1 * agpfifott 0rt*nau*x »jöi®p1l6ui;0ec Mim* Erscheint wöchentlich viermal. Bezugspreis für den lautenden Monat DM 2.50 zuzü-1. ?0 Pli. Trägerlohn. Einzelnummer 20 Pfg. Im Falle höherer Gewalt - ler bei Betriebsstörung hat der Bezieher keinen /nspruch aur Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung, auch nicht auf Rückzahlung des Bezugsoreises. Älfcffes Heimatblatt für Stadt und Bentb Qffeaburo flnteigendlatt mit anerkannt guter tDerbemirkung Erfüllungsort und Gerichtsstand Offenburg. Zur Zelt ist die Anzelgenprelsllste Nr. 4 gültig. Druck u. Verlag A Reiff & Cie.. BuchdruckereL OffenburgfBaden Geschäftsstelle: Offenburg, Kornstraße 10 Fernsprecher: Ottenburg Nr 1531, 2134 u 1277. Postschließfach Nr. 222- Postscheckkonto: Karlsruhe Nr 128 51. Nummer 91 Mittwoch, 11. Juni 1952 Ausgabe a 141. Jahrgang Noch keine Entscheidung in Karlsruhe Die Länder Hessen und Niedersachsen unterstützen die Feststellungsklage — Bundesregierung und Rheinland-Pfalz für Abweisung der Klage — Audi nach Ratifikation des Wehrbeitrages kann das Bundesverfassungsgericht angerufen werden, sagt Staatssekretär Strauß Drahtbericht unseres nach Karlsruhe entsandten AK-Redaktionsmitgliods Karlsruhe. Um wieviel weiter wären wir Innen- und außenpolitisch in der Bundesrepublik, wenn im Bonner Bundeshaus auch nur ein Hauch von der bei aller Meinungsverschiedenheit doch so vornehmen und sachlichen Atmosphäre zu spüren wäre, die im ehemaligen Prinz-Max-Palais, dem Sitze des Bundesverfassungsgerichtes, weht. Auch in diesem Saale geht es um Fragen, an denen sich die Leidenschaften entzünden, am Dienstag sogar um die Frage des deutschen Wehr- b e i t r a g e s, die jeden angeht. Darum wohl wurde von Parteipolitikern imd Staatsrechtlern mehrfach das „Rechtssehutzinteresse der Allgemeinheit“ als Argument benützt um auch damit die Befassung des Karlsruher Gerichtes mit diesen Dingen zu begründen. gendes Verfahren zulässig sei, unter-i mauerte Arndt mit dem Hinweis auf die Dienststelle Blank, die heute bereits Wehrverwaltung betreibe, die er als Verletzung des Grundgesetzes bezeichnet. Darüber hinaus will Arndt im Abschluß des Armeevertrages und in der „Usurpation einer Wehrhoheit“ eine Veränderung aller Grundlagen der Staatlichkeit und die „Konstituierung eines neuen selbständigen Staates“ sehen. Aber auch der Antragsteller ■ muß zugeben, daß gegenwärtig nicht einmal das Zustimmungsgesetz da ist; aber selbst wenn es vorhanden wäre, wäre eine Grundrechtsbeschwerde nicht angängig, sondern erst dann, wenn der Bundespräsident die Ratifikationsurkunde niedergelegt hat. Und darum stellt sich Arndt schützend vor die Kompetenzen des Bundespräsidenten und selbst des Bundesverfassungsgerichts. Der Standpunkt der Bundesregierung Zur Widerlegung der gegnerischen Beweisführung hat die Bundesregierung nicht nur Staatssekretär Dr. Strauß und Ministerialrat Dr. Merkert vom Bundesjustizministerium, sondern auch Prof. Dr. Mosler vom Auswärtigen Amt sowie Ministerialrat Dr. Lechner vom Bundesinnenministerium aufgeboten. Die Klinge mit dem sozialdemokratischen Sprecher kreuzt Staatssekretär Dr. Strauß. Die Bundesregierung befindet sich in einer besonderen Lage, meint er. „Wir müssen die Methoden der Auslegung unserer Verfassung erst Fortsetzung auf Seite 2 Streikaussetjung für Kanzlergespräch Bonner Koalitiouskreise halten eine auf drei Tage befristete Aussetzung für nicht ausreichend „Auf Antrag des Bundestagsabgeordneten Luise Albertz und 143 anderer Mitglieder des Bundestages“, heißt es ' in einem Aktenstück des Bundesverfassungsgerichtes, stand die Frage der Vereinbarkeit — oder vielmehr Unvereinbarkeit — eines Wehrbeitrags mit dem Grundgesetz ohne dessen Ergänzung und Abänderung zur Debatte. Wie groß das Interesse der Oeffentlichkeit an dieser Frage ist, obwohl das Bundesverfassungsgericht heute nur die Vorfrage der Zulässigkeit der Verfas- sungskläge zu entscheiden hat. zeigt schon die Ueberfüllung der Publikumstribüne. Nicht einmal die Neugliederungsklage der Regierung Wohieb vermochte im Vorjahre die Karlsruher so auf die Beine zu bringen wie heute die Grundsatzfrage des Wehrbeitrags. Die vier vordersten Zuschauerreihen sind von Journalisten besetzt, die ein halbes Hundert in- und ausländischer Zeitungen vertreten. Daß auch Pressephotographen und Rundfunk sich das hochaktuelle Geschehen um Frau Justitia nicht entgehen ließen, versteht sich am Rande. Pie Begründung des Antrags Pünktlich um 15 Uhr betraten die Richter des Ersten Senats unter Vorantritt des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Höpker-Aschoff, den Saal. Das Rot der Richterroben und Baretts unterstreicht die Feierlichkeit der Stunde. Unmittelbar nachdem Präsident Höpker-Aschoff die Sitzung für eröffnet erklärt und festgestellt hatte, daß die Feststellungsklage von einem Drittel der Mitglieder des Bundestags- erhoben sei, erhielt als deren Sprecher der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Arndt das Wort. Ihm leisten nicht nur die Vertreter der — sozialdemokratischen — Länderregierungen Niedersachsen und Hessen sowie ein Rechtsgutachten des Senats der Freien Hansestadt Hamburg Sekundantendienst, sondern Arndt konnte sich in seinen einstündigen Ausführungen auch auf das Land Bayern als Kronzeugen für seine Auffassung berufen. Diese gipfelt in der Feststellung, daß ein Bundesgesetz, das das Verhältnis Deutschlands zu bewaffneten Streitkräften regelt, weder formal noch sachlich mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Da die Bundesregierung am 6 . Juni dem Bundestag den Gesetzentwurf über den Beitritt zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft zugeleitet hat, fügte Arndt gleich noch einen Zusatzantrag bei, daß ein Gesetz, das die Zustimmung zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft verlangt, ohne vorangegangene Ergänzung und Abänderung des Grundgesetzes nicht möglich sei. Unter Berufung auf eine Stellungnahme des Landes Bayern glaubte der sozialdemokratische Antragsteller die Zulässigkeit des Verfahrens bejahen zu können, räumte allerdings ein, daß im allgemeinen ein Gesetz vor seiner Verkündung nicht aburteilbar sei. Aber das brauche nicht immer so zu sein, durch den Abschluß des Europa-Armeevertrages sei ein historisch einmaliger Fall gegeben. Des längeren setzte sich der Antragsteller dann mit den Auffassungen des Bundesjustizministeriums auseinander, die in einem Rechtsgutachten ihren Niederschlag dahingehend gefunden haben, daß eine gerichtliche Ueberprüfung vor Vorliegen eines Gesetzes nicht statthaft sei. Seine Meinung, daß in diesem besonderen Falle ein vorbeu- Bonn. Der DGB-Vorsitzende Christian Fette hat Bundeskanzler Dr. Adenauer am Dienstag mitgeteilt, daß von Mittwoch an die gewerkschaftlichen Kampfaktionen im Streit um das Betriebsverfassungsgesetz für drei Tage ausgesetzt werden. Die Gewerkschaften wollen dadurch vermeiden, daß dem Bundeskanzler Verhandlungen mit dem DGB unter Druck zugemutet werden. Ein entsprechender Beschluß sei bereits bei Beginn der Kampfmaßnahmen vorgesehen gewesen. Bonner Koalitionskreise stellen zu der Mitteilung Fettes fest, daß eine auf drei Tage befristete Aussetzung der Streikaktionen für ein Gespräch des Bundeskanzlers mit den Gewerkschaften nicht ausreichen würde. Das Bundeskanzleramt hat offiziell zu dem Angebot Fettes noch nicht Stellung genommen. Es wird angenommen, daß der Bundeskanzler zunächst die Meinung des Bundeskabinetts abwarten will, bis er zu dem Fette-Vorschlag Stellung nehmen wird. Bonner zuständige Kreise glauben aber, daß bei den Vorbesprechungen, welche die beiden CDU-Politiker Bundesminister Jakob Kaiser und Johannes Albers am Mittwochvormittag mit dem DGB in Düsseldorf führen, die Streikaussetzung geklärt wird. Das Bundeskabinett hat am Dienstag festgestellt, daß das vorgesehene Gespräch zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und dem DGB-Vorsitzenden Fette zunächst noch nicht stattfinden kann, da noch Vorverhandlungen Tauberbischofsheim. Durch einen Großbrand wurde in der Nacht zum Dienstag ein ganzer Ortsteil der Gemeinde Großrinderfeld im Kreis Tauberbischofsheim vernichtet. 14 Wohnhäuser, 17 Scheunen und 16 Stallungen und Nebengebäude wurden ein Raub der Flammen. 22 Familien mit 80 Personen wurden obdachlos. Das ganze Kleinvieh, der Hausrat und die landwirtschaftlichen Maschinen fielen den Flammen zum Opfer. Der Schaden wird bisher auf eineinhalb Millionen Mark geschätzt. Die Ursache des Brandes ist noch nicht bekannt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Als der Brand ansbrach, weilten die meisten der rund 1400 Einwohner der Gemeinde noch in einem Zelt, um das 40jährige Bestehen des Gesangvereins „Liederkranz“ zu feiern. Innerhalb kürzester Zeit war der Ortsteil „Unteres Tor“ in ein einziges Flammenmeer verwandelt. Feuerwehren aus zahlreichen Orten der Umgebung und die amerikanische Wehr ans Würzburg konnten das Feuer, das kurz nach Mitternacht ausbrach, erst in den frühen Morgenstunden des Dienstags eindämmen. Das Landratsamt Tauberbischofsheim hat sofort erste Hilfsmaßnahmen eingeleitet und die über offene Fragen des Verhältnisses Regierung—Gewerkschaften notwendig seien. Neue Gewerkschaftsproteste gegen Betriebsverfassungsgesetz Hamburg. Auch am Dienstag setzte der Deutsche Gewerkschaftsbund seine Protestaktionen gegen den aur Zeit im zuständigen Bundestagsausschuß behandelten Entwurf eines Betriebsverfassungsgesetzes fort. Protestkundgebungen gab es in Hannover, Bremerhaven und Flensburg, kurze Proteststreiks bei den Straßenbahnen in Kid und Lübeck und in den Betrieben der Bidefeider Metallindustrie. Adenauer will mit Länderchefs über Vertragsratifizierung verhandeln Bonn. Bundeskanzler Dr. Adenauer wird in den nächsten Tagen mit den Ministerpräsi^ denten der Bundesländer Zusammentreffen, um Verhandlungen über die Ratifizierung des Deutschlandvertrages und des EVG-Vertrages aufzunehmen. Der Bundeskanzler wurde am Dienstag vom Bundeskabinett beauftragt, die Verhandlungen mit dem Ziel zu führen, die Länderchefs davon zu überzeugen, daß eine Zustimmung des Bundesrates zu den Verträgen verfassungsmäßig nicht notwendig ist. Obdachlosen auf die amliegenden Ortschaften verteilt. In einem Aufruf wird die Bevölkerung um Sachspenden gebeten. Gasexplosion fordert 11 Tote Mailand. 11 Menschen wurden getötet und 5 erlitten schwere Verletzungen, als ein dreistöckiges Haus in Mailand am Dienstagmorgen nach einer Gasexplosion zusammenstürzte. Unter den Toten befinden sich 6 Frauen. Rettungsmannschaften arbeiteten fieberhaft, um die Verschütteten zu bergen und festzustellen, ob noch weitere Opfer von den Trümmern begraben wurden. Etwa 20 Personen sollen sich nach ersten Berichten zur Zeit des Unglücks im Hause befunden haben. Nach den ersten Berichten geschah das Unglück, als einer der Ueberlebenden in der Nähe einer undichten Gasleitung ein Streichholz anzündete. Bei den meisten Todesopfern der Explosionskatastrophe scheint der Tod sofort eingetreten zu sein. Zwei Frauen fand man noch in ihren Betten liegend. Zwei Kanarienvögel wurden in ihrem Käfig unversehrt aus den Trümmern geborgen. Großes Brandunglück in Großrinderfeld 14 Wohnhäuser, 17 Scheunen und 16 Stallungen eingeäschert 22 Familien obdachlos Amerikas europäische Aufgabe Von Prof. Dr. Karl Brandt, USA Der Jetzt 53jährige Wirtschaftspolitiker Karl Brandt ist aus Essen gebürtig und war in den Jahren vor 1933 Professor an der Universität Berlin. Nach den USA emigriert, wo er seit 193* einen Lehrstuhl an der Stanford-Universität in Kalifornien innehat, sprengte er als erster eine Bresche in den Mdrgenthau-Plan. 1945/46 war Brandt als Berater der amerikanischen Militärregierung in Deutschland tätig und in den Jahren 1948 und 1949 Gastprofessor ln Heidelberg. D. Red. Wird Europa in den kommenden Jahren die unangreifbare Festung des Westens sein, zu der es jetzt ausersehen ist? Es wird von der politischen Klugheit und dem staatsmän- nischen Geschick abhängen, die vom Weißen Haus und vom amerikanischen Kongreß an den Tag gelegt werden. Amerika verfügt in Europa über ein gewaltiges Guthaben an gutem Willen und Freundschaft. Es muß diese Gefühle pflegen. Europa bedarf der moralischen Unterstützung Amerikas mehr noch als seiner finanziellen Unterstützung. Amerika muß noch immer einige seiner tragischen Fehler wiedergutmachen, die es beim Ende des letzten Krieges beging. Amerikas Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, daß die einmalige historische Gelegenheit für eine echte Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland und für eine Integration Westeuropas Frucht trägt, und daß der Eiserne Vorhang zurückver- iegt oder — noch besser — zum Verschwinden gebracht wird. Gleichzeitig muß es dafür arbeiten, daß Westeuropa zurückgewinnt, was es durch Amerikas fehlerhafte Diplomatie verloren hat. Solange Deutschland geteilt ist. kann es in Europa keinen dauerhaften Frieden geben. Wenn argumentiert wird, daß der Verlust von 17 Millionen Deutschen samt ihrer» Land dem Westen einen Vorteil bringt, weil es Deutschland um so viel schwächer lasse, so ist das eine sehr schlechte Strategie. Europa braucht ein starkes und gesundes Deutschland, das aufrichtig und guten Willens mit den anderen Nationen des Westens zusammenarbeitet. Auch Amerika braucht ein solches Deutschland. Das beste Mittel, Deutschland eine Zusammenarbeit zu verleiden, ist, es fortgesetzt unter Druck zu halten. Diejenigen, die noch immer' für eine solche Bedrückung eintreten und die Aufrechterhaltung der Teilung Deutschlands befürworten, dienen den Zielen Stalins. Wenn man die Bundesrepublik daran hindert, mit der Ostzone Handel zu treiben, während jede andere Nation nicht nur das Recht zu einem solchen Handel hat, sondern dieses Recht auch, ausnutzt, so ist das eine höchst zweifelhafte Politik. Deutschlands Wiedervereinigung herbeizuführen erfordert, daß man mehr Geduld, einen kühleren Kopf und eine größere Zähigkeit an den Tag legt als der Kreml. Damit, daß dia Sowjets beschimpft werden, indem man sie Gangster nennt, und daß man ihnen mit Atombomben droht, löst man das Problem nicht. In dem Maße, in dem Westeuropa an Stärke gewinnt und militärisch unangreifbar wird, im gleichen Maße dürfte es der Kreml schließlich für angebracht halten, den unprofitablen Störungsgürtel in der Ostzone, in Oesterreich und vielleicht sogar in der Tschechoslowakei abzulegen. Als passende Form des Rückzugs könnte ihnen eine Niederlage in einem Wahlgang erscheinen. 4 ^, Die beste diplomatische Karte der Vereinigten Staaten ist das Eintreten für Deutschlands Wiedervereinigung. Die Sowjets brechen mit ihrer Besatzungspolitik in der Ostzone ihre Verpflichtungen und alle Grundsätze des Völkerrechts. Sie praktizieren dort eine koloniale Ausbeutung in ihrer gröbsten Form. Diese Tatsachen sollten von Amerika ausgenutzt werden, und zwar restlos. Der Gedanke, daß ein wiedervereintes Deutschland in sowjetische Hände fallen könnte, kann nur von Leuten ausgesprochen werden, die von der wirklichen Situation in der Ostzone keine Ahnung haben. Der Prozentsatz echter Kommunisten ist in der Ostzone vermutlich noch geringer als in Westdeutschland, und die kleine Clique in der Ostzone weiß, daß nach einer Wiedervereinigung ihr Spiel aus sein wird und sie dann in das Sowjetparadies auswandern muß. Die Schlacht für die Verteidigung ganz Europas wird in Berlin ausgefochten. Dort könnte der Westen noch manches leisten. Alle Berliner Arbeitslosen könnten Beschäftigung finden, wenn die dem Atlantikpakt angehörenden Mittwoch, 11. Juni 1952 Länder internationale Konferenzen und Ausstellungen nach Berlin verlegten und der Berliner Wirtschaft industrielle Aufträge erteilten. Schließlich ist es ja der Kampf der Atlantikpakt-Länder, der dort ausgefoditen wird. Große Summen werden ausgegeben, um den Kampf gegen den Kommunismus hinter den Eisernen Vorhang zu tragen; aber es wäre eine weit mächtigere Propaganda für den freien Westen, wenn es in Berlin, das von allen Seiten vom Eisernen Vorhang umgeben ist, keine Arbeitslosigkeit gäbe und die Berliner sich all das kaufen könnten, was sie in ihren Schaufenstern angeboten sehen. Europa wird ein Faktor amerikanischer Stärke in dem gleichen Maße sein, in dem Amerika sich für Europa interessiert, und im gleichen Ausmaß, in dem die Amerikaner bereit sind, ein Teil der Stärke Europas zu sein An keiner anderen Stelle der Welt findet Amerika in außenpolitischer Hinsicht aber einen so an Möglichkeiten reichen und potem tiell starken Partner wie in Europa. Sechserkonferenz am Montag ? Paris. Die nächste Konferenz der Außenminister der sechs Europapakt-Staaten, bei der der Sitz sowohl der Europa-Armee als auch der Montanunionbehörden festgelegt wer. den soll, wird voraussichtlich am kommenden Montag in Paris stattfinden. Während über die Auswahl des Sitzes für die Schumanplan- Behörden noch wenig Klarheit besteht, wird im Fall des Sitzes der europäischen Verteidi gunigsgemeinschaft Paris weiterhin eine große Chance eingeräumt, zumal sich auch das atlantische Hauptquartier in der Nähe der französischen Hauptstadt befindet. Die Gerichtshöfe der beiden europäischen Gemeinschaften dürften nach der vorherrschenden Ansicht nach dem Haag und die Parlamente nach Straßburg gelegt werden. Krach zwischen Stalin und Gottwald Wien. Informationen aus gut unterrichteten tschechischen Kreisen zufolge soll es zwischen Staatspräsident Gottwald und Stalin zu ernsthaften Auseinandersetzungen gekommen sein. Grurtd für diese Spannungen soll darin bestehen, daß sich Gottwald dem Kreml gegenüber geweigert haben soll, Waffen und Ausrüstung für die aufzustellende deutsche Nationalarmee in der Ostzone zu liefern, da Staatspräsident Gottwald in der Bewaffnung deutscher Menschen eine Bedrohung der Sicherheit der CSR sieht. In der sowjetischen Botschaft in Prag ist überraschenderweise eine große Anzahl von hohen sowjetischen Offizieren eingetroffen, und es wird erwartet, daß Marschall Konjew ebenfalls in Prag erscheinen wird. Noch keine Entscheidung in Karlsruhe Fortsetzung von Seite 1 zu entwickeln versuchen. Wir werden bei unseren Entscheidungen vielfach neue Wege zu suchen haben, denn unsere Verfassung unterscheidet sch in manchem von allem anderen neuzeitlichen demokratischen Verfassungen; sie hat vielfach den Mut zum Experiment auf sich genommen, stark beeinflußt durch die Erfahrungen des Dritten Reiches und der Weimarer Zeit.“ Von dieser Plattform aus warf Staatssekretär Strauß die Frage auf, ob das Rechtsschutzinteresse der Allgemeinheit nicht-auf andere Weise befriedigt werden könne als durch den vorliegenden Antrag. Die Prüfung von Gesetzentwürfen durch Bundesregierung, Bundesrat und Bundestag führe im allgemeinen zu der Feststellung, ob Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen bestehe oder nicht, und letztinstanzlich habe der Bundespräsident zu prüfen, ob geltend gemachte Zweifel berechtigt seien. Das Zustimmungsgesetz schaffe darum noch nicht eine durch das Gericht nachprüfbare Norm, auch nach der Ratifikation bleibe noch durchaus Raum für die Anrufung des Bundesverfassungsgerichtes. Bei dem gegenwärtigen Tatbestand könne weder behauptet werden, daß dem Grundgesetz Gefahr drohe, noch daß vollendete Tatsachen geschaffen würden. Die Bundesregierung sehe darum den Antrag der Antragsteller als nichj zulässig an. Die Meinung der Ländervertreter Letzteren erwuchsen Bundesgenossen in dem n-iedersächsischen Staatssekretär Dr. Koch und in Staatssekretär Bach als Vertreter des Landes Hessen. In dem -Bonner Völkerrechtler Prof. Dr. Schätzei hat sich die hessische Landesregierung einen prominenten Sachverständigen verschrieben. Er brachte einen neuen Gesichtspunkt in die Debatte durch die Feststellung, es handle sich hier namentlich um eine Kontrolle der dem Bundespräsidenten zu erteilenden Vollmacht zur Ratifikation „Warum soll man dem Bundespräsidenten eine weitgehendere Vollmacht übertragen, als sie sich vielleicht aus der Bundesverfassung ergibt?“ Recht eindrucksvoll waren die Ausführungen des Vertreters des Landes Rhein-Pfalz, Ministerialrats Dr. Schäfer, in dem der Bundesregierung im letzten Augenblick ein Helfershelfer erstand. Die Erklärung Niedersachsens, Hessens und Hamburgs veranlaßten ihn zu der Richtigstellung, daß der Rechtsausschuß des Bundesrates durchaus nicht einstimmig hinter den Auffassungen dieser Länder gestanden habe. Daß die Begründung für die Zulässigkeit des Antrages 75 Schreibma schinenseiten gegenüber nur 16 Schreibma schinenseiten der Antragsgegner umfasse, lasse auf die Schwäche des Antrags schließen. Nur durch Bundesgesetz könnten für das Bundesverfassungsgericht weitere Zuständigkeiten geschaffen werden, ln dem Antrag der 143 müsse man den Versuch sehen, die Zuständigkeit des Gerichts über die ihm nach dem Grundgesetz zustehenden Zuständigkeiten auszudehnen. Nach längerem Meinungsaustausch zwischen Präsident Höpker-Aschoff, Staatssekretär Dr. Strauß und Bundestagsabgeordneten Arndt wurde die Verhandlung nach fünfstündiger Beratung geschlossen, ohne daß eine Entscheidung über die Zulässigkeit der Feststelkmgs- klage zum Wehrbeitrag gefällt wurde. Der Termin für den Entscheid ist noch nicht bekanntgegeben. Neue Außenministerkonferenz Ende Juni Unterhausdebatte über Deutschlandabkommen London. Eine neue Konferenz der drei westlichen Außenminister wird für Ende Juni in London erwartet. Ein Sprecher des Fpreign Office sagte am Dienstag, man hoffe, daß der französische Außenminister Robert Schuman an den Besprechungen teilnehmen werde, die sein amerikanischer Kollege Dean Acheson während seines bevorstehenden England-Aufenthaltes mit Außenminister Eden und anderen britischen Regierungsvertretem in London führen wird. Ein Dreiertreffen würde den Außenministern neue Gelegenheit bieten, die Minister können Beamte ernennen Ministerrat verabschiedet erste Verordnung über Ernennung und Entlassung der Landesbeamten Stuttgart. Der Ministerrat des Landes Baden- Württemberg verabschiedete am Dienstag auf Grund des Ueberleitungsgesetzes die erste Verordnung des Ministerpräsidenten über die Ernennung und Entlassung von Landesbeamten. Das Recht der Ernennung von Beamten des höheren Dienstes ist dem Ministerpräsidenten Vorbehalten. Die Ressort-Minister erhalten, soweit in der Verordnung nicht Ausnahmen zugelassen werden, das Recht, in ihrem Geschäftsbereich die Beamten des gehobenen, des mittleren und des einfachen Dienstes anzustellen, zu befördern, in den Wartestand oder Ruhestand zu versetzen und zu entlassen, die Beamten im Vorbereitungsdienst und die außerplanmäßigen Beamten einzustellen und zu entlassen, und die Beamten zu versetzen. Versetzungen aus dem Bereich' eines Ministeriums in den Bereich eines anderen Ministeriums verfügt mit Zustimmung des abgebenden Ministers der übernehmende Minister. Die Abwicklungsstellen der Ministerien in den bisherigen' Ländern und die Leiter der Oberfinanzdirektionen Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen erhalten in ihrem Geschäftsbereich für die Beamten der Eingangsgruppe des gehobenen Dienstes, mit Ausnahme der Schulleiter, und für die Beamten des mittleren und des einfachen Dienstes das Recht der Anstellung, der Beförderung, der Versetzung in den Warte- oder den Ruhestand sowie das der Entlassung. Ferner erhalten die Abwicklungsstellen und die Leiter der Oberfinanzdirektionen das Recht, mit Ausnahme der Beamten des höheren Dienstes, alle Beamten im Vorbereitungsdienst sowie . außerplanmäßige Beamte einzustellen und zu entlassen oder zu versetzen. Die Rektoren der Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen, der Technischen Hochschulen Karlsruhe und Stuttgart, der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim und der Staatlichen Wirtschaftsschule in Mannheim erhalten in ihrem Geschäftsbereich das Recht, wissenschaftliche Assistenten anzustellen, zu befördern, .in den Wartestand oder den Ruhestand zu versetzen und zu entlassen..Die gleichen Rechte erhält der Präsident des vorläufigen, Rechnungshofes in Baden-Württemberg in seinem" Geschäftsbereich für alle Beamten mit Ausnahme der Beamten des höheren Dienstes. Die Abwicklungsstellen der Justizverwaltung erhalten diese Rechte nur für Beamte des mittleren und einfachen Dienstes ohne das Strafvollzugspersonal sowie für Angestellte und Arbeiter. Die Verordnung tritt mit Wirkung vom 17. Mai 1952 in Kraft. Stahlarbeiterkonflikt auf totem Punkt Truman fordert gese^liche Vollmachten zur Beschlagnahme der Stahlindustrie Washington. Die Verhandlungen über die Beilegung des amerikanischen Stahlarbeiterstreiks sind auf einem toten Punkt angelangt. Präsident Truman forderte am Dienstag in einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser des USA'-Kongresses gesetzliche Vollmachten, die ihm die erneute Beschlagnahme der Stahlindustrie und die Beilegung des Stahlarbeiterstreiks ermöglichen solle Truman forderte den Kongreß zu schnellem Handeln auf, weil „die Entscheidung über Krieg oder Frieden in der Waage hängt und die Stahlproduktion für die weitere Entwicklung von lebenswichtiger Bedeutung ist“. Der Kongreß solle die Regierung durch ein Gesetz ermächtigen, die Stahlwerke zu beschlagnahmen und ihre Leitung auf so lange Zeit zu übernehmen, bis die Industrie und die Gewerkschaften ihre Streitigkeiten beigelegt haben. Ein sachgemäß entworfenes Beschlagnahmegesetz werde den Fortgang der Stahlproduktion sicherstellen, beiden Parteien gerecht werden und den Verhandlungen zugute kommen. Truman betonte, die geplante Beschlagnahme der Stahlindustrie dürfe nicht als Maßnahme betrachtet werden, durch die eine Lösung erzwungen werden solle. Die strittigen Fragen müßten trotz der Beschlagnahme durch Kollektiv-Verhandlungen ge klart werden. Der .Kongreß solle jedoch keine Aenderungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen verhindern, solange die Stahlwerke von der Regierung betrieben werden. Mit Nachdruck erklärte der Präsident: „Zusammen mit anderen freien Völkern unternehmen wir gegenwärtig eine gewaltige Anstrengung, um die militärische Verteidigung der freien Welt aufzubauen. Diese militärische Stärke brauchen wir, wenn wir in der Lage sein wollen, einen neuen Weltkrieg zu verhindern. Ohne Stahl sind wir nicht dazu in der Lage. Der oberste Gerichtshof hat mit Mehrheitsbeschluß erklärt, daß ich die Maßnahmen nicht treffen kann, die ich' für notwendig halte. Aber das Gericht hat klargestellt, daß der Kongreß dazu in der Lage ist “ Deshalb sei es jetzt Sache des Kongresses, der überaus ernst gewordenen Lage zu begegnen. Hungerunruhen in Lhasa London. Wegen der Teuerung und Lebensmittelverknappung nach dem Einmarsch der chinesischen Truppen kam es in Lhasa, der Hauptstadt Tibets, zu Hungerunruhen, bei denen die Wohnungen bekannter Kommunisten gestürmt wurden. Auf Wunsch Chinas hat Indien die Lebensmittelausfuhr nach Tibet gestattet, um die drohende Hungersnot abzu- wenden. internationale Lage im Lichte der Entwicklung in Deutschland seit Unterzeichnung der Integrationsverträge und der Lage in Korea zu erörtern. Die drei Außenminister würden ferner bei einem Londoner Treffen die neue Westantwort auf die letzte sowjetische Deutschland-Note noch einmal überprüfen und in ihrer endgültigen Form billigen können. ber britische Außenminister Anthony Eden deutete am Dienstag in einer Unterhauserklärung an, daß Ende Juni eine Debatte des Parlaments über die von Großbritannien mitunterzeichneten Verträge stattfinden soll. Eden gab den Abgeordneten eine Ueber- sicht über die in Paris und Bonn Unterzeichneten Verträge und betonte, daß sie der Ueber- prüfung und Abänderung durch alle Vertrags-^ Partner für den Fall der Wiedervereinigung Deutschlands, der Bildung einer europäischen Föderation oder irgendeiner anderen Entwicklung unterliegen, der alle Unterzeichnerstaaten eine ähnlich grundlegende Bedeutung beimessen. Eden fügte hinzu, die neue Deutschlandpolitik sei den Westmächten zwar von den Sowjets auf gezwungen worden, habe sich aber niemals gegen die Sowjetunion gerichtet. Der französische Außenminister Robert Schuman nahm am Dienstag die Einladung zu einer Konferenz mit dem britischen Außenminister Eden und dem amerikanischen Außenminister Acheson an, die am 27. Juni in London stattfinden soll. Die Einladung wurde Schuman von dem britischen Botschafter Sir Oliver Harvey übermittelt. Nett« Ni Kfrze Bundesminister Hellwege forderte auf der Weltkonferenz für moralische Aufrüstung ln Mackinac (USA) alle Regierungen der freien Welt auf, die Finanzierung der Arbeit der moralischen Aufrüstung in ihren Haushaltsplan aufzunehmen. Die Bevölkerung des Bundesgebietes nahm »51 um 557 SN Personen zu. Dies entspricht einer Vergrößerung der am Jahresanfang vorhandenen Bevölke- rungszahl um rund 1 Prozent. Der geschäftsführende Vorstand der FDP beschäftigte sich in Bonn unter Vorsitz von Vizekanzler Franz Blücher mit den in der letzten Zeit innerhalb der Partei aufgetretenen Meinungsverschiedenheiten über innen- und außenpolitischen Fragen. ' Der Bundestagsabgeordnete Erich Langer ist aus der FDP-Fraktion ausgeschieden. Die Bezirksfachabteilung Polizei in der Gewerkschaft Oeffentliche Dienste, Transport und Verkehr fordert in einer Denkschrift einen einheitlichen Neuaufbau der Polizei in Südwestdeutschland. 1W6 ehern. Soldaten der früheren I. Panzer-Division gründeten hei einem Wiedersehenstreffen am Sonntag in DiUenburg einen Kameraden-Hilfshund. Die erste technische Fortbildungsschule für Landfrauen und Landmädchen im Bundesgebiet wurde im Lehrhof auf dem Kölner Messegelände eröffnet. In einwöchigen Lehrgängen sollen Mädchen und Frauen eine umfassende Aasbildung in allen neuzeitlichen technischen Einrichtungen für die Hausund Hofwirtschaft erhalten. Der Leiter des Untersuchungsausschusses freiheitlicher Juristen aus der Sowjetzone, Dr. Theo Friedenau, forderte in Bonn von der Bundesrepublik und der freien Welt aktive Maßnahmen, um den Widerstandswillen der Bevölkerung der Sowjetzone zu unterstützen und Westberlin zu stärken. Nach einem etwa dreiwöchigen Erholungsaufenthalt in Thüringen hat der Sowjetzonen-Ministerprä- sident Otto Grothewohl (SED) seine Regierungsgeschäfte wieder aufgenommen. Die von kommunistischer Seite geplante Konferenz gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands, die vom 13. bis 15. Juni in. Paris stattfinden sollte, soll jetzt in Kopenhagen abgehalten werden. Dazu entschlossen sich die Veranstalter, weil die französische Regierung mehreren zur Konferenz geladenen Persönlichkeiten das Einreisevisum verweigert hat. Die Laufzeit des Atlantikpaktes soll voraussichtlich von 2* auf 5o Jahre verlängert werden. Kardinal von Faulhaber ernstlich erkrankt München. Der Erzbischof von München-Frei- sing, Michael Kardinal von Faulhaber, ist seit einigen Tagen schwer erkrankt. Wie das Erz- bischöfliche Ordinariat mitteilte, ist der Zustand des 83 Jahre alten Kirchenfürsten seit Dienstag besorgniserregend. Die Antwort an Moskau Französisch-amerikanische Gegensätze sichtbar Drahtbericht unseres Pariser rl-Vertreters Paris. Am Quai d’Orsay finden augenblicklich Beratungen zwischen diplomatischen Experten über die Antwortnote an Moskau statt. Wie es heißt, weisen die drei ausgearbeiteten Entwürfe der. Westmächte starke Verschiedenheit ten auf. Die Beobachter haben den Eiüdruckv daß die amerikanische Fassung keine neuen Vorschläge an die Sowjetunion enthält’, und im wesentlichen völlig negativ ist. Demgegenüber soll die französische Diplomatie auf ausdrücklichen Wunsch des Ministerpräsidenten ihre Version so abgefaßt haben, daß sie auf den baldigen Zusammentritt einer Viererkonferenz über die deutsche Frage hinzielt. > Die Politik Pinays wird damit erklärt, daß er mit der Haltung Achesons gegenüber den französischen Garantiewünschen unzufrieden sei und daß er seine Finanzpolitik durch die weitere Verschärfung des kalten Krieges gefährdet sehe. Pinays Haltung findet in der britischen Presse starken Widerhall. Ausbrecherin hing am Blitzableiter Herrenberg. Polizei und Gefängnispersonal mußten im Amtsgerichtsgefängnis Herrenberg unter Lebensgefahr eine Ausbrecherin vom Blitzableiter des Gebäudes holen. Die Ausbrechern!, eine 24jährige Untersuchungsgefangene aus Herrenberg, war in einem unbewachten Augenblick auf das Dach des Gefängnisses gestiegen und hatte versucht, über den Blitzableiter die Freiheit zu erlangen. Ein Mauervorsprung dicht unterhalb des Daches erwies sich jedoch als unüberwindliches Hindernis und bewirkte, daß das Mädchen in hoffnungsloser Lage am Blitzableiter hing. Der Gefängniswärter, der inzwischen den Ausreißversuch bemerkt hatte, alarmierte die Polizei. Die Beamten stiegen auf das Gefängnisdach und warfen dem Mädchen ein Rettungsseil zu. Die Ausbrecherin wollte sich aber nicht retten lassen und rief den Beamten zu, sie werde sich in die Tiefe stürzen. Die Beamten mußten daraufhin einen Teil des Daches abdecken und das Mädchen nach einer halsbrecherischen Kletterpartie gewaltsam zurückholen. Vermißte Ruderer noch nicht aufgefunden Kopenhagen. Die Suche nach den fünf jungen Ruderern aus Hoyer (Nordschleswig), die seit Sonntag im Wattenmeer vor der nordschles- wigschen Westküste vermißt werden, ist bisher ohne Ergebnis verlaufen. An der Suchaktion beteiligten sich am Montag zwei dänische Flugzeuge, zwei Flugzeuge der britischen Luftstreitkräfte, dänische Marinekutter, Soldaten und Sportkameraden der Verunglückten, sowie das deutsche Rettungsboot „Hermann Freese“ von der Insel Sylt. Das gekenterte Boot wurde von dem deutschen Boot in der Nähe von Jorsand geborgen und an Land gebracht Die vier Riemen und ein Sitz des Bootes wurden weit verstreut im Wattenmeer gefunden. „Hermann Freese* will die Suchaktion fortsetzen. Sljährlger erschoß seine Freundin Fürth. Ein ungewöhnlicher Mordfall hat im regt. Der 21jährige Hans Neubert aus Reichelsdorf bei Nürnberg gestand nach seiner Festnahme am Montag, in den frühen Morgenstunden auf einem Feld bei Reuth die 19jährige Landwirtstochter Margarete Felz erschossen zu haben, weil die Eltern des Mädchens gegen ihr Verhältnis mit Neubert waren. Der ebenfalls festgenommene 17jährige Michael Kittel aus Reuth gab zu, auch auf das Mädchen geschossen zu haben. Beide Täter hatten geplant, anschließend auch die Freundin von Kittel umzubringen. Der zweite Mord wurde nur durch einen Zufall verhindert. Als Margarete Felz am Montagmorgen auf das Feld ging, schlichen ihr die beiden Jugendlichen nach und verbargen sich in einem Waldstück. Neubert gab zunächst aus einer Entfernung von etwa 30 Metern vier Gewehrschüsse ab, die jedoch fehlgingen. Als ein Schuß Kittels ebenfalls nicht traf, nahm Neubert eine Pistole, ging auf das Mädchen zu und erschoß es aus nächster Entfernung. Die Täter ließen ihr Opfer liegen und flüchteten in die angrenzenden Wälder. Zwei Stunden später wurden sie von der Landpolizei festgenommen. Wetterbericht Ein ausgedehntes Hochdruckgebiet reicht von den Azoren bis nach England und mit einem Ausläufer nach Mitteleuropa. Dadurch wird die Störungstätigkeit zunächst nach Norden abgedrängt. Abgesehen von zeitweise durchziehenden Wolkenfeldern wird mindestens vorübergehend warmes Wetter erwartet. Aussichten bis Mittwochabend: Heiter bis wolkig und trocken. Weitere Erwärmung besonders im Gebirge. Meist schwache Luftbewegung aus wechselnden Richtungen. Weitere Aussichten am Donnerstag, vorübergehend wolkig, voraussichtlich örtliche Gewitter, sonst Fortbestand des überwiegend freundlichen und warmen Wetters. Zeitweise auffrischende Landkreis Ansbach (Nordbayern) Aufsehen er- Winde aus westlichen Richtungen. Bundestag will Berlin helfen Mehr Aufträge für Berliner Wirtschaft bedrängte Stadt Drahtberichl Noch für ein halbes Jahr Lebensmittel für die Einmütige Billigung der Kanzlererklärung Bonner Vertretung Forderungen des DHV-Verbandstages Königswinter. Der erste ordentliche Verbandstag des DHV seit der Wiedergründung dieses christlich-nationalen Berufsverbandes der Kaufmannsgehilfen fand in Königswinter statt. Aus dem Rechenschaftsbericht über die Arbeit in den ersten 15 Monaten seines Wiederbestehens geht hervor, daß der DHV. der bereits wieder über 160 Ortsgruppen im Bundesgebiet und einige Gliederungen im Ausland verfügt, erneut die verantwortungsbewußte Vertretung der berufspolitischen Belange und der sozialen Interessen der deutschen Kaufmannsgehilfen aufgenommen hat. Der Verbandstag faßte den Beschluß, dem Verband endgültig den Namen: „DHV — Deutscher Hand- lungsgehilfen-Verband (Gewerkschaft der Kaufmannsgehilfen)“ zu geben. Zum Verbandsvorsteher des DHV wurde Karl Hahn einstimmig wiedergewählt. In einer Reihe von Entschließungen legte der Verbandstag die Richtlinien für die zukünftige berufs- und sozialpolitische Arbeit des DHV fest. Es wurde eine grundsätzliche und sinnvolle Reform der Sozialversicherung unter Aufrechterhaltung der Selbständigkeit der bewährten Sozialversicherungsträger gefordert und in der Tarifpolitik eine gerechte Bewertung der beruflichen Leistung der kaufmännischen Angestellten verlangt, die eine Abkehr von der in erschreckendem Umfang in Erscheinung getretenen Nivellierung voraussetzt. Der DHV wiederholte seine Forderung nach Schaffung einer Betriebsverfassung, die eine verantwortungsbewußte Mitbestimmung der Arbeitnehmer innerhalb und außerhalb der Betriebe bei vertrauensvoller, von gegenseitiger Achtung getragener Zusammenarbeit der Sozialpartner gewährleistet. Die derzeitigen Streikaktionen des DGB wurden von dem Verbandstag des DHV erneut und entschieden abgelehnt, da diese keinerlei vertretbaren gewerkschaftlichen Charakter tragen, sondern ausschließlich gegen die Entscheidungsfreiheit des frei gewählten Parlamentes der Bundesrepublik gerichtet sind. Koje. Die zur Bewachung der Gefangenenlager auf de* Insel Koje eingesetzten UNO- Truppen-haben am Dienstag den bewaffneten Widerstand der rebellierenden kommunistischen Gefangenen gebrochen und die Insassen von zwei besonders schwierigen Gefangenenlagern in neuen kleineren Unterkünften untergebracht. Bei den Aktionen gegen die beiden Gefangenenlager stießen die UNO-Truppen auf starken Widerstand. 31 Gefangene kamen ums Leben, 139 wurden verwundet. Die amerikanischen Truppen hatten einen Toten und 12 Verwundete. Offiziere des amerikanischen Erkundungsdienstes gaben nach der Räumung der Lager bekannt, sie hätten Pläne für einen Massenausbruch von kommunistischen Kriegsgefangenen entdeckt. Bei der Räumung der Lager mußten die Amerikaner mit Tränengas gegen die Gefangenen Vorgehen, die sich in Deckungsgräben Dr. Stuttgart In der Mitgliederversammlung des Verbandes der südwestdeutschen Textilindustrie sprach Bundeswirtschaftsminister Prof. Dr. Erhard über wirtschaftspolitische Tagesfragen. Die bevorstehenden Verteidigungsmaßnahmen würden nicht die durchgreifenden Aenderungen im Gebiete der Textilindustrie nach sich ziehen, die vielfach erwartet würden. Die Einkleidung von einigen Hunderttausend Soldaten werde nicht ein wirtschaftliches Wunder auslösen können. Die Textilindustrie solle sich daher in dieser Hinsicht keinen Illusionen hingeben. Die starke Aufwärtsentwicklung, wie sie seit 1948 zu beobachten war, könne sich nicht ständig fortsetzen. In der Vergangenheit sei vielfach in der ■Wirtschaft an hohen Preisen festgehalten worden, auch wenn dadurch der Absatz wesentlich gesenkt wurde. Zum Lob der Textilindustrie müsse gesagt werden, daß sie es im letzten Jahre verstanden habe, wieder in eine Mengenkonjunktur hineinzukommen. Er sei ein Gegner der Kartelle, weil er wünsche, daß scharf kalkuliert werde, um weitesten Kreisen die Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu ermöglichen. Es bestehe kein Anspruch des Unternehmers, die Kosten immer durch den Preis ausgleichen zu lassen. Wenn die Preise unter die Kosten sinken, müsse ein Unternehmer den Mut haben, das hinzunehmen, sonst sei er kein Unternehmer mehr. Die Wirtschaft stehe und falle mit der Risikobereitschaft des Unternehmers. Wenn die Unternehmerwirtschaft Rentnerzüge trage, gebe sie ihren Charakter preis. In der Marktwirtschaft gebe es keine unternehmerische Pfründe; die dazu vorhandenen Ansätze werde das Kartellgesetz beseitigen. Wenn die Risikofreudigkeit des Unternehmers nicht jeden Tag demonstriert werde, sei es nicht weit zu der Forderung, daß man keine Unternehmer brauche, sondern daß Funktionäre an ihre Stelle treten könnten. Die 40-Stundenwoche sei erst diskutabel, wenn man durch größere Rationalisierung dahin gekommen sei, in 40 Stunden mehr zu leisten als jetzt in 48 Stunden. Professor Erhard glaubt, auch weiterhin in Bonn. Einmütig kam im Bundestag am Dienstag der feste Wille zum Ausdruck, Berlin angesichts des sowjetischen Drucks in verstärktem Maße jede nur mögliche Wirtschaftliche Hilfe zu geben. Der Berlin-Ausschuß des Bundestages wurde beauftragt, diese Aufgabe zusammen mit den zuständigen Ausschüssen zu übernehmen. Die Bundesregierung wird alle Bundes- und Länderbehörden anweisen, noch mehr Aufträge nach Berlin zu geben. Die für sechs Monate in Berlin angelegten Nahrungsmittelvorräte sollen weiter aufgefüllt werden. Bundeskanzler Dr. Adenauer, der die verstärkten Hilfsmaßnahmen des Bundes für Berlin ankündigte, wird nach der ersten Lesung der deutsch-alliierten Verträge selbst nach Berlin fahren, um die dort ergriffenen Maßnahmen zu prüfen. Er versicherte, „daß wir die große und entscheidende Bedeutung Berlins im Kampfe für die Freiheit Deutschlands und Europas und im Kampf für die Wiedervereinigung Deutschlands in vollem Umfang anerkennen“. Der Bundeskanzler beantwortete damit eine große Anfrage der SPD. Berlins regierender Bürgermeister Reuter appellierte an die Wirtschaft des Bundesgebietes, Berlin mehr Aufträge als bisher zu geben. Der Stadt wäre geholfen, wenn der Anteil ihrer Wirtschaft an den Aufträgen der Wirtschaft der Bundesrepublik auf 4 bis 5 Prozent erhöht wird. Der Berliner SPD-Abgeordnete Willi Brand hatte unter dem allgemeinen Beifall des Hauses erklärt „In Berlin wird ein wesentliches Stück unseres gesamtdeutschen Schicksals entschieden“. Er bedauerte, daß die Aufträge für Berlin zurückgegangen seien. Brand schlug verschanzt hatten und den UNO-Soldaten mit Spießen, Schwertern, Messern und Sandsäcken zu Leibe gingen. Für alle Fälle hatten die Amerikaner Panzer- und Feldgeschütze aufgefahren, die aber nicht in Aktion zu treten brauchten, da sich die Gefangenen schließlich ergaben. Bei der Räumung des zweiten Lagers, in dem sich wie in dem ersten etwa 6000 Gefangene befanden, gab es kaum Widerstand. Bei der Durchsuchung der Lager fand man „Molotow-Cocktails“, selbstgemachte Gasmasken, Maschinengewehre, Karten der Insel und zahlreiches Nachrichtengerät einschl. Funkstation und Telefonanlagen. Der nordkoreanische Oberst Lee Hak Koo, der die meuternden Kriegsgefangenen angeführt hatte, wurde zum Verhör in das Hauptquartier des Lagerkommandanten General Boatner gebracht und wird vorläufig in Einzelhaft gehalten. Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung Optimistisch sein zu dürfen. Es müsse eine Steuerreform durchgeführt werden, die heute ein internationales Urproblem geworden sei. Es gehöre Mut dazu, eine Steuerpolitik einzuführen, die zunächst ein Defizit bringe. Man müsse deswegen so operieren,’ daß die Minderung des Steuereinkommens durch ein größeres Volumen der Wirtschaft nicht nur aufgeholt, sondern überschritten werde. Der europäische Markt müsse endlich Wirklichkeit werden. Ein Plan für die Zusammenarbeit sei in seinem Kopfe ziemlich fertig. Die Länder müßten sich zur Einhaltung von Richtlinien in der Haushalts- und Währungspolitik verpflichten und sich eine Kontrolle darüber gefallen lassen. Kein Land dürfe mehr verbrauchen, als in der heimischen Wirtschaft an Werten her gestellt wird! Dieser selbstverständliche Grundsatz 6ei Voraussetzung für einen freien Umtausch der Währungen. Alle gegenwärtigen Wechselkurse seien falsch, eine europäische Währungskonferenz müsse richtige Währungsverbindlichkeiten bringen. Wer es fertig bringe, mit der Devisenzwangswirtschaft in Europa Schluß zu machen, habe mehr für Europa getan als die Staatsmänner aller Länder zusammenge- genommen (stürmischer Beifall). Professor Erhard hofft, daß die letzten Reste der Zwangswirtschaft in Deutschland noch während der jetzigen Legislaturperiode des Bundestages verschwinden. Dr. Walter Raymond, Vorsitzender der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, erklärte die Bereitschaft der Unternehmer, mit den Gewerkschaften auch weiterhin auf der Basis des Betriebsrätegesetzes von 1920 und der bisherigen gesetzlichen Bestimmungen über die Beteiligung der Arbeitnehmer ,am Aufsichtsrat zusammenzuarbeiten. Das Betriebsverfassungsgesetz, wie es von der Bundesregierung vorgelegt werde, sei für die Unternehmer annehmbar. Die wirtschaftliche Demokratie, cjie von den Gewerkschaften aus taktischen Gründen gefordert werde, lehne aber die Unternehmerschaft ab unserer unter anderem eine zentrale Auftragsregelung für Berlin, eine Bundesgarantie für den gesamten Berliner Güterfernverkehr, steuerliche Vergünstigungen, eine' Vorfinanzierung der Berliner Aufträge aus ERP- und Garioa-Mit- teln und einen Sonderzuschuß des Bundes von 100 Millionen DM für den sozialen Wohnungsbau in Berlin vor. Der Bundestag nahm einen Antrag der Regierungsfraktionen an, wonach das Parlament die Erklärung der Bundesregierung begrüßt, daß sie alles tun wird, um die Lage Berlins zu bessern. Der Berlin-Ausschuß wurde beauftragt, diese Aufgabe zusammen mit den zuständigen anderen Ausschüssen zu übernehmen und gegebenenfalls Vorschläge zu machen. Der Bundestag verabschiedete außerdem das Ratifikationsgesetz zur Annahme der EuroDrahtbericht unseres Berlin. Die Zeit des Rätselratens und der Kombinationen um die Gegenmaßnahmen des Kreml auf staatspolitischem Gebiet nach einer eventuellen Ratifizierung des Generalvertrages durch den Bundestag ist noch nicht vorbei, sie wird im Gegenteil recht lebhaft ausgefüllt mit politischem Gesellschaftsgespräch, dem nur wenige ernstzunehmende Informationen zugrunde liegen. Eine dieser ernstzunehmenden Informationen verdient jedoch unsere Beachtung, weil sie reale Grundlagen und einen hohen Wahrscheinlichkeitsgrad hat. Sie spricht von einem Plan, der den föderativen Zusammenschluß der Tschechoslowakei, Polen und der ostzonalen DDR für den Fall vorsieht, daß der Kreml keine Aussichten mehr sieht, seine gesamtdeutsche Politik nutzvoll fortzusetzen. Technische Schwierigkeiten dürften diesem Plan — wenn man von der Währungsfrage absieht — kaum entgegenstehen. Alle drei Länder sind planwirtschaftlich organisiert und bereits jetzt dabei, verschiedene Industriezweige zu verflechten. Die überstaatlichen Wirtschaftsbindungen gehen über das Maß „üblicher“ Wirtschaftsbeziehungen weit hinaus, wenn auch offiziell Handels- und Austauschabkommen noch diese Beziehungen regeln. Politisch stehen diesem Plan nur nationale Einwendungen gegenüber, die sich aber wohl unter der geübten Regie des Kreml in Wohlgefallen auslösen dürften. Und nicht zuletzt dürfte der Kreml mit einer solchen Idee die Frage der Oder-Neiße-Linie und der Sudetengebiete so gelöst haben, daß es außerordentlich schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein sollte, diesen Komplex staatspolitisch wieder aufzulösen. Im Augenblick wissen wir allerdings nicht mehr, als daß solch ein Plan in dem hier angedeuteten Rahmen existieren soll und daß er auf eine wahrscheinliche Anregung von Pankow zurückgeht. Seine Existenz sollte dazu zwingen, auch von westdeutscher Seite aus eine vernünftige Ost-Konzeption festzulegen. Ruhe vor dem Sturm? Die eingetretene Pause im Nervenkrieg dürfte nach Ansicht gut informierter Berliner Persönlichkeiten noch absehbare Zeit anhal- ■ten — wenn man kleinere Nadelstichaktionen nicht dazu rechnen wolle. Diese etwas überraschende Wendung zur Beruhigung der Situation dürfte Umständen zuzuschreiben sein, die gegenwärtig noch nicht in ihrem wahren Umfang bekannt sind, die sich jedoch auf der diplomatischen Ebene bewegen sollen. Ein großer Teil der darüber angestellten Kombinationen bringt die Ablösung des Sowjet- Botsehafters Puschkin durch den „unbekannten“ Iljitschow mit der Entwicklung in Zusammenhang. Einer der Gründe, die zu dieser Pause führten, ist — wie aus diplomatischer Quelle bekannt wird — die Ansicht der Russen, in Europa noch ein bis zwei Jahre Zeit zu haben. So wird sich der Nervenkrieg zu einer Häufung von heftigen Intervallen und scheinbaren Leerlaufpausen entwickeln. Auch in der weiteren Entwicklung der Deutschland-Frage sieht man nicht ganz so schwarz, wie man Heroldsbach. In der Pfarrkirche, von Heroldsbach (Oberfranken) gab Pfarrverweser Dr. Emst Schmitt wie die Deutsche Presseagentur berichtet, während der Messe am Sonntag die Exkommunikation der „Seherin“ Hildegard Lang bekannt. Die Exkommunikation traf zum ersten Mal eine Einheimische Hildegard Lang wurde von dem Pfarrverweser aufgefordert, sofort das Gotteshaus zu verlassen, damit die heilige Messe gefeiert werden könne. Als sie der Aufforderung nicht nachkam, verließ der Pfarrer mit den Ministranten den Altar und begab sich in die Sakristei. Der Gottesdienst konnte erst wieder fortgesetzt werden, nachdem Hildegard Lang schließlich doch die Kirche verlassen hatte. Der Gemeinderat von Heroldsbach faßte dann tun Sonntagnachmittag den Beschluß, sich auf paratskonvention Uber den Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten. Die Bundesregierung wurde beauftragt, die Westalliierten zu bitten, einen internationalen Finanzausschuß unter der Beteiligung Deutschlands einzusetzen, der die Behandlung der deutschen Auslandsvermögen im Zusammenhang mit der Schuldenregelung prüfen soll. Das sogenannte Geschäftsraummieten-Gesetz wurde gegen die Stimmen der SPD und KPD verabschiedet. Danach unterliegen Geschäftsräume und gewerblich genutzte unbebaute Grundstücke mit Wirkung vom 1. Dezember vorigen Jahres nicht mehr den Preisvorschriften. Die nächste Bundestagssitzung beginnt am Mittwoch um 9 Uhr. Berliner Vertreters etwa nach der Unterzeichnung des Generalvertrages annehmen konnte. Obwohl führende Pankower Sprecher die Unterzeichnung mit der Ratifizierung zur Einleitung ihrer Gegenmaßnahmen gleichsetzten, scheint man im Kreml zu einer kühleren Betrachtung der Lage geneigt. Natürlich steht der Wechsel in der Botschaft Unter den Linden damit in Zusammenhang. Botschafter Puschkin, der einer der vielen stellvertretenden sowjetischen Außenminister wurde, bleibt nach wie vor der Kreml-Spezialist für Deutschland- und mitteleuropäische Fragen Sowjets fordern Einstellung der alliierten Militärstreifen Bonn. Der Chef der sowjetischen Kontrollkommission, General V. Tschuikow, hat den stellvertretenden amerikanischen Hohen Kommissar in Deutschland, Samuel Reber, in einem Schreiben aufgefordert, unverzüglich alle Versuche, bewaffnete Militärpatrouillen auf der Autobahn Berlin—Marienbom einzusetzen, einzustellen. Tschuikow hat in seinem Schreiben einen Protest Samuel Rebers gegen die Behinderung der alliierten Patrouillen auf der Autobahn Berlin—Marienbom zurückgewiesen. Zwei Redakteure von Volkspolizei festgenommen Berlin. Volkspolizisten der Sowjetzone und ein Sowjetsoldat zwangen am Dienstagnachmittag unter Androhung von Waffengewalt den DPA-Redakteur Friedrich Weber und den DPA-Bildredakteur Günter Bratke aus dem britischen Sektor Berlins auf Sowjetzonengebiet zu kommen. Dort wurden die beiden zusammen mit ihrem Begleiter, dem Gastwirt Horst Breddin, festgenommen. Die beiden Redakteure waren nach Bürgerablage gefahren, weil hier die Sowjetzonenbehörden an diesem Grenzpunkt zwischen dem britischen Sektor und der Sowjetzone, der in seiner Zugehörigkeit zu Westberlin nicht umstritten ist, Grenzänderungen vorgenommen haben sollten. Um die beiden vor einer ungewollten Verletzung der Zonengrenze zu bewahren, hatte sich der Wirt des Lokals Bürgerablage, Horst Breddin, erboten, sie zu begleiten. Während sich die drei einwandfrei auf Westberliner Gebiet befanden, tauchten nach Augenzeugenberichten jenseits der Zonengrenze aus Buschwerk vier Volkspolizisten und ein Sowjetarmist auf, legten ihre Karabiner an und riefen ihnen zu: „Halt, rüberkommen. Hände hoch“. Unter der Waffengewalt folgten die drei dem Befehl und wurden darauf von den Volkspolizisten und dem Sowjetsoldaten festgenommen und abgeführt. Nylonbanknoten und Kunststoffmünzen in Frankreich 1 Paris Wie aus informierten Kreisen verlautet, erwägt das französische Finanzministerium die Herstellung von Nylonbanknoten und Kunststoffmünzen, da sie nun mehr als die Hälfte billiger sind als Banknoten aus Papier und Metallgeld. die Seite der Kirche zu stellen und „von den bedauerlichen Vorgängen am Herrengarten, die Heroldsbach in schlechten Ruf brachten“, zu distanzieren. Den ortsfremden Organisatoren der Marienerscheinungen wurde nahegelegt, den Ort zu verlassen. Die Verkaufsstände am Dorfweiher müssen von den Besitzern entfernt werden, die Lichtleitung zum Herrengarten, dem „Erscheinungshügel“, wird abgeschaltet. Schon Ende April hatte die vatikanische Kongregation des heiligen Offiziums die deutschen Bischöfe ersucht, die Wallfahrten und den Kult der angeblichen Marienerscheinungen in Heroldsbach zu untersagen. Der Bamberger Erzbischof Joseph Otto Kolb hatte in einem Hirtenbrief darauf hingewiesen, daß Verstöße gegen das Verbot mit Kirchenstrafen bis zur Exkommunikation belegt werden. Mit Tränengas gegen Gefangene Kommunistischer Widerstand auf der Insel Koje gebrochen — Insgesamt 32 Tote und 151 Verwundete Risikobereitschaft des Unternehmers Leigte Reste der Zwangswirtschaft sollen verschwinden (Von unserer Stutt garter Redaktion) Kombination um östliche Föderation Besteht ein Plan zum Zusammenschluß der CSR und DDR? — Zum Bolschafterwechsel in Karishorst Erste Exkommunikation in Heroldsbach Gemeinderat beschließt »sich auf die Seite der Kirche zu stellen I t I Mittwoch, 11. Juni 1952 Herrgottstag im Kinzigtal Mitten im Sommer, wenn in den Gärten die wunderbaren Pfingstrosen blühen und von den Halden der Ginster sein leuchtendes Gold her- untersehickt, wenn die Eichen geschält werden und auf den Matten das Heu duftet, ist Herrgottstag Fronleichnam steht auf dem Kalender, aber hierzuland sagt das Volk einen viel schöneren Namen zu dem Hochfesttag: es ist des Herrgotts Ehrentag. * Wir schreiten durch Gengenbach. Allerorten sind fleißige Hände am Werk und zieren die Häuser und Straßen. Klosterschwestern wetteifern miteinander, die Straße beim Bahnhof ln eine prunkvolle Blumenallee zu verwandeln. Herrliche Blumenläufer und Teppiche vor den Altären verraten die kunstsinnige Regie der Schwestern aus dem Mutterhaus. Von moderner kirchlicher Kunst zeugen die Altarbilder, doch auch manch kostbares altes Gut wird zur Ausschmückung verwendet. Und all das Schöne verklärt die Morgensonne, die über die spitzen Giebel der alten Stadt in unerschöpflichen Kaskaden fällt. Als wir zum Kinzigtor hinausfahren, flattern die gelb-weißen Fahnen im Wind. In allen Dörfern und den kleinen Städtchen an der Kinzig ist emsiges Schaffen, das einem Wetteifern gleichkon\mt. In Haslach steht heute der Sebastian über dem Stadtbrunnen in einem Birkenwald. Heute wollen wir aber nicht lange in der Hansjakobstadt verweilen, in der wir ja zu allen Jahreszeiten Einkehr halten. Weiter rollt unser Wägele, Hausach zu. Hier steht am Stadteingang ein Schutzmann und weist uns einen Weg außerhalb der Hauptstraße. Vor der spitztürmigen Kirche schallen die Glocken. Die Kirchgänger sammeln sich zur Prozession und als wir über die Kinzigbrücke fahren, knallt 6chon der erste Böller vom Schloßberg und ein blaues Rauchwölklein schwebt wie ein Ockern aus Himmelshöhen über dem Tal. ♦ Geschäftig hüpfen die Wellen des heimatlichen Bergflusses von Stein zu Stein und unter schattigen Bäumen schlängelt sich die glitzernde Straße zwischen hohen Bergen gen Wolfach. Der ehemalige fürstenbergische Amtssitz soll für heute unser Ziel sein und hier wollen wir den Herrgottstag in all seiner Prachtentfaltung mitfeiern. Wir verlassen am Schloßtor unser gutes Wägele und schicken es heimwärts, derweilen wir auf Schusters Rappen durch die vorfestlichen Gassen der heimeligen alten Waldstadt schlendern. Hier und dort wird emsig geschafft und Zierat angebracht. Die Hauptstraßen sind in einen Birkenwald verwandelt. Selbst die Kinzigbrücken prangen im Grün, das heute in Mengen von den Weidbergen in der Runde zur Ehre Gottes geholt wurde. Ein imposantes Bild kleinstädtischer Großzügigkeit bietet der Platz vor dem Rathaus, welches hoheitsvoller Mittelpunkt ißt. Die Glok- ken läuten von der Stadtkirche, die drüben über der Kinzig in der Vorstadt steht. Fernher hört man Musikklänge und bald darauf kommen in der Kurve bei der Kinzigbrücke die ersten Meßbuben mit Kreuz und Fahnen geschritten. Rechts und links der Straße gehen gemessenen Schrittes, im Takt der Musik, die Beter. Zuerst die kleinen Buben, die heute mal keine Lausbuben sind; dann die Mädelchen mit ihren Blumenkörbchen. So stuft sich in den Reihen das Alter, singend und betend. Gott lobend und preisend. Schäppelmaidli tragen das Muttergottesbild auf den Schultern. Im Frühsonnenschein glitzern die Glasperlen und im Wind flattern die roten langen Zopfbänder und mit ihnen um die Wette die Fahnen, weiße und rote und blaue. Es naht das Allerheiligste. Der „Himmel“ wird von vier Männern in der alten Kinzigtäler Tracht getragen. Zu beiden Seiten gehen einige Schäppelmaidli die eine lange Tannengirlande mittragen. Ach, ist das schön, unvergeßlich schön. Es wäre schade, wenn es einmal unterbliebe! - * Vielstimmiges Klingeln der Meßglöcklein preist das Sanktissimum, das der Priester andachtsvoll durch die Reihen der Gläubigen trägt, von Station zu Station. Dort werden jeweils die Evangelien gelesen. Kniend empfängt das Volk den Segen, denn der Herrgott zieht heute als ein König über die Erde. Die Musik spielt Choräle, die Prozession wallt durch’s rundbogige Schloßtor, kommt auf einer Nebenstraße zurück zu einem Altar, der mit einem der weitbekannten Blumenteppiche geschmückt ist, wendet zur alten Kinzigholzbrücke und gelangt schließlich unter dem Geläute aller Kirchenglocken heirh in’s Gotteshaus. Droben vom Berg krachen die Böller. Das Echo rollt wie Donner in den Schluchten fort. Die Frauen, die ja immer als die Letzten bei den Prozessionen gehen, möchte ich noch ganz besonders erwähnen: Ihr Wolfacher Frauen und auch Ihr in den anderen Trachtengemeinden, die Ihr noch der Eltern kleidsame Tracht trägt, geht doch künftig gemeinsam miteinander gleich hinter den Frauenfahnen, nicht so verzettelt. Feierlich erbauend und andachisheischend ist Euer" gemessener Gang und erst recht dann, wenn Ihr beieinander seid. Ihr werdet allen, auch den mit den Höhenautös gekommenen Fremden, Hochachtung und Ehrfurcht gebieten. D’ alt Flamm -Sf: Auch Tiere können denken Zoolopenkongreß in Freiburg erbrachte Fülle von Anregungen Der nach fünftägiger Dauer beendete Freiburger Kongreß der deutschen Zoologen brachte eine Fülle von Material und neuen Anregungen zur Erforschung der Tierwelt, die Vererbung und die Entwicklung der Lebewesen. Der Freiburger Zoologe, Professor Dr. Otto Köhler, konnte als Ergebnis langjähriger Forschungen nachweisen, daß allen höheren Tieren ein gewisses Maß von Denkvermögen eigen ist. An Hand von Versuchen zeigte er, daß zum Beispiel das Unterscheiden einer Anzahl von Dingen von eins bis sechs, unter anderem ganz verschieden aussehende Punkte auf dem Deckel eines Freß-Schälchens, zu einem „unbenannten Denken“ in der höheren Tierwelt gehört. Der Erforscher der „Sprache“ der Bienen, Professor Dr. Karl von Frisch, München, wies auf Grund neuer Untersuchungen nach, daß die Bienen die Zeit bei ihrer Orientierung nach der Sonne ebenso einzukalkulieren vermögen, wie es etwa ein Krebs der Mittelmeerküste tut. Schriftsteller und Diplomat ( Zum siebzigsten Geburtstag Wilhelm Hausensteins Der neue deutsche Staat hat gut daran getan, zu seiner Vertretung an die vornehmsten Stellen Männer des geistigen Lebens und des Schrifttums zu berufen. Nächst der Persönlichkeit des Bundespräsidenten fällt hier diejenige des Geschäftsträgers der Bundesrepublik in Paris ins Gewicht: Dr. Wilhelm Hausenstein, Verfasser von reichlich drei Dutzend Büchern, Künstlermonographien, Kunstgeschichten, Essays, Wanderbüchem, Uetoerset- zungen, einer Autobiographie und sogar einiger Erzählungen. Repräsentativ war Hausenstein von jeher, als Feuilletonleiter der alten „Münchner Neuesten“, als Verantwortlicher des hochangesehenen Literaturblattes der „Frankfurter Zeitung“ und nunmehr als Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, die ihm ihren Vorsitz trotz ständiger Abwesenheit offen hält. In ihm ersteht €dn Typ des Diplomaten, der gleichberechtigt neben den des Berufsdiplomaten tritt, der Botschafter des Geistes, der „homme de lett- res“ in politischer Mission, wie ihn Frankreich zu seinem Nutzen in Claudel, Giraudoux, Her- riot u. a. längst verwandt hat und wie er in ähnlicher Verquickung der Tätigkeit bereits in den historischen Fällen von Rubens und Leibniz in Erscheinung getreten ist Hausensteins Stil entspricht seiner äußeren Erscheinung; er ist gepflegt, elegant, ausgewogen und gebildet. Seine präzise Aussage entspringt der Beobachtungsgabe eines ausgesprochenen Augenmenschen, gleichfalls einer. Veranlagung, die dem Auslandsvertreter wiederum zustatten kommt. Doch verfügt nicht jeder Diplomat über die ungewöhnliche Treffsicherheit des Ausdrucks, die nur demjenigen gegeben ist der ein unmittelbares Verhältnis zur Sprache besitzt. Dazu tritt das Zuhause- Bein in Kulturen, Ländern, Stilen und Lebenswerken und. eine Belesenheit in den wesentlichen Literaturen und Wissenschaften. In einem knappen Charakterbild vermögen die Titel einzelner Veröffentlichungen kaum Platz zu finden. Wesentlich aber ist die Substanz der Persönlichkeit, die aus dem lauteren Metall innerer Wahrhaftigkeit und Werthaftig- keit gegossen ist. Trotz Kenntnis der modernen Anfechtungen und Gefährdungen des Menschen bleibt sie dem Bild des Göttlichen, des Schönen in jeder Erscheinungsform und des innerlich Wahren zugewandt. Ein Umspannendes ist darin, das sich bemüht, das Christliche und das Humane in Einklang zu bringen, das Erbe der Antike mit dem Geschenk der Offenbarung zu versöhnen. Hausensteins Geist umfaßt das Abendland in allen seinen Dimensionen, von der Hellas-Reise zum Don Quijote, von der romanischen Basilika zum Jubel der Rokoko-Kirche, von den europäischen Hauptstädten bis zur süddeutschen Landschaft des Schwarzwalds, der Vogesen, Oberbayerns, von der französischen Lyrik bis zur Ausdeutung Münchens und seiner Libera- litas Bavarica, ja bis zur Maske des Komikers Karl Valentin. Die innigste Liebe dieses Mannes aber gehört doch der Kunst Seine „Begegnungen mit Bildern“, mit allen Werken von Meißel, Feder und Palette“ sind für den Deutschen unserer Tage eine hohe Schule der Anschauung geworden, Anweisungen zum verstehenden und verehrenden Betrachten und Hinführung zur Andacht vor der Aeußerung des Göttlichen in der Kunst. Es bedeutet ein Opfer des Schriftstellers Hausenstein vor sich selbst und vor der Nation, daß er nach Paris gegangen ist, um für die Bundesrepublik auch vom Alltäglichen und Wirtschaftlichen her gute Beziehungen zu schaffen, daß er seine literarische Produktion zurückgestellt hat um unseres neuen Lebens willen, das auch seine Ordnung nach Außen braucht. Herbert SchBnfeld. Fronleichnam Zeichnung von Hertha Kraemer o m - Ti**" • 7 ■iflir 1 * Aus dem Kulturleben Mannheimer Nationaltheater Johanna auf dem Scheiterhaufen Oft schon Ist das an dramatischen Höhen und Tiefen reiche Leben der Jungfrau von Orleans dichterisch gestaltet worden, eeUen aber wohl mit solcher Eindringlichkeit wie in dem Oratorientext des Franzosen Paul Claudel. Ip. mystifizierender Symbolik legt der Dichter die psychologischen Regungen der bei Volk und Klerus in Ungnade gefallenen, zum Opfertode bereiten Heiligen; bloß. Alle Szenen sind dramatisch gezeichnet, was wohl ein Grund für die Mannheimer Kleine Bühne war, dieses Oratorium szenisch aufzuführen. Trotz der bescheidenen Maße und Mittel der Mannheimer Bühne hatte die Aufführung ihren Charakter. Die Zwiespältigkeit der Synthese epischer und dramatischer Elemente wird durch die Musik des Schweizers Arthur Honnegger völlig ausgeglichen: Ueber- zeugend ist die Kraft seiner musikalischen Sprache, die mittelalterliche Melodik liturgischer und volkstümlicher Art. Schlichtheit des Ausdrucks wird von modernen Akkordbildungen abgelöst. Grell und aufpeitschend kann- das Orchester sein, dann wieder süß und lieblich, alle modernen Klangmittel werden benützt, um Schmerz, Empörung, Haß und Liebe durch Saxophon und Klavier auszudrücken. Es zeigt sich hier die Verschmelzung strenger Satztechnik mit einem hochgespannten Ausdrucksstil moderner Prägung. Die Aufführung wai an einzelnen Höhepunkten vom Atem der letzten Dinge durchweht. Das dichtbesetzte Haus zeigte sich zunächst benommen und konnte sich erst langsam von seinen Beklemmungen befreien. Dann aber brach ein Beifallssturm los, wie er selten im Nationaltheater gehört wurde. H. Linz Kunstverein Karlsruhe Der Maler Paul Strecker Der aus Mainz gebürtige und vor zwei Jahren ver* storbene Maler Paul Strecker hat 20 Jahre in Frankreich gelebt, bevor er nach dem Kriege an die Ber r ltner Hochschule für Bildende Kunst berufen wurde. Das Helle und Heitere seiner Bilder ist darum wesentlich ein Geschenk, das der Künstler aus erster Hand von seiner lebensfrohen rheinhessischen Heimat und aus zweiter Hand von dem noch um einiges rascher pulsierenden Daseins-Rhythmus seiner Pariser Jahre empfing. Das Ungesuchte seiner stilistischen Mittel, die stets der jeweilige Gegenstand, aber keinerlei Tendenz bestimmt, wirkt sich ebenso erfreulich im Figürlichen wie im Landschaftlichen aus. Und dieses selbstsichere Gefühl, keiner Schule oder Richtung verpflichtet und doch ein wirklicher Könner zu sein, teilt sich d**m Betrachter um so wohltuender mit. Ein reiehes Lebenswerk, das seine letzte, Berliner Zeit noch zu steigern schien, hat allzufrüh der Tod beendet. Aus Baden-Baden stammt der Münchener Maler Siegfried Herforth, der an der Karlsruher Akademie seine Ausbildung erhielt. Beide, Herforth und Strek- ker, vertragen sich insofern ganz • gut miteinander, als es sich hier um zwei blutsverwandte Naturen handelt, dem Temperament und der Lebensfülle nach. Nur daß Herforth eine noch stärkere, um nicht zu, sagen deftigere Vitalität besitzt, die sich durchweg in pastosem Farbenauftrag auslebt und, ohne sein großes Vorbild Corinth zu verleugnen, sich zu einem modern'gemäßigten Impressionismus bekennt. B-r. Dichterinnen in Gandersheim Zum Andenken an die erste deutsche Dichterin Roswitha von Gandersheim legten die Raabe-Preis- trägerin Ina Seidel (Starnberg), . Inge Westpfahl (München), Hanna Stephan (Osterode) und Herta Sellschopp (Celle) an der Apsis der Stiftskirche ln Gandersheim einen Kranz nieder. Da das Grab Roswithas bisher noch nicht einwandfrei festgestellt werden konnte, soll auf Anregung von Ina Seidel an dieser Stelle in Kürze eine Gedenktafel für die dichtende Nonne enthüllt werden. Die vier deutschen Dichterinnen trafen sich zur llOOJahrfeier der Stadt Gandersheim zu einem Gedankenaustausch und zur Ehrung Roswithas. Aehnlich wie Herta Sellschopp, die Dichterin des Festspiel» „Das Lied von Gandersheim“, haben auch Inge Westpfahl und Hanna Stephan Stoffe aus der Gründungszeit von Gandersheim oder dem Leben „Hrotsvithas“ dramatisch gestaltet. Osservatore Romana über Gide Die /Vatikanzeitung „Osservatore Romana” schrieb in einem Kommentar zur Entscheidung des Vatikans, Andrö Gides Werke auf den Index der für Katholiken verbotenen Bücher zu setzen: - „Me Kirehe.hat - bis- zum letzten Augenblicke ■ auf - -die- - Rückkehr des verlorenen Sohnes gewartet, Abef sie'. kann jetzt nicht mehr schweigen. Die Werke' dieses Schriftstellers müssen verdammt - werden,. sowohl: wegen der Dinge, die er bejaht, wie wegen der, die er verneint.“ Da Gide Jetzt tot sei, schreibt die Zeitung, müsse seine Stellung in den Reihen der Christen klar gekennzeichnet werden — „unter den Feinden und Verderbern, unter den Gefolgsleuten des bösen Feindes“. (Nach Reuter) Berliner Filmfestspiele Die II. Internationalen Filmfestspiele Berlin 1952 vom 12. bis zum 25. Juni werden Filme aus 23 Nationen, zum Teil in Uraufführungen, zur Diskussion stellen. Zum erstenmal werden u. a. Argentinien und Indien Spielfilme ln Deutschland zeigen. Im vergangenen Jahr hatten 'sich zwanzig Länder an den Festspielen beteiligt. Der Ordinarius für Musikwissenschaft an der Universität Freiburg, Prof. Dr. Willibald Gurlitt, und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Hans Heinrich Eggebrecht, sind zur Teilnahme am diesjährigen Internationalen Kongreß für Musikwissenschaft, der vom 3.-7. Juli ln Utrecht stattfindet, eingeladen worden. Prof. Gurlitt wird über die Forschungsarbeiten an dem Handwörterbuch der musikalischen Terminologie berichten, das unter seiner Leitung durch die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz vorbereitet Der Komponist Charles Helpistetter Ist nach fast zweijährigem Krankenlager im Alter vpn 65 Jahren in Geislingen gestorben. Der in Buxweiler im Elsaß geborene Komponist wurde nach einem Studium in Straßburg Meisterschüler von Max Paur in Stuttgart. Er hat sich vor allem durch seine Liedkompositionen einen Namen gemacht. Im Verlauf der großen Stuttgarter Plakat-Ausstellung, die vom 19. Juni bis 13. Juli im Landesgewerbemuseum Stuttgart unter dem Motto „Das werbende Bild“ stattfindet, wird vom 26. bis 29. 6. der Bundestag der deutschen Gebrauchsgraphiker veranstaltet. Hauptthema dieser bedeutsamen Tagung ist die Normung der Plakatgrößen und An-, schlagflächen in Deutschland und damit die Vereinfachung und Verbilligung des gesamten Plakatwesens. Das badisch-württemberglsche Kultusministerium hat der Opernsängerin- Hannelore Wolf-Ramponl den Titel Kammersängerin und dem Opernsänger Eugen Ramponi den Titel Kammersänger ver-. liehen. Beide Sänger sind am Badischen Staatstheater Karlsruhe tätig. Das neue Hebbelmuseum in der historischen Kirchspielvogtei in Wesselburen 1 (Kreis Norderdithmarschen) wurde eröffnet. Das Haus des früheren Vogtes ist die einzige Stätte im Geburtsort Hebbels, die noch in unmittelbarer Beziehung zum Leben des Dichters steht. Der junge Hebbel: war dort als Bote und Schreiber tätig. Der Pianistin Elly Ney wurde während eines kurzen Aufenthaltes in Tettnang ihr stummes Klavier aus dem Kraftwagen gestohlen. Die Künstlerin hat für die Wiedererlangung des Instruments, das einen Wert von achthundert D-Mark hat, eine hohe Belohnung ausgesetzt. Deutschland steht mit 450 Einsendungen an der Spitze des internationalen Plastik-Wettbewerbs unter der Schirmherrschaft des britischen Institut* für zeitgenössische Kunst, der die Gestaltung des Bildes des „unbekannten politischen Gefangenen“ anregt. Bisher haben nahezu 3008 Bildhauer 67 verschiedener Nationalitäten Werke eingereicht. Die Meldefrist war vor kurzem bis zum 30. November verlängert worden. In zahlreichen Ländern wird nach Mitteilung der UNESCO die Auswahl zu dem Wettbewerb in Aufstellungen getroffen. Der Chemiker Prof. Dr. Heinrich Hörlein wurde 70 Jahre alt. Heinrich Hörlein ist u. a. die Synthese des Luminals gelungen, das als Schlafmittel bekannt wurde und in der Bekämpfung der Epilepsie wertvolle Dienste geleistet hat. * i k Mittwoch, 11. Juni 1953 ciäjwl /itfJid Sagenumsponnene Raubfische Riesen-,Weller“ von urweithaftem Aussehen im kleinsten See Konstanz, (lid) Die größten Welse, merkwür-lder Wels vor Nachstellungen vollkommen dige, sagenumsponnene Raubfische von urwelt- sicher ist. Da er nur zum Laichen im Juni und haftem Aussehen, die bald mit Haifischen, bald|Juli aus diesen Verstecken hervorkommt und mit der geheimnisvollen Seeschlange verwechselt werden, gibt es in Mitteleuropa nicht etwa im Bodensee; sondern in dem kleinen, völlig von der Umwelt abgeschlossenen Mindelsee auf den» waldigen Bodanrücken zwischen dem Ueberlinger und Untersee des Dreiländersees. Der knapp zwei Kilometer lange und über dem Bodenseespiegel liegende einsame Mindelsee, ein Naturschutzgebiet, beherbergt seit Jahrhunderten den Wels, von dem alle paar Jahre bis in die jüngste Zeit hinein wahre Rekord-Exemplare gefangen werden. Der größte bisher dort erlegte Wels war 2,40 Meter lang und wog 90 Kilogramm. Er war die Beute eines Fischers im Jahre 1938. Der Fischer erzählt heute noch von der aufregenden Jagd, in der Ihn der Riese mitsamt dem Boot mehrmals über den See hin- und herzog, bevor er kapitulierte. Weitere kapitale Fänge sind aus den Jahren 1945 und 1946 mit je einem Eineinhalb- Zentner-Wels bekannt. Der erste im Mindelsee urkundlich nachgewiesene Riesen-„Weller“, wie der Fisch dort auch heißt, wurde im Jahre 1299 vom Grafen Bodmann, dem Domherrn von Konstanz verehrt und soll der gesamten Priesterschaft der Stadt zu einem Festmahl gereicht haben. Das Geheimnis des Mindelsees sind seine überhängenden Ufer und die weit darunter hin verlaufenden Wasserarme und Höhlen, in denen auch dann noch in verhältnismäßig großer Tiefe mit äußerster Vorsicht zu Werke geht, kann er sich im Mindelsee fast ungestört zur vollen „Urweltgröße“ entwickeln, während er in anderen Binnengewässern, auch im nahen Bodensee, meist schon vorher erlegt wird. Bannwaldgebiete im Schwarzwald Im Schwarzwald sollen in allernächster Zeit die Forstverwaltung sogenannte Bannwaldgebiete festgelegt werden, deren Charakter über den der Naturschutzgebiete weit hin' ausgehen wird. In diesen Bannwaldgebieten wird sich die Forstverwaltung jeder Waldnutzung enthalten. Auch Straßen- und Wegebau und jeder sonstige Eingriff wird unterbleiben. Die Natur soll in diesen Gebieten ganz ihrem urtümlichen Wachstum überlassen werden. In der Hauptversammlung des Schwarzwaldvereins, die in Schwenningen stattfand, wurde bekanntgegeben, daß zu nächst im nördlichen Schwarzwald die Grinde gebiete und im südlichen Schwarzwald der „Napf“ am Feldberg, die Umgebung der Zweribachfälle im Simonswäldei'tal, Abschnitte im Wehratal und im Schlüchttal sowie der Steppenheidewald bei Griesen zu Bannwald- auf Anregung des Schwarzwaldvereins durch I gebieten erklärt werden sollen. 170 Auswanderer verlassen Baden Freiburg. 170, Kanada-Auswanderer aus Südbaden verlassen am Fronleichnamstag in einem Gemeinschaftstransport Freiburg, um vier Tage später von Bremen aus auf dem Dampfer „Anna Sälen“ die Fahrt nach Kanada anzutreten. Aus Südbaden wird damit, schon der zweite Transport im Rahmen des staatlich gelenkten Auswandererprogramms 1952 die Reise in die Neue Welt antreten. Wie hierzu verlautet, ist Südbaden überhaupt das einzige Land der Bundesrepublik, das im Jahre 1952 schon Transporte im Rahmen dieser Aktion durchgeführt hat. Der Transport, der am Donnerstag Süd Geschäfte mit dem Leichnam Menschen bieten ihren Körper zum Verkauf an — Aktuelles Thema zu allen Zeiten Freiburg fswk). Das Anatomische Institut der Universität Freiburg erhält laufend Zuschriften, in denen Menschen aus den verschiedensten Bevölkerungskreisen ihren Körper für Sezierzwecke schon zu Lebzeiten zum Verkauf anbieten. Größtenteils sind soziale Momente die Triebfeder zu diesen ungewöhnlichen Angeboten. Kriegerwitwen, Rentner, Flüchtlinge, gescheiterte Existenzen, alles Menschen, die glauben, mit Hilfe einer „anständigen Verkaufstaxe“ für ihren Körper die letzten Lebensjahre angenehmer gestalten zu können. Aber auch junge Leute, die für irgendein Vergnügen rasch Geld brauchen, melden sich. Besonders in der Faschingszeit schwillt die Zahl dieser Anmeldungen an. Das sittliche Empfinden und auch eine reichsgerichtliche Entscheidung verbieten jedoch den Aerzten, von diesen Angeboten Gebrauch zu machen. Dennoch lebt der schon viele Jahrzehnte alte irrige Glauben, man könnte seinen Körper noch zu Lebzeiten gegen eine runde Summe Geld „an den Mann“ bringen bzw. an die Wissenschaft verkaufen, immer weiter fort. Schlimmes Ende einer Zecherei Lörrach. Ein schlimmes Ende nahm eine Zecherei, die drei junge Burschen der Markgräfler Winzergemeinde Schlingen gemeinsam veranstaltet hatten. Die Jungen hatten sich vorgenommen, einander unter den Tisch zu trinken. Während der Zecherei wurde ein 16jäh- riger Schuhmacherlehrling, nachdem er einen halben Liter Branntwein zu sich genommen batte, plötzlich bewußtlos. Er starb an einer Heizlähmung, die durch Alkoholvergiftung hervorgerufen wurde. Metzgermeister und Geselle auf Einbrechertour Karlsruhe, (lid) Nach längerer Fahndung konnte die Kriminalpolizei einen Metzgermeister aus Schramberg und seinen 22 Jahre alten Gesellen als jene Diebe ermitteln, die im März dieses Jahres bei einem Einbruch in ein Karlsruher Sportgeschäft einen Wachmann mit einer Flasche niederschlugen und schwer verletzten. Nach ihrem eigenen Geständnis haben die beiden noch einen Einbruch in eine Hornberger Lederfabrik auf dem Kerbholz. Einer der Diebe trug ständig eine Pistole bei sich. Ihm wird außerdem Wilderei zur Last gelegt. 10 000 gestohlene Script-Dollars in Westwallbunker gefunden Karlsruhe. Amerikanische Polizei hat in einem Westwallbunker bei Karlsruhe 10 000 von insgesamt 13 000 Script-Dollars sichergestellt, die während der Pfingstfeiertage in eingm amerikanischen Warenhaus in Knielingen gestohlen worden waren. Das Bett der Tochter angezündet Mannheim. Ein 71jährig:er Mann hat das Bett seiner. Stieftochter angezündet, während diese darin schlief. Die junge Frau wachte rechtzeitig auf, das Bett verbrannte jedoch vollständig. Das Feuer griff noch auf eine Bretterwand über, konnte aber gelöscht werden, bevor größerer Schaden entstand. Als Begründung für seine Tat gab der Vater der Polizei an, er sei über den Lebenswandel seiner Tochter erbost gewesen. Diebe und Abnehmer wandern ins Gefängnis Mannheim. Die Mannheimer Polizei hat dieser Tage zwei Arbeiter festgenommen, die bei nächtlichen Einbrüchen wertvolle Metalle gestohlen haben. Den beiden, wegen des gleichen Delikts bereits Vorbestraften, konnten bisher sieben Einbrüche nachgewiesen werden- Sie hatten es hauptsächlich auf Kupfer abgesehen. Durch ihre Diebereien haben sie einen Gesamtschaden von 20 000 Mark angerichtet. Das Diebesgut war von den beiden mit einem bereitgestellten Personenwagen abgefahren und anschließend verkauft worden. Täter und Abnehmer wurden ins Gefängnis gebracht. baden verläßt, setzt sich zu einem Viertel aus Einheimischen und zu über 50 Prozent aus Heimatvertriebenen zusammen. Es handelt sich vorwiegend um Landarbeiter, ferner um Hausgehilfinnen und um Krankenschwestern und Krankenhaushelferinnen. Die Auswanderer wurden im Mai der kanadischen Einwanderungskommission vorgestellt, die dann nach sorgfältiger Prüfung eine Auswahl getroffen hat. Sonderfahrten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Konstanz. Der Landesverband Oberrhein des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Konstanz veranstaltet im September und im Oktober je eine stark verbilligte Reise nach Italien zum Besuch deutscher Kriegsgräber. Die erste Fahrt führt über Rom, Pomezia und Neapel in das frühere Kampfgebiet von Monte Cassino. Die Fahrt mit Verpflegung, Unterbringung. Rundfahrten und zahlreichen Besichtigungen kostet 361.90 Mark. Die zweite Fahrt findet vom 6. bis 10. Oktober statt und führt in den Raum Rom-Pomezia. In den Preis von 137 Mark sind neben der Fahrt Verpflegung, Uebefnachtung, eine zweimalige Autobusrundfahrt nach Pomezia und eine Rundfahrt in Rom eingeschlossen. Auskünfte erteilt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Konstanz. Klostergut als Jugendheim Ueberlingen (bp). Der Prior des Klosters Birnau, P. Winfried Schäuler, wird demnächst den katholischen Jugendverbänden ein neues im Klostergut Maurach gelegenes Jugendheim übergeben können. In einem Wohnflügel des Klostergutes, das früher der Sommersitz der Reichsäbte von Salem war, werden in zwei großen Sälen mit kostbaren Stuckdecken und Biedermeieröfen an die LQ0 .Feldbetten für die. Jugendlichen aufgestellt werden. Verkehrswünsche der badischen Wirtschaft Freiburg. Der Leiter des Verkehrsausschusses der badischen Industrie- und Handelskammer, Dr. Hartmann (Schopfheim), verlangte in Freiburg, daß endlich ernsthaft versucht werde, den gegenseitigen Konkurrenzkampf Schiene — Straße — Schiffahrt zu beendigen oder ihn mindestens zu mildern. Dr. Hartmann setzte sich im Interesse der Wirtschaft am Oberrhein für eine Reform der Gütertarife der Bundesbahn ein und empfahl eine Aenderung der Duisburger Frachtenkonvention, die den Gütertransport durch die Rheinschiffahrt regelt. Die Wirtschaft am Oberrhein wünsche ferner, die Nahverkehrszone in den Grenzbereichen auf 80 km auszudehnen und den Bau der Autobahn Karlsruhe — Basel möglichst bald in Angriff zu nehmen. Dr. Hartmann teilte mit, daß die Schweiz unter Umständen nicht abgeneigt wäre, sich an dem Bau zu beteiligen. lüniversität Freiburs ehrt Wohieb Freiburg. Die Universität Freiburg beabsichtigt, den bisherigen Staatspräsidenten Leo Wohieb am 18. Juli im Rahmen einer akademischen Feier in Würdigung seiner großen Verdienste um den Wiederaufbau der Universität zum Ehrensenator zu .ernennen. Tödlicher Verkehrsunfall Offenburg. Am Montag ereignete sich auf der Kinzigbrücke ein schwerer Verkehrsunfall. Ein 32 Jahre alter verheirateter Maurerpolier von Offenburg fuhr mit einem Kleinkraftrad von Hofweier kommend in Richtung Stadt über die Kinzigbrücke. Auf der Brücke überholte er einen Radfahrer mit Hilfsmotor, weicher wiederum im Begriff war, einen Fußgänger mit einem Handkarren zu überholen. Dabei streifte er den Radfahrer, stürzte und blieb bewußtlos liegen. Er wurde mit einem schweren Schädelbruch und einer schweren Gehirnerschütterung in das städt. Krankenhaus eingeliefert, wo er am Dienstagmorgen verstarb. Aufführungsverbot aller Veit-Harlan-Filme gefordert Freiburg. Ein generelles Aufführungsverbot aller Veit-Harlan-Filme im Lande Baden-Württemberg forderte der Ring politischer Hochschulgruppen der Universität Freiburg in einem am Dienstag an den Innenminister Fritz Ulrich in Stuttgart gerichteten Telegramm. Am kommenden Freitag soll der Veit-Harlan-Film „Hanna Ammon“, dessen Aufführung im Januar in Freiburg zu ernsten Zwischenfällen geführt hatte, in der Universitätsstadt erneut anlaufen. Für den Tag der Wiederaufführung plant der allgemeine Studentenausschuß der Universität Freiburg eine große öffentliche Versammlung als Gegenaktion gegen die Wiederaufführung des Films „Hanna Ammon“. Landestagung der Südbadischen CDU für Einheitsgewerkschaft Freiburg. Die Delegierten der sozialpoldtl- Landestagung der Badischen CDU bekannten sich zum Prinzip der Einheitsgewerkschaft, forderten jedoch eine intensive Schulung der christlichen Gewerkschaftsfunktionäre in den christlichen Standesvereinen, im katholischen Werkvolk, in der Kolpingsfamilie und iro evangelischen Arbeiterverein. Der CDU-Lan- desvorsitzende Anton Dichtei erklärte, die Gewerkschaften müßten Vertretungen der Arbeitnehmer sein. Sie dürften aber kein politisches Instrument und insbesondere kein Werkzeug einer politischen Partei werden. Der Bundestagsabgeordnete Fritz Schüttler betonte, es würde heute besser um die Gewerkschaften stehen, wenn die ehemaligen christlichen Gewerkschaftsfunktionäre rechtzeitig _ im DGB mitgearbeitet hätten. Die gegenwärtige Streikwelle sei nichts als ein „Aufbäumen der Opposition gegen die Bundesregierung“. Ministerialrat . Dr- Franz' Xaver Rappenecker, Freiburg, forderte in einem Referat über die Grundsätze christlicher Sozialpolitik, daß der Mensch im Mittelpunkt des sozialen Geschehens stehen müsse. Märkte in Baden Karlsruher Schlachtviehmarkt vom Dienstag Ochsen A 105—112. B bis 100, C und D nicht notiert; Bullen A 106—114. B bis 102, C und D nicht notiert, Kühe A $2—102, B 85—90, C 72—82. D bis 70; Färsen A 109—121, B bis 106. C und D nicht notiert. Auftrieb für Großvieh insgesamt 253. Ueberstand. Kälber A 145—160, B 130—142. C 110—125, D bis 100. Auftrieb 287, geräumt; Schweine A 114—118, B1 114—120 BS 115—120. C 116—120, D 114—120, E 100—114. F 110—114. Sauen Gl 102-112. G2 und H fehlten. Auftrieb 1122, Ueberstand. Schafe A 70—85. Rest nicht notiert. Auf- trieb 16. Marktverlauf: Rinder langsam, kleiner Ueberstand. Kälber flott, geräumt, Schweine schleppend, großer Ueberstand. ObstgroSmarkt Bühl (f) Am Dienstag sind bei mäßigen Anfuhren pr« Pfund folgende Preise notiert worden; Erdbeeren A-Ware 53—60. unsortierte Ware 40; B-Ware 30 Pfg.; Kirschen A-Ware 35. B-Ware 25; Heidelbeeren 61—65; Johannisbeeren 25: Stachelbeeren reif 30; Stachelbeeren grün 15 Pfg. Pforzheimer Woche 1952 Pforzheim, die Pforte zum Schwarzwald, die Drei-Täler-Stadt, die Stadt des Goldes zeigt bis zum 15. Juni eine in ihrem herrlichen Stadtgarten aufgebaute Ausstellung, die alljährlich wiederholt werden solL Pforzheim hat schwere Zeiten durchgemacht: Innerhalb zwanzig Minuten wurden V* der Stadt zerstört und 23 000 Menschen fanden dabei den Tod. Aber die Zeiten sind vorübergegangen wie Sturm und Regen; Prosperität folgte ihnen so sicher wie die Sonne. Die Stadt kann nicht untergehen; davon war jeder überzeugt. So fanden die Pforzheimer, fleißige Menschen ohne Minderwertigkeitskomplexe, daß der graue Alltag durch eine Ausstellung aufgelockert werden müsse, um zu zeigen, was häs jetzt die Stadt geleistet und fernerhin zu leisten imstande ist. Wer den „Ehrenraum“ betritt, der ist nun in Wahrheit „zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt.“ Hier begrüßt uns das fast 2000 Jahre alte Holzbildwerk der Göttin Si- rona, das man unter Trümmern bei den Aufräumungsarbeiten fand, und das in wissenschaftlichen Kreisen großes Aufsehen und ebenso große Freude erregte. Es war zusammen mit einem geschmackvollen Blumenarrangement der würdigste Willkomm für die zu erwartenden Gäste aus nah und fern. Dann folgt eine großangelegte Schau, die das Kulturelle, das Wirtschaftliche und das Praktische betont. So nimmt einen großen Raum die Jubiläumsschau der Vereinigten Gold- und Kunstschmiede-Schule ein. Sie zeigt den unterrichtlichen Ausbiidungsgang, soweit er sichtbar und schaumäßig darzustellen ist. Durch die Darbietung bester Vorbilder und der ewigen Werte der Kunst und des Kunsthandwerks trägt der Kunst- u. Kunstgewerbeverein zur Bereicherung sehr viel bei. Wer sich die Zeit zu einem eingehenden Studium nimmt, wird erstaunt sein über die Vielfalt der Einfälle, über den guten Geschmack der Lernenden und der Lehrenden. Wie die Schulen haben auch die Aemter der Stadt dazu beigetragen, die Schau abwechslungsreich zu gestalten. So haben die Stadtwerke die Ausstellung mit zwei Musterküchen und einem Brause- und Wannenbad beschickt, welche die Bewunderung der weiblichen Besucher erwecken, fast mehr noch, als die Einrichtung der Küche in der Koje „die Arbeit der Lgndfrau“. Das überreiche Angebot passender Möbel für karge Wohnverhältnisse zeigt den neuen Wohnstil, dem Tand und Kram fern ist. Der Stand der Radio-Firmen, die mit den neuesten Schöpfungen der Fernseh- und Radioapparate aufwarten, ist ständig umlagert. Der Stadt- und Landkreis Pforzheim gehört zu den waldreichsten Gebieten des südwestdeutschen Raumes — der Waldwert der Stadt Pforzheim beträgt gegenwärtig 90 Millionen — und so hat auch der nahe Schwarz- wäld seine Visitenkarte bei der Pforzheimer Woche abgegeben. Wir können nicht nur an durchsägten Baumstämmen das Lebensalter der Bäume ablesen, in Kästen sieht man auch durch Samen gezogene Bäumchen, und allen Teilgebieten der Forstarbeiten und des Pflanzenschützes wird Raum gegeben. Ferner ist ein Weg aufgezeigt, der die Forstwirtschaft in Zukunft vor Krisen bewahrt. Zum großen Entzüdcgp sehen die kleinen (und die großen) Besucher unter dunklen Zweigen hinter Draht ein zahmes Rehlein, hören vergnüglich ein Wildschwein-Ehepaar grunzen, während Meister Reinicke verdrossen dem Locken der Besucher trotzt. Ein neuer Industriezweig macht sich in Pforzheim bemerkbar: Für unsere Damen (nebenbei auch für die Herren) hat sich eine Strumpffabrik, die täglich 10 000 Paar hauchdünne Perlonstrümpfe produziert, niedergelassen. Die Vitrinen des Schmucks ln ihrer Vielfalt habe ich mir bis zuletzt aufgehoben. Schmuck weckt der Wünsche vielerlei, und es fehlen die Worte, seine zauberhafte Schönheit an Material und Form zu schildern. Bewundernd sieht man die fein und sicher gehandhabte Technik von Filigranarbeit, oft im Zusammenhang mit Email, das üppige Blatt- und Rankenwerk der Famer Schmuckstücke, den variierenden Schliff der Brillanten und Edelsteine sowie den betörenden Glanz der Perlen. Vielleicht könnte man'in der „Pforzheimer Woche“ einmal die Entwicklung von der Fibel der reichen Germanin über die mittelalterliche Goldschmiedekunst bis zum gegenwärtigen platin-gefaßten Brillanten zeigen. Es wäre kein vollständiges Programm, wenn die „Pforzheimer Woche“ es sich mit der Ausstellung genügen ließe. Am Vormittag und am Abend sind repräsentative geistig - künstlerische Veranstaltungen vorgesehen. Doch sind es erfreulicherweise keine quantitativen Häufungen, sondern qualitative Vielfalt, nicht imponierende Gr-^lossenheit, sondern anregende Auflockerung. H. Linz Mittwoch, 11. Juni MS« Stoppt Kopenhagen deutsche Tennisspieler? Ohne von Cramm müssen Buchholz, Göpfert, Hermann und Kodi ihr Bestes geben Vor eine sehr schwere Aufgabe ist das deutsche Daviscup-Team beim Kampf gegen Dänemark in Kopenhagen vom 13. bis 15. Juni gestellt. Unser As, Tennis-Baron Gottfried von Cramm, der im vergangenen Jahr die deutsche Ehre im Kampf um den Daviscup verteidigte und Deutschland bis ins Europafinale gegen Schweden führte, ist diesmal nicht dabei. Er verzichtete freiwillig, denn er laboriert an einer schmerzhaften Schulterverletzung und will unter diesen Umständen die Sache nicht noch verschlimmern. Das Nichtmitmachen von Cramms in Kopenhagen stellte den Deutschen Tennis-Bund vor ein« sehr schwere Aufgabe, denn ohne diesen besten deutschen'Spieler scheint der Kampf in Dänemarks Hauptstadt fast aussichtslos. Oder trügen diese Prognosen? Vielleicht werden die Spieler Emst Buchholz, Rolf Göpfert, Horst Hermann und Engelbert Koch gerade durch den Ausfall von Cramm ihr Bestes geben und beweisen, daß sie aus den „Kinderschuhen“ heraus sind. Nielsen glaubt an einen Sieg Dänemarks, rechnet «ich dann auch eine Chance gegen Italien aus und hofft, ins Europazonen-Finale gegen Schweden zu kommen. Wer spielt für Deutschland? Wohl sind vom DTB die vier Spieler Buchholz. Göpfert, Hermann und Koch für den Kopenhagener Kampf nominiert worden, doch wer die Einzel und das Doppel bestreitet, ist noch nicht ganz entschieden. Im Doppel dürften aber Hermann und Göpfert zusammenspielen und Buchholz und Koch wohl die Einzel bestreiten. Während Buchholz oft enttäuschte, wenn es aber darauf ankam, auch zu einer großen Leistung fähig ist, und Rolf Göpfert zusammen mit von Cramm der zuverlässigste Spieler ist, ist man auf das Abschneiden von Horst Hermann und Engelbert Koch besonders gespannt. Die Beantwortung der Frage, ob Deutschland in Kopenhagen von den Dänen gestoppt wird oder ob es wider Erwarten in die vierte Runde des Daviscups einziehen kann, hängt davon ab. ob die deutschen Spieler genug Nerveh haben, bis zum Umfallen zu kämpfen und niemals vorzeitig resignieren. Nielsen und Ulrich brennen auf Revanche Verständlich, daß die beiden Jungen Vertreter Dänemarks, Kurt Nielsen und Torben Ulrich, durch das Fehlen von Cramms ihre Chance wittern, für die im vergangenen Jahr erlittene I:4-Niederlage in Berlin Revanche in Kopenhagen zu nehmen. Beide sind in diesem Jahr noch stärker einzuschätzen. Dabei hat es nicht viel zu sagen, daß Nielsen-Ulrich kürzlich in Paris gegen den 53- jährigen Franzosen Jean Borotra und dessen Partner Robert Abdesselam in einem Fünfsatzkampf unterlagen und die dänische Presse von einer „be- »chämenden Niederlage“ schrieb. Besonders Dänemarks Junger Meister Kurt Niesen brennt auf Revanche, denn im Vorjahr unterlag er neben von Cramm auch überraschend Emst Buchholz, der bei seinem Fünfsatz-Sieg über sich selbst hinauswuchs und nach einem 2:6. 3:6-Rück- stand die drei letzten Sätze mit 6:3, 6:3, 6:4 gewann. Endspiel im „billigsten Stadion der Weit" Vorbereitungen in Ludwigshafen für den 22. Juni — Jubel im Sdiwabenland Der Oberbürgermeister der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Bauer, freut sich besonders, daß sein Südweststadion als Schauplatz der Deutschen Fußballmeisterschaft 1892 ausersehen wurde. Erst am 11. November 1950 wurde das aus Trümmerschutt geschaffene Stadion, eines der schönsten und größten Deutschlands eingeweiht. Bauer bezeichnete es dank der Zusammenarbeit seiner Behörden und Fußballer als „eines der billigsten Stadien der Welt“. Die an sportlicher Tradition so reiche Stadt Ludwigshafen verspricht, am 22. Juni ein „Fußball- Volksfest“ rund um das Endspiel VfB Stuttgart — „Olympia-Spionage" bei den KunsHuinern Zwölf Turner für das leiste Olympiaprüfungsturnen in Berlin nominiert Seiner Ueberraschung über die deutschen Fortschritte an den Ringen gab der Olympiatrainer der Schweizer Kunsttumer, Walter Bach, Ausdruck, der am Wochenende beim 3. Olympia - Prüfungstumen der deutschen Turner ln Wiesbaden als „Spion“ der Schweizer wellte. Er betrachtet Deutschland als gefährlichsten Gegner für einen möglichen Schweizer Olympiasieg in Helsinki. Auch die deutschen Kunstturner wollen wissen, wie die derzeitigen Leistungen ihrer Schweizer Konkurrenten sind. Zu diesem Zweck entsendet der DTB zu dem letzten Ausschei- dungstumen der Schweizer in Baden 3 Delegierte. Für das vierte und letzte Olympia-Prüfungstumen am 21./22. Juni in Berlin wurden vom Kunstturnwart Zellekens folgende 12 Turner nominiert: Dickhut, Bantz, Overwien, Schwarzmann, Theo Wied, Erich Wied, die zur Zeit noch verletzten Kiefer u. Pfann, ferner Klein, Euteneuer, Schnepf und Gauch. Aus diesen 12 Turnern dürfte die 6 Mann umfassende Riege für Helsinki gewählt werden. Neuer Versuch für gesamtdeutsche Olympiamannschaft Der Präsident des Organisationskomitees für die XV. Olympischen Spiele ln Helsinki, Baron Erik von Frenckell, ist am Montagabend in Berlin eingetroffen. Wie der Organisationsausschuß der vorolympischen Festtage in Berlin mitteilte, will Frenckell am Dienstag noch einmal den Versuch unternehmen, die Vertreter des „Deutschen Sportausschusses“ der Sowjetzone zu veranlassen, sich an den Berliner Ausscheidungen zur Aufstellung einer deutschen Olympiamannschaft zu beteiligen. Darüber hinaus will der Präsident des. Organtsatlons- komitees auch die Frage der Entsendung einer gemeinsamen deutschen Olympiamannschaft noch einmal erörtern. v Handball-Länderspiel in Triberg Der Südbadische Handballverband hat die Austragung eines Länderspieles Südbaden gegen Rheinland nach T r ib e r g gelegt. Dies bedeutet für den Haupttreffer fiel nach Steinbacb Beim 44. Wettbewerb Im West-Süd-Block fiel ein Haupttreffer in Höhe von über 12 000 DM nach Steinbach bei Bühl. Schwarzwald ein besonderes sportliches Ereignis. Das Handballspiel im Rheinland steht auf besonders hoher Stufe, so daß in Triberg ein schönes Spiel zu erwarten ist, um so mehr auch Südbaden über ein großes spielerisches Können verfügt. Das Handball-Länderspiel findet am 22. Juni statt. Poische-Sieg im Zwölistundenrennen l. FC Saarbrücken auszurichten. Wenn steh Fußballer vom Neckar und von der Saar schließlich am Rhein treffen, um den Besten festzustellen, soll mit rheinischer Freude und Frohsinn den 80 000 ein Festtag des Fußballs besonderer Art bereitet werden. Für 15 000 Zuschauer werden sofort nach Bekanntgabe von Ludwigshafen als Endspielort zusätzliche Stahlrohr-Tribünen errichtet. Die Pläne tagen schon fertig vor und die Ingenieure der Stahlrohrbau-Firmen ergriffen sofort die Initiative als man dem Südweststadion das Finale zuteilte. Es wird keine volle Woche dauern und der leitende Bauherr wird der Stadtverwaltung und dem DFB die Pläne der Sitzkarten auf den Stahlrohr-Tribünen mitteilen.. Der Zeitplan für das Endspiel in Ludwigshafen ist jetzt festgelegt worden. Um 13,45 Uhr spielen zuerst die Amateur-Mannschaften des VfR Schwenningen und des SC Cronenberg um den Titel, dann folgt um 16 Uhr das Vertragsspieler-Finale zwischen dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Saarbrücken. In Württemberg kennt der Jubel keine Grenzen. Gleich zwei Mannschaften, der VfB Stuttgart und der VfR Schwenningen spielen um die höchste Krone im deutschen Fußballsport. Es wäre wirklich einmalig, wenn der deutsche Meistertitel bei den Vertragsspielern und bei den Amateuren in das Land der Schwaben fallen würde, Rund um das Endspiel Beide Finalisten der diesjährigen Deutschen Met sterschaft, VfB Stuttgart und der 1. FC Saarbrücken, trafen schon einige Male aufeinander. Das letztemal war es im* Jahre 1947 auf dem Kieselhumes in Saarbrücken. In dieser bisher einzigen Nachkriegsbegegnung triumphierten die Saarbrückener mit 5:1. ♦ Der VfB Stuttgart kennt das Spielfeld des Südwest- Stadions. Als er damals 1950 Deutscher Meister war, trug er sein erstes Verbandsspiel der neuen Serie 1950/51 im Südwest-Stadipn gegen SV Waldhof aus und erreichte auf der weltflächigen Anlage ein 1:1. Gerade der VfB, dem solche Spielfelder besonders liegen, dürfte in Ludwigsbaien ln seinem Element sein. * Bel Saarbrücken wirkt der ehemalige Stuttgarter Bewegungsspieler Binkert mit, der ln seinem Saarbrückener Sturm wesensverwandte Züge ehern. VfB- Wirbelwlnd-Fußballtaktik hineinbrachte. Jetzt wird man also vfB-Fußballer gegen ihren alten Kameraden zu Felde ziehen sehen. Die Spiele an Fronleichnam Um den süddeutschen Pokal Gruppe I: Eintracht Frankfurt — FSV Frankfurt; Dannstadt 96 gegen Kickers Offenbach; Bad Homburg gegen Hessen Kgssel. Gruppe II: Waldhof Mannheim — VfR Mannheim (Mittwoch), IV Daxlanden — ASV Feudenheim (Mittwoch). Gruppe IV: Ulm 46 — VfL Kirchheim; BC Augsburg gegen. SSV Reutlingen. Gruppe V: Ingolstadt — Bayern München; ASV Cham gegen Jahn Regensburg; Wacker München — TSV Straubing. — Gruppe VI: VfL Neustadt — Bayern Hof (in Coburg) Freundschaftsspiele: ASV Durlach — BRC Rosendaal; FC Freiburg gegen FC Sochaux (beide Mittwoch); Racing Strasbourg — VfB Mühlburg (in Baden-Baden am Donnerstag). Freundschaftsspiele in Baden In Baden weilen in dieser Woche eine Reihe von ausländischen Fußballmannschaften zu Freundschaftsspielen. Bereits am Mittwoch gastiert beim Freiburger FC der französische Proficlub FC Sochaux. Am Fronleichnamstag treffen in Bajlen- Baden der VfB Mühlburg und Racing Straßbourg aufeinander. In Durlach stehen sich am Mittwoch der ASV Durlach und die holländische Elf von BRC Rosendaal gegenüber. A Spanische Auswahl in Mannheim Am Donnerstag haben die Handballer des VfR Mannheim eine spanische Handball-Auswahl zu einem Freundschaftsspiel zu Gast. Peler Müller in einer Nervenklinik Der frühere Deutsche Mittelgewichtsmeister im Berufsboxen. Peter Müller (Köln), wurde von seinem Schwiegervater, dem bekannten Kölner Boxpromoter Jupp Thelen, ln die Nervenklinik Köln- Lindenthal eingeliefert. In diesem Sanatorium soll Müller zunächst einmal für einige Tage zur Beobachtung verbleiben. Das Ergebnis einer ersten medizinischen Untersuchung war von der Kölner Klinik nicht in Erfahrung zu bringen. Geoff Duke wieder TT-Sieger Die Motorradrennen um die „Tourist Trophy* auf der Insel Man, die wie im Vorjahre als Wertungsläufe zur Weltmeisterschaft gelten, wurden am Montag mit der „Junior-Trophy“ für Soloräder bis 350 ccm eingeleitet. Sieger wurde der Doppel-Weltmeister Geoffrey Duke (England) auf Norton, der die sieben Runden gleich 425 km in 2:55:30,6 Stunden mit dem neuen Rekordschnitt von 145,30 km-st zurücklegte. Wir tippen mit Toto im West-Südblock am 14. und 15. Juni 1. Kickers Offenbach — Eintracht Frankfurt 1 • 2. Schweinfurt 05 — 1. FC Köln 1 2 3. STV Horst Emscher — Vohwinkel 86 9 1 4. Tura Ludwigshafen — VfB Mühlburg 1 2 5. VfB Bottrop — SpVgg Erkenschwick 2 i 6. SSV Reutlingen — BC Augsburg 9 2 ' 7. Arminia Bielefeld •— l. FC Kaiserslautern 2 t 8. Wacker München — Bayern München 2 2 9. VfL Neckarau — VfR Mannheim o 3 19. Schweiz — Oesterreich fällt aus 11. Bayern Hof — SpVgg Fürth 8 2 12. FV Engen — Rheydter SV • 1 13. SV Blumenthal — VfB Oldenburg 1 1 il4, Preußen Krefeld — SpVgg Herten 2 • Das blaue Porsche-Coupe lief wie ein regelmäßiges Uhrwerk Bunte Sportmeldungen Bet für französische Verhältnisse tropischer Hitze (37 Grad im Schatten) wurde das 12-Stunden-Ren- nen von Hyerer ausgetragen. 35 Sportwagen, die alle der Serie entnommen werden mußten, waren am Start und nach „Le-Mans-Art“ wurde gestartet d. h. die Fahrer mußten im Laufschritt zu ihren Wagen und diese mit dem Anlasser in Gang setzen. Das deutsche Porsche-Team der UOO-ccm- Klasse, von Frankenberg-Graf Berckheim, setzte sich sofort an die Spitze und schob sich weit ln das Feld der 1500-ecm-Wagen. Das blaue PorsChe-CoupÄ lief wie ein regelmäßiges Uhrwerk um die 3,7 km lange Bahn. Erstaunlich, wie der Porsche in den drei Spitzkehren bis auf 45 heruntergebremst wurde und wie stark die Konzentration der Fahrer in den schwer zu fahrenden Kurven war. Von Franken- berg/Graf Berckheim hielten lediglich alle drei Stunden zum Tanken an den Boxen und konnten dadurch die Simcas sogar mehrmals überrunden. Während der 1200 km langen Strecke (der Gesamt- durehsehnitt betrug 100 km/st), wurde an der Boxe nur einmal gehalten, um einen halben Liter Oel „e i n z u v e r 1 e t b e n“. — Das deutsche Team errang den Klassesieg und den sechsten Platz lm Gesamtklassement. Insgesamt belegte Porsche tn der Klasse bis 1100-ccm den ersten, dritten und vierten Platz und ln der 1500-ccm-Kategorte den zweiten und dritten Platz. Sieger lm Gesamtklassement wurde ein „Jaguar“, nachdem ein französischer Fahrer auf seinem Porsche lange Zeit in Führung lag, beim Tanken sein 1500-ccm-Sport- wagen Jedoch Feuer fing. Bereits nach sechs stunden . setzte Infolge der großen Hitze ein „Massensterben“ ein. Nachtbeleuchtung beim Solitude-Rennen Am 15. Juni soll die Solitude-Rennstrecke vom Beauftragten der FIM für den Weltmeisterschaftslauf am 20. Juli abgenommen werden. Deshalb wird Jetzt entlang der ganzen Strecke mit Hochdruck gearbeitet. Der Rennleitung Ist es gelungen, mit den Forst- und Naturschutzbehörden eine Einigung darüber zu erzielen, daß an einzelnen Stellen im Mahdental noch Buschwerk und Stangenholz, teilweise in drei Meter Tiefe an der Rennstrecke abgeholzt wird. Dadurch wird nicht nur die Sicht tn den Kurven erheblich verbessert, sondern es wer? den auch gute Stehplätze für weitere rund 50 000 Zuschauer geschaffen, Für die Lautsprecheranlage entlang der ganzen Strecke werden 300 hohe Masten aufgestellt, an denen die 100-Volt-Speiseleltung aufgehängt wird. Später wird an diesen Masten auch die Modulationsleitung angebracht werden. Um an den exponierten Punkten der Rennstrecke ln den Nächten vor dem Rennen Ordnung halten zu können. werden an einigen anderen Stellen Masten aufgestellt, an denen während der ganzen Nacht starke Glühbirnen brennen. . Um die südbadische Jugendmeisterschaft Nachdem in allen Bezirken Südbadens die Bezirksmeister und die Bezirkszweiten feststehen, beginnen am Sonntag, 15. Juni, die Spiele um die Landesj ugendmeisterschaft. Im Bezirk Offenburg haben sich die A-Jugend des Offenburger FV als Bezirksmeister und die A-Jugend des SV Haslach i. K. als Bezirkszweiter für die Teilnahme qualifiziert. Während die A-Jugend des OFV in Haslach auf den Meister des Bezirks Schwarzwald. A-Jugend St. Georgen trifft, hat der Bezirkszweite A-Jugend Haslach den schwereren Gang nach St. Georgen vor, um dort gegen den Meister des Bezirks Bodensee, A- Jugend Singen 04, anzutreten. Der technisch guten Offenburger Jugend, welche wir am VIVIL-Sonntag gegen die A-Jugend des VfB Mühlburg nur unglück- West/Südblock Endgültige Gewinnquoten Zwölferwette: 1. Rang: 44 Gewinner Je 12128,90 DM. 2. Rang: 1330 Gewinner je 364,48 DM. 3. Rang: 17 985 Gewinner je 26,94 DM. — Zehnerwette: 1. Rang: 746 Gewinner je 382,69 DM. 2. Rang: 14139 Gewinner je 2*.— DM. 1. Rang: 192 776 Gewinner je 2,66 DM. lieh verlieren nahen, mögen in diesem Treffen einige Vorteile eingeräumt sein. Aber, wer von uns kennt den Schwarzwaldmeister? Das Spiel in Haslach, welche* um 15 Uhr beginnt, verspricht für alle Jugendsportanhänger eine Augenweide zu werden. Den beiden teilnehmenden Mannschaften Offenburg und Haslach wünschen wir weiterhin viel Fuß- ballglücäc und Freude am weiteren Verlauf der Ju- gendmeiaterschaften. —ek— * Die Universität Heidelberg gewann in Bern mit 7» Punkten einen Leichtathlettk-Vergleiehskampf gegen die Universität Köln (73) und die Universität Bern ( 66 ). Das Internationale Automobilturnler von Baden- Baden (4.—6. Juli) wurde vom Automobil-Club von Deutschland aus organisatorischen Gründen abgesagt. Das Internationale Faustballtnrnier in Pfungstadt gewann bei den Herren der TSV Pfungstadt (im Endspiel 37:23 gegen TV Merscheid) und bei den Damen die Post SV Hamburg (im Endspiel 31:19 gegen TV Passau). Deutschland trifft lm Rahmen der Welt- und Europameisterschaften lm Roll-Hockey vom 28. Juni bis zum 5. Juli in Porto (Portugal) am 28. Juni auf Italien, am 29. Juni auf Aegypten, am 1. Juli auf Holland und am 2. Juli auf England. Das ßiSik g gf foti aU ROMAN VON HANS ERNST 3. Fortsetzung „Die Kräuterursel. Sie wird wohl einen anderen Namen haben, den niemand außer ihr weiß. Man sagt, es war bei ihr net ganz richtig im OberstübeL Aber mein, auf die Leuf darf man nichts geben, die reden viel, wenn der Tag lang ist. Ich glaub’, sie ist gescheiter als viele, die gescheit sein wollen.“ -Der alten Frau geht es wohl schlecht?“ „Man weiß nichts von ihr. Droben, wo der Wald am dunkelsten ist, steht ihre Hütte. Sie saranAt Wurzeln, die eine ganz besondere Heilkraft haben sollen und die kein Mensch kennt als die Doktoren und Professoren halt.“ Waltraud versank in tiefes Nachsinnen. Dann sagte sie: „Du, Klaus, mich interessiert die Frau. Könntest du mich nicht einmal zu ihrer Hütte begleiten? Wohnt sie ganz allein da droben?“ „Nein, ihr Enkelkind wohnt bei ihr. Kannst du dich nimmer an das kleine zerlumpte Mädel erinnern, das uns damals vor neun Jahren den Weg gezeigt hat, als wir zwei uns in den Bergen verirrt haben?“ Waltraud sann eine Weile nach- Mitleidig fragte sie: „Sagtest du nicht, daß im Dorf niemand das Mädchen leiden mag? Ist das immer noch so?“ Klaus nickte. „Es wird auch immer _ so bleiben, mein’ ich, obwohl ich selber nicht weiß, warum. Sie tut keinem Menschen was zu leid und doch gehen sie ihr und ihrer Großmutter aus dem Weg, als ob’s Aussätzige wären. Es ist gerade, als wenn ein Mensch, der weniger besitzt als die andern, an Geltung und Achtung verliert. Ith meine doch: Armut schändet nicht! So hat mein Vater selig allweil gesagt!“ „So denk’ ich auch, Klaus, Wir sind doch alle nur Menschen. Ob einer sein Leben lang im seidnen Rock oder im Lumpenkittel geht, bleibt sich in der letzten Stunde doch gleich. Unser Herrgott fragt da nicht, bist du reich und wohlhabend durch die Welt gegangen oder mühsam und beladen? Dort wird nur der Innenmensch gewertet. Und ich bin überzeugt, daß häufig unter dem groben Leinenkittel eine viel schönere Seele wohnt, als bei den sogenannten besseren Leuten. Und daß man die Kräuterursel und ihre Enkelin so von aller Gesellschaft ausstößt, finde ich häßlich. Wie muß ihnen dort oben in ihrer Einsamkeit zumute sein? Niemand wird zu ihnen kommen und ein gutes tröstendes Wort sagen. Aber ich tue es. Ich fürchte mich nicht. Gleich morgen steige ich zur Hütte hinauf. „Das darfst du aber niemand sagen, Trau- del“, warf Klaus ein. „Uebrigens gehe ich mit dir, weißt, man sagt, die Alte könnt’ hexen!“ Waltraud lachte auf. „Das glaubst du doch selber nicht! Was die törichten Menschen behaupten, sind alte Märchen, Aberglaube und Dummheiten vergangener Zetten!“ Klaus strich ihr über das Haar. Ihm war so eigen zumute, so sonderbar wie noch nie. In seinem Innern spürte er so etwas wie einen Messerstich. „Du bist gut, Traudel!“, flüsterte er. Die Sonne sank- Schweigend sahen »e beide in das Abendrot. „Klaus, glaubst du wirklich, was die Leute von der alten Frau sagen? Ich nicht. Und mit ihren Liedern muß es eine Bewandtnis haben. Ich fühle es. Sie wollte damit etwas Bestimmtes ausdrücken, als sie sang: „So niedrig, so groß!“ „Ja, ja, ich weiß, was du sagen willst“, entgegnet« Klaus stöhnend. „Ich hab’s gemerkt heut’ vom ersten Augenblick an, als ich dich wieder sah. Vor Jahren, als du in mein Leben tratest, da war es anders. Da haben wir zwei die Kluft nicht geseh’n, die uns voneinander trennt. Warum hast du auch damals kommen müssen, ich hätte mit meinen Steinen auch allein spielen können, und das Herzeleid war’ mir nun erspart. Das beste ist wohl, wir gehen uns fernerhin aus dem Weg. Er trat gegen die Brücke hin. „Leb’ wohl, Traudel! Gut’ Nacht!“ Mit einem leise erstickten Schrei stürzte das Mädchen auf ihn zu. Tränen in den Augen sank sie vor ihm nieder und weinte zu ihm auf: „Klaus, tu’ mir nicht so weh! Seit meiner Kindheit hast du mir noch keine Stunde meines Lebens verbittert. Kannst du mir mit solchen Worten gewaltsam mein schönes Kinderglück zerstören? Sag, daß es dir damit nicht ernst ist, es kann ja nicht sein. An dir ist doch alles gut und wahr, leib und Seele an dir sind ein blühender Frühling . . Sie verstummte jäh, über ihre eigenen Worte erschreckend. Als Klaus sie zu »ich emporzog, sank sie haltlos weinend an seine Bruat. Ruhig ließ er sie gewähren. „Sein vernünftig, Traudel. Schau, die Kinderzeit ist um.!“ Mit feuchten Augen sah sie zu ihm auf. „Ja, Klaus, die Kinderzeit ist um. Ich fühlte es, obwohl ich ferne von dir war. Wie ein feiner Schleier legte es sich tun das Glück meiner Kindheit. Aber die lange Zeit im Süden und in der Schweiz hat auch eine unbeschreibliche Sehnsucht in mir wach werden lassen, die mein ganzes Sein ausfüllte, Tag für Tag. In den Nächten träumte ich ein süßes wunderschönes Märchen vom Glück. Rastlos schrie meine Seele in die lauen Lüfte: Glück, warum rufst du nicht, daß ich dich finde...?!“ Zitternd hielt Waltraud einen Augenblick in- ne. „Ich träumte wie alle Mädchen, wenn sie in meine Jahre kommen. Aber nicht von einem Prinzen oder einem Königsschloß, sondern von dir, Klaus, von dir, dem Waldbub! Im Traum sah ich so ein Hütterl mit kleinen blitzblanken Scheiben, an denen das Gold der steigenden Sonne funkelte. Hoch oben in den Bergen stand es, hoch über alle Menschen,- höher als die Villa zu Bürg. Als es Abend ward, stand ich deiner wartend mit einem Buschen Almenrausch unter der Türe und sah zu dir empor, wo du an steilen Wänden, auf schwindelndem Pfad einherstiegst, als gingest du auf ebenen Wegen. Groß und schlank standest du im Feuerschein der sinkenden Sonne. Und wie ein Glockenton kam ein Jodler durch die Lüfte. Du hobst die Arme und schleuder- dest etwas zu mir herunter. Wie Blütenschnee fielen die Edelweißsteme auf mich herab, große glänzende Blumen, lind und samtweich.“ Im Flüsterton hatte Waltraud die letzten Worte gesprochen. Sie atmete tief. „O Klaus, ich habe dich so lieb, mehr als mich selbst und mein Leben, ja mehr als alles in der Welt. Mir ist jede Etikette verhaßt. Unglücklich fühle ich mich in dem Zwang, der leider auch in der Villa Bürg herrscht. Nur dich hab’ ich lieb!“ Da schwand«, alle Bedenken. Nichts mehr wußte Klaus von der Kluft, die zwischen Waltraud und ihm bestand, nichts vom Unterschied zwischen arm und reich. Er wußte einen Menschen, der ihn lieb hatte und den er wieder liebte mit der ganzen Kraft seiner Jugend. Innig und zart drückte er die Geliebte an seine Brust (Fortsetzung folgt) Mittwoch, 11. Juni 1952 |Wie groß sind unsere Haushaltungen? Kleine Familien in der Mehrzahl — Wohnraumnot wirkt sich aus I M ZEITGESCHEHEN Hut das AUeeuolueudi^sU ln den letzten fünfzig Jahren hat sich unser Leben nicht nur in wirtschaftlicher und sozialer, sondern auch in biologischer Hinsicht ganz erheblich verändert. Wenn wir uns heute innerhalb unseres Bekanntenkreises umschauen, so finden wir dort sehr viele kinderlose Ehepaare und fast ebensoviele Familien , „ .mit nur einem Kind. Denken wir dagegen an j 0 er Sta ™ war slcb am Montag bewußt,!unsere Kindheit zurück, so war beispielsweise daß er mit der Gaspreiserhöhung einen un-| um schen ™f r u ' er ‘ w ? rd ®/ ( , a a 1 ’ Tagesordnungspunkt vor der öffentlichen B e- zusammen mit ,hren Kmdern durch Gift das schlußfassung in allen Fraktionen eingehend Leben genommen habe, als diei Russen einberaten worden wäre. Das muß nicht immer marschierten. Diese Nachricht -sei jhm zudem zwangsläufig zli einer einheitlichen Stellung- noch durch einen Brief bestätigt worden, den nähme der Fraktionen führen. Stadtrat Bran- er Y on sem f Schwester erhalten habe. Als del von der CDU hat erst am Montag wieder f dani \ nach se t ne I E , ntla ^™ g da F £nd den Beweis dafür geliefert, als er, entgegenf an g en 0 schaft nacb Be £, lm gek ° mm ™ s f* ™ d - ’ ’ | trotz Suchens seine Frau und seine Kinder seinen Fraktionskollegen, die Gaspreiserhö- Genau fünf Jahre dauerte die neue eheliche Gemeinschaft, bis eines Tages plötzlich einer der fünf Söhne des Angeklagten bei seiner zweiten Frau auftauchte, wodurch die zum erstenmal erfuhr, daß sie eine unrechtmäßige Ehe eingegangen war. Darauf trennte sie sich von dem Angeklagten, Staatsanwalt Meyer beantragte wegen wissentlich falscher Versicherung an Eides Statt und wegen Doppelehe eine Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis. Die Strafkammer, die den Zeitverhältnissen Rechnung trug, sprach eine Gefängnisstrafe von neun Monaten aus, setzte aber im Hinblick darauf, daß die strafbaren Handlungen noch vor dem 15. September 1949, dem Stichtage der Amnestie, begangen waren, die Verbüßung der Strafe auf Bewährung für die Dauer von drei Jahren aus. Die Einzelhandelsgeschäfte sind im Hinblick auf den morgigen Feiertag (Fronleichnam) heute nachmittag bis 18 Uhr geöffnet. richtungen, stiegen in den großen Küchenraum hinab, sahen, wie große Mengen von Speisen mit dem Fahrstuhl an das Licht des Tages befördert und auf den Tischen abgestellt wurden; nahmen auch selbst an den Mahlzeiten teil und stellten fest, daß kein Bewohner des Hauses hungrig davonzugehen braucht. Auch eine Anzahl von Jugend-Vereinigungen bezog für einen oder mehrere Tage im Paul-Gerhardt-Haus Quartier. Alle Gäste wurden vom Hausvater Diakon Eisele begrüßt und willkommen geheißen. Aus Karlsruhe waren im Paul-Gerhardt- Haus u. a. zu Gast: Landesjugendpfarrer Hans Herrmann, Landeswohlfahrtspfarrer Ziegler, Landesjugendwart Vfilli Klee, Landessingwart Dr. Erich Gruber: ferner seien genannt: Bun- deswart Hundhausen aus Baden-Baden, Posaunenwart Emil Stöber aus Neureut, Bundesgauwart Helmuth Schmidt aus Freiburg, Bezirksjugendpfarrer Heß aus Gengenbach, die Vereinigung der Heimleiter von Lehrlingsheimen in Baden, der Geschäftsführer der Inneren Mission Deutschlands, Buntrock aus Bethel, die Evangelische Jugend Malterdingen mit ihrem Pfarrer Fritz Dammbach und Bezirksjugendwart Schauer, die Evangelische Jugend Zell a. H. mit Pfarrer W. Wacker, der Geschäftsführer Würschinger vom Jugendaufbauwerk Südwestdeutsdhland aus Tübingen, der Sekretär des UNICEF Kinderhilfswerk der UN, Thielbar aus Bremen, Mr. Wenzel aus USA. Alle Besucher gaben ihrer Freude über das Paul Gerhardt-Haus und dessen neuzeitliche Einrichtungen Ausdruck: sämtliche Zimmer des Hauses sind besetzt. In den letzten Wochen ist auch mit der gärtnerischen Ausgestaltung vor dem Heim begonnen und der große Garten hinter dem Hause bestellt worden. In den vor einigen Wochen im Lehrlingsheim begonnenen Nachschulkursus für 40 jugendliche Heimatvertriebene, denen möglichst Volksschulreife und dann eine Lehr- bzw. Arbeitsstelle vermittelt werden soll, nahm»! die Gäste Einblick. Sammlung des Kreisverbands Offenburg ehemaliger Wehrmachtsangehöriger statt, in der Uiumentepplche xum Fronleichnamstag hung ablehnte und damit die Opposition un- mehr gefunden habe, habe er annehmen terstützte, von der Oberbürgermeister Heitzl ™ assen ’ daß