'UL± Erscheint wöditntlidi viermal. Bezugspreis fQr den lautenden Monat DM 2.50 zuzü**l. ?o Pfg. Trägerlohn. F^ r >zeln ijTr| T n ^ r 20 Pfg. Im Talle höherer Gewalt 1er bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen /nspruch aui Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugspreises. Ulteftes Helmotblatt für Stadt und Betfrt Offenburg Rmeigenblatt mit anerkannt guter Derbemirbuna Erfüllungsort und Gerichtsstand Olfenburg. Zur Zelt ist die Anzeigenpreisliste Nr. 4 gültig. Drude u. Verlag A Relö & Cie.. Buchdruckeret Olfenburg/Baden Geschäftsstelle: Ottenburg, Korns traße 10 Fernsprecher: Ottenburg Nr. 1537, 3134 u. 1377. PostschlieBtadi Nr. 333 Postscheckkonto: Karlsruhe Nr 13681 Nummer 81 Samstag, 24. Mai 1952 Ausgabe a 141. Jahrgang Staatsmänner-Treffen in Bonn fffffi f/ t IjOM Heute Außenministerkonferenz der Westmädite — Le^te Vorbereitungen zur Unterzeichnung des Vertragswerkes — Einigung über finanziellen Verteidigungsbeitrag Drahtboiieht unserer Bonner Vertretung Bonn. Während am Freitagnachmittag Vertreter des Auswärtigen Amtes und der drei Mächte auf dem Flugplatz Wahner Heide den Horizont nach den Maschinen des amerikanischen und britischen Außenministers absuchten, traf sich Bundeskanzler Dr. Adenauer diesmal vielleicht wirklich zum „letzten Mal“ mit den drei Hohen Kommissaren in Mehlem. Die eigentliche Außenministerkonferenz beginnt erst am Samstag. Sie wird am_ Vormittag eingeleitet durch eine interne Beratung der drei westlichen Außenminister. Allen Vorhersagen zum Trotz wird das Problem der Aufteilung des deutschen Finanzbeitrags auf Stationierungskosten einerseits und auf die Kosten für die Erstellung eines deutschen Europaarmeekcmtingents die . Außenminister kaum mehr beschäftigen. Wohl aber dürften sie sich — ebenfalls wider aller Erwartungen — mit der Deutschlandklausel befassen. Das weiteren werden sie sich mit dem Namen des Vertrages, mit der Rechtsstellung der französischen und belgischen Truppen während der Uebergangszeit bis zur Aufstellung der Europaarmee sowie mit den Punkten des Vertrages beschäftigen, die ohne Ratifizierung des Deutschlandvertrages durch die drei Westmächte und Deutschland vorab in Kraft gesetzt werden sollen. Um die Deutschlandklausel wird nach letzten Informationen zwischen Dr. Adenauer und den Hohen Kommissaren in Mehlem noch gerungen. Nachdem am Freitagvormittag erst festzustehen schien, daß die Klausel in ihrer neu formulierten Fassung doch im Vertragstext belassen werden sollte, scheint sich inzwischen auf deutscher Seite der Wunsch nach endgültiger Streichung nochmals verstärkt zu haben. Vielleicht dürfte die Form eines Briefwechselanhangs gewählt werden, in dem die Westmächte Zusagen, daß auch nach erfolgter Wiedervereinigung das gesamte Deutschland durch Viermächteverhandlungen mit der Sowjetunion nicht schlechter gestellt werden soll als nunmehr auf Grund des Vertragswerks die Bundesrepublik. Die Einigung über den finanziellen Verteidigungsbeitrag dürfte in Abweichung von der bisherigen Version darin gipfeln, daß die Bundesrepublik nicht mit dem 1. August, sondern erst mit dem 1. November beginnend, Monatsraten von 850 Millionen DM an Verteidigungsbeitrag zahlt, da nicht vor diesem Zeitpunkt mit der Ratifizierung des Verteidigungspakts gerechnet wird. Die Aufteilung auf die Kasse der Europaarmee und die der Sicherungstruppen erfolgt nach einem Gleitsystem. Und zwar sollen in den ersten sechs Monaten, in denen die Kosten für das deutsche Kontingent noch gering sein werden, die Alliierten 550 Millionen DM erhalten. In den nächsten drei Monaten, also mit dem Anwachsen der deutschen Kontingentskosten, soll der alliierte Anteil auf 320 Millionen DM absinken. Nach Ablauf dieser neun Monate, also mit Beginn des neuen NATO-Jahres soll eine neue Vereinbarung erfolgen. Vorgesehen ist aber bereits jetzt, daß auf die Sicherungstruppen dann nur noch ein Anteil von 120 Millionen DM entfällt. Die Haushaltsberechnung hatte vorgesehen, daß bis zum 1. August monatlich 500 Millionen DM und von dann ab 850 Millionen DM zu zahlen seien. Durch den Beginn der Zahlung von 850 Millionen DM ab 1. November wird eine Ersparnis von dreimal 350 Millionen DM, insgesamt von also etwa einer Milliarde DM erzielt. Dieser Betrag soll zur Bestreitung der (Fortsetzung auf Seite 2) Ost-Außenministerkonferenz erwartet Pankow soll Souveränitätsrechte erhalten Drabtbericht unseres Berliner Vertreters Berlin. Wie uns aus gewöhnlich gut unterrichteten diplomatischen Kreisen Berlins bekannt wird, beabsichtigt der Kreml, nach Unterzeichnung des Generalvertrages zwischen der Bundesrepublik und den westlichen Alliierten seinerseits der ostzonalen Deutschen Demokratischen Republik offiziell größere Sou- veränitätsreehtezu übertragen. Die Einzelheiten dieser Rechte seien bereits während einer Konferier»**«*» Korninform, der inoffiziellen höchsten Instanz der Ostblockstaaten festgelegt worden. Diese Tagung hat vor etwa vierzehn Tagen in Moskau stattgefunden. An ihr sollen von ostzonaler Seite die SED-Staats- funktionäre Ulbricht, Rau und Ackermann teilgenommen haben. Der gleichen Quelle zufolge erwarte man für die nächste Woche die Einberufung einer Tagungderöstlichen Außenminister. Diese Konferenz habe die Aufgabe, die Beschlüsse des Korninform alp ihre eigenen zu veröffentlichen. U. a. sollen diese Rechte, die wahrscheinlich in eine Art Deklaration zusammengefaßt werden, folgende Punkte enthalten: 1. Herstellung der Staatshoheit der DDR über ihre gegenwärtigen Grenzen, also auch der Zonengrenze; 2. Herstellung der Wehrhoheit. Aufstellung eigener nationaler Wehrmachtsverbände einschließlich Spezialverbände; 3. Erweiterung der östlichen Wirtschaftshilfe für die DDR. Weiter erfahren wir hierzu, daß der Kreml beabsichtigt, mehr als bisher Pankow Bewegungsfreiheit in Fragen des Verhältnisses zwischen Ostzone und Bundesrepublik zu lassen So sei zu erwarten, daß die Zonengrenzkontrolle ganz in die Hände der Volkspolizei gelegt werde. Dies dürfte besonders für den Berlinverkehr negative Konsequenzen nach sich ziehen, obwohl man nicht annimmt, daß eine Blockade des Westsektors sich wiederholt. Westalliierte Kreise Berlins bestätigen die Tendenz der Sowjets, sich seit einiger Zeit langsam aus der offiziellen Deutschlandpolitik zurückzuziehen, bzw. sich hinter Souveränitätsrechten der Pankower Regierung zu verschanzen. Trotzdem werde selbstverständlich die Politik Pankows mit der des Kreml weiterhin koordiniert bleiben. Sowjetzoneu-Ministerpräsident Otto Grotewohl kündigte vor dem Nationalrat der kommunistischen „Nationalen Front“ an, in der Bundesrepublik eine Volksentscheidung gegen den Deutschlandvertrag zu organisieren. Niemand könne eine solche Aktion verhindern Grobe Entgleisung Sdiumadiers „Wer anderen die Ehre abschneidet, begibt sich selbst der Ehre' Bona. Vor dem Plenum des Bundestages zitierte im Aufträge der Regierungsparteien Abgeordneter Dr. Krone (CDU) Auslassungen Dr. Schumachers aus einem Interview, das er einer amerikanischen Presseagentur gewährt hat. Danach hat Dr. Schumacher wörtlich erklärt; „Wer dem Generalvertrag zustimmt, hört auf ein Deutscher zu sein“ An dieser Stelle wurden die Erklärungen Schumachers von den kommunistischen Abgeordneten mit stürmischem Beifall aufgenommen, während „Ochsensepp" klebt am Sessel Jnsfizminister Dr. Müller muß wegen Zeugnisverweigerung 500 DM Buße zahlen Ausschuß: „Sie können ruhig ein Gutachten abgeben, daß ich als Justizminister gestürzt werden soll“. Er werde später offenkundig machen, von wem und mit welchen Methoden er „abgeschossen“ wurde. Er gebe zu, von Dr. Ohrenstein Gelder erhalten zu haben, jedoch nicht mehr dann, als der Landesrabbiner in die Ermittlungen zum Auerbach-Prozeß einbezogen wurde. An Dr. Seibald, von dem er Gelder aus der Sammelstelle des LEA erhalten haben soll, könne er sich nicht mehr erinnern. Dr. Müllers Sekretärin Anni Haser hatte vorher abermals erklärt, sie könne ohne das Kontobuch keine Angaben über die Beträge machen. Sie deutete an, daß sie von ihrem Vorgesetzten belangt werden könne und verneinte die Frage, daß der Justizminister ihr Weisungen gegeben habe. Als dec. Ausschuß ihr mit „Beugehaft“ bis zu sechs Monaten drohte, beantragte sie eine Unterbrechung der Sitzung und erklärte dann, wegen des auf sie ausgeübten Drucks aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aussagen zu können. Der Amtsarzt befand Axmi Haser als „nicht vernehmungsfähig“. München. Der LEA-Ausschuß des bayerischen Landtags, der zurzeit die Geldhergabe von Landesrabbiner Dr. Aron Ohrenstein an den bayerischen Justizminister Dr. Josef Müller überprüft, belegte am Freitag Dr. Müller wegen Zeugnisverweigerung mit einer Geldbuße von 500 Mark (ersatzweise 20 Tage Haft). Die Sitzung des Ausschusses hatte einen dramatischen Höhepunkt erreicht, als Dr. Müller sich weigerte, über die empfangenen Gelder Auskunft zu geben. Dr. Müller hatte sich, als er gefragt wurde, ob er das Kontobuch gefunden habe, auf ein striktes „Nein“ beschränkt (In diesem Kontobuch sollen die von Ohrenstein empfangenen Gelder gebucht sein.) Er verweigerte idie Auskunft als er nach der Summe der erhaltenen Gelder gefragt wurde und zeigte lediglich zwei Akten mit Belegen vor, die er aber sogleich wieder einsteckte, als der Ausschußvorsitzende Dr. Karl Fischer sie zur Einsicht haben wollte. Dr. Müller sagte, die Akten enthielten parteiinterne Fragen und er könne seine politischen Freunde nicht in Verlegenheit bringen. Sehr ernst erklärte Dr. Müller dann, er werde niemals freiwillig zurücktreten und sagte zum die SPD-Fraktion betreten und beschämt schwieg. Im Verlauf der Debatte erklärte sodann der Abgeordnete Ollenhauer (SPD), der zitierte Text sei aus dem Zusammenhang gerissen. Er gab nach Auffassung der Regierungsfraktion mit diesem Abschwächungsversuch zu, daß sich auch die SPD von dieser Art der politischen Entgleisung distanzieren möchte. Damit wäre bestätigt, was in den Wandelgängen am Freitagvormittag bereits zu hören war, daß die Aeußerungen des Vorsitzenden der SPD-Fraktion in den Reihen der eigenen Partei große Bestürzung ausgelöst habe. Abgeordneter Dr. Krone wies die Entgleisungen Dr. Schumachers mit den Worten zurück: „Wer anderen die Ehre abschneidet, begibt sich selbst der Ehre“. Bereits vorher hatte vor der CDU/CSU-Fraktion Dr. von Brentano erklärt, daß die Aeußerungen Dr. Schumachers die ungeheuerlichste politische Verhetzung seit 1945 darstelle. Die bisher geübte Rücksichtnahme auf den Gesundheitszustand Schumachers könne nicht weiter aufrecht erhalten werden, wenn dieser sich erdreiste, die Ehre seiner politischen Gegner in dieser Weise anzugreifen. Große Entrüstung hat in Regierungskreisen außerdem der in dem Interview von Dr. Schumacher erneut unternommene Versuch hervorgerufen, in die Debatte des Generalvertrages konfessionelle Momente hineinzubringen. Dr. Schumacher hatte nämlich in dem Interview die Vertragsunterzeichnung als „eine ganz plumpe Siegesfeier der alliiert-klerikalen Koalition über das deutsche Volk“ bezeichnet Dr. Schumacher hat in dem Interview zugleich angekündigt, daß weder die SPD-Bun- destagsabgeordneten noch Bundesratspräsident Kopf (SPD) einer Einladung zur Teilnahme an den Un te rzeichmmgsfeierlkhkeiten Folge leisten würden. ak Bonn prangt seit gestern im Flaggenschmuck. Zum ersten Male wurde auch auf den Amtssitzen der Alliierten die schwarz- rot-goldene Fahne der Bundesrepublik gehißt. Am Montag wird sie neben den Landesfarben auf allen öffentlichen Gebäuden der Bundesrepublik wehen, auch wenn gestern im Bundestag der Sozialdemokrat Arndt dagegen protestiert und seine Fraktion ihm mit Pfui- Rufen sekundiert hat. Seit Freitag sind die drei Außenminister der Westmächte Gäste der provisorischen Bundeshauptstadt, und heute vormittag werden sie in der Villa Hammerschmidt von Bundjgpräsident Theodor Heuss empfangen werden. Am Montag werden dann im gleichen Saale, in dem am 8. Mai 1949 der Parlamentarische Rat mit 53 gegen 12 Stimmen das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland angenommen hatte, der Deutschlandvertrag und seine Zusatzverträge unterzeichnet werden, und in Paris liegt der Europäische Verteidigungspakt ebenfalls unterzeichnungsbereit. Wir sind also auf dem besten Wege, aus „Besatzungsuntertanen“ freie Bundesrepublikaner zu werden. Beides ist mit Einschränkungen gesagt. Der Einzelne, falls ihm nicht die Wohnung weggenommen wurde, hat unter dem Besatzungsstatut wenn man vom Geldbeutel absieht, kaum sehr zu leiden gehabt. Wenn dieses Statut nun durch Annahme der Verträge weggefallen sein wird, so wird unsere Freiheit doch noch nicht ganz ohne Krücken marschieren dürfen. Aber immerhin sind wir dann wieder frei in unseren innen- und außenpolitischen Entscheidungen, wird die aufgeblähte alliierte Besatzungsbürokratie abgebaut, und werden wir zu den Westmächten wieder normale diplomatische Beziehungen unterhalten können Auch die Lufthoheit werden wir zurückerhalten, so daß wir bald nicht mehr auf die Benützung der Air France, der PAA, britischer oder skandinavischer Flugzeuge angewiesen sein werden. Auch bei erster Ueber- prüfung des Vertragswerks erhält man den Eindrude, daß wir wieder ein souveräner Staat geworden sind Wir wissen, auch die Montagverträge haben noch große Schönheitsfehler. Trotzdem dürfte man aber hoffnungsvoller in die Zukunft blicken, wenn nicht die leidige Innenpolitik mit ihren Stolper- und Stacheldrähten wäre. Es scheint zum guten Ton deutscher Parlamentarier und Parteipolitiker zu gehören, in der Außenpolitik die Tenne zu sehen, auf der man mit Dreschflegeln drauflosschlagen kann, wenn die Dresche auf innenpolitischem Gebiet danebengegangen ist. Auch in Frankreich hat die Opposition versucht, im Rat der Republik und in der Nationalversammlung eine parlamentarische Diskussion über die Verträge herbeizuführen. hat sich aber nicht sonderlich darüber aufgeregt, als der Versuch mißlungen ist. Bei uns hat die Opposition gestern eine Fünfzig-Minuten-Sitzung des Bundestages erzwungen. weil sie von Dr. Adenauer die Vorlage der deutsch-alliierten Vertragstexte und dazu sprechen wollte. Die Mehrheit hat ihr diesen Gefallen nicht getan Es ist aber nicht ohne Unerfreulichkeiten abgegangen. Die Hauptrolle in der gestrigen Debatte hat das von Dr Schumacher einer ausländischen Nachrichtenagentur gegebene Interview gespielt, in dem er sich zu dem Satz verstiegen hatte: „Wer diesem Generalvertrag zustimmt, hört auf ein Deutscher zu sein.“ Ein Hugenberg, Wulle, Goebbels oder Hitler hätte solche Worte sprechen können, einem Schumacher aber stehen sie nicht an Es tut einem in der Seele weh, den Führer der Opposition Arm in Arm mit dem Kommunisten Max Reimann zu sehen, der in der Pariser „Humanite“ von „Revanchevorbereitungen der deutschen Imperialisten und Militaristen“ faselt und gestern von Düsseldorf aus den Einsatz aller gewerkschaftlichen Mittel gegen den Generalvertrag proklamierte Will sich die SPD auch hinter den von der KPD-Zentrale vorbereiteten Volksentscheid gegen Generalvertrag und den angekündigten Mißbrauch der Kriegs- und Fliegergeschädigten, der Flüchtlings- und sonstigen Vereinigungen stellen? Gerät Dr. Schumacher da nicht in gefahrvolle Nähe eines Die heutige Ausgabe umfaßt 20 Seiten Samstag, 24. Mal 1952 Die Vertragsdebatte fiel aus Anträge der SPD und Föderalistischen Union vom Bundestag äbgelehnt Drahtbericht unseren Bonner Vertretung Grotewohl, der vor dem Nationalrat der kommunistischen „Nationalen Front* zur Organisierung eines Volksentscheids in der Bundesrepublik aufrief? Audi der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht sich vor die Gretchenfrage gestellt, ob er die Fortsetzung der begonnenen Störaktionen vor seinem Gewissen noch verantworten kann, nachdem der kommunistische Gewerkschaftsbund der Sowjetzone die Parole zum Kampf gegen Generalvertrag und zum Sturze Adenauers ausgegeben hat. Die Frage, ob der Kreml Generalvertrag und Deutschlands Beitrag zur Europaarmee als casus belli ansieht, ist bereits in negativem Sinne beantwortet. Wie aus dem Drahtbericht unseres Berliner Vertreters hervorgeht, antwortet Moskau mit einem Generalvertrag östlicher Prägung. Zug um Zug werden die Entscheidungen des Westens kbpiert. In der nächsten Woche soll eine Außenministerkonferenz der Ostblockstaaten den Kominformbeschluß sanktionieren, dem Staate Piecks und Grotewohls größere Souveränitätsrechte zu verleihen, ihm die Aufstellung einer eigenen Wehrmacht zu erlauben und größere Bewegungsfreiheit im Verhältnis zwischen Sowjetzone und Bundesrepublik zu gewähren. Man kann Gift darauf nehmen, daß der Unteroffizier rabiater und schikanöser als der Hauptmann sein und Rußland sich hinter das Pan- kower Regime verschanzen wird, wenn es vor dem Eisernen Vorhang einmal zu Mißhelligkeiten kommt. Die Volkskammer tat am Freitag noch etwas übriges: nach unrühmlichem Vorbild gab sie der Sowjetzonenregierung ein Ermächtigungsgesetz, so daß diese nur noch vom Kreml, nicht aber mehr von ihrem Scheinparlament Weisungen entgegenzunehmen braucht. Eine Entscheidung aber ist, wie ausdrücklich betont werden muß, in allen durch Generalvertrag und Zusatzverträge aufgeworfenen Fragen so lange noch nicht gefallen, wie das Parlament noch nicht die Vollmacht zu ihrer Ratifizierung gegeben hat. Und das wird noch einige Weile haben. Kommt es zur Wiedervereinigung, dann wird nach einer gestern selbst von französischer Stelle geäußerten Ansicht die Bundesrepblik weder ah die Abmachungen mit dem Westen noch die Sowjetzone an solche mit dem Osten gebunden sein. Und erst der Tag der deutschen Wiedervereinigung wird der Tag unserer wahren Freiheit sein. Straßburg. Der Ministerausschuß des Europarats hat am Freitag einstimmig dem Grundgedanken des Edenplans zugestimmt, daß eine „organische Verbindung“ zwischen den „begrenzten Staatengemeinschaften“ (Montanunion, EVG) in Europa und dem Europarat hergestellt werden soll. Diese Verbindung soll vor allem für die ministeriellen Und parlamentarischen Institutionen gelten. Die Sitzungsperiode des Ministerausschusses war am Freitagmittag gegen 12 Uhr beendet. Sie war damit die bisher kürzeste Tagung des europäischen Ministerausschusses überhaupt. Die Resolution über den Edenplan sieht vor, daß die Ausarbeitung des Mechanismus für die organische Verbindung zwischen Europarat und den begrenzten europäischen Gemeinschaften sofort in Angriff genommen werden soll. Der Beratenden Versammlung soll, wie durch die Resolution bestätigt wird, das gesamte Dokumentenmaterial über die Eden- Vorschläge zur Stellungnahme zugeleitet werden. Der Generalsekretär des Europarates wird angewiesen, die Ansichten der an den begrenzten Europa-Gemeinschaften beteiligten Staaten und der Gemeinschaften selbst einzuholen, soweit diese gebildet sind. Die Vertreter der Minister werden dem Edenplan unter BerückBonn. Der Antrag der SPD-Fraktion, den Bericht des Auswärtigen Ausschusses über die Ablösung des Besatzungsstatuts durch den Generalvertrag und die Zusatzverträge auf die Tagesordnung zu setzen, sowie ein Antrag der Föderalistischen Union, den Bundeskanzler aufzufordem, seine Entscheidung über die Verträge bis zur endgültigen Beratung des Auswärtigen Ausschusses zurückzustellen, wurden nach dreiviertelstündiger Plenarsitzung von der Mehrheit des Hauses abgelehnt. Den Antrag der SPD hatte Dr. Arndt damit begründet, daß es sich bei diesen Verträgen um ein „Stück Ersatzfrieden und um eine Art Uebergrundgesetz“ handle, die der sofortigen Beratung bedürfe. Für die Regierungsparteien wies Abgeordneter Dr. Krone darauf hin, daß der Bundestag bereits zweimal über die Grundzüge der Verträge diskutiert habe. Niemand von den Regierungsparteien bezweifle, daß der Abschluß der Verträge von schicksalsschwerer Bedeutung für das ganze deutsche Volk sei. Es gehe darum, wenigstens mit einem Teil der Völkerfamilie zu einer dauerhaften Verständigung in Sicherheit, Frieden und Freiheit zu kommen. Der Bundestag habe einen Anspruch darauf, Einzelheiten der Verträge kennen zu lernen und in Erfahrung zu brin- Bonn. Der Bundesrat hat am Freitag eine Reihe von wichtigen Aenderungsvorschlägen zum Kartellgesetzentwurf der Bundesregierung beschlossen, die der Bundesregierung vorgelegt weden sollen. Gegen das Gesetz als ganzes erhebt der Bundesrat keine Einwendungen. Unangetastet bleibt in den Aenderungsvorschlägen die Ausnahmebedingungen von dem allgemeinen Verbot erweitert. Der Bundesrat befürwortete, daß Kreditinstitute, Versicherungseinrichtungen und Bausparkassen von den Bestimmungen des Gesetzes ausgenommen werden. Die Fmanzminister der Län- sichtigung der bis dahin eingegangenen Stellungnahmen noch einmal überprüfen, damit sich die nächste Konferenz des Ministerausschusses wieder mit dem Edenplan beschäftigen kann. In der Pressekonferenz unterstrich der Vorsitzende des Ministerausschusses, van Zeeland, gegenwärtig sei das Prinzip des Edenplans gebilligt, während die Einzelheiten, von denen in dem Eden-Vorschlag auch schon die Rede war, angesichts der Schwierigkeiten des Problems noch ausgearbeitet werden müßten. Verteidigungsvertrag fertiggestellt Straßbnrg. Die Außenminister der sechs Staaten der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft haben am Freitagnachmittag den Text des Vertrages fertiggestellt. Die Dauer des Vertrages über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft wurde auf fünfzig Jahre festgelegt. Damit ist die letzte noch ausstehende politische Entscheidung getroffen. Eine Aus- trittsmöglichkeit wird nicht bestehen, jedoch ist vorgesehen, daß neue Besprechungen auf- genommen werden müssen, wenn während der Laufzeit des Vertrages die NATO-Atlan- tifcpaktorganisation aufgelöst wird oder wesentliche Aenderungen ihrer Zusammensetzung ein treten. gen, welche Rechte das deutsche Volk durch die Verträge erwerbe und welche Pflichten es übernehme. Da die Unterzeichnung jedoch in völkerrechtlichem Sinne keine Bindung darstelle, sei es noch Zeit genug, zwischen Unterzeichnung und Ratifizierung den genauen Vertragstext zu studieren. Der Bundestag habe dann immer noch das Recht und die Gelegenheit, nach eingehender Prüfung seine Entscheidung zu fällen. Im übrigen, so erklärte Dr. Krone abschließend, entspreche der Antrag der Opposition weder der Geschäftsordnung noch der internationalen Uebung. Es sei unmöglich, die einzelnem Verhandlungsphasen durch die Wünsche von mehr oder minder großen Minderheiten jeweils zu beeinflussen. Abschließend erklärte der SPD-Abgeordnete Wehner, die Fraktion der SPD betrachte das Verhalten der Mehrheit des Bundestages als unvereinbar mit den Pflichten des Parlaments: dem Ansehen der Demokratie werde damit schwerer Schaden zugefügt. Ebenso wie schon der SPD-Abgeordnete Arndt benutzte Wehner die Gelegenheit, um in kurzer Form in der Geschäftsordnungsdebatte alle SPD-Vorwürfe gegen das Vertragswerk zu wiederholen, wobei er außer bei seiner Fraktion besonders laute Zustimmung bei den Kommunisten fand. der hatten darauf verwiesen, daß die Kredit- und Versicherungswirtschaft seit Jahrzehnten schon einer zweckvollen Fachaü&icht unterstehen. Auf Antrag der Landwirtschaftsminister der Länder empfiehlt der Bundesrat außerdem, daß nicht nur die landwirtschaftlichen Erzeugungsgenossenschaften, sondern auch die Absatzgenossenschaften freigestellt werden. Die Ausnahmebestimmungen für das Rationalisierungskartell sollen nach dem Vorschlag des Bundesrates erweitert werden. Gemeinsame Beschaffungs- und Vertriebseinrichtungen oder Abreden über Preiskartelle sollen erlaubt sein, wenn eine fen Interesse der Allgemeinheit notwendige Steigerung der Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der beteiligten Unternehmen nicht auf anderem Wege erreicht werden kann. Eine Empfehlung des Wirtschaftsausschusses, die Geltungsdauer des Kartellgesetzes auf drei Jahre zu begrenzen, wurde, vom Bundesrat abgelehnt. Ebenso lehnte er den Antrag des Wirtschaftsausschusses ab, innerhalb der erlaubten Preisbindung zweiter Hand für Markenartikel nur Höchstpreise zuzulassen. Bun deswi rtscha£t$mimster Erhard versicherte dem Bundesrat nachdrücklich, daß der Kartellgesetzentwurf der Bundesregierung echtes deutsches Recht und nicht unter dem Druck der Alliierten zustandegekommen sei. Das Gesetz sichere die Freiheit des Verbrauchers. Der Entwurf erschwere auch nicht die europäische Integration. Gerade wenn die wirtschaftliche Zusammenarbeit den Lebensstandard der Völker erhöhen solle, müßten alle nationalen und übernationalen Kartellbildungen unmöglich gemacht werden. Beflaggung und sdiulfrei am Montag Bonn. Das Bundesinnenministerium hat am Freitag die Länderregierungen gebeten, am kommenden Montag, dem Tag der Unterzeichnung des Deutschland-Vertrages, in den Schulen auf die Bedeutung der Unterzeichnung des deutsch-alliierten Vertragswerkes zur Ablösung des ~ Besatzungsstatuts hinweisen lassen und anschließend schulfrei zu geben. Weiterhin bittet das Ministerium die Länder, an diesem Tage auf den öffentlichen Gebäuden die Bundes- und Landesfarben zu zeigen. Neues mKfrze In Ser Bundeshauptstadt Bonn demonstrierten am Himmelfahrtstag rund mm Frauen ans dem ganten Bundesgebiet in einer Kundgebung gegen den Ab. schlufl des Deutschlandvertrages und den Beitritt der Bundesrepublik zum europäischen Verteidigungs- Pakt. Die Zentramsabgeordnete im Bundestag Helene Wessel trat auf diesem Treffen der „westdeutschen Frauenfriedensbewegung* für eine deutsche Politik der Entspannung der weltpolitischen Situation ein. Das als „Bnndesjagendkarawane gegen den Generalvertrag* bereits für den 11. Mal angesetzte, aber verbotene „Westdeutsche Treffen der Jungen Generation* soll am kommenden Sonntag in Essen stattfinden. Der Leiter der deutschen Delegation bei der Schuldenkonferenz, Hermann Abs, legte am Freitagnachmittag in einer Sitzung des Arbeits- and Organisationsausschusses der Konferenz die neuen deutschen Vorschläge für eine Regelung der deutschen Auslandsverschuldungen vor. Das nach der Sitzung veröffentlichte Kommunique enthält keine Angaben oder Hinweise über die Art der Vorschläge. Der Leiter des Volkspolizei-Kreisamtes Altenburg in Thüringen, ein «jähriger Volkspolizei-Kommandeur, hat sich gemeinsam mit sechs Angehörigen der Volkspolizei unter den Schatz der Westberliner Polizei gestellt. Ein dreitägiger Kongreß des internationalen Bates der Europabewegung wurde unter Vorsitz des belgischen Sozialistenführers Paul Henri Spaak in Luxemburg eröffnet. An der Tagung nehmen M Delegierte aus 2 » Ländern teil. In St. Gallen tagte das Verbindungsbüro der internationalen Bürgermeisterunion für europäische Zusammenarbeit und deutsch-französische Verständigung, um die weiteren Möglichkeiten einer Förderung der deutsch-französischen Annäherung zu besprechen. Der französische Hohe Kommissar Andrö Francois- Poncet kündigte in Bonn den baldigen Abschluß eines von der Bundesregierung vorgeschlagenen deutsch-französischen Kulturabkommens an. Hans Christoph Freiherr von stauffenberg hat seih Amt als erster Vorsitzender der überparteilichen Deutschen Union niedergelegt. Der neue Amsterdam—Rheinkanal wurde von Königin Jnliana feierlich dem Verkehr übergehen. Staatsmänner-Trelfen (Fortsetzung von Seite 1) bisher aufjjelaufenen Besatzungsschäden und zur Erhöhung der vorläufig weiterzuzahlenden Besatzungskosten auf 600 Millionen DM monatlich verwandt werden. Die Bundeshauptstadt Bonn hatte ihre umfangreichen Vorbereitungen zum Empfang der drei westlichen Außenminister gerade beendet,' als der erste der drei hohen Besucher eintraf. In den Straßen der Stadt ging das Leben unberührt seinen gewohnten Gang. Kaum, daß hier und dort eine Gruppe von Neugierigen an einer Durchfahrtsstraße der Dinge harrte, die da kommen sollten. Die fast 800 in Bonn zusammengezogenen Polizisten konnten sich ihre Langeweile in ihren Bereitschaftsräumen ungestört mit Kartenspielen, vertreiben. Lediglich die weiß gekleideten Motorradfahrer, die zur Begleitung der Außenminister und anderer hoher Gäste abgeordnet sind, hatten auf ihren schweren Maschinen alle Hände voll zu tun. Je fünf von ihnen begleiteten eine der großen Limousinen, in denen die Gäste während ihres Aufenthalts in der Bundeshauptstadt von ihren Quartieren zur Sitzung und von den Sitzungen zu Empfängen fahren. Die Protokollabteilung des Auswärtigen Amtes sieht nach arbeits- und sorgenreichen Tagen ihrer Bewährungsprobe entgegen. Für die Unterzeichnung der Verträge hält sie im Plenarsaal des Bundeshauses vom Schreibzeug bis zum Gobelin alles Notwendige bereit. Im Vorraum des Saales haben Wochenschauleute ihre schweren Scheinwerfer und umfangreichen Kabelrollen aufgestapelt. Während die Rundfunksprecher ihre Mikrofone und Leitungen noch einmal überprüfen, spazieren unauffällig, aber gut gekleidete Herren mit scharfem Blick unablässig durch alle Räume, die für den Ablauf der Verhandlungen und Feierlichkeiten benötigt werden. Diese Männer werden auch die einzigen sein, die an den Empfängen teilnehmen, ohne daß sie mit Politik oder Presse etwas zu tun hätten. Koalitionsparteien verhandeln mit DGB In Bonn hofft man noch auf eine vernünftige Regelung Drahtbericht unserer Bonner Vertretung Grundsatz des Edenplans anerkannt Kurze Sitzungsperiode des Ministerausschusses des Euraparates Kartellgeseh deutsches Recht Bundesrat beschließt Änderungsvorschläge zum Gesetzentwurf Großfahndung nach Millionenräuber Bonn. In der kommenden Woche werden die Regierungsparteien nacheinander mit dem Führer des DGB zu einer eingehenden Aussprache Zusammentreffen. Für Montag ist eine Besprechung mit dei CDU'CSU und für Dienstag mit der FDP und DP in Aussicht genommen. Die Besprechungen finden, wie wir hören, auf Wunsch des Deutschen Gewerkschaftsbundes selbst statt. Eine Aussprache mit den Parteien ist notwendig geworden, weil die Vorwürfe, die der DGB gegen den Mitbestimmungsentwurf des Bundestagsausschusses für Arbeit und Wirtschaft erhoben hat, sich weniger gegen die Bundesregierung als vor allem gegen das Parlament selbst richtet- Aus Kreisen der Regierungsparteien wurde uns mitgeteilt, daß man der Aufforderung des DGB zu einer direkten Aussprache selbstverständlich nachkomme um keine Chance für eine vernünftige Auseinandersetzung auszulassen. Man erklärt aber mit dem gleichen Nachdrude, daß das Ziel dieser Gespräche nicht die Herbeiführung irgend eines Kompromisses sein könne. Verhandlungen unter dem Druck der Streikandrohung lehnen die Regierungsparteien ab. Es wird in diesem Zusammenhang in Bonn daran erinnert, daß vor Jahresfrist das Parlament die Beratungen über die Höhe des Benzinpreises ebenfalls ausgesetzt batte, solange sich der Bundestag unter dem Druck der damals angesetzten Sternfahrt durch die Bundeshauptstadt, in seiner Entschlußfreiheit beeinträchtigt fühlte. In Bonn hofft man im übrigen immer noch, mit dem DGB zu einer vernünftigen Regelung zu kommen, um eine schädliche Auswirkung der Kampfmaßnahmen auf die wirtschaftliche Lage zu verhindern. Man weist darauf hin, daß jede Schädigung der Wirtschaft automatisch auch eine Benachteiligung der Arbeitnehmerschaft mit sich bringen muß. Man glaubt in Bonn nicht, daß der DGB vor seinen eigenen Mitgliedern eine solche Benachteiligung sachlich und moralisch vertreten sein will und kann. Sowjetzone hebt Jugen'lidie iür Volkspolizei aus Bad Hersfeld. Zwei Brüder im Alter von 18 und 16 Jahren trafen am Donnerstag als illegale Grenzgänger aus Eisenach (Sowjetzone) in Bad Hersfeld ein und legten den deutschen und amerikanischen Grenzbehörden ihre Gestellungsbefehle für die Volkspolizei vor. Sie sollten sich am 23. und 24. Mai bei den Aushebungskommandos stellen. Wie die beiden Flüchtlinge erklärten, haben ihnen die volkseigenen Eisenacher Motorenwerke (früher BMW) auf Anweisung der Arbeitsverwaltung des Landes Thüringen gekündigt. Gleichzeitig hätten sie die Gestellungsbefehle erhalten. Angehörige von Kriegsgefangenen können Unterbaltshilfe beantragen Hamburg. Der Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschädigten weist am Freitag darauf hin, daß Unterhaltsbeihilfe für Angehörige von Kriegsgefangenen umgehend bei den zuständigen Versorgungsämtem beantragt werden muß, wenn sie bisher ganz oder teilweise versagt wurde. Die Höhe der Leistungen richtet sich nach den Bestimmungen des Bundesversorgungsgesetzes für Kriegshinterbliebene. Die Unterhaltsbeihilfe für Angehörige von Kriegsangehörigen war bisher abgelehnt worden, wenn bereits öffentliche Mittel wie Renten aus der Sozialversicherung und Pensionen bezogen worden sind. London. Scotland Yard hat eine Großfahndung nach unbekannten Tätern eingeleitet, die in der Londoner Innenstadt einen Postwagen überfielen und mindestens 155 000 Pfund Sterling in Banknoten und für 45 000 Pfund Schmuck raubten. Die Täter hatten den Fahrer und die beiden Begleiter des Postautos in einer engen Seitenstraße niedergeschlagen und sich des Wagens bemächtigt, den sie nach der Beraubung einige Straßen weiter stehenließen. Im Postauto wurden nach der Sicherstellung noch 100 000 Pfund Sterling gefunden. Eine Londoner Versicherungsgesellschaft hat eine Belohnung von 10 000 Pfund für Informationen ausgesetzt, die zur Wiedererlangung des Geldes führen. Von Tresckow zu 70 DM Geldstrafe verurteilt Bücfceburg. Der ehemalige Generalleutnant Hans Joachim von Tresckow wurde in dem Beleidigungsprozeß in Bückeburg, den der zweite SRP-Vorsitzende Otto Emst Remer gegen ihn angestrengt hatte, zu insgesamt 70 DM Geldstrafe verurteilt. Außerdem wurden ihm die Prozeßkosten auferlegt Die Verurteilung erfolgte wegen Verleumdung nach Paragraph 186 Stgb zu 20 DM und wegen Beleidigung nach Paragraph 185 Stgb zu 50 DM Geldstrafe, Ersatzweise zu zwei bzw. 10 Tagen Gefängnis. Von Tresckow hat gegen das Urteil Berufung eingelegt Auto auf Bauernhaus gestürzt Oberndorf. Auf dem Viadukt der Umgehungsstraße in ARoberndorf durchbrach aus bisher noch ungeklärter Ursache «in schwerer Personenwagen das Brückengeländer und stürzte etwa acht bis zehn Meter auf das Dach eines Bauernhauses ab. Der Wagen durchschlug das Dach des Hauses und fiel in den Hinterhof. Der Fahrer des Autos, der 34jäh- rige Kaufmann Walter Haas aus Tuttlingen, erlitt einen doppelten Schädelbruch und starb wenige Minuten später. Aufohus stürzt in eine Schlucht 6 Tote und 11 Schwerverletzte Cagliari. Sechs Passagiere wurden getötet und 11 erlitten schwere Verletzungen, als ein Autobus bei Inglesias auf Sardinien von der Straße abkam und in eine Schlucht stürzte. Wetterbericht Während das Hoch über Skandinavien im Abbau begriffen ist, hat sich über Westeuropa ein neues umfangreiches Hoch mit Kern über den britischen Inseln ausgebildet. Schwache Störungen, die über Skandinavien südwärts ziehen, bleiben im wesentlichen auf das östliche Mitteleuropa beschränkt, während bei uns der Hochdruckeinfluß auch weiterhin vorherrschen wird. Aussichten bis Sonntagabend: Vorwiegend heiter und trocken, nur vorübergehend bewölkt, jedoch höchstens vereinzelt leichte Schauer im Bergland. Mittagstemperaturen allmählich auf über 20 Grad ansteigend, noch kühle Nächte, Tiefstwerte nicht mehr unter 5 Grad. Leichte bis mäßige Winde aus nördlichen Richtungen. Samstag, 24. Mai 1952 „Große Tage" in Bonn Von unserem Bonner Mitarbeiter Dr. Schützinger Seit Tagen sind sämtliche Hotel- und Privatzimmer in Bonn ausverkauft und die Straßen und Plätze mit Geschwadern von „Straßenkreuzern“ jeder Nationalität überfüllt. Ein auf Tradition erpichter Gasthofbesitzer hat sich dabei nicht entgehen lassen, am Hotel- eingang unter Glas und Rahmen darauf hinzuweisen, daß sein „bestrenommiertes Haus“ schon einmal — vor 150 Jahren — von einem napoleonischen General für den Besuch aus ländischer Diplomaten und Offiziere empfohlen war. Die „Quartiere“ der drei Außenminister in Mehlem, Wahn und Ernich sind durch Motorstreifen der „Sicherheitsgruppe“ des Kriminaldirektors Hebeier gesichert. Jedermann, der sich zu nahe heranwagt, wird verwarnt, und in den Höfen der drei „Diplomaten-Schlös ser“ sind stämmige „Kriminaler“ unauffällig postiert. Um den frischgestrichenen Zaun des Palais Schaumburg hat man sogar ein „elektrisches“ Abwehrscherengitter mit Alarmanlage montiert. A c h e s o n wohnt als Gast McCloys im ersten Stock des „Schloß Deichmannsaue“, das von dem Bankier und Geheimen Kommerzienrat Adolph Freiherr von Deichmann um die Jahrhundertwende gebaut wurde. Das Haus, das von dem riesigen Betonblock des amerikanischen Bürohochhauses überragt wird, sieht mit seinen Türmchen, Erkern und^ Veranden wie der Adelssitz eines Lords aus dem Victorianischen Zeitalter aus Der wie immer mit dem „Homburg“ behütete und in tadellosem „Cut“ steckende Mr. Eden logiert bei Kirkpatrick in dem vom Kölner Kurfürsten erbauten und von dem „Kölnisch-Wasser-Fabrikanten“ Mülhens renovierten Jagdschloß Röttgen. Der „schöne Anthony“ braucht also dort auf keinerlei Ansprüche britischer Wohnkultur zu verzichten. Mr. S c h u m a n aber ist Gast Francois- Poncets, hoch über dem Rhein zwischen Bonn und Remagen, im Südflügel des Schlosses Ernich. Ein rheinischer Industrieller, einer der reichsten Leute der Vorkriegszeit, Karl von Guillaume, errichtete um 1905 den Bau. Hier haben es die weißbemützten Motorradfahrer der „Sicherheitsgruppe Hebeier“ besonders leicht, die langgestreckten Serpentinen der Bergstraße auf unliebsame Besucher zu überwachen. Am Sonntagabend empfängt der Bundeskanzler seine Gäste in der Godesberger „Redoute“, jenem traditionsreichen Rokoko- Schlößchen am Kurpark, in dem schon 1792 der junge Beethoven mit dem 60jährigen Haydn vor dem Kurfürsten Max Franz konzertierte. Der von einem Kronleuchter überragte, ehemalige „Konzertsaal“ strahlt in der Fülle seiner Wandlampen und weckt in seiner Aufmachung Erinnerungen an Versailles und Sanssouci. Der Bundes ratssaal ist für den Unterzeichnungsakt am Montag auf „Hochglanz“ gebügelt. Der Kanzler wird die hohen Gäste am Portal des Bundeshauses erwarten und sie dem „Chef des Protokolls“ übergeben. Das „Saal-Parkett“ ist geräumt. Die Ehrengäste erhalten ihre Plätze auf und hinter der Präsidententribüne. Journalisten und Fotografen werden am Eingang und entlang des großen Rheinfensters postiert. Die Westwand wird mit einem Gobelin bespannt. In der Mitte des von hellem Tageslicht durchfluteten Raumes steht der Tisch für die Unterzeichnungs-Zeremonie bereit, zu dem die drei Außenminister durch den Chef des Protokolls herangeführt werden. Vor dem Südfenster des Saales ist auf der Rheinterrasse eine große Tribüne errichtet. auf der Vertreter des „ganzen Volkes“ Zeugen des Unterzeichnungsaktes werden: Politiker und Wirtschaftler, Industrielle und Gewerkschaftler, Vereine und Verbände und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens von Namen und Rang. Nach der Unterzeichnung wird ein zwangloses Frühstück „im Stehen“ in der Bundestags-Kantine eingenommen, bis vom Flugplatz Wahn die Meldung der Startbereitschaft erfolgt. Sobald sich die Maschinen von den Betonbahnen lösen und den Kölner Dom in Richtung Paris überfliegen, wird man dort oben von Bonn nur mehr die Waldkuppe des Venusbergs sehen, auf dem der Oppositionsführer grollend die Fenster schließt. Heimkehrer verband fordert Milliarden Für Reparationsarbeiten nach dem Kriege — Eine Mark pro Tag Bonn (NP) Kriegsgefange haben nach Kriegsende Reparationsarbeiten im Wert von mindestens fünf Milliarden Mark geleistet. Das behauptet der Verband der Heimkehrer, Kriegsgefangenen- und Vermißtenangehörigen und begründet damit seine Forderung, daß jeder Heimkehrer eine Entschädigung von einer Mark je Tag der Kriegsgefangenschaft erhalten soll. Für erst nach dem 31. Dezember 1948 heimgekehrte Gefangene soll sich diese Summe auf das Doppelte erhöhen. Der Heimkehrerverband hat einen eigenen Gesetzentwurf, zur Realisierung dieser Forderung ausgearbeitet und ihn am 26. März dem Bundespräsidenten, der Bundesregierung, dem Bundesrat, dem Bundestag und den Länderregierungen übergeben. Eine offizielle Stellungnahme dazu liegt noch nicht vor. Zuständige Bundesstellen arbeiten aber bereits an den Vorbereitungen zur Erfassung aller Heimkehrer. Die Zahl der für eine Entschädigung in Frage kommenden Kriegsgefangenen wird auf eine runde Million geschätzt. Nach dem Gesetzentwurf des Heimkehrerverbandes fallen alle Personen unter den Begriff „Kriegsgefangene“, die auch im Heimkehrergesetz anerkannt sind — vorausgesetzt, daß sie nicht vor dem 1. Januar 1945 entlassen Französisch bleibt erste Fremdsprache Kultminister Schenkel lehnt schematische Einheit im Schulwesen ab (Von unserer Stuttgarter Redaktion) Dr. Stuttgart. Kultusminister Dr. Schenkel wandte sich am Freitag in einer Pressekonferenz gegen die Forderung einer schematischen Einheit im Schulwesen, die es bisher nur unter Napoleon und Hitler gegeben habe. In allen demokratischen Ländern (auch in den USA) bestehe eine große Mannigfaltigkeit, die nichts mit einem Schulchaos zu tun habe. Auch in der Schweiz habe jeder Kanton auf diesem Gebiete Selbständigkeit. Selbst die kaiserliche Regierung habe den Ländern in Schulangelegenheiten nicht hineinreden dürfen. Diese Mannigfaltigkeit schließe aber nicht aus, daß im Interesse der noch nicht seßhaften Flüchtlinge sowie der Arbeiter, die von einem Land in ein anderes übersiedeln, eine gewisse Angleiehung der Schulprogramme erfolge. In der Volksschule sei schon eine weitgehende Angleichung erreicht. In den Berufsschulen beständen wegen der verschiedenartigen Bedürfnisse von Industrie und Landwirtschaft große Verschiedenheiten. In den höheren Schulen sei bisher nur insoweit eine Einheit erreicht, als in allen Schulen im fünften Jahre mit der ersten Fremdsprache begonnen werde, im siebten mit der zweiten und auch in der Volksschule im fünften Schuljahre freiwillig mit der ersten Fremdsprache angefangen werden könne. Wenn in den Ländern der amerikanischen und englischen Zone englisch die erste Fremdsprache sei, in der französischen Zone die französische Sprache, so liege das in den praktischen Lebensnotwendigkeiten begründet. Die Länder der französischen Zone hätten von jeher enge Beziehungen zu Frankreich gehabt. Es sei wünschenswert, daß die deutsche Jugend mit der französischen Kultur vertraut gemacht werde, weil dadurch Brük- ken zwischen beiden Völkern geschlagen werden könnten. In Südbaden und Südwürttemberg werde die französische Sprache auch weiterhin die erste Fremdsprache bleiben. An den Universitäten bleibe neben dem Spezialstudium keine Zeit mehr zur Förderung der Allgemeinbildung. Es sei daher notwendig, daß ein hohes Maß von Allgemeinbildung der Jugend schon vor dem Abitur vermittelt werde. Das sei aber nur zu erreichen, wenn der bisherige Lehrstoff eingeschränkt werde. wurden. Vier Gruppen sollen bevorzugt entschädigt werden: 1. Kriegsgefangene, die erst nach dem 31. Dezember 1948 nach Hause gekommen sind, 2. Totalgeschädigte, 3. Schwerkriegsgeschädigte und 4, . Vertriebene. Alle anderen Entschädigungsberechtigten sollen mit sechs Prozent zu verzinsende Schuldverschreibungen erhalten. Wenn dieser Entwurf Gesetz werden sollte, würde der Bund etwa 1,5 Milliarden Mark zu zahlen haben. Verständlich, daß das Finanzministerium nicht davon begeistert ist. Der Hinweis des Verbandes, die Ansprüche könnten auf der Londoner Schuldenkonferenz geltend gemacht werden, wird in Bonn nur als Ironie gewertet. Denn erstens ist die Sowjetunion, das Land mit dem größten Kriegsgefangenenanteil, nicht auf dieser Konferenz vertreten, und zweitens werden auch die Westmächte solchen Forderungen kaum Verständnis entgegenbringen. „Wir wollen der Bundesregierung nichts Unmögliches zumuten“, erklärte der Heimkehrerverband entgegenkommend, als er seine Ansprüche anmeldete. Ob aber der Bund auch nur einen Teil der geforderten Summen aufbringen kann, will nach Lage der Dinge als recht zweifelhaft erscheinen. „Seeteufer-Erinnerung London (NP). Erinnerungen an Graf Luck- ners „Seeteufel“, mit dem er im ersten Weltkrieg seine abenteuerliche Kaperfahrt bis in den Stillen Ozean durchführte, tauchten wieder auf, als jetzt das britische Kabelschiff „Recorder“ zu seiner letzten Fahrt nach dem Kriegshafen Rosyth aufbrach, um dort abgewrackt zu werden. Die „Recorder“ griff den Schoner auf, mit dem Graf Lucknei nach seiner Gefangennahme aus einem Lager auf den Fidschi-Inseln zu entkommen suchte. „Ohne mich" bei der „Ostag" Kommunist will Prozente für Ost-Geschäfte Von unserem Ber liner Vertreter Berlin. Wie wir aus gutunterrichteten Wirtschaftskreisen erfahren, haben die 21 deutschen Wirtschaftler und Kaufleute aus der Bundesrepublik, die vor kurzem an der Wirtschaftskonferenz in Moskau teilnahmen, eine „Osthandels-Arbeitsgemeinschaft“ (Ostag) gegründet, die eben ihre 1. Tagung in Westberlin beendete. Und schon auf dieser ersten Tagung hatte die „Ostag“ ihre Feuerprobe zu bestehen. Da tauchte nämlich ein Herr Dr. K r o t h auf, der einmal als Vertreter der KPD im Frankfurter Wirtschaftsrat gesessen hatte und heute als der Vertrauensmann undurchsichtiger Zwischengesellschaften gilt, die mit großer Wahrscheinlichkeit die Initiatoren der Dreiecks- und Ost-West-Schmuggel-Geschäfte sind. Und dieser Herr Dr. Kroth fühlte sich bemüßigt, in „östlicher Vollmacht“ zu sprechen und für die Abwicklung von Ostgeschäften zwei Bedingungen aufzustellen: Erstens wolle er von jedem Geschäft die handelsübliche Provision, und zweitens müsse man bei dem Abschluß der Geschäfte eben jene Zwischengesellschaften bevorzugen, die in Wirklichkeit nichts anderes als Agenturen der östlichen Außenhandelsministerien sind. Wir haben dazu erfahren, daß Herr Dr. Kroth wohl von Pankow, aber nicht von Karlshorst bevollmächtigt war, solche Bedingungen aufzustellen, und wir haben weiter erfahren, daß dies noch einige Konsequenzen nach sich ziehen dürfte, da Moskau gegenwärtig an einem echten wirtschaftlichen Austausch mehr Interesse hat, als an der Finanzierung der KPD durch solche Geschäfte. Aber davon ganz abgesehen — Dr. Kroth fiel bei der „Ostag“ durch. Wenn auch nicht mit Pauken und Trompeten, so doch mit Stimmenmehrheit. Und dieses „Ohne mich“ der „Ostag“ sollte auch für jene Menschen als Lehre von Nutzen sein, die Ulbricht als „bedenkenlose Feiglinge“ und wir im allgemeinen als „Rückversicherer“ bezeichnen. Acht Jahre Jugendgefängnis für Mörder Der in ganz Niedersachsen mit außerordentlicher Spannung erwartete Prozeß gegen den jüngsten Gewaltmörder Westdeutschlands, den 14jährigen Horst Lübberstedt aus Salzhausen, Krs. Lüneburg, verlief zum großen Teil unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vor dem Lüneberger Jugendgericht Horst Lübberstedt, Sohn eines angesehenen Uhrmachermeisters, hat im September vergangenen Jahres die 46jährige Krankenschwester Ilse Fischer, di# ihn kurze Zeit vorher im Krankenhaus gesund gepflegt hatte, in die Wohnung seiner Eltern gelockt und sie dort mit einem vorher bereitgestellten Hammer und einem Schraubenzieher auf unbeschreiblich bestialische Weise ermordet. In seinem Blutrausch hatte L. den Kopf seines Opfers und den Oberkörper völlig verstümmelt. Nach der Tat versuchte der jugendliche Mörder zweimal Selbstmord' zu begehen, was ihm mißlang, da einmal der Strick riß, mit dem er sich erhängen wollte und zum anderen ihm der Mut beim Aufschneiden der Pulsadern verging. Seinen später aus dem Kino heimkehrenden Eltern erzählte er, fünf erwachsene Männer hätten ihn überfallen und niedergeschlagen. Psychologisch ist die Tat des jugendlichen Mörders rätselhaft. Er ist als kluger und fleißiger Schüler bekannt. Von seinen Eltern wurde er gut erzogen. 55 Zeugen und 3 Sachverständige, darunter der psychologische Gutachter, Prof. Ewald von der Göttinger Nervenklinik, wurden zur Verhandlung geladen. Das Gericht verurteilte Lübberstedt für den Mord an der Krankenschwester Ilse Fischer und versuchter Notzucht in zwei Fällen zu acht Jahren Jugendgefängnis. Sowjetnote an Persien Moskau. Der Außenminister der UdSSR, Andrej Wyschinski, überreichte dem persischen Botschafter in Moskau, Arasteh, eine Note der Sowjetregierung, in der es unter anderem heißt, daß die Annahme amerikanischer Militärhilfe durch Persien die persische Armee der Kontrolle der USA ausliefere und unvereinbar sei mit gutnachbarlichen Beziehungen zwischen Persien und seinen Nachbarstaaten. In der Note erklärt die Sowjetunion, daß die persische Regierung bestimmte Verpflichtungen militärischer und politischer Natur eingegangen sei, als sie amerikanische Militär- und Finanzhilfe annahm und die Verträge mit amerikanischen Militärberatern in Teheran verlängerte. Kein Freiheitsentzug ohne Entscheid Bundesregierung hat entsprechenden Gesetzentwurf dem Bundesrat zugeleitet Bonn. Gegen den eigenen Willen darf künftig niemand mehr ohne richterliche Entschei- scheidung in einer Heil- oder Pflegeanstalt oder einer Entwöhnungsanstalt untergebracht werden. Dieser Gesetzentwurf ist notwendig geworden, nachdem in der letzten Zeit in der Oeffentlichkeit verschiedene Fälle Aufsehen erregten, in denen die Unterbringung in eine Pflegeanstalt mißbraucht worden war, um ein unbequemes Familienmitglied los zu werden. In Zukunft wird über die Unterbringung, insbesondere auch von Rauschgift- und Alkohol- süchtigen, nur noch der Richter entscheiden können, und zwar im Rahmen eines Strafverfahrens oder auf Antrag der zuständigen Verwaltungsbehörde durch das Amtsgericht. Der, Freiheitsentzug darf jedoch nur angeordnet werden, nachdem es bei Geisteskranken einen ärztlichen Sachverständigen und bei Rauschund Alkoholsüchtigen einen Amtsarzt angehört hat. Die Ueberprüfung, ob eine weitere Freiheitsbeschränkung erforderlich ist, muß von Zeit zu Zeit erfolgen. Eine einstweilige Unterbringung in eine Anstalt ist für die Dauer von höchstens sechs Wochen zulässig. Bei plötzlich ausbrechenden Tobsuchtsanfällen kann eine sofortige Festnahme angeordnet werden, die aber bis zum Ablauf des folgenden Tages der richterlichen Bestätigung bedarf. Alle Fälle, bei denen eine Unterbringung ohne gerichtlichen Entscheid erfolgt ist, sollen nach Inkrafttreten des Gesetzes beschleunigt überprüft werden Haben Sie noch keinen Baby-Bond? Dan« ist es höchste Zeit, denn am 3. Juni ist wieder Ziehung! Sie erhalten ihn für DM10 bei allen Banken, Sparkassen, Kreditgenossenschaften und Postämtern und können damit in jedem Vierteljahr 50000.-, 25000.-, 10000.-, 1000.- oder 500.- DM gewi nn en. Am (.September 1956 erhalten Sie außerdem Ihren Einsatz zurück! Samstag. 24. Mat 1952 Amputationen an Meisterwerken Kritische Anmerkungen zur Freiburger „Wallenstein"-Aufführung Vor drei Jahrzehnten noch war es in Deutschland durchaus möglich, Schillers „Wallenstein“ an zwei aufeinanderfolgenden Abenden zu spielen, — heute geht es anscheinend nicht mehr. „Die Piccolomini“ und „Wallensteins Tod“ müs sen zu einem Stück zusammengezogen werden, und das Ganze darf nicht länger als drei Stunden dauern. Früher eilte man sich, in die „Faust“-Vorstellung zu kommen; denn sie begann schon um 18 oder 19 Uhr und dauerte bis 23 oder 24 Uhr. Shakespeares Stücke gehörten auch zu den festlichen Abenden, und wen kümmerte es, wenn „Hamlet“ erst um Mitternacht zu Ende war? Es war die Zeit des großen deutschen Theaters, das in der ganzen Welt Aufsehen erregte und manchmal sogar als das beste Theater der Welt bezeichnet wurde. Als Albert Bassermann 1934 dem toten Alexander Moissi den Ifflandring ins Grab legte, beging er zwar eine Inkorrektheit — denn er war ja nur Träger, nicht Inhaber des Ringes, und ein Verfügungsrecht stand ihm nicht zu —, aber er brachte damit etwas zum Ausdruck, was sich tatsächlich bewahrheitet hat: die Epoche großen deutschen Theaters, die von der Neuberin bis in die Glanzzeit des Naturalismus führte, war beendet. Das neue deutsche Theater, das unter der politischen und moralischen Obhut des Dritten Reiches aufgezogen und mit Stücken wie „Hit' lerjunge Quex“ oder „Schlageter“ usw. auf ein unwahrscheinlich tiefes Niveau herabgedrückt wurde, hat es wirklich fertig gebracht, eine riesenhafte Tradition, von der man nie geglaubt hätte, daß sie untergehen könnte, restlos zu vernichten. Denn daß diese Tradition vernichtet wurde, beweist das deutsche Theater seit 1945: wir können lediglich eine Ueberfremdung der deutschen Bühnen und eine geradezu unverständliche Ohnmacht des deutschen Dichter tums feststellen. Die „Wallenstein“-Bearbeitung, die jetzt im Großen Haus der Städtischen Bühnen Frei- bürg herauskam, ist durchaus nicht schlecht: sie ist, vom dramaturgischen Standpunkt aus, teilweise sogar sehr gut; aber 6ie ist nur dann gut, wenn man die Meinung vertritt, daß eine andere Aufführungsmöglichkeit nicht besteht. Was aber steht einer Aufführung der beiden Teile an zwei Abenden eigentlich im Wege? Vor zweieinhalb Jahren hat man in Freiburg in den Kammerspielen an zwei aufeinanderfolgenden Abenden drei verschiedene Medeen — von Euripides, Anouilh und Grillparzer — Konstanzer Theater im Übergang Sommerspielzeit mit Grillparzers „Des Meeres and der Liebe Wellen“ Die sogenannte Uebergangsspielzeit des Stadttheaters Konstanz, die erst am 1. März dieses Jahres beginnen konnte, ist zu Ende und macht einer Sommerspielzeit Platz, die Ihrerseits als Üebergän'g zur Hauptspielzelt 1952/53 gedacht ■ ist. Intendant Hans Erich Kreibig, bekanntlich der erste Theaterleiter, den die Stadtverwaltung Konstanz in ein Anstellungsverhältnis übernahm, hat die auf ihn gesetzten Erwartungen, die in erster Linie auf wirtschaftlichem und organisatorischem Gebiete lagen, mit Energie, Zielsicherheit und Geschick erfüllt. In künstlerischer Hinsicht läßt sich wohl erst nach einer vollständigen Spielzeit ein fundiertes Urteil bilden; verheißungsvolle Ansätze wurden sichtbar vor allem in der ausgezeichneten Aufführung von Christopher Frys „Schlaf der Gefangenen“ und, mit Abstartd, von Ferdinand Bruckners „Heroische Komödie“. Das für solche wertvolleren Theateraufgaben aufgeschlossene Publikum in Konstanz reicht allerdings nicht aus. So wurden breitere Erfolge erzielt mit Sascha Guitrys „Nicht zuhören, meine Damen!“, mit Axel Ivers „Parkstraße 13“ und nicht zuletzt mit Vetterlings „König von Koffeinien“. Diese Tatsache dürfte angesichts der im ganzen eben doch relativ bescheidenen Subventionierung durch Staat und Stadt entscheidende Hinweise für die Gestaltung des künftigen Spielplans geben. Daneben soll allerdings das literarische Anliegen mit einzelnen 'experimentellen Inszenierungen in einer Zimmerbühne berücksichtigt werden. Der freundliche Erfolg der recht repräsentativen „Turandot“-lnszenierung ermutigt, gleichfalls mit einem Klassiker die Sommerspielzeit zu beginnen, die eine ausgesprochene Freilicht-Spielzeit werden soll;, mit Grillparzers „Des Meeres und der Liebe Wellen“. Gespielt wird lm Rathaushof Konstanz, in der Freilichtbühne von Bad Schachen bei Lindau, in Markdorf und wo sonst noch Vereinbarungen gelingen sollten. Vorgesehen sind auch Eichendorffs „Die Freier“ sowie eine noch nicht näher bezeich- nete Uraufführung mit dem Titel „Aucassin und Nicolette“. Oberspiellelter Dr. Wacker Ist ausgeschieden; im übrigen wird das Ensemble junger Kräfte fast ausnahmslos reengagiert. Für tragende bzw. besondere prägnante Rollen will der Intendant von Fall zu Fall einen Gastdarsteller verpflichten; außerdem ist eine Erweiterung des Ensembles vorgesehen. — Die Sommerspielzeit beginnt am 15. Juli; in ihrem Rahmen findet übrigens auch ein zweimaliges Tanzgastspiel von Harald Kreutzberg statt. wr. gespielt. Das Ganze war als einmaliges Experiment gedacht, — tatsächlich wurde dann fast ein Serienerfolg daraus. Am Publikum lag es also nicht. Wozu dann dieser Dreistunden- „Wallenstein“? Daß man „Die Piccolomini“ nicht allein spielen kann, ist klar; das Stück hört mitten in der Handlung auf, — man muß „Wallensteins Tod“ darauf folgen lassen. Aber warum muß alles an einem Abend geschehen? Manche Szenen sind so zusammengestrichen, daß man die Absicht merkt: es kommt hier nur darauf an, daß die Handlung vorwärts getrieben wird; der dem Stücke innewohnende dichterische Sinn ist bedeutungslos geworden. Und damit dürfte sich ja die Aufführung des Wallenstein“ grundsätzlich erübrigen. Oder aber: die deutschen Bühnen raffen sich endlich zu einer stärkeren Aktivität im Sinne des deutschen Theaters auf. Gerade in unserer ge fühlsarmen, technisierten, von Sport, Rundfunk und Kino beherrschten Zeit sollte es ihre Aufgabe sein, das Publikum — die Jugend vor allem — wieder an das uns überlieferte Gedankengut der großen deutschen Dichter her anzuführen. Mancher mag über den Konservativismus einer Comedie Frangaise spötteln, — aber es sei jedem gesagt, daß auch das modernste französische Theater ohne diese Comedie Frangaise nicht möglich wäre. Diese großartige Tradition fehlt heute dem deutschen Theater. Das macht sich an allen Ecken und Enden bemerkbar: die Schauspieler werden herausgestellt, ehe sie ihr Handwerk erlernt haben, sie bilden sich dann in der Praxis aus. und das wird nie etwas Rechtes, die Regisseure belieben oft Experimente zu machen, deren Notwendigkeit durch nichts zu beweisen ist. Und wenn man die Spielpläne der meisten deutschen Bühnen verfolgt, so muß man feststellen, daß es anscheinend keine deutschen Autoren mehr gibt: das schlechteste ausländische Stück ist immer noch gut genug, um einem deutschen vorgezogen zu werden. Daher auch die Ach- tungslosigkeit vor der deutschen Klassik! So etwas wie der jetzt in Freiburg aufgeführte „Wallenstein“ in der Bearbeitung Kurt Hübners ist bestenfalls als Experiment zu werten; schließlich ist „Wallenstein“ nicht nur ein Theaterstück, sondern auch eine Dichtung, und Picasso wandelt sich wiedei einmal Auf dem jährlichen „Mal-Salon“ — der führenden Frühjahrs-Kunstausstellung ln Paris — überraschte Pablo Picasso seine Anhänger dadurch, daß er seinen bisher völlig abstrakten Stil veränderte. Unser Bild zeigt Pablo Picasso mit seinem Werk, einer halbabstrakten Ziege in Bronce. das wird gewöhnlich bei solchen Bearbeitungen übersehen. Es mag vermessen erscheinen, — aber Ich behaupte, daß zum Beispiel Schillers „Wallenstein“ mehr Gedankengut, menschliche Leidenschaft, dramatischen Impuls, dichterische Schönheit aufzuweisen vermag als das zwar sehr sensationelle, aber letzten Endes doch nicht so in die Tiefe reichende Werk eines Jean Cocteau; womit nichts gegen diesen letzteren gesagt sein soll, wohl aber der Wunsch ausgesprochen ist, künftighin solche Amputationen an den Meisterwerken der deutschen Literatur zu unterlassen. Adriaan van den Broecke Mars beherrscht den Himmel Ein Planet, der noch immer Fragen aufgtbt Von den Planeten beherrscht im Mai Mars unseren Himmel. Er ist leicht zu finden in seinem roten, gewaltigen Gefunkel. Bei einem Abstand von 83 Millionen Kilometer befindet er sich gegenwärtig in größter Erdnähe. Sein, Licht imponiert um so starker, als-Jupiter und Venus unsichtbar sind. Mars hat die Astronomen von jeher nicht zuletzt deshalb iri hohem Maße interessiert, weil es sich bei ihm um einen Planet handelt, der unserer Erde insofern ähnelt, als er bewohnt sein könnte. Von der Sonne ist er 75 Millionen Kilometer weiter entfernt als die Erde. Für seine Bahn um die Sonne benötigt er 687 Tage, also fast die doppelte Zeit wie die Erde. Wie diese ist auch Mars ein sogenannter dunkler Weltkörper, der Licht und Wärme von der Sonne empfängt. Der Durchmesser der „Kugel“ des Mars beträgt 6 745 Kilometer. Sieben Marskugeln gingen in die Erde. In 24 Stunden und etwas über 37 Minuten dreht sich der Mars um die eigene Achse. Der Marstag ist also ein wenig länger als der Tag der Erde. Die Lage der Bahnen, in denen sich der Mars und die Erde um die Sonne bewegen, bedingt, daß der Mars zu bestimmten Zeiten verhältnismäßig nahe der Erde sich befindet und dann wieder sehr weit von ihr abrückt. Die Atmosphäre um den Mars ist wesentlich dünner als die um die Erde, indessen enthält sie Wasserdampf und Sauerstoff, scheint also an sich durchaus geeignet, organischen Lebewesen Daseinsmöglichkeiten zu bieten. Da der Mars weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde, ist die Temperatur seiner Atmosphäre niedriger. Immerhin nimmt man an, daß sich niedere Pflanzen, etwa Flechten und Moose in ihr behaupten können. Zeitweilig haben, wie sich die älteren, wohlgeneigten Leser noch erinnern werden, die „Marskanäle“ eine große Rolle gespielt. Phantasiebegabte Autoren sahen in ihnen gewaltige künstliche Wasserbauten, vor allem auch Bewässerungsanlagen, die sie als Zeugen der Intelligenz der Marsbewohner ansahen. Auf alten Karten des Mars kann man sie noch eingezeichnet finden. Die neuzeitliche Astronomie weiß, daß es sich um eine Art von „optischer Täuschung“ gehandelt hat. Nach wie vor freilich beschäftigt Gemüter, die sich gern mit dem Himmel abgeben, die Frage lebhaft, ob der Mars bewohnt sei. Der vor einigen Jahren heimgegangene Bruno H.. Bürgel, ein Autodidakt, aber hervorragender Naturkundiger, meinte: „Alles ist noch umstritten, alles voller Fragezeichen, und nur eines bleibt bestehen: Dieser Planet hat in vielen Punkten Aehnlichkeit mit der Erde, und an der Möglichkeit seiner Bewohnbarkeit kann man nicht zweifeln, wenn es auch echt menschlich und töricht ist, zu glauben, die Wesen fremder Sterne müßten in ihrem Körperbau, ihren Bedürfnissen, ihrem Wollen und Tun uns selber gleichen!...“ Nun, wie immer dem auch sein mag, ob bewohnt oder unbewohnt, ein schöner Stern, ein prachtvoller Planet, ein imponierender Bruder unserer alten Erde ist dieser Mars. Sein rotes Licht verleiht einer Mainacht besondere Reize, jovy. In einer Kulturwoche, die ln Baden-Baden erstmalig vom 8. bis 15. Juni veranstaltet wird, findet am 13. Juni die Uraufführung des Schauspiels „Die ganze lange Nacht“ von Joachim W. Reifenrath statt. In der Kulturwoche sollen u- a. auch Musik- und Zeitgenössische Kunst in Mannheim Die Vereinigung „Zeitgenössisches Geistesleben* veranstaltet im Einvernehmen mit der Stadt Mannheim vom 34. Mai bis 13. Juni „Tage der zeitgenössischen Kunst“ in Mannheim. In einem Zyklus, der Ausstellungen der Malerei, Konzerte, Aufführungen der Musik- und Sprechbühne, den Tanz und die Geisteswissenschaften vereinigt, soll die Gemeinsamkeit der stilbildenden Elemente der heutigen Kunst zum Ausdruck kommen. Erwähnenswert aus dem reichhaltigen Programm sind die Aufführung von Arthur Honeggers „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ in der Inszenierung der Hamburger Tänzerin Dore Hoyer, sowie die Uraufführung eines Musikstücks des italienischen Komponisten G. F. Malipiero. Das Konzert wird Generalmusikdirektor Professor Hermann Scherchen, Zürich, dirigieren. In einem Kammerkonzert mit dem New Yorker Pianisten Andor Foldes werden Werke von Stra- winsky, Prokofjeff und Hindemlth gegeben. Bei einem Konzert am 10. Juni wird ein Werk des Karlsruher Komponisten Otto Kusterer uraufgeführt. Das Studio des Mannheimer Nationaltheaters wird am 13. Juni als Uraufführung eine Komödie von Albert Klein „Athen liegt nicht in Griechenland“ herausbringen. In einem Vortrag wird die berühmte Tänzerin Professor Mary Wigman, Berlin, über den „Tanz als künstlerische Sprache“ referieren. Beethovens Freiheitsträume/ e verwirklichen sich Der sowjetische Komponist Dimitrl Schostakowltsch erklärte in Ostberlin in einer Ansprache über alle Rundfunksender der Sowjetzone, daß in der russischen Kultur das Schaffen Beethovens bereits zu Lebzeiten des Komponisten gewürdigt worden sei. In der Sowjetunion gebe es kein Konzertpodium, auf dem Werke von Beethoven nicht gespielt würden. Die schöpferischen Wagnisse Beethovens seien, meinte Schostakowltsch, seiner Zeit weit voräusge- eilt. Er sei zur einem „wahren Zeitgenossen unserer Epoche“ geworden, in der die „immer mehr wachsenden und erstarkenden Kräfte der freien Menschen“ die langgehegten Träume des Schöpfers der 9. Symphonie verwirklichen würden. Eine Ausstellung wertvoller Ikonen aus deutschem Privatbesitz wurde in Flensburg eröffnet. Es handelt sich vorwiegend um Kunstwerke aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die aus dem Moskauer Bezirk stammen. Zum Vergleich wurden auch zahlreiche neuere Arbeiten aus dem 19. und 20. Jahrhundert ausgestellt. In Baden-Baden ist dieser Tage eine Patronats- gesellschaft für das Baden-Badener Theater gegründet worden, die alle am Thater interessierten Kreise erfassen will. Das ursprünglich für Ende Mal geplante Internationale Dichtertreffen am Bodensee ist auf Ende September verlegt worden. Papst Pius xn. verlieh auf Antrag des Salzburger Erzbischofs Dr. Andrea» Rohrracher dem Salzburger Verleger Otto Müller das Komturkreuz mit Stern des Ordens vom heiligen Papst Silvester. Müller ist Bühnenwerke namhafter ausländischer Komponisten, als besonderer Förderer der katholischen Literatur und Autoren aufgeführt werden. Die Veranstaltungs-I bekannt. Er hat sich auch in der Nachkriegszeit nicht reihe wird mit einem internationalen Amateur-Tanz-1 nur in Oesterreich, sondern auch in der Bundesrepu- tumier abgeschlossen. I bllk ;m den Neuaufbau des Verlagswesens bemüht. Tägl.: Nachr. 5.30 (W). 6.00 (W), 7.00, 7.55, 9.00 (W), 12.30, 18.30 (W), 10.30, 22.00, 24.00 — Programmvorschau 7.10, 12.55, 19.25 (W) — Werbefunk 7.15 (nur W) — Schult. 10.15 (nur W) — 19.45 Von Tag zu Tag (W). Süddeutscher Rundfunk MW; 5» m — KW: 49,7$ m — UKW: Stgt.-Funkh. 90,9, St.-Degerl. 88,1, Heidelberg-K. $14. Ulm 894, Mühlacker 89,7, Karlsruhe 88,5 MHz. Sonntag, 25. Mal Montag, 26. Mal Dienstaf, 27. Mal Mittwoch, 28. Mal Donnerstag, 29. Mat Freitag, 38. Mal Samstag, 31. Mal 8.45 Ev. Morgenfeier 10.45 Die Krankenvisite 11.45 Landfunk 12.00 Musik am Mittag 12.00 Klänge der Heimat 10.45 Die Krankenvisite 11.45 Landfunk 11.20 Die Kantate 12.00 Musik am Mittag 12.00 Musik am Mittag 14.00 Frauenfunk 15.00 Schulfunk 12.00 Musik am Mittag 12.00 Frohes Wochenende 12.00 Musik am Mittag 15.00 Schulfunk 15.00 Schulfunk 14.15 Unterhaltungsmusik 15.30 Walter Dürr 14.15 Klaviermusik 15.40 Jugendfunk 12.45 Musik nach Tisch 15.30 Kinderfunk )\30 Gerhard Wehner 14.30 Kinderfunk am Klavier 15.00 Schulfunk 16.00 Stimmen d. Heimat 13.30 s‘ Ehrag'schenk 16.00 Nachmittagskonzert am Klavier 15.30 Heinz Scherle 16.00 Konzertstunde 15.30 Kinderfunk 17.40 Südwestdeutsche 14.10 Chorgesang 16.45 Neue Bücher 16.00 Nachmittagskonzert Akkordeon 16.45 Blick v. Steinsberg 16.00 Nachmittagskonzert Heimatpost 14.30 Kinderfunk 17.00 Konzertstunde 16.50 Frauenfunk 16.15 Unterhalts. Weisen 17.10 Das Karlsruher 17.00 Froh und heiter 18.45:Die Stimme Ameri- 15.00 Bunte Melodien 17.40 Südwestdeutsche 17.05 Kleines Konzert 17.00 Für Eltern Unterh.-Orchester 17.40 Fern und doch nah kas; Hörerbriefe 17.00 Konferenz Heimatpost 17.40 Südwestdeutsche und Erzieher 17.40 Südwestdeutsche Eine Sudeten- 20.05 Die Welt ist voller in Christobal 18.00 Das Orchester Heimatpost 17.40 Südwestdeutsche Heimatpost deutsche Stadt Wunder Hörspiel Kurt Rehfeld 18.00 O du schöner Heimatpost 18.00 Klänge aus dem 18.00 Mr'""cn von 21.00 Erwin Lehn u. sein 18.00 Leicht beschwingt 18.35 Gartenfunk Rosengarten! 18.00 Erwin Lehn u. sein Londoner Senderaum Johann Strauß Südf.Tanzorchester 20.05 Iphigenie in Aulis 20.05 Musik 19.00 Musik am Abend Süd* Tanzorchester 19.00 Musik am Abend 18.35 Frauenfunk 22.15 Wunschkonzert Trag. Op. v. Gluck für jedermann 19.25 Das Abendlied 20.30 „Fis mit Obertönen“ 20.05 Bunter Abend 20.05 Die Badische aus USA 22.30 Erwin Leh- u. sein 22.20 Zeitgenössische 20.05 Beliebte Künstler 21.30 Humor b. Beethoven 21.30 Politik mit Oel Staatskapelle 22.45 Kapelle K. Drabek Südf.-Tanzorchester Unter" ritungsmusik 21.00 Das pfälzische Herz 22.20 Tanz und Unter- 22.20 Chormusik 21.00 Literarisches 23.15 Melodie 23.00 Serenade in Blue 23.30 Musik zur Nacht 22.20 Tanzmusik haltung 0.05 Town-Hall-Konzert Studentenkabarett • zur Mitternacht 0.05 Tanzrhythmen Anton Dvorak 23.15 Erwin Lehn spielt 23.10 Zur Unterhaltung 1.00 Unterhaltungsmusik 23.15 Unterhalt u. Tanz 0.05 Das Nari'*konzert UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW 15.00 Kleines Konzert (W) 18.30 Abendmelodie I 18.30 Abendmelodie I 18.30 Abendmelodie I 18.30 Abendmelodie I 18.30 Abendmelodie 15.00 Nac*>~’i t “gskor -t 15.00 Konzertstunde (B) 19.30 Abendmelodie II 19.30 Abendmelodie It 19.30 Abendmelodie II 19.30 Abendmelodie II 20.05 Herrn Pfleiderers 16.00 Zu Tanz und Tee 16.00 Musik 20.55 Kleines Konzert 20.05 Die Einkehr 20.30 Volksmusik 20.35 Zeitgen. Musik Abenteuer 16.15 Volksmusik großer Meister 21.15 Abendkonzert 21.15 Heidelberger Palette 21.20 „Welt der Musik* 21.40 Meisterwerke 21.30 Heidelberg 17.00 Orches'—konzert 19.05 Abendmelodie 22.30 Leichte Musik 22.00 Südamerik. Skizzen 22.30 Leichte Musik der Kammermusik spielt auf 18.30 Abendmelodie 20.05 Bunter Abend am späten Abend 22.30 Leichte Musik am späten Abend 22.30 Leichte Musik 22.30 Leichte Musik 20.05 Russische Ballade 22.25 Musik zur Nacht 23.30 Gute Nacht am späten Abend 23.20 Gute Nacht am späten Abend am späten Abend 0.05 Tanzmusik Nicht in Tonnen zu errechnen Umschlagsplatz für Stars aus allen Sparten — Mannheim hat nicht nur einen Hafen Mannheim, (lid) Nach seinen Zukunftserwar tungen gefragt, hätte der junge Musiksorti menter, der 1919 nach Mannheim kam, vermutlich auf arbeitsreiche, dabei doch ruhige Jahre getippt. Der gleiche Mann hat heute in Mannheim eine der größten Gastspielagenturen, telefoniert monatlich für 2000 bis 3000 Mark nach den Großstädten der Welt und hat im letzten Jahr 70 000 Kilometer am Steuer seines Wagens gefahren. 1952 wird er in über tausend Aufführungsabenden Film-, Bühnen' und Funkprominenz vor das westdeutsche Publikum bringen. „Ich habe nie die Idee dazu gehabt“, ge^ steht Heinz Hoffmeister, klein, • untersetzt, ewig nachlässig gekleidet und zapplig. Als sein Chef starb, wurde die Mannheimer Musikalienhandlung damals zur kleinen Agentur umge wandelt und Hoffmeister begann, zunächst in lokalem Rahmen Konzerte zu arrangieren. Die Zufallslösung wurde für ihn zur Leidenschaft: „Unwahrscheinliche Chancen und ebenso unwahrscheinliche Risiken“ sieht Hoffmeister in den Post bergen auf seinem Schreibtisch und in den rastlosen Besprechungen im schmucklosen Hintertreppenbüro oder unterwegs verborgen. Er kann sich dabei nur auf eigenes Finger' Spitzengefühl verlassen, dessen Geheimnis er darin sieht, sich den Geschmack des unverdorbenen Publikums zu bewahren. „Kein Beruf, sondern ein Zustand“, kennzeichnet er dies zermürbende und zugleich fesselnde Spiel und erlaubt seinen Söhnen nicht, es auch zu spielen. Don - Kosaken, Gigli, die Pawlowa Der „Blaue Vogel“, das russische Emigran- ten-Kabarett aus Berlin, war 1923 das erste Toumeegeschäft Hoffmeisters, das zugleich den Beginn des Gastspielagentenberufs in Deutschland überhaupt bedeutete. Seither wimmelt der Terminkalender des Agenten von berühmten Namen: bei ihm wurden die Don-Kosaken, zu deren erstem Konzert ganze 20 Leutchen gekommen waren, zur Sensation. Gigli war ein rauschender Erfolg. Die Pawlowa „zog“ so. daß aus der süddeutschen Stadt, in der kein Saal für sie freigemacht wurde, Sonderzüge zum Nachbarort fuhren, wo sie aus Protest auftrat 1927 waren Tourneen nicht mehr gefragt: Hoffmeister überstand diese Zeit unter anderem mit dem letzten Kapellmeister der Kaiser-Yacht „Hohenzollern“, Alexander Fleß- burg, den er mit seinen Musikern in Phantasieuniformen steckte und zur Sensation der Biergärten machte. Nach 1933 konnte Hoffmeister als SFD-Mit- glied lange Jahre nur inoffiziell arbeiten. Trotzdem entdeckte er bald darauf Rudi Schuricke, der damals für ganze 12 Mark am Abend sang. Er schloß mit der La Jana ab, mit Werner Finck, Rosita Serrano und anderen. „Noch’n Gedicht“-Erhardt war völlig unbekannt, als er ihm einen Vertrag gab, Wilhelm Strienz verdiente 80 Mark am Abend. Später verdienten sie alle bei Hoffmeister abendlich Beträge, für die gewöhnlich Sterbliche im Monat dankbar waren. Dafür hielten sie so zu ihm, daß er den Boykott der ' „Kraft durch Freude“ (KdF) schließlich doch brechen und im Krieg die Betreuung der Luftwaffe auf allen Kriegsschauplätzen übernehmen konnte. 1945 brachte keine Unterbrechung: Marika Rökk und andere Filmstars kamen mit ihren Tourneen in Mode. 1950 war das „abgetingelt“ und Hoffmeister entdeckte die Zugkraft der Rundfunkstars, Gitta Lind, Laie Andersen, Bully Buhlan und andere kommen heute in gemeinsamen Tourneen teilweise auf über 400 Abende. Das Rezept Während der Zuschauer meckert oder klatscht, bedeutet für das Grüppchen Angestellter in den Mannheimer Büros jedes „Vorhang auf“ Wochen verantwortungsvoller Vorbereitungen. Verpflichtungen der ausgesuchten Stars, sorgfältiger Programmaufbau sind dabei nur Anfänge, Starlaunen nachsichtig übersehene Begleiterscheinungen. Die Köpfe beginnen erst zu rauchen, wenn in der Pia- nungsabteilung, wo jeder größere Saal in der Bundesrepublik mit Sitzzahl und technischer Möglichkeiten bekannt ist, Reise- und Terminpläne ausgetüfftelt werden, wenn die Kalkulation mit genauer Kenntnis der Steuerverhältnisse an jedem Ort beginnt, die Finanzprobleme zu lösen. Ist die Tournee endlich gut gestartet, treten Programmschwächen oder andere unvorherge sehene Störungen auf; die Sorge um das Ensemble geht bis zur Regelung der Geldverhältnisse des letzten Ballettmädchens, das irgendwo 70 Mark schuldig geblieben ist. Ist schließlich alles glatt und dig Tournee zu Ende gegangen beginnen totsicher schon zwei neue. Auf die oft gehörte Frage, wie er diese Nervenmühle aushalten könne, gibt der jetzt 56jährige Hoffmeister sein Rezept: Kein Alkohol, nicht rauchen, und keine erotischen Extravaganzen. Eine Schraube war locker Große Mengen Kaffee im internationalen Schlafwagen Lörrach, (lid) Bel der Kontrolle eines internationalen Zuges, dessen Wagen aus Italien und aus der Schweiz kamen, kamen deutsche Zollbeamte im Badischen Bahnhof in Basel einer umfangreichen Kaffeeschiebung auf die Spur. Ein Beamter entdeckte auf dem Kontrollgang durch den Schlafwagen der Deutschen Schlafwagengesellschaft eine Sehraube an einer Seitenwand, die erkennen ließ, daß sie losgeschraubt worden war. Bei näherem Hinsehen wurde der Zöllner gewahr, daß sich in der Seitenwand ein Fach mit 45 Kilogramm Bohnenkaffee befand. Daraufhin wurde der Wagen von mehreren Beamten, eingehend untersucht mit dem Erfolg, daß weitere Verstecke mit größeren Kaffeemengen gefunden wurden. So auch unter den Betten, wo Bettzeugkästen eingebaut sind. Die seit einer Woche geführten Untersuchungen nach den Hintermännern haben noch zu keinem definitiven Erfolg geführt. Gewiß ist allerdings, daß Angestellte der Deutschen Schlafwagengesellschaft oder der Bundesbahn die Hände im Spiel haben müssen, da Außenstehende unmöglich die Verstecke mit Kaffee auffüllen und in Deutschland wieder entleeren können. Da gewisse Anhaltspunkte vorliegen, glaubt die Zollfahndung, daß man die Schmuggler doch noch wird überführen kön- Südbadischer Städtebund gegründet Emmendingen. Der Städtebund, der bis 1933 in Baden bestanden hatte und in Nordbaden schon vor geraumer Zeit wieder gebildet worden ist, wurde in Emmendingen für Südbaden, wieder gegründet. Bürgermeister Hollerbach, Gaggenau, der zahlreiche Bürgermeister der mittleren und kleineren südbadischen Städte begrüßen konnte, sprach über die Notwendigkeit des Zusammenschlusses, der einer verstärkten Interessenvertretung der mittleren und kleineren Städte und dem ständigen Er- Fünf Häftlinge ausgebrochen Bis Jeljt fehlt von ihnen Jede Spur fahrungsaustausch dienen soU. In der Aussprache befürwortete die Mehrzahl der Bürgermeister die Gründung des Bundes. Das Verhältnis zum Verband Badischer Gemeinden, dem die meisten Städte bisher angehören, soll gelöst werden. Der Städtebund erstrebt jedoch zur Lösung gemeinsamer Fragen eine gute Zusammenarbeit mit diesem Verband. Die vorläufige Geschäftsführung wurde Dr. Hagen, Karlsruhe, übertragen, der schon Geschäftsführer des nordbadischen Städteverbandes und des Städtebundes ist. Zum vorläufigen Vorsitzenden wurde Bürgermeister Hollerbach aus Gaggenau bestimmt. Als Beisitzer wurden die Bürgermeister Dr. K i s t, Bühl, Prestel, Wald- kirch, Fehrenbach, Säckingen und Dr. Deufel, Stockach gewählt. Rastatt. Aus dem Rastatter Amtsgerichtsgefängnis sind in der Nacht zum Freitag fünf Straf- und Untersuchungsgefangene ausgebrochen. Die Häftlinge brachen in die Zellenaußenwand ein Loch von etwa 70 Zentimeter Durchmesser und flüchteten dann durch den Gefängnisgarten über die hohe Gefängnismauer. Von den Ausbrechern fehlt zur Zeit noch jede Spur. Einer von ihnen war erst am Mittwochabend verurteilt worden. Wie die Gefängnisleitung erklärt, müssen die Ausbrecher sehr schnell gearbeitet haben, well sonst die Vorbereitungsarbeiten auf den nächtlichen Kontrollgängen unbedingt hätten bemerkt werden müssen. Altmetalldiebe und Hehler landen im Gefängnis Karlsruhe. Die erste große Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe verurteilte den vorbestraften 34 Jahre alten Altmetallhändler Rudolf Klotz aus Pforzheim wegen Diebstahls und Hehlerei zu 20 Monaten Gefängnis und fünf Jahren Berufsverbot. Der bei den Straftaten benutzte Personenkraftwagen mit Anhänger wird eingezogen. Gegen den Mitangeklagten 34 Jahre alten Altmetallhändler Friedrich Büchler aus Pforzheim wurde wegen einfachen und schweren Diebstahls eine Strafe von zehn Monaten Gefängnis ausgesprochen. Klotz hatte nach einem Einbruch im Januar in ein Anwesen in der Steubenstraße in Pforzheim seinen Kraftwagen zum Abtransport von zwei Säcken gestohlener Messingspäne im Gewicht von über 100 Kilogramm zur Verfügung gestellt und war an dem Gewinn beteiligt. Die Angeklagten wirkten ferner mit bei mehreren nächtlichen Einbrüchen in eine Feldscheune der Milchversorgung auf dem Wolfsberg in Pforzheim, bei denen beträchtliche Mengen Kupferkabel, Kupferblech und Aluminiumrollen entwendet und bei Altmaterialhändlern abgesetzt worden waren. Basler DM-Notlerung Am Freitag wurden für kleine Noten im Einkauf 93Vt, Verkauf 96 1 /* und für große Noten im Ankauf 93, Verkauf 96 notiert Der Landesbezirkspräsident an die Nordbadener Karlsruhe. Wirtschaftsminister Dr. Hermann Veit sprach anläßlich der Beendigung seiner Amtszeit als Präsident des Landesbezirks Nordbaden in einem Aufruf der nordbadischen Bevölkerung sowie allen Bediensteten der Staatsverwaltung des Landesbezirks Nordbaden, den Beamten, Angestellten und Arbeitern den Dank für ihre Zusammenarbeit und ihre Leistungen beim Wiederaufbau der zerstörten Gemeinden und Städte aus. In dem Aufruf bittet Wirtschaftsminiser Dr. Hermann Veit vor allem, den Groll über den Zusammenschluß von Baden und Württemberg zu einem neuen Bundesland beiseite zu legen und mitzuarbeiten an der großen Aufgabe, dieses Land wirtschaftlich, kulturell, sozial und politisch so zu gestalten, daß sich alle darin wohl fühlen und niemand den Zusammenschluß zu bereuen hat. Wirtschaftsminister Dr. Hermann Veit bat die Bevölkerung Nordbadens, davon überzeugt zu sein, daß er sich nach wie vor für die Interessen und Anliegen der badischen Bevölkerung einsetzen werde. Sparbücher suchen Eigentümer Der Suchdienst Hamburg des Deutschen Roten Kreuzes erhielt den Auftrag, eine größere Anzahl von Sparbüchern aus Ostpreußen, Danzig. Westpreußen und Pommern, die seinerzeit den in Dänemark internierten Flüchtlingen abgenommen wurden, den rechtmäßigen Besitzern oder Erben zuzustellen. Im Hinblick auf das Gesetz über den Währungsausgleich von Sparguthaben Vertriebener, werden alle Heimatvertriebenen gebeten, denen seinerzeit in einem dänischen Flüchtlingslager die Sparbücher abgenommen wurden, ihre Ansprüche durch Meldung bei dem Suchdienst Hamburg, Hamburg-Altona, Allee 125, Abteilung Ila, geltend zu machen. Für den Nachweis des Anspruchs ist erforderlich: Angabe der Kontonummer und die ungefähre Höhe des Sparguthabens, bei welcher Sparkasse in der Heimat ein Sparkonto geführt wurde und auf welchen Namen und welcher Anschrift das Sparbuch lautete. Außerdem ist die dänische Bescheinigung über die Beschlagnahme der Sparbücher in den dänischen Flüchtlingslagern an den Suchdienst Hamburg mit einzusenden. Wohieb hält die Wiederherstellung Badens für möglich Karlsruhe. Der bisherige Staatspräsident von Südbaden, Leo Woh'leb, erklärte auf einer CDU-Kundgebung für die Wahl des Oberbürgermeisters von Karlsruhe, daß es jederzeit möglich sei, durch die Anwendung des Artikels 29 des Grundgestzes das alte Land Baden wiederherzustellen. Wohieb forderte von der Regierung in Stuttgart, den beiden Landschaften Baden und Württemberg im neuen Bundesland die Selbstverwaltung zu erhalten. 10 Wodien altes Kind getötet Mannheim. Die Mannheimer Polizei hat eine 26jährige Hausgehilfin unter dem dringenden Verdacht festgenommen, ihr 10 Wochen altes Kind getötet zu haben. Der Polizei war aufgefallen, daß die Hausgehilfin in der letzten Zeit nicht mehr mit dem Kinde zu sehen war, das sie von einem amerikanischen Soldaten hatte. Die Festgenommene sagte aus, daß sie das Kind einem Unbekannten mit dem Auftrag gegeben habe, es zu töten, weil es ihr im Wege stand. Der Unbekannte habe dafür 60 Mark bekommen. Die Kindesleiche wurde in einem Bombentrichter, mit Sand und Laub bedeckt, gefunden. Die Polizei nimmt jedoch an, daß die Hausgehilfin das Kind selbst getötet hat. Vom Spiel in den Tod Altschweier (Kreis Bühl), (f) Das 3jährige Söhnchen Gerhard der Familie Waßmer ist rückwärts in einen mit heißer Seifenbrühe gefüllten Kübel gestürzt, während die Mutter am Waschtrog beschäftigt war. Das Kind erlitt hierbei so schwere Verletzungen, daß es am anderen Tag im Krankenhaus Bühlertal verstorben ist. Tödlicher Verkehrsunfali durch ein Huhn Meßkirch. (bp) Ein Arbeiter aus Rohrdorf- Meßkirch befand sich mit dem Motorrad auf der Fahrt zur Arbeit nach Stockach. Bei der Fahrt durch Hoppetenzell flog ein Huhn dem Motorradfahrer ins Gesicht, wodurch er die Herrschaft über sein Fahrzeug verlor und so schwer stürzte, daß er nach einiger Zeit seinen schweren Verletzungen erlag. Badisches Feuerschutzrecht hat sich bewährt Radolfzell, (bp) Beim Kreisfeuerwehrtag in Radolfzell .verbunden mit der Feier des 90- jährigen Bestehens der Radolfzeller Feuerwehr, trat der Landesbrandmeister Hehn, Acher, für die Beibehaltung des badischen Feuerschutzrechtes ein da sich dieses sehr bewährt habe. Märkte in Baden Obstgroßmarkt Ortenberg vom Freitag Es wurden bezahlt für Kirschen 80 bis 107, für B» wäre 50 bis 60 pro Kilo; Erdbeeren 230 Pfg. pro Kilo. Markttage nächste Woche: Montag, Mittwoch, Freitag 7.00 Uhr. ObstgroBmarkt Bühl vom Freitag Es wurden bezahlt (in Pfg.) für das Pfund: Erdbeeren 80 und für Kirschen 40. Es wurden gegen 1000 Körbe Erdbeeren angeliefert. Die Anfuhr der Kirschen war nur gering. TägL: Nachr. «.00 (W), 7.00, >.00, 12.46, 22.00, 0.00 - Pressest 12.00 (W) — Eigenprogramm der Studios 8.10, 11.30, 17.40, (So. 12.00, 19.00). «.10 Marktberichte (a. So., Mi.) Südwestfunk MW: Rheins. 995, Kobl./Tner/B.-Baden/FrelbJSigm. 363, Dürrh./ Ravensb./Beuti. 195 m — KW: 47,47 m — UKW: B.-Baden 92,5, Kobl. 90,9, Raicfab. 88,9, Witthob. 88,5 MHz. Sonntag, 2S. Mai Montag, K. Mai Die ostag, 21. MM Mittwoch, 28. Mai Donnerstag, 29. Mai Freitag, M. Mai Samstag, 91. Mai 8.30 Ev. Morgenfeier 12.00 Bauernfunk 12.10 Bauerafunk 12.00 Bauernfunk 12.00 Bauernfunk 12.00 Bauernfunk 12.00 Bauernfunk 9.15 Kath. Morgenfeier 12.15 Zur Mittagsstunde 12.15 Zur Mittagsstunde 12.15 Zur Mittagsstunde 13.15 Musik nach Tisch 12.15 Zur Mittagsstunde 12.15 Zur Mittagsstunde 11.45 Für den Bauern 13.30 Musik nach Tisch 13.15 Musik nach Tisch 13.30 Musik nach Tisch 14.30 Kinderliedersingen 13.30 Musik nach Tisch 13.15 Musik nach Tisch 12.15 Zur Mittagspause 14.30 Schulfunk 14.30 Wir jung. Menschen 14.15 Kinderfunk 15.00 Welt und Wissen 14.30 Schulfunk 14.20 Bücherschau 13.00 Mittagskonzert 15.15 Klänge aus aller 15.00 Schulfunk 14.30 Schulfunk 16.00 Musik a. Nachmittag 15.15 Nachmittagskonzert 14.30 Wir jung. Menu—en 14.15 Wolfg. Am. Mozart Welt 15.15 Mus. d. Landschaft 15.15 Mus. z. Unterhaltung 16.45 Klaviermusik 16.30 Altital. Arien 15.00 Aua d. Welt d. Oper 14.45 Chorgesang 16.45 Solistenkonzert 15.45 Die Eskimos 16.00 Solistenkonzert 18.20 Jugend spricht zu 16.45 D. Kunst d. Trinkens Albert Lortzing 15.00 Kinderfunk Ludw. v. Beethoven in Alaska 17.00 Georg Fr. Händel Jugend 17.00 Sang und Klang 16.00 Stimmen d. Heimat 15.30 Start und Ziel Son. f. Viol. u. Klav. 16.00 Konzert 18.30 Musik z. Feierabend 18.30 Musik z. Feierabend im Volkston Auftakt z. Sudeten- Berichte v. Intern. 17.15 Welt der Frau 17.00 Musik 19.30 Helsinki ruft 20.00 Da« Gr. Unterhai- 18.20 Für die Frau deutschen Tu,, 1952 Eifelrennen 18.30 Musik z. Feierabend zur Unterhaltung 20.00 Volkslieder-Kantate tungsorchester 18.30 Musik z. Feierabend 18.30 Musik z. Feierabend 18.20 Unsere Glosse 20.00 Das Orchester 18.30 Musik z. Feierabend 20.50 Operettenmelodien 20.30 Lob von Born 19.30 Chorgesang 19.15 Zeitfunk 19.20 KL Abendmusik Milo Karacz 20.00 Unsere ' ' Auslese 21.40 Sang und Klang 21.00 Das Prisma 20.00 Die Filmschau am Wochenende 20.00 Konzert d. Boston 20.50 Richard Wagner 20.30 Blick auf Venedig: im Volkston 22.15 So lebt man 1. Osten 21.00 Die großen Meister 20.00 Musik, die unsere Symphony Orchestra Die Meistersinger Hörspiel 22.20 Klaviermusik 29.30 Was ich noch sagen 22.30 Paul und Pauline Hörer wünschen 23.10 Fröhl. Ausklang 22.20 Klaviermusik 22.30 Nachtstudio 22.30 Nachtstudio wollte 23.00 Betrachtungen zu 22.30 Der SWF bittet zum 0.10 Tanz- und Unter- 22.30 Nachtstudio 23.40 Das Orchester 23.00 Tanzmusik 23.15 Ganz leis erklingt Graham Greene Tanz haltungsmusik 23.00 Gäste aus London Billy May 8.10 Swing-Serenade Musik 23.15 Nachtstudie 0.10 Wir tanzen weiter UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW 13.15 Aus d. Welt d. Oper 13.00 Klingendes Dessert 13.00 Klingendes Dessert 13.00 Klingendes Dessert 13.0C Klingendes Dessert 14.30 Unterh.-Konzert 13.00 Klingende bessert 14.45 Freunde d. Jazz 14.30 Nachmittagskonzert 14.00 Kleines Kinzert 14.00 Kl. nes Konzert 14 00 Kleines Konzert 16.15 Konzert 14.00 Mus. a. Wochenende 16.00 Konzert 16.00 Fröhl 1 -' fängt die 15.40 Wir reisen nach 14.30 Die Filmschau 14.30 Musik 18.10 Klingende Kleinigk. 16.30 Ballettmusik 18.30 Volkstüml. Wsisen Woche an Schlesien 17.00 Lustiger Rhythmus zur Unterhaltung 21.10 Unter d. Maibaum 17.40 Ständchen a. Abend 21.15 Wir tanzen 17.10 Geistliche Musik 15.50 Die Perlenfischer 21.10 Vom Neckarstrand 15.30 Drei Walzer 22.20 Klaviermusik 22.20 Was jeder gern 22.10 Kammermusik 22.20 Tanzmusik 14.30 Ludw. v. Beethoven zum Bodensee 21.10 Alles tanzt Walzer Franz Schubert hört 23.00 Kleine Melodie 23.00 Gäste aus London 21.10 Abendkonzert 23.00 Tan-»rr - :k 22.45 Solistenkonzert 23.00 Tanzmusik 23.40 Tanzmusik Samstag, 24. Mai 19ä2 45000 Zuschauer waren enttäuscht Nationalmannschaft A besiegte in Ludwigshafen Olympia-Anwärter 2:1 (2:1)— Amateure sind noch nicht hart genug Im Ludwigshafener Südwest-Stadion gab es am Himmelfahrtstag beim Spiel zwischen der deutschen A-Nationalmannschaft und der Amateur-Auswahl enttäuschte Gesichter. Das Treffen entsprach nicht ganz den Vorstellungen der 45 mm Zuschauer, denn abgesehen von Einzelleistungen ließ die Gesamtleistung sehr zu wünschen übrig. Was dabei die Nationalmannschaft betrifft, so haben die Spieler um Fritz und Otmar Walter sich wenig Lorbeeren verdient. Sie waren wohl konditionsmäßlg besser in Schwung, doch von einer großartigen Form zu sprechen, wäre übertrieben. Der Amateur-Olympia-Auswahl merkte man noch zu deutlich die Strapazen von den Spielen gegen England am Mittwoch der letzten Woche und am Sonntag in Düsseldorf bzw. Nürnberg an. Sie erwiesen sich als noch nicht hart und schnell genug, um den Vertragsspielern Paroli bieten zu können. In bezug auf den Kampf um den Ball spielten sie mit einer Arglosigkeit sondergleichen. Sepp Herberger meinte nach dem Spiel: „Die Düsseldorfer-Elf ist überschätzt worden. Doch waren die Leistungen der Amateure im ersten Spiel gegen England weit besser als in Nürnberg und in der Noris besser als heute in Ludwigshafen. Es ist eben doch so. daß die Amateure in den Vereinen, in denen sie spielen, keine Gelegenheit haben, ihre Leistungen zu steigern.“ Nationalmannschaft: Turek; Bauer, Kohlmeyer; Mebus, Borkenhagen, Röhrig; Hinterstocker, Fritz Walter, Otmar Walter, Herrmann, Warth. Olympia - Mannschaft: Schönbeck; Eberle, Kirk; Sommerlatt, Jäger, Vaas; Mauritz, Stollenwerk, Zeit- ler, Schröder, Ehrmann. Im Verlaufe des Treffens gab es einige Aenderun- gen. So Wurde bereits Torwart Schönbeck nach einer halben Stunde Spielzeit durch den großartig haltenden Bensch-Lübbecke und dieser in der 66. Minute durch Schuster-Eislingen ausgewechselt. Zur Pause loste u. a. der Sodinger Harpes Röhrig als Unken Läufer ab, und ab der 75. Minute spielte in der Na- tional-Elf Klug-Sterkrade für Fritz Walter. Zum Spielverlauf selbst ist wenig zu sagen. Die erste Halbzeit über wurde noch etwas r-ehr gekämpft, und so kam es auch, daß bereits nach 21 Minuten Spielzeit das Treffen entschieden war. Nach der 1:0-Führung der Nationalmannschaft durch den Neuendorfer Linksaußen Warth in der #. Minute gelang in der 16. Minute bereits der Ausgleich durch Mauritz für die Amateure. Der Schütze des ersten Tores, Warth, schoß dann in der 21. Minute zum 2:1- Siegesteffer für die Vertragsspieler-Mannschaft ein. Die deutsche Nationalmannschaft, in der ja einige Neulinge wie Borkenhagen (Fortuna Düsseldorf), Warth (TuS Neuendorf) und der Amateurspieler Hinterstocker aus Traunstein standen, erwies sich nicht als der erhoffte harte Prüfstein für die Olympia- Anwärter. Bei den 28 eingesetzten Spielern merkte man deutlich, daß sie eben dieses Treffen absolvierten, um gespielt zu haben. Der Einsatz fehlte und so kann man verstehen, daß die 45 000 vom Südwest- Stadion enttäuscht heimwärts wanderten. Bundestrainer Herberger wird noch manche schlaflose Nacht haben, bis er eine schlagkräftige Mannschaft für Helsinki zusammengeschweißt hat. Talente sind genug da, doch schwer ist es eben, diese in eine Mann, schaft zusammenzustellen. Dohrow lief 1500-m-Rekord Neue Jahresbestleistungen bei Olympia-Prüfungskämplen Fußball am Himmelfahrtstag Länderspiel: Holland — Oesterreicb-B 3:2. Auswahlspiel: Deutschland-A -- Amateure 2)1 Pokalspiele: SV Darmstadt — Eintracht Frankfurt 2:1; ASV Feudenheim — VfR Neckarau 2:2; l. FC Bamberg gegen Scbweinfurt »5 2:1; ESV Ingolstadt — Jahn Regensburg 1:1; Wacker München — ASV Cham 2:1; Ulm 46 gegen SSV Reutlingen 1:2; Schwaben Augsburg gegen VfR Aalen 4:2; VfL Kirchheim — BC Augsburg 2:2; FC Singen M — FV Offenbarg 2:1; ASV Darlach gegen l. FC Pforzheim 1:L Freundschaftspiele: FC St. Pauli — Hibernians Edinburgh 1:1; VfB Mtahlburg — Da Covilha Lissabon 6:2; SpVgg Fürth gegen Sheffield Wednesday 3:1; FC Basel — VfR Mannheim (Baden-Baden) 3:i. Singens erster Sieg In der Pokalgruppe HI kam der FC Singen am Himmelfahrtstag gegen den FV Offenburg mit 2:1 Toren zum ersten Sieg und überließ damit die „rote Schlußlateme“ seinem unterlegenen Gegner. Der 1. FC Pforzheim verlor durch ein 1:1 im Turmberg- Stadion in Durlach wertvollen Boden und liegt jetzt bereits um zwei Punkte schlechter als die spielfreien Sonntag 15 Uhr Stegermatf Admira Wien — Offenbacher Kickers Vorspiel: OFV A-Jgd. — VfB Mühlburg A-Jgd. Aus allen Teilen Badens werden morgen mit Son derzügen, Omnibussen und Kraftfahrzeugen die Freunde des Fußballs zur Stegermatt strömen, die für die erwarteten Zuschauermengen bestens gerüstet ist. Durch Erstellung zusätzlicher Tribünen, Sitzplätzen auf der Aschenbahn und neuen Stehplatz- Wällen wurde das Fassungsvermögen um das Dreifache vergrößert, wobei von jedem Platz beste Sicht gewährleistet ist. Beide Mannschaften — Admira aus Wien, Offenbach von Basel kommend — werden im Laufe des heutigen Tages eintreffen; der Samstag und Sonntagvormittag sind für Empfänge und eine Stadtrundfahrt vorgesehen. Beide Mannschaften kommen in angekündigter Formation, Admira also mit: Alex (Schabes); Mayer, Weissenböck; Gerhart, .Doller Schüller (Soldatics Gänger); Gejka, Richter, Habitzl, Hansy, Steiner (Tuby, Mach, TJrbanik). — Kickers Offenbach mit: Zimmermann (Dr. Ruscher); Emberger, Haas; Magel, Kämmerer, Keim (Schmitt); Kaufhold, Schreiner. Preisendörfer, Baas, Weber, Maier. Die genauen Mannschaftsaufstellungen werden durch den Lautsprecher bekanntgegeben. Im Vorspiel stehen sich die Jugendmannschaften des VfB Mühlburg und des Offenburger FV gegenüber. Für einen retbunglosen Ablauf an den Eingängen und um den Andrang an den Platzkassen zu vermelden, empfiehlt die Geschäftsstelle des OFV auch am letzten Tag noch die Eintrittskarten Im Vorverkauf zu lösen. Verkaufsstellen: Geschäftsstelle des OFV, Augusta- straße 10, und Zigarrenbaus Busam, Hauptstr. 50. Zum zweitenmal innerhalb 14 Tagen standen die deutschen Leichtathleten in olympischen Prüfungs- kämpfeii. In Frank furt, Paderborn und Oberhausen wurde gestartet, doch die beste Leistung wurde in Berlin vor 2000 Zuschauern von dem 25jährigen Volksschullehrer Günther Dohrow gezeigt. Der untersetzte, stämmige Dohrow lief fast im Alleingang die 1500 m in der neuen deutschen Rekordzeit von 3:46,8 Minuten. Er unterbot damit die I.eistung von Lueg. Doch neuer Rekordhalter über Jahr mit 3:49,4 Minuten aufstellte, um 2,6 Sek. Die Zwischenzeiten von Dohrow waren: 400 m 58,0, 800 m 1:59,5, 1200 m 3:02,5. Fast zu gleicher Zeit lief in Oberhausen Lamers dieselbe Strecke in 3:49,4 und egalisierte damit die eListung von Lueg. Doch neuer Rekordhalter über die 1500 m ist der Berliner Dohrow, der damit auch die diesjährige Weltbestenllste anführt, an der der Ungar Beres mit 3:48,4 stand. Schönes Wetter herrschte in Frankfurt, doch die Bahnverhältnisse waren schlecht und böiger Wind beeinträchtigte die Leistungen. Ueber 100 m blieb Kraus (München) mit 10,7 und über 200 m mit 21,3 (Jahresbestleistung) der Schnellste. Die 4X100-m- Staffel mit Kraus, Umlauft, Zandt, Kosina lief mit 41,7 ebenfalls eine Jahresbestleistung. In Form ist der Balinger Sepp Hipp. Er warf den Diskus viermal über 47,00 m und siegte mit der Jahresbestleistung von 47,67 m. Die Kugel stieß Hipp 14,33 m weit. Bei den Frauen und Männern gab es im Hochsprung ebenfalls Bestleistungen. So bewältigte M. v. Buch- holtz (Stuttgarter Kickers) 1,56 m, und der Frankfurter Naumann übersprang 1,91 m. Auch in Paderborn gab es neue Jahresbestleistungen. So lief der Frankfurter Theilmann die 110- m-Hürden in 14,9 und Maria Sander-Domagalla (Dinslaken) „sprintete“ die 80-m-Hürden in 11,5 herunter. 55,7 wurden für Sailen über 400-m-Hürden gestoppt. Tabellenersten FC Freiburg und VfB Mühlburg 1. FC Freiburg 4 s • 1 9:1 «.1 VfB Mühlburg 4 s 0 1 13:7 6:1 1. FC Pforzheim 4 l 2 1 6:9 4:4 ASV Durlach 4 l 1 2 4:5 3:5 FC 04 Singen 4 i 1 1 5:6 3:5 FV Offenburg 4 1 0 3 3:10 2:6 Siegreiches Niedereschacher Trio Oftenburger Rundstreckenrennen ein Erfolg Keine Spiele im südbadischen Handball ln der südbadischen HandbaU-Landesklasse fielen die beiden für Himmelfahrt angesetzten Spiele Hauingen — S.chuttern und Teningen — Zähringen aus. Dem ausrichtenden Verein, dem Radsportverein Offenburg, muß man bescheinigen, daß ihm wieder einmal mehr eine gute Radsportveranstaltung gelungen ist. Hunderte von Zuschauern umsäumten die Rundstrecke: SchiXlerstraße, Hermannstraße, Sofienstraße, Schillerplatz, mit Start und Ziel in der Schillerstraße. Im Jugendfabren (20 Runden — 26 km) fuhr der zweimalige Deutsche Jugendmeister Rolf Steger (Sin gen) ein sehr gutes Rennen. Steger wollte es von Beginn an ganz genau wissen, setzte sich an die Spitze des Feldes, um über die ganze Strecke seinp führende Position kaum mehr abzugeben. Die volle Wertungszahl von 20 Wertungspunkten spricht für sich. Die von ihm gefahrene Zeit beträgt 37:13 Min. An 2. Stelle mit 10 Wertungspunkten folgt Claus Schwickert (Freiburg) vor Bruno Engler (Freiburg) 5 Punkte, 4. wurde Heinz SchubneH mit 4 P. Ausscheidungsfahren Klasse C (40 Runden, CA - 50 km). Auch dieses Rennen war gut besetzt. Der Schiedsrichtenihr ging mit Singen Die Hohentwieler erzielten gegen Offenburg einen scbmeidielhaften 2:1 (1:1) Sieg Bel dem Entschluß zur Teilnahme an der Pokalrunde war es den Offenburgem von vornherein klar, daß hierbei nicht unbedingt Lorbeeren zu gewinnen sind. Man versprach sich hiervon aber schöne Kämpfe, die gleichzeitig das Leistungsniveau der Mannschaft für die Zukunft heben sollte. Gegen Singen bewies es sich wieder, daß ein wesentlicher Unterschied in der Spielstärke kaum vorhanden ist. Wenn das Glück und der Schiedsrichter Dichler, der ausgerechnet aus dem konkurrierenden Verein Durlach bestimmt wurde, dieses Mal nicht gegen Offenburg gewesen wäre, so würde man wenigstens das gerechte Unentschieden eireicht haben. Im gesamten gesehen war es ein packender Kampf mit aufregenden Szenen auf beiden Seiten. Durch die beiden Supertechniker Zanin und Dr. Joachimski war Singen im Feldspiel überlegen, aber der Sturm schob den Ball nur von Mann zu Mann, um dann ständig im Strafraum hängen zu bleiben. Offenburgs Angriffe waren zielstrebiger, so daß sie sich auch die besseren Torgelegenheiten erspielten. Die vielen Schüsse von K^lingert, Kopp, Kubon verfehlten immer nur knapp das Ziel. In der 45 Minute setzte Kubon dann einen Freistoß unhaltbar in die Maschen. Statt nach dem Anstoß abzupfeifen, ließ der Schiedsrichter weiterspielen und 3 Minuten (!) später erzielte Lehr den Ausgleich. Nach Wiederbeginn setzte eine Drangperiode von Singen ein, hervorgerufen durch ein Ueberraschungs- tor von Läufer in der 5. Minute nach der Pause. Die Offenburger verloren vorübergehend die Ueber- sicht und spielten schlecht ab. Die überlastete Hintermannschaft schlug sich aber tapfer, allen voran Rabold, der den gegnerischen Sturm nur selten zum Schuß kommen ließ. Als sich die Offenburger wieder gefangen hatten, mußte Hansi Müller nach einem ganz groben Foul von Homburger verletzt aus- seheiden. Da dieser Verteidiger sich weiterhin sehr unsportlich benahm, hätte er imbedingt vom Platz gehört. Mit 10 Mann spielend, erzwangen die Offenburger hintereinander 4 Ecken (Eckenverhältnis 4:7 für Offenburg). Ein glattes Handspiel des Singener Verteidigers im Strafraum ignorierte der Schiedsrichter ebenfalls. Gegen Ende der Spielzeit lag der Ausgleich förmlich in der Luft, aber besonders die Schüsse von Bittner strichen immer nur knapp am Tor vorbei. Die zweite Halbzeit brach der Schiedsrichter eine halbe Minute vor der rugulären Zeit ab, wobei erwähnt werden muß, daß es bei diesem schnellen Spiel keinerlei Unterbrechungen gegeben hatte. —e. letzten Spielminute. letzte Fahrer einer jeden Runde mußte ausscheiden, was allein für schnellste Spurts bei jeder Runde garantierte. Es gab mehrere Stürze, die nicht zuletzt auf das undisziplinierte Verhalten verschiedener Zuschauer zurückzuführen sind. Glücklicherweise liefen sie jedoch glimpflich ab. 1. Heinz Regenscheid (Do- naueschingen); 2. Franz Breig (Offenburg); 3. Edmund Wettstein (Baden-Baden). „ 5 }*®?® A und B <8 ° Runöen-Punktefahren — 100 km Kriterium): Ein taktisch sehr gutes Rennen fuhren hier die Gebr. Hugger (Niedereschach) zusammen mit ihrem Vereinskameraden Dörflinger, die sich immer ehrlich in die Punkte teilten, so daß alle drei immer der 2. Wertung mit je 6 Punkten an der Spitze lagen. Dörflinger stürzte und verlor dadurch weit über eine halbe Runde. Er ließ sich jedoch keineswegs entmutigen und zeigte eine unerhörte Energieleistung. In gewaltigen Spurts holte er mehr und mehr auf, um, angefeuert vom Publikum, wieder zur Spitzengruppe aufzuschließen. Bereits nach zwei Wertungsrunden war er wieder „dabei“. Ueberlegen holten sich die Gebr. Hugger die jeweils höchste Punktzahl. Der Sieger der letzten Wertun/srunde, Hubert Hugger, gewann das Rennen mit 30 Punkten vor seinem Bruder Erich, der dieselbe Punktzahl erreichte. Dritter wurde Dörflinger mit 10 Punkten vor Anselm (Singen) und Borgschulte (Singen) mit 8 Punkten (eine Runde zurück). Die Zeit für dieses Rannen betrug 2:30:10 Stunden. FV St. Georgen — FV Lahr 3:0 (2:0) D*® 'inheimighe Elf gefiel in ihrem vorletzten ? Ue ? Das magere 3:0 hätte jedoch s P lelverlauf nach noch weit höher sein können, «fif* h ^ te emen flinlcen und wendigen Sturm, Sft*V ber z “ unproduktiv. In der 14. Minute er- K°PP bei mangelnder Abwehr des Gästetorhüters im Nachschuß das erste Tor. In der 43 Min verwandelte Ruigis einen Foulf-EIfmeter zum 2 :o! das dritte, längst fällige Tor. schoß Gerber in der Am Sonntag spielen: Um die Deutsche Fußballmeisterschaft: Gruppe I: Hamburger SV — FC Saarbrücken (0:3); 1. FC Nürnberg — Schalke 04 (2:2). Gruppe II: Tennis-Borussia Berlin — VfB Stuttgart (0:3); Rot-Weiß Essen — VfL Osnabrück (2:3). In Klammern die Ergebnisse der Vorrunde. Deutsche Fußballmeisterschaft der Amateure: SC Cronenberg — Eintracht Nordhorn; VfR Schwenningen — Viktoria Alsdorf: Bremen 60 — Bergedorf 85; TSV Schwabach — Borussia Fulda. Süddeutsche Frauen - Handballmeisterschaft: SV Waldhof — VfL München (Sa); Stuttgarter Kickers gegen Vorwärts Hockenheim (Sa). Süddeutsche Pokalrunde; Gruppe I: Darmstadt 98 — Hessen Kassel; Gruppe H: SV Wiesbaden — ASV Feudenheim; VfL Neckarau — FV Daxlanden. Gruppe HI: ASV Durlach — Freiburger FC: FC Singen — VfB Mühlburg; FC Pforzheim — FV Offenburg. Gruppe IV: VfR Aalen — SSV Reutlingen; BC Augsburg — Ulm 46; VfL Kirchheim — Schwaben Augsburg. Gruppe V: Jahn Regensburg — Bayern München; ASV Cham — TSV Straubing; Wacker München — SV Ingolstadt. Gruppe VI: Bayern Hof — FC Bamberg; Schweinfurt 05 — VfL Neustadt. Aufstiegsrunde zur zweiten Liga: SC Baden-Baden — Olympia Lampertheim; Karlsruher FV —.FC Amberg. Südbadische erste Amateurllga: FV St. Georgen — SV Weil. Aufstiegsspiel zur ersten Amateurllga: Radolfzell gegen Bietigheim. Südbadische zweite Amateurliga, Staffel 1: Wolfach — Homberg. Südbadische zweite Amateurllga, Staffel I: Wald- kirch — Freiburger FC I B; Waldshut — Spfr. Freiburg. Südbadische zweite Amateurllga, Staffel 2: Furt- wangen — Rielasingen; Villingen IB — Blumberg; Yöhrenbach — Gottmadingen; Singen Ib — Triberg. Süddeutsche Frauen-HandballmeistersAaften Die süddeutschen Meistersduften im Frauenhandball werden am Samstag und Sonntag ln Mannheim entschieden. Die vier süddeutschen Länder haben folgende Meister gemeldet: Stuttgarter Kickers (Württemberg), VfL München (Bayern), SV Waldhof (Baden) und Vorwärts Frankfurt-Bockenheim (Hessen). Am Samstag spielen: SV Waldhof — VfL München; Stuttgarters Kickers — vorwärts Bockenheim. Die beiden siegreichen Mannschaften bestreiten am Sonntag das Endspiel, die beiden unterlegenen Club« ein Treffen um den 3. und 4. platz. Der frühere Halblinke des SC Baden-Baden, Willy Seitz, der im letzten Jahr zum deutschen Meister 1. FC Kaiserslautern überwechselte und seit einiger Zeh bei Phönix Ludwigshafen trainierte, ist wieder nach Baden-Baden zurückgekehrt. Mit Volldampf in die Riickrunde Vierter Spielsonntag in der Deutsdien Fußballmeisterschaft - Gastgeber wollen sidi revandiieren ten goldwer- Mit Beginn der Rückrundenspiele Ist die Voraussage nicht mehr so abwegig, daß in diesem Jahre eine süddeutsche Endspielpaarung durchaus möglich ist. Es bewahrheitet sich immer mehr, daß auswärts errungene Punkte ausschlaggebend sind für den Sieg. Aus diesem Grunde kann der Teilerfolg des „Clubs“ in Schalke nicht hoch genug gewertet werden. Auch Mercedes nicht auf dem Nfirburgring Starke Besetzung beim Jubiläumsrennen in der Eifel Zum ersten Male donnern lm Jubiläumsjahr des Nürburgringes, der vor 25 Jahren erbaut wurde, am Sonntag wieder die Motoren. Das international ausgeschriebene ADAC-Eifelrennen bringt sechs Wettbewerbe, die alle als Meisterschaftsläufe ausgeschrieben sind. Aus den Nennungslisten ist zu ersehen, daß 176 Motorrad-, 56 Sportwagen- und 59 Rennwagenfahrer am Start sind. Eine starke Beteiligung wird erstmals aus Belgien und aus Holland erwartet. Insgesamt kommen Fahrer aus elf Nationen. Bei den Sportwagen fehlt allerdings Mercedes- Benz, das sich nach den Erfolgen bei den Mille Mig- 11a und am Sonntag in Bern beim Eifelrennen nicht beteiligen will. Die Mercedes-Fahrer starten erst wieder am 25. Juni bei den „24 Stunden“ von Le Mans. Bei den Motorrädern bis 350 ccm und bis 500 ccm und bei den Seitenwagen bis 500 ccm. und ferner bei den Wagen der Formel ni kommt es zur zweiten Auseinandersetzung um die heiß begehrten Meisterschaftspunkte (die ersten Meisterschaftsläufe wurden in Hockenheim ausgetragen). Alle übrigen Klassen gehen zum erstenmal in diesem Jahr auf Punktejagd. In den Motorradrennen sind hauptsächlich D K W, H o r e x und nach den neuesten Versuchen auch N S U mit ihren Fabrikmannschaften am Start. Das Ausland endsendet hier den Weltmeister Carlo Ub- biali aus Italien für die 125-ccm- Klasse. Der Hockenheim-Sieger Enrico Lorenzetti kann jedoch nicht starten. Für ihn fährt Montanari auf Moto-Guzzi den Lauf für Maschinen für 250-ccm. Er trifft auf Otto Deiker, Ewald Kluge, Siegfried Wünsche. Otto Gab- lenz und auf den Engländer Fergus Anderson. Bei den Halbliter-Maschinen stehen die deutschen Ho- ■ex-Fahrer Friedei Schön. Hugo Schmitz und Kurt ’iansfeld den Norton-Maschinen gegenüber. In den Wagenrennen der Formel n dürfte es Auseinandersetzungen zwischen Vefitas, Ferrari und HWM geben. Mit 37 Fahrzeugen aus acht Ländern ist das Formel IH-Rennen am stärksten besetzt, wobei vor allem die englischen Cooper dominieren. Bei den Sportwagen überragt in der Zweiliter-Klasse Veritas, während bis 1100 und 1500'ccm die bewährten Porsche mit besten Aussichten ins Rennen gehen. Siegfried Wünsche Trainingsschnellster Das offizielle Training zum „15. Internationalen ADAC-Eifel-Rennen“ auf dem Nürburgring begann am Freitagvormittag mit der Ueberprüfung der Solomaschinen, bei den sich die V« Liter Modelle schneller erwiesen, als die Motore bis 500 ccm. Die beste Zeit erzielte Siegfried Wünsche auf seiner 350 ccm DKW mit 120,55 st-km (11:21,0 Min.). Schon der Trainingsauftakt ließ erkennen, daß es in der Klasse bis 125 ccm zu einem scharfen Kampf zwischen den NSU- und den DKW-Fabrikanten kommen wird. Bei den */i Liter Maschinen dürfte die Entscheidung zwischen der italienischen Moto Guzzi und der NSU-Neukonstruktion zu suchen sein. Auch in den beiden schweren Soloklassen ist mit einem Zweikampf deutscher und ausländischer Fabrikate zu rechnen, da sich am Freitag die deutschen Modelle wesentlich verbessert und auch schneller zeigten. Die Ueberraschung des Freitag- Trainings in der Soloklasse war das vorzügliche Abschneiden der Moto Guzzi mit Fergus Anderson, der in 11:43,9 Minuten auf eine Spitze von 116,9 st-km kam und damit in der */, Liter Klasse Siegfried wünsche auf dkw knapp um 4:10 Sekunden hinter sich lassen konnte. auf seinem Konto. Die Berliner haben allerdings deren schon zwei, und neben dem 1 FC Saarbrücken in der Gruppe I and es in erster Linie vcrt?ft I l mer ^” Vei i chen “' ? ie den belden süddeutschen Vertretern den Einzug in das Endspiel streitig zu machen vermögen. Mit dem Zusammentreffen der Spitzenreiter ln der Gruppe n fällt vielleicht schon die Entscheidung. Kann der süddeutsche Meister VfB Stuttgart im Olympia-Stadion gewinnen? Ein Sieg wäre gleichbedeutend mit dem Freifahrtssignal zum Endspiel, aber auch eine Punkteteilung würde den Stuttgartern schon genügen. Acht Punkte werden wohl ausreichen zum Gruppensieg. Offener Ist die Lage in der Gruppe I. Hier verdankt Saarbrücken möglicherweise seine Tabellenführung nur dem Umstand, daß es zweimal den Vorteil des eigenen Platzes hatte. Die schweren Brocken kommen für die Saarländer erst. Bel der Gleichwertigkeit der Vereine ist es nicht von der Hand zu weisen, daß am Schluß das Torverhältnis über die Placierung entscheidet. Auf Grund der bisherigen Erfahrungen möchte man geneigt sein, die Platzmannschaften zu favorisieren, zumal sie teilweise unerwartet glatte Vorspielniederlagen wettzumachen haben. Der HSV und Tennis- Borussia haben es jeweils mit den Spitzenreitern zu tun und es muß abgewartet werden, ob sich diese von ihrem Ziel abdrängen lassen. Den Essenern traut man einen klaren, den Nümbergem einen knappen Sieg zu. Gruppe I: Wird der Spieß umgedreht? Die Spielpartner der Gruppe I standen sich erst am letzten Sonntag gegenüber. Diesmal geht es unter etwas anderen Bedingungen auf dem Platz des Gegners erneut um die heißbegehrten Punkte. In Hamburg kann nur ein Sieg des HSV diesen davor bewahren, aus dem Wettbewerb um den Gruppensieg auszuscheiden. Die Rothosen haben ohnehin schon mehr Boden eingebüßt, als dem Ruf dieses Meister- schäftsanwärters gut ist. Ist der norddeutsche Fußball nicht mehr so stark wie früher? Um diese Frage positiv zu beantworten, muß der HSV den Südwestmeister zu Fall bringen. Die Saarbrücker sind ein prominenter Vertreter des modernen Zweckfußballs. Die Elf ist jünger als die des HSV und nach der langen Oberligaserte vermögen «ie noch mehr zuzusetzen, als die Hamburger. Das müßte ausreichen, um Hamburgs Platzvorteil auszugleichen. Von allen Gastmannschaften des Sonntags scheinen die Saarbrücker am ehesten eine Chance zu haben, beide oder wenigstens einen Punkt zu retten. In der Noris läßt sich der l. FC Nümbef? nur ungern etwas vormachen. Die heimische Umgebung beflügelte den „Club“ schon immer dann zu besonderen Leistungen, je berühmter der Gegner war. Die Schal- ker Knappen sind nun so ein attraktiver Gegner. Der „Club“ hat am letzten Sonntag nur durch einen glücklichen Zufall kurz vor Spielschluß den Ausgleich erzwingen können. Diesmal werden sie es vermutlich nicht auf die letzte Minute ankommen lassen. Aber auch Schalke kann für sich den alten Spruch gelten lassen: „Die Nürnberger hängen keinen, es sei denn, sie hätten ihn schon . . .“ Gruppe II: Vorentscheidung im Olympia-Stadion Im Berliner Olympia-Stadion hat der VfB Stuttgart sein schwerstes Spiel zu bestehen. Die Berliner brennen auf Revanche für das blamable 0:3-Spiel in Stuttgart, und außerdem rechnen sie sieh berechtigterweise noch eine reelle Chance auf den Gruppensieg aus. Eine einmalig schlechte Partie der Berliner in Stuttgart darf den VfB nicht zu dem Schluß verleiten, daß ihm nochmals ein ähnliches Himmelsgeschenk in den Schoß fällt. Die gute Partie der Stuttgarter gegen Rot-Weiß Essen und der Umstand, daß ihnen das Olympia-Stadion „liegt“, lassen die Erwägung zu, daß wenigstens eine Punkteteilung erzwungen wird. „Ein wackerer Schwabe forcht sich nit“. Allerdings wird ausschlaggebend sein, ob sich die Verletzung von Schlienz beheben läßt. In Essen muß man Zusehen, wie sich andere um die Beute reißen. Der Westmeister ist mit 0:6 Punkten bereits ausgeschaltet. Aber die Essener Rot-Weißen sind besser als ihr schlechter Tabellenplatz. Dies zu beweisen, wird den Männern um Gottschalk nicht schwer fallen. Der Gegner Osnabrück hat Indessen auch seine Qualitäten. Die Norddeutschen haben nichts zu verlieren, sondern nur alles zu gewinnen. Die Rot-Weißen werden ihren Anhängern jedoch nicht nochmals eine Heimniederiage servieren können, ohne die Zugkraft Ihrer Gruppenspiele zu gefährden. Schon aus diesem Grunde liegt die Vermutung nahe, daß sie mit ihrem Gegner „Kurze Fuff- zebn“ machen, getreu ihrem Wahlspruch. 't Samstag, 24. Mai 1952 I M 'ZEITGESCHEHEN tin MmkM Pünktlich zum Ende August des Jahres 1939 stellte sie sich ein. Sie erblickte das Licht der Welt, als es auf der Erde finster zu werden begann. Sie nahm uns getreulich beim Arm und gab vor, uns — per aspera ad astra, durch Mühen zu den Sternen — herrlichen Zeiten entgegenzuführen. Mit den Jahren heranwachsend wurde sie, paradoxes Gebilde, das sie war, immer kleiner, bis sie zu einem Schatten ihrer und unserer selbst wurde, über den zu springen uns aufgegeben war, sofern wir noch über genügend Federung verfügten. Dieses weibliche Wesen, das uns ewig hinabzog, erhielt mittlerweile solchen Seltenheitswert, daß sich bald gefälschte Duplikate, wie aus aller Wolken fallend, neben sie gesellten. Als es auf der Welt wieder heller zu werden begann flüchtete sie sich auf den schwarzen Markt, wo sie als Nachtschattengewächs ihrem kümmerlichen Ende entgegensah. Erst als es zur letZ' ten Be-Währungsprobe kam, versagte sie (sich) restlos und verfiel, da niemand mehr etwa r von ihr wissen wollte, in einen Starrkrampf in einen Dornröschenschlaf, aus dem, wie sie hoffte, der Märchenprinz eines neuen Weltkrieges sie erlösen würde. Die Lebensmittelkarte, sie war nur scheintot. Erst jetzt ist sie zur letzten Ruhe geleitet worden, weder begraben noch verbrannt,. sondern dem reißenden Wolf unserer Technik als Fraß hingeworfen. In Mün chen sind dieser Tage Tonnen und Abertonnen dieses Papiers, das vergeblich auf die Wieder belebung wartete, aus den Aemtern in die Fa- briken geschafft worden, die es nützlicherer Verwendung zuführen sollen. Auch der Bruder der Lebensmittelkarte, der Bezugschein um den in 5 Jahren mehr Petitionen submissest eingereicht worden sind, als in 5000 Jahren seit den alten Aegyptern Bittschriften die Menschheit insgesamt verfaßt hat, ist den Weg allen Fleisches einschließlich desjenigen aller Fleischmarken gegangen und hat uns für immer verlassen. Nur einige Exemplare dürfen ihr Dasein noch länger fristen. Man hat sie ins Museum geschafft, auf daß unsere Nachfahren im Jahre 5000 n. Chr. das Papier Adolf Hitlers neben dem Papyros von Ramses II. ehrfürchtig bewundern dürfen. Die Atombomben-Ueberleb- ten werden dann staunend wahrnehmen, daß es in der Eiszeit der Herzen, in der den Menschen, die eisern sparten, Steine statt Brot ge- ; liefert wurden, auf Abschnitt 2b der Kleider- ' karte einen kurzen Schnürsenkel gab und daß auf Nummer 1313 der Lebensmittelkarte für Kinder unter 6 Jahren im August 1945 das für Weihnachten vorgesehene Sonder-Ei beim Detailhändler vorzubestellen war. Hoffen wir nur daß die Altertumsforscher des Jahres 5000 dann nicht bedenklich ihr weises Haupt wiegen und zum Schluß kommen werden: Der alte Ben Akiba hatte recht, als er sagte, es ist schon alles da gewesen. Denn nichts währe trostloser, als beim Heimgang unserer Lebensmittelkarte an Seelenwanderung zu glauben (real) Erfolgreicher Abschluß der Volksbank Generalversammlung billigte einmütig Jahresberichte - Steigende Mitgliederzahl Die „Volksbank Offenburg eGmbH“ ist in ihrem jährlichen Geschäftsbericht gerade kein Wirtschaftsbarometer der Zeitläufte im Mo ment dessen Veröffentlichung, doch auch der Rückblick über das abgelaufene Jahr ist aufschlußreich und gibt Anhaltspunkte für die Entwicklung der ersten Monate des neuen Geschäftsjahres, zumal im mündlichen Bericht des Vorstandes auch aus dem neuen Jahr bereits wichtige Zahlen und Tatsachen mitgeteilt werden. Da die „Volksbank“ als einziges Offen- burger Geldinstitut Offenburger Wirtschaftszahlen im gegenwartsnahen Zeitpunkt publiziert, erhalten wir dadurch ein Bild der wirtschaftlichen Situation wenigstens im Gewerbe- und Handwerkerkreise, was eine gute Ergänzung der regelmäßigen Uebersichten der Industrie- und Handelskammer bedeutet. Im Unterschied zu der Mehrzahl anderer Jahresversammlungen, die über Geschäftsberichte zu befinden haben, ist die Generalver- pr<;) IhrBerater ^ M Eintritt frei! Tanzkapelle Harmonia Groß im Erfolg, das ist die Kleinanzeige Leder- Hosen Trachtenjan* ker und alle Wanderartikel Seigel Hauptstr. 70 Om <5h. L- WEI ERBACH Samstag, 24. Mai, ab 20 Uhr Sonntag, 25. Mai, ab 17 Uhr Tanzkapelle „Matodia 44 TANZ Fahrgelegenheit Zell-Riedle/Oifenburg durch den Riedle-Expreß. Tel. 1801 & Pfingstgeschenk für den Yeiier Kunden: ome Samstag, 24. 5. ab 20 Uhr Sonntag, 25. 5. ab 19 Uhr Zeit« Weierbach TANZ Es spielt das Tanz Orchester Goiling Schöner groSer Dachgarten Fahrgelegenheit mit dem .Sonnenblitz* * Telefon 1415 Schmatnaali- fiotri * OFFENBURG Sonntag, den 25. Mal 1952 und Ober dis Pfingstfeiertags Ist unssr Rsstsurant • « * II« • • Tanztee Im Landhaus .Fuchs* Sasbachwsldsn mit dem bekannten Bartrio «die To«-Mixer** Jeden Sonntag ab 16 Uhr. Erstmals am SS« M«l zur Eröffnung des Gartenkeffeee und Beginn der Sommersaieon Gedeck 3.- DM Tlsehbestellung empfiehlt eich I Telefon Achern 290 Radsportverela Berghaupten fSi+inA»» uo ftuiaa idÄSMdtiiASt 24 • bie 26 . Mal 1S5S Montag, 2«. Mai 1952 Samstag, den 24. Mai 20 Uhr Festbankett Sonntagmorgen 6 Uhr Jugendrensea vormittags 9 Uhr Kirchgang ab 12 Uhr Empfang dar ausa«Artigen Vereine 14 Uhr Faatmmg anschließend Reigen und Kunstfahren auf der Festtribüne 18 Uhr Preisverteilung anschL Tasse Volksbelustigung und Tanz Der Festausschuß Badetaschen in großer Auswahl •^ÖPv \a wit NM de* p e h fe ib pirMh OmNIBM HAUFTftRAMKf Große Außwahl billiger guterhaltener Damenkleider von 1,SO DRf an KlndsrUaMer, HsrrMozfige, HerrensakkM, Dam- Eerrea KMarMkoke im Vermittlungsgeschäft Wilhelms!). 1b, Ottenburg Montag den 26.5 bleibt das Geschäft wegen Familienfeier geschlossen Verblüffende Angebote in der gesamten Herren- Spezial-Abteilung! 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Samstag 22.45 Uhr Nachtvorstellung mit dem Abenteurerfilm Menschenschmuggel Stadthalle-Lichtspiele Ottenburg Samstag und Montag nur 18.00 Uhr, Sonntag 16.00 18.00 und 20.30 Uhr Der Abenteurer-Farbfilm Der letzte Freibeuter Pistolen, Schwerter, Kanonen, Messer und das Seil des Henkers — das sind die Waffen des Piraten der rieben Meere! Sonntag 14.00 Uhr nochmals in der Stadthalle Menschenschmuggel 80 Jahre Mfinnergestmgveiein „Eintracht* Griesheim g. Vom 24. bis 26. Mai 1952 feiert der Männergesangverein „Eintracht“ Griesheim sein 80jähriges Jubiläum. Am Samstagabend findet Im „Adler“-Saal das Festbankett statt, an dem die Patenvereine, der Fuß’sche Mannerchor Offenburg und der Männergesangverein Bohlsbach teilnehmen. Am Sonntag ist um 6.30 Uhr Wecken, um 9.15 Uhr findet der Festgottesdienst statt Die auswärtigen Vereine werden um 12.30 Uhr empfangen. Das festliche Programm am Sonntagnachmittag wird eingeleitet durch einen Festzug durch die Straßen und Gassen des Dorfes. In einem zierlichen Festgarten wickelt sich sodann das weitere Programm ab, bei dem mehrere auswärtige Vereine mitwirken. Am Abend findet im Festgarten Tanz statt Am Montag, den 26. Mai 1952, wird um 7.00 Uhr ein Gottesdienst zu Ehren der gefallenen, vermißten und verstorbenen Mitglieder des Vereins abgehalten. Am Nachmittag ist Kinderbelustigung und ab 19.30 Uhr spielt die einheimische Blaskapelle nochmals zum Tanz auf. In der Nähe des Festgartens schlagen mehrere Schausteller ihre Buden auf, und auch einige andere Stände weiden neben den bestens gerüsteten Gastwirtschaften für das leibliche Wohl der Gäste sorgen. Somit werden rieh ln Griesheim einige erlebnisreiche Tage abwickeln, wozu alle Sangesfreunde aus nah und fern freundlichst eingeladen sind. Mannergesangverein Eintracht Griesheim von Samstag, den 24.5. bis Montag, den 26.5.1952 SOjäkttfes Stifimfsfesl unter Mitwirkung zahlreicher Vereine auf dem Festplak Sonntag- und Montagabend TANZ Es ladet freundlichst ein der Mänuflrflewngverein ßnfwhf Griesheim Die Gemeinde Griesheim heißt alle Sangesfreunde zu dem SOjäiteifek Sti f tu n g sf e st auf das herzlichste willkommen. Dia Gemeindeverwaltung Besuchen auch Sie über das Fest die neurenovierte Gaatatätte Zur Sonne in Griesheim. Wir empfehlen Ihnen unsere gute Küche und Keller Familie Wolter Gasthaus Griesheim gute Küche •** Metzgerei empfiehlt seine gepflegte Weine Familia End Ganter Bier - Samstag, 24. 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Mai / Von Willy Hettner Sie ist die geliebte Großmutter ihrer Enkel und Urenkel, die mit ihnen ins Panoptikum und zu Kindervorstellungen ins Theater und ins Kino geht; als sie in einem Rollstuhl durch die große Britische Ausstellung im Jahre 1951 geführt wurde, konnte man sehen, wie die Jungens nicht von ihr wichen und sie mit endloser Geduld alle ihre unzähligen Fragen beantwortete. Sie fehlt in keiner wichtigen Kunstausstellung und lorgnettiert die verrücktesten Gemälde von Picasso mit derselben unnachahmlichen und unbewegten Würde wie die frisch gereinigten Rembrandts und Rubens in der National Galerie am Trafalgar Square. Sie ist selbst eine Kunstgewerblerin hoch über dem Dilettantenniveau; ihre großen gestickten Gobelins und Teppiche, die sie zu wohltätigen Zwecken zur Verfügung stellte, brachten Riesenbeträge ein, und gewiß nicht nur, weil sie von einer Königin hergestellt waren — ihren Wert konnte man schon nach den Reproduktionen beurteilen. Es ist nur natürlich, daß ein langes Menschenleben, all die vielen Jahrzehnte mitten in dem königlichen Zeremoniell verbracht, auch etwas auf den Menschen abfärbt. So gut und hilfreich und vor allem unbedingt zuverlässig und pünktlich sie ist, wenn sie einmal etwas versprochen hatte, so wenig mag sie Verstöße gegen die hergebrachten gesellschaftlichen Formen leiden — auch nicht die kleinsten. Darin ist sie unerbittlich. Sie ist nicht gewöhnt zu tadeln oder überhaupt ein überflüssiges Wort zu verlieren. Sie hat nur einen Blick, einen gewissen Blick ... Eingeweihte behaupten, daß die Opfer dieses Blickes erst einmal vor Schreck erstarren und dann für mehrere Tage den Appetit verlieren. Diesen Blick hat sie offenbar von der alten Queen Victoria ererbt, die das auch konnte. Aber wenn sie jemanden gern mochte — es ist z. B. bekannt, daß sie Elisabeth Bergner schätzte — dem war wohl unter ihren königlichen Fittichen. Sie erscheint bei den Premieren ihrer Schützlinge, besucht ihre Kunstausstellungen und mag im stillen viel mehr für sie getan haben, als wir jemals wissen werden. Und natürlich ist ihr Rat unschätzbar, wenn eines der verwickelten Anciennitäts- und sonstigen Probleme auftaucht, an denen es an einem großen Hof wie dem von St. James’s (das ist der offizielle Titel des königlichen Hofes) wohl niemals fehlt. Sie war und ist die unfehlbare und unbezweifelbare Autorität unter vier Herrschern, ihrem Gemahl Georg V., ihrem älteren Sohn Eduard VIII., dem jüngeren Georg VI., und schließlich ihrer Enkelin Elisabeth II., in allem, was das klaglose Funktionieren dieses höchst komplizierten und überaus empfindlichen Uhrwerkes betrifft. Und nicht nur das — sie war eine höchst schätzbare politische Beraterin eines jeden dieser Herrscher, da sie schon seit ihrer Jugend systematisch alle größeren politischen Tageblätter und alle wichtigeren diplomatischen Publikationen las, und dieser Beschäftigung täglich einige Stunden widmete. Ihr leben war durchaus nicht immer heiter und wolkenlos. Ihr erster Verlobter, der unglückliche Herzog von Clarence, war vor der Vermählung gestorben. Mary Teck — so nannte man sie, die Prinzessin von Teck, als junges Mädchen — heiratete dann den ernsten und strengen Thronfolger, den späteren König Georg V., ein Muster an Pflichterfüllung, ein richtiger Seemann — aber vermutlich nicht gesegnet mit den sanfteren Gaben der Zärtlichkeit. Sie verlor schon früh zwei Söhne durch den Tod. Ein dritter, der schöne, elegante und allgemein beliebte Herzog von Kent wurde das Opfer einer Flugzeugkatastrophe während des zweiten Weltkrieges. Der Lieblingssohn David dankte als Eduard VIII. bald ab. Der jüngere, Berthie, bestieg als Georg VI. den Thron Englands. Er war seit seiner Jugend immer etwas kränklich gewesen, und starb viel zu früh nach jahrelangen, vermutlich qualvollen Leiden, die er tapfer zu verbergen wußte; Britischer Nachrichtendienst behauptet t General Sdiörner in Arabien Er soll eine „Arabische Legion 1 ' von 40 000 Mann befehligen Der frühere deutsche Generalfeldmarschall Ferdinand Schömer hat in Arabien bereits 40 000 Mann zu einer sogenannten „Arabischen Legion" zusammengezogen. Er erhält laufend für sein Offizierskorps Verstärkungen von früheren Untergebenen, besitzt etwa 100 000 frühere deutsche Maschinengewehre, etwa 80 000 Tonnen Sprengstoffe aus ehemaligen deutschen Beständen und hat bei Abib el Ne- gum an der oberägyptischen Grenze eine Sabotageschule errichtet, die von einem gewissen Achmed be Afsan geleitet wird und hundert Schüler zählt. Zu Abd el Krim, der in Aegypten lebt, und dem Großmufti von Jerusalem, der sich in Karachi aufhält, sind seine Beziehungen laufend und gut. Diese Feststellungen machte in diesen Tagen der britische Journalist Anthony Terry. Er will die Unterlagen dazu vom „Allied Secret Service“ in Berlin erhalten haben. Sie wurden inzwischen vom Britischen Nachrichtendienst in London bestätigt, zumal man in Berlin russische Akten aus einer wichtigen Dienststelle erhielt, die die aufgezählten Tatsachen erhärten. Ferdinand Schömer verkleidete sich beim Zusammenbruch als Tiroler und wurde von der amerikanischen MP in Krachledernen und einem Ziviljackett auf gestöbert. Er wurde von den Amerikanern an die Russen als Kriegsverbrecher ausgeliefert, und Moskau verbreitete die Nachricht, daß er in der Sowjetunion verstorben sei. Nach den aufgefundenen Berliner Akten hat Schömer nun im neuen Auftrag den Befehl erhalten, den gesamten Nahen Osten, insbesondere Persien, Syrien, Transjordanien und den Irak mit der Parole zu durchdringen: England ist abgemeldet, Rußland kommt zum Zuge. Das Nahziel soll sein, die American Ara- bian Oil Company aus Saudi-Arabien zu vertreiben und ferner den Sturz von König Faruk in Aegypten vorzubereiten. Der Britische Nachrichtendienst geht mit seinen Vermutungen noch weiter: er schiebt den Verlust der Raffinerien von Abadan auch auf das Konto der Untergebenen oder der Agenten von Schör- ner, zumal ja bis heute die wahren Hintergründe dieses Konflikts nicht aufgedeckt werden konnten. Darüber hinaus zeigt man sich in London ernstlich über die Waffenvorräte der arabischen Legionäre beunruhigt, die so groß sein sollen, daß wesentlich stärkere Kontingente als bisher festgestellt wurden, damit ausgerüstet werden könnten. Durch all dieses Leiden ging sie kerzengerade und aufrecht, mit ihren unmodernen Hüten und den Toiletten, deren Stil sie seit ihrer Jugend nicht mehr geändert hat. Noch als Achtzigjährige brachte sie um Jahrzehnte jüngere Hofdamen und -herren zu stiller Verzweiflung, wenn sie stundenlang durch Galerien, Museen und Ausstellungen ging und unvermeidlich den Ausführungen von Direktoren, Kunstgelehrten, Ingenieuren oder Fabrikanten lauschte ihre Fragen stellte und ihre Meinung äußerte, gemessen, klug und niemand verletzend Erst als 83jährige sah man sie hie und da einen bereitgestellten Rollstuhl benutzen, wenn sie bei langen Besichtigungen endlich ermüdet war. Sie ist schon zu Lebzeiten so etwas wie eine historische Figur, wird verehrt und mit echten Gefühlen herzlich gegrüßt, wo immer sie sich in der Oef- fentldchkeit zeigt. Sie liebt das Land und seine Menschen, mit allen ihren Tugenden und Querköpfigkeiten, und das Land und die Menschen lieben sie. Je älter sie wird, desto weniger ist sie geneigt, dieses Land zu verlassen, auch nur für Tage oder Wochen. Ganz London hat ge- lächelt, das warme Lächeln der Rührung, als eine ihrer energischen Aeußerungen bekannt wurde, die sie vor einigen Jahren ihren Aerzten gab. Sie hatte damals einen kleinen Bronchialkatarrh, und die Aerzte rieten ihr, ein wenig in ein günstigeres Klima zu reisen, etwa an die Riviera. Sie holte ihren ungnädigsten Blick heraus: „Ein günstigeres Klima? Das Klima dieses Ortes paßt mir ausgezeichnet!“ replizierte sie scharf. Dieser „Ort“ ist London, und die Pointe dieser Geschichte versteht eigentlich nur einer, der das Londoner Klima mit seinen Tücken kennt. Wenn sie heute ihren 85. Geburtstag feiert, kann sie es in dem Bewußtsein tun, daß England niemals seine alte monarchische Staatsform höher geschätzt hat als gerade jetzt, in diesen unsicheren Zeiten des Ueberganges und der Neuformung fast alles Bestehenden. Sie ist die Großmutter der regierenden jungen Königin, die Urgroßmutter des kleinen Thronfolgers. Soweit menschliche Voraussicht überhaupt reicht, steht es für mehr als ein halbes Jahrhundert fest, wer auf dem Throne Englands sitzen wird, den vorher ihr Gemahl und zwei ihrer Söhne eingenommen haben. (BF) Moskaus propagandistische Großaktion Einschüchterung bis zum Rande des Möglichen Sonderbericht unßeres Stockholmer Of-Korrespondenien Westliche diplomatische Kreise, die über die Vorgänge in der Sowjetunion gut unterrichtet sind, sehen für den Westen einen „Spannungsgeladenen Sommer“ voraus. In diesen Kreisen erklärt man, daß der Kreml alle Vorbereitungen für eine propagandistische „Großaktion“ getroffen hat, deren Ziel es ist, der Integration der Bundesrepublik in dem Westen und der Durchführung der Aufrüstungsmaßnahmen Westdeutschlands die größten Hindernisse in den Weg zu legen. Moskau werde dabei mit seiner Einschüchterung „bis zum Rande des Möglichen“ gehen, jederzeit bereit, zu bremsen und den Kurs zu ändern, wenn der kritische Punkt erreicht sei. Denn die Sowjetunion sei keineswegs in der Lage, einen Krieg gegen den Westen mit Erfolg zu führen, und werde daher alles vermeiden, was eine ernste Gefährdung des Friedens heraufbeschwören könnte. Bei der Mobilisierung seiner Propagandamittel wird Moskau, so erklären die genannten westlichen Diplomaten, alle Register ziehen, von der militärischen Demonstration über politische Maßnahmen bis zur Aufputschung der Bevölkerung in Ostdeutschland und der Anzettelung kommunistischer Zwischenfälle in Westdeutschland. Heute schon ist ein gewisser Ueberblick über die Moskauer Taktik möglich An erster Stelle steht dabei die Zusammenballung starker militärischer Kräfte im Raum zwischen Weichsel und Oder. Wenn es auf den ersten Blick bedrohlich aussehen mag, daß in diesem Raum die Zahl der russischen und polnischen Divisionen, die vor einem halben Jahr noch 19 betrug, auf 35 erhöht worden ist, darunter 15 Panzerdivisionen, so sind doch offensive Absichten keineswegs erkennbar. Im Gegenteil deuten die Anlage starker Befestigungen an der Oder südlich von Stettin und der Einbau von Sprengmaterial in die Weichsel- und Oderbrücken auf Defensivvorbereitunger hin. Auch der beschleunigte Aufbau der ostdeutschen „Roten Armee“ ist nach der Beurteilung der westlichen Diplomaten keineswegs als eine offensive Maßnahme zu werten, sondern eher als eine Verstärkung der defensiven Tendenzen Moskaus. Dabei weist man auf die starken Widerstände gegen die Form der von den Sowjets betriebenen Aufrüstung Ostdeutschlands in Polen und in der Tschechoslowakei hin. Besonders die Wiederverwendung ehemaliger deutscher Wehrmachtsoffiziere hat dort große Besorgnisse ausgelöst. Dieselben Besorgnisse hatte Moskau auf politischem Gebiet zu überwinden bei seiner Absicht, Ostdeutschland dem Kominform einzu- gliedem, womit man beim Abschluß der in der ersten Julihälfte tagenden Kominform- Konferenz rechnet. Es verdient in diesem Zusammenhang größte Beachtung, daß die künftige ostdeutsche Kominform-Abteilung nicht in Berlin, sondern in Prag ihren Sitz haben und nicht etwa aus SED-Größen zusammengesetzt sein wird, sondern aus zuverlässigen deutschen Kommunisten, die sich bis jetzt in Moskau befinden und seit Kriegsende in Deutschland noch nicht tätig waren. Daß die gegenwärtigen Vorgänge um West- Berlin nur als Symptom zu werten sind, läßt das Bukett der von den Sowjets geplanten und schon angeordneten Maßnahmen zur Genüge erkennen. Daß sie von neuem den Versuch machen werden, die Westmächte aus Berlin zu vertreiben und die Stadt völlig unter ihre Kontrolle zu bringen, darf von vornherein angenommen werden. Es liegen aber zahlreiche Anzeichen dafür vor, daß diesmal in Wirklichkeit nicht Berlin, sondern Wien das Hauptziel der Sowjets werden könnte, während Berlin nur als Ablenkung dienen würde. Die Voraussetzungen für den Erfolg eines Versuchs, Wien völlig vom Westen abzuschnei- den, liegen weit günstiger als in Berlin, denn es gibt dort bei dem Fehlen großer Flugplätze für die Westmächte weder die Möglichkeiten für eine Luftbrücke, noch auch können die Folgen einer Blockade Wiens in ihrer verhängnisvollen Auswirkung auf ganz Oesterreich von ihnen abgewendet werden. Bekanntlich ist der Hauptgrund, warum Moskau bis jetzt unter allen möglichen Vorwänden den Abschluß eines Friedensvertrags mit Oesterreich sabotiert hat, die dann nach wenigen Monaten wirksam werdende Verpflichtung, die Truppen aus der österreichischen Sowjetzone zurückzuziehen. (dad) JcwüivhaI Roman von Marllulsa Rainhold TOgimAl verschenke j c h m ein Herz 85. Fortsetzung Aber Monika hört ihn nicht, sie stammelt unverständliche Worte, nur manchmal versteht er das Wort „Audi“. Es dauert ewig, bis der Professor kommt, Peter ist sich niemals so hilflos vorgekommen. Er vermag das Leiden des geliebten Menschen kaum noch zu ertragen, und plötzlich schlägt Monika ihre großen dunkeln Augen auf und sieht ihn an. Sie scheint plötzlich ganz klar zu sein. Peter greift es eiskalt ans Herz, er ist nicht mehr Arzt, nichts ist er, ais ein verzweifelter Mensch am Krankenbett des Liebsten, was er besitzt. „Peter“, fast unhörbar ist ihre Stimme, „Peter, bin ich sehr krank? Muß ich sterben?“ „Monika — nein, aber du mußt wieder leben wollen. Du mußt selber mit uns kämpfen gegen die Krankheit, du mußt doch zurück zu uns. Denkst du noch an unser schönes Land? Siehst du noch die Lichter leuchten, weit draußen in der Ebene, und hörst du nicht die Tannen rauschen, leise und geheimnisvoll in unseren Wald? Du mußt zurückkommen, Monika, damit du wieder ganz gesund wirst, willst du nicht? Weißt du noch, was du sagtest, damals an Weihnachten, als wir heimfuhren, du und ich — daß du immer in der Fremde sein würdest. wenn Du nicht mehr bei uns bist? Nur die Fremde hat dich krank gemacht, liebe Monika! Nun kämpfe, daß du wieder gesund wirst, kämpfe mit mir um dein Leben.“ _ Hört sie, was er ihr da mit leiser Stimme eindringlich sagt? Sie hat die Augen wieder geschlossen, aber sie liegt ruhig und wirft sich nicht mehr so entsetzlich hin und her. Ihr Puls ist ganz schwach — wenn nur der Professor käme! Endlich rasche Schritte vor der Tür, der Professor kommt herein, nickt Peter nur zu und ist sofort mit der Kranken beschäftigt Peter krampft die Hände zusammen. Er wartet auf ein Zeichen des Professors, hat er doch selbst den beobachtenden scharfen Blick des Arztes verloren. Langsam richtet sich der Professor auf, sieht Peter bedeutungsvoll an. „Diesmal sind wir über den Berg, lieber Graf, sie schläft, es war die Krisis, sie hat sie überwunden. Legen Sie sich nun endlich auch einmal hin. Sie sind nicht mehr in der besten Verfassung.“ Aber Peter schläft auch diese Nacht nicht. Stunde um Stunde verrinnt langsam. Er sieht unverwandt in Monikas ruhiges Gesicht. Wie entspannt sie nun daliegt. Auf den Wangen ist eine zarte Röte, aber es ist keine Fieberröte mehr. Ruhig hebt und senkt sich die Brust. Draußen tropft eintönig der Regen, aus der Feme dringt der Lärm der Stadt, die früh erwacht. Als der späte Wintermorgen dämmert, steht Peter auf, küßt Monika leise auf die Stirn und geht behutsam aus dem Zimmer. Er will eigentlich noch zu Monikas Mutter fahren, aber in seine Gedanken versunken, findet er sich plötzlich schon draußen vor der Stadt. Es zieht ihn nach Hause. Immer näher kommt er den heimatlichen Bergen, aber tief hängen die Wolken über ihnen und decken sie mit ihren grauen Schleiern zu. Peter biegt in das Tal ein, und als er die ersten drei Dörfer hinter sich hat und durch das erste Waldstück fährt, hält er an, dreht die Scheibe herunter und atmet die reine und kalte Luft in tiefen Zügen ein. Er muß ein wenig hinaus in den Regen, muß zwischen den tropfenden Tannen hindurchgehen und den weichen Waldboden unter den Füßen spüren. Bald wird der Regen in Schnee übergehen. Das Weihnachtsfest ist schon sehr nahegerückt, und es ist ein Wunder, daß noch nicht alles verschneit ist. Der Schnee fällt spät in diesem Jahr. Peter zündet sich eine Zigarette an und lehnt sich an einen nassen Felsblock. Zwischen den Regenschleiem hindurch geht Sein Blick auf die Berge. Ein leichter Wind ist aufgekommen und treibt die Wolken höher. Eilig ziehen sie ihre grauen Schleier über den Wald. Peter schaut schweigend in die Landschaft. Er spürt den Regen nicht, der langsam seinen Mantel naß werden läßt, nicht den Wind, der kalt von der Ebene heraufkommt, er fühlt nur die Ruhe des Waldes und der Berge. Er weiß es längst, woher Andreas seine Ruhe und Kraft genommen hat, die ihn damals im Lazarett schon so sehr beeindruckte, und er hält still, wie es Andreas tat, bis er die Kraft des Landes in sich wirken fühlt, die Kraft, die von dieser majestätischen Ruhe ausgeht. Nun wird Monika gesund werden. Es ist entschieden, und damit wird sich auch entscheiden, ob sie zurückkommt, zurück zu ihm! Ob sie seine Worte in dieser Nacht gehört hat? Sie hat nie etwas gesagt, wenn er sie in diesen Wochen der Krankheit mit du angeredet hat, aber sie war ihm gegenüber immer wie geistesabwesend gewesen, so als hätte sie gar nicht erfaßt, was er zu ihr sprach. Nur gestern abend mit ihrer angstvollen Frage, da hatte sie den Freund plötzlich gesucht und sich an ihn geklammert. Da mußte sie doch empfunden haben, daß er ihr alter Freund war, so wie er Andis Freund gewesen war. Oh, Monika, wird meine Liebe stark genug sein, die Liebe in deinem Herzen zu empfinden, um deretwillen du fast das Leben verloren hättest? Peter schaudert plötzlich Sein Mantel ist ganz naß, und der Wind fegt nun eisig über ihn hin. Er muß nach Hause, das fehlt gerade noch, daß er sich hier eine Erkältung holt. Er muß ausschlafen, damit er einen klaren Kopf bekommt, und er muß an die Arbeit gehen, die auf ihn wartet. Wenn er zurückkehrt in die Stadt, wird ihn Monika mit munteren Augen ansehen, und er wird in ihnen lesen, ob sie die alte herzliche Freundschaft vergessen hat. Nun braust der kleine Wagen schnell den Berg hinauf, durch Hinterfleckendorf hindurch. Peter muß diesenUmweg fahren, weil er schnell dem Lehrer Bescheid sagen will. Und bald weiß es ganz Hinterfleckendorf, daß Monika gesund werden wird. Nun liegt Monika Heller schon eine Woche fieberfrei in ihrem Bett. Schwach fühlt sie sich noch, so entsetzlich schwach, daß es eine Anstrengung bedeutet, nur die Hand zu heben. Aber sie braucht ja nichts zu tun, als zu denken, und das tut sie, und dann schläft sie wieder tief und fest. Nach jedem Schlaf ist sie ein wenig munterer, und langsam beginnt sie sich zu wundem, daß Peter so gar nichts von sich hören läßt. Er war doch während ihrer Krankheit immer zur Stelle. Warum kommt es jetzt nicht, da es ihr besser geht? Ihre Gedanken sind viel in Murrheim. Aber sie sind nicht mehr voller Unruhe dort, sondern sie suchen voller Sehnsucht den stillen Platz unter der großen Tanne. Sie weiß, daß Andreas ruhig in seiner Heimaterde schlafen darf, und daß sie eines Tages wieder dort sein wird, wo es sie mit allen Fasern ihres Herzens hinzieht. Sie wird wieder durch den stillen WaH gehen und wird wieder in Hinterfleckendorf " ' n~i sich versammeln. Fortsetzung folgt Samstag, 24. Mai 1952 Di« getetzHch angeordnete Schließung der Verkaufsstellen in Baden am M it two ch und am Samstag hat dm Bundesverfassungsgericht für nichtig erklärt. Dieses badische Ladenschlußgesetz war weder sozial noch vernünftig: es brachte den Angestellten nicht die Erfüllung ihres berechtigten Wu n sc h es nach einem freien, zusammenhängenden Wochenende, der Wirtschaft nur Nachteile und den Verbrauchern schwere Einschränkungen. Ober ein 3ahr lang hat man mitten in jeder Woche das Geschäftsleben und damit fast die gesamte Wirtschaft eines Landei lahmgelegt. Und das in einem Lande, welches weitgehend vom Fremdenverkehr abhängig Ist! Diesem unhaltbaren Zustand mit den heute jedem Bürger freistehenden demokratischen Mitteln ein Ende zu bereiten war unser Ziel. Verbraucher! Wir wollen jetzt dafür sorgen, daß auch am Mittwoch-Nachmittag wieder Leben in unsere Städte, Dörfer und Fremdenverkehrsorte einzieht und daß es wie früher wird: ein beliebter Einkaufstag bei offenen Ladentüren« Angestellte des Handel,! Damals haben sich Unüberlegte unter Euch verleiten lassen, vor unserem Geschäft zu demonstrieren. Warum? Weil wir mit sachlichen Argumenten nac h wi ese n, daß der geschlossene Mittwoch-Nachmittag schwere wirtschaftliche Schäden mit sich bringt und für Euch keinen sozialen Fortschritt bedeutet. Diese Unüberlegten haben jetzt ihren Irrtum eingesehen und bekennen sich heute nach lahresfrist zu unserer Anschauung. Welch ein Umschwung und welch eine Rechtfertigung für unsl Angestellte, erseht daraus, daß Ihr nie fremden Parolen folgen müßt, sondern daß Eure Interessen einzig und allein in Euren eigenen gut geleiteten Betrieben am besten gewahrt werden. Denn niemand hat Euch Je das Recht auf angemessene Freizeit abgesprochen. Fortschrittliche Betriebe gaben ihren Angestellten schon längst einen halben freien Tag ohne gesetzlichen Zwang und ohne den Verbrauchern, welche ja unsere wirklichen Arbeitgeber sind, die Einkaufsmöglichkeiten einzuschränken. Wer von Euch daher jetzt, nach Wegfall des Gesetzes, glaubt, diesen berechtigten Anspruch auf Freizeit nicht mehr verwirklicht zu sehen, der möge dort demonstrieren, wo sein Recht nicht geachtet wird oder sich den Betrieben zuwenden, welche imstande sind, wirklich sozial zu handeln. Wir danken den Verbrauchern, die uns aus allen Bevölkerungskreisen so überaus zahlreiche Beweise reger Anteilnahme und Sympathie gaben und uns dadurch bestätigten, daß wir auf dem richtigen Wege waren. Es freut uns daher ganz besonders, für alle einen vollen Erfolg errungen zu haben, und wir versprechen durch stete Dienstbereitschaft das erwiesene Vertrauen zu rechtfertigen. Sonntag, 25. Mai 1952 (Messe-Sonntag) von 12 bis 18 Uhr geöffnet! J^adend grvfjhtf c pr^)ammß^e^yidmg. (jfliterjfämn&r JftibiLfQ Lgfi Mittwoch, 28. Maf 1952 zum ersten Male seit über einem Jahrewieder bis 19 Uhr geöffnett Beachtet unsere vorteilhaften Spezialangebote für diesen ersten geöffneten Nachmittag I Silbermünzen 1 .-, 2--. 3-- u. 5 -RM Stücke kauft gegen hohe Bezahlung Schümann, Ottenburg neben Landratsamt Warten Sie nicht bis sich Kreislauf- u. Nervenstörungen einstellen. Der bekannte „7-Kräutergeist“ wird auch Ihnen helfen. Ihr Interesse beantwortet: Apotheker Haugg, G.m.bH., Augsburg 203, Bäckergasse 9. Brillen er Ührmo&itr meJ7t9r Ofl+fkdr-Juvrw/fSr Offbg.. Rtrainstr. 7 Kassen-Lieferaat Wh haben ab sofort den der weltbekannten Alleinverkauf Regenbekleidung für Kehl und Appenweier Lassen Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen und sorgen Sie endlich für einen sicheren and haltbaren Regenschutz Wir beraten Sie unverbindlich. Prospekte stehen laufend zur Verfügung TEXTILHAUS z. Z. 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