F K He Ue St D V W S O A SUDKUR ER 2. JAHRGANG • TAGBLATT FÜR BODENSEE. SCHWARZWALD UND DAS OBERE DONAUGEBIET KONSTANZ FREITAG 17. MAI 1946 NUMMER 74 Erscheint vorerst Dienstag and Freitag Adresse: Konstanz Rosgartenstt 12 Tel. 924, 925, 1130. Geschäftsstellen und Agenturen an vielen größeren Orten Einzelpreis 20 Pfg Bezug durch die Post 1.74 M. durch Träger 1.60 M. Anzeigenannahme durch alle Geschäftsstellen und Agenturen des Südkurier Rhein-Ruhrfrage vor der Pariser Konferenz Außenminister Bidault umreißt die französischen Forderungen — Neue Vierer-Besprechung am 15. Juni Paris. Die Außenministerkonferenz in Paris nahm zu Beginn dieser Woche einen Bericht deT Untersuchungskommission für die französisch-italienische Grenze entgegen. Es wurde beschlossen, die französischen Ansprüche für die Grenzveränderung insgesamt als berechtigt anzuerkennen. Die Außenminister berieten anschließend über die Zurückziehung der Truppen aus Italien. Hierüber werden die Sachverständigen zu entscheiden haben. Molotow betonte hierbei, daß die Sowjetunion eine gemeinsame Zurücknahme der Truppen von Italien und Bulgarien prüfen werde. Falls also die Sachverständigen eine Zaücknah- me der Truppen aus Italien für möglich halten, werden die Russen das gleiche in Bulgarien tun. Eine Einigung über diese Frage konnte nicht erzielt werden. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen wurde die Frage der 'talienischen Reparationen an einen Reparationsausschuß verwiesen, der untersuchen soll, ob Italien in der Lage ist, die von der Sowjetunion geforderten 100 Millionen Dollar ausschließlich der Rußland zugesprochenen italienischen Kriegsschiffe aufzubringen. In der Frage von Triest, die erneut diskutiert wurde, unterstützten Bevin und Byrnes den französischen Vorschlag. Die in diesem Vorschlag enthaltene Grenze liegt am weitesten westlich und soll Triest bei Italien belassen. Molotow war mit diesem Vorschlag nicht einverstanden. Der Vorschlag des amerikanischen Außenministers Byrnes auf Schaffung eines Ausschusses der vier Großmächte, der den Stand der deutschen Abrüstungen untersuchen soll, wurde von allen vier Großmächten angenommen. Außenminister Byrnes schlug schließlich ▼or, für den Entwurf des Friedensvertrages mit Deutschland eine Friedenskonferenz auf den 12. November dieses Jahres einzuberufen. Ein Delegierter jedes Landes soll alle Deutschland betreffenden Fragen prüfen. Byrnes stellte im Verlaufe dieser Debatte über Deutschland ferner folgende Fragen: 1. Sollen Ruhrgebiet und Rheinland unter internationale Kontrolle gestellt werden und sollen die Produktionsgueilen dieser Gebiete im Falle einer Internationa- lisierung weiterhin einen Teil der deutschen Wirtschaftsstruktur bilden? 2. Sollen die Deutschland zu belassenden Hilfsquellen in ihrer Gesamtheit zur Verfügung Deutschlands gestellt werden und sollen die über den Bedarf des Landes anfallenden Materialien für Exportzwecke verwendet werden? 3. Kann ein Abkommen getroffen werden über die Errichtung eines Verwaltungsapparates, der die Lenkung Deutschland« als Wirtschaftseinheit übernimmt? 4 . Werden die Zonengrenzen lediglich als Demarkationslinien für die alliierten Besatzungen und nicht als Trennungslinien, die den wirtschaftlichen Austausch innerhalb Deutschlands behindern, aufrecht erhalten werden? 5. Kann ein vorläufiges Abkommen über den Einschluß des Problems der deutschen Westgrenzen in den Entwurf des Friedensvertrages für Deutschland erzielt werden? Außenminister Molotow erklärte hierzu, daß er diese Fragen erst einer genauen Prüfung unterziehen müsse. Der französische Außenminister Bidault überreichte der Konferenz den französischen Vorschlag zur Abtrennung des Ruhrgebietes und des Rheinlandes von Deutschland. Er faßte seinen Plan in folgende Punkte zusammen: 1. Das Ruhrgebiet soll politisch und wirtschaftlich gesonderten internationalen Status erhalten, dessen oberste gesetzgebende Körperschaft in den Händen aller interessierten Mächte liegt. 2. Der neue Ruhrstaat soll von einer internationalen Streitmacht besetzt und seine Integrität von den interessierten Mächten garantiert werden. 3. Die Ruhrbergwerke und Schlüsselindustrien sollen enteignet und als internationale öffentliche Versorgungsbetriebe weitergeführt werden. 4. Zwischen dem Ruhrgebiet und dem übrigen Deutschland soll eine Zollgrenze errichtet werden. 5. Ein Teil der' überschüssigen Handelsbilanz des künftigen • Ruhrstaates soll vorerst zur Bezahlung von Lieferungen anderer Staaten an das übrige Deutschland verwendet werden. Bidault fordert außerdem, daß das westliche Rheinufer unter ständiger und ausreichender alliierter Besetzung bleibe. Das Gebiet soll südlich Köln vor allem von französischen, nördlich Köln von belgischen und holländischen, und falls erwünscht, von britischen Truppen besetzt werden. Unter der Voraussetzung, daß das gesamte Gebiet ständig besetzt bleibt und völlig entmilitarisiert wird, solle das Rheinland Selbstverwaltung erhalten. Dem neuen Staat solle das Recht zur Unterhaltung diplomatische: Beziehungen eingeräumt werden. Byrnes hatte den Vorschlag gemacht, die gegenwärtige Konferenz auf den 15 Juni zu vertagen. Die Außenminister haben diesen Vorschlag angenommen und werden an diesem Tage wiederum in Paris zusammentreten. Ein Datum für den Beginn de: Friedenskonferenz wurde nicht festgelegt. Die Außenminister sind ferner übereingekommen, die von Byrnes vorgeschlagene Revision des Waffenstillstandes mit Italien zu unterzeichnen. Die Revision dieses Vertrages finde keine Anwendung auf die Kolonien. In einer eingehenden Diskussion riet der weitere Vorschlag des amerikanischen Vertreters, in dej Juni-Tagung auch die Frage des Friedensvertrages mit Oesterreich zu behandeln. Der sowjetrussische Minister machte geltend, daß eine Behandlung dieses Friedensvertrages die Traktantenliste der Junitagung zu stark belasten würde, immerhin sei die Sowjetunion bereit, einen Vertragsentwurf für Oesterreich vorzubereiten. Eine Beschlußfassung erfolgte nicht. 1. September Gemeindewahlen Paris. Wie der französische Außenminister Bidault auf der Pariser Konferenz bekanntgab. werden die Gemeindewahlen in der französischen Zone am 1. September stattfinden, die Kreiswahlen am 1. Oktober. Deutsche Rüstung schon vor 1933 Großa dmir al Raeder erzählt ans seiner Praxis Nürnberg. In der Montagsitzung versuchte der Verteidiger des Angeklagten Dö- nitz durch vorgelegte Dokumente den Beweis zu erbringen, daß Dönitz jeder politischen Tätigkeit nur unter dem Gesichtspunkt der Einigkeit und Geschlossenheit der Truppen nachgegangen sei. Auch sei Dönitz kein fanatischer Nazi gewesen. Dönitz habe sich dem Einfuß der Partei auf die Marine immer entgegengesetzt, wie aus einer eidesstattlichen Erklärung des ehemaligen Chefs der Rechtsabteilung im Oberkommando der Kriegsmarine, Dr. Joachim Rudolfi, hervorging. Nach dem Attentatsversuch vom 20. Juli 1944 hatte Bormann dann bei Hitler erreicht, daß die politische Rechtssprechung „der gesamten Wehrmacht entzogen wurde. In der Marine sei diese Verordnung jedoch auf ausdrücklichen Befehl Dönitz’s nicht durchgeführt worden. Abschließend las Dr. Kranz- bühler einen Tagesbefehl Dönitz's vom 1. Mai 1945 vor, in dem es heißt, die Fortsetzung des Krieges sei nötig, um „die deutschen Truppen und Familien des Ostraums vor Versklavung und \Jemichtung zu retten." Welthungersnot kann verhindert werden Hoover berichtet über die Ernährungslage Washington. Dei frühere Präsident Europa Herbert Hoover hat laut einei Bekanntgabe Südamerika des Staatsdepartements nach seiner Rück- . Südafrika und Neuseeland “ In .?. r Inspektionsreise durch die Gfebie e , re ' es j^hen 0zeans 22 hilfsbedürftigen Lander Präsident Tru- Gebiet des stiIlen Ozean« man seinen Bericht unterbreitet. Aus dem Bericht, der die Nahrungsmittelanforderungen für die vom Hunger bedrohten Länder während der nächsten fünf Monate enthält, geht hervor, daß die Mindestbedürfnisse geringer sind als vorhergesehen. Als Hoover von den Vereinigten Staaten abreiste, wurde vom Internationalen Ernährungsamt der Fehlbetrag in den aus den Lieferländern zur Verfügung stehenden Getreidemengen auf 11 Millionen Tonnen oder 43 Prozent geschätzt. Hoover erklärte jedoch dem Präsidenten Truman, diese zwischen dem 1. Mai und 30. September bestehende Vorratslücke könne auf etwa 3 600 000 Tonnen verringert werden, wenn das von ihm empfohlene Programm ausgeführt werde. Hoovers Bericht enthält Ziffern. aus denen hervorgeht, daß es möglich ist, auch diesen Fehlbetrag von 3 600 000 Tonnen unter günstigen Umständen noch um weitere 1 500 000 Tonnen zu verringern. Da in dieser Weltkrise Getreide das Hauptbedürfnis ist, vor allen Dingen Weizen und Reis, hat sich der Bericht auf die Bedürfnisse und die Abschätzung der Liefe- rung.smöglichkeiten von Weizen und Reis beschränkt. Es besteht allerdings auch ein großer Mangel an Fetten und Sondernah- rungsmitteln für Kinder. Die Mindestbedürfnisse an Getreideimporten nach den verschiedenen Mangel- und Hungersgebieten der Welt wurden für die Periode vom 1. Mai bis 30. September wie folgt geschätzt: 8 390 000 to 1 000 000 to 198 000 to 100 000 to 2 886 000 to 1 910 000 to Insgesamt 14 484 000 to Nach dem Bericht ist es möglich, die Lieferungen durch Erschließung neuer Lieferquellen zu steigern. Die voraussichtlichen Lieferungen für die Notstandsgebiete innerhalb der gleichen Periode werden wie folgt geschätzt: Aus den USA 4 220 000 to aus Kanada 2 300 000 to aus Argentinien 2 375 000 to aus Australien 992 000 to aus Brasilien 200 000 to aus Großbritannien 100 000 to aus westlichen Staaten 40 000 to aus Burma 75 000 to aus Thailand 195 000 to aus den UdSSR nach Frankreich 300 000 to aus verschiedenen Ländern 100 000 to Insgesamt 10 897 000 to In Hoovers Bericht wird schließlich erklärt: Falls bis Ende August weiterhin energisch auf Lieferungen aus den Ueberschuß- ländern, hauptsächlich von Weizen und Fett, hingearbeitet werde und die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ländern sich fester gestalte, könne dei noch be- I stehende Fehlbetrag weitgehend ausgeglichen werden. Die Mithilfe der Sowjetunion und der südamerikanischen Staaten werde bei der Lösung des Problems von größtem Nutzen sein. Eine Massenhungersnot könne nur durch gemeinsame dauernde Anstrengung abgewendet werden. Nach Hoovers Bericht betragen die durch die UNRRA beschafften Getreidemengen nur etwa 20 Prozent der Weltbedürfnisse. Auf die Frage des Verteidigers, ob schon vor Beginn des Krieges bei der Kriegsmarine Pläne zum Kampf gegen England ausgearbeitet worden seien, antwortete der Zeuge, das habe „außerhalb jeder Möglichkeit" gelegen, da die deutsdie Flotte der englischen „so gut wie nichts entgegenzusetzen gehabt habe“. Dönitz habe mit der Seekriegsleitung nicht zu tun gehabt, da er „nur ein untergeordneter Frontbefehlshaber" gewesen sei. Zu Beginn der Mittwoch-Sitzung wurde Emil Puhl, Geschäftsführer und Vizepräsident der Reichsbank seit 1939, als Entlastungszeuge für Funk aufgerufen. Während Puhl in einer eidesstattlichen Erklärung vom 3. Mai 46 ausgesagt hatte, daß ihm die Einlieferung von Gold und Schmuck in die Reichsbank von Selten der SS bekanntgewesen sei, behauptete er in seiner heutigen Vernehmung, von den deponierten Gegenständen nichts gesehen zu haben. Der anschließend im Beiseins Puhls als Belastungszeuge gegen Funk aufgerufene ehemalige Reichsbankrat Albert Toms erklärte, daß seines Wissens Puhl eine genaue Kenntnis der SS-Lieferungen gehabt haben müsse. Insgesamt seien etwa 7 Lieferungen erfolgt, und der vor Gericht gezeigte Film mit Aufnahmen dieses .Beutegutes" sei typisch für die Einliefenmqen von seiten der SS gewesen. Ueber Funks Kenntnis von diesen Lieferungen, so erklärte der Zeuge auf Befragen des Verteidigers Dr. Sauter, könne er nicht aussagen, da diese Angelegenheit „auf einer höheren Ebene" vor sich gegangen sei. Der ehemalige Oberbefehlshaber der deutschen Flotte, Großadmiral Raeder, erklärte bei seiner Vernehmung als Zeuge in eigener Sache daß er sich schon in den zwanziger Jahren 1 emüht habe. Maßnahmen gegen einen drohenden Angriff Polen« auf Deutschland zu treffen, und dabei den Wiederaufbau der Marine mit allen Mitteln betrieben habe. — Der Angeklagte verlas weiter Auszüge aus einer Rede, die er im Jahre 28 hielt und in der er erklärt hatte, daß „Leute, die nie wieder Krieg wollen, auch nie Soldaten sein dürfen — Der Verteidiger de6 Angeklagten Dr. Siemens, verlas eine eidesstattliche Erklärung von Vizeadmiral Walter Lohmann, derzufolge das tatsächliche Schiffbauprogramm Deutschlands unter den im Versailler Vertrag bewilligten Quoten gestanden habe. Im weiteren Verlauf des Verhörs mußte der Angeklagte zugeben, daß bereits vor 1933 von der deutschen Flotte gegen den Versailler Vertrag verstoßen wurde. Gefängnis für General Student Lüneburg. „Es war die allgemeine Meinung meiner Truppen, daß sich die deutschen Soldaten bei den Kämpfen korrekt benommen haben", behauptete Brigadier Ingles im Lüneburger Prozeß, in dem der ehemalige deutsche General Student wegen Kriegsverbrechen auf Kreta angeklagt ist Brigadier Ingles, der Leiter der britischen Militärgerichtsbarkeit in Deutschland, hatte sich überraschend gemeldet, als Entlastungszeuge für den Angeklagten auszusagen. Der Brigadier war während der Kämpfe auf Kreta der oberste kommandierende britische Offizier im Südteil der Insel, wo nach der Behauptung der Anklage Kriegsverbrechen von deutschen Streitkräften begangen wurden. Im Gegensatz zur Anklage, erklärte der Zeuge, es seien von den deutschen Truppen keine vorbereiteten Verbrechen gegen das Kriegsrecht verübt worden. Die deutschen Fallschirmjäger hätten auch nicht Gefangene vor ihren Truppen hergetrieben, um sie als Kugelfang zu benutzen Der Brigadier erklärte, er habe von seinem Hauptquartier au« den Vorfall beobachtet. Nach der Aussage des Brigadiers sprang der Verteidiger des Angeklagten Student auf und betonte, er verzichte auf die Vernehmung sämtlicher noch vorqeladener Zeugen. Durch die Aussage des britischen Offiziers habe sich die Situation seines Mandanten grundlegend geändert Student wurde vom Militärgericht zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt In der Urteilsbegründung wurde darauf hingewiesen, daß die unter Students Befehl stehenden Fallschirmjäger britische Soldaten nach der Gefangennahme getötet hätten. Das Urteil wird noch einer höheren Instanz vorgelegt werden. 58 Todesurteile im Mauthauser Prozeß D a ch a u. Im Mauthauser Kriegsverbrecherprozeß wurde das Urteil gefällt. Von 61 Angeklagten wurden 58 zum Tode durch den Strang verurteilt. Lebenslängliches Zuchthaus erhielten Michael Cserny, Paul Gützlaff und Joseph Mayer. Flugdienst USA-Deutsdhland New York. Ein regelmäßiger Handels- Tugdienst zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland wird am 18. Mai be ginnen. E« soll wöchentlich je “’Q Flugzeug von New York nach Berlin und von Berlin Tempelhof nach New York abf.iegen. Nach Angaben der amerikanischen Uebereee-Luft- fahrt-Gesellschaft nimmt der Flug nach Berlin 23 Stunden und der Flug von Berlin nach New York 27*/t Stunden in Anspruch. In Neufundland, Irland, Holland und in Frankfurt werden auf dem Hin- und Rückflug je einstündige Landungen eingelegt. Militärische und nazistische Denkmäler Berlin. Alle deutschen militaristischen und nazistischen Denkmäler und Museen, die nach 1914 entstanden sind, müssen nach einer Anordnung des Koordinierungsausschusses des Alliierten Kontrollrates vom 13. Mai 1946 bis zum 1 Januar 1947 entfernt bzw. aufgelöst sein. Die Anordnung verordnet da« Entfernen einer Reihe von Baudenkmälern Statuen, Plakaten und Symbolen, die Krieg und Militarismus verherrlichen oder an die Nazipartei erinnern. Museen und Ausstellungen, ln denen militaristische Gegenstände gezeigt werden, sind verboten. — Grabsteine für Angehörige regulärer Verbände, die im Kampfe fielen, bilden eine Ausnahme von der Anordnung. Die zuständigen Militärbehörden in den 4 Besatzungszonen werden örtliche deutsche Amtsstellen damit beauftragen, für ihr Verwaltungsbereich Listen aller Denkmäler auf- zuste’.len, die von der Anordnung betroffen werden. Die deutschen Behörden können Ausnahmen Vorschlägen. Von Gebäuden, die von öffentlichem Interesse sind oder die hohen architektonischen Wert haben und auf welche die Anordnung daher nicht angewandt wird, müssen alle militaristischen oder nazistischen Embleme entfernt werden Eine Franco-Rede Madrid. In einer fast zweistündigen Rede stellte Franco fest, daß die Spanier in der kommenden Volksabstimmung selber über ihr Schicksal entscheiden können. Er warf der Welt vor, sie begreife nicht, daß in Spanien eine „freie christliche Demokratie" bestehe, wobei er die „konventionelle Demokratie" verwarf. In Spanien bestehe keine Diktatur. Zur Frage der Gesetzmäßigkeit seines Regimes stellte Franco fest, daß die meisten Regierungen revolutionären Ursprungs seien. Die Republikaner verkörperten nicht den Willen des spanischen Volkes. Sodann zollte er Nazi-Deutschland seinen Tribut für die Hilfe, die es Spanien in „ernster Stunde" gebracht habe. Jugoslawien und Triest Belgrad. Der stellvertretende jugoslawische Ministerpräsident erklärte auf einer Pressekonferenz, Jugoslawien würde eine Internationalisierung des Hafens von Triest annehmen und sei bereit, Triest einen unabhängigen Status innerhalb der jugoslawischen Föderation zu gewähren und wirtschaftliche Unternehmen sowie privaten Besitz in der Stadt zu respektieren. Jugoslawien würde jedoch niemals mit einer Internationalisierung der ganzen Stadt einverstanden sein. Der stellvertretende Ministerpräsident bemerkte weiter, seine Regierung werde keine Lösung annehmen, die Triest außerhalb der jugoslawischen Rechtsprechung stellen würde. DER ERBFEIND G-B. Als Heinrich Brüning, der letzte .,System"-Kanzler, im Sommer 1931 nach erfolgreichen Verhandlungen mit den Engländern aus Chequers heimkehrte, durfte er aufatmend bekennen, daß er „hundert Meter" vor dem Ziele stehe. Al« Frucht einer von den „Erfüllungspolitikern" der Weimarer Republik zäh verfolgten Linie der Verständigung mit den ehemaligen Gegnern konnte er Zusagen in der Frage des Danziger Korridors, der früheren deutschen Kolonien und eines vergrößerten stehenden Heeres mit nach Hause bringen, die praktisch das Ende des vielgeschmähten Versailler Vertrages bedeuteten, nachdem Brüning zuvor schon im Reichstag hinsichtlich der Reparationen sein bekanntes „Nein" ausgesprochen hatte ohne bei den Siegerstaaten einen Sturm der Entrüstung entfesselt zu haben. Die verständigungsbereife englische Außenpolitik befand sich in vielfacher Uebereinstimmung mit der französischen ; in Frankreich waren die zwischen Briand und Stresemann geführten Gespräche von nachhaltiger Wirkung geblieben. In einem anderen Lartde wäre nach solchen außenpolitischen Erfolgen der führende Staatsmann von allen Parteien mit vertrauensvoller Anerkennung empfangen worden. Parlament und Volk hätten sich aus Verantwortung und politischer Klugheit hinter ihn gestellt, es wäre gewissermaßen eine Angelegenheit der ganzen Nation gewesen. Nicht so in Deutschland, wo von jeher bestimmte Parteien und Kasten las Nationale als Reservatrecht für sich beanspruchten, wobei jeder, der sich außerhalb ihrer Kreise um das Wohl des Volkes mühte, arrogant abgelehnt wurde. So gehörten Sozialisten und Pazifisten, ebenso wie Katholiken und Juden zu solchen Deutschen, die man östlich der Elbe für minderwertig hielt. „Schade, daß der Mann katholisch ist", urteilte über Brüning der alte Olden- burg-Januschau, jener stockkonservative preußische Junker, der dem intransigenten „nationalen" Kreis angehörte, durch den Heinrich Brüning zu Fall gebracht wurde. Und der „Völkische Beobachter" schrieb nach der Rückkehr des deutschen Reichskanzlers und Außenministers Brüning aus England, daß diesem die Berechtigung abzusprechen sei, im Namen des deutschen Volkes zu verhandeln. Die Nationalsozialisten und selbstverständlich auch ihre Schrittmacher, die Deutschnationalen, scheuten sich nicht, der Außenpolitik Brünings den Krieg anzusagen — weil eben diese erfolgreiche Außenpolitik ihrer Opposition den Wind aus den Segeln zu nehmen drohte. Es ging aufwärts in Deutschland, trotz Weltwirtschaftskrise und trotz aller Schwierigkeiten, die die Rechtsopposition der jungen Republik bereitete, und gerade dies war tür Hugenberg und Hitler ein Grund, den geplanten Staatsstreich zu beschleunigen. Nie ist der Begriff des Nationalen, der doch alle ehrlichen Bemühungen um das geistige, sittliche und materielle WohJ eines Volkes umfaßt, zynischer im Namen des „Nationalen" mißachtet worden. Nach der unerhörten Disqualifizierung Brünings in der führenden Zeitung der NSDAP, schlug die für Deutschland so günstige Meinung in England und Frankreich jäh um. Plötzlich erhob sich drohend im Hintergrund dei düstere Schatten Hitlers. Mit diesem also, und nicht mit Brüning, würde man künftig zu rechnen haben, und vor einem Hitlerdeutschland, das die Kriegsgefahr heraufbeschwören wird, mußte man auf der Hut sein. Ihm durfte man nicht entgegenkommen — ein Standpunkt, der später nachdem das Dritte Reich zur beklemmenden Wirklichkeit geworden war, allerdings preisgegeben wurde. Vorbei war es von nun an mit der Hoffnung auf eine bessere, friedliche Zukunft Europas. Brüning fiel durch die Intriguen deutschnationaler Junker und Militärs bei Hindenburg in Ungnade: buchstäblich als ein Opfer seiner erfolgreichen Politik, aber auch seiner poli- .tisch-weltanschaulichen Herkunft. Der „alte Herr" entließ seinen Kanzler wie einen Rekruten; man schrieb Ende Mai 1932. Nun war der abenteuernden Politik der Rechten Tür und Tor geöffnet. Brüning wurde durch Papen und dieser sehr bald durch Schleicher abgelöst. Inzwischen hatten die Nationalsozialisten das Terrain für Hitlers Machtergreifung gut vorbereitet. Sie verursachten eine Kette von Parlamentskrisen, inszenierten Streiks und erhöhten die herrschende Arbeitslosigkeit, indem sie gewissen Fabriken die Kredite durch ihre Bankiers entzogen Sie schickten ebenso die SA in die Arbeiterviertel der Großstädte, provozierten unö organisierten sogenannte Saalschlachten, um „Opfer der Bewegung" zu schaffen, und al! dies vollzog sich unter dem betäubenden Trommeln ihres monströsen Propaganda- apparats, sodaß schließlich der „Schrei“ nad dem „starken Mann" von Millionen er- schütterter und eingeschüchterter Menschei ausgestoßen wurde. Mit Hilfe der deutschnationalen Steigbügelhalter kam Hitlei durch ein halbes Wunder gerade noch voi Toresschluß zur Macht — zu einem sehi kritischen Zeitpunkt, da das Schicksal de: „Bewegung" auf des Messers Schneide stand Der Weg in die Katastrophe war frei Seite 2 SÜDKUBIEk Nr. 73 / 14. Mai 1946 So aico *ah die deutsche Politik jener Kreise aus, die, wie die Deutsdmationaten und Nationalsozialisten, für sich beanspruchten, die allein befugten Vertreter nationaler Interessen zu sein, für die aber Männer wie Erzberger und Ebert, Stresemann und Brüning gewissermaßen Landesverräter waren. Mit tiefster Bitternis schrieb damals Professor Friedrich Dessauer: „Es ist eine überaus traurige Tatsache, aber leider eine Tatsache, daß unserem Vaterland in keinem Namen und unter f keinem Zeichen mehr Leid, Zerstörung, Zwietracht und Gefahr gebracht wurde, als unter dem immer wieder mißbrauchten Namen des „Nationalen", unter dem ein kontinuierliches Zerstörungswerk, Zerspaltung im Innern, Schwächung nach außen getrieben wird, mit einer Konsequenz im Negativen, die eines besseren Zieles würdig wäre." Wieviele von den jungen Deutschen, die verbittert aus dem Krieg heimgekehrt sind und heute grübelnd abseits stehen, wissen um diesen für unser Schicksal so entscheidenden Kampf, den die Weimarer Republik mit ihren Todfeinden zu bestehen hatte, und wie dieser Kampf vermöge der Brutalität der „nationalen" Opposition und infolge der politischen Unreife oder Instinktlosigkeit so vieler Deutschen den Untergang der deutschen Republik just zu einem Zeitpunkt herbeiführte, da Deutschland der Weg in eine bessere Zukunft bereitet war. Für die Jungen, die unwissend heranwuchsen, und auch für die Alten, die vieles vergessen haben, kann die Vergangenheit eine Lehrmeisterin sein. Besonders, wenn sich wie heute so manches zu wiederholen scheint Jene Kräfte, die Deutschland im Namen des Nationalen mit exakt zu berechnender Sicherheit in die Katastrophe führten, diese unheilvollen Kräfte sind noch nicht tot. Sie waren nur scheintot, als vor einem Jahre die Panzer der Sieger über die „brennende Erde" rollten und in atemlosem Tempo eine deutsche Stadt nach der anderen besetzten, und als es schiea, daß Es wiehert der Der Südkurier kämpft für eine neue Demokratie, in der der gesunde Menschenverstand herrschen solL Die Zeiten ändern sich — Paragraphen bleiben bestehen. Der größte Feind des gesunden Menschenverstandes ist die Angst vor solchen Paragraphen. Was zu beweisen wäre. Die Redaktion. DANA (Deutsche Allgemeine Nachrichten- Agentur) meldet am 14. 5.: „Für Südkurier! Es dürfte interessant sein zu erfahren, daß ln dem Kolonialwarengeschäft, Salmanns- weilergasse 18, in der letzten Zeit 125 Kg Margarine verdorben sind, obwohl das Wirtschaftsamt über das Vorhandensein dieser Fettmenge unterrichtet worden war. (Wäre da« Altersheim oder da« Krankenhaus nicht für eine Sonderzuteilung in Frage gekommen, falls diese Menge für die Gesamt- bevöTkerung nicht ausreichend gewesen wäre?). Auch in anderen Geschäften sollen derartige Verluste eingetreten sein. Demnach haben die Stadtgerüchte doch einen gewissen Tatsachenbestand nur Grundlage". Soweit Dana. Natürlich hatten auch wir von den Stadtgerüchten gehört In einem Punkt allerdings irrt Dana: Im Haus Salmannsweilergasse 18 gibt es kem Kolonialwarengeschäft dieses befindet sich Zollemstraße 18. Was aber unsere Berichterstatter in Konstanz erfuhren, stellt die Dana-Meldung noch in den Schatten. Was soll man dazu sagen, daß nicht nrn Kolonialwarengeschäfte, sondern auch Gaststätten Margarine verwerten müssen, die zum Teil seit Dezember lagert und nicht ausgegeben werden durfte? Was soll man dazu sagen, daß in zahlreichen Gemüsegeschäften Kartoffeln verkauft wurden, die zu zwei Drittel verdorb n 'waren? Was soll man schließlich dazu sagen, daß ln einigen Lebensmittelgeschäften Käse verkauft wurde, der restlos verschimmelt und ungenießbar war? der Zorn eines schamlos belogenen und verführten Volkes spontan die Urheber seines Unglückes treffen würde. Als aber, dank der Besatzung, alles friedlich verlief, standen die Scheintoten wieder auf, mischten sich unter das Volk und begannen, sieb wie vor 1933 „national" zu betätigen. Diesmal schrecken sie nicht davor zurück, Mißtrauen und Zwietracht zwischen Volk und Besatzung zu säen, und es kümmert sie nicht, daß ohne die Hilfe der Beeatzungsmächte Millionen von Deutschen bereits verhungert wären. Wie einst in der „Kampfzeit" treiben sie böswillige Flüsterpropaganda. Die Not der Zeit liefert ihnen billigen Propagandastoff — jene Not, die sie so sehr mitverschuldet haben, was ihnen jedoch nicht zum Bewußtsein kommt. Auch läßt man sich nicht entgehen, jene Deutsche zu diffamieren, die unter so großen persönlichen Opfern, die undankbare, aber wahrhaft nationale Aufgabe übernommen haben, die Trümmer des Hitler-Staates abzutragen und an den Fundamenten zu bauen, auf denen unseren Kindern wieder ein Haus erstenen soll. Daß sich unsere nationalbeflissenen Zeitgenossen außenpolitisch in der Vorstellung eines dritten Weltkrieges ergehen, der alle drückenden Probleme lösen würde, entspringt nicht zuletzt ihrem verzerrten Geschichtsbild, worin der Friede als ein Zu- stand zwischen zwei Kriegen figuriert. Als unverbesserliche Ignoranten, die die Zeit nicht fassen, weil sie Ursache und Wirkung nicht unterscheiden können oder in verstocktem Hochmut nicht unterscheiden wollen, sind sie echte Kinder jenes durch Unduldsamkeit, Unwissenheit und Machtwille gekennzeichneten Nationalismus preußisch- deutscher Prägung, der auf die Geschicke Deutschlands, mindestens seit Bismarck, einen so verhängnisvollen Einfluß genommen hat. Dieser Nationalismus, und nur dieser, ist der Erbfeind des deutschen Volkes, und ohne seine geistige und sittliche Ueberwin- dung wird kein Friede, keine Genesung und keine Zukunft sein. Amtsschimmel Unser Mitarbeiter, der vor kurzem den Allgäu bereiste, wußte uns von einem Käseparadies zu berichten. Tausende von Kilo Käse stehen dort abrufberedt verkäuflich ohne Kompensationsware. Aber wir in Baden dürfen sie nicht kaufen. Unsere Kinder in Konstanz haben seit Monaten keine Kä- sezuteüung mehr erhalten, und Im Al'.qäu wartet man auf Kunden. Der Fall der letzten Fischzuteilung zum 1. Mai ist allen Konstanzen! noch in lebhafter Erinnerung. Wir trafen mehrere Leute an, die sich kategorisch weigern Jemals wieder Fische zu kaufen, da sie von den letzten, die sie trotz Ihres verdächtigen Gestankes zu sich nahmen, ernstlich erkrankt waren. Vom Standpunkt der höheren Instanz aus mag es sich um unbedeutende Mengen von Nahrungsmitteln handeln; Es .mögen auch, v^n diesen Stellen vemünftiqe Gründe für ihre Verteilunqsanordnunqen in« Feld geführt werden können. Aber wir meinen: Paragraphen sind für das Leben da, nicht aber das Leben für die Paragraphen! (Fortsetzung folgt) Demokratie macht Fortschritte London. Der Abgeordnete Foot von der Arbeiterpartei forderte im britischen Unterhaus, daß das Potsdamer Abkommen annulliert und durch einen andern Plan ersetzt werde, der es möglich mache, den Wiederaufbau Deutschlands in die Weqe zu leiten. Ein k*._rvativer Abgeordneter stellte fest, daß das Potsdamer Abkommen nicht anwendbar sei, weil es einen qroßen Staat habe verschwinden lassen. Hierzu vermerkte Minister Hynd, daß die Demokratie in Deutschland ohne Zweifel Fortschritte mache, aber es fehle noch an Männern und Frauen, die bereit seien, in den demokratischen Parteien mitzuarbeiten. Doch seien die Partel- versammlungea stark besucht und es gebe gewisse Anzeichen, daß das politische Bewußtsein in Deutschland wach werde. Was die Säuberung anbetreffe, so hob Hynd hervor, daß man genau so wenig alle Nazis auf ihren Posten erkennen könne, wie etwa auch die Polizei in England nicht qe- nau wissen könne, wo sich jeder einzelne Kriminelle befindet Zur Emä'hrunqsfrage erklärte der Minister, daß kaum genügend Weizen in Aussicht sei. um den täglichen Satz von 1000 Kalorien sicherzustellen. Abschließend forderte der Minister eine j scharfe Herabsetzung der Besatzunqstrup- 1 pen in Oesterreich. Er hob hervor, daß sich in diesem Lande eine lebendige demokratische Tradition befinde. Kurzmeldungen Die vorläufige Hamburger Verfassung ist, wie Bürgermeister Petersen auf der Tagung der Hamburger Bürgerschaft bekannt gab, i vom britischen Militärkommandanten in Hamburg unterzeichnet worden. Die belgischen Truppen in Deutschland, die bisher in kleineren Verbänden über die ganze britische Besatzungszone verteilt eingesetzt waren, erhiel- j en im Gebiet von Köln—Bonn und Aachen ' einen eigenen Besatzungsraum. Die Stärke { dieser Verbände, die der britischen Rhein. ! aanee unterstellt bleiben, beträgt zurzeit ewa 20 000 Mann. London. Der Leiter des britischen Kon- trollamtes für Deutschland und Oesterreich, j Hynd erklärte im Unterhaus, daß sich ! gegenwärtig etwa 2Millionen Deutsche in den von den Polen besetzten Gebieten I befinden. — Bisher wurden aus diesem Ge- j bief 370 000 Deutsche in die britische Zone transportiert, davon fast vier Fünftel Frauen i und Kinder. — Etwa 55 Prozent der Männer j und 63 Prozent der Frauen sind arbeitsfähig. Technische Sachverständige der amerika- ! nischen Armee planen den Versuch, zwei : deutsche V 2 Raketen in der Luft zu zer- i stören, um Abwehrmittel qegen fernge- ' lenkte Geschosse zu erforschen. — Um die ! Raketen in der Luft in der Folqe der Ex- j perimente gegeneinander zu lenken, wird | ein Radar gesteuerter Apparat eingebaut der sich auf die in der Luft nähernden Geschosse anpirscht und sie im geeigneten Augenblick zur Entzündung bringen kann. Die italienische Regierung hat dem allgemeinen italienischen Gewerkschaftsbund mitgeteilt, daß sie bis Ende Mai keine Streiks zulassen werde, da sonst' die wirtschaftliche Existenz des Landes beein- trächt ; gt werde Daß auch Linksparteien gegen die Abdankung eines Königs sein können, zeigen Meldungen aus Rom. wonach die Kommunistische Partei in einer stürmischen Kabi- nejtssitzunq qegen die Abdankung des Königs protestierte, weil dadurch die Stellung der Monarchie im gegenwärtigen Zeitpunkt vor-der Volksabstimmung gefestigt werde. Das Repräsentantenhaus hat mit 303 gegen 14 Stimmen beschlossen, die dem Präsidenten Truman erteilte Vollmacht zur Anordnung der Verschrottung von 14 im Bau befindlichen Kriegsschiffen rückgängig zu machen. Unter den Einheiten befindet sich das Schlachtschiff „Kentucky", dessen Bau nun vollendet werden soll. Der Senat hat bereits vorher einen qileichlautenden Beschluß qefaßt. Der Ministerpräsident der spanischen Exilregierung Jose Giral reiste nach New York ab, wo er persönlich dem spanischen Ausschuß des Sicherheitsrates Beweismaterial über die Umtriebe des Franco-Reqimes vorlegen will. Der stellvertretende amerikanische Außenminister Dean Acheson erklärte, daß die Vereinigten Staaten und Großbritannien seit einiqer Zeit über die Kontrollen der Inseln im Pazifik in Beratung stehen, die von den Vereinigten Staaten als militärische Stützpunkte ausgebaut wurden und an denen die amerikanische Armee und Marine in Zukunft weiterhin interessiert seien. Frankreich-Baden im Spiegel der Geschichte Die erste größere Nachkriegsausstellung in Deutschland wurde in Baden-Baden eröffne* Von unserem Sonderberichterstatter Dr. Carl Weichardt Vielleicht das Schönste, das sich von dieser schönen Ausstellung „France — Pays de Bade" im Baden-Badener Kurhaus berichten läßt, sind ein paar Sätze, die der Directeur de l'Education Publique, Raymond Schmittlein — er eröffnete am Mittwoch die Schau vor einem festlich gestimmten Vernissage-Kreise — in seinem Vorwort zum Katalog geschrieben hat. „So wie 6ich die Ausstellung .Frankreich — Baden’ heute in ihrem bewußt beschränkten Rahmen dem Beschauer darbietet", heißt es da, „dürfte sie geeignet sein, Erinnerungen wachzurufen, die sowohl Franzosen als auch Badenem Veranlassung geben, auf ihre Nationen stolz zu sein. Damit wäre auch die Grundlage geschaffen für eine wahre Freundschaft und gegenseitige Achtung. Wenn zu einer Zeit, wo der Rhein noch als Schranke aufgefaßt werden konnte, die beiden Völker sich Irotzdem nicht trennen ließen, so kann dieser Strom heute in einem Zeitalter, wo Grenzbegriffe sich auflösen wollen, als ein Band der Freundschaft angesehen werden." Mit aufrichtiger Freude darf man als Deutscher solche Worte lesen, und es sei sofort hinzugefügt; ein gleicher Geist spricht aus der ganzen Ausstellung. Man stelle sich vor, mit welchem Donnergetöse im umgekehrten Falle die Nazis bei einer derartigen Schau die Reklametrommel gerührt und das „deutsche Wesen" wieder einmal als Medizin für den Nachbarn und die ganze Welt angeprfesen hätten. Wer etwa von der Baden-Badener Ausstellung eine ähnliche Propaganda Frankreichs erwartet oder befürchtet haben sollte, wird gewiß aufs angenehmste enttäuscht. Mit aller Sachkenntnis, mit sicherem Blick für das Wesentliche und mit feinstem Geschmack sind hier einfach von hüben und drüben malerische, plastische, kunstgewerbliche, literarische Zeugnisse von dokumentarischem Wert harmonisch vereint und lassen ein lebendiges Bild von echtester Zeitstimmung aus zwei Jahrhunderten (1660—1860) erstehen, mit all dem wechselseitigen Hin und Her, das zwischen dem badischen Grenzland und seinem f ranzö- sischen Gegenüber bestanden hat, wobei heute jeder gerne einverstanden sein wird, wenn die kriegerischen „Beziehungen vor den friedlichen und freundschaftlichen zurücktreten. Michel Frangois, Sous-direc- teur des Beaux-Arts, hat wohl die Hauptarbeit bei der Organisation der musterhaften Ausstellung geleistet und auch den gut zweihundertseitigen, reich illustrierten Katalog redigiert, der in Woldemar Kledns Verlag, Baden-Baden, und gedruckt von Franz Burda, Offenburg, trotz der Beengtheit der Zeit ein kleines Meisterstück geworden ist. Die deutschen Herren Dr. Kurt Martin, Direktor der Badischen Museen, Prof. Otto Linde, Leiter der Abteilung für historische Baudenkmälei in Baden, und Oberst Blankenhorn, Direktor des Badischen Heeresmuseums, haben ihr Fachwissen, ihre Sammlungen und anerkanntermaßen ihren guten Willen für dieses französisch - deutsche Gemeinschaftswerk zur Verfügung gestellt. Herr Francois würzt übrigens die Uebertragung seiner „Intro- duction” im Katalog noch mit manchen gescheiten und witzigen Apercus für die deutschen Leser, womit er beweist, wie gut er auch in der deutschen Kulturgeschichte Bescheid weiß. Sollte aber gegenüber der Baden-Badener Veranstaltung, wie ähnlich angesichts der bevorstehenden Konstanzer Kunstwoche, die Frage wieder laut werden, ob man denn kaum ein Jahr nach dem Aufhören der Feindseligkeiten den internationalen Kulturaustausch schon wdeder- aufnehmen solle, so gibt darauf Heir Directeur Schmittlein mit einem anderen Satz in seinem Vorwort die beste Antwort: „Das Kulturleben hat unverjährbare Rechte, und um dem Geist seinen Platz wiederzugeben, braucht man nicht zu warten, bis die Gasthäuser ihre Pforten wieder geöffnet haben und die Läden mit Kunden gefüllt sind." Was also aus den kostbaren Privatsammlungen des Markgrafen von Baden und zahlreicher badischer Familien hergeliehen wurde, ist großzügigerweise für den würdigsten Zweck gegeben worden. Man weiß: Weinbrenner hat vor über einem Jahrhundert das Konversations- oder Kurhaus von Baden-Baden in seiner Grundform erbaut, und Pariser Künstler haben es ausgesdunückt Auch die später eröffneten neuen Säle wurden im Geschmack der französischen Renaissance gehalten. Der Geist des Hauses kommt also einer Frankreich- Baden-Ausstellung aufs glücklichste entgegen. Uns weckt der vornehm - komfortable, von zwei Weltkriegen nicht im kleinsten berührte Bau beglückende Friedenserinnerungen an musikdurchrauschte, von edlen Weindüften durchzogene Sommerabende, und wie wir jetzt in den mächtigen „Romantischen Saal” treten, stehen wir verzaubert Untei der weiß und blau kassettierten hohen Decke rieselt aus einer sonnenhaft großen zentralen und vier seitlichen Kristallkronen unendliches Licht auf das langgestreckte Rechteck herunter, in das nun durch Zwischenwände fünf oder sechs in sich geschlossene kleinere „Säle" oder Abteilungen eingebaut sind. Saal I und II: 17. und 18. Jahrhundert, Saal III: Napoleon und das Großherzogtum Baden, Saal IVa: Französische und Badische Truppen in den Napoleonischen Feldzügen, Saal TVb: Das Biedermeier, Saal V: Baden und das Zweite Kaiserreich. Noch j sind wir am Anfang, doch schon verheira- I ten «ich viel badische Fürsten und Prinzessinnen mit französischen Siegesponsen und 1 Aus dem Parteileben Kommunistische Partei Die Landeskonferenz der KP Baden am 4 , und 5. Mai in Heidelberg erhielt eine besondere Bedeutung durch zahlreiche Delegationen sozialistischer Parteien aus Würt- i teinberg, Großhessen, Südbaden, Saarne- biet, sowie 400 Gäste der SEP. aus dei Ostzone. Eine Entschließung, die durch die beiden Hauptreferenten Schreck und Klaus- mann eingehend darge'.egt wurde, fordert die Sozialistische Einheitspartei, die einheitliche deutsche demokratische Republik und ; eine sozialistische Staats- und Gesellschafts- j Ordnung. Staatsrat Erwin Eckert erklärte. I daß die KP weder nach Osten noch nach I Westen orientiert sei und setzte sich mit dem Fragen des Ru'hrqebiets, der Saar und der Ostgrenzen auseinander. Am 5. Mai fand eine Parteiarbeiterkonferenz der KP Großhessen in zwei Parallelveranstaltungen gleichzeitig in Ottenbach und Kassel mit 1500 Teilnehmern statt. Auch die KP Südwürttemberg hielt am 5. Mai in Schwenningen ihre Parteikonferenz ab. Nuding sprach über die politische Laqe und die gegenwärtigen Aufqaben. Die Konferenz war von mehreren 100 Delegierten besucht. Nach einer lebhaften Diskussion über Gewerkschaftsbewegung. Säuberunq, Agrarreform und Einheitsfront wurde die provisorische Leitung für Südwürttemberq gewählt. KPD- und SPD-Betriebsgruppen von über 10 Hambuiger Betrieben faßten einstimmige Entschließung zur Schaffung einer sozialistischen Einheitspartei, unter anderem bei: Hamburger Hochbahn AG., Deutsche Erdöl- AG., Deutsche Werft, Hansa-Motorenwerke, Polizeikaserne, Staatsoper. In Italien wurde eine zentrale „Junta zur Verbindung zwischen der Kommunistischen und Sozialistischen Partei" gegründet. Ihre Aufgabe ist, konkrete und unmittelbare Ziele und Weqe wirksamer gemeinsamer Akionen festzulegen. Kartei des Unmensdientums. Unter dieser Uebersdmft teilt die Tägliche Rundschau vom 4. Mai mit, daß der Hauptausschuß „Opfer des Faschismus" rund 50 000 Fragebogen an Naziopfer versandt hat, um Denunzianten, Polizei und Justizbeamte, die ihre Opfer besonders gequält haben, ausfindig zu machen Das ganze Material wird in einer Kartei gesammelt. Man findet darin Richter, Staatsanwälte, Strafanstaltsbeamte und Denunzianten im trauten Verein. Demokratische Partei Die Demokratische Partei wendet sich heute mehr als jemals an jeden einzelnen. Er soll nicht nachmachen, was man ihrn vorsagt, sondern selbst entscheiden. Allerdings soll er in die Lage versetzt werden, beurteilen zu können, um was es geht Vorerst sind es die Fragen der Gemeinde, mit denen er sich zu befassen hat. Hier schon beginnt aber die politische Anteilnahme des einzelnen Staatsbürgers, denn es kann ihm nicht ganz gleich sein, wer die Geschicke seine« Ortes lenkt. Dieser Tatsache trägt beispielsweise die badische Gemeindeordnung Rechnung, indem sie die Bürgermeister in Gemeinden bis zu 2000 Einwohnern durch die Gemeindeeinwohner selbst wählen läßt Wäre es hier zu verantworten, wenn ein Gemeindehüiger von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch machen würde? Aehnlich- liegt es bei der Wahl der Bürgermeister und der anderen Gemeindeorgane in den Gemeinden über 2000 Einwohner. Man wird einwenden, die Begründung mit der Gemeindepolitik sei allenfalls zutreffend, nicht aber für die allgemeine Politik Wie oft hört man, Landespolitik interessiert mich nicht. Und doch werden auch hier die großen Probleme wirtschaftlicher, kultureller, sozialer und nicht zuletzt politischer Art. entschieden. Seien wir un« klar darüber, daß die Frage einer Zentralverwaltunq in weiter Feme lieqt. Das Schwergewicht der politischen Willensbildung liegt jetzt bei den Ländern Hier sind die Wurzeln, wo raitar- beitend und mitgestaltend durch jeden einzelnen angesetzt werden muß. Die Weimarer Republik hat zum Teil deshalb versagt, weil ihr wertvolle Teile des Volkes die Gefolgschaft verweigerten, bzw. sich auf Kritik beschränkten. Der Nationalsozialismus wäre nie zur Macht qekommen, wenn weite Bevölkerungskreise politisch gedacht und gehandelt hätten. Aber, — es war ja so bequem mit der großen Masse zu gehen und im Hintergrund zu bleiben, nicht aus Bescheidenheit sondern weil der Beken- nermut gefehlt hat. Wir müssen uns alle zur politischen Mitarbeit auf raffen und an der Tagespolitik mitaibelten. Eine politische Tätigkeit, die sich wie in früheren Jahren vor 1933 nur in negativer Kritik erschöpft, ist ein Verbrechen am Volk. Kritik muß sein, denn ohne Kritik ist eine Demokratie überhaupt nicht denkbar. Kriegsverbrecherprozeß in der französischen Zone Die Zustände im Kz-Lager Neuenbrenne Rastatt. Der erste : Kriegsverbrecherprozeß in der französischen Zone begann am Mittwoch in Rastatt. 33 Mitglieder der Gestapo und der Mannschaft des Konzentrationslagers Neuenbrenne bei Saarbrük- ken haben sich vor dem Obersten Gerichtshof für die französische Zone zu verantworten, die vom Juli 1943 bis Dezember 1944 in Neuenbrenne begangen wurden. Neuenbrenne war ein Durchgangslager für politisch Deportierte. Der Vorsitzende des Gerichtshofes ist der Kammerpräsident am Berufungsgericht in Paris, Jean Ausset. Außerdem besteht das Gericht aus zwei französischen Richtern und 3 Offizieren, einem englischen und einem deutschen Richter. Die Anklage lautet auf Diebstahl, Mißhandlung, Mord und Totschlag während der Jahre 1943 und 1944 an politisch Deportierten verschiedener Nationalitäten. Der Kommissar des Gouvernement Militaire, Garnier, als Vertreter der Anklage, schilderte, wie die Häftlinge zunächst aller ihrer Haare beraubt wurden, unter primitivsten hygienischen Verhältnisse bei geringsten Verpflegungsrationen leben mußten und außer- umgekehrt, und der Markgraf Friedrich Magnus von Baden-Durlach nimmt im übrigen nach 1685 viel französische Protestanten in sein Land auf. Da ist der scharf profilierte bedeutende Kopf des „Türken- louis" mit seiner aus ähnlichem Holz geschnitzten Frau, deren Tochter den Herzog Ludwig von Orleans ehelichte (auf dem Goldrahmen ihres Bildes sind die Wappen von Orleans und Baden vereint), und die humorvolle „Liselotte" von der Pfalz, die ebenfalls eine Herzogin von Orleans wurde, hängt dicht dabei Prachtvoll lebendig schaut aus einem Porträt französischer Schule (Museum Versailles) der berühmte Vauban, der französische Feldmarschall, der auch die Festungswerke von Freiburg gebaut hat. Und wenn wir gerade vor den Büsten des Marschalls Turenne und des „Großen Condä” durch den freien Mittelgang bis weit ans andere Ende des Saales schauen, also aus dem 17. ins 19. Jahrhundert blicken, dann lockt dort ein ganz besonders hell angestrahltes großes schönes Frauenbild, das Napoleons Frau Josephine zu ähneln scheint. Aber es ist eine andere Beauharnais, von Pascal Gerard mit Kraft gemalt: Stephanie, die Adoptivtochter Napoleons, die durch ihre Heirat mit Karl von Baden das Bündnis des kaiserlichen Frankreich mit dem badischen Großherzog- tum besiegelte. Ein üppiges Boskett roter Azaleen lodert zu Stephaniens Bild empor und macht es zum Mittel- und Höhepunkt der ganzen Ausstellung. Neben ihr viel andere Frauenschönheit (Großherzogin Sophie und Markgräfän Elisabeth von Baden!), von Winteihalter verewigt, dem badischen Maler, der sich in Paris zur Höhe seiner bestechenden Porträtkun6t entwickelt hat Zwischen dem Beginn und dem Ende dieser badisch - französischen Wechselwirkungen in zwei Jahrhunderten interessieren besonders die Anfänge der Rheinbundzeit. Man sieht den ganzen Thronsaal des ersten Großherzogs; sämtliche Möbel, aus vergoldetem Holz mit goldgesticktem Samt dem geschlagen und mißhandelt wurden. % — Durch Eintragungen im Lagerregister oder in den Friedhofsbüchern seien 82 Todesopfer festgestellt worden, während die wirkliche Zahl der Todesopfer jedoch weit höher sei. Tatsächlich seien viele der Todesfälle eine Folge der Aushungerangsme- thoden von Neuenbrenne gewesen. - In der Frauenabteilung des Lagers, die von den vier angekiagten Frauen und mehreren SS-Leuten überwacht wurde, herrschten ähnliche Zustände. Nachdem der Kommissar seine Ausführungen beendet hatte, wurden die Angeklagten gefragt, ob sie sich schuldig bekennen. Alle antworteten mit „nicht schuldig". Im Namen der Verteidigung erklärte Rechtsanwalt Mueller, daß sich da6 „nicht schuldig” nur auf die Anklage von Mord und Totschlag beziehe. Anschließend durch den Kommissar der Militärregierung Jourdan vernommene Belastungszeugen bestätigten die in der Anklage beschriebenen Zustände im Lager. Der britische Anklagevertreter forderte unter Berufung auf die Genfer Konvention die Bestrafung aller Angeklagten wegen Verbrechen gegen das Kriegsiecht. wurden 1806 nach den würdig-schlichten Entwürfen des Architekten Weinbrenner in Karlsruhe hergestellt. Eine klassisch stilisierte Marmorbüste Kaiser Napoleons von Spalla (1812) ist aus dem Museum Versailles nach Baden - Baden gebracht. Historisch aufschlußreich die Bilder von der Teilnahme badischer Truppen am Rußlandfeldzug Napoleons und an den Kämpfen in Spanien. Aeußerst reizvoll präsentiert 6ich das Biedermeier-Kabinett, wie denn dank der Fülle zusammengebrachter Möbel, Schmuck- und Gebrauchsgegenstände sowie Waffen aus allen Epochen die Ausstellung keinen toten Punkt hat, überall Leben atmet. Auch aus den Jahren, da Baden-Baden um 1850 die sommerliche Kur- und Hauptstadt Europas wurde und wie ein Vorort von Paris wirkte, sind so i seltene Dokumente herbeigeschafft wie das Manuskript der im Druck noch heute nicht veröffentlichten Partitur der Oper ,,Beatrice und Benedikt" (nach Shakespeares „Viel Lärm um nichts") von Hector BerUoz, der. am 9. August 1862 sein Werk zur Eröffnung des neuen Theaters hier uraufführen ließ. Bibliophile endlich finden u. a. in der berühmten, von Beaumarchais' Literarisch- Typographischer Gesellschaft gedruckten Kehler Ausgabe von Voltaires Gesammelten Werken (aus Graf Douglas' Besitz) kostbare Leckerbissen — afles, wie es am Schluß der Einleitung zum Katalog heißt. „Zeugnisse jenes Willens des Menschen zum Frieden, der unbezwinglich ist, den auch Kriege nicht brechen und der über den Krieg triumphiert" Organisation der Künstler. Eine Gewerkschaft für Kunst und Schrifttum wurde in Berlin im Rahmen des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes gegründet Zu dieser Gewerkschaft schlossen sich die Bühnengenossenschaft, die bildenden Künstler, der Schutzverband deutscher Schriftsteller, die internationale Artistenloge und der Verband der deutschen Presse zusammen. 17. Mai 1946- / Nr. 74 SDDKURIER Seite 3 Frankfurt, den 18. Mai 1848 18. Mai 1848: Glocken läuten in Frankfurt, 6drwarzrotqo4dene Fahnen wehen, das erste deutsche, vom Volk gewählte Parlament tritt feierlich zusammen in der Paulskirche, von der es seinen Namen nahm. Ein zweiter wurde ihm in der Erinnerung gegeben: „Schwatzbude" ... Unter 586 Abgeordneten waren über 100 Professoren, waren die besten Köpfe und Namen Deutschlands — doch ein Jahr darauf, am 14. Mai 1849 ginq man sang- und klanglos heim, der erste Versuch, Deutschlands Probleme mit den Mitteln der Demokratie zu lösen, war restlos gescheitert. Ein Jahr lang hatte man geredet. Doch die Macht fehlte, um Worte zu Taten zu gestalten. Solange Deutschlands Fürsten Furcht vor der Macht des Volkes hatten, war die Paulskirche mächtig. Seit 1839 hatte sich trotz aller Polizeigewalten die liberale Opposition, zumal in Süddeutschland, zusammengeschlossen, 1847 hatten freisinnige Badener sich zu Offenburg versammelt, am 12. Februar 1848 hatte Bassermann in der Badischen Kammer den Antraq auf Berufung eines Deutschen Parlamentes gestellt und damit den Brand entzündet, die Märzrevolutionen in Berlin und Wien — das damals noch kein fremdes Land war, noch zum Deutschen Bund gehörte — hatte die Regierenden erschreckt, am 30. März beschloß der Bundesrat nachzugeben, und die Bildung eines Parlamentes durch allgemeine, qleiche Wahl. Im Sommer 1848 aber hatten Generäle neue Aufstände in Prag und Wien, sogar in Pari« erstickt und niedergeschlagen, hatten die Fürsten wieder Mut geschöpft. Die Paulekirche hatte in dieser Zeit eine wunderschöne Verfassung voller Menschenrechte beschlossen, zuletzt erst ging eg um die Regierungsform. Oesterreich mit nur 8 Millionen Deutschen wollte in dem neuen demokratischen Staat den 30 Millionen fremden Völkern in seinen Grenzen keine Freiheit geben, trat aus dem Bunde aus, und so blieb allein der König von Preußen als „Erbkaiser" übrig, gewählt mit 290 Stimmen — bei 248 Stimmenenthaltungeo. Er aber lehnte die Krone aus der Hand des Volkes ab, alles blieb beim Alten, die alten Mächte hatten gesiegt, und man ging still nach Haus. Zuvor sprach Wilhelm Jordan aus Berlin noch Gedanken aus, die gerade heute im vollen Maße gelten: „Wir erwarten mit Ruhe da* Gericht der Geschichte. Wir sind überzeugt und hoffen es, daß diese Versammlung trotz ihrer traurigen Endschaft groß in ihr stehen werde als die erste und einzige von allen konstituierenden Versammlungen Europas, die, aus einer Revolution hervorgegangeo, es dennoch verstanden hat, sich der Sucht nach Allmacht 2 m erwehren, bis sie 2 suletzt durch die Gewalt der Verhältnisse gelähmt und völlig verwandelt wurde. — Unserer Partei aber wird sie die Gerechtigkeit widerfahren lassen, anzuerkennem, daß in ihr ein guter Teil vom guten Herzen der deutschen Nation geschlagen hat an Mäßigung und Billigkeit, und daß sie mit Anspannung aller ihrer Kräfte bis zum Erliegen zu wirken gestrebt hat für Gesetz. Einheit und Freiheit. Vielleicht ist ein Durchgang durch die Anarchie notwendig, damit die in unserem Volke fast entschlummerte Selbständigkeit der Person und der Gemeinde endlich erwache durch die Notwendigkeit, in einer solchen Zeit nur auf eigenen Füßen zu stehen und selbst für 6ich zu sorgen ... Dann wird vielleicht in dem deutschen Volke die in ihm von altersher innewohnende Selbständigkeit der Person, der Gemeinde und Genossenschaft wieder lebendig werden, welche jede einzelne Hütte zu einer Bung der guten Sitte und iedes Dorf und jede Stadt zu einer Festung des Rechtes und der Freiheit erstarken läßt. So können wir, auch wenn das Schlimmste eintreten sollte, wenigstens der Zukunft getröstet entgegensehen, und sollte selbst eine Sintflut der Die Sozialistische Partei ruft zur Aufbauarbeit Für eine freie deutsche Republik der Demokratie and des Sozialismus Wir wenden uns an die Werktätigen aller Schichten, die im wahren Sinne dieses Wortes an dem gemeinsamen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes arbeiten wollen und richten unsem Ruf an Arbeiter und Bauern, Angestellte und Beamte, selbständig Schaffende, Handwerker und tätige Unternehmer, die gewillt sind, au« der geistigen Versklavung der letzten zwölf Jahre, aus dem gemeinsamen Leid und dem beispiellosen Zusammenbruch des Nazireiches ehe logischen Folgerungen zu ziehen. Unser politisches Ziel ist eine einheitliche, freie deutsche Republik der Demokratie und des Sozialismus. Wir fordern eine Durchdringung und Umgestaltung des gesamten öffentlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens nach den sozialistischen Grundsätzen, eine Strukturwandlung, wie sie heute unter Führung der sozialistischen Parteien durch die meisten Völker dar freien Welf geht Unsere Demokratie wird im Gegensatz zu der Zeit nach 1918 eine kämpferische Demokratie sein. Wir werden demokratische Methoden nur gegenüber Demokraten anwenden und mit äußerster Schärfe gegen diejenigen vergehen, die versuchen sollten, die deutsche Jugend ein drittel Mal für ihre kapitalistischen und kriegstreiberischen Interessen zu mißbrauchen und das Volk weiter ins Elend hinab- zustoßen. Aus diesem Grund fordern wir die vollständige Ausschaltung der aktiven Nazis aus Staat und Wirtschaft, aus Kultur- und Geistesleben und setzen mit diesen Menschen jene unbelehrbaren Kreise des Großkapitals gleich, die Hitler aus Eigennutz an die Macht verholfen haben und jetzt bereits wieder ihre reaktionären Absichten zu tarnen versuchen. Gegen diese gewissenlosen Bankrotteure richtet sich unser Kampf, nicht gegen die Kleinen, die sich aus politischer Unkenntnis oder aus Angst für die Zwecke der Nazis mißbrauchen ließen und jetzt den ehrlichen Willen zur inneren Wandlung beweisen. Unser politisches Ideal führt uns hinweg von der Interessenpolitik der „bürgerlichen Parteien", die in den dem Naziregime vorausgehenden Jahren zu oft Hitfier und der Reaktion gewollt und ungewollt den Weg bereitet haben. Die Größe der vor unsenn Volk liegenden Aufgabe fordert andere Maßstäbe, als sie Parteien mit einer auf Konfession oder sozialer Schichtung aufgebauten Politik zu bieten vermögen. Wir hoffen auf die Mitarbeit der Kommunisten, mit denen wir bei voller Wahrung unserer Selbständigkeit beide Parteien gemeinsam angehende Aufgaben lösen wollen. Der Verwirklichung des von den Sozialisten angestrebten Zieles der wirtschaftlichen und geistigen Befreiung des werktätigen Volkes sollen folgende Maßnahmen dienen: Brechung der Macht des Großkapitals, Sozialisierung der auf den natürlichen Anarchie eine zeitlamg hereinbrechen über das Vaterland..." Blutige Sintflut kam. ln der Paulekirche, vor 98 Jahren, ist viel Gutes, ist viel Schönes gesprochen, manches auch beschlossen worden, Gedanken, welche heute noch Wert und Gültigkeit besitzen. Doch nicht Worte allein entscheiden — Gedanke. Wille und Macht gehören zusammen — 84 Jahre später jagte Hitler wiederum ein Parlament davon — Maschinengewehre waren vor der Krokopec aufgestellt —: „Gegen Demokraten helfen nuT Soldaten!" — Und die Sintflut kam. Es kam, wie Julius Froebel einst in der Paulskirche ausrief: „Die konservative Partei hat Jahrzehnte hindurch zu ihrem Wahlspruch gemacht: „Nach uns die Sintflut". Erlauben Sie mir, daß ich nach meiner Art umstelle: „Und nach der Sintflut kommen wir..." H. GoldscheideT In dieser und in den folgenden drei Nummern des „Südkurier" kommen an dieser Stelle die zugelassenen und im Redaktionsausschuß vertretenen vier Parteien mit grundsätzlichen Ausführungen zu Wort. Hier spricht die Sozialistische Partei Badens. Reichtümem des Volkes aufgebauten Mo- nopoluntemehmungen, Förderung der privaten, staatlichen und genossenschaftlichen Initiative, Auflösung der Kartelle und Trnsts. Der demokratische Aufbau der Wirtschaft soll durch das Recht der Mitbestimmung der in den Gewerkschaften organisierten Arbeiter und Angestellten in den Berieben und in den Wirtschaftskörperschaften erreicht werden, um auch auf diesem Weg sozialen Frieden und Gerechtigkeit zu sichern. Der wirtschaftliche Wiederaufbau und die Umstellung auf Friedensproduktion sollen planmäßig gedenkt werden unter bewußter Ausschaltung des Großkapitals und sollen den Bedürfnissen der arbeitenden Massen und der tätigen Unternehmer aus Industrie, Handel und Handwerk angepaßt werden. Die gleiche Strukturwandlung mit dem Ziel des auf eigener Scholle arbeitenden Bauern muß in der Landwirtschaft durchgeführt werden, der die Aufmerksamkeit der Sozialdemokratie in ganz besonderem Maße zugewandt ist. Durch die von uns geforderte Begrenzung des Großgrundbesitzes wird die Möglichkeit gegeben, ein umfassendes bäuerliches Siedlungsprogramm durchzuführen, das besonders den heimkehrenden Kriegsgefangenen und den bisher in der Industrie tätigen Landarbeitern Lebensmöglichkeit bieten soll. Die Sorge für die Opfer des von den Nazis ausgelösten und verlorenen Krieges ist eine der ernstesten Pflichten, deren Erfüllung der Sozialistischen Partei obliegt. Beschleunigte Rüdekehr der poli- t i s ch unbelasteten Kriegsgefangenen und Zusammenführung der Familien betrachten wir als eine vordringliche Aufgabe. Die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, für Mütter und Kinder schließt sich dieser Aufgabe eng an und muß zur Verhinderung eines Massenelends in diesem Bevölkerungsteil mit Energie betrieben werden. Das Problem des Wohnungsbaus und der Wiedereingliederung der Ausge- Worie aus der Paulskirche „Sie werden in allen Revolutionen zwei Elemente tätig finden: Geist und Faust, Wort und Erneute, Gedanke und Barrikade. Die Barrikade kommt, wenn man unverständig genug war, den Geist zu leugnen. Wenn aber die Barrikade gesiegt hat, tritt das Mißverhältnis ein, daß die Barrikade, die Faust, die Flinte, die Sense sich einbildet sie allein hätte recht. Und allemal und über- | all, wo dies geschieht, liegt hierin ein gro- j Bes Nationaiunglüdc. Dieses Unglück ist überall notwendig gewesen, wo man d en Geist nicht verstanden hat.. Jakob Venedey „Es wäre traurig, wenn es in Deutschland keine andere Ehre gäbe als die Ehre des stärkeren Degens..." Wilhelm Jordan i „Ich Mn der Ansicht, eg gibt keine Art des Regierens, an welche die Freiheit der Völker, das Wohl der Menschheit absolut schlechtweg gebunden wäre.., Um die Einheit meines zerstückelten, zerrissenen Vaterlandes gebe ich viel, kein Preis wäre mir dafür zu hoch und zu kostspielig, einen ausgenommen, den Preis der Freiheit..." Wilhelm Zimmermann bombten in den normalen Lebens- und Wirtschaftsablauf kann nur nach den von der Sozialistischen Partei vertretenen neuen gemeinnützigen und genossenschaftlichen Arbeitsmethoden gelöst werden. Diese Aufbauarbeit — in den meisten Teilen Deutschland« das bei weitem vordringlichste Problem — ist einer der wesentlichsten Faktoren, mit der wir die Wiederingangsetzung der Wirtschaft auf lange Sicht anstreben Das gleiche gilt von der sinnvollen und nützlichen Eingliederung der aus den geräumten Gebieten ausgesiedelten Deutschen. Die Richtschnur der Sozialisten bei der Behandlung der wirtchaftlichen Fragen bleibt die Gewährleistung des sozialen Friedens durch Arbeitsbeschaffung für alle Arbeitswilligen zu guten Bedingungen. Ermöglicht werden die Aufbauarbeiten und sozialen Maßnahmen durch eine gerechte und konsequente Wähnmgs- und Finanzpolitik, bei der die kleinen Einkommen und Ersparnisse möglichst geschont werden und die notwendigen Mittel durch Erfassung der Kriegs- und Parteigewinne und durch stärkste Besteuerung des Großkapitals gewonnen werden. Das in der Nazizeit völlig damiederliegende Kulturleben soll neu geweckt und durch planmäßige Förderung an die breitesten Schichten unseres Volkes herangetragen werden. Unsere jahrzehntealte kulturelle Forderung der Brechung des Bildungsprivilegs der Besitzenden soll in vollem Umfang verwirklicht werden und jedem Begabten, besonders aber unserer Jugend den Weg zu geistiger und wirtschaftlicher Freiheit im sozialistischen Staat öffnen. Die unablässige Arbeit an der Jugend im weitesten Sinne und die Heranbildung einer neuen Generation, der die Achtung vor den Menschenrechten und der Geist des Friedens selbstverständliches Gedankengut sind, ist auf Sicht gesehen unsere wichtigste Mission, der wir uns mit allen Kräten zuwenden. Wir begrüßen es, wenn die Religionsgemeinschaften diese unsere Bestrebungen durch religiöse und ethische Erziehung fördern und bekennen uns hier, wie im Verhältnis der Menschen überhaupt, zum Gedanken der religiösen Toleranz. Kein Mensch soll durch die Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft Vorteile oder Nachteile haben. Wir trennen die religiöse Ueberzeugung von Politik und Wirtschaft und fordern deshalb auch eine Trennung von Kirche und Staat. Wir Sozialisten sind gewiß, daß der äuf- gezeigte Weg der einzige ist, der uns durch die Not der vor uns liegenden Jahre in ein freies, in allen Zweigen demokratisch gestaltetes Deutschland des Friedens und der Wohlfahrt führen kann. Die Beispiele Frankreichs und Englands, die nordischen Staaten mit ihren jahrzehntealten sozialistischen Regierungen zeigen, daß die Entwicklung zu unerer Staatsform hin eine unaufhaltsame und zwangsläufige ist, die seit der Zeit der Aufklärung reift und von den reaktionären oder diktatorischen Zwischenerscheinungen nur verzögert, nie aber aufgehalten werden kann. Das von uns zu bauende R e i ch des Friedens, der politischen Ehrlichkeit und Sauberkeit wird zu gegebener Zeit auch das Vertrauen der Vereinten Nationen finden. Wir werden diesen Zeitpunkt der Anerkennung unserer Arbeit näher zu bringen versuchen durch den Beweis unseres Willens, die Wunden heilen zu helfen, die der Krieg drüben geschlagen hat und durch den Beweis unserer Bereitschaft zum aufrichtigen Verständnis von Mensch zu Mensch und zum ehrlichen Frieden zwischen unsem , Völkern. Dr. R. W. I Vor 2270 /ähren ... Gedanken eines Ingenieurs Auf seinem Siegeszug durch Asien kam ein6t Alexander, der jugendliche Mazedonierkönig, nach Gordion, wo im alten Tempel am Wagen des sagenhaften Phryg.er- königs Gordios verworrenes Knotengeflecht | allen Versuchen, 66 zu lösen, spottete Doch I wer es lösen könne, sagt die Mär, sei Herr i von Asien. Alexander löste es auf seine | Weise, auf die Weise des Soldaten, auf die Art stürmischer Jugend: mit dem Schwert Lösung? Seine Tat fesselte wohl Asien an seinen Leib, doch da« Reich zerfiel mit diesem Leih, überdauerte nicht den, der e« mit dem Schwert gewann: Lösung der Gewalt, nur der Gewalt.. .1 * Staat, Verfassung und Gesetze sind nur Konstruktionen — Konstruktionen aber sind Synthese, Versuche eines sinnvollen Ausgleichs der idealen Forderung mit den vorhandenen Mitteln, mit den Eigentümlichkeiten des Menschen und des Materials Der Ingenieur muß bei allen seinen Werken be- j sorgt sein, daß diese Gedanken auch aus- I führbar sind, daß sie dem Stande handwerk- ; Könnens, den Eigenschaften des Materials und der Bearbeitunqsmaschinen entsprechen, aber auch, daß die Bedienung des fertigen Gerätes nicht mehr Anforderungen stellt, als der Mensch leisten kann. „Ideen an und für sich haben sehr geringen Wert", so meinte einst Werner von Siemens ..Der Wert einer Erfindung liegt in der praktischen Durchführung, in der auf sie verwendeten Arbeit". Nicht der Gedanke allein entscheidet sondern der Wille, zur Lösung der Aufgabe ein hinreichendes Maß von Geist und Arbeit aufzuwenden. * Al« im ersten Weltkrieg deutsche U-Boote England zu schaffen machten, reichten ein englischer Leutnant und ein Admiral je einen Vorschlag zu deren Bekämpfung bei der Navy'ein. Man gab jedem von ihnen ein Versuchskommando — die Lösung ies Leutnants erwies sich al« die bessere Das waren die Methoden der Demokratie Bei un« wurde in solchen Fällen der Admiral an die Spitze einer Behörde qestellt, der Leutnant als kleiner Mann hineinkem- mandiert, dazwischen wurden soviel Rangstufen und Papier geschaltet, daß weder Admiral noch Leutnant zu positiver Arbeit kamen: Das waren die Methoden des Kastenstaates. „Halten Sie auf die Boje zu!" wird dem Wachoffizier vom Kapitän befohlen. „Melde Herrn Kapitän: das ist eine Möwe!” „Wenn ich sage, es ist eine Boje, dann ist es eine Boje!" — „Befehl, Herr Kapitän!" — Kurz darauf: „Boje fortgeflogen!" meldet der Wachoffizier... * Autoritätsbeschluß — Majoritätsbeschluß: beide bringen nur dann eine vernunftgemäße Lösung der gerade vorliegenden Aufgabe, wenn man gewillt ist, alle Meinungen zu hören und abzuwägen, gleichgültig, welchen Rang und Stand der hat, der diese i Meinung äußerte! nur sein Können darf ent- ' scheiden, wie auch in der Wissenschaft i stets nur Können, niemals Alter, Stand und Geld die Wahrheit entschieden haben — und nie das Schwert. G. „Immer wird der Geist den Degen besiegen." Napoleon auf St. Helena an seinen Sohn, den Herzog von Reichstadt Aus z eitungsloser Zeit 14. Mai 1945: In einem Salzbergwerk bei Bad Ischl werden geraubte Kunstwerke entdeckt und 20 Kisten PrivatkorTespondenz Hitlers. t5. Mai 1945: Größere Berichte über Greueltaten in deutschen KZ-Lagem werden bekannt 16. Mai 1945: Kriegsverbrecherkommission teilt mit: Göring wird als Kriegsverbrecher behandelt Feldmarschall Mildi gefangen. 17. Mai 1945: Dr. Ley und Kaltenbrunner verhaftet. r Konstanzer Konzerte Kultur - Nadiridit en Keller-Streichquartett — „Orchestre Wenn das überaus schwierige dritte Ga- litzin-Quartett Beethovens op. 130 in B-dur im ganzen gesehen und im besonderen Hinblick auf die Ecksätze ohne inneren Fluß der Linien und im Klanglichen ohne voll ausgewertete musikalische Scfawebkraft seiner großzügigen Raumspannungen interpretiert wurde, so mochte das vor allem an dem Fehlen eines vorher unumgänglich notwendigen Einspiel-Prozesses und der aus ihm resultierenden technischen und musikalischen Bereitschaft und Zustandsgelöstheit liegen. Die kaum überhörbaren Intonationstrübungen der Primgeige dürfen jedoch angesichts des urwüchsigen Gestaltungsdranges und der nach innen gerichteten Spielweise Otto Kellers keineswegs mit dem Maßstab eines gewöhnlichen technischen Versagens gemessen werden. Sie entstammen, wie gewisse andere Hemmungen, einem seelischen Ueberdrucksgebiet, dessen Entladungen die Mitspieler in immer neue Situationen hineinzwingt und trotz kritischer Momente in tiefer Durcfafühlung der musikalischen Schwerpunkte manchesmal unnachahmlich schöne Wirkungen, und dies besonders in den langsamen Sätzen, hervorbringt. So kam die wunderbare Cavatine, „ein aus tiefster Seele aufsteigendes Gebet um Frieden und Erfüllung", in breiter, edler Tonfassung und wirkte unmittelbar anpackend. Arthur Honeggers dreisätzige Duo-Sonatine für zwei Violinen war eine Erstaufführung, die von Otto Keller und Monika Schmitt in eindringlicher Hingabe, sauberer, entwicklungsfähigster Tongestaltung und einer im Technischen feinbiegsamen Nachzeichnung ihrer strukturellen Umrisse vorgetragen wurde. Sie hinterließ jedoch durch Ihre scholastische Formbindung und kontrapunktische Spitzfindigkeit nicht jene innerlich verpflichtenden Gemütseindrücke, welche sich an die Wiedergabe der „Meers- Natlonal" — Pianistin Monika Haas burger Schloßserenade" op. 121 von Otto Siegl knüpften. Was dieser hochbegabte, zeitgenössische österreichische Komponist aus der unbekümmerten Vollsäftigkeit seines urmusikalischen Wesens dem Werke einverleiben konnte, wurde in nun befreit fließender Musizierfreude wieder herausgeholt. Die tonliche Leuchtkraft, die gegenseitige dynamische Fühlungnahme und die geistige Zusammenhangsbindung des Quartetts im Sinne des Ausstrahlen6 eines einheitlichen Klangleibes wuchsen ganz in ihre gewohnte beachtliche Spielkultur hinein und fanden im herzlichen Beifall der Zuhörer die verdiente Anerkennung. • In einer musikalischen Feierstunde eigenster Art brachte das Bläserquintett des „Orchestre National" (Flöte, Klarinette, Oboe, Fagott, Waldhorn) am letzten Dienstagabend im Stadttheater ein ausgesuchtes und mit allen Feinheiten gewürztes Programm zu Gehör. Der sattweiche, in gedeckten und frei strahlenden Tönungen schimmernde Bläserzusammenklang, der aus fülligem Silber zu kommen schien, legte sich wie ein bezaubernder, farbiger Schleier über die kleine Gemeinde von Kennern und Liebhabern, die gekommen waren, um den Darbietungen zu lauschen. Die Werkgestaltung, aus delikater musikalischer Feinmechanik und technisch virtuoser Durchführung gewachsen, konnte in der Schöpfung wundervoll sich wölbender Tonräume wiederum ganz den Eindruck des restlos erreichten romanischen Klangideals vermitteln. Mozarts ganz prachtvolles Es-dur- Quintett für Klarinette, Oboe, Fagott, Waldhorn und Klavier, in seinem festlichen Divertimento-Charakter ganz aus dem Geist seiner Kassationen und Gesellschaftsmusiken geboren, erklang in feinster kammermusikalischer Präzision und einer förmlich gemeißelten Klarheit und AnmuL Ganz wundervolle und in eigenartiger Harmonik aufleuchtende unisono-Bläserklänge in To- masis „Variationen über ein korsisches Thema“ entwarfen den träumenden Ernst einer heroischen Landschaft über die warme Winde und aufbäumende Wolkengesichte hinwegzogen. Unbedingt in der musikalischen Kernzone des Abends lag außer Mozart und den Klaviersolis „Das Kamin des Königs Renö" von Darius Milhaud, neben dem Roussels Divertissement (Quintett mit Klavier) trotz eindrucksvollster Heraushebung seiner eigenwillig verteilten koloristischen Reize doch abfallen mußte. Milhaud konnte hier durch eine fascinierende Voll- ausschöpfung von seiten des Bläserensembles ein altprovengalisches Spielmannsepo6 aufzeigen, dessen innere Fülle der Gesichte sich dem Zuhörer förmlich aufdrängte. Schade, daß auf Piernes „Pastorale" verzichtet werden mußte und die als Abschluß erklingenden „drei kurzen Stücke" Iberts, kompositorisch gesehen, 6ich als Leerlauf und nachklassisdies Zuckerwasser herausstellten. Monika Haas, Solistin des Pariser Konservatoriums, erwies 6ich in Debussys „Toccata" und „Feuerwerk", insbesondere aber in Ravels „Scarbo" als eine der stärksten pianlstiscfaen Begabungen des jungen Frankreich. Unglaubliche Fingerfertigkeit, dionysische Spielfreude und männliche Straffung in der geistigen Gesamterfassung sind Charakteristika ihres grandiosen Spiels, dem nur noch die letzte feine Schmiegsamkeit fraulichen Gemüts beizumischen wäre. Ihre Bewältigung des Mozart-Quintetts bewies gediegene kammermusikalische Einfühlung, der klassisch abstrakte Stil in Mendelssohns „Variations serieuses' verströmte in warmer Durchblutung, und selbst noch die Dramatisierung lyrischer Aufbauglieder in den Impressionismen Debussys und Ravel« wirkte Interessant und rassig. Ueberaus herzlicher Beifall der Zuhörer dankte den Künstlern für ihre Leistungen Dr. Gustav Lenzinger Der „Südwestfunk" brachte am Montag Friedrich Hebbels „Judith" als Hörspiel, wobei Eva Fiebig die Judith und Claus Oausen den Holofernes verkörperten. Es ist dies 6eit 1933 das erste Mal, daß Hebbels „Judith" aufgeführt wurde. Die Majolika-Manufaktur in Karlsruhe. Die Staatliche Karlsruher Majolika-Manufaktur hat ihren Betrieb mit der Herstellung von Majolika-Kunstgegenständen und von Gebrauchskeramik wieder aufgenommen. Zunächst ist eine Ausstellung über da6 gesamte Produktionsgebiet der Manufaktur eröffnet worden. Das Deutsche Theater in Berlin. Das Deutsche Theater und die in der nächsten Spielzeit wiedereröffneten Kammerspiele bereiten u. a. die Aufführung folgender Werke vor: „Der lebende Leichnam" von Tolstoi, die amerikanische Komödie „Ein Leben lang“ von William Saroyan, das französische Schauspiel „Der Passagier ohne Gepäck“' von Jean Anouilh, die englische Komödie .Wenn" von J. P. Priestley und Frank Wedekinds „Marquis von Keith". — Zur Zeit wird für diese Spielzeit im Deutschen Theater gleichzeitig mit „Gyges und sein Ring” das russische Schauspiel „Unruhiger Lebensabend" von Rachmanow mit Paul Wegenei in der Hauptrolle vorbereitet. Regie: Gustav von Wangenheim. Volkshochschulen in Berlin. Bis Ende 1945 wurden 25 Volkshochschulen mit 30 000 Hörem eröffnet Anfang März d. J. war die Zahl der ständigen Hörer auf 40 000 gestiegen 8870 sind Arbeiter. Pläne des In6el-Verlags. Der Insel-Verlag ln Leipzig hat zweimal seine Heimstätte in diesem wahnwitzigen Zerstörungskrieg verloren. Es verdient immer wieder erwähnt zu werden, daß sein Gründer und Leiter Anton Kippenberg sich wieder gleicbschatien ließ wie so mancher seiner Kollegen. Er will jetzt sein verdienstvolles Werk in einer stillen Vorstadtstraße Leipzigs fortsetzen und sieht seine Hauptaufgabe im Wiederaufbau der bekannten Insel-Bücherei, von der die ersten Ausgaben vor 34 Jahren erschienen Zwei Dutzend Bändchen sollen in den nächsten Monaten wieder herausgegeben werden, vor allem klassische deutsche Erzähler wie Gotthelf, Hebel, Keller, Storni, Fontane, Ricarda Huch. Daneben steht die europäische und die Weltliteratur. Neben Selma Lagerlöf und Andersen-Nexö, neben Stendahl und Jack London wird besonders die große russische Literatur mit Werken von Puschkin. Gogol, Turgenjew, Tolstoi, Dostojewskij und Tschechow vertreten sein. Aus dem Fernen Osten kommen chinesische Meisternovellisten zu Wort. Aus der Antike erklingt die menschliche Stimme von Sophokles „Antigone". An größeren Werken sind zunächst Tolstois „Anna Karenina" und Dostojewskijs „Schuld und Sühne" vorgesehen. Jesuitendrama im Stadttheater Mit der Aufführung des Schauspiels „D i e erste Legion" von dem kanadischen Jesuitenpater Emmet L a v e r y im Stadttheater Konstanz gibt Intendant Horst van Diemen, wie er in seinen Programmblättern erklärt, seinem Bedürfnis Ausdruck, die Tradition religiösen Theaters fortzuführen. Das im Jesuitenklostei einer amerikanischen Großstadt spielende Stück, das vor etwa 12 Jahren in Zürich zum ersten Male in deutscher Sprache aufgeführt wurde, gibt einen aufschlußreichen Einblick in das geistige GeBäude einer der bedeutendsten katholischen Ordensgesellschaften. Es ist ein Meisterwerk effektvoller Dramaturgie und ein Kunstwerk der Dialektik. Es folgt ein ausführlicher Bericht über das Werk und die Aufführung, in der Robert Bürkner hervorragend spielte und auch Siegfried Schürenberg wohltuend auffiel. Brasch f3ite 4 SDDKUK1EB Nr. 74 f 17. Mai 1948 Würzburger Barock - ein Trümmerfeld Hoffnungweckender Frühling in Mannheim G.M. — Würzburg, im Mai Kürzlich kam ein Reporter nach Würzburg und stellte zwischen zwei Zügen fest, daß sich in der gänzlich zerstörten Innenstadt die ersten Zeichen einer Wiederbelebung unter Ruinen regen. In seinem Bericht zählte er der Reihe nach die Notdächer auf, die er gesehen habe und mit denen er den Beweis an tritt, daß in Würzburg neues Leben aus Ruinen blüh! Nun ist es an sich begrüßenswert, wenn ein Berichterstatter nicht ständig den Wiederaufbau durch die graue Brille der Hoffnungslosigkeit betrachtet, sondern wenn er auch aufzeigt, daß tatsächlich ganz langsam das Gras über die Trümmerfelder wächst Aber das Wort „Wiederaufbau" hat bereits durch zu häufigen Gebrauch seinen hoffnungslosen Klang verloren, als daß es nun immer noch über die Instandsetzung eines Milchladens gesetzt werden könnte. Die Würzburger Bevölkerung ist jedenfalls sehr mißtrauisch geworden und kann nach den ziemlich erregten Debatten in Stadtverwaltung und politischer Versammlung nur durch Taten überzeugt werden. Es ist bedrückend für den Fremden, der durch Würzburg geht und der Augenschein ist eindringlicher als die gedruckte Zeile. Die Stadt des tänze- risch-spielenden Barock, mit vielen Kirchen und noch mehr Heiligen und Aposteln auf Straßen, Plätzen und Brücken, die Stadt, die durch ihre schalenförmige Lage allen Wein und alles Licht der Berge ringsum aufsog und die einmal der Ueppigkeit im Schoße saß, ist in einer einzigen Nacht, kurz bevor der letzte Schuß des Krieges verhallte, in eine ungeheure infernalische Vernichtung gesunken. Die Katastrophe dieser grausigen Vision, das riesige Flammenmeer, das die zerfetzte Stadt überflutete, verursachte einen Schock der lebensfrohen Köln braucht nur Zement H. R. — Köln, im Mai Köln ist wieder lebendig geworden Die grauenhafte Stille der Sommermonate, da entlassene Kriegsgefangene und heimkehrende Evakuierte in eine menschenleere Stadt kamen, ist dem Lärm einer emsinen, großen Baustelle gewichen. Die 500 000 Einwohner, die fetzt wieder in der Stadt wohnen — im März 1945 waren es nur noch 75 000 von den einstmals 770 000 — bilden eine große Baugemeinschaft. Jeder baut ie- der hilft sich selbst. Und oft genuq ist in diesen Monaten das Wort Gesprochen wor- j den: „Köln braucht nur Zement." i Die Anbeit der Kölner und dieser Aus- 6 r '-u r h sind deutliche 7e : chen dafür, daß I die Bewohner dieser Stadt den Ruinensri’eck i überwunden haben, daß sich ihr Optimismus durchsetzt. Dieser Optinrsmu« steht freilich vor einer schweren Probe: Er muß Berge versetzen! denn von den Wohnhäusern, die Köln 5m Jahre 1939 hatte, wurden 35 v. H. total zerstört, 17 v. H. sehr schwer, 12 v. H. schwer und 16 v. H. beschädigt 20,5 v. H. konnten als gering beschädigt bezeichnet werden. Wie jetzt auf der ersten Pressekonferenz der Stadt Köln seit dem Zusammenbruch — der ersten Konferenz dieser Art in Westdeutschland übrigens — bekanntgegeben wurde, hat Köln insgesamt 13,5 Millionen cbm Schutt zu befördern. Davon lagen 1,5 Millionen cbm auf den Straßen und Plätzen, wovon bisher mit einfachsten Mitteln 600000 cbm entfernt worden sind. Nach einem jetzt fertiggestellten Schuttbeseitigungsplan ist die Stadt in 29 Schuttbezirke eingetedlt, die jeweils einem Unternehmer zur Räumung übertragen werden. Dabei kommt der Stadt zugute, daß sie in verhältnismäßig geringer Entfernung von der Altstadt — dem größten Schuttgebiet — über ausreichende Freianjagen mit Vertiefungen, Kies- und Sandgruben verfügt, die den Schutt endgültig aufnehmen können. Die früher vorgesehene Beföräerung des Schutts in die abgeräumten Braunkohlengruben vor den Toren der Stadt mit Hilfe einer Drahtseilbahn wird deshalb voraussichtlich nicht erforderlich werden. Die Kosten werden dadurch verhältnismäßig niedrig. Die Beförderung von einem cbm Schutt wird für Köln mit 4 RM berechnet, während Dortmund 6 RM und Hamburg sogar 8 RM veranschlagt. Bei Einsatz von 4000 Arbeitskräften hofft die Stadtverwaltung in fünf bis sechs Jahren den Schutt restlos beseitigt zu halben. Die Schuttbeseitigung ist die Voraussetzung für den Neuaufbau der Stadl Aber während die Trümmer langsam von den Straßen verschwinden, reffen die Pläne für den Wiederaufbau bereits. Zwar ist man 6ich darüber klar, daß von dem alten Stadt bi 1 d so viel wie möglich wiedergewonnen werden soll. Aber man denkt auch weiter und plant grundsätzliche Lösungen, die den Anforderungen des modernen Verkehrs gerecht werden. Hier spielt die Frage der Verlegung de« Hauptbahnhofs, der Wiederaufbau alter und der Bau neuer Brücken eine große Rolle. Zur Zeit werden ja die zwei Hälften der Stadt auf den beiden Rhekmfem nur von einer einzigen Behelfsbrücke verbunden. Eine Bailey-Kon- struktion, die Bastei-Brücke, ist im Bau. Eine feste Brücke ist an der Stelle der früheren Hindenburgbrücke geplant Es gibt noch viele Probleme, die von der Stadtverwaltung, die nach der Entnazifizierung noch 640 Beamte, 4200 Angestellte und 7000 Arbeiter umfaßt — früher waren es 4500 Beamte, 2000 Angestellte und 12 000 Arbeiter — bewältigt werden müssen. Da ist das Kanalnetz, das 750 Volltreffer erhalten hat wieder herzustellen, da sind 98 Schiffe zu heben oder zu sprengen, die innerhalb des Stadtgebietes im Rhein auf Grund gesetzt wurden und da ist vbr allem die Frage des Arbeitskräftemangels zu lösen. Denn von den 13 000 Arbeitslosen, die Köln augenblicklich zählt sind nur etwa 20 v. H. voll einsatzfähig. Aber es gebt vorwärts. Der unerschütterliche Optimismus wird sich durchsetzen und den materiellen und immateriellen Wiederaufbau vorantreiben. Der Wille, sich selbst ■u helfen, ist überall spürbar vorhanden. Würzburger. Nur allmählich vermochten sie das neue erschreckende Bild ihrer Stadt zu begreifen. Die Straßen der toten, ausgebrannten Häuserzeilen liegen heute noch voller Trümmer und der Zutritt in die meisten der einst so romantischen Gäßchen ist gesperrt. Seit neun Monaten arbeitet das städtische Ein- reißkommando, um die Gefahr zu beseitigen, die die überhängenden und alleinstehenden Mauern darstellen. Mit langen Stahltrossen und einem Schleppfahrzeug werden jeden Tag drei bis vier Häuser eingerissen. Von der Verwendung von Spreng- munition sieht man ab, da die ungewöhnlich heftigen Detonationen des amerikanischen Explosivstoffes noch die wenigen Fensterscheiben der Kellerwohnungen der Umgebung eindrücken. Es ist nicht leicht einem Menschen, der früher in dieser Stadt gelebt und an ihrem beschwingten Leben teilgenommen hat, ein Bild von den jetzigen Lebensbedingungen zu geben. Je nach der persönlichen Einstellung des Einzelnen werden diese auch ganz verschieden beurteilt. Das kulturelle Leben der Stadt ist auf die Kammermusikabende des Würzburger Bach-Trios beschränkt, das die Musik Johann Sebastian Bachs mit einer Hingabe spielt, wie sie einer zur inneren Haltung gewordenen Begabung entspringt. Ansätze zu einem Theater in der Stadt sind mißglückt, und zwei Arienabende in der Umgebung endeten vorzeitig mit einem verstimmten Klavier, einem verstimmten Publikum und einer lachenden Sängerin. Immerhin setzen sich ganz Unentwegte weiterhin für ein neues Theater für Würzburg ein. Aber wo nichts mehr ist, kann schlecht noch was werden, so trostlos das auch klingt. Die bildenden Künstler hausen in den ‘Vororten, arbeiten Leißig und befassen sich mit der Durchführung eines Planes zur Gründung einer Künstlerkolonie, um der Stadt die wertvoller Kräfte zu erhalten. Immerhin sind in der Innenstadt manche Spuren de« Aufbaus zu entdecken. Langsam nur trägt die Arbeit des Ehrendienstes, zu dem alle arbeitsfähigen Einwohner verpflichtet sind, Früchte und ein paar Gehsteige sind schon aufgeräumt. Vor drei Monaten stimmten die Studenten für freiwilligen Arbeitsdienst, und seitdem kommen Universitätsprofessoren, Beamte und Studenten gemeinsam an jedem Mittwoch und Samstag auf den universitätseigenen Grundstücken zu Aufräumungsarbeiten zusammen. Im Anblick der Berge von Schutt und der großen Flächenzerstörungen werden aber selbst die Fleißigsten mutlos Mit Schaufeln und Hacken rücken die Würzburger den Trümmern energisch zu Leibe, aber irgendwie ist diese Arbeit hoffnungslos. Es fehlt an Baggern und Lastwagen. ohne deren Einsatz nichts Wesentliches getan werden kann. Das Bauprogramm der Stadtverwaltung sieht hauptsächlich die Schuttbeseitigung vor. Der Stadtkern mit Ladenbauten, Gast- Paris, im Mai Eine winzige Zeitungsnotiz besagte: „Die Abteilung für Architektur des Ministeriums für nationale Erziehung prüft augenblicklich Schäden, die Maschinengewehrkugeln während der Befreiung von Paris am Are de Triomphe hervorgerufen haben ..." Absperrungen, Gerüste, Arbeiter, die am eisenhaft auf dem riesigen Denkmal na- poleonischer Größe hin und herhuschen, sind die Folge. Kaum einer der Vielen, die täglich den Place de l'Etoile überqueren und sich in das Gewühl der Wagen, Autobusse und Lastkraftwagen stürzen, die in rasendem Rundlauf um den Triumphbogen sausen, denkt daran, daß vor 110 Jahren, nach manchen innerpolitischen und persönlichen Kämpfen zwischen den verschiedenen Architekten und Baumeistern, der Are de Triomphe eingeweiht wurde. Noch weniger aber denken sie daran, — odeT wissen es viele nicht, wahrscheinlich gar nicht einmal, — daß ein Projekt geschwebt hat, hier an der gleichen Stelle einen überdimensionalen Elephanten zu errichten! Der Architekt Ribart — in der Mitte des 18. Jahrhunderts — war der Autor dieser unglaublichen Idee. Eine 1758 erschienene Broschüre, die mit 7 Bildtafeln ausgestattet war, berichtet des Langen und Breiten darüber. Ihr etwas langatmiger Titel ist: „Ein eigenartiges Bauwerk. Der Tri- umphelephant Großer Kiosk zum Ruhme des Königs. Von Ribart de Chamoust, Ingenieur für Wissenschaften und Literatur inBe- ziers." Zu jener Zeit bildete die heutige Place de l’Etoile eine Anhöhe, deren Spitze eben jener Elephant krönen sollte. Er sollte „aus der Natur geschöpft und reich aufgezäumt, an einer Fontäne seinen Durst löschen", heißt es in dem Buch. Mit Hilfe einer Treppe und zahlreichen Galerien sollte man in das Innere des Dickhäuters gelangen. Es war eine Anzahl großer Räume vorgesehen, „gut beleuchtet, wie in einem gewöhnlichen Haus", für die ver. echiedensten Zwecke bestimmt Im Kopf sollte sich ein eleganter Baderaum befinden (!), zwischen den Schultern ein Thronoder Sitzungssaal, der gleichzeitig für Konzerte oder Theatervorstellungen eingerichtet werden konnte, und im Hinterteil ein Speiseraum, der den „Eindruck eines Picknicks in der Natur erweckte". Echte Bäume, eine Felsgruppe, der ein munteres Bächlein entsprang, das skh wiederum durch den Rüssel als Fontäne nach außen ergoß, waren die Hauptanziehungspunkte. Ganz oben aber, als Turm auf dem Rücken des Elephanten, erhob sich eine Terrasse, auf der ein von Löwen umgebenes Denkmal des Königs prangte. Der König selber war nicht sehr begeistert von dieser Idee, aber die Zeitungen machten mit großem Tamtam eine unge- Unsere Korrespondenten berichten Stätten und Wohnungen soll zuerst aufgebaut werden. Dafür wurden 29 Millionen Mark von der Regierung angefordert. Für 6000 Bauhandwerker werden jetzt Unter- kunftemöglichkeiten geschaffen. Nach der Genehmigung der über 1000 Baugesuche wird sich die private Initiative in der Bauwirtschaft stark bemerkbar machen. Durch die Bauplanung bleibt das Stadtbild, wenn man noch von einem solchen sprechen will, einigermaßen erhalten. Man wird zwar auch im nächsten Jahr noch nicht die Freude wie früher genießen, durch die Stadt zu pilgern, aber der Weg hinauf zum „Käppelle" mit seinem überschwenglichen. Barock ist immer lohnend, denn das Licht das meist über der Stadt liegt und das der Main spiegelt, gibt Würzburg mit seinen vielen notbedachten Kuppeln und Türmen immer noch ein freundliches Gesicht, da« die schweren Sorgen der Stadt nicht zeigt. Brief aus Frankfurt a.M. H.R. — Frankfurt Mitte Mai In Frankfurt rattern etwa acht Räumbagger. Die Hauptstraßen bekommen zusehends wieder ein Gesicht. Der Direktor des Arbeitsamtes hat neulich die Zahl der erforderlichen Bautagewerke mit etwa 35 Millionen beziffert, bis Frankfurt wieder aufgebaut sei. Der Zoologische Garten hat sich zu einem Mittelpunkt der, sagen wir, leichtgeschürzten Vergnügungsbedurft entwickelt. Dr. Grzimek, der bekannte Tierpsychologe und Schriftsteller, meldet als jetziger Zoo-Direktor astronomische Besucherquoten pro Monat. Er hat den Tiergarten zu großen Teilen in einen Miniatur-Wurstlpräter umqestaltet und begründet die Maßnahme einleuchtend mit der Notwendigkeit, daß sich der Zoo ohne Zuschüsse nun halten muß. Aber auch der Tierbestand ist dank der weitreichenden Verbindungen des Direktors im ständigen Wachsen. Der Schimpansenmann Moritz ist der letzte der Schimpansianer auf dem Festlande, Er hat die brikettlichen und ba- nanlichen Kaloriennöte trotzig überstanden. Hoffentlich übersteht er auf die Dauer auch das Schmettern der drei Musikkapellen, das zur Zeit die früher säuselnden Baumwipfel schüttelt. Die Zahl der Mainschiffe nimmt zu. Wenn sie bei der Brücke ankommen. die auf Kahn- Pontons liegt, müssen in der Mitte dieser Brücke eine Anzahl von Kähnchen links und recht« ausschwenken, um dem Kohlenbringer einen Durchlaß zu gewähren. Die Leute müssen solange warten Hätten wir nicht, dann brauchten wir jetzt nicht .! Auch die Brückenbogen setzen langsam wieder Substanz an Das wird dermaleinst Brük- keneinweihungen geben! Hoffentlich ist der Prozentsatz des Bierchens bis dahin auch wieder zweistellig geworden. heure Reklame für Ribart Zum Glück für die architektonische Schönheit von Paris wurde der Plan nicht ausgeführt — wohl aber erhob sich später, auf Wunsch Napoleons I. auf der Place de la Bastille ein ähnliches Monument. Vielleicht angeregt durch die Afrikanischen Feldzüge, — oder hatte der Kaiser etwa die Schrift Ribarts gelesen? — erteilte 1808 Bonaparte dem Innenminister Cretet die Anweisung zur Grundsteinlegung eines monumenalen Springbrunnens in Form eines Elephanten, nach den Plänen Cöleriers. Zur Ausführung des Bauwerks waren die broncenen Beutegeschütze des bevorstehenden Spanischen Feldzuges bestimmt Der Feldzug jedoch ging verloren und der Elephantenbrunnen wurde aus Gips über einem Eisengerüst bergestellt. Zwanzig Jahre hindurch sprühte das Gipstier seine Wasserfluten auf der Place de la Bastille, bis es durch die heutige Säule ersetzt wurde. Noch zweimal lebte das Elephantenpio- jekt wieder auf. 1831 wurde eine öffentliche Subskription eingeleitet, die die Unkosten eines Bronceelephanten am Rond Point des Champs Elysee decken sollten. Gottlob umsonst! Und 1893 machte ein Herr von Bellevue den Vorschlag, zur Weltausstellung 1900 an Stelle des Eiffelturms einen riesenhaften Triumphelephanten zu errichten. Auch seine Idee fand keinen Anklang und die Reihe der architektonischen Ele- phanten-Greuel nahm damit ein Ende... Man erwartet Touristen Paris, im Mai Zum erstenmal seit 1939 richtet 6ich Frankreich, richtet 6i Wirtschaftskrise bekleidete er unter Brüning das Amt eines Wirtschafts- und Finanzministers. Nach 1933 war er als Anwalt in Berlin tätig. 1945 wurde Dr. Dietrich nach der Kapitulation von der französischen Militärregierung zum Mitglied des Zentralausschusses für Ernährung und Landwirtschaft bestimmt. Aufgabe dieses Ausschusses war, den Ausgleich unter den fünf französischen Besat- zungsgebietem anzustreben. Er qab diese Arbeit nur ungern auf, da sie ihn besonders an seine engere Heimat band. In seinem jetzigen Amt führt er den Vorsitz des beim Länderrat bestehenden Hauptausschusses für Ernährung und Landwirtschaft, der aus den Ernährungs- und Landwirts chaftsministem der drei Länder in der amerikanischen Zone gebildet wird. Eine einheitliche Durchführung der erforderlichen Anordnungen und Vollzugsvorschriften in allen drei Ländern soll so gewährleistet und eine programmatische Aufstellung auf dem Gebiet der Erfassung und Verteilung einschließlich Rationierung und Vorratspoli- Ök durchgeführt werden. Dieses kann, wie Reichsminister Dr. Dietrich sagte, nur einheitlich geschehen, wobei die Belange der übrigen Besatzungszonen nicht übersehen werden dürfen. Zur Ernährungslage erklärte Reichsminister Dietrich, daß er von Versprechungen nichts halte, da die Situation in sechs Mo- naen heute noch nicht bestimmt werden könne. Deutschland habe in der Hauptsache unter der Abtretung der agrarischen Ueher- schußprovinzen des Ostens zu leiden und unter der Tatsache, daß schon die Ernte des vorigen Jahres in diesen Gebieten für Deutschland ausfiel. Da« Restdeutschland könne nie mehr in der Lage sein, 60 bis 65 Millionen Menschen zu ernähren. Besonders erschwerend wirke sich der Verlust zahlreicher Saatgutwirtschaften, namentlich für Kartoffeln und Getreide, aus. Die Agrarwirtschaft Deutschlands müsse völlig umgestellt werden. Wir seien in Zukunft vollständig auf die Einfuhr von Getreide- und Futtermitteln angewiesen, wobei ein gutes Verhältnis zu den östlichen Nachbarn besonders anzustreben sei. Man müsse vor allem die Produktion von Vieh, Milch, Fett, Eiern, Obst und Gemüse fördern. Besondere Bedeutung hätten die Kartoffeln, denn nicht nur die Bevölkerung lebe davon, sondern auch Tiere müßten damit gefüttert werden. Deutschland könne kein Agrarstaat werden, erklärte Dr. Dietrich weiter. Schon in der Kriegs- und Vorkriegszeit konnten wir uns mit Hilfe der Ostprovinzen und trotz modernster landwirtschaftlicher Einrichtungen nicht selbst ernähren. In der heutigen Situation werde das erst recht unmöglich sein, da die Bevölkerung der Ostgebiete in den deutschen Westen umgesiedelt wurde. Nur weitgehendster Export auf allen Gebieten könne uns die Möglichkeit der notwendigen Einkäufe verschaffen. Deutschland müsse, so sagte er, größter Käufer auf dem Weltmarkt werden; wenn es nicht verhungern solle. Um des Lebens des Volkes willen werde Deutschland zu einem umfassenden Freihandel mit der ganzen Welt gezwungen. Es werde nie mehr ernstliche Schutzzollpolitik treiben können. V. Kurze Wirtschaftsmeldungen !m Einvernehmen mit den bayerischen Wirtschaftsministerien und der Militärregierung plant die Tiroler und Vorarlberger Landesregierung die Errichtung einer österreichischen Außenhandelsstelle in München. Zwei Millionen Flaschen erstklassiger deutscher Weine und Champagnersorten sollen in der nächsten Zeit für den Export aus der amerikanischen Zone zur Verfügung stehen. Zwischen dem amerikanischen Besatzungsgebiet und der Sowjetzone wurde ein Warenaustauschabkommen abgeschlossen. Darnach werden raffinierter Zucker, Melasse, Glaswaren für Laboratorien und 7 000 Meter Faßdauben* in das amerikanische Gebiet eingeführt werden. Rindvieh, Zugochsen, Hefeextrakte im Werte von rund 20 000 Mark werden an deutsche Käufer als Ausgleich geliefert Zur Ausbildung der Finanzanwärter für die gesamte sowjetische Zone Deutschlands wurde die Finanzschule Ilmenau in Thüringen wieder eröffnet An dem ersten Lehrgang nehmen 160 junge Männer und Frauen teil. 3 500 deutsche Kriegsgefangene arbeiten als landwirtschaftliche Hilfskräfte auf Farmen in den kanadischen Weizengebieten Manitoba und Ontario. Im Gebiet des Dnjeper wurden Braunkohlenvorkommen und in der Gegend von Kre- menfsdiug Eisenerze fesfcgestellt Anleihen und Handelsverträge Die USA haben Oesterreich einen Kredit von 10 Millionen Dollar zum Ankauf überschüssiger amerikanischer Heeresbestände in Europa gewährt — In Washington wurde ein Abkommen über einen Kredit von 200 Millionen Dollar an die Niederlande unterzeichnet. — In Ottowa wurde ein Anleiheabkommen, nach dem Kanada, Belgien eine Anleihe von 75 Millionen kanadischen Dollar gewährt, geschlossen. — Innerhalb von dreißig Tagen muß die Türkei nach einem Anfang Mai geschlossenen Abkommen einen Betrag von 4,5 Milliarden Dollar bar an die USA bezahlen. Es handelt sich um Begleichung der Schlußrechnung der türkischen Pacht- und Leihschuld. 50 Millionen Dollar für militärische Ausrüstungen wurden abgeschrieben. Zwischen Schweden und der Türkei wurde ein Handelsvertrag und ein Zahlungsabkommen unterzeichnet, die am 15. Juni für die Dauer eines Jahres in Kraft treten werden. — In Bukarest wurde das kürzlich mit der Tschechoslowakei abgeschlossene Handelsabkommen ratifiziert. — In Warschau wurde zwischen einer bulgarischen Delegation und Vertretern des polnischen Handelsministeriums ein neues Wirtchaftsabkommen unterzeichnet Der Wert dieses gegenseitigen Warenaustausches soll in diesem Jahre 15 Millionen Dollar erreichen. Zwischen der Sowjetunion und Finnland ist ein Abkommen ge tröffen worden, wonach die Sowjetunion das Kraftwerk übernimmt, welches die Nickelgruben in Pet- samo mit Strom versorgt, wogegen Finnland 100 000 Tonnen Welzen erhält. Neue Holzverordnung Von der Militärregierung in der französischen Besatzungszone wurde ein Beschluß über die Verlegung und Verwendung von Holz aller Art herausgegeben, deren genauen Wortlaut wir in der nächsten Nummer des Südkurier veröffentlichen werden. Eine Neuregelung der Jagd- und Fischereirechte für die französische Zone wurde vom französischen Oberkommando in Baden-Baden vorgenommen. Auch die Schongebiete und die Schonzeiten für Wild sollen, wie die Forstdirektion Tübingen mitteilt, in dieser Verordnung angegeben sein. Streikruhe in USA Nach 42tägiger Streikdauer nahmen am Montag 400 000 Bergarbeiter in den Vereinigten Staaten die Arbeit wieder auf. Die Unternehmer fanden sich zur Zahlung von 3 Millionen Dollar für rückständige Feiertagslöhne bereit. In den eigentlichen Streitfragen, Lohnerhöhung und Uebernahme des größten Teils eines zu errichtenden Wohlfahrt«- und Krankenfonds durch die Unternehmer, wurde noch keine Klärung erreicht. Die Erfüllung dieser Forderungen würde nach Angabe der Grubenbesitzer die Kohle um 20 Cents pro Tonne verteuern. Präsident Truman sprach im Zusammenhang mit dem Streik von einem „nationalen Unglück". Er dachte dabei an Betriebseinschränkungen aller vom Stahl abhängenden Industrien, an die Lahmlegung der Eisenbahnen, an die rückläufige Produktion der Elektrizitäts- und Gaswerke. Derartige Auseinandersetzungen zwischen Unternehmerschaft und Arbeitern einer Industrie, die eine Rohstoffquelle der ganzen Welt erschließt, gehen aber über den Rahmen einer innerwirtschaftlichen, sozialen Auseinandersetzung weit hinaus. Die ganze Welt, vor allem Europa in seiner Ernährungs- und Industriekrise, wird von dem plötzlichen Ausfall der USA-Kohle schwer getroffen. Die Transportmittellage verschärft sich, die als Ersatz der ungenügenden europäischen Förderungen gedachten Lieferungen aus USA bleiben aus, den UNRRA-GetreideschiSen fehlt der nötige Brennstoff. 14 Tage wird der Waffenstillstand dauern. Die in dieser Zeit geförderte Kohle kann von der Regierung nur an die lebenswichtigsten Betriebe verteilt werden. Der Kampf des amerikanischen Arbeiters um einen höheren Anteil an der von ihm geleisteten schweren Arbeit und für eine ausreichende Sicherung bei Arbeitsunfähigkeit ist verständlich. Vielleicht jedoch erscheinen angesichts des drohenden Hungertodes von Millionen manchem solche sozialen Auseinandersetzungen zunächst als kleineres Uebel. Der Aufruf La Guardias zugunsten der hungernden Völker die Arbeit wieder aufzunehmen, war noch vor 14 Tagen ungehört verhallt V. Verordnung des Bad. Wirtsthaftsministeriums Ober die Interzonenhandelsgeschäfte Mit Ermächtigung der Militär-Regierung wird zum Ausgleich der Ein- und Ausfuhr der südbadischen Wirtschaft verordnet: 1. Die bisher notwendige Einfuhr- (Einkaufs-) Genehmigung für Waren aus den anderen Zonen Deutschlands nach Baden fällt weg. Sie wird durch eine nachträgliche monatliche Meldepflicht über die zuständige Wirtschaftsorganisation (Fachkommissionen für die Industriebetriebe, Industrie- und Handelskammern für die Handelsbe- I triebe, Handwerkskammern für die Handwerks- I betriebe) an das Badische Wirtschaftsministerium. 1 Abt. Interzonenhandel, ersetzt. 2. Die Vorschriften über die Regelung der Ausfuhr (des Verkaufs) von Waren der badischen Firmen nach den anderen Zonen bleiben in Kraft. Verkaufsanträge müssen nur von den Lieferanten über ihre zuständige Wirtschaftsorganisation (Fachkommissionen, Industrie- und Handelskammern. Handwerkskammern) an das Badische Wirtschaftsministerium gestellt werden. 3. Die Anträge für Materialausgleichs- und Veredelungsgeschäfte werden von dem Lieferen- j ten bzw. von dem Veredler, ebenfalls über die , zuständige Wirtschaftsorganisation, an das Mi- ; nisterium gestellt Derartige Geschäfte werden entweder nach konkreten Vorschlägen der Inter- j essenten oder nach Richtlinien deT Regierungs- j steilem, die Handelsverträge abschKeßen, getä- t tigt. I 4. Die Bestimmungen des Kontrollrates vom | 7, und 10. Dezember 1945 bleiben unberührt. j 5. Für die übrigen Waren ist das Badische ! WirtsrhafsministPrium im Einvernehmen mit dem j Gouvernement Militaire ermächtigt, je nach den Lieferungsmöglichkeiten der Firmen und je nach den dem Ministerium zur Verfügung gestellten | Kontingenten Verkaufsgenehmigungen zu erteilen. 6. Die Höhe der vom Badischen Finanz- und Wirtschaftsministerium festgelegten Interzonenhandelsgebühren wird auf 0.5% ermäßigt Das Badische Wirtschaftsministerium trifft Vereinbarungen mit den zuständigen Wirtschaftsstel- ; len der anderen Zonen zur Koordination des ; Interzonenhandels auf der Basis des Handelsbilanzausgleiches und der bestehenden Rahmenverträge. Diese Verordnung tritt in Kraft: a) für die Punkte 1, 2, 3 und 4 ab 1. Juni 1946 b) für die Punkte 5 und 6 ab 1. Mai 1946 Die Vorschriften vom 20. Januar 1946 hinsichtlich der Einreichung der Anträge für Interzonenhandelsgeschäfte bleiben bis zum 1. Juni 1946 in Geltung. gez. Dr. Leibbrandt, Ministerialdirektor. Ge werkschaftsnachrichten In einer von dem Gro&hessischen Innenminister Venedey bei der Maifeier in Wiesbaden gehaltenen Rede betonte er, daß die Stärke der Gewerkschaften eine lebensnotwendige Forderung der neuen Demokratie sei. Die Arbeiterschaft trage eine große Verantwortung beim Aufbau des neuen Deutschland. In einer Versammlung der Hamburger Gewerkschaften sprach der Sekretär der Britischen Unabhängigen Arbeiterpartei, Fenner Brockway, und rief zur internationalen Solidarität aller Schaffenden auf. Die deutschen Gewerkschaften trügen die Verantwortung dafür, daß nicht noch einmal ein „Führer" Deutschland unterjochen und eine Kriegsgefahr verursachen könne. Die Stuttgarter Volkshochschule berücksichtigt in ihrem Vortragsprogramm besonders auch jene Fragen, welche die Gewerkschaftsmitglieder interessieren müssen. Demnächst kommen in den Arbeitsgemeinschaften folgende Themen zur Behandlung: „Werden und Wesen der Gewerkschaft", „Die Arbeiterfrage", „Wirtschaftssysteme". „Geld und Gold" u. a. m. Zur Widerlegung von Gerüchten wird von maßgeblicher Seite aus den Kreisen der früheren christlichen Gewerkschaften ausdrücklich festgestellt, daß die christliche Arbeiterschaft das gewerkschaftliche Einigungswerk der deutschen Arbeiterschaft nach wie vor bejaht und nachdrücklichst fördert. Auf der Düsseldorfer Konferenz, mit der sich die Gerüchte und irrigen Berichte befassen, wurde auch in voller Einmütigkeit die religiöse und parteipolitische Neutralität als Grundlage der deutschen Einheitsgewerkschaft festgestellt. Unter den Ausstellern der ersten Friedensmesse in Leipzig war auch der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund. In graphischen Darstellungen und Statistiken hat der FDGB den Anteil der Arbeiter am Wiederaufbau der Wirtschaft in der sowjetischen Zone dargestellt. Auf Anregung der Gewerkschaft der Nahrungs- und Genußmittelarbeiter wurde in Berlin vom 1 Mai d. J. ab das Nachtbackverbot wieder in Kraft gesetzt. Auf einer Tagung der österreichischen Gewerkschaften wurde eine Resolution angenommen, in der die Versammlung einschneidende Maßnahmen gegen den Schleichhandel und eine gleichmäßige Le- bensmittelzuteilung für das ganze Land fordert. Die kantonalen Gewerkschaftskartelle der Schweiz haben in den letzten Wochen große Mengen von Lebensmitteln und Kleidungsstücken gesammelt, die als „Volksspende für. die Freiheit" deren Träger das schweizerische Arbeiterhilfswerk ist, nach Oesterreich, Polen, in die Tschechoslowakei und ! in andere Länder gehen, die unter dem I Krieg besonders gelitten haben, j Ende Mai findet ein Nationalkongreß der 1 dänischen Gewerkschaften statt , Sportdienst des Südkurier Der Grolje Preis von Marseille Sommer siegt in der „Großen Klasse" — Französischer Erfolg auch bei den Kleinwagen Das zweite Automobilrennen an der französi- I sdien Riviera, der Große Preis von Marseille, I gestaltete sich zur ersten international hochklas- | sig besetzten Prüfung der Saison. Neben den im | Großen Preis von Nizza erfolgreichen Franzosen I waren diesmal auch Italiener zur Stelle; überdies | bestand in diesem von über 40 000 Zuschauern besuchten Rennen die neugebildete schweizerische Renngemeinschaft Ecurue Auto-Sport Genf ihre Feuertaufe. Im Feld der Kleinwagen startete der französische Konstrukteur Amedee Gordini auf Simca als Favorit. Er gewann nach einem Ausscheidungsrennen auch den Endlauf über 15 Runden. Ergebnisse. 1. Gordini (Frankreich). auf Simca, 54 km in' 37:54,8 Minuten (S'undenmittel 85.488 km), 2 Martin auf BMW 38:01, 3. Sommer auf BMW 38:25,8. Das große Duell zwischen Sommer und Nuvolari bildete das Hauptmerkmal des Großen Preises von Marseille. Das Rennen wurde in zwei Vorläufen von je 15 Runden und einem Schlußiauf j von 35 Runden aufgeteilt. Im ersten Aus- | scheidungsrennen holten sich fünf Franzosen mit | Mazaud an der Spitze die Teilnahmeberechtigung I über den Endkampf. Die beiden großen Favo- I riten Sommer und Nuvolari lieferten sich ein j scharfes Rennen im zwei'en Vorlauf. Der Ita- ' liener startete ohne Training auf der Strecke | als Letzter, ging aber trotzdem in Führung und erzielte mit 2:06,7 (Stundenmittel 102,288 j km) einen Rundenrekord. Ein Kilometer vor | Schluß erlitt Nuvolaris Wagen einen Defekt, j der ihn in aussichtsreicher Position zur Aufgabe zwang. Hinter Nuvolari (33:26) kam Plate | (Maserati) 33:26,2 vor dem Schweizer Graffen- i ried (Maserati) 35:48,2 auf den zweiten Platz, j Im Endlauf ging Sommer gleich nach dem Start an die Spitze des Zwölferfeldes und gab die Führung nicht mehr ab. Ergebnisse des Schluß- i rennens: 1. Raymond Sommer (Frankreich) auf Maserati, 126 km in 1:20:37,7 (Stundenmittel 93,765 km). 2. Plate (Frankreich) auf Maserati, 1 Runde zurück. 3. Grignard (Frankreich) auf Delahaye, 1 Runde zurück. 4. Ruggieri (Italien) auf Maserati, 1 Runde zurück. 5. de Graffen- ried (Schweiz) auf Maserati, eine Runde zurück. 6. Pozzi (Frankreich) auf Delahaye, 2 Runden zurück. 7. Basadonna (Schweiz) auf Maserati, neun Runden zurück. Spanienrundfahrt , Nach einem Ruhetag in Sevilla folgte die 6. Etappe auf der 251 km langen Strecke von Sevilla nach Granada. Die bei strömendem Regen duichgeführte Fahrt brachte es mit sich, daß das Klassement stark geändert wurde. Der bis dahin wenig hervorgetretene Holländer Lam- brichts zog mit dem Spanier Costa los; die beiden Spitzenreiter hatten am Ziel in Granada einen Vorsprung von 27 Minuten! Etappensieger wurde Lambrichts in 6:35,09 vor döm Spanier Costa (gleiche Zeit), Langarica (Spanien) 7:02,14 und dem Schweizer Zaugg. Gesamtklassement: 1. Costa (Spanien) 33:46:03; 2. Langarica (Spanien) 34:08:03 ; 3. Lambrichts (Holland) 34:09:04; 8. Kurt Zaugg (Schweiz) 34:34:41. — Das kürzeste Tagespensum, die 7. Etappe, gestaltete sich keineswegs als das leichteste; während der ganzen Fahrt auf schlechten Straßen von Granada nach Baza (107 km) fiel Regen. Das Rennen wurde erst kurz vor dem Zief entschieden, als der frühere Spitzenreiter Langarica mit seinem Landsmann Gutierrez ausriß und auf die Verfolger einige Sekunden Vorsprung herausholte. Gesamtklassement: 1. Costa (Spanien) 37:25:09; 2 Langarica (Spanien) 37:46:01; 3. Lambrichts (Holland) 37:51:03; 4. Berrendero (Spanien) 37:52:35 : 5. Fombellida (Spanien) 37:58:41; 6. Sancho (Spanien). 38:01:58; 7. D. Rodriguez (Spanien) 38:03:43 ; 8. Kurt Zaugg (Schweiz) 38:16:40. Die achte Etappe von Baza nach Murcia (178 km) wurde nach dem wolkenbruchartigen Regen der Vortage bei glühender Hitze durchgeführt. Auf der Strecke gab es keine besonders bemerkenswerten Ereignisse. Schließlich trat das Gros gemeinsam zum Endspurt an, der vom Portugiesen Laurenzo mit halber Radlänge (6:10,14) vor dem Spanier Rodriguez gewonnen wurde. Gesamtklassement: 1. Costa (Spanien) 43:35,23); 2. Langarica (Spanien) 43:56,35): 3. Lambrichts (Holland) 44:01,17); 4. Bersendero (Spanien); 5. Fombellida (Spanien); 6. D. Rodriguez (Spanien); 7. Sancho (Spanien); 8. Kurt Zaugg (Schweiz). Um den Davis-Pokal Auf verschiedenen Wettkampfplätzen wurden, die für die erste Runde des Davispokal-Wettbewerbes zählenden Länderkämpfe durch schlechte Witterung gestört. Immerhin sicherte sich Belgien bei der Wiederaufnahme der Doppelpartie den notwendigen dritten Punkt für die Qualifikation zur Teilnahme an der dritten Runde (gegen China). Die Belgier Pierre Geelhand-Philippe Washer siegten gegen die Rene Galeppe-Wladimir Landau (Monaco) leicht 6:1, 6:2, 6:1, tind im dritten Einzelspiel gewann Jade Van den Eynde gegen W. Landau 6:2, 6:3, 6:1. Belgien führt also gegen Monaco mit 4:0-Siegen. — Die nächsten Widersacher der Belgier, die Chinesen, mußten am letzten Spieltag in Kopenhagen einen Match überraschend den Dänen überlassen. Bierre (Dänemark) gewann gegen Kenneth Lo (China) 3:6, 6:4, 6:1, 6:3. Indessen gestaltete Kho Sin Kie (China) seine Partie gegen Jannik Ipsen (Dänemark) 6:0, 6:1, 6:4 erfolgreich, so daß das Schlußresultat von 4:1 zugunsten der Chinesen zustande kam. — In Zagreb nahm das Treffen Jugoslawien gegen Aegypten seinen Anfang. Die Jugoslawen haben die gleichen Kräfte zur Stelle, die im Jahre 1939 bei der letzten Austragung des Daviscup-Wettbewerbes gegen Deutschland das europäische Zonenfinal gewann. Punceo siegte erwartungsgemäß klar über den Aegypter Shaffei 6:0, 6:1, 6:3, und Mitio brachte Jugoslawien mit einem 7:5, 6:1, 6:3-Erfolg über Najar am ersten Tag mit 2:0 Punkten in Führung. Damit haben sich bisher die Schweiz, Frankreich, China, Belgien und die Tschechoslowakei sowie Schweden für die zweite Runde qualifiziert. Lesnevidi bleibt Halbschwergewichts-Weltmeister In einem dramatischen 15-Rundenkampf vor 10 000 Zuschauern in London verteidigte der amerikanische Weltmeister im Halbschwergewicht, Gus L e s n e v i ch, seinen Titel gegen den englischen Herausforderer Freddie Mills erfolgreich. Trotz schwerer Treffer, die ihn einmal in die Kniee zwangen, beherrschte der Amerikaner Ring; er schickte seinen Partner mehrmals zu Boden. Mit einem rechten Haken sandte aber Lesnevich in der 10. Runde seinen tapferen Gegner entscheidend auf die Bretter; beim Auf stehen wurde Mills erneut von einem Uppercut getroffen, und als der Engländer beim nächsten Schlag fast über die Seile flog, brach der Kampfrichter die Begegnung zu Gunsten von Lesnevidi ab. Fu^ballkalender 19. Mai Oberliga {Staffel Ost). Die Spiele um die Meisterschaft treten allmählich in ein entscheidendes Stadium. Das größte Interesse wird sich am Sonntag auf die Begegnung der beiden führenden Clubs FC Radolfzell — FC Konstanz konzentrieren Das Sonntagsprogramm: FC Radolfzell — FC Konstanz; FC Villingen — FC Donaueschingen; FC Rielasingen — FC Singen; FC Engen — SpVgg Gottmadingen. Einheitsklasse: Gruppe!: KonstanzII — Hilzingen I; Baihnfrei Konstanz I — Radolfzell II; Singen II — Wollmatingen I. Gruppe III: Stockach — Markdorf, Meßkirch — Zizen- hausen. Gruppe IV (Rückrunde): Welsdüngen — Immendingen, Blumberg — Binningen. Gruppe V: Furtwangen — Neustadt, Bad Dürrheim — Bräunlingen. Gruppe VI: Schönwald — Villingen II, Schonach — Dauchingen (Vorrunde), Triberg — Mönchweiler (Rückrunde).* Gruppe VII: Furtwangen II — Neustadt II, Löffingen I — Donaueschingen II, Eisenbacfa — Bonndorf. Süddeutsche Fußballmeister* s ch a f t : FC Nürnberg — FSV Frankfurt; VfB Stuttgart — FC Sdiweinfurt; VfR Mannheim — Schwaben Augsburg; 1860 München — Phönix Karlsruhe; Karlsruher FV — SV Waldhof» Offenbacher Kickers — Stuttgarter Kickers; Eintracht Frankfurt — Bayern München; BC Augsburg — SpVgg Fürth. Handball. Klasse I: Singen — Wollmatingen. — Klasse II: Rielasingen — Böhringen; Wollmatingen II — Bahnfrei Konstanz. Weitere Ergebnisse der Einheitsklasse. Gruppe I: Gottmadingen II — Radolfzell II ausgefallen. — Gruppe IV: Immendingen — Binningen 5:2. — Gruppe V: FurtwangeD — Neustadt 3:1; Bad Dürrheim — Bräunlingen 5:0. — Gruppe VII: Neustadt II — Löffingen I 4:6? Bonndorf I — Furtwangen II 3:2. — Gruppe VI: Villingen II — Monchweiler I 1:2. Schottland - Schweiz 3:1 (3:1) Ohne Bickel, Springer und Courtat, die schon beim Englandspie) am Samstag nicht ganz fit waren, mußte die Schweizer Fußballelf am Mittwochabend das schwere Länderspiel gegen Schottland bestrqiten. 120 006 Zuschauer im Hampdon-Park-Stadion zu Glasgow waren Zeuge eines verdienten schottischen Sieges. Die Schotten spielten einen außerordentlich schnellen Fußball. Sie operierten temperamentvoll, variantenreich und zeigten eine ausgezeichnete Ballbehandlung. Gegen dieses Feuerwerk von Klassefußball konnten die tapfer spielenden, durch den Ausfall der erstklassigen Spieler benachteiligten Schweizer nicht bestehen. Sie begannen zwar mit einer Ueberraschung, als bereits in der ersten Minute durch den linken Flügelstürmer G. Aeby das Führungstor fiel. Die Ueberlegen- heit der Schotten führte aber ln der 25. und 28. Minute durch den Linksaußen Liddell, und in der 36. Minute durch den Mittelstürmer Delaney zur 3:1-Führung der Gastgeber. Obwohl die Schotten nach der Halbzeit fast ständig überlegen waren (die Verteidigung stand oft auf der Mittellinie), blieb es beim Halbzeitresnltat: eine Empfehlung für die Schweizer Abwehr. * In der badischen Landesliga (amerikanische Zone) wurde der VfL Neckarau nach einem 2:0- Sieg über Viernheim Meister. SODKURIES Verantwortlicher Redaktionsausschuß: Hermann Fiebing, Hermann Dörfünger Rudi Goguel Karl Großhans (i. V Dr Robert Winzer), Friedrich Munding. — Verla#. Südkurier-Verlag. — Druck: Druckerei Konstanz, Fischmarkt 5. 17. Mai 1946 / Nr. 74 SÜDKURIER F Seite 1 Am t>cr fiiöroeftöeutfchcn Heimat Der Morgengruß Nachts im Wartesaal einer Station an der Schwarzwaldbahn. Zahlreiche Reisende, Männlein und Weiblein, haben den letzten Zug nicht mehr erwischt und warten verschlafen auf die Morgenfrühe. Da plötzlich tummelt sich zwischen den Füßen ein Mäuslein. Eifrig liest es die zu Boden gefallenen Krumen auf und ist durch kein Geräusch zu vertreiben. Man amüsiert sich darüber und schläft wieder mehr oder minder tief ein. Am Morgen im Frühzug. Kaum haben die Reisenden eines Abteils Platz genommen, ertönt wieder der Ruf: Eine Maus! Von einer Bank springt sie herunter und verschwindet unter den Heizungsröhren. Zum Kuckuck! Ist denn die ganze Schwarzwaldbahn vermausti? Ein Mitreisender macht sich bald ans Frühstücken. Doch was muß er entdecken! Die besten Bissen sind über Nacht sehr zusammengeschmolzen. Es ist ganz offenbar: ein Mäuslein hatte sich kreuz und quer hindurchgegessen. Das Rätsel der Maus im Zugabteil war gelöst. Sie war —, während der Besitzer im Wartesaal den Schlaf des Gerechten schlief, in die mit Rekeproviant versehene Aktenmappe gekrochen und hatte es versäumt, rechtzeitig wieder den Ort ihrer Schwelgerei zu verlassen. So war sie in der Mappe mit in den Zug gekommen und hatte wesentlich dazu beigetragen, den Mitreisenden einen heiteren Tagesanfang zu verschaffen. Ob sie auf der nächsten Station umgestiegen und zu ihrem Nest zurückgefahren ist, konnte nicht ermittelt werden. Dreizehn deutsche Jugendbewegungen Dreizehn deutsche Jugendbewegungen sind zurzeit in der französischen Zone genehmigt: Die „Freie demokratische Jugend", einzige Jugendbewegung der kommunistischen Richtung, für die Pfalz, das Saargebiet, Baden und das Rheinland. Die „Katholische Jugend" für die Pfalz, Württemberg und Baden. Fünf Jugendbewegungen sozialistischer Richtung für die fünf Provinzen. Zwei protestantische Bewegungen für Württemberg, das Rheinland und Baden. Drei neutrale Jugendbewegungen und eine Gewerkschaft« Jugendbewegung für Baden und die Pfalz. Eröffnung einer Polizeischule In Freiburg wurde die erste Polizeischule der französischen Zone ihrer Bestimmung übergehen. Bei der Eröffnung waren 62 Anwärter der Polizei und Gendarmerie zugegen. Sie 6ind die Ersten, denen in einem dreimonatigen Kursus das notwendigste Wissen in Verkehrs-, Gewerbe- und Strafrecht vermittelt wird. In ergänzenden Lehrgängen soll es später vervollständigt werden. Es ist geplant, die Schule soweit auszubauen, daß die Schüler künftig in einjähriger praktischer und theoretischer Ausbildungszeit das Rüstzeug erhalten, das sie als Polizeibeamte in öffentlichem Dienst brauchen. Quer durch öle Zone Auf Grund einer Anordnung des Badischen Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung ist für die Zone Baden die gesamte Obst- und Gemüseernte 1946 beschlagnahmt worden. Den Erzeugern von Obst und Gemüse werden Mindestabliefe- rungsverpQichtungen auferlegt In Baden werden zusätzliche Raucherkarten zur Förderung des Tabakanbaues ausgegeben. Für die Ablieferung der Ernte 1945 erhält jeder Tabakbauer eine Raucherkarte (gültig bis 30. Juni 1946) für abgelieferte 200 kg Rohtabak. Auch für Anpflanzungen gibt es je eine zusätzliche Karte mit der gleichen Gültigkeit für 10 Ar bepflanztes Tabakland. Das Badische Ministerium des Innern der französischen Zone hat die Inhaber von Dienstwohnungen verpflichtet, die durch die Unterbringung von Flüchtlingen aus Oesterreich und sonstigen Ausweisgebieten notwendig werdenden Einschränkungen in gleicher Weise zu übernehmen, wie andere Wohnungsinhaber. Bis jetzt gibt es in der französisch besetzten Zone 163 Gewerkschaften mit 130 000 Mitgliedern. Weitere 160 Gewerkschaften sind noch im Entstehen. Die Gewerkschaften verteilen sich auf folgende Gebiete: Baden 88, Württemberg 19. Rheinprovinz 3, Pfalz 45 und Saargebiet 8. An Stelle der ehemaligen Konstanter Synagoge, die im November 1938 von Angehörigen der Radolfzeller Waffen-SS angezündet und zerstört worden ist. wurde in Anwesenheit der in Konstanz, sowie im benachbarten schweizerischen Kreuzlingen wohnenden Israeliten ein Gedenkstein enthüllt. In Konstanz und Umgebung ist demnächst die Gründung eines wissenschaftDic Geroerhfchaften zur Ernährtmgslage Die Vertreter der Gewerkschaften des Stadtkreises Konstanz nahmen in einer Sitzung im Hinblick auf die derzeitige kritische Ernährungslage einen Beschluß an, in dem vorgeschlagen wurde, das Vorratsgebiet des schwäbischen Allgäu« besser für die Versorgung de« Bodenseegebietes- in Anspruch zu nehmen. Außerdem wurde tn einer Resolution beschlossen, einen Antrag auf die Aufhebung der wirtschaftlichen Grenzen zwischen den vier Besatzungszonen an die zuständigen deutschen Stellen und der Militärregierung zuzuledten. Außerdem soll die Einführung eines neuen Rationierungssystems untersucht werden, bei welchem die schweraxbeitende Bevölkerung in erster Linie versorgt wird und freiwillig Arbeitslose und notorische Nichtstuer leer ausgehen sollen. Außerdem kam die Gewerkschaft zu dem Entschluß, die gesetzliche Arbeitszeit herabzusetzen und diese dem durch mangelhafte Ernährung hervorgerufenen Kräfteverfall der Arbeiter anzupassen. Der sieben Punkte umfassende Entschluß ging zunächst dem Landesemäh- rungsamt in Freiburg zu. Frieörichöhafen rüftet ab Friedrichshafen am Bodeneee, das durch verschiedene schwere Bombenangriffe arg beschädigt worden ist und dessen Rüstungsindustrie wie die Dornier-Flugzeugwerke, die Maybach-Motorenwerke und die Zahnradfabrik u. a. m. zum großen Teil ausgeschaltet wurde, hat nun in seiner industriellen Struktur eine einschneidende Veränderung erfahren,, Im Zuge der Kontroll- ratshestimmungen wurden ab 15. Mai folgende Frdedrichshafener ehemalige Rüstungsbetriebe stillgelegt: Dornier-Werke Manzell einschl. Domier- Werke Ravensburg, ausgenommen Barak- kenbau Langenargen und Wangen, Eisenbahnreparaturwerkstatt und Domier-Land- wirtschaft. Luftschiffbau-Zeppelin, ausgenommen Autoreparatur- und Sauerstoffabteilung. Zur sofortigen Entlassung kommen bei den Dornier-Werken ca. 150 Mann, beim Luftschiffbau ca. 250 Mann, für durchzuführende Abschlußarbeiten wird jeweils ein Rest von 85 bzw. 120 Mann zurückbehalten. Zerstörung von Kriegsanlagen Die Zerstörung de6 deutschen Kriegspotentials, die in der französischen Zone kaum begonnen hatte, wird jetzt in gesteigertem Maße in Angriff genommen. Ein Plan siebt die rasche Zerstörung der Waffen-, Munition«-, Minen- und Sprengstoffvorräte, der unterirdischen Fabriken und der Befestigungen vor, die über die ganze Zone zerstreut sind. Menschen, die sich fast ausschließlich auf die beiden Kreise Hechingen und Sigmaringen verteilen. Die Gewerbetreibenden sind zumeist Bauern und Handwerker. Auch im kalten und unwirtlichen Hochschwarzwald hat in diesem Jahr der Frühling früher begonnen. Die verhältnismäßig' wenigen Obstbäume stehen in vollstem Blütenschmuck und haben teilweise sogar schon Frucht angesetzt In deT Friedrichshafener Industrie hat der Luftschiffbau Zeppelin einen Flieqer- schaden von 15 Millionen und die Zahnradfabrik einen Schaden von 33 Millionen Reichsmark erlitten. Auf einer Tagung der Landräte Südwürt- tembeigs wurde mitgeteilt, daß mit Ge- _ meindewaihlen in den Gemeinden bis zu Bodeuseeraum hinaus bekanntes Lehrer- I 10 0^0 Einwohnern nicht vor September und liehen Instituts für die politische und kulturelle Geschichte des Bodenseeraumes beabsichtigt In einer Sitzung des Stadtrates von Konstanz wurde bekanntgegeben, daß die Stadt für den kommenden Winter mit einer Zuteilung von Kohle nicht zu rechnen habe. Die Bevölkerung ist daher wie im vergangenen Winter auf den Selbstschlag von Holz angewiesen, für den sich innerhalb kürzester Zeit bereits 1800 Personen gemeldet haben. Meersburg, die „Perle des Bodenwird wieder sein weit über den Seminar erhalten. Damit wird eine alte Tradition wieder aufgenommen und außerdem soll der Stadt wieder eine Möglichkeit gegeben werden, ähre wirtschaftliche Lage zu verbessern. Da« mit dem französisch besetzten Teil von Südwürttemberg zu einer Verwaltungs- eürheit gewordene Land Hohenzollern umfaßt heute eine Fläche von 1 142 qkm und einer Einwohnerzahl von etwa 80 000 für größere Städte noch später zu rechnen sei. Der Kreis Lindau hat als einziger bayerischer Kreis in der französischen Zone die Postleitzahl 14b erhalten. Die bisherige Zahl 13b verliert damit ihre Gültiqkeit. In Offenburg ist als Schweizer Spende eine Kiste Bücher von der Schweizer Zeitung „Weltwoche" eingetroffen. Die Bücher werden der Städtischen Bücherei zugeführt. Äügäuer Alpenmilch in Puloerform Die Verantwortlichen der Inselstadt Lindau haben von jeher eifersüchig darüber gewacht, daß keine Industrieanlagen in und um die Inselstadt herum entstanden, damit der den Fremdenverkehr bestimmende landschaftliche und stadtbildliche Zauber dieses Märchens im Bodensee nicht verloren ginge. E= findet sich daium weit und breit fast keine Esse im Lindauer Land außer einer einzigen in Schlachters: aber auch hier liegt alles an werklichen Anlagen derart durch grüne Rasenflächen gelockert und in Mühende Gärten eingebettet, daß der von Waldhöhen, Wiesen, Feldern, Obst- und Weingärten, anmutigen Städtchen und freundlichen Dörfern bestimmte .Charakter der Gegend absolut nicht gestört wird Hier, im Norden des Kreises, liegt das von den vier Werken Deutschlands größte seiner Art; das Milch werk Edelweiß Um den Milchreichtum des Allgäu den verschiedenen deutschen Großstädten wenigstens ergänzend zukommen zu lassen und damit deren Milchversorgung zu sichern, wurde auf Anregung des bayerischen Staatsministeriums im Jahre 1918 mit dem Bau des Milchwerkes in Schlachters begonnen. Die im Geschmack und Gehalt unübertreffliche, aber in flüssigem Zustande nicht exportable Alpenmilch sollte hier pulverisiert werden. Um nichts von ihrem seltenen Vollgehalt und dem herrlichen Aroma zu verlieren und damit dem auf diesem Gebiet konkurrierenden südamerikanischen Export wirksam zu begegnen, wurde das Edelweiß-Buttennilchpulver geschaffen, das aus der Säuglings- und Kleinkinderemährung heute gar nicht mehr fortzudenken sind. Denn die pulverisierte Edelweiß-Milch ist keimfrei und haltbar. Das Edelweiß - Buttermilchpulver aber ist auch für Erwachsene ein außerordentlich gut wirksames diätisches Mittel. Die später hier erfundenen Heidophilus- Tabletten zur Verbesserung der Darmflora sind ebenfalls als ein wichtiges Diätetikum anzusprechen. Diese Edelweiß-Erzeugnisse erwarben bald Weltruf und erfuhren bald weiteste Verbreitung, besonders auch in den überseeischen Ländern. Aus der verdickten Magermilch wurde aber ein für die Lebensmittelindustrie (Keks- und Schokoladenfabriken) brauchbares Milchpulver hergestellt, das gleichfalls reißenden Absatz fand. Die Bedeutung des Edelweiß-Werkes in Schlachters ist damit aber noch nicht erschöpft, denn es ist nicht nur das größte Butterwerk des Kreises Lindau, sondern in der Milchschwemme ein willkommener Auffang für jede Milchmenge und im übrigen ein ebenso wichtiger Milchausgleich in der Lindauer Milchversorgung, nämlich von 3000 bi s 4000 Liter täglich. Oesterreich liefert auch Milch zur Verarbeitung nach Schlachters, 10 Prozent des Wertgewinnes aus der Veredelung verbleiben im Kreise Lindau. Die Kapazität der Verarbeitung beläuft sich auf 40 000 Liter, zeitweise, als das Zillertal, Innsbruck, Vorarlberg und St. Gallen noch ungehemmt lieferten, kam man auf 60 000 Liter. Heute beträgt der jahresdurchschnittliche Milchanlauf ohne Oesterreich 22 000 Liter, das sind 70 Prozent der Anlieferung vor der Besetzung. Die fehlenden 30 Prozent erklären sich aus der gesteigerten Viehablieferung und aus der vermehrten Jungviehaufzucht. Das Milchein- zugsgebiet hat eine Ausdehnung von 14 km im Umkreis und reicht bis Heimenkirch im Osten, bis Hege im Norden und bis Ach- berg im Westen Außer Oesterteich liefern 530 Bauern bei einer durchschnittlichen Viehhaltung von 2990 Stück. Sie erhalten 4 Pfennig plu s 4 Pfennig für jeden Fettgrad der gelieferten Milch durchschnittlich etwa 21 Pfennig pro Liter, also den besten Preis. Bekanntlich wurden tn der französischen Zone die vier Rundfunksender Koblenz, Baden-Baden, Freifoorrq und Saarbrücken im „Südwestfunk" vereinigt Zur Ausweitung des Sendenetzes, das mit verhältnismäßig schwacher Energie arbeitet, sind weiter« kleine Sender in Kaiserslautern und Sig- maringen im Bau. In verschiedenen Gemeinden Oberschwabens erlitt die Landwirtschaft durch HagelschJaq großen Schaden. Zum Teil wurde dadurch die gesamte Obsternte vernichtet Starke Verheerungen wurden auch in der Gemüse- und Hopfengärten angestellt. • In Württemberg sind zwölf ehemalige Truppenübungsplätze mit einer Gesamtfläche von 1277 Hektar und in Nordbaden elf Plätze mit einer Fläche von 455 Hektar wieder zum landwirtschaftlichen Anbau frei gegeben worden. Einen echten „Schwabenstreich" lieferten sich zwei Fußballvereine in der Umgebung von Reutlingen. Die Vereine vereinbarten ein gegenseitiges Freundschaftsspiel gaben den genauen Zeitpunkt des Spielbeginns bekannt, vergaßen aber, sich darüber zu informieren, w o das Spiel stattfinden sollte. So fuhren die Vereine jeweils in die Stadt des andern, um vor völlig leeren Bänken zu stehen. Im württembergisdien Gomaringen hielt sich mehrere Wochen eine junge Frau aus Stuttgart auf, “ die unberechtigt Schwesterntracht trug. Sie stahl bei Bekannten Kleider, Lebensmittel, sowie Schmuckgegenstände und unterschlug eine größere Geldsumme. Außerdem wird sie der Abtreibung beschuldigt Ucbcr öie Schmelzer Grenze Der in einer Rekordzeit von l 1 /* Monaten errichtete internationale Flughafen von Basel ist in einem feierlichen Akt eröffnet worden. 1200 Schulkinder der vorarlbergischen Gemeinde Lustenau waren Gast der schweizerischen Grenzanwohner. Auf Schweizer Boden wurden die Kinder nach dem Grenzübertrift von der Bevölkerung in Empfang genommen und in ihren Häusern bewirfel In Z ü t i ch fand ein dreijähriges Mädchen in der Hausapotheke seiner Eltern eine Schachtel Pillen, die es für Süßigkeiten hielt, es sich aber in Wirklichkeit um Schlaf- pi”en handelte. An dem Genuß dieser Pillen ist das Kind, ohne da« Bewußtsein wiedererlangt zu haben, gestorben. Stuttgart erltnöet neue* Wohnfyftem In der württembeigischen Landeshauptstadt gründete sich eine Baufirma, die den Bau von Wohnungen vorsieht, in denen die Einwohner nicht Mieter ihrer Wohnungen, sondern Eigentümer werden, also Miteigentümer eines Baublocks sind So wie man früher ein Auto kaufen - konnte, so soll man nach dieser neuen Idee in absehbarer Zeit auch Wohnungen kaufen können, Wohnungen in jeder beliebigen Größe, die einem wie ein eigenes Haus gehören, die man vermieten, veräußern und vererben kann, die unkündbares Eigentum der Käufer sind: denn durch die Zahlung einer einmaligen Summe werden die Käufer anteilige Mitbesitzer de« ganzen Grundstücks. Der „Eiqen- wofhner" zahlt keine Miete, sondern nur eine geringe monatliche Umlage für Hausreinigung, Steuern usw. Der Erwerb von Eigenwohnumgen hat außer den privaten auch volkswirtschaftliche Vorteile. Auf freiwilliger Basis wird der Geldüberhanq verringert und, da die Gelder der Bauwirtschaft direkt zufließen, nutzbringend zum Wiederaufbau der Stadt verwendet Jeder kann Eigenbewahner werden, der über das nötige Kapital verfügt. Da »ich der Bauqesellschaft bereits eine Bausparkasse amgeschäossem hat, ist auch dem der über keine großen Kapitalien verfügt, die Möglichkeit gegeben, sich das eigene Hehn langsam zu ersparen. Eine Vierzimmerwob- minq soll etwa 17 000 Mark, die kleinste, eine Einzimmerwohnung, etwa 5000 Mark kosten. Für Alleinstehende ist hie-r eine fast ideale Lösung gefunden. Die siebenstöckigen Häuser sollen in möglichst weit auseinanderstehenden Zeilen errichtet werden, die mit den Breitseiten nach Ost und West schauen. Zwei oder mehr Zeilen werden durch niedrige Quergebäude, die als Geschäftshäuser gedacht sind, verbunden So entstehen Blocks, deren Innenräume nicht wie früher mit winkeligen und durch ähre Licht- und Sonnenilosigkeit ungesunden Hinterhäusern verstellt sind, sondern Grünflächen bilden. Vor dem Krieg waren in Stuttgart 456 000 Einwohner auf 145 000 Wohnungen mit 435 000 Räumen verteilt. Es stand also für jede Person ein Raum zur Verfügung. Nach dem tiefsten Stand der Einwohnerzahl, 230 000 im April 1945, wohnen jetzt in Stuttgart wieder 384 000 Personen. Dafür stehen nur noch 67 000 Wohnungen mit 200 000 Räumen bereit Man schätzt, daß aus dem französisch besetzten Gebiet Württembergs 15 000 bis 18 000 Personen, aius anderen Gebieten 10 000 Personen und dazu noch etwa 15 000 Soldaten aus der Kriegsgefangenschaft nach ihrer Rückkehr in Stuttgart Unterkommen wollen. Zur Zeit wohnen in Stuttgart noch 628 Personen in Bunkern und Baracken, außerdem zahlreiche Familien in völlig ungenügenden, da* heißt nicht wetterfesten Wohnräumen. Das Freiburger ßeifpiel Wer in der Mittagssonne an dem alten Freiburger Gasthof „Oberkirch" vorbeischlendert und dabei vielleicht ein wenig vor sich hinträumt, kann für Sekunden eine Illusion besserer Zeiten haben. Von rechts tönt ihm Orgelspiel aus dem Münster in die Ohren, und von links mischt sich das werbende „Schöne Maiglöckli!" einer Blumenfrau in die mächtigen Harmonien. Der Passant braucht aber nur den Kopf zu heben, und der Traum ist aus, wieder sieht er die Silhouette der Trümmer des Münsterplatzes vor den Schwarzwaldbergen, und verspürt er nun Hunger, so findet er den Eingang des einst so gastlichen „Oberkirch" verschlossen. Zwar versöhnt ihn ein wenig die Feststellung, daß wieder etwas nicht nur frei verkauft, sondern sogar angepriesen wird — Maiglöckchen —, und von fern sieht er die gebeugte Gestalt Seiner Majestät des Käufers langsam sich wieder aufrichten: indessen demonstrieren Tr ümm er und verschlossene Tür zu deutlich das Einstweilen die beiden Hauptprobleme, um die sich alles dreht, und in Freiburg wohl mehr als anderswo in Südbaden: das Wohnen und das Essen. Um mit dem weniger Wichtigen anzufangen, dem Wohnungsproblem. 45 Prozent des Wohnraumes der Stadt sind zerstört Wie anderswo, wird auch hier vordringlich der Weg eingeschlagen, der den schnellsten Erfolg verspricht: Wiederinstandsetzung der dazu noch geeigneten Häuser. Der andere Weg bietet noch stärker den Anschein des Provisorischen und beansprucht mehr Mühe und Zeit: Neubauten. Freiburg hat mit der Errichtung von Behelfsheimen am Stadtrand begonnen. So ist das Musterhaus im Stadtinneren, das inmitten der Ruinen aufwuchs und von zahlreichen Leuten besichtigt wird, verhältnismäßig rasch fertig geworden. Interessenten aus anderen Städten, zum Beispiel Lörrach, bitten um Mitteilung der Erfahrungen, die im Augenblick allerdings noch nicht gegeben werden kann, weil die Erfahrungen erst gemacht werden müssen. Das Publikum staut sich vor den Fenstern des Baues, sieht hinein und ist in lebhafter Kritik begriffen, die nicht imm er eine reine Baukunstbetrachtung ist Einen Straßenbahnschaffner hören wir zu seiner Frau Kollega sagen: „Besser als gar nichts." Dem Berichterstatter schien das ein wenig zu unfreundlich: das Modeilhaus ist nicht nur besser als gar nichts, woran ja ohnehin kein Zweifel bestehen kann, es ist auch besser als manches andere; und selbst der Kritischste wird zugeben müssen, daß hier mit einem Minimum an Mitteln ein Maximum an Wirkung erreicht ist. Mit dem „Besser als gar nichts" hatte der Mann nichts als den allgemeinen Maßstab bezeichnet den das deutsche Volk noch auf lange Sicht an alles wird anlegen müssen; und gemessen an diesem Maßstab gewinnt das Haus eine ganz schöne Größe. Holz und Trümmersteine sind der Baustoff, und was daraus auf dem engen Raum gemacht ist könnte nur schwerlich besser gemacht werden. Schiebewände sorgen für Auflockerung der Enge, jeder der 35 Quadratmeter ist aufs geschickteste genutzt Wenigstens hundert solcher Behelfshäuser werden am Stadtrand entstehen. Mit den ersten 36 ist vor etwa drei Wochen an der Breisacher Straße der Anfang gemacht worden. Die größte Schwierigkeit ist die Beschaffung geeigneter Arbeitskräfte. So dankenswert das Anerbieten jener Kriegerwitwe ist mit Hand anzulegen, 60 wenig kann der Maurerpolier sie brauchen; es genügt ja nicht, daß sie für sich und ihre Kinder die Bausteine herbeiträgt Die Siedler, die an der Breisacher Straße arbeiten, stehen ständig zur Verfügung und sind brauchbare Kräfte. Das zweite, der Rangordnung nach das erste: das Essen. Fett, Fleisch, alles ist knapp, aber der Schwerpunkt liegt bei der Masse, für uns Europäer beim Brotgetreide und, stärker noch bei der Kartoffel, jenem „zu einer Knolle verdickten unterirdischen Stengelausläufer eines Nachtschattengewächses", der, seit vor 400 Jahren die Spanier ihn von der nordchilenischen Hochebene nach Europa brachten, oft geschmäht und in guten Zeiten von den Feinschmeckern in den Keller verwiesen wurde, ebensooft aber seitdem zum Lebensretter für Millionen geworden ist. Der Kartoffel werden wir auch diesmal unser Leben zu verdanken haben, wenn wir die kritischen 90 Tage glücklich überstehen. Hätten wir nur genug davon! Dem Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung macht die Kartoffelknappheit schwere Sorgen. Neben den Anstrengungen um die Beschaffung der notwendigsten Mengen bis August — 20 000 Zentner werden bis dahin noch in Südbaden benötigt — laufen die Vorbereitungen für die neue Ernte, vor allem für die Bekämpfung jenes verheerenden Schädlings, des Kartoffelkäfers. Im großen Hörsaal der Freiburger Universität trafen sich bedeutende Männer der Forschung und der chemischen Industrie, berichteten über Organisation und Stand der Bekämpfung und sprachen sich über aktuelle Fragen zum Thema aus. Und das Getreide? Sechs Monate lang kann Südbaden 6ich vom eigenen Brotgetreide ernähren, das auch in Zukunft der Bevölkerung ungeschmälert zur Verfügung steht, da Frankreich seinen Bedarf aus eigenem bzw. amerikanischem Weizen deckt Für die andere Jahreshälfte muß fremde Einfuhr sorgen. In den Backstuben wird amerikanischer Weizen vermengt, den Frankreich im Austausch gegen andere Erzeugnisse zur Verfügung stellt Es wird versucht werden, mehr zu erzeugen und durch intensivere Frühjahrsbestellung einen Ausgleich zu schaffen; der Anbau von Sonnnergerste, schon im Vorjahr zum Brotgetreide erklärt, wird empfohlen. So wichtig es im Kampf gegen den Welthunger ist, daß die amerikanischen Farmer die fünf Millionen Tonnen abliefem, die sie zurückhalten, wie ln den USA offiziell geschätzt wird, so wichtig ist im kleinen Bereich der Heimat die Treue, mit der der Bauer seiner Ablieferungspflicht nachkommt. Sollte der Sättigungsgrad des Kriegstodes mit seinen mehr als 30 Millionen Opfern noch nicht erreicht sein? Wenn man bedenkt, um was es geht, scheinen die Urteile milde, die das Tribunal Sommaire in Freiburg gegen säumige Ablieferer aussprach. Die Schuldigen kamen mit Ordnungsstrafen davon. Möge ihnen die Warnung genügen! Helmut Holthaus lieber bae Hamftern Das Hamstern ist eine umstrittene Erscheinung. Von Amts wegen mit allen Mitteln bekämpft, blüht es heimlich und offen überall. Es ist eine Folgeerscheinung der Not und des Mangels. In der Hauptsache spielt es sich zwischen Stadt und Land ab. Nirgends ist es beliebt, weder bei dem. der es tun muß, noch bei dem. der als»Objekt der hamsterlichen Angriffe ausersehen ist Jedem Einsichtigen ist es klar, daß man es nicht mit behördlichen Verboten allein bekämpfen kann. Auch nicht mit dem Polizeiknüppel Und nun kommen wir zu dem, was wir eigentlich sagen wollten: Es ist unsinnig, den kleinen Hamsterern, die sich mit viel Mühe und Unkosten und oft unter allerlei Demütigungen und mit heroischer Selbstüberwindung einige Eier, ein paar Pfund Mehl oder ein Fläschchen Milch ergattert haben, diese Dinge durch Polizeiorgane in oft sehr rigoroser Weise abnehmen zu lassen Man wird damit das Hamstern nie unterbinden können, sondern nur neues Unrecht, viel Verärgerung und Erbitterung schaffen Das gewerbsmäßige Ham 6tem gehört exemplarisch bestraft. Mit den kleinen Hamsterern soll man Nachsicht haben. Es ist praktisch so. daß die Mengen, die für die kleinen Hamsterer der allgemeinen Lebensmittelkontrolle entzogen werden, doch nicht zur Ablieferung gelangen würden, sondern daß der Bauer vielfach aus freiem Willen von den für seinen persönlichen Bedarf bestimmten Vorräten abgibt Er mag es manchmal aus Berechnung tun, um irgendeinen Vorteil zu erzielen. In vielen Fällen geschieht es aber auch aus Mitleid und aus tiefem Mitempfinden für die Not der Stadtleute heraus. Wir sollten so gerecht sein und dies anerkennen. Wer aber glaubt, man könne den Ablauf des Lebens mit behördlichen Verfügungen, Strafmandaten und Polizeiorganen allein regeln, der befindet sich immer noch in dem Irrtum, dem wir einen großen Teil der üblen Erscheinungen der letzten Jahrzehnte zu verdanken haben Das menschliche Leben ist kein Uhrwerk, das von irgendeiner dafür eingesetzten Stelle aufgezogen wird und das nun in gleichmäßigem Gang abläuft Die Gesetze des menschlichen Zusammenlebens folgen nicht einem unserer Willkür gehorchenden Mechanismus, wie sich auch die Beziehungen von Mensch zu Mensch und also auch vom Land zur Stadt nicht einem toten Automatismus unterwerfen lassen. Man sollte das. wenn man Gesetze und Verordnungen erläßt, bedenken. Und man sollte vielleicht wieder mehr als bisher den natürlichen Regungen der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit Raum geben, die nicht durch Maßnahmen des omnipotenten Staates ersetzt werden können. Zcrftörtc Kunftftätten In München fanden die wertvollster: Stücke aus den Pinakotheken im „Hau« der deutschen Kunst" Unterkunft, dessen Zerstörung man leichteren Herzens hingenom- men hätte als den Verlust so vieler wertvoller Bauwerke. In Stuttgart sind sämtliche Museen zerstört; die zerstreut deponierten Bestände hofft man an wenigen Stellen vorläufig zu vereinigen. Auch da« alte Stadt, museum in Ulm mit seiner Kapelle und den Renaissancesälen ist vernichtet, der Inhalt gerettet In Rottweil blieb die reiche Skulp. turensammlung der Lorenzkapelle unbeschädigt Von den schönen Städten im schwäbisch-fränkischen Grenzgebiet blieb Dinkelsbühl verschont, Rothenburg ist erheblich, Nördlingen minderbeschädigt. Seite 8 SÜDKURIE* K Nr. 74 / 17. Mai 1946 BEKANNTMACHUNGEN Ordre. Par ordre du Gouvernement Mili- taire, tous les ätrangers Personnes DäpUcäes (arriväs en AUemayne apräs le 1—9—1939), non enregisträs par 1*UNRRA, doivent se präsenter au Gouvernement Militaire, Detachement H — Cercle de Constance, mu- nis de 4 photos, permis de söjour et Carnet pour etrangers — A 4 E — le 20 Mai F & K = U 21 Mai L 4 O = le 22 Mai P 4 S — le 23 Mai T 4 Z = le 24 Mai Befehl. Laut Befehl des Gouvernement Militaire, müssen sich sämtliche Ausländer, Personnes Deplacees (in Deutschland nach 1—-9—1939), die nicht von der UNRRA registriert sind, im Gouvernement Militaire, Detachement H —■ Cercle de Constance melden Mitzubringen sind; 4 Photos, permis de sä- jour und carnet pour ätrangers = A 4 E =t le 20 Mai F 4 K == le 21 Mai L 4 O = le 22 Mai P 4 S = le 23 Mai T 4 Z = le 24 Mai abgeschlossen. Nach diesem Zeitpunkt werden die vom Ernährungsamt ausgegebenen Berechtigungsscheine von den Weineinzelhandelsgesch4ften nicht mehr angenommen. Weinberechtigungs- ! scheine für die beim Ernährungsamt noch vorliegenden Anträge werden am 17. 5. 46 in der Zeit von 14 bis 17 Uhr le^tmals ausgegeben. Ausgabe: t Wessenbergstr. 41, Zimmer 4. Neuanträge werden nicht mehr angenommen. Konstanz, 15. Mai 1946. Der Oberbürgermeister. Ernährungsamt. Der letzte Transport für die Heimkehrer nach der amerikanischen Zone Nord-Baden, Nord-Württemberg, Bayern und Großhessen findet am Sonntag, 19. Mai 1946, statt. Abfahrt vormittags 7 Uhr, Beginn der Verladung vormittags 6 Uhr. Zug steht v au! Geleise 1, Zugang am Nordrande des Bahnsteiges 1, beim Hafenübergang. Konstanz, 14. Mai 1946. Der Oberbfirgermelster. Sduntcrstoffversorgung der französisch besetzen Zone Badens. Karteimäßige Erfassung aller Schmier- Stoffverbraucher. Auf Anordnung dei Militärregierung in Baden hat ab sofort eine karteimä-i ßige Erfassung aller Schraierstoffver-! braucher mit einem Jahresbedarf von über 60 kg — ausgenommen Motorenöl für Vertrennungskraftmaschinen und Sonderschmiermittel — zu erfolgen. Im Vollzug dieser Anordnung werden hiermit alle diese schmierstpffverbrauchen- den Betriebe der französisch besetzten Zone Badens verpflichtet, zwecks Einrichtung einer Kartei einen Fragebogen auszufertigen. Diese Fragebogen sind von den Verbrauchern bei ihren Lie- feartnlen, bzw. Händlern, abzuholen oder snzuf ordern. Nach Ausfertigung der Fragebogen sind dieselben sofort — spätestens bis zum 31. Mai 1946 — an das Badische Wirtschaftsministerium Hauptwirtschaftsamt Freiburg i. Br., Wilhelmstraße 26, einzusenden. Die Schraierrtofchändler fordern ihren Bedarf an Formularen beim Badischen Wirts ch aftsmiuisterium, Hauptwirts diafts- amt, an. Die Ausfertigung und Abgabe des Fragebogens bis zum festgesetzten Zeitpunkt ist Pflicht Wer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, wird von der Zuteilung von Schmierstoffen aasgeschlossen. Freiburg 1 Br., 7. Mai 1946. Badisches Wlrtschaftsmlnisterium Hauptwtrtsdiaftsamt. gez-* Dr. Leibbrandt, Min.-Direktor Verteilung von Teigwaren, gezuckerten Kindernähraitfeln, Zucker nnd Kaffee- Ersat) in d*r 13. Znteilungsperiode. Für den Monat Mai (13. ZP.) gelangen nachstehende Lebensmittel zur Verteilung. Die Bezugscheine werden ausgestellt auf die Zahl der abgeliefer- ten Vorbestellabschnitte der einzelnen Kategorien 1 . Teiguarea für Normalverbraucher und Teilselbsvcrsoiger (mit Ausnahme der Teilselbstversorger in Brot) aller Altersstufen sowie Sdiwerarbeiter sämtlicher Kategorien. 2 Gezuckerte Kindernähnnlttel (keine Maaqi-Erzeugnisse) für Kinder von 0-~ 3 Jahren der Normalverbraucher und Teilselbstversorger (mit Ausnahme der Te'Iselbstversorger in 3rot). 3. Zocker für Kinder von 0—3 Jahren der Normalverbraucher, Teitselbst- ▼ersorger aller Arten und VolUelbst- versoigef. 4. Kaffee-Ersa% für Normalverbraucher, Teilselhstversorger aller Arten und Vollselbstversorger über 6 Jahren,; Vorbestellverfahren* Um die Kletn- verteiler mit den erforderlichen Mengen an Teigwaren, gezuckerten Kindernährmitteln und Zucker zu versehen. wird für diese Nahrungsmittel sofort ein Vorbestellverfahren durchgeführt. Hierzu sind von den Verbrauchern den Kleinverteilern folgende Abschnitte der Lebensmittelkarte der 13. Zuteilungsperiode abzugeben: t. Teigwaren Normalverbraucher und Teilselbstversorger (s o.) Abschnitt 36 Haiib&chwerarbeiter Gruppe I Abschnitt DG Sdiwerarbeiter Gruppe I zusammenhängende Abschnitte DE u. DG Schwerarbeiter Gruppe II Abschnitt DA. 2. Kindernährmitte! (gezuckert) Brotabschnitt 6 über 325 g Brot der K 1 Lebensmittelkarte. Der Abschnitt 6 der Lebensmittelkarte für K 1 berechtigt ab sofort nicht mehr zum Bezug von Brot oder Mehl. Den Bäckereibetrieben zur Beachtung. 3. Zucker für K 1 der Normalverbraucher und Teilselbstversorger aller Arten Abschnitt 43 für K 1 der Vollselbstversorger Abschnitt 4. Die Bestellabschnitte sind bis spätestens 22. Mai bei den Kleinverteilem abzugeben, spätere Abgaben können nicht mehr berücksichtigt werden. Für den Stadtkreis Konstanz: Uber die Einreichung der Vorbestellabschnitte ergeht dem LebensmitteleinzeThandeJ durch den Einzelhandelsverband e. V. Bezirksstelle Konstanz direkte Weisung. Für den Landkreis Konstanz: Die Kl ein Verteiler haben bis spätestens 23. Mai die Bestellabsdmitte ihrer Karten- stelle vorzulegen, welche dafür Bezugscheine A ausstellt. Diese sind umgehend an den zur Belieferung vorgesehenen Großhändler weiterzugeben, da diese angewiesen sind, am 26. Mai die Vorbestellung abzuschließen. Für die Landkreise Stockadi und Uberlingen: Die Kleinverteiler haben die eingereichten Vorbestellabschnitte bis spätestens £3. Mai an das Emäh- rungsamt Stockacb bzw. Uberlingen einrusenden unter Angabe des zur Belieferung vorgesehenen Großhändlers. Konstanz, Stockadi, Uberlingen, den 15. Mai 1946. Der Oberb Qrgermelster Die Landräte Ernihrungsämter Abt B. Frau Frieda Behringer Wwe in Konstanz ersucht um die Genehmigung zur Eröffnung einer Stehweinstube mit Ausschank von Most, Wein u. Branntwein in ihrem Hause, Pfauengasse 2. Einsprachen gegen diesen Antrag sind innerhalb 1 Woche nach Erscheinen dieser Bekanntmachung auf dem Rat- , haus, Zimmer 6, schriftlich oder mündlich vorzubringen. Konstanz, 9. Mai 1946. Der Oberbürgermeister. 3um Heimgang meines geliebten, unser gefoltdjen Srubezs $efer Watbh, Xe» legt.*3nfp. a. X., iaht t* non alle« Seiten fooiel kerjlidje Anteilnahme, 3ei*en bet Hiebe imb 3Bert)*ä$ung erfahren Dürfen, bag es mit unmßg* lid) ift. jebem einzelnen ju banfen. 3* bitte bähet alle, auf biefem SBege meinen Hefempfunbenen Xan! enige* gennehnten ju mallen. Sud) banfe id) oon Serben bet hoch®. ©eiftlidjleit für Abhaltung bet XrouerfeieiHdjfetten, ferner Denn Oberpoftmeiftet SBagnet für ben ehtenben 9iad)zuf am (Stabe unb Die Atanftniebetlegung, ben fetten Beamten bes $oftamts Stodadj für Die jahlreidje Beteiligung an bet Seetbi» gung, für bte otelen f *önen Ätanj* unb Blumenpenben, Stiftung bet f>L SJiefTen. Beteiligung am Seidjenbegäng« nis unb Seelenopfez ein beraltdjes 93er= aelts (Bott. Stocfad). 16. 3Hai 1946. 3n tiefet Xtauet: Sobanna SRathi). _ GOTTESDIENSTE _ Sie Chriftengemeinfqaft Aatcftemg, Won. golbftr. 9. Sonntag, 19. Mai, 10.00 Up: Sonntagspanblung für Rinber; 10.30 Uhr Menfqenmeiijebanblung; Montag. 20, Mat, 20 00 Upr Soitiag „Sie Begegnungen mit bem Mujerftan« benen nad) ben Goangelienbetiqten". Goang. Bolfsmiffion Konftanj, Mainau« fttafte 31 (Saulusfirqe). Sonntag, ben 19. Mai. 20 Upr. Sorirag: „Serbin. i«mte Menfqeu“; Miitrood), 20 Upt, BiPelftunbe. Die Firma Otto Meier, Muschelkalkwerk in Tengen, hat die Enteignung der Grundstücke Lgb.Nr. 2504, 2505, 2505/t, 2522, 2523 , 2626, 2632 und ein Teil von 2624, 2625, 2627 . 2571, 2572, 2573, 2574, 2574'1. 2574/2, 2575/1, 2595, 2596, 2597 , 2598 und 2599 der Gemarkung Tengen, der Firma Adolf Lauster u. Co., Travertinwerk in Stuttgart-Cannstatt gehörig, zwecks Wiederaufnahme seines Steinbrudibetriebs beantragt.. Tagfahrt für die Versammlung der Kommission, weiche die Notwendigkeit der beantragten Enteignung zu prüfen und zu begutachten hat, ob und welche Verpflichtungen der Unternehmerin für den Fall der Enteignung aufzuerlegen sind, wird anberaumt auf Mittwoch, den 12. Juni 1946, vormittags 10 Uhr, in das Rathaus in Tengen. Dies bringe ich zur öffentlichen Kenntnis mit dem Hinweis, daß es den Beteiligten freisteht, an der Tagfahrt etwaige Einwendungen gegen das Unternehmen vorzubringen und Antrag auf Erlassung von Auflagen zu stellen, die der Untern* hmerin im öffentlichen Interesse oder für die benachbarten Grundstücke zur Sicherung gegen Gefahr und Nachteile zu machen sind. Der Landrat. XonftanjiMotttuatingcn: 10 II Pr Gottes- bicitft. 11 Ui|r Äinbergottcsbienjt. Goang. Pfarramt ÄRZTE «ugenarjt Sr. ©loqet abroefepb oom 20. 5. bis 8. 6 St. meb. SB. Baumgartner, Raqarjt für Saat, nnb garnftanfbeiten. Konftana, Babnhafplag 4. Stajis bleibt bis 4. * 3uli 1946 megen Gtftanfung geidjiotlen. 3«3>mmet«Wobnung, Äfidje, Sab, Bai« forte, Keller, Speiqet, 3eniialbeiaung, GatteuauleU in Ronftan3«StaaD, See« läge, geboten; 3<3i»SSobnung mit 3 U = beböt. am Sobettjee gejuebt. u. 58 338 Sübfurier Ronftanj. 3>3immeroobnnng, |d)öne mit allem Komfort in Betlinet SSorort geboten. Suche 2.3immtrnrobnunfl in Sobenfe*» gegenb. 3ufibr u. 73 7S4 Siibt. Sin« gen«§. 2>3immee«9Bobnnng mit Sabeeintiibt., Uebertingen, Jlu&borfer Sti., geboten, 3—l«3immemrobnung tm Kreis lieber« ftngen ober Konftong gefuibt. 3uf(bt. n. 79 716 Süirtnrter lleberlingen. STELLENANGEBOTE UNTERRICHT CnäTif^es Snftifat. §eibel6etg f ftank» j^nljö^cimer fianbftz. 9. 5tansöft:ct)er Xolmet^er^Ceöigang. Sauet: 6 97lo< nate, Aus&tlbung als Ueßetfe^ez. XoL meldet. ftottt r ponbent u. a. Beginn naefj Cßetn. Ausfunft u. Anmelbung ii^riftl. ober petfönliiß im Seftetatiat * fi'tr Xel. 3484 FAMIHEN-ANZEIGEN San* TH« (5^6utt eines ce* funben Sonniagsfungen jjetgen ^oi^* erfreut an SKatgtet Seibel geß. fio^tt, OTanfteb Seibel, Äonftanj, 12. 5 46, Salmannstoeiletgaffe 36, 8. 3. Bin« jentiusßaus. 3ßte Beimüßlung geben befannt Cnofn Xeggeimann, ganra Xeggefmann, geß. Sfutbs. $inbeltoangen/3Binbegg, 9. Mai 1946, ( GESCHÄFT LJjC_H E S_ Baafpartafle «X^^SBöftentot, Sabtoigs» borg (TBtlbg.). Xeutfcßl größte unb filterte Bau : patta{fe finan^text lüJan- los fteubau oon Met)rfamili , 'if)üui. , tn. (Sigenßeimen. Arttßauiern franoroer* ferbaulein (au* Äauf aitö ?latoetttag Bei 30 % (Sigenfapilal ofottipe 3^’” i*enfinanÄierung in geeigneten gaMen mogli* ftinanftietungspulne Gmvl- betatung, Btofpette uiro tpfterJos butcb ©e chöftsftene Süb®efi. gubmigs» bürg (SBttbg.), ailatüpla^ 13 ober but* ben 3 a *betatet 9li*atb (Ebett, Äonftan3=6iaab. Staabet Str. 25, Ofetn« tuf 778.___ Briefmarfen. Äntauf — Betfauf t Auttio« nen. Auftionseinliefetungs^Bebtngungen toßenlos, CEbgat SRo^tmann, Hamburg 1. Speetfott 6. Xel. 33 40 83. Eintragung der Kennkart ennnsmer in den Führerscheinen und Erneuerung der Gültigkeit von Kraftfahrzengfüh rerscheinen« Bis zum 1. Juni 1946 sind auf den Führerscheinen folgende Eintragungen vornehmen zu lassen: a) Nummer der Kennkarte des Püh- rerscheininJiabers, b) Vermerk über die Erneuerung der Gültigkeit des Führersdieines. Die Durchführung der Anordnung beschränkt sich zunächst auf solche Füh- rerscheininhaber, die im Besit) einer französischen Verkehrsbewilligung (Per rn< * sind Diese ist mit dem Führerschein vorzulegen Die Einträge werden vorgenommen: Beim Landratsamt — Kraftfahrzeug-Zulas* «umgssleUe — Konstanz, desgl. bei den Polizeirevieren Singen und Radolfzell. Für die Eintraoimgen wird eine Gebühr von 2.— RM. erhoben. Konstanz, 13. Mai 1946. Der Landrat. Welnsonderznteflnng zum !. Mal 1946. Die Belieferung mit Wein ans der Sonderzuteilung zum 1. Mai wird am 18. 5. 46 bei den Weineinzelhändient t Unezmartet lafib cntfibUef naj) einem at&eiistetiben Seien mein liehet SJtann, unfet gutet Sibmaget unb Onfel Sebafiian SRobbzngget 9It«(Saftmitt, nat. [anbetn auch einen bet Wenigem bie oon Bnbeginn an ffibrenbet Steile unfet Untetnebmen mit aufgebaut haben. Wir metDen ihn nie oergeffen. gnnfftrabl, ffief. f. Saibtiibtenteib« nif m.b.g.; bet Settiebsausfibub; bte Sefibäftsleitung, jugleiib im Samen aller Betriebsangehörigen. Sie Seetbiguna fattb am Sonnets« tag. ben 16. Mai halt. DANKSAGUNGEN getjüibeH San! allen, bie ans ibte Seil« nähme an bem [(hüteten Setluft mei nes lieben Mannes. Satets nnb 8tu bets grau] girn betunbeten. Seion« beten Sant [pteiben mit getrn Maiet n. gitma Sttomapet füt bie tiöftenben Motte aus. gtau Snna gitn nnb Kinbet. gut bte berilitbe Teilnahme meinet na« ben unb fernen greunbe, füt bas txenc Gefeit bet Mitfubfenbcn jnm Stabe, füt beten Blumen« n. Siebesgaben mihtenb meines Ib. Mannes ftbmetj« oofler Kianfbeit. fage ift affen tuet nen ttefen unb unoergefstttben San! gtau Silma 3>ntmetet. Gaienhofen, * ben 13. 5. 1946. Sie Sübbeutfdte Sanfpat!tebit>HG„ Se. ]it!s«6enetafagentnt 3o|ef Glatt, Mef« fibingen im gegan, ftnanjtett Eigen« beime, Mebtfamiiienbäu'et, Sftitbäu, iet, Geftbüftsbäufei, ffietfftätten füt gnnbtoerler. Kfeinbettiebe affet Stt in Kauf, Sau u. Miebetaufbau. Sei 25 •/, Ginjab.'ung Sofotifinaniietung. Sie erhalten faftenfofe unuetbinbfiibe 9us« fünft übet affe gingen unb 3nienbun« gen oon bebübetten Stofibüten. Spejtal • Sertrauensauslfinfte, Seobaib« tungen unb Ermittlungen lebet Sri, jnoetf u. bisftei, in allen 3 0nen Sustunftei unb Ermittln ngsimtttut G. Kraus, Miesbaiben, Sobeniee«8ej.« Setirehittg Kanüanj. Kabanffe 2 Mngotamaüe, taufe laufenb jebes Quan« tum oon 3ü6)iet ju gö^ftoteifen unb befter Semettuna bet fofott. äbtecb« nung unb teiimeifet Gegenlieferung in Mä'tbe Unfottiette Molle mitb su beften Sebingungen angenommen. Steife nad) Seteinbatung. gugo K!ö iet, Sngoia«Gefunbbeitsmü|dje«gabrif * Saufenbutg/Saben (17a). Kaftbinen, gtaphiftb«, aHet gabtilaie, übetboft repatiett nnb moniiett bet longjübt. Speiioltü im Sufbbtudetei« mafibtnenban Snguft Baffe, Sfatfenbo * fen/SIm. gauptplaj 18. Sricftnarlen. Sn-Betfauf. Seubeiten« bienft getbett Sinbemann, Setfin * M 35, Saugenet Stt. 7. MaufAettentnöpfe, oenridelt, geg. Ein« [enbung non 8.— SM füt 1 S-, liefert übetaflbin. Sabett Klingel, Bln^eim * E5. SrüntkeoinfettiOR (Entmefung) oon 8a, roden nnb Saratfen«Etntiei»- u 88 908 Sübf. Konftang. getrenftifent, ittneeit. tüifitioen, fe'f-b- füt meinen Samen« unb getrenfa'on gefuibt Koft unb Mobnung im gaufe. Wahrt mitb oerniitet 3uftbt. u. 58 474 eroVnriet Kot#ang. Cinlänfet mit guten Bet6inbungen ln Solingen unb bas übrige roeftf Sn« bufttiegebiet füt Erpottbaus u. Grob« banblung ge'udrt Sidiete Eriftenj. 3u'dir u 58 464 Sübfutiet Konftanj. Saumftbulift, füb. Seteblet, füt fpfoti ober [päter oeiuibt Semerbnnoen erb an Stanj Sonbeifttaft, Obfibaumitbu« len. Beben bei Wreibutg j Br (17a). 8etmaltangsratfd)reibet gefuibt füt eine miitelbab Stabt, aus bet Setmaltung betoorgega-tgen, potttifb unbel., tü(bt. Seroerbungev mit Sebenslauf unb ben notroenbigen 3eugmsabfjintmenoobnnng. fonnige mit 3ubebät in Bttthtgen geboten, gegen ebenfolibe in Konftana. Singen ober Seegegeitb 3uftbt. n. 77 591 SüM. Sittingen. STE LLEN- GESUCHE Ebetnifet, Ketamifet. mit Iangjäbt., leitenbet Tätigfeit in Ketamif nnb Tantnbufttie, 9ttibt»Sg.. futbt entfpi. Stettung. 3ufd)r u. 56 801 Sübfutiet Konftana. «nbiteff u etftfl Rafbmann in Manb. u. Sedenftein«Rabtilation, ju$t nenen Mirfungsfteis obei Seteiltgung an ausbanfäb Untetnebmen a. b. Ken« gtünbung 3u'd)t. n. 85 900 Sübfuiiet Konftana Ä*Ä nnb Sotifflet, aus Geftngenföbaft jurüd, Srietettjen ttut erftet gäufei, betbe Stufungen futbt Stettung als Müeinfodj abet als Sattietbef ht gtö« hetem gotel. Kult Säble, Shontegg, «mt Malisbul, Saben. Setlagsbnibbänblet, 36 3., Getmanift, mit Etjabig. in Setlagstebattian, Bef« total, Metbuna n. Snaetgenmefen, ntel« feit. Ittetatiiqen unb Sptaibfenntn. (ftanj., italien., Reugtteq.) futgt Stel. lung in Serlags« obet 3eiiitbiiflen« betrieb. Sngeb. u. Kt. 88 an Seu’s «n3eigen> u. Setlagsbienft, Sibetad) * (StB). Mttbg. SqmeiBingenient, 1. Kraft. Mt paffenbe Stellung, «tmeb Kalbe, Sfjenbutg * (Saben). StadifeibftraBe 35. Maletmeifiet, tütbtig unb fttebfam, attf. 40, lebig, Seiqtfttegsnetf. pal. um’-el münfqt Gefqäftsubemabme. Suq Einbeitai triqt ausgefqi bei gegeuiet« tiget Keigung. Sobenfeegegenb obet gotbtbetn beootjugt. 3ttwt- 'mit näh- «ngaben u 95 714 Subf. Kattftana. Stbneibemeifier, Gubetenieutiber, etft« flaffiget gelten« u. ©amenfiftnetbet, fuegt Mitfuitgsfteis ht Genteinbe ob. Mattt^eden. Menn moglili) autb als 3ufqneibet in gtobetem Gefdjäft. Mobnuitgsmägliqfeit roirb geroünfqt. «naeb. u. 77 562 Sübf. Sittingen Kaufmann. Met bietet j*g Sirbeten« bentfqen bet Sutomobiliranqe. netb-, ohne Kinbet, Glfftenamäglitbfeii? Sänrtl Rübretfdlrine oo»b.. geroanb» tet Etnfäufet, bisbet im Etpott unb als Gfn'abtet tätia "doofen, enoltftbe Spradlfenni» Mobnunasmöfllidif eil mitb gern cfuitbr u. 77 563 Sübfutiet Sittingen. Kod), junget, futbt Stettung auf 1. Sunt, in ftanj. Kafttto ober gotel; mögt. Bobenfeeaeoenb. 3uid)r uniet 58 16" Sübfvriet Konftat«. Sanbmirt, gebilb., ftübet «ermattet gt. Gütet. Ziegeleien, Stätlefabtifen, Brennereien. Seljtier'atmen, printa 3enan., fu#t Bettrauen sftetttinn; Saqtutm Obet Kauf; lanbm. Obfttul» tuten, Gemüfe«, Geflügelfarm. Ben« ftonsbetrieb ober bergt. 3uld)r. unter 79 63« Sübfuriet Ueberlinoen. Solmetfqerin (ftana. u. teilro. engl.), octbanblungsfäbtg “• äuBctft auoet« läfftg, iebt gute Erdieinung. fuept paffb. Tätigfeit. 3“Wu “■ 58 556 Sübfutiet Konftana. Rräulein, 48 3., geroanbt tn atten bä“«’ liqen Gefqäften. fuqt Stette in ftauenlo em gausbatt. 3n(iftt- tt - Sit- 58 466 Sübfutiet Konftana. 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Mai, 19 Ubt. Matbi. le 21 mai 19 beutes. 8atteii>«benb Seonote Rette, Sattettmeifteiin unb 1. Solotänjetin ju Satis, Wien, Münhen, gamb'uta, Kiga unb bte Tanjgtuppe «nna Rette, tan» jen Mette oon Sifjt. Gbopin, Tfqat« fomffi, Brahms, Squbeit, Slbenii, SttauB unb anbere. «m glüael: «. Öetguth. Stetsgtuppe II: KM. 1.50 bis 8.25. Ratten tm Tbeatttbüto ab Samstag. 18. Mat. HEIRATEN Capitol-Zbeater Ronftanj. Sit. Metnct Rnutb Tägliq 20 Ubt Sas grobe Mab Srogtaam. Befqmingtes Satiete, mit Sptbenieiftungen bet «ctiftit! «qtung: Seränberte «nfangsjeiten: Montag bis Rteitag. 20 Ubt — Saastag nnb Sonntag Beginn 17 Ubt unb 21.30 Ubt. - Sonntag, 15 Ubt, grofte Raailieu, nnb Rrembenoorftellnng ju etmäBigten Steijen! _ Gaftfpielbiteftian 3ürgen $endel. sTe mit gtaftem Erfolg im Eapitol Ron« ftanj gaftietenbe Rleintunftbübne „Tont, nee anf Tonten“ beenbet am Rteitag, ben 17. Mai. ihr Gaftjpiel in Ronftanj. «nM/isae-if- 20 b «qe- d) Kotten rat Sotoetfouf Bteig, Mord« ftätte. 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' VERSAMMLUNGEN VERMISCHTES Kebme noq stioataufträge füt Keife tn bie btiti qe u. ametil Rane an füt 3unt Ru qt u 58 472 Subf Ronftanj »ameufqneiberiu, tüqt.. f. einige MaB» arbeiten iofott gejuqt. 3u : qt. u. Kt. 24 012 Sübfuriet Ronftanj. Bferbeuerftqeruugsgefettfqait Kouftanj. Sie Diesjährige 63. aibentliqe 3abtes« gauptuerfammlung finbet am Sonntag, ben 19. Mat 1946. naqm. 2 Ubt, tu bet Mirtiqaft „3um Satabies“ in Ronftanj ftatt Mit bemetlen, baft it. SeitbluB bet 41. otbentliqen gaupt« petjammlung bei Retnbleibcn oan uer Mitgliebetoetiammlung KM. 3.— an bie Kaffe ju enttiqten ftnb. Gntjqul« bigungen attet «tt. aujet Ktantpeii, motübet ein ätjtl. 3eugnis ootjule« gen ift, entbinben niqt mm bet Sufte. Sfttmobett, meibt., für 2mal roöqentl., aibenbs, pan Malet gej.. 3uftht- unter 58 290 Sübfuiiet Kanftanj. GroBbaniluug u. Ejpottpaus juqt lei» ftungsfäb Rabiitanten füt gute Gj« pottattifel, [omie Metfjcuge, «ppa« täte u. Maffenattifel. 3 u iqt. u. Kt. 58 465 Süblutiet Kanftanj. 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