“ befriedigen. Umstritten war der Vorschlag, die Zollabfertigungsformalitäten in. die fahrenden Züge zu verlegen, um im zwischenstaatlichen Reiseverkehr die zeitraubenden Aufenthalte bei der Grenzkontrolle abzukürzen. Mit dies« Regelung, erklärten einzelne Sprecher, seien keineswegs nur Annehmlichkeiten verbunden. Insbesondere werde dadurch der Betrieb in den Speisewagen gestört, die während der Zeit der Zollkontrolle im fahrenden Zug geschlossen bleiben müßten Eine beschleunigte Zollabfertigung an den Grenzstationen, ohne die Pflicht zum Verlassen der Züge, werde von vielen Reisenden vorgezogen. Im Verlaufe der Diskussion erklärte Oberbahnrat Scheller, als Vertreter der Eisenbahndirektion Karlsruhe, der Mangel an rollendem Material beeinträchtige noch immer die Fahrplanpolitik der Deutschen Bundesbahn. Für die Einrichtung zusätzlicher Schnellverbindungen fehlten die erforderlichen Triebwagen, die zwar bestellt, aber noch nicht abgeliefert worden seien. Scheller versicherte, daß die deutschen Eisenbahnbehörden bestrebt seien, die vom Schweizer Reisepublikum gewünschten Schnellverbindungen so rasch als möglich herzustellen. Der neue Sommerfahrplan bringe bereits wichtige Verbesserungen im Rheintalverkehr zwischen der Schweiz, Holland und Skandinavien. Hochwassergefahr am Rhein Karlsruhe. Der Rhein, der in den letzten Tagen bei Karlsruhe-Maxau von fünf auf sechs Meter gestiegen ist, erreichte am Mittwoch mit 6,25 Meter einen sehr hohen Pegelstand. Nach Mitteilung des Wasseramtes Karlsruhe ist mit einem weiteren Ansteigen des Stromes zu rechnen. Keine Kleinigkeit 2* Zentner — das Ist schließlich keine Kleinigkeit, auch für starke Männer nitht. Also wird solch ein schwerer Brocken wi« dieser Geldschrank mit dem stattlichen Gewicht von 2S Zentner an der Außeür front eines Büroheueee emporiewunden und kommt durch des Fenster an seinen Bestimmungsputz. nie Arbeit des Hochwindens geht sehr langsam per Flaschenzug vor sich und zenttmeterwelse schwebt dar Geldschrsnk seinem Ziele zu. Rubine und Saphire auf Bestellung Künstliche Kristalle zur Erfüllung kapriziöser Wünsche schöner Frauen Großen Bildhauern sagt man inweilen nach, daß sie besser gearbeitet bitten all die Natur. Geniale Experimentalchemiker warben vor 50 Jahren um das gleiche Lob, als sie vollkommene künstliche Edelsteine vorwiesen. Ihre Schüler gingen in den letzten Jahren noch einen Schritt weiter: Sie stellten Kristalle ber, die die Natur nie hervorgebracht bat. Freilich war es ihnen nicht darum su tan, kapriziöse Wünsche schöner Frauen zu erfüllen, sondern nachdrücklichen Forderungen der Feinmechanik und Elektrotechnik gerecht zu werden. Man müßte einmal unter Straßenpassanten, die vor den glitzernden Auslagen anspruchsvoller Juwelierläden stehen, eine Umfrage darüber anstellen, wieviele von den Steinen sie wohl für echt hielten. Nur ein kleiner Teil von ihnen" dürfte wissen, daß heute das edle Juwelierhandwerk auf den synthetischen Stein gar nicht mehr verzichten kann und sein Material im Zweifel aus Idar-Oberstein bezieht — oder bezog, als die Doppelstadt an der Nahe noch die halbe Welt belieferte. Und es ist zu wetten, daß die Mehrzahl der Passanten keine oder nur undeutliche Vorstellungen von der Verwendung von Edel steinen außerhalb des Goldschmiedehandwerks hat. Vielleicht weiß der eine oder andere, daß seine Uhr auf einer gewissen Anzahl von „Steinen“ läuft, ohne sich indessen ein Bild vom Zweck solcher verborgener Schätze zu machen, Edelsteine sind auf Grund ihrer vollkommen gleichmäßigen Härte das ideale Material für winzige Präzisionslager. Diese Eigenschaft hat sich die feinmechanische Industrie zunutze gemacht und sie so 'vielseitig und in so großen Mengen zu verwenden begonnen, daß die herkömmliche Karatmessung längst nicht mehr Schritt halten kann. Wahrscheinlich hätte die Industrie ihre Ansprüche zurückstellen müssen. wäre sie auf die Gut gelaunt fährt sich besser Das einzige deutsche Institut für Verkehrspsycholoßie will Kraftfahrern helfen Von Detlev v. Lilieneron Ist auch das Dasein voll harter Schmerzen Spielt ewig die Tragödie auch hinein. Mein Gott, wir haben Sonnenschein im Herzen. Laßt nur die Freude frühlingsfroh gedeihn. Denn so viel Lust, sie ist nicht auszumerzen. Sie soll, sie muß der Plagen une befrein. De« Lebens Blume heißt die Gegenwart. Pflücket du sie nicht, hast du dich selbst genarrt! Aue der „Sorgenfibel oder über die Kunst durch Einsicht und Uebung seiner Sorgen Meister zu werden“ von Ludwig Heiners, die tm Biederstein Verlag München erschien. In dem Horoskop des Malermeisters Blattgrün hatte „Aerger mit Behörden oder ähnlichen Institutionen“ und „Sie werden sich eine längere Ruhepause gönnen müssen“ gestanden. 1 Als er das Finanzamt verließ und sich an das Steuer seine« Autos setzte, war auf seiner Stirn eine steile Falte zu sehen. Er schoß einen giftigen Blick nach einem der hundert Fenster des Gebäudes und trat dann knurrend auf den Anlasser. Zu Ehren des Malermeisters Blattgrün muß gesagt werden, daß. er seinen faustdicken Aerger nicht an seinem Wagen auslleß. Er fuhr nicht mehr als vierzig, vielleicht noch etwas weniger. Es hatte ihn zwar unter der Fußsohle gejuckt, aber er bezwang sich. Malermeister Blattgrün war in dieser Hinsicht ein guter Staatsbürger und fuhr nie schneller als die Polizei erlaubte. An der dritten Straßenkreuzung sah er von der Seite her einen Lastwagen mit erheblicher Geschwindigkeit auf sich zukommen. Als er im Krankenhaus erwachte, sagte der Arzt: „Na, Sie sind noch einmal glimpflich davongekommen, Aber einige Wochen Bettruhe werden Sie sich schon gönnen müssen. Wie konnte Ihnen als vorsichtigem Autofahrer so etwas passieren?“ Gut gelaunt fährt sich besser In dem einzigen deutschen Institut für Verkehrspsychologie in Karlsruhe, das in diesen Tagen nach langer Vorbereitung seine Arbeit aufnimmt, glaubt man hinter das Geheimnis zahlreicher Verkehrsunfälle gekommen zu sein. Im Fall des Malermeisters Blattgrün dürfte der Aerger mit dem Finanzamt schuld sein. Die seit etwa einem halben Jahr angestellten Testversuche haben nämlich ergeben. daß bei allen Menschen die Reaktionszeit durch Aerger, schlechte Gemütsstimmung, Kummer. Krankheit oder Witterungseinflüsse erheblich verlängert wird. 70 bi» 75% aller Verkehrsunfälle sind auf eine übermäßige lange Schrecksekunde oder auf Fehler der Sinne bzw. der Aufmerksamkeit zurückzuführen. Man stellte ferner fest, daß gut gelaunte Kraftfahrer viel schneller auf ein plötzlich auftauchendes Hindernis reagieren Das von der „Arbeitsgemeinschaft für medizinisch-psychologische Kraftfahrforschung“ betriebene Karlsruher Institut arbeitet, wie von dem Präsidenten Prof. Dr. Amsperger und dem sich bereits über zehn Jahren mit derartigen Problemen beschäftigenden Medizinalrat Dr. Rüdiger betont wird, völlig gemeinnützig und ohne iegliche Behördenaufsicht. Neben der wissenschaftlichen Forschung dienen die Ergebnisse der freiwilligen Testung ausschließlich dem Kraftfahrer selber. Auf seiner Karteikarte mit den Messungen steht aber nicht sein Name, sondern eine nur ihm bekannte Nummer. Hat ein getesteter Kraftfahrer einen Unfall, darf ohne sein Einverständnis die Karteikarte nicht zur Feststellung der Schuldfrage benutzt werden Dies schließt natürlich nicht aus. daß auf gerichtliche Anforderung ein völlig ‘neuer Test hergestellt wird. Wie in der Praxis Das von Dipl.-Ing. Eberhard von Faber konstruierte Testgerät, ein dreiteiliger Schirm au» Mattglas, der genau dem Blickfeld am Steuer eines Kraftwagens entspricht, konnte in den vergangenen Monaten durch Serienunter- suchungen von Polizeischülern erfolgreich erprobt werden. Dabei stellte von Faber fest, daß seine Ergebnisse nahezu haargenau mit dem praktischen Urteil des Fahrlehrers über die Prüflinge übereinstimmten. Auch der bekannte Karlsruher Motorradrennfahrer Roland Schnell hatte sich zu Versuchen zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich zeigte »ein Test die besten Ergebnisse mit einer erstaunlich kurzen Reaktionszeit Der Aufmerksamkeit*- und Reaktionstast, der in der Hauptsache angestellt wird, besteht aus vierzig Einzelmessungen, die dem tatsächlichen Verkehrsgeschehen angeoaßt und auf da» ganze Gesichtsfeld ausgedehnt sind. Dies ist besonders wichtig, um die an Straßenkreuzungen auftretenden Gefahrenmomc te sufzu- decken. Nach der Statistik ereignen sich die meisten Verkehrsunfälle an Straßenkreuzungen. Die Testapparaturen dienen in der Hauptsache dem Auge, während Schwerhörigkeit kaum als Minderung der Fähigkeit, einen Kraftwagen zu führen, angesehen wird. Die Auswertung des Testes erfolgt im rechnerischen Verfahren an Hand eines allgemeinen Querschnitte». Die Leistungen des einzelnen werden mit der Masse verglichen, wobei das Urteil zwischen „sehr verkehrssicher“ und „stark verkehrsgefährdet“ pendelt. Am Schluß des Testergebnisses wird dem geprüften Kraftfahrer empfohlen, welche Geschwindigkeiten er auf der Landstraße, im Stadtverkehr und an Gefahrenpunkten seiner Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit entsprechend nicht überschreiten sollte. Nach Ansicht de9 Instituts werden auch die Gerichtssachverständige ihre letzt übliche Ansicht über Trunkenheit am Steuer einer Revision unterziehen müssen. Ein Mensch mit gutem Aufmerksamkeit»- und Reaktionsvermögen wird selbst bei Genuß von fünf Gläsern Bier noch über dem Durchschnitt der meisten Kraftfahrer liegen und auch nach Besuch eines Wirtshauses in der Lage sein, seinen Wagen sicher nach Hause zu steuern. Edelsteinvorkommen der Erde, auf die Rubinlager in Ostindien, die Saphirseifen auf Ceylon oder die Achate aus den brasilianischen Flußbetten angewiesen geblieben. Edelsteine sind, weil sie selten sind, teuer. Die Synthese ist gut gelungen. Sie ist vollkommen und vor allem billig. Das große Auslandsgeschäft der Schweizer Uhrenindustrie bietet seine Präzisionslager in New York für wenige Cents an, und selbst ein so erlesener Stein wie der Sternsaphir, der als Naturstein Trost noch mit 1500 Dollar pro Karat bezahlt wird, kostet synthetisch nur den fünfzigsten Teil. Die überwiegende Mehrzahl aller künstlichen Edelsteine büden die Rubine und Saphire, die beiden bekanntesten der sogenannten edlen Korunde, die nichts anderes sind als launige lenstoff und die entratenen Zwillingsbrüder des Graphits, allerdings unter so eigenwilligen Bedingungen „gewachsen“, daß die Chemiker bis zum heutigen Tage noch über ihren Retorten experimentieren, ohne zu einer gleichwertigen Synthese gekommen zu sein- Die amerikanische Industrie bezog ihre künstlichen Edelsteine aus Europa. Im zweiten Weltkrieg waren diese Quellen — auch die in der neutralen Schweiz — versiegt, und Amerika stellte sich rasch auf eigene Füße und war bald ln der Lage, den Bedarf vor allem der Flug- zeugarmaturen-Industrie zu "befriedigen. In die Tachometer und Manometer einer einzigen Maschine sind zum Beispiel über 100 Steine von unterschiedlicher Größe eingebaut. Die Wissenschaft entdeckte über der Fortführung und Verbesserung ihrer Forschungen bei einigen Kristallen neue Anwendungsmöglichkeiten, von denen sich vorher niemand hätte etwas träumen lassen. So sind gewisse edle Steine gegenüber Kernstrahlungen weit empfindlicher als die Geigerzählrohre. Germaniumkristalle in einer sogenannten Transitoranlage ersetzten die meisten Funktionen einer Vakuumröhre, andere Kristalle erlauben die Konstruktion der am raschesten reagierenden photoelektrischen Zelle, die die Welt kennt. Saphire sind von unschätzbarem Wert tiei der Serum- und Blutplasmabehandlung und wegen ihrer Durchlässigkeit für ultraviolette Strahlen. Als Kugeln in Kugelschreibern öder Kristallnadeln in den Tonabnehmern der Plattenspieler sind sie seit langem in Gebrauch. Zu den letzten „Erfindungen“ zählt auch daa synthetische Rutil, eine Varietät des Titandioxyds, das es in der Natur nicht gibt, das aber nach Ansicht der Kenner — neben einigen Mängeln — ein stärkeres „Feuer“ als der Diamant aufweist Es ist in seiner bestechenden Pracht dabei, sich als „Titania“ oder „Nachtstein“ die Schmuckschatullen anspruchsvoller Amerikanerinnen zu erobern. Oft wird übersehen, daß die künstlichen Steine durchaus nicht minderwertige „Glasbonbons“, sondern tatsächlich von gleicher chemischer Struktur wie die „Originale“ sind und sie mitunter in ihrer Reinheit noch übertreffen. Der Laie sieht den Unterschied nicht, und der Fachmann ist bei der Prüfung auf seine Produkte aus Aluminiumoxyd, das normaler? Spezialgeräte, vor allem auf das Mikroskop, den weise als Schmirgel auf den Markt kommt. Dia-1 Refraktometer und neuerdings auf die Röntgen- njanten sind ja auch „nur“ kristalliner Koh-1 Feinstrukturanlage angewiesen. Malersorgen in Rom Müssen für das Aufstellen einer Staffelei Steuern gezahlt werden? Von unserem Körresjpdndeniah Der italienische Maler d'Angelo ist über Naht zu einem seltsamen Ruhm gekommen. Ein immerhin milder Zusammenstoß mit einem römischen Polizisten erwirkte, daß der bisher unbekannte Maler zu einem Pionier wurde, zum Helden einer „verfolgten Künstlershaft". d’Angelo hatte sih friedlich mit Staffelei, Hocker und Malkasten unter einem Baum auf dem Vorplatz des römischen Hauptbahnhofes aufgebaut. Als Motiv für sein neues Werk in Oel diente ihm die gläserne Schalterhalle der Bahnhofsfassade, jenes Gebilde unter geschwungenem Dah, das die Römer den „Dinosaurier“ nennen. Plötzlich spürte d’Angelo die Hand eines Stadtpolizisten auf seiner Schulter. Bisher ist das Malen in Rom nicht verboten und so fühlte sih der Maler auch keiner Schuld bewußt Der Polizist ver- Eine Familie ist wieder glücklich vereint Hunderttausend Schntttrosen Hunderttausend Schnittrosen aller Farben, und Gattungen und 230 angepflanzte Rosensorten werden auf einer internationalen Ro- senausatellung gezeigt, die vom 12. bis 14. Juli in Baden-Baden stattfinden wird. An der Ausstellung beteüigen sih Züchter aus zahlreichen Ländern Europas und aus den Vereinigten Staaten. Eine internationale Fachkommission soll die schönste Rosenneuheit der letzten drei Jahre ermitteln. ln Flammen eeboren -mpfo- Während ihre Wohnung in Boston, USA, in hellen Flammen stand, brachte Mrs. Louise Murray einen Sohn zur Welt. Ein Krankenwagen, den man gerufen hatte, um Mrs. Murray in die Klinik zu bringen, mußte an ihrer Stelle zunähst zwei andere Frauen ins Krankenhaus befördern, die in kopfloser Panik zum Fenster hinausgesprungen waren. Als der andere Krankenwagen erschien, war das Kind bereits geboren. Allzu großzügig Der 25jährige Robert McArthur aus Key West in Florida startet zu einer Radtour durch England An seinem Fahrrad hatte er zwei «iutohupen, einen Geschwindigkeitsmesser, die Ein freudiges Wiedersehen gtb es ln Rotbenbek bei Trittau, eJs der Jetzt in Westfalen lebend« Juso merikanisehe Flagge, zwei Gummi flaschen, slaviendeutfche Ludwig Kri schab seine Frau und vier Kinder wiederfand. Vor neun Jahren wurde ae Antenne und vierzehn Rückstrahler die Familie durch die Zeitereignisse auseinandergeris-en. Ueber den^uchdienst. endlich gelang die Ver- „ „ btndunc. Vater Krlschka hat ln Wes-falen ein Häuschen gebaut Will seine Familie recht iduidl|“ ,r jetzt im Krankenhaus. Ein Wagen dorthin Überführen. Aber es fehlt ihm an Geld Wt den Umzug. «fuhr ihn von hinten an. (NP) langt» aber die Bezahlung einer Strafe wegen „unberechtigten Beeetzens öffentlichen Grundes“. Dem Maler wollte dies beim besten Willen nicht einleuchten, doch der Polizist konnte ihm einen Paragraphen zitieren, auf Grund dessen jedermann, der sich des öffentlichen Grundes der Stadt Rom bedient, dazu einer Genehmigung bedarf. Die Bestimmung bezieht sich in erster Linie auf die ambulanten Händler, die sich mit Bücher-, Obst- oder sonstigen' Karren an einer Straßenecke aufbauen. Für den nicht gerade sehr musisch gestimmten Stadtpolizisten gehörte auch das Malen in freier Natur zum „ambulanten Gewerbe“, da es offensichtlich, wenn man nicht im Gehen malen will, die „Besetzung öffentlichen Grundes“ verlangt. Der brave d’Angelo zahlte also »eine Strafe. Die Maler zogen nach diesem Präzedenzfall über die städtische Verwaltungsbürokratie und die amusischen Hüter der Ordnung her. Bevor jedoch nicht ausdrücklich eine neue Bestimmung erlassen wird, die Landschaftsmaler von der Bezahlung der Steuer für die „Besetzung öffentlichen Grundes“ ausschließt, kann jedem Künstler da« Schicksal des „Pioniers“ d’Angelo widerfahren. In Italien wird die Steuer allmählich zur Manie. Donnerstag, 27. März 1952 I M ZEIT6BSCHIKIM / ftttf Ate fiAApuiuLiuA JltoAäMA WV ••WWwF^Wf^VfFJ# ^ ^•w^Plr "Seit Kriegsende haben wir die Ladenschluß- Epidemie. Die Wirtschaftsämter schrieben dem Einzelhandel vor, wann und wielange die Mittagspause zu dauern habe. Dann ging es darum, ob durchgehend geöffnet bleiben dürfe, bei vorverlegtem Abendschluß. Später ging es um den freien Mittwoch-, dann um den freien Samstagnachmittag. Als diese Klaviatur absol viert war, fand man neue Variationen. Es schien unendlich viele zu geben. Von einem Mittelpunkt aus betrachtet, sagen wir von Bonn, muß das verwirrend gewirkt haben, denn es kam hinzu, daß sämtliche Methoden in den 11 Bundesländern verschieden gehandhabt wurden. Wer in Frankfurt bemerkte, daß er seine Taschentücher vergessen hatte und diese in Düsseldorf hinter der Bahnhofssperre (beim Friseur in Papier) kaufen wollte, konnte erfahren, daß er sich die Nase erst wieder ab Hannover schnauben dürfe, weil in Düsseldorf die Bahnhofsläden gerade mal wieder „zu“ hatten. Nun gibt es seit jüngstem einen Gesetzentwurf, der vorsieht, daß die Geschäfte künftig am Mittwochnachmittag schließen und am Samstagnachmittag geöffnet bleiben. Die Forderung der Arbeitnehmer nach dem freien Samstagnachmittag wird als berechtigt anerkannt, aber zugunsten der Käufer nicht berücksichtigt, für die der Samstagnachmittag oft die einzige Möglichkeit zu Besorgungen bietet. Nun, den Verkäufern ist ein freier Nachmittag gewiß zu gönnen, und wenn sie ihn erhalten, dann am besten bundeseinheitlich, das ist klar. Von beiläufigem Interesse könnte noch sein, daß in den meisten Erdteilen freie Verkäufernachmittage nicht existieren, selbst im weekendfreudigen England bröckelt diese Tradition allmählich ab. Für fast alle Länder dieser Welt ist es völlig unvorstellbar, daß etwa jemand am Mittwochnachmittag nach Paris, Mailand, Madrid, Lissabon oder in die USA-Metropolen käme, etwas kaufen wollte, und geschlossene Läden vorfände. Wenn schon, dann gibt es auf diesem Globus freie Wochenenden einschließlich der Samstagnachmittage. Zumindest hat jeder schon mal von freien Wochenenden gehört. In diesem harmlosen Zusammenhang wird man sicher noch Lustiges darüber vernehmen, daß die „Deutschen“ sich wenigstens darin einig sind, in den Wochenmitten nichts zu verkaufen. Metalldiebe in den Badezimmern Lichtscheue Elemente in den noch nicht bezogenen Besatguugswohnungen Die Metall-Diebstähle in der Stadt und Umgebung reißen nicht* ab. In letzter Zeit wurde zum wiederholten Male in eine außerhalb der Stadt liegende Gärtnerei eingestiegen und nach Erbrechen des Geräteschuppens eine Handbohrmaschine, Wasserhahnen u. a. gestohlen. Dieser Tage wurden sogar in den Neubauten der Besatzung an der Hindenburgstraße in den Badezimmern die Ablaufbleirohre, Messingteile an Heizungen und Boilern abgerissen und entwendet. Da die Neubauten Tag und Nacht zugänglich sind und nicht bewacht werden, hatten es die Täter leicht, ihrem lichtscheuen Gewerbe nachzugehen. An die Altmetallhändler ergeht die Aufforderung, bei Anbieten solcher Gegenstände die Polizei zu verständigen. * Eine in Offenburg wohnhafte, 23 Jahre alte, ledige Händlerin, Mutter von drei Kindern, gelangte wegen Betrugs, Diebstahls und Unterschlagung zur Anzeige. Sie hat es im Laufe der letzten Monate verstanden, sich unter unwahren Angaben, ihr Mann sei in einem Krankenhaus und die Kinder seien krank, das Vertrauen einer hiesigen Hausfrau zu erschleichen und diese nach und nach um namhafte Beträge zu schädigen. Sie hat ferner der Frau, während diese ihr etwas zum Essen holen wollte, im Küchenschrank einen 50-DM-Schein entwendet und zwei beschädigte 50-DM- Scheine, die sie auf einer Bank umwechseln sollte, nach dem Umwechseln für sich behalten. Sie hat also die Guttätigkeit der Frau schlecht belohnt. Wegen Diebstahls, Betrugs und Urkundenfälschung gelangte ein 61 Jahre alter Vertreter zur Anzeige, weil er in einem hiesigen Betrieb sich Waren widerrechtlich angeeignet und Waren mittels gefälschter Belege verschafft hat. In letzter Zelt wurde während der Nachtzeit in einen hiesigen Kindergarten eingestiegen und aus verschlossenen Tischschubladen Bargeld in Höhe von 125.— DM gestohlen, das für Ostergeschenke für die Kinder vorgesehen war. Ein desertierter, ehemaliger Fremdenlegionär aus der Tschechoslowakei gelangte zur Anzeige, weil er einen hiesigen Kraftfahrzeugmeister dadurch um den Betrag von etwa 200.— DM geschädigt hat, daß er unter betrügerischen Angaben ein Kraftfahrzeug reparieren ließ und dann mit dem Fahrzeug verschwunden ist, ohne bisher die Kosten zu bezahlen. Der ehemalige Provisionsvertreter einer hiesigen Firma gelangte zur Anzeige, weil er Waren im Werte von etwa 360.— DM, die ihm zur Aushändigung an die Kunden geliefert wurden, an diese aushändigte und den Betrag ■dafür ohne Inkassovollmacht kassierte und das Geld für sich verwendete. Desgleichen gelangte eine Vertreterin der gleichen Firma wegen Unterschlagung zur Anzeige, weil sie Waren im Werte von 274.— DM bezog und diese weiterveräußert hat, ohne dafür das Geld an die Firma abzuführen. Das Tanzdrama vom „Grünen Tisch" Ein Tanzabend des Folkwang-Balletts Jooss in der Stadthalle Abende von einer so gedichteten, konzentrierten Atmosphäre, inneren Entrücktheit und einem so unangreifbaren künstlerischen Rang sind selten. Was uns das Essener Folkwang- Tanztheater am Montag in dar Offenburger Stadthalle bot, war ein Abend der großen tänzerischen Form. Nicht so sehr vom solisti- schen Erlebnis her, das ja meist solche Tanzabende ausmacht, sondern von einem Ensemble-Geist bestimmt, hinter dem man das geniale Wesen eines schöpferischen Menschen spürte, der von seinem Metier wahrhaft besessen ist. Der Verzicht auf das solistische Element schloß nicht aus, daß sich Kujt Jooss, einer der bedeutendsten Tanzschöpfer der Gegenwart, für seine Truppe tänzerische Individualitäten von neun Ländern zusammengeholt hat. Diese Tänzer unterordnen sich in Freiheit den Ideen ihres Meisters: sie finden sich in Bewußtsein zu einer kollektiven tänzerischen Leistung, die gerade auch durch die Qualität der Einzelleistung zu einer über- Hochwassergefahr am Rhein Das Wasser bat Uferhöhe erreicht — Altrheinarme stark angefüllt Altenheim, (r) Infolge der schweren Regenfälle und des damit verbundenen Schneeabgangs vom .Gebirge besteht am Rhein starke Hochwassergefahr. Das Wasser bat die Höhe des Ufers erreicht und auch die Altrheinarme sind beträchtlich angefüllt. Infolge der großen Nässe sind die landwirtschaftlichen Arbeiten sehr behindert. \ Stur* mit Todesfolge Altenheim, (r) Durch einen unglücklichen Sturz erlitt Altrentner Jakob Harzluf einen Oberschenkelbruch, an dessen Folgen er im Krankenhaus verschied. Der Verstorbene erreichte ein Alter von 86 Jahren und erfreute sich als braver stüler Mann größter Hochachtung. Erfolgreiche Aufführung Ichenheim, (r) Die katholische Männerjugend konnte am Sonntagabend wiederum einen großen Erfolg erringen. Im Schwanensaal kam das historisch-romantische Schauspiel „Der Köhlerbub vom Veybachtal“, das einer niederrheinisch«« Sage entnommen ist, zur Aufführung. Die Laienspielschar hat mit der Aufführung dieses Stückes wirklich etwas Großes geleistet. Die tiefe Dramatik der Handlung verlangte von allen Darstellern ein starkes Einfühlungsvermögen, dem alle Spieler gerecht wurden, was in dem großen Beifall zum Ausdruck kam. Die sinnvoll eingeschalteten Melodien der Mando- linengrappe und die Gesänge des Jungmännerchores gaben der Handlung ein feierliches Gepräge. Des großen Erfolges wegen soll die Aufführung am Sonntag, 30. März, wiederholt werden. Unter alter Leitung weiter Ichenheim, (r) Am Samstag fand im Gasthaus „Zur Lände“ die Generalversammlung des Männergesangvereins „Harmonie“ statt. Nach der Begrüßung und Totenehrung wurde im geschäftlichen Teil der Tätigkeits- und Kassenbericht gegeben, der ein anschauliches Bild von der ersprießlichen Arbeit des Gesangvereins vermittelte. Die Vorstandswahlen brachten die Einstimmigkeit des Vereins bestens zum Ausdruck. Kein Posten wurde umbesetzt. Es wurde noch beschlossen, im Mai einen Ausflug in den südlichen Teil des, Schwarzwaldes zu unternehmen. Auch der Plan, im Sommer aktiv an zwei Sängerfesten teüzunehmen, wurde gutgeheißen. Anschluß an Kreisobstbauverein Hanauerland Beschluß der Generalversammlung des Obstbauvereins Golds&euer Marlen, (k) Am Sonntag fand im Gasthaus „Zum Ochsen“ die Generalversammlung des Obstbauvereins statt, die von Vorstand Martin Fien eröffnet wurde. Nach Bekanntgabe des Geschäfts- und Kassenberichtes, denen allgemein zugestimmt wurde, schritt man zur Neuwahl des Gesamtvorstandes. Der erste Vorstand wurde wiedergewählt, ebenso der zweite Vorsitzende Eugen Fien, Goldscheuer. Schriftführer und Kassierer Fritz Lehmann, Marlen, verblieb ebenfalls im Amt. An Stelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes August Klem trat Fritz Bühler, Marlen. Auf der Tagesordnung stand weiterhin die Frage des Anschlusses^ an den Bezirksobstbauverein Hanauerland.'Wie festgestellt wurde, ist der ‘Obstbauverein Goldscheuer noch der einzige Verein, der sich bisher dem Kreisverband nicht angeschlossen hat. Es entspann sich hierüber eine längere Aussprache. Die geheime Abstimmung ergab schließlich eine überwiegende Mehrheit für den Anschluß an den Bezirksobstbauverein Hanauerland. Allgemein festgestellt wurde, daß die anberaumten Obstbaumschnittkurse nicht sonderlich gut besucht waren. Namentlich fehlte die Jugend. Es wurde vorgeschlagen und einstimmig gebilligt, das Baumschneiden schon in der 7. und 8. Klasse oder für die Fortbildungsschüler als Pflichtfach einzuführen. Eine wenig erfreuliche Angelegenheit bildete die Aussprache über die abhanden gekommenen Messingstrahlrohre. Eine strengere Kontrolle der Ab- und Weitergabe der Hand- und Rückenspritzen wurde gefordert und der entsprechenden Maßnahme zugestimrrit. Abschließend erwähnte Bürgermeister Fehren- bach noch, daß bei der Sprengung der beiden Bunker am Rheindamm zwischen Goldscheuer und Marlen eine größere Anzahl Obstbäume beschädigt wurde. Die Schadensersatzfrage wird noch geklärt. Betrügerische« Ehepaar Goldscheuer, (k) In der vergangenen Woche mietete sich hier für einige Tage ein jüngeres Ehepaar bei einer itriegerwitwe ein und verschwand unter Hinterlassung der Schulden. Frtthjahrskonzert des Gesangvereins Bohlsbach Bohlsbach. Seit 1948 tritt der Verein alljährlich mit eitlem Frühjahrskonzert an die Oef- fentiichkeit und hier insbesondere vor die Dorfgemeinschaft. Auch in diesem 5. Konzert ist die Einheit des Programms gewahrt. Der Chor hat sich unter Leitung von Hauptlehrer Georg Benz sehr große Aufgaben gestellt. Im Mittelpunkt des Konzerts, dessen erster Teil die Heimat verherrlicht, steht die Jochum’sche Hymne, die mit Klavierbegleitung gesungen wird. Der zweite Teil steht unter dem Motto: „Wir sind der Freuden voll“, wobei vor allem der Kinderchor mit seinen Volksliedern den Frühling einsingeh wird. Das Konzert wird am 30. März, im „Jockerst-Saal“ durchgeführt und beginnt um 15 Uhr. wältigenden tänzerischen Gesamtaussage wird- Was bei den Darbietungen dieses inzwischen weltberühmt gewordenen Jooss-Balletts in« Auge fällt, ist ihre Zeitbezogenheit. Eine brennende unheimliche Aktualität flackert in diesen einzigartig gekonnten tänzerischen Szenen des Joosschen Tanzdramas „Der grüne Tisch“ auf, in dem der Tod der schauerliche Sieger ist. Wer glaubt es, daß dieser „tänzerische Protest gegen den Krieg“ schon mehr als 20 Jahre alt ist? Mit diesem seinen „grünen Tisch“ hat Jooss bewiesen, daß Kunst und Publikum sich ausgezeichnet verstehen, wenn nur die Ansprache echt und überzeugend ist, wenn nur mitten ins Herz getroffen wird. Dieser Ausdrucks- und Bewegungstanz Jooss- scher Prägung vermeidet alles falsche Pathos, er wirkt unsentimental und doch tief ergreifend in der Ueberzeugungskraft seiner realistischen Zeichnung. Die Aktualität des Tanzdramas vom „grünen Tisch“ besitzt das Joossche Ballett „Großstadt 1926“ nicht Mit ihm werden Reminiszenzen an eine verflossene Zeit wach, die äußerlich überwunden ist," Und doch fesselt dieses Ballett in höchstem Maße durch seine Einfallskraft, seine Atmosphäre, seine formale Originalität. Es geht einem mit ihm so, als wenn man ein lange nicht mehr gespieltes Erfolgsstück eines Dichters noch einmal neu, mit aller Intensität erlebt. Phantastisch, wie dieser, wie von einem seelenlosen Mechanis mus angetrieben, grotesk-tiefsinnige Tanz- puppen-Spuk einer gespenstisch gewordenen Wirklichkeit vorüberzieht. Jooss jüngstes Tanzspiel „Colombinade“, nach Musik von Johann Strauß entstanden, mit einzigartigen Kostümen von Rochus Gliese ausgestattet, ein Spiel von Heiterkeit und Tiefsinn zugleich, und Hans Zülligs tänzerisch beschwingte Komposition „Fantasie“ rundeten das Programm in künstlerischer Gültigkeit. Die Mitwirkenden wurden stürmisch gefeiert. Es war ein Abend, den man so leicht nicht vergißt. -is Paßbilder schnellundgut Hermann Kramer 75 Jahre Der Offenburger akademische Kunstbildhauer Hermann Kramer, Hildastraße 90, kann heute seinen 75. Geburtstag feiern. Bildhauer Hermann Kramer ist mit ausgezeichneten bildhauerischen Arbeiten sowohl kirchlicher als profaner Art in Offenburg und Umgebung bekannt geworden. Kirchliche Bildhauerarbeiten befinden sich von ihm in der Offenburger Dreifaltigkeitskirche, den Kirchen von Ortenberg, Berghaupten, Durbach, Ottenau, Bad Peterstal, Kuppenhelm und an vielen anderen Orten. Hermann Kramer erwies sich als ein Meister der Holz- wie auch der Steinbildhauerkunst. Aus der Offenburger Umgebung Ortenberg, (s) Der Landwirt Julius Buß konnte am 23. März sein 71. Lebensjahr vollenden. Unsere besten Glückwünsche! Berghaupten. ,(a) In diesen Tagen feiert der zur Zeit erkrankte Hofbauer Wilhelm Lehmann, Obertal, seinen 78. Geburtstag. Wir wünschen baldige Genesung. Rammersweier (b). Am 24. März konnte Wilhelm Lehmann seinen 77. Geburtstag begehen. Trotz seines hohen Alters ist er noch rüstig und geht er noch gerne seiner Feldarbeit nach. Möge ihm weiterhin - ein froher Lebensabend beschieden sein. Durbach (1). Der ehemalige zweite Kommandant und Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr, Jösef Schirmann, Maurermeister, der im Alter von 80 Jahren unerwartet rasch verschieden ist, wurde am Dienstag unter großer Anteilnahme zur letzten Ruhe gebettet. Zum Gang auf den Friedhof war die gesamte Wehr mit den Spielleuten angetreten, um dem alten Kameraden, der bereits 50 Jahre der Wehr angehörte, die letzte Ehre zu erweisen. Nach dem Grablied des Kirchenchores würdigte der Feuerwehrkommandant Bahr die Verdienste, die sieh Josef Schirmann in seiner langen Dienstzeit erworben hatte, und legte als Zeichen der Dankbarkeit einen Kranz nieder. Audi der Vorstand des Musikvereins ehrte den Entschlafenen für seine Tätigkeit als Verwaltungsrat und legte gleichfalls einen Kranz nieder. Der Männergesangverein sang dem alten Sängerkameraden ein Abschiedslied. Gottesdienstordnimg Gengenbaeh. — Freitag: 6.00 Uhr hl. Messe für Josef Moritz, Ehefrau und Tochter; 6.35 Uhr hl. Messe für Katharina Braun, Wingerbach; 7.00 Uhr gestiftete hl. Messe für Gipser August Herr und Angehörige, Hüttersbach; 7.10 Uhr Schülergottesdienst; hl. Messe für Leonhard Harter, Ehefrau und Tochter Helena und Paul Huber, Haigerach. — Samstag: 6.00 .Uhr gestiftete hl. Messe für Karo- lina Göbel und Angehörige; 6.35 Uhr gestiftete hl. Messe für Josef Pf aff, Ehefrau "Berta, Kinder und Angehörige; 7.00 Uly: gestiftete hl. Messe für Maria Anna Benz, Eltern und Geschwister, Reichenbach; 7.15 Uhr Jahrtag- amt für Schneidermeister Franz Fäßler; 18.00 Uhr Rosenkranz. Nordrach. Freitag: 6.45 Uhr Jahrtagsmesse für Ludwig Himmelsbach; 7.15 Uhr Jahrtagsmesse für Josef Decker. — Samstag: 6.45 Uhr hl. Messe für Anna Dürrwächter; 7.15 Uhr Jahrtagsmesse für Cacilia Nock geb. Spitzmüller und Ehemann; 14, 17.30 und 19.30 Uhr Beichtgelegenheit. Zell a. H. — Freitag: 6.45 Uhr hl. Messe für Josef Grammelspacher und Vater Karl von Zell; 7.15 Uhr Schülergottesdienst mit Singmesse für Josef Schwendemann, Theresia, geb. Herrmann, und verstorb. Angehörige von Unterharmersbach-Roth; 16.00 Uhr Unterricht für alle Entlassungsschüler. — Samstag: 6.45 Uhr hl. Messe als, Ersatz für die entwerteten Meßstiftungen; 7.15 Uhr Jahrtagsamt für Matthäus Roth und Berta, geb. Fritsch, von Schottenhöfen; 14.00, 17.00 und 20.00 Uhr Beichtgelegenheit; 18.30 Uhf Rosenkranz mit Segen. Musikkapelle konzertierte im „Posthorn" Ausgezeichnet gelungenes Frtthjahrskonzert der Musikkapelle Urioffen Urioffen (h). Alle die Freunde der hiesigen Musikkapelle, welche Saal und Gaststätte „Zum Posthorn“ bis auf den letzten Platz füllten, sahen sich in ihren hochgespannten Erwartungen nicht enttäuscht. Was die Musikkapelle unter der Leitung ihres Dirigenten Lienert in einem sorgfältig ausgewählten Programm bot, war das Ergebnis einer intensiven Schulung und ernster Probetätigkeit. Solis und volkstümliche Einlagen ergänzten die prachtvolle Gesamtleistung dieses überraschend guten Klangkörpers. Dirigent und Kapelle fanden im stürmischen Beifall ihrer Gäste die wohlverdiente Resonanz. Wenn die Kapelle den eingeschlagenen Weg weiterschreitet und wenn ihr auch die Mittel für Instrumentation und Notenmaterial in erforderlichem Maß zur Verfügung stehen, wird sie sicher eine sehr beachtliche Ueistungs- stufe erreichen. Der Musikverein Urioffen und Vorstand Emil Schmidt können mit Stolz auf die bisher gezeigten Leistungen zurückblicken. An unübersichtlicher Stelle überholt Urioffen, (b) Auf der Bundesstraße 3, oberhalb der Bierkeller, versuchte ein Textilreisender aus Wiesental bei Bruchsal, mit seinem Pkw drei Lastzüge zu überholen und stieß dabei mit einem Lkw der Besatzung zusammen. Er wurde schwerverletzt aus dem zertrümmerten Pkw gezogen und ins Krankenhaus verbracht. Der französische Lkw geriet ebenfalls in den Straßengraben und mußte abgeschleppt werden. Die. Schuld trifft den Pkw-Fahrer selbst) der an unübersichtlicher Stelle überholen wollte. Generalversammlung der Spar- und Kreditkasse Appenweier, (v) Am Samstag fand im Bürgersaal die Generalversammlung der hiesigen Spar- und Kreditkasse statt. Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden, insbesondere den zur Berichterstattung erschienenen Oberrevi- sor Sackmann aus Offenburg. Herr Sackmann erläuterte darauf die Prüfungsergebnisse und Bilanzzahlen für die einzelnen Geschäftsjahre. Die Geschäftsführung wurde in Ordnung befunden, so daß dem Vorstand Entlastung erteilt werden konnte. Einstimmig wurde sodann die Höhe der Geschäftsanteile festgesetzt. Ebenfalls wurden die Vorbedingung zum Erwerb der Mitgliedschaft, die Form der Berufung der Generalversammlung und die Zusammensetzung der Vorstandschaft einstimmig beschlossen. Die Kredithöchstgrenze für den Vorstand und für den Aufsichtsrat sowie die Passiv-Kreditgrenze wurden neu festgä- legt. Für ein ausgeschiedenes Aufsichtsratsmitglied wurde Malermeister Franz Reiner gewählt. Der Geschäftsführer Baptist Mayer gab noch einen Rückblick über die Geschäftsabwicklung der Kasse im allgemeinen. Die Verkehrswacht des Kreises Kehl hält heute, Donnerstag, den 27. ds. Mts., im neuen Schulhaus eine Versammlung ab, wozu von der Gemeindeverwaltung die ganze Bevölkerung eingeladen wurde. Der Zweck der Versammlung dient der Aufklärung an die Bevölkerung über Verhalten, Gefahren usw. im öffentlichen Verkehr Donnerstag, 27. März 1952 BvD will Jugendarbeit intensivieren Erste Kreisversammlung des „Bundes der vertriebenen Deutsche^” In der ersten Kreisversammlung des „Bundes der vertriebenen Deutschen“ (BvD) des' Kreises Offenburg hielt Vorsitzender Joachim von Zimmermann einen Rückblick und Ausblick. Es wurde über alles gesprochen, was die Heimatvertriebenen berührt, wobei auch manch unerfreuliche Dinge gesagt werden mußten. Ausgiebig wurden soziale und kulturelle Fragen erörtert und viele nur allzu berechtigten Wünsche geäußert. Besonders zu Worte kam das Wohnungs- und Bauprogramm. Verschiedentlich wurde in die Debatte eingegriffen, doch fanden die Ausführungen des Kreisvorsitzenden immer wieder den Beifall der Kreisversammlung. Aus der Vorstandswahl gingen folgende Mitglieder hervor: 2. Vorsitzender: Walter Krause, Offenburg; 3. Vorsitzender: Karl Gerber, Lautenbach; Schriftführer: Ernst Wagner, Oberkirch; Kassenwart: Gustav Kühlmann, Schwaibach. Als Kreisreferenten wurden für das Sozialwesen Walter Krause, Offenburg; für das Referat Handwerk Bruno Hinz, Schutterwald; Bauwesen H. Repner, Schutterwald; Landwirtschaft Karl Gerber, Lautenbäch und für die Külturarbeit Heinz Radziwill, Zell- Weierbach, gewählt. Als Verbindungsmann zum Die Bellenwaldwauderung Die Bellenwaldwanderung des Schwarzwaldvereins vergangener Woche, fand bei herrlichem Wetter statt. Die Wanderungen im Bellenwald gehören stets mit zu den schönsten in unserem näheren Schwarzwaldgebiet. Ein ziemlich müheloser Weg mit angenehmer Steigung führte die frohe Wanderschar auf den Panoramaweg mit seinen herrlichen Ausblik- ken ins Kinzigtal hinauf zum Sägereck und von hier weiter zum- Silbereckle, von wo man einen wunderschönen Rundblick genießt. Man schaut hinaus in die weite Rheinebene, hinüber nach den Bergzügen def Vogesen, mitten aus der Fläche ragt das Straßburger Münster heraus. Man richtet seine Blicke nach der Burg Geroldseck, nach Lahr, verfolgt den Lauf der Kinzig, die zur Zeit einen sehr hohen Wasserstand hat — bis zu ihrer Mündung und schaut auf der anderen Seite das Wäldermeer der Schwarzwaldberge. Dieses schöne Plätzchen wird leider nur zu wenig besucht. Im Gasthaus „Zur Krone“ war man noch gemütlich beisammen. Arbeitsamt wurde Karl Moldenhauer, Offenburg, bestimmt. Es wurde beschlossen, in ■ Zukunft besonders der Jugendarbeit mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden. Aus diesem Grunde wird in der Zeit vom 4. bis 6. April in der Jugendherberge Ebnet bei Freiburg eine Tagung der Jugendleiter stattfinden. Teilnehmen können jugendliche Männer und Frauen, die bereit und geeignet sind, künftig die gesamte Jugendarbeit des BvD in ihre Kreisgebiete zu tragen. Die Schulung erstreckt sich auf die Einübung von Volksliedern und -tanzen sowie das Laienspiel und wird von langjährig geschulten Jugendvertretern durchgeführt. Ferner wird die allgemeine Ausgestaltung von festlichen Veranstaltungen der Ortsverbände, einschließlich der Leitung von Diskussionsabenden behandelt werden. Kleine Stadtdironik Anmeldungen zu den Höheren Schulen (den vier Offenburger Gymnasien) werden am nächsten Dienstag und Mittwoch entgegengenommen, während die Anmeldungen für die Wirt- schaftsdberschule am 7. und 8. April erfolgen können. Näheres siehe heutige Anzeigen. Zur Berufsschuloberlehrerin wurde mit Wirkung vom 22. März, Fräulein Elsa Spinner, von der Hauswirtschaftsschule Offenburg, ernannt. Wir gratulieren der tüchtigen Lehrerin, die damit auch die staatliche Anerkennung für ihre unermüdliche Tätigkeit im Dienste der Berufsausbildung der weiblichen Jugend erhielt. Ihr 25jähriges Geschäftsjubiläum kann heute, zugleich mit ihrem 50. Geburtstag, Fräulein Elsa Bürstner, Damenschneiderin in der Rosenstraße 3, feiern. Wir gratulieren und wünschen der tüchtigen Meisterin weiterhin viel Glück und Segen. Ihren 83. Geburtstag feiert heute Frau Karo- lina Fuchs, Witwe des verstorbenen Elektrotechnikers Wilhelm Fuchs, Zeller Straße 12. Der hochbetagten Jubilarin die besten Glückwünsche. Der Tennis-Club hält am Mittwoch, 2. April, im Hotel „Sonne“ seine ordentliche Generalversammlung ab. Der Bund versorgungsberechtigter ehemaliger Wehnnachtsangehöriger und deren Hinterbliebenen e. V. hält am Dienstag, den 1. April, abends 8 Uhr, im Saal des Gasthauses „Zauberflöte“ eine Mitgliederversammlung ab. Im Hinblick auf die am 16. März stattgefundene Landesverbandstagung dürfte zahlreiches Erscheinen der Mitglieder in eigenem Interesse| liegen. Die Auszahlung der Löhne durch das Requisitionsamt findet statt am: Dienstag, 1. April, für Hausgehilfinnen und am Freitag, 4. April, für Popot- und Instandhaltungspersonal. Helmersteg weggespült Durch die Regengüsse in den letzten Tagen und die damit verbundene Schneeschmelze im Gebirge ist auch die Kinzig angestiegen. Gestern früh wurden am Pegel Schwaibach 3.15 Meter gemessen, bei Wolfach 2 Meter. Der Helmersteg wurde um 6.30 Uhr weggespült. Im Laufe des Tages, an dem sich in bereits aprilhafter Laane Schneefall und Sonnenschein abwechselten, ist der Wasserstand leicht zurückgegangen. Das „Offenburger Tageblatt" gratuliert Am Dienstag vollendete Frau Josefa Görin g, geb. Wacker, ihren 85. Geburtstag. Sie ist in Weier bei Offenburg geboren. Lange Jahre hat sie die Wäscherei Göring am Mühlbach mit großer Umsicht geleitet. Ihr Mann starb im Jahre 1930. Von ihren sechs Kindern sind zwei noch am Leben. Mit großer Sehnsucht hofft Frau Göring auf die Rückkehr ihres Sohnes, der sich noch in russischer Gefangenschaft befindet. Die Jubilarin ist geistig und körperlich noch sehr rüstig. Trotz ihres hohen Alters liest sie noch täglich ohne Brille das „Offenburger Tageblatt“, das ihr nachträglich die herzlichsten Glück- und Segenswünsche ausspricht. Versammlung der Tierfreunde Am Samstag hielt der Verein der Vogel-, Aquarien-, Terrarienfreunde Offenburg, gegr. 1910, seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vorstand wurde wiedergewählt. Die Tagesordnung war rasch erledigt. Für dieses Jahr sind naturwissenschaftliche Wanderungen und vogelkundliche Ausflüge geplant, desgleichen eine Omnibusfahrt in den Schwarzwald. Der Verein hofft, durch solche Veranstaltungen noch abseitsstehende Tierfreunde, besonders die Jugend, zu interessieren und als Mitglieder zu gewinnen. Der Zeitpunkt der in Aussicht genommenen Wanderungen wird rechtzeitig bekanntgegeben. Offenburger Filmprogramm „Sieg über da« Dunkel** läuft ab morgen m Offen- bürg. Er wurde ein Sondererfolg auf den Berlinev Filmfestspielen 1951. Dieser Film erhielt keinen Preis. Und doch war er in aller Munde. Voller Ehrfurcht beugten sich die kritischsten aller Kritiker vor einem Werk, das jenseits aller Beurteilung liegt: Bright Victory. Ein Kriegsblinder, zu ewiger Nacht verurteilt, lernt, ein neues Leben zu leben. Nichts bleibt ihm erspart, keine Enttäuschung, keine Verzweiflung — alles kostet er durch — selbst den Verlust von Freundschaft und Liebe. Und dennoch besiegt er das Dunkel, besiegt es dank eisernem Training und . . . dank der strahlenden Liebe eines jungen Mädchens. Dieser Film läuft ab morgen in den Lichtspielen „Drei Könige“. Niemand sollte versäumen, diesen wahrhaft großen Film' zu sehen, der mit Blinden unter Blinden gedreht wurde und in dem Arthur Kennedy und Peggy Dow. die so schnell berühmt gewordenen Darsteller, wahlhaft einmalige Leistungen vollbringen. ♦ „Königin einer Nacht* heißt der neue Will-Meisel- Echo-Film nach der bekannten gleichnamigen Operettenrevue des beliebten Komponisten. In den Hauptrollen erscheinen Ilse Werner als Anna Silvana, Prinzessin von Este-Parma, Hans Holt als erdinand, Herzog von Novara-Liechtenstein, Jea- ette Sehultze ’ als Baronesse Julia von Zigi und Georg Thomalla als Peter von Hazi. Das Orchester William Greiss und das Horst-Thal-Trio gestalten den musikalischen Rahmen zu der amüsanten Geschichte um einen „Hochstapler“ mit Fürstenkrone, um „Gauner“, die in Wirklichkeit würdevolle Hoheiten sind und vermeintliche Aristokraten, die sich als langgesuchte Halunken entpuppen. (Park- Lichtspiele ab morgen). * Zwischen mordgierigen Hyänen des Amazonas, den Pyranhas, zwischen giftpfeilbewehrten Indianern, moskitogeschwängerten Todessümpfen, zwischen Urweltgewalten und tausenden von beutelüstemen Krokodilen kämpfen drei Menschen um den Rückweg in die Freiheit. Gefangene der , Grünen Hölle* des Amazonas. Gefangene der vielfältigen Gefahren unerforschter, feindlicher Natur. Gefangene wilder Stämme, die als höchste Kriegsbeute noch immer den präparierten Kopf des Feindes am Gürtel tragen. Werden sie es schaffen, den todesgiftigen Pfeilen, den mörderischen Speeren. dem fanatischen Haß der getäuschten Indianer zu entkommen? Diese Frage wird durch die Handlung des Films „Die Göttin des Rio Beni“ zu fast unerträglicher Spannung komprimiert. In dieser unheimlichen Welt versteckter Gefahren blüht eine Liebe auf, deren zärtliche Innigkeit in grellem Kontrast zur Umgebung steht. Das Liebespaar spielen Angelika Hauff und Helmut Schneider. Der Dritte auf dieser Flucht vor dem sicheren Tode ist ein Indianer. Dieser atemberaubende Film ist ein Stüde wirkliches Leben (ab morgen S t a d t h a 11 e - Lichtspiele). Orthopädischer Sprechtag Der nächste orthopädische Sprechtag für die Kriegs- und Fliegerbeschädigten findet am Freitag, den 28. März 1952, vormittags von 8—13 Uhr, im Gasthaus „Zum Schwanen“ statt. Die orthopädische Versorgungsstelle Freiburg weist darauf hin, daß sämtliche orthopädischen Hilfsmittel (Prothesen, Schuhe usw.) für die Reparatur oder Neuanfertigung beantragt wird, mitzubringen sind. Schwanen - Lichtspiele Altenheim Samstag bis Montag der Marika-Rökk-Farbfilm Kind der Donau Anfangszeiten: werktags 26.30, sonntags 15 und 20.30 Uhr _®_ fot nme/fo roHefl Schwanen weiss Millionenfach bewährt oudt in den hartnäckigsten Fällen • In Packungen (verstärkt) OM 2.95 (extrastork) DM 320 {rhoWith m den bekannten Fachgeschäften Schwarzwald-Drog. A. Zeitz, Burg-Drogerie Willi -Litterst, Hauptstr., Adler-Parfümerie E. 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Sein folgender Tätigkeitsbericht zeigte die umfangreiche Vereinsarbeit des vergangenen Jahres auf. Mit seinem Kassenbericht wies Ferdinand Lipps hach, daß die Beiträge der Mitglieder nur zu kulturellen Zwecken verwendet worden sind und daß der Verein auch in der nächsten Zeit seine Aufgabe erfüllen kann. Im Zusammenhang damit entspann sich eine lebhafte Diskussion über die Frage der Abhaltung einer Fastnachtsveranstaltung als Vereinsveranstaltung. Sängervorstand Otto Junker gab Bericht über den Probenbesuch. Dabei konnte er zur Freude der Versammlung feststellen, daß eine Anzahl Sänger während des ganzen Jahres alle Proben besucht hat. Eine Ehrung für 25jährige aktive Mitarbeit wurde den Mitgliedern Wilhelm Ludäscher, Karl Kempf und Georg Junker zuteil. Als 40- jähriger aktiver Sänger erhielt Franz Metz eine besondere Ehrengabe. Außerdem wurden für 50jährige passive Mitgliedschaft Andreas Quardie und Valentin Oßwald geehrt. Unter „Verschiedenes“ wurde angeregt, den Sängern, die während dem kommenden Jahr alle Proben besuchen, zur nächsten Generalversammlung ein anerkennendes Erinnerungsstück zu geben. Unter dem Beifall der Versammlung wurde diese Anregung zum Beschluß erhoben. Beschlüsse des Gemeinderates Schutterwald (f). Einem Antrag auf Genehmigung zur Erweiterung einer (Raststätte in Schutterwald-Langhurst wurde in der letzten Sitzung des Gemeinderates stattgegeben. — Auch ein Antrag auf Genehmigung zum Ausschank von alkoholischen Getränken in einem Cafä wurde mit knapper Mehrheit gebilligt. — Für drei gemeindeeigene Pachtgrundstücke wurde der Pächter und der Pachtpreis bestimmt. Zwei dieser Grundstücke wurden durch einen Tausch erworben. Das dritte Grundstück, in der ehemaligen Kiesgrube war bisher unbebautes Oedland. Der Pächter dieses Grundstückes erhält dasselbe auf ** ArOhe, Wo n sieht on ^"»„^oU. p ° n0 ,^ den Schmutz nur Pfennig 9 ea ich euch. r'!., d Tch mehr cis ; d,ese e Aus f loschen bequem tf» SO |8sMt° rk bio-aktiv, darum i l 11. SUDD. KLASSENIOTTERIE ’X f \ Die „Elfte" beginnt 1 M m G * ■ e i ii t ist natürlidi He C m -I w 11« Södd. Kiassenlotterle, die wiederum io 5 Klüsen, 4Zwi- schenklassen und 8 Prämien- z. O ziehnsgen über 23,S MUUooea K O z DM ausspielt. Die Gewinnst»- sichten sind wie immer ganz CO D groß. Warum sollte aster den Jm zielen Gewinnen nicht auch s N einer für Sie dabei sein? Ha- > ben Sie Glück, ist es gar der Hauptgewinn; aber auch einer der vieles tarnend größeren r* a< tu mittleren Gewinne ist nicht (A t zu verachten! Und schlimm- 2 stenfalis haben Sie nur den Z Einsatz von ein paar Mark. verspielt. Glück oder nicht, § w wer weiß? Sie selbst müssen 5 es erproben 1 I U Ul Lahr: Sauer, Staatl. 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Straßenbauamt Offenburg vergibt in öffentlicher Ausschreibung die Bauarbeiten zum Neubau der Bundesstraße Nr. 36 in 2 Losen, von km 0,000 bis km 2,000, und km 2,000 bis km 4,000 zwischen Kürzell und Allmannsweier (Mörtelstraße) mit: Erdbewegung Los I 7500 cbm, Los II 7500 cbm, Schüttung des Straßenkörpers, Kiessandmaterial Los I 11000 cbm, Los II 11000 cbm, Packlage Los I 15 000 qm, Los II 15 000 qm, Schotterdecke Los I 15 000 qm, Los II 15 000 qm. Angebotsvordrucke werden beim Straßenbauamt während der Dienststunden abgegeben. Ein Versand derselben findet nicht statt. Pläne und Bedingungen liegen beim Straßenbauamt zur Einsichtnahme auf. Die Angebote sind verschlossen und portofrei mit der Aufschrift „Neubau der Bundesstraße Nr. 36 zwischen kürzell und Allmannsweier“ bis zum Eröff- nungstermin am Samstag, den 5. April 1952, vormittags 19 Uhr, beim Straßenbauarnt Offenburg, Wilhelmstr. 1, einzureichen. Bad. Straßenbauamt Offenburg Backpulver backen Sie Wir mödttn Ibssn gm w* ski Hm Ostiibsdcrazsplo (md oudi ontkn Impfe) kt- stsnlos zostndm. litte, sdnii- ben Sit am btsfen noch hsrii an am. O DHAUGUSTOETKER NKHRMITTELFABKIK 6.M.I.H. BIELEFELD Donnerstag, 27. März 1952 Es war Gottes unerforschlicher Ratschluß, am Samstag, den 22. März, abends, meinen lieben Mann und Lebenskameraden, unsern lieben Vater, Großvater und Schwiegervater Herrn Franz Meyer Großkaufmann versehen mit den Tröstungen seiner Religion, in die ewige Heimat abzuberufen. Sein Heimgang, so unerfaßlich er uns ist, war Erlösung von seinem mit großer Geduld ertragenen langjährigen Leiden. Er ruhe in Frieden. • Offenburg, den 25. März 1952. Frau Alice Meyer-Zopf Familie H. T. Mölders Claus Mölders und Frau Irene, geh. Adam Die Beisetzung fand auf Wunsch des Heimgegangenen am Dienstag, den 25. März, in aller Stille statt. toinGewebe-ETixTer ona UehNBletche Nachruf • . # Nach langer Krankheit verstarb am 22. März bn Alter von 76 Jahren der Seniorchef und Inhaber unseres Unternehmens Herr Franz Meyer Großkaufmann Seinen außerordentlichen Gaben, seiner ungewöhnlichen Willenskraft, verbunden mit menschlicher Güte des Herzens, verdankt unser Unternehmen den Aufstieg zu seiner heutigen Größe. Sein unermüdliches Wirken wird uns immer Vorbild bleiben. Offenburg, den 22. März 1952. iÖE., mm In tiefer Trauen Geschäftsführung und Belegschaft der Firma BAFAG GmbH. Polsterstouden, Edelroten Schlingrosen, Ziersträucher jetzt pflanzen F. Schweiger Gartenbau Olfenburg, Straßburger Sir. 54 Bodenwachs und sämtliche Puizartikel, Bürsten und Besen im Fachgeschäft Stein sfraße 17 V. Oesterle ,Von Herzen dankbar sind wir dem Klosterfrau Melissengeist, daß wir in unseren Jahren noch so rüstig sind! Wir beide -- mein Mann mit 82 und ich mit 64 Jahren — wissen aus reicher Erfahrung, wie gut er bei den täglichen kleinen Leiden hilft!“ So schreibt Frau M. Bahr, Schleswig, Suderdomstr. 1—17. „Aus reicher Erfahrung“ empfahlen unzählige - — Menschen von Generation zu Generation den echten Klosterfrau Melissengeist! Sie wußten warum! Und heute — in unserer schnellebigen Zeit mit ihren vielen Neuerungen — schwören mit Recht MilUonen Menschen auf dieses uralte Hausmittel, das sich so einzigartig Vertrauen erwarb! Klosterfrau Melissengeist, in der blauen Packung mit 3 Nonnen, ist in allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Denken Sie auch an Aktiv-Puder. Nachruf Unerwartet .rasch ist der Gründer und frühere Mitinhaber unserer Firma ^ Herr Franz Meyer Großkaufmann für immer von uns gegangen. Seine unermüdliche Sorge und der Einsatz seines großen fachlichen Könnens für unser Unternehmen sind für uns ein unersetzlicher Verlust. Seine großen Verdienste sichern ihm ein bleibendes Gedenken. Offenburg, den 22. März 1952. Betriebsleitung und Belegschaft der Firma Faveg, Fahrzeug-Verkaufs-GmbH. SU Todesanzeige und Danksagung Unser lieber Vater, Großvater und Urgroßvater Herr Ludwig Simon Gärtner ist am 23. März nach kurzer, schwerer Krankheit im 83. Lebensjahr im Krankenhaus Offenburg verstorben. Den ehrw. Schwestern danken wir besonders für die liebevolle Pflege. Die Beerdigung fand am 26. März 1952 ln aller Stille statt. Offenburg, New York, den 26. März 1952. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Simon Todesanzeige — Danksagung Am Samstag, 22. März 1952, verschied unser herzensguter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Leo Weber im Alter von 77 Jahren. Für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme sprechen wir allen unseren tiefempfundenen Dank aus; insbesondere der Fa. K. Wacker für den ehrenden Nachruf und Kranzniederlegung. Ein herzliches Vergelts Gott den ehrw. Schwestern des Vin- zentiushauses. Offenburg, den 26. März 1952. In tiefem Leid: Die trauernden Hinterbliebenen. Todesanzeige Am 25. März 1952 verschied mein lieber Mann, unser guter Bruder Julius Streit im Alter von 75 Jahren. Offenburg, den 27. März 1952. In tiefer Trauer: Elsbetb Streit Klara Burkhardt Die Beerdigung findet am Donnerstag, um 15.00 Uhr, statt. Todesanzeige Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Georg Lutz Landstraßenwart i. R. nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von 93 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Hohnhurst, den 25. März 1952. Die trauernden Hinterbliebenen: Farn. Karl Lutz Wwe. Fam. Georg Lutz Fam. Michael Beinert Fam. Michael Georg Vetter Die- Beerdigung findet am Donnerstag, 27. März, nachmittags 2 Uhr, statt Popelin-Mäntel für Damen und Herren ab DM 33 . Lederhosen, Sportanzüge sowie alle Sportartikel Sporthaus Seigel Otfenburg, Hauptstraße 70 Kartonagen für Industrie und Handel, Versand kaitons in jeder Größe. Tortenschachteln. Geschenkkartons. bunt bezogen Kleb und Aufzieharbeiten liefert A. 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Die Gäste verdanken es ihrer schlagsicheren und schnellen Hintermannschaft, daß sie einen Punkt aus Offenburg mitnehmen konnten. Bis zur 20. Minute wik- kelte sich das Spielgeschehen ausschließlich in der Hälfte der Gäste ab, deren Hintermannschaft keine allzu große Mühe hatte, den OFV-Sturm zu halten. Die Gäste brachten in der Folgezeit durch ihre Steildurchbrüche die OFV-Hintermannschaft in starke Bedrängnis und in der 25. Minute schoß der Mittelstürmer der Gäste aus 20 Meter zum 1:0 ein. Trotz der Drangperiode der Gastgeber änderte sich an diesem Ergebnis bis zur Halbzeit nichts mehr. Auch nach der Halbzeit nahmen die OFV-Reser- ven das Spielgeschehen wieder in die Hand. Dem Sturm wollte kein Torschuß gelingen, vielleicht deshalb, weil sich einige Stürmer nicht voll einsetzten. Steiner, Vogel Wolfvang und Fries schossen einige Male auf das Tor der Gäste, aber entweder verfehlten ihre Schüsse knapp das Ziel oder sie waren so schwach geschossen, daß der Torhüter keine Mühe hatte. Ein Glück daß mit Ritter und Burgert zwei Verteidiger in der Hintermannschaft der OFV-Reserven standen, die sich besonders in der zweiten Halbzeit durch ihre gute Abwehrleistungen mehrfach auszeichneten. Gegen Spielende zog Nußbach fast seine ganze Mannschaft in die Verteidigung zurück, um das Ergebnis zu halten. In der 82. Minute gab Linksaußen Schneider eine Flanke vor das Tor der Gäste, wo Rechtsaußen Küpferle stand, der den Ball zum verdienten 1:1 über die Linie schob. Waltersweier vergab Elfmeter Waltersweier I — Kürzell I 2:0 Die Gäste spielten in der ersten Halbzeit überlegen Ihre Stürmer waren schnell, konnten aber keine Torchance verwerten. Die Hintermannschaft von Waltersweier hatte viel zu tun, die Stürmer fanden sich nicht zu einer geschlossenen Leistung; auch sie konnten bis zum Wechsel keine Erfolge erzielen. Nach Wiederanspiel fanden sich die Einheimischen etwas besser. Schon in der siebenten Minute konnte der Halbrechte Hofmann einen Eckball direkt zum Führüngstreffer verwandeln. Kürzell versuchte zwar auszugleichen, doch blieben seine Angriffe an der einheimischen Hintermannschaft hängen. Waltersweier kam zu einer Anzahl von Ecken; eine davon führte in der 70. Minute durch Vieser (Kopfball) zum Endresultat. Eine Minute vor Schluß verschoß Waltersweier einen Elfmeter. Waltersweier II — Kürzell II 3:1. lz Gerechtes Unentschieden in Kippenheim Kippenheim I — Niederschopfheim I 1:1 Einen wertvollen Punkt errang die einheimische Mannschaft auf dem gefährlichen Gelände in Kippenheim, das sich vielleicht durch dieses Unentschieden die Melsterschaftsaussiehten verscherzt hat. Niederschopfheim konnte in der ersten Viertelstunde das Spiel offen gestalten, mußte sich aber ln der folgenden Spielzeit fast ausschließlich auf die Verteidigung beschränken. In der 12. Minute konnte Voelzke unhaltbar zum 1:0 einschießen. Angriff auf Angriff rollte auf das Gästetor, doch der Gästetorwart machte die bestgemeintesten Schüsse zunichte. Erst in der 75. Minute konnte Kippenheim gleichziehen. Als kurz darauf der linke Verteidiger der Gäste verletzt ausscheiden mußte, hatte Niederschopfheim bange Minuten zu überstehen und man war froh, wenigstens einen Punkt gerettet zu haben. — Die A-Jugend kam in Ichenheim mit 8:2 unter die Räder. * sch. Oppenau nahm die letzte Hürde SV Durbach — TuS Oppenau 1:3 (1:2) Vor einer Rekordzuschauermenge lieferten sich beide Mannschaften einen schönen und schnellen Kampf. Die Begegnung begann ziemlich ausgeglichen und ließ noch klare Schüsse vermissen. In de 16. Minute brach Oppenau plötzlich durch und ging mit 1:0 in Führung. Kurz darauf mußte Op- penaus Schlußmann nach einem unglücklichen Zusammenprall ausscheiden. Trotz dieser Schwächeperiode kämpfte der Tabellenführer unentwegt weiter und erhöhte in der 25. Minute durch Strafstoß auf 2:0. Durbach erkannte jetzt seine Chance und erzielte im Gegenzug durch einen schönen Schuß des. Linksaußen den Anschlußtreffer. Oppenaus Schlußmann fungierte nach dem Wechsel als Rechtsaußen, wa er sehr gefährlich war. Das Tempo ließ kaum nach, und auch der Gastgeber gab das Spiel noch nicht verloren. Oppenau legte ein schönes Kombinationsspiel hin und Durbachs Torwart konnte einige Male von Glück reden, daß Oppenaus Schußstiefel versagten. In der 63. Minute fiel dann der dritte Treffer für den Tabellenführer. W'D Durbach n — Oppenau n 0:2. Ein Spiel ohne Niveau Appenweier I — Freisten I 4:8 (4:8) Im ganzen gesehen war es ein Spiel, das in anständigem Rahmen verlief, spielerisch Jedoch die Erwartungen nicht erfüllte. Es hatte kaum begonnen, als ein Abwehrfehler der Hintermannschaft Freistetts zum ersten Erfolg verhalt. Dann kam die einheimische Mannschaft für kurze Zeit ins Spiel und konnte durch Henn innerhalb von 30 Minuten auf 4:0 erhöhen. Eine angenehme Ueberraschung für die Appenweierer Anhänger. Alles glaubte, daß es nun ein Schützenfest geben würde. In der zweiten Halbzeit .wurde jedoch alles bitter enttäuscht, denn was der Sturm von Appenweier zeigte, ging nicht auf die bekannte Kuhhaut; fes blieb bei diesem Ergebnis. x Trotz Sieg nicht überzeugend Weier I — Ichenheim I 7:4 (3:3) Gegen Ichenheim konnte die einheimische Elf nicht ganz überzeugen. Es schien, als hätten die Einheimischen das Spiel auf die leichte Schulter genommen. In den ersten Spielminuten kam Weier durch ein Eigentor der Gäste in Führung. Trotz der schlechten Gesamtleistung konnten die Gastgeber in der 20. Minute auf 2:0 erhöhen. Ichenheim ging es um den Anschlußtreffer, der ihnen auch schließlich gelang. Wenige Minuten später konnte Weier jedoch wieder das alte Ergebnis herstellen. Ichenheim gelang es bis zur Halbzeit den Ausgleich (3:3) zu erzielen. Nach dem Seitenwechsel konnten die Gäste sogar in Führung gehen. Dieses Tor gab den Einheimischen das Signal zum Endspurt. Weier gelang es im weiteren Spielverlauf die Gäste in ihre eigene Hälfte einzuschnüren und mit vier weiteren Treffern endgültig Sieg und Funkte sicher zu stellen. Ebersweier weiter vom Pech verfolgt TuS Lautenbacb — SV Ebersweier 5:2 Auch zu diesem schweren Spiel mußte Ebersweier ersatzgeschwächt antreten, lieferte aber dennoch eine überraschend gute Partie. Trotz besserem Zusammenspiel in der ersten Halbzeit mußte Ebersweier drei äußerst billige Treffer und dazu noch ein Eigentor hinnehmen, als der Torwart eine schwache Viertelstunde hatte. Bel den weiteren flotten Angriffen nach dem Wechsel, konnte der Gästemittelstürmer, der manche gefährliche Gelegenheit schuf, wenigstens 2 Strafstöße mit Vehemenz einschießen. Während Lautenbach einen weiteren haltbaren Treffer unterbringen konnte, blieb es Ebersweier versagt, ein dem Spielverlauf verdient geweses Unentschieden zu erreichen. ck Schlechte Platzverhältnisse Altenhelm I — Eckartsweier I 2:8 (1:8) Die schlechten Platzverhältnisse ließen kein flüssiges Spiel aufkommen. Die spielstarken Gäste waren durch Ausscheiden von 3 verletzten Spielern dem Gastgeber zeitweise überlegen, und nur der guten Leistung des einheimischen Torwarts war ea zu verdanken, daß die wertvollen Punkte in Altenheim blieben. Totogelder kamen zur Ausschüttung Der SUdbadische Fußball verband hat zur Ausbesserung und Neuerrichtung von Sportplatzanlagen den Betrag von 40 000 DM aus Totomitteln zur Verfügung gestellt. Auf Vorschlag der Bezirke hat die Toto-Kommission des Verbandes nachstehende Vereine wie folgt berücksichtigt: Sportbezirk Offenburg: Spfr. Kürzel! 200.—; SV Schweighausen 350.—: FV Zell a. H. 325.—; SC Sand 300.—; SV Steinach 200.—; sv Altenheim 300.—; FV Kuhbach 200.—; FV Etten- heim 350.—: SV Weier 300.—; SC Wallburg 200.—; SV Diershelm 350.—; SV Legelshurst 300.—; SC Orschweier 375.—; SV Oberschopfheim 335.—; SV Oppenau 300.—; SV Oberweier/L 200.—; TuS Kork 35o.—; TV Meißenheim 200.—; SV Waltenrweier 300.—; SV Neumühl 300.—; SV Appenweier 325.—; SC Hildboltsweier 325.—; SV Münchweier 200.—; SV Dundenheim 225.—; VfR Zusenhofen 300.—; SV Niederschopfheim 300.—; SV Grafenhausen 250.—. B-Klasse, Staffel Lahr Altdorf 19 13 2 4 45:26 28:10 Kippenheim 20 10 7 3 60:41 27:13 Sulz 20 12 1 7 72:41 25:15 Mietersheim 20 12 1 7 52:30 25:15 Oberschopfheim 18 10 4 4 52:34 24:12 Friesenheim 19 9 4 6 41:31 22:16 Dundenheim 20 9 2 9 51:50 20:20 Allmannsweier 20 7 4 9 49:41 18:22 Rust 19 7 4 8 47:52 18:20 Niederschopfheim 21 6 4 11 39:49 16:26 Orschweier n 20 5 — 15 38:90 10:30 Grafenhausen 17 3 3 11 27:53 9:25 Kuhbach 17 3 2 12 21:56 8:26 Friesenhelm — Oberschopfheim 1:3 (abgebr.) nicht gewertet. Handball: Altenheim II — Marlen I 13:8 (8:4) Altenheim Jgd. — Marlen Jgd. 7:2 (4:8) Die erste Halbzeit der II. Mannschaft brachte hei veiteiltem Feldspiel eine leichte Ueberlegenheit der Gastgeber, die sich noch nach der Halbzeit, trotz Ausscheiden des verletzten Mittelläufers, noch verstärkte. Der Torhüter von A. hatte einen guten Tag und vereitelte die bestgemeintesten Schüsse der Gäste. or Ringerturnier in Offenburg Der Kraftsportverein „Germania“ Offenburg bereitet auf den 5. und 6. April das allgemein erwartete Mannschaftsringerturnier vor. Vereine wie Ur- loffen. Schiltach, Lahr, - Appenweier, Altenheim und Marlen haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Da schöne Ehrenpreise für die Sieger winken, werden harte Kämpfe zu erwarten sein. Wir freuen uns, daß die Mannschaften gerade Offenburg als Austragungsort dieses Turniers gewählt haben. Die inzwischen verstärkte Ringermannschaft von „Germania“ Offenburg wird alles daransetzen, die hiesige Ringertradition wieder in den Vordergrund treten zu lassen. Beginn der Kämpfe um 20 Uhr in der Städt. Turnhalle. Abwiegen der Mannschaften um 18 Uhr und Auslosung. Karten vorbeste 11 ungen ab 28. 3. im Gasthaus „Zum Salmen“. I I U LriJ 1 . sPEsars MAS k ID tfS Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Tip- Schein des WB-Toto im West-Süd-Block bei, auf den wir alle Tipfreunde besonders airf- merksam madien wollen. Offenburger Tageblatt Chefredakteur: Adolf Kimmlg Verantwortliche Redaktion: Adolf Kimmlg (PoltBk)) Frans Josef Hoar (Bednar Laad): Karl Olea (Kultur, Unterhaltung und Helmatbeilage); Alois Hörth (Sport): Herbert Bühles (Allg. Beilagen); Walter Fiebert (Laadw.BaUagat: Belmatteil: Dr.Alfta« Gallar. Druck und Verlag A. Reiff * Cie. Offenbare pmas Hl wisiiigftS iiii Unsere verehrte Kundschaft hat schon eine Vorfreude auf das Osterfest: man kauft preiswert, und die reiche Auswahl läßt es zu, sich das auszusuchen, was wirklich elegant und kleidsam ist. ftib&Stkotil Herrenbekleidung OFFENBURG Achtung nur 2 Tage! Donau-Schuhe der Tuttlinger-Schuh-Vertriebs-Gesellschaft L 6. Stengelin Nacht vom Freitag, 28. März bis Samstag, 29. März im Gasthaus „Zur Windeck“, Franz-Volk-Str. 34 Herrensommerschuhe mH Ledersohlen 19.50 Kindersandalen mit Ledersohlen ... ab 12. 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