X lesbitiiothsk;-/ SÜDKURIER 2. JAHRGANG • TAGBLATT FÜR BODENSEE ■ SCHWARZWALD UND DAS OBERE DONAUGEBIET • KONSTANZ DIENSTAG 16. JULI 1946 NUMMER91 Erscheint vorerst Dienstag und Freitag. Adresse: Konstanz, Rosgartenstr. 12 Tel. 924, 925, 1130. Geschäftsstellen und Agenturen an vielen größeren Orten Einzelpreis 20 Pfg. Abonnement bei der Post 1,74 M., durch Träger 1,60 M. Anzeigenannahme durch alle Geschäftsstellen und Agenturen des SQdkurier Deutsche Frage bis zum Herbst verschoben Beschluß der Außenminister — Die Pariser Konferenz beendet gen hlnausgeedioben hätten. Er erklärte, die Regierungen hätten verschiedene Ansichten, und diese Ansichten müssen miteinander in Einklang gebracht werden, wenn man einen Vertrag erreichen will. • Pari» Am vergangenen Donnerstag besprachen die Außenminister in Paris erneut die deutsche Frage. Die Bildung einer Sonderkommission für die deutsche Frage wurde von Molotow abgelehnt. Ein Vorschlag Be- vins, wonach die Wirtsch^ftsschranken zwischen den einzelnen Zonen fallen sollten und der Austausch überflüssiger Waren gestattet werde, wurde ebenfalls von Molotow abgelehnt. Der britische Außenminister Bevin wiederholte daraufhin ßeine Warnung, daß falls die deutsche Wirtschaftseinheit nicht bald hergestellt werde, in der britischen Zone besondere Maßnahmen ergriffen würden, um die Belastung der britischen Steuerzahler zu beenden. Die deutsche Industrie würde in der britischen Zone auf einen Stand gebracht, der diese Zone von England unabhängig mache. Die Außenminister kamen' dann überein, im Herbst eine Sonderkonferenz über die deutsche Frage abzuhalten. Außenminister Byrnes legte dann einen Plan vor, den er als „letzte Zuflucht" be- zeichnete. Falls die Errichtung zentraler deutscher Verwaltungsstellen nicht zustande kommt, kann sich nach diesem Vorschlag jede Besatzungsmacht wirtschaftlich an die amerikanische Zone anschließen. Im Verlauf seiner Ausführungen erklärte hierzu Byr- nes-, „Wir können Deutschland nicht auf unbegrenzte Zeit in vier luftdichte Kammern verwalten. Ich glaube, es ist besser, wenn Deutschland so bald wie möglich weiß, was es zu tun hat, wie seine künftigen Grenzen verlaufen werden und welche Reparationen es zu zahlen haben wird." Gegenüber den Einwänden der französischen Delegation, die sich gegen ein e Wirtschaftseinheit richteten, erklärte sich Byrnes bereit, da« Saargebiet von der Amtsgewalt einer Zentralverwaltungsstelle auszuschließen und es unter französische Verwaltung zu stellen, bis die deutschen Westgrenzen feslgelegt sind. • - Auch am vergangenen Freitag erzielten die Außenminister noch keine allgemeine Verständigung in der deutschen Frage. Sie kamen aber überein, eine Sonderkommission zu ernennen, welche die deutsche Kohlenproduktion prüfen und einen Plan für die Verteilung der Kohle an Deutschland und die anderen europäischen Länder ausarbeiten wird. Anschließend diskutierten die Außenminister den österreichischen Friedensvertrag. Auf ihrer letzten Sitzung beschlossen die Außenminister, alle noch au6stehenden Punkte der Friedensverträge mit den ehemaligen Feindstaaten der Friedenskonferenz der 21 Nationen zur Beratung zu überweisen- Byrnes hatte den Vorschlag gemacht, die Ausarbeitungen des Entwurfes, für den österreichischen Frieden den stellvertretenden Außenministern zu übergeben, was aber von Molotow abgelehnt wurde. Byrnes kam auch nochmals auf dl« deutsche Frage zurück und empfahl nochmals die Schaffung zentraler Verwaltungsstellen. Auch Frankreich aei nunmehr mit einer solchen Regelung einverstanden, falls das Saargebiet nicht unter die Kontrolle dieser deutschen Zentralverwaltung gestellt würde. Molotow erbat sich Zeit, um diese Frage prüfen zu können. Nachdem auch die Frage des deutschen Eigentums in Oesterreich nicht geklärt werden konnte, einigten sich die Außenminister endgültig in der Frage der italienischen Kolonien. Es wurde ferner beschlossen, Jugoslawien italienische Kriegsschiffe in Höhe von 5000 Tonnen zuzu6prechen. Griechenland erhielt einen mittleren Kreuzer. Eine Reihe von zweitrangigen Fragen, so vor allem das Problem der Donauschiffahrt, sollen auf der großen Friedenskonferenz diskutiert werden. Mit den Worten: „Wir werden uns auf der Friedenskonferenz Wiedersehen", beendete der britische Außenminister Bevin die zweite Außenministerkonferenz der vier Großmächte, die am 15. Juni begonnen hatte. Der Außenminister der USA, James Byrnes, erklärte kurz vor seiner Abreise, auf einer Pressekonferenz, er wünscht ein erneu- tesTreffen der Außenminister der vier Großmächte unmittelbar im Anschluß an die Friedenskonferenz- Auf diesem Treffen sollten die Außenminister den endgültigen Text der Friedensverträge annehmen. Bei einem kurzen Rückblick auf die Arbeit der jetzt beendeten Außenminister-Konferenz sagte Byrnes: „Die Internationalisierung Triests wird eine gute Probe für die internationale Zusammenarbeit sein. Sie wird darüber entscheiden, ob die Vereinten Nationen in derartigen Situationen eine Lösung zu finden imstande 6ind." EfltäeSi'fcfßüng des französischen Kabinetts Paris- Das französische Kabinett stimmte einer Entschließung des Ministerpräsidenten Georges Bidault zu, welche die Internationalisierung des Ruhrgebietes sowie die Abtrennung von Saargebiet und Rheinland von Deutschland fordert. — Die Abstimmung fand statt, nachdem Bidault der Außenministerkonferenz die französischen Forderungen gegenüber Deutschland darge- legt hatte- — Die kommunistischen Minister stimmten ebenfalls geschlossen für die Entschließung. General König bei Bidault Paris, Georges Bidault, der französische Ministerpräsident und Außenminister, hat den Oberkommandierenden der französischen Besatzung« truppen in Deutschland, General König, sowie den hohen KommisBritiscbe Anleihe angenommen Spaltung in Dollar- und Sterlingblock verhindert New-York- Die amerikanische Anleihe an Großbritannien wurde zwei Monate nach ihrer Billigung durch den Staat nun auch vom Repräsentantenhaus mit 219 zu 155 Stimmen angenommen. Damit ist die oft recht hitzige Debatte um diesen Kredit abgeschlossen, da die Genehmigung der Anleihe durch den Präsidenten Truman feststeht. Die Auszahlung der 3.75 Milliarden Dollar wird mit dem Datum der endgültigen Unterzeichnung durch den Präsidenten beginnen und im Jahre 1951 abgelaufen sein. In der letzten Diskussion im Repräsentantenhaus machte die Opposition vor allem geltend, daß es sich bei der Anleihe um ein Geschenk handele, da England noch nicht einmal die Schulden aus dem ersten Weltkrieg bezahlt habe. Zur Sicherung sollte Großbritannien Besitzungen in der westlichen Hemisphäre an die Vereinigten Staaten abtreten. — Dagegen betonten Präsident Truman wie auch Außenminister Byrnes und Finanzminister Snyder in Botschaften, daß die Anleihe ein Teil der internationalen Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten sei und bei ihrer Ablehnung das Programm der Vereinten Nationen auf wirtschaftlichem Gebiet nicht durchgeführt werden könne. Im Zusammenhang mit der Gewährung der Anleihe an Großbritannien hat das amerikanische Außenministerium eine Erklärung herausgegeben, in der mitgeteilt wird, daß England durch diesen Kredit seine Lebensmittelimporte 60 wie Einfuhren von Rohstoffen und Maschinen für die nächsten Jahre finanzieren könne, bis die englische Wirtschaft wieder selbst in voller Höhe für ihre Bedürfnisse aufkommen könne. Die Vereinigten Staaten bezweckten ihrerseits durch ihre Anleihe jene Schranken zu beseitigen, durch die der Verkauf amerikanischer Erzeugnisse auch in anderen Ländern behindert werde. Außerdem solle Großbritannien dadurch das amerikanische Programm rar Ausweitung des Welthandels unterstützen. Die Anleihe habe, vom Standpunkt beider Staaten aus gesehen, das Ziel, für die Zukunft eine Teilung der Weltwirtschaft in einen Sterling- und einen Dollarblock zu verhindern. Britisch-sowjetische Beziehungen London. Im britischen Unterhaus fand eine Debatte über die englisch-sowjetischen Beziehungen statt. Der Abgeordnete Edelmann erklärte, wenn sich auch immet die Sowjetunion in der Vergangenheit den strategischen Linien des Empires näherte, so führte dies zu Konflikten. Edelmann schlug die Schaffung gemeinsamer Handelsgesellschaften vor, tim Differenzen zwischen England und der Sowjetunion zu vermeiden. Staatsminister Noel Baker erklärte in seiner Antwort, daß niemand die Bedeutung wirtschaftlicher Faktoren bei der Errichtung eines dauerhaften Frieden« unterschätzen werde. Die neuen demokratischen Regierungen würden aber einer Grenze zu viel Gewicht beilegen. England habe immer den Versuch unternommen, bessere wirtschaftliche und politische Beziehungen zwischen den beiden Ländern auszuarbeiten. Dies könne aber nicht durch diplomatischen Kuhhandel oder durch die Errichtung von Einflußsphären getan werden. Am besten würde dieses Ziel dadurch erreicht, daß die Sowjetunion und England den Prinzipien der neuen Charta vertrauen. Es würde auch einen großen Fortschritt bedeuten, wenn jeder Engländer, der die Sowjetpolitik kritisiert, versuchen würde, die Anslfcht der Sowjetunion über die Vergangenheit verstehen zu lernen. Die Sowjets hätten keine glücklichen Erfahrungen mit der internationalen Demokratie vor dem Kriege gemacht. England habe das feste Ziel, das Vertrauen der Sowjetunion zu gewinnen, ihren Verdacht zu zerstreuen, so lange das auch dauern mag. sar für deutsch« und österreichische Angelegenheiten, Rene Mayer, empfangen. Byrnes optimistisch Paris. Außenminister Jamee F. Byrnes gab vor seiner Abreise auf einer Pressekonferenz einen zusammenfassenden Bericht über die Außenministerkonferenz und be- zeichnete die Aussichten für einen Erfolg der Friedenskonferenz als sehr günstig. Byrnes erklärte: „Nachdem es nicht gelungen ist zentrale Verwaltungsstellen für Deutschland zu errichten, werden die Vereinigten Staaten unverzüglich damit beginnen, den Plan in die Tat umzusetzen, der die wirtschaftliche Verbindung der amerikanischen Zone mit einer oder mehreren anderen, zur Zusammenarbeit bereiten Zonen voreieht Der Außenminister appellierte an das italienische Volk, die Proteste gegen die Lösung der Triester Frage einzustellen, welche er als günstiger betrachtet, als die Italiener zugeben wollen. Byrnes versuchte sich weiter gegen den Vorwurf zu rechtfertigen, daß die Minister in den meisten Fällen nur eine Kompromißlösung getroffen oder die Lösung der Fra- Der Korrespondent der „Neuen Zürcher Zeitung" in London schreibt zum Ende der Pariser Konferenz: Das Gesamtresultat der vier mühsamen Vprhandlungswochen ist gewiß nicht sehr eindrucksvoll, wie man sich auch in London klar vergegenwärtigt. Aber es ist besser, als manche besorgten Beobachter der Spannung und de« tiefen Mißtrauens zwischen Rußland und den Westmächten, bzw. den angelsächsischen Mächten für wahrscheinlich hielten. Das Mißtrauen ist nicht überwunden worden, und die Spannung, die eine Weile nach dem Kompromiß über Triest etwas nachgelassen hatte, stellte sich in fast unverminderter Schärfe wieder ein, sobald Deutschland und Oesterreich zur Sprache kamen. Die Verständigung über Italien und die Satelliten bleibt dennoch ein positiver, und wie man hier annimmt, dauernder Gewinn und ein ermunterndes Zeugnis dafür, daß auch über die tiefe Kluft des gegenseitigen Mißtrauens hinweg konkrete Verständigungen möglich sind. Und darin erblickt die Labourregierung einen wichtigen Aspekt der zweiten Pariser Konferenz der vier Außenminister. Die deutschen Befestigungsanlagen Bis Jetzt wurden 60 Prozent zerstört Berlin. Rund 60 % aller deutschen Befestigungswerke und Verteidigungsanlagen in der amerikanischen Besatzungszone wurden nach Mitteilung des amerikanischen Hauptquartiers bisher zerstört. Die Zerstörung erfolgt nach einem vom Alliierten Kontrollrat in Berlin im vergangenen Herbst ausgearbeiteten Plan, dessen Ausführung in Händen amerikanischer Ingenieur-Einheiten liegt- Dieser Plan sieht die Zerstörung sämt- -TTchef in - delr' 4 Besetzungszoneh Deutschlands befindlichen Befestigungswerke und Verteidigungsanlagen vor. Die Schwerpunkte in der amerikanischen Zone liegen in der Nähe von Karlsruhe, Wetzlar, Kassel, Augsburg, München, Wasserburg, Regensburg, Nürnberg, Frankfurt, östlich des Rheines gegenüber Mainz, entlang der Weser zwischen Bremerhaven und Bremen sowie im amerikanischen Sektor Berlins. Die Zerstörung selbst ist in zwei Gruppen gegliedert und erfolgt nach Dringlichkeitsstufen. Zur ersten Gruppe gehört die Zerstörung von Anlagen, die eine, die eine direkte Bedrohung und Gefahr für die alliierten Besatzungstruppen darstellen. Darunter fallen Minenfelder, Panzerfallen und sonstige Hindernisse sowie Bunker für U-, Räum- und Schnellboote. Zur zweiten Gruppe gehören Befestigungswerke mit ihren Feuereinrichtungen, Beobachtungsstellen, Kraftanlagen, Unterständen, Küstenbefestigungen und Lagerhäusern. Insgesamt 1307 Anlagen, die für Verteidigung und Angriff eingerichtet waren, wurden bisher abgebaut und 892 zerstört. Totendenkmäler bleiben Berlin. Der Koordinierungsausschuß des Alliierten Kontrollrates billigte und Unterzeichnete eine Neufassung des Art. 4 der Anordnung Nr. 30 des Kontrollrates über die Zerstörung deutscher militärischer und nationalsozialistischer Denkmäler und Museen. Nach dieser Neufassung bleiben alle Denkmäler von der Zerstörung verschont, die zur Erinnerung an die Toten der regulären deutschen Armee errichtet wurden, vorausgesetzt, daß sie weder in ihrer Darstellung noch in ihren Inschriften nationalsozialistischen oder militärischen Geist widerspiegeln und die nationalsozialistische Partei nicht verherrlichen. Ausgenommen sind die Denkmäler der SS und Waffen-SS und militärähnlicher Organisationen. Feiner können solche Monumente bestehen bleiben, an denen nationalsozialistische oder militärische Verherrlichungen durch Aenderungen in der architektonischen Gestaltung, in den Inschriften oder der Dekoration beseitigt werden können, Kriegsgefangene in England London. Der britische Kriegsminister, Jack Lawson, gab bekannt, daß deutsche Kriegsgefangene in England, die während der Ernte Ueberstunden machen, auch in diesem Jahre Sonderrationen und Gratiszuteilungen von Zigaretten erhalten- Der Kriegsminister erklärte: „Die deutschen Kriegsgefangenen sollten wissen, wer von ihnen in England bei der Ernte hilft, hilft der Bevölkerung in Deutschland." Kleinere; Fettration in der britischen Zone Hamburg. In der britischen Zope ist eine Herabsetzung der Fettration vorgesehen. Der Zonenbeirat für die britische Zone hat eine Entschließung an die Militärregierung gerichtet, in der es u. a. heißt, daß die vorgesehene Herabsetzung der Fettration um die Hälfte eine so erhebliche Einengung der Ernährungslage bedeute, daß 6ie von der Bevölkerung ohne weitere schwere Schädigung ihrer Gesundheit nicht mehr ertragen werden kann. Auch in politischer Hinsicht müsse auf die schwerwiegende Bedeutung dieser Kürzung hingewiesen werden. Der Zonenrat ersuche daher die Kontrollkommission, ausländische Regierungen, insbesondere die Vereinigten Staaten um Hilfe zu bitten, damit diese Kürzung der Fettration nicht vorgenommen werden müS6e._ La Guardia teilte mit, die Organisation der Vereinten Nationen habe der U N R R A ihre volle Unterstützung zugesagt. Die ehemaligen Gebäude des Völkerbundes seien der UNRRA zur Verfügung gestellt worden. Auswirkungen der Atombombe Bericht des amerikani sehen Generalstabschefs Washington. Der Generalstabschef der amerikanischen Armee und Flotte unterbreitete Truman einen vorläufigen Bericht des Auswertungsausschusses für den Atombombenversuch. Drei Punkte werden in diesem Bericht hervorgehoben: 1. Die Atombombe, die bei Bikini geworfen wurde, hat mehr Schiffe beschädigt, als jemals vorher durch eine einzige Explosion zu Schaden gekommen sind. 2. Durch den ersten Versuch, der eine Explosion in der Luft war, konnte naturgemäß nur eine geringe Wirkung der Bombe auf die Schiffsrümpfe beobachtet werden. 3. Umfangreiches Tatsachenmaterial, das eich auf wissenschaftlichem Gebiete und für die Schiffsbautechnik als unschätzbar erweisen wird, ist durch diesen Versuch gesammelt worden. Der Bericht zählt dann im einzelnen auf. welche Schiffe gesunken und welche nur beschädigt wurden. Die Untersuchungen über die Wirkung, die durch die anfängliche Radioaktivität bei der Explosion hervorgerufen wurde, zeigen, daß die Verluste unter den Besatzungen, wenn sie 6ich an Bord befunden hätten, hoch gewesen wären. Innerhalb des Explosionsbereiches der Atombombe im Umkreis von zwei Kilometern wären die Besatzungen den tödlichen Gammastrahlen ausgesetzt gewesen. Mihailowitseh zum Tode verurteilt Belgrad. In Belgrad wurde heute das Urteil im Prozeß gegen General Mihailo- witsch und weitere 23 Angeklagte verkündet. Alle Angeklagten wurden der Zusammenarbeit mit den Besatzungsmächten bei deren Versuch, den Befreiungskampf jugoslawischer Völker zu unterdrücken, schuldig befunden, ferner Kriegsverb rechen aller Art begangen zu haben General Mihailo- witsch wurde zum Tode durch Erschießen, zur Beschlagnahme seiner Güter und Aberkennung der bürgerlichen Rechte yerurteilt- Die Todesstrafe wurde noch gegen 10 weitere Angeklagte ausgesprochen, so gegen zwei Mitglieder der früheren Regierung Ne- ditsch und den ehemaligen Präfekten von Belgrad. Die übrigen Angeklagten wurden größtenteils zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt Ein Verfassungsentwurf Von Ministerpräsident Dr. Wilhelm Hoegner Wir bringen die nachstehende Stellungnahme Dx. Hoegner» als interessante» Beispiel für den Versuch einer Auseinandersetzung über das Problem des Verhältnisses künftiger Landes- und Reicbsverfassungen, das in absehbarer Zeit auch außerhalb Bayerns akut werden wird. Am 3. November 1946 wird bekanntlich in den Ländern der US-Zone ein Volksentscheid über die Verfassungen stattfinden, die bis zum 15. September von den „Verfassunggebenden Landesversammlungen" auszuarbeiten sind. Für den Inhalt der neuen Verfassungsentwürfe wurde von der amerikanischen Militärregierung die einzige Einschränkung getroffen, daß sie der künftigen Gestaltung Deutschlands nicht vorgreifen dürfen. Diese ist Gegenstand der Erwägungen der Siegermächte — dem deutschen Volk ist durch die Verbrechen der nationalsozialistischen Gewaltherrscher die Möglichkeit der Selbstbestimmung genommen. Der unerlaubte Vorgriff auf die künftige Gestaltung Deutschlands könnte einmal bestehen in Bestimmungenn der Länderverfassungen, nach denen sich die Länder z. B. als Glieder eines Einheitsstaates oder eines Staatenbundes bezeichnen. Die Verfassung eines Landes könnte aber auch die Bestimmung enthalten, daß ein Land für sich auf allen Gebieten die unumschränkte Staatshoheit, also die ungeteilte Souveränität in Anspruch nimmt. Durch eine solche Vorschrift, die auf einen völkerrechtlich unabhängigen Staat deuten würde, wäre zweifellos der künftigen Gestaltung Deutschlands unzulässigerweise vorgegriffen. Der bayerische, von mir ausgearbeitete und vom Vorbereitenden Verfassungsausschuß gebilligte Verfassungsentwurf enthält weder einen Hinweis auf die künftige Stellung Bayerns in einem Deutschen Reich, noch wird darin die uneingeschränkte Souveränität Bayerns begehrt. Allerdings sind in ,dem bayerischen Verfassungsentwurf auch die Zu:tändigkeiten zwischen einem künftigen Reich und dem Lande Bayern nicht abgegrenzt, weil diese Abgrenzung nicht Sache einer Landesverfassung, sondern einer ihr übergeordneten künftigen Reichsverfassung ist. Auf diese Weise sind alle Möglichkeiten offengelassen, den bayerischen Verfassungsentwurf einer künftigen Reichsverfassung anzupassen. Das würde keineswegs schwierig sein. Auch im August 1919 wurde die bayerische Staatsregierung vom Landtag ermächtigt, an- der damals ebenfalls schon vorliegenden bayerischen Verfassungsurkunde jene Berichtigungen vorzunehmen, die durch die Inkraftsetzung der Weimarer Verfassung vom 11. August 1919 erforderlich geworden waren. Das konnte in einer einzigen Sitzung des Ständigen Ausschusses des bayerischen Landtags geschehen. Der bayerische Verfassungsentwurf von 1946 enthält einige Abschnitte, die ihrem Wesen nach zweifellos in eine künftige Reichsverfassung gehören. Das trifft zum Teil auf den vollständigen Katalog der Grundrechte und Grundpflichten zu. Allerdings waren auch in der bayerischen Verfassung von 1919 noch gewisse Grundrechte enthalten, obwohl sich Bestimmungen darüber in der Reichverfassung von Weimar befanden. Auch in der Schweiz sind die Grundrechte zum Teil in der Bundesverfassung, zum andern Teil in den Verfassungen der einzelnen Kantone nie- dergelegt. Vom Standpunkt der Systematik der Gesetzgebung aus gehört die Aufstellung der Grundrecht^ sicherlich in eine Reichsverfassung. Die Länderverfassungen sollten sich auf zusätzliche Bestimmungen beschränken. Im übrigen aber hängt die Verteilung der Verfassungsbestimmungen zwischen Reichs- und Landesverfassung von der künftigen staatsrechtlichen Struktur Deutschlands ab. Mein Standpunkt ist hinreichend bekannt: Ich trete für einen deutschen Bundesstaat mit starkem Eigenleben der Länder ein. Die Zuständigkeit einer Reichsgewalt könnte sich m. E. auf Wirtschaft und Wahrung, Sozialpolitik, Zollwesen, Verkehrspolitik, einheitliche Gesetzgebung im Zivil-, Straf- und Steuerrecht und auswärtige Politik beschränken, sobald wir wieder in die Lage kommen; eine selbständige Außenpolitik zu betreiben. Die im bayerischen Verfassungsentwurf enthaltenen Bestimmungen über das Wirtschaftsleben würden dann jenen in der künftigen Reichsverfassung weichen müssen. Der bayerische Verfassungsentwurf stellt also weder eine Improvisation noch einen eilfertigen Versuch dar. vollendete Tatsachen zu schaffen oder den Weg zum Neuaufbau Deutschlands zu versperren. Nachdem die künftige Gestaltung Deutschlands -auf sich warten läßt, hat die amerikanische Militärregierung mit Recht die vorläufige Ordnung des Verfassungslebens in den Ländern ihrer Zone angeordnet. Das mag den Nachteil haben, daß gewisse Teile der Länderverfassung später bei der Schöpfung einer Reichsverfassung wieder Beite 2 / Nr. 91 Dienstag, 16. Juli 1946 / « 1CDKU1IE1 Ausscheiden müssen. Dem steht als Vorteil die vorläufige Klärung der Meinungen auf manchen Gebieten und die Möglichkeit gegenüber, Mustergültiges auch für die künftige Reichsverfassung zu schaffen. Die Uebemahme gewisser Abschnitte der Länderverfassungen in eine künftige Reichsverfassung würde durch die von der amerikanischen Militärregie- i rung in Aussicht genommene Weisung er- j leichtern, die künftig für das Reich in Be- ' tracht kommenden Zuständigkeiten vorläufig den Ministerpräsidenten der Länder entweder einzeln oder zu gesamter Hand, im letzteren Falle beim Länderrat in Stuttgart, zu übertragen. Voraussetzung dafür wäre, daß sich die Siegermächte über die künftige Gestaltung Deutschlands und die Verteilung der Zuständigkeiten zwischen Reich und Ländern bereits einig sein würden. Vorläufig scheint das noch in weiter Feme zu liegen. Frick, Funk und Streicher Weitere Plädoyers in Nürnberg Nürnberg. Am vergangenen Donnerstag hielt der Verteidiger des Angeklagten Wilhelm Frick, Dr. Otto Pannenbecker, sein Plädoyer. Er stellte einleitend fest, daß Frick sieh nicht gegen Göring und Himmler durchsetzen konnte. Für die Konzentrationslager und die dort verübten Verbrechen seien auch Himmler und Göring verantwortlich. Frick sei in ein System verstrickt gewesen, dessen Entwicklung er sich anders vorgestellt habe. Dr. Pannenbecker stellte ferner fest, daß die Staatsmänner es nun einmal versäumt hätten, in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen entsprechende Bestimmungen von allgemeiner Bedeutung aufzustellen, durch die heute klargestellt werden könnte, daß jeder einzelne mit einem Strick um den Hals herumläuft, der nach dem ersten Weltkrieg einen zweiten Weltkrieg organisieren würde. Abschließend wies der Verteidiger darauf hin, daß der Angeklagte Frick sich von den angeblichen Friedensabsichten Hitlers habe täuschen lassen. Der Verteidiger des Angeklagten Frank führte aus, daß sein Mandant als Jurist immer im Sinne der Erhaltung des Rechtes tätig gewesen sei. Als Generalgouverneur in Polen sei Frank dem polnischen Volke geradezu ein väterlicher Recjent gewesen. Dr. Seidl mußte aber zugeben, daß Frank von vielen ungeheuerlichen Verbrechen in Polen wußte. Als immer offenkundiger wurde, so erklärte Dr. Seidl abschließend, daß Hitler und Himmler im Begriffe standen, die letzten Reste des Rechtsstaates zu beseitigen, da trat der Angeklagte Frank vor und wandte sich in vier großen Reden an die Oeffentlidikeit mit einem letzten Appell zur Idee des Rechtsstaates. In seinem Plädoyer für den Angeklagten Funk behauptete der Verteidiger Dr. Sau- ter, daß Funk in der Wirtschaftsführung des nationalsozialistischen Reiches nur eine Nebenrolle gespielt habe. Die Teilnahme seines Mandanten an der Mobilmachung der deutschen Wirtschaft für den Angriffskrieg bestritt Dr. Sauter mit der Begründung, daß hierfür nicht der Reichswirtschaftsminister, sondern Göring verantwortlich gewesen sei. Funks Beteiligung an der Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben bezeichnet Dr. Sauter als „eine gewisse Tragik”, da Funk sich immer judenfreundlich bezeichnet habe. Das Gewicht des Plädoyers Dr. Marx', des Verteidiger von Streicher, lag auf dem Bemühen, das deutsche Volk von der Mitwisserschaft des naüonalsozialistischen Judenprogramms zu entlasten. Auch die Ereignisse vom 9. und 10. November 1938 seien bis in weite Kreise der Partei hinein auf schärfste Verurteilung gestoßen. In Deutschland habe es keinen fanatischen Judenhaß gegeben, so betonte Dr. Marx. Das beweise auch, daß die Vernichtung der Juden in den KZ. vor dem Volke geheimgehalten wurde. Die mangelhaften geistigen Fähigkeiten Streichers seien kaum in der Lage gewesen, auf Persönlichkeiten wie Hitler und Himmler einzuwirken, die in erster Linie für die Ermordung der Juden verantwortlich waren. Der Einfluß und die Bedeutung Streichers, der „ein kleiner Mann” war, seien von der Anklage überschätzt worden. Die Dauer des Prozesse« Nürnberg. Nach Voraussagen, die von Präsident Lawrence persönlich und von hohen interallierten Persönlichkeiten des Justizwesens stammen, wird der Abschluß der Vernehmungen im Prozeß gegen die großen Kriegsverbrecher in Nürnberg noch vor dem 30. August erwartet. Es ist nämlich bei Beibehaltung des gegenwärtigen Rhythmus der Vernehmung von Belastungszeugen der 21 Angeklagten damit zu rechnen, daß diese sicherlich bis ungefähr 1. Juli abgeschlossen sein wird. Etwa Mitte August hätte der Gerichtshof noch die letzten Erklärungen der 21 Angeklagten entgegenzunehmen. Selbst unter Berücksichtigung unvorhergesehener Umstände, die diese Berechnungen ändern könnten, dürfte der 30. August 1946 als Datum für den Abschluß der Vernehmungen trotz allem als durchaus gerechtfertigt erscheinen. Die Urteilsverkündung wird jedoch nicht sofort stattfin4en können. Man rechnet sogar damit, daß für die Beratungen der Richter der vier Nationen, aus denen sich das Hohe Gericht zusammensetzt, mehrere Wochen erforderlich sein werden. Auf jeden Fall, und sogar bei Berücksichtigung der längsten und im übrigen jedoch unwahrscheinlichen Verzögerungen kann die Urteilsverkündung noch vor Ende dieses Jahres als sicher angenommen werden. Oberg zum Tode verurteilt Wuppertal. Der frühere höhere SS- und Polizei-Führer von Frankreich Albrecht Oberg, der ehemalige Oberst und Gestapo- Chef von Südwestdeutschland und Elsaß Ericht Isselhorst, sowie der ehemalige Oberstleutnant und Mitglied der Straßburger Gestapo Wilhelm Schneider wurden am Donnerstag von einem britischen Militärgericht wegen Teilnahme an der Erschießung von 60 gefangenen britischen Fliegern zum Tode verurteilt. Der ehemalige Major Hellmut Schlierbach von der Straßburger Gestapo wurde zu 10 Jahren Gefängnis und der 'ehemalige General Willi Seegers, Wehrmacht-Befehlshaber im Elsaß, zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Der frühere Hauptmann Julius Gebrum wurde nicht für schuldig befunden. Gesetz über Frauenarbeit angenommen Berlin. In Anbetracht des großen Mangels an männlichen Arbeitskräften in gewissen Teilen Deutschlands erläßt der alliierte Kontrollrat das folgende Gesetz: Die zuständigen deutschen Behörden dürfen weibliche Arbeitskräfte bei Bau- und Wiederaufbau- einschließlich Aufräumarbeiten beschäftigen, bzw. ihre Beschäftigung genehmigen. Die Bestimmungen der Verordnung vom 30. 4. 38 über die Arbeitszeit und alle sonstigen gesetzlichen Bestimmungen, die im Widerspruch zu diesem Gesetz stehen, werden hiermit aufgehoben oder im Sinne dieses Gesetzes abgeändert. Neues italienisches Kabinett Rom. Radio Rom gab die Bildung des neuen italienischen Kabinetts bekannt. — Die Christlich-Demokraten werden darin 7, die Sozialisten 4, die Kommunisten 4 und die Republikaner 2 Ministerien besetzen. Ein Ministerium wird von einem unabhängigen Vertreter übernommen. — De Gasperi führt weiterhin den Vorsitz des Kabinetts als Ministerpräsident. Bis zur Unterzeichnung des italienischen Friedensvertrages behält er auch das Außenministerium bei, das dann einem Sozialisten übertragen wird. Unruhen in Trieat brn Verlauf erneuter Unruhen wurden in Triest 50 Personen verhaftet. — In den Straßen von Triest hielten streikende Arbeiter Straßenbahnwagen an, die trotz de« Generalstreiks verkehrten. Die Fensterscheiben der Straßenbahnen wurden eingeschlagen und die Fahrgäste gewaltsam herausgetrieben. Zweimal versuchten Streikende, Träger der Straßenbahn-Oberleitung zu sprengen. — Zivile Polizei und alliierte Militärpolizei patrouillieren nach wie vor durch das Stadtgebiet. Die „Morganlinie" wird von Polizeikräften kontrolliert, um die Einfuhr von Lebensmitteln aus dem von Jugoslawien besetzten Gebiet für die streikenden Arbeiter zu verhindern. Im Hafen von Trie6t befinden sich augenblicklich sechs Schiffe und 50 Segelboote mit voller Ladung. Heiligsprechung in Rom In der St.-Peters-Basilika fand der Heiligsprechungsprozeß der seligen Mutter Fraii- ziska Xavier Cabrini statt. Ueber 35 000 Zuschauer wohnten der feierlichen Zeremonie bei, nach deren Abschluß Papst Pius XII. formell die Kanonisation der ersten nordamerikanischen Heiligen bekanntgab. In seiner kurzen Ansprache sagte der Papst: „Die Heilige lebte fern van ihrem Heimatland'und trag den Schatz ihrer Nächstenliebe und Güte in andere Länder. Die Völker müssen von ihr lernen, daß die ganze Welt nur eine Familie sein sollte, die nicht in Streitigkeiten zersplittert, sondern in brüderlicher Liebe vereint sein soll." * Die im Jahre 1850 in der Lombardei geborene Franziska Xavier Cabrini ist die Gründerin der Genossenschaft der Missionsschwestern vom heiligsten Herzen Jesu. Von ihren kirchlichen Oberen wurde sie aus Italien nach New York geschickt, wo sie unter den italienischen Auswanderern segensreich wirkte. Sie machte große Reisen durch Nord- und Südamerika und gründete 67 Anstalten für die seelsorgerische und caritative Arbeit unter den Ausgewanderten. Im Jahre 1917 ist sie gestorben. Kurzmeldungen Im zweiten Neuengamme-Prozeß gegen sechs der Mißhandlung alliierter Staatsangehöriger angeklagte ehemalige SS-An- gehörige wurden am Samstag fünf der Angeklagten zum Tode und der sechste zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Viermächteausschuß zur Bekämpfung von Gerüchten wurde, wie General Robert McClure, Chef der amerikanischen Nadi- richtenkontrolle, am Freitag bekanntgab, von den Vereinigten Staaten, Großbritannien, der Sowjetunion und Frankreich gebildet, um wirksam gegen organisierte deutsche Versuche vorzugehen, Unruhe unter den Besatzungsmächten anzustiften. In Kielce 6ind die wegen des Juden- progroms zum Tode verurteilten neun Personen hingerichtet worden. Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten betrug am 1. Januar 1946 nach den Schätzungen des VolkszähUingsbiiro« 140 386 500 Personen. Zwei jugoslawische Soldaten wurden bei einem Feuergefecht zwischen jugoslawischen und amerikanischen Soldaten an der „Mor- gan”-Linie getötet. Das Hauptquartier der 88. amerikanischen Division gab dazu bekannt, daß zwei jugoslawische Patrouillen die „Morgan”-Linie überschritten und das Feuer auf die zur Untersuchung des Falles herbeigeeilte amerikanische Patrouille er öffnet hatten. In der Tschechoslowakei wurde die griechisch-orthodoxe Kirche unter dem Patronat der russisch-orthodoxen Kirche wieder zugelassen. In Singapore wurden 12 Japaner, darunter Oberstleutntnt Sumida Haruzo, durch den Strang hingerichtet, nachdem ihnen in einem Kriegsverbrecherprozeß die Begehung von Greueltaten während der japanischen Besetzung nachgewiesen worden war. Aus dem Parteileben Demokratische Partei Wir haben geleint! Die vor 1933 aus der Schule Entlassenen erinnern sich noch des kleinen Reklameheftchen« „Die Verfassung des Deutschen Reiches", das ihnen gleichzeitig mit dem Entlassunigszeugnis übergeben wurde. Dies war der einzige Versuch, sie mit dem Grundgesetz ihres eigenen Lebens in den entscheidenden Jahren ihrer Entwicklung bekannt zu machen. Darf es da Wunder nehmen, wenn die Generation, die heute 25 bis 40 Jahre alt ist, zwar noch die Demokratie erlebt hat, aber im Grande nie zum Verständnis dessen, was sie an ihr hatte, gelangt ist? Wo blieben die Lehrer, ( die mit dieser Jugend die Grundgesetze demokratischen Lebens systematisch durch- nahmen, 6ie an der Fülle des täglichen Lebens politisch schulten, sie immer wieder darauf hinwiesen, daß die in der Verfassung niedergelegten Rechte das höchste Gut i seien, da« jeder einzelne habe, und daß je- I des Unglück, jede Entbehrung für den Men- ! sehen immer noch leichter zu ertragen sei als der Verlust der persönlichen Freiheit? Wo blieben diejenigen, die leidenschaftlich predigten, daß diese Gesetze zum Schutze der Freiheit aller geschaffen waren, daß Demokratie in erster Linie verlangt, wachsam zu 6ein gegen diejenigen, die die i Presse- und Redefreiheit nur dazu benützen | wollten, um sich einen genügenden Anhang j zu schaffen, um mit dessen Unterstützung i eben diese Freiheiten zu beseitigen? Wo sollten daher die Demokraten herkommen, die darüber wachten, daß da6 Recht zu Zusammenschlüssen, zur ungehinderten wirtschaftlichen Betätigung, zur militärischen Ertüchtigung von den unter uns lebenden Macht- und Ruhmbegierigen nicht nur dazu benützt wurde, eben diese Rechte der eigenen demokratischen Bevölkerung zu entziehen? Es bedurfte erst der fürchterlichen Lehre dieses Krieges, um zu bemerken, was wir besessen hatten. Wir sind geistig und körperlich bis zum Zusammenbruch gezüchtigt worden, weil wir nicht wußten, daß die Grundrechte der Menschen, persönliche Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz, Rede- und Pressefreiheit, noch wertvoller sind als Essen, Trinken, als Orden und Ehrenzeichen, als Rang, Stand und Klasse! Nun haben wir all dies zusammen verloren. Laßt uns daraus lernen, daß erst das Volk politisch reif ist, das diese Grundrechte eifersüchtig hütet und mißtrauisch ist gegen jeden, der sie antastett Die demokratische Partei legt keinen Wert darauf, eine Massenpartei zu 6ein, denn sie verzichtet auf alle billigen Versprechungen. Sie weiß, daß jeder, der durch billige Versprechungen, die er nachher doch nicht halten kann, an die Macht kommt, bestimmt auch in Versuchung kommt, sich der Einlösung seiner Versprechungen durch Gewaltanwendung zu entziehen, — Gewaltanwendung durch Diktatur gegenüber seinem eigenen Volk, Gewaltanwendung gegenüber fremden Völkern, um das eigene Volk mit Lorbeeren zu betäuben und mit fremdem Gut seine eigenen Versprechungen zu bezahlen. Das bedeutet nicht, daß die demokratische Partei nur als Wächter der Demokratie auf- tritt und sich den prakischen Forderungen der Stunde verschließt, im Gegenteil, sie wird für alles eintreten, was irgendwie geeignet ist, die Notzeit zu lindern und uns wieder zur Arbeit, Lebensfreude und Wohlstand zu führen. Sie wird alles unterstützen, was geeignet ist, zu einer Besserung der Lage zu führen. Sie weiß, daß Tausende in allen Schichten sie dabei unterstützen werden. Es werden dies nicht die Lautesten sein, sondern die arbeitsamen, anständigen Menschen, diejenigen, die etwas können und ehrlich mithelfen wollen, unser politisches Leben nunmehr besser zu gestalten, gleichgültig, ob sie im Monteuranzug oder im Aerzteman- tel stecken, in einer Beamtenunifonn oder im Bauernkittel. Die demokratische Partei appelliert gerade an diejenigen, die laute Töne nicht mehr hören wollen, die so restlos genug haben von aller marktschreierischen Propaganda, von flammender Begeisterung, von imponierenden Demonstrationen, von aufreizenden Schlagzeilen. Gl. Kommunistische Partei Kriegsgefangene für die Einheit der Arbeiterklasse Das „Neues Deutschland”, erhielt von aus der Gefangenschaft zurückgekehrten Antifaschisten folgenden Brief: „Wir kommen soeben aus Frankreich. Wir bedauern, daß wir zu spät kamen, um an dem Parteitag der Sozialdemokratie der Westzonen in Hannover als Gäste teilnehmen zu können, weil wir so vor einem breiten Forum die Grüße, Wünsche und Forderungen unserer KPD- und SPD-Genos- sen aus allen Zonen, die noch in Gefangenschaft sind, hätten übermitteln können. Immer wieder haben wir in den Kriegsgefangenenlagern Frankreichs zusammengesessen und wurden uns klar darüber, daß es nur eines geben kann, die abermalige Vernichtung demokratischer Grundsätze zu verhindern, die abermalige Zusammenballung reaktionärer Kräfte für kapitalistisch-imperialistische Ziele zunichte zu machen, ein abermaliges Massenmorden und die endgültige Auslöschung Deutschlands im Keime zu ersticken, eines nur, nämlich: die Einheit der deutschen Arbeiterklasse. Es bedurfte nicht erst persönlicher Erlebnisse auf der Heimfahrt, um uns erneut zu vergewissern, wie stark die Kräfte einer grausamen Vergangenheit noch sind. Oder will jemand glauben, daß diese Kräfte geläutert sind, die im Lager 94/An- gouleme, anläßlich einer antifaschistischen Kundgebung, aus Protest unter Führung des deutschen Lagerführers bei Wiederholung dem Redner Schläge androhten, bei der Lagerführung ein Verbot jeder politischen Betätigung erzielten? Jene Kräfte, die mit dem Anlegen von Nazi-Emblemen ihre Verbundenheit mit dem Krieg und den Verbrechen der Nazis dokumentierten, sind die alten geblieben. Nicht nur das, sie wittern bereits wieder Morgenluft! Der folgende Brief spricht für sich selbst. „An Klaus Räume, Gef. No. 1 3910 076 Depot 98/ Mazeray, jetzt Depot 141 / Lyon. Lieber Klaus! Ich bin hier bei einem Kameraden von der Marine. Meine Mutter war einige Tage hier und hat mir Deine Adresse gebracht ... In Welzow sind augenblicklich „schöne” Zustände. Die meisten HJ-, DJ-, BDM-, JM- Führer und Führerinnen sind verhaftet. Dabei sind Wolfgang Grün, Günter Szutin, B. Kamenz usw. . . . Laß den Mut nicht sinken, bleibe der Alte. Wir müssen die Alten bleiben! Dein H. Sch.“ Aus diesen Beispielen haben wir die Lehre gezogen, daß wir Sozialisten Zusammenhalten müssen um die Wiederkehr schrecklicher Tage zu verhindern. Für die Mitglieder der SPD: Egon Feiß, Pößneck. KPD: Otto Pommerening, Malchin. Gewerkschaftsmitglieder: Walter Bollbrin- ker, Berlin. Egon Feiß 6tammt aus Villingen und übersiedelte später nach Pößneck. Nach seiner Entlassung besuchte er seine alte Heimat und sprach auf Versammlungen von SPD und KjPD in Schwenningen und Villingen zur Frage der Einheit der Arbeiterklasse, für deren schnelle Verwirklichung er sich aktiv einsetzte. Dr. F. 50 000 Mark stiftete der Landesausschuß Sachsen des Freien Deutschen Ge- werkschaftsbundes, um Arbeiter-Studenten und unbemittelten Hochschülern durch sofortige Auszahlung von Unterstüt- zungsgeldem den Besuch der neu eröffne- ten Universität Leipzig zu ermöglichen. Im Garten Shakespeares „Was Ihr wollt“ unter Heinz Hilpert im Stadttheater Konstanz Es mußte Sommer werden, bis nun, halb gegen Ende bereits dieses bunten Spieljahres, Shakespeares Garten •ich uns öffnete. Doch Sommer ist die rechte Zeit für den großen „William, Stern der schönsten Höhe“. Manch guter Becher ward iip Stadttheater bis heute uns geboten; wir haben Champagner, wie Rhein- oder Mainwein, Milch der frommen Denkart und wohl auch 'mal — Dünnbier bekommen. Jetzt aber, in dem englischen Garten Shakespeares, überwölbt von schaukelnden alten Wipfeln, umströmt von Wiesen- und Meerluft, atmen wir Welt, treten an den Quell des Lebens selbst und trinken uns Kraft, über alle Trauer zu triumphieren. „Natur, Natur! — nichts so natürlich wie Shakespeares Menschen!“ rief in seiner Rede auf Shakespeare der junge Goethe, und der alte blickte, fünfzig, sechzig Jahre später, nur zu zwei Menschen, die ihn überragend dünkten, noch bewundernd auf: zu Napoleon als dem Manne der Tat und eben zu Shakespeare. „Wie unendlich reich und groß Shakespeare Ist!“ sagt er am Weihnachtstage 1825 zu Eckermann. „Da ist doch kein Motiv des Menschenlebens, das er nicht dargestellt hätte. Shakespeare gibt uns in silbernen j Schalen goldene Aepfel.“ I Schade, daß wir diese silbernen Schalen ! noch in eine — papierene Hülle kleiden ! müssen: die Uebersetzung. Doch die j Engländer selbst können ihren vor nun j 330 Jahren von der Erde abgetretenen j Shakespeare nicht in jedem Worte „mehr j verstehen. „Was Ihr wollt“ gehört glücklicherweise zu den 17 von August Wilhelm von Schlegel persönlich über- j setzten Stücken, und das bedeutet, wie Gundol| in seinem „Shakespeare in deutscher Sprache“ sagt: nicht zu übertref- wohl aber zu verbessern. Kein ge- I wissenhafter Theatermann darf es noch wagen, Shakespeare einfach so zu spielen, wie er etwa im gelben Reclam-Heft- chen, schon mit fortgeerbten Druckfehlern reichlich gespickt, überliefert ist; an Hand des Urtextes gilt es, Vers für Vers durchzugehen, Mißverständnisse Schlegels zu beseitigen, usw. Direktor Heinz Hilpert, seit jeher der treueste Anwalt der Dichter, setzt durch seine Bearbeitung, manchmal nur durch ein einziges leicht zugespitztes Wort, wenn er z. B. den blöden Bleichen- wang ausgerechnet nach „Orgien“ (statt nach Gelagen) verlangen läßt, überall den heiteren Szenen vielerlei fröhliche Lichter auf, wie anderseits die Melodien der Liebe und Enttäuschung bei ihm in aller Schönheit und Melancholie ausschwingen. Einmal glaubt Hilpert, um den Dichter noch tiefer zu deuten, über den Urtext hinausgehen zu sollen: er läßt den Narren statt des lustigen Lie- bescouplets ein tragisches Lied von Bell- man, dem genialen Anakreontiker des schwedischen Spätrokokos, singen und damit die Waagschale des Schmerzes vielleicht zu tief, fast ins Revolutionäre, sich senken. Auch das eigentlich längst und mit Recht der Viola zugeteilte, aus dem Herzen eines als Knabe verkleideten Mädchens geborene Lied „Komm herbei, Tod!“ legt er dem Narren wieder in den Mund, was dann freilich zu dessen regenverhangenem Schlußgesang paßt. Und gewiß: Shakespeare stand, als er „Was Ihr wollt“ schrieb, knapp vor seiner pessimistischen Periode, „Hamlet“ und „Othello“ folgen bald. Im übrigen können und sollen kleine Einwände nicht den tief beglückenden Eindruck dieser wundersam ausgewogenen Inszenierung verwischen, die in wohligwechselndem Rhythmus durch Wirklichkeit und Wunder, Uebermut und Wehmut, lautes Lachen und stumme Liebe zu gerührtem Lächeln unter Tränen leitet. Adriaan de Clercqs Musik, von ihm selbst und seinen sieben Spielern mit minuziöser Diskretion dargeboten, verwebt sehr zart Celli und Violinen zu verhalten andeutender Melodik. Endlich die Menschen auf der Bühne! Welch ein Jahrmarkt des Lebens! Wenn schon nach dem zweiten Bild der Applaus prasselte: Wilfried Seyferths Flachsund Flachkopf Junker Bleichenwang war dran schuld. Ein strahlender Strohschädel, dem Zerplatzen nah, wenn er denken muß, Vollmond aber, wenn er lächelt. „Ich bin der komischste Kerl von der Welt“ sagt er selbst von sich, doch niemals tut er komisch. Man kann die Rolle, etwa im Stil de Kowas, burlesker zeichnen; Seyferth bleibt immer noch in sich geschlossener Mensch, spielt so wenig Posse, daß er für Augenblicke sogar tragisch wirkt („In mich war auch mal eine verliebt“). Seine Albernheit kommt wirklich direkt aus dem Herzen. Höhepunkt der Heiterkeit: wenn er wortlos, in Naturlauten, flucht und vor der eigenen Courage, in der großartigen Parodie des Duells, die fürchterlichste Angst kriegt. Ihm ebenbürtig Siegfried S ch ü - renbergs Malvolio, auch er keine Possenfigur, sondern ganz das lebendige, heute noch überall herumstolzierende Ekel von Anmaßung ohne Leistung, großmäuliger Beschränktheit, — mit verzweifeltem Krampf lächelnd, wenn er sich einbildet, Olivias Liebe damit zu gewinnen. Der dritte der komischen Knaben: Jngolf K u n t z e s Junker Tobias Rülp. Kein halber Falstaff, als dessen schmächtigerer Bruder die Figur meist gespielt wird, aber ein sehr wohlgelaunter Weintrinker und angenehmerweise nicht ganz unkultiviert, mehr Tobias als Rülp. Vortrefflich paßt zu ihm Inge C o n r a d i s Kammermädchen, auch sie nicht die übliche wohlgerundete Maria, vielmehr ein schlanker Wirbelwind mit ansteckender Spottlust. Zwischen den Lustigen und den Liebenden Wolf gang Engels’ sehr liebenswerter Narr, von schwermütiger Weisheit, voll gescheitem Witz, aber hier ganz ohne Schärfe, in weißer Kappe und Seidenjacke kostümiert wie Watteaus „Gilles“, die italienische Komödienfigur (in den erlesenen Kostümen erkennt man Caspar N e h e r s ftilsichere Hand, während man dem ganz sparsamen dekorativen Rahmen die ursprüngliche Bestimmung für eine Freilichtaufführung anmerkt). Die Liebespaare: Hans-Peter Thielen und Helena Longoni, Jöns Andersson und Jane Holm (für die leider erkrankte Lola Müthel). Die beiden jungen Frauen, zusammen betrachtet, sind vielleicht zu wenig unterschiedliche Typen; da möchte man Jane Holms Gräfin Olivia zunächst etwas gezierter, pre- ziöser wünschen und in Helena Longonis Viola durch das Knabenkostüm stärker den Strom tiefen weiblichen Fühlens spüren. Jede für sich gewann aber bald die Herzen, die Viola (obwohl sie auf die naheliegende Lustspielwirkung, in der Stimme den Mann zu markieren, ganz verzichtete) durch ihr feingeschnittenes Profil, durch ihren klugen, manchmal spitzen, doch stets graziösen Witz und durch die rein mimische Vertiefung, die sie wie ihr Partner, ein Herzog von echtem Geblüt und edler Haltung, der schönsten Szene liehen, da die Frau durch halbe Blicke sich fast verrät und der Mann durch ihre Verkleidung hindurch sein wahres Glück staunend ahnt. Das andere Paar besticht durch blühende Jugend, die Olivia als Liebende mit schön gelöstem Gefühl, Andersson (der übrigens Konstanz im Herbst mit Stuttgart vertauschen wird) als Violas Zwillungsbruder von so elastischem Körper wie zartbesaiteter Seele und in allem echt. Sein ehrlicher Seegefährte Antonio sehr kräftig Alfred S ch u 11 z, ein schlichter Schiffshauptmann Hans-Heinrich H S r - len, Jörg Camenzind ein flotter, nur zu junger Fabio und in kleineren Rollen die Herren Miller, Schütz und Lünemann. Der Erfolg konnte nicht stärker sein. Minutenlang blieb das Publikum, das schon in der Pause lange umsonst geklatscht hatte, am Schlüsse sitzen, Wogen vo» Beifall umbrandeten immer von neuem alle Darsteller, bis dankbar umjubelt auch Heinz Hilpert sich zeigte. Es war in Shakespeares Garten ein köstlicher Sommerabend. Dr. Carl Weichardt Gerhart Hauptmanns Beisetzung Die sterblichen Ueberreste des Dichters sind, nach den Worten seines Sohnes, in die Kutte eines Franziskanermönches, die Hauptmann vor 40 Jahren von einem italienischen Kloster zum Geschenk erhielt, eingehüllt worden. Der Sarg aus Fichtenholz wird, da es die besonderen Umstände in Agnetendorf nicht anders erlauben, in einem Kloster in Hiddensee beigesetzt. Im Festsaal des Hamburger Rathauses fand eine Gedenkfeier der Hansestadt zu Ehren des Dichters statt. Der regierende Bürgermeister Petersen teilte mit, daß ein Platz im Herzen Hamburgs, der Pferdemarkt, von nun an Gerhart-Hauptmann- Platz heiße. Die Gedächtnisrede hielt der in Hamburg ansässige Dichter Frank Thieß. In einigen Worten des persönlichen Gedenkens an seinen Vater teilte Ivo Hauptmann mit, daß außer den Rundfunkmeldungen und dem Bericht eines persönlichen Freundes noch keinerlei offiziell* Nachrichten über den Tod des Vaters an ihn gelangt seien. Der greise Dichter habe noch bis hinein in die letzten Wochen vor dem Tode auffallend viel und intensiv gearbeitet Durch drei aufeinanderfolgende Lungenentzündungen sei er aber sehr plötzlich auf das Totenbett geworfen worden. In den letzten Stunden habe der Dichter zu dem Befehl zu seiner Evakuierung erschüttert erklärt: „Ich werde wortbrüchig an meiner Heimat, falls ich Schlesien verlasse.** Dienstag. 16. JuU 1946 SDDKURIB1 Nr. »1 / Seite 3 Arbeiter gesucht! In die dunstige, unruhige Atmosphäre des Wartesaales klingt die energische Stimme eines Schutzmannes: „Ausweispapiere und Arbeitspässe bereithalten, bitte!" Der Reisende murmelt einen Fluch, und legt Registrierschein und Arbeitspaß neben den Suppenteller, und schon steht ein Angestellter des Arbeitsamtes neben ihm, greift nach den Papieren, sieht nach der ordnungsgemäßen Bestätigung des Arbeitsamtes, fragt, warum und wieso der Mann nicht im Dienst, sondern auf Reisen ist, und je nachdem bekommt der Gast seinen Paß wieder, wird Name, Adresse und Firma notiert, der Arbeitspaß eingezogen oder der Mann sofort zum Arbeitsamt mitgenommen. An den Ein- und Ausgängen der gleich zu Beginn der Aktion abgesperrten Wartesäle des Kölner Hauptbahnhofes drängen sich bald diejenigen, die wirklich dringend zum Zug müssen oder aber aus irgendwelchen Gründen ein schlechtes Gewissen haben. Keiner verlädt jedoch unkontrolliert das Lokal. Auf hartnäckige Ignoranten wartet schon der Lastwagen vor der Tür, und eine halbe Stunde später sehen sie sich — soweit sie nicht der Kriminalpolizei zum Opfer fielen — dem Vertrauensarzt des Arbeitsamtes gegenüber, der sie auf ihre Tauglichkeit bei Wiederaufbauarbeiten untersucht. Gleich im Anschluß daran bekommen sie eine Arbeitsverpflichtung in die Hand gedrückt, und falls sie dieser nicht schon am folgenden Tage nachkommen . . . Irgendwie muß man ja schließlich den Schwarzhändlern und Arbeitsbummelanten zu Leibe rücken . . . (Kölnische Rundschau) Köln. Wegen Arbeitsvertragsbruch Wurde der 20jährige Willi Berner mit einem Monat Gefängnis bestraft. Die Entschuldigung, keine Arbeitskleidung zu besitzen, wurde nicht anerkannt. Oberndorf. Da der Aufforderung des Arbeitsamtes zum Arbeitseinsatz für öffentliche Zwecke vereinzelt nicht Folge geleistet wurde, mußten einige Arbeitsverweigerer in Haft genommen werden. Bei sämtlichen Bauunternehmungen in Saarbrücken kann man, wenn man irgend eine Reparatur a'usführen lassen will, stets die Antwort erhalten: „Leider haben wir keine Arbeitskräfte, das Arbeitsamt weist uns keine zu!" Richtig — Das Arbeitsamt ist nicht imstande dazu, weil keine Arbeitskräfte vorhanden sind ! !! Und doch sind welche vorhanden. Man gehe einmal quer durch die Stadt und betrachte sich sämtliche Geschäfte, ganz gleich ob Restaurants, Gemüse-, Kolo- ‘ nialwaren-, Schreibwaren- oder Tabakgeschäfte. Hinzu kommen noch Kartoffel-, Gemüse- und andere Großhandlungen. In jedem von diesen Betrieben stecken Arbeitskräfte ohne Betätigung. T .n den Restaurants findet man ganze Tische belegt mit KarteriSpielern. Da findet man bündelweise das Geld aufgehäuft vor ihnen, wie in besten Tagen der Vorkriegszeit in Monte-Carlo. Yon Umsatz- und Getränkesteuer ist nicht die Rede, denn die wenigste Zeit ist Bier und andere Getränke vorhanden. Was für Gemüse wird verkauft, oder was in einem Restaurant verzapft? „Kappes", oder wie der Saarbrücker sagt „kalter Kaffee". Die Milch- und Buttergeschäfte haben aufgrund der Zuteilungen soviel zu tun, daß die Inhaber ruhig mithelfen können, das heißt, wenn gerade keine Tauschgeschäfte vorgenommen werden. Obwohl heute in manchen Betrieben die Einnahmen kaum reichen, um die Miete zu zahlen, wird keiner sich freiwillig melden, üm am Wiederaufbau tätig zu sein! Denn durch den Kuhhandel, den sie treiben, geht es ihnen ja nicht schlecht, sie werden noch dick und fett dabei. Dabei besitzen sie ihre gute Wohnung noch, wogegen Arbeiter, die täglich im Einsatz stehen, in Kellern, Waschküchen usw. wohnen müssen. (Neue Saarbrücker Zeitung) Zwangsarbeit - Ein Arbeiter wünscht das Wort — Eine Frau fragt Das Gesetz zur Dienstverpflichtung war ein typisches Nazigesetz. Ich selbst war mehrere Jahre dienstverpflichtet und von meiner Familie getrennt. Ausbeutung durch die Unternehmer, Massenspeisung und Massenquartier waren das Los des Arbeiters, der von diesem Gesetz betroffen wurde. Jede persönliche Initiative, jeder Versuch eines beruflichen Fortkommens waren unmöglich, mit einem Wort, ein Sklave. Wie haben meine Leidensgenossen und ich selbst aufgeatmet beim Zusammenbruch, wie haben wir unseren Herzen Luft gemacht in der Hoffnung, daß dieses Zuehthäuslerge- i setz nun endgültig erledigt sei. Wie ein ! Hammerschlag traf mich die Kunde, daß dieses Gesetz aus dem Chaos Auferstehung feiert, es wird lustig weiter dienstverpflichtet. Handwerker, Holzmacfaer, Landarbeiter werden am laufenden Band versklavt (Verzeihung dienstverpflichtet). Betrachtet man die Auswirkung eines solchen Gesetzes, so muß sich jeder fragen, wozu denn Gewerkschaften, wenn die Unternehmer nach wie vor die Möglichkeit haben, unbequeme Leute mit Hilfe dieses Gesetzes zu erledigen. Wozu all das Freiheitsgeschrei, wenn, heute ein Handwerker den lange ersehnten Berufswechsel vornehmen will, und der schadenfrohe Unternehmer sagt ihm mit siegesgewissem Lächeln ins Gesicht: „Wenn Sie gehen wollen, lasse ich Sie dienstverpflichten?" Wozu denn über die verfluchten Nazi wettern, wenn man ihre Gesetze für gut findet und weiterhin zur Anwendung bringt? Nazigesetze sind von Nazis und für Nazis. Wir Antifaschisten fordern für un« demokratische Gesetze, Freiheit und Menschenwürde. Wie will man die faschistische Idee ausrotten, wenn man faschistische Gesetze und Grundsätze weiterhin zur Anwendung bringt? Georg Huckler * Kann nicht vermieden werden, daß unsere deutschen Arbeitsämter zu modernen Sklavenmärkten werden, wie wir es von 1933 bis 1945 erlebten? Betrat man ein solches Gebäude, so waren schon die Vorräume nicht stimmungsvoll, aber wirkungsvoll mit „Strafverordnungen" dekoriert. Der Ton war alles andere als wohlwollend oder beratend, der dort herrschte! Saß man wartend im Vorraum, so konnte man aus den verschiedenen Bureauräumen hören: „Sie müssen! Wenn Sie dies oder das nicht machen, werden Sie bestraft!" Zwang und Machtmittel sind nicht am Platze. Will man die Arbeitsämter beibehalten, dann nur zum Dienst am Volke, nicht zur Ausübung von Machtbefugnissen, die leicht in Gewalt ausarten. Frau Schnekenburger, Biesingen Ein Wirtschaftsfachmann stellt fest Der Arbeits-Verwaltung ist bekannt (sie veröffentlicht es sogar oft), daß übergenug- Arbeitskräfte beschäftigungslos oder mit Scheinbeschäftigung im und vom Lande leben. Ihr ist bekannt, daß die Betriebe und Verwaltungen ihres Bezirks Arbeitskräfte in Erwartung von Aufträgen hamstern, daß sie (wie die Arbeiter selbst) mit Hilfe des überreichen Hitlergeldes ohne wirkliche neue Leistung durchkommen können. Ihr ist bekannt, daß die Landwirtschaft ihres Bezirks die heutigen Möglichkeiten zur Versorgung der Bevölkerung aus Mangel an Arbeitskräften nicht ausnützen kann. Trotzdem entzieht sie der Landwirtschaft 20% der männlichen Arbeitskräfte. Wie völlig unnötig das ist, zeigt der Wortlaut der „Pflichtarbeitskarte": „Es ist den aufgerufenen Dienstpflichtigen gestattet, diesen 30 tägigen Arbeitseinsatz durch einen Nachbarn oder sonstige Arbeitskraft abdingen zu lassen!" Die Aufgabe der Arbeitsverwaltung zur Lenkung des Arbeitseinsatzes wird also auf den Landwirt abgewälzt! Man weiß, daß andere Arbeitskräfte vorhanden sind, ist aber nicht gewillt oder nicht fähig, sie heranzuholen (wa« ja auch beim allgemeinen Festklammern am alten Geld etwas schwierig ist). Man überläßt das dem Bauern. Einen Ersatzmann stellen — das war in der Zeit der Grundherrschaft üblich. Es erinnert uns allzusehr an Frondienst; es fehlt nur noch, daß der Freikauf angeboten wird, wie seinerzeit von der anderen Dienstpflicht, der mit der Waffe. Daß der Ersatzmann — wenn der Bauer überhaupt Interesse hat, nicht einfach seinen Betrieb einzuschränken — nur durch Lebensmittel, also auf Kosten der Ablieferung zu gewinnen ist, müßte sogar jeder Beamte wissen. Dabei ist es leicht möglich, sofort den geforderten Holzeinschlag (über dessen Berechtigung nichts gesagt werden kann) zu erfüllen und zugleich den Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft zu steigern, statt ihn leichtfertig herabzusetzen. Sehönwandt Leichtes - schweres Leben Am Stadtrand von Berlin (wo sollte das sonst sein?) hält jemand drei Hühner. Sein Beruf: für diese drei Hühner zu sorgen. Eine Lebensaufgabe — nicht wahr? Jeden Tag — zu manchen Zeiten nur alle paar Tage — erntet er ein Ei. Dieses eine Ei tauscht er gegen zwei Zigaretten. Sauberes Geschäft. Die Zigaretten sind unter Brüdern 4.50 Mark wert, pro Stüde. Das ist billig. Normal kosten sie 8 — 10 Mark. Man kommt ganz gut ohne sie aus. Aber wer sie unbedingt haben muß, der soll sie eben haben. Warum auch nicht? Rauchen ist Luxus — so oder so. Drei Hühner ernähren einen Mann. Die Lebensmittelrationen auf Karte V kosten monatlich 10.61 Mark. Einmal im Jahr gibt es einen Festbraten, ein Huhn, und im Strumpf sammeln sich die Ersparnisse. Einkommen : 0, Steuern: 0. Es soll freilich noch einfacher gehen, zu den bewußten 10.61 Mark zu kommen. Es soll eine Möglichkeit geben, sein Geld im Schlaf zu verdienen . . . Ein Straßenbahnschaffner verdient im Monat 128 Mark. Die Karte für einen grossen Boxkampf kostet 50 Mark, ein Glas Whisky 25 Mark und eine Vorspeise ebensoviel. Ein Eierkuchen (ohne Eier) dasselbe, ein Fleischgericht das Doppelte. Draußen steht jemand, der von der neuen Freiheit zum Betteln Gebrauch macht. „Warum betteln Sie, Mensch? Das, was Sie auf ihre Karte kaufen können, ist doch s o leicht zu verdienen." H. F. * „In den nächsten Jahren wird es in Deutschland keine empfindlichere Mangelware geben, als menschliche Arbeit. Es wird nicht so darauf ankommen, wieviel Maschinen da sind, sondern wieviele Menschen, um sie zu bedienen. Das Ernährungsproblem spielt dabei nicht die Rolle, die man ihm heute zumißt." Alles hängt davon ab, ob in unserem Volke die bequeme Verzweiflungstimmung Platz greifen kann oder ob es sich zusammenrafft und an die Werkbänke sich stellt, an die, die noch da sind. Unsere Vorväter haben mit noch weniger begonnen." Staatsrat Professor Dr. Karl Schmid auf einer Landratstagung im Saulgau. - oder Zwang zur Arbeit? AUF DER ININSEL Roman von Olaf Henriksson 6. Fortsetzung Copyright 1943 by Europa Varlag A. G. Zürich „Ist wirklich alles in Ordnung, so wie ich es wollte?" fragte sich Herr Tom nochmals, und er überdachte seinen Weg, den Wqg, den er nun seit über einem Jahr unter vielen Mühsalen und Widerwärtigkeiten ging. Warum lebte er, der reiche Mann, der sidi sein Vermögen hart erkämpft und erarbeitet hatte, nicht einfach auf seiner friedlichen, blühenden Insel und ließ die Welt da draus- sen sich zerfleischen, sieh zerstören, ließ sie zergehen in ihrem selbstgewollten Elend, in Stöhnen und Jammern, in Hunger, Brand und Rauch und Entsetzen? Warum kümmerte ihn dies? Warum versuchte er, der einzelne Mensch, sich dagegen zu stemmen? Warum hatte er dies alles begonnen, diese Hilfe für die Kinder? Aber wenn diese Frage kam, dann wandte er sich jedesmal hinweg von dem Fenster, von dem aus die Welt wie ein unberührtes Eden vor ihm lag, und dann stellte er sich vor die vierte Wand des Raumes. Da hing das Bild eines kleinen Mädchens. Es war seine Tochter, die er aus dem Schiffbruch einer Ehe gerettet hatte, und sie war im Alter von acht Jahren schwer erkrankt und schnell hinweggerafft worden. Dann wußte Herr Tom es immer wieder, warum er den Weg beschritten hatte. Er mußte nur che Augen schließen, dann 6ah er es wieder, das andere Kind, das seiner Tochter so sehr geglichen hatte, wie man es heraustrug aus dem zusammengestürzten Gebäude eines Heimes, in das die Bombe geschlagen hatte. Er sah es, wie es dalag, mit friedlich schlafendem Gesicht, mitten unter anderen toten Kindern. Damals hatte er plötzlich gewußt, was er tun mußte. Es war keine Bekehrung und kein Wunder gewesen. Er hatte es nur auf einmal gewußt daß es ihm aufgegeben war, und daß er nicht zu fragen brauchte, ob es einen Sinn habe, ob es Gott wohlgefällig sei oder den Menschen, ob es schwierig sein werde oder leicht, ob sein Tim scheitern werde oder nicht. Und so war er denn ein ganzes Jahr lang Schritt für Schritt gegangen, von Hauptstadt zu Hauptstadt gereist, wo es nur möglich war, hatte die Staatsmänner seines eigenen Landes, des noch im Frieden lebenden Landes Agapaja, gewonnen und dann auch die von ein paar anderen, die miteinander im Kriege lagen. Er hatte Geld gespendet und um Geld geworben, er hatte viel freudige Zustimmung und Hilfe bei den Kirchen, bei religiösen und humanitären Vereinigungen gefunden, er war auf ebensoviel Bedenklichkeiten und auf viel Trägheit und Unverstand gestoßen, aber es war doch langsam vorwärts gegangen. Er hatte als tüchtiger Kaufmann alles angeordnet, befohlen und geregelt. Einige tausend Kinder aus fünf verschiedenen Ländern waren nun auf die Insel gekommen, streng getrennt nach fünf Lagern. Denn trotz all seinen Vorstellungen und Beschwörungen war es ihm nicht gelungen, diese Trennung der Kinder nach Nationen zu verhindern. Viele von den Kindern waren gering ernährt gewesen, viele schlecht gekleidet, manche fast zerlumpt. Das war ja nun alles in Ordnung. Und doch! Warum kam diese Frage immer wieder? Er kannte doch die Menschen. Hatte er wirklich geglaubt hier ein friedliches Para'dies zu schaffen? Für einige zufällig Ausgelesene und Glückliche? Und hatte er geglaubt, diese wenigen würden sich glücklich wähnen? Wir haben auf dieser Seite zu dem Problem der freiwilligen" Arbeitslosigkeit und der Dienstverpflichtungen vorzugsweise die Tatsachen sprechen lassen durch Meldungen und durch Leserzuschriften, die in dem unmittelbaren Ausdruck des Betroffenen die wirtschaftliche und besonders auch die politische Tragweite dieser Frage zeigen. Bei diesem Problem handelt es sich um nicht mehr und nicht weniger als um die Art, wie man alle schaffenden Menschen — den einzigen, aber auch wertvollsten Besitz unseres zerstörten und zerrissenen Vaterlandes — zur produktiven Arbeitsleistung für den Wiederaufbau führen kann. Eine Frage, die nicht nur uns Deutsche berührt, sondern von deren Lösung es in hohem Maße abhängen wird, ob auf weite Sicht der Friede den Alliierten nicht nur keine Wiedergutmachung bringt, sondern den Steuerzahler in den Siegerländern belastet. Die kausale Therapie ist nicht in unsere Hände gegeben, wenn wir auch die Heilmittel kennen. Wir können nur hoffen, daß die baldige Herstellung der wirtschaftlichen Einheit Deutschlands, mit der sich in Paris nun die Außenminister der vier Großmächte einverstanden erklärt haben, sobald als möglich vollzogen wird und daß über das Problem der Reichsschuld und damit über die Währung die Entscheidung des Kontrollrates fällt. Die Einzelheiten dieser Regelung sind dabei unseres Erachtens weniger wichtig als die durch die entsprechende Verfügung eintretende Klärung und Stabilisierung. Wir sind sicher, daß bei einer Lösung dieser beiden Fragen und bei der Zufuhr der Rohstoffmengen, die die Wirtschaft zu ihrer Ingangsetzung unerläßlich braucht, auch der Teil des Volkes zurückfinden wird, der jetzt Wege geht, die es notwendig machen, von einem Zwang zur Arbeit zu sprechen. Bis dahin — und das liegt innerhalb des Machtbereiches der deutschen Dienststellen, die dafür verantwortlich sind, den richtigen Mann an die richtige Stelle zu setzen — ist ein streng individuelles Vorgehen aus politischen und aus arbeitspsychologischen Gründen von größter Bedeutung. Wir begrüßen deshalb die im Wirtschaftsteil unse- Da gab es Zwistigkeiten wie überall in der Welt, innerhalb der Lager, zwischen den Erwachsenen, persönliche, religiöse, weltanschauliche, politische sogar. Es schien ihm oft, als ginge ein Riß mitten durch alle Menschengemeinschaften hindurch, durch alle Städte, Staaten, Länder, Nationen. Er mußte oft schlichten, und es gelang ihm meist. Da gab es Diebereien unter den Kindern, Gier und Neid und Streit. War es zu verwundern, wenn Mangel und Entbehrung sie zu kleinen Halbwilden gemacht hatten, mit dem Instinkt fast des Tieres für die Notwendigkeiten der baren Lebensfristung? Das mußte doch sich wieder sänftigen und bändigen lassen, durch die Befreiung von nächster Sorge, ein den Kindern von je zugestandenes Vorrecht. Ab er es gab noch anderes, und das bedrückte Herrn Tom stärker. Es kam vor, daß an Gewächsen, an Blumen des Gartens, des Parks sinnlose, gemeine Verwüstungen angerichtet wurden, nicht nur Schaden durch Unachtsamkeit, durdi wildes Spiel. Er hatte um das Grab seiner Tochter, um den unbehauenen, einfachen Marmorblock in einer hochgelegenen Ecke seines Parks Rosen angepflanzt, alle Arten und Sorten von Rosen, und jeden Stock fast hatte er selbst gekauft und mit eigener Hand gepflanzt und gepflegt. Diese Rosenstämme lagen eines Morgen« alle abgeschnitten und geknickt am Boden, mitten in ihrer schönsten und duftendsten Blüte. An diesem Tag war ein grausendes Entsetzen in ihm aufgestiegen, als er die Rosenstämme so liegen sah, rings um den Grab, stein herum, und es war ihm gewesen, als höre er seine kleine Tochter weinen. Er konnte alles begreifen, allen Neid, allen Hader und alle Zwietracht der Menschen, aber dies verstand er nicht mehr. Damals war der erste Zweifel in ihm aufgestiegen an seinem ganzen wohltätigen Werk und Gehaben. Man hatte versucht den Schuldigen zu finden: aber es war nicht gelungen. Nur daß es einer der Knaben des Heimes gewesen rer heutigen Nummer wiedergegebene Verfügung des badischen Arbeitsministeriums zur Linderung der Notlage der Opfer des Nationalsozialismus und des Krieges durch bevorzugte Einstellung, und wir hoffen, daß weitere zeitgemäße Anordnungen, insbesondere auch zur sinnvollen Eingliederung der Kriegsgefangenen und der Ostflüchtlinge, folgen werden. Und was das Verhältnis der Dienststellen zu den ihnen anvertrauten Arbeitskräften — wie gesagt, dem kostbarsten Besitz unseres Volkes — angeht, so macht hier der Ton die Musik. Das gilt wohlgemerkt für beide Seiten. Es ist einerseits wesentlich, woher sich das Verfügungsrecht über die Lebensgestaltung des Einzelnen ableitet und in welcher Form notwendige Maßnahmen angekündigt und durchgeführt werden. Der arbeitende Mensch erwartet mit Recht, daß einzelne Beamte, deren Ton und Vorgehen noch Erinnerungen an Sauckelsche Methoden auslösen sollten, schleunigst ersetzt werden. Die Allgemeinheit andererseits kann und muß von ihren Gliedern erwarten, daß sie erkennen, daß die gemeinsame Not nur durch gemeinsame Anstrengung überwunden werden kann und daß eine freiwillige Mitarbeit an der jeweils in Betracht kommenden Stelle unerläßlich ist. An den Begriff der Freiheit müssen wir uns erst gewöhnen. Er ist in keinem Fall identisch mit dem der Zügellosigkeit und der Willkür des Einzelnen. Die Bindungen der Freiheit sind stärker als die des Polizeistaates, weil es Bindungen sind, die jeder vor sich selbst zu verantworten hat und nicht nur vor dem unpersönlichen Gesetz. Auch im Staat der Freien gibt es Zwang, den Zwang der von der Allgemeinheit erkannten Notwendigkeit. Dieser Zwang setzt aber voraus, daß die Arbeitnehmer tatsächlich in ihrer Gesamtheit durch ihre Parteien und die Gewerkschaften entscheidenden Anteil haben am demokratischen Aufbau der Wirtschaftskör- j perschaften und der Dienststellen, die über i den Menschen und seine Lebensgestaltung verfügen. Dr. R. W. I war, hatte man aus den Fußspuren noch erkannt. Diese aber waren aber doch zu undeutlich und verwischt gewesen, als daß man ein bestimmtes Kind hätte feststellen können. Und oft mußte Herr Tom von da an forschend mit seinen Blicken umherwandern, unter all den Jungen, und denken: „Einer von diesen hat es also getan, und nun spielt und lebt er mitten unter uns, als sei nichts geschehen. Warum hat er das getan? Warum mußte er das tun?" Die Sonne flutete herein in den Arbeitsraum Herrn Toms. Der schmächtige Mann ließ sich vor seinem gewaltigen Schreibtisch nieder und stützte den Kopf in seine Hand. Da lag der Berg von Akten und Briefen, den es wieder zu bewältigen galt. Er wußte es ja alles schon, was da kam. Bewundernde Schreiben über ihn, den tatkräftigen Wohltäter, über die paradiesische Frieden6insel, dieses Glqcksland der Kinder, dann die amtlichen Schreiben, die immer wie Stacheldrahtzäune auf ihn wirkten. Denn fast immer enthielten sie neue Vorschriften, immer enger werdende, schnürende Vorschriften, Befehle, Bedenken, Vorurteile. Dann waren da die Berichte aus den Lagern, über ihre materiellen Bedürfnisse, über äußere Anordnungen und Verwaltungsdinge, die er zu regeln hatte. Dann gab es wieder wohlgemeinte Ratschläge darunter, aus vielen Ländern, erzieherische, humanitäre, religiöse, oft schöne Gedanken. Aber damit konnte oder vielmehr durfte er ja nicht viel anfangen. Denn Erziehung und Schule lagen plangemäß in den Händen der einzelnen Lagerleitungen, wie sie das Heimatland bestimmt und mitgesandt hatte. Und im ganzen wußte Herr Tom, daß aus dem Stoß da vor ihm nur wenig Hilfe aufwachsen werde, daß es vielmehr immer schwerer und schwieriger würde, sein Werk fortzusetzen. Schon waren einige der Asyle durch neue Kriegsereignisse von ihrem Heimatland abgeschnitten, andere konnten mühsam nur und mit Unterbrüchen die Verbin- Ketzerisdies ... Heiß brennt die Sonne über den blühenden Kaktushecken Andalusiens. Der deutsche Verwalter eines der Riesengüter, dessen Besitzer es vorzieht, sein Geld in Paris, Monte Carlo und Biarritz zu verleben, feiert Geburtstag. Einer der Nachbarn spricht schöne Worte über die erstaunlichen Leistungen de« deutschen Landwirts, aber, meint er dann zum Schluß, nachmachen wolle er das doch nicht, denn mit den geringeren Erträgen ließe es sich doch eigentlich viel schöner leben . . . Wir lebten, um zu arbeiten bis wir nun — wirklich wohl arbeiten müssen, um zu leben. * Zu den großen amerikanischen Schulen gehört ein Parkplatz, denn nicht nur die Söhne von Millionären kommen in einem Land, wo jeder vierte bereits einen Wagen hat, im Auto zur Schule, wo die Arbeitslosen, weil sie die Bahn nicht zahlen können, im eigenen Wagen und mit zusammengebettelten Benzin von Ort zu Ort arbeitssuchend fahren und wo die Millionärssöhna trotz Auto — kein Taschengeld erhalten, sondern des Nachmittags auf der Straße — Zeitungen verkaufen. Job ist job. Man könnte meinen, sie sollten das jenen überlassen, die es nötiger haben. Auf den Ger danken kommt man dort nicht, früh übt sich ... Industrie, Handel und Presse stellen nur Leute ein, die sich an der rauhen Wirklichkeit des Lebens schon etwas die Ornamente abgestoßen haben und nicht wie wir auf Fachausbildung und Examen pochend, aus der zufälligen Tatsache eines einst begonnenen Berufes — z. B. den des Künstlers oder Kaufmanns — das Recht ableiten, entweder in diesem beschäftigt zu werden oder aber — Unterstützung zu beziehen, wenn auch noch so viele andere Posten frei sind, z. B. die des Kellners, beliebtester job des amerikanischen Studenten, die fast alle nebenbei ihr Geld verdienen, ob sie’s nötig haben, oder nicht. * Ein deutscher Betriebsingenieur, der sich vom Werkzeugschlosser auf diesen Posten emporgearbeitet hatte, sagte mir, seither habe eT den weißen Kragen nicht mehr abgelegt. Ein wohlerworbenes Recht? Einen weißen Kragen kann man waschen, eine Haltung nicht . . . * Das allgemeine Vokabularium ist noch nicht denazifiziert worden. „Arbeitsscheue . . * Saboteure ... Drückeberger... parasitäre Volksschädlinge. .. wer nicht arbeitet, soll aqch nicht essen .. . öffentlich brandmarken ..." — Diese Blutenlese stammt nicht | aus der Nazizeit, sondern aus einem Aufruf des AFDG in Regensburg. Es ist ein Aufruf gegen Arbeitsunlust und Schwarzhandel, also ein Appell am rechten Ort. Aber nicht im rechten Ton ... (Schwäbische Landeszeitung, Augsburg) Aus zeitungsloser Zeit 10. Juli 45: Mehr als hundert bekannte deutsche Industrielle, Bankiers und Wirtschaftler in Bayern verhaftet. 11. Juli: Amerikanische Luftwaffe beherrscht den Luftraum über Tokio. 12. Juli: Aegypten fordert Zurückziehung der britischen Truppen. 13. Juli: Massenevakuierung von Deutschen aus Niederschlesien und aus dem Sudetenland. — Oberstes alliiertes Hauptquartier in Paris aufgelöst. — Kardinalerzbischof Bertram von Breslau, 86 Jahre alt, gestorben. 14. Juli: Wiederaufnahme des Postverkehrs in der britischen Zone. — Ehemaliger Staatsminister für Böhmen und Mähren, Dr. Frank, an die Tschechoslowakei ausgeliefert.,— Erster Nationalfeiertag in Paris seit der Befreiung. — Bildung von Gewerkschaften in der USA-Zone. 15. Juli: Bildung einer amerikanischen Militärregierung unter dem Kommando General Eisenhowers in Deutschland. — General König zum Delegierten bei der interalliierten Kommission in Berlin ernannt. — Anhaltendes Flottenbombardement der japanischen Küste. — Italienische Kriegserklärung an Japan. 16. Juli: König Leopold verweigert Abdankung. - Churchill und Truman zur Potsdamer Besprechung in Berlin eingetroffen. düng aufrecht erhalten. Mit neuen Kindertransporten war kaum zu rechnen, nur dann und wann mit dem Austausch von Kindern und erzieherischen Kräften. Und was war denn endlich dieses ganze Werk? Einigen Tausenden wurde für kurze Zeit geholfen, und / Millionen verkamen im Grauen und Elend eines sterbenden Erdteils. Lohnte das die unendliche Mühe? Herr Tom vergrub den Kopf in beide Hände. Auf einmal aber vernahm er, noch leise und gedämpft, von den unteren Räumen her das erwachende Leben, Lachen, trippelnde Schritte und einen fröhlichen Aufschrei. Da straffte sich der kleine, schmale Mann plötzlich zusammen. Er drückte auf die Klingel, nahm den ersten Stoß Akten vor sich, und als seine Sekretärin eintrat, begann er rasch und fest, ohne jedes Stocken zu diktieren. Akt für Akt, Brief für Brief wurden in schneller Folge, in verschiedenen Sprachen erledigt, während von unten das Lärmen der kindlichen Stimmen anschwoll, danD wieder für Zeiten verebbte, dann sich zum Garten verzog und durch die offenen Fenster hereintönte. Und niemand hätte jetzt in dem wachen Herrn Tom, mit seinen hellen, scharfen Augen den versunkenen Mann vom frühen Morgen wiedererkannt. Und nur von Zeit zu Zeit hielt Herr Tom für einige Sekunden inne und schien zu lauschen. Drei Stunden später war der Papierberg auf dem Schreibtisch abgetragen, und Herr Tom entließ die Sekretärin mit freundlichem Dank. Dann stieg er die breiten Steintreppen seines Hauses hinab und betrat den Teil, der für die kleinsten Kinder eingerichtet war. Von dort führte eine Türe zu einem von einer niedrigen Mauer eingefaßten Gartenstück. Auf diese Mauer setzte sich Herr Tom und gleich darauf war er umringt von einer Schar sieh drängender und stoßender kleiner luncren und Mädel. Und ein jedes durfte auc einer Tüte sich eine Süßigkeit herausfischen. (Fortsetzung folgt) ! i Seite < 7 1fr. M SÜDKUKIE1 Dienstag, 16. JuD 194* m I iw-\ tKi m fi 0 ijffl': STÜ! I'ü t & Erziehung zur Preismoral Preisüberwachung eine sociale Notwendigkeit Da« Problem des volkswirtschaftlich gerechten Preises beschäftigt schon lange Wirtschaftswissenschaft wie Wirtschaftspolitik. Wir wissen, daß der Preis einerseits von den Produktionskosten und dem Gewinnstreben der Produzenten beeinflußt wird, andererseits von der Dringlichkeit der Nachfrage seitens der Konsumenten. Wa« aber für die frühkapitalistische Wirtschaft noch Gültigkeit hatte, trifft nicht mehr für die Spätform des Kapitalismus zu, die mehr und mehr in die eines strengen oder gemäßigten Wirtschaftsozialismus übergeht. Entscheidend ist für diese Entwicklung — abgesehen von politischen oder ideologischen Momenten — die immer stärker werdende langfristige Bindung des Kapitals an Anlagewerte, deren Veräußerung nicht so leicht ist, wenn 6ich die Kapitalsanlage infolge konjunktureller oder auch struktureller Aende- rungen als nicht mehr rentabel genug erweist. Da6 Streben nach festen Marictver- hältnissen beherrscht daher die letzte Phase unserer modernen Verkehrswirtschaft mehr und mehr. Waren es erst vertragliche Abreden der Produzenten in Form von Kartellen oder der Konsumenten in Form von Konsumvereinigungen, so greift auch 6eit den letzten anderthalb Jahrzehnten der Staat selbst regelnd in das Preisgefüge ein. Die Einrichtung eines 6og. Preiskommissariats, die bereits vor 1933 bestand, ist uns allen heute zu einem bekannten Begriff geworden und auch andere hochindustrialisierte Länder haben sie unter dem Zwang der Kriegsereignisse kennengelernt. Sie wird zumindest so lange noch bleiben müssen, als die Produktion hinter dem Bedarf zurückbleibt. Mancher hatte wohl geglaubt, daß mit Beendigung der Kriegshandlungen alle Preisbestimmungen, vor allem der Preisstop fallen würden. Wenn auch der Preiskommissar al6 zentrale Instanz zur Zeit nicht mehr besteht, so haben Preisüberwachung und Preisbildung die einzelnen Länderregierungen übernommen. Würden wir heute das freie Spiel von Angebot und Nachfrage sich ohne Beeinflussung auswir- ken lassen, wäre eine ständige Preissteigerung die Folge, die in absehbarer Zeit zu einer Inflation führen würde, wenngleich dieser Begriff noch andere Merkmale umschließt. Die Preisüberwachung muß also noch weiterhin, und zwar in einschneidender Form bestehen, allein schon aus sozialen Gesichtspunkten heraus, denn bei einer generellen Preissteigerung sind die Bezieher geringer Einkommen immer die Leidtragenden. Die Wirtschaft kann nicht durch überhöhte Preise gesunden. Ihr Wiederaufblühen hängt von ihrer inneren Leistungsfähigkeit ab, d. h. von der Fähigkeit, mit gegebenen Mitteln am besten und billigsten zu wirtschaften. — Andererseits arbeiten heute die Werke mit erhöhten Unkosten, teils durch geringe Ausnutzung ihrer Kapazität, teils durch erhöhte Kosten der Rohstoffbeschaffung und des Transportes. Vor allem wirkt die geringe Kapazitätsausnutzung ungünstig auf di« Preisgestaltung, denn die sogenannten fix», d. h. vem Beschäftigungsgrad unabhängigen Kosten (wie Abschreibungen, Zinsen, Kapitalsteuem, bestimmte Gehälter u. s.w-), die also anfallen, gleichgültig ob viel oder wenig oder vielleicht gar nicht produziert wird, verteuern die Produkte umso mehr, je weniger erzeugt wird. Ec gibt eine bestimmte Produktionsuntergrenze, unter die eine Erzeugung nicht fallen darf, wenn die Selbstkosten pro Einheit nicht erheblich über das geplante Höchstmaß hinaussteigen sollen. In dieser Lage befinden 6ich heute viele, beinahe die meisten Unternehmen. Unter diesen Umständen die von der Preisbehörde vorgeschriebenen Kalkulationshöchstsätze einzuhalten, ist oft unmöglich. Die Zulässigkeit von Ausnahmeanträgen muß seitens der Preisbehörde geprüft werden. Das kann aber immer nur unter Wahrung der allgemeinen volkswirtschaftlichen Interessen erfolgen, da jede generelle Preiserhöhung sich ähnlich einer Wellenbewegung über viele Wirtschaftsstufen hin auswirkt. Alle Ausnahmen müssen also unter der Wahrung der Forderung nach sozialer Gerechtigkeit erfolgen. Auf der anderen Seite versuchen heute oft Erzeuger die Konjunktur, d. h. den durch den Krieg bedingten Warenhunger und das allgemeine Streben nach Sachwerten auszunutzen und bei neuen Artikeln, für die noch keine Preisbindungen oder Stoppreise vorliegen, überhöhte Preisforderungen zu,«teilen, die einer genauen Kalkulation nicht standhalten- Auch eine scharfe Besteuerung, wie wir sie jetzt haben, erzieht die Unternehmer nicht zur Kalkulationswahrheit. Die Kontrolle über eine gesunde Preisgestaltung muß von der Kalkulationsceite her erfolgen. Nun ist es für den Unternehmer oft schwer, sich durch die Fülle der Preisbestimmungen durchzufinden, die im Laufe der Jahre entstanden 6ind und die auch Aende- rungen unterliegen. Andererseits bedarf der Staat eine« großen Stabes von Prüfern, um die Einhaltung der vorgeschriebenen Preise zu kontrollieren, neue Preisbildungen vorzubereiten, zu ergänzen oder abzuändern. Es hat sich viefach schon die Praxis herausgebildet, daß sich Unternehmer zur Ueber- priifung ihrer Kalkulationen der Mithilfe freiberuflicher Sachverständiger bedienen, also der Mithilfe von Wirtschafts- und Buchprüfern mit Spezialkenntnissen auf diesen Gebieten, die gleichermaßen aber auch die Wahrung der Interessen des Staates im Auge behalten. Auch die Preisbehörden haben vielfach bei Prüfungen in der Wirtschaft 6ich der Mithilfe dieser Treuhänder versichert, um den eigenen Apparat nicht unnötig aufzublähen. Der Steuerberater hat seine staatliche Anerkennung gefunden und die Finanzämter können auf seine Mithilfe nicht mehr verzichten. In ähnlicher Weise könnte auch der Preisbera- ter zur Hebung einer in gleicher Weise notwendigen Preismoral und einer Erziehung zur Kalkulationswahrheit auf den verschiedensten Wirtschaftsgebieten beitragen. Dr. Sch«t* Freimachung von Arbeitsplätzen Anordnung des Badischen Arbeitsmlnlsterlums Das Badische Arbeitsministerium hat eine Anordnung zur Freimachung von Arbeitsplätzen erlassen, um die Notlage der Opfer des Nationalsozialismus und des Krieges dadurch zu lindern, daß ihre Unterbringung in Arbeit wesentlich erleichtert wird. Vor allem wird hierdurch die Möglichkeit geschaffen, den von den Betroffenen mit Recht verlangten Austausch von weiblichen, nicht unbedingt auf Verdienst angewiesenen Arbeitskräften durch Opfer des Nationalsozialismus, Schwerbeschädigte, ältere Angestellte und Arbeiter über 40 Jahre, sowie Kriegerwitwen, die auf eigenen Verdienst angewiesen sind, durchzuführen. Die Denazifizierung wird in Verwaltung und Wirtschaft weitere Arbeitsplätze freimachenj ihrer Besetzung durch Opfer des Nationalsozialismus und des Krieges wird die neue Anordnung ebenfalls den Weg ebnen. Die Vorschriften der erwähnten Anordnung finden Anwendung auf alle öffentlichen Betriebe und Verwaltungen in der französisch besetzten Zone Badens. Jeder Betrieb und jede Verwaltung ist verpflichtet, einen angemessenen Teil der Ar- beitsolätze mit Arbeitskräften zu besetzen, deren bevorzugte Unterbringung aus sozialen und staatspolitischen Gründen notwendig ist. Bei der Neueinstellung von Arbeitern und Angestellten sind grundsätzlich Angehörige des vorgenannten Personenkreises in der angegebenen Reihenfolge zu bevorzugen. Die Arbeitsämter können anordnen, daß eine bestimmte Anzahl von Arbeitsplätzen zur Unterbringung dieser Personen freizumachen sind. Die Freimachung hat durch Kündigung von Beschäftigten durch die Betriebe und Verwaltungen zu erfolgen, sie kann im Notfall aber auch durch die Arbeitsämter selbst ausgesprochen werden. Ebenso haben die Arbeitsämter die Vollmacht, freigewordene Stellen selbst zu besetzen und einen Zwang auf Einstellung eines bestimmten Bewerbers auszuüben. Leitgedanke aller Maßnahmen ist, die am schwersten Betroffenen, also die Opfer des Nationalsozialismus und des Krieges, wieder in den Wirtschaftsprozeß einzugliedern und bei Betrieben und Verwaltungen das Verständnis für die bedrängte Lage dieses Personenkreises zu wecken. Es darf erwartet werden, daß von den Vollmachten zur Zwangskündigung und Zwangszuweisung nur in Ausnahtnefällen Gebrauch gemacht werden muß und daß durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Betriebe und Verwaltungen mit den Arbeitsämtern den berechtigten Interessen der Opfer des Nationalsozialismus, der Schwerbeschädigten, der älteren Angestellten und Arbeiter und der Kriegerwitwen Rechnung getragen wird- Deutsches Eigentum im Ausland Der amerikanische Staatssekretär im Außen- .ministerium, Acheson, erklärte, daß deutsche Vermögenswerte in ehemals von Deutschland besetzten Gebieten, die bei Beginn des Krieges Eigentum von Angehörigen alliierter Nationen waren und danach in den Besitz der Deutschen übergingen, von den Vereinigten Staaten nicht als deutsches Eigentum bezeichnet werden. Ueber die Beschlagnahme deutschen Eigentums in Bulgarien zur Verrechnung von Wiedergutmachungsleistungen durch die Sowjetunion würden von den USA bereits Verhandlungen mit der Sowjetunion geführt. Die Russen seien bisher der Ansicht, daß auch ursprüngliches Eigentum von Angehörigen alliierter Nationen als deutsches Eigentum zu betrachten sei. In der österreichischen Frage, so erklärte der Staatssekretär weiter, müßte nach Meinung der Vereinigten Staaten auch die Vermögenswerte, die vor dem Anschluß in deutschem Besitz waren, der österreichischen Regierung übergeben werden. Wie die amerikanischen Besatzungsbehörden in Oesterreich mitteilen, sind 280 ehemalige deutsche Betriebe in der amerikanischen Zone Oesterreichs der Regierung übergeben worden, um von dieser bis zu einer endgültigen Entscheidung verwaltet zu werden. Die Stahlwerke ln Linz, die Vereinigten österreichischen Eisen- und Stahlwerke und die Steyr-Automobilwerke gehören zu dieser Gruppe. Ein Beamter der britischen Regierung erklärte zu diesen Maßnahmen, daß England weiterhin eine Beratung der vier Großmächte sowie eine gemeinsame Entscheidung über die Bestimmung deutschen Eigentums wünsche. Bis zu einem solchen Ueberein- kommen werde die britische Regierung keine weiteren Schritte in dieser Frage unternehmen. ln Finnland ist nach einer Anordnung der finnischen Regierung,alles deutsche Eigentum an die Sowjetunion übergeben worden. Auch deutsch# Anteile an Privatgesellschaften fallen unter diese Anordnung. Kurzmeldungen Die schweizerische Carltaszentxale bringt verschiedene Sorten von Lebensmittelpaketen, deren Preis zwischen 12 und 28 sfr liegt, in die drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands zum Versand. Der Betrag muß in Schweizer Währung hinterlegt werden. Die Pakete enthalten Lebensmittel oder Medikamente. Den deutschen Flüchtlingen in Dänemark, die dort in etwa 150 Flüchtlingslagern leben, ist es verboten, sich in den dänischen Arbeitsprozeß einzureihen. Im Folke- ting forderte der kommunistische Sprecher neben dem Arbeits- auch ein Heiratsverbot. Amerikanasche Metaltsachverständige erklärten, daß in Deutschland, früher zweitgrößter Produzent von Kupferfertigerzetigniasea große Vorräte abbauwürdigen Kupfers wegen Kohlenmangel vorläufig nicht verwertet werden können. Die Steinkohlenförd«rung in der britischen Zone erreichte im ersten Halbjahr 1946” zirka 25,5 MilL L 23,7 MU1. t entfielen 4stw dm Ruhrgebiet, des damit etwa Sf% der Höchstförderung früherer Vargleichsjahre erzielte. Das einzige Antimon - Bergwerk Deutschlands liegt in Thüringen und hat die Förderung wieder aufgemommen. Es fördert monatlich 2,5 t reines Antimon, das ein wichtiger Rohstoff bei der Herstellung von besonderem Glas, Emailwaren und Zündhölzern ist. An der Universität Leipzig besteht ein Weltwirtschaftsinstitut, das Fragen der Produktionslenkung, der Produktionsplanung und des Aus- senhandeds . wissenschaftlich erforschen wiU. Die, Lieferung der Reparationen an Polen aus der sowjetischen Besatzungszone, die 15% der Leistungen an die Sowjetunion betragen, haben nunmehr begonnen. Auf der Liste stehen an erster Stelle Kalidünger, künstliches Benzin. Kunstgummi und verschiedenartige Chemikalien. Im ersten Quartal des Jahres 1946 führte Oesterreich Waren im Werte von 1,15 Mill. Dollar aus den USA ein. ln der gleichen Zeit exportierte Oesterreich Güter im Werte von 21 000 Dollar nach den Vereinigten Staaten. In Wien ist bei der Direktion der S t a a 11. Tabakregie eine Unterschleife von 2,5 Millionen Zigaretten aufgededct worden. In die aufsehenerregende Schleich- und Tauschhandeisaffäre sind zahlreiche Angestellte, darunter auch hohe Beamte verwickelt. Die ersten Kompensation- und Lieferungsverträge über die Landesgrenze hinaus wurden von Oesterreich mit der Tschechoslowakei, Italien, der Schweiz, Ungarn und Jugoslawien abgeschlossen. Mit Schweden wurden die ersten Verkäufe mit freier Devisenabrechnung getätigt. Die Wiener Handelskammer hat eine Abteilung für Exportförderung errichtet und in Zürich wurde wieder eine österreichische und in Budapest eine ungarisch-östererichische Handelskammer errichtet. In Paris, London, New York und Moskau sollen Außenhandelsstellen eingerichtet werden. Ein Kompensationsabkommen zwischen ,,8pelem"-Kattowice (Wirtschaftsveiband der Genossenschaften der polnischen Republik) und der österreichischen Sensenindustrie sieht die Einfuhr von zirka 45 000 Tonnen oberschlesischer Kohle nach Oesterreich vor gegen eine Ausfuhr von 300 000 Sensen und 65 000 Sicheln nach Polen. Sportdienst des Südkurier Frankreich und di« Schweix haben nach einer Meldung des Schweizer Rundfunk« ein Abkommen über den Austausch von Facharbeitern getroffen. Danach wird es Schweizer Staatsangehörigen in Frankreich und französischen Staatsbürgern in der Schweiz ermöglicht, an die Arbeitsplätze, die sie vor dem Kriege innehatten, zurückzukehren. Heftige Proteste britischer Hausfrauen richten sich gegen die Brotretionierung. Tausend. Mitglieder des englischen Hausfrauenbundes forderten eine Volksbefragung. Dänemark hat ln den letzten 13 Monaten 91 000 t Butter exportiert. Die Hälfte ging nach Großbritannien, weitere 10 000 t erhielten die britischen Beisatzungstruppen in Deutschland, der Rest wurde r.adt Belgien, Finnland, Frankreich, Holland, Norwegen, Polen und in die Tschechoslowakei geliefert. In der dänischen Hauptstadt wird offiziell bekannt, daß Dänemark mit der Sowjetunion ein Handelsabkommen auf zwei Jahre abgeschlossen habe. Die Sowjetunion werde Dänemark in erster Linie Brennstoff liefern, Dänemark dagegen Fleisch, Butter und andere Waren. Binnenschiffahrt im Ausland verkehr Vor kurzem hatte der süddeutsche Länderrat sich für eine stärkere Einschaltung der deutschen Rheinschiffahrt, insbesondere im Verkehr mit den Häfen Rotterdam und Antwerpen ausgesprochen. In ihrer letzten Sitzung in Kopenhagen (4. bis 7, Juni) hat die ECITO („European Control Inland Transport Organisation) erklärt, daß der Zeitpunkt der Wiedereinschaltung der deutschen Binnenschiffahrt in den Auslandsverkehr noch nicht gekommen sei. Ferner wurde in einem Kommunique ausgeführt, daß die in Frage kommenden Regierungen vermeiden sollten, einen übermäßig starken Verkehr über die deutschen Seehäfen zu leiten. In allen Fällen, die wirtschaftlich gerechtfertigt sind, soll den alliier-, ten Seehäfen der Vorzug eingeräumt werden, da die alliierten westeuropäischen und baltischen Ostseehäfen die natürlichen Verkehrstore nach und von Mitteleuropa seien, ln diesem Zusammenhänge wurde auf den Mangel an rollendem Eisenbahnmaterial in Mitteleuropa und auf die ungenügende Ausnutzung der Wasserstraßen, insbesondere des Rheins hingewiesen, der den meisten Verkehr von und nach westeuropäischen Häfen zu tragen hat. SpV Rastatt badischer Fußballmeister VfL Konstanz überraschend hoch 5:0 geschlagen — 5000 Zuschauer in Freiburg Das Entscheidungsspiel um die badische Fußballmeisterschaft (französische Zone), das am Sonntag vor 5 000 Zuschauern in Freiburg zwischen den beiden Stafeflmeistern SpV. Rastatt und VfL. Konstanz stattfand, endete mit einem für Beteiligte und Unbeteiligte überraschend hohen 5:0-Sieg der Rastatter. Wer das Spiel nicht selbst gesehen hat, mag leicht dem Trugschluß verfallen, daß zwischen den beiden Mannschaften Klassenunterschied bestand und der Meister aus der nördlichen Zonenecke eine absolut überlegene Partie lieferte. Abgesehen davon, daß die Begegnung in spieltechnischer Hinsicht für den Fußbaliästheten kein Genuß, mitunter sogar klassearm war, verlief die Auseinandersetzung ziemlich ausgeglichen und stand sogar vielfach im Zeichen der Mannschaft vom Bodensee. Zwei grundverschiedene Elemente aber diktierten die Entscheidung: Die beispielhafte Rasanz, Spielfreudigkeit, Einsatzbereitschaft und Kondition der Rastatter im einzelnen und als Kameradschaft, der zwar eine kampfbereite Konstanzer Abwehr, aber ein zusammenhanglos spielender, sträflich lustlos scheinender Sturm gegenüberstand. Was die Rastatter in ihrem gefährlichen Durchbrenner Wäldele besaßen (er schoß zwei Tore), das fehlte dem überspielt und z. T. überaltert scheinenden Konstanzer Sturm durch den Ausfall des verletzten Mittelstürmers Reichle, dessen Fehlen sich zweifellos bemerkbar machte. Auf der Tribüne saß zudem ein Ersatzmann, der nach alten und neuen Erfahrungen eine Bereicherung für den Angriff gewesen wäre. So aber bestand die vordere Linie (Uetz zeichnete sich durch Eifer aus) aus fünf Leuten, die nicht einmal überragende Einzelspieler geschweige denn eine Angriffsgemeinschaft waren. Die Hintermannschaft zog sich noch am besten aus der Affäre, wenngleich Pfaff nicht der hundertprozentige Stopper des gefährlichen gegnerischen Mittelstürmers und Frank im Tor von bemerkenswerter Unsicherheit beherrscht war, die auch Tore kostete. Klökler I und Engelmann in der Verteidigung gehörten mit Nutto zu den Zuverlässigsten. Das harmlose, zusammenhanglose und einsatzarme Spiel des Sturmes, der kaum die Bälle zu halten und führen vermochte, war absolut keine Entlastung für die eigene Abwehr. Da waren die Bälle aus der Rastatter Hintermannschaft beim eigenen Sturm schon wesentlich besser aufgehoben. In wenigen, blitzschnellen, meist auf Mittelstürmer Wäldele zugeschnittene Steilvorlagen erreichten sie mit eigentlich recht durchsichtigen, aber schnellen Angriffen das, was sie haben wollten: Ueberraschungs- toref Dabei hatten die Rasta'tter, die erfahrungsgemäß in den ersten 20 Minuten durch Ueber- raschung alles machen; vor der unbekannten Größe Konstanz ordentlich Respekt. Entgegen der Gewohnheit verhielten sie sich bei Beginn reserviert und vorsichtig und wagten eigentlich zugunsten der eigenen Sicherheit gar nichts Konstanz diktierte im großen und ganzen das Spielgeschehen, und als Sauter nach ca. 10 Minuten einmal vollkommen allein aufs Tor zu- steuerte, schien der Bann gebrochen zu sein. Eine unfaire Attacke des nachsetzenden Verteidigers (Nachhaken) vereitelte den möglichen Erfolg. Bald traten die Rastatter aus der Reserve heraus und setzten allmählich aber sicher ihren unkomplizierten Husarenstil durch. Es war immer gefährlich, wenn die .flinken Rastatter vor dem Tor auftauchten und auf hohe Stedlvorlagen von hinten warteten. So war es in der 25. Minute, als der Halblinke Knörr den Ball aufs Tor dirigierte und Frank dem Leder noch endgültig die Richtung gab (1:0) i so war es auch in der 18. Minute der zweiten Halbzeit, als Wäidele einmal eine Unachtsamkeit Pfaffs ausnützte und nach schnellem Spurt den entscheidenden zweiten Treffer anbrachte Entscheidend! Denn von diesem Zeitpunkt ab legten die Rastatter alle Hemmungen ab und wurden Immer sicherer, ohne jedoch eine Feldüberlegenheit zu erzielen. Eine • komplette Konstanzer Mannschaft in Normalform, die oft schon durch Technik und Kombination die Kraft und Rasanz de* Partners ausstach, hätte selbst zu diesem Zeitpunkt noch eine Aenderung herbeiführen können. Nicht mehr jedoch der Konstanzer Sturm in der Freiburger Form trotz ausgeglichenen Spieles. Als dann aber in der 27. Minute wiederum Knörr eine überraschende Chance ausnützte (3:0), war es geschehen. Hierauf folgende Umstellungen glichen schon mehr einem Verzweiflungsakt, der keine Sitnationsänderung herbeiführen konnte, während der Gegner die entstandene Destruktion in der 32. Minute (Neurohr) und 40. Minute (Wäldele) zur 5:0-Führung ausnützte; ein hohes Resultat, das zwar ein schiefe« Bild de« Spielgeschehen* gibt, aber keinen Zweifel am verdienten Sieg läßt. Die eifrigere Mannschaft, die eigentlich alle Chancen in Tore umsetzte, trägt zum ersten Male den Titel Badischer Meister der französischen Zone Schiedsrichter war Wechlin aus Brombach. A. St. Verbandsspielrunden wie bisher Auf einer Fußballtagung unter Vorsitz des Sportbeauftragten Dinger in Freiburg wurde be- sÄlossen, die Fußballrunden der Oberliga wie bisher durchzuführen. Es wird in drei Staffeln (Ost, West und Süd) gespielt. Die Teilnehmerzahl in der Staffel Ost wird auf zehn Vereine, die der Staffel West auf 12 Vereine erhöht. Die- Staffel Süd spielt mit zehn Vereinen. Die drei Staffelmeister ermitteln dann in Vor- und Rückspiel den badischen Fußballmeister (französische Zone). Die Aufstellung einer Landesliga unter Teilnahme der besten Mannschaften der südfranzösischen Zone kann wegen Verkehrsschwierigkeiten nicht erfolgen“. In einem weiteren wichtigen Punkt der Tagesordnung wurde beschlossen, keine Einnahmeteilung aus den Eintrittsgeldern mehr vorzunehmen. Süddeutsche Meisterschaft. FC. Sdtweinfurt — VfR. Mannheim 2:3; FSV. Frankfurt—1860 München 2:0. Zwei weitere Waldhofsiege Eintracht Singen — SV Waldhof 6:3 Zirka 3000 Zuschauer waren Zeuge eines span- i nenden Fußballkampfes in Singen. Nach ihrer siegreichen Gastspielreise an den Bodensee war man eigentlich etwas enttäuscht über die Wald- höfer. Die erste Halbzeit zeigte ihnen auch, daß in Singen nicht -so leicht zu siegen ist. Von einer Ueberlegenheit einer Mannschaft war zunächst nichts zu spüren. Die Gäste zeigten ihr bekannt flüssiges Feldspiel mit einem verblüffenden Zusammenspiel ohne Kraftaufwand. Der Torwart der Platzelf hielt einige brillante Schüsse. Eine Minute nach Wiederbeginn fiel das erste, gleich darauf durch einen Fehler des Torwarts das zweite Tor. Die m Einheimischen waren vom Pech verfolgt, sie hätten sich aber auch eines besseren Zusammenspiels befleißigen müssen. Eine Minute vor Abpfiff glückte den Gästen nochmals ein Tor. Es erübrigt sich, auf die Leistung von Waldhof, die schon eingehend Aa dieser Konferenz nahmen auch Vertreter der amerikanischen, französischen und britisches Besatzungsmächte ln Deutschla nd , der UNRRA, der Internationalen Kohlenorganisation und des Internationalen Eisenhahnverkehrsbüro« teil, -t * Eine bei allen Wasserständen befahrbare Fahrtrinne des Rheins wurde von Basel bis zur Mündung in Holland freigelegt. Einer Exchange-Meldung zufolge haben die amerikanischen Militärbehörden in Deutschland die Beschlagnahme der Donaukähne und -dampfer bei Pas sau und Regensburg aufgehoben und den Küstenfrachtverkehr zwischen Deutschland und Oesterreich wieder eröffnet Ein 5 000 t großes Frachtschiff lief auf einer Flensburger Werft von Stapel. Die weitere Verwendung des Schiffes steht noch nicht fest Englische Kohlenindustrie verstaatlicht Der Gesetzentwurf zur Verstaatlichung der britischen Kohlenindustrie hat durch die Zustimmung des Königs Gesetzeskraft erlangt. Ein aus neun Mitgliedern bestehendes Direktorium wird die Leitung der verstaatlichten Kohlenindustrie übernehmen. Schweden paßt Wechselkurs an Die schwedische Reichsbank hat eine Herabsetzung des Dollarwechselkurses um rund 14% vorgenommen, um inflationistischen Tendenzen, die infolge der Aufhebung der Preiskontrolle m den Vereinigten Staaten auch für Schweden wirksam werden könnten, rechtzeitig zu begegnen. Auch der Kurs für das englische Pfund sank um einen entsprechenden Betrag. Schweden folgt mit dieser Maßnahme, die auch eine vorübergehende Genehmigungspflicht des schwedischen Währungsamtes zum Ankauf fremder Devisen ein schließt, dem Vorgehen Kanadas, das seine Währung bereits am 5. Juli der amerikanischen Preisbewegung angepaßt hatte. Schillingkredit für Ungarn Die Budapester Regierung hat sich an die österreichische Regierung um Gewährung eines kurzfristigen Ueberbirückungskredites in Höhe von 1 Million Schilling gewandt. Dieser Kredit wird ungarisdxerseits zur Transportkostenerledigung beim Rücktransport der während der Kriegszeit aus Ungarn verschleppten Werte nach Oesterreich benötigt. Er ist zinsenfrei und wird erst beim Beginn der Transporte in Anspruch genommen. als der hervorragende süddeutsche Meisterschaftsvertreter von Baden anläßlich ihres Gastspiels in Konstanz gegen den dortigen VfL gewürdigt wurde, einzugehen. Schiedsrichter Peter Schwarz-Singen. Vorspiel: Sportgemeinde Eintracht II — FC Zizenhausen 7:2. VfR Stockach — SV Waldhof 1:4 (1:1). Der VfR Stockach hatte, wie zu erwarten war, mit der Verpflichtung des traditionsreichen SV Waldhof einen guten Griff getan. Die Gäste demonstrierten trotz des für sie ungewohnt kleinen Platzes einen technisch und taktisch ausgezeichneten Fußball, der den Stockachern noch lang« in Erinnerung bleiben wird. Die Einheimischen setzten trotzdem alles daran, um gegen den überlegenen Gegner ehrenvoll zu bestehen. Schon in der dritten Spielminute ging Stockach durch den Rechtsaußen Bold in Führung und lieferte auch während der ganzen ersten Hälft» eine ansprechende Partie. Die Gäste konnten erst kurz vor dem Seitenwechsel ■ den Ausgleich herstellen. Die alte Schule und da« zermürbende Zusammenspiel der Waldhöfer wirkten sich dann in der zweiten Spielhälfte aus. Man sah, wie eine Mannschaft von der Verteidigung bis zum Sturm ideenreich und überlegt operiert« und durch schnellen Start, flaches Zusammenspiel und individuelle Ballbehandlung verdient zu Torerfolgen kam. Stockachs Hintermannschaft mit Tettur zeigte ein aufopferndes Spiel, während der Sturm, der infolge des schwachen linken Flügels gehemmt war, sich auf einzeln« schnelle Durchbrüch« beschränken mußte. Di« Hauptstütze der Platzmannschaft war der Torhüter Maier, der mit seinen prächtigen Paraden und seinem vorzüglichen Stellungsspiel immer wieder den Beifall der vielen Zuschauer erntete. Schiedsrichter Seelenbrand-Stockach. — Vorspiel) VfR Stockach Jgd. — SV Zizenhausen Jgd. 4:3. Fußballergebnisse vom Sonntag: ASV Villin- gen — FC Wangen 12:0; Sportclub Wehr — SV Weil 4:2 (um die Oberrheinische Meisterschaft)! Sportgemeinde Friedrichshafen — Reserve-Sportverein Weingarten Reserve 6:0: Sportgemeinde Friedrichshafen I — Sportverein Weingarten 1 3:1; VfR Engen — Kriegsgefangene Singen 0:li Sportverein Böhringen — Kriegsgefangene Singen 4:9. Einheitsklasse: Sportverein Konstanz — Gott- madingen II 4:2 (3:t); Sportverein Steißlingen gegen Spielverein Böhringen 2:16; Welschingen gegen Immendingen 2:10; FC Krauchenwies gegen Sigmaringen 0:1. Handballergebnisse: SV Konstanz — Gottmai- dingen 9:6 (6:1); Rotweiß Lörrach — VfL Freiburg 10:6 (4:4). (Um die badische Meisterschaft) Tour de Suisse rollt Mit der 250 km langen ersten Etappe von Zürich nach Basel nahm die zehnte Tour de Suisse am Samstag ihren Auftakt. Von den 60 eingeladenen Fahrern waren alle zur Stelle, so daß es zum vorgesehenen harten Ringen zwischen den Radspezialisten aus Italien, Frankreich, Spanien, Belgien, Luxemburg, Holland, Oesterreich, Portugal, Amerika und der Schweiz zu kommen verspricht. Den ersten imposanten Eindruck vermittelten die riesigen Menschenmauern, die sowohl in den Städten wie auch in kleinen Ortschaften anzutreffen waren. 1. Etappe Zürich— Basel: 1. Gino Bartali (Italien) 250 km in 6:20:51: 2. Aldo Ronconi (Italien) 6:22:27: 3. Renzo Za- nazzi (Italien) 6:22:56; 4. Willy Kern (Schweiz) 6:25:05; 5. Mario Ricci (Italien). 6. Bintner (Luxemburg), gleiche Zeit; 7. Trueba (Spanien) 6:25:10; 8. Kirchen (Luxemburg), 9. Knecht (Schweiz), gleiche Zeit; 10. Engels (Belgien) 6:25:20; 11. Ramon (Belgien) 6:26:14. 12. Lapäbie (Frankreich) 6:27:00; 13. Guyot (Schweiz), 14. Leo Weilenmann (Schweiz), 15. Callens (Belgien), 16. Werner Buchwalder (Schweiz), 17. Croci-Torti (Schweiz), 18. Somers (Belgien), gleiche Zeit. Der zweite Tag brachte den verbliebenen 51 Konkurrenten bereits die längste Etappe Basel— Morges. 1. Renzo Zanazzi (Italien) 270 km in 7:49:15; 2. Vietto (Frankreich) 1 Länge; 3. Bartali (Italien) 7:50:03. Gesamtklassement nach 2 Etappen: 1. Bartali 14:10:54; 2. Zanazzi 14:12:11. 3. Vietto 14:16:15: 4. Ried 14:17:29: 5. Kirchen 14:17:34; 6. Bintner 14:17:58; 7. Engel« 14:18:13; 8. Pietro Tarchini 14:19:24; 9. Lapübie 14:19:53: 10. Ronconi 14:20:44; 11. Berrendero 14:21:09; 12. J. Wagner 14:21:09; 13. Callens 14:21:53; 14. Lang 14:21:54; 15. Naef 14:22:23. Internationale Ruderregatta in Zürich Bei einem neuen Rekord-Meldeergebnis von 39 Klubs mit 139 Booten war der Internationalen Ruderregatta ln Zürich ein voller sportlicher Erfolg gesichert. Ein bedeutender Ausfall war allerdings der Rückzug aller Seniorenboote des Seeclub Zürich, dessen Leute sich von der Englandreise noch nicht erholt haben. Die Ergebnisse vom Samstag: Erster Junioren-Vferer mit Steuermann: 1. Canottieri Adda Lodi 7:51,4. Erster Senioren-Vierer mit Steuermann: 1. Graßhopper-Club Zürich 7:45,5, 2. S.N.N. d'Enghien 7:55,7. Zweiter ohne Steuermann: 1. Seeclub Zug 8:01,1. 2. Ruderdub Zürich 8:08,9. Junio- ren-Einer: 1. Graßhopper-Club (M. Frölicher) 7:58,4. 2. S.N. Genf (I. Poncioni) 8:07,1. Doppelzweier: 1. S.N. Etoile Biel 7:42,6: 2. Ruderclub %üiich 7:57,3. Erster Senioren-Achter: 1. Ruderdub Zürich 6:37,6. 2. Canottieri Varese 6:39,5. Der Große Preis der Schweiz Der Circuit von Genf bestätigte seinen Ruf als eine der schnellsten Rundstrecken für Motorradrennen am zweiten Julisonntag neuerding« auf eindrucksvolle Weise. Dieses erste international wirklich hervorragend besetzte Nadi- kriegsereignis im Motorsport hatte ein außergewöhnliches Interesse seitens der Fahrer zu verzeichnen. Zehn Nationen waren an den vier Prüfungen des Großen Preises der Schweiz beteiligt. Die Ergebnisse: 250-ccm-Klasse: 1. Ca- vaziuti (Italien) auf Guzzi, 87,600 km in 52:59,2 (99,190 std'km Durchsdmittsge sch Würdigkeit): 2. Juhazi (Tschechoslowakei) auf Java 53:06,4. 350-ccm-Klasse: 1. Walter Heß (Schweiz) auf Velocette, 116,800 km in 1:09:31,4: 2. Han» Kaufmann (Schweiz) auf Velocette 1:10:37. Seitenwagen 600 ccm: 1. Ferdinand Aubert (Schweiz) auf Norton, 87,600 km in 57:25,4 (91,530 std/km); 2. H. Haldemann (Schweiz) auf Norton 57:49,2. 500-ccm-Klasse: 1. Paganl (Italien) auf Gilera, 116,800 km in 1:05:37,» (106,780 std km); 2. Lorenzetti (Italien) auf Guzzi 1:05:38 (39 Rd.). ln einem Prager Abendmeeting starteten amerikanische und schwedische Leichtathleten. Del Yankee Ewell siegte über 100 m in 10,5 Sekunden. Fulton (USA.) gewann die 400 m in 49,» Sekunden und die 800 m in 1:57,5 mühelos. D«* Schwede Lindecrantz stellte im Rahmen dieser Veranstaltung mit 2,01 m einen neuen Landes" rekord im Hochsprung auf. SUDKURIER Verantwortlicher Redaktionsausschuß: Herrn an« Fiebing, Hermann Dörflinger (CSV), Rudi Gogu« (KP), Dr. Robert Winzer (SP), Friedrich Mundinf (DP). — Verlag: Südkurier-Verlag. — Drud» Druckerei Konstanz, FisdunarktS Dienstag, 16. Juli 1946 HEIMAT juiunmimim &W--J KURIER. Nr. 91 / Seite 5 Konftanz unö Nachbarfchaft Der Winöftoß „Auch der Beamte hat’« nicht leicht", 60 schreibt man uns, und wir glauben es gerne. Wenn man aber versucht, mit diesem Hinweis Dinge zu entschuldigen, die nicht passieren dürften, dann lassen wir die Entschuldigung nicht gelten. Der Beamte hat, wie jeder Staatsbürger, zunächst einmal die Pflicht, Mensch zu sein und menschliches Verständnis auch dort walten zu lassen, wo es von ihm ein persönliches Opfer, eigene Initiative und Mut zur Verantwortung erfordert. Daran fehlt es aber vielfach. Und oft auch an der nötigen Zivilcourage. Es ist so bequem, sich hinter Paragraphen und Vorschriften zu verschanzen, sich auf eine Dienstvorschrift zu berufen und sich auf den Buchstaben des Gesetzes zu versteifen. Man macht das ganz mechanisch. Schalter auf, Schalter zu. Draußen aber steht ein Mensch, der auf eine teilnehmende Frage wartet und der den Willen zum Helfen spüren möchte- Viele Mißstände, die heute öffentlich gegeißelt werden müssen, ließen sich vermeiden, wenn auf den Aemtern mit Wählerliften nachfehen! Bis zum 20. Juli liegen die Wählerlisten auf den Rathäusern auf. Jeder tut gut, nachzusehen, ob er in der Wählerliste eingetragen ist. mehr Vernunft und Ueberlegung und — mit mehr Liebe gearbeitet würde. Die Zeitung hat die Pflicht, auf Mißstände hinzuweisen, besonders wenn ihr immer wieder das Wiehern des Amtsschimmels mißtönend in die Ohren gellt. Wir Männer der Zeitung tun es nicht, weil es uns Spaß macht. Nicht aus Freude am Kritisieren. Und auch nicht, um uns interessant oder wichtig zu machen oder um den billigen Beifall einiger Querulanten, Nörgler und Meckerer zu erringen. Dafür sind die Zeiten zu ernst. Aber immer wieder tragen Menschen ihre Not zu uns und sie erwarten von uns Hilfe, weil sie sonst nirgends Verständnis finden. Das aber scheint uns das Wesentliche zu sein: Verständnis zu finden und Verständnis zu haben! Und darum möchten wir, daß ein frischer Wind einmal die trüben Fenster mancher Amtsstuben aufstoße und den Staub von den Akten und Brillengläsern blase. „Und daß auch einmal die Sonne zwischen die trostlosen Wände scheine, die — es ist gewiß auch wahr — heute soviel berechtigte und unberechtigte Klagen, soviel nackte Not und trotzigen Zom, soviel Elend und Verbitterung umschließen und mitan- hören müssen. Es ist für viele Beamte gewiß schwer, sich da6 Quentchen Humor zu ) wahren, das nötig ist, um über den Dingen stehen zu können- Aber man kann wohl ein Leben lang Beamter sein und dennoch — Mensch bleiben. Es gibt ja auch, Gott sei Dank, noch viele menschliche Beamte. Darum aber geht es. K. G. Es gibt Rauchwaren Die Raucher 6ind allmählich ungeduldig geworden. Immer haben sie auf ihre, wenn auch spärliche Grammzuteilung gewartet. Es hätte auch schon etwas zu rauchen gegeben, wenn nicht das Tabaksteuergesetz des Kontrollrates gekommen wäre. Es herrschte aber Unklarheit darüber, ob, wann, wieviele und zu welchem Preis Rauchwaren abgegeben werden können. In diesen Tagen ist nun die Entscheidung gefallen, wenigstens was die rechnerische Seite anbelangt- Ein Stumpen, der bisher 6 Pfennig kostete, wird nunmehr auf 50 Pfg. kommen, ein Achterstumpen auf 65. ein Zehner auf 80 Pfennig, ein Fünfzehner auf I 1.20 RM. Eine Zigarre, die bisher für 15 Pfennig verkauft wurde, kostet jetzt 1.20 Reichsmark, eine 20er Zigarre 1.50 RM. und eine 30er Zigarre 2 RM. Eine Zigarette dürfte nach der neuen Preisberechnung auf 15 oder 16 Pfennig kommen. Das Päckchen Feinschnitt kostet 4 RM., Krüllschnitt 2.55 Reichsmark Es ist nun aber nicht so, wie mancher Raucher sich das vorgestellt hat, daß beliebig viele Tabakwaren gekauft werden können. Die monatliche Ration ist von den zuständigen Stellen nach wie vor auf 40 Gramm festgesetzt worden. Auch die Raucher, die ab und zu Tabakwaren aus der Schweiz bekommen, haben in Auswirkung des neuen Tabaksteuergesetzes nunmehr höhere Steuersätze zu entrichten. In Zukunft kostet ein Päckchen Zigaretten, das von der Schweiz hereinkommt, 4 Mk. Steuer, ein Päckchen Stumpen kommt auf 12 Mk., 50 Gramm Tabak (Feinschnitt) auf 5 Mk., 50 Gramm Grobschnitt auf 2.25 Mk. In Konstanz redinet man damit, daß die entsprechenden Freigabescheine im Laufe dieser Woche eintreffen, 6odaß die vielbegehrten Rauchwaren in der nächsten Woche in den blauen Dunst aufgehen können. Rasierseile kommt! Schon lange haben sich die Männer die Köpfe darüber zerbrochen, mit welchen Mitteln sie ihre struppigen Gesichter wieder auf Hochglanz bringen könnten. Die verschiedensten Möglichkeiten wurden ausprobiert. Aber die Hauptsache, die Rasierseife, fehlte eben doch. Wie wir erfahren, soll nun in einigen Tagen in Konstanz Ra- siereife ausgegeben werden. Dann kann die Konstanzer Männerwelt im Sommer wieder mit glatten Gesichtern promenieren. Wochenkartengrenze erhöbt Wie die Deutsche Bahn mitteilt, können mit . sofortiger Wirkung Angestellte, Beamte, Anwärter, Lehrlinge\ und andere zur Berufsausbildung Beschäftigte nunmehr auch Arbeiter-Wochenkarten bzw. Kurzarbeiter-Wochenkarten erhalten, wenn deren Roheinkommen 300 RM. nicht übersteigt, (die bisherige Grenze war 200 RM.) Bei Einkommen über 300 RM. können nur Monats- bzw. Teilmonatskarten gelöst werden. Sonntagsfahrverbot erleichtert Im Straßenverkehr mit Personenwagen und Motorräder ist ab sofort eine Erleichterung dadurch eingetreten, daß das Sonntagsfahrverbot erst mit Beginn der Sperrstunde (Ausgehverbot) Gültigkeit hat. In der Stadtratssitzung vom 11- Juli wurden folgende Angelegenheiten besprochen : Die von einer großen Anzahl von Firmen des Arbeitgeberverbandes Kreuzlingen und Umgebung finanzierte Suppenspeisung von Konstanzer Kindern in den Schulen, die am 16. Mai 1946 begonnen hat, geht am 17. Juli 1946 zu Ende. Ueber die ganze Suppenspeisung wird nach deren Beendigung ein ausführlicher Bericht veröffentlicht werden. Am 9. Juli 1946 fand in Kreuzlingen die Generalversammlung der Aktionäre der Schweizerischen Schiffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein statt. An Stelle des verstorbenen Präsidenten Altorfer wurde der seitherige Vizepräsident, Regierungsrat Dr. W. Stähelin in Frauenfeld zum Präsidenten gewählt. Oberbürgermeister Arnold wurde für die Stadt Konstanz als Mitglied des Verwaltungsrates gewählt. Für die Errichtung von Fahrradparkplätzen werden vorgesehen: die Untere Laube Mithin sind diese Fahrzeuge am Samstag oder vor Feiertagen nach den zurzeit gültigen Sperrstunden bis nachts 12.00 Uhr zum Verkehr zugelassen. Teigwaren an Stelle von Kartoffel Verbraucher, die nicht oder nicht voll ihre Kartoffel eingekellert hatten, erhal- I ten für den Monat Juli zusätzlich ein Kilo Teigwaren. Im Vorbestellverfahren müssen die in Frage kommenden Verbraucher bei ihrem Kolonialwarenhändler sofort bis spätestens 20. Juli ihre Berechtigung anmelden. Die Vorbestellabschnitte werden in den Geschäften bekanntgegeben. Kunstwoche — heute noch? Die vielbesprochene Konstanzer Kunstwoche gehört der Vergangenheit an. Die Schilder und Hinweise auf die verschiedenen Ausstellungen sind verschwunden. Nur die große Tafel über dem Eingang des Wessenberghauses ist anscheinend in Vergessenheit geraten. Dort ist heute noch zu lesen: „Ausstellung Wessen- berghaus — Kunstwoche der Stadt Konstanz 1946“. Es wäre Zeit, wenn diese letzte öffentliche Erinnerung an die Kunstwoche nun ebenfalls verschwinden würde. Bitte etwas Blumen! Der Brunnen auf der Marktstätte präsentiert sich in einem kahlen Gewände. Nicht etwa, weil ihm die vier gußeisernen oder bronzenen Kaiser genommen wurden, sondern weil ihm schon lange der untere Blumenkranz fehlt. Jetzt ist auch an Stelle der kaiserlichen Herren eine Leere, die unschön wirkt. Die Stadtgärtnerei ist zwar mit Blumen nicht reich gesegnet. Aber so viele Pflanzen werden noch zu finden sein, daß die Blöße dieses inmitten der Stadt gelegenen Brunnens bedeckt werden kann. Schwarzhändler festgenommen Es wurden festgenommen: Drei junge Leute — ein 25jähriger Händler aus der Hüetlinstraße, ein 22jähriger Jahrmarktsarbeiter vom Döbeleplatz und ein 16jähr. Friseurlehrling wegen einer groß angelegten Schwarzhandelsangelegenheit mit Zigaretten; ein 25 jähriges Dienstmädchen aus der Döbelestraße wegen Diebstahls sowie ihr Vater, ein 57jähriger Schneider von der Fürstenbergstraße in Wollmatingen wegen Hehlerei in der gleichen Sache, ferner ein 27jähriger Melker aus Weiler, Kreis Lindau, wegen mißbräuchlicher Benutzung einer Grenzkarte. Festgenommen wurden außerdem ein 38jähriger Monteur und ein 29jähriger Dreher, beide tschechoslowakischer Staatsangehörigkeit, wegen illegaler Einreise aus der Tschechoslowakei, sowie drei junge Burschen im Alter zwischen Schulstraße und Torgasse, ein Teil der ehemaligen Taxameterplätze auf dem Bahnhofsplatz, ein Platz beim Hallenbad und eine Baulücke zwischen Haus Nr. 8 und Nr. 14 an der Gouvernementsstraße. Die Stadt Konstanz erklärte ihren Beitritt zum neu gegründeten Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumplanung. Nach den Vorschlägen der Parteien, Vereinigungen und Organisationen wurde aufgrund des städt. Satzung vom Jahre 1925 der Fürsorgeausschuß neu gebildet. Zwischen dem Caritas-Verband e. V. und der Stadt Konstanz ist wegen Fortführung der Walderholungsstätte für erholungsbedürftige Kinder ein Vertrag abgeschlossen worden. Zur Bildung eines wissenschaftlichen Instituts für Geschichte und Kulturgeschichte des Bodenseegebiets wurde für die Beratung der ^Statuten ein kleiner Ausschuß bestellt. Außerdem wurde eine große Anzahl laufender Verwaltungsgeschäfte erledigt Vier FahrraÖparkplä^e oorgefeher» Neue ßekämpfungemtttel gegen öen Kartoffelkäfer a. Die Bekämpfung des Kartoffelkäfers 1 wird jetzt in der französischen Zone Badens nach einem neuen Plan erfolgen, der in den nächsten Tagen in einer Sitzung der mit der Bekämpfung Beauftragten in Freiburg festgelegt wird. Dieser Plan baut auf ersten systematischen Versuchen über die Wirksamkeit der bisher in den Handel gebrachten Gifte gegen den Kartoffelkäfer, hauptsächlich Kalkarsen und Gesarol, auf. Solche Versuche wurden erstmals im vorigen Sommer durchgeführt, nachdem diese Arbeit im Dritten Reich Monopol der Biologischen Reichsanstalt war, die keinerlei Ergebnisse vermittelte. Die erwähnten Versuche wurden von zwei Forschergruppen in der Gegend um Freiburg und im Bodenseegebiet durchgeführt, und zwar von einer Kommission der Universität Freiburg, hauptsächlich unter Leitung von Geh. Reg. Rat Prof. Uhlenhuth, unterstützt von der Freiburger Wissenschaftlichen Gesellschaft, und von einer Gruppe jüngerer Forscher, die ihre Institute in der letzten Kriegszeit nach dem Ueberlinger und Zeller See verlagert hatten. Die Versuche werden fortgesetzt Die bisherigen Versuche haben es als ratsam erscheinen lassen, nur die für den Menschen ungiftigen und bei ununterbrochener Anwendung auch wirksamen Gegen- 1 mittel zu verwenden. Der Erfolg wird aber nur gewährleistet, wenn auf Ober- und Unterseite der Blätter gespritzt wird. Inzwischen soll versucht werden, durch ein gründliches Studium der Biologie des Kartoffelkäfers neue Gedanken in die Bekämpfung zu bringen, wenn auch heute schon feststeht, daß die Kartoffelkäferbekämpfung in der nahen Zukunft ebenso eine Notwendigkeit bleiben wird wie die Bekämpfung der Reb- und Obstschädlinge. Die bisherigen Studien haben bereits gezeigt, daß wir es mit einem sehr zählebigen Schädling zu tun haben, der auf die gleichen Gifte manchmal geradezu individuell reagiert und auf den beispielsweise Leuchtgas gar keinen Eindruck macht. Anscheinend aber ist er gegen Temperaturen über 45 Grad sehr empfindlich. Ein französischer Biologe stellte während des Krieges fest, daß auch der Kartoffelkäfer Feinde hat und zwar Parasiten wie Läuse und Bandwürmer und Insekten, deren Larven von der Larve des Kartoffelkäfers leben. Vielleicht findet sich einer unter diesen Parasiten, der gegen den Schädling mobilisiert werden kann, um seine Lebenskraft zu schwächen Möglicherweise aber führt uns auch eine Klärung der Frage, wie der Schädling seinen Wirt findet, dazu, eine Kartoffelpflanze zu finden, die den Käfer weniger lockt oder gar abstößt. von 18 bis 20 Jahren wegen Vagabundie- rens ohne gültige Ausweispapiere oder unerlaubter Einreise in die Besatzungszone. Vom „Bürgerverein Bodan” Der Bürgerverein „Bodan“ hielt in der „Viktoria“ die Neugründlingsversammlung ab in Verbindung mit der 105. Jahreshauptversammlung. Nach Erstattung der Jahres- und Rechenschaftsberichte für 1945, Entlastung der Vereinsbeamten und Satzungsgenehmigung erfolgten die Neuwahlen, deren fast einstimmiges Ergebnis ein erfreuliches Bild geschlossenen Chorgeistes bot. Es wurden gwählt: Zum Präsidenten Dr. Bruno Leiner, Vize- und Sängerpräsident Arthur Martin, Regierungsoberinspektor i. R„ Schriftführer Oskar Müller, Versicherungsvertreter, Rechner Emil Hotz, Reichsbahnoberinspektor. Zu Ehrensängern des „Bodan“ für 25jährige Sängerjahre wurden ernannt Ludwig Bentz, Reichsbahnoberinspektor, Otto Klotz, Hauptlehrer, Kurt Rehm, Dentist. 25 Jahre Sänger im Bad. Sängerbund ist außerdem Leopold Mühlthaler, Hauptlehrer. Kurze Staötnachrichten Das Konstanzer Standesamt meldet für die Zeit vom 3. bis 12. Juli 22 Geburten, 10 Eheschließungen und drei Todesfälle. Ihren 91. Geburtstag beging am 13. Juli in noch geistiger und körperlicher Frische Frau Viktoria Steinhäuser, Kreuzlin- gerstraße 42. Die Pfarrei St. Martin Konstanz- Wollmatingen wurde dem bisherigen Rektor am Lehrlingsheim in Freiburg, H. H. Berthold Schmid verliehen. Die Pfarrei St. Stefan beabsichtigt, am Gottlieber Zoll ein Feldkreuz zu errichten. Der St. Stefanschor erhielt den ehrenvollen Auftrag, die Messe „Dona nobis pacem", des Schweizer Komponisten Siegfried Hildenbrand - Kreuzlingen, zur deutschen Uraufführung zu bringen. Die Messe wurde beim eidgenössischen kirchenmusikalischen Wettbewerb mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Zu der Kaufmannsgehilfenprüfung, die im Juni 1946 von der Industrie- und Handelskammer Konstanz durchgeführt wurde, waren 73 Prüflinge zugelassen. 10 Prozent der zugelassenen Prüflinge haben die Prüfung nicht bestanden, obwohl die Anforderungen durchaus mäßig waren und die kriegsbedingten und gegenwärtigen Verhältnisse stark berücksichtigt wurden. Bei der Handwerkskammer bestand Alfons Baldischweiler die Meisterprüfung als Bauschlossermeister mit der Note: gut. Das Handharmonika-Orchester Konstanz spielte am Sonntag-Vormittag vor dem Städt. Krankenhaus. Die Vorträge wurden von den Kranken freudig begrüßt, sie hoffen, daß sich das Orchester bald wieder hören läßt. Das Städtische Orchester bringt heute Dienstag ab 20 Uhr im Stadtgarten einen Querschnitt durch alte und neue Operetten. Die Stadtkapelle veranstaltet am morgigen Mittwoch von 20—22 Uhr im Stadtgarten einen Operetten T Abend. AUS DER NACHBARSCHAFT Eröffnung der Weltschau Ueberlingen In Anwesenheit von Gouverneur Colonel Degliame, Konstanz, wurde in den zu diesem Zweck entsprechend renovierten Räumen des Hauses Repphun-Eisen- hut in Ueberlingen in feierlicher Weise die Weltschau für die Zivilbevölkerung eröffnet. Gegenwärtig findet in der Weltschau eine Ausstellung von in Ueberlingen und im Bodenseegebiet ansässigen Künstlern statt. Bei der feierlichen Eröffnung in Anwesenheit von Vertretern der Militärregierung und der deutschen Behörden hob der Gouverneur, Commandant Lin- denmann-Ueberlingen, hervor, daß die neue Einrichtung der Aufklärung dienen und ein Sitz der Kunst und des Geistes sein solle, der die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Baden fördern wird. Nach einem Gang durch'die Ausstellung besichtigten die Gäste anschließend das Nikolaus-Münster. Wie totrö öae Wetter? vom 16. 7 bis 18. 7 1946: Wettardiarakter: unbeständig, unfreundlich, Winde aus westlichen Richtungen Bewölkung: wolkig bis bedeckt, Temperatur: fallend Niederschläge: Regen ist zu erwarten. Pegelstand in Konstanz: Samstag, 13. 7.: 476 cm; Sonntag, den 14. 7.« 474 cm: Montag, 15. 7.: 471 cm. Zufammenfchluß all Der Südkurier wird um Aufnahme folgender Notiz gebeten: Für viele Gäste der Kunstwochen in Konstanz war eines der stärksten Erlebnisse die Begegnung mit Kulturschaffenden aus allen deutschen Zonen und auch aus dem Ausland, zu orientierendem Gedankenaustausch. Es zeigte sich dabei, wie dringend notwendig es für den Menschen von heute ist, den Anschluß an jene Personenkreise wieder zu finden, die gleichen geistigen Willens sind; die zur Erreichung des allen gemeinsamen Ziels: Der Wiederaufrichtung des zerschlagenen Lebensgefüges, nach neuen Wegen und Möglichkeiten suchen. Im Laufe der Kunstwochen offenbarte sich ein wesentliches Bedürfnis nach einer ähnlichen zusammenfassenden Organisation der Kulturschaffenden des Bodenseegebietes. Wenn es trotz eines spontanen Versuches nicht gelang, schon bei dieser Gelegenheit den „Kulturkrei6 des Bodenseegebietes" zu organisieren, so nur, weil die Versammelten mit Rücksicht auf das demokratische Prinzip der Beteiligung aller Mitarbeitsfreudigen sich als nicht beschlußfähig erklärten. Um zu einer in diesem Sinn beschlußfähigen Versammlung der Kulturschaffenden des Bodenseegebietes zu kommen, werden alle interessierten Persönlichkeiten, die Kulturschaffenden im 6trengen Wortsinn also, gebeten, sich unter Mitteilung ihrer Anschriften und möglichst kurzer Kennzeichnung ihrer Tätigkeit und Zuständigkeit schriftlich anzumelden, und zwar für 1.) das Gebiet von Konstanz, Radolfzell, Singen und Höri in Konstanz beim Kulturdezernenten der Stadt, im Rathaus. 2.) Ueberlingen mit Unterseeqebiet beim Kulturbund in Ueberlingen. 3.) Lindau-Friedrichshafen nnd benachbarte Gebiete in Lindau beim Kulturreferenten der Stadt, im Rathaus. Nach Eingang der Meldungen werden, spätestens in der ersten Augustwoche, die Kulturschaffenden zu einer beschlußfähigen t Kulturfchaffenöen Versammlung eingeladen, bei der das Programm und die Aufgaben des Kulturkreises, sowie seine Satzungen festgelegt und das Präsidium sowie Arbeitsausschüsse gewählt werden sollen. Ausfteüung im Wcffenbcrghaue Wilhelm Braun, der aus dem Rheinland stammt, an der Münchener Akademie ausgebildet wurde und jetzt zum Kreis der am Bodensee ansässigen Maler gehört, stellt gegenwärtig im Wessenberghaus in Konstanz Gemälde, Pastelle, Aquarelle und Zeichnungen aus. Professor Venedey sprach die einleitenden Worte zur Eröffnung dieser anregenden Sonderausstellung. Ihr Besuch ist lohnend, weil sie uns mit dem Werk eines sehr ernsthaft strebenden Künstlers bekannt macht, dessen Kunst die Wahrheit im Charakteristischen sucht. Bei seiner thematischen Vielseitigkeit — vom kirchlichen Thema über freie Figurenkomposition, Akt, Porträt, Stilleben bis zur reinen Landschaft — wahrt Braun eine durchaus persönliche Note. Aus drei Skizzen zu einem Apostel- fresco sprechen Neigung und Veranlagung zum Monumentalen, die auch in einem großen liegenden Akt Ausdruck finden, der sich durch klaren kompositorischen Aufbau und die Stimmung des Lichts auszeichnet. Kleinere Figurenkompositionen, wie die „Drei Frauen am Wasser" erinnern in Farbe und Form an das große Vorbild Hans von Marees. Dem Extremen ausweichend (vielleicht etwas zu ängstlich!) verbindet Braun eine lockere Behandlung der Farbe, wie sie den Impressionisten eigen ist, stets mit einer vom Gegenständlichen bestimmten Statik. Vorzügliche Wirkungen gelingen ihm gerade in den Landschaften von kleinem Format, in denen er bei wohltuendem Verzicht auf lügnerische „Idealisierung" die Wirklichkeit einfängt, er beweist es uns, daß lebendiger Realismus einem Motiv wie „Zwischen den Dächern der Stadt" auch ohne strahlenden Sonnenschein und Himmelblau starke malerische Reize abgewinnen kann. Dr. E. Brasch Archivrat Dr. Renz gestorben ra. Aus Bad Mergentheim kommt die Kunde, daß Schriftleiter und Archivrat Dr. Adolf Renz kurz vor Erreichung seines 85. Geburtstages gestorben ist. Dr. Adolf Renz war eine im ganzen Bodenseegebiet I bekannte Persönlichkeit. Er war einige | Zeit hindurch Schriftleiter an der „Freien j Stimme" in Radolfzell, hatte dann seinen j Wohnsitz in Ueberlingen, wo er sich um j den Aufbau des dortigen Archivs verdient I machte. Eine Reihe von Veröffentlichungen über die Geschichte des Bodensees stammen aus seiner Feder, so die Untersuchungen über die Stellung der im alten Buchhorn beheimateten Linzgaugrafen. Auch in Friedrichshafen war, Archivrat Dr. Renz eine bekannte Persönlichkeit: viele Jahre hindurch verbrachte er dort einen Teil seiner Ferien. Buch und Verlag : Der Curt-Weller-Verlag * Die Druckpresse ist in der französischen Zone dank der Unternehmungslust einiger Verleger in erfreulichem Maße in I Gang gekommen. Unter den ersten Unter- l nehmen, die die französische Lizenz erhiel- j ten, ist der Verlag Curt Weller & Co. in I Konstanz zu nennen. Er war seit 1922 in i Leipzig ansässig und wurde 1936 nach Horn { am Bodensee verlegt. Dann wurde er vom I Verbot betroffen, um jetzt um so ryhriger i aufzuerstehen. Wellers Produktion galt von j jeher sozialer Gerechtigkeit und internatio- i naler Verständigung. 1928 brachte er in seinem Verlage Erich Kästner heraus und ' zählte unter anderen Plivier, Barbusse, Colette, Marte Le Franc, Michael Arien, den chinesischen Politiker Tang Leang-Li zu «einen Autoren. Seit 193® brachte Weller in Verbindung mit einem Schweizer Verlag die Irisbücher der Natur und Kunst mit Autoren wie Wilhelm Fischer, H. Heese, Manfred Hausmann, Ricarda Huch, Emil Pretorius, Kunstdrucke heraus, die mit englischen und französischen Texten auch in Amerika, England und Frankreich erscheinen. Die Neuproduktion Wellers liegt in der Tradition seine« Verlags begründet. Die Irisbücher der Natur und Kunst sollen wieder aufgelegt werden. Der Verlag wird ßich jetzt auch aktuellen politischen Problemen zuwenden und in kultureller Hinsicht dem alemannischen Raum und Volk 6eine besondere Fürsorge widmen. Verlöhnenöe Klänge Gedanken zu einem abendlichen Konzert von Herbert Harrer Ein milder Sommerabend senkt sich leise über den See. Unmerklich schwinden die Farben und Lichter des lauten Tages. Nur der See behält seinen Silberschimmer, sein unwirkliches Leuchten als letzten Abglanz, noch lange Zeit. Fern im Osten gleitet ein später Sonnenstrahl über die blauen Gebirge Vorarlbergs hin, über die Behausungen der Menschen, die nun wieder durch eine Grenze von uns getrennt sind, mitgefangen zwar, aber heute bestrebt, nicht mitgehangen zu werden ... Kann man dem Nachbarvolk gram sein, wenn es durch den Mund seiner Berufensten zu uns spricht, Worte, die wir alle verstehen, über alles Trennende hinweg ? Man kann es nicht — unwillkürlich schmelzen Groll und andere Mißgefühle beim Anhören Mozartscher und Haydnscher Werke. Mozarts „Kleine Nachtmusik" — 1787, im Jahr der Prager Erfolge, in der beglückenden Nähe des „Figaro" und des „Don Giovanni" geschrieben — flößt sie uns nicht jene heitere Unbeschwertheit ein, jene Heiterkeit, von der Wak- kenroder sagt : „. . . da alles in der Welt uns natürlich, wahr und gut erscheint, da wir im wildesten Gewühle der Menschen einen schöneu Zusammenhang finden und mit reinem Herzen alle Wesen uns verwandt und nahe fühlen .. — Welch ein Wohlklang 1 Kann man es heute noch ermessen, daß dieser Wohlklang den Menschen einst Selbstverständlichkeit war ? Ach, wie sehr sind. wir dem geräuschvollen Dämon der Technik verfallen — das Geknatter eines vorüberrasenden Motorrades reißt mich aus lieblichen Träumen . . . Serenade von Volkmann — wo hörte ich sie doch das letztemal ? In einem kleinen 'Felsennest am Rande der lateinischen Ebene war es, ein stiller Abend wie der heutige — da spielten Soldatenkameraden auf hoher Altane der Villa Agnese dies empfindsame, zarte Werk, während fern, hinter der edlen Silhouette des Monte Soratte, hinter dem Dämmerblau der Sabiner Berge die Schlacht um Rom ihrem Höhepunkt zustrebte. Sanfte, schmelzende Celloklänge — kann es da rauhes Kriegertum geben, wo eine so noble Verträumtheit dankbare Zuhörer findet ? Leise verebbt das Cellosolo — ein Marschlied vorüberziehender französischer Jugend erinnert uns munter dreinfahrend an die Wirklichkeit des Heute. Londoner Symphonie von Haydn — welche Gedanken umkreisen sie ? Gedanken an Zeiten, da geniale Musiker unsere Kunst hinaustrugen in alle Welt. Nicht immer war es leicht, sich im Auslande durchzusetzen — Meister Joseph Haydn mußte schon den energischen Knalleffekt seiner Symphonie mit dem Paukeaschlag aufwenden, um das Publikum aus seinen Kaffeehausgesprächen zum Aufhorchen zu bringen. Aber sein Siegeszug war unaufhaltsam — ein friedfertiges und überzeugendes Siegen war es, ohne Gewalttätigkeit und Herrschsucht. Was mögen wohl die drei Indochinesen von unseren Klassikern halten, die sich da so ganz nah an den hellerleuchteten Musikpavillon herangepirscht haben ? Was mag ihnen wohl ein Menuett bedeuten ? Ihr Ohr ist andere Klänge gewohnt — dumpfes Dröhnen der Gongs, monoton klapperndes Schlagwerk, hohles Geläute metallischer Körper — trennen uns nicht Welten ? Und doch wir' wissen, daß diese aus fernen Landen zu uns Verschlagenen das Herz auf dem rechten Fleck haben ; ja, das wissen clor allem unsere Kinder denen sie schon manche Freude bereiteten. Ein Säuseln bewegt das Blätterdach der Bäume. Es ist kühl geworden. Die Farben und das Glänzen des Sees wichen dem Dunkel der Nacht und auch die Lichter des Pavillons löschen aus. Und wer Ohren hatte, zu hören, und Augen, zu sehen, der geht still und dankbar seines Weges, dankbar für die besinnlich-versöhnende Stunde, die ihm vom Konstanzer Städtischen Orchester und seinem Solisten Panek unter der bewährten Stabführung seines Dirigenten Döhr- mann geschenkt wurde — eine Stunde, die auf baldiges Wiederhören hoffen läßt Und das nicht nur zur Sommerszeit I ,'ni ir*; i| :: '"f T J i l'-- iir. : S: Um »t;! Seite 6 / Nr. 91 SUDKUR1EK K Dienstag, 16. Juli 1946 BEKANNTMACHUNGEN Errichtung einer Dienststelle der Bad. Gebiudeversidierangsanstait lm franzö* ai&chen Besatzungsgebiet ln Ollenburg Mit Ermächtigung der Militärregierung ▼. 2t. März 1946 Nr. 198t/FIS wurde zur Durchführung der Versiehe* rung der Gebäude gegen. Brand, Explosion und Blitzschlag im französischen Besatzungsgebiet von Baden nach den Vorschriften des Badischen Gebäudeversicherungsgesetzes für die Badische Gebäudeversicherungsanstalt Karlsruhe eine Dienststelle in Offenburg errichtet. Die beteiligten Landesund Gemeindedienststellen sowie die Gebäudeeigentümer werden ersucht künftig wegen Versicherung der Gebäude im französischen Besatzungs^ gebiet sich an diese Stelle zu wenden und auch Zahlungen dorthin zu leisten. Die Dienststelle hat die Bezeichnung: ,.Badische Gebäudeversicherung* anstalt — Französisches Besatzungsgebiet — Offenburg“, erhalten. Sie befindet sich Kornstr. 5, ist unter Offen bürg Nr. 1020 an den Fernsprecher an* geschlossen und laßt Konten bei der Badischen Bank» Filiale Freiburg, der Bad. Kommunalen Landesbank (Giro zentrale), Zweiganstalt Freiburg und der Bezirkssparkasse Offenburg führen. Postscheckverbindung: Karlsruhe Nr. 4801. Karlsruhe, den 4. Juli 1946 Badische Gebäudeverslcheningsanstalt früh«*: Jretburg tftiebtichRta&e 16. iefct Xen*Iingen ftteibutg i. »i-, fiinbenburgfit, SptechR. tagl. 9—12 a. Sä. UNTERRICHT unternehmen bet notörian^ori^cn 3***1 bert in |>ausbalt u. ©ümrbeit, fl. I unter 27 978 Sübfuriet ÄonRanj. * Äutferse.!b| i t an,y jprechenb, fueint. §aushattführung 3u übcr*(ßitfrUi. SRilchicftaf. la Qualität, t>etf. nehmen. fianb fre»or5ugt. 3 u Rh t ifi* n | u - 61 062 Sübfürier ÄonRum Treibstoffausgabe Nachdem die Kontingente für den Monat Juli bewilligt sind, kann die Treibstoffausgabe bei der Ausgabestelle Konstanz ab Dienstag, 16. Juli bei der Ausgabestelle Singen ao Mittwoch, 17. Juli, erfolgen. Am Donnerstag. 18. Juli, von vorm. 9 Uhr an, wird auf dem Rathaus in Radolfzell, Zimmer 21, Treibstoff an die Verbraucher der Stadt Radolfzell und Umgebung sowie der Höri für den Monat Juli ausgegeben. An diesem Tage ist die Treibstoffstelle Konstanz (Land xatsamt) geschlossen. Die Verkehrsbe- ■willigung (Permis de' circuler) ist bei der Treibstoffzuteilung vorzulegen. Konstanz, den t3. Juli 1946 Der Landrat — Wirtschaftsamt 1. 46.) 3*!$*. “• **• --1 «i* c-t om 27. 1. 1946. Säet erteilt 3farf)£rtfeuntetr:(^t in 2a. tein eotl. ©tiedifd. 3 u iä)t. u - 6® iibturter Äimitan.j. §et(teller, Siefeteaten, «tataaf«: »’* „„.unb Samen TOaSdneilmiri Otto «n«efteltte. bie Rd ffit ben »ufbau eines «aber, »fine Screliung, fut »ft® 125 bitten taufenb um bemufterte ÜBaten. 7 Seriteietftabes iniereffteten, gefudt. ®t. 2.30X16. bringen» ge.udt. Saldi attgebate. Sdmatjroätbet §anbeIs!on. »amburget. Ronitanj, !U(atnau|ttaBe /. Scmcltun(|en „„„ Jfid.t.Sa- unter Sei.l* u. 73 492 Snbfutier Singen Ä© X'orrau-el^iTtgen/^b. I ^tetenaherianen, tüchtige, j)um ioforttgenj füguttg eines ausführlichen ficbenslauslöeiihtmotofrab, fahrbereit, gu oetfaufen — ©iniritt _geiudxi. fttela«Schiteibet, Äon*| f e5 ön ^itm« ^ans Stotflage, Sab*| nefjrne eml. Wabio ob. ^anbhatmo= Meldung der ärztlichen Hillsberufe Auf Grund einer Anordnung des Ministeriums dtes Innern in Freiburg werden alle Angehörigen der ärztlichen Hilfsberufe, wie Hebammen, Krankengymnastinnen, technische Assistentinnen, Diätassistentinnen, freie Schwestern, Säuglings- und Kinderschwestern, Krankenpfleger und Mas seure aufgefordert, bis zum 31. 7. 46 Ihre Prüfungs- und Zulassungspapiere beim Gesundheitsamt Konstanz, Marktstätte 22, vorzulegen. Wer dieser Aufforderung nicht nadikommt, verliert die Berechtigung zur Ausübung des Berufs. Diese Anordnung zur Meldung beim Gesundheitsamt Konstanz gilt für sämtliche Angehörigen der ärztlichen Hilfsberufe, die im Stadt- und Land: kreis Konstanz wohnen. Der Amtsarzt: I. V. Dr. Schäfer ® C rl t ®mn-£inJn II iiir Qcilunnen *3eit«l® ,,lets, * n mit B ulct ätflgemeinbilbung. "ittften unb StJsbäiiVa««' 3»««- fÄ^ÄVs.Ä' ÄrrtÄn SÄsabfÄis:,... ... .... . ... -*j--— -——-——I $au&geljUfin jojott gejuxt. ©ebötenj Slgatatnm blau. Ju^fia. Salmal**- 32 273 Sübfutter Offettbutg ®löbelb*tjteUer u. toirb freie SBo^nung. 93erpflegung u.j oetf. Snion (5taf, ©atmetet, Äonftanj,- Staatl. Gesundheitsamt Konstanz Ab 1.8. 46 ist die Kanzlei des Staatl Gesundheitsamts Konstanz nur noch vorm, ’von 8—12 Uhr geöffnet. Sprechstunde des Amtsarztes von 9.30—11 Uhr. Die Dienststunden der übrigen Abteilungen bleiben wie bisher Tu- berknlosefürsorgearzt Montag u. Don nerstag von 9—11 Uhr u. 15—16 Uhr, Schularzt Dienstag und Freitag von 15 bis 17 Uhr). Der Amtsarzt: I. V. Dr. Schäfer 8 gtuk^smftai^n."©abbeukl u.“Vü:I«; Zahlungsaufforderung Zur Zahlung verfallen sind: a) die Schulgelder bis einschließlich Juni 1946 für Oberrealschule Gvmnasium, Mädchen-Oberrealschule und Höhere Handelsschule, b) die Hunde$teuer für das Steuer- jahr 1946/47. Soweit eine besondere Stundung flicht bewilligt ist, sind diese Rückstände sofort zu bezahlen. Bei Zahlungsverzug muß mit der zwangsweh een Betreibung gerechnet werden. Für verspätete Zahlungen und für alle Rückstände wird nach den Bestimmun gen des Steuersäumnisgesetzes ein Zuschlag von 5 v. H. erhoben. Konstanz, den 12. Juli 1946 Das Stadtrentamt. Genehmigung zur Errichtung elne3 Fremdenheimes Fräulein Berta Waßmer in Konstanz ersucht um die Genehmigung zur Errichtung eines Fremdenheimes im Haus.» Bahnhofstraße 5, 2. Stock. Einsprachen gegen diesen Antrag sind innerhalb einer Woche, vom Tage des erfolgten Anschlags dieser Bekanntmachung an gerechnet, auf dem Rathaus, Zimmer 6, schriftlich oder mündlich vorzubringen. Das Wohnungsamt bleibt besonderer Umstände wegen bis Samstag, den 20. Juli einschließlich geschlossen. FAMILIEN.ANZEIGEN linier Dietmar l»at ein Stüter, lein feef-ommen. Xi« fflüdltdjen ©Hern fttaii 3$aula Slaier geh. fR-ennet. £er* maim SKaier, Äonftan^, S31aterftr. 39 Blattt)ia5 Sfttmanu ©in Stammfwltet ift attgefomm-eit. Xie glürflid)«tt (Sltern ©ücia ?anf geh 2Btif«r4. Xi. nteb. Setn^olb $***• Äonftan^. 4. 7. 1946. ßRofttf« »runhilbe. ©altes ©üle id?cnf unierer 9losmaric ein cchroe^ctltin 3n bantbüiev freute 5 rou STnna SKatia SRüHei gcb. Stier unb 3o*ef Hermann 9Jliiflet. 3nftl Äei^enau Ä^einftrafte 309. 5. 3uli 1946. * Sbre 35ettnablung geben nachhaglic^ fre. fortnt: ©r»tn JBalterlniel, SRartha SBelteripiel. geft. Schroff. Äonft-an^ im Sitlt 1946. banfen mir aH-en für bie etmiefene Sufmerffamteit. SBtr haben uns uermabtt: »es Xbuq ttftageit, §Ubegarb 9tst| 91guu6n geb. Äegbaaer. Snte^ina, Einbau f^obertfeei. 17. 5nH 1946. ^rau Hitit« ©teinlinger geb. ©ileitbacq. Äomtan^. ^otranftia&e 16. feiert am 17. 3ult 1946 ibten 75. 6ebutstag. $ür bie anlafeticf) unierer Setma^lung eingegangenen ©lucfnmnfche be’tjlidjften Xanf. ©uitl unb £ilo SBentnget geb «hmibt, Äonftan3, Sc^ottenftraffe 51 t 9larf) langem Seiten enitchltef gottergeben mein« liebe Scb-meftct Jrau Stert« Sdjitfel geb. 3Behin im Sttez non 63 3abren. Äenftaa^, 3uli 1946. ^titi SBeltin, SRaletmeifter, mit ungehörigen. ?Bit haben bie Sterftotbene in aflet Stille bet ©rbe übergeben unb banfen für bie STnteünaljmc. DANKSAGUNGEN (eia gioger Iroft in unfercra [(fiaxicn fieib mar bi« batsKi^e Äirteilna^me, bi« uns Stirn Heimgang meints litbtn SRannts unb gnietes Saters 3ätle. U»fti*affn«t. üuleil mutb« Slltn dn Senli^es Ctigelts Sott, lierer Trautr: ,'wxu Suife 3äfl«, g«6 6iört 9 Buk. unb Äinbti getraann CSrifta, Äbn^anj. t! Statt tes erhofften ?Btebet* fetens etbielicn mir butd) einen Äameraben bie fchmeijliche. «od» unfaBbar« Sladiricht, baß unjer fypffirungsooHer Sobn, unfet lieber Srubex Obetgefreiier griebridi Äofjbiebl nie mehr *u uns surüdle^-tt. ©r ftarb im Sebtuat 19^ im ©efan* genenlager Sabaroittje tm Elter »on 25 labten. ©ebla. ben 9. 3uli 1946. 3n tiefem 2ejb: S5ilb ia*et P 9 lSfSrauna In-^ Section 5 bts atten Hausarbeiten ’oertiaut, JtäSlennt. Soten; Ätaoier ob. SArciSm. geiu^t Äitrfef MMtieo aiaiioSÄabt?. ni|le. iu^t paff. JBitlungofteto, am Seiner gei.: JiauoS.. u. Äü^enatnlel. »aben-siben ^ Bange. lic6 !*. ffiutsljausbaU ober feeim. 3ul. Stntapparat. SBötiet., Beftr. u. ,yaiUingen. Slrbeiter. lanbm.. 34 CL, fatb., 1.58. mit Vermögen, fuebt ©inbeirat tn 2anb* nurticöaft. 3 uT 'br. u. 95 795 Sübtutiei 'JBalbsbut. ©inbetraten bieten unb Juchen Mttetftiegs=| u. SBeigenSutgct, BaSensmittelgtogi).. Sifl für iuäietes SuotÜtSmTmmen Se" »ei«-) [u^t paR. Stette als Setitetet Äonftanj. Telefon 1320. Stil fut ipaietes cpotiiajtmmmen ne .| . 5irm ö SM ., u Äonbit..S8ran4iel WoiotfaSttaS, St.e.U., 64 ccm, [eSt --=' . - —-- — u<—- ■ -uteräatten, umftänScSalSet j- »etfouf. Siil für ipaietes Spotifdjttrtmmen bringt. Slniicltung ju günjiigen Sk Singungen. mii Setpflegung, auf einia jmei litonate aS 20. 3uli. Stur ctif. ttaifig« Ätäfte mit Snuflidiet SIus6il (n. unb. etj.) f. S. SaatgeS. ju üSetn. g« ... Sludj SInnaüme 5 . 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'Bereirung geS furi-er Äonftanj. | SaürtaSSeifen 26X1,75. 3u[d)t fVnfttüt'ttönen im^ SJtöSdSau etlau6en| j ut 7 5 '3ifc6tiften”unitr"27 976| StVe'sr^lS^tt'.‘K. 1 “' , ... | MASCHINEN / WERKZEUGE eiftmaiig oüne. SperrSoIJ, opne _ ifut.l sü b { ut j e t Sonfranj. 13JtetaH»^o|tnfnöpfe, gtoj. Soften, pro ] Ufirenteininunas.SUaldiine. Sin 3ntci niere mti toenig 2«m: ,.em»ttfai>ige 9j äke j 9> jungen. Sielet Rd) Sie 95iögUd).| 21tüle 3t»t. 15.25 fofort liefetSar. effent für fol^e Spannung 220 fBolt für alle goljarten geeignete mosetne teil. Sen iniereffanten uns InRnenSen ffotSetn Sie SItnfter an. TO. ffiöRting ffiedifelfttom 3iifdir unt SS 314 an unS fpimnüone TOobei^ S_etäU|fellen._ | ißeruf Set TOoben. unS TraiRienftitlerci| u. (to., 3iH^aufen=Salingen, SSütttSg.U sinn =Rrn «Rudi Siuttoort.TicaeiloiB Snitnutfsmappe imt TOerUeieännngen in 3jä6 , ian fieRtjeit }u etletnen. - a II cr. tc lir uc -" TOoi»t. 10 SS 220 S (5( geS • 2- S,"'T r Ä0 m:s i n f Ih^oranstt ? U SnngenS geiudil. TOo. KAUFGESUCHE tteinetc TOotoren. 2-5 SS, 0 22fl S. <51 STO. 23 „tO »et Satän öS. Sotaus Sen, u. Traditenftideret <5iit Sommer, SdimSmafdiine, Bring J“ laufen oBct öS. anbete Stromart gejuxt. 3uitf»r o“ 1 * 0 ' ^ r JmmJ, 9 Mi ro ^ Äonftanj. Sosgartenrttafje 16. lernen gef. Siibfutier fionftanj. 9toä- * u. 75 496 SüSfutier Singen, ipatfnne BeuttttiS S. ’ S«»» unS «ü4enmaS|$immelsgIoSas, SpScmeriScn (Seutid) ob. 13 Sleltromotore. 6is 5 SS. 220 S. panI«_ pjioinenuoe — _.j meten gefuibt. Kottftanj, S(6t»cben.| engliM), fpmie aftrologifi«c Sitetatut • — Söe&firÄ ssi mm*. 151 SoSeniee»S»Snen. StobttSeatet Äouftanj Sntenbanr. Sttteftot §otit pan Tiemen. ,'vteiiag, 19. 3uli, 18 USt (Stammi. I): „ffias 3«r moBt“. Buitjpiel nun SSale. ipcarc, Seatbeiiung unb Snfjenietnng: fteins ffilpett. Samstag, 20., bis 3rei. tag 26. 3uli, tägl. 18.00 U«t (Stamm, fig'll—VIII) „SBas 3«t moBt". Tie fitt Samstag, 13. 3uli, gelöiten Äat, ten gelten am gieitag. 19. 3uli. Eie britte Slbonnementsratc ift jäUig. SBit Sitten um Slusgleid) an bet I«eatet. falle. Stabttbeatet ftonftaii]. (Saiiipiel beute Eienstag, 16. 3uli. Seginn: 19.00 Ubt: „Stöger SaBett.Sbtnb“ bes SlugsSutget StaEttbeatcts. TOitmir* lenbe: TOagba Äatbet. SaUettmeiftetin, Sernbarb SBofien. SaBettmeiftet, S>;= lena 0 . Cittaniga, Solotonjetin, Stejan TOolifo. Soloiänjet. Eie Tanzgruppe (12 Tänjtrinnen). Sm glügel: fjerntann Smann. Stabttbeatet Sonjtanj. 17. 3uli, 19 U«t, Sibänf Stimmen, TOeiitejmetle. Cs fingen: Bene Ätaoj=Büber, oopran, Stabttbeatet ßiegnig: änna.TOaria (5aft^fioIjmüUer, Äplotatutioptan, ßpetnbaus Jtürnberg; fjans Eonjen, Safe, Stabttbeatet 31 adieu, äm Slügel; Äätbe Siunj,Seiger, JBeite non: TOo< jort, SBcbet. Saffini, Snccini, Botfeing, Setbi. Beoncaoallo. Bisjf u. a. BRIEFMARKEN OTartenpinjetten, Stiid STO. 3.90, Jujgl. Sorto, gegen Soteinfenbaing bes Sc traqes aSjugeSen. Siftüle. BinbenSetg. Sllgäu, ifärberftrafee 7. omjetunion —Eentfdflanb. Sriefmatlen bet tufi. Sefefeungsjone tauften mit gegen Eeut'dftanb. 3talicn, Sifemeij, Cefterteiib. Soroietnnion. Sn, u. Set: lauf ganjei Sammlungen. Säge, TOaf fenmare. Cinjclftüifc. Jtadjlafetajierung, fadim. Setatung buri« bas anetlannte Spejialbaus Srtbut Stein u. Co S!aid)ad)/Sng.. DftctSetg 70. TOatlen.TOatiibnet. 20/3to«beim i. §an: nooet. Sünftige SejUgsqueHe für SBiebernctfäujbt »on Sriefmatfcn. Einneblung Heiner«: Saget jum 9te» Sennetfauf für (5e[iSäfte anbetet Stan. dien. Submig SBidc, Sottbeim/Sann. Sricfmarlen=Sa^geiibäft, beliefe« * Sammlet. Sceistifte anfotbetn. SuiSbonbtungen!. bie Sriefmatlen in ÄammiifionsDetfauf nehmen rooUen roetben »on mit bauernb Seliefeti ®ünftige Sebingungen u. bo«c Stsni fion. Sriefmatlenfa^gefibäft SB. » SBebtle, Sädingen. Sriefmatfcn aus bet tuffifdjen 3*"« liefert ju »orieilbaften Steifen. Seotg Singet, 3Ba!tersbau[en=Tbüt., ffiat * tenftrafee 11. Sriefmatfcn! 1.—. 2.—. 5.— 9?TO. franj 3anc im Stcrctblod abjugeb. geg. 2n gebot. Taufig geg. 3 c &netntarf« Se: »otjugt. Äaufe Sammlungen, EuSlci ten. audi OteitSeftänbe. Erbitte Steis- * angcSoie Softfadi 59, SfuUenborf. Siabttbeaier Senftanj. Eomtetstag, 18. 3ttli, 19 Ubt, Bieber, unb Slrienabenb SeBa 6uti, Sopran (TOümben). 3!m Flügel: ©etttub Steingäffer. Sigu« Sert. Stabms, Scgoerf. TOart, TObjati, üBeber, Serbi, Snccini. Sotoetfauf aS 14. 3uli an Set Xbeoietfaffe. Srdsgtuppe III. Sloria.Biditipiele. ?Terp bis ein'dil Eon. netstag: „Ein feltfamet Sigmud“, eine Ätiminalfomöbie »on jünbenbet SBitfung mit Sagmonb Souleau, Wi« dfele Slfa, Sujg Earrier u. a. Ein ftan?. !?ilm mit unterlegtem beutfeben Xert. Sugenb erlaubt. Seginn tDoiSen, tags 3.00, 5.30, 8.00 Ubt. Sotoerfauf ab 4 Ubt. Capitol,Biigifpiele. Eonnetstag legtmals. tägl' 3.39. 6.00 u. 8.30: „TOäbiben für STBes“. ein ooBet öeitetfeitsetfolg mit ©rete JBeifet, fieinj Salfnet, Salpb. Sitbnt SoSctts n. a. Sugenb erlaubt. 3täbt. Ctdiefter, Stabtgarienlonjeei am 16. 7., 20.00 Ubt: „Ein Guetfignitt bur* Operetten". Eintritt StTO. —.50. Stabtgartenfonjert. Eie StabtfopeBe [pielt am TOittroodi. ben 17. 3uti. »on 20.00 bis 22.00 Ubt. (Dpeteitenabenb.) Tedmifig.niiifenidiaitlidie Sorttäge. (Bei, tung Er. 3ng. R. 9B. ©unbiadi). Eiens« tag, 16. 3uli, 18 Ubt pünltticb, Staatl. Sngenieutidiute Sonftanj. Stauneggct, ftrafee 55. Saal 17. Sie Tedmif Set Elelitanentäbten. Sotttag bes ferm Et.>3na 5- 3B. ©nnbla^. Eintritt frei. Säfte miBlommen. ootbetige Sn, melbung nidit etforbetliib. VERMISCHTES ...., »on 3Betf>. y g& ulri*Senbm 5t 6 a * Sn tialptgben, mit fenben Sbncn fofortl Semuftettes Sngeboi. Otto Slifolaus, (18) Simtafens, S»üfnt. n. 28 220 Jsübturiei Äonftanj. fleifeig. felbjtänbig, für Hlebftoffe allet Sri, Eauetliefetani gef. TO. Eberiing, SeRta (17b) üb. Eonau, eidlingen. _ Sebraudisartitel aB«t Sri aus TOdaB Hol.j Bebet ober Erfafeftoffen, aud) I TOabiJen. ebrl .. fRefipoften, juifrt laufetib ju faufen. I TOefegetei füt fofort gefmbt. Semetbg. TO Eberiing, Sebla (17b) üb. Eonau,I 3tr. 3 100 Sübturiet Äonftanj. eidlingen litt««, fanbete. juoerl., jum Keinemadjcn! ääIäS®:.. .. Sibiibbaus Srumann, Äonftanj. |l'JjlL®-'”'.,? 1 - Ä ‘> ( <), t p.|Sefcnfdait6loitoeriation, ftanjörtidie in (gepft. ®efcbäft5bausbalf gefud.t. bc'djriebene Sbrema-Slotten etmünjdit. |(Sefdfäftsuntertiebmen oon tüiftt. Äauf) bre umgeftanjt metben fonnen.) 3n,l maitn, (Sid>t»Sg.). eo». Seteiligung tetejienten unrb bte ©emaftt fnt Iau,| ^, 90 000 bis 30 000 TOatf. gckdii fenb« ©eiibäfisnerbtrtbnng geboten. - unte r 9tr. 78 657 Sübfuriet fitefetbat ftnb fosmdnd)« Erjeugmtffe. * Sätfinapn . ^infamilienbaus. bübfdies. mit grofeem «btenjt Clar. Heibelberg, Hauptftr. .,0.1 (^run. B «i Sotsbam geb. Sude tlei, 001t i nes ©infamilienhauö in Sübteutjch^ grufstäfigem Herrn «egen angemeffeneU S. 3^1 „ 'si 271 Sübl Difenb Sejablung gefudt. 3nfdt. n. 37 _ ( 1H|(CrjMtöltiirf ,n-f mit »ntior ©ebäuben Sdubbaus Srumann, Äonftanj. Unfetl 3ufdt. u. 79 980 Sübf Iteberlingen ■ »ejagiung gemmr. juirnt. u. zi ^yu j «rmnbitäif eotl mit entior ©ebäuben ©eidäft ift mit bcboibl. ©euebmigunä Sausgebtlfin. erf., juoert.. f. fl. Haus«. SüSfutier Äonftanj. (5Sd «,ft6rtV non SjiHiintfrnebm,, uom 22. 3u(i bis einidl. 3. Sug. ge- |<|u«1 Stau fl Sdjmer. Xribetg/Sdm.. Sdt.ibmaldine gutetbatfen bringenb ^SLg-Babtlffenfutg Tu '“W- _ .... _- _3BaUfat|tl|tr. 6, _ „ e r u *t. fep«. teparattirbeb unb obne tauf. ob. langftiji. ju padten gri. ülng Sofef Sautet ». Go., Tapetengtofebanb» CTellCkI r ..„ _ e-ratttt. 3udnTten unter 28 2o6 Sub, u 218 014 an Dbanej. än,j.=Eipcb lang. Äonftanj. 00m 15. 7 Bas 3. 8.| STELLEN-GESUC HE L *“««* S “ n I W Ä. , v , ffteiburg i. Sr. 46 gerdloRcn. Imi., a _<__ •_ |3*ttfftfdje Bcbr&udjer febet Stt 1©runftftüd. aiöfe.. f. ©ärtnetei u. Saum -anr. 40. jahrelg. in Tup^l fen gejudjt. 3u»^nTten unter 27 6o8| ihulpn \n tSnipn nher fftnnfriü : n m 6Aoene u. Äonftanj. renber SteBung als Beiter atoft. TOaf.,| Sübfürier Äonftam’ I S “j u ^ T ^ n “ e T an Telefon 1455. SBetlftatt: Sot bet Halbe 4. Baffen Sie 3b« SBaage oon uns fadmänniidj reparieren unb jut Eiiftung notfübren. _ Xieeaatten»apotbefe Äonftanj. ®t. TO. "■ ‘ " TOit beborbttdet ©cnebmi» Steinbl. - - gun« bleibt unfete Spotbefe oom 21 tjutt bis einfdl. 4. Suguft geidloffen. „ . . , . SeiteBtc Sejepte bitten mir tedljcittg) Äaufmann, o4 3., langj., faufm. Sbt. abbolen ju rooBcn. | Bettet, bälanjudet, firm tm Sleuetm., 3>r neuen SBobnung im eigentn H»n s | bnrd Saufparen! Büdenlofe ©eiamt» 1 tenber SteBung als Beitet gtofe. TOat.,| Sübfürier Äonftanj Bager unb Setj. in beb. SBetfen, guterI Äinberfpottioagen. guietb.. «eiudt. Seftl ßjane'i H anr=Erpeb^'“'s«««« 0 T’sit' ßrgamfator, uielf umj. Ä™ttniffe im SBenjel Slaetsbutg. Untetftabiftt. 39.U nme jen.' lanbro. mit 3n»eniat (aud Ttanspotlmefcn, tatfr., umftdttge unblÄinbetbett, gutetbalten, fomplett, gef. 3j5 ein= oi>ct ogajau) su taufen obet enetg. Setfänlidfeit. fudt geeigneienl obet für 8 SBoden ju leiben. ^ufeHr.l padten gefudt Susj fann in etftfl JBitlungsftcis. audj als ©infäufet in) unter 28 192 Siibfutier Äonftanj. fübb SBetinaptetcn geleiftet roetben Sltbufttie, Hanbet u. ©enofiemjeftaft. SlAtpausapparai »on «rd-ateften geiudit. o u j*, a 17 997 an ßbaner Snj, Sngeb. u. 89 040 Sübf. TOatfborf 3uidt. u. 28 218 Sübfuriet Äonftanj. '»reibuta i. St ^ ft 1 - peiudia ©ebelgj,,. jj # j.^amilieniiaus, aud SiUa ob *“ bt <£ an 8«8»le 2anbbaus. eotl. m. fl. Banbm. b« an Softfad 364, Äonftanj. 1 - - ~ - — gt. ßtganiiatot, enetg. u. urnftdiia.lsetbitlabriBagen fabtbeteif f Sdmei» fudt SertiauensftettungJa.feit.Jvoft»*friegsbefdäbigten lampniafion beibet tton. ängeb. u. 89 013 oublut. TOatl,[ ffüfje unb rincs Sinnes) gegen gute finanjietung b. ^nftanbiefeung. Sleubau ™ft- , . , . .. Ä , nolT Ein, unb TOebriamilienbäuietn, »otj. _ , Sejablung ge|udf. 3olef Sdmtb, Äon,j aud mit aeroctblid genügten Siäumen. I Äaufmann. TOitte 30, Sttdt-Sg., engl.l ftanj, Stäbt. Ätunfenbaus, ßft II. 3n geeigneten »ätten bei 30% Eigen, u ftanj sptadfetmtt^ SusIanSsci» eiegeftufet gegen gute Sejablung gefudt. fapitol lofottige 3mifdenfinaftjietung.| tfbt., _ftd. geroanbtes_ Suttt.. guter | -- • - - hoher 9ln,v. hie auf SUunidj aud) in erftll. fübb. 3Certpapieren gcleiftcl roirb. in 33aben ater SBünlcmberg gej. Bufcht. u. S17 997 an Dbanej. &n3.f ©jpeb.. ^reiburg i. ©af6, 9leftautant. 5oiel t oon Äonbitor. meiftet qU pachten aber taufen geiu$l. ©egenb gleich. Bttl^t. u. 59 81.3 Süb* Bufchr. u. 56 789 Sübturiet Äonftanj Ceffcntliche Sprechtage nachmittag uon 15 bis 18 Uhr tni l* 1 * ** ***1 ^öUnet.lßebensmittetgcfchäft. Sobcnieeort. guter Äonftanä, aLtenenbergfiraße 1 (Üaten)| 16 -| ^51ah, mob. einger., oermieten. 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' TOetaU. Holj unb Bebet laufen roirl u . 79979 eübturier Ucberlingen. Ianjenb._ uob^ uberneebmeu: _aufeerbcm | TOefegetei ju laufen, padien obet Stc! , ^ TOefegetei, i'udt lädt. TOcfegcr» mciftet. pol. unbclaftet. 3nfdt. u. 819 an Sübmetb, 3lnn.»Eip., Sdjroenningen a. S fid im eigenen Snieteff« jut Suftcdt-I fdtiften unter St. 71 552 SübfurietI• ^Snftem 1 Sifttet'*obct Sidter |5»dman*. auiotiSetlet. fudt mi! Äa v .. , ■ --- -— etbaltung ifetet Setftdetungen. Eie »Eonaueidtngen. J. *- t 0 l bis STO. 100 000.-. Äaui, Sadt! „'' iu '? r , Subfutur Äaminn IBiebetberfteBung eines ununteibtode»Igadmann fut ffätberei u. HanbrocbeteiLober Seteiligung an Hotel, ©aft, ob« ?In . bK 9trttn Snrgetmcifter! Sude für nen Sctfideningsfdufees rotrb and betl pan Xeppiden unb ® e!otflti »nsftoiien|3 ®0 Tet “ c ™l Setanügungsftätte. 3u : dt. u. 60 25S BETEILIGUNGEN ©. m. b. $.*{firmenmantel gef. Slngeb * u. 70 575 Sübturiet Stellingen. 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Äeßet. 91tet$betm, Schütten ftrafte 7, gegen Belohn ung._ GEFUNDEN BfUeebauktafibe, btauite. 9bjubPlen Äonftanj. Sfeuftaufetfttafee 8. VERANSTALTUNGEN SUCHDIENST Wer kann Auskunft geben? Jamilie # 3ohaatt Sthenbjielflrj aus £är» henbag. Äreis ©leimig/OberfchleRcn. 9lathricf)t /?ran^ Sdjenb^ielotj. 3. 3** * ©utshof 3leü-enburg bet Stodad}. tllbert §ofmeiet, geb. 17. 5. 23, »eimiRt feit 13. 1. 45 in ©ogolo». Stets $asto. Slobert ^jofmeier, Stehringcr* hof. ßangenoibnach, ft?oR SleuRabt (Schmar^malbl. $ißgvitnm Sari ^einj, geb. 4. 10. 21, aus Berlin. 3®^^ »icfttißer 9lus* funft erbitte ich 3lad)ticbt. 5ßcr fennt feine jet>ige Stitfchriff? ©mi §ei^ntann'. Tri&etg'Sd)».. ^auptRraRe 6. 0»©efr. «Bißi Werf. ^P«. 07 312, 17. 3>anier*Xt»., 2. 2lachri^tcnabtlg. 27. 3ulc$t in. bet 9?ähe »on aRahr.’CRrau u. ; t mar am 19. 4. 45. Sultus Sautcr, Äöftftö*’. 9?teterburggaffe 8. ©efr. SBillt ßiitfe, sulcht beim tedm. Stl. ©gingen b. Sälingen/$oh«tt5. ^Hagbalene Sinfe, Äonigsfötbe 4, Ät. * .?»ameIn*Tteumont. Seitnant Slanfteb Sag, fjpn. 23412. fiepte 9ia(hrith-t »om 19. Suni 44. SJiit* telabiihnitt bei DRfront (Steobuilf). IVrau §erta §ug. ^agnau, Sobenfee, •SecftraRf 150. tlffü. »yrani Slönch, geb. 30. 1. 20 in fteirfjenRcin/Sßfrtbg. 2eh4< *CoR 18. 2. 45. !)3ilau. ©infah faßte in ÜBoimbitt erfolgen. 3ßer befanb Reh auf b. Irup« pentransport ». 13. 2—17. 2. 43 »an Stettin nach Slflau'CR»!.? Ääthe * 9J?öttrfi, 8leichcnRein ü. ©hingen/SBttb. CRpreunen! Suche meine ©Item Äarl unb Hmalie Xubba. ©rünheibe, Ätcis Sohannisburg, Cftpr. fiubmig Xubba, 9?cr!orgungsfranfenhaus Dchfenhauien* 9T?üritbg. ©eft. Äarf ©aagef, #pn. 05.360 21, Bta* fingrabfämofer, leftte 9?adiridit 1. 1. 43 ©lUabeth ©augel. Ächten, Äreis * Tcitnang. Stabsaefr. S2tto Jytfihfr. geb 2te 3. 00, S^sbaAmalbcn. wohnhaft Schopfheim, 2l?iefental. I^on. 43043 fiehte ^«chri-ftt ^rerntb Bei Zaaemborf. warn 6. 2. 45. 7?r«u fiina ftt'djer. ®efila üb. Xonau* pfchinaen. UH?. Stetter 26äaeler, ach. 20 2. 17. ftpn 19913 flacht. 20. 9. 43 aus fl?arRlieto?foje. 40 frn »eRI. Sein* in. ftfran 3tetia SPäqetet. 2kltersmetl, ft>oR ©riehen. Smt Sßalbshut» * Späten (17hl fie«t!t«nt «*»rl Weier, 3fpn. 05334 ©, T^eob *Cfr:.Tier im 2frt.*fle£rt. 219. »et* miht feit 18. 11. 44 im flamm? ^>ri* ^n^ir^en- ^mmenbori (flhl). Äarl fl?eicr (23) 7burg ffrann.) fljünfter* ftrahe 41. ßaefr. ^erthslb Trüb», Ifan. 167386, lettre flachricht 28. 1. 45.’^rau ^erta Trüb» fl7b) fllinfeln üb. Schopfheim, TrisRiate 10. ßnefr. Hermann WÄßer. geb 28.9. 23, fi 39760 figft>a fianbshut. ßeh lc flnrfjrifftt 13 4. 45 aus fleubibetg (Würrchen J STmtemarte ÄlajTeit. (Ui) * flufesheim fljttba fieonbergerftr 2.5. Siitbat Äalter <>eß»ig. %pn. 09977 2te Ieht ©in r ah Sept. 44 (95ogeien). JVrift Änöbln-h Äf<*ngen b Sißingen r Sd)w., * ^an«; flr ?;« ©efr flaasft ©noefter a 3?reiburg i. St. ^»n. 17287 (»orter 280M). tulefet in Äurlonb. fl<*nm Tuffum. lehfe flachr. nom 15. 2 45, 3frau flfarffta ©ngeffer, 3?retbutg -2 >t ÄlaT^ftr. 73.2. Ufte. 3tö*j Äiefet, ^»n 46718 ©. Sekte flarfjri'hf 17 2 45 Cfipreuften. 3rtau fiuiie Bieter. 3eg 10. J?etb».?flr. 33458 ff Ir^lbmebel Cub»ig flTn^hi'i^ flüihrcfit 4 3 45 aus flnuböcfi. ^Rotmetb. flblb.. ©i*el. l?rau Älaro Äiefer. Offenburg ©bert* * »Ich? 15. Ebermfr. Ua*»nft SchaHbein geb. 14 <■'«.’ 19^8 aus fieutfceiler b. J^teibutn 'flr.. Sntttetmeifter »on fleruf. ruf flnmc« nten. ftfon. 1117?© ©^rg rhultbeip. fieinnrif*? h. ^vteiburg flr. Jfpn. S 51 6^4 fftftaf:$at *). Cbergeteeifct Zah* fllie!av»b. lebte flachr. 1|. 3. 46 nmt fletershoten bei fllahrif