t I He Ue St D V W S O Ä SUDKURIER 2.JAHRGANG • TAGBLATT FÜR BODENSEE • SCHWARZWALD UND DAS OBERE DONAUGEBIET • N ü M M E R 78 KONSTANZ FREITAG 31. MAI 1946 Erscheint vorerst Dienstag and Freitag Adresse: Konstanz, Rosgartenstr. 12 Tel. 924, 925 , 1130. Geschäftsstellen und Agenturen an vielen größeren Orten Einzelpreis 20 Pfg Bezug durch die Post 1.74 M.. durch Träger 1.60 M. Anzeigenannahme durch alle Geschäftsstellen und Agenturen des Südkuriet Zur Eröffnung der Kunstwoche in dieser Nummer: „Du holde Kunst.. Kunst und Hunger- Deutsche Malerei und Plastik heute Dürer gegen Heine Zersetzung des Theaters? Pflug oder Schreibmaschine Konstanzer Industrieschau Völkerbund im Land des Dollar Ein College, 20 km von New York entfernt, ist seit März der Sita der UNO. Im Sommer wird 6ie in eine Fabrik auf der Insel Lang Island verlegt, die in einer Stunde mit der Stadtbahn von New York zu erreichen ist. Ehemalige Beamte des Genfer Völkerbundes, die in die Organisation der UNO übernommen wurden, klagen über den Mangel an Dienstboten, überfüllte Büros und den weiten Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte. Die eigentlichen Akteure der UNO, die Diplomaten, scheinen sich besser mit der Stadt jenseits des großen Wassers ausgesöhnt zu haben, selbst die Russen, die sich lange gegen New York als Zentrale der UNO gesträubt hatten. Die Verhandlungen sind öffentlich. Zeitung und Radio sorgen für weiteste Publizität. Das hat aber auch seine Nachteile: Ein Artikel der „New York Times" spricht die Befürchtung aus, man werde deshalb leicht Reden „zum Fenster hinaus" halten, und es bestände die „Gefahr, daß der Rat an den eigenen Reden erstickt". Er verspricht sich mehr von Besprechungen im kleinen Kreis. Herrn Byrnes, dem Staatssekretär des Aeußeren, indessen erscheint es ratsam, so führte er unlängst in einer Radio-Ansprache aus, die Erörterung der Friedensverträge vor die Generalversammlung der UNO zu bringen, falls die Viererbesprechungen in Paris nicht zum Ziel führen sollten... Wie der Berichterstatter der „Neuen Zürcher Zeitung" Walter Boßhard schreibt, haben die Amerikaner den Ehrgeiz, nicht an die Tradition von Genf anzuknüpfen. Die 'neue Weltorganisation zur Sicherung des Friedens 6ei vielmehr eine realistisch-materialistische Schöpfung, der die Seele fehle, so wenigstens äußerten sich Kreise, die den Geist der alten Genfer Institution kennen. An sich wäre New York, der Schmelztiegel verschiedener Völker, Rassen und Ideen, die wirtschaftliche und politische Metropole des Lahdes, das den Schöpfer des Völkerbundsgedankens hervorbrachte, eine gute Plattform für internationale Zusammenarbeit. Man spiele als Mensch hier nicht mehr dieselbe Rolle wie am Genfer See. Das Leben sei teuer, und es sei schwer, als bescheiden bezahlter Beamter in der Gesellschaft Anschluß zu finden. Für die Probleme des Wiederaufbaues in Europa fehle es vielfach dem realistisch denkenden Amerikaner an dem richtigen Verständnis, weil sich keine feststellbaren Gewinne erreichen ' ließen. Der Isolationismus, der seinerzeit die Amerikaner von der Einmischung in europäische Verhältnisse und vom Völkerbund zurückhielt, ist ja erst seit wenigen Jahren überwunden, und mitunter taucht drüben der Gedanke an die Rückkehr zu der alten Haltung auf. Uebrlgen6 wurden in USA nach der Pariser Viererkonferenz wiederholt Stimmen laut, die Westmächte sollten bei weiteren Schwierigkeiten Separatfrieden abschließen. Die „Alten Genfer" jedenfalls scheinen sich in der 7Vs-Millionen-Stadt nicht recht wohl zu fühlen. Hoffentlich entspringt diese Stimmung mehr der Sehnsucht nach den stillen Gestaden des Genfer Sees und we- liger ihrer Arbeit selbst. Truman lud Stalin ein Washington. Präsident Truman gab m Freitag bekannt, daß er Generalissimus Stalin eingeladen hatte, Washington zu besuchen. Die Einladung sei vor ungefähr 30 Tagen erfolgt und Generalissimus Stalin habe sie abgelehnt, weil seine Aerzte ihm von der langen Reise abgeraten haben. „Aufgabe der Machtpolitik“ New York. Andrej Gromyko, der Sowjetdelegierte im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, erklärte, wenn sich nicht alle Völker von „Machtpolitik" freimachten, so könnte dies von Nachteil für die Vereinten Nationen und für die Aufrechterhaltung von Frieden und Sicherheit in der Welt sein, einem Nachteil, der nicht wieder gutaumachen sei. „Versuche", fügte Gromyko hinzu, „die Organisation der Vereinten Nationen als Werkzeug in den Händen eines Landes oder einer kleinen Gruppe von Nationen zu gebrauchen, können zu weitreichenden und unerwünschten Situationen führen. Gouin erläutert die USA Anleihe Ein Abkommen ohne politische Bedingungen Paris. Zu dem Abschluß der französischamerikanischen Finanzverhandlungen, über den der Südkurier schon berichtete, gab der französische Ministerpräsident in einer großen Pressekonferenz in Paris einige Erklärungen ab. Er sagte, daß das Abkommen ohne jegliche politische Bedingungen zustande gekommen sei und daß Frankreich dadurch ermöglicht werde, aus einer Isolierung, die Hunger und wirtschaftlichen Selbstmord bedeute, herauszutreten. Als charakteristisches Merkmal der Anleihe kennzeichnete Gouin die Streichung sämtlicher Forderungen an Frankreich in Höhe von 2,25 Mrd. Dollar, die auf Grund des Leih- und Pachtgesetaes bis zum 1. September 1945 entstanden waren. Als Gegenwerte hatte Frankreich nur Werte von insgesamt 870 Mill. Dollar in Form wechselseitiger Hilfe zur Verfügung gestellt. Zur Verwertung der Anleihe führte der französische Präsident aus, daß mit ihrer Hilfe der Monnet-Plan durchgeführt werden solle, der bis zum Jahre 1950 eine Erhöhung des Produktionsniveaus von 1938 um 50°/o vorsieht. Besonders die Kohlenförderung soll mit Hilfe neuzeitücher amerikanischer Maschinen durchgeführt und um 20 bis 30% gesteigert werden. Die Stahlproduktion soll bis zum Jahre 1951 15 Mill. t erreichen. Im Abkommen sei weiter festgesetzt, daß Frankreich die französischen Forderungen auf ausreichende Ruhrkohlenlie- ferungen bei den internationalen Körperschaften in London und Berlin unterstützen werde. Frankreich wählt Am Sonntag finden in Frankreich die Wahlen zur Zweiten Verfassungsgebenden Nationalversammlung statt, nacta- nachdem am 5. Mai das Volk sich mit knapper Mehrheit gegen den von der Ersten beschlossenen Entwurf ausgesprochen hatte. Die Regierung hofft, daß das Parlament diesmal seine Arbeit schneller beendigen kann, nachdem alle entscheidenden Punkte in monatelanger Arbeit bereits gründlichst durchberaten sind. Wie die Wahlen diesmal ausfallen, ist ungewiß Manche glauben, daß die Stimme der Hausfrauen diesmal den Ausschlag geben wird, manche haben beim Referendum vom 5. Mai dem Wetter eine gewisse Einwirkung auf den Ausgang zugeschrieben. Im Wesentlichen wird vermutlich der Kampf zwischen den fünf großen Parteien ausge- fochten, den Sozialisten unter Leon Blum, der auch diesmal wieder nicht kandidiert — die Partei verfügte in der ersten Konstituante über 142 Sitze — den Kommunisten unter Thorez, denen damals 152 Sitze zugefallen waren, dem M. R. P. unter Maurice Schumann, die die gleiche Stimmenzahl auf sich vereinigte. Die Rechtsstehenden Parteien haben sich in P.R.L., der Republikanischen Partei der Freiheit vereinigt, die vielleicht manches Ueberraschungsmo- ment bringen wird, da sie Kandidaten wie z. B. General Giraud aufgestellt haL Daneben haben die Radikalsozialisten—in weitem Abstand folgend — gewisse Hoffnungen, die Scharte bei den ersten Wahlen wieder aus- zuwetaen, nachdem sie einige Parteimitglieder, die bei den Abstimmungen im Parlament aus der Reihe tanzten, ausschlossen. Von ihnen ist Pierre Cot mittlerweile zu den Kommunisten übergegangen. Um die Radikalsozialistische Partei haben sich abtrünnige Sozialisten und Linksdemokraten geschart, so daß sie aller Wahrscheinlichkeit nach eine erhebliche Stimmenzunahme zu verzeichnen haben werden. Auch die M.R.P. hat große Hoffnungen. Ihr Führer, Maurice Schumann, genoß als Sprecher im Londoner Rundfunk weiteste Sympathien; er hatte seit dem 18. Juni 1940 das Volk immer wieder zum Widerstand aufgefordert und zum Ausharren, und er betrat am 6. Juni 1944, als erster französischer Offizier, kämpfend wieder den Boden seines Vaterlandes. Es sieht so aus, als ob viele Frauen sich für seine Partei einsetzen werden — bei den letzten großen Versammlungen füllten sie in starker Zahl die Versammlungslokale. Die Partei scheint übrigens in ihrer Wirtschaftspolitik eine Schwenkung nach rechts vollzogen zu haben, nachdem 6ie bereits bei der Abstimmung über die Verfassung sich, obwohl in der Regierung vertreten, gegen den Entwurf ausgesprocbn hatte. 7 Monate nach dem Zusammentritt der neuen Konstituante, wird das Volk wiederum aufgerufen, seine Stimme abzugeben, um — und dann hoffentlich endgültig — über die Verfassungsarbeit jener Männer zu beschließen, die am kommenden Sonntag von ihm zu diesem Zwecke berufen werden. Stettinius zurückgetreten New York. Edward Stettinius, der Vertreter der Vereinigten Staaten im Sicherheitsrat der UNO, ist von diesem Posten zu- rüdcgetreten, wie der New Yorker Rundfunk in der Nacht zum Freitag meldete. Wie es in der Meldung weiter hieß, war Stettinius mit seinen Beziehungen zum Außenministerium der USA unzufrieden und fühlte sich „als Laufbursche behandelt”. Die Ueberwindung der Ernährungskrise Bewirtschaftungsmaßnahmen für die ganze Welt vorgesehen Washington. Auf der Schlußsitzung der internationalen Ernahrungskonferenz erklärte der Direktor der Emährungs- und Landwirtschaftsausschusses der Vereinten Nationen, Sir John Boyd Orr, daß die Völker der Welt neue Hoffnung schöpfen könnten. Von der kommenden Ernte an werde die Welt sich durch energische Maßnahmen aus der Ernährungskrise herausarbeiten, — Im einzelnen wurden folgende Punkte als Auswertung der Vorschläge Hebert Hoovers, des UNRRA-Leiters La Guardia, des amerikanischen Landwirtschaftsministers Clinton P. Anderson, des Vorsitzenden der Konferenz, und der Delegierten von 23 Nationen gefaßt. 1. Ein Nachrichtendienst für die Emäb- rungslage in allen Teilen der Welt wird durch seine Informationen die Aufstellung für die ganze Welt bindender Richtlinien im Ernährungswesen ermöglichen. 2. Ein besonderes Abkommen macht allen Staaten besondere Einschränkungsmaßnahmen, die „Es wurde mir so befohlen“ Sau ekel über die Verschleppung von 5 Millionen fremder Arbeiter Nürnberg. Im Verlaufe der vergangenen Montagsitzung mußte der Angeklagte Schirach unter dem Kreuzverhör des amerikanischen Anklägers Dodd zugeben, daß etwa 40 000 bis 50 000 Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren gewaltsam aus dem Osten nach Deutschland verschleppt wurden. Nut ein kleiner Teil von diesen Kindern ist bisher wiedergefunder worden. Auf einen weiteren Vorwurf des Anklägers, der sich auf die Deportierung der Wiener Juden bezog, wußte Schirach nichts zu antworten, als daß er „oft aus falscher Loyalität die Politik des Führers gedeckt" habe. Der anschließend als Entlastungszeuge für Schirach vernommene ehemalige Stabsführer in der Reichsjugendführung, Lauterbacher, stritt eine Ausbildung der HJ an militärischen Waffen und Tanks ab. Der Zeuge versuchte weiterhin, die Toleranz des Angeklagten in Glaubensangelegenheiten herauszustreidien. Der Angeklagte Sauckel, der in der Dienstagsitzung als Zeuge in eigener Sache aufgerufen wurde, berichtete zunächst, wie er sich im Jahre 1923 der NSDAP anschloß. Eine Rede Hitlers, die den „Ausgleich der Gegensätze zwischen Arbeiterschaft und Intelligenz" forderte, hatte ihn begeistert. Der Angeklagte schilderte dann seine politische Laufbahn, bis er nach der „Machtübernahme" von Hindenburg zum Reichsstatthalter für Thüringen ernannt wurde. Dr. Servatius gab eine kurze Schilderung der Stellung des Angeklagten als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz. Sauckel erklärte: Er habe seine Aufgabe zunächst nur so aufgefaßt, daß er die innerhalb des Deutschen Reiches vorhandenen Arbeitskräfte „steuern" sollte. Völkerrechtliche Bedenken seien ihm, wie Sauckel erklärte, nie gekommen, da ihm die Notwendigkeit der Maßnahmen von Hitler „in so überzeugender Weise" geschildert worden 6ei. In bezug auf die besetzten Gebiete habe er „nur Führeraufträge" vermittelt. Das Verhör durch seinen Verteidiger schließt er ^mit der Bemerkung ab: „Ich und die Partei haben den Krieg nicht gewollt." Fünf Millionen ausländischer Arbeiter sind auf Veranlassung Sauckels nach Deutschland verschleppt worden. Das Leid dieser »Millionen habe ihn nicht rühren dürfen, denn die Verschleppung sei für den deutschen Sieg nötig gewesen, erklärte Sauckel. Die Verantwortung für diese Dinge will er jedoch im einzelnen nicht übernehmen, er erklärt immer wieder: „Der Führer hat es so gewollt" oder „Es wurde mir so befohlen". Sauckel weiß nur einen einzigen Fall anzuführen, in dem er einen eingekerkerten Häftling entlassen hat, weil er „ehrenhaft und bieder" gewesen ist. Unzählige andere Häftlinge in seinem Gau blieben aber in Haft und starben hinter Kerkermauern und Stacheldraht, weil sie das „Verbrechen" begangen hatten, den Nationalsozialismus abzulehnen. „Ich trage die Schuld“ Baldur von Schirach sprach in Nürnberg: „Ich allein trage die Schuld daran, daß die Jugend im Glauben an Adolf Hitler erzogen wurde, einen Mann, den ich für unantastbar hielt und der ein millionenfacher Mörder war. Ich habe an Hitler geglaubt, das ist alles, was ich zu meiner Entschuldigung sagen kann." „Hitler ist tot", fuhr Schirach fort, „ich habe ihn nicht verraten, ich habe nicht gegen ihn geputscht, ich habe meinen Eid gegenüber ihm gehalten, als Jugendführer, als Offizier und Beam- i ter." ' Aus der Stimme Schirachs ist Bitternis zu entnehmen. Ein Reuebekenntnis, das die gesamte deutsche Jugend angeht und dem, wenn es echt ist, wir ein Stück Achtung nicht verweigern können. Er, der ehemalige Reichsjugendführer, hat vo r der Weltöffentlichkeit als erster seine ungeteilte Mitschuld »i den 12 Jahren erklärt, als erster in seiner Verteidigung seine Dienstbefugnis nicht zu beschönigen versucht, sondern vielmehr seine „Treue zum Führer" unumwunden zugegeben. Gewiß hat Schirach die „Sünde an der Jugend" als seine „eigene und persönliche Schuld" auf sich genommen. Wir wissen es nicht, ob er dies aus reuiger Ueberzeugung oder aus Berechnung getan hat, um rieh einen „ehrenhaften Abschied" zu verschaffen. Jedenfalls aber: Diesen Tag wird sich die Jugend merken müssen. Von Schuld und Nichtschuld der Jugend ist erstmals in Nürnberg die Rede gewesen. w. h. höchstmögliche Ausnutzung ihrer Landwirtschaften und die wirschaftlichste Verwertung de r Erträge zur Pflicht. 3. Ein „Internationaler Emährungsrat für Notzeiten" soll eingerichtet werden, der, ohne daß eine Unterbrechung in den Hilfslieferungen entstünde, die Arbeit des internationalen Er nährungsamtes übernehmen und hierbei eng mit der UNRRA Zusammenarbeiten wird. 4. Die ganze Welt umfassende Bewirtschaftungsmaßnahmen für alle Nahrungsmittel wurden als notwendig erkannt und sollen im einzelnen und für eine größere Zeitspanne auf der im September zu haltenden nächsten Ernährungskonferenz in Kopenhagen ausgearbeitet werden. Eine Reihe von Einzelmaßnahmen zur Ueberbrückung des vorausberechneten Weizendefizits von 10 Millionen Tonnen ist bereits von de r Konferenz angenommen worden. So hat man für die ganze Welt eine Erhöhung der Ausmahlquote auf 85 % beschlossen. Außerdem darf kein Brotgetreide mehr für Futterzwecke verwandt werden und eine allgemeine Rationierung für Brot soll erwogen werden. Zudem sollen dem für die menschliche Ernährung bestimmten Mehl nicht weniger als 5 % Kartoffelmehl zugesetzt werden. Molotow und Byrnes Washington. Der sowjetrussische Außenminister Molotow nahm kürzlich zur Pariser Außenministerkonferenz Stellung und stellte dabei fest, daß die Vereinigten Staaten und Großbritannien auf dieser Konferenz einen Block gegen die Sowjetunion gebildet hätten. Molotow hob ferner hervor, daß die Vereinigten Staaten sich der Forderung der Sowjetunion auf mäßige Reparationen von Italien widersetzt hätten. Hierzu gab der amerikanische Außenminister Byrnes einp Erklärung ab, in der er diese Anschuldigungen zurückweist. Byrnes gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß die Außenminister bei ihrem nächsten Zusammentreffen am 15. Juni die bestehenden Differenzen beseitigen können, um dann die Friedensverträge auszuarbeiten. Er bedauerte, daß Molotow offenbar die Meinungs- : Verschiedenheiten zwischen den drei Mächten auf die Existenz eines Blockes zurück- ! führe. Auch hätten sich die Vereinigten ! Staaten den Forderungen der Sowjetunion ; auf mäßige Reparationen gegenüber Italien ■ nicht widersetzt. Die Vereinigten Staaten j seien jedoch nicht gewillt, diese Reparatio- j nen zu finanzieren. Die amerikanische Bereitschaft die Probleme, die z. Zt. einer vollständigen Uebereinstimmung der Großmächte im Wege stehen, auf einer allgemeinen Friedenskonferenz oder in der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu erörtern, dürfe nicht als ein Versuch ausgelegt werden, den Willen der Vereinigten Staaten irgendeiner anderen Nation aufzuzwingen. Drei Fragen an die Polen Warschau. 11 Millionen Polen werden bei dem Volksentscheid am 30. Juni ihre Stimme abqeben. Bei diesem Volksentscheid wird über folqende Fraqen entschieden werden: 1 Soll Polen ein Ein. oder Zweikammersystem erhalten, 2. Ist das polnische Volk mit der Verstaatlichung der Industrie und der Bodenreform einverstanden. 3. Ist das polnische Volk mit den neu errichteten polnischen Westgrenzen an der Ostsee und an der Oder-Neiße einverstanden. Pflug oder Schreibmaschine Eine Betrachtung zur Kunstwoche Von Hermann Fiebing Herr La Guardia, Präsident der UNRRA, hat als Motto für seinen Feldzug gegen den Hunger den Leitsatz geprägt: „Pflüge statt Schreibmaschinen". Karl von Schumacher schreibt in der Züricher „Weltwoche" kommentierend dazu, daß jeder Sack Weizen, der in ein hungerndes Land geschickt werden kann, als Propagandamaterial viel wichtiger sei, als jede noch so geschickt abqefaßte antifaschistische Broschüre, die in Tausenden von Exemplaren verteilt wird. Das deckt 6ich mit den Ausführungen des englischen Generals Robertson, daß in einem hungernden Land die Demokratie in Gefahr 6ei. Alle diese Männer, der Soldat, der ehemalige Oberbürgermeister von New York und der Publizist, sind zu einer wichtigen Erkenntnis gelangt, die schon hundert Jahre zuvor ein Geschichtsphilosoph, Hippolyte Taine, entdeckte, nachdem hundert Jahre vor ihm sein großer Landsmann, der französische Naturforscher J. B. Antoine de Lamarck, auf seinem Wissensgebiet zu ganz ähnlichen Ergebnissen gelangt war: zu der Erkenntnis von der Bedeutung des Milieus, der materiellen Umwelt auf die Entwicklung der Lebewesen, eine Lehre, die dann in speziellerer Form von Deutschland aus zur Grundlage einer politischen Weltanschauung wurde. Der Satz „Pflüge statt Schreibmaschinen" gleicht — wohl nicht zufällig — in seiner Form einem anderen Satz: „Kanonen statt Butter", der ebenso Geschichte machte, wie der von La Guardia Geschichte machen wird. Welche Welten liegen jedoch zwischen diesen letzten zehn Jahren... Hier eine bewußte Enge im Nationalen, dort die Weite des Uebemationalen, die uns alle, so hoffen wir, zu dauerhaftem Frieden führt Das, was wir heute erleben und erleiden, ist die Folge eines Geistes, der den furchtbarsten aller Kriege gebar: „Kanonen statt Butter". Was dieser Geist in einem Jahrzehnt zerstörte, ist in einem Jahr nicht wieder aufzubauen. Wenn also eine äußerste Anstrengung in aller Welt — und auch bei uns — nötig ist, um uns vor dem Absturz ins Nichts, vor dem Hungertod zu bewahren, wenn alle Pflüge der Welt angespannt schaffen müssen, um die Lage zu bessern, was bedarf es da noch der Schreibmaschinen? Bieten wir nicht, so fragt man bisweilen sich zweifelnd, mit unseren Worten mitunter nur Steine statt Brot? Was nüzen die Worte? Worte im rechten Geiste geformt, sind Gedanken, die Welten zu wandeln vermögen, zum Guten diesmal, 60 wie sie uns einst zum Schlimmeren führten. Wir sprachen unlängst von einer „koper- nikanischen Wendung", die dieser Mann, La Guardia' vollzog. Er Vollzug sie zunächst im Geiste, und setzte dann in Taten sie um. Kopernikus einst, vor vierhundert Jahren, hat nicht den Lauf der Gestirne verändert, und doch einen Wandel des Weltgefüges erzielt. La Guardia hat n i ch t durch ein Zauberwort die Vorräte der Erde vemehrt, und dennoch schuf er mehr Brot, um die darbenden Völker vor dem Hungertod zu bewahren. Vo.r Kopernikus stand die Erde im Zentrum der Welt, er stellte die Erde ins All, als Stern nur zu Sternen. Und aus dem rätselhaften, unerklärlichen Lauf der Planeten wurde eine einfachere, klarere Welt. Und mehr: Zwar wurden Erde und Mensch ihrer zentralen Stellung beraubt, und dennoch war es der Menschengeist, der bis zu den Sternen reichte, und Welten wandelte. Das stärkte Zuversicht und Vertrauen, und gab dem Menschen die Kraft, die Natur zu meistern. Wie hier im Großen, so ist es im Kleinen. Seine Lebensansicht beflügelt den Einen, den Andern drückt eine andere nieder. Den Einen veranlaßt seine Deutung der Menschen, heute zaudernd beiseite zu stehen, grollend zu hadern mit sich und der Welt, eine andere Deutung veranlaßt den Anderen, frisch zuzupacken, und langsam, aber zuversichtlich, den Boden zu ebnen für eine bessere Zukunft. Das sind keine Phrasen, sondern Tatsachen. Es geht nicht darum, den Kopf in den Sand zu stecken es geht nicht derum, Wolkenkuckucksheime zu bauen, es qeht um nüchternste, klarste Erkenntnis der Wirklichkeit, um Erfassen des Möglichen, und dann um den starken Entschluß, aus dem Chaos den Weg ln die bessere Zukunft zu schreiten. Aus kleinen Bausteinen, in mühsamer Arbeit, nicht von heute auf morgen, wird deT Bau der Zukunft errichtet Es gilt vom eigenen kleinen Schicksal hinweg, den Blick auf größere Ziele zu weiten, Scheuklappen abzustreifen, mit offenem Sinn auch auf Zeichen zu ächten, die zu lichterer Feme weisen. Was zehn Jahre zerstörten, wird nicht in Monaten wieder erbaut Es gilt Brücken zu finden, die herausführen aus der drückenden Enge de6 Daseins. Was hat da6, so fragt wohl mancher, mit der Konstanzer Kunstwoche zu tun? Zum ersten Male nach langen Jahren haben wir wieder Gäste aus fast fremden Zonen und Welten bei uns. Unsere Stadt war einst ein Treffpunkt der Welt (— und sie I Seite 2 / Nr. 78 SUD KURIER Freitag, 91. Mal 1840 lebte davon). Daß es heute noch längst nicht s o weit ist, kt klar: bis dahin kann es noch Jahre dauern. Aber: reißt die Tradition nicht ganz ab, eo schadet es mindestens nichts. Doch keineswegs ist da« entscheidend. Die Kunstwochen gleichen einem Kongreß eher, denn einem Fest Und gibt es in einem Kongresse Erholung und Ruhepausen, so ist das geistige Hygiene, selbst, wenn der Kongreß ... tanzt. In einer anderen, größeren Stadt, im Norden, zwischen Trümmern, fanden sich Fremde aus weiter Welt um die Wirtschaft zusammen, hier im Süden, in un- zerstörter, jedoch nicht weniger leidender Stadt, schart man sich um die Kunst. Auch in Leipzig hörte man sie. sie wird auch im Osten kräftig gepflegt. In Konstanz steht die Wirtschaft im Hintergrund, jedoch auch hier wird sie nicht vergessen, aber die Musen stehen voran. Audi Wirtschaft ist Geist, auch Kunst eine Realität. Materie und Geist gehören untrennbar zusammen, wie Pflüge und... Schreibmaschinen. Ist es nicht ein Symbol, daß beide zusammengehören? Symbol auch, daß gerade F r a n k r e i ch es ist, unter dessen Fahnen die Menschen um Künste sich scharen? Denn Kunst ist Geist, und Geist ist ebenso Brücke zur Welt, genau wie Materielles, wie Wirtschaft. Es gibt viele Brücken zur Welt Eine Brücke baute die UNRRA. Es gibt Brücken von Mensch zu Mensch über alle Grenzen hinweg. Es gibt Sprachen, die alle Menschen verstehen, die Sprache der Menschlichkeit obenan. Eine solche ist weltweite Wissenschaft, eine solche Sprache ist auch die Kunst. In diesem Sinne begrüßen wir die Kunstwoche und ihre Gäste. Vom Rastatter Prozeß Sonderberidu unseres nach Rastatt entsandten Redaktionsmitglieds Vor dem Hohen Gericht in Rastatt, bei dem zur Zeit über die Vorgänge im KZ Neuen Bremme verhandelt wird, ging in der vergangenen Woche wie schon gemeldet die Vernehmung der Zeugen zu Ende. Der Höhepunkt war wohl das Auftreten prominenter ausländischer und hauptsächlich französischer Zeugen, die aus eigenem Erleben in diesem Lager berichteten. In diese r Woche gingen die Wogen der Verhandlungen etwas leiser und ruhiger, aber immer wieder ließen sie die Strudel sichtbar werden, durch die das deutsche Volk durch den Nationalsozialismus gerissen wurde. Eine Menge Einzelheiten tritt in diesen Verhandlungen zu Tage. Sie tragen wesentlich zur Abrundung des Gesamtbildes bei, so wenn z. B. berichtet wurde, daß das gesamte Personal des Lagers einen Revers unterschreiben mußte, in dem es sich verpflichtete, Stillschweigen über die Vorgänge im Lager zu bewahren, auch wenn der Einzelne einmal vor Gericht gestellt würde. Bei der Vernehmung der Angeklagten, die im Laufe dieser Woche durchgeführt wird und die wahrscheinlich in den nächsten Tagen zum Abschluß kommen wird, hat man manchmal den Eindruck, daß sie sich in ihren Aussagen durch diese. eingegangene Verpflichtung gehemmt fühlen. Ef bedurfte in der Sitzung am Mittwoch einer ernsten Mahnung des Präsidenten, bei der objektiven Wahrheit zu bleiben. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob die Angeklagten bereit seien, trotz des Reverses die Wahrheit zu sagen, erhob sich der größte Teil der Angeklagten zustimmend. Im Gerichtssaal steht vor dem Richtertisch ein Schild aus dem Lager Neuen Bremme mit folgender Aufschrift: „Achtung fotografieren und stehenbleiben verboten! Die Posten sind angewiesen, bei Zuwiderhandlungen scharf zu schießen. Der Lagerkommandant" Der Staatsanwalt richtete an einen nur wenig belasteten Ange- ~ klagten' die Frage, wäs er sich beim Lesen dieses Schildes gedacht habe. Er konnte keine präzise Antwort geben. Hat er sich überhaupt wa« gedacht? Welcher Prozentsatz des deutschen Volkes hat sich bei ähnlichen solchen Gelegenheiten etwas gedacht? Ist der Vorgang nicht symptomatisch für die Haltung des Großteils des deutschen Volkes in den vergangenen 13 Jahren? Noch einige Worte zu dem Verfahren des Hohen Gerichts. Sowohl die Angeklagten als auch die Verteidiger haben die Möglichkeit, sich unbeschränkt auszusprechen. Die Verhandlungen erwecken den Eindruck einer vollständigen Objektivität, die bestrebt ist, die Wahrheit zu finden und nach Recht und Gerechtigkeit zu urteilen. Die Verteidigung hat jederzeit das Recht, Entlastungszeugen zu benennen. Wir werden versuchen, in den nächsten Nummern in kurzen Skizzen ein Stimmungsbild über den weiteren Prozeßverlauf zu geben. Wird in Nürnberg die Verantwortlichkeit der Führenden des Nationalsozialismus für die vergangenen Jahre festgelegt, so kommen in Rastatt die Auswirkungen und Folgen des Systems zu Tage. Insofern i6t Rastatt eine wesentliche Ergänzung zu Nürnberg und zugleich eine notwendige Einrichtung zur Feststellung der geschichtlichen Wahrheit G. Schill wurde Präsident der Landwirtsdiaftskammer Freiburg. Am 29. Mai 1946 traten die ernannten Vertreter der 18 Landkreise der französisch besetzten Zone Badens zur Gründung der vorläufigen Landwirtscfaafts- kammer auf dem Kybachhof bei Kappel, Landkreis Freiburg, zusammen. Außer den Vertretern der Militärregierung waren von der Landesverwaltung Badens u. a. anwesend der Präsident der Landesverwaltung, Herr Ministerialdirektor Bund, sowie die Herren Ministerialdirektoren Haußer, Ministerium des Innern, Ott Ministerium des Kultus, und Diez, Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung, sowie Vertreter der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Die Mitglieder der vorläufigen Landwirtschaftskammer wählten einstimmig Herrn Bürgermeister Schill-Merzhausen, zum Präsidenten der Kammer. Andre zurückgetreten Stuttgart Der württemibergisch-badi- sche Wirtschaftsminister Josef Andre hat nach Mitteilung der Pressestelle des würt- tembergisch-badischen Staatsministeriums aus persönlichen Gründen um Enthebung von seinem Amte nachgesucht Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier hat diesem Ansuchen entsprochen. — Andre wird der Landesregierung jedoch weiterhin als Minister für besondere Aufgaben angeboren. Zu seinem Nachfolger hat Ministerpräsident Dr. Maier mit Zustimmung der Militärregierung den stellvertretenden Ministerpräsidenten Dr. Heinrich Köhler ernannt. Sein bisheriges Amt als Präsident des Lan-, deshezirks Baden wird Dr. Köhler beibe- balten. Stillegung V1 o t ’h o. De r Verband der westfälischen Zigarrenfabrikanten hat in einer Entschließung seines Ausschusses allen Zigarrenfabrikanten empfohlen, ihre Betriebe stillzulegen, da eine Produktion wegen der neuen Steuerbestimmungen nicht mehr möglich sei. Die Arbeiter sollen soweit sie noch Urlaubsansprüche haben beurlaubt werden. Die Kündigungen sollen vorsichtshalber erfolgen. Hiervon sind im Regierungsbezirk Minden und den Ländern Lippe etwa 12 000 Arbeiter direkt betroffen. Bayrische Regierung bleibt München. Auf einer Ministerratssitzung der bayrischen Regierung teilte Ministerpräsident Dr. Wilhelm ■ Högner seinen Ministem mit, daß er aus seinem Amte aus- echeiden werde, falls die Militärregierung auf Grund des Ergebnisses der Stadtverordnetenwahlen einen Wechsel innerhalb der bayrischen Regierung wünsche. Generalleutnant Müller, der Chef der Militärregierung von Bayern, erklärte hierzu, die Militärregierung beabsichtige vor der Durchführung der Landratswahlen keine Aenderung der Regierung und bringe Jedem einzelnen der Regierungsmitgiieder nach wie vor vollstes Vertrauen entgegen. Eine Oberhausdebatte London. Wie schon gemeldet, hat der Alliierte Kontrollrat in Berlin beschlossen, deutsche Krieger- und Nazidenkmäler zu zerstören. Ueber diesen Beschluß kam e6 im britischen Oberhaus zu einer Debatte, wobei verschiedene Mitglieder des Hauses an dieser Verordnung scharfe Kritik übten. Lord Saltoun, der sich während des Weltkrieges 1914/1918 in deutscher Kriegsgefangenschaft befand, betonte, daß er bei seinem Protest gegen die Zerstörung deutscher Kriegerdenkmäler die Meinung der ganzen Nation und die einmütige Ansicht der britischen Armee zum Ausdrude zu bringen glaube. Die Hauptaufgabe eines Kriegerdenkmals sei das Gedenken an die Gefallenen. „Was könnte uns unsere Kriegerdenkmäler teurer machen, als wenn sie durch den Feind zerstört werden sollten," rief Lord Saltoun aus. Der Bischof von Chichester erinnerte an die Entschließung der britischen Bischöfe gegen die geplante Zerstörung deutscher Krie- derdenkmäler und bezeichnete diese Maßnahme als eine Entweihung heiliger Gedenkstätten. Im Verlauf der weiteren Debatte wurde auch hervorgehoben, daß die deutschen Truppen auf der Kanalinsel Jersey die britischen Kriegerdenkmäler nicht zerstört hätten. Lord Nathan, der für die britische Regierung sprach, betonte, daß die Zerstörung der nationalsozialistischen und militärischen Denkmäler ein Teil des Programmes der Ausrottung des Nationalsozialismus sei, das in Potsdam beschlossen wurde. Kurzmeldungen Einer der ehemaligen führenden deutschen Industriellen, Fritz Thyssen, befindet sich mit anderen bekannten deutschen Industriellen ans der amerikanischen Besatzungszone in amerikaniecher Haft. Die Zahlung von Beamtenpensionen durch die Sozialversicherungsanstalt wurde in der sowjetischen Besatzungszone jetzt auf Anordnung der sowjetischen Militäradministration wieder aufgenommen. Die Auszahlung erfolgt, wie die deutsche Zentralfinanzverwaltung mitteilte, an ehemalige Beamte aus Reichs-, Staats-, und Kommunai- verwaltungen, sowie an ihre Hinterbliebenen. Voraussetzung für die Pensionsgewäh- rung ist der Verlust der Arbeitsfähigkeit oder die Vollendung des 65. Lebensjahres. Der frühere Stellvertreter- von Himmler, Hermann Pohl, wurde nach einer Meldung des britischen Rundfunks von der britischen Fahndungsabteilung in Deutschland festgenommen. Der Oberkreisdirektor des Landkreises Aachen kündigte die Räumung des Sperrgebietes an der holländischen Grenze durch die Bevölkerung an, faÜ6 der ScfamuggeL verkehr von den Bewohnern des Grenzgebietes nicht selbst tatkräftig bekämpft würde. Der amerikanische Vorschlag zur Ernennung eines Ueberprüfungsausschusses für die Entwaffnun g Deutschlands wurde von der Tagesordnung des Koordinierungsausschusses des Alliierten Kontrollräte gestrichen, da man zu keiner Einigung kommen konnte Am Donnerstag wurden auf 36 alliierten Kriegerfriedhöfen in 7 europäischen Ländern Gedenkfeierlichkeiten zu Ehren der gefallenen amerikanischen Soldaten abgehalten. Die stellvertretenden Außenminister der USA, Großbritanniens,- Frankreichs und der Sowjetunion nahmen ihre Besprechungen wieder auf, um die am 15. Juni beginnende zweite Sitzungsperiode der Außenminister vorzubereiten. Die britische Regierung gab bekannt, daß die Sowjetunion die Einladung zu der am 8. Juni in London stattfindenden Siegesparade nicht angenommen bat General Eisenhower teilte Premierminister Attlee mit, daß dringende Verpflichtungen es ihm unmöglich machten, die USA zu verlassen. Wiedergutmachung für Antifaschisten Zwei neue Gesetze in der USA-Zone Der Länderrat der amerikanischen Besatzungszone hat zwei Gesetze verabschiedet, die jetzt vom stellvertretenden amerikanischen Militärgouverneur Generalleutnant Lucius D. Clay gebilligt wurden und demnächst in Kraft treten. I. Ahndung nationalsozialistischer Verbrechen: Das erste Gesetz lehnt sich im wesentlichen an die Nürnberger Grundsätze an und soll die Rechtsgrundlage schaffen, eine Reihe von Ausschreitungen zu sühnen, die in den verflossenen 12 Jahren verübt wurden'--- z. B. die „Niederschlagung der Röhm- revolte", die Judenpogrome 1938, die Verfolgungen nach dem Attentat des 20. Juli. Eine Verjährung ist für die Zeit vom 30. Januar 1933 bis 1. Juli 1945 ausgeschlossen. Für eine Straftat ist der Angeklagte auch dann verantwortlich, wenn er auf Vorgesetztenbefehl gehandelt hat. Eine bezeichnende Bestimmung sieht vor, daß der Staatsanwalt eine Wiederaufnahme zuungunsten des Täters innerhalb 12 Monate nadh Inkrafttreten des Gesetzes betreiben kann, wenn der Täter aus politischen, rassischen oder religionsfeindlichen Gründen außer Verfolgung gesetzt oder das Hauptverfahren gegen ihn überhaupt nicht angeordnet wurde. II. Amnestie für Widerstandsbewegungen: Durch ein zweites Gesetz werden straffrei erklärt alle politischen Taten, die darauf abzielten, die nationalsozialistische Herrschaft zu stürzen oder zu schädigen, die Uebertretung solcher Vorschriften, die der Aufrechterhaltung des NS-Staates oder der I totalen Kriegführung dienten, alle Handlungen, die nur nach nationalsozialistischer Auffassung strafbar waren, und jeder Versuch, andere Personen der politischen Bestrafung durch den NS-Staat zu entziehen. Insbesondere handelt es «ich um die Neubildung verbotener Parteien, das Heimtückegesetz, das Geeetz zum Schutz der deutschen Ehre und des deutschen Blutes, das Rundfunkgesetz und andere entsprechende Verordnungen. Diö Aufhebung des Urteils erfolgt durch das zuständige Landgericht auf Antrag des Staatsanwaltes, des Verurteilten oder der Hinterbliebenen. - Mit diesen beiden Gesetzen ist ein wesentlicher Schritt getan zu einer neuen Rechtspflege, die bis heute noch allzusehr mit dem Gedankengut der verflossenen Jahre belastet war. Ein Freispruch Der frühere Senatspräsident Dr. Herrnsen vom Oberlandesgericht in Hamm (Westfalen), wurde von einem Untersuchungsausschuß als überzeugter Gegner des Nationalsozialismus von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen freigesprochen. Die britische Kontrollkommission billigte diese Feststellungen des Untersuchungsgerichtes. Dr. Hermsen hatte bekanntlich in den Jahren von 1933 bis 1937 einige Tausend Antifaschisten zu hohen Zuchthaus- und Gefängnisstrafen verurteilt. Der zweite Strafsenat des Oberlandesgerichtes Hamm, dessen Vorsitzender Dr. Hermsen war, war neben dem Volksgerichtshof eines der vier höchsten politischen Tribunale des Dritten Reiches. Verteilung der deutschen Flotte Brüssel 249 deutsche Handelsschiffe mit einer Gesamtwasserverdrängung von 690 000 Tonnen sind nach einer Mitteilung des Internationalen Wiedergutmaehungsam- tes in Brüssel an 18 alliierte Länder ver teilt worden. Den Hauptanteil hieran erhielten Großbritannien, Norwegen, Holland und Frankreich, das unter anderem dem 15000- Tonnen-Schnelldampfer „Europa“ zugesprochen bekam. Für deutsche Kriegsgefangene Wann auch die Kampfhandlungen zu Ende and, so geht che unmittelbare Kriegstätigkeit des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz neben der vielseitigen neuen Nachkriegsarbeit immer noch weiter. In Frankreich, Nordafrika, Jugoslawien und kl Deutschland selbst gilt es immer noch, deutsche, österreichische, rumänische und bulgarische d. h. alle seinerzeit in der Wehrmacht eingeteilten Kriegsgefangenen zu betreuen, denn diese Arbeit ist für das Rote Kreuz erst dann abgeschlossen, wenn alle Kriegsgefangenenlager aufgelöst und die Soldaten heimgeschafft sind. Wie während der Kampfhandlungen, besuchen auch heute noch die Delegierten des Internationalen Komitees die Lager der deutsdien Kriegsgefangenen, wachem über ihre Behandlung, Verpflegung, Unterkunft, Arbeitsbedingungen, und die Rotkreuzsendungen reisen nach wie vor von Genf ans in die Lager. Die Waren, die das Rote Kreuz den bedürftigen deutsdien Kriegsgefangenen vermittelt, sind zu einem guten Teil Ergebnisse von Sammlungen. So läuft gegenwärtig in der französischen Besatzungszone eine Sammlung, die von den lokalen Rotkreuzstellen organisiert wurde, und die Waren werden durch die Delegation des Internationalen Komitees in Baden-Baden nach Frankreich weitergeleitet. Das Ergebnis betrug bis zum 28. Januar 1946 800 Tonnen gebrauchte Kleider. Insassen von Kriegsgefangenenlagern in Frankreich und in den USA. ermöglichten durch eine Geldsammlung dem Internationalen Komitee den Ankauf von 200.000 Paar Schuhen, Decken und Schlafsäcken, die an Kriegsgefangene verteilt wurden. Eine weitere Sammlung unter den deutsdien Zivflinteroierten in Palästina ermöglichte der Delegation des Internationalen Komitees in Kairo für die Kriegsgefangenen in Nordafrika 20 Tonnen Gerste und 50 Tonnen Mais zu kaufen. Ebenfalls zu Verteilung ln Nordafrika hat die dortige Delegation im Januar 1946 bedeutende Mengen Pudermilch, Fischkon- »erven und Erbsen erhalten. Je nach Möglichkeit entsendet das Internationale Komitee an die bedürftigen Lager in Frankreich Lebensmittel. Seit dem 20. September 1945 sind durch das Rote Kreuz etwa 2000 Tonnen Eßwaren in Frankreich verteilt worden Die Betreuung der Kriegsgefangenen geht eher mit der Auflösung der Lager nicht zu Ende. Das Internationale Komi'ee vom Roten Kreuz überwacht auch die Heinischaffung der Gefangenen und übermittelt die Nachlässe der Verstorbenen an ihre Hinterbliebenen. Eine eigens hierzu geschaffene Dienststelle in Genf sucht an Hand der dem Roten Kreuz zugeschidrfen persönlichen Effekten verstorbener Soldaten, deren Identität und wenn möglich die Adresse anfälliger Hinterbliebener festzustellen. Auf diese Weise ist es dem Roten Kreuz möglich, die letzten Habseligkeiten der Gefallenen ihren Angehörigen zuzustellen. Nachforschungen nach Kriegsgefangenen in Rußland Der vom Badischen Hilfswerk (früheres Deutsches Rotes Kreuz) eingerichtete Suchdienst stellt Nachforschungen nach Kriegsgefangenen und Vermißten an. Da auch eine große Zahl von Nachforschungsanträgen nach Kriegsgefangenen in Rußland eingeht, soll hier darauf hingewiesen werden, daß his jetzt die Sowjet- Regierung keine diesbezügliche Veröffentlichung gemacht hat. Das gleiche gilt für Suchanträge nach Kriegsgefangenen in polnischer, jugoslawischer, tschechischer und rumänischer Hand. Es wird bei dieser Gelegenheit dringend davor gewarnt, leeren Versprechungen Glauben zu schenken, die von gewissen privaten Suchfirmen gegen großes Entgelt (oft RM. 20.— bis 50.—) gemacht werden. Diese Versprechungen bedeuten nur eine Ausnützung der Notlage von vielen, deren Angehörige sich in russischer Gefangenschaft befinden. Sobald sich in der Nachforschung nach Kriegsgefangenen in den oben erwähnten Ländern eine Aenderung ergeben sollte, wird dies öffentlich vom Badischen Hilfswerk bekanntgegeben. „Du holde Kunst..." Von Dr. Carl Weichardt Vor fast einem Vierteljahrhundert war es. Bitterernste Zeit auch damals. Dennoch veranstaltete die durch'den Weltkrieg entthronte, einst mächtige Metropole im Vorland der Ostalpen, völlig verarmt und nur noch Kleinstaat-Hauptstadt, ein großes, ja monströses Musik- und Theaterfest von fünfwöchiger Dauer. Das wurde, bei aller eingeborenen Begeisterung des Guten wirklich zuviel; die Fähigkeit, Kunst zu genießen, stumpfte ab, und schon nach der dritten Festwoche hatte man den Sinn der Kunst beinahe ganz aus dem Auge verloren. Da lud der Bürgermeister der Stadt fünfzig oder sechzig Glückliche zu einer „Schubertiade" im Hofe von Franz Schuberts Geburtshaus ein (die Welt wird im kommenden Januar den 150. Geburtstag des Großen, Allgeliebten feiern); man trat durch den Torbogen des niedrigen Einstock- Häuschens, und kaum daß die Pforte ins Schloß schlug, versank die Gegenwart. Kein Klang der aufgeregten Zeit drang in die geweihte Stille dieses kleinen Hofes, den an drei Seiten schindelgeschützte Hauswände, von Holzsäulen zierlich gestützte Altane eng umschließen, indessen hinten ein Garten die Einsamkeit hütet. Gedämpfte Chöre, weiche Kammermusik •. • und dann ließ ein Liedersänger, der edelste Bariton des Landes, hier neben anderen Unvergänglichkeiten Schuberts unsterbliches „An die Musik" in den Spätnachmittag hinaus, zum föhnblauen, weißbetupften Oktoberhimmel hinan schwingen: „Du holde Kunst, in wieviel grauen Stunden, Wo mich des Lebens wilder Kreis umstrickt, Hast du mein Herz zu warmer Lieb entzünden, Hast mich in eine bess're Welt entrückt. Oft hat ein Seufzer, deiner Harf entflossen, Ein süßer heiliger Akkord von dir. Den Himmel bess'rer Zeiten mir erschlossen. Du holde Kunst, ich danke dir dafür!" Atemlos hatte man gelauscht, in manche Augen waren Tränen getreten, und als jetzt der letzte Akkord des Nachspiels verklungen, schien der Hof in ein Heiligtum verwandelt; erlöstes Atemholen ging durch die Reihen, man weinte, lachte, träumte, jubelte — und wußte plötzlich wieder, was Kunst bedeutet: eben Erlösung! Erlösung vom Alltag, von den wilden Verstrickungen des Lebens, Entrückung in bessere Welten und Zeiten, Aufblick zu den Sternen, doch auch Erweckung der Herzen, Entzündung warmer Liebe zu Erde und Menschen. Der gute Franz v. Schober, Schuberts treuester Freund, hat das in seinen schlichten Versen (mit dem rührend altertümlichen Partizip „entzünden") sehr schön ausgedrückt. Wo und wann wir nun aber dieses, aus letzten Hefen des Gefühls geschöpfte Lied Franz Schuberts hören, stets erleben wir erschüttert aufs neue, was ihm Musik war, was uns Kunst überhaupt ist und sein soll: neben der Verehrung des Unerforschlichen, Religion genannt, der einzige unzerstörbare Trost auf Erden. Oder, wie ein großer Franzose es wundervoll formuliert hat: „une promesse de bonheur", ein Glücksversprechen. Ein bißchen Trost und Glück aber, nicht wahr, können wir alle heute gebrauchen. Auch wer nicht hungern sollte, nicht in Trümmern hausen muß. hat meist sein gerüttelt Maß vom Leid der unerhörten Katastrophe, die auf uns allen lastet, er hat seine Nächsten, seine Freunde verloren oder vermißt sie, und jede persönliche Nachricht aus der Feme läßt fürchten, daß wieder einer unserer Liebsten unterm Druck der Zeit davongegangen. Die Gestalten der Kunst aber, und nur sie, leben fort und fort: Iphigeniens Sehnsucht nach der Heimat atmet aus Feuerbachs Gemälde (und hätte die Brutalität des Bombenkriegs es zerfetzt, es wäre im Abglanz von Nachbildungen uns erhalten geblieben), die tief menschliche Stimme der Griechin dringt auch aus Goethes Versen uns ins Herz, Gottfried Kellers „schöne Frauenbilder, wie die bittre Erde sie nicht hegt", entzücken Sinne und Seele heut wie ehedem, Schillers Margui6 Posa mahnt uns mit unver- lösdilichen Feuerworten, die Freiheitsträume unsrer Jugend endlich zu verwirklichen, und aus dem D-dur-Freudechor von Beethovens Neunter wie aus dem mächtigen C-dur-Homruf, dem gläubigen Geigengesang im Schlußsatz der ersten Brahms- Sinfonie jauchzt uns unerschütterlich die unbedingte Gewißheit entgegen, daß das Leben doch einen Sinn hat. Sollte da noch jemand meinen, es sei zu früh für „Kunstgenüsse"? Nicht um Genuß handelt es sich, sondern um Stärkung und Erhebung, und Kunst, die das schenkt, haben wir genau so nötig wie das liebe Brot. Man kann heute sogar feststellen: je zerstörter eine Stadt, um so nachdrücklicher bekennt sie sich zum Aufbau auch der geistigen Dinge. Münchens oder Stuttgarts Kunst-, Theater- und Musikleben strebt rasch zu neuer Blüte empor, Hamburg hat eine Dichterwoche veranstaltet, zeigt eine große Schau moderner deutscher Bilder und Plastiken, das bös mitgenommene kleine Bonn feierte in diesen letzten Maitagen trotz allem sein traditionelles Beethoven- und Kammermusikfest. Wir stehen also mit unserem Dienst an der Kunst nicht allein, wenn wir am heutigen Tage die Kunstwoche der Stadt Konstanz, die „Quinzaine artistique Constance". feierlich eröffnen. Wir eröffnen sie jedoch mit besonderem Stolz, weil wir Besonderes bieten dürfen: ein internationales Programm, neben neuer deutscher Kunst in gleichem reichem Maße französische Malerei, Musik, Dichtung, Theater, Moden sogar, dazu Klang und Sang aus der benachbarten Schweiz, aus Amerika, England, Osteuropa. Für solch ein vielfarbiges europäisches Kulturerlebnis, das ohne die aktive Mitarbeit unserer Besatzungsmacht heute gar nicht zu ermöglichen gewesen wäre, fühlen wir uns der französischen Militärregierung zu aufrichtigem Danke verpflichtet Die deutschen Veranstalter aber werden die Gäste aus dem In- und Auslande mit um so mehr Freude willkommen heißen, als unser Konstanz, vor den schlimmsten Schrecken des Krieges bewahrt geblieben, zumal den weniger glücklichen Gästen ein ungetrübt anheimelndes altes Stadtbild und dazu eine weite, große Landschaft des Friedens zu bieten vermag. Doch gewiß, moderne Kunst ist selten „holde" Kunst; kann sie da wirklich ein Glücksversprechen sein? Hinter uns liegt ein zweiter Dreißigjähriger Krieg; wundert man sich, daß das Chaos, das er hervorgerufen und daran wir selber den schwersten Teil der Schuld tragen, stofflich auch die Kunst verdunkelt? Wir möchten sogar 6agen: ein heute geschaffenes Kunstwerk, in welchem nicht irgendwie die Weltkatastrophe von gestern nachklingt und sich spiegelt, wird un6 kaum noch tief berühren. Freilich: darüber hinausgeähoben werden wollen wir trotzdem. Ein intelligenter junger Berliner Journalist und Dichter hat das jüngst sehr hübsch ungefähr so ausgedrückt: Wer einen Falter darstellt und nichts als den Falter, macht es falsch. Wer Ruinen schildert und sonst nichts, geht ebenfalls in die Irre. Wer aber den Falter bringt, der über Trümmern schwebt, weiß, worauf es ankommt Es kommt auf die Kommunikation der Ewigkeit mit dem Alltag an ... Hoffen wir, daß während unserer Kunstwoche recht viel solche „Falter" aufschweben! Dann wird auch da6 zeitgenössische Schaffen da6 hohe Ziel erreichen, das Schiller aller Kunst und Kultur gesetzt hat: den Menschen, soweit das Reidi der Schönheit nur ynmer reichen kann, ästhetisch zu machen, weil nur aus dem ästhetischen Zustande der moralische sich entwickeln kann, weil der Geschmack allein Harmonie in die Gesellschaft bringt, indem er Harmonie im Individuun! stiftet, weil der ästhetisch erzogene, von der Kunst gesegnete Mensch nicht nötig hat. fremde Freiheit zu kränken, um die sei nige zu behaupten. „Mitten in dem furchtbaren Reich der Kräfte und mitten in dem heiligen Reich der Gesetze baut der ästhetische Bildungstrieb unvermerkt an einem dritten fröhlichen Reiche de s Spiels und des (schönen) Scheins ..." Zu diesem wahren „dritten Reiche" Schillers bekennen wir ‘uns mit der Konstanzer Kunstwoche und damit zur echten Freiheit und Freundschaft der Menschen und Völker. Der Dich 1 ter, der es abgelehnt hat, nur für eine, füi 1 seine Nation zu schreiben, weil er bei einei so wandelbaren Form, einem Fragmente de: Menschheit — „und was ist selbst die wich-’ tigste Nation anders?" — nicht stilistdien könne, hat an die Künstler die Mahnung gerichtet: „Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben. Bewahret sie!" Diese Aufforderung gilt für uns alle, und nachdem unser Volk als Staat so schwer gegen alle Menschheitswürde gesündigt hat, dürfen wir uns heute, immer noch mit gebotener Bescheidenheit, aber aus tiefster Ueber- zeugung, von neuem zur Würde und zur Menschheit bekennen. In den Samstagsglocken aber, die zu Gott rufen, mag an diesem 1. Juni ganz nebenher auch der Klang des Schillersdien Glockenspruchs mit- schwingen: „Freude dieser Stadt bedeute, Friede sei ihr erst Geläute!" „Figaro" im Werther-Kostüm Die Neueinstudierung der „Hochzeit des Figaro" im Heidelberger Städtischen Theater gestaltete sich zu einem glänzenden Erfolg. Die Inszenierung Heinrich Köhler-Helffrichs trägt geradezu Festspielcharakter. Köhler-Helffrich, sein Bühnenbildner Wilhelm Reinking und Kapellmeister Fritz Henn haben eine Aufführung herausgebracht, die reifstes Können offenbart. Auch die Darstellung war ausgezeichnet. Das Publikum nahm die Aufführung, die Mozarts Werk sehr glücklich in die Wertherzeit transponierte, mit stürmischem Beifall auf. C. F. SÜDKÜK1EI Nr. 78 / Seite 3 v Ä fV V>. --=-- -\3 S, IJT’« »«*<* »2 •A &3»ai »3 £5».. rNvfVi'h d^t:l ozm Dürer gegen Heine? Uaber Kunst und Naturnachahmung Kunst und Hunger Bin Künstler spricht: Künstler sind Hungerleider, so sagte verächtlich einstmals ein sattes Bürgertum. Heute hungert dieses Bürgertum zum großen Teil selbst. Mit der sozialen Umschichtung, die sich jetzt vollzieht, verändert sich zwangsläufig das Verhalten vieler Menschen zu den Fragen der Kunst. Der wohlhabende Aesihet der Vorkriegszeit sah das Wesen der Kunst vorwiegend im Problem der Form. Die ergreifenden Darstellungen der kürzlich verstorbenen Käthe Kollwitz, Bilder, die leidenschaftlich und aus tiefer Empfindung Not und Verzweiflung der ärmsten Volksschichten Wiedergaben, waren in' den gepflegten Räumen von Kunstliebhabern zu finden, die freiwillig niemals ihre Wohnung oder ihre üppigen Mahlzeiten mit den Entrechteten geteilt hätten. Jeder von diesen gebildeten Kunstkennern war in gleicher Weise am „sterbenden Arbeiterkind" wie am „Konzert im Schloß" oder der „Schaumgeborenen Göttin" interessiert... Viele Besitzende haben heute ihr schönes Haus, ihr Geld, ihre gesicherte Stellung verloren. Sie wohnen in einer Ruine, durch die der Wind pfeift. Sie sind von schreiendem Elend umgeben und müssen sich ein- fügen in die Reihe der mit Mühsal Beladenen. In ihrer veränderten sozialen Lage werden 6ie den gleichen Motiven künstlerischer Darstellung mit gänzlich veränderter Empfindung gegenüberstehen. Sie, die nun selber Mangel am Brote leiden, werden von den Gestalten der Hungernden viel stärker ergriffen werden als zuvor, weil sie nun sich selber in ihnen wiedererkennen. Dagegen dürfte eine auf Bildern dargestellte Sammlung von Nahrungsmitteln in saftiger Fülle, wie sie einst die wohlhabenden Holländer als glückliche Besitzer eines großen Kolonialreiches von ihren Malern anfertigen ließen, den arm gewordenen Bürger unserer Zeit nur wenig ansprechen. Er wird sich jetzt sagen: Es kommt in der Kunst doch nicht allein auf die Form an! In einer Katastrophenzeit, als ein großer Teil der damals lebenden Menschheit im Glauben an den bevorstehenden Weltuntergang sich selbst aufgab, erschien von dem 27jährigen Albrecht Dürer der Holzschnitt mit den „Apokalyptischen Reiter n", den wir hier zeigen. Mit dieser aufwühlenden Darstellung brachte er das zinn Ausdrude, was seine am Rande der Verzweiflung stehenden Zeitgenossen tief im Innern bewegte. Als Schuldbeladene werden sie erbarmungslos niedergetrampelt, von Seuche, Krieg, Hunger und Tod, und ein Höllenrachen verschlingt ihren gestürzten Herrn. Derselbe Dürer verstand es, mit lyrischem Zartgefühl einem kleinen Veilchenstrauß, einem Kaninchen mit glänzendem Fell oder einer idyllischen Landschaft zeitlosen Ausdruck zu geben. Aber zu einem der überragenden Repräsentanten abendländicher Kunst konnte er nur dadurch werden, daß er die geistige Problematik seine« Zeitalters mit seinem künstlerischen Schafien umfaßt und aus tiefstem Erlebnis veranschaulicht bat. Den Künstlern im zerstörten Europa fehlt jener unmittelbare Kontakt mit dem Volk, der früher durch die umfassende Bedeutung der Religion im öffentlichen Leben gesichert war. Mehr oder weniger individuell versuchen Kunst und Publikum einander zu finden. Das große Gemeinsame ist das Erlebnis der durch gemeinsame Schuld entfesselten Not, das Bewußtsein von der Katastrophe des Hungers, der nicht nur Europa, sondern einen großen Teil der Welt bedroht Es gibt kein noch so entlegenes Atelier, keinen idyllischen Winkel, wohin sich irgendein Künstler mit gutem Gewissen zurückziehen könnte, um die Not der Zeit zu vergessen. Selbstverständlich wird jeder Künstler auf da« furchtbare Erlebnis unserer Zeit verschieden reagieren. Und es wäre nichts unsinniger als von allen gegenwärtigen Künstlern zu fordern, daß 6ie genau in der gleichen Art wie einst Käthe Kollwitz uns den Spiegel unserer Zeit Vorhalten müßten, indem sie nichts anderes als hungernde und in ihrem Elend sichtbare Menschen malten oder zeichneten. Ein schönes Bild, eine erhabene Musik können zwar den Hungernden nicht sättigen. Das Kunstwerk ist eine geistige Schöpfung wie ein wertvolles Buch, das wir schön finden, das uns bereichert und den inneren Menschen formt Aber der Geist als die höchste Gabe der Schöpfung ist es noch immer gewesen, der die Welt verändert hat Deshalb liegt eine große Aufgabe vor uns allen, die wir notleiden und auch in geistige Not gerieten, a« einer Veränderung der Welt teilzunehmen, auch auf dem Weg über die — Kunst. E. Ueber neue Musik Fortschritt, Weitergehn ist in der Kunstwelt, wie in der ganzen großen Schöpfung, Zweck, und sind wir Neueren noch nicht ganz soweit als unsere Altvorderen in Festigkeit, so hat doch die Verfeinerung unserer Sitten auch manches erweitert. Beethoven, 1819 • Analysen meiner Werke kann ich nicht geben, weil ich nicht weiß, wie ich mit wenigen Worten ein Musikstück erklären soll (ich schreibe lieber ein neues in dieser Zeit). Außerdem glaube ich, daß meine Sachen für die Leute mit Ohren wirklich leicht zu erfassen sind, eine Analyse also überflüssig ist. Den Leuten ohne Ohren ist ja auch mit solchen Eselsbrücken nicht zu helfen. Paul Hindemith * Der wirkliche Künstler muß Neues, Unerhörtes ausdriieken, das ihn bewegt. Für die Nachkommen, die daran Weiterarbeiten, stellt e6 sich bloß als neuer Klang, als technisches Mittel dar. Aber es ist weit mehr als das: ein neuer Klang ist ein unwillkürlich gefundenes Symbol, das den neuen Menschen ankündigt, der sich da ausspricht. Der Künstler, der Mut hat überläßt sich ganz seinen Neigungen. Und nur der sich seinen Neigungen überläßt, hat Mut, und nur wer den Mut hat, ist Künstler. Arnold Schönberg, 1922 * Von persönlichem Empfinden und Erleben aussagende Musik erhält ihren primären Wert erst durch den darin irgendwie in Erscheinung tretenden Willen oder die unbewußte Fähigkeit dazu, über das Persönliche hinaus zum „Leben" selbst vorzudringen, darein zu münden und, wenn auch nur stammelnd, davon zu singen, zu sagen und zu künden. Eben dieser Wille und das gigantische Kämpfen um dieses vom Ich erlösende Ziel ist es ja auch, das Beethoven, diesem erschütternden Sänger solchen Ringens, seine einzigartige Größe verleiht, und eben darum auch verdankt gerade ihm die Musik diese unerhörte Bereicherung und Vertiefung ihrer Sprache. Heinrich K a m i n s k i „Die Kunst steckt wahrhaftig in der Natur, wer sie heraus kann reißen, der hat sie.. Albrecht Dürer (1471-1528) „Die Daguerrotypie ist ein Zeugnis gegen die irrige Ansicht, daß Kunst Nachahmung der Natur sei." Heinrich Heine 1861 Der griechische Maler Apelle6, der im vierten Jahrhundert vor Christo lebte, wurde deshalb gerühmt, weil er Trauben so naturgetreu malte, daß die Vögel danach gepickt hätten. So erzählt die Anekdote. Die Natur selbst versteht es, Kunst zu prägen: Der deutsche Naturforscher Ernst Häckel gab ein Buch heraus mit herrlichen Abbildungen von Formen der Natur, die alle Ornamente, die Künstlerhand jemals schuf, an Schönheit noch übertreffen ... In Darstellungen der klassischen griechischen Vasenmalerei finden wir weder eine Perspektive des Raumes, noch eine die Natur nachahmende Farbgebung: Alles ist stilisiert, und gewinnt seinen Ausdruck vor allem durch feinempfundenen Linienrhythmus und schöne Flächenaufteilung. Daß Musik die Natur nachahme, hat noch niemand ernsthaft \erlangt, und wo sie es tut, da ist es nicht viel mehr als spielerische Arabeske. In der Architektur führt die Naturnachahmung zu „Waldlauben und Felsengrotten"... Daß die Kamera, indem sie Natur wahrheitsgetreu abbildet, nicht immer zu künstlerischen Effekten führt, beweist jedes Amateuralbum Erst besondere Leistung des Fotografen bringt das Bild in den Bereich des Künstlerischen. Die für das Auge vollendet schön wirkende Landschaft sieht auf der Platte oft genug nüchtern aus. Entfernter liegende Gegenstände zum Beispiel erscheinen dem menschlichen Auge größer, als sie, dem Gesichtswinkel nach, eigentlich erscheinen müßten. Ein Mensch, in doppelter Entfernung, erscheint nicht, wie die Perspektive es lehrt, nur in halber Größe. Aehnliches gilt von Farben und Gestalten. Allein schon der Vorgang des Sehens formt Natur anders, als sie in Wirklichkeit ist Auf der Insel Reichenau wurden von Mönchen Bilder gemalt, vor etwa einem Jahrtausend: Sie stellen Vorgänge aus der biblischen Geschichte dar. Doch malten die Künstler den Arm eines verkündenden Engels „unnatürlich" lang, die Köpfe im Verhältnis zum Körper sehr groß. Es kam ihnen darauf an, mit ihrer Kunst dem Göttlichen zu dienen. Die Madonnen des Mittelalters, unter prächtig geschwungenem Faltenwurf ihrer Gewänder, zeigten übernatürliche Größe und Hoheit. Auch die Pallas Athene der klassischen Griechen weicht von den Maßen des natürlichen Menschenbildes ab. Dem großen Künstler kommt es immer darauf an, das Wesentliche zu gestalten. Max Liebermann sagte einmal zu einer Dame, die sich in ihrem Porträt nicht wiedererkennen wollte: „Liebe Frau, ich werde Ihnen was sagen: Ich habe Sie ähnlicher gemalt, als Sie sind." In diesem Scherzwort liegt tiefer Sinn. Der Maler malt mehr als man sieht Das tut übrigens auch das ... Kind. Jeder kennt Wilhelm Büschs „Maler Klexel", der, wenn er als Knabe einen Menschen in Seitenansicht malt, das zweite Auge nicht fehlen läßt. Es gibt dazu Parallelen in der alten ägyptischen Kunst und in der abstrakten Malerei unserer Tage. Es ist eine seltsame Ironie der Geschichte, daß derselbe Mann, der „Schirmherr des Hauses der Deutschen Kunst" und oberster Kämpfer gegen „entartete Kunst" war, in bezug auf die Farbe den Standpunkt des jungen „Klexel" vertrat, indem er dozierte, eine Wiese dürfe niemals blau gemalt werden, wie sie dem Auge, durch Farbreflexe der Luft, doch häufig erscheint. Auch Rembrandt war für seine Zeit ein „entarteter Künstler". Greifbare Gegen- I stände mit klaren Umrissen malte, nein, ' zeichnete vor ihm.die Mehrzahl der Maler. Er lö6te den Umriß auf und wurde so erst ein Maler im wahrsten Sinn. Die Dinge leben jetzt, mit Pinseln breitfläefaig aufgetragen, in den Kontrasten des Lichts. Nicht mehr glatter Anstrich der Gegenstände sind Rembrandts Farben, sondern in der Sinfonie des Bildganzen erfüllt sich erst ihr künstlerischer Sinn. Ohne Rembrandt kein Impressionismus, jene neuere Richtung der Malerei, die am innigsten der sichtbaren Natur verbunden ist. Die Natur als unmittelbares farbiges Erlebnis ist Gegenstand des Impressionismus, der das Gesetz der Farbperspektive entdeckte. Man erkannte, daß die Luft selbst voller Farbe ist. Damit war ein Schritt von ähnlich umwälzender Bedeutung getan, wie sie die Erfindung der zeichnerischen Perspektive zur Zeit der beginnenden Renaissance für die Kunst hatte. Der Expressionismus, von vielen seiner Anhänger nur als Reaktion gegen den Impressionismus empfunden, ist in Wahrheit seine konsequente Fortsetzung. Denn von der mit persönlichem Temperament empfundenen Impression bis zum eigenen starken Ausdruck ist es nicht weit. Auffassung und Vorstellung sind subjektiv. Cezanne und van Gogh sind große Repräsentanten des Uebergangs. Die konsequenten Expressionisten weichen in ihrer Farbgebung wie auch in ihren Formen bewußt vom Natürlichen ab. Wenn einer von ihnen ein Pferd blau malt, obwohl er genau so gut wie andere weiß, daß es in der Natur kein blaues Pferd gibt, so malt er es nicht blau, um seine Mitwelt zu empören, sondern aus dem Zwang einer inneren Vorstellung. Wir wissen jetzt, daß auch alte Meister bewußt unnatürlich malten, weil sie damit künstlerisch etwas ausdrücken wollten, das ihrer inneren Anschauung entsprach. Ein berühmter Maler der Moderne, ein glänzender Porträttet, hat einmal erklärt, er habe diese Art zu malen erst wieder verlernen müssen, um sein Künstlertum ganz zu entfalten. Schon vorgeschichtliche Höhlenbewohner hatten mit ihren Tierdarstellungen eine wirklichkeiterfassende Vollendung erreicht. Spätere Kunstarten erscheinen uns viel primitiver, sie haben andere Gestaltungsgesetze. — Oft schon hat sich die Malerei abstrakt gebärdet. Wie die frühe griechische Vasenmalerei der Antike. Aehnlich wie die Musik, die unabhängig von jeder konkreten Wirklichkeit „zwischen Geist und Materie schwingt", wie Heine es einmal ausdrückte, spricht sie unser Gefühl an. Warum sollten nicht auch moderne Künstler solche Wege beschreiten, selbst wenn jemand gelegentlich meint, hinter der abstrakten Form verberge sich mangelndes Können. Picasso jedenfalls — er war es, der sein altes Handwerk verlernen wollte — bleibt jenseits dieses Verdachts ... B.-F. Aus zeitungsloser Zeit 2 9. Mai 1945: Hauptquartier 15. USA- Armee meldet, daß die Lebensmittelreserven nur noch für 3 bis 4 Wochen ausreichen. Amerikanischer Großluftangriff auf Yokohama. Verhaftung des Rundfunksprechers William Joyce — Lord Haw-Haw. Spanische Regierung verweigert Auslieferung von L6on Degrelle. Knut Hamsun wegen Kollaboration verhaftet. Gauleiter Bohle gefangen. 3 0. Mai 1945: Kritische Situation in der Levante. Unruhen in Damaskus. 3 1. Mai 1945: Aegypten wird wegen der Vorgänge in der Levante vorstellig. Intervention Churchills und Trumans. Persien fordert Rückziehung der alliierten Truppen. Berlin als Sitz der alliierten Kontrollkommission bestimmt. Zersetzung des Theaters? Der Name Bert Brecht ist in Deutschland Jedem bekannt, dem moderne Lyrik, modernes Theater etwas zu sagen haben. Er wird geliebt und gehaßt. Viele erkennnen nur seine Lyrik an, die bei strenger Dis- Eiphn der sprachlichen Form aggressiv und •revolutionär ist, sie lehnen ihm aber als Dramatiker ab, weil er es sich herausnimmt, die herkömmlichen Gesetze der Dramaturgie Ki durchbrechen. Brecht selbst aber will mit seinen Versuchen zum „epischen Theater" nichts anderes als ein Avantgardist 6ein, der experimentiert. Mit seiner „Dreigroschenoper", die «ich aus Elementen der alten englischen „Bettleroper" und der lyrischen Dichtung des Franzosen Francois Villon zusammensetzt, lieferte Brecht dem deutschen Theater nach dem ersten Weltkrieg das größte Erfolg- Stück. Es ging über alie Bühnen in Deutschland. Seine Verse, Chansons und Chortexte waren in aller Munde. Sie sind uns bis heute im Gedächtnis geblieben. Sehr viele der Verehrer der „Dreigroschenoper" haben ihren Sinn aber gänzlich mißverstanden. Der Bürger im Frack sah das Elend der Bettler romantisch. Die Tochter des Rüstungsindustrien en, die mit Begeisterung das Hurenlied „Meine Herren, beute seihen Sie mich Teller abwaschen..." nachsang, übersah, daß mit dem Gangster Macky, der sein Messer verborgen hält, niemand anders als Ihr Herr Papa gemeint war. Heute sind die Gefühle desselben Mädchens, deren Lage sich inzwischen verändert hat, — nehmen wir an, der Papa weilt jetzt in Nürnberg — wahrscheinlich etwas andere. Wenn sie jetzt nochmal« die „Drekrroschenoper" sieht, wird sie dahinter den Propheten Brecht erkennen. — Die dialektischen Lehrstücke Brechts sind nicht Theater im üblichen Sinne. Das Publikum, an das er sich mit •einem „Jasager”, der „Maßnahme" oder der „Johanna der Schlacbthöfe" wendet, ist das revolutionäre Proletariat Mag man sich auf den Standpunkt stellen, daß der Dichter Brecht der Form nach dem Theater nicht gäbe, was des Theaters sei. Niemand wird aber bestreiten können, daß er grundsätzlich dazu beigetragen hat und beiträgt, eine neue Verbundenheit zwischen dem Volk und der Kunst herzustellen, die heute nicht mehr allein eine Sache des literarisch interessierten Bürgertums sein kann. Nicht das ästhetische, sondern da« inhaltliche Erlebnis wird primär die Anteilnahme der dem Theater jetzt Fernstehenden wecken. Brecht« Theaterdichtung packte die deutschen Arbeiter während ihres Kampfes. Seine Dramatisierung des Romans von Gorki« „Die Mutter" wurde kurz vor der Machtergreifung Hitlers zu einem revolutionären Ereignis. Die unter dem Einfluß der Schrittmacher des Faschismus 6tehende Polizei verbot die Aufführung des Werkes, durch da« das Schicksal einer Proletarierfrau, einer Heldin de« illegalen Kampfes für die .Freiheit der Unterdrückten, realistisch und dichterisch zugleich geschildert wird. Da eine Aufführung nicht stattfinden durfte, lasen die Schauspieler ihre Rollen bei der Premiere vor dem geschlossenen Vorhang. Später wurde das Aufführungsrecht durchgesetzt. Mutter Vlassowa steht mit einer Menge anderer Frauen vor der Abgabestelle, von wo die Kupferkessel der Hausfrauen zur Munitionsfabrik weitergeleitet werden — die Szene 6pielt in Rußland im ersten Weltkrieg. Diese echte Mutter mit fühlendem Heiz und gewitztem Verstand macht den von ihrer Regierung betrogenen Leidensgefährtinnen klar, daß das von ihnen abgegebene Metall in die Herzen vieler Söhne vieler anderer Mütter dringen wird. Sie handelt auf der Bühne als Revolutionärin, aber wie sie das tut und wie «ie spricht — Hedwig Wangel spielte die Rolle —, da« ist dramatische Kunst in hoher Vollendung, Politische Propaganda? Nein, — reinste Dramatik, — reinste Kunst, geprägt von dem Dichter Bert Brecht. Gewiß: Mit einzelnen starken Szenen ist man noch kein Dramatiker. War Grabbe als Dichter der Szenenfolge „Napoleon oder die hundert Tage" ein Dramatiker? War es Büchner mit seinem „Wozzek" Waren es die Autoren der großen Mysterienspiele im Mittelalter? Wir dürfen nicht vergessen, Drama und Theater sind nicht identisch. Am wenigsten wohl in Deutschland, womit nicht gesagt ist, daß die Forderung nach der Pflege der reinen Form der auf die klassischen Gesetze zurückgreifenden Dramatik unberechtigt sei. Im Gegenteil: Eine ganze Anzahl von revolutionären Bühnendichtern geht heute auf anderen Wegen als auf dem des „epischen Theaters" von Brecht, das möglicherweise bald historisch sein wird. Aber wodurch es auf jeden Fall anziehend wirkt, das ist seine enge Verbundenheit mit der Problematik der Gegenwart. Die Problematik seiner Form bedeutet für eine Schauspielbühne, die heute Goethe, morgen das moderne französische Lustspiel interpretiert, ein Wagnis. Wir begrüßen den Mut zum Wagnis, an dem wir nur lernen können. Und das wollen wir. Dr. Ernst Brasch. Entgegnung? Wozu die saure Arbeit der dramatischen Form, wozu ein Theater erbaut, Männer und Weiber verkleidet, Gedächtnisse gemartert, die ganze Stadt auf einen Platz geladen, wenn ich mit meinem Werke und der Aufführung desselben weiter nichts hervorbringen will als einige von den Regungen, die eine gute Erzählung, von jedem zuhause in seinem Winkel gelesen, ungefähr auch hervorbringen würde. Die dramatische Form ist die einzige, in welcher sich Mitleid und Furcht erregen läßt, wenigstens können in keiner andern Form diese Leidenschaften auf einen so hohen Grad erregt werden. — Bin Bund Stroh aufzuheben, muß man keine Maschine in Bewegung setzen. Was ich mit dem Fuße umstoßen kann, muß ich nicht mit einer Mine sprengen wollen. Ich muß keinen Scheiterhaufen anzünden, um eine Mücke zu verbrennen. Lessing (1729—81) „Hamburgische Dramaturgie" Das eben ist das Unglück der Deutschen, daß sie ewig all ihr Wissen zu Markte bringen und nicht glauben eine rechte Tragödie gemacht zu haben, wenn sie nicht im Notfall zugleich als ein Kompendium der Philosophie, Religion, Geschichte, Statistik und Physik gelten kann, so daß man in ihren dramatischen Werken alles bis auf das Dramatische antrifft. Menschliche Handlungen und Leidenschaften sind der Vorwurf der tragischen Kunst, alles andere, und wäre es auch das Höchste, bleibt zwar nicht ausgeschlossen, aber ist — Maschine. Religion anf die Kanzel, Philosophie auf den Katheder, der Mensch mit seinem Tun und Treiben, seine Freuden und Leiden, Irrtümem und Verbrechen auf die Bühne. Und somit genug. Die Sache der Prosa, der Wissenschaft ist es, zu sagen, was wahr ist und was falsch: die Poesie und edle Kunst überhaupt befaßt sich mit Lehren nicht, und wenn sie’« tut, hört sie in dem Augenblicke anf, Kunst zu sein. Grillparzer (1791—1872) Grillparzer war kein Verehrer der Sha- kespearischen „Historien": er tadelte ihre Kompositionslosigkeit nachdrücklich und nannte sie nur kräftiges Material, aus welchem erst Stücke zu machen wären. Chronikmäßig angehäufte Szenen ohne einheitlichen Kern waren ihm keine vollen dramatischen Kunstwerke, auch wenn darunter geniale Szenen. Und wenn man derlei Unfertiges anf die heutige Szene bringen wollte, so nannte er dies immer mit großem Nachdruck einen Mißbrauch des heutigen Theaters. Ein Theaterstück fordere zuerst und zuletzt eine volle Theaterform, «in« Form wie zwei Jahrhunderte nach Shakepeare sie ansgebildet haben. Diese wertvolle Ausbildung verwerfen und kompositionslose Arbeiten auf- fü'hren hieß für ihn, welcher einen strengen Kunstsinn besaß, dilettantische Barbarei. Das Theater ist mir ein voller wahrer Spiegel des Lebens: es soll also auch nicht zurückweichen vor einem Spiegelbilde, welches uns augenblicklich unbequem ist Nur echt und wahr soll dies Bild sein. Die Wahrheit sorgt für sich selbst, besser als wir kurzsichtigen Patron« es vermögen. Und auch der Kunst ist nichts nötiger und för- dersamer als Wahrheit Hat ein Stück einen wahrhaftigen Stoff künstlerisch bewältig, dann darf man unbekümmert sein um Meinungssätze. Es lebt auch damit als Kunstwerk trotz aller entgegengesetzten widerwilligen Meinungen. Das Schelten der Parteimeinung verfängt nicht gegen ein Kunstwerk, denn ein wirkliches Kunstwerk ist bereits eine Läuterung der Meinungen. Umgekehrt ebenso: ist der Stoff des Stük- kes und die Tendenz desselben übertrieben," also nicht ganz wahr, dann entsteht auch kein Kunstwerk, und das tendenziöse Machwerk hält nicht Bestand.... Die tendenziöse Absicht genügt nicht; das künstlerische Gelingen muß dazutreten. Und das tritt eben nicht hinzu für bloße Parteitendenz. Das künstlerische Gelingen ergibt sich erst, wenn Tendenz und Talent im Kernpunkt der Aufgabe Zusammentreffen. Dann aber läutert das Talent von selbst die parteiische Tendenz .... Von diesem Grundsätze ausgehend, habe ich mich für verpflichtet erachtet—ganz ohne Voreingenommenheit für irgendeine Tendenz —, jedes Stück einzureichen, welches mir ästhetisch haltbar erschien. Laube (1806—84) „Dramaturgische Schriften“ * * • Selbst im Augenblick des höchsten Glücks und der höchsten Not bedürfen wir des Künstlern. Goethe, 1808 Seile 4 f Nr. 78 SÜDKURIER Freitag, 31. Mad 1946 Deutsche Malerei und Plastik heute Ein Bericht zur Lage von Landeskonservator Dr. Adolf Rieth, Tübingen Dteeat Bericht zur Lage aus berufener Feder, ein Rüde- und Ausblick, mag gerade während- der Konstanzer Kunstwodie dem Publikum wie den Künstlern eine willkommene Klärung bedeuten. Die Generation von heute, die durch zwei Kriege hindurch gehen mußte, ist gern geneigt, zwischen der Nachkriegszeit von damals und heute Vergleiche zu ziehen Sie muß dabei nur immer wieder feststellen, wie grundlegend verschieden unsere Situation verglichen mit der nach 1918 in jeder Hinsicht ist; ein Unterschied, de r sich ebenso auf das Gebiet der Bildenden Kunst er- streckt. Auch der erste Weltkrieg hat die deutsche Kunst schon schwer getroffen. Auch damals mußten viele der Jungen den Pinsel mit dem Geweh r vertauschen, und einige der .Besten kehrten aus dem Feld nicht mehr zurück; wir erinnern nur an die beiden Malerfreunde August Madce und Franz Marc, deren begonnenes Werk Großes versprach und Torso bleiben mußte. Aber der damalige Krieg mit all seinen Begleiterscheinungen konnte die Kräfte der modernen deutschen Malerei und Plastik nicht erschöpfen. Die neue Kunstprägung des Expressionismus, dessen Wurzeln in dem malerischen Werk Vincent van Gogh's und Edward Munchs zu suchen sind, waren schon vor 1914 ausgebildet. Dieser Mal- / stil brach sich nach dem Krieg mit verdoppelter Gewalt Bahn, obwohl Um viele seiner Vertreter nur aus Opposition pflegten. Die Purzelbäume des Kubismus und Dadaismus waren schon 1920 überwunden, und es ist gar nicht verwunderlich, daß die Antwort auf diese wilden Experimente der Stil der neuen Sachlichkeit war. Bedeutende Maler wie Otto Dix hatten sich schnell wieder zurechtgefunden. Ihre Bilde r enthielten Realitäten der brutalsten Art — Anklagen gegen Krieg und Gesellschaftsordnung — und deshalb gingen sie der „Reaktion" auf die Nerven. In ihrem Malstil waren sie geradezu altmeisterllch gekonnt — und das lange schon vor 1933. Als die Kunsthistoriker des „Dritten Reiches“ den Begriff der „Entarteten Kunst" prägten, mußten sie die Belege für diese Kunstrichtung in den Museumskeliem suchen. Die sog. ,Merzbilder" von Schwit- ters, die aus Draht und Papier zusammen- geetücfct waren, nahm schon vor 1933 kein Mensch mehr ernst. Wir wissen ja, wie dann Hitler persönlich den Kreis de r „Entarteten Kunst" erweitert hat und selbst vor Kokoschka, Franz Marc und dem gewiß unpolitischen alten Corinth nicht Halt machte. Die Ausstellung „Entartete Kunst" in München 1936 war schon in ihren äußeren Methoden, — sämtliche Bilder kahl und ungerahmt zu hängen, — eine der infamsten Verhöhnungen deutschen Kunstschaffens. Sie war aber nur der Auftakt zu einer Reihe von Aktionen, durch die man die „Opposition" zu vernichten versuchte und die sich bei einzelnen Künstlern bi« zu totalem Ausstellung»- oder Malverbot steigerten. Es ist bezeichnend genug, daß Hitler 1936 den „Entarteten" als neues Kunstideal die schamlos .haargenauen Farbdrucke" Adolf Zieglers gegenübeistellte, das große Tryp- tkhon der „Drei Elemente", die der Volks- witz die „Drei Alimente" taufte, oder den bekannten „Rückenakt mit Mäander", angesichts dessen der damalige französische Botschafter Poncet spontan das Bonmot formuliert haben soll: „A, Madame de Berli- chingen"! Gewiß verschwand auch Herr Ziegler nach einiger Zeit in der Versenkung, aber nur um Sepp Hilz und anderen Platz zu machen, die, malerisch vielleicht um einige Grade besser, nackte Bauernmädchen konterfeiten oder das „Interieur des Kuhstalls" verherrlichten. — Mit Ausbruch des Krieges war eine zusätzliche Fülle von neuen „volksnahen und kriegerischen" Themen gegeben. Der Geist Anton v. Werners, dessen Schlachtenbilder von 1870 zur Genüge bekannt sind, feierte fröhliche Urständ und vielfache Auferstehung. (Ehrliche, ungeschminkte Darstellungen des Krieges, wie sie mancher PK-Zeichner von der Front brachte, wurden möglichst unterdrückt.) Es sei hier zugegeben, daß sich das Gesicht der Münchner Kunstausstellungen da und dort etwas verändert hatte. Der „Führer" hatte damals offenbar wenig Zeit für persönliches Jurieren übrig. In de r Abteilung „Plastik" waren seit je neben Breie er und T h o r a k auch gute Namen wie Kolbe find S eh e i b e vertreten gewesen. Aber vergessen wir nicht, daß andere Bildhauer wie Gerhard M a r de s , der nun in Hamburg wieder arbeiten kann, von jeder Art Ausstellung permanent ausgeschlossen waren! Es war schon so: Der Nationalsozialismus hatte die deutsche Bildende Kunst auf das Niveau eines eindeutigen „Gebrauchs- naturaiismus" herabgedrückt, der völlig nach dem Geschmack der Massen ausgerichtet war. Das mußte das Ende bedeuten, und dieses Ende mußte früher oder später auch für diejenigen kommen, die trotz aller Schikanen ihren eigenen Kunstvorstellungen treu blieben und nicht emigrierten, deren Werk nur noch von einem immer kleiner werdenden Kreis von Freunden gewürdigt wurde. Es ist durchaus berechtigt, auch von einer Widerstandsbewegung innerhalb der deutschen Kunstschaffenden zu sprechen. Auch unter der jungen Generation waren viele, die Eigenes ausdrücken wollten und sich gegen die verkrampfte Maßlosigkeit des NS-Stils sträubten. Was haben Krieg und Nationalsozialismus von der deutschen Bildenden Kunst fcbriggeiassen? Zunächst steilen wir mit Genugtuung fest, daß eine ganze Anzahl 4er „Alten" wieder am Werk ist, wenn auch mancher von ihnen durch Kriegseinwirkung Atelier und den größten Teil der Arbeiten verloren hat. In der englischen Zone arbeiten wieder die Bildhauer Gerhard Mareks, Ewald Mataree und Edwin Scharf! Georg Kolbe und Renee Sinken!« sind in Berta geblieben. Bernhard Bieter und Toni Stadler sind wieder in München tätig. In Württemberg finden die Bildhauer v. Grävenitz, Stuttgart, j F e h r 1 e, Gmünd, Philipp Hart, Offenhausen und Berthold Müller, Kreßbronn, die notwendige Ruhe zu schöpferischer Arbeit. Auch von bekannten deutschen Malern hat eine ganze Anzahl den zweiten Weltkrieg überlebt: Kar] Hofer und Max P e ch s t e i n wirken an de r Kunstakademie in Berlin. Der betagte Emil Nolde, iim „Dritten Reich" mit Malverbot belegt, lebt und schafft auf seinem Gut in Nord-Fries- land. Otto Dix, der noch lange einer der stärksten Malererscheinungen in Deutschland sein wird, ist aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt und kann von neuem beginnen. Wir wollen es ihm nie vergessen, daß er vo r dem Krieg glänzende Angebote, nach den USA zu emigrieren, abschlug mit der Bemerkung: „Ich kann nur in Deutschland malen". Alle die hier genannten Künstler gehören der „älteren Generation" an. Viele davon haben seit 1933, zum Teil unter größten Schwierigkeiten, in völliger Abgeschlossenheit weitergearbeitet. Dix, Mareks, Nolde und viele andere konnten im „Dritten Reich" nie geschlossen ausstellen. Noch wissen heute die wenigsten, was diese Gruppe der „Verfehmten" in aller Stille geleistet hat. Wäre es nicht eine dankbare Aufgabe der deutschen Kunsthistoriker, jetzt da« unbekannte Werk dieser Meister zu sammeln, zu sichten und m großem Rahmen auszustellen? Wir würden uns große Wirkungen davon versprechen, vor allem auch auf da« Ausland. Diese Vertreter der alten Generation werden vor allem dazu berufen sein, die künstlerische Erziehung der führerlosen Jungen in die Hemd zu nehmen. Die her- anwachsende Generation der deutschen Maler und Bildhauer, groß geworden auf den Kunstschulen des „Dritten Reiches" und dann ausnahmslos in den Krieg Uineinge- rissen, ist heute noch die „große Unbekannte" im deutschen Kulturschaffen. Viele und vielleicht die Begabtesten unter ihnen sind kn Krieg gefallen oder werden vermißt Ihr Schicksal ist doppelt tragisch, weil sie innerlich iverzweifelt und at« Wissende einen sinnlosen Tod starben. An ihre Stelle werden andere treten, von denen wir noch nicht wissen, welche Richtung sie einschlagen werden. Sie müssen, auf den Werten der Vergangenheit aufbauend, ihren eigenen Stil entwickeln. Die Meister der älteren Generation können ihnen wohl beratend beistehen, aber die eigentliche Entscheidung liegt bei den Jungen selbst. Es wäre sinnlos, ihnen sogen. „Entartete Kunst" als den einzigen und höchsten Maßstab aufzudrängen, da 6onst die Gefahr besteht, daß sie dort anfangen, wo Picasso und andere Moderne aufgehört haben. Die Vergangenheit hat jedenfalls gelehrt, daß de r Expressionismus als Maistil nicht lehrbar ist. Die junge Generation will und muß zunächst wieder lernen, gute nüchterne Arbeit za leisten. Sie muß auch bescheiden genug sein, sich auf Gebieten des reinen Kunsthandwerks zu betätigen, und am Beginn ihres Schattens soll vor allem auch die Freude am Technischen, am Handwerklichen stehen. Freilich wird dieser Generation der neue Anfang sehr schwer gemacht Zu de r inneren Unsicherheit kommt ein äußerer Mangel an allem, was zur selbstverständlichen Voraussetzung künstlerischen Schaffens gehört: der Mangel an Material und der Mangel an Atelierraum. Es fehlt heute weniger an Aufträgen als an Farben und Leinwand, um diese auszuführen. Dabei gewinnt man vielfach den Eindruck, daß gerade in der heutigen Phase der allgemeinen Beschäftigungslosigkeit viele aus wirtschaftlicher Not zum Pinsel greifen, um nichtssagende Oellandscbaften im Dutzend zu produzieren. Das wäre noch nicht so schlimm, wenn es nicht zur Folge hätte, daß auf diese Weise große Mengen kostbaren Materials von kleinen Oelkünstlern verbraucht würden, deren goldgerahmte , Originale" dann irgendwo über „Bett und So-, fa" prangen. Diese r gesamte Malstoff aber geht dem wirklichen Künstler verloren, so daß in der Tat die Gefahr besteht, daß mancher Maler von Format in nicht allzu- ferner Zeit infolge Farben- und Pinselknappheit seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann. Wir begrüßen es daher mit Freude und Dank, daß die kollegiale Fürsorge eidgenössischer Künstler hier helfend einzugreifen begann. Kürzlich traf eine erste kleine Sendung von Malmaterial für schwäbische bildende Künstler in Stuttgart ein. Vorerst war es nur ein Tropfen auf einen heißen Stein — aber vielleicht dürfen wir weiterhin auf solche großzügige Hilfe hoffen. Trotzdem müssen wir un« darüber im klaren sein, daß sich de r deutsche Künstler, ob Maler oder Bildhauer, so hart es auch ist, vorläufig behelfen muß. Er wird sich auf andere Maltechniken verlegen müssen — er wird vielleicht weniger Bilder schaffen und dafür deren Qualität steigern müssen. De r Bildhauer, dem keine Bronze zur Verfügung steht, wird seinen Formwillen aüf ein neues Material, auf Holz oder Stein, übertragen. Aber aufhören mit Bilden wird keiner, der es ernst meint, keiner, in dem die Leidenschaft des Schaffens und der Wille zum Werk lebendig ist. Die Bäuerin / Eine Erzählung von Friedl Eidens „Und der Name, bitte?" sagte die Schwester und hob fragend das strenge, faltige Gesicht von ejem Buch, vor dem sie im- kleinen Empfangszimmer der Klinik saß. „Anna Femleitner", antwortete der Mann. Er stand steif neben seiner Frau, den schwarzen Hut in der Hand, ein wenig verstaubt von der Fahrt, denn die beiden waren viele Stunden auf ihrem Bauemwaoen in die Stadt hereinkutschiert. Die dumpfe, föhnige Hitze des Tage« hafte sie geplagt und ermüdet, nun waren sie aus der grellen Helligkeit und dem ungewohnten lärmvollen Trubel der Stadt plötzlich in die dämmrige Kühle des Krankenhauses gekommen, zuerst befangen von dem eigenartigen Geruch und der lautlosen Geschäftigkeit, die sie •beim Eintritt umfing. Sie gaiben den Brief ab, den der Doktor daheim ihnen eschrie- ben hatte; wenn er nicht gesagt hätte, es müßte nun sein, wäTen sie ja wohl überhaupt nicht hergekommen, die Mutter operieren zu lassen. Freilich, es ging ihr schon lange nicht gut, sie schleppte sich so hin in lähmender Müdigkeit über ein Jahr und schwand immer mehr, aber es fehlte ihr nichts, nichts tat ihr weh — wie hätte sie da das Recht gehabt, sich krank zu nennen. Und weT sollte die Arbeit tun, wer die Sorge für die Kinder tragen, weT hielte den Hausstand zusammen? Nein, so reich waren 6ie nicht, daß zwei Hände sich einfach in den Schoß legen konnten. Sie hatte mit ihrem Mann zusammen das Eigentum erwirtschaftet, den b'au&eu. sauberen Hof im blauen Schatten .der Bergwände, und die Wiesen und Felder herum, aber das Eigene mußte Jahr um Jahr neu verdient und erworben werden in mühseliger Arbeit. Dazu wuchsen die vier Kinder heran, blühend und gesund wie die roten Blumenstöcke an Die schöne Welt: Frühling in China /v on Wir „großen Reisenden" sind jetzt auf Erinnerungen angewiesen, und bei diesem strahlenden Frühlingswetter stellen sie sich ein, ja, sie brechen geradezu mit Macht über uns herein. Vielleicht um so mächtiger, als das Gefühl der Befreiung, das so vieles Schwere aufwiegen muß, sich auch auf das neue Sichöffnen der weiten Welt erstreckt, das wir — obwohl noch eingesperrt — schon spüren wie ein erstes Frühlingsahnen. Um viele Jahre wandern meine Gedanken zurück in die Zeit da noch die weite Welt mein Teil war. Märzsonne, Märzsonne, wie Sommer ist es in Schanghai um diese Jahreszeit, Frühling und Sommer zugleich. Auf den Straßen werden Veilchensträuße verkauft, groß wie Wagenräder, aus Hunderten von kleinen Sträußchen zusammengebunden, zu 20 cents solch duftendes Riesenrad! Die Obstverkäufer ziehen mit ihren an der Bambusstange auf- und abwippenden Körben daher, die hochgefüllt sind mit den goldgelben Mangofrüchten, und lassen ihren schnarrenden eintönigen Ruf erklingen: ,Mango, Mango!" Veilchen und Mango, Duft und Ruf in den Straßen: Frühling in Schanghai. Aber ich will ja nicht von der Großstadt erzählen, sondern vom Frühling in Che- kiang. Nur zwölf Stunden reist man von Schanghai nach Mokanschan im Chekianger Bergland. Vier Stunden Bahn, vier Stunden im Boot auf den Wasserläufen, die Südchina durchziehen und die die Fremden dort creek nennen, und vier Stunden im Tragstuhl das Gebirge hinauf. Eine solche Reise ist echt chinesisch, und es wäre viel zu erzählen von ihren drei Teilen. Aber ich will heute aus der Fülle der Erinnerungen nur eins herausgreifen, und das sind die Blumen. Da« Gebirge um Mokanschan ist nicht so kahl, wie sonst die chinesischen Berge oft sind. Es ist bis zu den Mitteigebirgshöhen hinauf mit Bambuswald bedeckt Lichtgraue und goldbraune Bambusstämme neigen sich anmutig über die Wege, und das zierliche Gefieder ihrer Wedel gibt der Landschaft überall das Gepräge. Doch auch andere Bäume wachsen dort und mannigfaches Buschwerk. Die Luft ist um diese Jahreszeit da oben köstlich frisch, richtig gebirglerisch, herb und klar. Und manchmal, wenn ich so über (he Berge hinsehe, über einen Vordergrund von Kiefern und buschigem Unterholz, könnte ich glauben, im deutschen Mittelgebirge zu sein. Aber da ist eins, das mir sofort überwältigend klar macht daß ich mdu m Deutschland bin. Das sind die Azaleen. Es ist wie ein Märchen. Sie stehen in einzelnen Büschen mitten im Wald und durchleuchten das zarte Frühlingsgehölz mit dem Glühen ihrer Blütendolden., sie hängen tief von den Felsen des Waldgebirges herunter wie bei uns che Alpenrosen, vor allem aber wachsen sie auf den freieren, mit allerlei Buschwerk bestandenen Abhängen, und dort entfalten sie ihre ganze Herrlichkeit. Die Büsche werden etwa mannshoch und die Blüten viel größer als die unserer Treibhaus-Azaleen. Alle Farben leuchten durcheinander. Hellrot und Dunkelrot in verschiedenen Schattierungen, Lilla vom hellzarten bis zum dunkelsatten und ein tiefes Dottergelb. Dazwischen drängen sich noch andere Büsche, ein reich weißblühender Strauch, das goldgelbe Blü- tengeranke der Forsythien und, eben aufbrechend, die strotzenden lila Trauben der Glyzinien. Das alles in der vollen Sonne unter durchsichtigem Frühlingshimmel, der ganze Abhang ein Gefunkel von Farben, eine Ueppigkeit wie in' einem Treibhaus. Und nicht nur einer ist so beblüht, die ganzen Südhänge der Berge brennen in solchen Farbengluten. Von den freien Blütenhalden komme ich in den Schatten des sonnenflimmernden Bambuswaldes. Ein echter Frühlingswald, die zierlichen Ranken der Forsythien hängen wie ein zarter Goldscfaleier vom Felsen hinunter über den Bach, und es ist bunt von Azaleenbüschen. Hier ist sogar der Boden rot von ihren Blüten, es sind einzelne Kelche, die groß und leuchtend, fast ohne Stiel unmittelbar aus dem Waldgrund hervorbrechen. Dazwischen ist eine entzük- kende kleine Iris, lila und weiß, in Mengen ausgestreuL Völlig berauscht streife ich durch diesen Gebirgsfrühling, der von Tag zu Tag reicher aufblüht. Am tiefsten genieße ich aber dies ganze Bild am Morgen der Abreise. Im Tragstuhl schwebe ich den steilen Treppenweg abwärts, mitten durch die Azaleenwildnis, immer mit dem Blick weit über das Gebirge in die Tiefe. Oben ist Nebel. Wald und Weg sind frisch von Feuchtigkeit, die Laubbäume fangen eben an, ihre Blättlein herausstrecken, die Azaleenbüsche am Weg schimmern verhalten wie hinter einem durchsichtigen weißen Vorhang. D ann kommt allmählich die Sonne, und ringsum brechen durch die Schleier der zurück sinkenden Nebel die brennenden Farbengluten der Blütenhalden. Unten in der Ebene ist alles golden von blühenden Raps- feldem, und wenn ich zurückschaue, sehe ich aus diesem Meer von Gold da s dunkelblaue Gebirge aufsteigen mit »einen funkelnden Azaleenhängen. den Fenstern, und es schien, als gedeihe dies alles doppelt - und dreifach unter der harten, sorg eh den Hand der Mutter. Aber wenn sie am Sonntag das schwarze Seidenkleid aus dem Schrank nahm und eich zum Kirchgang anfat, dann spürte säe wohl mit Erschrecken, wie ihr der knisternde starre Rock und das gefältelte Mieder mehr und mehr zu weif wurden und immer leerer um ihre Glieder hingen. Erst hatten sie und der Mann gedacht, es komme vom vielen schweren Arbeiten, dann sprachen auch die Nachbarn über ihr schlechtes Aussehen und schürten die keimende Frucht, und zuletzt hatte der Doktor sie untersucht, als er zur Kleinsten gerufen wurde, die mit Fieber und Halsweh m den rotgewürfelten Kissen lag. Der Doktor kam nun schon viele Jahre zu ihnen, wenn es nottat, er hatte der Bäuerin im letzten schweren Kindbett geholfen, ihm vertraute 6ie auch jetzt halb scherzhaft, halb verlegen, daß sie nichts mehr wert sei. Sie hoffte dabei auf seinen derb tröstenden Zuspruch, aber er blieb ernst und sagte nur, ohne auf ihren Einwand zu hören: „Bäuerin, du mußt in die Stadt, du mußt operiert werden Ich schick’ dich hinein und schreib’ dir einen Brief dazu für den Arzt,” Die Bäuerin trug ihr seidenes Kleid, das ihr so viel zu weit geworden war, und die altmodische Reisetasche stand neben ihr auf dem Boden. Die Angst war längst wieder von ihr abgefalilen, sie unterzog sich dem fremden Geschehen wie einer neuen Aufgabe mit jenem unbarmherzigen Eifer, mit dem sie daheim jede neue Arbeit aufgenom- men und rasch zur Gewohnheit gemacht hatte. „So", sagte die Schwester, „nun kommen Sie mir mit!” Sie sah die beiden aufmunternd an und wollte vorausgehen. „Braucht mich die Mutter noch?” fragte der Bauer. „Nein”, lachte die Schwester. „Sie brauchen wir jetzt nimmer.” „Dann 6ag' ich dir qleich: Behüt Gott.” Er wandte sich zu seiner Frau; sie nickte ihm freundlich zu: „Versorg' alles qut und sag' den Kindern, daß sie brav sein sollen Aber ich komm' ja bald wieder heim.” Sie gaben sich zögernd die Hand, als schämten sie sich der ungewohnten Geste. Die Bäuerin bekam ein schöne« weißes Bett in einem großen Saal, in dem viele andere Frauen lagen. Sie zog sich langsam aus und legte sich hin, weil man es ihr befohlen hatte. Die Nachmittagssonne schien noch durch die Fenster, und es war der Frau, als fange sie jetzt erst an, krank zu werden, weil sie sich so am hellichten Tag ins Bett legte. Mit wachen Augen schaute sie rund herum, ihre Hände lagen braun und verarbeitet auf dem weißen Laiken. Und sie dachte, daß der Mann jetzt wohl schon wieder unterwegs sei mit dem Pferd, und was die Kinder getrieben hätten allein mit der Magd. Am nächsten Vormittag kam ein junger Arzt zu ihr ans Bett, der sie scherzend ansprach und für den sie sogleich mütterliche Gefühle empfand, weil er ein wenig ihrem Aeltesten glich. Später kamen noch mehr Aerzte, sie wurde untersucht und vieles gefragt, und tags darauf wurde sie operiert. Sie war fast froh, daß es nun geschah; auf einmal spürte sie, wie wenig sie die letzte Zeit zur Arbeit getaugt hatte, und sie wußte, wenn jetzt alles vorbei wäre, dann käme die neue Kraft und alles ging wieder so leicht wie früher. In dieser Freude nahm sie die sonderbaren und schweren Dinge, die mit ihr geschahen, fast heiter entgegen, und kurz vor dem Hinüberdämmem in die Narkose sah sie qanz deutlich den Schein der Morgensonne über da« wettergeschwärzte Holz und die funkelnden Fenster ihres Hofes ziehen, hinauf zur linken Ecke des geschnitzten Altangitters. wo sie die Kissen der Kinder aufschüttelte. Der Fall war hoffnungslos. Der operierende Arzt sah es sofort und unternahm nichts weiter. Er vernähte die Wunde und sagte: „Höchstens drei Monate.” Aus der Bewußtlosigkeit auftauchend wie aus einem tiefen Brunnen, fand sich die Frau wieder in ihrem Bett Die Wunde schmerzte mit leisem Ziehen, aber sie fühlte sich froh und von etwas Schwerem befreit. Nun schien ja alles geordnet und fast schon geheilt, in ein paar Tagen würde sie wieder daheim sein. Sie erinnerte sich nicht wann sie sich zuletzt so sehr auf etwa« gefreut hafte wie jetzt auf di« Heimkehr. War es nicht gut, daß sie einmal weggemußt hatte? Nun wußte sie doch erst, wie schön es war, trotz Arbeit und Sorge, daheim zu 6ein, da, wo man hingehört. Es fiel ihr manches ein, was sie sonst nicht bedacht hatte: die Stimmen der Vögel am Morgen und das Rauschen des Wassers drunten am Wehr, und Gesang im Apfelgarten Heute ist wieder das große Wunder ge- schehn: Im Nest der Amsel erwachte die erste Brut. Sieh, wie die Bäume nun selig belsammen- stehn, einer ist allen und alle sind einem gut, der in schaukelnder Gabel sorgsam die Wiege trägt, kunstlos gefertigt aus Reisern und wenig Stroh, aber was drinnen im wärmenden Flaume sich regt, macht jede Furche im Garten fruchtbar und froh. Gott hat sich wieder sichtbar herniedergeneigt. Hör, wie die Drossel es tönenden Munds Schalmei t, die Knospen es künden, der launige Wind es geigt: Das Leben kam heim nach Reifnacht und Regenzeit. Den Amseln geschah'«, bald wird es auch uns geschehn! singt das Gezweige und öffnet die Kelche groß, Bienen und Wind werden stäubend vorübergehn, und reifend sinkt alles zurück in den ewigen Schoß. Herta Grand! weil sie so viel ungewohnte Zeit hafte in ihrem stillen Bett, überfiel sie das Heimweh mit doppelter Gewalt. Der Bauer kam nach einer Woche, de: junge Assistenzarzt sagte ihm, wie e« stand | um die Frau. Der Bauer schwieg, sein Geeicht war unbewegt. Dann fragte er langsam und schwer, wie lang es wohl noch dauern könne. „Drei Monate vielleicht", wiederholte der Arzt das Urteil des Chirurgen — „aber", fügte er rasch hiezu, „es kann natürlich auch noch viel länger dauern, vielleicht sogar ein Jahr”, und er empfand selb«! wie lächerlich dieser Trost war. Es entstand eine Pause. „Muß die Bäuerin hieibXeibeo?" fragte der Mann. „Aber mein, sie kann ruhig mit nach Hause fahren ..und zögernd: „Wir können ihr ja doch nicht mehr helfen. Nut — Sie dürfen ihr nicht sagen, wie es steht, sie macht sich Hoffnung. Der Schreck wäre sehr arg. Sie braucht es ja nicht zu wissen." Der Bauer stand immer noch 6tumm; dann wolltecer seine Frau sehen. „Sie kann hier zu Ihnen ins Wartezimmer kommen", sagte der Arzt und «hellte, „sie ist schon auf und freut sich.” Eine Schwester brachte die Bäuerin herein; sie war blaß und lächelte Shreta Mann entgegen- „Na", meinte sie halb im Scherz, „habt ihr mich nicht vergessen?" Aber der Bauer sah sie nicht an und gab keine Antwort. Da schwieg sie auch. „Sie dürfen jetzt heimfahren", vermittelte der Arzt. Und dann geschah es ganz einfach, „Mut- ter”, sagte der Bauer völlig ruhig und klar, „Mutter, sie können dix hier nicht mehr helfen, du mußt sterben, in drei Monaten vielleicht, hat der Doktor gesagt. Willst du jetzt hierbleiben oder kommst du mit heim?" Die Stille des Todes 6tand in dem kleinen Zimmer. Kein Schrei, kein Schluchzen, kein Wort unterbrach sie. Dem jungen Menschen, der hier als Arzt hilflos vor dem Unfaßbaren stand, schien es als rausche die Ewigkeit dröhnend an sein Ohr und überflute Raum und Zeit mit endlosem Schweigen. Da kam plötzlich die Stimme der Frau von weit her: „Ja”, sagte die Stimme, und es war nicht das leiseste Zittern, nicht der geringste Bruch in ihr, „ja, wenn es so ist Mann, dann fahren wir heim." Die Bäuerin blieb so, da« Gesicht ein wenig nach innen gekehrt, ohne Ausbruch, I ohne Träne, ohne Angst. Sie hatte wohl kaum einmal über den Sinn des Daseins I gegrübelf, dazu ließ ihr die Arbeit keine i Zeit. Aber 6ie wußte es innen, daß der Tod zum Leben gehört wie die Geburt, er war das Natürliche, das Selbstverständliche. Was geboren wurde, wuchs auf, blühte seine Zeit und kehrte zur Erde zurück, die es in tausendfältiger Fruchtbarkeit immer neu gebar. Das ewig gültige Urteil stand schon am Anbeginn, nicht am Ende des Seins. Der Arzt begleitete die beiden zur Tür. Draußen auf dem besonnten Vorplatz stand der Wagen mit dem braunen Pferd. Die Bäuerin sah festlich aus im Sonntagskleid, an ihrem kleinen runden Huf qlänzten die goldenen Schnüre. Sie gab dem jungen Arzt die Hand: „Vergelt'« Gott, Herr Doktor, für die Arbeit, die Sie mit mir gehabt habeii!" Darm stieg sie vorsichtig auf den Bock, neben den Bauer; das Pferd zog an, und sie fuhren hinaus in den strahlenden Tag, ohne noch einmal den Kopf zu wenden. Karl Lemke: „Heinrich Mann” Auf 70 Seiten eines kleinen Buches das große epische Werk eines Dichters vom Range Heinrich Manns in einer das Wesentliche erschöpfenden Weise zu deuten, erscheint auf den ersten Bück ein kühnes Unterfangen Karl Lemke jedoch, dem Dichter seit Jahrzehnten in verehrungsvoller Freundschaft auch während der Zeit seiner Aechtung und Emigration verbunden, ist es aufs glücklichste gelungen, das zwei Menschenalter umspannende dichterische Lebenswerk dieses bedeutenden Epikers unserer Zeit analytisch so klar zu duichleuch- ten, daß auch jene, die weniger mit diesem aus tiefster Humanität und Menschenliebe schaffenden Gestalter vertraut sind, ein deutliches Bild von dem Werk und der Persönlichkeit des jetzt Fünfundsiebzigjährigen erhalten, der diesen seinen biblischen Geburtstag (aus dessen Anlaß das Buch im Aufbau-Verlag, Berlin, erschienen ist) fern der Heimat in Mexiko verlebt hat. Kurt H. Kauffmann Freitag, 31. Mai 1946 SDDKUBIBS Nr. 78 / Seite 5 Aufbaupläne in Westfalen Von unserem A. E.-Korrespondenten Münster, Ende Mai. Dur di einen Zeitungsartikel, der das „Glückliche Konstanz" preist, hat 6idi hier herumgeeprochen, wie es bei Ihnen am Bodensee aussieht. Natürlich empfinden wir etwas Neid, alber im Grunde freuen wir uns doch alle über jedes Stückchen deutschen Landes, in dem noch wie vor dem Kriege Häuser stehen, mit ganzen Fensterscheiben, wie viel mehr noch über eine Stadt, in der nach dem Berichten ein so blühendes kulturelles Leben herrscht, in der 6ogar direkte Auslandsbeziehungen anheben -und — last not least — in der es zum 1. Mai sogar Wein zu trinken gab. Wir in unseren Trümmern nehmen dies alles mit einem Seufzer, der Verlorenes beweint und doch wieder hoffen heißt, zur Kenntnis. Vorerst müssen z. B. wir in der Hauptstadt Westfalens uns mit der amtlichen Bekanntgabe dieser Tage abtinden, daß die Hoffnung besteht, im fünf langen Jahren den Schutt von 2 Millionen chm aus der Stadt zu entfernen, wenn, ja wenn außer den dafür eingesetzten ständigen Kolonnen die Einwohner von 15—65 Jahren ein Mal in der Woche ganztägig mithelfen und dabei eine tägliche Arbeitsleistung von 1300 obm erzielt wird. Aber selbst dann können wir noch keimen hochfliegenden Plänern nachgehen, wie z. B, dem Neubau eines Musentempels, nicht einmal eines Kinos, das die 87 000 Einwohner der Stadt — 143 000 Einwohner vor dem Krieg — in der 95%ig zerstörten Altstadt bis zur Stunde noch entbehren. Und wer das auf großen dürftig wiederinstandqesetzte Wohnung heute im Durchschnitt drei Haushaltungen. Das Problem des Wiederaufbaues liegt aber darin, daß, obwohl sämtliche Städte den Zuzug sperren mußten, ein Mangel an fachlichen Arbeitskräften besteht. Das ist besonders bedrohlich für den Rührbergbau, von dem wir ja in nächster und.ferner Zukunft überhaupt leben müssen. Wie deprimierend ob dieser und mancher anderen Umstände in den Trümmern der Städte das Leben manchmal auch sein maq, so sind doch immer wieder neue Zei- ch e n des Gestaltwandels zu bemerken, die Aussichten für ein neue« Lehen aus Ruinen eröffnen. Die Vorträge, die auf den Plakatsäulen von den verschiedensten Seiten an- gekünddgt werden, finden Zuhörer in Massen, ein Zeichen dafür, daß qerade die Menschen, die die Fragwürdigkeit des Daseins ganz auskosten mußten, der Verinnerlichung zustreben. Die Kunstausstellungen und die sich anschließende Auseinandersetzung mit den Fragen der Kunst begegnen einem Interesse, das man selbst vor dem Kriege und auch vor der Gewaltherrschaft im Ruhrgebiet nicht fe6tgestellt hat Verstehen Sie nun, daß wir gern und immer wieder vom „Glücklichen Konstanz" hören möchten? Was bei Ihnen noch ist oder schon wieder ist, das wollen und werden auch wir uns wieder schaffen. So bleiben wir in einer geistigen Kommunikation über diese Zeit hinaus verbunden. Der Rahmen Nürnberger Stimmungsbericht von Dr. R. Winzer Große Absperrungen und Umleitungen kündigen an, daß man sich dem Schauplatz des Nürnberger Prozesses nähert. Der Justizpalast an der Fürther Straße ist vielleicht der einzige Gebäudekomplex dieser Größe in der ganzen Stadt, der dem Bombenhagel entgangen ist. An der Beseitigung einiger Schäden wird eifrig gearbeitet. Das Generalkommando XIII auf der anderen Straßenseite ist völlig ausgebrannt und die ganze Gegend hat den grauschwarzen Ueberton, der allen Gebäuden und leeren Fassaden eigentümlich ist, die den großen Brand überstanden haben. Ein rot-blaues Schild mit den Buchstaben IMT (International Military Tribunal) am Traditionen aufgebaute kulturelle Leben der j ^agen ist der Schlüssel zu diesem äußeren westfälischen Haunt- und Universitätsstadt ! °* eren Rln ?' Fünf weitere Kontrollen der westfälischen Haupt- und Universitätsstadt Miller gekannt hat, vermag wohl unserem Wunsche nachzufühlen, einmal wieder in einem richtigen Theater ein klassisches Schauspiel zu erleben und damit den Menschen der hohen Werte in Schutt und Asche wiederzufinden. Aber hadern wir nicht mit selbstverschuldetem Geschick, wir Mün- steraner freuen uns ja, seit Wochen in der großen Reithalle einer ehemaligen Kaserne einen Raum von großartiger Akustik entdeckt zu haben und pilgern seitdem einen Weg von über einer Stunde vor die Tore, um unser Orchester zu hören, nur vertragen sich diese kulturellen Genüsse auf die Dauer nicht mit den Anstrengungen, die ein solcher Weg schon nach der Seite der Kalorien voraussetzt. An eine Straßenbahn kann Münster auf lange Zeit hinaus nicht denken, wie auch alle Hochbauten gestoppt sind, da sämtliche Straßen erst mal bis auf den Grund der Kanalisation erneuert werden müssen. Aber was der Schwierigkeiten und Kümmernisse auch jeden Tag sei, die Mün- steraner haben genau wie z. B. die Einwohner von Soest, der Stadt mittelalterlicher Kunst, es in einer Ausstellung bekundet, den Willen, in dem gleichen schlichten aber starken Geist, der diese alten Städte einst erstehen ließ, wieder anzufangen und diese Gesinnung in einem neuen Stadtbild Gestalt werden zu lassen. Im übrigen dürfen wir Ihnen in dem „Glücklichen Konstanz" mit einigen Zahlen belegen, wie es in Westfalen aussieht. Im Westf. Provinzialrat wurde bekanntgegeben, daß heute wieder 1,4 Millionen Arbeiter und Angestellte gegenüber 1,6 Millionen 1938 tätig sind. Von den 1,6 Millionen Wohnungen, die es 1939 gab, sind 700 000 durch Kriegsschäden betroffen, 370 000 völlig zerstört. So kommen auf eine not- Identität und Autorisation liegen auf dem Weg über den Security Officer im Nebengebäude zum Hauptgebäude und zum Allerheiligsten, dem Gerichtssaal selbst. Ueberall die großen, gutgerjährten Männer der Militärpolizei mit ihren weißen Stahlhelmen. An den Treppen und wichtigen Kreuzungen in dem riesigen Gebäude sind Sicherheitsstände aus Sandsäcken, verschließbare Gittertüren und kleine Stahlhäuschen mit Schießscharten, die wie Telefonhäuschen aussehen. Von dem nichtuniformierten Sicherheitsdienst ist nur eine erkleckliche Reihe von Zimmern sichtbar, in die gut und unauffällig gekleidete Männer aus- und eingehen. Zuerst ist das Gebäude verwirrend mit seinen Flügeln, Zimmerfluchten und Treppen — der Preß-Room hat die Nummer 581 — bei näherer Kenntnis wird dann der vorzüglich organisierte Apparat sichtbar, der alles umfaßt, was mit Prozeßführung und Berichterstattung zusammenhängt. Eine photographische Abteilung, deren Größe und Ausstattung einer mittleren Filmgesellschaft Ehre machen würde, fehlt ebensowenig wie ein Kasino Eine freundliche Insel im Getriebe und Schreibmaschinen- geklappei ist die Bibliothek, die hier wie an allen Plätzen der Welt von den scheinbar gleichen, emsig und dabei gelassen blätternden Freunden der Bücher geräuschlos bevölkert wird. Der Gerichtssaal mit seiner dunklen Täfelung macht einen vornehm-gemütlichen, fast intimen Eindruck. Die bayrischen Löwen, die den Türsturz des Haupteinganges schmücken, schauen gleichmütig drein. Man ist in eine Sitzungspause gekommen, das hohe Gericht ist durch seinen Ausgang in das Beratungszimmer verschwunden. Ein Besuch im Passionsdorf Von unserem G. L. - Korrespondenten Oberammergau, Mai 1946. „Die Zeiten um das Jahr 1630 herum sind böse gewesen. Der Krieg war seit Jahren im deutschen Land. Städte lagen in Schutt und Asche. Dörfer und Bauernhöfe waren verlassen, die Felder unbebaut, die Menschen verwildert. In Oberammergau kannte man diese Dinge bisher nur vom Hörensagen. Aber der Krieg und der Hunger, die Pest und der Tod stiegen au« den Ebenen des Landes immer weiter in die Berge herauf. Als man von dem großen Sterben in den Nachbardörfern hörte, versperrten die Ammergauer Steig und Straße ins Dorf. Und doch hat die Pest ihren Weg gefunden. — Vom Kirchweihtag 1632 bis tum Juli 1633 sind nach dem Sterbebuch der Pfarrei 84 Menschen dem schwarzen Tod zum Opfer gefallen. Noch viel mehr hatten schon die untrüglichen Zeichen des PesUodes an sich." So schildert die handgeschriebene Chronik der Gemeinde Oberammergau die Zeit inmitten des Dreißigjährigen Krieges. Diese Worte sind nun der neuen zweisprachigen, deutsch-englisdien Werbeschrift „Oberammergau — Bilder von seinem Passions- epiel" vorgespannt worden. Ein Gelübde, da« mehr als dreihundert Jahre gehalten, von Generation auf Generation übertragen und von den Oberammergauem mit Hingabe erfüllt wurde, soll in diesem Jahr wieder eingelösf werden. Das ist der Wille aller, die 1940 durch die Kriegserlebnisse daran gehindert waren, da6 Spiel aufzuführen. Selbst die amerikanische Militärregierung wünscht daß die Oberammergauer wieder spielen möchten. Aber auch Ober- ammergau lebt im Zeitalter des Fragebogens und so wird erst 1950 das große Spiel in Szene gesetzt werden können. Heute trachtet die qanze Gemeinde dat- nach, wieder spielen zu können. Unlängst sind in der Presse der US.-Zone gewisse Vorwürfe g«gen Oberammergau erhoben worden. Allein die Tatsache, daß von den 800 Mitwirkenden 162 der NSDAP angehörten, veranlaßte gewisse Betrachter zu kritischen Bemerkungen. Es ret richtig, daß eine Anzahl Träger wichtiger Rollen der NSDAP anqehörte, und Alois Lanq zum Beispiel, der Ohristusdarsteller 1934, war seit 1938 Mitglied der NSDAP. Ebenso ist die Maria belastet. Judas Ischarioth aber i6t einwandfrei. Dem Dritten Reich war das Spiel Mittel zum Zweck. Es wollte aller Welt beweisen, wie christlich es ist. Die Bischöfe des Auslandes kamen nach Ober- ammerqau, mit ihnen Staatsmänner, hohe Militärs, — und das Propaganda-Ministerium finanzierte diese Reisen und den Aufenthalt. Wer aber mit diesen Menschen hier, die seit Jahrhunderten diese« Spiel pflegen, vertraut ist, ihre innere Einstellung kennt, weiß, wie sehr diese Menschen den christlichen Glauben durch alle Zeiten bewahrten Bormann war es, der 1943 den Messerschmitt-Werken da6 reizende Bergdorf Oberammergau zur Verfügung stellte, weil er wußte, daß dieser christliche Ort nicht das Ziel der feindlichen Flugzeuge sein werde. Das Urteil wäre unvollständig und nicht objektiv, würden andere, und zwar nicht unwesentliche Faktoren, nicht mit in Erwägungen gezogen werden bei der Verschiebung der Spiele auf 1950. Mehr als ein- hundertfünfzig Söhne der Gemeinde 6ind noch in Kriegsgefangenschaft. So lange nicht der größte Teil von ihnen zurückkehrt, bleibt das Spiel in Frage qestellL Eine andere Kardinalfrage ist die Unterbringung und Verpflegung sowie der Eisenbahntransport der Passionsbesucher Das Theater faßt mehr als sechstausend Zuschauer, die Spieldauer beträgt acht Stunden. Durch die Aufnahme der Flüchtlinge besteht auch in der unmittelbaren Umgebung keine Möglichkeit der Uebernachtung. Nur ein ganz geringer Prozentsatz der Besucher kann die Anreise, den Spielbesuch und die Abreise an einem Tag bewältigen. Die Holzschnitzereien und auch die anderen Kleinbetriebe sind in diesen Wochen vollauf beschäftigt. Freilich, spielen wür» den die Oberammergauer lieber, am liebsten alle dreitausend Einheimischen auf einmal. Sie leben und sterben für ihre Passion. Und ein alter Oberammergauer wird nie auf die Frage wie alt er sei, das Jahr seiner Geburt aaqefcen, sondern immer in Passions- jahren rechnen. Das ist ebenfalls eine Ueberlieferung, ein Stück Tradition, ein Stück der großen Geschichte einer kleinen Berggemeinde in Qberbayem: ein Stück Oberammergau 1 Die Auflockerung durch die Unterbrechung — die von den meisten Anklagevertretern, Anwälten und Journalisten zu einer Zigarettenpause auf dem Wandelgang benutzt wird — läßt den inneren Rahmen dieses großen Prozesses in seiner internationalen Vielfältigkeit näher, menschlicher erkennen als der Verhandlungsverlauf. Da steht der amerikanische Anklagevertreter Dodd, elegant wie immer, eine der eindrucksvollsten Persönlichkeiten des Prozesses, stopft seine Shagpfeife und setzt einigen Freunden etwas auseinander. Seine Gesten bei dieser wohl privaten Unterhaltung sind ebenso knapp und treffend wie seine Einwürfe und Fragen bei der Verhandlung, ln einer kleinen Gruppe am Fenster unterhält 6ich ein französischer Anklagevertreter in seiner wohlklingenden Sprache, in der wir ihn schon häufig die Feinheiten der juristischen Formulierungen herausarbeiten hörten, mit einem Bekannten. Dr. Siemers, der Anwalt Raeders, der „gerade dran ist", wie es hier heißt, der große Gegenspieler der beiden Anklagevertreter dieses Tages, läßt nichts von der geistigen Anspannung erkennen, die die vergangenen Stunden für ihn bedeutet haben müssen, und unterhält sich zwanglos und verbindlich lächelnd mit einigen Reportern. Daneben viel Amerikaner, Russen, Engländer, Holländer, fast ausschließlich Uniformen. Langsam kehrt man in den Saal zurück. Die Presseleute mit ihrem Sperrholzbrett als Auflage für den Stenoblock unter dem Arm nehmen Platz und beobachten diskret die Umgebung. Die russischen Generäle im Zuschauerraum sind noch unbeweglich an ihrem alten Platz, in ihren gutgeschnittenen Uniformen mit den fast handbreiten Epau- letten mit den Sternen und falten langsam die „Prawda“ zusammen. Einige hohe englische Seeoffiziere erscheinen, elegant im Marineblau mit mehreren graden und verschlungenen Goldstreifen um den Arm, begleitet von ihrem Burschen, der ihnen die Sitze herunterklappt und sich dann zwei Plätze entfernt niederläßt. Neu hinzu kommt eine ganze Sitzreihe USA-Offiziere, darunter einige Neger. Die ausländischen Pressekorrespondenten von Reuter und anderen Agenturen in Uniform, die schon den ganzen Prozeß mitmachen haben Stammplätze und hohe Aktenstöße vor sich. Die wenigen deutschen Journalisten, korrekt und höflich behandelt, bilden mit ihrem Zivil die einzigen Farbflecken im Zuhörerraum inmitten des Khaki. Die großen zusätzlichen Tageslichtlampen an der Decke leuchten aut, ein Filmapparat schnurrt. Göring in seiner vorderen Ecke der Anklagebank 6etzt eine dunkle Brille auf, Dönitz und mehrere andere folgen, wobei offen bleibt, ob sie sich gegen die Lampen oder den Photographen schützen. Alles probiert seinen Kopfhörer, diesen letzten Ausläufer des vorbildlichen Uebermittlungs- systems, der an jeden Platz des Saales an alle Handelnden und Zuhörer jede6 Wort genau übeiträgt, in der Knopfstellung 1 im Original des Redenden, in weiteren Schaltstellungen in fast sofort folgenden Ueber- setzungen in Englisch, Französisch, Russisch und Deutsch. Letzte kurze Unterredungen zwischen Anwälten und Angeklagten, zwischen Anklagevertretern und Anwälten werden von der Ankündigung des „Marshai of the Court" unterbrochen, daß das hohe Gericht erscheint. Ausflug nach Chartres Von Hilde Stein - von Zobeltitz Paris, im Mai 1946 Zu den ersten Frühlingsausflügen gehörte früher eine, jedes Jahr von neuem mit Freude unternommene Fahrt nach Chartres, zu seiner herrlichen Kathedrale mit den Fenstern aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Dann kam die schwere Zeit des Krieges und der Besatzung und die Lust an Ausflügen verging. Aber eines Tages wachte man auf aus der jahrelangen Lethargie . .. die Alliierten waren gelandet, die Schlacht um die Normandie gewonnen und die amerikanischen Truppen näherten sich Chartres! Chartres ... eine Eisenbahnstunde von Paris ... das hieß Paris selbst — das hieß Befreiung! Man hing am englischen Radio, obgleich die Gefahr, die man lief, ständig stieg. Immer wieder, immer öfter sprach man dort von Chartres ... Und dann waren sie dort, waren in Chartres, — standen vor den Toren von Paris, — zogen ein- Die Zerstörungen, die Frankreich in seinem Befreiungskampf erlitt, waren riesengroß. Besonders die Orte im Norden und Westen lagen in Trümmer. Chartres aber, wie Paris wurde durch ein Wunder beschützt. 100 Bombenangriffe hat die Stadt zwischen November 43 und Juli 44 erlitten und nicht einer traf die Altstadt und die Kathedrale. Nur der Flughafen und die Häuser um ihn herum wurden zerstört. Die Brückensprengungen und verbombten Eisenbahnstrecken erschwerten, ja, verhinderten noch im vergangenen Jahr jede private Reise. Nun aber gilt der erste Ausflug dieses ersten Friedensjahres der geliebten, schönen Stadt. Mit welch gemischten Gefühlen steht man am Fenster des Zuges, der einen heute noch nicht in . einer, aber in zwei Stunden — denn die Brücken sind immer noch in langsamstem Tempo zu überfahren — nach Chartres bringt. Versailles, unzerstört und majestätisch, gleitet vorbei, Rambouillet mit seiner berühmten Schafzucht, seinem herrlichen Schloß und den ausgedehnten Wäldern läßt einen glauben, daß der Alpdruck de s Krieges wirklich nur ein Traum gewesen ist... dann aber ändert 6ich das Bild. St. Cyr, die Militärschule, aus der so viele große Franzosen hervorgegangen sind, ist grauenhaft zerstört Die Kavallerieschule, von der Marquise von Maintenon gegründet, ein Trümmerhaufen. Die Bogen des Viadukts, der sich in edlem Schwung über das Euretal spannte, 6ind getroffen- und recken ihre Eisenkonstruktionen verzweifelt gen Himmel, während die Blöcke wild durcheinander in das Tal hinabgeglitten sind. Aber auch hier, wie in anderen zerstörten Gebieten’ sind emsige Arbeiter mit riesigen Maschinen, Zementtonnen und Eisenhämmern am Werk. Block türmt sich wieder auf Block, Eisenklammern werden aufs neue vernietet... Chartres selbst ist unverändert. Eine richtige, ruhige Provinzstadtatmosphäre umgibt den reisenden Großstädter. Man spürt, daß man hier, in der reichen, fruchtbaren Beauce-Ebene, in der Kornkammer Frankreichs ist. Cafes und Restaurants sind gut versorgt, die Bevölkerung sieht besser genährt aus als in Paris. Mit Staunen und leisem Neid sieht der Großstädter die wohl- gefüllten Marktstände, ohne die Ihm so bekannten Schlangen. Auf der höchsten Stelle Chartres, dort wo ein Druidenheiligtum zu Ehren der „Jungfrau, die ein Kind gebären sollte", stand, wurden die Grundmauern zur Kathedrale gelegt. Mehrfach umgeb^ut und doch immer noch nicht ganz vollendet, zerstörte ein Blitz 1194 den Bau, und die Feuersbrunst ließ nur die Krypta und ihre zwei Türme übrig. Wieder begannen die Aufbauarbeiten, und 1260 fand endlich unter großem Pomp die Einweihung von ■ Nötre Dame statt. All die Herrlichkeiten dieses reinen und erschütternd schönen Gotteshauses zu beschreiben, das „Königliche Portail" mit seinen 119 Statuen, die edle Linie der Türme und die Fenster mit ihren besonderen Zeichnungen und den Rosetten über jedem einzelnen von ihnen, das führte zu weit. Wie einfach die Linien und doch wie reich der Schmuck der Ornamente! Der größte Reichtum aber sind die prächtigen Fenster des 13. Jahrhunderts, deren Farben — vor allem ein unwahrscheinlich leuchtendes helles Blau — man nur noch in den Fenstern der Sainte Chapelle zu Paris finden kann. Wie viele Künstler mühten sich das Geheimnis der Glasermeister der vergangenen Jahrhunderte zu lüften — vergeblich ... Die Künstler von damals hätten ihre Geheimverfahren, sie hüteten ihr Wissen wie einen großen Schatz, vertrauten es höchstens ihrem ältesten Sohn und Erben an und es versank mit ihnen ... Aber wir, wir Kinder de« gepriesenen „modernen Zeitalters", die wir stolz Zu sein vorgeben auf unseren „Fortschritt" und unsere „Kultur", wir stehen mit gefalteten Händen vor der überwältigenden Pracht einer Zeit, die wir „finsterstes Mittelalter" nennen und die uns unfaßbare, reine Schönheiten schenkte ... Hochbetrieb im Suez-Kanal Suez, im Mai 1946. Im Suez-Kanal herrscht zurzeit ein erstaunlich reges Leben. In beiden Richtun- transiporter umgebaut, dennoch reicht die vorhandene Tonnage für den zivilen Schiffsverkehr in keiner Weise aus, und auch der gen passiert ein vollbesetztes Schiff nach ^ überaus rege Luftverkehr ist keine spürbare dem anderen den Kanal. Au« dem Kriegsdienst entlassene Soldaten, Evakuierte, darunter vielfach recht armseliqe Gestalten, befinden sich an Bord dieser überfüllten Schiffe, um jetzt, nach Beendigung des Kriege«, in die alte Heimat nach Europa zurückbefördert zu werden, oder aber in umgekehrter Richtung sich nach dem Fernen Osten zu begeben, froh, das verwüstete Abendland hinter sich lassen zu können Der Andrang zu den Schiffen ist so groß, daß che Reisenden viele Taqe warten müssen, ehe sie einen Schiffsplatz buchen können. Man hat Dringlichkeitslisten aufgestellt, woraus sich die Tatsache erklären läßt, daß manche Schiffe schwimmenden Entlastung. Flugzeug auf Flugzeug durchkreuzt den blauen Himmel der Pharaonen, in weniger als 2 Tagen fliegt man von Kairo nach Newyork und in etwa 10 Stunden bis nach Paris. In Luxor landen auf der großen Wasserfläche vor den Terrassen de« Winter- Palastes, wo früher die heiligen Barken der Priester der Osiris den Nil überquerten, die Wasserflugzeuge der Imperial Airways und stellen so die Verbindung zwischen dem Kap der Guten Hoffnung und Kairo her. Der Suez-Kanal ist die Verkehrsader vom Abendland zum Morqenland. und Aeqypten bildet zugleich die Plattform für die Luftfahrt dreier Kontinente: Europa, Afrika und Asien. Die Rollfelder von Heliopolis wer- Säuglfnqsheimen zu gleichen scheinen. So I den wahrscheinlich demnächst zu einem der warten z. B. allein in Aegypten 37 000 und in Indochina mehr als 20 000 Menschen auf den Rücktransport nach Frankreich. Glücklicherweise ist der Suez-Kanal intakt aus diesem Kriege hervorqegangen; auch «ein Tiefenprofil hat sich während der 5 Kriegsjahre nicht verändert, obwohl die Baggerarbeiten natürlich nur unregelmäßig vorgenommen werden konnten. Beim Anblick dieses Hochbetriebes in Suez und Port Said wird einem der große Mange! an Schiffsraum so recht vor Augen qeführt. Die britische Admiralität hat zwar ihre i älteren Handelsdampfer unter Ausnützung allen Schiffsraums geschickt in Truppen- Rangstreit zweier Städte Von unserem kj-K orrespondenten Bremen, im Mai Neben Berlin hat Bremen eine besondere Stellung zu den Besatzungsmächten. Wer als Bremer heute nach München oder Hamburg kommt, wird immer wieder gefragt: „Seid Ihr nun eigentlich britisch oder amerikanisch?" Wirtschaftlich ist die Eingliederung in die britische Zone vollzogen; die Bremer erhalten die Lebensmittelkarten nach den Sätzen, die in der britischen Zone gültig sind. Aber Bremen ist Hafen und Umsdilagplatz für den amerikanischen Nachschub. Darum werden sowohl Besatzungstruppe wie auch Verwaltungsstäbe von den Amerikanern gestellt. Ungeklärt ist Bremens Stellung im künftigen deutschen Staatsgefüge. Hier ist die Verwirrung in den ehemals preußischen Teilen der britischen Besatzungszone größer als etwa in Süddeutschland. Klar ist hier nur, daß es künftighin weder ein „Preußen" mit seinem Uebergewicht an Land und Bevölkerungszahl geben wird, noch daß die Hauptstadt der ehemals preußischen Gebiete der britischen Besatzungszone Berlin sein könnte. Je deutlicher sich ein bundesstaatliches Gefüge als kommende Staatsfoim des Reiche« abzeichnet- umso wichtiger wird die Frage für die ehemalige Hansestadt Bremen, welchen Platz sie künftighin einnehmen wird. Die gleiche Rolle, die die Stadt von 1871 bis 1933 spielte, wollen ihr nur wenige Bremer der älteren Generation zuweisen, denn es erscheint nur natürlich, daß Bremen Anschluß an ein größeres Gebilde suchen muß. Es werden jedoch seit Monaten in Hannover Pläne geschmiedet, die man von Bremen und Hamburg aus mit nicht geringem Mißfallen beobachtet. Kreise der alten hannoveranischen Partei versuchen mit allen Mitteln geschichtliche Erinnerungen aufzuwärmen und für sich eine bequeme Konjunktur auszunützen, deren wesentlicher Bestandteil darin besteht, daß Hannover zufällig in der britischen Besatzungszone liegt. Die Hannoverschen Pläne sehen zunächst die Errichtung eines niedersächsischen Staates vor, der unter Führung Hannovers den Einschluß wenigstens der Länder Oldenburg, Braunschweig und Bremen zum Ziele hat. Damit würde Bremen zu einem Vororte von Hannover herabsinken. Man fürchtet in der Hansestadt, daß die besonderen Bedürfnisse der Hafenmetropole in der binnenländisch orientierte:' .1 ehie- stadt nicht verstanden werden. Man meint also, daß die große Tradition Bremens in einem Dasein provinzieller Enge wirkungslos versanden würde. Politische Kreise in Bremen diskutieren darum einen anderen Plan, in dem Bremen als Stadt am Meere mit dem Hinterland des ehemaligen Gaues Weser-Ems unter Hinzufügung einiger wichtigsten Flughäfen der Welt ausgebaut werden, dem die traditionelle Aufgabe zufällt, die Verbindung zwischen der europäi- ) sehen und der asiatischen Zivilisation her- j zustellen. I Beim Anblick dieses qewaltigen Schiffs- I und Luftverkehrs, so schreibt der Beridlt- ! erstatter des „Journal de Geneve", begreift man, warum Großbritannien diesem 160 km langen blauen Bande, welches das Mittelmeer mit dem Fernen Osten verbindet, eine I solche Bedeutunq beimißt. Von der Wüste Ismaila bis nach Suez findet man an den Ufern des Kanals britische Zeltstädte mit Clubs, Kantinen, Hotels, Werkstätten, Flugplätzen und asphaltierten Straßen. Der Golf von Suez bildet ein einziges britisches Heerlager. Wird England die Kontrolle über den Suez-Kanal behalten oder wird 6ie der neu erstandenen ägyptischen Armee oder qar der UNO übertragen werden? Es ist ein heikles Problem, bei dem sich die territorialen Hoheitsrechte Aeqyptens und die Erfordernisse des Weltverkehrs gegenüberstehen. Bis zur endgültigen Lösung dieser Fraqe wird jedenfalls der Schutz des Suez-Kanals von den dort stationierten britischen Land- und Seestreitkräften ausqeübt. Seit Auflösung des interalliierten Pools am 31. März ds. Js. bemüht sich jecler bei dem großen Mangel an Transportmitteln, Passa- qiere und Waren irgendwie und einerlei zu welchem Preis zu verschiffen, um bei dem Wettlauf um den vorhandenen Schiffsraum die Konjunktur auszunützen. Zweifellos wird England mit Hilfe der übrig gebliebenen deutschen Flotte sich schnell seine frühere Vormachtstellung in der Weltschiffahrt wieder zurückerobern, während die Vereinigten Staaten sich bemühen werden, Japans frühere Rolle im Pazifik zu übernehmen und Frankreich alle Anstrengungen machen wird, um seine Flagge in seinen Gewässern wehen zu lassen. Wie soll man jedoch auf dem Gebiet der Luftfahrf gegen die amerikanischen Gesellschaften ankämpfen? Wie «oll man hier die Grenzen für jede Nation abstecken? Ein neues Recht wird geschaffen werden müssen, wobei der Hoheitsbeqriff in gewissem Kreise rechts der Unterweser Wirtschaft- j .Maße vor den Erfordernissen des Verkehrs lieber Mittelpunkt «ein soll. 1 in den Hintergrund zu treten haben wird. iS l Seite 6 / Nr. 78 Lebenswillen südbadischer Wirtschaft fl ! 3 *: ! i : 1 :: Industrieschau in Konstanz eröffnet In Konstanz wurde am 28. Mai eine Industrieschau eröffnet, die von der Industrie- und Handelskammer auf Anregung der Militärregierung veranstaltet wird. Zu der Eröffnung, die in der Aula der Petetshauser Schule stattfand, waren Vertreter der Militärregierung und zahlreiche Persönlichkeiten der Wirtschaftskreise und verschiedener Behörden anwesend Der Präsident der Handelskammer, Dr. Keuchel, dankte in der Eröffnungsansprache der Militärregierung für die wohlwollende Unterstützung, die sie den Vorbereitungen dieser Veranstaltung zuteil werden ließ. Er führte weiter aus, daß eine derartige Ausstellung im Augenblicktals ein Wagnis zu betrachten sei. Sie solle jedoch von dem Lebenswillen der südbadischen Wirtschaft zeugen, die trotz aller Hindernisse ihre Arbeit wieder aufgenommen hat. Sie könne noch keine Förderung eines Ausgleichs von Angebot und Nachfrage darstellen, sondern könne nur mit Hilfe des Anschauungsmaterials unterrichten und das Wiederaufleben der Unternehmerinitiative bekunden. Aus ihr solle der gute Wille sprechen, der die Folgen des Geschehens vergangener Jahre wieder austilgen will, und sie solle die Freude der Menschen des Bodenseegebietes an friedlicher, wiederaufbauender Arbeit verkünden. Der Einladung zu der Industrieschau in Konstanz sind über 120 Firmen gefolgt. Nicht allein die Werke des engeren Bodenseegebietes, sondern Firmen aus dem gesamten Landeskommissariatsbezirk haben ihre Erzeugnisse zur Verfügung gestellt. Infolge des sehr beschränkten Raumes kann nicht die gesamte Industrie erfaßt werden, sondern nur wenige Vertreter der einzelnen Industriezweige wurden eingeladen. Auf kleinstem Raum ist die Vielfalt südbadischer Arbeit in Industrie, Handwerk und Kunstgewerbe musterhaft zusammengestellt. Vom einfachen Drehbleistift und Feuerzeug über geschnitzte Einrichtungsgegenstände bis zu den großen Maschinen für Holzverarbeitung und Werkzeugfertigung ist eine große Anzahl von Erzeugnissen für den täglichen Gebrauch und für industrielle Bedürfnisse zu sehen. Die Firmen der metallverarbeitenden Industrie, die Erzeuger von holzverarbeitenden Maschinen, landwirtschaftlichen Geräten und Werkzeugmaschinen beanspruchen den größten Raum. Die weltbekannte Firma Fahr hat einen Mähbinder und einen leichten Traktor vor dem Ausstellungsgebäude aufgestellt. Die Bauindustrie ist mit Ziegeleierzeugnissen und Isolierwänden aus Holzfaserstoff vertreten. Die weit über das Heimatgebiet hinaus bekannte Uhrenindustrie zeigt kleine Standuhren und die als Schwarzwalduhren überall bekannten Erzeugnisse. Die Radiofabrikation ist durch einige große Apparate des Saba-Werkes in Villingen vertreten und eine Art Ersatz für den Volksempfänger wird unter dem Namen „Zaunkönig" von der Funkstrahl in Konstanz ausgestellt. An den Ständen der chemischen Industrie sind Pharmazeutika, Anilinfarben, Textilhilfsprodukte u. a. ausgestellt und den Fabriken für Zahnersatz ist ein weiter Raum eingeräumt. Der Bürobedarf ist durch Rechenmaschinen und einen Stand der Ruf-Buchhaltung neben Schreibwaren und Stempelfabriken vertreten. Die optische Industrie zeigt Linsen, Prismenfeldstecher und Mikroskope. Es ist schwer, die Vielzahl und Verschiedenartigkeit des Ausgestellten in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Auch der Bedarf der Hausfrau ist nicht vergessen. Die Firma Weck zeigt ihre bekannten Einkocfagläser, deren zum Teil verlockender Inhalt dem Besucher leider nur zu deutlich daran erinnert, daß alles Ausgestellte wirklich nur zum Ansehen da ist Die bekannten Maggiprodukte dürfen natürlich in dieser Auswahl nicht fehlen. Weiter sehen wir Aluminiumtöpfe neben Wäscheschleudern und Elementataschen- lampen neben Kunstledertaschen, holzgeschnitzten Tellern, Schreibtischgarnituren und, als besondere Originalität, einer pfeifenden Vagabundenfigur. Die Textilindustrie nimmt einen weiten Raum ein und zeigt Damenunterwäsche, Oberhemden, wollene Jacken und Pullover, bunte Kleiderstoffe sowie Arbeits- und Wetteranzüge. In dem Sitzungssaal der Handelskammer ist dem Kunstgewerbe und der Möbelindustrie ein besonderer Raum eingeräumt. Eine Zinnschmiede, Handwebereien aus der Gegend von Ueberlingen und Meersburg haben neben keramischen Gegenständen ihre Erzeugnisse aufgestellt. Die große Bedeutung des Kunstgewerbes in unserer Gegend kommt in diesem Raum besonders zum Ausdruck, der eine große Anziehungskraft auf den Besucher der Industrieschau ausüben wird. Vorhänge, Wandteppiche, Vasen, Stehlampen, Tischdecken u. a. in schöner und gediegener Ausführung werden neben der Freude an dieser Qualitätsarbeit aber auch ein besonderes Bedauern erregen, daß gerade diese Dinge dem Käufer noch nicht zur freien Verfügung stehen. Einige geschmackvolle Möbel und Büroeinrichtungsgegenstände runden da s Bild dieser kleinen Nebenausstellung wirkungsvoll ab. Es ist schwer, die große Anzahl und Verschiedenartigkeit des Ausgestellten in wenigen Sätzen zusammenzufassen und zu würdigen. Die Industrieschau ist aber ein wirkliches Spiegelbild südbadischer Regsamkeit und vielgestaltiger industrieller Produktion. Sie kann leider unter den augenblicklichen Verhältnissen nur die Möglichkeiten aufzeigen, die dieser Wirtschaftsraum in sich trägt, und wir können nur hoffen, daß alle die Firmen, die heute noch „Schaustücke" zur Verfügung stellen, in absehbarer Zeit wieder Erzeugnisse auf einer Ausstellung zeigen werden, die Muster einer umfangreichen und dem deutschen Verbrauch dienenden Produktion sind. v. # Wie die Industrie- und Handelskammer Konstanz mitteilt, ist die Industrieschau auch für deutsche Besucher zugängig, soweit ein begründetes Interesse nachgewiesen werden kann. Die Ausstellung dauert vier Wochen und ist bis zum 15. Juni an Werktagen von 9.00 bis 12.00 und von 15.00 bis 18.00 Uhr und vom 15. bis 30. Juni an jedem Dienstag und Freitag zur selben Zeit geöffnet. Eintrittskarten werden von der Industrie- und Handelskammer Konstanz, Schützenstraße 8a, unentgeltlich ausgegeben. Deutsche Glaspraduktion Glas ist heute in dem zerbombten Deutschland wieder ebenso wertvoll wie zu jener Zeit, als man noch ganze Wälder abhölzen mußte, um die zur Glaserzeugung notwendige Pottasche zu gewinnen. Erst als es gelang, die „Sodaasche" aus Kochsalz industriell zu gewinnen, war es möglich, das Glas für billiges Geld „unters Volk" zu bringen. Wäre dieses „gläserne Zeitalter" nie angebrochen, dann würden heute in Deutschland nicht etwa 70 Millionen Quadratmeter Fensterscheiben fehlen. Das ist eine riesige Zahl, wenn man bedenkt, daß die gegenwärtige Jahresproduktion etwa 33,6 Millionen qm Fensterglas beträgt. Wird also die Produktion nicht wesentlich erhöht, werden etwa zwei Jahre ins Land gehen, ehe die letzten Fenster verglast sind. Dennoch muß anerkannt werden, daß die gegenwärtige Produktion — trotz der großen Kriegsschäden an mancher Glashütte — schon wieder beträchtlich ist und monatlich mit 2,8 Millionen qm den Monatsverbrauch von 1939 in Höhe von nur zwei Millionen qm wesentlich übersteigt. In der französischen Zone arbeitet nur ein einziger großer Fensterglasbetrieb: die Vo- pelius und Wentzelsche Glashütten G.m.b.H. in St. Ingbert (Saar). Monatlich werden dort etwa 450 000 qm Glas erschmolzen. Die größten Betriebe befinden sich in der englischen Zone, und zwar in Gelsenkirchen, Witten (Ruhr) und Porz bei Köln. Insgesamt werden in der englischen Zone gegenwärtig etwa 1,8 Millionen qm Fensterglas erzeugt. Der größte deutsche Betrieb dieser Art ist die „Deutsche Libbey-Owens-Gesellschaft für maschinelle Glasherstellung" in Gelsenkirch en-Rotthausen. Von den drei großen Schmelzanlagen — „Wannen" genannt — sind gegenwärtig zwei in Betrieb. In ihnen werden monatlich nicht weniger al6 800 000 qm Fensterglas erschmolzen, was einer Stundenproduktion von mehr als 1000 qm entspricht. Aber auch das „stärkere Geschlecht" des Glases ist in Gelsenkirchen gut vertreten. In der Glas- und Spieqelmanufaktur im Stadtteil Schalke wird hochwertiges, starkes Bau- und Industrieglas hergestellt, Diese Anlage erzeugt gegenwärtig monatlich 320 000 qm Bau- und Industrieglas aller Art In erster Linie sei das engmaschige Drahtglas genannt, das eine beliebte Spezialität für ganz Deutschland ^ darstellt Es hält größeren Beanspruchungen stand und ist sehr hitzebeständig. Spiegelglas wird gegenwärtig noch nicht erzeugt, dafür aber Klarqlas für Maler sowie Ornament-, Kafhedral- und Farbglas für die ver- SUDKUR1B* immer noch mehrere hundert Schweizer Finnen und Einzelpersonen stehen, die seitens der Alliierten wegen „Zusammenarbeit mit dem Feinde" gemaßregelt worden waren. Forderungen der Schweiz, diese Maßregelung nach Beendigung der Kriegshandlungen und Fortfall der Blockade außer Kraft zu setzen, waren von den Alliierten bis nach der Regelung der Finanzverhandlungen abgelehnt worden. Kohlendefizit von 46 Mill. t Auf der kürzlich beendeten Pariser Kohlenkonferenz wurde ein Defizit für das am 1. Juli beginnende Wirtschaftsjahr von 46 Millionen Tonnen Kohle festgestellt. Man müsse daher mit ausgedehnter Arbeitslosigkeit und empfindlichen Verzögerungen des Wiederaufbaus rechnen. Ausreichende Versorgung der Bergleute mit Lebensmitteln und Bekleidung, sowie eine gründliche Lösung der Transportfrage sei notwendig, den bedenklichen Rückgang in der Kohlenproduktion aufzuhalten. Weiter wurde festgestellt, daß dem europäischen Kohlenausschuß die sofortige Prüfung über eine mögliche Erhöhung der Kohlenförderung anzuvertrauen sei. Bei der Kohlen- zuteilung müßten bestimmte Verbrauchergruppen, wie z. B. die Stahlindustrie besonders berücksichtigt werden. Die erste Ladung Ruhrkohle von einem Kontingent von 39 000 Tonnen wurde nach Italien verladen. Nach einer Eingabe der Duisburger Stadtverordneten der Kommunistischen und Sozialdemokratischen Partei sollen die beschlagnahmten Ruhrbergwerke nicht wieder den ehemaligen Besitzern zurückgegeben werden, sondern an die Provinzial- und Kommunalbehörden zur treuhänderischen Verwaltung übergehen. Nach einem Bericht des europäischen Kohlenamtes ist die Kohlenproduktion in Westdeutschland, Holland und Belgien im April hinter dem Vorkriegsdurchschnitt zurückgeblieben. Frankreich will den täglichen Förderungsdurh- schnitt von 24 000 t in den Saargruben verdoppeln. In Paris wurde ein polnisch-französischer Kohlenvertrag abgeschlossen, nachdem Polen mindestens 60 000 t monatlich an Frankreich liefern soll. Die Kohlenförderung in Polen scSll im Jahre 1946 zwischen 46 und 48 Mill. t betragen. Damit soll Polen zum größten Kohlenerzeuger in Europa werden. Sportdienst des Südkurier Kurzmeldungen 42 000 Tonnen frischer und gesalzener Heringe wurden von der amerikanischen Militärregierung in Dänemark und Norwegen angekauft, um sie der deutschen Bevölkerung während der Nahrungsmittelkrise zur Verfügung zu stellen. Nach einem Wochenbericht der amerikanischen Militärregierung sollen in allen Besatzungszonen für folgende Waren Preisänderungen veranlaßt werden: Kohle, Eisenerze, Eisen und Stahl, Oel, chemische Grundstoffe. Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Wolle, rohe Häute, Schlachtvieh, elektrischer Kraftstrom und Gas. Vom 1. August an werden die Truppen in der britischen Besatzungszone Löhnung und Gehälter in besonderen Gutscheinen ausgezahlt bekommen. Diese Scheine lauten auf einen Sterlingwert und sollen von allen Stellen der britischen Besatzungstruppen angenommen werden. Durch diese Maßnahme soll die alliierte Mark als Hauptzahlungsmittel im Schwarzhandel ausgeschaltet werden Eine Genossenschaft der Ostflücht- 1 i n g e wurde auf Veranlassung des Flühtlings- kommissariats Heilbronn mit vorläufigem Sitz in Großgartach gebildet. Die Genossenschaft soll sich mit der Erzeugung von Bedarfs- und Haushaltsartikeln befassen und trägt den Namen „Heimwerkstätten Heilbronn GmbH". Die amerikanische Militärregierung hat aus den ihr unterstellten Nachrichtenlagern in Bayern rund 20 000 Rundfunkröhren für den Zivilbedarf freigegeben. Dadurch konnte die Produktion von Rundfunkapperaten endgültig zum Anlaufen gebracht werden. Die Schweizer Uhrenausfuhr erreichte 1945 mit einem Wert von 493 Mill. sfr. einen nationalen und internationalen Rekord. Der größte Teil der Uhren ging nach den Vereinigten Staaten. Die dänische Produktion an Butter war im April-März um 14% höher al« im Vorjahr, an Eiern und Fleisch um je 30%, an Bacon jedoch um 28% niedriger. Seit Januar wurden 3000 Tonnen Eier exportiert, das ist das zehnfache des Vorjahres. Auf Grund eines Abkommens von Präsidenten Truman und dem Leiter der Bergarbeitergewerkschaft Lewis wurde der Bergarbeiterstreik beendet. Damit wird die Zahl der strei- Um den Davis-Pokal Jugoslawien, Belgien und Schweden qualifizieren sich für das Halbfinal sdviedensten gewerblichen und industriellen Zwecke. All die Gläser dieser Art sind nur durchscheinend, weil es für die, vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten vorteilhafter ist. Bevorzugte Verwendung findet auch das „genörpelte" Gartenklarglas. Diese „Nörpe- lung" verstärkt das Wachstum der Pflanzen in besonderem Maße, weil es die biologische Atmung ermöglicht, indem die Pflanzen verschieden stark anqestrahlt werden. Hat die gegenwärtige Glasproduktion auch schon eine sehr beachtliche Höhe erreicht, wäre dennoch eine weitere Steigerung zu wünschen, damit der für dieses Jahr vorgesehene Erzeugungsplan von 5 Millionen gm erreicht wird. Da jedoch für die Erschmelzung von einer Tonne Glas etwa drei Tonnen Kohle oder Kohlewertstoffe notwendig sind, hängt die Produktionssteigerung zu einem wesentlichen Teil von einer weiteren Erhöhung der Kohlenförderung ab. Sonst werden die Zuteilungen an die Werke den Wünschen und den heute schon vorhandenen technischen Möglichkeiten nicht entsprechen. L. H. Englische Stahlindustrie Nach einer Feststellung der Eisen- und Stahlvereinigung verspricht die englische Stahlproduktion im laufenden Jahr einen Höchststand zu erreichen. So entsprach die Erzeugung im ersten Vierteljahr einem Jab- resstand von 13 295000 Tonnen, während sie im Vorjahre 11820 000 Tonnen erreicht hatte. Durch riesenhohen Produktionsstand war es möglich, im ersten Quartal mehr als eine halbe Million Tonnen im Werte von 18,68 Millionen Pfund Sterling zu exportieren, was einem Jahresexport von über 2 l /i Millionen Tonnen entspricht, dies sind annähernd 400 000 Tonnen mehr &16 im Jahre 1938. Die Schweiz und die Alliierten Wie erwartet wurde, hat das Washingtoner Abkommen über die Liquidierung der von der AUüerten beanspruchten deutschen Guthaben in der Schweiz nun auch zu einer Regelung der noch offen gebliebenen Frage der Schweizer Guthaben in den Ver. Staaten und der Schwarzen Liste geführt. Nach einer amtlichen Mitteilung aus dem Bundeshaus in Bern hat sich die amerikanische Regierung bereit erklärt, die seit 1941 gesperrten Schweizer Guthaben von über 1,6 Milliarden Dollars (d. s. annähernd 7 Milliarden Schweizer Franken) nach einem noch zu vereinbarenden Verfahren freizugeben. Der größte Teil dieser Guthaben ist Eigentum der Schweizerischen Nationalbank, die ihre Währungsreserve ;u Beginn des Krieges größtenteils in den Ver. Staaten in Sicherheit gebracht hatte. Eine weitere Vereinbarung bezieht sieh auf die Schwarzen Listen, auf der aus den Kriegsjahren In der Fortsetzung des Viertelfinales im Kampf um den Davis-Cup schlug Jugoslavien die Tschechoslowakei in Prag mit 3:2 Punkten. Jugoslavien trifft nun im Halbfinale auf Frankreich, das bekanntlich die Schweiz 3:2 besiegte- Die Ergebnisse des Prager Kampfes: Puncec (J) — Vodicka (T) 6:3, 7:5. Drobny (T)— Mitic (J) 6:3, 4:6, 6:0, 1:6, 3:6. Drobny/Caska (T) gegen Mitic/Pallada (J) 10:8, 6:2, 6:4. Mitic (J) gegen Vodicka (T) 6:4, 6:0, 6:0. Drobny (T) — Puncec (J) 6:4, 6:4, 6:2. ln Brüssel bezwang Belgien die chinesische Mannschaft ebenfalls 3:2. Die restlichen Ergebnisse: Van den Eynde (B) — Choy (Ch) 4:6, 6:1, 6:3, 6:4. Kho Sin Kie — Washer 1:6, 5:7, 6:3, 6:4, 6:1. — Schweden schlug nach seiner bereits gemeldeten 4:0-Führung in Stockholm Irland schließlich mit 5:0. Das letzte Einzelspiel gewann Bergelin (S) gegen den Irländer Egan 6:4, 6:2, 6:0. Schweden trifft somit im Halbfinale auf Belgien. Spanienrundfahrt vor dem Ende Die vorletzte Etappe der Spanienrundfahrt führte von Leon nach Valladolid (134 km). Sieger dieser Etappe wurde Fombellida vor tam- brichts, Aguirrezabala, Sancho, Berrendero, Lan- garica, Rebelo und Lourenco, alle gleiche Zeit. Das Gesamtklassement lautete vor der letzten Etappe: 1. Langarica 128:58:37; 2. Lambrichts 129:19:32: 3. Costa 129:22:56 : 4. Berrendero 129:23:17: 5. Delio Rodriguez 129:43:46; 6. Fombellida 129:44:46-, 7. Gutierrez 130:16:53; ferner die Schweizer: 11. AesAlimann 130:56:50; 17 Kuhn 131:54:09 ; 25. Perret 133:25:56; 26. Zangg 133:29:55. Fu^ballkalander 2. Juni Oberklasse (Staffel Ost): Konstanz — Villingen; Rielasingen — Engen-, Singen — Do- naueschingen. Einheitsklasse Gruppe I: Wollmatingen I —. Hilzingen I; Gruppe III: Pfullendorf I — Zizenhausen I; Gruppe IV: Blumberg I — Immendingen I: Welschingen I — Möhringen I; Gruppe V: Bad Dürrheim 1 — Walterdingen 1; Gfuppe VI: Vorrunde: Schönwald I — SAo- nach I; Rückrunde: Dauchingen I — Villingen II. Gruppe VII: Löffingen I — Neustadt II; Donau- esehingen II — Bonndorf I. Südeutsche Meisterschaft VfB. Stuttgart — VIR. Mannheim, FC. Nürnberg — 1860 München, FSV. Frankfurt — Schwaben Augsburg, Phönix Karlsruhe — FC. Sehwein- furt, SpV. Waldhof — SpVgg. Fürth, Bayern München — Stuttgarter Kickers, Offenbacher Kickers — Karlsruher FV., BC. Augsburg — Eintracht Frankfurt. Fufiball am Himmelfahrtstag: SC. Freiburg — Karlsruher FV. 7:1 (!); VfR. Stocka* — SV. Meßkirch 7:1; VfR. Stocka* II — SV. Meßkirch II 4:2; Markdorf — Bahnfrei Konstanz 1:1; Markdorf II — Bahnfrei Konstanz II 7:1; Markdorf Jgd. — Bahnfrei Konstanz Jgd. 5:1; TSV- Riedlingen I — FC. Buchau I 3:3; TSV. Waldsee I 5:2; TSV. Riedlingen Jgd. — TSV- Waldsee Jgd. 9:2; Ebingen — Krauchenwies 2:2 (abgebr.). Weitere Ergebnisse der Einheitsklasse: Gruppe V: Wolterdingen I — Neustadt I 3:4: Gruppe VI: Triberg I — S*önwald I 4:0; Mönchweiler I gegen. Dauchingen I 1:0; Gruppe VII: Furt- wangen II — Eisenbach I 3:1; Na*gemeldete Fußballergebnisse. Tiengen — Erzingen 5:2; Waldshut II — Kadelburg-Dang- stetten 3:2. SpVg Sigmaringen — französis*e Besatzungself 2:1; SpVg Sigmaringen II — FC Bingen II 3:2; Tiengen — Rheintal 10:1; Tiengen Jgd. — Rheintal Jgd. 3:0- S*weizer Fußballmetsters*aft: Am Himmelfahrtstag wurden in der Nationalliga I einige Spiele durchgeführt, die zwar mit der Meister- s*aftsents*eidung nichts zu tun haben, vielmehr am Tabellenende eine Klärung s*afften. Grenchen und FC. Bern trennten sich 1:1 und haben sich mit jeweils einem Punktgewinn einen kleinen S*ritt weiter aus der Gefahrenzone gerettet. Locarno und Lausanne, bzw. Young Boys Bern und Young Fellows Zürich (Tabellendritter) spielten 1:1 bzw. 2:2 unentshieden. Chelsea London auf S*weizerreise. Der Londoner Ligaclub Chelsea, der sich gegenwärtig auf einer S*weizer Gastspielreise befindet, schlug in seinem ersten Spiel die Young Fellows Zürich glatt mit 5:0 und am Himmelfahrts- tag den S*weizer MeistersAaftsanwärter Ser- vette Genf 2:0. Handball-Hohbetrieb in Lörra*: Lörra* I — VfR. Freiburg-Zähringen I 9:4 (5:2); Lörra* II — VfR. Freiburg-Zähringen II 9:4 (3:0); Bromba* Jugend gegen VfR. Freiburg-Zähringen Jgd. 4:7. Am Himmelfahrtstag herrs*te auf dem Sportplatz an der Bromba*er Straße Handball-Ho*- stimmung. 13—1400 Zuschauer erlebten zwei mit viel Begeisterung aufgenommene Siege der Lör- racher Manns*aften, die wohl ihre bisher besten Spiele geliefert haben. Nur im Spiel der Jugend gegen Brombach gelang Freiburg-Zähringen ein Erfolg Die sympathisAen Freiburger Gäste haben sich tapfer und fair zur Wehr gesetzt. Sie trafen die Lörracher aber in Hochform an und mußten diesen auch in ihrem 13. Spiel den Sieg überlassen. Wimille Grand Prix-Sieger in Paris Im Bois de Boulogne bei Paris wurde am Donnerstag vor zehntausenden Zuschauern der Grand Prix für Rennwagen ausgetragen, an dem 15 Fahrer teilnahmen. Wrmille, der nach der 4. von 47 Runden seinem Landsmann Sommer die Führung abnahm, gewann das Rennen, in welchem Nuvolari wegen Getriebes*aden aufgab. Auch Sommer hatte an seinem Wagen S*aden, nahm aber später ohne Erfolgsaussicht das Rennen wieder auf. Ergebnisse: 1. Wimille auf Alfa- Romeo, 150 km in 1:17:41 (115,929 km/std). 2. Ruggien auf Maserati 1 Runde. 3. Chiron auf Talbot 1 Runde. 4. Louveau auf Maserati 2 Runden. 5. Levegh auf Talbot 3 Runden. 6. Cha- boud auf Delahaye 3 Runden. 7. Sommer auf Maserati 3 Runden. 8. Basadonna (S*weiz) auf Maserati 5 Runden. Probefahrt Caracciola« in Indianapolis Der deutsche Rennfahrer Rudolf Caracciola, der voraussi*tii* ni*t mit seinem Mercedes- Benz-Wagen beim Großen Preis von Indianapolis an den Start gehen kann, erhielt von dem amerikanischen Autorennfahrer Joe Thorne dessen ftennwagen. Caracciola hat das Angebot angenommen, seine Startgenehmigung jedo* steht no* aus. Um den Grand Prix von Indianapolis fanden die üblichen Qualifikationsrennen statt, in deren Verlauf der Rundenrekord von Ralph Hepbum von 209,210 km/std. auf 215,595 km/std. verbessert wurde. Auch der frühere deutsche Europameister Rudolf Caracciola ging in einer Probefahrt über die Strecke, hatte aber das Mißgeschick, daß ein Rad von seinem Wagen absprang and bei dem schweren Sturz erlitt er Kopfverletxnngen. x • In Gaimis*-Partenkir*en hat der bekannte deuts*e Rennfahrer Hans Stuck eine Reparaturwerkstatt für Kraftfahrzeuge eröffnet und arbeitet zusammen mit alten Rennme*anikern an einem Rennwagen, mit dem er no* in diesem Jahr beim Majola-Rennen in St. Moritz starten will. Der erste Lauf der MotorradmeistersAaft von Italien bra*te folgende Ergebnisse: Klasse 250 ccm: 1. Bruno Francisci auf Guzzi, 200 km in 2:11:18 (Stundenmittel 91,393 km). — Klasse 500 ccm: 1. Nello Pagani auf Gilera, 200 km in 1:57:38 (Stundenmittel 102,009 km). Genf bereitet große motorsportli*e Ereignisse vor. den Großen Preis der Nationen für Automobile mit den prominentesten europäis*en Rennfahrern (ohne Deuts*e), den Grand Prix der S*weiz für Motorräder und die Weltmeister- s*aft für Motorboote. Kurz notiert Bei einer Münchener Leichtathletikveranstal- tang lief der deutsche Meister Kaindl die 800 m in 1:54,8, Eberlein die 3000 m in 8:54,8. Dia s*wedis*e Läuferin Anna Larsson verbesserte in Stockholm den Frauen-Weltrekord über 400 Meter von 1:02,9 auf 1:01,4. Im Hinblick auf die Skandinavien-Reise der S*weizer Fußballnationalmanns*aft im Monat Juli werden die besten s*weizeris*en Fußballspieler in den nä*sten Wo*en vor interessante Aufgaben gestellt. Na*wu*smanns*aften spielen gegen Rapid-Wien und Racing Straßburg, die Nationaimanns*aft trifft auf eine englische Militärelf der englisAen Besetzungszone Deutschlands. Um den vom verstorbenen Herausgeber des „Kicker" Bensemann gestifteten Pokal wird zu Pfingsten in Züri* ein internationales Junioren- Fußballturnder dur*geführt, an dem Mannshaften von Slavia Prag, Grasshoppers Züri*, Ser- vette Genf, Young Fellows Zürich, Wadcer Wien, Straßburg, FC Basel und FC Züri* spielen werden. Freitag, 31. Mal 1946 kenden Arbeiter von 700 000 auf etwa 170 000 vermindert. Die New Yorker Börse erhielt daraufhin wieder einen neuen Auftrieb und di« Tätigkeit und der Gesamtumsatz erreichten den Höchsstand seit drei Monaten. Die vom Präsidenten Trum an beantragten erweiterten Vollma*ten im Falle einet Streiks in vom Staate bes*lagnahmten Betrie- ben stießen im Senat und in Kreisen von Gewerkshaften auf heftigen Widerstand. Man wirft dem Präsidenten vor. daß diese Maßnahmen Verstaatlkhungen gleichkämen und er für den Frieden größere VoIImahten verlange alt Roosevelt für den Krieg. Nach achttägiger Dauer ist die internationale Er n ä h r u n g s k on f e r e nz in Washington beendet worden, auf der die Schaffung eines „Ernährungsrates für Notzeiten" beschlossen wurde, der die lebenswichtigen Nahrungsmittel der ganzen Welt bewirtshaften wird. Internationale Handelsverträge In Wien wurde ein Warenaustaushabkommen unterzei*net, na* dem Ungarn Gemüse und Obst gegen Natron, Soda und andere Erzeugnisse aus Oesterrei* liefern wird. — 2500 t festen Walfis*trans im Werte von 1 Mill. Dollar wurde von Norwegen an Rußland verkauft. Weiterhin wurden gegen Hafer 70 000 und gegen Barzahlung 30 000 Fässer gesalzene Heringe der Sowjetunion zur Verfügung gestellt. — In Moskau wurde zwishen der Sowjetunion und Polen ein Wirtshaftsabkommen abgeshlossen. Dana* wird Polen bis zur Instandsetzung seiner im Krieg zerstörten Rüstungsindustrie Waffen, Munition und anderes Rüstungsmaterial erhalten. Weiter wird die Sowjetunion einen Kredit zur Verfügung stellen, bis Polen über sein im Ausland befindlihes Gold verfügen kann. Au* über di« Repatriierung der in beiden Ländern ansässigen Minderheiten wurde eine Einigung erzielt. — Eine dänishe und eine shwedishe Handelsdelegation haben si* na* Moskau beegeben, um. die Handelsbeizehungen mit der Sowjetunion wieder aufzunehmen. Ein Ausbau des Warenverkehrs zwishen der sowjetishen und amerikanishen Zone wurde von dem Präsidenten der Zentralverwaltung, Dr. Bushmann, und dem Wirtshaftsminister von Groß-Hessen, Müller, im Anshluß an die Leipziger Messe besprohen. Der Fußballverband von Nordirland entsendet Mitte Juni seine Nationalmanns*aft auf die iberishe Halbinsel, um Länderspiele gegen Portugal (16. Juni) und Spanien (23. Juni) auszutragen. Der französishe Fußballverbamd hat eine Einladung für Spiele der Natjonalmannshaft in Südamerika erhalten. Der FC St. Pauli, der in der Hamburger FußballmeistersAaft eine führende Rolle spielt, hat in seiner ersten MannsAaft a*t auswärtig« Spieler,, die dur*weg aus der russishen Besetzungszone gekommen waren. Es sind dies der bekannte internationale Stürmer Helmut Shön, Kugler, Shäffer, Dzur, Hempel und Köpping vom Dresdner Sportclub sowie Lehmann (früher Tennis Borussia Berlin) und Appel (früher Berliner Sportverein). Die Shweizer Hockey-Nationalmannschaft hielt am Himmelfahrtstag in Zürich ein Trainingsspiel gegen die Zürcher Stadtmannshaft ab, die mit 4:0 (2:0) geschlagen wurde. Die Nationalmannshaft spielt am 9. Juni in Reims. In Paris verteidigte Marcel Cerdan den Titel eines französishen MittelgewiAtsmeisters erfolg- reih, indem er Robert Charron über 12 Runden na* Punkten s*lug. Der frühere deutshe Boxmeister Willi Seisler shlug in Berlin den te*nis* guten Nahwuhs- mann Hans Hörauf k.o. Der italienishe LeiAtgewkhtsmeister Bruno Bdsterzo verlor in Rom seinen Titel im Kampf gegen den Herausforderer Roberto Proietti, weil er in der 6. Runde die rehte Hand bra* und daher aufgeben mußte. Hein ten Hoff wurde vom Berufsverband für Boxen auf die Dauer von se*s Monaten disqualifiziert, weil er bei seinem letzten Kampf trotz verschiedener Ermahnungen des Rmgrihters muht mit vollem Einsatz boxte. Jean Kreitz shlug in Berlin Wallner na* Punkten. Der frühere mehrfahe deutsAe LeiAtge- wihtsmeister Shmedes (Dortmund) unterlag gegen den unbekannten Kölner Kalkar in der dritten Runde dur* Niedershlag. In einem Dauerrennen der Berufsfahrer in Dortmund gewann Lohmann vor Kilian und Krewer. Bei einem internationalen Bahnrennen in Zü- rich-Oerlikon gewann Gerardin (Paris) das Professional-Sprinterrennen vor seinen Landsleuten Senfftleben und Lohmüller. Beim Steherrennen siegte im Gesamtergebnis Besson (Paris) vor Le- moine (Paris) und Litschi (Zürich). Die Vierkantone-Rundfahrt in der SAweiz wurde bei den Amateuren von Fritz Shär (Oer- likon) 180,6 km in 4:51,28 Stunden gewonnen. Bei den Berufsfahrern (204,8 km) siegte van Steenberghen (Belgien) 5:32,14. • Das bedeutende Straßenrennen um die Coppa Bernocchi in Legnano ergab folgendes Klassement: 1. Bailo, 243 km in 6:55:00. 2. Brignole 3:15 zurück. 3. Ricci. Die Vigorelli-Rennbahn in Mailand wurde mit einem nationalen Meeting eröffnet. Stehermatch: 1. Battesini 16 P., 2. Oubron 13 P. — Profes- sional-Aussheidungsfahren: 1. Musocchi, 2. Lohmüller (SAijreiz). — Professional-Sprintermatch: 1- Astolfi 9 P., 2. Derksen (Holland) 7 P. ln einem Straßenrennen in Kopenhagen trafen die besten dänishen und shwedishen Amateurstraßenfahrer aufeinander. Sieger wurde der SAwede Snell. Ein Städtekampf der Radfahrer wurde von Stuttgart gegen Augsburg, Münhen und Nürnberg gewonnen. fn einem Städtekampf der Radfahrer gewann die Stuttgarter Vertretung mit SAertle, Buhler, Steinhilt und Otto Lederer gegen die Mannshaften von Augsburg, Münhen und Nürnberg. Ein 20-km-Rennen der Radamateure in Hannover gewann der Kölner SAorn vor Kilian und Krewer. Ein Fliegerrennen über 1200 Meter in Karlsruhe gewann Shertle-Stuttgart vor Noß-Frank- furt. Das Mannshaftsfahren über 100 Runden gewannen die Stuttgarter Schertle-Bühler vor Schwarz-Steinhilb. Der bayerishe Landessportverband hat ein« Vermittlungsstelle zum Austaus* von Sportgeräten und Sportbekleidungsstücke® geschaffen, um den Sportbetrieb in den Vereinen zu er- leihtern Der internationale Ruderverband beschloß auf seinem erstmals seit Kriegsausbru* durhge- führten Kongreß in Montreux die Durchführung der Europameistershaften 1947 auf dem Rotsee bei Luzern- Die Anmeldung von England in den Verband steht bevor. Der Negus von Abessinien läßt Pläne über sAwedishe Sportanlagen bes*affen, da er di« Absiht hat, in der Hauptstadt seines Landes eia Stadion zu errihten. SODKUKIEB Verantwortliher Redaktionsausshuß: Hermann Fiebing, Hermann Dörflinger, Rudi Goguel, Dr. Robert Winzer, Friedri* Munding. — Verlag: Südkurier-Verlag. — Druck: Druckerei Konstanz, Fischmarkt 5. lal 1948 Freitag, 31. Mai 1946 8UDKUBIB* R Nr. 78 / Seite 7 a 170 000 hielt daN und dia :hteo den beantrag- Ile einet >n Betrie- vou Ge- nd. Man Maßnah. ld ei für lange alt 1 1 e r n a ■ ent in lie Schaf, iiten" be- gen Nah- ften wird. je ibkommen nüse und e Erzeug- - 2500 t ill. Dollar luft. Wei- nd gegen ringe der - In Mot- ind Polen i. Danach seiner im en, Muni- Iten. Wei- zur Ver- i Ausland über die insässigen rzielt. — adelsdele- eben, um. wjetunion sehen der le wurde Itung, Dr. ster von die Leip- I entsendet auf die sgesn Por- i) auszu- eine Ein- dhaft in amburger Ile spielt, uswärtige sehen Be- dies der ut Schön, Köpping n (früher iher Ber- haft hielt ningsspiel die mit malmann- den Titel rs erfolg- 2 Runden f li Seisler ichwuchs- r Bruno m Kampf etti, weil irach und («verband Monaten i letzten gen des z boxte, ner nach Leichtge- unterlag r in der ahrer in lian und n in Zü- das Pro- ndsleuten serrennen i vor Le- Schwei» lär (Oerswonnen, gte van ie Coppa ; Klasse- Brignole urde mit lermatch: - Profes- , 2. Loh- ermatch: P. m trafen Amateur- rde der de von id Nüm- gewann Bühler, s Mann- lürnberg. in Han- r Kilian n Karls- 'ß-Frank- Runden ller vor at eine Sportge- schaffen, zu er- hloß auf durchge- iführuag i Rotsee 1 in den e über i er die ndes ein ilermann uel, Dr. Verlag: ön st anz, Radolfzell und Unterfee Ein RohoRo» Kleinod am ßodenfeegeftade Birnau vor einem Jahr den Zisterziensern zurückgegeben Bargeld außerhalb des französischen Besatzungsgebietes a. Den Reisenden, die die Grenze de6 französischen Besatzungsgebietes überschreiten, ist eine Mitnahme von 200 RM an Barmitteln für die Person zugebilligt Abgabe von Bienenvölkern an die Militärregierung a. Zwecks Abgabe von Bienenschwärmen e- die Militärregierung haben sämtliche Imker vom einschließlich vierten Volk ab et* wa 10 bis 20 Bienen von jedem Volk separat gehalten mit der Bezeichnung der Volknummer und Absender an das Bieneninstitut in Freiburg einzusenden. Für die Durchführung werden sämtliche Vertrauensmänner voll verantwortlich gemacht. Bei Zuwiderhandlung wird mit Haft bestraft. Diese Durchführung muß bis 8. Juni 1946 beendet 6ein. Kalorien ■— das Schmerzenskind unserer Zelt Um die aus dem Pflanzen- und Tierreich kommenden, der menschlichen Ernährung dienenden Stoffe in ihrem Nährwert richtig beurteilen zu können,-hat die Wissenschaft einen allgemein gültigen, vergleichenden Maßstab, die Kalorie — zu deutsch „Wärmeeinheit” geschaffen. Eine Wärmeeinheit bedeutet eine Wärmemenge oder Heizkraft, die nötig ist, um die Temperatur von 1 Ltr. Wasser um 1 Grad Celsiu« zu erhöhen. Bis heute konnte dieses System der Wertung noch durch kein besseres abgelöst werden. Der Laie mag einen praktischen Maßstab gewinnen, wenn er den Nährwert von 1 g Kartoffeln an die Stelle von 1 Kalorie setzt. Na- türüch besitzen andere Nahrungsmittel, mit mehr Fett, Kohlenhydraten und Eiweiß wie die Kartoffel auch mehr Heizkraft oder Kalo- rien. Aber gerade diese Nahrungsmittel sind heute sehr knapp und fa6t in allen Ländern rationiert. Wir werfen daher gezwungenermaßen einen prüfenden Blick auf unseren Gemüsegarten, um au« diesem möglichst viel der begehrten Kalorien hinzuzugewinnen. Einige seiner besten Kalorien-Lieferanten sind: Grüne Gartenerbsen, Bohnen, Puffbohnen, Schnittbohnen, Grünkohl, Möhren, Kohlrabi, Wirsing, Rotkohl. ßlfchof ßenöer fprach zur euangelifchen Gemelnöe ra. Am Montagabend war da6 kleine evangelische Gotteshaus in der Bismarckstraße Mittelpunkt einer gottesdienstlichen Feier besonderer Ar; es sprach der neuemannte Landesbischof Bender (Karlsruhe) zur j Nummernschildern an diejenigen ausgege evangelischen Gemeinde. In der bi« auf den letzten Platz besetzten Kirche richtete er zunächst ein persönliches Grußwort an die Gläubigen und fügte hinzu, daß durch ihn die ganze evangelische Landeskirche Badens ihren Gruß entbiete. Die Radolfzeller evangelische Gemeinde möge die Tatsache, daß dem Kirchenbezirk Konstanz und der Stadt Radolfzell sein erster Besuch gelte, als Zeichen dafür ansehe, daß er die Betreuung dieses Gebietes als eine vornehme Aufgabe anseihe. Seiner Predigt legte der Landesbischof ein Wort aus dem Evangelium zugrunde, das Jesu seinen Jüngern kurz vor seinem Tode sagte-. Er sprach von der Angst, welche die Jünger erfaßte und zog dann eine interessante Parallele mit der heutigen Zeit, in der nicht nur über unserem Volke, sondern über Europa und der ganzen Welt eine nicht zu übersehende Angst lagere. Auf der evangelischen Kirchenkonferenz in Genf seien die beiden deutschen Teilnehmer von amerikanischen Geistlichen gefraqt worden, warum sie in ihren Verlautbarungen nicht mehr über die Atombombe und ihre Begleiterscheinungen gesagt hätten. Hier wäre die Ursache eines großen Teils dieser Angst zu suchen, denn alle Welt spüre /doch, daß der endgültige Frieden noch nicht gesichert wäre. Das deutsche Volk habe in der Vergangenheit die Grenzen zwischen dem Allmächtigen und sich zerrissen, was übrig geblieben, sei alles grenzenlos, vor allem das Unheil. Wir können unsere Angst in dieser gräßlichen Zeit nur so überwinden, indem wir den inneren Blick auf unseren Herrn Jesum Christum wenden, der uns durch seine Macht zum Ziele führt, auch wenn diese Macht nicht sichtbar ist. Der Herr, der uns tröstet, ist auch bei jenen, die fern der Heimat sind und deren Aufenthaltsort uns oft nicht einmal bekannt ist. Das mag unser Trost sein, das soll uns die innere Ruhe wieder geben. Die Kirche aber hat in dieser schweren Stunde nur das Wort von dem Gott zu predigen, der unser Gott i«t und sich nicht mißachten läßt. Der Kirchenchor unter Leitung von Alb. Ruf umrahmte die Feier. Die gute Schulung des Chors stach vor allem beim festlichen „Die Himmel rühmen" angenehm hervor. Brotrationen im Juni unoeränöert Die vielfach erwartete Kürzung der Brot- ausgewiesen wurden, werden aufgefordert, sich zwecks Abgabe einer Erklärung auf dem Rathaus, Zimmer 11, zu melden. Auf dem Polizeirevier werden Fahrrad- Bohlingen. Nach fünfwöchigem Krankenlager starb hier das achtjährige Töchterchen Therese der Familip Josef Hiest. Der Vater des Kindes ist seit drei Jahren vermißt. — Der Bürgermeister hatte die Einwohnerschaft zu einer wichtigen Besprechung in den Bürgersaal des Rathauses eingeladen. Es wurden Fragen der Emährunqswirtscfaaft erörtert. — Vor einigen Tagen wurden auf unserer Gemarkung wieder Felddiebstähle verübt. Bankholzen. Die Reisig- und Stamgenver- gebung fand rege Teilnahme. Vor allem die Stangen waren bald zu annehmbaren Preisen abgesetzt, da sie nur in beschränkter Zahl abgegeben werden konnten. — Mit 76 ration in der 14. Zuteilungsperiode (Monat I Jahren starb der Landwirt Johann Trötsdr ben, die sie notwendig brauchen, also in der Hauptsache an solche Personen, die beruflich oder • dienstlich auf die Benützung des Fahrrade« angewiesen sind. Für die übrigen erfolgt die Ausgabe zu einem späteren Zeitpunkt. Dfe Stadtverwaltung gibt bekannt: Es stehen eine Anzahl Wohnungen in einigen Städten und Gemeinden zur Verfügung. Wer beabsichtigt, einen Tausch zu vollziehen und dabei eine gleichwertige Wohnung in Radolfzell abzugeben, wird gebeten, sich beim Wohnungsamt im Rathaus, Zimmer 33, vormittags zwischen 8 und 12 Uhr zu melden, Wohnungen stehen bereit in: Meßkirch, Singen, Konstanz-Staad, Wangen a. S., Waldshut, Achern, Konstanz, Leinfelden bei Stuttgart, Oehningen, Heidelberg- Wieblingen, Karlsruhe, Appenweier, Ludwigshafen a. S., Böhringen, Spaichingen. Der in der Metzgerei Geng beschäftigte Boleslaw Zaych hat die Meisterprüfung mit gutem Erfolg bestanden. — Mit 65 Jahren starb am 24. Mai Frau Mathilde Hiller, geborene Kramer (Martinstraße 6). ra Das auch hier mit großem Erfolg aufgeführte Schauspiel „Die erste Legion" wird demnächst im Scheffelhof wiederholt Bestellungen auf Abonnements für di« am Sonntag beginnende Sommerspielzeit werden in der Vorverkaufsstelle Buchhandlung W. Schmid noch entgegengenommen. ra. Am 5. Juni bringt die Tournee Walter Rißland in Radolfzell „Kleine Kostbarkeiten in Wort, Gesang und Tanz“. Nana Kohrs- Berlin tanzt, Annemarie Simon-Gera und Walter Rißland-Leipzig singen und Ludwig Tiefenbrunner-Singen spricht. Am Flügel Wirkt Emmi Sutter-Singen mit. Böhringen. Einem Gutshof bei Böhringen waren zwei Schafe entlaufen-Das eine wurde in der Nähe der Kiesgrube bei Ueber lingen am Ried gefunden und zurückgebracht, während da« zweite von einem Unbekannten in Richtung Singen fortgetrieben wurde. Der Vorfall ereignete sich vorigen Sonntag. Die Gendarmerie Radolfzell bittet um Angaben, wer an diesem Tag eine Person gesehen hat, die ein Schaf forttrieb. — Unerwartet traf hier die Nachricht ein vom Ableben des früheren Ortsgeistlichen, Pfarrer i. R. M ü t z. 26 Jahre hat er zum Segen unserer Gemeinde hier gearbeitet Durch sein prlesterliches Wirken und «eine Verbundenheit mit der Bevölkerung hat er sich Beliebtheit und Wertschätzung erworben. Ein Augenleiden zwang den Verstorbenen, schon 1939, in den Ruhestand zu treten. Unter starker Beteiligung wurde hier ein Seelenamt abgehalten, in dem Pfarrer Kleiner dem Verstorbenen einen ehrenvollen Nachruf widmete, Markelfingen. Ein junger Mann, der vor gab, aus der Gefangenschaft zu kommen, ließ sich hier als Knecht anstellen, benutzte aber die erste Gelegenheit der Abwesenheit der Frau des Hauses, um mit deren Geldbörse auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Aus dem Bezirk Stodcach ra. Ausflügler und Lesholzsammler, che die Marienschlucht (Ufergebiet zwischen Wallhansen und Bodman) wochentags besuchen, tun dies auf eigene Gefahr. Infolge des augenblicklichen Brennholzeinschlags ist die Unfallgefahr durch stürzende Bäume sehr groß. — Das Amt des Bürgermeisters von Eigeltingen ist dem Landwirt Karl Baur endgültig übertragen worden. Erdbeben in Südwestdeutschland Nach dem ziemlich heftigen Erdbeben am 25. Januar 1946. von dem damals die gesamte- Schweiz und ein großer Teil von Süddeutschland betroffen worden ist ereignete sich in den frühen Morgenstunden des Himmelfahrtstages im gleichen -Gebiet ein stärkeres Beben. Der erste Erdstoß erfolgte um 3.35 Uhr und der zweite, weitaus heftigere Stoß um 5.41 Uhr deutscher Sommerzeit. Die beiden Hauptstöße, denen noch mehrere schwächere Beben folgten, waren besonder« im Schweizer Kanton Wallis zu verspüren. Doch meldet die gesamte Nordschweiz und das deutsche Bodenseegebiet das Erdbeben als gleichfalls stark. Schäden geringeren Umfangs sind bisher lediglich im Herdgebiet des Bebens, in Sitten (Kanton Wallis)-festzustellen. Quer Öurdi öie Höri Juni) tritt nicht ein; es sei denn, daß im Laufe des Monat« selbst ungewöhnliche Verhältnisse sich entwickeln. Es bleibt also bei 200 Gramm im Tag für Erwachsene. Auch die Fleisch- und Fettmengen sind unverändert wie im Vormonat. Es sei festgestellt, daß im Monat Mai zum ersetnmal die vorgesehene Fettmenge von etwas über 300 gr auch wirklich ausgegeben werden konnte. Im Monat Juni besteht ebenfalls die Hoffnung, daß die volle Fettration verteilt werden kann. Bei Käse tritt eine Erhöhung von 100 Gramm ein. Nach längerer Zeit erhalten nunmehr auch wieder Jugendliche 100 Gramm Käse. Zucker bekommen im Monat Juni nur Kinder bis zu 6ech« Jahren. Wichtig ist die Umstellung, die von der 14. Zuteilungsperiode ab bei den Schwerarbeitern vorgenommen werden wird. Die frühere Gruppe Halbschwerarbeiter kommt in Wegfall. Dafür gibt e6 nunmehr drei Schwerarbeitergruppen, die gegenüber bisher verschiedene Verbesserungen erfahren werden. Stadtnachrichten ra. Sämtliche hier wohnhaften deutschen Reichsangehörigen, die aus der Schweiz ler, 42 Jahre lang war der Verstorbene aktives Mitglied des Kirchenchores Kattenhorn. Den Segen des Himmels für eine gute Ernte zu erflehen, zog die Oehnin- ger Flurprozession zu früher Stunde den Wieseniweg am Seeufer entlana nach unserer Blasiuskapelle, wo ein feierlicher Bittgottesdienst abgehalten wurde. Wangen a. S. Einer Frau wurden aus ihrer Wohnung Herrenhemden, Arbeitshemden, Arbeitssdhuhe, ein Rucksack, Herrensocken, 3 Paar Damenhandschuhe, 3 Halsketten, 3 Broschen und 30 Mark Bargeld gestohlen. Als Täter kommt ein 19jähriger, aus Danzig stammender Flüchtling in Frage, der vorgalb in Hamburg zuletzt gewohnt zu haben. Die bestohlene Landwirtsfrau hatte den Burschen als Knecht für ihren Betrieb gedungen. Seit 24, Mai ist er flüchtig. Et ist 1-60—1.65 groß, schlank, hat rundes Gesicht, dunkelblondes Haar und spricht norddeutsche Mundart. Angaben an die Gendarmerie Radolfzell erbeten (Telefon 226). Oehningen. Ein besonderes Ereignis für die hintere Höri war die große Theateraufführung, mit der der Sportverein anläßlich seines 50jährigen Bestehen« vor die Oeffent- Iichkeit trat. Die Traqödie einer Mutter, sowie zwei lustige Einakter waren von Mitgliedern des Vereins mit unermüdlichem Eifer einstudiert worein. Der Abend wurde vor ausverkauftem Haus ein voller Erfolg für die Darsteller. Auch die Dorfkapelle beteiligte sich mit Solisten und trug zum Gelingen des Ganzen bei. Das sechsstündige Programm wurde des großen Andrangs wegen am Himmelfahrtstag wiederholt. ParteiRalenöcr Badische Christlich-Soziale Volkspartei Am Sonntag, 2. Juni, nachmittags 4 Uhr, findet in der Turnhalle der Schwarzwaldschule in T r i b e r g eine große öffentliche Versammlung der Christlich-Sozialen Volkspartei statt. Es sprechen Ministerialdirektor Diez, ferner Direktor Schlee und Redakteur Schiöder In der ersten von der Gemeindegruppe der Christlich-Sozialen Volkspartei Laufenburg veranstalteten öffentlichen Versammlung im Laufensaale, die einen guten Besuch aufzuweisen hatte, sprach Sekretär Hermann Durst. Murg, in klaren, überzeugenden Ausführungen über Zweck und Ziel der Christlich-Sozialen Volke- Tagung Oer Bienenzüchter ra. Im Bürgersaal des Rathauses zu Radolfzell fand am Sonntag eine Tagung des Landesvereins für Bienenzucht statt, die sehr gut besucht war. Alle Orts- und Kreis- fachgruppen-Obmänner des Landeskommissariatsbezirkes Konstanz nahmen an dieser für die Imker wichtigen Veranstaltung teil. Kreisobmann B a n s b a ch (Radolfzell) begrüßte die Anwesenden und brachte zugleich den Gruß der Stadtverwaltung zum Ausdruck. Der Kreisobmann machte darauf aufmerksam, daß aus dem französisch besetzten Baden 8000 Bienenvölker (Kunstschwärme) als Reparationsleistung abgegeben werden müßten. Zu normalen Zeiten wäre es zwar ein Leichtes gewesen, eine solche Menge zu verschmerzen, durch verschiedene Umstände, wie Mangel an entsprechendem Winterfutter (Zucker) seien Jedoch viele Völker eingegangen. In seinem Referat erläuterte Prof. Dr. G e i n i t z vom Bieneninstitut der Universität Freiburg die technischen Anleitungen aus der Verfügung der Mlitärregierung. (Siehe die Notiz an der Spitze dieser Seite!) — Der Sachverständige des Bieneniastituts Freiburg, Ammann, befaßte sich ebenfalls mit technischen Fragen, während der Generalinspektor für Bienenzucht in der französischen Zone, Prof. Dr. Ludwig Arm- bruster, sich mit der Fachzeitschrift „Die Südwestbiene" beschäftigte, die demnächst erscheinen werde. Damit sei das geistige Band der Bienenzüchter mit der Leitung des Landesvereins wiederhergestellt. Neben einer äußerst lebhaften Aussprache schloß Kreisobmann Bansbach die anregend verlaufene Tagung, an der vom Landesvorstand Landesobmann Klemm (Goldscheuer bei Offenburg) und Landesbeirat Hutt (Offenburg) teilnahmen. partei. Ueber den Kampf der ehemaligen Zentrumspartei Laufenburg gegen die am hiesigen Platze besonders aggressiv auftretenden Nazigrößen bis 1933 gab Professor Döbele aus dem Protokollbudi der örtlichen Zentrumspartei interessante Auszüge. Die erfolgreiche Arbeit im damaligen Gemeindeparlament wird auch der Christlich-Sozialen Volkspartei in den kommenden Gemeindewahlen die Mehrheit der Wahlberechtigten zulühren In der ersten großen Versammlung der Christlich-Sozialen Volkspartei in Blumberg am tß. Mai sprach Stadtrat Schneider aus Konstanz. In der Versammlung der Christlich-Demokratischen Union in Tuttlingen im Drei-Kro- nen-Saal sprach am 23- Mai vor zahlreicher Zuhörerschaft Dr. phil. Nikolaus Koch von Tübingen über die Christlich - Demokratische Union und das soziale Problem. Der Leiter der Versammlung, Müller-Dihlmann, begrüßte Vertreter des Landrats und Bürgermeister Fleck Der Redner, selbst Kriegsteilnehmer und Versehrter. Vertreter der Jugend und der Wissenschaft, behandelte das Thema von dieser neuen Sicht in interessanter, mit großem Beifall aufgeommenen Welse. In der anschließenden lebhaften Diskussion wurde auch die Entnazifizierung angeschnitten Der Redner vertrat an Stelle der negativer die positive Entnazifizierung Insbe sondere sei die Jugend durch größte Objektivität und Vorbild von der Demokratie zu überzeugen and zur Mitarbeit zu gewinnen Kommunistische Partei Die erste * öffentliche Versammlung der Kommunistischen Partei in Freisten (Kreis Kehl) fand am 25. Mai statt. Vor über 200 Besuchern sprach Käthe Seifried von der Landesleitung über das Thema „Was wollen die Kommunisten". Es fand eine lebhafte Diskussion statt, an der sich unter anderm auch der Kreisieiter der SP in zustimmendem Sinn beteiligte. Ende Mai ist ein Jahr vergangen, seit- I dem Birnau auf Anordnung der französischen Behörden nach vierjähriger Schließung wieder seiner kirchlichen Zweckbestimmung als Kloster und Wallfahrtsort in feierlicher Weise zurückgegeben wurde. Wenige Monate später kehrte auch das Gnadenbild von Salem nach Birnau zurück. Ende Jufi 1941 hatten die Patres und Laienbrüder in wenigen Stunden ohne An- I die hier Architektur, Plastik und Malered geschaffen haben. Alles scheint sich in einen jubelnden Hymnu« auf die göttliche Herrlichkeit hin zu vereinen. Die höchste Farben- und Formenfreude des Diesseits weist hin auf die Unendlichkeit und Erhabenheit des Jenseits. Daß hier eine solch einheitliche Leistung in- Architektur, Plastik und Malerei geschaffen werden konnte, liegt daran, daß Meister Thumb zwei gleichwer- laiftNAU KK-iaao, ;!!::“!!!!!* ; mr Mi* L/Ci ’ •■v'i gäbe des Grunde.s das Kloster verlassen müssen, die Kirche wurde geschlossert. Damit glaubten die Nazi, einen volkstümlichen Wallfahrtsort für immer beseitigt zu haben und somit wieder einen Schritt weitergekommen zu sein in ihren gegenchristlichen Bestrebungen. Die NSV und eine landwirtschaftliche Schule bemächtigten sich der Räumlichkeiten. Birnau, schon durch seine landschaftliche Lage einmalig, ist mit Recht i mmer wieder als das Rokokojuwel des Bodensees bezeichnet worden. Unter der Regierung des baulustigen Abtes Anselm II von Salem in der kurzen Zeit von vier Jahren (1746 bis 1750) von Baumeister Peter Thumb errichtet — ursprünglich lag der Wallfahrtsort mit seinem um 1400 geschaffenen Gnadenbild nördlich von Nußdorf im G.ebiet der Reichsstadt Ueberlingen und wurde auf Grund langjähriger Streitigkeiten mit dieser auf das dem Kloster Salem gehörige Gebiet oberhalb Maurach (ergötzlich zu lesen, mit welcher Geheimhaltung man das Gnadenbild aus Altbirnau nach Salem brachte, da man ein Eingreifen der Ueberlinger befürchtete) — stellt der Bau eine geschickte Verbindung der beiden Wohnflügel als Fassaden mit der Kirche dar; der Raum selbst hat keine Seitenschiffe. Beim Eintritt in das Kircheninnere ist der Beschauer überwältigt von der Farben- und Formensymphonde, tige Mitarbeiter in dem Plastiker J. A. Feuchtmayer und dem Maler G.B.Götz fand. Auf Einzelheiten in der Ausstattung einzugehen, ist hier unmöglich. Nur soviel kann gesagt werden, daß sich alles in wunderbarer Weise zu einem harmonischen Ganzen fügt. fm Herbst 1750 fand die Weihe der Kirche statt, das Gnadenbild wurde von Salem in das neuerrichtete Heiligtum gebracht. Jedoch kam trotz des herrlichen Gotteshauses und den eifrigen Bemühungen des Klosters Salem die Wallfahrt nicht recht in volkstümliches Ansehen. Neubirnau erlangte nicht das Ansehen, wie es Altbirnau gehabt hatte. Dazu kam die Säkularisation, nach deren Bestimmungen Birnau 1804 aufgehört und die Kirche geschlossen wurde. Das Gnadenbild kam nach Salem. Erst im Jahre 1919 wurde durch das Entgegenkommen des Prinzen Max von Baden da« Kloster den Zisterziensern wieder zurückgegeben und die Kirche nach Rückkehr de« Gnadenbildes wieder ihrer Bestimmung als Wallfahrtskirche zugeführt. Das Gotteshaus, das über 100 Jahre leergestanden hatte, wurde renoviert, fehlende Gegenstände nach dem Muster des alten wiederersetzt. Birnau untersteht dem Mutterkloster Mehrerau und zählt z. Zt. 5 Patres und 3 Brüder. Dr. Dieter Stolz. Dtc Beilegung ooti Karl Großhane „Ein Sohn des Volkes wollte er sein und bleiben". Nichts hätte treffender den Charakter von Karl GroShane zum Ausdruck bringen können, als dieser Ausspruch des Vertreters des Landesvorstandes der Sozialistischen Partei Badens. Die Vertreter des Volkes waren es denn auch, die sich in überaus großer Zahl — sowohl Männer wie Frauen — am letzten Mittwoch nachmittag in der Friedhofhalle in Konstanz eingefunden hatten, um durch ihre aufrichtige, aus der Tiefe des Herzens kommende Teilnahme zu bekunden, wie eng Karl Großhans als wahrer Freund und wirklicher Helfer des Volkes mit allen Kreisen verbunden war. Im Kampf des Alltags wurde ihm nichts geschenkt. Trotzdem stand er aufrecht seinen Mann bis zum bitteren Ende. Trotz aller Anfeindungen, war er für seine Person frei von allen Rachegedanken und wer immer in den letzten Monaten Gelegenheit hatte, mit ihm zu sprechen, wird nie solche Gefühle bei ihm festgestellt haben. Vielleicht hat gerade dieser Wesenszug auch schon früher zu seiner allgemeinen Popularität beigetragen und sie jetzt wieder aufs neue gefestigt. Aus den zahlreichen Nachrufen ging deutlich hervor, was vor allem die Sozialistische Partei und unsere engere Heimat an dem Politiker, aber auch an dem Menschen Großhans verloren haben. „Sein Geist wird nicht tot sein, er lebt in uns und unter uns. In seinem Geiste werden wir weiterkämpfen, so wie er gekämpft hat." Das waren die Schlußworte des Vertreters des Landesvorstandes der Sozialistischen Partei Badens. Ehrende Nachrufe widmeten dem Verstorbenen ferner ein Vertreter des Bezirksvorstandes für den Landeskommissariatsbezirk Konstanz, des Parteivorstandes Konstanz und der Konstanzer Parteifreunde, der Oberbürgermeister für die Stadtverwaltung Konstanz, ein Vertreter der früheren Abgeordneten des Badischen Landtags, der Konstanzer Gewerkschaften, ein Vertreter der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz, des Kantons Thurgau und des Ortsvereins Kreuzlingen, ein Vertreter des Verlags und der Redaktion des „Südkurier' , des Turnvereins „Bahnfrei" und der Waldheimkommission, der Konstanzer Leidensgenossen im KZ, der Landesleitung der Kommunistischen Partei Badens, der Kommunistischen Partei. Ortsgruppe Konstanz, der Sozialistischen Partei Wollmatingen, Ueberlingen« und St. Georgens im Schwarzwald. Eine Fülle von Kränzen, auch von dem Landeskommissär als Vertreter des Landes Baden und anderen Ortevereinen, war das äußere Zeichen der hohen Wertschätzung, die Karl Großhans überall genossen. In den Herzen aller, die ihm nahestanden, aber hat er das Vermächtnis hinterlassen, in seinem Geiste und mit einem ebensolchen kämpferischen Willen weiter zu arbeiten an dem Wiederaufstieg unserer Heimat [$:!!- ii ; fnilt: •T" 1 ' Saite 8 f Nt. 78 SDDKURIBR R/He Freitag, 31. Mal 1948 ? BEKANNTMACHUNGEN ComJtato Italiano A.D. — MeSkircfc- Baden Z Connazionali che desiderano rim- patriare sono invitati a mettersi in contatto cod questo Comitato onde usu- iruire del prossimo trasporto che par- tirä il 17 Giugno venturo. Alto Atesini (di nazionalitä italiana) faraxwo ricfaiesta scritta fornendo le eomplete generalitä e precisando il ; Comune e Provincia di appartenenza, nondtie la localitä del loro futuro do- micilio. Particolari concessioni vengono iatte per il trasporto di mobili e masserizie. il Comitato dara dettagliate disposizioni in merito. Heimkehrende Italiener können mit dem nächsten Transport am 17. Juni Surückgeführt werden. Dieselben wollen sich schnellstens mit dem Comitato in Verbindung setzen. . Süd-Tiroler, welche die italienische Nationalität besten, können sich tür dieselbe Angelegenheit melden. Erforderlich hierfür sind: Genaue Personalien, Angabe des Heimatortes (Provinz), seit wann im Ausland. Ferner müssen Angaben über noch lebende Verwandte des Heimatortes, beiliegen. Besondere Bewilligung für Möbel und Haushaltwaren zu transportieren, sind vorgesehen. Nähere Einzelheiten erteilt schriftlich das Comitato. Avis aux Personnes deplacöes roumalnes Le rapatriement des Personnes de- placees roumaines sejournant dans la Zone fran^aise d’Occupation en Alle- magne, devant s’effectuer par un con- iroi unique quittant Villingen (Bade) le 7 ou 8 juin, tous les ressortissants Roumains qui ont recu leur Visa de retour en Roumanie ä la suite de la recente visite de la Mission roumaine de rapatriement sont instamment pries de se rendre ä Villingen (Bade) pour le 6 juin au plu s tard. 11s devront se presenter au Centre de Personnes deplacees de cette ville munis de la fiche de rapatriement qui Jeur a ete remise par la Mission rou- ir.dine de rapatriement et prendre im- mediatement contact avec le Comman- dant Ghedeon, Officier roumain Charge du convoi. Aufforderung an alle rumänischen P.D. Die Heimbeförderung der Rumänischen D.P., momentan noch in der französischen BesaRungszone anwesend, wird sich am 7. oder am 8. Juni 1946 vollziehen; und dies durch einen einzigen Zug, der Viliingen/Baden an diesen Daten verläßt. So sind alle Rumänischen Staatsangehörigen, welche in letzter Zeit, nach dem Besuch der Rumänischen Heim- beförderungsmission die Genehmigung zur Heimkehr erhielten verpflichtet, sich nach Villingen zu begeben, und dies spätestens am 6. Juni 1946 abends. Sie werden im D.P.-Lager der obengenannten Stadt antreten, und den Heimbeförderungszettel, den sie von der rumänischen Mission bekamen, Vorbringen. Sie müssen sich dem rumänischen Major Ghedeon vorstellen, welcher mit dieser Heimbeförderung nach Rumänien betraut ist. + 9Iadj langer Ungewißheit tu hielten mit Me unfaßbare Hladjs rid)t, baR unfet einziger, in* MgRgelieWez ou^n, ©irfel, Hleffe unb Setter STELL EN-ANGEBOTE Dbetgefteriet Suik« Ibomct tm 20. Gebensjabr in 8reft gtjal- len ift. Seine legte Kußcitälte fanb ec auf bem beuiichcn KtTHärfiieb- bat Geoneoen bei Bttß (grantr.). jüc bie nielen Setoeije aujrtß- tiget Änirilrtabm» fügen mit un. jem betjlißßott Hanf. Singcn-g., ben 27. Kai 1946. gobenftäberßraße 19. 3n tiefem GeiS: ©uibo Tbomcr, ©rfangeitjßaft, unb Mari« lifo* mec geb. Sei; grau Sinn« Beß, Witwe unb Änoerroanbte. t Kaß langet Ätanfbetf, jrtoß unerwartet rafß, entfätfief nach einem arheitsreißen Geben, gottergeben, mein uitoergeßli* (ber, ßets ireubejorgier liebet Kann, unfet guter Sätet. Stoß, oaiet, Sßmiegeroater, Srubet unb Sßwaget C#lar Änirjß 3immetmeifiet, tm 73. Gebensjabr. Äonßanj-Sattnmtingen, 19. 5. 46 gürßenbetgßraße 51. 3n tiefem Geib: Stau Emma Änirjß. geb. Stabelbofer; Euge- nie Ättirlß, gauptlebterin; 3o« bann Änirjß, 3immetmßt.; So- pbie Baumgartner geb. Änirjß; gilbg. Änirjß, Slbalberi Änitjß, ffleßgetmeißer; Eifa Änitfß, geb. ©reis; gtanjisla Äntriß, geb. gartleitner; Slbolf Saumgattnet, 3ofl[efteiät; Enlelünbet gilbegatb, 3folbe, Boris; Sßroeßet gebang Siabelbofet unb Änoerwanbie. Beerbigung faitb am 21. 5., norm. 9.30 Ubt. in Wollmatingen [tati. ÄaufmännifßerSehet für ein große* Straßenbabnunternebmen. in Sertebrs> u. Setmaltungsftagen, na»eßg“, Sonftanj. * SSeifenbetgfitaBe. Sausbälteein natt 3atba^ i. Sf., iuibe id| füt meinen ftauenl. Sausbali (1 Setfon) eine tüt&t. Sausbälietin, fitie. getmiime mit Äinb nid)t ausgef^l. * 3u[^t. u. 19 085 Süblutiet Äonjianj. Sanbm. Sausmirtf^aftsgebilfin, tüibtigc. unb Äneibt. bei guten Sebingungen balbmögl. gefugt. Dbftgut (üb. Siget, Sieersbutg a. S.. Xel. Stteetstutg 3ir. 253. Sal)< unb R«blenb«rt, gebt., gutetb., unb 3imitterubt gegen jegt gute Se- jablung gefiel. 3“it- ». * l - 73 914 Sübtutiet Singen. Jeberbedbeti btingenb gefuibt. 3uf4>. u. 73 864 Sübtutiet Singen, fiankmietfibaft, 11.. iu einem Ott mo Sibteinet u. ffilaitr ecmünfißt ift, su laufen obet su paibten gefuibt. 3“id|t. u. 90 922 Sübtutiet Sabolfseü. Sauetugut, fleinetes, nrii 2—5 Seftat Saben, mögl. mit Iebenbem unb totem 3noentat gefugt. 3 U W E - u. 73964 Sübtuiiet Singen. BETEILIGUNGEN TAUSCH STELLE N-GESUCHE langem 3Barfen u. San* gen erhielten mit Mc traurige 9?adjrid)t, nadj ©ottea Jlaiic^IuB unjer lieber, einziger €o^n, Sniber, Samtiger, Onfel unb Jieffe ©ejreHer Äotl Setzet ant 8. 8. 44, im älter non 32 ren in Settlanb gefallen ift ©ngen, ben 28. Hfl«i 1946. 3n großem 2eib: äbolf Tteityci, aßagnermeifter; Familie 5einrt4 §«uet; ©e)(^m. Teiler. Seelenopfet HRontag, 3. 3uni, y x 8 3?ofeitfranj Sonntag, 2. Sunt, 16 U$t. Zahlungsaufforderung Für die freiwilligen Mitglieder und zusahversicherten Rentner (Zusahversi- dierung von Sterbegeld) ist der Beitrag für den Monat Mai 1946 zur Vermeidung des Ausschlusses aus der Kasse gebührenpflichtig bis spätestens am Montag, 3. Juni 1946 zu zahlen-. Die Mitgliedschaft erlischt, wenn zweimal nacheinander am Zahltag die Beiträge nicht entrichtet werden und seit dem ersten dieser Tage mindestens vier Wochen vergangen sind. Zahlungstermin ist der erste Montag des Monats. Die Beiträge sind jedoch in jedem Falle bis zum Tage des Ausscheidens aus der Kasse zu zahlen. Allg. Ortskrankenkasse Konstanz. 3m ^rieben bes f>etrn ftar-b nadj fernerer Ätanfljett im älter »ott 10 3aljten unfet übet alles geliebt tes Äinb unb gutes SBtübetdjen $aralb oftne feinen geliebten 33ater nod) einmal gefe^en ju haben. 2Bit ben ihn am 28. Hflai $ut lebten 9luhs gebettet, äüen ein ®e^elts ©ott für Me nieten meife aufti^tiget Xeilnohm-c. ©ottraabingen, im Hflai 1946. 3n mehem S^metj: ©Itetn äl* bett ©a^ner, nermifit, unb ^rau Jvrieba geb. HJlaier; ©efd>mr)tet Hleft unb ^otft unb alle ännetm. Auszahlung von Entschädigungen für requirierte Räume und Anmeldung neuer Entschädigungsansprüche Die Auszahlung der Entschädigungen für beschlagnahmte Gebäude, Wohnungen und sonstige'Räume für den Monat April ertolgt am Montag, 3. Juni, durch die Stadtkasse während der üblichen Kassens-tunden. Empfangsberechtigt für die Entschädigung sind diejenigen Personen, zu deren Lasten die Beschlagnahme geht. (Mieter bzw. Inhaber). Aus den Entschädigungsbeträgen sind die vertraglichen Mieten für die beschlagnahmten Räume, soweit diese bisher nicht laufend weiterbezahit wurden, unverzüglich an die Hauseigentümer abzuführen. Entschädigungsansprüche für neu beschlagnahmte Räume sind in der Zeit vom 4. bis 6. Juni 1946 auf dem Rathaus (Zimmer 17) anzumelden. Singen (Htwl.), den 28. Mai 1946. Der Bürgermeister. Üfla$ tangerem unb fd)n>etem £eiben Betfdjieb meine geliebte £frau, un» fete treuforgenbe gute HJluttet, Sdjmefter. Scfimägetin unb Xante äntonia €d)uf)ioerl geb. Stftetet, am 22. 5., im älter oon 40 3abren. Tie IBeerbigung bat am 24. Hflai in Sinningen ftatt* gefunben. 3 u 0 l*i 4 banfen mir allen recht herzlich, bie beim lebten 5eim» gang teilnabmen unb bie ber lieben Serftorbenen ©Utes getan lja&* n - §oftoiefen, 26. Hflai 1946. 3n tiefem £eib: ©bmin S^ubtoerf; Äinber Äosmarie unb 3rma, unb alle ännermanMen. t Ht«4 einem arbeitsrei^en 2e* ben unb ferneren £etbenstagen, getragen mit großer ©ebulb, bat unjex Herrgott unfeten geliebten Sater, ScbrotegeriKiter, ©roßoater, Sruber, S^mager unb Dntel 3obann Xtötfiitl« Hundesteuer 1946 In der Zeit vom 1. bis 15. Juni 1946 ist jeder über 3 Monate alte Hund vom Besitzer zur Steuer anzumelden. Mit der Anmeldung, die auf der Stadtkasse zu erfolgen hat, ist gleichzeitig der Steuerbetrag mit RM. 24.— zu entrichten. Hält der Besitzer mehr als einen Hund, so ist jeder weitere mit dem doppelten Betrag, also mit 48.— RM. zu versteuern. Hunde, die erst nach Ablauf des 31. Mai 1946 in Besib genommen oder 3 Monate alt werden, sind innerhalb 4 Wochen nach Eintritt der Steuerpflicht zur Anmeldung zu bringen. Anträge auf Steuerbefreiung oder Steuerermäßigung wollen mit ausführlicher Begründung schriftlich eingereicht werden. Singen (Htwl.), den 27. Mai 1946. Bürgermeister. mobloorboreitet, i»m älter oon 76 3abren $ei-mgebolt in feinen emi* gen ^rieben. Tve Seerbtftung ^at am Hflontag, 20. Hflai, ftaitgefun* ben. Jür enoiefene Xeilnabm-e al* len ein fcralitbes HSergelts ©ott. ben 2t. Hflai 1946. 3n ftifler trauet: gamilie $<&. Xrötftblei; ftam. Pirmin Xrötfcb» ler; ftam. Hlii^arb Hflüüer, Sin* gen*5.; trötl^t; JVam. änton HBaibel unb alle Cenoairbten. DANKSAGUNGEN FAMILiEN-ANZEIGEN Uetet 3aäami. linier c-tammßallei ift angefammen. 3n üantiarer Steuie Stau Elifabetli SKatt, geb. $faf|ls= berget u. Soßann 3Jlatl. fOiaiißinen. i^Ioffet. StabotfaeH, ÄöIItnftr. 15. IBit beehren uns. uniere am 25. 2Kai 1946 ftattgefunbene 8etmäblung anju: feigen 3abnn* * Nattes, Srita gran- gifte Kaltes, geb. Strabei. SiUafin- gen, SteiRlingen. ßür bie uns anläfjlid) unterer Sermäh- lu-ng ermiefenen Stufmerti-amfeiten u. jngegangenen Seiibenttn banten mir allen reißt ßeqliib BoIIertsbaujen, 31. Kat 1946. Kalbemar Saettger tn. 5»au 31ie, geb. $ermann. fvür bie anläfiliti) n nie rer Bermäßlung enuiefenen aufmertiwmleiten banfen mir au} biefem ®ege reibt berältib. Kältet Staubt unb 3tau Sima geb. Älein, ^urtmangen, Mielaüngen, 8t= "len. Süt bie beim Heimgang unjeter lieben ncritorbenen SBitfrau Suije Seiner ermiefenen 3ufmettjamlei4en fprußt ihren tiefempfunbenen Tanf aus, 5 a * milie Rtaui Äetu, 3iiremerhoIä, im Kai 1946. gut bie erroiefene Snteilnahme in 3Bort, Sißrift unb blübenben Blumen, bie id) Imd) bem lobe meinet geliebten, gütigen Kutter grau Perm. Sanife Xhamos in einem Tie immer efjrenbcn Snbenfen in Empfang nehmen Durfte, bante id| hierburih allen »on Serien, auifi im 31amen meinet Äinbet unb fernen Setroanbten. Slabolfiell, ben 27. Kai 1946 Elifabeth JDchier, gebor Xhomas güt all bie Dielen ttöft2oib, gegen Ka> bio ju iaufißen. 3uiChi- u. 58 703 Sübfurier Sonttan.i. Geiihtmototrabreifen, 26X2.00. guterh-, geboten; fuiße gctrenhalbfchuhe, Et. 42/42X. 3ufihr. u. 73 927 Sübturicr Singen. Rinberflappftühlihen geboien, Giegeftubl gefudjt. Karia Kiti. Wotblingen bei Singen. Sashech, 2-Goih. geboten, gefußt Sohlen, herb ober Kabio, Weßfelßtom HO 3 U ’ ißtiften u. 88 432 Süblutiet Engen. Kabiorößrt, stjgj 704b, geboten; fuße KE 074 b. neuroetrig. 3ufßr. u. 73 907 Sübturicr Singen. Sßlataffia,Kattaßen. 190X90. u. Sport, mögen ober f>ertenaniug Et. 50, neu, roert., geboten; fuße Koßbaatmaitaßen ober Katerial ba 3 u. 3“ißt. u. 73 908 Sübturicr Singen. Keißaeuge, 2 neue, geh.; Xaißenubt ge, iußt. 3 u ißr. u. 73 912 Sübt. Singen. 3miatngsfpoctiuagtn unb Äinbetmagen geboten; fuße Saßelofen. 3 U W E - u - 73 986 Sübtutiet Singen. K* finket Kaufmann Beteiligung mit KK. 25 000? 3ufßt. u. 25 522 Sttb« * turier Sonßanj. Beteiligung mit 10 000—20 000 KK. af, tio ober paffiu, an nur etßet Säße gefußt. 3ufßt. u. 58 801 Sübt. ftonftj. HEIRATEN ^errenatmbanbufir gcßGtcn; fuc^e ^armonila. 3uf(4t. u. 73 899 SiiM turier Singen. »akio 2umopöon, ©leitfiftr. 119—220 HS., ge&oten; fuefte äSe^felftromgerSt 220 HS. Äleib, t^roat^. ©t. 44. geboten, jurije SSor^angftor, 2,20 m breit. 1,60 m &ocb. 3ufc^t. u. 73 903 Siibfurier Singen. Äleibetfätanl, 2tiitig. coenig gebt., gebo* ten; fui^e Äoblen^erb. 3^'^t. u. 73 904 Sübfurier Singen. fkrrenattjug, fcbäatjgxau, ©t. 52, geb., Derrenanjugftoff gefu^-t; $uppen»ogen neu, geböten. Xennisfdjlager gefutbt. 3uf^r. u. 73 905 Sübfurier Singen. Äücbenbüfett u. Sabemanne geböten; furtve Hlabiö, 110 8. ©leiä* obet äfl[tr. 3u* fätifien u. 73 916 Sübfurier Singen. 2«ntotrt, 37 3., miiujc^t ©tn^ei* rat in mittl. ©ber fleinete 2anMD. äu^ 2Bi tmt mit Äiitker angenebm. 33ermögen »orb. Hlur emjtgem. f^riften mit 2id)fbilb u. 88 430 Siib* furier ©ngen. Xtpl.*3ngeiiwmf, 30et, mtf beßen 3u* funft&au&fii^len pudjl geMlbete 2e* benMam-eraMn. äu<^ ©inbeirat in Setrieb angenehm, md)t Sebingung. Halberes -unter Kr. 77 butcb Srief* bunb Xreubelf, ©efibäftsrtelle Hflüu* (ben 51, Sd)liegfad| 37. 26 3., fall)., mit feböner äusjieuer u. Vermögen, roünicbi aufr. £>errn mit gutem ©buraftex in ftd)- Softtion 3 ». $eitat fennen^ulernen. 3ui(br. u. 73 739 Sübfurier Singen. 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Sr. SB eiche Truderei liefert fofort ©toRauf* läge 2öjcbfarten, 5X7 em. einjeiüg bebrudt? ängeb. u. § 17 723 an Oba* nei, änseigen*©;peb.. ftteibutg i. Sr. Tojenoerjihlöömafihtne. JBer repariert jolche? 3ul«hr. u. 73 873 SüM. Singen. T.*&abrrak, fornpl., am 25 . 5. 46 bei Äaufbaus Ärait (©arten) abbanben ge* fommen. Derjenige iR gejeRen worben unb wirb bringenb erjucht, bas ^abt* rab beim Sübfurier HiabolfseU absu* geben, anbetnjalls änseige erstattet wirb. Siejenige Scan, bie am Hflontag, 27 Hflai, sw. 16 u. 17 Uhr, bei Ja. HBalb* jchüR, Singen, mit einem ^anbwagen, belaben mit Äartoffeln, unberechtigter weife in Sichtung ^obcnfxäbet StraRe fuhr, wirb aufgeforbert, biejen jamx Äartoffeln wiebet beim Saubof ab.su* geben, anbernfalls änseige erRattet wirb. Jranj §uebj^le, Singen*§o , b ©oeresftraRe 5 ©leftroaiotor, 3 $S, neaw., geb.; Hfläb» majehine guterh. 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Geßte Kaßt. oom 26 12. 44. ©eroljtein/Eifel. Karia f>ir * ling, Keeroburg a. 8., Oberiorjtraße Ebetgejt. ÄatI B««s, gpn. 09 566 E, ießie Kaßt. am 2. 8. 44. Annelteje Sßmib, Äonftans «■ S.. Kunbbetg- * ßtaße 7. Cbergefr. Sojej KäUet, geh 26 2. 22, 3pn. 02 380. 78. Die., 260 Bion.= Batl.. [eit 3uni 44 oetmißt, Kittel« abfßniti. Drißa-ffiorfi. ©ottfrieb Kül. lei, griebrißobafen. Kaoenoburger * Straße 64. Serbatb Giß, K.-Waßtmeißei, geb. 9. 9. 1901. Rpn. 28 345. April 45 bei Giebe- rofe, Kieberlaujiß. gtau Emilie Giß, * griebrißobnjen. Karienßt. 7. Solkat Äa«tab Sißet. geb 10. 3. 05, gpn 04 859. Geßte Kaßrißt 13. 1. 45 au» Kabom (Bolen), grau Aißer, * Buß. Boß Aißßetten. Är. Wangen. 3»jef Sautet, Stabsgefr. u. Äoß bei Wielce. jul. gpn. 47 075. Keinbolb Sautet, Ganbmiit. Sammeltsbofen. Ät. * griebrißsbafen. 3talie*fämp[er. Cbergefr. gans galten- btoiß. gpn. 10 196 B. Geßte Kaßt. o. 20. 10. 44. grl. Xbereßa giegle. Seß* * nau bei Äreßbtann. g«go öpotß, gpn. 12 579, oetmißt (eit San 45. oermutl. Galijien. getmann Spotb, gpn. £ 55 257 obet 29 675, Ggpa. Wien leßte Boß 16. 3. 44 aus Bubapeß. Äontab Spotb. griebingen * über Kieblingen. StalUgrabfämpfer. Solbat Äarl Äloß, gpn 35 787. Werfßaitfomp. 305 Geßte Kaßt. 3. 1. 43 Kaßt. ©ottfrieb Äloß, * 3ij«nbauicn Knmänicntämpfer. Wer fann Kaßitßt geben über Kajot gelmut Äalbiß, gpn. 16 493, jul. Bejfarabien. grau Äalbiß, 3onbaus-8Iumberg/8b. Gin- * benbübl 7. Ktekeefßleßet! Anna gifßet, geb. 4. 5. 90, u. gelena gifßet, geb. 23. 4. 22 in HIletsbotf-Gbib.. ober gam. Keinbolb Bäßolb. ©retffenberg/Sßlefien. Geßte Kaßrißt o. 13. 2. 45. Kartba gijßer. * Äonßanj/Sobeniee. Kojenau 2. Kar Sedet, Hffj., gpn. 13199 E, m Ätoaiten. Geßte Kaßt. o. Kärä 45. ■ Karia Södei, Singe«, ©atienßabi 1X1. Selbpoß-Nr. 31 813 C. Seft. gelmai Stern* met aus Kbeinfelben, oetmißt feit 19. 11. 1944 im Äampftaum Ejßmeilet* Aaßen. Eugen Stemmet, (17b) Kbein* * felben. Kbeinßtaße 3. Cbergefr. geimann Sßeeet, 24. 3., jul. gunter, gpn. 30 023, ©ren.-Kegt. 514, 294. ©ten.*X!io.. geriet Dßern 44 oer* munbei beim Kegts.*6efeßtsßanb Bio«* (oje, ößl. Xiraipol in ruß. gänbe. gamilie gtiß Sßeter, (17b) Soitma* * bingen, Ärets Äonßanj. Bl -Ste«. 3ob«nn Stäbele, gelbpoß-Kt. 65 104 E. Geßte Kaßt. gebt. 45 Käbe Berlin, gtau Buula Stäbele, Äonßanj- * Wollmatingen, gürßenbergßr. 82. gta* Elfe geiß, geb. ©eißler, geb. am 16. 1. 20, u. grau Kartba Reiß, geh. 11. 4. 85, jul. mobnbafi in Äromenau, Är. giijßberg tm Kieiengebirge. ger- bert geiß, Saijenborf bei Keersburg * a. 8.. bei gam. ©eßlet. Killet gans, ffieft., gpn 16 897, Stabstomp., ©ren.-Kegt. 470, 280. Bio., oerm. jro. Crtßa u. Kinjt, oom 25. 3uni bis 6. 3uli 44. 3obannes KüHer, * Kittisbaus-Walbjee (Wttbg.). Ketsbarg. gpn. 15 905. Uftj. Artur Kager, gam. Baut Kager, gtiebtißs« * hajen. Ebarjottenßraße 13. 6efe. Amt Wenjler, gpn. 44 279, 3nf.> Bin.. 524 ©ren.-Kegt., Ießie Kaßrißt Anf. Käij 45 aus bem Brau-Btüilen- topj Ktbolac. gans Wenjler, Xuit- * lingen. Keubaufet Straße 75. gelbm. gei«j Äobnert, gpn. 58 004 g, leßte Kaßt. 3an 45 (Weißielbtüden- topf). Ebatlotte Äobnert. Btesben=K * 23 Xiaßenbetger Str. 35 Obetgeft. Kartin Sonbaß. gpn. 03 647, rermißi feit 18. 8. 44 in Gettlanb (Sünabutg) gtau Karia Bonbaß, Ai* * lingen bei griebtißsbafen. Cbergefr. Xaoer geilig, gpn. 13170 E, oerm. feit 28. Aug. 44 (Geooa, Kum.) Guife geilig. Sitleljßieß, Ät. Sig- * maringen. Einheit Xhomas Ä., früher gaagen-Bb. im Wiefental. ©ren. ©eorg Btänble. jul. am 25. 1. © bei Sufflenbeim/Bb. grau Kargarete Sränble, Böttingen. * Är. Künßngen (Wttb|.). Äarletnß Saßet, S., geb. 26. 12. 25, gpn. 37 294 B. am 15. 9. 44 auj S B. in Äurlanb unb feitbem oermißi. grau Karte Baßer. Sßrambetg. goupi- * ßtaße 47. gefbpoßeKt. 25 772 «. D.-Solbat 3obann Wälbe? Geßte Kaßt. 24. 4. 45 oon Bteslau. Rtau A. Karia WälOe, (17b) ©utaß i. Sßm.. bet Bürlebauer, * Suljbaß. Seft. 3ab«nn gürtetet, gpn. 30 114 G, geh. 20. 1. 26. Geßte Boß Kätj 45, Stalien/gerrara. g'tau Xbefla gür« betet, Ueberlingen a B., Ätumme- * bergßraße 18. Slalingrabtämpfer. ©efr. Ernß greg, gpn. 25 041. Geßte Koßr. 25. 12. 42. gam. gtiß greg. (17b) Kiebergteilet * bei Küttbetm/Bb., gaus 61. Cberpisniet Äarl Sanier, geb. 7. 1. 25. Brillenträger, gpn. 65 912. Geßte Kaßrißt 20. 2. 45 aus Wabn/ÄÖln Gin- iaßott gonef/Steg (Kblb.). Äarl 3un* * fet, Äeblen über griebtißsbafen. 6an.*6ofbat Eriß Sßmibt, gpn. 27 753 B. Geßte Kaßt. Sept. 1944. goQanb. ©. Sßmibt. gteibutg i. St., Äaifer-3oief- * Straße 247. Cbergefr. Sofef Kombaß, gpn. 22102A,, bei ber 203. Bin. (Kißter-Bio.). Geßte Boft o 30. 3«n. 45 aus Äurlanb. grau Amalia Kombaß. Wittental bei * gteibur.q t. Br., gaus 5. ®tt«. Äurt Karte, 21 3., gejußt. giu- Gebrgang. (10) SteHsbotf über Koß- Itß. Bitßoif gambutg 13, Kanßel- * ftraße 55. Knmänien. gpn 19 2©. Uffj. Ernß geh- renbaß. Geßte Kaßr. o. 13. 8. 44. granj gebtenbaß, Siegel a. Ä., Äeb- netßtaße 82. Uffj. WiHi Stublmüner. gpn. 32 250. Geßte Kaßt. o 2. 2. 45 aus Subeien- gau-Auffig. grau germine Stublmütter, * Singen (gtmf.). Sriebenßraße 11. Uffj. Äarl Äupferfßmtb, geb. 20. 3. 20. gpn. £ 60 374 G. Ggpa. Bofen 2, jul. Sßlestoig-golßein. Alfreb Äupfer- * ißmib, Giptingen. Gmminger Sit. 19. Cbergefreiiee granj Sßetlbammer, gpn. 29 922. geb 1. 10 20, juleßt in Äurlanb Geßte Kaßr 26 2. ©. Wer toeiß Käbcres? Ausfunft erbittet ®g. Sßetlbammei, Ueberlingen am Kieb. * über KabolfjeU. Äöl« fußt naß oon Äöln ßammenben Äinbern. beten Eltern unb Setmanbie bis jeßt noß nißt aufgefunben roer* ben tonnten. Bie Bflegeelietn toerOen gebeten, biefe Äinber namentliß mit möglißft näheren Angaben ju melben an ben Earitasoerbanb Äonßanj E.B.. * Äonßanj. ©artenßraße 6. Siegfrieb ©unter, gpn 01 026; leßte Kaßr o. 1. 2. ©; tnar jul. in Ungarn (Kabrageb.), tarn bann oerm ins Kbeinlanb Rtau Katb Günter. * Gcnjftrß, Kieberoorf. Knmänien. 9. 3nf.=Bio. ©ren.-Kegt. 36, Stab, 1. Batl., ©efr. (KOB), 3obann Eggers, gpn. 14 601 A. oermißt feit 20 . 8. 44 bei Sarata. E. ©. Eggers * Bremen, Sßmaßb., geerßt. 48c. gelbpoß-Kr. 57 050 E. Bi -€ßüße 3oaßim gäiel. Geßte Kaßr. o. 14. Äptil 1945 ans Wiganbstbal (3fergebirge). Eriß göfel, (10) Wüftenbranb i. S.. Eßem * nißer Straße 40. Solbat Stefan Kombaß, aeb. 25. 11. 04, gpn. 28 082 S. leßte Boß oom 6. 3. 45 aus Kaum Stettin, grau Berta Kombaß, (17b) Äaßenmoos. B»ß Ober- * toinben. Seft. Erwin Sßmib, gpn 36 215/G. Geßte Kaßt. 3unt 45 aus Gaget Star* gatb (Sommern) unb Cbergefr. Kaj Sßmib. b Watienmetßeiei, gelbpoß» Kr. 17 022 A. Geßte Kaßr. 13. Aue. 1944 aus Befiaräbien. Beibe anfäßtg Sßmenningen a. K. gtau gtiß Eiiele, * Kaftati, An bei Gubmigsfeße 11. Cbergefr. Wilhelm Waßner, gelbpoß' Kr. 56 981 B. 3talien. Setmtßi feit 12 7 . 44 bei Kie. Gigano, 7 tm füb Itß Arejjo (3lalien). Saptiß Wagner * 3snß (Allgäu), Ctlsfttaße ©0. Äarl Bummel. Geßte Kaßrißt o. 13. 9. 1944. gamilie Äarl Bummel, 3n[el * Keißenau, Seeßr. 150. Seft. gtiß galjmüUer, gpn. 44 515c. Geßte Kaßt 16. 1. 45 aus bem Kit« telabfßnitt Kußlanb. Seither oermißt. Geopolb goIjmüHer. Tbalbeim über * Keßfirß. Cbergefr. Salier Ketj. gpn. 13136, einßtge Bobeniee-Bio 305, 3.-Kegi. 578. Geßte Kaßr. San 43 (Stalingrab). grau S«ula Keij, (17b) 3il en * * bauien bei Stoitaß. gelkpoß*Kr. N 424 ». Dbergeir. Wolf* gang Sßlabaß, jul. oerm. Käbe oon Bubapeß grau Gore Sßlabaß, Qffen- * burg-Sb., gifßmarft 2. gelhp«ß=Kt. 23 885 S, Sjfd). Koben Äobl, baas wirb feit feinem 1. Einfaß am 29. 1. © bei Steinau (Cbct oetmißt * E Äoblbaas, Ginbenberg/AUgäu. Set warte naß Auguß © aus bem ruß. Gager Xaganrog entlaßen u. tennt gans AHetberger aus Saljburg (Bol metfßer). u. Äurt Ganger aus Senien Subetengau). Beibe gpn. 27 426. gerben 3enter aus Senien, geb. 13. 8. 28. giiegerborß Altenburg (Xb.). jul. bei Keppen-Gingen. gilbe Erb, Kaoens- * bürg, 3m«gerßraße 8. Obetgeft. Ott« Äibf, Rpn. £ 24 301, Ggpa Stuttgart. Geßte Kaßr. Enbe gebt. 19© oon Dffenbutg in Saben. * Äug. gobapp, Offenburg, Kbeinßt. 4? gelbpoß-Kt. 24 525. Dberfunftr ÄatI Bauer, geb. 12 . 8. 1922. Ießie Kaßt. n. 1. 1. © aus bem Kaum Stalin- * grab. Bauet, Oppenau (Kenßtal). 5tali«graktämpfei! Uffj. germann Sßil- »ng. geb. 16. 1. 1911. gpn. 26 596, oetmißt feit 29. 8. 42 in Statingrnb. grau griba SßiUi*g, Bibetaß/Kiß, * girfßbergßraße 34. VERANSTALTUNGEN Äanßwaße ber Stabt Äsnßa«j 1946. Samstag. 1. 3uni, 10 Ußr Beutjße Eröffnungsfeier im Äonjilgebäube u. Kitmirfung bes gr. Orßeßers bes Süb-Weß-gunfs, Baben-Baben u. Geitg. oon ©eneralmußtbir. E. Geßing. — 15 Ubt Beutjße Bißterlejung: Wer* ner Betgengruen. Sürgetfaal. — 17.00 Uhr Sortrag Br. granj Kob „Äunß tm geblurteil ihrer 3eit“, Sütgetjaal. — 20.30 Ubt geßtonjert bes gr. Ot* ßeßers bes Süb-Weß-gunls u. Gtilg. o. ©eneralmußtbir. E. Geffing, Äonjilgebäube. — Sonntag, 2. 3uni, 10.00 Uhr, Beutjße Bißterlejung: Br. grieb* riß Bifßoff. Sürgetfaal. — 15.00 Uhr Beutfße Äammetmußf, Snfelbotel. — 20.30 Ubt ©aßfpiel bes Stabubeaters Xübingen-Keuilingen „Euribice" oon Änouilb. otabtibealer. — Kontag, 3. 3unt. 10.00 Ubt Beutjße Sißterleiung: Bruno ©oeß, Sürgetfaal. — 20.30 Uhr Saßjpiel bes Württembg. Staalstbea- t’.ers „Antigone“ oon Änouilb, tm Stabribeater. — Bienstag, 4. 3uni, 10.00 Uhr Gnglifße Bißtung in beul« ißer Uebetjeßung: g. gennede. Bür« getjaai. — 15.00 Uhr Beutjße Bißlei- lefung: 3obannes K. Seßet, Bürget- jaal. — 16.30 Ubt Keue geißliße Küßt, St. ©ebbatbsfirße. — ,20.30 Uhr Beutfße Uraufführung „Kurier Courage“ oon Sreßt, Stabribeater._ SobenfetsBäbne«. Stabribeater Äonßanj. Sntenbanj: Bireftor gorft oan Diemen. Samstag, 1. 3uni, 20 Uhr (ßsrem.- Abonn.): Beutjße Uraufführung: „Kutter Eoutage unb ihre Äinber“. Eine Ebromt aus bem 30jäbt. Ärieg oon Bert Breßt, mit Gtna Earßens. Snijenierung: Wolfg. Engels. 3m Kähmen ber Äunftiooßen: Sonntag, 2. 3uni. 20.30 Uhr: ©aßfpiel bes oßau* fpielbaufes Baben-Baben „Äabale u. Giebe“. Kontag, 3. 3uiri, 18 Ußt; ©aßfpiel bes Wüittembergvfßen Staaistbeatets Stuttgart, „Antigone“, Sßaufpiel oon 3ean Änouilb. Btens* tag, 4. 3uni, 20.30 Ubt: geßoortel* lung „Kurier Eoutage unb ihre Äinber“. Kittmoß, 5 3uni, 18 Ubt, Stanrmf. I): „Kutter Eoutage unb ihre Äinber“. Bonnetstag, 6. Süßt, 20 Uhr ©aßfpiel im Kabmen bet Äunftmoßen Äammetipiele bes Keuen Xbeaters, Stuttgart: „Unfere tleine Stabt“ oon Xbomton Wilber. greiiag, 7. 3uni, 20 Ubt (Stamm). II): „Kut* * ter Gourage unb ihre Äinber“. geeiUßtjpiele im gof bes Alten 3efui< ten-Äollegs (Eineang Küitßerplaß): „Boritiösßen“, Kärßenjpiel oon Ko* bert Büttner. Samstag, ben 1. 3uni, Bfingßfonntiag unb Bftngftmontag, je* roeils 16 Ußr. Bobenfee-Sübnen. Stabribeater Äonßaaj im Sßeffelbof KabolfjeU. „Kutter Eoutage unb ibee Äinbet“. Eine Ebro* nit aus bem 30j. Ätiege oon Bert Sreßt mit Gina Earßens. 3nijenie* rung Wolfg. Engels. Am Sonntag, 2. 3uni, 16 Ubt (Abonn. Ä) unb Samstag. 8. 3uni, 19.30 Ubt (Abonn. S). Soroerlauf: Bußbbl. Wenbelin Sßmib, Kabolfjell. Wegen ©aftjpiels franj. Äünßlet auf ÄnorDnung ber Be* iaßungsmaßt muß bie Boifteßung am 2. 3uni auf naßmiitags feftgefeßt werben! EapitoLGißtfpiele Äonßanj. geute Samstag bis eittißüeßl. Bonneistag „Cberlt Cbaoert“. Baljac’s KooeUe „Ge Eolo* nel Eßaberf in etnet oollenbet. fil* milßen Gcftaltung mit Kaimu, Karte Bell. Äime Elarionb, 3acques Bäumet una.. ein ftanj. gilm mit unter* legtem beulfßen Xejt. 3ugenb erlaubt. Beginn woßentags 2.30 u. 4.©. Sonntag oorm. 10.36 Ubt. ©loria-Gißtipiele Äonßanj. geute bis einißließl. Bonnerstag „Äuf ber gö* ben“. Ein biamat. gilm aus ber alpinen Bergmelt mit Kene Eotbaß, Änote le ©all uoa., ein franj. gilm mit unterlegtem beutlßen Xejt. 3ugenb erlaubt. Beg. moßentags 3.00, 5.30, 8.00 Ubt. Sonntag 2, 4, 6, 8 Uhr. Äeine telef. SotbeßeHungcn. Boroet* lauf moßentags ab 4 Uhr. Sonntag ab 3 Ubt. Bobenfee-Gißtfpiete KakolijeU. Wit jei* 3uni, bet gen ab 31. Kai bis 6. 3uni, ben bra* matifßen gilm „geimtebr ju Aller* heiligen” (Ge Bottage ir be la Iouf< fairrt). Ein ftanj. gilm mit beulfßen Untertiteln mit Äffia Koris, 3ean Befaillß, ffiabriele Borji-at, 3m Bei* Programm bie neue franjöfifße Wo* ßenfßau. 3ugenbliße jugelaffen. Un* fete Anfangszeiten finb an bei Xbea* t unb in ben Äusbängelaßen eifeben. _ .Äleine Aoßbarttiien“ in Wort, ©e* fang unb Xanj. Kana Äoßrs, Staats* aper Berlin, tanjt naß Kufit oon 3. S. Baß. ©lud unb E. Drff; baju: „Xattj m. b. Xrontmel“. „girtin mit giöte* „3mprooijation m. b. Gong“. Annemarie Simon, Sopran p. Keuß. Xbeater ©eta. Walter Kißlanb, Xe* nor, Geipjij, ßngen Gieber oon ©riea, gugo Wolf, Brahms, Bfißner u. K. Strauß. Gubmig Xiefenbrunner fprißt ben .Eornet“ oon Kainer Karia Ktlfc unb ©ebißte u SaUaben oon Goethe unb Ä. o. Broße-gülsßoff. Emmi Sutter. Singen, begleitet am giügel. ÄunßbaHe Singen, am Biens* tag, 4. 3uni, 20.30 Uhr. Boroetfauf: 3igattenbaus Weiß. — Sßeffelbof Ka» bolfjeU. am Kittmoß, 5. 3uni, 20.00 Uhr, Boroertauf: Bußbblg. Sßmiß. Äunßballe Singen „Bie gimmelsmuß. tanten“. Eine etgreifenbe Sßilberung aus ben liefen unb Äbgrünben bes ©roßjtabtlebens gibt uns biejer gilm, in bem ein engelbafies Käbßetj ei* nen oetlommenen jungen Kann jum ©uten lentt Xägliß btei Botßellun* gen, Samstag unb Sonntag otet Bor* ßeüungen. gobenimiel < Sißijpttle Singen. Sams* tag, Sonntag, 14, 16.15, 18.30, 20.© Ubt „Sir bitten jnm Xanj*. geriet* feit unb fprubelnbe Gaune mit gans Kojer, Baal görbiger gans galt, Elfi Kaßeibofet. Änlturbnnb Singe«. SSB. Äonßanj „Kutter Eoutage unk ihre Äinker“, oon Bert Breßt. Abtlg. A am 3. 6., Abtlg. E: Bonnetstag. 6. 6., jemeils 20.15 Ubt Äunßballe. Sßluß ber 1. _ Spieljeri. An alle Äinber oon Singen unb Umge* bang. Am Sonntag, 2, 6., fomntt B- geij mit feinet Buppenbübne naß Singen unb gibt mit [einem Äafperlc* tbeater jmei BorßeUungen. Anfang 14 unb 16 Ubt in ber SßeßelbaHe. Ein* trrilspreüe: 1. Blaß KK. 1.50, 2. Blaß KK. 1.—. Äarten im Soroerlauf in ber Bußbanblung Kartin unb an ber Äoße. Samm-Äino Engen. „Ber idtrinheiiige gtorian“. greitag 20.30 Ubt, Samstag 16.06. 20.30 Uhr, Sonntag 14.00, 16.30 20.30 Ubt, Kontag 20.30 Ubt. 3ugenbfrei! VERSAMMLUNGEN Versammlung der Sdluhmacfaer-lnnuiig Die Sehuh madrer-Iiuiuug des Landkreises Konstanz halt am Sonntag, 2. 6., in Singen, nachm 2 Uhr, im Gasthaus „Zum Deutschen Hof" eine wichtige Innungsversammlung ab. Kundenlisten und Kartenabschnitte sind mitzubringen. Erscheinen eines jeden Mitgliedes ist wichtig, da die Marken tür Gummi und Leder, welche nur kurze Gültigkeit haben, verausgabt werden. Die Innungsmitglieder der Stadt Konstanz versammeln sich am Montag, 3. Juni, abends 8.30 Ubr. im Hotel „Falken" in Konstanz. (gez.) Obermeister Kreiser.