Sr. 5 Sl. September 1945 Preis SO Pfj. Tagblatt für Bodensee, Schwarzwald und das obere Doaangebiet Die Außenminister Rweite Woche der Londoner Konferenz London, ag Der Rat der Außenminister hl London hofft, den größten Teil (einer Aufgaben noch in dieser Woche erledigen zu können. Wie der „Südkurier" schon meldete, steht die Ausarbeitung des Friedens- ▼ertrages für Italien im Vordergrund. Weitere Diskussionspunkte des Wochenprogramms sind Balkanfragen und die Internationalisierung der europäischen Wasserstraßen, darunter möglicherweise auch die der Dardanellen. Im Mittelpunkt der bisherigen Debatten stand das Problem Triest. Der diplomatische Korrespondent der Londoner „Times" hält es für wahrscheinlich, daß diese Stadt zum Freihafen erklärt wird. Bis 1891, fast während zwei Jahrhunderten, war Triest Freihafen) eine Rückführung auf diespn sta- tüs, so meint das Londoner Blatt, sei eine vernünftige Lösung. Die Souveränität über Triest möge bei Italien verbleiben. Zum italienischen Friedensvertrag schreibt die Londoner Zeitung „Daily Expreß", daß der Entwurf zu diesem Vertrage nicht vor Jahresende fertiggestellt werden könne. Im übrigen sei es wahrscheinlich, daß noch vor Jahresende eine zweite Zusammenkunft der Außenminister in London notwendig werde. Nachdem zuerst der italienische Botschafter in London die Interessen 'seines Landes bei der Konferenz vertreten hatte, übfer- reichte Ende letzter Woche der Botschafter Großbritanniens in Rom der italienischen Regierung die amtliche Einladung auf Entsendung eines Vertreters. Nunmehr befindet sich der italienische Außenminister de Casparis i als italienischer Delegationsführer in der englischen Hauptstadt. Bei der Debatte über den italienischen Frieden spielt das zukünftige Schicksal der italienischen Kolonien eine große Rolle. Im Laufe der Woche waren in der Welt Pressestimmen laut geworden, wonach auch Sowjetrußland ein direktes Interesse bei der Verteilung dieser Kolonien habe. Bei einem Presseempfang ln London bestätigte nun der russische Außenminister Molotow auf eine Frage diese Gerüchte. Bel der Londoner Konferenz waren einige Schwierigkeiten entstanden, da die reinen Amtsgeschäfte, also z. B. die Uebersetzung und Verwaltung von Akten und Urkunden Verzögerungen erfahren hatten. Der Rat der Außenminister faßte daher den Beschluß; ein gemeinsames Sekretariat zu schaffen, das aus den Sekretariaten der fünf Delegationen zusammengestzt wird. Dieses Zentralsekretariat hat nun die Verantwortung für alle Urkunden. Zu diesem Beschluß schreibt die Londoner „Times". „Je größere Klarheit und Präzision man dieser Aufgabe widme, umso größer sei dann auch die Aussicht auf eine erfolgreiche und schnelle Erledigung der reinen Amtsgeschäfte. Der Außenministerkonferenz soll, wie Reutet aus London meldet, eine türkische Note zugegangen sein über die Auffassung der Regierung in Ankara zu den schwebenden türkisch-sowjetrussischen Fragen. Die türkische Regierung sei, so meldet Reuter, bereit, zu gemeinsamen Stützpunkten in den Dardanellen den Vereinigten Nationen ihre Zustimmung zu geben, falls England, USA., Frankreich und die Sowjetunion gleich stark vertreten sein würden. Man hofft, durch diesen Beschluß Verzögerungen zu verhindern, die z. B. bei der Konferenz von San Francisco sich als hemmend erwiesen hatten. Was ln Rnßland zerstört wurde Moskau begründet die Wiedergutmachungs- Forderungen Moskau. (Exchange) Ein Bericht der von der Sowjet-Regierung eingesetzten Untersuchungskommission zur Ermittelung der Kriegsschäden in der USSR hat außerordentliches Aufsehen hervorgerufen. Die „Iswestija" nennt die Veröffentlichung besonders notwendig. „7 Millionen Bürger der Sowjetunion wurden von der Kommission und ihren Unterabteilungen einvernommen, um exakt den Umfang der Schäden feststellen 'zu können. Unsere Verluste unter der Zivilbevölkerung, die im amtlichen Bericht, mit mehr als einer Million angegeben sind, beziehen sich nur auf „indirekte Kriegshandlungen der Deutschen”, wie Deportationen, Geiselmord und ähnliche Verbrechen. Noch heute leben rund 25 Millionen unserer Staatsbürger von insgesamt 35 Millionen, die in 1745 Städten und 73 (WO Dörfern ihre Wohnstätte Und jeden Besitz verloren haben, in primitivsten Notbehausungen. Aber auch andere erschreckende Zahlen sprechen eine beredte Sprache. So zerstörten die Deutschen in unserer Heimat rund 32 000 industrielle Unternehmungen, 84 000 Schulen, 40 000 Hospitäler und 36 000 Postämter. Unser Eisenbahnnetz ist auf einer Strecke von 42 000 Meilen auseinandergerissen worden. Unser Viehbestand ist um 45 Millionen Stück geringer geworden. Nur wenn man sieh diese erschreckenden Zahlen vor Augen hält, wird man verstehen können, daß wir das Recht haben, von Deutschland Wiedergutmachung zu verlangen, ohne daß wir dabei in eine Sentimentalität verfallen." Die Post hat ihren Betrieb wieder anfgenommen Ktn bedeutungsvoller Fortschritt Im SOdtell der französischen Besetzungszone Am Montag, 17. September, wurde im Südteil der französischen Besetzungszone der zivile Briefpostverkehr wieder aufgenommen. Diese Zone wird durch folgende Orte begrenzt: Baden-Baden — Calw—Horb — Tübingen — Reutlingen — Münsingen — Ehingen — Bibprach — Wangen — Lindau. Zugelassen für den Verkehr sind folgende Sendungen: 1. Postkarten 2. offene und geschlossene Briefe (Höchstgewicht 20 g). 3. Zeitungen (und zwar für private Absender jeweils ein Exemplar unter Streifband und nur solche Zeitungen, die von der Militärregierung zugelassen sind). Die Zulassungsbedingungen Als Postkarten können die bisherigen amtlichen Postkarten verwendet werden, jedoch müssen auf den Formularen alle Merkmale der nationalsozialistischen Zeit, wie Wertzeichenbildnisse oder Propagandaaufdrucke, Zitate usw. mit unverwischbarer Tinte vollkommen unleserlich gemacht sein. Ferner sind Karten zulässig, die im Auftrag der Post neu hergestellt werden, sowie Karten, die von der Privatindustrie angefertigt werden, sofern sie den eben genannten Vorschriften entsprechen. Die von der Post in Auftrag gegebenen Postkarten, die in Bälde bei allen Postanstalten in beschränkter Zahl erhältlich sein werden, haben auf der Vorderseite ejnen besonderen Platz für die Angabe des Absenders mit einem Hinweis, daß Mitteilungen nur auf der Rückseite zugelassen sind. Der rechts Teil der Vorderseite bietet Raum für die Adresse. Darüber befindet sich der Aufdruck Postkarte und ln der rechten oberen Ecke, wo sich bisher das Wertzeichen befand, ein umrandeter Aufdruck: „6 Rpf. — Gebühr bezahlt." Diese' Postkarte kostet 7 Pfennig. In gleicher Weise beabsichtigt die Postbehörde die Ausgabe von vorgedruckten Briefumschlägen, die an der Stelle des Wertzeichens den Aufdruck „12 Rpf. — Gebühr bezahlt" tragen und 14 Pfennig kosten werden. Diese beiden amtlichen Formulare haben den Vorteil, daß sie in Briefkästen eingeworfen werden können, während alle Karten und Briefe, die den amtlichen Aufdruck nicht tragen, wie auch die Zeitungssendungen an den Postschaltern aufgeliefert werden müssen, wo die Beförderungsgebühr in bar bezahlt werden muß. Zeitungssendungen bis zu 20 g kosten 3 Pfg., bis 50 g 4 Pfg. Postkarten im Ortsverkehr kosten 5 Pfg. und Briefe im Ortsverkehr 8 Pfennig. Die so aufgelieferten Sendungen erhalten den Stempel „Gebühr bezahlt". Die Ausgabe von Briefmarken wird später erfolgen. Auf allen Sendungen muß außer der genauen Anschrift des Empfängers auch die vollständige Adresse des Absenders angegeben sein und zwar muß der Absender seinen tatsächlichen Wohnsitz angeben, unter dem er polizeilich gemeldet ist. Es ist also nicht gestattet, eine nur vorübergehend gültige Adresse als Absenderangabe zu nennen. Will man dem Empfänger eine nur vorübergehend gültige Anschrift mitteilen, so muß dies im Rahmen der schriftlichen Mitteilung auf der Rückseite der Karte oder im Brief geschehen. Zugelassen ist für die Anschrift und den Brieftext lediglich die deutsche und che französische Sprache ln lateinischer Schrift, die handgeschrieben oder maschinengeschrieben oder auch Druckschrift sein kann. Sendungen, die diesen Vorschriften nicht entsprechen, werden nicht befördert und entweder an den Absender zurück^egeben oder an die Rückbriefstelle gesandt. Di# Zustellung der Postsendungen erfolgt werktäglich einmal am Tag, und zwar zunächst nur innerhalb der eingangs angegebenen Zone. Es ist jedoch damit zu rechnen, daß der deutsche privat# Postverkehr schon in kurzer Zeit auch auf den übrigen Teil der französisch besetzten Zone, mit Ausnahme von Oesterreich ausgedehnt wird und daß später auch die übrigen Besetzungszonen in den Postverkehr einbezogen werden. Wer ein Abholfach bei irgend einem Postamt besitzt, kann es wieder benützen. Postlagernd# Sendungen sind dagegen nicht zugelassen'. Die Beachtung aller Vorschriften muß ebenso wie die Einhaltung der gebotenen Selbstdisziplin bei der Abfassung des Textes dringend empfohlen werden. Die Reorganisation der Postverwaltung Nach der vollständigen Lahmlegung des gesamten Postverkehrs, die auch zu einer fast völligen Lähmung des gesamten Wirtschaftslebens geführt hatte, bedurfte es einer zähen und hingebenden Arbeit der zuständigen Beamten, um unter der wohlwollenden Förderung der Militärregierung den komplizierten Postapparat wieder in Gang zu bringen, zumal gegenüber früher organisatorische Aenderungen notwendig wurden und die bestehenden Schwierigkeiten dazü zwingen, zu allen denkbaren Improvisationen Zuflucht zu nehmen. Allein die Postversorgung der Landorte, die ven den Bahnstrecken weit abliegen und früher durch die Postautokürse bedient wurden, machte ein weitverzweigtes Hilfsverkehrsnetz notwendig. An Stelle der früheren Landposten versehen jetzt vertraglich verpflichtete Fahrer oder Beifahrer von Milchautos upd sonstigen regelmäßig verkehrenden Fuhrunterriehmungen oder besonders eingesetzte Radfahrer die Postbeförderung. Auch der Landbriefträger, der tagtäglich 20 und mehr Kilometer zu Fuß oder Rad zurücklegen muß, wird wieder in Erscheinung treten. Die Wiederinbetriebnahme der motorisierten Postwagen, die an sich nur noch in beschränkter Zahl vorhanden sind, hängt davon ab, in welchem Umfang Betriebsstoff, Reifen und Ersatzteile zur Verfügung gestellt werden können. In allen Orten, die an einer Bahnstrecke liegen, ist die Postzustellung verhältnismäßig einfach. Dort erfolgt die Verteilung durch die örtlichen Postämter und ihre Briefträger, wie es früher der Fall war. Eingearbeitete Kräfte stehen für diesen Zweck in ausreichender Zahl zur Verfügung. Im Landeskommissariatsbezirk Konstanz gibt es 28 selbständige Postämter, 36 Die „Schlacht Angaben aus britischen i London. (Exchange) Am Samstag, dem fünften Jahrestag des Höhepunkte« der „Schlacht um England", werden zum ersten Male volle Mitteilungen über die geringfügige britische Flugstärke gemacht, mit der wahrscheinlich die entscheidende Schlacht des zweiten Weltkriege« gewonnen wurde. Nur 640 britische Jagdmaschinen standen täglich zur Abwehr zur Verfügung. Außerdem wurden wöchentlich durch -Fabriken und Reparaturwerkstätten weitere 130 Flugzeuge dem Kommando bereitgestellt. Die Deutschen hingegen hatten zwischen Brest und Amsterdam rund 1200 Langstreckenbomber, 1100 Jäger und 350 Stukas stationiert und damit eine überwältigende Zahlenübermacht erreicht. Vom 8. August 1940 an wurden die deutschen Bomberangriffe täglich gesteigert und für 14 Tage lang bekämpften hunderte deutscher Bomber und Jäger 15 Städte und südöstliche Flugplätze Englands. In diesen zwei Wochen verlor das britische Jägerkommando 94 Piloten durch Tod und 60 durch schwere Verwundung, pnd fast 300 britische Kampfmaschinen wurden außer Gefecht gesetzt. Die Krise trat zwischen dem 24. August und 6. September ein, als die Deutschen mit massierten Kräften die Luftverteidigung und die in Südengland stationierte RAF zu vernichten suchten. Auf beiden Seiten gab es schwere Verluste, doch für die Briten waren sie gefährlicher. Von wenig über 1000 zur Verfügung stehenden Kampfpiloten fielen 103 und 128 wurden schwer verletzt, 495 Kampfmaschinen wurden zerstört oder- schwer beschädigt. Die Verluste überstiegen nun die Ersatzkapazität. Im August 1940 hatte das Jägerkommando rund 300 seiner besten Piloten verloren und erhielt nur 250 nicht kampferfahrene Flieger als Einsatz Zweigpostämter, 72 größere und 275 .kleinere Poststellen. Ein Teil von diesen muß ln Posthilfsstellen umgewandelt werden, die nebenberuflich versehen werden und nur zu bestimmten Stunden während des Tages geöffnet sind. Die Beförderung der Post durch die Eisenbahn geschieht wieder wie früheT in Bahnpostwagen. Wie stark das Bedürfnis der Bevölkerung nach Wiederaufnahme eines brieflichen Nachrichtenverkehrs gewesen ist, ergibt sich daraus, daß allein in der Stadt Konstanz schon am ersten Tage ungefähr 14 000 Sendungen aufgeliefert worden sind, obwohl die Wiederaufnahme des Postverkehrs vorher nicht bekanntgegeben worden war. Mit der Wiederaufnahme des Postverkehrs ist ein entscheidender und grundlegender Schritt für den Wiederaufbau des gesamten Wirtschaftslebens getan, den die gesamte Bevölkerung dankbar begrüßt. Das Wiedererscheinen einer Zeitung und die Möglichkeit des privaten Nachrichtenaustausches zeigen, daß die nachrichtenlose Zeit überwunden ist und damit wesentliche Voraussetzungen für eine neue Entwicklung geschaffen sind. u m England“ ntlichen Dokumenten Die Luftwaffe hatte jedoch weit höhere Verluste erlitten und mit ungeheurer Erleichterung wurde zur Kenntnis genommen, daß auch Göring große Schwierigkeiten um Mannschafts- und Materialersatz hatte. Am 7. September kam die Umschaltung der Großangriffe auf London. Dies bedeutete, daß der Gegner die Bekämpfung de« englischen Küstenverteidigungssystems aufgegeben hatte. Am 15. September zeigte e« sich, daß auch die Angriffe auf London nicht mehr bei weitem die Entschlossenheit der früheren Attacken hatten. Vor allem konnten die britischen Jäger mit geringeren Verlusten als bisher größere Erfolge erzielen, dank einem neuen Gerät zum Auffinden des Gegners. Vom 7.—30. Sept. fielen 119 britische Piloten pnd 101 wurden verwundet, das heißt, in über drei Wochen wurden 11 Mann weniger außer Gefecht gesetzt, als ln den vergangenen zwei Wochen. Die Flugzeugverluste fielen von 495 in zwei Wochen auf 357 in über drei Wochen. Die Flugzeugindustrie konnte die Verluste wieder auf- holen und die Schlacht war gewonnen, wenn auch die Londoner Zivilbevölkerung noch schwere Opfer an Blut und Gut zu tragen hatte. London. (Exchange) In London wurde der 5. Jahrestag der „Schlacht um England“ mit einem Siegesflug der Royal Aire Force begangen. 25 Staffeln flogen in geschlossenen Formationen in einer höchst eindrucksvollen Luftparade niedrig über London. Dreihundert Flugzeuge nahmen daran teil, die alle von den „Wenigen“ der „Battle of Britain“ gesteuert wurden. Die Parade stand unter der Leitung des beinlosen Jagdpiloten Bader, der längere Zeit in deutscher Gefangenschaft verbracht hat. Wiederaufbau in Frankreich Steigerung der Agrarproduktion vordringlich Paris, ag „Im bombardierten, durch Brand verwüsteten und ausgeplünderten Frankreich ist heute überall der Wiederaufbau im Gange, und auf allen Gebieten sind bereits bedeutende Ergebnisse erzielt worden“, erklärte Wiederaufbauminister Dau- try in einer Radioansprache. Darnach wurden 1 800 000 Gebäude beschädigt oder zerstört, 100 Millionen Minen lagen auf französischem Boden. Es wurden bereits anderthalb Millionen Notwohnungen errichtet und 500 000 Gebäude repariert. Zu Anfang nächsten Jahres werden die Räumungsarbeiten beendet sein. Finanz- und Wirtschaftsminister Pleven erklärte am französischen Radio, die Produktion habe begonnen. Das Ziel der Regierung sei, daß die Bauern im Laufe der nächsten zwölf Monate genügend produzierten, damit im kommenden Jahr die Notwendigkeit der Einfuhr von Getreide und Zucker nicht mehr bestehe. „Wir müssen unsere Einfuhren an Fleisch und Fettstoffen reduzieren, dagegen den Export von Wein und Alkohol fördern, weil wir durch sie die notwendigen Devisen erhalten, um im Ausland das kaufen zu können, was uns fehlt“ Pleven illustrierte mit Zahlen den Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion Frankreichs seit dem Kriege. „Im Jahre 1939 betrug die Zuckerrübenproduktion 12 Millionen Tonnen. 1944 war sie auf 5Vi Millionen Tonnen gefallen und 1945 wird sie vier Millionen nicht übersteigen. Die Weinernte von durchschnittlich 60 Millionen Hektoliter vor dem Kriege ist im Jahre 1945 euf 35 Millionen gefallen, die Getreideproduktion von 80 Millionen Zentnern auf 43 Millionen. Man wird den Bauern Dünger, landwirtschaftliche Maschinen und Futtermittel geben müssen" Pleven fügte bei, die Regierung habe beschlossen, daß nicht nur die brotpreise, sondern auch der Fleischpreis auf der gegenwärtigen Höhe stabilisiert werden sollen. Es wäre für Frankreich unmöglich, ein dauerhaftes wirtschaftliches Gleichgewicht zu schaffen, wenn es ewig die gegenwärtigen hohen Selbstkostenpreise beibehalte. Es würden Maßnahmen getroffen, die Frankreich erlaubten, seine Wirtschaft so rasch wie möglich wieder aufzurichten. Eisenbahnverkehr nimmt zu Paris. (SPT) In der ersten Septemberwoche hat deT Eisenbahnverkehr seit dem Monat Juni 1944 die größte Intensität erreicht. Im ganzen verkehrten 178 282 beladene Wagen. 13 Prozent davon entfallen auf die Bedürfnisse der amerikanischen und französischen Armee. Seit ungefähr einem Jahr wurden 1994 amerikanische Lokomotiven nach Frankreich gebracht Französischer Minister In Warschau Wirschin. (Exchange) Der französische Minister für Kriegsgefangenenfragen und Repatriierung ist in Warschau eingetroffen. Er ist das zweite Mitglied einer ausländischen Regierung, das seit der Befreiung Polens der Landeshauptstadt einen Besuch abstattet An unsere Jugend Von Hubert Georg Ein langjähriger hündischer Jugendführer aus Konstanz wendet sich in Folgendem an die jungen Menschen, die heute vor besonderen Problemen stehen. Seien wir ehrlich: Viele unserer Jungen — und das brauchen nicht die schlechtesten zu sein — stehen heute vor den Trümmern ihres einstigen Ideals. Sie hatten den Glauben an „das Reich". Wie gerne und wie leicht glaubt doch ein junger Mensch, daß alles „gut" sei, sind doch selbst zahllose Erwachsene ebenfalls auf schöne Schlagworte wie: „Ein Volk, ein Reich, ein Füh- rerl" und ähnliche hereingefallen. Daraus dürfen wir der Jugend keinen Vorwurf machen. Aber unsere Pflicht ist es, unserer Jugend, die wir über alles lieben, den giftigen Pilz mit der Wurzel aus dem Herzen zu reißen, der sich dort eingenistet hatte und gehggt wurde von einer Propaganda, die über Schule, Hitlerjugend, Literatur, Film und Staatsführung ihresgleichen suchte. Zunächst wurde der Jugend die Behauptung eingehämmert, daß die HJ. die erste richtige deutsche Jugendbewegung darstelle, und daß die frühere Jugendbewegung gar nicht gewußt habe, wofür sie marschierte; dies war eine große Lüge. Nicht nur haben Wandervogel-, Pfadfinder- und andere Bünde große und segensreiche Erziehungsarbeit geleistet, sondern die HJ wäre gar nicht zum Leben erwacht, hätte sie nicht auf dem bereits hart erkämpften Fundament der bisherigen Jugendbewegung aufbauen können. Die« ging sogar so weit, daß die äußere Form, die Pimpfentracht, die Landknechtstrommeln usw. beinahe restlos von der geschmähten Bündischen Jugend übernommen wurden. Manche HJ-Gruppen waren im Anfang sogar innerlich von hündischen Gruppen kaum zu unterscheiden. Die« wurde allerdings anders, als die Partei die Hand auf alles legte. Die zweite Lüge war die von der Heiligkeit der Fahne. Man erzog die jungen Deutschen dahingehend, daß die Treue zu Führer und Fahne das Höchste sei. Es war ein geschicktes Ausnützen der idealen, heilige» Gefühle, die jeder gesunde junge Mensch i» seinem Innern hegt. Und was wurde in Wirklichkeit erreicht? Daß in der Jugend alle« zerstört wurde, was bisher als heilig und unantastbar gegolten hatte. Vpr allem wurden in frivolster Weise die heiligsten Bande der Familie, die zwischen Eltern und Kindern, zerstört. Wenn wir heute mit Abscheu und Ekel auf feiges Angebertum und Denunziation blicken, unter der Herrschaft Hitlers wurde der Keim zu dieser Krankheit gelegt. Die Schamröte steigt ufts heute noch ins Gesicht, wenn wir daran denken, daß es deutsche Kinder gab, die auf ihre Eltern, als politisch rückständig herabsahen, ja, diese sogar bei der Partei anzeigten. Und die Heiligkeit der Fahne? Noch nie hat eine Bewegung ihre Fahne selbst so beschmutzt wie die Hitlerbewegung. Es Ist entsetzlich, dies sagen zu müssen, aber wer kann heute noch ein Hakenkreuz sehen, ohne der zahllosen Verbrechen zu gedenken, die unter diesem Zeichen geschahen? Und nun zu eijiem sehr wichtigen Punkt, liebe- Jugend: Jeder lebendige, junge Mensch braucht ein Leitbild. In ihm sieht er sein Ideal, ihm weiht er seine ganze Kraft, seine ganze Liebe und Anhänglichkeit. Für ihn ist er mit der ganzen Fülle seines Herzens sich einzusetzen bereit. War nun Adolf Hitler dein Held, deutsche Jugend? War er der Mann, der es wert war, daß man ihm die Treue bis ln den Tod hielt? Diesen Götzen muß Ich rücksichtslos zertrümmern. Nicht hart und ungeschminkt genug muß das gesagt werden. Nie hat ein Führer mehr Schindluder getrieben mit Treue und Glauben, mit dem Idealismus des gutgläubigen Volkes, als Adölf Hitlerl Treue war sein zweites Wort, seine Liebe zum Volk bei jeder Gelegenheit betont. Und doch hat dieser Mann, sein Wort tausendfach gebrochen, seinem eigenen Volk und fremden Staatsmännern gegenüber, so daß heute die ganze Welt mit Fingern auf uns Deutsche zeigt. Und wie hat er dich geliebt, deutsche Jugend? Obwohl er seit geraumer Zeit genau wußte, daß der Sieg nicht mehr zu erringen war, hat er den Kampf bis zur völligen Vernichtung unseres Volkes und halb Europas fortgesetzt. Obwohl er genau wußte, daß es, militärisch gesehen, ein Wahnsinn war, hat er noch in den letzten Monaten de« Krieges Zehntausende von Angehörigen kaum dem Kindesalter entwachsene Jahrgänge bedenkenlos geopfert. ‘ Al« das Ende seiner Politik und seines Lebens unvermeidlich war, sollten noch Hekathomben erschlagener deutscher Jugend seinen Untergang zu einem grauenvollen Finale gestalten. Ja, so war es, so hat er die Jugend „geliebt", der er in größenwahnsinniger Selbstbeweihräucherung seinen eigenen Namen gegeben hatte. Nun stehen wir schaudernd vor den Trümmern. Der Totengräber unseres einst so schönen Vaterlandes hat sich der Verantwortung, von der er so gerne sprach, entzogen. Es wäre zu verstehen, wenn wir den Glauben an das Gute verloren hätten. Aber das darf nicht seinl Wir haben nicht nur da« Seite 2 fitllRtitl 21. September 1945 Recht, sondern euch die Pflicht weiter ru leben und zu wirken. Viele« haben wir gut zu machen, auch wir Jungen, und vieles haben wir noch "Zu arbeiten. Denn wir müssen und wollen dafür sorgen, daß sich ein solch, grauenvolles Geschehen in unserem Volke niemals wiederholt. Unser Schild muß wieder rein werden. Wie sich unsere Zukunft in dieser Hinsicht gestalten wird, wissen wir noch nicht, auch nicht, ob und in welcher Form eine deutsche Jugendbewegung wieder möglich sein wird. Es liegt zunächst an uns, aus der Vergangenheit die unerbittliche Folgerung zu ziehen und auch die leiseste innere Bindung an diesen größten Rattenfänger aller Seiten in uns auszurotten. Dann wird vielleicht auch für uns wieder ein Tag kommen wie im Jahre 1924, wo zum Weltpfadfindertreffen in Kopenhagen erstmalig wieder die deutsche Jugend eingeladen wurde. Ein ausländischer Teilnehmer an dieser riesigen internationalen Jugendkundgebung schrieb damals: „Wenn ich noch irgendeinen Zweifel an dem großen, völkerverbindenden Einfluß der Pfadfinderbewegung gehabt hätte, so wäre ich in Kopenhagen dadurch überzeugt worden, daß ich zum ersten Male dort Franzosen und Deutsche in freundlicher Kameradschaft beisammen sah, was mich von neuem und stärker als irgend etwas anderes mit Begeisterung für das große Werk Ba- den-Powels erfüllte." Das ist es,-was wir brauchen: Nicht eine Jugend, die sich in albernen, militaristischen Alüren und parteipolitischer Engstirnigkeit und Großmannssucht erschöpft, sondern eine, die bestrebt ist, an ihrem Teil dazu beizutragen, die Jugend aller Völker im Kampf für die Wahrheit, Reinheit und den: Weltfrieden einander näher zu bringen: Die Jugend der ganzen Welt, die eines guten Willens ist, wird uns eines Tage« dabei helfen. Daran glaube ich. Zwei Prozesse: Lüneburg und London Gegen SS-Wachmannschaften und Lord Haw-Haw Ärzte... Dr. Theo Lang, Kriminalbiologe und Erbforscher, Mitarbeiter der deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie in München bis 1941, war der erste, der die Welt außerhalb Deutschlands über die Geschehnisse in den deutschen Anstalten unterrichtete, die zur Vernichtung von Menschen eingerichtet worden waren. 1941 gelang es ihm, trotz scharfer Bewachung durch die Gestapo, in die Schweiz zu entkommen. Er nahm eine große Anzahl von Dokumenten mit und nannte einem Kreis von Eingeweihten die Namen derjenigen, die als „Wissenschaftler" für diese Vernichtungsanstalten verantwortlich waren. Man glaubte ihm nicht, was er be richtete. „Ein Verrückter war bei mir", sagte ein Schweizer Gelehrter nach einer . Unterredung mit Dr. Lang. Aber die Beweise waren deutlich, und nach der Beseitigung des Nationalsozialismus bestätigte sich alles, auf das Dr. Lang aufmerksam gemacht hatte. Zum ersten Male hat Dr. Lang jetzt auch vor einer breiteren Oeffentlichkeit gesprochen. Die „Schwerer Illustrierte Zeitung" Veröffentlichte darüber einen Bericht In diesem heißt es: Bei den Verbrechen in Deutschland ist man gewahr geworden, was der Mensch an Bösem vermag. Ueber- all da, wo sich nach 1933 Auflehnungen gegen den Nationalsozialismus zeigten, sprach man von Entartung, Minderwertigkeit und Untermenschentum. Die körperlich und geistig anomal Veranlagten, die Angehörigen aller östlichen Völker galten als „rassenuntüchtig". Alle diese Menschen wollte man ausscheiden. Man schuf Gesetze zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und machte sie dann zu einem politischen Instrument. Wer als minderwertig galt, sollte unschädlich gemacht werden. Die Professoren G ü 11, R ü d i n und R u 11 k e waren es, die durch gesetzliche Maßnahmen den Respekt vor der Unversehrtheit des menschlichen Körpers untergraben ließen. Zunächst setzte eine systematische Verfolgung solcher Menschen ein, die von der Partei als minderwertig bezeichnet wurden, Staatsfeinde, Zigeuner und körperlich Belastete. An diesen Menschen wurden im Namen der Rassenhygiene die neuen Methoden der Unfruchtbarmachung ausprobiert und die ersten systematischen Hinrichtungen vorgenommen, während man die Juden in der Zeit vor dem Krieg noch Verhältnismäßig schonte, da sich mit ihnen die Weltöffentlichkeit noch zu intensiv beschäftigte. Es ist eine der unrühmlichsten Kapitel in der Geschichte der deutschen Aerzte und der Juristen, daß sie mit wenigen Ausnahmen den Gesetzen der zwangsweisen „Unschädlichmachung" zustimmten und dem kommenden Massenmord da« Feld bereiteten. Hätte sich nur die Hälfte der deutschen Aerzte widersetzt, so erklärte Dr. Lang, wäre es niemals zu solch furchtbaren Dingen gekommen. Als der Krieg kam, mußten von selbst nach dem Gesetz der «tufenweisen Weiterentwicklung des Bösen auch die letzten Hemmungen fallen. Minderwertig waren jetzt vor allem die Russen und Polen, die Juden und alle für den Krieg Unbrauchbaren. Von der Verachtung dieser Menschen bis zur Tötung war nur noch ein kleiner Schritt. Ihn taten diejenigen Wissenschaftler, die dauernd als Berater der Reichsregierung und der SS tätig waren, die Professoren Fritz Lenz -Berlin und Ern st Rüdin -München, die Rassenhygieniker, die in Polen Massenhinrichtungen an Juden und Polen durchführen ließen, wie Prof. Bruno K. S ch u 11 z und Dr. med. Freih. Stengel von Rutkowsky, die Psychiater, die das im Jahre 1940 erlassene Geheimgesetz zur Vergasung ausarbeiteten, wie cjie Ministerialdirektoren Dr. H. Linden und Dr. C. R o d e n b e r g, der Reichsärzteführer Conti, Prof. H e y d e, Dr. Staehle-Nagold und Dr. H Pfannmüller! Schuldig sind aber auch die Rassenhygieniker und Psychiater, die die ganze Entwicklung deckten, die Professoren E. Kretschmer, Oswald Bumke und Freih. von Ver- s ch u e r. Das ist eine Liste von Kriegsverbrechern, die bisher in der Oeffentlichkeit nicht bekannt wurde. Zu diesen Schuldigen gehören aber auch alle deutschen Aerzte in amtlichen Stellungen, da sie spätestens Anfang 1941 von den Vergasungen und Hinrichtungen in Deutschland wußten und sie duldeten, ebenso jeder Gau- und Kreisleiter, die meisten Generäle und Feldärzte. gäbe der Lebensmittelversorgung bei allen Vertretern der Besatzungsmächte volles Verständnis, größtes Entgegenkommen und wei- testgehehde Unterstützung gefunden habe Berlins erstes Nachkriegsbudgel Berlin. (Exchange) Der Magistrat der Stadt Berlin hat dem alliierten Kontrollrat sein erstes Nachkriegsbudget vorgelegt, das die Zeit der Besetzung bis zum 30. September umfaßt. Danach müßte Berlin 272 Mill. Reichsmark aufbringen, um nur die dringendsten Ausgaben zu decken. Das Steueraufkommen beläuft sich auf nur 85 Millionen Reichsmark, während die Ausgaben von 186 Millionen, die den Ueberschuß ausmachen, keine finanzmäßige Deckung aufweisen. Der Magistrat bittet daher den Kontrollrat, die Aufnahme von Defizitkrediten gestatten zu wollen. Der Finanzbevollmächtigte des Magistrats, Dr. Siebert, bezeich- nete das Budget als ein getreues Spiegelbild des Zusammenbruchs des nationalsozialistischen Regimes. Ehescheidungen als Kriegsfolge Berlin. (Reuter) 135 Ehescheidungsklagen wurden beim Amtsgericht Berlin-Treptow in der kurzen Zeit von zweieinhalb Monaten eingereicht. Die hohe Zahl dieser Ehescheidungsprozesse beweist, wie die Zerrüttung der Ehen in den letzten Jahren zugenommen hat Männer und Frauen lebten zwangsweise jahrelang getrennt, hatten ihre eigenen Schicksale und Erlebnisse und wurden einander fremd. Auf Scheidung klagen viele junge Paare, die sich in zwei- bis vierjähriger Ehe kaum zwei bis vier Wochen gesehen haben, weil der Mann in dieser Zeit nicht mehr Urlaub von der Wehrmacht erhalten hatte. Sie haben sich kaum kennengelemt und stellen jetzt fest, daß sie gar nicht zusammenpassen. Leys Chauffeur verhaftet Berlin. (Reuter) Der Chauffeur von Dr. Robert Ley, der seit Monaten steckbrieflich gesuchte frühere Parteigenosse Duminowski, wurde verhaftet, als die Berliner Kriminalpolizei sich für ein „Eheanbahnungsinstitut auf moderner Grundlage" in der Uhland- straße interessierte. Bei näherer Besichtigung des Institutes stellte sich nach dem Bericht der Polizei heraus, daß die „modern« Grundlage" dieser Eheanbahnung in der Verschiebung von Personen und Lastkraftwagen zu phantastischen Preisen bestand Dem Polizeibericht zufolge hatte Dumi- nowskj, nach Kräften versucht, das Luxusleben weiterzuführen, das er als Fahrer des früheren Reichsorganisationsleiter« gewohnt war. Das Fiüchtlingsproblem Z ü r i ch (SPT) Angesichts dei Flüchtlingsnot in den nordöstlichen Gebieten Deutschlands hat die schweizerische Kommission für Deutschlandhilfe ein Telegramm an hohe Instanzen gerichtet. In diesem Telegramm wird darauf hingewiesen, daß die schweizerische Kommission für Deutschlandhilfe auf die Not der Flüchtlinge im Osten Berlins und in dessen östlichen Vor- gelände^ aufmerksam mache. Es falle der Kommission schwer, zuzugeben daß sich das Schweizer Volk noch satt esse und in Frieden seiner Arbeit nachgehen könne, wenn so viele nach Eintritt der Waffenruhe noch dahinsterben.Es werde gebeten, in geeigneter Weise sofort Maßnahmen in die Wege zu leiten, damit diesem Elend gesteuert werde. Das Telegramm ist unterschrieben vom Präsidenten der Kommission Prof. Dr. Ernst Staehelin In den Antworten, die der Kommission zugegangen sind, wird betont, daß alles im Bereich des Möglichen Liegende versucht werde, an der Linderung des Loses dieser Unglücklichen mitzuwirken. Spanische Politik Lüneburg. (Exchange) Der Prozeß gegen den Kommandanten des Konzentrationslagers Belsen, Joseph Kramer, und seine Untergebenen begann am Montag im Lüneburger Gymnasium. Unter Anführung Kramers nahmen die Angeklagten ihre Sitze auf der Anklagebank ein. Unter den Angeklagten befindet sich eine Polin, Helena Kooper, die im Konzentrationslager, um sich zu retten, in die Frauen-SS eintrat und zu einer der schlimmsten Gefangenenwärterinnen wurde. Zwei Armeeärzte stehen im Gerichtssaal bereit, um Nervenzusammenbrüche von Angeklagten oder Zeugen zu behandeln. Die Anklage lautet absichtlich nicht auf Mord, Totschlag und Körperverletzung, sondern auf „Verursachung von Todesfällen", „Tötung" und „Verursachung körperlicher Leiden", um den Angeklagten nicht die Mög 1 - lichkeit zu geben, sich hinter den Tatbestandsdefinitionen des formalen Rechtes zu schützen. Die Anklageschrift wurde vom Militäranwalt Oberst Backhouse, im Zivilleben Straf- I Verteidiger, verlesen und erläutert und dann in« Deutsche und Polnische übersetzt. Kramer hielt eine Kopie der Anklage in der Hand und folgte den Ausführungen. Der Verteidiger, Major Cranfield, erhob Einspruch dagegen, daß kein spezifischer Anklagetatbestand formuliert worden sei und beantragte die Herbeiziehung britischer Sachverständiger über internationales Recht. Die Verteidigung bestritt die Auffassung der Anklage, bei den zur Last gelegten Handlungen in Oswiecim (Auschwitz) und Belsen-Bergen hätte es sich um eine einheitliche Serie von Straftaten gehandelt. In Wirklichkeit handle es sich um zwei grundsätzlich verschiedene Tatbestandsgruppen. Dieser Antrag auf getrennte Behandlung der Straftaten wurde aber abgewiesen. Einer der anderen Verteidiger beantragte dann getrenntes Verfahren gegen die einzelnen Angeklagten, denen die Anklageschrift vorsätzliche und gemeinsam begangene Verbrechen zur Last legt, wofür bisher kein direkter Tatbestand vorliege. Im Falle von Joseph Kramer seien die Mitangeklagten zugleich Entlastungszeugen. Einige der Angeklagten seien seinerzeit erst wenige Tage vor der Befreiung der Konzentrationslagerinsassen in Belsen eingetroffen. Der Militäranwalt erwiderte, d&ß nach seiner Auffassung genügend Tatbeweise für die gemeinsame Verübung der Straftaten durch alle Angeklagten vorlägen. Personen, die nur wenige Tage in Belsen am Werk gewesen seien, hätten- die gleichen Vergehen in anderen Konzentrationslagern bereits vorher verübt, wofür, zumindest was die Betätigung der Angeklagten in Auschwitz anbelange, genügend Beweismaterial vorhanden sei. Der Gerichtshof vertagte sich hierauf erneut. Nach der Vertagung wurde die Abhaltung getrennter, Prozesse gegen die einzelnen Angeklagten vom Gerichtshof abgelehnt. Auf die Frage, ob sie sich schuldig fühlten, erklärten alle Angeklagten, daß sie sieh keiner Schuld bewußt seien. Im weiteren Verlauf der Verhandlung gegen die Kriegsverbrecher von Belsen beantragte die Verteidigung die Entfernung der Nummernschilder, die jeder Angeklagte um den Hals trägt, ihre Identifikation für den englischen Gerichtshof und die englischen Verteidiger zu erleichtern. Nichtiden- tiflzlerung durch die Belastungszeugen werde eine Richtige Rolle spielen. Der "Gerichtshof beschloß, die Nummern weiter zu benutzen, außer im Falle spezieller Zeugenvernehmungen, wo die Nummern jedesmal auf Antrag abgenommen werden würden. Daraufhin begann die Einvernahme der Belastungszeugen. Erster Zeuge war Brigadegeneral Hughes, Vizedirektoi der ärztlichen Dienste der britischen Besatzungsarmee. Er erklärte, daß, als er als ärztlicher Vertreter der britischen Armee das Lager Belsen-Bergen am 17. April betrat, er Kramer als Lagerkommandanten vorfand, unter welchem der ebenfalls angeklagte Dr. Klein den „Arztdienst“ versah. Er identifizierte die beiden auf der Anklagebank. Im Lager befanden sich damals rund 41 000 Personen, davon 28 185 Frauen und 12 000 Männer, die durch Stacfaeldraht ln drei getrennte Abteilungen gehalten wurden. Die Zustände im Lager waren unbeschreiblich grauenhaft Beim Krematorium befand sich eine offene Grube voll mit Leichen. Einige Baracken und einige Schlafpritschen waren zum Bersten mit Gefangenen in jedem Zustand des Ausgehungertseins und der Erkrankung vollgepfropft. In einer der Frauenbaracken gab es keine Schlafpritschen, so daß Typhuskranke auf dem Fußboden liegen mußten, die sich kaum auf ihren Ellbogen aufrichten konnten. Nirgends gab es Bettzeug. Eine Reihe von Gefangenen war nackt die anderen durchweg in völlig zerlumpter Gefängniskleidung. Alle ohne Ausnahme, außer den in den letzten Wochen eingelieferten Personen, waren zu Skeletten abgemagert. Der Zeuge beschrieb dann die einzelnen Abteilungen. Baracke Nr. 2 in Lagerabteilung 2 war eine der schlimmsten des Männerlagers. 8000 Mann waren in die Baracke zusammengedrängt. Typhus war allgemein Leute lagen aufeinander, auf Leichen, neben Leichen usw. Baracke Nr. 3 war etwas besser. Die Frauenbaracken dienten für je 6000 Gefangene zum Aufenthalt, obwohl sie kleiner als die Männerbaracken waren. Die Zustände waren noch schlimmer, als im Männerlager. Lagerabteilung Nummer 1 war die größte. In ihr befanden sich 22 000 bis 23 000 Frauen. » London. (Exchange) Am vergangenen Montag begann im überfüllten Saal des Kriminalgerichtes der mehrfach verschobene Hochverratsprozeß gegen William Joyce alias Lord Haw-Haw, den sogenannten britischen Radio-Hochverräter. Joyce hat jahrelang durch deutsche Sender in englischer Sprache nationalsozialistische Propaganda getrieben. Beim Namensaufruf und der Verlesung der Anklage erklärte sich Joyce für nicht- schuldig. Dann begann die Anklagerede des Generalstaatsanwaltes, der ebenfalls In Nürnberg anwesend sein wird. Der Generalstaatsanwalt ermahnte die Geschworenen, sich in keiner Weise von ihren Gefühlen oder von ihren aus der Presse erworbenen Kenntnissen in der Urteilsfällung beeinflussen zu lassen, sondern allein und einzio von den von der Staatsanwaltschaft bewiesenen Tatsachen. Dies sei es, was die Tradition englischen Rechtes fordere, die unparteiisch und gerecht in den Augen der zivilisierten Welt dastehen müsse. Was immer die Staatsbürgerschaft des Angeklagten sei, «o habe Joyce stets die Zur Lage in Elsenhower unterbinde! Schwarzhandel Frankfurt. (Reuter) Zivilpersonen in der amerikanischen Zone ist in Zukunft jeder Erwerb, Verkauf und Tausch von Waren, die für amerikanische Truppen bestimmt sind, ausdrücklich verboten. Wer im Besitz von amerikanischen Nahrungsmitteln, Zigaretten, Kleidungsstücken, Treibstoff oder anderen Gegenständen betroffen wird und nicht beweisen kann, daß er sie auf eine erlaubte Art und Weise erhalten hat, wird vor ein Militärgericht gestellt. Diese Verfügung wurde von General Eisenhower getroffen, um dem immer mehr um sich greifenden Schleichhandel mit amerikanischen Waren ein Ende zu bereiten. — Staatsangehörige der Vereinigten Nationen sind den gleichen Bestimmungen unterworfen wie deutsche Zivilisten, soweit sie nicht zum Erwerb von Waren in amerikanischen Heeresverkaufsstellen berechtigt sind. Eine Mahnung an die belgischen Besatzungstruppen Frankfurt a. M. ag (Reuter) Die belgischen Besatzungstruppen in Deutschland sind vom belgischen Kriegsministerium ermahnt worden, sich in ihrem Verhalten gegenüber der deutschen Bevölkerung nicht von Haß und Rachsucht leiten zu lassen. Auch wenn belgische Gefangene von den Deutschen unmenschlich behandelt worden seien, müsse trotzdem das Verhalten und die Disziplin von Soldaten eines freien Landes vorbildlich sein. GemelnschaftskOche In Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. SPT In Frankfurt a. Main hat die alliierte Militärregierung eine Gemeinschaftsküche eingerichtet, die 50 000 bi« 75 000 Menschen täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgen soll. Die Gemein- «chaftskücfae wird in den nächsten Tagen eröffnet und kann ein Viertel der Bevölkerung Frankfurts aufnehmen. Sie dient sowohl für Zivilpersonen, die bei Fliegerangriffen ihre Kochgelegenheiten verloren haben als auch für. Unbemittelte, die sich nicht selbst erhalten können. Restaurationsbetrieb In München München. (SPT) In Bayern werden täglich 600 000 Mahlzeiten in den Gastwirtschaften xubereitet. Die 800 Gastwirtschaften Münchens allein liefern 135000 Mahlzeiten. Viele der öffentlichen Speisestellen in München werden vom Münchener Wohlfahrtamt betreut l Bunker für Friedenszwedce Düsseldorf. (Reuter) Der Bahnhofbunker in Düsseldorf wird jetzt ln ein Hotel umgebaut Die Arbeiten dürften gegen Weihnachten beendet sein. Das Bunkerhotel wird 55 bis 60 Uebemachtungsräume mit etwa 85 Betten, ferner Frühstückszimmer, Konferenzzimmer, Lese- und Schreibzimmer sowie eine Gaststätte bekommen. Rechte der britischen Nationalität in Anspruch genommen and den Schutz der britischen Krone erhalten. Die« habe ihn zur Treue gegenüber der britischen Krone verpflichtet ' Nach altem englischen Verfassungsrecht konstituiere sich das Verhältnis eines Ausländers zur englischen Krone so, daß es ihm den vollen Schutz der Krone gewähre, ihm aber auch die gleichen Treueverpflichtungen wie dem geborenen Engländer auferlegte. Im Jahre 1933 habe William Joyce erklärt, er sei ein in Irland geborener britischer Staatsbürger und er erhielt auf Grund dieser Erklärung einen britischen Reisepaß, der 1938 und 1939 erneuert wurde. Bei beiden Verlängerungen de« Passes erklärte Joyce an Eidesstatt, er sei als Brite geboren. Dies sei einer der Hauptbeweispunkte der Anklage, die sich auf den Grundsätzen der Pflichten und Rechte des britischen Staatsbürgers aufbaue. Mit diesem Paß begab sich Joyce kurz vor Ausbruch des Krieges nach Deutschland und stand dort die ganze Zeit über unter' dem Schutz des britischen Konsuls bzw. unter dem Schutz der die britischen Interessen vertretenden Schweizer Behörden. Der Generalstaatsanwalt legte dann dar, daß der Angeklagte ununterbrochen für Deutschland gegen England gerichtete Rundfunkpropaganda betrieben habe. Es kam dann eine schriftliche Erklärung zur Verlesung, die Joyce der Polizei übergeben hatte, in welcher er seinen Lebenslauf, seine politische Ueberzeugung und seine Tätigkeit schildert. Immer wieder leugnet Joyce in dieser schriftlichen Darstellung, jemals Hochverrat getrieben zu haben. In der zweiten Sitzung des Hochverratsprozesses gegen „Lord Haw-Haw" erklärte der Richter, daß von den drei Anklagepunkten nur einer aufrecht erhalten werden könne. Dieser Punkt der Anklage lpgt Joyce zur Last, zwischen dem September 1939 und Juni 1945 seine Treuepflicht gegenüber dem englischen König verletzt zu haben, indem er den Feind des Königs durch seine Propaganda unterstützte. Joyce verteidigte sich damit, daß er amerikanischer Staatsangehöriger sei. Sein Verteidiger legte heute Urkunden vor, nach denen der Vater von Joyce im Jahre 1894 amerikanlscter Staatsbürger wurde, ferner eine Geburtsurkunde des Angeklagten, wonach dieser in den USA geboren wurde. Der Anklagevertreter' erklärte, seiner Ansicht nach könnten Ausländer, die sich den Schutz eines britischen Passes beschafft haben, wegen Landesverrat bestraft werden. Joyce daher schuldig. Wifwe Himmlers als Zeugin in Nürnberg L i n z. (SPT) Wie der Sender Linz mitteilt, ist die Witwe Heinrich Himmlers mit ihrer Tochter auf dem Luftweg nach Nürnberg gebracht worden, um im bevorstehenden Kriegsverbrecherprozeß als Zeugin vernommen zu werden. Dentschland Bielefeld, ag Der Bielefelder Bahnhofbunker ist vom evangelischen Hilfswerk als Uebernachtungstätte für durchkommende Flüchtlinge eingerichtet worden. Hamburg, ag Auch in Hamburg haben Luftschutzbunker und* Flaktürme inzwischen eine neue Bestimmung erhalten. Sieben von ihnen sind zu modern eingerichteten Krankenhäusern umgebaut worden. Andere dienen als Obdachlosenunterkunft, sind zu Lebensmittellägern geworden, enthalten große Schlächtereibetriebe oder bewahren wertvolle wissenschaftliche Werke ln ihren Mauern auf. — In Oldenburg wird der große Hochbunker an der Rosenstraße in ein Kühlhaus verwandelt. Aus Berlin Hiifsmaljnahmen gegen den Hunger Moskau. (Reuter) Die vier alliierten Oberkommandanten in Berlin haben laut Moskauer Radio den Beschluß gefaßt, daß Leute, die nicht in Großberlin selbst wohnen, sondern nur zur täglichen Arbeit nach Berlin kommen, nicht die gleichen Lebens- mlttelrationen wie die Berliner Bevölkerung erhalten sollen. Jede in Berlin lebende Person erhält Ende September eine Lebensmittelkarte zum Bezug von Lebensmitteln in Berlin, gleichgültig ob es «ich um Leute handelt, die schon früher in Berlin lebten oder neu zugezogen sind. Dagegen erhalten weiter Zuziehende, auch wenn sie in Berlin wohnhaft waren, keine Lebensmitelkarten. Berlin. (Reuter) Massenspeisungen größten Umfanges für alle Berliner, die «ich im kommenden Winter wegen Brennstoffknappheit zuhause kein warmes Essen machen können, werden vom Berliner Magistrat geplant Wie der Leiter der Abteilung für Ernährung, Stadtrat Klimpel, mitteilt, werden überall in der Stadt Großküchen mit geschultem Personal eingerichtet um zu gegebener Zeit einem großen Teil der Bevölkerung möglichst mehr als nur eine warme Mahlzeit täglich verabfolgen zu können. Berufstätige sollen entweder an der Arbeitsstätte selbst oder in nahe gelegenen Gafct- häusern verpflegt werden, nnd für Schulkinder ist außer einem warmen Mittagessen auch ein warmes Frühstück in den Schulen vorgesehen. Die- Großküchen eind auch als Vorsorge gedacht, wenn durch Kälte oder andere Schwierigkeiten Versorgungsstörungen ein- treten. Schon die Herschaffung der Winterkartoffeln für die fest drei Millionen Berliner stellt infolge de« akuten Mangels von Güterwagen ein schwer lösbare« Problem dar. Rund 45 000 Waggons, also 900 Güterzüge, werden benötigt, um bis Ende März 450 000 Tonnen Kartoffeln nach Berlin zu schaffen. Die Transportleistungen noch vor Eintreten der Frostperiode zu bewältigen ist einfach unmöglich. Stadtrat Klimpel betonte in einer Preeee- Verlautbarung, daß er für die schwere AufMadrid. (Exchange) Die spanische Regierung hat den Falange-Gruß abgeschafft, der dem italienischen und deutschen Fas- cistengruß nachgebildet war. Der Ministerrat hob ferner die Verordnung über einen Zusammenschluß der Falange mit der cariistischen Partei und das Verbot aller andern Parteien auf. Das aufgehobene Dekret verpflichtete den größten Teil der Militärpersonenen und Beamten zum Beitritt in die Einheitspartei, welcher Franco als Chef Vorstand. Das über diesen Ministerrat ausgegebene Communiquä meldet weiter: Es sei ein Beschluß gefaßt worden, wonach der Bau von Transozeanflugplätzenn in Madrid, Sevilla und Barcelona vordringlich behandelt werden soll. General Manuel Lema Arce sei zum Direktor des zivilen Luftverkehrs ernannt worden. Das Kabinett billigte Ausgaben in Höhe von 24 Millionen Peseten für den Wiederaufbau der im Bürgerkrieg von 1936—1939 zerstörten Dörfer. Cristobal dei Castlllo, Unterstaatssekretär im Außenministerium, ist, wie das Com- muniquö weiter meldet, zum spanischen Generalkonsul in Tanger mit dem Range eines Gesandten ernannt worden. Manuel Agulne de Carcer y Tejada, der spanischer Botschafter in Rom war zur Zeit des Bürgerkrieges, wurde mit seinem Botschafterrang wieder auf die Liste des diplomatischen Personals gesetzt. Eduardo Callejo wurde zum Präsidenten des Staatsrates an Stelle des Seniors Rai- mundo Femandez Cuesta, des jetzigen Ju- stizministers, ernannt Der neuemannte Präsident des Staatsrates war Vizepräsident dieser Körperschaft. Er war im Kabinett Primo de Rivera Erziehungsminister. Andre Tardien gestorben Paris. (AFP) Der frühere französische Ministerpräsident Andre Tardieu ist in Menton, wo er «eit mehreren Jahren wohnte, gestorben. Tardieu wurde im Jahre 1876 geboren, war in den Jahren 1899 bis 1902 Professor für moderne Geschichte und bis 1914 außenpolitischer Redakteur des „Temps". Seit 1914 war er Mitglied der französischen Kammer und wurde 1918 Minister für die befreiten französischen Gebiete. An der Abfassung des Versailler Friedensvertrages war er maßgeblich beteiligt In der Nachkriegszeit gehörte er den Ministerien Poincarä und Briand an und war zweimal Ministerpräsident In den letzten Jahren hatte er sich von der Politik zurückgezogen. e 21. September 1945 Aus dem Heimatgebtet Aufbau im badischen Land 111. Stadt und Landkreis Stockach In zwei umfassenden Berichten hat der Südkurier, die allgemeine und wirtschaftliche Lage im- Landeskommissariatsbezirk Konstanz dargestellt. Es folgen jetzt Berichte über die einzelnen Landkreise. Zunächst äußern sich im Gespräch mit dem Südkurier der Landrat des Kreises Stodcach, Professor Liebherr, und anschließend der Bürgermeister der Stadt Stodcach, Sigel. 'Wir sind, so führte Landrat Professor Liebheri u. a. aus, vor allem bestrebt, die wirtschaftliche Substanz des Kreises zu erhalten. Agrarwirtschaftlich ist der Kreis gut fundiert und war ehemals in viehwirtschaftlicher Hinsicht einer der angesehensten und leistungsfähigsten Bezirke des Landes, ja, des ganzen Reiches überhaupt. Wenn der Kreis vom Kriege auch so ziemlich verschont geblieben ist, so hat er doch unter- den Folgen der Niederlage schwer gelitten. Der Herr Militärgouverneur Mäzens hat aber durchaus volles Verständnis für die durch den verlorenen Krieg auch für unser Kreisgebiet geschaffene schwere Lage und ist in jeder Weise bemüht, Erleichterungen zu gewähren, wo immer es geht. Vor allem ist er sehr darum besorgt, den Kreis ln ernährungswirtschaftlicher Hinsicht lebensfähig zu erhalten und hierin alles auf eine erträgliche Basis zu stellen. Eine der größten Sorgen war die Wiederherstellung der Rechtssicherheit und die Festigung des Eigentumsschutzes Dieses Problem kann als gelöst gelten, da der Kreis hierin die tatkräftigste Unterstützung durch den Herrn Militärgouverneur erfährt. Wesentlich beigetragen zur allmählichen Wiederherstellung der Sicherheit und Ordnung hat die teilweise Freigabe des Telefonverkehrs. Es soll erreicht werden, daß auch wir 60 Prozent aller Telefonanschlüsse freibekommen. In der Kreisstadt ist dies bereits erreicht. Zur Versorgung der Bauern lind vor allem der entlegenen Höfe mit Telefonen sind Bautrupps in ausreichendem Maße versprochen worden. Die Maschinenfabrik Fahr arbeitet schon seit Monaten mit einer Belegschaft von mehr als 300 Mann. Die noch vorhandenen Kohlenbestände lassen eine Beschäftigungsmöglichkeit bis zum Eintritt des Winters zu. Die Wiederinstandsetzungsarbeitfen am Fabrikgebäude der Firma Schießer, das durch einen Bombenvolltreffer schwer be- ■ schädigt wurde, sind in vollem Gang, Wenn wir Kohlen bekämen, die uns auch in Aussicht gestellt sind, wären wir durchaus in der Lage, die Bautätigkeit in gewissem Umfange zu fördern, zumal unsere Ziegelei in Boll ein recht, leistungsfähiges Unternehmen ist Unsere Bautätigkeit würde sich nicht nur in der Reparatur von baufälligen und bombenbeschädigten Häusern, sondern sogar auf den Bau von Familienhäusern und Arbeiterwohnungen erstrecken, deren Errichtung zur Behebung des großen Wohnungsmangels wichtig wäre. In den holzverarbeitenden Betrieben werden MöbeT’für flfegergeschädigte Familien Uergestellt. Sorge* bereitet die Tierkadaver-Verwertungsanstalt in Orsingen. Auch diesen einst leistungsfähigen Betrieb hat die Kohlenknappheit stillgelegt. Seine Instandsetzung wäre heute mehr denn je von größter Wichtigkeit, weil die aus der Verarbeitung der tierischen Kadaver gewonnenen Fette zu Der kann jetzt im Monatsabonnemenf durch die Post bezogen werden./ Wir bitten, Bestellungen für den Monat Oktober bis spätestens 25. September der örtlichen Postanstalt oder dem Postboten zu übergeben. Alles Nähere steht auf Seite 4. Konstanz, Marktstätte. Seife und die anfallenden Häute zu Leder verarbeitet werden könnten. Da auch die maschinellen Anlagen der Anstalt beschädigt und vernachlässigt sind, müssen die Tierkadaver noch einfach vergraben werden. Doch haben wir Grund zu hoffen, daß die volkswirtschaftlich wichtige Anstalt in wenigen Wochen wieder in Betrieb genommen werden kann. Der Neuaufbau der Schulen geht gut voran. Sie werden schon in allernächster Zeit wieder geöffnet, wenn auch in einfachsten Formen und mit primitiven Mitteln, weil es an geeigneten Räumen und an neuen Lehrmaterialien fehlt. Herrsente früher ln der Kreisstadt ein fühlbarer Aerztemangel, so sind wir jetzt auskömmlich mit,guten Kräften besetzt, da in der letzten Phase des Krieges bei uns viele Aerzte, darunter auch Tierärzte Zuflucht suchten. Sehr schlimm wirkt, sich für die hiesige Gegend der Ausfall der Obsternte aus, der um so mehr empfunden wird, als wir von jeher im Obstbau führend und Ueberrschuß- gebiet waren. Zu einem Teil werden wir unseren Bedarf aus den von den Mai- Frösten weniger betroffenen Gegenden um Markdorf und Tettnang decken können. Die durch den Kohlenmangel bedingte Holzbefeuerung der Lokomotiven, die Umstellung des Kraftverkehrs auf Holzgasantrieb und nicht zuletzt die Versorgung der Bevölkerung mit Brennholz beanspruchen in außerordentlichem Maße unsere Waldbestände. Besonders schwierig ist die Frage des Abtransportes, weil es an Benzin und Reifen fehlt. Doth auch hierin soll es, wenigstens was das Benzin anbetrifft bald zu einer Besserung kommen, da Zuteilungen an Benzin und Rohöl versprochen wurden Ein deutlich spürbarer Mangel herrscht an Facharbeitern, — dennoch ist unsere Industrie bereit, zu arbeiten, so bald es Kohle gibt. fllkititt Das große Russenlager auf dem Heuberg wurde geräumt, seine ehemaligen Insassen wurden in die Heimat abtransportiert Auch die serbischen Kriegsgefangenen konnten bereits die Fahrt in die Heimat antreten. Uebrig geblieben sind die Polen, die mit Unterstützung der Militärregierung wohl auch bald heimziehen können. Selbstverständlich ist auch die politische Bereinigung im Gange. Die Ausmerzung aller politisch belasteten und untragbaren Personen wird energisch betrieben * i Die Stadt Stockach hat, wie Bürgermeister Sigel ausführte, ein großangelegtes Bauprogramm. Vor allem sollen Wohnbauten errichtet werden. Man denkt an die Erstellung einer Anzahl von Ein- und Zweifamilienhäusern, in denen die immer noch in Notquartieren untergebrachten Bombengeschädigten dei Stadt und Arbeiter wohnen sollen. Zunächst müssen die durch die Bombenangriffe beschädigten, der Allgemeinheit oder der Industrie und Wirtschaft dienenden Gebäude wieder aufgebaut werden. So ist man bereits dabei, die „Fortuna" und das Bahnhofshotel wieder herzurichten, so daß das reisende Publikum wieder in zwei guten Hotels gastliche Aufnahme fände. Im Zuge dieses Bauprogramms liegt die Ausgestaltung der Hauptstraße zu einer Geschäftsstraße. Der hübsche Park, der in den letzten Jahren vernachlässigt wurde, soll eine Vergrößerung erfahren und zu einem sehenswerten Schmuckstück der alten Amtsstadt ausgestaltet werden. Der Friedhof, dessen Wege bereits neu bekiest wurden wird ebenfalls ein schöneres Aussehen ei- halten. Auch die Straßen, die unter dem Kriege sehr gelitten hatten, sollen geflickt und neu gepflastert .werden. Die Brennholzversorgung aller Haushaltungen konnte gesichert werden und wohl niemand ist mehr ohne Holz. Die Stockacher Schulen werden in Kürzester Zeit wieder geöffnet. Irr zwei Kindergärten, die unter der Leitung katholischer Schwestern stehen, werden die Kleinen wieder eine freundliche Aufnahme finden. Auch ein evangelischer Kindergarten wird eingerichtet werden- Die innere Verwaltung ist durch zwei neue Abteilungen ausgebaut worden und zwar durch die Schaffung des Requisitionsund Quartieramtes. Für die Zivilbevölkerung wurde ein Wohnungsamt neu eingerichtet, das sich regen Zuspruchs erfreut. Seite 3 Stadl Konstanz Arbeitsamt vor neuen Aufgaben Die gegenwärtig notwendigen Maßnahmen auf dem Gebiet des Arbeitseinsatzes trifft im Einvernehmen mit der französischen Militärregierung im- Bereich der Landkreise Konstanz, Ueberlingen und Stockach das Arbeitsamt Konstanz, das seinerseits dem neugebildeten Landesarbeitsamt Freiburg untersteht. Neben den alten Erfordernissen bringen die neuen Verhältnisse auch neue Aufgaben, wie die Bereitstellung von Arbeitskräften für die Bedürfnisse der Besetzungsmacht und die Zuweisung von .Arbeitskräfte;? für den zivilen Bedarf, soweit er zur Zeit besteht. Zunächst sind die industriellen Betriebe nicht in der Lage, die Fabrikation für den einheimischen Bedarf im notwendigen Umfang aufzunehmen, da es an Material fehlt. Im Rahmen des Arbeitseinsatzes kommt der Frage der Beschäftigung der Kriegsbeschädigten besondere Bedeutung zu. Es handelt sich im wesentlichen um die Möglichkeit der Umschulung. In Konstanz waren am 1. September 71 Kriegsbeschädigte erfaßt. Die Frage der Arbeitslosenunterstützung wird durch die Militärregierung zur Zeit geprüft. Die Unbeschäftigten sollen für den Fall, daß Unterstützungen aus der Arbeitslosenversicherung nicht gezahlt werden können, der städtischen Fürsorge anheimfallen. Die Einhaltung der arbeitsrechtlichen Bestimmungen, insbesondere der bestehenden Der Mond ging unter Roman aus unseren Tagen von John Steinbeck (Copyright by Humanitas-Veriag, Zürich) Eine kleine Stadt ist erobert worden. Oberst Lanser führt 'die angreiiend^n Truppen. Er liegt im Quartier beim Bürgermeister. Hauptmann Loft, ermüdet, erhält einen Befehl. ( 4 . Fortsetzung) Lanser sah ihn forschend an: „Ich hoffe, ei macht Ihnen nichts, wieder zu gehen, Hauptmann?" „Absolut nichts, Herr Oberst, ich erwähne •s nur wegen des Rekordes." Lanser verstand und lachte leise: „Sie möchten im Rapport erwähnt werden, nicht wahr?" „Das kann nie schaden, Herr Oberst." „Und wenn Sie oft genug erwähnt Worden sind", fuhr Lanser fort, „dann wird so ein kleines Ding an Ihrer Brust baumeln." „Das sind die Marksteine der militärischen Laufbahn, Herr Oberst!" Lanser seufzte: „Ja, ja, so sagt man. Aber nicht das wird es sein, woran Sie sich später einmal erinnern, Hauptmann." „Herr Oberst?" fragte Loft. „Sie werden mich schon noch verstehen lernen — vielleicht." Blitzschnell war Hauptmann Loft wieder angezogen und gerüstet. .Jawohl, Herr Oberst”, sagte er und ging. Und seine. Tritte dröhnten auf der Holztreppe. Oberst Lanser sah ihm ein wenig amüsiert nach und meinte: „Da geht ein geborener Soldat." Und Hunter blickt auf und spitzte seinen Bleistift und entgegnete: „Ein geborener Esel." Lanser sagte: „Nein, er ist Soldat, wie andere Politiker sind. Nicht lange, und er wird beim Generalstab sein. Er wird sich den Krieg von oben her anschauen und deshalb wird er ihn imm er lieben." Leutnant Prackei fragte: „Wann, glauben Sie, ist der Krieg vorbei, Herr Oberst?" „Vorbei? Vorbei? Was meinen Sie eigentlich?" Leutnant Prackei fuhr fort: „Wie bald werden wir siegen?" „Oh, ich weiß nicht Der Feind ist noch ln der Welt." „Aber wir werden ihn zerschmettern", sagte Prackei. Lanser machte: „Ja?" „Oder nicht?” „Ja, ja, — wie immer." Prackei sagte aufgeregt: „Wenn alles ganz ruhig ist, sS um Weihnachten herum — glauben Sie, daß dann ein paar Urlaube bewilligt werden?" „Vielleicht werden Sie heimfahren”, bemerkte Lanser, „vielleicht fahren Sie Jieim.' Leutnant Tonder sagte: „Wir werden doch diese Stellung hier nicht verlassen, Herr Oberst wenn der Krieg einmal vorüber ist?” „Ich weiß nicht", erwiderte der Oberst, „warum?" „Na, es ist ein nettes Land hier — ein nettes Volk. Unsere Leute — ein paar von ihnen — würden sich möglicherweise sogar hier niederlassen." Lanser meinte scherzend: „Dann haben Sie wohl schon einen Platz gefunden, der Ihnen zusagt?” „Nun, es gibt ein paar reizende kleine Höfe hier. Wenn man so vier oder fünf zusammenziehen würde, das gäbe sicher eine schöne Besitzung, auf der man sich niederlassen könnte." ’„Sie haben also kein Erbgut?" „Nein, Herr Oberst, nicht mehr. Die Inflation hat es verschluckt." Es klopfte an die Türe und ein Wachtposten steckte den Kopf herein. Lohn- und Tarifordnungen, des Lohnstops mit dem Ziel der Aufrechterhaltung der Lohnebene werden vom Arbeitsamt überwacht. Bis zu einer künftigen Umgestaltung de« Arbeitsrechts bleiben die bestehenden Gesetze in Kraft, weil sonst die Gefahr einer allgemeinen Verwirrung im Wirtschaftsleben entstehen würde. Im Zusammenhang mit der Preisstabilität, die ebenfalls gesetzlich aufrecht erhalten bleibt ist die Maßnahme des Lohnstops in bezug auf die Aufrechterhaltung der Kaufkraft besonders wichtig Im Arbeitsamtsbezirk waren am Stichtag 1. September 1945 insgesamt 772 arbeitslose Personen gemeldet, davon 75 Prozent Kaufleute. Den Hauptteil der Arbeitslosen hat die Stadt Konstanz in ihren Mauern Diese Erscheinung ist insofern natürlich, als einem ausgesprochenen Stadtbezirk das Ausweichen auf die Landarbeit nicht so möglich ist wie in den Landbezirken. Auf dem Land sind viele Personen aus städtischen Berufen in der Landarbeit unterge- taücht und damit von der Arbeitslosenstatistik ferngehalten. Der Einsatz der männlichen Arbeitslosen in der Stadt stößt insofern auf Schwierigkeiten, als sich uiiter diesen neben Kriegsbeschädigten auch Körperbehinderte, Arbeitsunfähige und Aeltere befinden, die normalerweise bei einem in vollem Gang befindlichen Wirtschaftsapparat eine für sie passende Beschäftigung finden könnten. „Herr Corell möchte Sie sprechen, Herr Oberst.” „Führen Sie ihn her”, sagte der Oberst „Dies ist der Mann, der hier die Vorarbeiten gemacht hat. Möglicherweise werden wir noch Unannehmlichkeiten mit ihm haben." „Hat er seine Sache gut gemacht?" wollte Tonder wissen. „Jawohl, das hat er. Und darum dürfte er bei den Leuten hier nicht besonders beliebt sein. Ich bin neugierig, ob er bei uns sehr beliebt sein wird." „Er verdient fraglos Anerkennung", sagte Tonder. „Ja”, sagte Lanser, „und ich zweifle nicht, daß er sie anfordern wird." Corell trat händereibend ein. Er strahlte guten Willen und güte Kameradschaft aus. Er trug noch imm er seinen schwarzen Arbeitskittel, aber auf seinem Kopf war ein großes Stück Verbandsmull, mit einem Pflaster kreuzweise festgeklebt. Er trat mitten ins Zimmer und sagte: „Guten Morgen Herr Oberst. Ich hätte Sie gestern schon besucht, nach dem unangenehmen Zwischenfall da unten, aber Ich wußte ja, wieviel Sie zu tun haben würden." Der Oberst grüßte: „Guten Morgen.” Dann wies er in die Runde. „Mein Stab, Herr Corell." „Feine Jungens", lobte Corell, „haben Großes geleistet. Nun, ich tat, was ich konnte, um alles gut für Sie vorzubereiten." Hunte; blickte auf sein Brett nieder. Dann nahm er eine Tuschfeder, tauchte sie vorsichtig ein und begann seine Zeichnung auszuziehen. Lanser erwiderte: „Sie haben Ihre Sache gut gemacht Aber ich wollte doch, man hätte diese sechs Mann nicht getötet. Ich wollte, die Soldaten wären nicht von dem Schützenfest zurückgekommen." Corell spreizte seine Finger aus und sagte gemütlich: „Sechs Mann, das ist ein geringer Verlust für eine Stadt von dieser Größe, und noch dazu mit einem Kohlenbergwerk.” Lanser entgegnete streng: „Ich bin nicht Sparkassendirektor Blum 1 * Sparkassendirektor Blum ist am 16. September gestorben. Er war seit Dezember 1910 Leiter der Städtischen Sparkasse Konstanz, wurde 1938 in den Ruhestand versetzt, stellte sich aber im Jahr 1940 wiederum der Städtischen Sparkasse zu; Dienstleistung bis zu seinem Tode zur Verfügung. Blum, geboren im Bühlertal, ging aus dem Staatsfinanzdienst hervor und wai zuletzt, vor seinem Eintritt in den Dienst der Städtischen Sparkasse Steuqrkommissäi in Bonndorf im Schwarzwald. Dank der umsichtigen Leitung der Sparkasse hat sich diese unter Blum sehr gut entwickelt. Sein Tod hat in weiten Kreisen von Konstanz und Umgebung aufrichtiges Bedauern ausgelöst. Erleichterung der Laisser-Passer-Vorschriften * Innerhalb des Landkreises Konstanz bedarf es neuerdings für den Verkeht zu Fuß, mit Gespann (Fuhrwerk) und mit dei Eisenbahn keines Laisser-Passer mehr; dagegen ist bei Benützung von Fahrrädern und Kraftfahrzeugen weiterhin ein Laisser-Passer erforderlich. Der Landkreis Konstanz umfaßt das Gebiet, das durch folgende Orte (diese mil einbezogen) begrenzt ist: Konstanz. Allensbach, Radolfzell, Wangen, Oehningen, Gott- madingen, Gailingen, Bietingen, BüßUngen, Wiechs a. R., Kommingen, Watterdingen, Mühlhausen, Schlatt u. Kr., Friedingen, Singen, Böhringen, Güttingen, Liggeringer Langenrain, Dingelsdorf, Konstanz. \ Neuanmeldungen für die Höheren Schulen Für alle Klassen der Höheren Schulen von Konstanz können Neuanmeldungen vorgenommen werden Meldungen für die Zeppelin-Oberschule und für .die Friedrich- Luisenschule erfolgen am kommenden Diens tag bzw Mittwoch ln der Klosterschule Zof fingen am Rheinsteig, während sich Schüler für das Gymnasium am Dienstag im Gymna siumsgebäude melden. Schaubuden-Messe Vom 23. bis 30. September findet auf dem Döbeleplatz eine Schaubuden-Messe statt. Die Messe ist am 23. und 24 September ausschließlich den französischen Truppen Vorbehalten. Vom 25. bis 30. September ist sie jeweils von 13 bis 21 Uhr für die deutsche Bevölkerung geöffnet. Sitzung des Militärgerichts Ueberlingen Im Sitzungssaal de«'Amtsgerichts Ueberlingen tagte vor kurzem das Gericht der Militärregierung Baden in öffentlicher Verhandlung. Den Vorsitz führte Oberleutnant Petit, die Anklage vertrat Kapitän Gomart vom Gouvernement Militaire Ueberlingen den Angeklagten, die zum größten Teil aus der Haft vorgeführt wurden, stand vom Gericht ein vereidigter Dolmetscher zur Verfügung. Die Anklagen betrafen überwiegend Verletzungen der von der Militärregierung verfügten Vorschriften über den Passierscheinzwang, die Straßenverkehrsordnung für Automobile, den Verkehr mit der benachbarten amerikanischen Zone und die nächtliche Sperrstunde. Das Gericht verurteilte nachdrücklich die Mißachtung der militärischen Vorschriften: in einem Fall, in Mittelstenweiler, wo ein gewisser Notstand vorlag, setzte es die Strafe auf 30 Mark fest. Im übrigen sprach das Gericht wegen Paßvergehens oder Verletzung der Grenzzone Geldstrafen bis zu 300 Mark und in mehreren Fällen Gefängnisstrafen von einem Monat bis zu sechs Wochen aus: die Untersuchungshaft wurde angerechnet. Das Strafverfahren gegen einen Holländer, dem vorgeworfen wird, sich bei einer Auseinandersetzung zwischen Bauern und polnischen Landarbeitern französische Polizeibefugnisse angemaßt zu haben, wurde an die zuständigen französischen Militärgerichte verwiesen, da sich herausstellte, daß sich der Beschuldigte noch in einem Militärverhältnis befindet. In Unterstenweiler hatte ein Bauer nach seiner Meinung noch eine Rechnung mit einem ehemaligen Stützpunktleiter der Hitlerpartei glattzustellen, der ihm einstens eine Gefängnisstrafe eingebrockt hatte. Er gedachte, diesen „Ausgleich" durch einen Erpresserbrief zu bewerkstelligen, in dem er von seinem Gegner, der, gleich ihm, Imker ist, eine gewisse Menge Honig forderte, widrigenfalls er ihn wegen seiner politischen Tätigkeit denunzieren werde. Das Dokument geschäftstüchtiger Selbstjustiz war überdies „Heil Hitler" unterzeichnet. Da« Gericht sprach seine Verachtung gegenüber derartigen Erpressermethoden aus und verurteilte den Angeklagten zu 150 Mark Geldstrafe oder 30 Tage Gefängnis. Vor dem Ueberlinger Kinopalast in der Franziskanerstraße fiel der französischen Polizei eine junge deutsche Frauensperson auf, die sich an französische Soldaten heran-' pirschte. Festnahme und Untersuchung führten zu einer Anklage wegen gewerbsmäßi- abgeneigt, zu töten, wenn damit etwas getan ist. Aber manchmal ist es besser, man unterläßt es.” Corell hatte inzwischen die Offiziere näher ins Auge gefaßt.. Er schaute die Leutnants von der Seite an und sagte: „Könnten wir — vielleicht — alleine sprechen, Oberst?" „Ja, wenn Sie wollen. Leutnant Prackei und Leutnant Tonder, wollen Sie, bitte, auf Ihr Zimmer gehen." Und zu Corell: „Major Hunter arbeitet. Er hört absolut nichts, wenn er arbeitet." Hunter blickte von seinem Reißbrett auf, lächelte schweigend und blickte wieder nieder Die jungen Leutnants verließen das Zimmer, und als sie fort waren, sagte Lanser: „Nun also. Wollen Sie nicht Platz nehmen?” „Danke, Herr Oberst." Corell setzte sich an den Tisch. Lanser betrachtete den Verband auf Corells Kopf und sagte unverblümt: „Man hat also schon versucht, Sie umzubringen?" Corell tastete mit den Fingern nach dem Mull. „Das? Ach das war ein Stein. Der tiel heute morgen von einer Klippe, als ich in den Dünen war." „Sind Sie überzeugt, daß er nicht geworfen wurde?" „Was meinen Sie damit?" fragte Corell. Der Oberst schüttelte den Kopf ein wenig, als müsse er etwas abschütteln, und sagte mürrisch: „Sie haben gute Arbeit geleistet. Wir müssen Ihnen danken. Ich habe Ihre Leistung ln meinem Bericht erwähnt." „Danke, Herr Oberst, ich tat, was ich konnte." Lanser sagte ein wenig gelangweilt: „Nun, mein Herr, und was machen wir jetzt? Möchten Sie wieder in die Hauptstadt? Wir können Sie auf einem Kohlentrimmer wegbringen, wenn Sie es eilig haben, oder auf einem Zerstörer, wenn Sie so lange warten wollen." Corell sagte: „Aber ich will gar nicht fort! Ich will hierbleiben!" Lanser überlegte eine Weile, und dann sagte er: „Wissen Sie, ich habe keine so sehr große Mannschaft Ich könnte Ihnen ger Unzucht, wobei auch die deutschen rtraf- gesetzlichen Bestimmungen in Betracht gezogen wurden. Die Verhandlung zeigte ein beschämendes Bild gemeingefährlicher Verkommenheit, die überdies weitere Opfer durch körperliche Verseuchung gefordert hat. Die Angeklagte, die aus großstädtischen Verhältnissen nach Ueberlingen zugereist war, vermochte nichts zu ihrer Entlastung vorzubringen. Urteil- 1 Jahr Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. Ein Raufbandel zwischen zwei, von Schwätzereien zu Tätlichkeiten übergegangenen Meersburger Frauen führte zur Anklage wegen tätlichen Widerstandes des einen streitbaren Teils; die junge Frau hatte sich angeblich auch gegen den streitschlich- tenden französischen Gendarmen zur Wehr gesetzt. Der Fall wurde zwecks weiterer Erhebungen vertagt. Aus Öer chrlftlichen Welt General Eisenhower ist in Rom eingetroffen und wurde vom Papst in Privataudienz empfangen. Die Besprechung galt vornehmlich der Lage in Deutschland und Oesterreich, da die amerikanische Zone in Deutschland, deren Leiter General Eisenhower ist, vorwiegend katholisch ist. Papst Pius XII. hat den Bischof von Vesz- prem, Josef Mindszenty, zum Kardinal-Primas von Ungarn erkoren. Der Papst hat durch einen ungarischen Erzbischof den ungarischen Ministerpräsidenten vod diesem Beschluß verständigen lassen. Der Bischof von Veszprem, der nunmehr zum 'Primas erhoben wurde, hatte während der deutschen Besetzung und des Terrors der Pfeil- kreuzler alle von dieser Seite kommenden Verordnungen mißachtet und wurde dann 1944 verhaftet. Später wurde er, als die Regierung Szalassi Budapest aufgeben mußte, nach Sopron verschleppt. Aus der Vatikanstadt meldet Reuter, daß der Papst am Montag in einer Privat-Audienz die beiden britischen Arbeiterdelegierten Ben Levy und Maurice Edelmann empfangen hat. Das Komitee für christlichen Wiederaufbau in Europa überreichte dem griechischen Erzbischof Damaskinos ein Geschenk von 20 000 Pfund, dem weitere Summen für den Wiederaufbau Griechenlands folgen sollen. Auf dem Grundstück einer Augsburger Firma wurden 32 Kirchenglockeu entdeckt, die aus Frankreich geraubt worden waren, um für die deutsche Rüstung eingeschmolzen zu werden. keine angemessene Leibgarde stellen." „Aber ich brauche keine Leibgarde. Ich sage Ihnen, dies ist kein gewalttätiges Volk.” Lanser schaute einep Moment auf den Verband Huntei blickte von seinem Bretf auf und bemerkte: „Sie sollten sich daran gewöhnen, einen Stahlhelm zu tragen." Er sah wieder auf seine Arbeit hinab. Corell rückte auf seinem Stuhl zurecht „Ich wollte etwas Bestimmtes mit Ihnen besprechen." „Sie brauchen doch eine zivile Auto rität, der Sie vertrauen können. Ich dachte Bürgermeister Orden könnte vielleicht jetzt abdanken — um — ja wenn ich sein Amt übernähme, dann gäbe es eine schöne Zusammenarbeit mit dem Militär." Lanser unterbrach: „Haben Sie mit irgend jemandem von der Stadtbevölkerung gesprochen, seit unserer Ankunft? — Außer dem Bürgermeister, meine ich?" „Ich — nein. Sehen Sie, sie sind edle noch ein bißchen verblüfft Sie haben das nicht erwartet.” Er kicherte. „Nein, mein Herr, das haben sie gewiß nicht erwartet." Aber Lanser blieb bei der Sache. „Sie wissen also nicht genau, was in den Leuten vorgeht?" „Na, sie sind verblüfft", erklärte Corell, „sie — sie sind noch wie im Traum." „Sie wissen nicht, was Sie von Ihnen halten?" „Ich habe viele Freunde hier. Ich kenne jeden.“ 1 „Hat jemand heute morgen in Ihrem Laden etwas gekauft?" „Nun natürlich, im Geschäftsleben ist momentan ein Stillstand. Kein Mensch kauft irgendetwas." Lanser entspannte sich plötzlich. Er ging zu einem Stuhl, setzte sich und schlug die Beine übereinander. Er sagte ruhig: „Einen schwierigen Teil des Dienstes haben Sie gewählt, der viel Mut verlangt. Er sollte hoch belohnt werden." „Danke, Herr Oberst." (Fortsetzung folgt) ■ l Seite 1 21. September IMS S)er ©üHttttic? kann jeijt abonnier! werben! Eb 1. Dftobet 1945 fann bet S ü b ! u t1 e t im 5tonat*abonnement tur# bte ©oft Numii ®** ben ® er ( ® u ? funer eridjeint junäAft 2 jnal möAentliA* Befteßungen ffit Oen «onat Dttober mflnen bi« ii^ateftens 25. September 1945 ber örtlichen Boftanftalt ober bem $oftboten übergeben »erben. Elan bebiene ftA ^tesfÜT bes na fangsbu*ftahen : k—R Montag, ben 24. 9. 1945, 2— 3 Dienstag, ben 25. 9. 1945. 4. Rür konftanj>ffioHmatingen im ®e= meinbefefreiariat Wollmatingen für bie Straften mit ben 8nfangsbud)ftaben : k— f> Montag, ben 24. 9. 1945, gürftenbergftrafte, Dienstag, 25. 9. 1945, 3— 2 Mittmo*, 26. 9. 1945, KabolfjeHerfttafte, Donnerstag, 27. 9. 46, M—3 Sreitag,, 28. 9. 1945. Die Karten unb Beiblätter »erben nur an (Ermadffene gegen Barlage bes Öausftaltsausoeifes abgegeben. lieber bie kbgabe son Kartoffeln auf bie neuen Kartoffeltarten erhalten bte (Etnjelhänblet oom Srnährungsamt noch befonbere Weitung, oorhet bürfen meber Belieferungen erfolgen no* kbfehnitte obgetrennt »erben, lieber bie kusgabe oon (Einfellerungsfd)einen jum unmittcl baren Beäug »om (Etäeuger etfolgt »et* tere Betanntmadfung. Konftan), ben 19 September 1945. Ser Eberbürgermeifter — Senähruugsamt Brennholiattion Seriailung son Brennhol] nn Cc|mertriegsbtf(hübigte, Kennte nnb alte Stmsohner •an Konftai] ku* bet Brennholjattfon bet Stobt Konftanj gernäft meinem kufruf oom 9. kuguft 1945 ftefti eine befdjräntte Menge oon Brennbot) für 6*werttiegebef*ä* bigte, Krönte nnb alte Einmobtier jut Beifügung. Die Berteiiung erfolgt burol3be5Ugsaus»eis, 2 bet kusroeis über bie Seriehrtenftufe (nut bei Sdjmetfrtegsbefd)äbtgten), 8. eine üt)titd)e Beftheinigung über bie oorfiegenbe Xrantheit unb ihre ootaus* iithtlidje Dauer (nut hei Dauertranfen). Da bie 3uteilung nur aus ben cufäft* lid) gefthiagenen fiotjmengen erfolgen tann unb bemenifprethenb nnt eine be- Uränlte Menge jnr Berfügung fteht. befteht Id« 3uteilungsanfsrudj. Konftnn], ben 19. September 1945. Set Eberbürgermeifter. Kennnmelbungen für bie gäberen üehtanftnlten in Konftan) Keuanmelbungen für bie- Klaffen Sejta bis Oberprima (Kl. 1—9) »erben ent* fegengenommen für sie 3eppeliH*Obet((hsle am Dienstag, ben, 28. 9., sormittags 8—12 Uhr, MChmittags 8—6 Uhr (Khetnfteig 7, 3i mm ” 23), 1 fl« bas Sgmnaftsm : Dienstag, ben 25. 9., 001m. 8—12, nachm. 2—8 Ubt im •fmnaftumsgebäube, Ditelttonsjimmer. für bie Rrtebrtdfl'aiictt.Sihale : Muttoocb, 28. 9., serm. 8—12, naanhfagung hatt teaf uns bas Scfttiffal. Metn lieber, unsergeftlidier Mann, unfer herzensguter Bruber unb Entel (Srnft Sdjerer, ftäbt. beamtet Kriegsinoalibe son 1914 ift tm DonnerstagnaCht 2 Uhr im kiter eou 49 3ahren naib fthnerer, mit gtofter Sebulb ertragener Kranl* heit im Stäbt. Kranlenhaus feinen 2ciben erlegen. — (Slei)eiiig banle idt allen, bte meinem Ib. Mann bas legte (geleite gaben, nnb für Me sielen Kran»* unb Slumenfpenben. Snsbefonbere hettn Siabtpfatrer Koch für feine tröftenben JBorte, fo* »ie hettn Direftor heHä*m son bet Stabtseraaltuna, »eichet bsrth Riebetlegung eines Kranjes fn kn* crlennnng ber Berbitulte bes Ber* ftetbenen btn legten Stuft über* mittelte. au* bem Srfangoceein „Serafitlt*lett“ hetjl'*'» Danf für feine i*önen Irauetmetfen. Keafteuj, 18. 6eptember 1945. 3n f*»etem 8efb : grau Beete nebft alten kngehörigen on I Scheret, T)anft|o0ung Me Me steten BemetI« aufeiSHnrt Xeltnahme beim heimgang bie tue* tb. Mannes, tnfezes asten Baten. 6*»tegersatets unb Enteis 3ol)ann OTetdjelbedi ftäbt. kngeftelltet a. D. fagen »tr allen unferen ftet)l. Dant. Kenftam), im September 1945. 3n tiefer Ztauer : grau Ks|a SretSetbect, geb. Marquatbl, mti SpH nnb Ze*tee unb gamilten nnb alle Snfeltinbet. Sobeß*®njeige u. 2 )anh(agung km 26. kuguft ftatb na* f*»erem 2eiben mein Hebet, guter, treufor* genbet Satte, mein lieber Batet, unfer beftet Opa 3ean jpenkel, 'Prokurift im kiter non 77 Sahren. , ters unb gerjensguten Dpas 5 ran 0 3lnton H c 9 ner Obtrroetkmeiffet burften mtr fssiel »bgltuenbe kn* teilnahme erfahren. Dafüt fagen mir non herjen Bergelfs Sott. Konftan), tm September 1945. 3n tiefem üeib : grau Maria hegner, geb. gtep ; Dr. pgil. knna h*S«er, geb. hegner: Rribolin hegner, Bfartet ; Sofepg hegner, Dberfelbmebel ). 3 sermiftt ; Dr pgil, fBilli hegner, Stubienrat, S 3- englif*e ffiefangen[*aft ; 3ba hegner, geb. hättet. 41s Verlobte grüllen : Ellriede Greiner, Ar Ih ur Friedrich Drafk». Konstanz . Spanierslr. Ib 23 September 1945. KONSTANZ Brof. Se. Banl SB. Simon, egem. kb* teilunqsiciiei am Berliner Wninerfi* tätsinftitut, ga*ar»t für Kieferortgo* päbie. (3agn* unb Xiefernregulierun* gen) Konftan», ®i*hornftr. 10 (Kuf 1855). Spre*ftunbcn : Montag, Miit* mo*. grettag : 16 bis 18 Uhr ober naci) Setabtebung. Wegen Wrbeitsäberf)dMfUTig »erben oor- läufig feine »eiteren Eufträge ange* nommen Enbreas $ienbl, Enfertigung feiner Herren* unb XamenbefleiDung. Äonftanj^ ^eiersbauftt Strafte 28. Wo lajfen Sie firfj 3bte (5eiuefte unb (Eingaben an 3ioiI* unb Eefaftungsbe* börben in allen SSorfommniffen, au* in fSerfotgungscngelegnljeiteft, fcftnell* ftens anfettigen ? Seim langt5brifl;*'n Sraftifer. Sßtlbelm ®örs, Ser».*3n* ipeftor a. D., Äonftanj Sraunegget* ftrafte 60. ( Eraoftifcbe Erbeiten, 3«itbnungen alter Ert. 3immetmohnung, Stabtmitte Singen, gegen 2*3immermohnung in Singen. 3ui*riften untet Kr. 480. 4=3im«er»ohnung, f*öne in Karlsruhe gegen 3*3immetmohnung ien Konftanj. ; 3ui*riften unter Kr. 669. STELLEN-ANGEBOTE männlich 3dan% S t%, Obere Wtftle, EßensbaCh (Ärei# Äonftanj). SAreinermeiftet. feftr tüchtig unb erfahren in Wobei* unb Baufmreinerei gut ©etterfühtuna 'eine* gutgehenben ©e* feftäfte» geiuAt. Btmtxbungen untet St. 662. roeiMiA 92äbAen, für Äücfte unb Haushalt fl e ’ fucht auf 1 Oftober ober früher. Bemetbungen untet Er. *16 Ä»«ftge»erblerin gefucht* Bemerbun* gen unteT Er. 584. EßeinmibAen für ÄüA«* «nb 3int«er< arbeit für 1. Oftober gefuAt. Äennt- ntffe tn ©afA*u *»b Bügel» et« »ünfA*. — Dienet für H«**‘ »«5 ©artenarbeii für 1, Oftober ob. fpi» ter gefuAt. 6er»ieren unb Bebienung ber Jentralheijung. Se»erbungen mit gohnaniprüAen unb 3*ugniffen an BenRon DrutiAes 3Ree«b»rg/ Bobenfee. Er. 777 Eähetiuneu, Eähetinnen*8ehrlinge unb Enlernlinge für ÄürfAnerei jup fo« fortigen Gtntritt gefuAt. Beljmobehau* 2. Gmbvein, Äonftanj, Eodgarten« fttafte 12, Elf 1014. Wä>A«u» jüngere», fleiftige*, für Hau*« halt unb Wtthilfe in ganbmirtfAaft auf fofort in Dauerfteßung gejuAt. 2eo Säftlet, Brudfelben, Station 3frif« fingen. Eähete* bei SAupp, Äonftanj, Untere gaube 7. Bebienung, junge, gute SrfAetnung. für fofort in gutgehenbe* Spetfete* ftaurant' naA Äonftanj gef. (Etwas Hausarbeit muft übernommen »erben. (EuA EniernUng.) Bemerbungen un* ter Et. 5089. Etehrere Büglerinnen foroie Hüfoftäfte [teilt fofort ein Färberei unb A*m. Eeinigung ©. SAtnbler, Äonftanj. ftteiftige* EläbAon« bas in Sanbmtrt* fAaft betoanbert, im EUer oon 16—25 Sahren, fath*, fofort gefuAI- Berner* bungen unter Er. 569. Bebienung, perf, unb SeiföAiu auf fo* fort gef. Berfönl. Borfteßung ei». Hotel unb ©einftube ,,HeAt“, Hebet« lingen/Bobenfce. Hau»|Ufe, nicht unter 14 3ahren, in Brioathau*halt für Halhtag* (Bormit« tag) mit Wittageffen naA Äonftanj. 3ufAiiften unter Er. 744. STELLENGESUCHE mönnli* Sattepfa*manii, Dipt.>&arten5auin[peftor, grafte Kenntniffe auf allen Sebie* ten bes Kartenhaus, Obft, Semüfe, SanbfKaft fu*t geeigneten Witlungs* Iteis bei Behörbe ober Unternehmen. 3u[*riften unter Kt. 460. Stelle als gotetbiener gefu*t. 3n alten arbeiten bemanbert. ^eugniffe 1. öaujet. kngebote an Rrift Kubfamen, Konftan). Betershaufen, Moosftr. 1 h. Dirleroanger. Ss*füh»ngsarb*Wriften untet Kr. 454. Möbel, 17 3ahte, [u*t Sehrfteile bet Damenf*neiberin. 3 u 'd)t. unt. Kr. 471 Bäder* nnb Xonbitorlehrftelle oon 17* jährigem, Iräftigem 3ungen gefu*t. 3ui*riften untet Kt. 442. KAUFGESUCHE Äraufftaube ober" ftaft gef* Bräunig. Äonftanj, Beperleftra&e 7. Äunftgeverbe, ©las, Holj. Äeramif u. f. ». lauft gegen Barzahlung bie BüAerftube (Erich Benj Ebt. Äunft* aemerbe, Ueberlingen a. See, Hof* jratt 4. Äinberroagen gefuAt ober leihweife gegen gute Bejahlung bj». Bergütung. 3 U= iAriften unter Et 449. Herren^Sroheeub in gutem 9*^- fitn. Ho«”8*wgoc Bhu, Äonftanj, 6igi*« munbfttafte 16 b. 2enani. Umftanbogürtel gegen gute Bejahlung bringenb gefuAt, eoentueH XaufA 3 U# fAriften unter Er. 476. , Etoft, neuen ober alten, 200—250 fiiter gefuAt 3atob ©gle, Xengen«Stabt, Hau* 49. Äiuberfotbtoagen gefuAt. eotl. XaufA gegen BettroäfA*- IStngen.) 3 u ^ r tt* ten unter Er. 3 a. TAUSCH $eere«*$alb|**ht, faft neu, Sr. 41—42, gegen Jicrrenhofe, braun, beige ober grau. S*rittlänge 80 cm. 3 u l | ftr i f tcn unter Kr. 532. 9a«en*WoOftoff, 8 Meter obtt »«ffei* bi*te jfterten.krmbanbuhr (€*»ei)er* wert) gegen neumertigen öerrenanjug. ®töfte 48—50, ober Mantel. 3 u W r ’i‘ ten untet Kt. 598. Sasbadofen, neuer, 4Iö*etig, geg. glei*. »ertigen etettrif*en &erb. Scppler, kliensba*. Seeweg 6. Dnmenftoff, ftabiblau, 2,50X1,30 Meter, gegen gute, elegante &erren*Spott [*uhe (ßr. 43i/,/44). 3 u fd)riften ur, ter Kr. 536. TIERMARKT Bühnt« gegen Mil*)teg< )« tanf*en ge* fu*t. Stengele, Ueberlingen a. S., üu* jiengaffe 10, 2. Stod. Kalbin, 30 Wo*en trä*tig, ju o«rlau* fen. kuguft Slett, Bargen b. Sngtn. Sofbunb, »a*famet, )U taufen gefu*L (Emil $auger, Wolterbingen. Drabtbaar.goi ober S*nau)et (geflügeb fromm) )U taufen ge[u*t. Mt*aelts, Öagnau, gaus Kr. 171 Mil*)iege, ältere, jum 6*la*ten gegen fiäuferf*»ein 3o[ef Keller, Konftan)« Wollmatingen, Ktnblebtlbftrafte 28. IMMOBILIEN OpitfAe* SefAäft auA mit Uhren« ober Bbotoabteilunß, ju laufen ober paA* ten gefuAt* MAr* unter Ei. 363. H*tel, Eeftauxant ober ©a|4 in Boben« fetgtgenb fofort ju pachten gefuAt. 3uiArifien untet Er. 383. BhutographUAe* Etelier, fomplett «tn« B erichtet am Bobenfee, umftänbehalber ofort ju »erlaufen. 3ufA^tf^« unter Er. 527. Äl. eb. mittlerer H*f ]uA* prafttfAet 2anb»trt ju -paAten. SBohnung unb Eaturalien uaA Beretnbarung frei. 3ufAxiften untet Et. 571. Bäderei im Bobenfeegebiet auf fofort ju paAten gefuAt. 3 u fAriften unter Er. 572. UNTERRICHT tter erteilt in Ueberlingen a. B. obet näheret Umgebung UnterriAt in 9Ea> fAinenfAreiben ? 3ufAriften unter Er. 382. SpraAlehrer mit langjäh^t^m Euffanb#- aufenthalt erteilt UnterriAt in Stonjä« fifA unb ßatein> (Ueberlingen oo. Um* gebung). 3wfAfften unter Er. 485. ©cfaugounterriAt, ©orrepetition, Eu*bi|p bung für Oper unb Äonjert »on Opera« fängerin. ä^^^ften unter Et. 508. ÄlaoierunterriAt für Enfänger unb üfortgeiArittene erteilt ftaatl. geprüfte Siuftlerjiehtrin ÜKäriannt ©enth* ~ ^lötenunterriAt, Blodflöten, Guet* flöten (Ernft ©enth, Ueberlingen a, €., ^rohfinnftt. 1, ©de ElühlbaAftrafic Borbereitang unb EaAhUfe, neujeitliAe, jeboA grünbliAe an SAület Jeben Elters tn DeutiA, EeAt« unb 6Aön* l'Areiben, Diftat, ©rammatif, lanpjah« rig bemühet«, etnprägfame Eietpooe, auA für S^embfpraAen ! ^ranjöftiA : ©ute Eu*fpraAe, ©rammattf, Äon»er« fation ; Catein : ©ramatif unb lieber« feftungen ; EeAnen für Enfänger unb SortgefArittene. . ütiter .Ht 595 Bie(iu»UnierriAt für brei ftanjäftfAe Äinbe» (11—15 3nhte) ge»iinlAt. ffit* ma* fraMöRlAe SpraAfenntntfle et* roünfAt. ©ebharbplah 20, 8. (Etage. VERMISCHTES Semiffeuhafie EisfÄhrmg aller XeuJA* auftrftge ju h^nbelsübliAen Broni« ftonsgebühren in ben ©efAäftaräu« men ber XaufAjentrale. CeiAttran*« portable ©egenftänbe in Äonftanj, BSeffenbergftrafte 17, fA»er bemegit^ XäufAobjette in bet Eosgartenftr. 21. Die XaufAjentrale lauft laufenb ge» gen gute Bejahlung : Blöbelftüde al« ler Ert, SAmudaeaenftänbe unb Uh* ren in feber Eusfühtung, guterhaltene B«l,£ Xeittlien unb SAuhwerf. 3r° to * apparate mit guter Optil unb anbete ©ebtauA*gegenftänbe. 9Reftebft gegen gaterhaltenes Btoftfaft, 400—500 Siter Äontab Ceij, Ciggerin« gen. ffiifruba|«p grobe. Babpforb gegen En- jug ober Ätttel für 14—15iährigen Änaben unb BSaffeleifen. 3 u f < ^ r ^f* en untet Et. 764. Etemen«, Büttels Stoaftea*6Aueibema« IAi«e (neu), für H^nb« unb Äraft« betrieb (Btomentausldfuug burA Änie« hebe!) gegen HtH'ftsftabrtab ober SAteibmafAine. 3»fAt. unt. Ei. 772. Herren*Babem««teI, neu, blaurot ge ftreift, grob« Eummer, gegen Babp* StrampelhösAen unb Stridmoße. E. SBöhtlt, Äonftanj, Eegittungsgebäube Egfa*2feto«Epparat 6X9 mit Cebert. geg. nur gute Herren* ab. D.*Ermbanb* uhr. unter Et. 707. BurfAe**E*iag» ©täfte 44, neusertlg, S l H Duftenb faft ungebrauchte, »oßene Eßinfteln, 1 Dftb. Bolfterle. ungebzauAten ÄtnberteppiA f egen greife ffiouAbede ober fonitigen eppiA. »ber lunftgcftridte XiiAbede. Erieba Äerherr, Eabolfjell, SBalAner» ftiafte 11. Der belannte »ißenfAaftliA anerlaunie ©rapfteUge 3. $uber übernimmt HanbiAriften*Seurteilungen. Eusführ- liA« fc^riftlxcAe ffiharalteranalpfc. 10.— E3R. (Bitte im Briefe beilegen.) 3 ur Beurteilung ftnb 10 SArijtjeilen er« forberliA* Ebzeffenangabe bitte beut« UA* Eufträge untet H 1/1. Xriberg. Sßer fann ©eiAäftsbriefe prompt unb gut, mogliAft mit SAreibmaiAiue ftanjOfifA überleben ? 3uiAnften un* ter Eiffhalbe 12 Uebetfeftuugen, franjäftfA u. engliiA. ©efuAe, Entzöge auf 2aiifeT*^aiicr uf»., faAIiA unb faAÜA einmanbfrei, fAnefl ! gerb. Selig Äonftanj, Boban- (trafte 81, ehemaliger DolmetfAet bei BJeh^maAt unb ^oliitilotsimanno. 2 Dame», ältere, fuAeu Unterlunft auf bem Canbe. giid« unb letAte Erbejt mirb übernommen. 3 u l < ^ 1 - un *- ^ VERLÖREN"" Blaner Mantel, am 7. September auf bei Strafte SBoßmatingen—Dettingen Bitte abjugeben ftunbbüro Äonftan n EttentafAe mit Inhalt auf ber Strede Bfullenbott, StodaA. Eabolfjeß, Äon.« ftanj. 2 ^l. Canbfarte ufm. »erloren. ©hrliAet Sinbet mirb gebeten, bie» felbe gegen 20 EEf. Belohnung auf ber näAften 3 e ! tun 6* a 9 e,ltut geben. . ^ BlefU • 3aüe, btaumeift * tariert, 6pat« laße—6tabelhefgaße. Ebjugeben bet ^jtau ffimma Braun, Äonftanj, fBie* lentäler H*f- ©elbbeutel, ca. 8 EEl 3nh«lt. 3«* fAtiften untet Er. 4«35. ftalrrr«blAle&, auf bem fBege Döbele — Äreujlinger Strafte. Ebjugeben gegen Belohnung Äonftanj, SAtifelfti. 15,1k Jißheltet „XiuteHtuli“, Strafte jut t riebriAshähc, Ettmannsborfcr Strafte amstag, 15. w eptember »etl. ©egen gute Belohnung abjugeben Äonftanj, §m Seinberg 8.