I « rORKeCiStOTK SUDKURIER t JAHRGANG • TAGBLATT FÜR BODENSEE . SCHVARZWALD UND DAS OBERE DONAUGEBIET • NUMMER 120 Erscheint vorerst Dienstag and Freitag . Adresse: Konstanz, Rosgartenstr. 12 Telefon: Redaktion, Verlag u. Anzeigenabtlg. Nr. 924,925. 1130; Vertrieb Nr. 562 KONSTANZ FREITAG 25.0KT0BER 1946 Einzelpreis 20 Pfg Abonnement bei der Post 1,74 M., durch Träger 1,60 M Anzeigenannahme durch alle Geschäftsstälen and Agenturen des Südkurier Berliner Spiegel Telegramm unseres Berliner A.G. - Korrespondenten Berlin. Zwei bewegte Nächte sind für die Berliner unmittelbar aufeinander gefolgt: Die Wahlnacht vom Sonntag und die Nacht der Aufregungen und Gerüchte in den östlichen Vororten von Montag auf Dienstag. Während Berlin noch völlig unter dem Eindruck der Wahlergebnisse ftand, wurden Montag nacht zwischen 2 und 4 Uhr zahlreiche Familien der östlichen Fabrikgegenden durch die Aufforderung überrascht, sich für eine sofortige Abreise nach auswärts bereitzuhalten. Vor ; Wohnhäusern der östlichen Vororte Köpe- nik, Oberschöneweide und Lichtenberg erschienen Lastwagen zum Abtransport von Möbeln. Packer begannen sofort mit der Verfrachtung des Mobiliars. Bei den Beteiligten handelt es sich um Facharbeiter und Angestellte industrieller Betriebe •. Samt Familien. Vor allem sind die Aska- • nia-Werke für Optik und Feinmechanik, die Gema, die Kreiselgeräte wie Richt- und Visiereinrichtungen herstellt, und das Kabel- und Röhrenwerk Oberspree betroffen. Die Aufforderung zur Abreise ging teilweise auf Verpflichtungsscheine vom Frühjahr vorigen Jahres zurück. Dienstverpflichtungen durch die Besatzungsmacht sind an und für sich durch den Befehl des Kontrollrats Nr. 3 vom Januar dieses Jahres möglich. Eine Funktionärversammlung der Sozialdemokraten nahm noch gestern eine Protestresolution mit einem Appell an die Welt. und die Berliner Arbeiterschaft an. Begreiflicherweise wurde in der noch erregten Wahlatmo- späre durch diese Aktion starke Aufregung hervorgerufen. Der Erfolg der SPD wird als Auftakt *um völligen Umbau der Berliner Verwaltung betrachtet, welche bis jetzt im wesentlichen von der SED besetzt war. Eine Ähnliche Wandlung wird in der Leitung des Gewerkschaftsbundes erwartet. Die Berliner Verfassung schreibt vor, daß der Magistrat aus Vertretern aller Parteien gebildet wird, doch erwartet man für eine Mehrheitsbildung ein engeres Zusammengehen der Sozialdemokraten und der CDU. Der „Tagesspiegel“, das Blatt des amerikanischen Sektors, empfiehlt in einem Leitartikel sogar den Versuch einer engeren Verbindung von SPD und CDU zu einer großen sozialistisch-demokratischen Vereinigung. Die politischen Gespräche gehen aber vorläufig eher in Richtung einer Zusammenarbeit von Fall zu Fall ohne Bindung, auch weil in der Schlußphase des Wahlkampfes heftige sozialdemokratische Angriffe auf die CDU stattfanden. * 5 Berlin. Die sowjetisch lizenziert«» Zeitungen in Berlin drucken beute folgende Meldung ab, die dem ADN., dem Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst (russische Zone. Radio) zugeschrieben Wird, der kürzlich von der sowjetischen Militärregierung lizenziert wurde: „Der Vorsitzende der Leitung der Berliner Gewerkschaften, Chwalek, erklärte unserem Korrespondenten, daß er sich gestern an einen Mitarbeiter der sowjetischen Kommandantur um Aufklärung über die Abreise deutscher Spezialisten aus Berlin ge- wandt habe. Ihm wurde geantwortet, daß in den letzten Tagen tatsächlich einige Gruppen deutscher Ingenieure und Techniker auf Grund von Vereinbarungen mit sowjetischen Wirtschaft suntemehmungen eur Arbeit in Industrieuntemehmungen der Sowjetunion abgereist seien. Englands Standpunkt zum Deutschland-Problem Große außenpolitische Rede Bevins vor dem Unterhaus > London. Außenminister Bevin hielt am vergangenen Dienstag vor dem Unterhaus eine Rede über allgemeine internationale Angelegenheiten. Der britische Außenminister ging auch auf das Deutschlandproblem ein und erklärte: „Ein Abkommen über Deutschland ist zugleich der Angelpunkt der Beziehungen zwischen den vier Mächten und unsere Gelegenheit, einen dauernden Weltfrieden herzustellen.“ Er fügte hinzu, daß entweder England darauf sehen müsse, daß das Potsdamer Abkommen als Ganzes eingehalten werde „oder wir müssen ein neues Abkommen haben.“ Die deutsche Industrie spiele eine wichtige Rolle in der europäischen Wirtschaft. Es sei nicht die Absicht Großbritanniens, diese Industrie zu verkrüppeln, es sei denn, daß sie zu einer Gefahr für die Sicherheit würde. Die grundlegende Voraussetzung des Potsdamer Abkommens sei, daß Deutschland als wirtschaftliche Einheit behandelt werde. Daraus ist zu folgern, daß keine Reparationslieferungen aus der laufenden Produktion stattfinden dürfen, solange ein Defizit in irgendeiner anderen Zone besteht. Dies sei eine Situation, die nicht fortdauem könne. Die Behandlung Deutschlands Bevin gliederte den britischen Standpunkt zur Behandlung Deutschlands in folgende Punkte: 1. Politische Voraussetzung, welche die Garantie dafür gebe, daß die Welt gegen jeden Rückfall Deutschlands zur Diktatur oder einem Wiederaufleben der deutschen Aggressionspolitik gesichert ist. 2. Wirtschaftliche Bedingungen die es den Deutschen und der Welt ermöglichen, aus der deutschen Industrie und den deutschen Hilfsquellen Nutzen zu ziehen. 3. Einen auf dieses Ziel ausgerichteten Verfassungsapparat in Deutschland, der für das deutsche Volk annehmbar ist und infolgedessen Bestand haben' wird. Großbritannien wünsche eine deutsche Verfassung, welche die beiden Extreme „lose Föderation autonomer Staaten“ und „einheitlicher zentralisierter Staat“ vermeidet. Gewisse große Fragen sollten nur einer Zentrale belassen bleiben, während regionale Einheiten ausschließlich für alle übrigen Probleme zuständig sein sollten. Die deutschen Grenzen Eine andere wichtige Frage, die diskutiert werden müsse, sagte Bevin, betreffe die deutsche Grenze. Frankreich wünsche die Saar in ihr wirtschaftliches und verwaltungsmäßiges System einzugliedem, ohne sie formell zu annektieren. Es schlage ebenfalls vor, daß das Rheinland als verschiedene aufgeteilte Staaten oder als einzelner Staat abgetrennt werde und daß das Ruhrgebiet ebenfalls von Deutschland getrennt werde. Bevin erklärte, daß die britische Regierung bereit sei, den französischen Vorschlag über die Saar anzunehmen, die französischen Reparationsforderungen müßten danach eingestellt werden. „Während wir Frankreich in bezug auf die Saar untersützen, können wir dies bei seinen Vorschlägen über das Rheinland und die Ruhr nicht tun. Wir sind der Ansicht, daß Vorkehrungen getroffen werden können, welche die französische Sicherheit befriedig«».“ Der britische Außenminister ging dann auf die polnische Grenze ein und erklärte, es sei unausbleiblich, daß eine solche Generalversammlung derVereinten Nationen eröffnet Begrüßungsansprache Trumans New York. Die zweite Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde in New York vergangenen Mittwoch durch den Präsidenten Spaak eröffnet. Nach den Begrüßungsworten des Präsidenten ergriff der Präsident der USA, Truman, unter stürmischem Beifall das Wort. Er bezeiebnete einleitend die Tagung der UNO als Symbol dafür, daß die Vereinten Nationen die Politik der Sicherheit nicht aufgegeben haben. Er betonte, daß die Vereinten Nationen das Mittel zur Erhaltung des Friedens in der Hand haben. Die Nationen werden vor der Lösung der Probleme nicht zurückweichen. Der Präsident wandte sich mit großer Schärfe gegen die Gerüchte von der Möglichkeit eines neuen Weltkrieges. Alle Völker der Welt wissen, daß es nur einen ■Wirklichen Frieden geben kann, wenn er Gerechtigkeit für alle gibt, also Gerechtigkeit für die großen und die kleinen Nationen. Die Abmachungen unter den Alliiert«» können, so fuhr Truman fort, nur von Dauer sein, wenn sie nicht von einer einzigen Nation den andern Völkern aufge- iwungen werden. Diese Abmachungen können nicht auf Kosten der Sicherheit, Unabhängigkeit und Integrität irgendeines Landes in die Tat umgesetzt werden. Jedes Land müsse zu Zugeständnissen bereit sein. Die USA würde auch in Zukunft mit allen Mitteln dazu beitragen, daß der Sicherheitsrat über genügend Kraft zur Verhinderung jedes Angriffskrieges verfüge. Eine Byrnes-Erklärung Washington. Der amerikanische Außenminister Byrnes erklärte auf einer Pressekonferenz in Washington, daß er bereit sei, nach Beendigung der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit dem Au ßenmini st errat nach Europa zurückzukehren, falls Molotow in eine Erörterung der Friedensverträge für Deutschland und Oesterreich einwillige. Der Außenminister gab weiter bekannt, daß er nicht bereit sei, vor der Sitzung der Außenminister am 4. November, auf der die deutsche Frage endgültig besprochen werden soll, einem weiteren Treffen der Außenminister in Europa zuzustimmen. Er «“klärte ferner, daß das US- Außenministerium auch denjenigen Staaten, die in der sowjetrussischen Einflußsphäre liegen, eine wirtschaftliche Unterstützung nicht verweigere. Er werde eine solche Unterstützung jedoch denjenigen Staaten nicht zukommen lasse», welche eine amerikanische Anleihe als einen Versuch, Europa zu versklaven, bezeichnen. Massenemigration, wie sie von Polen nach Deutschland stattfindet, eine starke Reaktion in Deutschland hervorrufe. „Wir sehen keinen Grund, weshalb wir endgültig die Abtretung dieses großen Gebietes an Polen anerkennen sollen, ehe wir davon überzeugt sind, daß freie Wahlen in diesem Gebiete stattfinden können. Wir wollen ebenso versichert sein, daß es Polen gelingt, dieses Gebiet so zu entwickeln, daß es nicht eine Wildnis wird, aus der die Deutschen ausgesiedelt wurden und das die Pol«» nicht bevölkern können. Griechenland und Dardanellen Bevin ging dann auf Oesterreich ein und erklärte, daß dieses Land so bald wie möglich seine Unabhängigkeit erhalten müsse. Anschließend kam er auf Triest zu sprechen und erklärte, daß England bereit sei, seine Truppen während der Ueber- gangszeit, in der die grundleg«ide Struktur dieses neuen Staates aufgebaut werde, zur Verfügung des Sicherheitsrates zu halten. Englands Interesse an Triest sei lediglich auf den international«» Handel beschränkt. Er hoffe, daß Jugoslawien seinen Standpunkt in der Triester Frage rückgängig mache und nicht denselben Fehler begehet» würde, in den Italien nach dem ersten Weltkrieg verfallen sei. Zum Thema Griechenland erklärte Bevin: „Wir haben unser Aeußerstes getan, um Griechenland neu aufzubauen, wir wollen es nach der großen Verbundenheit, die zwischen uns bestand, nicht im Stich lassen, die von außen kommnede Einmischung in Griechenland muß aufhören. Wir werden unsere Truppen so bald wie möglich aus Griechenland zurückziehen.“ Bevin stellte anschließend fest, daß, wenn der sowjetische Anspruch auf einen Stützpunkt in den Dardanellen durchgesetzt würde, dies nach britischer Auffassung eine Einmischung in die Souveränität der Türkei darstell«. Eine weitere Diskussion dieses heiklen Themas sollte auf ein«: internationalen Konferenz stattfinden. Was Aegypten angehe, erklärte Bevin, sei Großbritannien durch die inneren politischen Schwierigkeiten dieses Landes gehemmt. Der Einwand, daß England die Völker des Mittler«» Ostens ausbeute und unterdrücke, sei barer Unsinn. England wünsche auch ein geeintes Persien, das seine Unabhängigkeit frei von ausländischer Einmischung bewahre Wenn dies von allen Ländern beachtet werde, dann gäbe es in diesem Land keine Konflikte. In seiner großen Unterhausrede ging Bevin auch auf die Pariser Konferenz ein. Es sei versucht worden, die Konferenz zu einem Forum für Propagandareden zu machen, und einige Staaten hätten die Gelegenheit wahrgenommen, frivole Anschuldigungen gegen die andern vorzubringen. Die Konferenz habe zu dem Schluß geführt, daß eine Teilung zwischen Ost und West bestehe. „Eine solche Teilung muß, und 1 dessen bin ich sicher, kann auch verhindert werden.“ Es sei auch notwendig, daß der Nervenkrieg aufhöre. Abschließend erklärte Bevin. das kommende Treffen in New York müsse die Bereitschaft zutage treten lassen, die berechtigten Interessen anderer anzuerkennen und die nationalen Interessen dem Allgemeinwohl unterzuordnen. Pariser Echo Paris. Ein Sprecher des französisch«» Außenministeriums erklärte, die erneute Versicherung Bevins im Unterhaus, daß Großbritannien dem Vorschlag Frankreichs auf wirtschaftliche Angliederung des Saargebietes an Frankreich zustimmen werde, sei von Frankreich mit Genugtuung aufgenommen worden. Die französische Presse nahm die außenpolitische Rede des Außenministers Bevin je nach ihrer Parteirichtung unterschiedlich auf. Während Bevins Unterstützung des französischen Vorschlags über die Saar beifällig begrüßt wurde, rief seine Stellungnahme gegen eine Abtrennung des Ruhrgebietes und des Rheinlandes von Deutschland bei den Zeitungen der Rechten und der Mitte resignierte Enttäuschungen hervor. Das Vetorecht im Sicherheitsrat Reden von Attlee and Churchill im Unterhaus London. Der britische Premierminister Attlee eröffnete den zweiten Teil der Unterhausdebatte ebenfalls mit einer Erklärung zur britischen Außenpolitik. Jedermann, so meinte Attlee, müsse für die Größe der Aufgabe Bevins Verständnis haben. Neben den größeren Problemen, nämlich der Zukunft Deutschlands und Japans, gibt es Berichtigungen in den Beziehungen europäischer Staaten rorzunehmen. Er kam dann auf das I Vetorecht im Sicherheitsrat zu sprechen und erklärte, daß dieses Recht in jeder geringfügigen Angelegenheit geltend gemacht wurde, das mache den Wert des Sicherheitsrates gleich Null. Es sei bedauerlich, daß der Sicherheitsrat zu einem Propagandain- strument benützt werde. Attlee unterstrich den erzieherischen Einfluß der Pariser Debatten. Wenn man aber den Frieden hersteilen wolle, so müsse den wirtschaftlichen Fragen die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet werden wie den politischen. Wir glauben, so sagte Attlee, ebenso wie auch die Sowjetunion, an die Kontrolle des wirtschaftlichen Lebens eines Volkes, Demgegenüber aber bestünden zwischen der Sowjetunion und Großbritannien »lntersdried- liche Auffassungen über den Wert der persönlichen Freiheit und den Begriff der Demokratie. Der Premierminister kam dann auf Spanien zu sprechen und bemerkte, daß er das Franco-Regime ebenso wenig schätze wie che andern im Unterhaus. Aber alles Beweismaterial deute darauf hin, daß Drohungen und Eingriffe von außen her das Franco- Regime nur gestärkt haben. Abschließend erklärte Attlee: Wir trachten nicht danach, unsern Standpunkt irgendeiner anderen Nation aufzudrängen, wir versuchen ein Beispiel dafür zu geben, wie individuelle Freiheit und die Interessen der Gemeinschaft in unseren internationalen Beziehungen miteinander in Einklang gebracht werden können. Winston Churchill als Oppositionsführer griff ebenfalls in die Unterhausdebatte ein. Er erklärte, es entspräche nnr dem gesunden Menschenverstand, daß die Deutschen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und ihre eigenen Angelegenheiten in Ordnung bringen, immer unter der Voraussetzung, daß eine wirksame Abrüstung durchgesetzt wird. Zu der Erklärung Bevins daß die deutsche Großindustrie verstaatlicht werden soll zitierte Churchill, man könne nach seiner Erfahrung sicher stein, daß, wenn die Deutschen in der Lage sind, ihre Angelegenheiten zu regeln, sie sich zu keiner Politik hingezogen fühlen werden, die ihnen von Ausländem auferlegt äst Im Verlaufe seiner weiteren Ausführungen richtete Churchill die Frage an das Unterhaus, ob es wahr sei, daß im besetzten Europa gegenwärtig mehr als 200 russische Divisionen stehen. Auf diese Frage antwortete der Staatsminister, daß er nicht sagen könne, ob Churchills Informationen über die Zahl dieser Divisionen zutreffe. Keine zentrale deutsche Finanzverwaltung Berlin. Ueber einen Entwurf zur Begrenzung finanzieller Monopolbildung und zur Errichtung einer zentralen deutschen Finanzverwaltung für alle Zonen konnte bei der 44. Sitzung des alliierten Kontrollrates in Berlin keine Uebereinstimmung erzielt werden. Der von amerikanischer Seite unterbreitete Entwurf sah die .Liquidierung der deutschen Großbanken und die Dezentralisierung des gesamten Bankwesens durch Rückführung auf den Status von Länderbanken sowie die Bildung eines alliierten Bankenrates und eines zentralen Bankausschusses vor Die britischen und französischen Mitglieder des alliierten Kontrollrates hatten der Annahme des Entwurfes zugestimmt, aber der Sowjetdelegierte bestand auf vollständig« Auflösung d« deutschen Bankmonopole und «klärte, daß die Dezentralisierung durch Rückführung auf den Status von Länderbanken eine unzulängliche Maßnahme sei, da sie nur eine Teillösung des Problems darstelle. Papens Gesuch abgelehnt Berlin. Der Antrag von Papens auf Einreisegenehmigung in die britische Zone wurde von d« britischen Regierung abgelehnt Damit wurden allen drei in Nürnberg Freigesprochenen der Zuzug in die britische und in die französische Zone verweigert Franz v. Papen v«ließ am Mittwochnachmittag um 16 Uhr den Nürnberg« Justizpalast und begab sich in die Wohnung des Direktors d« Nürnberger Kriminalpolizei, Karl Adam. Er wird sich bis auf weiteres dort aufhalt«». Heinrich Hoffmann verhaftet Nürnberg. Heinrich Hoffmann, d« ehemalige Leibphotograph Hitlers und Schwiegervater Baldur von Schirachs, wurde von der deutschen Polizei in Nürnberg verhaftet Er wurde bis zu seinem Erscheinen vor ein« Spruchkamm« in Schutzhaft genommen. Wahlen als Bekenntnis Von Friedrich Munding Die Gemeinde- und Provinzialwahlen in den verschiedenen Teilen Deutschlands finden in der Weltpresse eine größere Beachtung als früher manche Reichstagswahlen.' Sie verdienen sie auch. Sie sind mehr als eine Option für die eine oder die andere Partei oder Parteischattierung. Sie sind ein Bekenntnis, nämlich das Bekenntnis für einen neuen Staat auf neuen moralischen und politischen Fundamenten. E s ist höchst befriedigend, daß 70 oder 80 Prozent der Wahlberechtigten sich zu diesem Bekenntnis entschlossen haben. Rechnet man die politisch Uninteressierten ab, so bleibt eine ansehnliche Mehrheit übrig, die willens ist, an der Neugestaltung der Dinge verantwortlich mitzuwirken. Das ist viel: es ist wohl sehr viel mehr, als erfahrene Politiker zu hoffen wagten. Wer den Wahlgang von Anbeginn aufmerksam verfolgte, konnte leicht feststellen, daß die Parteien zunächst völlig im Dunkeln tappten. Man konnte mit Apathie infolge des physischen und psychischen Zustandes der Bevölkerung rechnen. Die Not ist groß und die seelische Erschütterung infolge des Zusammenbruchs ist gar nicht auszumessen. Wäre es verwunderlich gewesen, wenn eine Mehrheit abwartend oder widerwillig beiseite gestanden hätte? Wäre es verwunderlich gewesen, wenn vielleicht nur 30 oder 40 oder 50 Prozent der Wahlberechtigten sich zu einem positiven Bekenntnis aufgeschwungen hätten? Zumal man im öffentlichen Leben auf Schritt und Tritt auf Menschen stößt, die angesichts der unübersehbaren Schwierigkeiten, eine neue Ordnung zu schaffen, resignieren oder die alles politische Bemühen, auch das redlichste, als Klopffechterei betrachten, weil ja doch alles Entscheidende von außen bestimmt wird. Es wäre auch sehr töricht zu glauben, das nationalsozialistische Erbe sei infolge der äußerlichen Entmachtung schon völlig aufgelöst. Es handelt sich dabei durchaus nicht nur um die parteipolitische Gebundenheit Es handelt sich um eine in Generationen in frevelhafter Berechnung und Torheit entwickelte Mentalität, die nur in langer Zeit überwunden werden kann. Wäre es verwunderlich gewesen, wenn diese Mentalität sich in passiver Resistenz, in Obstruktion in Form der demonstrativen Wahlenthaltung geäußert hätte? Es hätte hiezu nicht einmal einer Vereinbarung einer organisierten Willensbildusg bedurft Die Wahlen war«» frei und der Boykott der WaMen wäre ein« Kundgebung gewesen, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig gelassen hätte und die direkt nicht zu bekämpfen gewesen wäre. Wer nicht wählte, um der neuen Demokratie das Odium der Hohlheit zu verschaffen, und wer seine Bekannten dazu anhielt, wäre unerkannt geblieben, denn die Wahlen waren geheim. Es kam hinzu, daß die Parteien kein fest« umrissenes Programm präsentieren konnten. Noch ist nicht einmal der Rahmen ausreichend bekannt, in dem sich ihre Arbeit abwickeln kann. Wie 60 ll man da mit einem festen Programm auftreten? E$ gehörte also ganz auß«orde&tlich viel guter Wille dazu, mit der Stimmabgabe für die eine oder die andere Partei einem neuen Deutschland auf neuer Grundlage eine Art Blankovollmacht auszustellen. Denn darüber konnte auch beim primitivsten Wähler kein Zweifel sein, daß die Vertrauenskundgebung für eine der zugeias6enen Parteien ein freies Bekenntnis für ein demokratisches Deutschland und damit eine völlige Abkehr von den bisherigen politischen Gepflogenheiten war. Die Parteien machten daraus auch keinen Hehl. Sie stellten sich in die6« Hinsicht auf den Boden der Tatsachen, anerkannten die Realität und keine machte auch nur den Versuch durch Zweideutigkeit dieser Realität etwas abzulisten oder abzuzwingen. Das ganze Gewicht dieser Entscheidung überblickt man erst, wenn man die politische Situation von 1919 dagegen hält. Große Teile des Volkes — vielleicht war es sogar der größte Teil — waren innerlich überzeugt, jener Krieg sei tatsächlich gar nicht verloren worden. Der Zusammenbruch sei auf eine geheimnisvolle Verräterei zurückzuführen. Wie konnte man d ann dazu kommen, nach den Ursachen der Niederlage zu forschen oder gar die Revision aller überlieferten Anschauungen zu verlangen, ua ähnliche Katastrophen unmöglich zu machen? Der alte imperialistische Geist war erhalten geblieben, die „große Chance", die Deutschland damals gegeben war, blieb ungenützt, die zunächst zaghafte, dann Immer kühner werdende Reaktion der privilegierten Schichten trat immer offener in Erscheinung und — che Folgen haben wir vor Augen, Wo ist heute einer, dem geglaubt würde, dieser Krieg sei nicht verloren worden, oder sei durch irgend einen merkwürdigen Verrat verloren worden? Ein Wald von Kreuzen vom Kaukasus bis zu den Pyrenäen bezeugt den Opferwillen eines unselig verratenen Volkes. Und die Wahlen, so belanglos sie scheinen, bezeugen, daß diese Anschauung in aller Stille Gemeingut: gewor- Seite 3 / Nr. 120 SÜDKUBIER Freitag, 25. Oktober 1948 den ist Dieses aber i6t die historische Voraussetzung für eine fruchtbare Arbeit in einem neuen Geiste. Bemerkenswert erscheint noch ein anderes, nämlich die augenfällige Abkehr von der dialektischen Politik, von problematischen, überspitzten Doktrinen und auch hierin die entschiedene Hinwendung zur Realität. Die Deutschen sind das Volk der Ismen und das hat ihnen schon viel Unsegen gebracht. Die Massen sind heute ernüchtert, die Ideologien haben ihre Kraft verloren; die Menschen wollen leben und sie sind willens dafür zu arbeiten und fragen nicht, obs nach diesem oder einem anderen System gehe. Die große Planung, die kollektive Anstrengung wird ebenso notwendig sein wie der letzte individuelle Einsatz, und es wird schwer sein, Grenzen zu bestimmen. Auch darin waren die Wahlen ein Bekenntnis. Insgesamt war ihr Verlauf und ihr Ergebnis, wie wir es aus der genaueren Kenntnis in der französischen Zone beurteilen können, so, daß es gerechtfertigt ist, die begonnene' Arbeit mit guter Zuversicht fortzuführen. Weitere Inhaftierte in Nürnberg Nürnberg. Im Zusammenhang mit den für November geplanten Prozessen gegen Naziärzte befinden sich im Nürnberger Ge- richtsgefängnis folgende Personen, die unter dem Verdacht stehen, an medizinischen Experimenten mit lebenden Menschen beteiligt gewesen zu sein; SS-Gruppenführer Professor Dr. Karl Brandt, Reichskommissar für das Sanitätsund Gesundheitswesen: Der ehemalige Generaloberstabsarzt, Heeresinspekteur und Chef deg Gesundheitswesens des Heeres, Professor Dr. Handloser, ferner Professor Dr. Restock von der Berliner Charitö und der Professor der Orthopädie Dr. Gebhard. Außerdem befinden sich verschiedene Industrielle in Haft, unter anderem Siemens, Fletsch und Reichsbankdirektor Puhl. Die im Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher aufgetretenen Zeugen SS-Führer General der Polizei Erich von dem Bach-Ze- lewski, Otto Ohlendorf, Reichsminister SS- Obergruppenführer Dr. Heinrich Lammers, Reichsminister und Reichsbauernführer Herbert Backe sowie die Generale Karl Heinrich Bodenschatz, Heinz Guderian und der ehemalige Generalfeldmarschall Erhard Milch sind ebenfalls im Gerichtsgefängnis inhaftiert. Daluege zum Tode verurteilt Prag. Der ehemalige Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, Kurt Daluege, wurde von dem außerordentlichen Prager Volksgerichtshof zum Tode durch Erhängen verurteilt. Daluege war schuldig befunden worden, Massenexekutionen an tschechoslowakischen Staatsbürgern als Repressalien für die Ermordung seines Vorgängers Reinhard Heydrich im Jahre 1942 und die Zerstörung der tschechoslowakischen Orte Lidcie und Lezanky befohlen zu haben. Außerdem ordnete er die Deportationen von Juden und Beschlagnahme ihres Eigentums für seinen persönlichen Gebrauch an. Das Todesurteil an Kurt Daluege ist am Mittwochvormittag durch Erhängen vollstreckt worden. Daluege hatte vorher versucht, durch Oeffnen der rechten Pulsader Selbstmord zu verüben. 21 deutsche Offiziere verurteilt Belgrad. 21 deutsche Offiziere, darunter der Kommandant des Lagers Kor- gen, Karl Heß und seine Adjutanten Karl Lamp und Ignaz Vitek, die für den Tod von mehreren tausend jugoslawischer Staatsangehöriger verantwortlich befunden wurden, sind vom Belgrader Kriegsgericht in dem Prozeß gegen die Kommandanten und das Bewachungspersonal der jugoslawischen Kriegsgefangenenlager in Norwegen zum Tod verurteilt worden. Sechs andere Angeklagte wurden zu Zuchthausstrafvon sechs bis zwanzig Jahren verurteilt. 20000 t Munition explodiert Kopenhagen. Etwa 20 000 Tonnen deutscher Munition, die in der Nähe der Halbinsel Jütland ins Meer versenkt worden war, explodierte am Dienstagabend und richtete schwere Schäden in der zweitgrößten dänischen Stadt Aarhus an. Eine magnetische Mine, die mit der Munition in Berührung kam, verursachte die Explosion. Kurzmeldungen Der Termin für die Volksabstimmung über die Verfassung des Landes Hessen und die Landtagswahlen ist im Hessen und die Landtagswahlen ist auf den 17. November 1946 festgesetzt worden. Die CDU der britischen Zone ließ den britischen Bischöfen bei ihrem Besuch in Herford ein Memorandum überreichen, das sich unter anderem mit den Ausweisungen aus den Ostgebieten, der dringenden Wohnungsnot und der Freilassung der Kriegsgefangenen befaßt Zur Erinnerung an Walther Rathenau wurde von der LDP in der Königsallee in Berlin an der Stelle, wo der frühere Reichs- •ußenminister 'am 24. Juni 1922 ermordet wurde, ein Gedenkstein eingeweiht Im Flensburger Kriegsverbre- chenprozeß gegen 11 ehemalige SS-Wa- ehen und Kapos der KZ's Stutthof bei Danzig wurden die Angeklagten Otto Wippermann, Herbert Holz und Herbert Walbrecht vom Müitärgericht zum Tode verurteilt. Der Angeklagte Emst Bouvier erhielt 2 Jahre Gefängnis, während die übrigen 7 Angeklagten freigesprochen wurden. Der größte französische Transozeandampfer, die „I1« de France" (43 450 t) hat rum erstenmal nach Kriegsende wieder den Hafen von Cherbourg mit 1600 Passagieren in Richtung New York verlassen. Sacha Guitry, der bekannte französische Autor und Schauspieler ist von der Nationalen Union französischer Intellektueller erneut als Kollaborateur bezeichnet worden. — Die Union will Sacha Guitry's beabsichtigten Besuch in den USA unterbinden. Auftrag und Verantwortung unseres Münchener G.L.- Korrespondenten Fernspru ch München. Am 1. Dezember wird den Bewohnern Bayerns Gelegenheit gegeben, neue Männer zu wählen, die unmittelbar vom Volk Auftrag und Verantwortung erhalten, die Geschicke des Landes in die Hand zu nehmen. Nach dem Zusammenbruch gab es die variiertesten Kombinationen von Möglichkeiten für die amerikanische Militärregierung, Bayerns Zivilre- gierung zu gestalten. Bereits wenige Wochen nach den Maiereignissen wurde Dr. Fritz Schäffer Ministerpräsident Dr. Schäffer kam mit den besten Empfehlungen und berief eine Anzahl seiner Freunde in führende Stellungen, und die gewünschte Entfernung hoher Verwaltungsbeamter, die starke nationalsozialistische Beziehungen hatten, ging daher sehr schleppend vor sich. Dr. Schäffer wurde im September 1945 seines Amtes enthoben. Kurz darauf erteilte die Militärregierung Dr. Wilhelm Hoegner den Auftrag, eine neue Regierung zu bilden. Hoegner, ein führender Mann der Sozialdemokraten, war elf Jahre der bayerischen Landeshauptstadt fern gewesen. Bei allen Schwierigkeiten, vor die er sich gestellt sah, war ihm die politische Bereinigung vor allem dringlich. Am 5. März 1946 wurde ein Gesetz zur Befreiung vom Nationalsozialismus und Militarismus erlassen. Ministerpräsident Högner blieb nicht ohne Opposition; Dr. Schmitt, Minister für Sonderaufgaben, erklärte seinen Rücktritt, und die Gemeinde- und Landtagsergebnisse, ein Erfolg der Christlich-Sozialen Union, veranlaßten Högner, die Militärregierung zu bitten, ihn von seinen Pflichten zu entbinden. Jedoch sprach die Militärregierung Högner ihr Vertrauen aus, und ersuchte ihn, bis zur Neuwahl des Landtages im Amt zu bleiben. Nach der Schaffung des Säuberungsgesetzes galt eine neue bayerische Verfassung als vordringlich. Nach langen und heftigen Debatten wurde die Schaffung des Staatspräsidentenamtes abgelehnt. Auch die Verfassung selbst mußte in vielen Punkten revidiert werden. Am 1. Dezember 1946 wird dem bayerischen Volk die Frage vorgelegt: „Billigen Sie die von der verfassunggebenden Landesversammlung beschlossene Bayerische Verfassung?“, die nur mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden darf; die Mehrheit der abgegebenen Stimmen entscheidet. Gleichzeitig erfolgt die Landtagswahl. Falls die Verfassung abgelehnt wird, bilden die für den Landtag gewählten Abgeordneten eine neue verfassunggebende Versammlung. Wer wird den Stuhl des Ministerpräsidenten nach den Wahlen einnehmen? Zweifellos wird die CSU als führende Partei aus dem Wahlkampf hervorgehen, und damit dürfte sich die Vermutung, daß Dr. Müller, der Landesvorsitzende der CSU., für den Posten in Frage kommt, bestätigen, Die Wiederwahl Dr. Högners zum Landesvorsitzenden der SPD kann nicht für ein Zeichen gelten, daß er auf seinem Posten verbleiben wird. Der Wahlkampf wird keine Ueber- raschungen bringen, aber es ist heute schon sicher, daß er mit einer Vitalität ohnegleichen geführt wird. Die öffentlichen Sitzungen der Landesversammlung und des Verfassungsausschusses haßen gezeigt, daß die „bajuwariche Gutmütigkeit" zungengewandte Temperamente besitzt. SPD und SED in Berlin Berlin. Bei den Berliner Stadtverordnetenwahlen erhielt die SPD 48,2 Prozent und die SED 19,3 Prozent der abgegebenen Stimmen in den vier Sektoren ist die prozentuale Verteilung folgende: Sowjetischer Sektor: SPD 42,5 Prozent und SED 29,5 Prozent. Britischer Sektor: SPD 50,1 Proz. und SED 10,2 Prozent. Amerikanischer Sektor: SPD 51,5 Prozent und SED 12,6 Prozent. Französischer Sektor: SPD 51,7 Prozent und SED 20,1 Prozent * Berlin: Die letzten bekanntgewordenen Ergebnisse der Berliner Stadtverordnetenwahl umfassen rund 2 Millionen abgegebene Stimmen. Davon erhielten: SPD 948 743 = 63 Stadtverordnete, SED 383 182 = 26 Stadtverordnete, CDU 431916 = 29 Stadtverordnete, LDP 182 097 = 12 Stadtverordnete. Verfassungsentwurf angenommen Stuttgart. Die Verfassunggebende Landesversammlung von Württemberg-Baden hat nunmehr ihre Arbeit beendet und den Verfassungsentwurf auf der gestrigen Sitzung mit 88:1 angenommen. Ueber den Entwurf wird am 24. November, dem Tag der Landtagswahlen, abge6timmt. Falls der Verfassungsentwurf beim Volksentscheid abgelehnt werden sollte, muß der neue Landtag als Verfassunggebende Versammlung eingesetzt werden und eine neue Verfassung ausarbeiten. Die Lage in Griechenland Athen. Sämtliche Minister der griechischen Regierung haben dem Ministerpräsidenten ihren Rüdetritt eingereicht, um ihm die Verhandlungen mit der Opposition zu erleichtern. In Regierungskreisen wird erklärt, daß wenig Aussicht auf einen Erfolg der Verhandlungen besteht, solange die Opposition nicht der in Paris geführten Außenpolitik der Regierung zustimme. Es taucht nunmehr auch die Frage auf, ob der König sich veranlaßt sehen wird, die Kammer aufzulösen, obwohl die britische Botschaft gegen diese Maßnahme ist. Diese Auflösung wird, wie gewisse politische Kreise betonen, doch notwendig sein, wenn es Tsaldaris nicht gelingt, eine Regierung auf breiter Grundlage zu bilden. 2000 Opfer des Naziterrors beigesetzt General Koenig bei der Einweih ung des Friedhofs in Schömberg Tübingen. General König hat am Mit t- wochmorgen in Anwesenheit der alliierten Delegationsführer den Zivilfriedhof von Schömberg bei Balingen der Obhut der deutschen Behörden des Landes Württemberg übergeben. In diesem Friedhof sind die sterblichen Uebereste von 1755 Angehörigen aller Nationalitäten beigesetzt, die in einem Massengrab aufgefunden und im Monat August ausgegraben worden waren In geringer Entfernung von diesem Massengrab erheben sich heute diese beinahe 2000 weißen Kreuze, überragt von einem riesigen Kruzifix. „Wir haben uns zusammengefunden", so sagte Staatsrat Prof. Dr. S di m i d t, „um angesichts dieser Kreuze deren zu gedenken, die in den Lagern durch den braunen Terrror zu Tode gebracht worden sind, Menschen aus Frankreich, aus Rußland, aus Polen und vielen anderen Ländern, auch au« Deutschland. Man hat diese Menschen, die keine Schuld auf sich geladen hatten, hierher gebracht, um an der Kriegsmaschine ihres verhaßten Feindes zu arbeiten. Die Tage diesen Friedhof in Ihre Hut und wird ihn pflegen als ein Mahnmal der bösen Zeit, in der die Menschen unseres Landes sich die Tyrannei haben gefallen lassen." General Koenig wies darauf hin, daß es dem französischen Volk schwer falle, zu vergessen, daß die leitenden Nazipersönlichkeiten zweifellos nicht die Alleinschuldigen gewesen seien. Deutschla nd müßte um den schrecklichen Terror wissen, der in diesen Lagern herrschte. Es trage auch immer die Verantwortung. „Die Franzosen haben aber von der Gerechtigkeit eine menschliche Auffassung, welche durch lange Jahrhunderte einer christlichen Zivilisation gebildet wurde. Sie lehnen den Grundsatz der Vergeltung ab. Aber sie verlangen auf jeden Fall, daß Deutschland sich mit Entschiedenheit und ohne Ausflüchte Zielen zuwendet, die vollkommen von denjenigen verschieden sind, denen es seit ungefähr 80 Jahren zustrebt. Es muß sich offen und ehrlich denjenigen Ländern zugesellen, deren Regierung dieses Landes nimmt an diesem I einziges Ziel der Friede ist.' Was werden wir essen, womit uns bekleiden? 2500 Konstanzer nehmen Stellung zur Ernährungsfrage Der Gewerkschaftsausschuß Konstanz hatte die Konstanzer Bevölkerung für Pienstagabend zu einer Kundgebung aufgerufen, um Stellung zu nehmen zu einem Thema, das gegenwärtig allen auf der Seele brennt: die Ernährungsfrage. Das allgemeine große Interesse, die Hauptreferate, die lebhafte Diskussion und die Anteilnahme der Zuhörer gingen weit über den Rahmen einer lokalen Kundgebung hinaus. 1700 Konstanzer füllten den größten Saal der Stadt, das Konzil. 800 weitere Personen fanden keinen Einlaß mehr, weil die Polizei die Türen schließen mußte. Sie standen über zwei Stunden vor dem Konzil bis in den Stadtgarten hinein und hörten die Lautspre- cher-Uebertragung. Der Vorsitzende des Gewerkschaftsausschusses, Stadtrat Julius Grimm, eröffnete und leitete die Kundgebung. Er umriß in kurzen Worten den Zweck des Abends: Die Kritik, die überall in Emährungetragen geübt wird, sollte einmal vor der Oeffentiich- keit erörtert werden. Die Frage, die alle im Saal bewegte: Wird ein offenes Wort gesprochen. werden _ die Probleme so behandelt, wie sie in Wirklichkeit stad? wurde von dem Hauptredner des Abends, dem Geschäftsführer des Gewerkschaftsausschusses, Hermann Henseler, in überzeugender Weise gelöst Es wäre ein Leichtes gewesen, aus dem überaus heiklen Thema mit demagogischen Mätzchen das entsprechende Kapital zu schlagen. Daß er darauf verzichtete, sei besonders vermerkt Trotzdem sprach er frei und offen, nannte die Dinge beim richtigen Namen im vollen Bewußtsein der kritischen Lage, in der wir uns befinden. Vor einem kritischen Winter Der Redner forschte zuerst nach den Ursa ch e n der gegenwärtigen Emährung6- krise, fand allerdings dabei einen gewissen Widerspruch bei einem Teil der Zuhörer. U. E. in der Hauptsache deshalb, weil heute niemand mehr an die Vergangenheit erinnert sein will Die Gewerkschaften seien in bezug auf die Emährungslage schon bisher nicht müßig geblieben. Aber trotz einiger Erfolge und Verbesserungen erscheine die Lage an der Schwelle eines neuen Winters bedrohlicher als vor einem Jahr. Welches sind nun die verschiedenen Klagen? Es ist ein unhaltbarer Zustand, daß zu oft angekündigte Rationen nicht oder nur teilweise ausgegeben werden. Dazu kommt, daß bestimmte Zuteilungen, die für die Erreichung der vorgesehenen Kalorienzahl geradezu bestimmend sind, nur sehr unregelmäßig, sehr verspätet oder gar nicht aufgerufen werden. Warum diese Absperrung gegenüber der französisch-besetzten Zone Süd-Württembergs? Warum die ungerecht erscheinende Bevorzugung bestimmter Kreise durch Zulagen. Eine in ihrer praktischen Auswirkung schwerwiegende Frage ist die, ob die für unsere Ernährung verantwortlichen zentralen Stellen auf den verzweifelten Ernst der Lage unserer Städte aufmerksam machen. Unter normalen Umständen würde das Neben- und Miteinanderleben deutscher und französischer Familien eines der besten Mittel sein, die beiden Völker einander näher zu bringen. Die deutsche Arbeiterschaft würde jederzeit die französischen Arbeiter mit offenen Armen aufnehmen, noch glücklicher dünkt uns der Gedanke, Ferienkolonien für französische Kinder bei uns zu errichten. Aber hat irgendeine deutsche Stelle schon einmal die Zivilcourage gehabt, auf den dadurch erhöhten Anspruch an Nahrungsmitteln hinzuweisen, der gerade da« Gegenteil einer Verständigung bewirkt? Der Redner befaßte sich in seinen weiteren Ausführungen mit einer Reihe ähnlicher Fragen, die alle anzuführen, an dieser Stelle zu weit führen würde. Für seine ehrlichen, aufrichtigen Darlegungen wurde ihm am Schluß starker Beifäll zuteil. Aufschlußreiche Untersuchungen Auch für den ärztlichen Sachverständigen, der an dieser Kundgebung ebenfalls zu Worte kommen sollte, war e s unmöglich, an den gegebenen Tatsachen vorbeizugehen. Der Leiter des . Staat! Gesundheitsamtes Konstanz, Dr. H a i s ch, erledigte diese schwierige Aufgabe in objektiver Weise. Er gab zunächst einen allgemeinen Einblick in die Ernährungslehre und wies dabei überzeugend nach, daß der menschliche Körper ohne eine gewisse Menge von Eiweiß und Fett nicht existieren könne. Es gibt ein Minimum für alle Nahrungsstoffe, bei dessen Unterschreitung auch die kalorienreichste Ernährung ungenügend bleibt. Im Stadt- und Landkreis Konstanz wurden im Sommer d. J. ca. 17000 Menschen, darunter sämtliche Schulkinder und zahlreiche Industriearbeiter, gewogen und gemessen. 80 — 90% aller dieser Personen hatten mehr oder weniger Untergewicht Bei den zahlreichen Gebrechen derjenigen Kranken, die wegen Unterernährung die Aerzte aufsuchen, finden sich alle Grade erhöhter Erschöpfung bis zu den bedrohlichen Fällen von Hungerwassersucht Die Sicherung der Ernährung ist neben ihrer gesundheitlichen Bedeutung für den Einzelmenschen zugleich eine staatspolitische Aufgabe erster Ordnung geworden. Lebhafte Diskussion Die Reihe der Diskussionsredner wurde von Karl Seeberger eröffnet. Er bemängelte besonders che schlechte Versorgung der Kinder, die weder genügend Lebensmittel, noch Schuhe und Kleider erhalten. Der Ruf der Bevölkerung geht dahin; Man gebe uns endlich das, was in unserer eigenen Zone produziert wird. Besondere Maßnahmen verlangte der Redner gegen Schieber und den Schwarzhändler. Der nächste Redner, Fritz B ä ch 1 e r, bemängelte in erster Linie che hoffnungsvollen Meldungen in der Presse, die die Bevölkerung schon längst nicht mehr glaube. Er hielt es für angebracht, daß die Zeitungen am Ende eines Monats auch einmal das publizieren sollten, was es in Wirklichkeit gegeben habe. (Aus uns unerklärlichen Gründen zitierte der Redner bei dieser Gelegenheit immer den „Südkurier", er vergaß dabei zu erwähnen, daß es 6ich bei der Wiedergabe dieser Meldungen um solche offizieller Stellen handelte, die auch von der gesamten badischen Presse gebracht wurden. D. Red.). Ferner kritisierte er die angeblich nicht ganz einwandfreie Ausgabe von Bezugscheinen beim Wirtscheftsamt. wandte 6ich ebenfalls gegen den Tenor des Schwarzhandels und verlangte ‘ öffentliche Anprangerung der Schwarz- und Tauschhändler. Zur Sprecherin der Frauen machte sich Frau Stadtrat Hanna Hemm. Ihre Kritik galt in erster Linie der neuen Bucfaeckem-Verordnung. Männer, die nicht fähig seien, auf dem Gebiet der Ernährung die Interessen der deutschen Bevölkerung genügend zu vertreten, müßten von ihren Posten entfernt werden. Der Vorsitzende der Metallarbeiter-Gewerkschaft, S p i r y, bemängelte die Anordnung, wonach Werkkantinen und -kücfaen keine Kartoffelzuteilungen mehr erhalten sollen. Der Leiter des Wirtschaft«- und Ernährungsamtes der Stadt Konstanz, Bürgermeister S ch n e i d e r, erblickte den tieferen Sinn der Kundgebung in der Demonstration zu zeigen, daß es um die Bedürfnisse des täglichen Lebens gehe, auf die wir nicht nur ein Anrecht haben müssen, sondern auch haben dürfen. Drei Wege erläuterte der Redner, die zwar keine endgültige Besserung, abeT doch eine fühlbare Erleichterung bringen würden: 1. Vollständige und genaue Erfass ung der eigenen Produktion. Hierfür wurden jetzt die Erfassungsämter geschaffen; 2. Senkung der Ansprüche, die die Besatzungsmacht an die Landwirtschaft stellt; 3. Erhöhte Exportmöglichkeit, damit wir aus dem Erträgnis mehr Nahrungsmittel beschaffen können. In seinem Schlußwort wies Geschäftsführer Henseler darauf hin, daß die Kundgebung gezeigt hebe, wie man ohne parteipolitischen Unterschied in einer ernsten und wichtigen Sache Zusammenarbeiten könne. Wenn das deutsche Volk gesündigt habe, dann sei es heute schon genug gestraft worden. Er rufe daher den Siegennächten zu: Laßt es genug sein, treibt uns nicht zur Verzweiflung, laßt nicht die Kinder vergelten, was ihre Väter vielleicht gesündigt haben. Wir tun alles, was wir können, um uns selbst zu helfen. Wenn wir aber eure Hilfe an rufen, dann deshalb, well wir nicht untergeben können, ohne daß ihr mituntergehti Stadtrat Julius Grimm gab zum Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß das Echo dieser Kundgebung über die Grenzen de« Landes hinaus dringe, damit auch der Weltgewerkschaftsbund die Not erfahre und sich für das Losungswort der Internationale einsetze Redaktionelle Notiz Anläßlich der Kundgebung der Gewerkschaften zur Emährungslage am 22. Oktober 1946 in Konstanz wurde im Zusammenhang mit dem Abdruck des „Ernährern gsplanes für die Jahre 1946/47“ (Südkurier Nr. 115) die Presse angegriffen und ihr eine unwahre Berichterstattung vorgeworfen. Diese Behauptung — die bereits vorher in der Bevölkerung verbreitet war und auch in Zuschriften Ausdruck fand — veranlaßt die Redaktion zu folgender Feststellung: Das in der Presse dem Leser übermittelte Material (Nachrichten, Berichte und Kommentare) zerfällt in folgende 5 Gruppen: 1. ) Mitteilungen amtlichen' oder halbamtlichen Charakters. Diese erscheinen in der Art wie die offiziellen oder offiziösen Kommuniquees in allen Ländern, in der gesamten Presse der Zone in gleicher Abfassung, die Funktionen des Südkuriers wie jeder anderen deutschen Tageszeitung beschränken sich auf die einwandfreie Uebermittlung des' uns zugeleiteten Textes. 2. ) Eigenarbeiten von Redaktionsmitgliedern oder Mitarbeitern zu aktuellen politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Fragen, wiq Leitartikel, Abhandlungen und Kommentare. Diese sind mit dem Namen oder den Zeichen des Bearbeiters versehen. Die Redaktion übernimmt die Verantwortung für die hierin gegebenen Tatsachen und die Betrachtungsweise. 3. ) Eigene und fremde Nachrichten. Für die Eigenmeldungen werden die Erhebungen mit jeder möglichen Sorgfalt durchgeprüft. Fremde Nachrichten werden von offiziellen Nachrichtenagenturen bezogen, miteinander und mit Radiomeldungen verglichen. 4. ) Die Spalte „Aus dem Partei- leben 1 und der .Kalender der Parteien“ erscheinen unter der alleinigen Verantwortlichkeit des jeweiligen Parteiredakteurs. 5. ) Für den Inhalt von Leserzuschriften, z. B. die Spalte „Zwischenrufe“, und für Anzeigen trägt die Redaktion keine Verantwortung. Im übrigen ist darauf hinzuweisen, daß die Vorschriften des alliierten Kontrollrates über die Presse die Behandlung eines Themas beeinflussen, jedoch nur in der Richtung, daß hierdurch ein Thema n i ch t behandelt werden kann. nämlich für Versöhnung und Solidarität der Völker! Dann wurde von den Versammelten nachstehende Entschließung angenommen: Entschließung „Die am 22. Oktober 1946 auf Einladung der Gewerkschaften des Stadtkreises Konstanz im Konzilsaal zu einer öffentlichen Kundgebung Versammelten sehen mit tiefster Besorgnis dem kommenden Winter entgegen. Sie richten an alle zuständigen Stellen den dringenden Appell, alle Maßnahmen zu treffen, die der Emst der Lage erfordert. Als dringend notwendige Maßnahmen betrachten die Versammelten: 1. Die sofortige Zuteilung einer genügenden Menge von Einkellerungskartoffeln, damit diese nicht durch den bevorstehenden Frost gefährdet werden. 2 . Die unbedingte Einhaltung der ln Aussicht gestellten täglichen Kalorienzahl bei der Berechnung der Zuteilung von Nahrungsmitteln. 3. Die bessere Versorgung der Kinder und vor allem der Kleinstkinder. 4 . Die genügende Versorgung der Arbeiter, vor allem der Schwerarbeiter und der Werksküchen. 5. Die gerechte Verteilung und Zuteilung der dem Bezugsscheinzwang unterliegenden Waren, Kleidungs- und Ausstattungsstücke. 8. Die ständige Kontrolle der Verteilungsund Zuteilungsorganisation durch die Verbraucher und die Gewerkschaften. 7. Die Bekämpfung des Schwarzhandels. 8. Die Abschaffung der wirtschaftlichen Schranken zwischen der südbadischen Zone und der südwürttembergischen Zone. 9. Die Oeffnung der Grenzen der verschiedenen Besatzungszonen für einen freieren Warenaustausch. Die Versammelten sind sich bewußt, daß es auf die Mitarbeit der gesamten Bevölkerung ankommt, um eine Hungerkatastrophe zu vermeiden. Sie richten den dringenden Appell an die Bauern, ihren Ablieferungspflichten nach Recht und Gewissen nachzukommen. Sie versprechen ihrerseits, in Fabrik und Werkstatt ihre letzten Kräfte einzusetzen, um den Bauern mit den notwendigen industriellen Produkten zu versorgen und die Devisen für die bald notwendig werdende Brotgetreideeinfuhr zu sichern. Sie machen jedoch ausdrücklich darauf aufmerksam, daß der durch die mangelhafte Ernährung verursachte Kräfteverfall der Arbeiter die Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Arbeitsleistung in ernstester Weise gefährdet. Die Versammelten sprechen dem Gewerkschaftsausschuß Konstanz ihr Vertrauen aus und beauftragen ihn, di** übrigen in der Kundgebung vorgetragenen Wünsche und Beschwerden in geeigneter Form an die zuständigen Stellen weiterzuleiten." Dem jyeude eindeu •agt. 1 in sine könne; «g. Zv dazu, «esigni Fernst, ” und d langsa Jemen früher bombe gte Ge 'wenige ist jet: Das piger aller I ato hä ist das #hen lachen lieh nc den tic gepacb Die ' «an tat’ »war c mundö Ausspi gteinei L aber, c •er nc überhs schwer ter La und is *art, c eine d eine h Strahlt der Di Humoi bens u haben, klein, die zui Lustsp j sählen eten”, dien i Tffl Ei Thoms i mehr? genste; eere g. haben mödiei an hei auch I siker, der H eächlic Gedieh kalisch hovens r Kothui •enhaf ach wer Das Deutsc Emst” gen b« Sehen bisher sagt. T ponist hat ur ▼aller” humor aein n der O] gemeit Lehar, atigen aentim Spiels blieb pönt sich ei V Auf Veranlassung der Stadtverwaltung Radolfzell gab vor einem größeren Kreis, dem Mitglieder des Ratkollegiums, des Ortsleistungsausschusses, Vertreter der Parteien, der Gewerkschaften, des Einzelhandels, aus dem Verbraucherkreise und aus der Landwirtschaft angehörten, Landwirtschaftsrat Stadler einen Lagebericht über den Emährungs- und Versorgungsstand für die nächsten Monate. Mit dem Redner waren alle an der Aussprache Beteiligten sich darin einig, daß es gelingen müsse, die Hemmisse einer lebenerhaltenen Basis unserer Versorgung ausruschalten, denn nur so sei es der arbeitenden Bevölkerung möglich, die ihr gestellten Aufhnn erfüllen. In s t Kunst 1 s bund «uropä Als b | tnetsd ~ Hörers Vorab« Dam: der Ki Musik aeigter f binden ten H« dürft« Da« eakter ftes Ki Sinne, «fase g oecaln Zum < Ping tungsfi zere J Sonate der sj •ätze i flüssig Haydn Btungs ▼enadc •chütz ▼erker Klavie Groß« Ameri Merbe Vertun botene dichtel der I «nd g 1948 «rrnKHvT** Nr. 120 / Seite 3 yyeftag. 28. Oktober 1940 werk- Okto- jsam- Imäh- (Stid- n und rorge- »ereits t war ind —- [ender Leser , Be- l fol- cben’ r ak- 4e die iquees Presse Funk- ideren i sich g des' dak- tar- kultu- i, wie mnen- oder n. Die )rtung l und a ch- wer- flichen hrich- chten- d mit rtei- •teien“ erant- -edak- riu- schen- tedak- a, daß ntroll- ! eines n der ni cht :ät der melten adung ; Kon- tlichen i mit Win- rtändi- 1, aUe ist der endige leiten: »ügen- offeln, bevor- t. i Aus- enzahl g von ;r und Arbei- t und eilung iegen- lsstat- lungs- h die ften. dels. tllehen lischen 'ischen rschie- > freist, daß n Be- rkata- l drin- n Ab- i Ge- rechen t ihre lauern Pro- en für treide- h aus- 3 der ver- *r die m Ar- ihrdet i Ge- Ver- : übri- ägenen gneter reiter- altung Kreis, i, des r der linzel- ! und Land- agebe- 'ersor- «. Mit prache gelln- bener- auszu- leiten- jestell- Vom tierischen Ernst / von I>em Tier ist die köstliche Gabe, seine freude in lauter und für uns Menschen eindeutiger Weise äußern zu können, vertagt. Tiere können nicht lachen. Auch hierin sind ihnen die Menschen überlegen. Sie können lachen, tun es aber nicht allzu häufig. Zugegeben, sie haben oft wenig Grund f dazu. Die Zeiten sind zu ernst, sagen sie resigniert Nein: die Menschen sind zu lernst, sie machen sich selbst das Leben und die Zeit schwer, sie tun alles, um langsam aber sicher das Lachen zu verlernen. „Nach uns die Sintflut!” sagten sie I früher leichtsinnig. „Vor uns die Atombombe!” sagen sie heute und machen ernste Gesichter. In der Tat: Humor ist heute ‘^areniger gefragt als Weizen, und hungern ist jetzt leichter als lachen. Das Lachen ist eine teils mehr, teils weniger gepflegte Angelegenheit der Völker aller Länder. Je südlicher sie wohnen, desto häufiger und leichter lachen sie. Das ist daseinsbedingt. Je nördlicher die Menschen leben, desto schwerer und seltener lachen sie. Und die Deutschen leben ziemlich nördlich. Deshalb haben sie wohl auch den tierischen Emst als Nationaleigentum gepachtet. Die klassische Behauptung „Holsatia non een tat” (der Holsteiner singt nicht) wurde zwar von Klaus Groth in lokalpatriotisch- mundartlicher Weise mit dem witzigen Ausspruch „Holsatia'kann dat” (der Holsteiner kann das) dementiert, Tatsache ist aber, daß nicht nur der Holsteiner — unser nördlichster Landsmann —, sondern überhaupt der Deutsche von Natur aus schwerblütig und keineswegs ein herzhafter Lacher im Gremium der Völker war und ist. Ausnahmen wie das Genie Mozart, dessen Musik schon fast nicht mehr eine deutsche und irdische, sondern eher eine himmlische Heiterkeit birgt und aus- atrahlt, bestätigen nur die Regel. Die Zahl der Dichter, Musiker und Maler, die dem Humor den Tribut ihres menschlichen Lebens und künstlerischen Schaffens gezollt haben, ist bei uns Deutschen nur sehr klein. Erich Kästner behauptet, daß man die zur Weltliteratur gehörenden deutschen ^Lustspiele an den Fingern einer Hand auf- lählen könne. Mit den deutschen „Humori- *ten”, die über ihr Vaterland hinaus Laiben verbreiteten, ist es ähnlich bestellt: Till Eulenspiegel, Wilhelm Busch, Ludwig Thoma, Karl Arnold Kortum — wer weiß mehr? (Humor im „Nebenberuf” — Morgenstern, Ringelnatz — zählt nicht!) Unsere größten Dichter, Goethe und Schiller, haben uns nichts geschenkt, was den Komödien ihres großen englischen Kollegen an heiterer Laune vergleichbar wäre. Wie auch in den Werken unserer größten Musiker, Bach und Beethoven, ist von ihnen der Humor nur gelegentlich und nebensächlich gepflegt worden. Selbst Schillers Gedicht „An die Freude” und seine musikalische Ausdeutung im Finale von/Beethovens 9. Symphonie stehen auf dem Kothurn deutscher Gründlich- und Gewissenhaftigkeit, die der wirklichen, „unbeschwerten” Heiterkeit fremd sind, t Das gegenwärtige Jahrhundert hat uns Deutschen zwar viele mit „tierischem Emst” schaffende Talente und Begabungen beschert, aber das Genie eines wirklichen und großen „Humoristen” blieb uns bisher auf allen Gebieten der Kunst versagt. Unser bedeutendster lebender Komponist von Weltgeltung, Richard Strauß, hat uns mit seinen Opern „Der Rosenkavalier” und „Intermezzo” immerhin zwei humorerfüllte Werke geschenkt, während sein nicht minder berühmter Kollege von der Operette (der Gattung, in der Humor ■gemeinhin nicht zu fehlen pflegt), Franz Lehar, nach der heiterkeitsprühenden „Lustigen Witwe” sich mehr der romantisch- sentimentalen Art des opemhaften Singspiels zugewandt hat. In der Literatur aber blieb es still, hier war das Lachen verpönt Der Dichter glaubte standesgemäß sich etwas zu vergeben, wenn er ein hei- Michael Molander j teres Werk geschrieben hatte, und überließ I das dem Schriftsteller. 1 Die beiden Weltkriege und ihre für uns , Deutsche besonders tragischen Folgen | brachten wohl die letzten zaghaften Quellen deutschen Humors zum endgültigen Versiegen. Auch die Zwischenzeit des Dritten Reiches war trotz diktierter „Kraft durch Freude” kein fruchtbarer Boden für das seltene Pflänzchen Humor — im Gegenteil! Und doch wurde uns gerade in dieser geistlosen und deshalb echten Humors baren Zeit ein Werk geschenkt, das man den deutschen Don Quichote nennen könnte und das ein schönes Beispiel echt und tiefempfundenen deutschen Humors ist und sein wird: der 1938 erschienene Roman „Der Herr Kortum” von Kurt Kluge! ! Aber auch dieses Buch ist ein „heiterer j Einzelgänger” in dem sonst ernsten Werk des auf tragische Weise verstorbenen Dichters und Bildhauers. Wenn schon in der — für unsere heutigen Begriffe — sorglosen „guten alten Zeit” der „tierische Ernst” im Kunstschaffen unseres Volkes dominierend war, wie wenig Hoffnung dürfte dann in der jetzigen Zeit des Chaos, des Hungers, des Wohnungsmangels, des Flüchtlingselends und der wie ein Damoklesschwert über der Welt schwebenden Kriegs- und Atombombengefahr dafür vorhanden sein, daß sich der kleinen Reihe deutscher Humoristen ein neuer, bedeutender Vertreter anschließen könnte! Aus dem Kriegs- und KZ- Erlebnis wird der sachliche und naturalistische Bericht gestaltet werden, das „Zeitdokument” wird wie nach dem ersten Weltkrieg vorherrschen, und wir werden. wie in vielen Dingen des Lebens, so auch in der Kirnst nichts zu lachen haben. Anklage und Schuld werden in pessimistischen Schilderungen und Darstellungen das deutsche Schrifttum und Bühnenschaffen in den kommenden Jahren beherrschen, der Menschheit ganzer Jammer wird uns noch und noch einmal anfassen und uns nicht mehr loslassen. Die Worte unserer Dichter werden wie Geißelschläge von Flagellanten in unseren Ohren klingen und bar jeden Trostes und jeder Hoffnung sein, bis selbst das Lachen der Kinder von dem tierischen Emst der Alten erstickt sein wird. Wenn wir unser Wesen nur noch von dem .Ernst der Zeit” bestimmen lassen, so werden wir bald die göttlichste Gabe, das Lachen, verlernt haben und mit den Tieren im Emst wetteifern können. .Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst” — folgerichtig müßte, je ernster das Leben, desto heiterer die Kunst sein. Hier irrt Schiller! In den Zeitungen lesen wir jetzt, daß Verlage Preise für den besten zeitgenössischen Roman oder Erleb- nisbericht aussetzen, der die Zeit der letzten zwölf Jahre behandeln soll. Was wird es da schon zu lachen geben, und — Hand aufs Herz! — wer von uns, die wir diese Zelt miterlitten, wird es lesen wollen? Preisenswerter würde uns ein Dichter erscheinen, der trotz schwerer persönlicher Opfer und unserer Zeit des tierischen Ernstes zum Trotz ein Werk wahrhaften und beglückenden Humors geschaffen hat und uns damit das gäbe, was besonders das deutsche Volk schon auf Grund seiner Mentalität meist entbehren mußte: die menschliche Heiterkeit, das göttliche Lachen! Mögen wir Deutschen in der Kunst jene Kunst, in der uns andere Kulturvölker voraus sind, wenigstens nicht ganz verlernen: ridentem dicere verum —scherzend die Wahrheit zu sagen! Hans im Glück Heitere Erzählung von Frank F. Braun Als Hans Hegner sich an der belebten Ecke vorm Stadtrestaurant eine Zigarette anzünden wollte und die Streichholzschachtel öffnete, blieb er plötzlich stehen, so daß der hinter ihm schreitende Mann gegen ihn anprallte. Es war ein schöner Mittag, und sie sagten beide: Entschuldigen Sie! Hegner starrte in die Schachtel; sie enthielt zu seiner maßlosen Verblüffung nicht Streichhölzer, sondern sorgsam in Watte gepackt, einen Stiftzahn. Langsam schritt er weiter. Die Zigarette baumelte kalt im Munde. Wo hatte er die Schachtel her? Er war sich keines Eigentumsdeliktes bewußt, aber es war ja wohl sicher, daß er die Schachtel irgendwo gedankenlos eingesteckt hatte. Wo war er heute vormittag gewesen? Gegen zehn Uhr hatte er seinen Verleger aufgesucht, dann, unter Mittag, seiner Freundin Elvira einen Besuch gemacht. Seiner Freundin? Sein Gesicht verzog sich. Wäre sie doch seine Freundin! Er liebte diese junge Schauspielerin, er verehrte sie, und sie ließ sich verehren. Aber das war auch alles. Heute hatte sie seine Einladung abgelehnt, den Abend mit ihm zu verbringen. Er hatte mit ihr an den See fahren wollen, vieles und Nettes wollte ihm vorschweben, aber sie hatte abgelehnt, und er durfte ihr nicht einmal böse sein. Das Theater spielte ein Serienstück, und sie war abends beschäftigt. Hatte er heute mittag bei ihr geraucht? Ja, er erinnerte sich. Sollte er zu ihr hingehen und fragen: Fräulein Elvira, fehlt Ihnen ein Stiftzahn? Unmöglich! Er konnte auch seinen Verleger nicht einfach mit solcher Frage überfallen. Man mußte behutsam Vorgehen. Nichts läßt sich leichter schmeicheln, aber auch verletzen, als die Eitelkeit. Schade, daß man dem Zahn nicht ansah, ob er einem Mann oder einer Frau gehörte. Hans war absichtslos vor dem Geschäftshaus des Verlages angelangt. Es schien ihm ein Wink; er stieg die Treppe in den ersten Stock und ließ sich noch einmal melden. Der Verlagsleiter empfing ihn. „Bester Herr Hegner, Sie waren vor drei Stunden hier; glauben Sie, ich hätte inzwischen Ihren Roman gelesen?” „Darf ich mich setzen?” Er zog sein Etui. „Rauchen Sie?” „Danke, ich rauche nicht. Sonst alle Laster, aber ich bin Nichtraucher.” „Nun, so eine Zigarette als Anregemittel — ich habe gefunden, die Gedanken rollen besser.” „Das besorgt bei mir ein Glas Wein. Leider gibt es zur Zeit nichts Rechtes auf dem Markt, saures Zeug. Wenn ich an die guten alten Burgunder denke oder auch Bordeaux . . .” Hans Hegner sah in des anderen Gesicht, das sich genießerisch verzog. „Ich kann Ihnen ein paar Flaschen schicken”, sagte er, „Burgunder, eine gute alte Sorte; ich habe die Flaschen selber seit drei Jahren inj Keller.” „Wahrhaftig?” „Nicht viel, leider, aber wenn Ihnen mit fünf Flaschen gedient ist? Ich bringe sie Ihnen morgen in der Aktentasche mit.” „Aber nicht zu Schwarzmarktpreisen!” „Wo denken Sie hin, ganz normale Preise, die ich selber bezahlt habe.” „Hegner, also das wäre großartig!” Der rundliche Herr ward lebhaft. Ihm fiel etwas ein. „Und Ihren Roman, also das wollte ich Ihnen, noch sagen ... er wird natürlich gut sein, Ihre Sachen sind ja alle i gut Wir machen morgen einen Vorvertrag. 1 Kleine Aenderungen gestehen Sie sowieso zu, nicht wahr?” Hans Hegner nickte. „Alsdann, Sie entschuldigen mich, ich habe noch eine Besprechung. Wir sehen uns ! dann morgen vormittag, nicht wahr.” I Hans Hegner war draußen. Mit einem | kleinen Lächeln ging er die Straße entlang, zum Bellevueplatz. Dort wohnte Fräulein Elvira. Sie empfing ihn sofort.. „Famos”, rief sie, „daß Sie noch einmal heraufschauen” —, Europäische Klaviermusik der Gegenwart Eine Matinee im Kulturbund Singen In seiner planvollen Erziehungs- und Kunstvermittlungsarbeit bot der Kulturbund Singel einem geschlossenen Kreise europäische Klaviermusik der Gegenwart. Als heute kaum zu übertreffender Dolmetsch war — nach einem für die breite Hörerschaft „leichteren“ Programm am Vorabend — der Meisterpianist Udo Dämmert gewonnen worden. Wie sehr der Künstler mit dem Geist gerade dieser Musik nachschöpferisch verbunden ist, leigten auch seine einleitenden und verbindenden Worte, die dem unvorbereiteten Hörer ein willkommener Führer sein durften. Das Programm war mit wenigen charakteristischen Namen gleichwohl ein kleines Kompendium moderner Musik in dem Ginne, an verschiedenen Individualitäten #ne gewisse Zeitstimmung über dem Generalnenner des Klaviers aufzu zeigen. Zum ersten Einhören war Emst Peppin gs, des in Berlin lebenden wand- tangsfähigen Rheinländers bereits mehrere Jahre zurückliegende frische D-dur- Sonate besonders geeignet. Sie knüpft in Ger spielerischen Leichtigkeit ihrer Ecklätze etwa mit modernen Mitteln an den flüssigen Gesellschaftston des frühen Haydn und Mozart an. während der stimmungsvolle Mittelsatz Wolfschen Lied-Serenadenton fortspinnt. Mit schwerem Geichtitz wartet Paul Hindemiths unverkennbar durch Bach (Wohltemperiertes Klavier und Kirnst der Fuge) angeregtes Großwerk „Ludus tonalis“, 1943 in Amerika entstanden, auf. Es handelt sich hierbei um zwölf durch Zwischenspiele Verbundene Fugen. Das in Auswahl gebotene Werk beginnt mit einer stark ver- nen zwischen Härte und Weichheit pulsierend, von innen nach außen zu neuer Tonalität. Von der seelenlosen Motorik der problematischen Epoche ist kaum noch etwas zu spüren, gelobtes Land organischen Weiterbaus wird (ähnlich Übrigais wie in A. Schönbergs neuer Kammersinfonie) sichtbar! Mit neuer Spannung erwartet wurde dann die zweite Klaviersonate, op. 64, des bis vor kurzem in Deutschland kaum bekannten, heute im 40. Lebensjahr stehenden Russen Dimitrij Schostako- w i t s ch, der vor allem mit neun großen Sinfonien das Erbe Tschaikowskys angetreten hat. Auch dieses breitflächig angelegte Werk hat nichts Revolutionäres an sich, es besteht vielmehr durch die etwas primitive, unverbrauchte Vitalität seines langen Atems. Das einleitende Allegro verläuft in tonal erweitertem neuromantischem Fluß, ihm folgt ein eintönig-unstet über die Steppe schweifendes Largo. Ein breitausschwingendes Moderato, getragen von der volkliedartig-schwermtiti- gen Homophonie eines aufschwungstarken Ostinato, schließt das Ganze wirkungsvoll ab. Neben dieser Musik, die sich in etwas langsamer organischer Entwicklung eigen- i stämmig um den Anschluß an die mittel- und westeuropäische Sinfonik bemüht, schlägt der kürzlich verstorbene Ungar Bela B a r 16 k , auf der Grundlage der von ihm erforschten echten ungarischen Volksmusik (im Gegensatz zu der diese überlagernden Zigeunermusik), gleichsam vom Rande abendländischer Entwicklung her, ein lebhafteres Eingliederungstempo an. Das ging auch aus dem hier gebotenen langsam-rhapsodischen Gesang und drei Rhythmischen das Harmonische nur leicht antönen. Die ganze Veranstaltung bewies erneut, daß nach Ueberwindung des Radikalismus und bloßen Experiments in der jüngsten Vergangenheit ein erweitertes Tonalitätsgefühl und neue innere Zusammenhänge der Musik in allgemeinem gültigem Werden begriffen sind. Eine den Lebensnerv bloßlegende, aber auch durch musikantische Erfühlung von bezwingender Natürlichkeit bestimmte Wiedergabe silier Werke durch Dämmert riß die Hörer allenthalben zu dankbarem Beifall für das Besondere der Leistung hin. Auch der feinfühlige Leiter des Kulturbundes. Dr. F a i ß : t, der die Veranstaltung mit besinnlichen Worten einleitete, darf für seine vorbildlich mühevolle Aufbauarbeit, gleichsam von der Zelle her, des Dankes aller um neue Kulturwerdung Bemühten versichert sein. Professor Dr. Hermann Matzke Klavierabend Udo Dämmert Man hätte dem Meisterpianisten Udo Dämmert, der sich durch ein musikalisch tief und fein abgestuftes Programm hindurchspielte, eine andere Resonanz gewünscht, als sie durch die paar Dutzend Besucher des Konstanzer Bürgersaales in auffallend dürftiger Weise gegeben war. Verrieten schon die Brahmsschen Choralvorspiele in dem baumeisterlich zu bezeichnenden Zugriff und der eindringlichen dynamischen Kontrastierung ein ganz von innen her ausgeformtes Spiel, so verlieh der Künstler der jugendlich überquellenden f-moll-Sonate des Meisters geradezu großartige Züge. Pathos, Steigerung und Spannung, die nordische Wald-Idyllik des Andante, die hymnischen Beschwörungsformeln im Intermezzo oder das technisch sehr anspruchsvolle Finale mit dem und schien erfreuter, als er zu hoffen gewagt hatte; „eine Kollegin ist erkrankt, das Stück ist abgesetzt, und ich habe heute abend frei. Wenn Sie Ihre nette Einladung noch aufrechterhalten ...” Ihr Blick war eine Verheißung. Er versicherte wahrheitsgetreu, daß er beglückt sei. Elvira bot Platz an, schob ihm Zigaretten zu, und sie plauderten. Er sah die Streichholzschachtel an, die da auf dem Tisch lag. Es war eine Zierschachtel, man konnte sie nicht verwechseln. Aber er mußte Klarheit schaffen. Er sah auf ihren Mund und sagte tollkühn: „Sie haben da eine Zahnlücke!” Elvira erstaunte, blickte verdutzt und wies dann mit gemachtem Lächeln den Kranz ihrer tadelfreien Zähne. „Wo denn?” „Mein Gott”, sagte er, „wie das täuschen kann! Es war ein Schatten. „Dann sprach er rasch etwas anderes, Schmeichelhaftes, Naheliegendes, und der Mißklang ging vorbei. Als er sie verließ, war er glücklich und beschwingt. Nur die Streichholzschachtel mit dem Stiftzahn, nicht wahr . . . Lieber Himmel, wen sollte er noch fragen, wo war er gewesen? Sein Hirn zermarternd, langte er wieder vor dem Stadtrestaurant an. Da öffnete sich die Drehtür, und der Kellner Fritz kam herausgeschossen. „Herr Doktor”, rief er, „haben Sie noch die Streichholzschachtel, die ich Ihnen gestern abend am Tisch gab? Ich hatte sie verwechselt, es war mein Stiftzahn darin.” Hans Hegner trat ein. „Lieber Freund”, sagte er gelassener, als zu erwarten gewesen wäre, da Ihm noch in dieser Minute ein Stein von der Seele fiel, „ich habe die Schachtel, und der Zahn ist noch darin.” Er überreichte dem aufatmenden Ober das Schächtelchen. Fritz steckte es ein. „Nehmen Sie Platz, Herr Doktor”, sagte er, „es ist ein bißchen spät, aber wir haben noch Gulasch mit Weinkraut und neuen Kartoffeln! Fünfzig Gramm Fleisch, zehn Gramm Fett” „Schade, ich habe keine Marken mehr, Fritz, ich muß heute abend im Lokal speisen, und da langt es sonst nicht.” Fritz wehrte ab. „Das ist diesmal meine Sache”, sagte er. „Ich bin ja so froh, daß Sie den Zahn aufbewahrt haben. Nehmen Sie bitte Platz! Heute brauchen Sie keine Marken!” Hans Hegner zögerte; aber Fritz lief schon mit der Bestellung zum Büfett. Da setzte er sich. Man soll nicht im Wege stehen; seinem Glück schon gar nicht. Am Sdnienenstrang Von Max Bittrich An hoher Brücke stockt mein Fuß. dem Schienenstrange nah: von derben Händen angepackt schlägt Eisen harten Arbeitstakt vor grell gemaltem A. Verbrauchte Schienen poltern weg die Schwellen hinterdrein. Die neuen her und festgeschraubt! Flink! Durch die Klefemheide schnaubt der Vieruhrzug herein! Ihn warnt das A. Ein Horaruf scheucht die Rotte: Sprung vom Gleis! Verlangsamt zieht der Stahlkoloß vorüber mit dem Wagentroß. Laut hämmert alter Fleiß. Schon hasten wieder Schwellen her und Schiene, Schraube, Bolz. Der Pickel fliegt, der Schotter trägt. Doch nochmals- Vorsicht! Mahnend schlägt ein Glöddein an im Holz. Das Wächterhora gellt näher auf: Sprung: Aus dem Schienenstrang! Am Werkzeug rastet kurz die Hand, der Zug schwankt übers Eisenbart Faustgriff und Hammerklang. Ein Uhrwerk atemloser Tat ist uns am Gleise nah: beschwingter Arme stolze Zahl, erglühte Stirne, Stein und Stah im Ehrenzeichen A. Ein Theolog des Lebens Karl Adam zum 70. Geburtstag Karl Adam ist wie kein anderer Theologe der Gegenwart weit über die Grenzen der Fachtheologie hinaus in der gesamten christlichen Welt bekannt, bei allen, denen die Frage, „ob man als zivilisierter, als europäischer Mensch überhaupt glauben, nämlich an die Göttlichkeit des Gottessohnes Jesus Christus glauben könne“ (Dostojewski), die Frage ihres Lebens geworden ist, Adams Hauptwerke „Das Wesen des Katholizismus“, „Christus, unser Bruder“, „Jesus Christus“, sine in sämtliche Weltsprachen übersetzt unc haben nicht nur in der deutschen Ausgabe sondern auch in diesen Fremdsprache- wiederholte Neuauflagen erlebt. Wer das Glück hatte, Karl Adam nich nur aus seinen Büchern, sondern auch durch seine akademische Lehrtätigkei /und aus persönlicher Begegnung kennen- zulemen, verehrt ihn nicht nur, sonderr muß ihn lieben. Die Macht seiner religiö sen Persönlichkeit übt auf jeden einer unvergeßlichen, bleibenden Eindruck aus Aber er ist weit entfernt von feierliche Hochwürdigkeit und aufdringlichem reli giösem Pathos. Er ist ein Mensch geblie ben in einer Intensität, Breite und Mäch tigkeit, daß man im Anblick des Siebzig jährigen mit seinem lichten weißen Haa an den Alten von Weimar denkt. Er kenn' das Leben in seinen Höhen und Tiefen er bejaht es in all seinen gesunden Mög lichkeiten, und man darf mit Recht sein Theologie als Theologie des Lebens be zeichnen. Er versteht die Menschen ii. ihren Zweifeln und Nöten und nimmt sic ernst. Er gibt ihnen auf ihr Suchen ein' erlösende Antwort und nicht nur trockene- abstrakte Schtitformeln. In lebendige Fühlungnahme mit den geistigen Bewe gungen der Gegenwart übernimmt er ih wertvolles Gut und vermag auch im Irr tum noch den Kern Wahrheit zu seher der darin steckt und von dem er lebt. Au dem Hintergrund der Lebensphilosophi Nietzsches hat er die leberjgestaltendc Macht des Christentums aufgezeigt unc dargetan, wie nur dort, wo unser Leber, um das göttliche, absolute Leben kreist, wahres Leben möglich ist. Damit gab er der Kirche in Deutschland in den vergangenen Jahren einen inneren Halt Es geht Adam also um die Kernfrage um Jesus Christus und um das Problem der Kirche. Leben in seiner höchstmöglichen Vollendung als erkennend-liebende Teilnahme am Sein und Leben Gottes kann der Mensch nicht durch Steigerung seiner natürlichen Kräfte und Anlagen erreichen, er kann ^s nur als Geschenk von Gott entgegennehmen, in dem Gott selber Mensch wird. Hat Nietzsche einst die bitter-wahre Kritik geschrieben: „Erlöster müßten sie sein, die Erlösten, wenn ich an ihre Erlösung glauben soll“, so wird Adam nicht müde, immer neu zu betonen: Christentum ist nicht ein verlängertes Judentum, ist nicht alttestamentliche Gesetzlichkeit, sondern ist das stolze Bewußtsein, im Glauben an den Gottmenschen und in der Verbundenheit mit ihm der Welt der Vorläufigkeit, des Zufalls, der Sünde enthoben und in Gottes ewigen Grund eingepflanzt zu sein. So gedenkt die katholisch-theologische Fakultät der Universität Tübingen und mit ihr die vielen im In- und Ausland dankbar des begnadeten Gelehrten. Geboren am 22. Oktober 1876 in Pursruck (Oberpfalz), ist Adam als o. ö. Professor für Moraltheologie 1917 nach Straßburg berufen worden und hat 1919 einem Ruf nach Tübingen Folge geleistet. Fast drei Jahrzehnte seiner akademischen Lehrtätigkeit hat er dort den Lehrstuhl der Dogmatik inne. In ihm hat die Tübinger Schule einen Repräsentanten, der beweist, daß ihre große Tradition lebendiger ist denn je. Im Geist solcher Tradition die lebendige Ueberlieferung weiterzutragen darin bestehe unser Dank. Dr. August Arnold arabeske durchvibrierende geistige Interpretationsform von einer Erfülltheit und Unmittelbarkeit des Ausdrucks, die wohl nicht mehr zu überbieten ist. Gewiß hätten die figurativen Konturen der drei Piecen aus „Childrens’ comer” von De- bussy bei einem französischen Pianisten etwas mehr Würze und spielerisches Raffinement erfahren, aber Dämmert kam es darauf an, die feinironische Sicht des Komponisten in die seltsamen Wandlungen einer Kindesseele zu vertiefen. In Mus- sorgskys „Bildern einer Ausstellung” waren dem Künstler, der seine glänzende Technik immer einer suggestiven geistigen Gestaltung unterwirft — er holte durch seine förmlich psychologisierende Spielweise die Wesensverwandtschaft Mussorgskys mit Dostojewsky heraus —, letzte Auswertungsmöglichkeiten geboten. Wie er, in nirgends romantisch reizsamer Ueberbe- tonung, den bildthematischen Erfindungs- reichtum eruptiv, glühend, voll Kraft und Innerlichkeit hervortreten ließ, rief den herzlichsten Beifall der Zuhörer immer wieder hervor. Dr. G. Lenzinger KULTURNACHRICHTEN Prof. Wilhelm Furtwängler, der frühere Direktor der Berliner Philharmoniker, wird sich am 11. Dezember vor dem Entnazifizierungskomitee der alliierten Kommandantur in Berlin zu verantworten haben. Die 86jährige deutsche Dichterin Clara V i e b i g befindet sich in einem Flüchtlingslager bei Görlitz, nachdem sie auf Anordnung der polnischen Behörden ihr Heim bei Glatz in Schlesien hat verlassen müssen. Clara Viebig ersuchte die alliierten Behörden, sich in Berlin niederlassen zu dürfen; sie will dort ein Buch über den deutschen Zusammenbruch veröffentlichen Unser Roman kann aus Raumgründen leider erst in nächster Nummer fortgesetzt werden und wird in der Ausgabe vom 31. ds. Mts. schließen. D. Red. Stuttgarter Kammerorchester Für die wenigen Besucher des Stadt theaters mußte die Begegnung mit den geradezu phantastisch zu nennende Klangraum des Stuttgarter Kammerorche sters ein einmaliges Erlebnis bedeutei Was dieses kleine, künstlerisch ganz hoci. wertige und feinstkultivierte Streichei ensemble in der Bewältigung Badische Standardwerke leistete, mußte auch de: Nichtkenner in Entzücken versetzen. Ob e nun das 6stimmige Ricercare aus der „Musikalischen Opfer”, die Fuge in g-mol oder zwei Fugen aus der „Kunst der Fuge waren: Immer lag dieser prachtvolle warmflüssige, an fülliges Silber erinnernd' und in den feinsten dynamischen Nuance) schwingende Ton, dessen beseeltes und voi innerer Begeisterung kündendes Vibrat« aus der Herzgrube der Musik hervorquoll in einem blühenden Schwebeverhältnis, da: die thematische Kombinatorik und Stirn menverflechtung, durch präziseste rhyth mische Linienbeherrschung, durchdacht Bogenführung und müheloses geistige: Mitgehen unterstützt, doppelt stark unc klar hervortreten ließ. In Bachs E-dur Violinkonzert entwickelte der Solist Rein hold B a r ch e t, besonders im wunder vollen, von edler sakraler Schwermut ge tränkten cis-moll-Adagio, einen blühender Ton von abgerundetem Schmelz. Die technisch-stilistische Durchzeichnung war klar und sauber. Das „Brandenburgische Konzert” Nr. 3 in G bildete in seiner hinreißenden, völlig entmaterialisierten und von dithyrambischem Schwung getragenen Ausführung (das unerwartet rasche Tempo des Schlußsatzes!) einen Abschluß, der den Künstlern mit seinem überzeugend und trotz aller Impulsivität sehr vornehm gestaltenden Dirigenten Karl Münchlneer den begeisterten und aus dankbarem Herzen kommenden Beifall der Zuhörer einbrachte. Wir hoffen, dieses ganz hervorragende Ensemble hier bald wieder begrüßen zu dürfen. Dr. G. Lenzinger Seite 4 / Nr. 120 SUDKUBIEB Freitag, 25. Oktober 1948 Neue Formen im Genossenschaftswesen Süddeutsche Rundschau Stärkeres Hervortreten der Produktionsgem elnsohaft In Industrie und Landwirtschaft Die vor einiger Zeit im Südkurier veröffentlichte Aufsatzreihe über das Genossenschaftswesen (s. Nr. 52, 55, 60, 62, 65 und 82) erfährt durch die vorliegende Arbeit eine wertvolle Bereicherung. Sämtliche Formen des bis 1933 reich entwickelten Genossenschaftslebens in Deutschland werden in der kommenden Friedenswirtschaft erhöhte Bedeutung gewinnen. Zu ihnen wird jedoch noch eine Wirkungsform der Genossenschaft treten, die früher eine relativ geringe Bedeutung hatte, nämlich die Produktionsgenossenschaft. Die Zerschlagung der deutschen Großbetriebe durch Krieg und Zerstörung des deutschen Rüstungspotentials, ebenso wie die systematische Auflösung der Kapitalballungen in der deutschen Wirtschaft zwingen zu einer weitgehenden Verlagerung der Industrieproduktion auf Mittel- und Kleinbetriebe. Bei dieser Umbildung dürfen aber keineswegs die anerkannten Produktionsvorteile des Großbetriebes verloren gehen. Es gilt also industrielle Mittel- und Kleinbetriebe, ja zum Teil sogar Handwerksbetriebe so zu organisieren, daß in ihnen eine billige Massenfertigung qualitäts- hoher Standardwaren möglich wird. Hierfür müssen zwei Bedingungen erfüllt werden: 1. Beschränkung des einzelnen Betriebes ln seiner Fertigung auf ein oder ganz wenige Erzeugnisse; 2. Zusammenschluß mehrerer Betriebe zu einer Produktionsgemeinschaft. Hinsichtlich seiner Produklionstechnik wird jede Mitgliedsfirma einer solchen Produktionsgenossenschaft auf diese Weise zur Werkstatt eines Großbetriebes. Die rechtliche Selbständigkeit des Betriebes bleibt jedoch erhalten. Der Unternehmer verzichtet zwar auf seine Majkt- funktion, d. h. den eigenen Wettbewerb nm den Kunden, zugunsten eines dafür geschaffenen Organs der Produktionsgemeinschaft, kann dafür aber um so größere Aufmerksamkeit der Kostensenkung in der Fertigung zuwenden. Der Gewinn solcher Produktionsverbesserungen verbleibt dem Unternehmer, der sie durch seine Tüchtigkeit erzielt. Die Produktionsgenossenschaft wird sich nicht nur in ihren verschiedenen Formen der industriellen und handwerklichen Erzeugung durchsetzen; sie hat vielleicht eine noch sehr viel größere Zukunft in der Landwirtschaft. Eine weitere Steigerung der Agrarproduktion wird nur durch Schaffung optimaler Betriebsgrößen möglich sein. Der Bauernhof erfüllt diese Anforderungen in der Regel nicht. Es gilt daher anch hier durch genossenschaftlichen Zusammenschluß in landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften diese optimale Betriebsgröße zu erreichen Hier sind nicht Riesengüter das Ziel, auf denen der einzelne Bauer als Angehöriger der Genossenschaft nur eine Nummer darstellt. Es wird vielmehr in der Regel genügen, einige Bauernwirtschaften in einer Produktionsgenossenschaft zusammen zu fassen. Der Gfenossensdjaftsgedanke hat in der Landwirtschaft durch Gemeinschaftseinkauf, Gemeinschaftsverkauf und genossenschaftliche Kredithilfe bereits weitgehend Eingang gefunden. Die landwirtschaftliche Produktivgenossenschaft ist nur ein logisches Schloßglied in dieser Kette. Zur Erhöhung der Ablieferung der Agrarerzeugnisse können wieder eine Reihe von Produktionsgenossenschaften zu Liefergenossenschaften zusammengefaßt werden. So kann eine Lieferungsgenossenschaft häufig die ganze Dorf- gemeinschaft umschließen, die sich aus zahlreichen Produktivgenossenschaften und einzelnen selbständigen Landwirten außerhalb der Genossenschaft zusammensetzt. Die Aufstellung des Anbauolans sowie die Verantwortung für die Erfüllung des Aufbringsolls sind im Zusammenwirken mit den behördlichen Organen der Landwirtschaft Aufgabe des Vorstandes der Liefergenossenschaft. Die Genossenschaft, ganz gleich in welcher Form sie auftreten mag, ist keine Zwangsjacke, in die jeder hinein gepreßt wird, sondern eine Organisation gemeinschaftlicher gegenseitiger Hilfe. Sie ist vor allen Dingen niemals ein Feind des Tüchtigen, und wo der Tüchtige ebensoviei zu leisten vermag wie die Genossenschaft und ihr femznbleiben wünscht, wird ihn niemand in diesem Wunsch und in seiner Selbständigkeit behelligen. Soweit jedoch die Produktionsvorteile einer optimalen Betriebsgröße vom einzelnen Produzenten nicht erreicht werden können, muß der genossenschaftliche Zusammenschluß unter der Zielsetzung einer Existenzsicherung des Volkes die Handhabe bieten, eine sonst unerreichbare Ertragssteigerung herbeizuführen. Dt. Gr. Holländisches Beispiel Die Bedarfsgrappen-AufteUung der Kriegs-Rohstoff-Wirtschaft brachte aufschlußreiche Einblicke in das Verhältnis zwischen dem Eigenbedarf der Betriebe für Instandhaltung und Ergänzung der Fabrikationsmittel, dem sogenannten (Unterhalt)- und (Emeuerungs)'Bedarf, und dem Materialumsatz der Produktion. Der Großbetrieb zeigte sich aus verschiedenen Gründen, die hier nicht näher untersucht werden können, dem Mittel- und Kleinbetrieb überlegen. Die Folge war, daß diese Mittel- und Kleinbetriebe im Kriege ihre Mittel stärker abwirtschaften mußten als die Großbetriebe, wie überhaupt die Kriegswirtschaft die Großen auf Kosten der Kleinen stärkte. Im klassischen Land der Demokratie, in Holland, halfen sich nun die Kleinen durch Zusammenschluß zu einer Produktionsgemeinschaft unter Leitung eines Ingenieurbüros, dem die Behandlung der Materialanträge, der Umstellmaß’ nahmen, des Behördenverkehrs sowie Auftragseinholung und -Verteilung auf die einzelnen Mitglieder nach deren Betriebsmitteln und jeweiliger Belegung oblag. Hierdurch wurde eine weit höhere Gesamtproduktion erreicht als die Summe der Einzelerzeugungen vor dem Zusammenschluß gewesen war, was sich auch günstig auf den ebenfalls vom Ingenieurbüro gemeinsam vertretenen U- und E-Bedarf auswiricte, der nun re* lativ geringer wurde. Rund ein Dutzend verschiedenartiger Betriebe mit Belegschaften zwischen 3 und 50 Mann wren derart verbunden, darunter auch eine kleine Fahrradreparaturanstalt, die u. a. Schablonen und Lehren für die übrigen Betriebe fertigte, eine bedeutsame Arbeit, an die jene Werkstatt von sich aus niemals herangekommen wäre. Materialbeschaffung und Erfassung der Produktionsabfälle wurden ebenfalls vom Ingenieurbüro zentral geleitet und so wurde eine unübertroffen intensive Materialans' nutzung erreicht, eine bessere noch, als selbst bei Serienfertigung des Großbetriebes möglich ist. So wurden in wirklich demokratischer Form die arbeitstechnischen Vorzüge des Großbetriebes mit den soziologischen des Kleinbetriebes — Stärkung der Schicht selbständiger Menschen — wirkungsvoll verbunden. Hergestellt wurden ln dieser Form z. B. einbaufertige Rohrleitungs- und Ausrüstungsteile für Schiffs-Serienbauten, ein Arbeitsgebiet, das heute für die Herstellung vor- fahrizierter Häuser durchaus aktuell ist und- das keiner der Einzelbetriebe allein hätte bearbeiten können HCCo. Goldtrfbnnal ln Brüssel Ein Goldtribunal soll in Brüssel eingerichtet werden, das als Nebenabteilung znr interalliierten Reparationskommission die Rückerstattung der in Deutschland aufgefundenen Goldbestände veranlassen soll. Es handelt sich dabei zuzüglich der von der Schweiz und von Schweden herausgegebenen Bestände um 277 t mit einem Wert von ungefähr 36 Mrd. ffr. Die Antragsteller werden allerdings nur 40 Prozent Ihrer Ansprüche entschädigt bekommen. Das Tribunal hat den Charakter einer Dreierkommission, da Rußland an dem ln den andern Besatzungszonen aufgefundenen Gold kein Interesse hat. Aktivere Bergbaupolitik Vom Bergbau aus muß die todkranke Wirtschaft wieder belebt werden. Dieser Einsicht haben sich die letztlich verantwortlichen ausländischen Kreise nicht mehr länger verschlossen. Sie wollen in erster Linie eine verstärkte Leistung der Berga rbeiterscbaft und haben zu diesem Zwecke die täglichen Lebensmittelsätze für die Männer vor Kohle heraufgesetzt und eine 20prozentige Lohnerhöhung angeordnet. Es liegt auf der Hand, daß die heruntergewirtschafteten und anfällige Körper der Bergleute eine gewisse Anlaufzeit brauchen, ehe sie in der Leistung fühlbar auf die Kalorienerhöhung von 3200 auf 4000 regieren können. Und wenn außer den Kohlehydraten nicht auch Eiweiß und Fett in etwas größerer Menge zur Verfügung gestellt werden können, ist die positive Auswirkung der Kalorienerhöhung überhaupt fraglich. Aus diesem Grund ist auch in erster Linie die Ablehnung einer monatlichen Sonntagsschicht zugunsten der besseren Hausbrandversorgung zurückznführen Gerechtfertigt ist auch die Lohnerhöhung, denn bei der Schwere der Bergmannsarbeit war es unbillig, daß der Kumpel bisher an 9. Stelle der Handarbeiterlohnskala stand. Jetzt rückt er ln die Spitzengruppen ein, wenn auch die geforderte 30prozentige Erhöhung vom alliierten Koordinierungsausschuß ahgelehnt wurde. Jedoch wird von der Gesamtwirtschaft die Frage gestellt, auf wen die Auswirkungen möglicherweise zurüdcfallen; denn es ist wenig wahrscheinlich, daß der Bergbau von sich aus die Lohnerhöhung tragen kann. Er arbeitet heute schon in der Förderung mit Verlust, und die Kontrollbehörden werden sich einem verstärkten Abgleiten der Bilanzen widersetzen. Die „Flucht in die Technik" ist wegen des Materialmangels und wegen der Besonderheiten der geologischen Lagerung nicht unbegrenzt möglidi und mit großen Schwierigkeiten und Hemmnissen verbunden. Und schließlich darf man nicht vergessen, daß die Bergleute neben der durchschnittlich 20prozentigen Lohnerhöhung auch die knappsdiaftliche Sozialversicherung verbessert haben wollen. Sie ist sehr reformbedürftig und bei der oft vorzeitigen Invalidität des Bergmanns von größter Bedeutung. Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist es nicht unwahrscheinlich, daß versucht wird, die Mehrbelastung des Bergbaus durch eine Kohlen- preiseihöhung auf breitere Schultern zu legen Im Zusammenhang mit der Lohnerhöhung im Bergbau steht die gesamte deutsche Preispolitik zur Debatte, und nur mit großen Anstrengungen wird es möglich sein, bei den derzeitigen unsicheren Währungsveihältnissen eine verhängnisvolle Schraube ohne Ende zu vermeiden. Möglich ist dies nur. wenn die deutsche Wirtschaft durch reichlichere Kohlenzufuhren besser beschäftigt wird; die gegenwärtigen Zuteilungen sind auf der ganzen Linie ungenügend und werden es trotz der Ermäßigung des deutschen Ausfuhrkontingents um 150 000 Tonnen vorerst euch bleiben. Neben den innerpolitischen Maßnahmen wird auch in dieser Hinsicht mehr getan werden müssen, wie das von Sprechern der britischen Regierung schon wiederholt zum Ausdruck gebracht worden ist. L. H. Kurze Meldungen Wie der Wochenbericht der amerikanischen Militärregierung mitteilt, wurde eine der größten Offset-Pressen Europas von Deutschland nach Frankreich zurückgebracht. In der amerikanischen Besatzungszone sollen aus den Kohlenkontingenten für Eisenbahnen, Kraft- und Gaswerke 50 000 t für die Industrie freigemacht werden. Auch die Verwendung von weiteren 30 000 t, die für die Besatzungsmacht bestimmt waren, für industrielle Zwecke, ist beabsichtigt. Die Ernährungsausschüsse der Ruhrgroßstädte Essen, Duisburg, Oberhausen und Mülheim haben die Militärregierung um eine Erklärung dieser Städte zu Notstandsgebieten gebeten. DKW-Kraftwagen sollen in Zukunft auch in der englischen Stadt Coventry gebaut werden. Verhandlungen dieser Art sind vor dem Abschluß. Nach einem zwischen Belgien und der Schweu Unterzeichneten Handelsvertrag wird die Schweiz Maschinen, Garne, pharmazeutische Artikel und frisches Gemüse' liefern und dafür Stahlwaren, elektrische Bedarfsartikel. Textilien und Kohle erhalten. In England hat man ein neues Aluminium- Bauverfahren entwickelt, nach dem ab Februar 1947 alle 2% Minuten ein fabrikfertiges Aluminiumhaus hergestellt werden kann. D i e nar weg Ische Handelsflotte ist wieder^uf 3 Mril. BRT angewechsen, nachdem sie hn Kriege von 4,8 auf 2,6 Mill. BRT ge sanken war. In den Vereinigten Staaten wurde | mit sofortiger Wirkung die Preiskontrolle für sämtliche Nahrungsmittel und Getränke, mit Ausnahme von Zucker und Zuckerlösungen, aufgehoben. Auf der Schlußsitzung der Jahrestagung des amerikanischen Gewerkschaftsbundes wird in einer Entschließung eine tägliche Arbeitszeit von 6 Stunden gefordert. In Wien wurde die Oesterreiehisch- russische Erdölprodukte A.-G." mit einem Aktienkapital von 2 Mill. Schilling gegründet. Die Gesellschaft will sich mit dem Vertrieb von Erdölprodukten in Oesterreich befassen Wie von der rumänischen Regierung mitgeteilt wird, hat die Sowjetunion auf die im Waffenstillstandsvertrag als Reparationsleistung vereinbarten Getreidelieferungen aus Rumänien für dieses Jahr verzichtet. Die Welternte für Gerste soll um 9% über der Emte des Vorjahres liegen, aber noch nicht den früheren Jahresdurchschnitt erreichen Die diesjährige Emte wird auf 22 Mrd. Bushel veranschlagt Berichtigung: In dem in Nr. 119 des „Südkurier" veröffentlichten Artikel „Gemein* nütziger Wohnungsbau" muß es am Schluß heißen „Landeskommissär Dr. M Nordmann, Landrat. alle in Konstaas . . 10 Jahre Zuchthaus wegen Mord Baden-Baden. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Stritt wurde der Fall Reuß verhandelt. Reuß hatte, wie bekannt vor einem Jahr seine Braut aus Eifersucht ermordet. Er war in der späten Nachtstunde in die Wohnung der Geliebten eingedrungen. Da sie noch nicht zugegen war, entschloß er sich schlafen zu legen. Bei ihrer Rückkehr stand er auf und will angeblich seine Braut freundschaftlich begrüßt haben. Es kam jedoch zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf der Angeklagte seine Braut mit einem eigens hierzu mitgebraditen Brieföffner 21 Stiche versetzte. Der Tod trat auf der Stelle ein. Da das Gericht für den Angeklagten den § 51, Abs. 2 annahm, wurde von der Todesstrafe abgesehen. Reuß wurde zu zehn Jahren Zuchthaus unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft verurteilt. Wiederherstellung des Doms ln Worms Worms. Obwold immer wieder neue Hindernisse auftauchten, konnte nunmehr die Neuverglasung des Wormser Domes vollendet werden. Im Gegensatz zu der mehr provisorischen Neuverglasung des Mainzer Domes geleng es in Worms, eine dem Stilcharakter des monumentalen Bauwerks mehr gerecht werdende Verglasung auszuführen, so daß dadurch die Harmonie und Lichtwertigkeit des Innenraumes wieder zurückgewonraen werden konnte. An der Dacheindedcung wird noch gearbeitet. Doch ist auch sie zum größten Teil bereits ausgeführt. Hochstapler als „Abgesandter des HeiHgen Stuhls” Frankfurt a. M. Die Frankfurter Kriminalpolizei konnte einen gefährlichen Hochstapler, der wahrscheinlich zahlreiche Familien in Süddeutschland geprellt hat, verhaften. Der 38jährige italienische Staatsangehörige Otto Haies gab sich deutschen Familien gegenüber als ein Abgesandter des Heiligen Stuhls aus, der in einer Sondermission nach Rußland unterwegs sei. Er sei beauftragt, 320 italienische Kriegsgefangene in ihre Heimat zurückzuführen und habe dabei auch Gelegenheit, einige deutsche Kriegsgefangene „herauszuschmuggeln". Für dieses menschenfreundliche Vorhaben benötigte er jedoch jeweils einige tausend Mark „als Beste chungsgelder". Zirkusdirektor erhielt ein Jahr Gefängnis Augsburg. Das Militärgericht in Augsburg verurteilte den Besitzer des bekannten Zirkus Holzmüller, Max Holzmülier, wegen Fragebogenfälschung zu einem Jahr Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe. „Eigentum des Oberbürgermeisters" München. Im Auftrag der Militärregierung von Bayern wurde ein Lastwagen mit 88 Gemälden französischer und holländischer Herkunft vom Oberhaus in Passau nach München gebracht. Es handelt sich hierbei um Bilder, die vermutlich lm Jahre 1943 nach Passau kamen und hier in den Besitz des Nazi-Oberbürgermeisters Moosbauer übergingen. Jedes Gemälde trug auf der Rückseite die Aufschrift „Eigentum des Oberbürgermeisters der Stadt Passau". In diesem zusammengestohlenen Privatbesitz befanden sich bemerkenswerterweise auch, wie die Passauer „Neue Presse"' mitteilt, Bilder der im Dritten Reich verpönten expressionistischen Kunstrichtung. Lokomotivführer kontrolliert die Staatsgewalt München. Der Lokomotivführer Andreas Morgen aus Ingolstadt und der Monteur Georg Gräbner aus Kulmbach sind in München als neue Verwaltungsrichter vereidigt worden. Sie werden gemeinsam mit Fachjuristen und Berufsbeamten dafür sorgen, daß die Rechte der bayrischen Bevölkerung vor Uebergriffen der Staatsgewalt bewahrt bleiben. „Zu niemandes Vorteil und zu niemandes Nachteil" werden sie in den neueröffneten Gerichtshöfen von München und Ansbach Verwaltungsakten nachprüfen, Maßnahmen der Sicherheits- und Baupolizei kontrollieren und die Bürger des Landes vor widerrechtlichen Wohnungsbeschlagnahmen schützen. Drei Kinder im Rauch erstickt O b 1 n g. In Pfaffing kamen drei Kinder infolge einer Rauchvergiftung ums Leben. Die Mutter ging des Morgens aus ihrer Wohnung, um einzukaufen. Der vierjährige Horst, der dreijährige Günther und die einjährige Erika blieben in der wohlversperrten Wohnung zurück und machten sich vermutlich am Ofen zu schaffen. Durch herausfallende Glut entstand im Zimmer eine so starke Rauchentwicklung, daß die drei Kinder schwere Rauchvergiftungen erlitten. Dir Schreien wurde von den Nachbarn zwar gehört, aber nicht weiter beachtet. Sie wurden erst von ihrer heimkehrenden Mutter gefunden. Das Rote Kreuz brachte die Kinder sofort in das Kreiskrankenhaus Trostberg, wo sie trotz aller Wiederbelebungsversuche starben. Raubmörder In Priesterkletdung Nürnberg. Am 10. Oktober 1946 wurde in dem Keller eines Hauses in Nürnberg die Leiche des Kaplans Karl Halbeisen, geboren am 30. September 1905 in Buer (Westfalen), zuletzt wohnhaft in Goch (Westfalen), Bischöfliches .Konvikt, ausgeraubt aufgefunden Kaplan Halbeisen war auf der Reise nach Oesterreich und trug Priesterfcleidung. Es ist zu vermuten, daß der Täter unter dem Namen des Kaplans Halbeisen und in dessen Priesterkleidung auftritt. Therese Neumann Konnersmuth, Freiherr von Aretin veröffentlicht* in den „Berliner Heften" (Nr. 4/1946) eine Abhandlung über Therese Neumann von Konnersreuth, in der es u. a. heißt: „Es ist besonders in der Hitler-Zeit vielfach die Frage nach Theresens prophetischen Fähigkeiten aufgetaucht, und tausend Legenden haben darüber ihre Gestalt gefährlich umspielt. Mir ist nie eine Prophezeiung allgemeiner Art von ihr bekannt geworden, so viele ich im privaten Bezirk kenne. Zwei solche, die mich selbst betrafen, darf ich herausgreifen: Am Sonntag, dem 24. Juni 1938, besuchte mich plötzlich und un- angesagt in Hohenstein In Württemberg der Sportdienst des Südkurier England - Kontinent im Fujjball Das Spiel findet lm Mal 1947 in Glasgow statt — Tagung der Fifa ln Zürich Das Ende Juli 1946 in Luxemburg neugewählte Exekutivkomitee des Internationalen Fußballver- bandes (Fifa) tagte am Mittwoch in Zürich und nahm nach der Genehmigung des Finanzberichtes und Erledigung administrativer Geschäfte Stellung zu einigen wichtigen Angelegenheiten des internationalen Fußballsports, wobei das Thema Deutschland nicht behandelt wurde. Das Komitee stellte zunächst fest, daß bis zum heutigen Tage noch kein Anfnahmegesuch Rußland- eingegangen ist und es sind daher Wett' spiele gegen die russische Nationalmannschaft oder gegen russische Vereinsmannschaften untersagt. Auf Grund dieses Beschlusses kann z. B. das in Oslo vorgesehene Gastspiel von Dynamo Moskau nicht stattfinden. Auf Vorschlag der britischen Verbände soll am 10. Mai 1947 im Hampden Park in Glasgow ein Treffen Europa — Großbritannien stattfinden. Die Organisation des Spieles wird dem Schottischen Fußballverband übertragen. Die Kontinent-Mannschaft wird von einem Anschuß gebildet, dem Seeldrayers (Belgien) als Präsident, Lotsy, Fre- deriksen, Valousek und Generalsekretär Schricker angehören. Der Ausschuß wird sic* mit den Selektionären der verschiedenen Länder ln Verbin' duner setzen Ein Trainingsspiel ist in einer noch m bezeichnenden Stadt des Kontinents vorgesehen (Mit einer Berufung deutscher Spieler in die Mannschaft des Kontinents ist nach Lage der Dinge wohl nicht zu rechnen. Bekanntlich wirk- ter die Schweinfurter Kupfer und Kitzinger bei de* letzten Begegnung dieser Art mit. Redaktion) Bezüglich der Olympischen Spiele 1948 wird der Exekutivansschuß alle Maßnahmen einleiten, um die Durchführung des Olvmpisehen Fußball- tumiers zu sichern Oesterreichs Foßballanfgebot für Bern In der Wiener Meisterschaftsrunde vom 20. •Oktober wurden die Spitzenspieler im Hinblick auf die Bildung der Nationalmannschaft für das Berner Länderspiel am 10. November gegen die Schweiz einer eingehenden Beobachtung unterzogen. Es wurde bekanntgegeben, daß sich der Verbandscaotain bei der Auswahl des Teams vorwiegend auf folgende Kräfte stützen wird: Tor: Spale (Anstria), Grimme (FC. Wien): Verteidiger: Smutny (Rapid), Pavusa (FC. Wien). Rrinek (Wacker); Läufer: Sabeditscb (Vienna), Gemhard (Rapid), Joksch und Nikolasch (beide Austria), Occwirk (Floridsdorf); Stürmer: Mel’ chlor (Austria). Th Wagner (Wacker), Decker fVienna), Epp (Sportclub), Binder und Kaspirek (Rapid), Hahnemann (Wacker). Ausländischer Meisterschaftsfußball Österreich: WAC Wien — Wacker 0:5; Floridsdorf — Rapid 5:4 (Rapids erste Niederlage): Admira — Vienna 0:1: FC. Wien — Post 6:1; Sportclub — Hochstätt 2:0. Ungarn: ln der ungarischen Fußballmeisterschaft erlitt Szeged in der siebenten Runde die erste Niederlage durch Ferencvaros, dessen Internationaler Dr. Sarosi vier von fünf Treffern erzielte Dr Sarosi wurde aber in der gleichen Runde vom neuen Mittelstürmer der Nationalmannschaft Deak (Szentlörinc) übertroffen, indem dieser fünf von sechs Treffern einbracht«. In der Rangliste führen nun Kispest, Vasas und MTK. mit 10 Punkten aus 7 Spielen, gefolgt von Ferencvaros und Sze ged alt 9 P„ Ujpest und E.T.O. rftlf Belgien: PC. • Ltegeols — Standard 2:1; White Star — Boom 3:1; La Gantoise — Ant- werp 2.-0: Uursche — Olympie Chartere! 2:1; Beerschot — Union St Gilloise 4:1; Anderlecht — Berchem Sport 4:2; FC. Brugeois — Racing Bruxelles 3:2; Eendracht Alost — FC. Malinois 3:2. — Tabellenstand: 1. Liersche 8 Sp., 18 P.; 2. Charleroi 9 Sp.. 13 P.i 3. Berchem 9 Sp., 13 P.; 4. Union St. Gilloise 9 Sp., 12 P. Fußball in anderen Zonen Städtespiel: Berlin —Dresden (vor 25 000) 2:1; Hamburger Meisterschaft: St. Pauli — Viktoria 2-3 (0; HSV. — Union 11:0; (HSV. führt 10:0 von St. Pauli und Eimsbüttel mit je 10:2); Ergeb’ nisse aus Nord, West und Süd: TSV. Barmstedt — Hannover 96 2:5: VfL. Osnabrück — Holstein Kiel 3:1; VfL. Köln 99 — Rhenania Köln 3:2; Rotw. Oberhausen — Emmerich 3:1; Remscheid — Fortuna 0:6; in Koblenz: Mitteirhein — Pfalz 1 : 1 . Süddeutsche Oberliga am 27. Oktober: Neckarau — Aschaffenburg, Phönix — Schweinfurt, Eintracht — VfB., Bamberg — Schwaben, 1860 — KFV., Stuttg. Kickers — Offenbach, Waldhof — Bayern, BCA — Fürth, Nürnberg — FSV., Ulm — VfR. Mannheim. Die Tabellenführer soll’ ten zu Hause zu weiteren Punkten kommen, dagegen ist das Frankfurter Spiel völlig offen. Außer in der Karlsraher Begegnung sind sonst Heimsiege- zu erwarten Dritte Pokalrtrade lm Bezirk Konstanz. Am kommenden Sonntag finden folgende Spiele statt: Stockach — Blumberg: VfL. Konstanz — Engen: Zizenhausen — Singen; Worblingen — Wollmatingen Alle Spiele beginnen nm 14 Uhr Internationales Tennis ln Baden-Baden In Baden’Baden fanden internationale Tennisspiele statt, bei denen n. a. bekannte französi* sehe und deutsche Spieler beteiligt waren. Zn den hervorragenden Spielern zählten die Franzosen Destremeau, Brugnon und Lesveur und die Deutschen Gottfried von Cramm und Dr. Buß Ergebnisse: Dr. Buß — Walter 8*. 2:2 (abgebr.), Gemischtes Doppel: Mme. Halff(Lesveur — Mme. Boegner'Brugnon 6:4, 7:5 Herren-Doppel: von Cramm/Kretzer — Prtllard/Lavallev (franz. Besatzungsmacht) 6:2, 6:2. Mme. Landry — Mme. Boegner 6:2, 6:3 Herren-Doppel: Dr. Buß'Wal- ter — Kretzer/Dr. Beutter 6:2, 6:4. Herren-Einzel: Destremeau — Lesveur 6:4. 6:2. Gemischtes Doppel: Mme Landry (Brugnon — Mme Boegner'De- stremean 6:3. 7:5 Herren’Doppel: Destremeau/ Brugnon — Lesceur'Lavallev 6:3 (wegen Dunkelheit abgebrochen! Das Panamertka - Tennisturnier Beim Panamerika-Tennlsturnier in Mexiko City gewann der Amerikaner Frank Parker nach einem 6:4 6:8, 6:3. 5:7. 6:!-S!eg über Francisco Segura (Ecnador! das Herren-Einzel und schlug mit Boh Falkenburg irä Doppel das Paar Segura /Russell 12:10. 6:3, 7:5. Im Damen-Doppel blieben Margaret Osborae'Louise Brough mit 6.3, 9:7 gegen Pauline Betz (Doris Hart erfolgreich. Schließlich gewann Pauline Betz das Damen- Endsnie! mit 6:4. 15:13 gegen Maroaret Oshome Württemhergisdier Kunsttnrnsie« Die württembergische Turnerstaffel und eine bayerische Vertretung standen sich in der Fellbacher Festhalle in einem Länderwettkampf gegenüber, den die württembergische Mannschaft im Gesamtergebnis mit 602 -.583.3 Punkten gewann. Beste Elnzeltumer waren: Stangl (Bayern) mit 79.7 Punkten, Theo Wied (Württemberg) mit 79,2 Punkten, Goeggel (Württemberg) mit 78 Punkten. Friedrich (Bayern) mit 77,7 Punkten und Strobel (Württemberg) mit 77,6 Punkten. mir befreundete Fürst Erich zu Watdburg-Zefl. lm Auto aus Konnersreuth kommend, um mich im Auftrag von Therese Neumann zu warnen, da eine Haussuchung der Gestapo bei mir in den nächsten Tagen bevorstünde. Die Warnung mir brieflich zu schicken, hatte Therese meinem Besucher nicht gestattet Zwei Tage darauf erschien bei mir die Gestapo, machte die Haussuchung und verhaftete mich wieder einmal. Dies war der eine Fall. Der andere spielte zwei Jahre später. Da ich eine Angelegenheit mit Therese besprechen wollte, fragte ich Ende Juni 1940 bei ihr an, wann ich sie aufsuchen könnte. Die Antwort, die vom 5. Juli datiert Ist lautete, dies könne erst nach dem 15. August der Fall sein. Am 7. Juli 1940 wurde Therese Neumann bei einer Primizfeier in der Umgebung von Eichstätt in der sommerlichen Hitze von einem Gehimschlag getroffen, der sich am 10. und 13. Juli wiederholte, Theresens rechte Seit« vollkommen lähmte und ihr Ableben erwarten ließ. Sie konnte nicht mehr sprechen, und nach dem Berichte des Pfarrers an mich mußte ei als vollkommen ausgeschlossen gelten, daß jemals der Zustand sich noch wesentlich bessern würde. Da erfolgte am 15. August, während der Vision der an diesem Tage von der Kirche gefeierten Himmelfahrt Mariä, die vollkommene Heilung. Genau wie Therese es mir am 5. Juli hatte mitteilen lassen, zwei Tage vor Ihrem Schlaganfall, konnte ich sie alsbald nach dem 15. August besuchen und feststellen, daß von der sechswöchigen Lähmung nichts übriggeblieben war." Aus der Schweiz Einreiseerleichtening für Schweizer in Deutschland Bern. Für die in der französischen, amerikanischen und britischen Besetzungszone in Deutschland lebenden Schweizer Bürger sind wesentliche Erleichterungen für Reisen zu vorübergehendem Aufenthalt in der Schweiz zugestanden worden. Diese Erleichterungen erstrek- ken rieh insbesondere auf folgende Fälle: für die Teilnahme am Fest der silbernen oder goldenen Hochzeit naher Angehöriger-, für den Besuch eines nahen ernstlich erkrankten Verwandten: für den Besuch nahet Verwandter, von denen der Gesuchsteller während mancher Jahre getrennt gewesen ist: für die Regelung von Erbschaftsangelegenheiten: für die Teilnahme an Kongressen und Konferenzen, denen der Gesuchsteller als anerkanntes Mitglied angehört; für Mütter mit Kindern im Alter von weniger als 16 Jahren für einen Erholungsaufenthalt von nicht mehr als drei Monaten VergröBerung des Basler Mustermesse Basel. Die Basler Mustermesse des Jahres 1947, die vom 12. bis 22. April stattfindet, läßt schon jetzt ein außerordentlich gesteigertes Interesse der schweizerischen Industrien erkennen. Die Industrien melden einen größeren Platzbedarf als im Vorjahre. Dazu kommen noch einige hundert neuer Aussteller, so daß mit einem Mehrbedarf an Ausstellungsgelände jron rund 10 000 qm gerechnet werden muß. Kurz notiert Johnny Weißmüller, Amerikas berühmter Weltrekordschwimmer, hat sich dafür ausgesprochen, daß Deutschland und Japan zu den Olympischen Spielen 1948 zugelassen werden. Der frühere Fußball’Reichstrainer Sepp Her* berger, der in dieser Eigenschaft Mitglied der höheren NSRL.-Führung war, ist entnazifiziert worden Auf Grund von Auseinandersetzungen nach dem Meisterschaftsspiel Stuttgarter Kickers — Bayern München wurden Kopp (Bayern) und Schaletzky (Kickers) bis zum endgültigen Urteil für den Spielverkehr aller Mannschaften gesperrt Gegen einen Zivilisten, der den Münchener Spieler Seibold geschlagen hatte, wird strafrechtlich vorgegangen. Ein Fußball-Länderspiel zwischen Dänemark und Norwegen in Kopenhagen wurde von den Dänen mit 7:1 gewonnen. Bei der ersten Nachkriegs-Autoschau der Welt, dem Pariser Autosalon, herrschte die Ausstellung von leichteren Fahrzeugen vor. Beim „Großen Preis von Wien" fuhr der Wiener NSU.-Fahrer Leo Faßl auf seiner 500-ccm- Maschine mit 111-Stundenkilometer Tagesbestzeit. In Rußland, wo der Automobilrennsport kaum in Erscheinung getreten ist, wurde ein Kleinrennwagen mit 2 Vierzylindermotoren und 346 ccm entwickelt. • Anläßlich des 89 Geburtstages von König Gustaf von Schweden wurde in Stockholm eine Ten* nis-Galavorstellung abgehalten, bei der Drobny (Tschechoslowakei! den Schweden Noredström 6:1, 6:2 und Hyks (Tschechoslowakei) den Schweden Erik Line 6:2, 6:1 schlug. Bei den internationalen Tennismeisterschaften in Mailand wurde der tschechische Meister Drobny von dem Italiener Sada im Viertelfinal 4:6. 6:2, 6:2 geschlagen. Einen neuen Landesrekord im Brustschwimmen über 100 m stellte der Basler Schwertfeger mit 1:18,6 Min auf Ludwig Hoermann (München) siegte im „Kriterium" der Berufsradrennfahrer auf einer 85 km langen Strecke (100 Runden) in 2:04,16 mit 23 Punkten vor Berger (Rosenheim). v oggenreiter- Chemnitz und Schwarzer-Berlin Das Hauptereignis der diesjährigen Rennsaison in Frankfurt, der ..Große Preis von Frankfurt" mit 100 000 Mark wurde von „Olymp" mit Jokey Printen gewonnen. Den mit 50 000 Mark ausgestatteten „Oktober-Preis für Zweijährige" gewann „Porticus" mit W Hauser im Sattel. Bei einer Kajak-Regatta in Eßlingen verteilt« das Hauptquartier des 60 amerikanischen Infanterieregiments Lebensmittel und Ehrenpreise. Außerdem wurde während der Regatta von amerikanischer Seite ein Film über die deutsche In - gendarheft im Wassersport gedreht. 30 Mark Spesen Der Lizenzträger der süddeutschen Fußballmeisterschaft, Fritz Walter. Stuttgart, erklärte einem Pressevertreter, daß die Meisterschaft auf Amateurbasis durchgeführt wird, wobei man allerdings mit dem Spesensatz nicht kleinlich sein will unter Berücksichtigung der allgemeinen Wirtschaftslage. Die Spieler erhalten für jedes Spiel 30 RM wie im Vorjahr. Nicht erwähnt wurden die speziellen Prämien and gewisse Spielerziehungen mit verlockenden Angeboten. SDDKURIER Verantwortlichei Redaktionsausschuß: Herman» Fiebing, Hermann DörflInger (CSV). Rudi Gogue* (KP). Dr Robert Winzer (SP). Friedrich Munding (DP) — Verlag: Südkurier-Verlag G. m. b. H — Druck: Druckerei Konstanz. Fischmarkt 5. — Für unverlangt eidgesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Haftung. 1948 Mcitsf, 25. Oktober 1946 HEIMAT mum KURIER iir, ISO / Seite 5 ameri* ne in sind a vor- znge- rstrek- s: für 'r gol- ' den Ver- sndter, ancber gelung Teil- denen d an- »r von lgsanf- 3 se Jahre« t, ISBt igertes erken- ößeren ommen :o daS elände uß. Wettrochen, jischen > Her» ler hört wor- nach ers — ) und Urteil . n ge- Mün- wird lemark >n den Welt, usstel- Wie- W-ccm- esbest- Icatun Klein- sd 346 ag Gu- le Ten* Drobny idström ■i) den haften ■leister tel final Immen er mit „Kri- 85 km mit 23 lTeiter- lsaison ikfurt" Jokey ansge- • geerteil» sn Inpreise. i } ame- ihp In- lßbau- eister- tg der orjahr ramten cenden t irmann Gognel undlnj H - _ Fflf mimmt Süöroeftöeutfche Chronih Hcrbftrolcfc , Die Rinder ruhen schwer und satt auf der besonnten Weide; vom Birnbaum löst sich Blatt um Blatt aus leueriarbnem Kleide. In der zufriednen Stille stehn Zeitlosen, mädchenzarte, die sich das Leben im Vergehn su letztem Blühen sparte. Maria Müüer-Gögler Fahrt übcre Schroäblfche Meer Diese himmelblau und goldgelb gefärbten letzten Herbsttage am Bodensee sind ein Geschenk schöner, weitaus schöner, als sie ein Sommer dem Auge zu schenken vermag. Eine Fahrt zu Schiff, welch herrliches Vergnügen für den Knaben, dessen Kind- heitserleben über die Kriegsjahre hinweg allzukarg bemessen war! Sein Blick streift auch hier Zerstörung und Trümmermale an den einst so stolzen Ufern der Zeppelin- etadt Friedrichshafen. Festlichen Gegensatz hierzu bildet der Empfang, den uns Meersburg bereitet in seiner lieblich-hehren, malerischen Schönheit, die den Pinselstrich des Künstlers mit südlicher Farbenglut tränkt. Mit uns reisen als ständige Begleiter im Fluge die Möven. Gierig und verwöhnt wie einst stürzen sie sich auf die Brocken, die ihnen vereinzelt ein Passagier zuwirft. Ihre ausdauernden Flugkünste sind Akrobatik und Musik zugleich. Die weiche Melodie des Schwebens und Gleitens, die jauchzenden Intervalle vertikal gezogener Kurven, die Dynamik des Sturzflugs zur Tiefe und nach den Seiten mit den pikanten Momenten der Ueberraschung — all dies müßte das Herz eines Sinfonikers in Schwingungen versetzen. Später 6itzen die weißen Vögel auf den Pfählen des Landungsstegs und krönen die steinernen Uferkandelaber jeweils zu dritt in reglos-strummer Anbetung der symmetrischen Ordnung. Mit der sinkenden Sonne kehren wir, Konstanz verlassend, wieder heim übers Schwäbische Meer. Ein paar junge Mädchen auf dem Deck sind miteinander in Ausgelassenheit beschäftigt. Sie rauchen Zigaretten und knabbern nebenher ganz heimlich und diskret. Das Ziel ihres Tagesausflugs war der Grenzzaun, der Konstanz von der schweizerischen Vorstadt Kreuzlingen scheidet. Dort, wo die Welt für uns „wie mit Brettern vernagelt” erscheint, war man mit behördlicher Erlaubnis dem Onkel aus Zürich auf Verabredung begegnet. Von ihm stammt die süße braune Schokolade, die nach so langer Entbehrung in Schwelgerei und Seligkeit versetzt. Im vergehenden Abendlicht schillert der See meergrün und rosenrot wie eine von unten künstlich beleuchtete Tanzfläche. el. Wo bleiben die Männer? Im Zusammenhang mit der Neueinführung der Meldepflicht der Männer von 15 bis 65 Jahren und der Frauen von 15 bis 50 Jahren für den Arbeitseinsatz wurde erneut die Frage aufgeworfen, wo die arbeitsfähigen Männer, die in nahezu allen Berufen in Südbaden gesucht werden, denn geblieben seien. Das Landesarbeitsamt in Freiburg hat zur Klärung dieser Frage eine aufschlußreiche Erhebung angestellt . Es hat dabei festgestellt, daß die Zahl der Männer zwischen 15 und 65 Jahren im Zeitraum von 1939 bis 1946 um 24,4 Prozent, die Zahl der Männer zwischen 19 und 50 Jahren, die vor allem für den Arbeitseinsatz in Frage kommen, sogar um 34,9 Prozent in der Hauptsache durch Kriegsverluste und Verbleib in der Kriegsgefangenschaft zurückgegangen ist. Linöauer Herbft Ein Rückblick auf die L indauer Kreisausstellung Man raunt sich in Lindau zu, nicht eigentlich die herrlichen Bodenseeäpfel, die riesigen Käselaibe und die Lindenberger Hüte, um von andern imerreichbaren Herrlichkeiten zu schweigen, seien der Clou der Kreisausstellung zwischen 15. September und 13. Oktober gewesen, sondern das 6%ige Festbier, der markenfreie Eintopf im Ausstellungsrestaurant und endlich vor allem — die Schweizer, die nach acht Tagen vergeblichen Harrens wie überfällige und darum bejubelte Seefahrer zwischen Löwe und Leuchtturm hereindampften und nun täglich unter dem blauen Herbsthimmel einen sachten Regen ergötzlicher Dinge auf Verwandte und Bekannte herabrieseln ließen, vom Neskaffee und Stumpen bis zum Schnürbändel und gebrauchten Strumpf. Nicht wie in Konstanz versuchte man in Lindau eine Auseinandersetzung mit modernsten Strömungen in Kunst, Musik und Literatur. Ein anderer Gesichtspunkt war maßgebend, ein geographischer sozusagen. Immer wieder betont man mit Recht den „Lagewert“ Lindaus, sein größtes Aktivum seit dem Aufschwung des Fremdenverkehrs, so wie früher seine Lage gegenüber der Paßstraße des Oberrheintals entscheidend war für seinen Großhandel. Gewiß wollte man neben der Wirtschaft auch im Kulturellen das Eigene und Bodenständige zeigen. Man gab dem Schaffen der aus Lindau stammenden oder jetzt dort lebenden Künstler. Dichter, Komponisten und Musiker Raum durch «ine Ausstellung „Buch und Kunst“, einen Komponistenabend, eine Morgenfeier der Literarischen Gesellschaft und ein schönes Konzert des jungen Lindauer Kammerorchesters, man ließ auch die eigentliche Volkskunst des Kreises in einem „Westallgäuer Heimatabend“ singen, jodeln und tanzen, man zeigte im Museum die Entwicklung des Lindauer Stadtbildes, aber man streckte die Hand auch aus in die Weite. Die nächste Nachbarschaft, die französische Südzone, präsentierte wundervolle handwerkliche Kunst im Heimatmuseum und die Neuerscheinung des Buchhandels, das Landestheater Sigmaringen spielte „Sappho“ und Friedrich Bischoff, Intendant des Südwestfunks, las aus seinen dichterischen Werken. Frankreich, die Besatzungsmacht, sandte den Pianisten Fr. Ogouse zu einem mitreißenden Chopinabend und bot zwei Proben seiner dramatischen Dichtung durch das ältere Stück von Vemeuil „Herr Lamberthier“ (Nationaltheater Mannheim) und die interessante Dichtung „Antigone“ von J. Anouilh, hervorragend gespielt durch die Städtische Bühne Ulm. Mannheim, Ulm, Augsburg, Memmingen und München dokumentierten die Verbundenheit Lindaus mit dem benachbarten Baden, Württemberg und Bayern der amerikanischen Zone. Die Ulmer Bühne gab außer „Antigone“ den „Sommernachtstraum“, den „Barbier von Sevilla“ und ein Orchesterkonzert mit dem Pianisten Walter Priegnitz, die Städtische Oper Augsburg erfreute mit der sehr geglückten Eröffnungsvorstellung von „Figaros Hochzeit“, die Neue Musikbühne Augsburg mit den Operetten „Blume von Ha- wai“ und „Dreimäderlhaus“, Memmingen spielte „Nathan“ und von München kamen das Münchener Kammerorchester mit Boris Maximowicz am Flügel und der Dichter Emst Penzoldt. Auch die Schweiz war durch ein Theater-Ensemble mit einer vorzüglichen Gy- gesaufführung würdig vertreten. Leider fehlte das nahe Vorarlberg noch im Reigen. Mit sieben Konzerten, zwei Opern und zwei Operetten stand so die Musik — Lindauer Neigung und Tradition entsprechend — gegenüber bildender Kunst und Literatur besonders auch der Besucherzahl nach im Vordergrund, und als erlesene Genüsse müssen neben den schon genannten noch die Abende des mit Lindau verbundenen Komponisten Julius Weismann, des Freundquartetts und des Pianisten Udo Dämmert rühmend genannt werden. 24 Veranstaltungen, davon sieben doppelt oder mehrfach gegeben — ein fast überreiches Programm für vier Wochen, ein „guter Herbst“, wie der alte Lindauer gesagt hätte, als er noch seinen Wein selbst baute und trank. Gewiß, so herb und säuerlich wie dieser Wein mundete die gebotene Kirnst nicht — aber eine Art herbstlichen Gefühls wurde man doch nicht ganz los. Es wurde geerntet, was frühere Generationen gepflanzt und gesät hatten, und mit wenigen Ausnahmen war von neuer Saat wenig zu sehen und zu spüren. Aber gilt das heute nicht für alle Gebiete der Kunst, ja für alle Regionen und „Zonen“ der Welt? Lindau darf sich jedenfalls seiner heurigen Ernte freuen. Bald genug wird der Winter sein Veto einlegen gegen alle Kultur, die Blätter, vielleicht sogar die aus Papier, werden fallen, die Säle werden kalt und dagegen hilft auch die größte Kunstbegeisterung wenig. Dann kann man hier wenigstens von der Erinnerung zehren, aus der vollen Scheuer leben, die dieser Herbst Lindau beschert hat. Alfred Otto Stolze. Badische Lehrerorganisation gegründet Am Samstag, 19. Oktober, versammelten sich Hunderte von Lehrern und Lehrerinnen der Volks-, Berufs- und Sonderschulen aus Nordbaden im Bonifatiussaal in Karlsruhe, um der Gründung ihrer Berufsorganisation beizuwohnen, die an die Tradition des früheren Badischen Lehrervereins anknüpfen sollte. Bei der Beratung über die vorläufige Satzung wurde in dieser der korporative Anschluß an den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund festgelegt. Der Satzungsentwurf wurde als Grundlage für die Aufklärungs- und Werbearbeit in den Bezirksvereinen empfohlen, um dann einer anfangs 1947 stattfindenden Vertreter- versampilung zur endgültigen Beschluß- fassifng vorgelegt zu werden. Bis dahin wird ein provisorischer Vorstand mit Rektor Schaechner an der Spitze die Geschäfte führen. Der endgültige engere und erweiterte Vorstand wird 25 Mitglieder umfassen. Sitz des engeren Vorstandes soll Karlsruhe sein. Ab 1. November 1946 wird ein Monatsbeitrag von 2 Mark erhoben, in den wie früher eine Versicherungsprämie mit einbegriffen ist. Allgemein wurden der Wunsch und die Hoffnung ausgesprochen, daß auch der südbadische Teil recht bald der Organisation angeschlossen werden könne. L. A. Kulturtage der Ortenau Am 26. und 27. Oktober 1946 finden in Offenburg anläßlich der Gründung des Kulturbundes der Ortenau verschiedene Veranstaltungen unter dem Namen „Kulturtage der Ortenau“ statt. U. a. wird eine Gemäldeausstellung französischer Malerei mit einem Vortrag von Dr. Martin-Karlsruhe, eröffnet. Annettes Weinherbft oor hundert Jahren Annette von Droste-Hülshoff und der Meersburger Stadtrat Die Zeit der Traubenlese an den sonnigen Ufern des Bodensees geht ihrem Ende entgegen. Die Winzer verzeichnen meist einen mittleren Ertrag, der stellenweise nur ein Drittel-Herbst genannt werden kann. In früheren Friedenszeiten herrschte dann das lustigste Leben im alten Burgenstädtchen Meersburg am Schwäbischen Meer. In den berühmten Weinstuben drängten sich die Besucher, die von weither mit Sonderschiffen über den See gefahren kamen, um den mündigen „Suser“ an Ort und Stelle zu kosten. Die ganze Nacht hallten die winkligen Gassen wider vom frohen Gesang, und in die Keller wanderte ein Fäßchen nach dem andern, um das Jahr hindurch den Durst der vielen Gäste stillen zu können. Heuer bleibt uns nur die Erinnerung an solche Festtage, denn der gute Tropfen muß im Austausch- und auf dem Exportwege Devisen und Nahrungsmittel ein- bringen. Blättern wir genau einhundert Jahre zurück, dann lesen wir beim Chronisten, der es uns gewissenhaft aufgezeichnet hat: „Im Jahre 1846 wurden alle Fässer und Keller voll Die Winzer und Winzerinnen tanzten auf der Straße, und von allen Höhen krachten Freudenschüsse. In jenem Jahre war unsere Dichterin Annette von Droste-Hülshoff selbst unter den Winzerinnen, denn sie hatte im November 1843 das sogenannte Fürstenhäusle auf der Höhe über Meersburg für vierhundert Reichstaler auf einer Versteigerung erworben. Dazu gehörten auch 5000 Weinstöcke, die nach ihrem eigenen Zeugnis in guten Jahren schon über 20 Ohm Wein gebracht hatten. Und nun wollen wir die glückliche „Weingutsbesitzerin“ Annette in einem eigenhändigen Brief, den sie am 24. Oktober 1846 an ihren Bruder Werner geschrieben hat, selbst sprechen lassen: ,,Meersburg, den 24. Oktober 1846 Wir haben hier eine schöne Weinernte gehabt, hätten aber fast das Doppelte haben können, Der Stadtrath (selbst lauter Rebbesitzex) hatte nämlich, aus übermäßiger Gierigkeit, um die Trauben zur möglichst höchsten Reife gelangen zu lassen, den Anfang der Lese fast um drei Wochen später als die Umgegend ange- setzt, obwohl alle weißen Trauben schon überreif waren und der erste Regentropfen sie zum Faulen bringen mußte. So sind die weißen Trauben fuderweis verfault. Da wir nun keine eigene Kelter haben, mußten «dr uns mit in diese Unvernunft schicken. Ich hatte zudem das Unglück, beim Ziehen der Nummern, wie man nacheinander zum Keltern zugelassen wird, fast die letzte Nummer zu ziehen, bin somit noch über vierzehn Tage als diejenigen, die den Anfang machten, und habe bedeutenden Schaden gelitten. Als meine Trauben noch alle gut und schon völlig reif «raren, wurde der Ertrag von Sachverständigen auf dreißig Ohm (ein Ohm ist gleich ca. 150 Liter) angeschlagen. Statt dessen wurden meine weißen Stöcke wahre Moderhaufen, wo man nur hinrührte flog weißer Staub auf, als wenn man einen Puffer zertritt. 7 Ohm gingen gänzlich verloren, 7 machte ich noch aus elenden halbfaulen Trauben, so schlecht, daß ich anderthalb Ohm von meinem prächtigen Rothen mußte dazwischen laufen lassen, um ihn noch mit knapper Notr. zu 19 Gulden per Ohm zu verkaufen, so daß ich aus diesen 7 $4 Ohm und den sämmtlichen Trebern nur die Summe von 171 Gulden gelöst habe. Nun aber zu meinem Rothen. Dieser hatte nicht durch den Regen gelitten, da die Trau ben damals noch nicht überreif waren, dagegen waren sie, durch das nachfolgende lange Hän gen, nicht nur überreif, sondern ganz sdmtmpf- lieh geworden, so daß sie beim Keltern statt lt nur noch 12 Ohm Saft gaben, der aber in diesem Jahre der allerbeste in Meersburg ge wachsene Wein ist. . . Er ist so zuckerhaltig daß ich an der Mostprobe gar kein Grad meh- zur Bezeichnung seiner Süßigkeit vorfand, und man sagte mir, in ein paar Jahren müßte ich wenigstens 70 Gulden für den Ohm haben... Man sieht: Schon in alten Zeiten haben die Winzer ihre liebe Not gehabt, sei es mit dem Wettergott oder gar mit dem — Meersburger Stadtrat! Heutzutage ist an dessen Stelle, der Winzerverein getreten, der es auch nicht allen recht machen kann. Aber mit Hilfe seiner neuzeitlichen Einrichtung geht es doch erheblich schneller mit dem Keltern als vor hundert Jahren. Doch wenn auch die Maschinen in großem Umfange an die Stelle der Torkel von Anno dazumal getreten sind — die anheimelnden Bilder der Männer und Frauen, die in den Rebbergen „wimmeln“ und ihren köstlichen Ertrag in che großen Bottiche leeren, die dann von Ochsen und Kühen mit behäbigem Stolz zur Kelterei gefahren werden, kennzeichnen noch heute den Weinherbst am Bodensee. C. B. ßoöenfee / Rhein / Donau Konstanz. Für den Stadtkreis Konstanz «runde ein Ernährungsbeirat gebildet, dem Vertreter aller Bevölkerungskreise, auch einige Hausfrauen, angehören. — Vom 1. bis 15. Oktober sind sieben Personen wegen Schwarzhandel und acht wegen Preisübertreibung angezeigt worden. — Die Stadt Konstanz zählt zur Zeit über 700 Wohnungssuchende. Seit dem 1. September 1939 waren nach Konstanz etwa 6000 Personen zugezogen, von denen etwa 1100 wieder rückgeführt worden sind. Radolfzell. Auf Schloß Möggingen bat nun die bisher in Rositten untergebrachte Vogelwarte ihre Arbeiten aufgenommen. Sie wurde kürzlich von Studierenden der Universität Frei- buTg besichtigt. Uebeillngen. Es besteht die Absicht, die frühere OT-Baustelle Uebeitingen-West, di« au* einem Labyrinth von unterirdischen Fabrikationslagerräumen besteht, weil aie eine militärische Anlage darstellt zu sprengen. Friedrichshafen. Am Samstag, 26. Oktober, kann der als Heimatschriftsteller weit über die Grenzen seines Wohnsitzes hinaus bekannte Oberlehrer a. D. Josef Mayer sein 80. Lebensjahr vollenden. Er übte fine Reihe von Jahren in Stuttgart Ulm und anderen Orten seine Lehrtätigkeit aus und war zuletzt Leiter der Lehrerbildungsanstalt Deggingen, worauf er nach Friedrichshafen an die kalholische Volksschule kam. Seine Heimatbücher „Friedrichs- f StuÖentenbrief aus Tübingen Sehr verehrter Herr Doktor! Vor wenigen Wochen hat das Wintersemester 1946/47 an der Universität Tübingen begonnen, das dritte Semester seit Kriegsende. Viele altbekannte, vertraute Gesichter begegnen mir in den Hörsälen. Nur wenige neue sind dazu gekommen. Der Andrang zur Universität ist außerordentlich stark. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, daß in diesen ersten Nachkriegssemestem fast sehn akademische Jahrgänge Zusammentreffen. Der Massenandrang steht allerdings in keinem Verhältnis zu der Zahl der zu vergebenden Plätze. Besondere Ausschüsse aus Vertretern der Dozenten- und Studentenschaft prüfen die Zulassungagesuche nach Gesichtspunkten, bei denen politische Zuverlässigkeit und wissenschaftliche Leistungen eine Rolle spielen. Es ist ohne Zweifel schwer, gerecht zu entscheiden. Die Zahl der Grenzfälle ist groß und es mögen auch Fehlentscheidungen getroffen werden. Es läßt sich wohl nicht vermeiden, daß Mißstimmung entsteht in den Reihen derer, die auf später vertröstet werden müssen. Wenn Sie, verehrter Herr Doktor, einen Vergleich ziehen wollen zwischen der akademischen Jugend Ihrer Studienzeit, der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, und der heutigen studentischen Generation, so werden Sie wenige Parallelen finden. Verschwunden ist der fröhliche, sorgenfreie Und unbeschwerte Bruder Studio, das Produkt nationalen Wohlstandes und wirtschaftlicher Blüte. Verschwunden sind die studentischen Korporationen und Landsmannschaften, die mit ihren Farben der Universitätsstadt das eigenartige studentische Gepräge gaben. Verschwunden «ind Klingklang und Gloria studentischen Brauchtums, und von der sagenhaften Romantik des Studentenlebens von einst trt auch nicht ein Hauch mehr zu verspüren. Der zweite Weltkrieg hat einen neuen studentischen Typ geschaffen. Ernste, in den schweren Jahren des Krieges und im unbarmherzigen Zusammenbruch der Zeit frühzeitig gereifte Menschen bevölkern heute die Hörsäle. Fast allen von ihnen hat der Krieg ein solch gerüttelt Maß an Sorgen, Not und schwersten Erlebnissen aufgebürdet, daß selbst die Jüngsten unter ihnen um Jahre gealtert erscheinen. Viele von ihnen, durch die Ereignisse heimatlos geworden, mußten sich erst wieder eine Existenzgrundlage schaffen, um überhaupt studieren zu können. So arbeiten sie als Dolmetscher oder geben Nachhilfestunden. Andere handeln mit Briefmarken, ja, ich kenne Kolleginnen, die über die Mittags- und Abendzeit in den Gaststätten servieren, um so Geld für Brot und Studium zu verdienen. Auch das äußere Bild hat sich geändert Umgearbeitete und umgefärbte Uniformstücke beherrschen die Szene, und man kann vom Trachtenjanker bis zum blauweißgewürfelten. aus Bettuchstoff gefertigten Hemd alle möglichenKombinationen aus Reminiszenzen an die vergangene militärische Epoche bewundern. Das ist, wie gesagt, nur das äußere Bild. Im Arbeitseifer, im Drang, sich Wissen zu erwerben, sind sich die meisten Studenten gleich. Schon in der Eisenbahn. 50 km vor Tübingen, bemerkt man, daß man sich im Bannkreis der Universitätsstadt befindet. Der aufmerksame Zuhörer wundert sich über die Vielfalt der Probleme, die öffentlich diskutiert werden. Da hört man Therapievorschläge für komplizierte Schenkelhalsfrakturen. ernsthafte juristische Definitionen schwieriger Rechtsfälle und tiefschürfende philosophische Auseinandersetzungen. Nur über Politik wird selten gesprochen. Die vergangene Zeit hat den jungen Menschen kaum Gelegenheit gegeben, sich eine eigene politische Meinung zu bilden. Wir wollen sie uns aus der Erkenntnis der Zusammenhänge heraus erst erarbeiten. In den Gaststätten, beim frugalen Mahl, werden die Sorgen und Nöte des alltäglichen Lebens besprochen. Selbstverständlich scheinende Dinge werden heute zu einem Problem. So hört man denn von Wohnungsnot und Zimmersuche, von Holzeinschlag und schmaler Kost, von Passierscheinen und Beschlagnahmungen. Und dann werden wieder die Hörsäle gestürmt und es wird gearbeitet mit einem Fleiß und einem Eifer, der davon weiß, daß viel nachzuholen und nichts zu versäumen ist. Eine Jugend ohne Illusionen will sich die Zukunft erobern. Mögen Sie sich, verehrter Herr Doktor, aus diesen kleinen Einzelheiten ein Bild der heutigen studentischen Jugend formen. Ich glaube, daß es trotz allem doch nicht des Lichtblicks entbehren wird, der auch für unsere studierende Jugend eine bessere Zukunft erhoffen läßt. In diesem Sinne verbleibe ich mit besten Grüßen Ihr dankbarer We.-Gu., cand. med. Tagung der Geschichtslehrer in Tübingen Im „Haus der Jugend“ in Tübingen fand vom 14.—19. Oktober eine Tagung der Geschichtslehrer an den höheren Schulen Süd-Württembergs statt. In die Referate teilten sich Universitätsprofessoren und Fachkollegen. Den Vorträgen schlossen sich anregende Diskussionen an. Das Programm hatte folgende Themen: Dr. Ganzenmüller, „Die demokratischen Kräfte in der deutschen Geschichte“, Prof. Stadelmann „Deutschland und die westeuropäischen Revolutionen“. Dr. Eschenburg „Staatsbürgerliche Erziehung“, Prof. Vogt „Verfassung und Geist der römischen Republik“, Prof. Spranger „Gibt es eine Erziehung des Gewissens?“. Dr. Traber „1866 — der verhängnisvolle Bruch in der deutschen Geschichte“. Dr. Strohecker „Das Ende der Antike und der Beginn des Mittelalters als Problem der Ge- •ehkhtsbetraehtung“, Prof. Herding „Bildung und Persönlichkeit im frühen Mittel- alter“, Dr. Ulshöfer „Das Geschichtsbild der deutschen Bewegung und seine Bedeutung für die Gegenwart“, Schriftsteller Dr. Sleburg „Napoleon I.“ Zwei Lichtbildervorträge in der Universität von Dr. Bayer über „Aegypten und den vorderen Orient“ und Prof. Weise über „Deutschland und Frankreich im Spiegel der mittelalterlichen Baukunst“ gaben mit ihren trefflich ausgewählten Bildern wertvolle Anregungen. Dr. W. Inthronifation in Maria Laach Dr. Dr. Basilius Ebel Abt der Benedikiinerabtei Wenige Wochen nach der Beisetzung des Abtes Ildefons Herwegen, wurde am Dienstag der neue Vorsteher der Abtei Maria Laach, Dr. jur. can., Dr. phil Basilius Ebel in der altehrwürdigen Basilika am Laacher See feierlich inthronisiert. Unter dem Vorantritt der Mönche und Würdenträger zog der neue Abt, der bereits seit dem 15. Januar 1939 an St. Mathias zu Trier Träger der Abtswürde war, in die Klosterkirche ein. Nach der Begrüßung des Allerheiligsten erklingt aus der Krypta der feierliche Introitusgesang der Mönche vom Grabe des ersten Laacher Abtes, Gilbert, dann von dem des jüngst verstorbenen Abtes Ildefons. Nach dem gemeinsamen Gesang des „Salve, mater misericordiae“ empfängt der 45. Abt zu Laach am Hochaltar in feierlicher Zeremonie aus der Hand des Abt-Präses Molitor von der Beuroner Kongregation Stab und Ring als Zeichen seiner Würde und schritt zur Inthronisation. Mit dem vom Abt zelebrierten Pontifikalamt und dem Tedeum schloß die kirchliche Feier, an der neben hohen kirchlichen und monasti- schen Würdenträgern an der Spitze der weltlichen Behördenvertreter der Oberpräsident von Rheinland-Hessen-Nassau. Sommer, sowie Vertreter der französischen Militärregierung teilnahmen. Dr. Fe. hafen und Umgebung" und „Der Bodensee im Wandel der Zeiten", vor allem aber auch die Schilderung seiner Zeppelinfahrt nach Süd- und Nordamerika haben ihn «reithin bekannt gemacht Seit 1936 arbeitet Josef Mayer, der sich einer bewundernswerten körperlichen und geistigen Rüstigkeit erfreut, hn städtischen Archiv zu Friedrichshafen Friedrichshafen. Offiziere der Schweizer Armee haben kürzlich die Auswirkungen de* Luftkrieges auf die Stadt in Augenschein genommen. Wangen. Na* amtlteher Feststellung befinden si* im Kreis Wangen no* etwa über 2000 Ausländer und 3056 Evakuierte Sdteldegg. Die ersten Pläne für die Anlage eines Pestalozzi-Dorfes für verwaiste Kriegskinder bei S*eidegg sind nun zvris*en der Schweiz, der UNO und deuts*en Kreisen gefaßt worden. SL Georgen. Das hiesige Krankenhaus hat dur* das Iris*e Rote Kreuz eine Zuckerspende erhalten, für die der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung öffentli* dankte. Wolfa*. Die Eisenbahnstrecke Hansa*—Freu denstadt, ln normalen Zeiten eine «rkhtige Ver bindungslinie zwischen dem Rheintal und Stutt gart, feiert in diesen Tagen Ihr TOjähriges Be stehen. Mitte Oktober 1876 kündigte man, na* dem mehr «!e drei Jahre mit Debatten und Vor arbeiten verflossen waren, die ersten Arbeiter an. Fast zwei volle Jahre dauerte der Bau de Strecke. Im Juli 1878 wurde unter Glocken geläut der Verkehr anf der Hansa*—Wolfa*e Strecke aufgenommen. Freibarg. Der Mer im Ruhestand lebende Pfar rer Dr. h. c. Albert Ludwig, der jetzt im 78. Le bensjahr steht, konnte jüngst die goldene Ho* zeit feiern. Neben seiner seelsorgerischen Tä tigkeit, unter anderem au* in Meersburg ist er dur* wissenschaftliche und kulturhisto ris*e Veröffentli*ungen auf dem Gebiet de: evangelis*en Kff*enges*i*te in Baden unr' als langjähriger Herausgeber der Zeitsdirif' „Dorfheimat" bekannt geworden. h. Karlsruhe. Die S*uttbeseitigung in Karle ruhe ma*t von Woche zu Woche weitere be a*tli*e Forts*ritte. Hohe amerikanische Offiziere von der Militärregierung in Stuttgart spra*en na* einem Rundgang der Bevölkerung der Stadt mit ihrem Oberbürgermeister ihre Anerkennung für die geleistete Arbeit ans und betonten, daß Karlsruhe mit Re*t allen Städten Nordvrürttembergs und Nordbadens als Vorbild dienen könne. Besonderen Eindruck ma*te die wffllge Bereitschaft der die harte Arbeit ni*t gewöhnten Männer aus allen Berufen bei der Trümmerbesettigung. h Karlsruhe. Die Wilhelmshöhe ln Ettlinger soll zu einer Lungenheilstätte ausgebaut wer den. Um die Bauerbeiten zu bes*leunlgen stellte die Stadt Karlsruhe einen Betrag von 40 000 Mark als Vors*uß zur Verfügung. Die Landesversi*erungsanstalt Baden hat si* zur Uebernahme eines verlorenen Zuschusses von 70 000 Mark und eines Gesellschaftsanteiles von 20 000 Mark bereit erklärt h. Karlsruhe. Stadtdekan Dr. Albert Rüde in Karlsruhe wurde zum päpstlichen Hausprälaten ernannt. Er hat «eit 193? die Führung der katholis*en Kir*engemeinde und war, ein Sohn des Ho*schwarzwakies, über Freiburg, Karlsruhe-Rüppurr und abermals Freiburg als Dekan des Stadtkapitels na* Karlsruhe gekommen. Mannheim. Der Güterums*lag in den Häfen von Lodvrigshafen stieg im Monat September gegenüber dem Vormonat um rund 90 Prozent auf 90 000 Tonnen. Die Hälfte der verladenen Güter waren Brennstoffe Ferner wurden Mineralöle, Steinsalze, Kies, Ammoniak und Weizenmehl umges*lagen. üi Sette S / Nr. 120 SODKD 1 I 1 I Freitag, 25. Oktober 1946 Rund um den Schweizer Franken Z ü r i di, im Oktober 1946 Die überaus günstige Wirtschaftslage, deren sich die Schweiz seit dem Kriegsende erfreut, beginnt langsam etwa s gespenstische Züge anzunehmen. Denn nicht zum kleinsten Teil rührt die derzeitige Hochkonjunktur von der grotesken Valutasituation her, die es der Export- und der Fremden- industrie ermöglicht, glänzende Geschäfte zu machen. Schuld an dieser Valutasituation sind (he Clearingskurse für den Schweizer Franken. Diese haben dazu geführt, daß ein freier Devisenmarkt entstanden ist, auf dem man ungehindert bei den Banken gegen billige Schweizer Franken erheblich mehr an fremden Valuten kaufen kann als bei den offiziellen Clearingstellen. Man erhält für hundert Schweizer Franken: im freien im Clearing Handel Dollars 23.30 29.40 Pfund Sterling 5V, 9^ italienische Lire 5200 12500 französische Francs 2780 6800 belgische Francs 1010 1900 holländische Gulden 61.60 240 argentinische Pesos 94 119 spanische Peseten 23.30 74 türkische Pfund 31 74 tschechische Kronen 1250 3000 Amerikanische Gäste nutzen diesen Zustand aus, um in der Schweiz wochenlang gratis Ferien zu machen und mit mehr Dollars, als sie mitgebracht haben, nach Hause zurückzukehren. Wie das gemacht wird? Ganz einfach: ein amerikanischeT Tourist in der Schweiz hat da® Recht, innerhalb Monatsfrist 1000 Dollars, je 500 Dollars im Abstand von 14 Tagen zum Kurs von Fr. 4.25 umzuwechseln. Er löst am Anfang de« Monats 500 Dollar ein und bekommt dafür Fr. 2100. — Mitte des Monats löst er wiederum 500 Dollars ein und bekommt weitere Fr. 2 100. — Während 15 Tagen gibt er im Hotel Fr. 60.— pro Tag aus. Das macht Fr. 900.— Aus den restlichen Fr. 3 300.— kauft er sich Dollarnoten im freien Handel zu Fr. 3.30. Er erhält 1 030 Dollars und verläßt die gastfreundliche Schweiz, in der er vierzehn Tage lang gut und gratis gelebt hat mit 30 Dollars mehr al s er gebracht hat. Dieses Jahr waren bis jetzt ungefähr 75000 Engländer in der Schweiz in den Ferien. Auch sie machen das Spiel mit dem offiziellen und dem freien Pfundkurs mit großem Gewinn mit. Das englische Pfund wird zum offiziellen Kurs von Fr. 17.30 umgewechselt. In den meisten Schweizerbanken sind englische Pfundnoten zu Fr. 9.50 erhältlich. Man kauft sich also billige englische Pfundnoten, schickt sie per Brief an seine Adresse in England zurück, trotz des Verbots der englischen Regierung, und macht damit ein ganz einträgliches Geschäft. Man kann auf diese Weise sogar von England nach der Schweiz exportierte Gebrauchsgüter zu verbilligtem Preis wieder aufkaufen, um sie nach England mitzunehmen. Sogar am schweizerischen Radio Beromünster machte man sich anfangs Oktober über diese groteske Situation lustig: ein Engländer rechnete dem schweizerischen Gesandten in London vor, die Schweiz käme wesentlich billiger davon, wann sie ihm gleich an Ort und Stelle eine goldene Uhr, einen Füllfederhalter, sechs Paar Strümpfe und ein Paar Schuhe schenken würde, statt noch dazu Hotel und Reisekosten. Man hat berechnet, daß durch die starre Beibehaltung der überhöhten Zwangs- und Clearingkurse der schweizerische Import täglich um etwa 700 000 Franken verteuert wird: man hat festgestellt, daß aus dieser Belastung die angeblich „notleidende” Exportindustrie auf dem Umweg über Bundes- eubventionen „gestützt" wird. Praktisch heißt das, wie die „Metallarbeiterzeitung'' am 2. Oktober richtig feststellte: „. . . . In diesem Falle ist es der geplagte schweizerische Konsument, der bei jedem Einkauf ausländischer Ware, ohne davon das geringste zu ahnen, ein paar Fünfer und dann und wann wohl auch einen Fünfliber an die Beibehaltung dieses Währungs-Widersinns beisteuert . . . Natürlich profitieren von diesen Anomalien nicht bloß ausländische Touristen, sondern auch ausländische Bezüger schweizerischer Waren, und schwei- zerischerseits sind es die Hotellerie und Exporthandel, die, auf kurze Sicht gesehen, aus dieser Situation Nutzen zu ziehen scheinen, da ihr Geschäft läuft wie selten zuvor." Der Bundesrat hat sich mit der Frage, diesen „Ausverkauf der Schweiz" durch eine Aenderung seiner Währungs- und Wirtschaftspolitik abzustoppen, befaßt Nationalrat G. Duttweiler, begründete eine Aenderung der bisherigen Währungsund Wirtschaftspolitik. Der Bundesrat ließ aber durch den Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements antworten, daß man in der heutigen raschlebigen Zeit mit radikalen Aenderungen vorsichtig sein müsse. Dr, jur. E. G., Zürich Pariser Herbst Jetzt sind die Eisverkäufer verschwunden, aber bald werden sie als Maronenverkäufer ihre alten Plätze wieder einnehmen. Ueber einem „Brasero”, einem offenen Kohlenofen, wird dann der „Kastanienmann” mit behender Geschicklichkeit seine prallen braunen Früchte rösten. Kinder werden ihn belagern, die in frostklammen Fingern einen Zehnfrankenschein halten, den sie ihrer Mutti abgebettelt haben. Außer Brot, Butter und Käse gibt es heute in Paris alles frei zu kaufen für den, der kaufen kann. So verführerisch auch die Waren hinter den geschmackvoll dekorierten Vitrinen locken, Millionen Franzosen folgen dieser Lockung nicht Denn jedes Mal, wenn Arbeiter und Angestellte glauben, durch ein« neue Lohnerhöhung ein besseres Lebensniveau erreicht zu haben, ziehen die Preise wieder an, noch ehe das erste erhöhte Gehalt zur Auszahlung gelangt ist. Besonders teuer sind Lebensmittel und hier für Arbeiter und kleine Beamte fast unerschwinglich das Fleisch, das jetzt wie in Vorkriegszeiten auf weißen Mamorti- schen vor den Läden feilgeboten wird, zu einem Preis von 12 — 24 Mark das Kilo — in deutsche Währung umgerechnet. Schlachtvieh gibt eg reichlich, so daß man vor zwei Monaten den Versuch machte, Fleisch nur halb zu bewirtschaften. Es gab 150 g pro Woche zu einem ermäßigten Preis, und 150 g markenfrei, aber teurer. Die Preise wurden aber vom Großhandel so in die Höhe getrieben, daß der kleine Metzger Verluste beim Verkauf der bewirtschafteten Mengen hatte. Deshalb ist jetzt die Bewirtschaftung „Olma" in Von der jüngsten Schweizerstadt, von Kreuzlingen, aus ging die Fahrt auf Einladung der AussteUungsleitung durch die Felder und Auen des Thurgaus über Am- riswil nach dem alten St. Gallen. Auf dem Felde sind die Landwirte noch damit beschäftigt, die letzten Reste des reichen Obstsegens zu bergen. Die Luft ist angereichert von dem würzigen Duft des überreifen Obstes! In den schmucken Dörfern stauen sich an den Obstkeltern und bei den Obstsammelstellen die mit Most und Tafelobst gefüllten Bauemwagen. Die dichten Nebel behindern immer noch jede Sicht auf das Säntismassiv und in und dem Talkessel der Thur haben die Autos bei der Einfahrt in die Messestadt St. Gallen um die 10, Vormittagsstunde zum Teil ihre Lampen eingeschaltet Der freundliche Polizist ordnet mit Ueberlegen- heit und Ruhe den Verkehr, der vollständig um die Stadt geleitet wird. Im Stadtkern sind alle Parkplätze zur frühen Stunde schon mit Autos aller Größen, von allen Fabrikaten besetzt. Eines schmucker wie das andere, alle auf Hochglanz poliert der Geiaatmange von 300 g neu eingeführt worden. In diesem typischen Uebergangsstadium, in dem die Tendenz zur Normalisierung fühlbar stärker wird, helfen die Frauen der „Union des Femmes Francaises", die beinahe zwei Millionen Mitglieder zählt, kräftig mit, und unterstützen den Emährungs- minister Ives Farge in seinen Bemühungen, Ordnung auf den Lebensmittelmarkt zu bringen. In jedem Pariser Stadtteil besuchen ihre „fliegenden Gruppen" die Märkte und kontrollieren an Hand amtlicher Preistabellen die oft erstaunlich unterschiedlichen Preise. Es kommt dabei zu keinen Gewaltakten, aber die Frauen der „fliegenden Gruppen" klären die einkaufenden Hausfrauen über ihre Rechte auf und manch eine zunächst verdutzte und dann wütend gewordene Händlerin mußte Zusehen wie in wenigen Minuten ihr eben noch umlagerter Marktstand einsam und verlassen dalag. Denn nach dem Zuspruch der Frauen der „Union des Femmes Francaises" hatten ihre Kundinnen keine Lust mehr sich freiwillig noch länger übervorteilen zu lassen. Die „Flics”, die Polizisten sehen schmunzelnd und mit Wohlgefallen diesen Szenen zu. Vielleicht wird auch ihre Frau heute einen Blumenkohl oder ein Kilo Salat zur Hälfte des von der Marktfrau geforderten Phantasiepreises heimbringen . . . In der Bekleidungsindustrie sind deutlich Gesundungsmerkmale zu spüren, für die Marcel Paul, der Produktionsminister, verantwortlich zeichnet Es ist ihm gelungen, Kochtöpfe, Hemden, Schuhe und Strümpfe zu erschwinglichen Preisen herstellen zu lassen. Hemden, die früher 500 Franken kosteten, 6ind jetzt für 250 frs. zu haben und kunstseidene Strümpfe sind von 400 Franken auf 175 gesunken. Diese Waren werden von kleinen Unternehmern, die sich mit einem normalen Profit begnügen, erzeugt Die großen Textilmagnaten lieben Marcel Paul und seine Methoden nicht, aber eg bleibt ihnen nichts anderes übrig, als in freier Konkurrenz die billig werdenden Waren noch zu unterbieten. Durch die stärker angekurbelte Produktion ist das Spiel der freien Konkurrenz wieder zum treibenden Wirtschaftsfaktor geworden. Heute kaufen die Franzosen nicht mehr, um zu kaufen. Nachdenklich bleiben sie vor dem Schaufenster stehen und wägen bedachtsam das Für und das Wider einer eventuellen Erwerbung ab. Die Ladenbesitzer sind wieder von gewinnender Freundlichkeit. Die Straßenverkäufer preisen mit lustigen Späßen ihre Artikel an. Obwohl ein kalter Herbstwind die welken Blätter vor sich hertreibt, spürt man in diesem Jahr in Paris weniger Angst vor dem kommenden Winter als noch vor dem vergangenen. Dr. I. B. St. Gallen und mit Pneus, die das Auge eines jeden Autofahrers aus unserem Land mit Tränenwasser füllen würden. Der Name St. Gallen hat bei uns Grenz- ländlem schon immer einen guten Klang gehabt. Wer denkt dabei nicht gleich an Reichenau, an Weingarten, St Blasien oder gar an Joe. Vikt. Scheffel? Zwischen dem Alpenrhein, dem Bodensee und dem Zür- chersee liegt überwacht vom Säntis die alte Reichsstadt (1180). Sie hat sich durch die Jahrhunderte emporgearbeitet zu einer Stadt von an die 70 000 Einwohnern. Ihre Textil- und Spitzenindustrie waren von Weltruf. Dieser Tage jedoch stand St. Gallen im Mittelpunkt der schweizerischen Landwirtschaft. Diese gab sich ein Treffen auf der „Olma“, der Schweizermesse für Land- und Milchwirtschaft. Erst im Frühjahr hat der Bundesrat diese Messe als v i e r t e schweizerische Messe Einerkannt. Inmitten der Stadt, zwischen dem Kunstmuseum, dem Historischen Museum und der Kantonsschule hat die „Olma“ ihre Hallen aufgeschlagen. Die Ausstellung ist gleichsam am laufenden Band organisiert, man erinnert sich dabei Ein die „Landi“. In modernen Eisenkonstruktionen sind 17 000 qm Hallen aufgebaut worden, ohne daß auch nur ein einziger Baum des Stadtparkes gefällt werden mußte. Neue Brücken aus Eisen- oder Holzkonstruktionen bilden die Verbindungswege über die ! Museums- und die Rorschacherstraße. Auf j dem 44 000 qm großen Gelände geben 450 | Aussteller eine lehrreiche Schau aus der Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie. Die Hauptabteilungen sind Milchwirtschaft, Ackerbau und Weinbau. Um sie gruppieren sich die landwirtschaftlichen und gewerblichen Maschinen, die moderne Hauswirtschaftstechnik und die neuzeitliche I Wohnkultur. Diese Ausstellung gibt somit nicht nur ein Bild der schweizerischen Landwirtschaft, sondern auch des Handels, des Gewerbes und der Industrie. Ueberall eigene Produkte, eigene Erzeugnisse, eine Arbeit, bedingt durch die langen Kriegsjahre. Eine Arbeit Eher auch, auf die die Schweiz stolz sein kann, sowohl hinsichtlich der Qualität wie der Ausführung. Ganz deutlich tritt diese Tatsache auf der Industrieschau auf dem Gebiet von Gas und Elektrizität in Erscheinung: vom automatischen Spültrog zur elektrischen Waschmaschine, über den Staubsauger bis zum Universal-Küchenapparat, der alles schneidet, mahlt, knetet und schlägt Wir wollen nicht weiter erzählen, um unseren Hausfrauen das Herz nicht allzuschwer zu machen. Doch auch Schwierigkeiten gibt es, die Preise liegen hoch und Lieferfristen werden genannt und verlangt. London. Der frühere britische Kriegsminister Höre Belisha erklärte auf einer Versammlung der „Royal Empire”-Gesell- schaft: „Der föderative Aufbau Europas macht Grenzfragen und zwischenstaatliche Rivalitäten unsinnig. Schwierigkeiten wie Triest, Tirol, Donau und Ruhrgebiet könnten in diesen „Vereinigten Staaten“ nicht aufkommen. Es ist nicht das geringste Anzeichen dafür vorhanden, daß die Friedenskonferenz und der Sicherheitsrat jemals die Wurzeln der beiden Weltkriege untersuchten oder beabsichtigen, sie zu untersuchen.“ Mit Lieferfristen wird operiert, um die Käufer zum rascherem Abschluß zu bewegen. Aber was bedeuten schon die so kurzen Lieferfristen, im Vergleich zu jenen Lieferbedingungen etwa auf der Leipziger Messe im Frühjahr dieses Jahres, wo Lieferung überhaupt nur zugesagt wurde bei Stellung der Rohstoffe. Auch sonst gab es noch viele gute Sachen. Trotz der Mahlzeitencoupons hingen die Salamis in großer Zahl in der Weinstube und Dutzende schön geräucherter Schinken erfreuten in der Degustation das Auge. Doch der Freitag ist immer noch : einer der fleischlosen Wochentage, der auch j trotz der „Olma“ eingehalten wurde. Da- 1 für aber boten Fische und Eier auf der Speisekarte, die Küchliwirtschaft, der i duftende Bohnenkaffee, die Käsepastetli i oder der Käsekuchen angenehmen Ersatz. An die 200 000 Besucher waren vom 9.—20. Oktober 1946 in St. Gallen, und wer nicht mit dem Auto hinfuhr, konnte sie mit der Bundesbahn mit einfachem Billet, das auch für die Rückfahrt gültig war. von überall aus besuchen. Die „Olma“ fand nicht nur bei dem [ Landwirt, der in der Groß- und Kleinvieh- | Ausstellung des appenzellischen Zuchtge- i bietes die wertvollsten Tiere sehen konnte, : reges Interesse. Der Rebbauer und Wein- ! fachmann fanden reiche Anregung in der Gruppe „Reben und Wein“. Die Messe wurde von allen Kreisen, den Bauern, Handwerkern und Arbeitern besucht; denn alle haben ein großes Interesse an der Land- und Milchwirtschaft, besonders in einer Zeit, da der Milchpreis in der Schweiz schwer umkämpft ist, da das Liter , Milch 42 Rappen und das Pfund Butter 4,50 frs. kostet. H. Dörflinger Blick über die Grenzen Den Haag. Der internationale Bund lsmdwirtschachftlicher Produzenten wird im Mai 1947 seine nächste Konferenz in Holland abhalten. Graz. Im „Steirerblatt" wird die Notwendigkeit eines Wiederaufbaues einer „Grünen Internationale” angeregt. Auf dem letzten Internationalen Landwirtschaftskon- greß, der kurz vor dem „Anschluß” im Haag stattfand, war Oesterreich durch den derzeitigen Bundeskanzler Dr. Figl vertreten. Man ist der Auffassung, daß die Bauernparteien in allen Ländern Europas ebenso Zusammenarbeiten müßten wie die Arbeiterschaft, die seit langem eine feste internationale Organisation hat Die Bauern als bodenständige Elemente müßten an der Garantierung eines dauerhaften Friedens beteilig* sein. London. In England wurden Versuche mit einem ferngelenkten Pflug unternommen, der von einem am Rande des Feldes aufgestellten Sender aus dirigiert wird. New York. Wallace tritt am 16. Dezember in die Redaktion des „New Repu- blic" ein, eine Wochenzeitschrift, die liberal und antikapitalistisch eingestellt ist, eine kleine Auflage von nur 50 000 hat, von den meisten großen Inserenten boykottiert und von Zuschüssen eines New Yorker Millionärs finanziert wird. Sie kämpft wie Wallace gegen da s große Wettrüsten und „gegen diejenigen, die das Wort von der unteilbaren Welt im Munde führen und in Wahrheit auf eine Teilüng der Welt in zwei große bewaffnete Heerlager hinarbei- ten.” Kassel. Ein hoher USA-Offizier erklärte einem AP-Vertreter: Die meisten Deutschen lebten „wie Oelsardinen". Die Aufrechterhaltung der Mindestmenge an Kalorien hänge ausschließlich von den Getreideverschiffungen aus USA ab. Berlin. Nach dem Wochenbericht von General Ludus Clay sind infolge des Seeleutestreiks in USA für die deutsche Zivil- bevölkerung keine Lebensmittelsendungen in der Zeit vom 1. bis 15. Oktober in Bremen eingetroffen. Wien. Für die neue österreichische Nationalhymne wurde eine Melodie von Mozart gewählt. Jedoch ist zu dieser Melodie noch kein Text vorhanden. Gent Auf der Tagung des Internationalen Motorradfahrerverbandes haben sich Schweizer Meisterfahrer für die Wiederzulassung deutscher Rennfahrer bei Motorsport-Veranstaltungen in der Schweiz eingesetzt. London; Das Gallup-Institut, das Institut zur Erforschung der öffentlichen Meinung, fragte die britische Bevölkerung: „Soll Großbritannien seine gesamten Streitkräfte einschließlich der Atomwaffen der Kontrolle eines Weltparlamentes unterstellen, wenn die anderen Großmächte das gleiche tun?“ 50 Prozent der Befragten antworteten bejahend, 27 Prozent drückten ein klares „Nein” aus, während 23 Prozent keine Meinung äußerten Moskau. Der russische Journalist Leoniew hält in der „Prawda“ im Kampf um den Frieden für besonders bemerkenswert: Die Gleichberechtigung aller Völker bei der Diskussion über internationale Probleme und bei ihrer Lösung und vor allem die Diskussion über die Friedensverträge in voller Oeffentlichkeit. „Zum ersten Male in der Geschichte sind die Verträge in aller Oeffentlichkeit diskutiert worden, und Millionen Menschen aller Nationalitäten sind über die Verhandlungen und über die diplomatische Tätigkeit der verschiedenen Staaten auf dem Laufenden.” Washington. Mitte Oktober wurde der regelmäßige Personen-Schiffsverkehr über den Nordatlantik auf der Route New- York, Southampton, le Havre wieder aufgenommen. Die Passage von den Vereinigten Staaten nach Europa wird je nach Klasse. 325, 210 oder 160 Dollar kosten. KONSTANZ 6iabtth«ater Äanftanj. Dägl. 19 Uhr: „Seltfanter gffiufnbrtee*, Stomöh’.e oon E ris Äolelfa 3nijenietung: SPottgang ngels mit Seiend ßongom tinb 3a* Cannes Miemann greitag, 25 Ott. 21 Stamm!. 3; Samstag. 26 Ott.: 21 Stammt 4; Sonntag, 27 Oft.. 13.30 Uhr: 21. Stammf. 11; 19 Ui)t: 21 Stammf. 5 9; Montag, 28 Oft.: 21 Stammt 5; Dienstag. 29 Ott.’ * 21 Stammt 6. *aetbe*gefttage im 6tabttbeatet Äanftanj som 3 —16 Monember 1946 3. u. 10. 9ton.: „Die Sef«aiiftet“ - „Sic KU> Malbigeu*; 5. u 12 Moo.: „Urfaaft“; 6 n 13. Mon - Soetbe-Mejitoiione«-; T. n. 14 Äon.: „3pbigeaie aaf laarts“: 8 a 13. Mou.: „Soetbe ia Sieb“: 9. u. 16 Mou.. „Datgaoia Dali«-; I. 3t. Soroetlauf non 8nre«ten für ben Scfctmfgntlus (tetneils 7 tage.) Cinielfatien ab 1. Mooember. Äc’.ne te!efoitif«en BefteEungen. ÄaRenge* fptäcbe (nur *on ausmättsl unter *«r. 1885. PSrgetfttttl Äa«ft««|. 26. n. 28. bis 31 Oft.. 19 Ubr: Soangettfotionsroo«« Seneralibema Karges»! aber Ruinen. SBunberbare ffieisfagungen, Der neue SBeg, Einige Sehens gefeite, Dtt befreite Meni«. Das Mei« bes gr.ebens. Met* ser: Miii.*Sotftef)et E. Berner. grtier Eintritt für jtbetmann. •loria. freute bis cin[«l. Donnerstag: „Sei Mobltätei*. Eine tomwiriif«e ßi*besflei«i«ie in fpanneniet ®eftal> taug — beuücf) unterlegt« Serie — m. Jteimu t, Sujq Brirn, ßarguen u. a. Sugenb ob 14 Salten er!. Beginn: a»d)eirtags 15, 17.80, 20 Ehr: Sa. 14, 16, 18, 20 Ubr Seine telef. Sorbe* Renting. Sotnertoirf »öcbenil ab 16 Hit, Sonn tag ab 15 III) r Capital, fjreitttg bis einfd)I. Donners* tag: „Sae Celeiaaia ber {jfraa Clapcia*, ela paefenbet gilat inter* «Hautet Ereigiriffe — unterlegte beul* f4)e lejte — mit Maumoub Moaleau, Stiebe!« Ulfa u. a. Sugemb erlaubt. Cornerianrf etue Shunbe not Beginn bet SorfteEung. Seginn uro. 15.30, 18, 20.36. So. 14.30. 16 30. 18.30, MM. BEKANNTMACHUNG Todeserklärung. Frau Magdalena Schneider, geb Trantmann tn Urioffen, bat beantragt den verschollenen An« ton Schneider, Unteroffizier bei der Bädcereikompanie 575, ihren Ehemann, zuletzt wohnhaft in Urioffen, für tot zu erklären Der Genannte wird aufgefordert. sich spätestens in dem auf Freitag, 20. Dezember 1946, mittags 15 Uhr, vor dem Unterzeichneten Gericht, III. Stoch. Zimmer 20 anberaumten Aufgebotstermin zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen kann. Alle, die Auskunft Ober Leben oder Tod des Verschollenen geben können, werden aufgefordert> dies spätestens im Aofgebotstermin dem Gericht anzu zeigen. Amtsgericht m Offenburg, 17. 10, 1946. _ GESCHÄFTLICHES Snlanf mn Briaot Äntife Möbel, Stiebe, Celgemätbe, Küfer, ißargetlan, Mefftng, u. 3inn8«genftänbe, SJjatnd. Me|me auib in Äomutiffion Hngeb. ftbriftli« eklet utünbli« »on 8—lOlQjt IHie Sattettftein-Äit«, Sre&utg*®!., Milbelmftrafte 8. Sttaacpf-Keparotare«! Mit tepatieten Ätnbet*, Damen* uni fkiremtrümpfe bei MEigiier Berechnung unb ffirjeftet ßieferjett. Borjüge: Snjtanbfepnng Jet* rißenet Strümpfe. Buirfifreie füllt! Siopfgatn-Eriparnis! Euie Bafjform! Uniiifitbates Itagen! 8nn«bmefteHen allet Orts fafott gefu«i. 3uf«t. u. 5231 Sübturict Konftang._ Bahner»««», S>o«gl«nj. ie«t leiebt auf tollem Mege felbtt berjuftetlen, §efe füt Brot uitb Äucbeit. Mafierieife. 3e* bes Kejept 2.— MM., alle btei MM. 5.— in 93rief ober ^oftttttmeiVung an tb Sßedfei. OrfenbUTa (17b), b!»8* feub 482 Sasfunfiei — Seteftei 3. SiaKtnaaiet, 3tuttgert*8„ SBeifeenbutgÜt. 24. Et. miitlungen, Macbfoticbungen, Spesial* $>eitats*$etttauensausfünfie, pttnai unb gefcbäftliü). an allen üläfjtn. Sil arbeite« a, liefen! Sebnuf a. Eie. Eleftwfoljle* nnb ßalterfabiit. ( 16 ) (Sieben. ifoRjoeb 119 . STELL EN-ANGEBOTE ftmeebt ober ©urlibe in gute Dauetftel* lung auf Obfl* nnb SBeiugut am Sa* benfee gehiEft. tönte Sebianblung gu* gefiebert. Sem. a. 638 öiiiluriet Mfi;. STELLE N-GESUCHE Säbel, beuifibes, iurbt Stelle in bet Scbmeij, benotjugt als 3.intmetmäbcb. 2füt Eintelfegenebmtg müftte gefotgt myben. 3nf., MäUn,Sbg.. Miebeitnffung Sa* bendMien, fjouptitrape 81 Säge«,eil, Reimes bis nrittl Mett, mit Malferfraft besarjugt, in oalbreitbet Segenb Mütri«n*etg^Saben jn teufen obet pachten aef Ent! Beteiligung. Mnsfübrt. 3nf*t. unter Mngttbe bet maftbinetlen mb bcntftCben Mntagen erbeten, Betnrittf. «nninfebt. 2nb»ig Straftburg, Bremen. Boftfacb 665. mm fange» Denrift. ÜMutfiib Mit., ja taufe« ab. pachten gefüllt, tbutb Beteiligung. Eiuriefrtung «. 3n> ftramenterinm Mt|. 3tri f«riften a 51 404 SÜM ftonhanl Sräutein, 26 3.. mtttelgr., I«lant, » mit «arafterfeftem öeirn in gütet Bo* fitiim im SIter bis )pi 40 3., t»ecfs lief rat befamti ju »etben. Bi!biuf«r. CHUer 8107 SüMurier Sionftani. Mähe!, gefunbes, frif«es, aus ffreifratg i Br., 20 3.. melleitig geb., fu«i Bc(anntf«aft mit paff. Sarinet aus ber S«»ei 3 , bis ju 30 3., jmeds Öeirat 3 u 'Sr u. 51 404 Sübl. üitl. €«»abenmäbel, 34 3., eoangel., ju* genbli«e Erf«ein., mii i«ön. Mä;«e* ausftattung, gute bausjr. Eigcn[«af* ten mit einigen Dauftnb Bamermö* gen. »ümf«t auf biefem Mege mii «arattern. &ertn in fi«. SieEung,. Utter bis 40 3., stoeefs Ehe in Set* bitthung }u treten Mitmer mit ft lehrt ini angenehm Mut etnügem. Bitböuf«r. u. 51 485 Sibtur ftanft}. Oberinfpeltat. 45 3, fafh., üottl. Et* f«eim., Manb, 1,78 gr, tbealbenleni, gefunb u arhettsfreuhig, iehnt R« na« lieben., nett., hämsl fftau. 3n* r«riften n. 51 463 Eüblur Sonilawf. S«nMienmäbeI. geh., liebes, hühf«e gr. EtT«., Mittjajan^geriit, natur* unb funftltehenb. mit ausgedehnter Beaufserfahrung rm Dertilgem. unb g-tisgeipr. S«3n|eits* unb ^arbeitRitn, iu«t ehel Sfethtnbung mit Serrn int Älter opn 35—45 3., ber glüCi«es Sri» bieten obet aufbauen »iE. 3«* Rbriüen u. 51 498 Sübl ftonRanj. Btief»e«fel m* entt. fpäieie Settel mit ürebfamen Mann 3»eds gemein* iamer arbeif unb Etiftengoufban ». |übf«e. gtoge. blmtbe ifran, Mitte 40, «tiui* ohne anbang, jur 3eit tn Bauern als SorrefponbeiTttn unb Do!meti«erin. Sitbjufcbr unter 6505 Sübfurier ftmtftant. BRIEFMARKEN Beiefmarfen ;u pernünfiigen Bieifen. Korbern Sie nnfete Meuheitenltfte an. Briejmarlenpetfanb f20) Söllingen, Soeihe-aEee 12. Deutf«, ftalanten. faft Inl.. nuT tpl. u prima GurusRüde, Saargebiet tompl. Bladfamntluna. Europa faft !pl. irrt aurtrage je Sammlung ob. einzeln ju uerfauien anffteEnw gegen 0.50 MM. im Marlen aber fiebüifte fenben. S- »an Schell. Bbil Büro. (17h) Baben* Baben. _ VERMISCHTES SeifteSungsaerfabetu, eiitfa«es, für Bri* teils aus Sägemehl mit n. ahne Sec* mif«ung non Sah!enl«lamin, Äohlon* aber Srauntoljtenftaub mirb hejirfs* metie oergeben. 3 uit b r - ’ J 5363 an Union Meflame. eaarhrüden. Baiiage* ftcrufhaus. SUCHDIENST Begäif«e 3«fel«. SBet bat im <5ehruar aber Mätj 45 na« Ma«ri«i non Art, ta Mhobas ufm. erhalten? Äurje Mit* tettung bur« Baftterte erb. Mubofl Merfehurg, (19) Deffan4In|., Dhäl* mannonfeI! ftatalinc, geh. Sari. 80 3., geft. 13. 10.48 Öeftetien: ftellet 3ul.us. 59 3.. ge* Seihen 14. 10. 46. ftit«borf: Simon Sari. 29 3.. geft Cit. 44. ftgf. ftienha«: aEmegcr ftatolino. geh. Micgger. 87 3.. geft 15. 10 46. ftonftanj: fVii«er Otto üuhert. 81*Cj 3ahte, geft. 13. 10. 46; ,freuet Bau!«, geh. Otoff. geft. 19. 10. 46; Dauhet Martin. 84 y, 3.. ge- ftorhen 22. 10 46; Oehri Sliteu. 44 3.. geft 12. 9. 44; u. Mti«. mann Eenta. 72 3.. geft. 20. 10 1946 Vai»: Mibemann fteriheri. 20 3.. geil 14. 2. 45 8inban*Meuti«: MifThalm Megtna 67 3., geft. 22. 10. 46. Siftelha«: Sauier Seotg, 22 3., geft. 23. 4. 45. RaiiuMugen: Martin ftarolinc, 88 Saftte. geft. 19. 10. 46. RefcHr«: Dr. ßa«hühler 3a[ef. 39 3.. gef. 3ut-, 44. MeHelaangen: Soft 3afef, 19 3., geft 10. 8 44. ' Eeftniage«: 3intnteinignn Karl, 72 3ahre. Opfetbingtn: Degen 3ahann. 43 3. geft. 19. 12. 44. 4>tallenbaef: 3re« gibel, 72 3.. geft. 17. 10. 46. MabalfieE: SproE Mithelm, 66 3.. geft 20 10. 46; Mautex ßina, geb. SBeber, 20. 10. 46. Maggenheattn: 3tei Berta, geh Keftltr, 76 3ohte gädinge«: Bö«!e 3uhann. 69 3., geft. 15. 10. 46. 6t. Seatge«: Datb Marie, 76 3., geft. 12. 10. 46; SBeifter So* bann. 78 3., geft. 18. 10. 46. S«oIIa«: Iriti«ier. B. Eanif.us, 20 3., geft. 1. 10. 46 Singen: Müller jjftift, geft. 19. 3 . 46 . S«o« 3ob. aug., 34 3., geft. 13. 10. 46; Dr. meb. Sirunf Bruno, geft. 18. 10. 46. Stada«: Stetter Berta. 72 1 /« 3.. geft. 17. 10. 46. Eoatmeraa: afölit 3«hann, 68 3 ., geft. 22. 9. 46. Daifersherf: Stengel« Ämanba, geb ÄeUer, 73 3ahte. SUIingtn: 3ipiel 9rtur, 32 3., ge* ftothen 17. 9. 42. Söhrenha«: Rfärhetet 3a!ef. 53 3.. geft 18. 10. 46. 3ijenhaafen: Erömmingtr Seo, 67 Sabre, geft. 16. 10. 46. 3ojnegg: Äempter Mathilhe. 777* 3abre, geft. 5. 10. 48.